kvberlötznitz bei Dresden MW KMAW v. Landeskrone. Ausnahmsweise behandeln wir die Geschichte des Geschlechts v. Landeskrone auch während einer Zeitperiode, die einige Jahrhunderte hinter der zurückliegt, aus die wir uns, dem plan dieser Arbeit gemäß, zu beschränken haben'). Nach Janckes^) Vermutung stammt die Dberlausitzische Adelsfamilie v. L. von den Rheinischen") Herren v. Landscron ab, die im 13. Jahrhundert, als die Kämpfe der Deutschen gegen die Slaven im östlichen Deutschland andauerten, in die Dberlausitz gekommen seien und aus dem südwestlich von Görlitz aus der Ebene aussteigenden Berge sich festgesetzt hätten. Nach ihnen sei der Berg „Landeskrone" genannt worden"). Wenn die Gleichheit, oder wenigstens annähernde Gleichheit des Wappens zweier Familien beweisend ist für ihre Zugehörigkeit zu einem und demselben 5tamm"), so mag die Annahme Janckes wohl zu Recht bestehen, vergl. unten 5. 8: Wappen. H Kn gedruckten Quellen zur Geschichte der Dberlausitzischen v. L., zugleich auch des Berges „Die Landeskrone" bei Görlitz, liegt, abgesehen von zerstreuten kurzen Mitteilungen, im wesentlichen nur folgendes vor: Christian Kn auth, Die Lands-Lron bey Görlitz, in Rrepsigs Beiträgen zur Historie derer Chur- und Fürstlichen Lande, III. Teil, 1756, 5. 522 — 553, eine sehr fleißige Arbeit, wenn auch nicht frei von verschiedenen Unrichtigkeiten; Jancke, Die glaubwürdigsten Nachrichten über die Landskrone bei Görlitz, in den Abhandlungen der naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz, II. 8d., 2. Heft, 1838, 5.113 —127; sJanckes, Beschreibung der Landeskrone bei Görlitz, Görlitz 1847, in 8. Auflage I8Y1 erschienen. Diese drei Arbeiten berücksichtigen auch die Familie v. L., sie beschäftigen sich indessen hauptsächlich mit der Geschichte des Berges Landskrone; ihre verf. ziehen zum Teil auch die wichtigen alten Görlitzer Ltadtbücher zu Rate. Rnothe gibt in seiner Geschichte des Vber- laus. Adels, 187Y, 5.328-324 eine Geschichte des Geschlechts v. L. von 1225-1380. 2) Beschreibung -c. 1847, 5.42; 1841, 5.38. ») Noch ein anderes altes Vberlausitzisches Kdelsgeschlecht, die v. Metzradt, soll seine ursprüngliche Heimat am Rhein, und zwar am Niederrhein, in Holland, gehabt habe». Diese Vermutung spricht 1618 der bekannte Or. Taspar Dornavius, damals Direktor des 5chönaichianums in Beuthen, aus. vergl. Larpzov, Lhrentempel der Dberlausitz, 1714, II. Teil, 5.211. Rnothe schließt sich der Meinung Dornaus an. vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 44, 5. 161, sowie seine Kdelsgeschichte, 5. 360. tz wilh. Günther sagt in seinem Ooäsx äiplom. Rtisno-Nosellairus, 1823, II. Teil, 5. 18 ff. über die Rheinischen Herren v. L., es seien die Burggrafen und Herren v. Landscron ursprünglich Ritter v. 5 in zig und Reichsvasallen gewesen. Gerhard v. 5inzig erscheint 1244 einmal als Ritter v. Landscron, ein anderes Mal als Ritter v. 5inzig und Burggraf v. L. In der Folge kommt er, mit Weglassung des Namens v. 5inzig, bloß als Burggraf v. L. vor. 5ein 5tamm pflanzte sich im 14. Jahrhundert fort, vergl. auch G. Frhr. v. Düngern, Der Herrenstand im Mitttelalter, I. Bd., 1408, 5. 136. H Zeit dem Anfänge des 13. Jahrhunderts wird die 5itte, ein wappenbild an eine agnatische Familie zu binden, zu einer Regel, der sich gewohnheitsgemäß der gesamte Herrenstand fügt. D. Frhr. v. Düngern a. a. V. 5. 437. 2 v. Landeskrone. Der erste des Geschlechts, dem wir in der Gberlausitz begegnen, ist, wie Knothe a. a. D. bereits aussührt, Oliristianus cle lluncliskrone, der den Beinamen „lon^us" führt und als „miles iionestus" bezeichnet wird. Er saß aus Burk (blO von Bautzen) und widmete der Georgs- Kapelle aus dem Schlosse zu Bautzen im Jahre 1226 den Zehnten des jährlichen Ertrages dieses seines Gutes H. Wenige Jahre später wird uns unter den zwölf Mitgliedern der Berainungskommission in der bekannten, im Jahre 1241 ratifizierten Oberlausitzer Grenzurkunde das Bruderpaar Tristan und Gerl ach v. L. genannt, und unter den Zeugen erscheint in eben dieser Urkunde und zwar an letzter Stelle Wilricus llgnlliscron^). Wilricus cle llgnllisclirorie befindet sich in demselben Jahre (1241) auch unter den Zeugen, als König Wenzel in Saaz das Kloster St. Marienthal in dem Besitz des Dorfes Lisridsdors und des dazu gehörigen Waldes bestätigt^). Ls ist wohl derselbe Wilricus, der einige Jahre später, und zwar im Jahre 1246, zusammen mit einem Otto cle BancZiscrone als Zeüge in einer vermutlich zu Bautzen ausgestellten Urkunde des Burggrafen Venesch austrittH. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begegnen uns die drei Brüder VVilricus, Betrug und Briclericus cle Banäiscbrone: Sie sind Zeugen, als König Ottokar von Böhmen im November 1267 bei Prag dem Kloster Marienthal den Kauf von Gber°Seifersdorf beurkundet und es ihm verreicht^. Allein, ohne seine beiden Brüder, erscheint Wilrieus im Jahre 1272 in Bautzen als Zeuge des zwischen Markgraf Johann von Brandenburg, seinen Brüdern Otto und Konrad einerseits und dem Bischof Withego von Meißen andererseits geschlossenen Vertrages über Iurisdiktions- und Zehntrechte in den Meißnischen Stiftsgütern des Landes Bautzens. Gemeinsam treten dann die drei Brüder wilrich, Peter und Friedrich noch einmal im Jahre 1280 in Bautzen als Zeugen auf, als die Burgmannen von Bautzen beurkunden, daß ein zwischen dem Kloster St. Marienthal und Peter von Uostitz und seinen Brüdern wegen des Besitzes einiger Ortschaften bestehender Streit entschieden seiH. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts begegnet uns zum ersten Male in Görlitz ein Angehöriger des Geschlechts: Als Heinrich von Kamenz im Jahre 1308 den Durchgangszoll in Görlitz dem Heinrich von Badeberg als Afterlehn verreichte, erscheint unter den Zeugen und zwar an zweiter i) Köhler, Doclsx cliplomat. Dusatias supsrioris, 1856, 5. 33: Neues Laus. Mag. Bd. 70, S. 2d. -) Köhler, oocl. clipl. Dusat. 2. 60, 64; Oocl. clipl. 8ax. rsZ. II, l, 2. 109 ff.: Über die Gberlaus. Grenzurkunde vergl. dl« ausgezeichnete Nrbeit kl. Meiches im Neuen Laus. Mag. Bd. 84, 2. 145-251. s) Köhler, eocl. clipl. Dus. sup. 2. 59; Ooehler im Diplom, vallis 8. Marias, Neues Laus. Mag. Bd. 78, 2. 16. h Köhler, oocl. clipl. Dusat. 2. 76. 5) Köhler, oocl. clipl. Dusat. 2. 92: Doehler, Dipl. vall. 8. Marias, Neues Laus. Mag. Bd. 78, 2. 22. ") Köhler, eocl. clipl. Dus. 2. 99. Die Urkunde ist gedruckt auch im Neuen Laus. Magazin Bd. 27, 2. 255. ?) Köhler, eocl. clipl. Dusat. 2. 103: Doehler, Dipl. vall. 8. Marias, Neues Laus. Mag. Bd. 78, 2. 23. 3 v. Landeskrone, Stelle, sofort nach dem damaligen Landvogt des Landes Görlitz Tristan v.Gersdorff(Gerhardesdorph) „ttenricus miles ctictus cie Lanclescrone", dem auch die auszeichnende Benennung clominus zuteil wird*). Vieser Bitter ttenricus hatte mehrere Brüder, deren einer Betrus hieß — ein Name, den wir, wie oben erwähnt, schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bei einem Gliede der Familie gesunden haben —, sowie eine verheiratete Schwester Llpzabet. Sie war eine wohlhabende Frau, denn sie besaß ein Nllodium in Sifridsdors, das sie dem Kloster St. Marienthal abgekauft hatte und das nach ihrem und ihrer Tochter Nickel Tode dem Kloster erb- und eigentümlich wieder Zufällen sollte. Die hierüber aufgesetzte Urkunde ist vom 13. Juli 1309 datiert^). Die soeben genannte Elisabeth ist vermutlich identisch mit jener Else von Landeskrone, die um das Jahr 1327 einen in der Langengasse in Görlitz gelegenen Hof der „swester Nlepd zu eyme rechten erbe" aufgab und reichte^). Vis um die Mitte des 14. Jahrhunderts saßen die v. L. auf der Landeskrone. Dann gelangte die Feste, wohl infolge Verarmung des Geschlechts, in den Besitz Friedrichs v. Bieberstein, der sie 1357 von Karl IV. zu Lehn empfing und ihm versprach, „in keinen Zeiten . . . von im zu gescheiden sund ihmj wider allermenniglich getreulich zu helffen^)". Die Ungehörigen der Familie v. L. zogen wohl nun teils in die benachbarte Stadt Görlitz, teils in andere Gegenden. So erwarben im Jahre 1358 Ugnete und Tzille v. L. die Hälfte eines Hauses in der Nonnengasse zu Görlitz. Im folgenden Jahre (1359) gab Tzille das Unwesen Peter Ivydener aus und traf zugleich die Bestimmung, daß es nach ihrem Tode an ihren Neffen Fricze fallen sollte: ... . „Wene Oille nymmer ist, so Aevellit is nocb erem tolle an Briefen, irre swester son, uncle Taille wil sin Aewaläik sin ll/ wyle si lebet, clo metbe ?u tun uncle 2 U lasen". Indessen gab Tzille noch in dem nämlichen Jahre (1359) ihr halbes Haus ktannos -41er (oder Oler) zu einem rechten Erbe aufO). . H Röhler, oocl. ciipl. Nus. 5. 188. -) Der weibliche Vorname Ulke findet sich auch in dem 1305 beginnenden ältesten Görlitzer Stadtbuch beim Jahre I34d. vergl. Hecht, Görlitzer Namenskunde, Neues Laus. INag. Bd. 68, S. 6. Köhler a. a. E>. S. Idl : Ooehler a. a. D. S. 28. H Görlitzer Stadtbuch von 1305 im Görlitzer Ratsarchiv, S. 47, Sp. a. (wegen der Datierung vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 67, S. 227, Unm.) — Rnothe, Udels- geschichte, S. 328, faßt die Stelle so auf, als seien Else und Ulepd Geschwister gewesen. Dann würde die Eintragung in das Stadtbuch aber wohl lauten: NIss v. N. bat utAsrsobt uncl AkAsbsn . . . irsr swsster 4Is^c1 sto. Ls ist wohl vielmehr an die Abtretung des in der Langengasse in Görlitz gelegenen Hofes an eine geistliche Schwester Ulepd zu denken. Ls besaßen ja in Görlitz nicht allein die Listercienser- Nonnen von Marienthal ein Haus, sondern es gab daselbst auch Zranziskanerschwestern dritter Regel. Und zu ihnen dürfte die swester ^.le^cl gehört haben, vergl. Lcriptorss rsruiu Nusatio. bl. R. I, S. 31Y; Neumann, Geschichte von Görlitz, 1850, S. 267 ff.; Neues Laus. Mag. Bd. 26, S. 288. H verzeichniß Gberlaus. Urkunden, 2.-Heft (1347-1378), S. 70. ») Görlitzer Stadtbuch von 1305, S. 131, Sp. b; S. 136b, Sp. b: S. 137, Sp. u. Wir vermuten, daß die S. 131, Sp. b angeführte Ugnete die Schwester der Lzille und daß Zricze der Sohn dieser inzwischen wohl verstorbenen Ugnete war. I* 4 v. Landeskrone. Ein Heinrich v. L. besaß im 14. Jahrhundert das Dorf Tiefen- dors (vpbisdors, seit 1845 eine Vorstadt von Löbau), das er von seinen Litern ererbt hatte. Lr verkaufte im Jahre 1366 „crvvey ptunt pteffers c?u Oxbislorff uncl oucli clar ßfut unci cien crins, cls 2 cier kgppelun clo bot cru O^bistortf von unsir liben vrovven", an die Stadt Löbau ft. Wohl das letzte Dberlausitzische Gut, das den v. L. gehörte, ist Dohms (am linken Ufer des Oueis, 880 von Sagan, 80 von Halbau). blickil (?4icIos) buncliscrone wird im Jahre 1421 als zu „Oomus" gesessen bezeichnetft. Ungefähr um dieselbe Zeit werden in einem vohnaer Schöppenspruch die Brüder Britscbe, blunnus, VVitcbe und InArsn von bunäis- crone erwähnt, die sich über die Dörfer Dohms, Primsdorf und Sommerau auseinandersetzen ft. Db der im Jahre 1422 genannte „blannos buncliscron von Reicbenbuclift" wirklich aus Reichenbach oder einem Rnteil des Ortes angesessen warft, oder ob Reichenbach nur als sein Aufenthaltsort genannt wird, steht dahin. wenn auch nicht mehr als angesessene Leute, so begegnen uns doch in den folgenden Jahrhunderten wiederholt Ungehörige des Geschlechts in mehr oder minder angesehenen, abhängigen Stellungen. So war ltovvA (lftauZ, bluZ) von bunlliscron gegen Ende des 14. Jahrhunderts Hauptmann zu Görlitz. Ihm sowie dem Landvogt Benes v. d. Duba und dem Rate zu Görlitz mußten die Fehder Heinrich v. Uleilhose und seine vier Söhne am 12. November 1380 in Vunzlau geloben, das Herzogtum Görlitz in Zukunft unbeschädigt zu lassen ft. Hug v. L. mag wohl in Vermögensverfall geraten sein, denn er sah sich genötigt, Geld auszunehmen,' im Februar 1390 versprach er dem Görlitzer ft verzeichniß Dberlaus. Urkunden, 2. Heft (1347 — 1378), 5. 82; Laus. Magazin 1776, 5.76; dodsx diplom. 8ax. rsA. II, 7, 5.234; Bergmann, Geschichte von Löbau, I8Y3, 5. 36. ft Görlitzer lib. aetorum 1413 ff., Bl. 160b: 1421 dudieium teria 6t» p. dalli, „blielos Dandiserons von Domas eontra lanam beim Brsnerken von Borne cirea klarAenam arrestatarn bundert mark al? vil aD ber sieb ma§ erbolen an der wolle". Ferner ebenda Bl. 190b: 1421, I4ov. 18. „Andres Drzmsebil, der bsmmermsistsr 2 U Boss fLoos, 0 von halbaus, ist entsekeiden mitdliekil Dandiseronen umms alle ansproebe des pbandes in der beide bez? deme Dbomz^s fDobms) von kolens und bolrbawens we^en in Dandis- kronss pbsnds von bern Brsnerko vom Borne weAen" . . . Vieser Nickil L. wird noch mehrfach im Jahre 1421 erwähnt, so Bl. I73s, 178a, 181 a des lib. aetor. 1413 ff. ft Iecht, (Quellen zur Geschichte der 5tadt Görlitz bis 1600, IdOd, 5.73. ft Görlitzer lib. aetor. 1413 ff., Bl. 206b: 1422, dudieium teria 6>» p. Bartkolomsei in dis 8. ^uZustini s28. Rugustf: „Hannos Dandiseron von Reieksnbscb contra Hannos blevvdortk von Brocbenow VII terto minus 1 Ar." prachenau liegt I4ZV von Ueichenbach, 0 von lveißenberg. H Reichenbach (ZV von Görlitz) war zu damaliger Zeit in v. Gersdorffschem Besitz, vergl. Richter, Chronik von Reichenbach 1867, 5.24. ft verzeichniß Dberlaus. Urkunden, 3. und 4. Heft (1379 — 1410), 5. 109. Die betr. Urkunde ist gedruckt im Neuen Laus. Mag. Bd. 59, 5. 153. Über den espitaneus DuA v. D. und seine Tätigkeit vergl. Zecht, eod. diplom. Bus. sup. III, Index s. v. v. Landeskrone. 5 Juden Smoyl und dessen Frau Lkeclisn^nne auf nächste Johanni 8 mr. zu zahlen H. Ein anderer, der, nicht mit dem Adelsprädikat versehen, ausgezeichnet wird, l1sn8 Buncliskron, gehörte zu den Mannen Ions von Ralsko, Herrn zu Wartenberg. Vieser Hans L. erhielt auf Ansuchen seines Herrn im Juni l4l5 von der Stadt Görlitz Friede und Geleite bis Michaelis H. - Wir erwähnen ferner einen im Jahre 1426 in Görlitz auftretenden t^icbil Lanäiskrone^, ferner tlunnus Lunciis- kron, der 1430 aus der Acht kamH, ^orZe Lsncliskron, der 1431 Nickel Hellir vor Gericht fordern ließ, da Letzterer ihm eine Kämpfer- wunde und Lähmung des Mittelfingers der linken Hand zugefügt hatte ^). Zu „Sebirsdorf" (auch „Sobersdorf", „Seiversdorf" geschrieben) lebte noch 1436 ein Hans Landescröner"). Zur Zeit des Dberlausitzer Hussitenkrieges ließen sich Angehörige des Geschlechts sowohl als berittene, wie auch als Fußsöldner von der 5tadt Görlitz anwerben. So wurde Lorencz Landiskron und sein Bruder 1429 mit zwei Pferden, Caspar und sein Bruder Nickel in demselben Jahre als Fußsöldner angenommen H. — von der Gberlausitz wandten sich Glieder der Familie v. L. nach Schlesien. Hier können wir sie bis in das 18. Jahrhundert hinein verfolgen. Wir müssen uns darauf beschränken eine kleine Anzahl auszuzählen. So erscheint ein Henricus äe Bancliscrona, miles (ber bl. B., äominus bl. äe L.) im Gefolge Schlesischer Herzöge in den Jahren 1317, 1337, 1353, 1357H. Wir erfahren auch im Jahre 1348, daß dieser blexnricus mehrere, nicht mit Namen aufgesührte Brüder besaß o). Liner von diesen war wohl der 1353 und in den folgenden Jahren genannte Bricrko (Briefe) v. B., der in Urkunden Herzog Wenzels von Schlesien und Liegnitz erscheint*°). vie Namen sämtlicher Brüder erfahren wir aus einer Urkunde der Herzöge Wenzel und Ludwig >) Görlitzer lib. aotorum 1389 ff., Bl. 7 b, 8 a. -) Ralsko, Lohn des Johann v. lvartenberg ans dem Tollenstein, der die kfussitische Partei ergriffen hatte, wurde 1433 wegen Verräterei in Zittau gevierteilt. Laus. Magazin 1776, S. 180; Loript. rer. Nusat. bl. kV I, S. 39, 172. — Louiteti armales II, Bl. 28 a (Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften). 2 ) Görlitzer über aotorurn nach Bloß, Milichsche Bibliothek, Fol. 335,174a, b ff. H Görlitzer Achtsbuch 1370 ff., 42 a. ") Görlitzer lib. vooat. II, 237a. Oie Ltelle ist gedruckt in Jechts Oocisx ll iploinat. Busat. sup. II, 2. Bd., S. 284. ") Abschrift der Annalen des Scultetus I und II, Mspt. B. I. 278 der Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, §. 114z „Nachrichten von der Landeskrone v. I. 1356 — 1437" in dem Lammelwerk N. I. 10, Mspt. der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften! Sebastian Franks „Nistorieas relationes", Mspt. B. I. 14, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, S. 531-532. H Jecht, eoä. äiplom. b,us. sup. II, 2. Bd., L. 110, 115. H Tz schoppe und Stenzel, Urkundensammlung Schlesiens, 1832, S. 500, 545, 571, 578. ") Ebenda, S. 563. >") Ebenda, S. 571, 576, 578. Li» Frptcze v. L., auch ein Schlesischer Edelmann, erscheint 1398 und 1404 in den Görlitzer Ratsrechnungen. Jecht, onci. clipi. Bus. 8Up. III, S. 274, 509. 6 v. Landeskrone. von Liegnitz, ausgestellt zu wandris im Jahre 1348, in der sie den Gebrüdern Willrich, Heinrich, Petsch, Fritsch und Bethan („krffhan") alles Gut zu Gribian sGreibnigs im kreise Liegnitz verkaufen h. Die milites Bric^ko et KManus cle L. sind in einer Urkunde Wenzels I., Herzogs von Schlesien, vom Jahre 1362, betreffend den Unkauf des Dorfes Tinz durch das Kloster Grüssau, Zeugen,- Neynrikus erscheint in dem nämlichen Jahre als Zeuges. - Undere in Schlesien angesessene Ungehörige des Geschlechts erwähnt wernicke; ihre Güter zählt v. Ledebur auf"). Zu Lude des 14. Jahrhunderts (1399) kam es in Uaumburg zu einem vergleich zwischen pban v. L. und zweien Ungehörigen des Geschlechts v. Uedern einerseits und dem Görlitzer Bürgermeister vincenz Lczel und den Schöppen andererseits um der Unsprüche willen, die Herr Karolus, der Pfarrer zu Schmottseisen, an sie hatte h. Ls ist wohl das Schlesische Jenkendors im kreise Sagan, in dem Lonrad Landskron wohnte, der, gleich anderen Edelleuten, einigen Straßenräubern, Genossen des 1425 zu Sagan wegen seiner Naubeinsälle in Görlitzisches Gebiet Hingerichteten Nickel Vresen (v. Briefen) Unterkunft gewährte"). Tonrad wohnte zuvor in Reichenau (wohl das bei Sagan gelegene). Lr war einer der Helfershelfer des 1415 wegen seiner verbrechen geächteten Neinczhs Unwirde"). In gegen Straßenplacker um die Wende des 15. und 16. Jahrhunderts anhängig gemachten Gerichtsverfahren sind Schlesische und Niederlausitzische Glieder des Geschlechts v. L. wiederholt verwickelt. So 1506 Blasius und Nickel L. zu Seiffersholz (VVvon Grüneberg),- Thristoph L., Trenne genannt, andere nicht mit Vornamen genannte zu Welmitz (Wellmitz) bei Guben und Weskow bei Sprembergh. Ein hannß L. befindet sich 1467 unter denen aus der Saganschen Mannschaft, die zugleich mit Herzog Johannes von Schlesien einen Lntsagebrief an die Sechsstädte senden"). — In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts finden wir Ungehörige des Geschlechts in kursächsischen Diensten. Thristoff Landtskron erhielt vom Kurfürsten Uugust, Unnaburg den 1. Februar 1575, eine Bestallung als Hauptmann über die einspännigen knechte mit einem i) Schirrmacher, Urkunden - Buch der Stadt Liegnitz, 1866, S. NI. Undere Ungehörige stehe in Schirrmachers Inctex s. v. h 4. ?. äs UuüsviZ, Uslignias rnanuseriptorum, VI. Bd., 1724, S. 463. h wernicke, Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XIV (1886), S. 469 ff.; XVI (1888), S. 351. v. Ledebur, Udelslexikon der preußischen Monarchie, II. Bd., S. S. ff Mspt. U. I. 123, Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, Uuszug aus dem Lntscheidebuch 1396 ff., L. 2; Lntscheidebuch nach Bloß, Milichsche Bibliothek, Zol. 335, 207a; Soultstus, U libris rsrum Asstarurn Oorlio., Nspt. in 40 73, Milichsche Bibliothek, S. 1. h Hecht, Loä. äiploin. Uns. sup. II, I.Bd., S. 252. 6) Uus dem Görlitzer Uchtsbuch, gedruckt in Hechts cocl. ciiplorn. Uns. sup. III, S. 716, Unm. 3. ") Iecht, Ucheldemach, 1909, siehe Iiniox s. v. 8 ) Kloß, lvberlaus. Hussitenkrieg, Mspt. Milichsche Bibliothek 332, S. 112. v. Landeskrone. 7 Gehalt von jährlich 840 Fl. samt 300 Fl. „vortelgeld"'). 1587 wird er zum Kammerjunker mit sechs gerüsteten Pferden ernannt"). Lin anderer Thristofs Landtskrohn war es, den Kurfürst Christian, Dresden den 30. März 1686, zum „Amptmann gegen Senftenbergk" bestallte''). George v. Landtskrohn wurde am 22. November 1586 als Truchseß und Diener am kurfürstlichen Hose angenommen^. Friedrich v. Landts- krohn ist 1639 Fähnrich unter dem Oberstleutnant der Dragoner „Stritzckp"^). Christoph Friedrich v. L. hatte, wie er, Dresden den 23. Juni 1707 dem Generalseldmarschall v. Ggilvp schreibt"), dem Nurhause Lachsen an die vierzehn Jahre als Soldat gedient, „ohngeachtet ich kein Vasall, sondern ein gebohrner Schlesier bin", sei bei der Belagerung Thorns in Schwedische Gefangenschaft geraten, nach zwei Jahren ranzioniert worden; er bittet nun darum, wie er wieder „accomodiret werden möchte". Taspar Siegmund v. L. bittet im Oktober 1735 aus dem „Lager bei Tloster Llausen" als ältester Premierleutnant und nach einer zwanzigjährigen Dienstzeit um Erteilung des Charakters als Kapitän. 1738 wiederholt er von Döbeln aus diese Bitte, wenn ihm nicht eine Kompagnie übertragen werden könne I. — Über die ver- wandtschastsverhältnisse aller dieser Angehörigen des Geschlechts v. L. ist nichts zu ermitteln. — Gattin eines Scklesischen Herrn v. L. wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Tochter aus v. Gersdorffschem Hause. Die Gattin Hans Siegismunds v. Gersdorff auf Heuscheune (80 von Herrnhut), Frau Anna Sophia v. G., geb. v. Gersdorff, hinterließ bei ihrem am 19. März 1669 erfolgten Tode ihr Gut Burkersdorf (d-IblO von Zittau) ihren Töchtern und einer Enkelin. Die eine ihrer Töchter, Anna Margarethe v.G. war damals bereits vermählt mit Hans Rudolph v. L. auf Lessendorf und Alt-Tschau im Kreise Frepstadt. 1670 ging Burkersdorf bereits in den Besitz Daniels v. Soeben über. Der erwähnte Hans Siegismund v. Gersdorff verkaufte im Jahre 1679 sein Gütchen Heuscheune seinen beiden Töchtern, Anna Margaretha v. L. und Maria Sidonia v. Gersdorff. Zu jener Zeit waren aus der The der Anna Margarethe mit Hans Rudolph v. L. bereits zwei Söhne hervorgegangen: Hans Siegmund und Thristoph Rudolph Gebrüder v. L. von Töchtern des Geschlechts v. L., die sich im 17. Jahrhundert mit Gberlausitzischen Cdelleuten vermählten, sind uns zwei bekannt: Weigand v. Gersdorff (von der Linie Heidersdorf-Linda) war vermählt mit Elisabeth v. L. a. d. h. Beuthen. Sie wurde als Witwe am 19. April 1629 mit dem Gute ihres verstorbenen Gatten Nieder-Linda 1) k).-5t.-N. 1.06. 32461, u. 5. Finanzarchiv, Bestallungen, Fol. 144. -) k)--bt.-0. Noo. 33342, 4t. 5. Finanzarchiv, Nr. 1424, Bestallungen, Fol. 151. 2) ks.-51.-0. Boo. 33342, N. 5. Finanzarchiv. Nsp. I-II. Gen. Nr. 1428, Bestallungen, Fol. 104. tz Ebenda, Fol. 1635. ö) k)--5t.-0. Gen. Boo. 11325, Landscron. Ebenda, h Ebenda. 8 v. Langenau. belehnt. — Heinrich Otto v. Nostitz auf Wingendorf rc., gestorben 1643, war in zweiter Ehe vermählt mit Helena v. L. a. d. H. Lessendors. Wappen: Vas Siegel des Rheinischen „Oerarcli burZravii cls Lunt^kronen" vom Jahre 1335') zeigt im Dreieckschilde eine Krone, bestehend aus dem Stirnreif, einem perlenbesetzten, halbkreisförmigen Bügel und drei langen, in blattförmige Gebilde endigenden Zinken. Daneben befindet sich das kleinere Rücksiegel. — Der Schlesische Bri-cbo clictus cle Bancliscrone siegelt am 15. Oktober 1310 folgendermaßen: Im Schilde zwei aus einer Krone hervorragende, nach auswärts gesetzte Angelhakens. — Line in der Gberlausitzer Gedenkhalle in Görlitz befindliche silberne Kanne, die sich ehemals in Lissa (Kreis Görlitz) befand, enthält eingraviert neben einander das v. Nostitz sche und v. Landeskrone sche Wappen. Letzteres zeigt im Schilde eine Krone mit drei Blättern. Durch den Kronreifen gesteckt sind zwei gebogene Angelhaken, die Konvexität nach innen, die Spitzen nach oben und außen gerichtet^). Auf dem Helm wiederholt sich als Kleinod die Schildfigur. Siebmacher I, Taf. 62, Nr. 8 gibt das Wappen unter den „Schleßingischen": Im blauen Schilde eine rote Krone, durch die zwei silberne, mit der Spitze nach oben und außen gerichtete, gebogene, angelhakenähnliche Gebilde hindurchgesteckt sind. Kleinod: Die Schildfigur. Decken rot-silbernH. v. Langenau, auch Grafen. Gegen Ende des l8. Jahrhunderts macht sich ein Glied des alten Schlesischen Geschlechts v. Langenau in der Gberlausitz ansässig. tz Liuäsuus, Loä. äiplomat., Dom. II, 1747, enthält §.929 bis 1358 das „^vobivriur äornus burArsvisiis imperii äs Banäsoroii". Eine Tafel zeigt das Wappen. 2) Pfotenhauer, Die Zchlesifchen Liege! von 1250 — 1300, §. 36 und Nr. 98. tz von Pfeilen bann inan nicht wohl sprechen, denn es fehlt das Gefieder (Flitsch). 4 ) In der Abschrift der Annalen des Lcultetus I und II, INspt. B. I. 278 der Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, §. 114 heißt es über das Wappen der v. Landeskrone . . . „die dann haben in ihrem Zchilde auf einen Zwerg- balcken zwo Ltangen und in der Witten eine (liebe) Lilien geführet". Diese Wappenbeschreibung ist von späteren Gberlausitzer Lchriftstellern wörtlich übernommen worden, so z. B. von Sebastian Zrank in seinen „Niswrisae rslatioirss", Mspt. N. I. 14 der Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, §. 531. §o auch von Iancke in seinen Nachrichten über die Landskrone, Abhandlungen der naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz, II. Bd., 2. kfeft, 1838, §. 114. In seiner späteren Abhandlung, „Beschreibung der Landeskrone", 1847, §. 44 spricht tzancke irrtümlicherweise von „drei Lanzenspitzen ... in einem . . . von links nach rechts gehenden Streifen" im Wappen der Gberlausitzischen v. L. — Wir meinen, daß die Beschreibung des v. Landeskroneschen Wappens, die wir, wie erwähnt, zuerst in den Innalss Lsultsti finden, einer unrichtigen Anschauung und Auffassung des Ziegel- oder Wappenbildes entspringt. Mit dem „Zwergbalcken" dürfte der ziemlich horizontal verlaufende Ltirnreifen der Nrone gemeint sein, mit den „zwo Ltangen" die beiden wenig gekrümmten Angelhaken, mit der „Lilie" die mittlere, große, blntt-, auch lilienförmige Zinke der Nrone. v. Langenau. 9 Heinrich Gottlob v. L., einer der Löhne Hans Wilhelms v. L. auf Sommeritz (Sachsen-Altenburg) und dessen Gattin Johanna Grnestina v. d. Mosel, war am 17. Juli 1706 geborenH, ging in kursächsische Kriegsdienste, wurde (Oberstleutnant im Prinz Tarlschen Infanterie-Regiment und erhielt im Jahre l764 seine Ernennung als Hofmeister der kurfürstlichen Pagen ^). Er starb zu Dresden am 23. August l772. vermählt hatte er sich^): I. mit Tharlotte Friederike v. Heimburg,- II. zu Saalhausen am 19. Januar 1745 mit Henriette Lharlotte Louise v. Schleinitz, gestorben zu Dresden am 25. März 1773. Heinrich Gottlob hatte aus jeder Ehe einen Sohn, aus seiner zweiten stammt: Friedrich Hermann Earl v. L., geboren (nach seiner Altersangabe bei seinem Tode) im Jahre 1746, wurde kurfürstlich Sächsischer Geheimer Finanzrat, später auch königlich Sächsischer Konserenzminister und wirklicher Geheimrat, Präsident des Geheimen Finanzkollegii, Direktor der Landes- (Vekonomie-Manufaktur und Kommerziendeputation, sowie Kammerherr. Km 31. Juli 1790 erhob ihn Kurfürst Friedrich August III. als Reichsvikar in den Reichsgrafenstand H. Im Alter von 63 Jahren starb er zu Dresden am 24. Juli 1809 früh nach */s1 Uhr und wurde am 28. in der Kirche zu Daubitz beigesetzt. vermählt hatte sich Friedrich Hermann Tarl v. L. zu Daubitz am 10. (Oktober 1784 mit Auguste Friederike Sophia verw. v. Wiedebach, Tochter des königlich preußischen Hauptmanns Friedrich Ludwig v. Aderkas und dessen Gattin geb. v. Spdow^). Sie war Erbin der Güter ihres ersten Gatten Ludwig Renatus v. Wiedebach (ch 16. Mai 1782): Rietschen, Daubitz, prauske (sämtlich bl^V von Rothenburg) und Zubehör. Geboren am 6. Juni 1752 im Magdeburgischen, starb sie, nachdem sie 14 Tage zuvor einem Sohne das Leben geschenkt, an „Rerven-Zusällen" am 2. Dezember 1785 in Dresden im Alter von 33 I. 5 M. 3 W. 4 T.s am 6. Dezember wurde sie in Rietschen bestattet. Das Gut Rietschen hatte sie ihrem Gatten vermacht. Dieser erwarb im Jahre 1787 vom Vormunde der Geschwister v. Heldreich das Gut (Ober- und Rieder-Kotitz (8VVvon Weißenberg) nebst dem Kirch- lehn für 22400 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld,- am 28. August 1787 wurde er belehnt. Schon 1791 verkaufte er Kotitz an die verwitwete Frau Henriette Louise v. Miltitz. Friedrich Hermann Larls Sohn: Tarl Wilhelm Ludwig, geboren zu Dresden am 19. November 1785, getauft am 23. d. M. in der Frauenkirche daselbst, wurde königlich Sächsischer Kammerjunker. Nach seines Vaters Tode wurde er dessen Universalerbe. Er verkaufte die ihm zu- >) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten Ndelicher Kamillen, VI. Teil, 1793, S. 43, 44. 2) ks.-St.-N. Gen. Uoo. IIZ25, Langenau. 2) v. Uechtritz a. a. ) vergl. die Stammtafel des Geschlechts v. Lankisch, Manuskript in der Zittaucr Stadtbibliothek: die Stammtafel bei ll. G. vietmann, Die Priesterschaft in dem Marggrafthum Gberlausitz sI777f, zu S. 375: die kurzen genealogischen Notizen in B. G. Weinarts Rechten und Gewohnheiten der Gber- und Niederlausitz, II. Teil, 1794, S. 293. h I. IZ. Larpzov, ^naleetu lastorrmr Ättuvieiisiuin, 1716, II, S. 278. h Larpzov a. a. G. I, S. 67, 74; T. F. Haupt, Wilhelm und Nonrad, Brüder Nesen, Nikolaus von Oornspach und M. Procopius Naso, 1843, S. 95. h Larpzov n. a. 01. II, L. 298. h Inschrift seines Epitaphs bei Larpzov a. n. 0). I, S. 73. v. Lankisch. 11 Wenceslaus d. I. hatte am 22. Juni 1576 von Augustin v. Kohlo das Gut Neu-k)örnitz (W von Zittau) nebst Zubehör für 2400 Taler gekauft i). Er war ein wohlhabender Mann und vermochte dem Kloster Marienthal die Summe von 2000 Talern vorzustrecken, als dieses dem Joachim v. Milde den gleichen Betrag zurückzahlen mußte, den es von ihm im Jahre 1578 ausgenommen hatte, um dem Kaiser das geforderte varlehn zu verschaffen. Für diese vorgestreckte Summe von 2000 Talern erhielt Wenceslaus d. I. am 29. September 1580 von Abbatissin und ganzem Konvent des Klosters Marienthal einen Schuldbrief ausgestellt, in dem ihm das vors Gber-Seifersdorf (bl von Zittau) hypothekarisch eingeräumt wurde ^). Wenceslaus d. I. war seit dem Jahre 1651 vermählt mit Agnes Adolphe im Jahre 1590 starb sie. Ihr hatte 1586 Frau Margarethe, Witwe des Bürgermeisters Paul Fritzsche zu Zittau, verschiedenes vermacht und sie zur Miterbin eingesetzt^). von seinen zahlreichen Kindern heben wir hervor: Nicolaus v. L., geboren 1562 (1567?), starb im Jahre 1604 (1605?). Er und sein Bruder Wenzel besaßen das väterliche Gut Neu-Hörnitz anfangs gemeinsam. Nicolaus wurde aber Alleinbesitzer, da Wenzel seinem Bruder am 25. Oktober 1590 seinen Anteil für 1250 Zittauer Mark und verschiedene Zugaben abtratI. Nicolaus vermählte sich 1591 mit Martha v. Milde, einer Tochter des Bürgermeisters von Zittau Joachim v. M. auf Libau und Leutersdorf und hinterließ drei Söhne und vier Töchter. Als Söhne des Nicolaus werden u. a. genannt die folgenden zwei: Gottfried und Johann Wilhelm. Letzterer, geboren am 24. Juni 1597, beschloß als Kornett vor Straßburg sein Leben im Jahre 1628^). Gottfried v. L., der ältere Sohn des Nicolaus, geboren am 20. Februar 1594, Ratsherr in Zittau, gestorben am 25. Juni 1648, übernahm am 14. Juli 1617 Neu-Hörnitz für 2400 Zittauer Mark"). Aus seiner am 15. Juli 1619 mit Justine Posselt geschlossenen Ehe gingen 7 Söhne und 2 Töchter hervor. Von diesen seien erwähnt die folgenden (I —V): I. Michael v. L/), geboren am 24. September 1620, Schulrektor in Kremmen in der Mark, 1648 Pfarrer in Großschönau, 1663 für tz Neues Laus. Mag. Bd. 71, S. 122. -) 2- B. Schönfelder, Urkundliche Geschichte des Klosters Marienthal, 1834, 5. 132; Doehler, Neues Laus. Mag. Bd. 78, S. 95. h lveinart a. a. D. II, 8. 291. Neues Laus. Mag. Bd. 71, S. 123. -') Oie erwähnte Stammtafel in der Zittauer Stadtbibliothek gibt an, sZohann Mlhelm habe 1617 Neu-kförnitz von seinen Geschwistern übernommen und habe 1625 der Gemeinde ein Schöppenbuch gegeben. Oer Zeldmarschall Banner stellte ihm, Nltenburg den 8. Juli 1639, für sein Haus in Zittau und Vorwerk in kförnitz einen Schutzbrief aus. Nbgsdruckt im Neuen Laus. Mag. Bd. 27, S. 245. 0 Larpzov a. a. D. III, S. 87; sein Epitaph ebenda I, S. 79: Vtto, Dber- laus. Schriftsteller-Lexikon, II, S. 394, hier sind auch seine Schriften aufgezählt: Nene Sächsische Kirchengalerie, viöcese Zittau, Sp. 187. 12 v. Lankisch. Kurze Zeit Prediger in Kleinschönau'), in demselben Jahre Vienstagsprediger zu St. Johannis in Zittau, gestorben am 4. Februar 1674. Er war gekrönter kaiserlicher Poet und unter dem Beinamen „Strephon" Mitglied des Schwanenordens. Sein Sohn Gottfried Christian v. L?), geboren am 31. Dezember 1651 zu Großschönau, 1679 Pfarrer in Hainewalde, 1684 Mittagsprediger in Zittau, 1710 Frühprediger, gestorben am 16. (Oktober 1722. 1680 vermählte er sich mit Dorothea Merz. Gottfried Christian hinterließ neben anderen Kindern Gottlob Christian v. L., Or. me6., gestorben am 17. März 1751, vermählt mit Sophia Elisabeth Vesser,' ferner Nnna Dorothea v. L., gestorben am 24. Mai 1754. Diese beiden Geschwister ruhen in der petri-paulikirche in Zittau"). II. Gottfried v. LI), geboren zu Zittau am 24. Mai 1622, Or. meä. und Stadtphpsikus in Zittau, fürstlich Nnhaltischer Leibmedikus, übernahm das väterliche Gut Neu-Hörnitz und starb am 18. November 1702"). vermählt war er seit dem 24. Mai 1651 mit Nnna geb. Weber, Witwe Or. Nnton Kießlings, mit der er am 24. Mai 1701 das goldene Ehejubiläum feierte"). Sie starb am 14. März 1703. Gottfried hinterließ zwei Söhne (1-2): 1. (^.Gottfried Christian, geboren am 14. Npril 1652, wurde Pfarrer in Burkersdorf, dann in Schwerta und starb 1736. 2. Johann Heinrich'), geboren zu Zittau am 14. Juni 1663, T 0. O., erst Kanzler der Herrschaft Seidenberg, später Skabin und Stadtrichter in seiner Vaterstadt, starb am 16. (Oktober 1732"). Nn ihn fiel das väterliche Gut Neu-Hörmitz. vermählt war er: I. seit dem 26. Nugust 1692 mit Nosina Demuth, gestorben 1720; II. mit Nnna Nosina verw. Wünsche, geb. Hermann, von seinen Kindern ist zu erwähnen der eine Sohn Gottfried Heinrich v. L., geboren am 15. Npril 1695, ,1. 0. L., gestorben 1758. Cr übernahm Neu-Hörnitz, sah sich aber wegen seiner mißlichen Vermögensverhältnisse veranlaßt, das Gut im Jahre 1745 an den Zittauer Kaufmann Gottfried Hering zu verkaufen. Gottfried Heinrich hatte sich am 18. September 1725 vermählt mit Maria Nosina Weder, Tochter des Johann Georg W. Mit seinem Sohne Johann Heinrich v. L., geboren am 30. (Oktober 1726, der, anfangs in kursächsischen Diensten stehend, 1756 mit dem ganzen Sächsischen Heere in preußische Gefangenschaft geriet und als königlich preußischer kurfürstlich Vrandenburgischer Leutnant am 0 Eckhardt, Chronik von Klein-Schönau, 1733, S. 9. -) Dietmann a. a. V. 5. 397; Otto a. a. G. II, 5. 393; Larpzov a. a. . I, S. 74. Larpzov a. a. G. V, S. 316. h Larpzov a. a. ) Larpzov a. a. ) H.-5t.-ki. Geneal. L>oo. 11326, v. Lawaldt. Genealogisches Taschenbuch der Odeligen Häuser, Brünn 1887, 1888, I88d s. v. 3) vergl. „Das Vaterland der Lachsen", 1838, 5. 57 ff. mit dem Porträt Tarl Christian Erdmanns in Lithographie: Blätter für die Geschichte der Sächsischen Ormee, Jahrgang 1905 und 1906: Deutscher Herold, 1903, 5.85: Archiv für Stamm- und Wappenkunde, V. Jahrgang, 1905, S. 60, und anderwärts. 16 Lehmann v. Lindigau. Schlüsselgeld. Km 30. Oktober 1726 erhielt er den Lrbbriefh. Nachdem der Rönig-Rurfürst genehmigt hatte, daß er das Gut Zollschwitz nebst der Schenke zu Drei Kretscham (bl von Sollschwitz) an eine Person bürgerlichen Standes ohne vorherige Ausrufung und Anschlag verkaufe, veräußerte er den Besitz am 22. Januar 1742 an den Rommisfionsrat Gottfried Richter für 26000 Taler. wenige Jahre hierauf und zwar am 11. Januar 1730 erwarb Jacob L. von Wolf Gottlob v. Muschwitz die Rittergüter Pannewitz und Weidlitz (beide blW von Bautzen, 8 von Rönigswartha) nebst der Schenke zu Dreikretscham, ferner nebst dem in Pannewitz gelegenen Stück Land von zwei Scheffeln Aussaat, das der v. Muschwitz 1727 dazu erkauft hatte, auch mit dem Stück Holz bei Medewitz (OblO von Bischofswerda). Am 13. Februar 1731 erhielt der Raufer Lehn- und Lrbbrief über Pannewitz und weidlitz. Tr verkaufte beide Güter am 30. Juli 1746 an Heinrich Reichsgrasen v. Brühl. Jacob L. starb zu Dresden am 12. Juni 1766h. Seine Gattin Anna geb. Malchar war ihm im Tode vorangegangenh. — Der zu Anfang erwähnte Johann Ludwig L. erhielt, Wien den d. November 1775, den Reichsritterstand mit Beilegung des Prädikats „Edler". Die kursächsische Notifikation erfolgte Dresden, den 27. Januar 1776h. Den preußischen Adelsstand erhielt ein Zweig des Geschlechts am 4. November 1838, ein anderer am 17. November 1875 h. Wappen: Ein Siegel Jacobs L. in den Lehnsakten von Sollschwitz und Pannewitz zeigt einen schreitenden Löwen. Lehmann v. Linöigau. Der Amtsverwalter Johann Gottfried Vogler, seit dem Jahre 1810 Besitzer des Rittergutes Nieder-Neundorf (80 von Rothenburg), starb am 2. Juli 1816 mit Hinterlassung seiner zweiten Gattin Lhristiane Eleonore Vogler, geb. Schwarz als alleiniger Erbin. Im Jahre 1818 ist sie bereits wieder vermählt mit Lhristian August Lehmann, der mit dem Prädikat v. Lindigau am 21. Mai 1818h in den preußischen 0 Der Kurfürst von Sachsen hatte, Dresden den ZI. Mai 1726, eine Verfügung an das Dberamt zu Bautzen erlassen, es solle dem neuen Besitzer von Sollschwitz wegen seiner Abwesenheit in königlichen Diensten das Gut per manciaturiunr verreicht werden, h H.-St.-A. Gen. D,oe. IIZ26, Lecoq. h Deren Schwester war Claris Ourairci äs In Derrasse, geb. Nslelrar. Ebenda. tz H.-St.-A. 1.00.4765, biotikioationes und Diplomatu derer in Adelstand erhobenen Personen äe ac> 1755, vol. III, Fol. Z21 ff. Mappen: Gespaltener blauer Schild, rechts ein schrägrechts stehender goldener Degen, die Spitze nach oben, links drei (2, 1) goldene Lilien. Zwei gekrönte Helme. Kleinod des rechten: wachsender goldener Löwe, des linken: Goldener Hahn. Decken blau-golden. h Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Brünn 1887, s. v. h Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preutzischen Standeserhöhungen, 1874, S. 82. Der Beiname v. Lindigau ist offenbar hergenommen von dem Namen des Gutes Lindigt bei Pirna, das dem Geadelten durch seine Heirat zu- v. Leipzig. 17 Adelsstand erhoben wurde. Km 31. Dezember 1841 verkaufte sie das Gut Nieder-Reundorf an den Gberamtmann Ernst (Otto Lutze für 43400 Mir. Wappen: Im silbernen Schilde ein Lindenbaum auf Loden. Gekrönter Helm. Kleinod: (Offener silberner Flug. v. Leipzig (v. Leipziger). Zur Zwethau-Friedersdorfer Linie und zwar zum Friedersdorser Ast des alten Meißnischen Adelsgeschlechts v. Leipzig (Leipziger) gehört Friedrich Adolf v. L.H, geboren am 6. Januar 1724, kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, Gberforst- und Wildmeister zu Cunnersdorf, gestorben am 12. Oktober 1760, vermählt am 22. April 1760 mit Lrdmuth Henriette v. Lüttichau, geboren am 12. April 1744,' sie war beim Tode ihres Gatten also erst 16 Vs Jahre alt. Sie schloß später eine zweite Ehe mit Earl Erasmus Frhrn. v. Huldenberg, dann am 18. September 1786 eine dritte mit dessen Bruder Rudolph Gottlob Frhrn. v. H. Am 21. Mai 1797 starb sie. Der einzige Sohn Friedrich Adolfs: Friedrich Wilhelm Lurt v. L. (postbumus), geboren zu Dresden am 14. Januar 1761, gestorben zu Kropstädt am 24. Mai 1824, Herr auf Kropstädt rc. besuchte fünf Jahre lang die Landesschule zu Meißen, bezog 1782 die Universität Leipzig und bekleidete 1813 die Ämter eines königlich Sächsischen Hofgerichtsrats zu Wittenberg, Amtshauptmanns und adeligen Kreis-Steuereinnehmers des Wittenberger Kreises, Vorsitzenden Standes der Ritterschaft, Gens- darmerie-Direktors, Deputierten bei der Steuer-Kreditkasse. Später wurde er königlich preußischer Landrat des Kreises Wittenberg, vermählt hatte er sich zu Kropstädt am 27. Mai 1788 mit Sophie Friederike Lharlotte v. Krosigk, geboren zu Zerbst 7. März 1762, gestorben zu Kropstädt 27. Februar 1801. Zwei Söhne pflanzten den Stamm fort. Friedrich Wilhelm Turt v. L., damals kurfürstlich Sächsischer Hofgerichtsassessor und Amtshauptmann, erbte zugleich mit seinen vier Stiefgeschwistern v. Huldenberg dasjenige Fünftel der Rittergüter Ober- und Nieder-Reukirch (080 von Bischofswerda), das seiner Mutter nach dem am 7. Januar 1796 erfolgten Tode von deren Tochter Jeanette Tharlotte Marianne Freiin v. Huldenberg zugefallen war. Zugleich mit seinen Stiefgeschwistern verkaufte er 1797 seinen Anteil an den genannten Gütern seinem Stiefbruder Gottlob Lrasmus Turt Freiherrn v. Huldenberg. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich wieder ein Glied des Geschlechts in der Gberlausitz ansässig: Friedrich August Tarl v. L. erwarb am 9./22. Juli 1847 Mittel-Sohra (blblO von Görlitz) und besaß es kurze Zeit. gefallen war. v. Ledebur, Ndelslexicon der preußischen Monarchie, Bd. II, Z. 20, nach ihm Kneschke im Neuen allgemeinen Deutschen kldelslexicon, Bd. V, 5. 4ZY, und v. ksefner, Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels, Bd. II, S. ZZ6, geben irrtümlich an, der Adel sei ihm vom König von Sachsen verliehen worden. tz k)--§t.-A. Gen. Boo. I I327, Leipziger, vol. II: Jahrbuch des Deutschen Adels II. Bd. (1808), 5. ZOS. 2 ^ 18 »LL't 4 '^ v. Lenz. § Wappen: Im goldenen Schilde ein springender roter Fuchs, besteckt anstatt des Schweifes mit vier bis sechs abwechselnd silbernen und schwarzen Hahnenfedern. Helm gekrönt (auch mit rot-goldenem Lausch). Kleinod: wachsender Fuchs wie im Schilde. Decken rot-golden. v. Lenz (v. Lentz). Jakob Heinrich v. Lenz, des heiligen Römischen Reichs Guartier- meister und Oberstleutnant, kaufte zu Jakobi f25. Juli) 1679 von Georg Christoph v. Kahlen aus „preczschwicz" zum Preise von 8500 Talern das Gut Straßgräbchen (IMVV von Kamenz) und wurde am 30. Rpril 1680 mit dem Gute belehnt. Ruf sein Bitten genehmigte der Kurfürst, Dresden den 29. Mai/8. Juni 1680, daß Straßgräbchen aus Mannlehn in Crbe und Rllod verwandelt werde, der Lehnssolge, Ritterdienste und anderer Regalien unbeschadet und Vorbehalten. Jakob Heinrich starb bereits am 27. Rugust 1681 im Rlter von 56 Jahren und wurde in der Petrikirche in Bautzen „rechts an der kleinen pfaffenthüre" bestatteth. Jakob Heinrich hatte einen Bruder in Regensburg, Johann Caspar v. L., Lomes Palatinos Laesareus, fürstlich Rnsbachschen und der freien Stadt Regensburg innern und Geheimen Rat. Dieser hatte im Jahre 1685 zwei noch unmündige Kinder'I: Christian RIbrecht und Frau Rnna Maria Frepdenhöserin v. Zetwing, geborene Lenz, vermählt mit dem fürstlich württembergisch-Gelsnischen Rat Johann Friedrich F. v. 3?). Der genannte Christian RIbrecht v. L. „und Larisfeld" wurde Hofkavalier und hosrat des Herzogs Sylvins zu Württemberg- Gels und vermählte sich mit Johanna Eleonore v. Felde''). Jakob Heinrich v. L. war vermählt mit Marianna geb. v. plessen, aus dem alten Mecklenburgischen Geschlecht stammend. Sie schloß nach ihres Gatten Tode eine zweite Che im Jahre 1687 mit hannibal poulsen genannt v. Löwenschild ^). Früher in Dänischen und anderen Diensten stehend, hielt er sich von 1679 — 1688 im Kurfürstentum Sachsen auf und erfreute sich als Landsmann der Gunst der Kurfürstin Rnna H 3. T. Wagner, Budissinsche Grab- und Gedächtnis - Mahle, 1697, 5.16: „Jacob Heinrich x>. Lentz auf Straßgräbchen . . ., welcher seine Jugend im Teutsch- land, Italien, Franckreich und Spannten den Studien, Sprachen und Lxercitien ge- wiedniet, hernach dem H. Röm. Reich als General-Reichs-Guartier Meister; der Röm. Rais. Mas. in- und außerhalb Teutschland als Dbrister Kriegs-Lommissarius höchsten heilig gedienet, den überwältigte der Tod im 66. Jahr seines Otters Rnno 1681 den 27. Rüg." . . .; Hehler, Die milden Stiftungen der Stadt Budissin, 2. Heft, 1849, S. 19. Die Beerdigungskosten betrugen hundert Taler. 2 ) H.-St.-R. ttoo. 9548, Vas 9. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen 1680—1704, Fol. 228. ") Johann Friedrich Freudenhofer u. Zettwing starb am 30. Juli 1710 zu Gels an der Pest mit Hinterlassung eines Sohnes und einer Tochter. Sinapius, Schief. Turiositäten, 2. Teil, 1728, S. 628. Sein Wappen gibt Siebmacher III, Taf. 75, Br. 5 unter den Gesterreichischen. H Sinapius a. a. G. II, S. 775. b) H. W. Harbou, Hannibal poulsen, Rigsgreve von und zu Löwenschild, Personalhistorik Tidsskrift, Tredie Raekke, V. Bind, 1896; auch briefliche Mitteilungen Harbous. v. Lenz. 19 Sophia, der Tochter des Dänenkönigs Friedrichs III-, ohne indessen eine Anstellung zu erhalten. Sin Jahre 1688 wurde er in den Neichsgrafen- stand erhoben. hannibal poulsen v. Löwenschild war in erster The vermählt gewesen mit Barbara Eleonore geb. v. Kalckstein, verw. v. Kleist,' in zweiter heiratete er also Frau Marianne v. Lenz, geb. plessen. Frau Marianna kaufte von Bernd Thristian v. Kleist, dem Stiefsohn ihres zweiten Gatten, das Gut Gegeln und Zubehör im Kreise Guben. Sie hatte ferner von ihrem ersten Gatten Jakob Heinrich v. L. das Gut Straßgräbchen geerbt. Jakob Heinrich hatte sie schon in einem Kodizill, ausgestellt im Feldlager zu Großheringen (?) am 13./23. August 1677 als Universalerbin eingesetzt h. Zwar griffen die Kinder seines Bruders in Uegensburg anfänglich das Testament an, es kam indessen zu einem vergleich, Dresden den 13./23. September 1683 h, der die Witwe im unbestrittenen Besitz des Gutes Straßgräbchen beließ. Am 20. Dezember 1687 wurde Marianna, nunmehr vermählte „Freiin v. Löwenschild, Generalwachtmeisterin", mit Straßgräbchen belehnt. Sn ihrem Testament, Straßgräbchen den 20. Januar 1708 h, bestimmte sie, man solle sie nach ihrem Ableben in der Petrikirche zu Bautzen bei ihrem ersten Lheherrn in die bereits gefertigte Gruft beisetzen; darauf solle „der auch bereits ausgearbeitete Leichenstein darauf geleget, folgends ein Leichenbegängniß oder Gedächtnißpredigt . . . . gehalten werden." Zu milden Zwecken setzte sie tausend Taler auf ihrem Gute Straßgräbchen aus und zwar sollten alljährlich am Peter-Paultage 60 Taler der Kirchen- und Almosenverwaltung in Bautzen ausgezahlt werden (4 Taler der Kirche in Bautzen, 4 Taler dem Geiftlichen, jedem Schulkollegen 16 Groschen; 12 Groschen dem Kantor für das Singen des Liedes in der Kirche, jedem Armen am Tage Jakobi 4 Groschen; von den anderen 30 Talern sollten an ihrem Todestage jedem Snquiliner der Stadtschule 12 Groschen „und das Übrige bedürftigen Wittwen, welche sich des Gassenbetteln schämen, jeder ein Thaler geliefert werden; derjenige, der es austheilt, davon auch 1 Thaler, und 1 Thaler dem Herrn Geistlichen, welcher des Sonntags zuvor die Gestiftsaustheilung von der Kanzel abkündigt.") Das Erbgut Straßgräbchen vermachte sie den drei Enkeln ihres Bruders, „als Frauen Marien Tiaren ver- wittibten von hannikaten, Frauen Gbristenwachtmeisterin eheleiblichen Söhnen" zu gleichen Teilen, jedoch sollten sie es während ihrer Minderjährigkeit in communione besitzen. Neben zahlreichen anderen Legaten, die sie aussetzte, bestimmte sie ferner „der Frauen Negierungsräthin zu Gels, Frauen Freudenhöferin, als meines seel. ersteren Eheherrn Schwesterh 0 Vas wenig umfangreiche Kodizill, überschrieben „Iusta sunt zuclieia clomini", unterzeichnet von einer Bnzahl Zeugen, befindet sich bei den Lehnsakten Straßgräbchen. -) H.-St.-K. 1.06. S548, Vas y. Buch rc., Fol. 228. h Ihre wohltätigen Stiftungen für Bautzen bei Keßler, Die milden Stiftungen der Stadt Budissin, I. Heft, 1847, S. 41. tz Ls mutz heißen . . . „meines seel. ersteren Lheherrn Bruderstochter Kindern", denn Jakob Heinrichs Bruder, Johann Laspar v. L. hatte u. a. eine Tochter 5>nna Maria verm. v. Freudenhofer. 2 * 20 v. Lenß. Töchterkindern, jedem 100 Thaler", endlich ihrer eigenen Schwester Anna Tatharina v. plessen 3000 Talers. Jakob Heinrich Lenz war wenige Jahre, bevor er Straßgräbchen käuflich an sich gebracht hatte, in den Adelsstand erhoben worden^). Tr siegelt in den Jahren 1677, auch 1681 folgendermaßen^): Schild geviert; in jedem Ouartier eine heraldische Linie, klein Helm und kein Kleinod. Ob die eben besprochene Familie v. Lenz mit dem gegenwärtig im Königreich Sachsen blühenden Geschlecht v. Lentz in Zusammenhang steht, vermögen wir nicht zu entscheiden. Am 12. Januar 1753 wurde der kurbayrische Kat und Geheime Sekretär Johann Baptist Lentz vom Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern in den Adelsstand erhoben h. Geboren zu München am 1. März 1683, starb er daselbst am 24. Oktober 1763. Die Tochter des Geadelten- Maria Antonia, geboren zu München am 2Y. Juli 1733°), vermählte sich am 7. August 1768°) in Bautzen mit Franciscus Taverius Tarl Maximilian Johann Grafen hrLan von Harras, der die Güter Gber-Strahwalde (IMW von Herrnhut) und Kemnitz (^0 von Herrnhut) an sich brachte. Johann Baptists jüngster Sohn, Johann Nepomuk Gregor v. L., geboren zu München am 8. Oktober 1740, gestorben zu Görlitz am 29. Juni 1787, Hauptmann im kursächsischen Infanterie-Kegiment Graf Brühl, vermählt mit Wilhelmine Freiin v. hock, pflanzte das Geschlecht fort. Liner seiner Söhne, Johann Ludwig Adolph v. L., geboren zu Görlitz am 12. Dezember 1779, gestorben zu Dresden am 16. Februar 1844, königlich Sächsischer Major im Linien-Infanterie-Kegiment Prinz Maximilian, erbte von seiner Tante, der erwähnten Gräfin Maria Antonia hrLan von Harras, deren Kittergut Gber-Strahwalde. Am 18. Dezember 1815 ergriff er Besitz vom Gute und wurde am 15. Juni 1816 belehnt. Tr verkaufte Gber- Strahwalde am 15. November 1826 an Tarl August Keichel für 52000 Ktlr. und 300 Ktlr. Schlüsselgeld. Mappen: Dem Johann Baptist L. wurde bei seiner Nobilitierung folgendes Wappen verliehen: In dem von Silber über Blau geteilten Schilde ein silberner Strauß, ein Hufeisen im Schnabel haltend. In der >) Vas Testament ist in den Lehnsakten Straßgräbchen. -) Vas geht deutlich hervor aus der vom Landvogt Lurt Beinicke v. Lallenberg im Iahre 1685 gegebenen „Specification unterschiedener Personen, denen einige Bitter- giither im Marggraffthumb Dberlaußnicz nach der Zeitt des 1666 confirmirten Landes- pacti ohne Vorweisung vier Bhnen oder Beweisung eines uhralten adelichen Geschlechts anzukauffen nachgesehen worden?' In dieser Specification findet sich erwähnt: 4. Oberstleutnant Lenz kaufte das Gut Straßgräbchen, „ungeachtet er erst vor seine Person von Ihr. Rais. Mas. in den kldelstand vor wenig Jahren erhoben gewesen". lh.-St.-kl. Boo. 9548, Vas 9. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, Zol. 172. Lehnsakten Straßgräbchen. y Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Kcte, I. Bd., S. IZ4: vergl. auch zu dem folgenden: Illustrirte Deutsche Bdelsrolle, 1859, S. 67 und Tafel VIII, Br. 10: Gothaisches Briefadeliges Taschenbuch 1910 und 1912. b) Pesch el, Geschichte von Remnitz, 1861, S. 50. °) Laus. Magazin 1768, S. 279. v. Lest. 21 oberen Schildhälste zu beiden Seiten des Straußenkopses ein goldener Stern. Helm gekrönt. Kleinod: Drei silberne Straußenfedern. Decken blau-silbern. v. Lest. Seit dem Anfänge des 17. Jahrhunderts sind Glieder des alten Schlesischen Geschlechts v. Lest auch in der Gberlausitz ansässig. Thristoph v. Lest „und hundorf" erwarb die Güter Gber-Rengersdorf und Torga (beide 88W von Rothenburg) am 31. März 1605 von Heinrich v. Keul a. d. h. Klein-Pohlwitz im Liegnitzischen. Der Käufer war „ein Ausländischer und noch zur Zeit vom Lande nicht ausgenommen"; erst im Landtage am 4. Januar 1606 wurde er als Landsaß admittirt'). Thristoph starb in der Woche Oomin. 17. post. Trinität. 1617 f12. —18. Oktober.) Seine Gattin Ursula, geb. v. Schellendorsf a. d. h. Leubus starb am 19. Dezember 1634 ff. Tr hinterließ drei Söhne (I —lll): I. Bernhard. Siehe unten. II. Heinrich. Siehe unten S. 23. III. Friedrich. Siehe unten 5. 23. I- Bernhard v. L. Die genannten drei Brüder besaßen nach des Vaters Tode die Güter gemeinsam, bis der älteste, Bernhard, am 5. Juli 1625 „durch unverhofften kläglichen Fallff" starb. Tr war vermählt gewesen mit Susann« v. Kalckreuth a. d. h. Bremenhain, die schon vier Jahre vor ihm, am 3. November 1621 gestorben warff, und hinterließ ein Söhnchen Hans Heinrich, geboren am 28. Februar 1620 st. n. zu Rengersdorsff. Dessen Vatersbruder Heinrich in Gemeinschaft mit dem Vormunde Hans Heinrichs verkauften am 21. Juni 1626 Gber-Rengersdorf nebst Torga an den andern Vatersbruder, Friedrich v. L., für 18000 Taler. Hans Heinrich ging später in Sachsen-Weimarsche, dann in kursächsische Dienste, wurde kurfürstlicher Bat, Kammerherr, kurprinzlicher Hofmeister. Im Juli 1656 war er unter den Zeugen bei der Eheschließung des Herzogs Moritz von Sachsen-Naumburg-Zeitz mit seiner zweiten Gemahlin Dorothea Maria von Sachsen-Weimar"). Hans Heinrich war wohl auch der „v. Lest", der im Jahre 1657 mit anderen Gberlausitzischen angesessenen Ldelleuten an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. teilnahm ff. Tr hatte 1656 das Gut hähnichen (VMVV von Rothenburg) erworben und kaufte am 29. Mai 1657 einen Anteil, im Jahre 1659 oder 1660 das ganze Gut Gber-Spree (80 von hähnichen) cum omnibus et smAulis pertinentiis. Aber schon im Jahre 1662 am 24. Juni veräußerte er hähnichen für 12600 Taler, Staatsarchiv Breslau. Lehnbuch 1615-1689. Laus. Magazin 1773, S. 203. ff Lehnsakten Rengersdorf. ff Laus. Magazin 1773, S. 204. 5) Kloß, Geneal. Nachrichten, Mjpt. Bd. IX, Lest, ff Müller, ^nnalss Laxoniei, S. 408. ff Neues Laus. Mag. vd. 11, 5. 76. 22 v. Lest. sowie beide Teile von (vber-5pree, den einen für 2300, den andern für 2700 Taler an Gtto v. Nostitz. Hans Heinrich v. L., damals Nammerjunker des Herzogs Moritz von Sachsen, vermählte sich im Jahre l651 mit Barbara Sophia v. Nostitz, Tochter Wolf Friedrichs v. N. auf Nengersdors und wiesa. Der Nursürst beauftragte, Dresden den 11. Januar 1651, mit seiner und der Nursürstin Vertretung bei der „nächstkommenden Dienstag" s14. Januars stattfindenden hochzeitsfeier aus dem Hause wiesa den Nammerjunker Hans Wolf v. Metzradth. Hans Heinrich starb am 6. Januar 1664 in Dresden, 44 Jahre alt, seine Gattin am 12. Februar 1673^). Ls überlebten ihn neben einigen Töchtern, von denen Elisabeth Eleonore als Gattin Lhrensried Walthers v. Tschirnhaus heroorzuheben ist, drei Söhne: Moritz Friedrich, Hans Heinrich und Hans Lhristian. 1. Moritz Friedrich, fürstlich Sächsischer Nammerjunker in Zeitz. Er übernahm nach dem kinderlosen Tode Heinrichs v. L., des Bruders seines Großvaters Bernhard v. L., das Gut Gber-Nengers- dors am Id. Dezember 1681 von seinen (Moritz Friedrichs) Brüdern zum Preise von 12681 Talern 16 Gr. Nm 12. Januar 1702 starb er ohne Hinterlassung männlicher Erben. Er hatte sich vermählt am 18. Mai 1680^) mit Johanna v. Tittel, Tochter des im Jahre 1683 gestorbenen Basilius v. T., kursächsischen Nriegsrats, Dberingenieurs und Nommandanten der pleißenburg und seiner im Jahre 1688 aus dem Leben geschiedenen Gattin, geb. v. Hockeborn h. Die Lehnsanwartschaft an Gber-Nengersdors hatte bereits im Jahre 1699 Wolf Dietrich Graf v. Beichlingen erhalten; doch trat dieser am 15. Npril 1702 der Witwe, Frau Johanna v. L. das Gut und den auf dem Gute befindlichen Lehnsstamm von 5530 Talern 4 Gr. gegen Zahlung einer Summe von 6200 Talern ab. Nm 19. Nugust 1704 trat sie den zu Gber-Nengersdors gehörigen „Schwarzbachteich" an Johann hertwig v. Nostitz, der ihr dafür den „Hänselteich" überließ, ab. Nm 3. Npril 1710 verkaufte sie das Gut Gber-Nengersdors an Wolf Lhristoph v. Nrnim aus Neusorge. Moritz Friedrich hatte drei Töchter hinterlassen (u-c): a. Nahe! Tharlotte, * zuGber-Nengersdorf 29. Nugust 1683, X mit Johann Earl v. Nüdinger aus Weigsdors am 17. September 1704°). b. Sophia Henriette, * zu Gber-Nengersdors 17. Npril 1690, -f zu Namenz zu Ende des Jahres 1767°), X mit Wolf Gottlob v. Nlüx als dessen zweite Gattin. >) H.-St.-O. Geneal. Boo. 11328, Lest. 2) Nloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt., Bd. IX, Lest. 2) H.-St.-N. Gen. Boo. 11328, Lest. tz Vberlaus. Nachlese 1768, 5. 266, 6.; Basilius Tittel machte sich um das Zahr 1666 durch Schenkung von acht Talern zu Gunsten der in Namenz zu errichtenden Stadtbibliothek verdient. Neues Laus. Mag. Bd. 80, S. 23. h Nach der Inschrift ihres Grabdenkmals in Lunewalde. Gnrlitt, Bau- und Nunstdenkmäler Sachsens, 34. Heft, S. 00. ») Gberlaüs. Nachlese 1768, S. 40. v. Leubnitz. 23 c. Louise Eleonore, X mit dem Obersten. v. Malerarques. 2. Hans Heinrich d. I., der zweite Sohn Hans Heinrichs, war blöde und starb am 3l. August l686. Er war es wohl, der am 28. Juni 1653 abends nach ^/»lO Uhr geboren wurde und zu dessen auf den 8. Juli angesetzten Taufe sein Vater seinen „Vetter" Johann Siegmund v. Liebenau auf Langenhennersdorf und Zehista, Kommandanten des Sonnensteins, einlud h. 3. Hans Thristian, der dritte Sohn Hans Heinrichs, verfiel später auch in „Gemüths-Blödigkeit" und war „ob clebilitatem juclicii et intellectus cletectum einem Kinde gleich zu achten^"). Sein ältester Bruder mußte für seine Wohlfahrt sorgen. II. Heinrich v. L., der zweite Sohn Thristophs v. L. „und hundors", pachtete um das Jahr 1629 das zur Böhmischen Herrschaft Friedland- Seidenberg gehörige Dorf Ebersdorsh (L von Seidenberg), das seit l627 auf Befehl des Herzogs von Friedland durch Heinrich v. Grißlau sequestriert worden war. Wenige Jahre später, am 8. August 1633, übernahm er nach seines jüngeren Bruders Friedrich Tode, das Gut Gber-Kengersdorf für 16000 Taler. Am 25. September 1681 starb Heinrich, ohne Kinder zu hinterlassen. Die Güter Gber-Kengersdorf und Torga fielen nun, wie oben erwähnt, an seine drei „Vettern" Moritz Friedrich, Hans Heinrich und Hans Thristian. III. Friedrich v.L., der dritte Sohn Thristophs v. L. „und hundorf", kaufte am 21. Juni 1626 Gber-Kengersdorf nebst Torga von seinem Bruder Heinrich und seinem Neffen Hans Heinrich für 18000 Taler. Friedrich starb am 19. März 1632, worauf sein Bruder Heinrich den Güterbesitz übernahm. Friedrich hinterließ die Witwe Anna Helena, geb. v. Gersdorfs a. d. h. Lippitsch. Das Geschlecht v. Lest ist erloschen. Wappen: Schild geteilt von Silber und Blau; oben 2 rote Kosen neben einander, unten eine silberne Kose. Helmkleinod: Zwischen einer rechts blauen, links silbernen Kose drei silberne Hahnenfedern- Decken blau- silbern'). (Also etwas abweichend von Siebmacher I, Taf. 59, Nr. 13.) v. Leubnitz. Die v. Leubnitz sind, wenn wir v. Mülverstedts Ansicht über den slavischen Typus bestimmter Wappengruppen, zu denen auch das v. Leubnitzsche Wappen gehört, beipflichten, wendischer Nationalität ^). verhältnismäßig spät, erst seit dem Jahre 1526 vermögen wir das >) H.-St.-N. Gen. Noe. 11328, Lest. -) Lehnsakten Vber-Nengersdorf. y Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 46, N. fl Eintragung Melchiors v. Lest vom Jahre 1626 in das Stammbuch Heinrich primmers, S. 28t. (Milichsche Bibliothek in Görlitz.) h vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 67, S. 147, bes. S. 183; Bd. 68, S. 30 ff., 261 ff./ 270 ff: 24 o. Leubnitz. Geschlecht als in der Dberlausitz angesessen nachzuweisen. In dem genannten Jahre erwarb Balthasar v. L. das Gut Liebenau (KW von Ramenzsh. Abraham v. L. aus Liebenau, vermählt mit Anna v. Bünau a. d. h. Nedaschütz'I, hatte zwei Söhne: Wolf Lrnst und wols Heinrich, denen er sein Gut Liebenau ^) hinterließ. Wolf Lrnst zedierte seinen Anteil an Liebenau seinem Bruder Wolf Heinrich käuflich, von Wolf Lrnst hören wir nichts weiter. Wolf Heinrich v. L., geboren zu Liebenau am l8. Juli 1601h, der zweite Sohn Abrahams, wurde am 29. Juni 16l8 mit dem väterlichen Gute Liebenau belehnth. Lr besaß später einen Anteil von Guhra (k4W von Bautzen, 3W von Neschwitz). Dieses Stückgut zu Guhra, das er „zuvorhin" von Günther v. Salza erkauft hatte, veräußerte er „wegen dringender Noht und Schuldtwessen" im Jahre l628 an Hans Taspar v. haugwitz zu Milkwitz. In Friedersdors (080 von Neusalza), das nun für die Dauer von etwa zweihundert Jahren in den Besitz des Geschlechts v. L. gelangte, machte sich Wols Heinrich im Jahre 163l zuerst ansässig. Lr erwarb im genannten Jahre von seinem Schwiegervater Rudolph v. Rodewitz ein Stück Gut von Friedersdors, um es freilich noch in demselben Jahre an Hans Lhristoph v. haugwitz aus Uhna gegen das Gut Doebschke (WblW von Bautzen) einzutauschen. Am l8. Mai 1632 wurde wols Heinrich mit Doebschke belehnt. Wenige Jahre später, im Jahre 1639 vertauschte er Doebschke gegen das Gut Tech ritz (3W von Bautzen), das bisher Rudolph v. Gersdorff besessen hatte, und erhielt es am 16. Februar 1639 zu Lehn verreicht, hierzu erwarb Wolf Heinrich das Gut Großwelka (MW von Bautzen), indem er Liebenau dem bisherigen Besitzer Groß- welkas, Seyfried v. Metzradt, zu Walpurgis 1643 abtrat und von diesem noch 3000 Taler „Zugabsgelder" erhielt h. Am 20. März 1645 wurde Wolf Heinrich mit Großwelka belehnt. von den Landständen zum Rriegskommissar ernannt und als solcher vielfach auswärts beschäftigt, hatte Wolf Heinrich die zur Lehnssuchung zu Recht eingesetzte Zeit des Jahres und Tages verstreichen lassen, erlangte jedoch vom Kurfürsten Johann Georg l. Nachsicht wegen seiner Versäumnis. Am 10. Dezember 1649 verkaufte Wolf Heinrich Großwelka an den Landschreiber in Bautzen Georg Dranitzh. Unterdessen hatte er am 13. November 1649 y Unothe, Geschichte des Gberlaus. Adels, I87d, 5. 338. -) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, V. Teil, 5.93. In dem 5ächsischen Luriositäten-Tabinet 1743, 5. 142 wird Abrahams Gattin Lva v. Bünau genannt. s) Nicht- Lindenan (88Vvon Ruhland), wie im Neuen Laus. Mag. Bd. 63, 5. 83 angegeben. h Nach der Inschrift seines in Lpremberg befindlichen Denkmals, die de» 31. August 1668 als seinen Todestag angibt, vergl. Gurlitt, Bau- und Uunstdenk- mäler 5achsens, 34. Heft, 5.549. - Die Angabe r>. Uechtritz' a. a. G. V, 5.93, Wolf Heinrich v. L. sei am 8. Juli 1609 geboren, ist demnach unrichtig. h H.-51.-A. Uoo. 9547, Vas 5. Buch Gberlaus. Lehens-5achen 1643-67, Fol. 17. ch H.-51.-A. Uoe. 9546, Vas 2. Buch Gberlaus. Lehnssnchen 1631 — 50, Fol. 328. v. Leubnitz. 25 Friedersdorf (Nieder-Friedersdorf bei Neusalza) von Christoph Volkmar v. Gersdorff, Hans Christoph v. Nostitz und Gswald Nietsche für 8000 Taler erkauft. Wolf Heinrich starb am lO. September l665. vermählt war er mit Martha v. Nodewitz, Tochter Nudolphs v. N. aus Friedersdors und der Barbara geb. v. Uechtritz a. d. h. Fuga. Cr hinterließ zwei Söhne (A —B): Nudolph Abraham. Siehe Altere Linie. B. Georg Abraham. Siehe Jüngere Linie (5. 32). Altere Linie. Rudolph Abraham v. L., der ältere Sohn Wolf Heinrichs, hatte das Gut seines Vaters Techritz von lvalpurgis 1650 bis lvalpurgis 1665 verwaltet, so daß dieser „ein satsahmes und gnügliches Wohlgefallen darob getragen." Wolf Heinrich verkaufte nun diesem seinem Sohne zu Walpurgis 1665 das Gut Techritz für 6000 Taler. Am 7. Juli 1666 wurde er belehnt, hatte aber schon im brüderlichen vergleich vom 29. März dieses Jahres Techritz seinem Bruder Georg Abraham abgetreten, während er selbst das väterliche Gut Friedersdors (Nieder-Fr.) für 12000 Taler übernahm. Im Jahre 1689 verkaufte Nudolph Abraham Friedersdors sEE Sohne Wolf Ernst. Am 27. August 1654 unterschrieb Nudolph Abraham das Lehns- paktumh. Er starb zu Techritz am 6. November 1697h. vermählt war er: l. mit Anna Brigitta v. Bolberitz, geboren am 7. Mai 1622, gestorben am 9. Mai 1662 h; II. seit dem Jahre 1665 mit Agnes v. Schänfeldt a. d. h. Steinborn, Witwe des landständischen Syndikus im Markgraftum Gberlausitz, Or. jur. Hans Lrnst Schönlebe aus Doberschau (88^V von Bautzen). Sie verkaufte das Gut Doberschau im Jahre 1668 an den Nat zu Bautzen für 6450 Taler und 50 Taler Schlüsselgeld und erwarb nun im Jahre 1670 von Samuel v. Loeben und den Gebrüdern Carl und Hans v. heldreich das Gut NIeinsörstchen (VV3W von Bautzen). Am 25. April 1671 erhielt sie den Lehnbries ausgestellt. Zu Fastnachten 1691 verkaufte sie Nleinförstchen ihrem Sohne Carl Gottlob. Sie starb am 6. Juli 1695 und wurde am 18. in Göda begrabenh. Nudolph Abraham hatte folgende Rinder (I —IV): I. Joachim Heinrich. Siehe unten S. 26. II. Carl Gottlob. Siehe unten 5. 27. III. Wolf Ernst. Siehe unten S. 28. IV. Johanna Christiane Tugendreichh, * 4. Januar 1669, f 12. Januar 1753 zu pommritz, X am 29. Juni 1689 mit Johann Caspar v. Metzradt auf Gber-Sohland a. d. Spree. tz Gberlaus. Lollebtions-Werk I. Bd., L. 1056. h vierteljahrsschriftfürwappen-, 5iegel- undZamilienkunde, XXIA89Z), S.IOI. h Ebenda, S. toi. >) Ebenda, 5. 101. 5) Kloß, (beneal. Nachrichten Mspt. Ld. IX, v. Leubnitz. 26 v. Lettbnitz. I. Joachim Heinrich v. L., Sohn Rudolph Kbrahams, besaß von 1683-1687 Klein-Düben (VVI4 VV von Muskau) h. Lr kaufte von seinem Schwiegervater Gottlob Lhrenreich v. Rechenberg aus Dppach dessen Gut Nieder-Losel (WblV^ von Rothenburg) und pertinentien am Termin Johannis 1690 und empfing es am 19. Juli 1691 zu Lehn verreicht. Km 21. Januar 1696 verkaufte er Mittel- und Nieder-Losel samt Vorwerk und Mühle zu Sproitz (W von Niesky), dem halben Kirchlehn, der Schankgerechtigkeit und den Untertanen für 12000 Taler Raus- und 25 Dukaten Schlüsselgeld an Hans haubold v. Schönberg. Dafür erwarb Joachim Heinrich am 20. September dieses Jahres (1696) von Christoph Heinrich v. Nechenberg das Erbgut Klein-Seitschen von Bautzen) für 8000 Taler und 100 Tlr. Schlüssel- und Herdgeld. Km 15. Januar 1697 erhielt er den Lrbbrief. Zehn Jahre später, am I.Iuni 1707 verkaufte er Klein-Seitschen für 9200 Taler an Heinrich Kdolph v. Locceji. Joachim Heinrich hatte zu seinem Gute Klein-Seitschen das benachbarte Rittergut Techritz (0 von Klein-Seitschen) am 12. Kpril 1697 von seinem Bruder Carl Gottlob für 10500 Taler samt 100 Tlr. Schlüssel- oder Herdgeld hinzugekaust und war am 10. Mai 1698 belehnt worden. Schon am 15. Kpril 1701 veräußerte Joachim Heinrich das Gut Techritz wieder und zwar an Johann Gottlob v. ponickau a. d. h. Gppitz. Ebenfalls von seinem Bruder Tarl Gottlob erwarb Joachim Heinrich zu Michaelis 1699 das Gut Kleinforstchen (>V8VV von Bautzen) für 16000 Taler Kauf- und 100 Taler Schlüsselgeld. Km 1. Juli 1701 wurde er belehnt,- im Jahre 1714 verkaufte er Kleinforstchen an W. haubold v. polenz und kaufte nun von seinem Schwager Balthasar Rudolph v. Rechenberg zu Walpurgis 1716 dessen Knteil an Gber- Lauba (8W von Löbau), „das Laubisch-Rechenbergsche Teil" genannt, für 1765 Rtlr. Km 8. Kpril 1717 belehnt, trat er diesen Besitz nebst dem Rodewitz schen Gute am 28. Kugust des nämlichen Jahres (1717) dem Johann Christian o. heldreich ab und empfing, indem er dem v. heldreich noch die Summe von 10000 Rtlrn. nebst 150 Rtlrn. Schlüsselgeld zuzahlte, dafür dessen Gut Dauban (14 von Meißenberg). Km 6. September 1718 wurde Joachim Heinrich belehnt. Km 2. Mai 1729 verkaufte er Dauban für 14100 Taler an Frau Maria Elisabeth verw. v. Morungen geb. v. Völtzig. Sm Jahre 1717 und zwar am 21. Kpril verkaufte Joachim Heinrich zwei besetzte Bauern und zwei besetzte Häusler in Schönbach (8Vl)von Löbau), die er, unbekannt wann, von seinem genannten Schwager, dem Hauptmann Balthasar- Rudolph v. Rechenberg erworben hatte, für 1240 Taler an Georg Philipp v. Schwind. Joachim Heinrich starb am 13. Kpril 1733. vermählt war er mit Knna Sophia v. Rechenberg. Folgende Kinder des Ehepaars sind bekannt (1-8): 1. Siegmund Gottlob Kbraham, Gberforstmeister in Zschopau. 3hm wird am 17. Dezember 1734 die gesamte Hand an Friedersdorf bekannt. >) 0. krisch, Dablenz in der Bberlausitz, I90d, 5. rso. v. Leubnitz. 27 2. Maria Sophia. Sie gehört mit zu den neun adeligen Besitzern von Burglehnhäusern in Bautzen, die sich im Jahre 1744 darüber beschwerten, daß beim Durchmarsch des königlich preußischen Prinz Anhalt-Zerbstschen Infanterie-Regiments am l9. August l744 das Domstist von der Kompagnie, die es ins Ouartier genommen, eine Anzahl Mannschaften auf die Burglehnhäuser zu legen beabsichtigt und bereits Ouartierzettel ausgestellt habe. 3. Eleonore Sophia, getauft am l4. Oktober 1696h. 4. Johanna Katharina. folgende Kinder starben in früher Jugend h: 5. Johanna Juliane, * 2l. Juni 1695, tz zu Bautzen 17. Juli 1696 im Alter von 1 I. 5 lv. 1 Std., begraben zu Göda. 6. Johanna Sophia, begraben 3. März 1702 im Alter von 2 I. 18 w. 3 T. 7. „Tallena" Erdmuth, ch 26., begraben 29. Januar 1704 im Alter von 1 I. 38 w. 2 T. 8. Juliane Elisabeth, ch 4., begraben 7. Februar 1704 im Alter von 1 I. 39 w. 4 T. II. Earl Gottlob v. L., Sohn Rudolph Abrahams, kaufte zu Fastnächten 1691 von seiner Mutter Frau Agnes „v. Leimbnitz" geb. v. Schönfeldt das Gut Kleinförstchen und wurde am 23. August 1692 belehnt. Er veräußerte, wie erwähnt (vgl. 5.26), das Gut zu Michaelis 1699 an seinen Bruder Joachim Heinrich für 16000 Taler Kauf- und 100 Taler Schlüsselgeld. Earl Gottlob erwarb ferner am 12. März 1692 von seinem „Vetter" (richtiger Oheim) Georg Abraham v. L. das Gut Techritz, erhielt es am 23. August 1692 zu Lehn verreicht und verkaufte es am 12. April 1697 seinem Bruder Joachim Heinrich. Ein Burglehnhaus in Bautzen, das ihm Gottlob Ernst v. Rechenberg im Jahre 1716 vermacht hatte, verkaufte er 1729 an Earl Gottlob v. Ziegler und Klipphausen. Earl Gottlob v. L. auf Glbernhau und Rübenau war „Ihrer Königlichen Majestät in Polen und Lhursürstlichen Durchlaucht zu Sachsen Landjägermeister des erzgebirgischen Kreises, wie auch Dberforst- und lvildmeister zu Bärenfels". Er starb zu Dresden im 74. Lebensjahre am 14. April 1741 und wurde in Glbernhau begraben. vermählt war er mit Johanna Sabina geb. v. Bomsdorff, gestorben am 19. Oktober 1701, Tochter Hiobs v. B. auf Alt-Döbern und dessen Gattin Anna Magdalena geb. v. Knoch a. d. h. Alt-Döbernh. Sein Sohn Friedrich Gottlob v. L., Amtshauptmann, starb kinderlos, von den Töchtern Tarl Gottlobs vermählte sich die eine, Johanna Louise, verwitwete Vitzthum v. Lckstädt aus Iahmen rc. am 23. April 1740 mit Johann Tarl v. Metzradt. Sie starb am 20. Juli 1747 in Dresden. Die andere Tochter Tarl Gottlobs, Ernestine Sophie, heiratete nach dem Tode ihrer Schwester ihren Schwager Johann Tarl r) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Hamilienknnde XXI (18dch, S. 102. -) Ebenda, S. 102. h Laus. Mag. 1782, S. Z2Z. 28 o. Leubnitz. v. Metzradt am 1. August 1749. Sie starb am 3. August 1759 in Dresden. III. Wals Ernst v. L., Sohn Rudolph Abrahams, geboren am I. Mai 1666 h, kaufte am 4./14. September 1689 von seinem Vater das Gut Friedersdorf (Nieder-Fr.)h. hierzu erwarb er am 22. April 1690 von den Gebrüdern von Ziegler deren Anteil am Gute Gber-Frieders- dorf, den ihnen der Rat zu Zittau tauschweise abgetreten hatte, später auch „Mittel-Friedersdorf" genannt, für 1500 Taler,' endlich kaufte Wolf Ernst noch das „Vorwerk" zu Friedersdorf im Jahre 1692 für 3100 Talerh. Den im Jahre 1690 erworbenen Anteil von Gber- Friedersdorf verkaufte er 1725 seinem Sohne Wolf Adolph. Wolf Ernst war königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer hof- und Justizrat und Landesältester des Bautzner Rreises. Er starb, 72 Jahre alt, am 25. September 1738 und wurde am 2. Oktober begraben, vermählt war er: l. seit dem 19. November 1692 mit Johanna Margarethe v. Dallwitz, Tochter Johann Adolphs v. D. auf Starzeddelh. Wolf Ernst beschwerte sich im Jahre 1693 beim Kurfürsten über seinen ältesten Bruder Joachim Heinrich zu Tosel, da dieser sich weigere seinen Konsens zu seiner Ehestistung zu erteilen h. Frau Johanna Margarethe v. L., geboren am 16. Oktober 1670, starb am 9. Juni 1697 im Alter von 27 Jahren, am sechsten Tage nach der Geburt ihres vierten Kindes h. Eine zweite Ehe schloß Wolf Ernst am l6. Dezember 1700') mit Tharlotte Eleonore v. Hundt und Alten- Grottkau, geboren am 11. August 1684, Tochter des Rats und Landesältesten Bautzner Kreises Joachim hildebrand v. h. u. A. und der Anna Sophia geb. v. Metzradt. Zufolge der Eheberedung vom 26. Dezember 1700 versprach sie ihm 3000 Taler als heiratsgut und 1000 Taler Paraphernalia, während er ihr 3000 Taler zum Leibgedinge und Gegenvermächtnis, 1000 Taler für die weibliche Gerechtigkeit und 50 Taler jährliches Hausgeld verschrieb. Am 10. Juli 1709 erhielt sie den Leib- gedingebries über Friedersdorf. Sie starb am 28. Mai 1726 h. Folgende Kinder Wolf Ernsts sind bekannt (I—7): 1. Wolfgang Adolph. Liehe unten S. 29. 2. Earl Ludwig. Siehe unten S. 29. 3. Gottlob August. Siehe unten S. 31. 4. Lrdmuth Lharlotte, * 15. November 1702, tz 14. November H Vas Datum nach einer Stammtafel in Georg Schmidts Burgscheidungen. -) Zu Mitbelehnten nahm er seinen Vater und seine Brüder Joachim Heinrich und Larl Gottlob, sowie den Bruder des Vaters, Georg Nbraham v. L. auf Techritz. h Mütze, Unser lvohn- und Heimatort Dberfriedersdorf, 1d04, S. 4l. tz H.-St.-N. Gen. Noe. N242, Dallwitz. h H.-St.-N. Gen. Boo. N32Y, Leubnitz. h Nach der Inschrift ihres in Spremberg befindlichen Denkmals, vergl. Gurlitt, Bau- und Uunstdenkmäler Sachsens, 34. Heft, S. 550. H v. llechtritz, Diplomat. Nachrichten, V. Teil, S. 71. H Bloß a. a. G. Bd. IX, v. Leubnitz. v. Leubnitz. 2Y 1779, X 29. April 1731 mit Caspar Rudolph v. Warnsdorf aus Mittel- Schreibersdorf h. 5. Friederike Louise, X mit Moritz Wilhelm v. Nostitz. 6. Charlotte Agnese, X 16. Juni 1744 mit dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Leutnant Johann Christoph v. Truchsess). 7. Eleonore Sophia, X 8. August 1725 mit Carl Gottlob v. Ziegler und Rlipphausen auf Lunewalde. Sie starb am 4. Januar 1741^). 1. Wolsgang (Wolf) Adolph v. L., Sohn Wolf Lrnsts, geboren 1696h, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hof- und Justizrat, kaufte am 10. August 1725 von seinem Vater das Gut „Dber- Friedersdors nebst pertinentien, wie er solches, von denen Herren o. Ziegler a. d. h. Tunewalde und diese von L. L. Rath der Stadt Zittau acquiriret, nebst allen dazu gehörigen Leuten und Unterthanen, an- und abwesenden, dererselben Diensten und Zinsen, Gber- und Nieder-Gerichten, denen Jagden, wilden Fischereien, auch allen Gerechtigkeiten und Nutzungen" für 2000 Taler. Dabei bedang sich der Verkäufer mit seinen Söhnen das Vorkaufsrecht aus. Am 20. November 1725 erhielt Wolf Adolph den Lehnbrief hierüber, nämlich über die „vier gut bestehenden Lrb- bauergüter nebenst denen zwischen innen gelegenen und dazu gehörigen siebzehn theils Erb-, teils Auhäusern in Gberfriedersdors." Wolf Adolph starb in Dresden, ledigen Standes, „im 56. Jahre an Brustbeschwerung den 11. Februarii 1762 zu Mitternacht umb 12 Uhr aus der Schösser- Gasse in Herrn Geheimden Cammer-Schreiber Nügers Erben hauseh" und wurde am 14. nach Possendorf zur Beerdigung abgesührt. 2. Carl Ludwig v. L., Sohn Wolf Ernsts, ging in kursächsische Militärdienste, stand 33 Monate als Kornett, 21 Monate als Premierleutnant im Dallwitz scheu Rürassierregiment und erhielt am 20. Juni 1746 seinen Abschied als Rittmeister"). Lr kaufte hieraus am 29. Juli 1748 von Friedrich Adolph v. Gersdorff das Gut Gber-Gurig (8 von Bautzen) samt Sora (88V^ von Gber-Gurig) und wurde am 21. Juni 1749 belehnt h. Im Jahre 1770 verkaufte er Gber-Gurig an den Gberamts-Advokaten Johann Michael Buder. — Noch als Besitzer von Gber-Gurig erwarb Carl Ludwig von Georg Ernst v. Gersdorff das Gut Ruppritz von Löbau) nebst Anteil hochkirch (W von Rupp- ritz), wie auch das zum hauptgute Ruppritz von Weicha zugekauste Stück Holz für 25000 Taler und wurde am 9. September 1754 belehnt. Das 1) v. Uechtritz a. a. G. V, S. 95. 2) Laus. Mag. 1774, S. 165. 'h v. Uechtritz a. a. D. III, 5. 257; V, S. 96. Uuf ihre Hochzeit erschien ein in Bautzen gedrucktes Festgedicht, als dessen Verfasser sich nannte „Der Fräulein Braut jüngster Bruder nebst seinem Informators". tz Btto, Gberlaus. Schriftsteller- und Uünstler-Lexikon II. Bd., S. 468. Seine Wittenberger Dissertation vom Jahre 1721 handelte „I)s alisnations Isuclorum Busatias supsrioris". 5) Nach dem kirchlichen Uttest in den Lehnsakten von Friedersdorf. ") H.-St.-U. Gen. Boo. 11529, Leubnitz. h Sn die Mitbelehnschaft nahm er seine beiden Brüder Wolfgang kldolph und Gottlob Uugust v. L., sowie Tarl Gottlob v. Ziegler und Rlipphausen. 30 v. Leubnitz. e s Gut Hochkirch selbst kaufte Carl Ludwig am 27. Npril t761 von Frau Johanna Leonhardi für 8300 Taler. Km 5. März 1785 verkaufte er Kuppritz und Hochkirch an I. F. v. Busch, kaufte die Güter aber im folgenden Jahre, am 4. Npril 1786, wieder zurück und wurde am 17. Mai 1786 mit ihnen belehnt. Endlich kaufte Larl Ludwig am 4. September 1767 von Tarl Gotthelf v. Hundt und Nlten-Grottkau das Kunkel-, Spill-und Weiberlehngut Ober-Gebelzig, Nieder-Gebelzig (14 von weißenberg), Zörstgen und Jerchwitz (140 von Gebelzig) nebst der Wuischker Mühle (Wuischke, 14 von weißenberg) und einigen von Nieder-Gebelzig dazu erlauschten Stücken, verkaufte aber alle diese Besitzungen am 24. September 1768 dem v. Hundt wieder zurück. Larl Ludwig starb am 4. Februar 1791 und wurde am 11. in Hochkirch begraben. vermählt war er: I. mit Johanna Lharlotte v. Gersdorff, Tochter Gottlob Lrnsts v. G. aus Malschwitz, Nosenhain. Sie war geboren am 18. Dezember 1725 und starb am 4. November 1766. Gemeinsam mit ihrer Schwester Lrdmuth Ernestine v. Gersdorff') erbte sie das väterliche Gut Nosenhain (140 von Löbau) und provozierte, da sie mit dieser ihrer Schwester nicht länger in communione des Gutes Nosenhain bleiben wollte, sä äivisionem. So überließ denn Lrdmuth Ernestine ihrer älteren Schwester ihren Nnteil an Nosenhain aiy 22. (Oktober 1751 für 7000 Taler. Nm 11. März 1752 erhielt Frau Johanna Tharlotte den Lrbbrief über diese Hälfte, verkaufte aber schon am 20. September 1752 das ganze Gut Nosenhain für 15000 Taler an den Löbauer Kauf- und Handelsmann Thristian Gotthard Schlockwerder. —' Larl Ludwig vermählte sich: II. am 2. November 1767^) mit Juliane Eleonore Henriette v. Schlieben, Tochter Hans Taspars v. S. und seiner zweiten Gemahlin Magdalene Juliane Eleonore v. Klüx, Witwe Laspar Nudolphs v. Hertzberg. Geboren zu Sänitz am 2. November 1752 (1753), starb sie in Bautzen am 30. Mai 1782 abends um 9 Uhr nach langwieriger Krankheit und wurde am 4. Juni in der Gruft in Hochkirch beigesetzt °). Larl Ludwig hatte folgende Kinder (s —ä): s. I. Larl Ndolph, wurde am 4. Oktober 1751 in Göda begraben. Die ihm gewidmete Gedächtnissahne befindet sich in der Kirche zu GödaH. b. I. Nugust Friedrich, starb wenige Tage nach seinem soeben erwähnten Bruder und wurde am 7. Oktober 1751 in Göda begraben"). 0 Später vermählt mit Johann Wolf Gotthelf v. Nostitz auf Ullersdorf. 2) Laus. Magazin 1774, S. 154. H Laus. Magazin 1782, S. 196. - Ihr Denkmal steht im park zu Nieder- Friedersdorf. Abbildung in Gurlitt, Bau- und Nunstdenkmäler Sachsens, 54. Heft, 3. 451. (Ls ist daselbst 1755 als ihr Geburtsjahr angegeben). H Vierteljahrsschrift fürwappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI (1893), S. 102; Wöchentliche Beilage der Bautzner Nachrichten 1892, Nr. 4b, S. 184. H Vierteljahrsschrift fürwappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI(1893), S. 102. v. Leubnitz. 31 c. I. Lrdmuth Lharlotte, vermählt mit Ernst Heinrich Ndolph v. Warnsdorf aus Gber- und Nieder-Gersdorf und Neu-Warnsdors. ct. II. Johann Nugust Ludwig. Siehe unten, e. II. Juliane Louise Henriette, geboren am 4. Juli 1775h. 6. Johann Nugust Ludwig v. L., Sohn Earl Ludwigs aus zweiter Ehe, geboren am 30. September 1770, getauft am 4. (Oktober, wurde am 12. Mai 1787 in Leipzig als Student inskribiert. Sein Gheim Gottlob Nugust v. L. (siehe unten Nr. 3) hatte ihm das Gut Frieders- dors vermacht. Nachdem er am 30. Dezember 1789 vom Landesherrn Venism uetatis erhalten hatte, wurde er am 18. November 1790 mit Gber- und am 16. März 1791 mit Nieder-Friedersdorf belehnt. — Nach dem väterlichen Testament fielen ihm die Güter Ruppritz und hochkirch zum Werte von 31000 Talern zu. Nm 14. März 1792 wurde er belehnt. Im Jahre 1796 verkaufte er Ruppritz, hochkirch, das Rittergut sowie den Nnteil hochkirch, den weiland Friedrich v. Schwanitz beim verkaufe an Martin Schwiedam sich Vorbehalten, an Friedrich Nugust Ndolph v. Gersdorfs auf Gppeln. Um das Jahr 1820 wird Johann Nugust Ludwig v. L. Gerichtsherr auf Rackith bei Wittenberg genannth. Er starb am 16. Januar 1837 h. vermählt hatte er sich am 15. Februar 1792h mit Nuguste Sophie Friederike v. polenz. Er verkaufte ihr das Erb- und NIlodialrittergut Nieder-Friedersdorf zugleich mit dem dazu gehörigen Nnteil von Dber-Friedersdors am 1. November 1828. Nm 21./26. Januar 1829 empfing sie die Belehnung. Sie starb am 30. Mai 1843. Mit ihrem Tode kam Friedersdors, der langjährige Besitz des Geschlechts v. Leubnitz, in andere Hände. Johann Nugust Ludwig v. L. hinterließ, nachdem eine im Mai 1794 geborene Tochter Emma Nuguste bereits im Juni ihres Geburtsjahrs wieder verstorben warh, zur alleinigen Erbin eine Tochter Emilie Nuguste v. L., die mit dem königlich Sächsischen Hauptmann Friedrich Nugust v. Schlieben aus Rackith vermählt war. 3. Gottlob Nugust v. L., Sohn Wolf Ernsts, besuchte zunächst das Gymnasium zu Bautzen. Nach dem Tode seines Vaters ('s 25. September 1738) fiel ihm durch das Los das Gut Nieder-Friedersdorf zu, seinen beiden Brüdern Wolfgang Ndolph und Larl Ludwig stand die Mitbelehnschaft zu. Nach Wolf Ndolphs Tode (ch 11. Februar 1752) fiel dessen Gut Gber-Friedersdorf an seine Brüder Larl Ludwig und Gottlob Nugust. Lrsterer trat seine Hälfte an diesem Gute sofort Gottlob Nugust ab, der am 7. September 1752 belehnt wurde. Gottlob Nugust kaufte ferner am 7. Mai 1764 von Tarl Gotthelf v. Hundt und Nlten- Grottkau das zeither zum hauptrittersitz Unwürde geschlagen gewesene >) v. Uechtritz a. a. V3VVvon Görlitz), Runnersdors (IMWvon Görlitz, am weißen Schöps)^. Zu diesem Besitz brachte Paul noch einige andere Güter an sich: So erbte er von seinem Schwager Peter Frentzel das vors Rengersdorf (blblVVvon Görlitz). Am Sonnabend nach Trinitatis 1573 s23. Maij wurde Paul v. L. „und Mislau", „kaiserlichem Rath und Rammer-Secretarius im Königreich Böhmen" dieses Gut erblich verreicht^). Wenige Tage darauf, am Mittwoch nach St. viti 1573 s17. Junij wurde ihm das Gut Gber-Halbendorf, das er von Paul Siegmund, der Arznei voktor und Bürger zu Görlitz erkauft hatte, verreicht^). Und nach dem Tode seines zweiten Schwagers Hans Frentzel erhielt Paul v. L. am 19. Februar 1584 das Gut Rönigshain (biVV von Görlitz), wie es in gehaltener Teilung Pauls Gattin Barbara, der Schwester Hans Frentzels, zugefallen war, verreicht^). Zugleich mit seinen Schwägern Jakob Schachmann zu Hermsdorf (vermählt mit Anna Frentzel) und Adam Rehdiger (oder Rhediger, vermählt mit Torona Frentzel) zu Schönborn war Paul Mitbelehnter und nächster Sukzessor am Bischofszehnten zu Runnersdors. Und so wurden denn Paul v. L-, tz linothe, Geschichte des Dberlausitzer Ndels, 1879, S.336: Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 83. 2) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXX (1902), S. 367, Nr. 164. hier wird er genannt „Paul Lchdl von Liedlau". tz Fritsch, Rite Görlitzer Geschlechter sl891j, S. 19. tz H.-St.-N. Roo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, 1572 - 84, Fol. 2. h Ebenda, Fol. 2. o) Ebenda, Fol. 30. v. Liedlau. 37 Adam Rehdiger und die Löhne des inzwischen verstorbenen Jakob Schach- mann vom Rurfürsten Christian, Wurzen den 25. Mai 1587, mit diesem Vischofszehnt, je zwei Malter Rorn und Hafer jährlich, zu rechtem Mannlehn belehnt. Paul v. L., dreier Raiser, Ferdinands I-, Maximilians II- und Rudolphs II. Rat bei der königlichen Rammer in Böhmen, starb am 22. Dezember 1594 und wurde in der Rirche St. Nikolai in Prag begraben h. Er hinterließ fünf Söhne ^) (1-5): 1. Wilhelm. Liehe unten. 2. Joachim. Siehe unten S. 38. 3. Rudolph. Liehe unten 5. 39. 4. Bohuslav. Liehe unten 5. 39. 5. Daniel. Siehe unten S. 39. Wilhelm, Joachim und Rudolph waren bereits mündig, während die unmündigen „Paul" frvohl Bohuslavj und Daniel Gebrüder v. L. zu Schönberg und Rönigshain am I. Juli 1595 Indult zur Lehns- empfangung erhielten, bis ein jeder 14 Jahre alt wäre und das 15. noch nicht erreicht hätte. 1. Wilhelm v. L. und Bohuslav erhielten in der Teilung das Städtchen Schönberg samt Ober- und Nieder-Halbendors und wurden am 8. Juli 1597 belehnt^). Wilhelm kaufte von Bohuslav dessen Anteil am Städtlein Schönberg und wurde am 9. Januar 1601 belehnth. Als Herr des Städtleins verglich sich Wilhelm gemeinsam mit Hans v. Warnsdorf zu Schönbrunn am 20. März 1609 mit dem Pfarrer Andreas helwigk wegen des Dezems, bestätigte er ferner am 20. April desselben Jahres die Privilegien Schönbergs und verglich sich in dem nämlichen Jahre mit den Untertanen zu Schönberg wegen der Handdienste ^). Im Beisein seines Bruders Rudolph kaufte Wilhelm von Bohuslav das Gut Gber-Rudelsdorf (8 von Schönberg) für 6150 Taler und wurde am 9. Januar 1613 belehnt°). Schon im folgenden Jahre (1614) verkaufte er Dber-Rudelsdors an Jakob v. Rindfleisch auf Sohrah, sowie sein Erb- und Eigengut Gber-Halbendors an Siegmund v. Faust, Sturm genannt^). Wilhelm geriet in Vermögensverfall und mußte 1617 von Joachim v. Schachmann auf Röslitz 4000 Taler auf halbjährige Aussage aus h Sinapius, Schlesische Luriositäten I. Bd., 1720, 5.597. 2) ks.-5t.-kl. I-oe. 9550, Görlitzischen Lregses vol. IV 5er Lehnbriefe 1319 bis 1615, Fol. 509. Es ist wohl nur ein Irrtum, daß in den Lehnsakten Eunnersdorf anstatt Bohuslav der Name Paul als Vorname des vierten Sohnes Pauls v. L. angegeben ist. 3) ks.-5t.-kl. L,oe. 9550, Görlitzischen Lreiffes vol. IV rc., Fol. 509 ff. h Ebenda, Fol. 513. h verzeichniß lvberlaus. Urkunden II, S. 269, 271. Staatsarchiv Breslau. Lehnbuch 1615-1689. h Ebenda. s) ks.-St.-kl. I-oe. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Vber- lausitz äs ao 1604 — 1617, Fol. 227. — In den Lehnsakten von Schönberg heißt es, Wilhelm v. Licdlau habe dem v. Faust ein „Stück Gut" Dber-ksalbendorf, also nur einen klnteil verkauft. 38 v. Liedlau. Schönberg und Ober- und Nieder-Halbendors ausnehmend Wilhelms Güter kaufte endlich 1636 Hans Lhristoph v. Nostitz aus Siegersdorf. Km 15. Februar 1642 starb Wilhelm zu Königshain. Vermählt war er mit Anna Maria v. Luttitz, die im Alter von 26 Jahren im Jahre 1619 starb, von seinen zwei Söhnen: Paul Friedrich und Wilhelm Friedrich verschied letzterer im Mer von 23 Jahren im Jahre 1638 zu Königshain ^). 2. Joachim v. L., ein weiterer Sohn Pauls, erhielt am 8. Juli 1597 gemeinsam mit seinem Bruder Daniel vom Hauptmann zu Görlitz Friedrich v. Tschirnhaus einen Lrblehnbrief über die Güter Königshain und Kunnersdors ausgestellt^). Seine Brüder traten ihm im Jahre 1599 ihre Ansprüche an den Vischofszehnten in Kunnersdors ab. Joachim verkaufte seinen Anteil an Kunnersdors im Jahre 1607 an seinen Bruder Danielh. Joachim war Gegenhändler im Markgraftum Gberlausitz"). Im Jahre 1611 starb er"). Lr hinterließ eine Tochter: Die Vormünder der „Jungfrau Annelein, geborner von Liedlaw a. d. h. Königshain" verkauften am 14. April 1612 das Gut und Dorf Königshain, wie es dem sei. Joachim v. L. in brüderlicher Erbteilung zugekommen, an Daniel v. L. aus Kunnersdors für 20000 Taler I. Vielleicht war Georg Paul v. L. ein Sohn Joachims,' jedenfalls war er ein Lnkel Pauls v. L., denn in einem an den Kurfürsten gerichteten Schreiben vom 8./18. Juli 1661, in dem er diesen bittet ihm zu gestatten, daß er, seine Erben und die zukünftigen Besitzer Königs- h Ebenda, Fol. 353b. 2) Kloß, Geneal. Nachrichten Mspt. Bd. IX, v. Liedlau; Sinapius a. a. . I, S. 600. tz weinart, Rechte und Gewohnheiten der Marggrafthümer Gber- und Niederlausitz, III. Teil, 1795, S. 126. H v. voerr, Der kldel der Böhmischen Kronländer, 1900, 5. 204. 40 v. Lindenau. Stammwappen: In Blau drei mit den Griffen oder Ringen in der Mitte des Schildes vereinigte Schlüssel, deren Bärte nach den beiden oberen Ecken und der Mitte des Schildfußes gerichtet sind. Kleinod: Sitzender Fuchs, aus dessen Kops drei Federn, die beiden äußeren blau, die mittlere weiß. Decken blau-silbern. Siebmacher I, Taf. 5l, Nr. 5 unter den „Schle- ßingischen". - Lin Siegel Daniels v. L. vom Jahre 1615h zeigt die drei Ringe der Schlüssel nicht vereinigt, sondern neben einander liegend; das Wappen auf dem Grabstein Joachims v. L. in Rönigshain dagegen hat die Ringe der Schlüssel vereinigt. v. Lindenau. Die v. Lindenau gehören dem Meißnischen Uradel an; ihr gleichnamiges Stammhaus liegt bei Leipzig. Urkundlich erscheint das Geschlecht zuerst mit Dietrich v. L. im Jahre 1181 und tteinrious Oe BinOenowe im Jahre 1216 h. In der Gberlausitz machen sich Ungehörige des Geschlechts zum ersten Male zu Beginn des 18. Jahrhunderts ansässig. I. Linie Machern. Rus der sechsten Ehe des zu Machern in der Rmtshauptmannschaft Grimma am 3. Juli 1710 gestorbenen Wolf v. L., kursächsischen Rmts- hauptmanns, Herrn auf Machern, Zeititz, Lossen, Gotha, Eulenfeld mit Lva Maria v. Warnsdorf (geboren zu Schreibersdorf am 14. Rugust 1655, gestorben zu Machern am 15. Rpril 1731), die sich mit dem Hauptmann Rdolph Ernst v. Berger wiedervermählte, stammte Gottfried Rnshelm v. L.h. Dieser Gottfried Rnshelm v. L., geboren am 8. Gktober 1693, gestorben zu Machern am 6. (10?) Rpril 1749, war Herr auf Machern und Zeititz. Er vermählte sich am 10. Rpril 1719 mit Lhristiane Elisabeth v. Ziegler und Rlipphausen, geboren am 11. Februar 1701, gestorben zu Machern am 26. Rpril 1774, Tochter Tarl Gottlobs v. Z. u. Rl. auf Lunewalde und seiner Gattin Lhristine Elisabeth v. Globigh. Das siebente Rind Gottfried Rnshelms erhielt den Ramen des Vaters: Dieser Gottfried Rnshelm d. I. v. L.h, geboren zu Machern, am 1. Mai 1729, trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste, die er später als Hauptmann im Rutowskischen Dragoner- Regiment verließ. Er machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er, damals noch Leutnant, im Jahre 1754 von Rudolph Ernst v. Rpaw das Gut Niethen (KM von Löbau) für 8400 Taler käuflich erwarb. tz ks.-St.-N. 4.00.9850, Görlitzischen Lreyses vol. IV rc., Fol. 527 b. h Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen Häuser, 1904 (V. Iahrgg). 2 ) Ebenda. tz v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten Kdelicher Familien, II. Teil, S. 64. 0 ) Grundig und Nlotzsch, Sammlung vermischter Nachrichten zur Sächsischen Geschichte, VIII. Band, 1775, S. 355; Laus. Magazin 1778, S. ZOO. v. Lindenau. 41 Am 2. September 1754 belehnt, verkaufte er das Gut am 20. September 1762 an den Handelsmann Carl Gottfried May in Löbau für 10500 Talerp. Dafür erwarb Gottfried Anshelm d. I. am 23. Oktober 1764 von Johann Erdmann v. Gersdorff das Erb- und Allodialgut Särka (8VV von Weißenberg), jedoch ohne das Kirchlehn zu Kotitz, für 10000 Taler und erhielt am 22. November 1764 den Erbbries. Am 14. Juli 1777 verkaufte Gottfried Anshelm dem früheren Besitzer I. E. v. Gersdorff das Gut wieder zurück. Gottfried Anshelm d. I. starb als Waisenamtsdeputierter des Bautzner Kreises am 17. Februar 1778 nachmittags halb zwei Uhr zu Bautzen nach längerer Krankheit. vermählt war er seit dem Jahre 1756 mit Jakobina Maria Johanna v. Schmeskal und vomanowitz. Sie starb zu Oschatz am 15. März 1796^). Ls überlebten Gottfried Anshelm d. I. ein am 4. Mai 1763 in Bautzen geborener Sohn Earl Friedrich, der in Zwickau am 8. Oktober 1813 als königlich Sächsischer Premierleutnant starb h. Ein anderer Sohn Gottfried Anshelms d. I., Friedrich August Leopold wurde am 11. Oktober 1770 in Bautzen geboren^). II. Linie Kobershain. Philipp v. L. auf Kobershain und Gräfendorf im Kreise Torgau, Wilhelms Sohn, markgräflich Brandenburgischer Amts-Kammerrat und Kämmerer, hatte einen Sohn Philipp Friedrich Wilhelm, kurfürstlich Sächsischen Kammerjunker und Leutnant bei den Trabanten zu Fuß, der vermählt war mit Anna Tatharina v. Trotz. Und dessen Sohn, Earl Friedrich v. L. auf Kobershain, trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste, wurde Kapitän bei der Thevaliergarde und starb zu Liebenwerda am 12. Februar 1754. Aus seiner Ehe mit Dttilia Dorothea v. Dobrikowsky gingen neben anderen Kindern zwei Söhne hervor, die sich in der Dberlausitz ansässig machten^): I. Earl Rudolph. Siehe unten. II. Gustav Wilhelm. Siehe unten S. 43. I. Earl Rudolph v. L.°), geboren zu Liebenwerda am 11. Dezember 1706, trat in das Kadettenkorps in Dresden, wurde in das Leibregiment zu Fuß eingestellt, erhielt 1733 das Patent als Premierleutnant, 1735 das als Hauptmann, 1737 das als Major und Generaladjutant. Er war mit seinem Regiment bei der Königswahl Augusts III. in Polen und machte die Feldzüge am Rhein und in Ungarn mit. Am 1. März 1746 kaufte er das Gut Siegersdorf (tMO von Lauban, am Oueis) nebst pertinentien für 65000 Taler und den Beilaß für 4000 Taler von Earl Friedrich Wilhelm Freiherrn v. Braun und Wartenberg und 0 vermöge des Einstandsrechts trat in den Kauf Heinrich v. Bünau. -) Dothaisches Taschenbuch 1904. y Ebenda. tz Laus. Magazin 1770, S. 330. h v. Uechtritz a. a. G. V. Teil, S. 102. °) Laus. Magazin 1786, S. 199. 42 v. Lindenau. dessen Gattin Henriette Sophie Maria geb. v. Wobeser. Von seinem Bruder Gustav Wilhelm krauste Carl Rudolph im Jahre 1780 das Gut 3oblitz (bl von Rothenburg), um es 1783 wieder zu verkaufen. Tarl Rudolph starb im Rlter von nahezu achtzig Jahren zu Siegersdorf am 22. Juni 1786 und wurde am 29. daselbst bestattet. Er hatte sich zweimal vermählt: I. zu Rönigswartha am 29. (Oktober 1740') mit Lharlotte Latharina Vitzthum v. Lckstädt a. d. H. Iahmen. Sie starb nach siebenjähriger Krankheit am 3. Februar 1762 ohne Kinder zu hinterlassen,' II- zu Iahmen am 30. Januar 1769^) mit Sophia Eleonore v. Metzradt, zweiter Tochter Ernst Caspars v. M., Gberaussehers der Ämter Dobrilugk rc. Tarl Rudolph hatte aus seiner zweiten Ehe folgende Kinder (1—6): 1. Laroline Sophie Tharlotte v. L., geboren zu Siegersdorf am 24., getauft am 30. Dezember 1769"), vermählt mit Wolf Thristian Ludwig v. Gersdorff aus Sohland, dann Klingewalde, dann Kieslingswalde. Sie starb am 6. Rugust 1792. 2. Sophia Ernestine Lisette v. L., geboren zu Siegersdors am 13. Januar 1771, vermählt mit dem Hauptmann Wolf Friedrich Gottlob v. Wiedebach. Sie starb am 15. September 1801. 3. Tote Tochter, geboren am 26. Januar 1772H. 4. Tarl Immanuel v. L., geboren zu Siegersdorf am 1. September 1773 nachts zehn Uhr, getauft am 6. d. M."), übernahm nach seines Vaters testamentarischer Bestimmung nach erlangter Majorennität die Güter Siegersdors und Tschirne (Wvon Siegersdors) nebst den pertinenzstücken Bienitz und Ritenhain für 65000 Taler. Rm 14. Oktober 1805 verkaufte er Siegersdors nebst Zubehör an Johann Heinrich Friedrich Grafen zu Solms-Tecklenburg. Einige Jahre später, am 27. Rpril 1809 kaufte Tarl Immanuel, der als königlich Sächsischer Premierleutnant aus Kalke R.-L. bezeichnet wird, von Johann Gottlieb Kleeberg das Mannlehnrittergut Werda (bl W von Rothenburg, am weißen Schöps) für 55850 Taler, um es schon wenige Wochen später, am 10. Rugust 1809 an Lhrensried Wilhelm Günther v. Jagemann für 68000 Taler zu veräußern. Dafür übernahm Tarl Immanuel von dem v. Jagemann am 1. Rugust dieses Jahres (1809) die Güter Wunsch« und Schadendorf (beide WbUV von Rothenburg, am weißen Schöps), verkaufte aber beide Güter am 10. Dktober/23. November 1809 an Friedrich Rugust v. Tarlowitz. 5. Gustav Friedrich Rudolph v. L. wurde geboren zu Siegersdorf am 3., getauft am 6. Juni 1777. Die am 10. Februar 1809 kinderlos gestorbene Frau Tharlotte Ernestine v. Loeben, geb. v. Metzradt, setzte testamentarisch ihrer ältesten Schwester Sohn, Gustav Friedrich Rudolph v. L. zu Degeln zum Universalerben ein namentlich auch ihres tz vresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1762, Nr. XI: 1769, Nr. VII. 2) Laus. Magazin 1769, 5. 20. 3) Dresdner wöchentl. Frag- und Nnzeigen 1770, Nr. IV. Laus. Magazin, 1786, 5. 200. H Laus. Magazin I77Z, S. 310. ' "VW» v. Lindenau. 43 Rittergutes Rreckwitz (KIO von Bautzen), sowohl Rlüxschen als Nostitz- schen Anteils. Soweit Rreckwitz Lehnsqualität hatte, war auch Gustav Friedrich Rudolphs Bruder Tarl Immanuel lehnberechtigt. Vieser, am 4. Rpril 1810 zu seinem Anteil mit Rreckwitz belehnt, ließ die Lehn aus zu Gunsten seines Bruders. Gustav Friedrich Rudolph wurde hierauf am 21. Mai 1810 mit Rreckwitz belehnt. Im Jahre 1817 verkaufte er das Gut an Tarl Gottlieb v. Otto. Gustav Friedrich Rudolphs Ahnentafel als Domherr des Stifts Naumburg befindet sich im Vomarchiv daselbsth. II. Gustav Wilhelm v. L?), der jüngere Sohn Tarl Friedrichs, geboren am 18. vezember 1709 zu Liebenwerda, wurde königlich polnischer Gberstwachtmeister bei der Rron-Garde und starb am 11. vezember 1782. Am 17. d. Mts. wurde er in Lauban aus dem Rirchhos zum Rreuz Thristi begraben. Gustav Wilhelm hatte am 22. Juni 1772 von den fünf Töchtern Hans Hermanns v. vamnitz das Gut Zoblitz (dl von Rothenburg) für 13000 Taler gekauft, veräußerte es aber bereits wieder am 22. Juni 1780 für den nämlichen Preis an seinen Bruder Tarl Rudolph. Gustav Wilhelm hatte sich vermählt: I?) zu vahme am 1. September 1739 mit Tharlotte Wilhelmine Louise v. Thümmel, geboren zu Merseburg am 18. September 1721, gestorben zu Warschau; II.H zu Zoblitz am 18. November 1773 mit Johanna Taroline v. Preuß. Geboren am 15. November 1715, starb sie zu Zoblitz am 19. Juli 1779 und wurde am 23. in Rothenburg begraben. Zu welcher Linie der folgende gehört, vermögen wir nicht zu sagen: Hans Gottlob v. L., königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, kaufte am 30. September 1719 von Thristian Tarl Seidel v. Rosenthal und seiner Schwester das Gut Vocka (80 von Ramenz) nebst dem dazu gehörigen Lehnbauer und zwei Gärtnern für 2500 Taler. Am 7. April 1723 wurde er belehnt. Tr verkaufte Vocka und das Dorf prautitz (dlO von Bocka) am 14. Juni 1740 an Heinrich Maximilian v. Schönberg, vermählt war Hans Gottlob v. L. mit Helene Sabina geb. v. Boblitz. Sie kaufte am 3. April 1705 Neustädte! (O von Elstra) von Lhristoph Gottlob v. Tarlowitz für 4500 Taler und erhielt das Gut am 27. August 1705 zu Lehn verreicht. Am 12. September 1714 veräußerte sie das Gut für 5200 Taler an Johann Rudolph v. pentzig. Tin im Jahre 1842 wieder ausgestorbener Zweig des Geschlechts hatte am 8. August 1764 in der Person Heinrich Gottliebs v. L. den Reichsgrafenstand erhalten. tz vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde XVIII (1890), §. 486. h Laus. Magazin 1782, 5. 372. h v. Uechtritz a. a. V. V, S. 103. tz Laus. Magazin 1773, S. 397; 1779, S. 231. 44 v. Linnenfeld. Wappen (adeliges): In von Silber über Grün geteiltem Schilde eine entwurzelte Linde verwechselter Farbe, deren Stamm von 3 (2, l) roten Rosen begleitet wird. Helm ungekrönt. Kleinod: Zwei goldene Schäfte, derer vorderer fünf abwechselnd rote und weiße, deren Hinterer fünf abwechselnd weiße und rote Federn trägt. Decken rot-silbern. Sieb- macher I, Tas. 159, Nr. 10. v. Linnenfeld. Der Faktor David Christoph aus Nieder - Gderwitz kaufte am 26. Januar 1752 das Rittergut Mittel-Gderwitz (blW von Zittau) von Rdolph Lrdmann v. Rlitzing für 25 000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld. Rm 9. September 1752 erhielt er den Lrbbries. Tr verkaufte das Gut am 17. September 1772 an seinen gleichnamigen Sohn David Thristoph d. I., Einwohner in Bernstadt, für 18000 Taler. Rm 13. September 1773 wurde ihm der Erbbries ausgestellt. Dieser David Thristoph d. I. wurde mit dem Prädikat „v. Linnen- feld", Wien am 12. Dezember 1792, in den Reichsadelsstand erhoben'). Tr starb an Leberverhärtung im Rlter von 74 I. 5 M. am 13. März 1820. Vermählt hatte er sich am 20. November 1765 mit Be ata Rosine geb. Threntraut, geboren am 23. Rugust 1745. Nachdem ihre einzige Schwester, Frau Rahel Dorothea vermählte Bürgermeister Or. Frölich, geb. Threntraut, aus Kunnerwitz, am 26. März 1800 ohne Leibeserben gestorben war, erbte Frau Beata Rosine dieses Gut und erhielt am 19. Januar 1801 den Lrbbries über Kunnerwitz (8VV von Görlitz). Sie verkaufte das Gut im Jahre 1805 ihrem Sohne Rugust Wilhelm Thristoph. David Thristoph d. I. hatte fünfzehn Kinder (3 S. und 12 T.). von diesen starben in früher Kindheit 1 Sohn und 3 Töchter, vermählt schieden aus dem Leben 2 Töchter: Frau Thristiane Beata, vermählt mit dem Stadtrichter in Görlitz Or. Johann Samuel Straphinus und Frau Tugendreich Louise, vermählt mit Ludwig Ephraim Lehmann auf Nieder-Gebelzig. Es überlebten ihn folgende Kinder (I-IX): I. Rugust Wilhelm Thristoph v. L., vermählte sich am 15. Februar 1795 mit Lharlotte Wilhelmine Ernestine v. Kpaw, geboren am 30. Rpril 1769, gestorben am 16. September 1855, Tochter Ernst Rugust Rudolphs v. K. aus Hainewalde ^). Dieser Herr v. Kpaw verkaufte seinem Schwiegersohn am 1. September 1796 das Gut Berna (0 von Seidenberg) für 60000 Tlr. Kauf- und 150 TIr. Schlüsselgeld. Rugust Wilhelm Thristoph veräußerte Berna am 18. November 1814 an Franz Simon, Gerichtsscholzen zu Tunnersdors unter dem Rmt Friedland in Böhmen für 46800 Taler, von seiner Mutter erwarb Rugust Wilhelm Thristoph am 16. Februar 1805 das Gut Kunnerwitz für 22000 Rtlr. Rm 24. Rpril 1805 erhielt er den Lrbbries. Er verkaufte das Gut wieder ') Oie kurfürstlich Sächsische Anerkennung erfolgte am 6. Kpril I7YZ. Gritzner, Standes - Erhebungen und Gnaden - klcte, II, S. 746. 2) ks. R. v. ßgaw, Zamilien-Lhronik des Geschlechts v. ügaw, 1870, S. 195. v. Linnenfetd. 45 am 4. Juli 1818 an den königlich preußischen Leutnant Ferdinand v. Schickfus für 43000 Rtlr. Ein drittes Gut, das Rugust Wilhelm Christoph erwarb, war Pottschapplitz (blO von Bischofswerda); im Jahre 1835 brachte er es in seinen Besitz, hier starb er am 7. Mai 1835. von seinen Kindern kennen wir folgende (1—6): 1. Ernst Gustav Wilhelm, ch zu Berna am 4. März 1797 im Mer von 1h» Iahrh. 2. Rmalie Charlotte Wilhelmine, * zu Görlitz am 15. Februar 1798 h. 3. Gustav Wilhelm, * zu Görlitz am 7. Januar 1802h. Er kaufte am 2. September 1838 von Ehristian Grafen zur Lippe die Güter (Ober- und Nieder-Delsa, Förstgen, Leipgen (sämtlich W8W von Rothenburg). 4. Rugust Rudolph, * zu Görlitz am 14. Rpril 1803h, auf Hohnbach. 5. Ernst Rlbert, ch zu Görlitz am 8. Mai 1806 im Mer von 8 M. 7 T.h. 6. Emilie Ruguste, X mit dem Landesältesten Johann Earl petrick auf Mittel-Sohra. II. Rahel Friederike, verwitwete Pastor Sternberg. III. Rmalie Beata, vermählte Rappier. IV. Friederike Helene Gottliebe, vermählte Gutsbesitzer Leupold zu Reuthen. V. Lharlotte Caroline, verwitwete Lehmann. VI. Juliane Kunigunde, geboren am 9. Juni 1779, gestorben am II. Mai 1864, vermählt am 6. Juni 1802 mit Ernst Rugust Wilhelm v. Kpaw auf Hainewalde h. VII. Earl David Liebegott Christoph, stand in königlich Sächsischen Militärdiensten und war Hauptmann der Kavallerie. Er erhielt zufolge testamentarischer Verfügung seines Vaters das Gut Mittel-Gderwitz zum Preise von 30000 Talern; am 19. (Oktober 1825 wurde er belehnt. Er starb in Dresden am 30. Juli 1861h. vermählt war er mit Johanna Tharlotte v. Hartmann. Rm 2. Januar 1848 verkaufte er das Gut seinem Sohne, dem Rdvokaten Tarl Rugust v. L., geboren am 23. November 1814, für den Preis von 30000 Talern. Rm 5. Rpril 1848 erhielt er den Erbbrief. Tarl David Liebegott Lhristoph behielt sich indessen den vorkauf am Gute für den Preis von 30000 Talern vor, sowie, dafern Tarl Rugust v. L. ohne Leibeserben versterben sollte, dessen Rückfall für sich und seine Tochter Marie Ruguste verehelichte v. Kottwitz, geb. v. L. oder deren rechte Leibeserben für denselben Preis. Im Jahre 1866 verkaufte Tarl Rugust das Gut >) Laus. Monatsschrift 1797, S. 243. 2) Laus. Monatsschrift 1798, II, S. 49. tz Laus. Monatsschrift 1802, I, S. 238. h Laus. Monatsschrift 1803, I, S. 376. h Laus. Monatsschrift 1806, I, S. 373. °) v. Kyaw a. a. IVV von Baruth), Rackel (8 von Baruth) und Dauban (bl von Weißenberg). Sn dem Rbtretungskontrakt zwischen ihm und dem Universalerben der verstorbenen, dem Grasen Peter Tarl Wilhelm v. hohenthal vom 6. und 16. September 1809 entschädigte Gras Ferdinand letzteren durch eine Summe von 250000 Talern. Km 22. Mai 1810 erhielt Ferdinand den Lehnbrief über Baruth, Buchwalde und Rackel ausgefertigt. Tr starb am 21. Juni 1846. Vermählt war er seit dem 23. November 1804 mit Eleonore Gustave Reichssreiin v. Thermo, geboren am 19. Oktober 1789, gestorben am 23., begraben am 26. Februar 1868. Gras Ferdinand hatte sechs Kinder (1—6): 1. Gustav, geboren am 21. Rugust 1805, gestorben am 17. Januar 1882, erhielt zufolge testamentarischer Verfügung das Lrb- lehnrittergut Baruth, das Erb- und Weiberlehngut Buchwalde und das Rllodialrittergut Rackel, ferner das im Rothenburger Kreise gelegene Rllodialrittergut Dauban zum Preise von 250000 Talern und wurde am 21. Mai 1847 belehnt, von seinem Gheim Thristian kaufte Gustav 1846 das zu Doberschütz gehörige pertinenzstück, die sogenannte Mückaer Heide mit der Bedingung, daß sie aushören solle ein pertinenzstück von Doberschütz zu sein. Gustav war vermählt seit dem 21. Rugust 1843 mit Sda Gräfin zur Lippe-Weißenseld, geboren am 16. Januar 1819, gestorben am 18. März 1878. von seinen fünf Kindern: s. Ferdinand, b. Helene, c. Georg, cl. Margarethe, e. Ernst gelangte ausschließlich der zuerst genannte zu höheren Jahren. 3 . Ferdinand^), geboren zu Baruth am 6. Oktober 1844, hatte bereits im Jahre 1865 von seinem Vater das Gut Vuchwalde abgetreten erhalten und die Verpflichtung übernommen, dieses Gut bei Lebzeiten seines Vaters nicht zu veräußern. Rm 20. Mai 1875 wurde er als Besitzer von Baruth eingetragen. Er war Mitglied der ersten Kammer, Landesbestallter des Markgraftums Gberlausitz, Stistsverweser zu Joachimstein. Rm 11. Rpril 1900 starb er und wurde zu Baruth begraben, vermählt war er seit dem 5. Mai 1876 mit Margarethe v. Winterfeld a. d. h. Felchow. Geboren am 17. September 1858, starb sie zu Baruth am 11. Juli 1903. Die Ehe war kinderlos. 2. Rgnes, * 1. Oktober 1806, ch 24. Januar 1872, X 6. Ia- h Laus. Magazin 1772, S. 368. -) Kurzer Nekrolog im Neuen Laus. Mag. Bd. 76, 5. 318. 48 zur Lippe. nuar 1846 mit Hermann Tobias Grafen v. Häslingen, Hauptmann und Adjutant in der Kriegsschule zu Berlin. 3. Franziska, * 1. Juni 1808, ch 9. März 1886, X 1-Juni 1831 mit Alexander Hermann Zreiherrn v. patow aus Mallenchen N.-L. 4. Hugo, * 13. Dezember 1809, ch 8. April 1868, X 27. Oktober 1851 mit wilhelmine Reichsfreiin Schenk v. Geyern. Tr erhielt das Gut Saßleben. 6. Bertha, * 21. Juni 1817, f 1887. 6. Gabriele, * 24. Mai 1827, ch 24. Dezember 1864, X 2. Juni 1852 mit Gktavio v. Boehn. II. Christian Graf zur L.-B.-W.h, der ältere Lohn zweiter Ehe des Grasen Friedrich Ludwig, geboren zu Zaßleben am 21. Februar 1777, wurde in der Erziehungsanstalt zu Uhyst vorgebildet, studierte in Leipzig und Erlangen und wandte sich dann ganz der Bewirtschaftung seiner Güter zu. Am 21. Oktober 1859 starb er zu Teichnitz und wurde zu Kleinwelka begraben. Was seinen Güterbesitz anbetrisft, so verkaufte ihm seine Tante Fräulein Henriette Sophie Gräfin v. hohenthal aus Baruth rc. am 16. September 1802 die Erb- und Allodialrittergüter Ober- und Nieder- Gelsa, Förstgen, Leipgen, Dubrau (sämtlichvon Rothenburg) für 65000 Mir. Graf Christian veräußerte am 5. April 1806 das Gut Nieder-Gelsa an Johann Christoph (v) Hering für 44000 Taler, nahm es aber am 25- Oktober 1808 vergleichsweise wieder zurück. Er verkaufte ferner am 5. Mai 1806 sein Erbrittergut und Dorf Förstgen an Gottfried Ernst v. Boehmer, vormals protonotar des Bautzner Rats, für 13500 Taler, erstand es aber sechzehn Jahre später meistbietend wieder für 10720 Taler und erhielt es am 4. November 1822 zugeschlagen. Am 2. September 1838 verkaufte Gras Ehristian die Güter Ober- und Nieder-Gelsa, Förstgen und Leipgen an Gustav Wilhelm Christoph v. Linnenseld. Unterdessen hatte er von seinen Rindern erster Ehe vermöge Erbteilungsrezesses vom 6. Juni 1829 die Güter Teichnitz . Uechtritz, Diplomatische Nachrichten Odelicher Familien, II, S. 69, 58 v. Loeben. II. am 21. September 1678 mit Anna 5ophia v. Gedde. In der am I I./21. September 1678 aufgerichteten Lhestiftung versprach sie ihrem Gatten 2000 fl. mit in die Ehe zu bringen. Diese wandte er aus sein Gut Holscha und verleibgedingte seine Gattin aus Holscha am 6. Juli 1680 mit 2000 fl. zum Gegenvermächtnis, 500 Talern zum Hausgelds und 500 Tlrn. für die weibliche Gerechtigkeit H. Georg Adolph l- nahm am 2./12. Dezember 1684 teil am Ritterrecht („Ehrentafel") als einer der vierzehn Beistände des Beklagten, Friedrich Ferdinands v. Ziegler und Rlipphausenfl. Er starb am I9./29. Januar 1691 mit Hinterlassung dreier unmündiger Söhne, deren Vormund Joachim Hildebrand v. Hundt aus Mönau war, und, soweit bekannt, dreier Töchter (a —k): a. Gottlob Ehrenreich, * 28. April 1673, erhielt, da er die Universität Wittenberg beziehen wollte, venigm aetatis und wurde am 24. März 1694 zu seinem Anteil mit Holscha belehnt. Er starb als Rammerjunker am 6. März 1701. b. Wolf Georg, * 17. Juli 1674, ging in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste, wurde Leutnant und fiel am 23. März 1700 vor der Dünamünder Schanze bei Riga. L. Georg Adolph II-, der jüngste Sohn Georg Adolphs I-, * 1. November 1675, studierte noch im Jahre 1701 in Jena. An ihn fiel, da seine Brüder vor ihm gestorben waren, das ganze Gut Holscha,' am 3. August 1702 erhielt er es zu Lehn verreicht. Er verkaufte Holscha am 27. Oktober 1724 an Wolf Heinrich v. Theler. cl. Dorothea Sophia, * 12. Januar 1680 aus zweiter Ehe ihres Vaters, fl 31. Dezember 1742, X 12. Januar 1702 mit Rarl Siegfried Grafen v. Hoping. e. Friederike Sophie, X mit Hans Larl v. Schönberg auf Pannewitz am Taucher. Sie starb am 26. Mai 1739. k. Martha Eleonore, erwirbt von ihrem „Vetter" Rarl Gotthels Grafen v. Hoym das Mannlehngut Pannewitz am Taucher (IMO von Bischofswerda) am 3. Mai 1745 für 13500 Taler, erhält am 27. Oktober 1745 den Lehnbries ausgestellt und verkauft es wieder am 12. Juli 1749 an Johann Heinrich Simonis. 6. Wolf Albrecht v. L., der ältere überlebende Sohn Georgs d. I. pflanzte den Stamm fort. Geboren zu Zittau am 18. Mai 1636'), fl 3m Leibgedingebrief wird sie genannt: „Oes weiland Tosten Brostrupp Göddens zu Lummerup, Königlich Dennemärckischen gewesenen Gber-Berghauptmanns und Gberbergpräsidentens hinterlassene eheleibliche Tochter". Lehnsakten Holscha. ^ Nus Georg Ndolphs Epitaph in der Kirche zu Milkel ist neben seinem das Wappen v. Gedde angebracht: In Blau ein schrägrechts gestellter Fisch. Kleinod: Zwei Hörner, von Blau und Silber übereck geteilt. — In der Kirche zu Ullersdorf ist ein steinernes Epitaph für Frau Unna Sabina Deddin, geb. v. Nostitz, * 25. September 1637, ch ld. klpril 1662, Gattin Brostrob Geddens, Vberberghauptmanns in Dänemark ic. I- G. Müller, Kirchliche Nachrichten von Iänkendorf und Ullersdorf sI80Is, S. ZI. 2) Larpzov a. a. V. I, S. 175. fl v. Uechtritz a. a. V. II, S. 70! v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Übels, 1846, S. 114. fl v. Uechtritz a. a. G. II, S. 70. v. Loeben. 59 einigte er sich mit seinem jüngeren Bruder Georg Adolph I. am 17. September 1662 dahin, daß letzterer dem Wolf Albrecht das Gut Schönberg cum pacto retrovenäitionis abtrat, ebenso Ober- und Nieder-Halben- dorf. Als Herr auf Schönberg traf er mit der Gemeinde daselbst einen Vergleich, der am 6. Oktober 1677 die oberamtliche Bestätigung fand; er konfirmierte ferner am 24. Februar 1693 die Artikel der Kürschner zu Schönberg'). — Am 22. Juli 1675 erhielt Wolf Albrecht das v. Sommerfeldsche Gut Nieder-Küpper (80 von Seidenberg) für 5800 Tlr. Kauf- und 200 Tlr. Verehrungsgeld adjudiziert'). Lr besaß seit 1679 auch Gber-Küpper und erhielt am 21. November 1685 vom Neichsgrafen Otto v. Nostitz, Herrn der Herrschaft Seidenberg, aus freiem Antriebe das ihm über die in Küpper befindliche Kirche zustehende Lehn cum omnibus juribus snnexis geschenkt und abgetreten. Am 1. Dezember 1686 wurde Wolf Albrecht der Lehnbrief über das ^us putronstus zu Küpper ausgefertigt 2). Wolf Albrecht war Landesältester des Görlitzischen Kreises, kurfürstlich Sächsischer Nat und seit dem Jahre 1679H Amtshauptmann zu Görlitz. Am 2./12. September 1684 nahm er als einer der zwölf Assessoren des Landvogts an der Ehrentafel („Nitterrecht") im Schlosse zu Bautzen teil"). Sein Symbolum, wenigstens in seiner Jugendzeit war: „Adel, Glück und Tugend nähret meine Jugend")." Wolf Albrecht starb am 1. November 1696. vermählt war er seit dem 14. November 1662 mit Tatharina Elisabeth v. Nlutschelnitz, geboren am 14. November 1644, gestorben 1680 H, Tochter Friedrichs v. Nl. auf Dieban im Wohlauschen und seiner zweiten Gattin Ursula Tatharina v. Kreischeiwitz, von Frau Tatharina Elisabeth besaß ihr Gatte Wolf Albrecht das im Fürstentum Wohlau, Weichbild Steinau gelegene Gut Kreischau, das zuvor Bieberstein sches Afterlehn gewesen warch, von ihr jedenfalls auch das Gut Stephansdorf im Vreslauschen Fürstentum. Wolf Albrecht hatte acht Kinder") (u —i): s. Georg Friedrich d. A. Siehe unten S. 60. b. Wolf Albrecht d. I.^), * g. August 1664, war von 1682 bis 1685 Schüler des Zittauer Gymnasiums"), bezog dann die Universität tz verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 336, 350. 2) In die INitbelehnschaft nahm er seinen Schwager Hans Friedrich v. INutschelnitz. h Vieser Lehnbrief ist abgedruckt in der Dberlaus. Nachlese 1767, 5. 263. H Großer, Laus. NIerckroürdigkeiten 1714, III, S. 26. Larpzov a. a. B. I, 5. 174. o) Stammbucheintragung vom ^ahre 1653. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXIV (1896), S. 191. ') v. Uechtritz a. a. V. II, S. 70; Kloß, Geneal. Nachrichten, Bd. IX, v. Loeben; Nlspt. der Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften L>. I. 30, 1. Teil, S. 409. H H.-St.-N. Den. Uoe. 11333, Loeben, vol. I. o) vergl. v. Uechtritz a. a. V. II, S. 70. p. G. Uletschke, Pfarrer zu Nickern und Paltzig, „Der Frommen Leben im Wassertode", Leichenpredigt auf Wolf Nlbrecht d. I., 1687. ") Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586-1783, S. 24. 60 v. Loeben. Frankfurt a. G., unternahm am 24. April 1687 eine Reise über Leipzig, Erfurt, Gotha, Frankfurt a. M., Mainz, Speyer, Heidelberg nach Tübingen, wo er am ld. Mai st. nov. anlangte. Km 6. November/ 27. Oktober 1687 ritt er aus und verunglückte im Neckar. c. Martha Latharina Elisabeth, * 1665, 17. Mai 1724, X: I- 2. November 1683 mit Ferdinand Adolph v. Loeben (vergl. Linie Ullersdorf-Schwerta-Sohland, S. 69); II. mit Maximilian Leopold v. Gers- dorff auf Gber-Gerlachsheim. c>. Lhristoph Gottlob, * 1667, f 1668. e. Johanna, * und 1668. t. Johann Gottlob, * und -f 1673. §. Ursula Tatharina, * 1674, X: I- 11. Februar 1690 mit Wolf Laspar v. Gersdorff aus Siegersdorf; II. 1710 mit Hans Friedrich v. Falkenhain auf Kieslingswalde. b. Friedrich Adolph, der jüngste Sohn Wolf Albrechts, * 1675 h, erhielt aus dem väterlichen Nachlasse die Erbgüter Schönberg und Ober- und Nieder-Halbendors. Er starb zu Schönberg am 25. Mai 1723. vermählt mit Johanna Ottilie geb. v. Tschirn- haus, hinterließ er zwei Töchter: Elisabeth Ottilie Friederike, * 13. März 1705, getauft 16. d. M., ch 26. Juli 1735, X mit Johann Wolf Freiherrn v. Rechenberg aus Lodenau, und Johanna Tugendreich, * 10. November 1708, getauft 13. d. M., X nach ihrer Schwester Tode mit ihrem Schwager Johann Wolf Frhrn. v. Rechenberg. Im Erbrezeß vom 30. Oktober 1723 hatte die ältere Schwester Elisabeth Ottilie Friederike die väterlichen Güter Schönberg, Gber- und Nieder-Halbendors übernommen. i. Johanna Eleonore, * 1676, 's 1684. a. Georg Friedrich d. A. v. L., der älteste Sohn Wolf Albrechts, geboren am 16. Juli 1663, besuchte von 1682 — 83 das Gymnasium zu Zittau, studierte in Frankfurt a. G.h und unternahm dann in Begleitung Ernst Adolphs v. Salza eine größere Reise, zu der ihn sein Vater am 21. Mai 1685 mit einer ausführlichen Reiseinstruktion versah h. Georg Friedrich besaß das Gut Rollm (080 von Hoyerswerda) nebst dem dazu gehörigen Vorwerk Neuhos. Im Jahre 1689 kaufte er von Frau Dorothea Elisabeth v. Dewitz, geb. v. Lützow deren Gut Mengelsdors (bl von Reichenbach) für 19500 Taler und 200 Tlr. Schlüsselgeld. Nach seines Vaters Tode ('s 1. November 1696) kam es am 16. Februar 1697 zwischen seinen beiden Söhnen zu einer Erbsonderung, in der Georg Friedrich Ober- und Nieder-Rüpper nebst Klein-Löben, ebenso das Erbe Mengelsdorf erhielt. Georg Friedrich starb bereits am 7. Januar 1699. vermählt war er seit dem Jahre 1689 mit Eva Sophia 0 Vtto, Dberlaus. Schriftsteller- und Künstler-Lexikon, II. Bd., 1802, S. 4Y7. Friedrich Adolph gab heraus: „Nachricht vom Heilbrunnen zu Schönberg", 1716. 2) Gärtner a. a. G., S. 24. >') Abgedruckt Neues Laus. Mag. Bd. 48, S. 164. v. Loeben. tzf v. Schönberg a. d. H. Lohsa, die sich wiedervermählte mit dem Freiherrn . . . v. Rosen. Georg Friedrich d. 6. hinterlieh drei Rinder (sl —nI): 3 l. Wölf Thristian Rlbrecht I. v. L. Ziehe unten. 3 2. Georg Friedrich d. I., geboren am 30. September 1694, getauft am 11. (Oktober 1694 nach Ausweis des Lohsaer Rirchenbuches. Laut brüderlichen Rezesses vom 29. August 174 2 wurde ihm das ganze Gut Rüpper für 27500 Taler zugeschlagen. Im Jahre 1713 war er Fähnrich unter des General-Rommandanten zu Wittenberg Bataillon und gedachte im März genannten Jahres nach Brabant zu gehen,- er erhielt deshalb am 13. Februar 1713 veniam aetatis. Er verkaufte Rüpper am 17. April 1717 an Gtto Tonrad Freiherrn v. Hohberg. Georg Friedrich soll in Frankreich gestorben seinH. a 3. Sophia Dorothea, geboren am 8. August 1696, gestorben am 14. November 1767 zu Rlein-Struppen. Sie vermählte sich: I. 1713 mit G. S. v. Bose, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem (Oberstleutnant auf Nickern,- II. mit Johann Rar! v. Raisky auf Rlein-Struppen^). s 1. Wolf Thristian Albrecht I. v. L., der älteste Sohn Georg Friedrichs d. A., getauft in Schönberg am 18. November 1692, studierte drei Jahre in Wittenberg, verfaßte hier eine Dissertation philosophischjuristischen Inhalts 3), ging dann nach Halle und erhielt am 16. Juli 1712 „in Lonsiäeration seiner zeithero wohlanständigen Aufführung, wie auch derer Ihm ertheilten gutten Zeugnüssen und gegebenen unmaßgeblichen Ober Amts Gutachtens die gebethene venia 3et3tis"H. 1718 wurde er Rammerjunker am kurfürstlichen Hofe, 1719 Rammerherr, 1733 Landeshauptmann und starb am 17. März 1750. In der brüderlichen Erbteilung vom 29. August 1712 hatte Wolf Thristian Albrecht das Gut Mengelsdorf für 14000, Rollm für 15000 Taler angenommen. Am 26. April 1732 kaufte er von Ernst Gottlob v. Nostitz aus Nieder-Horka als Vormund der Rinder Johann Thristoph Moritzens v. Nostitz das Erbgut Biesig (blW an Mengelsdors grenzend) für 10 800 TIr. Rauf- und 100 Tlr. Schlüsselgeld. Am 8. Januar 1737 erhielt er den Trblehnbrief. vermählt hatte sich Wolf Thristian Albrecht I. v. L. in Dresden am 18. Februar 1735°) mit Hedwig Elisabeth Sophie Vitzthum v. Lckstädt, Tochter Georg C)uirins v. v. E., Rammerherrn und Gber- Rechnungsrats und der Sophie Amalie Marie v. Viereck. Geboren am 14. Dezember 1713, wurde sie am 18. August 1770 zur Stiftshos- meisterin von Joachimstein erwählt und am 1. Januar 1771 feierlich installiert. Sie starb zu Radmeritz am 10. September 1778 früh nach zehn Uhr nach einem 14tägigen Rrankenlager im Alter von 65 Jahren. tz v. Uechtritz a. a. G. II, 5. 72. 2) v. Uechtritz a. a. e. 9345, verzeichnüss rc., Zol. 250b. H Holscher, Die parochie Horka, 1856, 5. 18, nennt sie Sabina v. Wachen. — Nach der Inschrift ihres früher auf dem Kirchhof zu Lohland am Nothstein befindlich gewesenen Denkmals — vergl. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 34. Heft, S. 540 — war sie 1592 geboren, hatte mit 23 Jahren geheiratet, acht Kinder geboren und war am 21. Dezember 1662 gestorben. H Lehnsakten Schwerta. 5 * 68 v. Loeben. . . . „So habe ich doch leider erfahren müssen, nachdem ich Sie vor etlichen Iharen in frembde Lande vorschicket habe, umb sich dadurch besser zu habilitiren, daß der jüngste aus dieser peregrination sein junges Leben durch eine angefallene Kranckheit frühzeitig geendiget und der Altere nach seiner Zurückkunfst nicht allerdings wohlauf sich befindet." Im Interesse seiner Tächter und da er seine Güter von seinen selbst erworbenen „bonis castrensibus äe novo adquiriret" habe, da ferner für den Fall seines Todes die Güter nicht an seine Töchter fallen würden, sondern an seinen (Daniels v. L.) jüngsten Bruder Tarl Magnus v. L., der ohne Güterbesitz in Schlesien lebe und dessen einziger Sohn zur katholischen Konfession übergetreten sei und bei den Jesuiten studiere, bat er um die Erbverwandlung der Güter. Km 29. November 1679 verwandelte der Kurfürst die drei Güter in Erbe'). Daniel starb am 11. November 1684^). Testamentarisch bestimmte er seinem Bruder Tarl Magnus eine gewisse Summe Geldes, „oder do er den Fall nicht erlebete, seinem fd. h. Tarl Magnus'j einigen Sohne, iedoch doferne sich derselbe zur vorigen Augspurgischen Lonfession wieder bekennen würde". vermählt war Daniel mit Maria Sidonia v. Ziegler und Klipphausen. Sie war in erster Ehe verheiratet gewesen mit Nikolaus v. Gersdorff zu Glossen, der am 16. November 1643 bei Neichenbach durch einen Schuß verwundet worden war und am nächsten Tage starb"). Frau Marie Sidonie wurde gemeinsam mit ihrer Schwester, Frau Barbara Elisabeth v. Nostitz, geb. v. Z. u. Kl. im Jahre 1667 mit den Gütern Zieschütz und V «schütz (beide O von Bautzen) belehnt, verzichtete aber noch in demselben Jahre zu Gunsten ihrer Schwester auf ihren Anteil. Frau Maria Sidonia starb am 9. Mai 1690I. von Kindern Daniels sind uns folgende bekannt (1—4): 1. Anna Elisabeth, vermählt 1686 mit Lhristoph Adolph v. Debschitz aus Langenöls; sie starb im Jahre 1687"). 2. Eleonore Sophia, geboren zu Glossen am 25. Februar 1654, gestorben am 25. Februar 1693, vermählt am 5. März 1675 mit Hans Easpar v. Nostitz auf Jänkendorf"). >) Lehnsakten Lchwerta; If-bt.-R. Boo. 9548, Vas 8. Buch Gberlaus. Lehens- Sachen, 1672-81, Lrbverwandlungen, Fol. 218. von sonstigen klgnaten hatte Daniel damals! Larl Magnus v. L. auf Liebsgen, der viele Söhne hatte; kfans tvolf o. L. auf „Bolmsdorf" (wohl Bollensdorf in der prov. Brandenburg), der einen Sohn hatte; Wolf Rlbrecht v. L. auf Schönberg, tvber- und Nieder-kfalbendorf, Breischau und Büpper, kurfürstlich Sächsischen Rat, Bammerherr», Landesältesten des Fürstentums Görlitz, der drei Söhne hatte, sowie dessen Bruder Georg Rdolph v. L. auf kfolscha, der gleichfalls drei Söhne hatte. k).-St.-6. Boo. 9548, Vas 8. Buch rc., Fol. 218. -) Franz, Rbriß einer Geschichte von Schwerin, 1836, S. 30. h k)--5t.-kt. Boo. 9557, Lntleibungen im Marggraffthum Gberlausik, vol. I, Fol. 200. 9 v. Uechtritz a. a. V. III, S- 245. h Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Bd., 1728,5.580; Bloß, Geneal. Nachrichten, Bd. IX, v. Loeben. h Bloß a. a. G. Bd. IX, v. Loeben. v. Loeben. 69 3. Victoria Tugendreich, vermählt: I. mit dem Obersten Johann Friedrich v. Wedel aus Neuwedel; II. mit Taspar Gtto v. Nostitz ausNeukirch. 4. Ferdinand Adolph, der einzige ihn überlebende Sohn Daniels, erbte die väterlichen Güter Nieder-Schwerta und Volkersdorf. Burkersdorf hatte ihm sein Vater bereits am 28. Dezember 1682 verkauft. Zu Nieder-Schwerta kaufte Ferdinand Adolph am 6. Juni 1690 auch das Gut Gber-Schwerta von Taspar Thristoph v. Uechtritz für 8500 Taler hinzu. Am 16. Mai 1696 erwarb er ferner für 28000 Taler von Heinrich Siegmund v. Debschitz das Gut Gber-Lichtenau (W8W von Lauban) und am 13. August 1704 von Georg Albrecht v. Warnsdorf das Gut Schönbrunn (V^ von Lichtenau, 80 von Görlitz) für 38000 Taler und 1200 Taler Schlüsselgeld. Ferdinand Adolph besaß ferner einige Bauern zu Gber - Sohland a. N. (O von Löbaihh. Tr starb am 5. Mai 1706. Ferdinand Adolph war vermählt seit dem 2. November 1683 mit Martha Tatharina Elisabeth v. Loeben, Tochter Wolf Albrechts v. L. zu Schönberg (vergl. Hauptlinie Ldier-Milkel-Schönberg, S. 60). Sie brachte ihrem Gatten 5000 Taler in die The mit, wofür er sie am 2. Dezember 1686 auf Burkersdorf verleibgedingen ließ. Am 1. Mai 1691 kaufte sie von ihrem Gatten das Gut Gber-Schwerta. Frau Martha Tatharina Elisabeth ging nach ihres ersten Gatten Tode eine zweite The ein mit Maximilian Leopold v. Gersdorff auf Gber-Gerlachsheim, der am 12. Januar 1721 starb. Sie folgte ihrem zweiten Gatten am 17. Mai 1724 im Tode nach. Ferdinand Adolph v. L. hinterließ eine einzige Tochter als Erbin: Johanna Victoria Tugendreich v. L., geboren am 8. Februar 1699, getauft zu Lichtenau am 8. Februar 1699 h- Sie stand unter Vormundschaft Joachim Siegismunds v. Ziegler und lilipphausen aus Radmeritz. Sie vermählte sich zu Moritzburg am 12. März 1714h mit dem Grasen Moritz von Sachsen und nach Auslösung dieser The 1721 mit Friedrich Wilhelm v. Nunckel im Jahre 1724 und starb am 25. Juni 1747. II. Samuel v. L., ein weiterer Sohn Florians, geboren im Jahre 1623h, Leutnant, erhielt gemeinsam mit Tarl und Hans v. heldreich zu Belbitz im Jahre 1666 das Gut Nleinförstchen (VV8W von Bautzen) adjudiziert. 1670 verkauften sie das Gut an Agnes v. Leubnitz. Samuel besaß außerdem ein Stückgut von Gber-Sohland a. N. (0 von Löbau). Dieses trat er am 9. November 1672 Hans Heinrich v. Gersdorff ab, zahlte ihm 9000 Taler hinzu und empfing dafür tauschweise von diesem Gber-Horka (8VV von Rothenburg), sowie einen andern Teil von Gber-Sohland. Bei Überlassung seines Stückgutes an h. h. v. Gersdorff hatte Samuel sich zurückbehalten das aus zwei Bauerngütern ausgesetzte Vorwerk daselbst, „die Hermannsgüter" genannt, samt zwei Bauern, tz Über Sukzessionsstreitigkeiten im Gute Vber - Sohland siehe Meinart, Lehnrecht des Ülarkgrafthums Vberlausitz, II. Teil, 1788, S. 22 ff., 31 ff. h Diese Daten sind den Lehnsakten Schrverta entnommen; an einer anderen Stelle dieser Ükten ist der 4. Februar 1699 als Tauftag angegeben, h G. Posse, Die Wettiner, 18Y7, S. 92. h ksolscher, Die parochie horka, S. 18. 70 o. Loeben. die Halbhüfner waren, fünf Gärtnern nebst dem Mühlgarten und zwei Scheffeln Nckerbau, lvber- und Nieder-Gerichten, Jagd und Vogelfang. Gber-Horka verkaufte er im Jahre l686, kurz vor seinem Tode, für annähernd 15000 Taler an Joachim Siegmund v. Ziegler und Ulipphausen. Samuel starb am 7. Oktober 1686. Tr war zweimal vermählt: I. mit Dorothea v. Jarnitz, gestorben zu Sohland am 18. Npril 1679 im Klter von 69 Jahren *) s II. mit Sophia Tugendreich v. Temritz, der einzigen Tochter Hans Lhristophs v. T. Sie vermählte sich nach Samuels v. L. Tode wieder mit Gottlob Heinrich v. Laß aus Teichnitz. Ls überlebte Samuel nur ein Sohn: Samuel Gottlob v. L. Geboren zu horka am 7. Januar 1684, getauft am 20. d. M., kam er unter Vormundschaft Kdolphs v. L. aus Schwerta. Samuel Gottlobs Mutter mutete für ihren Sohn am 9. Mai 1687 vor dem Nmte Görlitz die Lehn über das ihm zugesallene väterliche, unter Jurisdiktion des kurfürstlichen Kmts Görlitz gelegene Gut in Gber-Sohland I. Samuel Gottlob erbte ferner von seinem Vetter und Vormund Ferdinand Ndolph v. L. als dessen proximus uZnutus die diesem gehörig gewesenen Bauern zu Sohland, die von der Herrschaft Hoyerswerda als ein Nfterlehn zu Lehn rührten^). Nieder-Sohland, das Samuel Gottlob im Jahre 1706 von Johann Gottfried v. haugwitz für 11000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld erkauft hatte, veräußerte er bereits im Jahre 1707 wieder an Gottfried v. Gersdorff. Was sein unter Jurisdiktion des Görlitzer Kmtes stehendes väterliches Vorwerk in Gber-Sohland, das Mannlehnsqualität hatte, anbetrifft, so bat er im Juni 1716 um die Genehmigung, diesen Besitz, genannt „die Hermannsgüter", verkaufen zu dürfen Nach erhaltener >) Ebenda. 2) Samuel Gottlob suchte sich zur Lehnsfolge an diesem Mannlehngute zu ziehen. Die Besitzerin der Herrschaft Hoyerswerda, die Fürstin von Teschen, erwartete indessen die Bbtretung des apert gewordenen Bfterlehns und Mannlehngutes zu Sohland. Samuel Gottlobs Berufung auf das BrivilsZium Naximiliavsum war ohne Bedeutung, da nach Oberlausitzischen Lehnrechten die Schwertmagen nicht aus Kraft der Sippe, sondern der gesamten Hand jukzedieren, und da Samuel Gottlob aus seines Oheims Bfterlehngut niemals die gesamte Hand erlangt hatte: er konnte sich deshalb keine Sukzession in dem Gute anmatzen. Buch handelt das BrivilsZium Naximi- liansum nur von den Landständen und von den vom König in Böhmen und Markgrafen in der Vberlausitz zu Lehn rührenden Gütern, es kann daher auf die Bfter- lehnsleute, die keine Landstände sind, nicht Anwendung finden. Vas Bfterlehn war daher an die Fürstin von Teschen heimgefallen und sie war nicht verpflichtet, es dem Samuel Gottlob v. L. in Lehn zu geben. l') Samuel Gottlob v. L. hatte, damals 32 Jahre alt und 8 Jahre lang verheiratet, nur eine Tochter, keinen Sohn und konnte einen intra ssptimum Ai'aäum stehenden und zur allgemeinen gesamten Hand gehörigen Vetter und Sukzessor nicht benennen, das Gut stand also eigentlich auf dem Fall. Bm 23. Januar 1717 genehmigte der Kurfürst sein Gesuch, doch solle das Gut auch in Zukunft Mannlehnqualität behalten und die vom Verkäufer erlangte Knufsumme solle als ein Mannlehnstamm angenommen werden; auch durften keine Mitbelehnte, wie sonst bei t'euäis noviter emrstitutis vel ueguisitis aus diesen Lehnsstamm präsentiert werden. v. Soeben. 71 Erlaubnis verkaufte er dieses Vorwerk an den Hauptmann Ivolf Tarl v. Uechtritz für 4600 Taler und 80 Taler Schlüsselgeld. Samuel Gottlob hatte unterdessen von den Erben des Hans Taspar v. Loß am 30. März l7l3 das Gut Teichnitz (bl von Bautzen) für 14000 Taler Kaufgeld und 160 Taler für den Veilaß gekauft und am 8. Bugust 1713 den Erbbrief erhalten. Über die beim verkauf der „Hermannsgüter" erzielten und von ihm aus sein Erbgut Teichnitz zu einem Lehnstamm ausgesetzten 4600 Taler wurde Samuel Gottlob am 1. Dezember 1717 der Lehnbries ausgesertigt. Km 26. September 1718 verkaufte er Teichnitz an Georg Freiherrn v. Gersdorsf. Kurz zuvor, am 30. Mai 1718, hatte er von Tarl Heinrich v. Schwanitz das Erb- und Rllodialrittergut Nieder-Delsa nebst Förstgen und Dubrau (sämtlich VVZ^V von Rothenburg, bl von Meißenberg) für 35000 Taler Raus- und 100 Speziesdukaten Schlüsselgeld erworben und am 12. Oktober 1718 den Lrbbries erhalten. Ruf das Gut Nieder-Delsa übertrug er nun mit Genehmigung des Kurfürsten den aus Teichnitz hastenden Lehnstamm von 4500 Talern. Zu Nieder-Delsa kaufte er am 20. November 1723 von den Erben George Heinrichs v. Briefen das benachbarte Erbgut Gber-Gelsa samt Leipgen für 15000 Taler. Samuel Gottlob verkaufte die Güter Gber- und Nieder-Delsa nebst Leipgen, Förstgen und teilweise Dubrau am 19. Januar 1735 an Wolf Gottlob von Klüx auf Petershain. Endlich erwarb Samuel Gottlob noch von Or. David Richter Rörbigsdorf bei Löbau für 5000 Taler im Jahre 1743; am 4. Juni 1744 wurde er belehnt. Er starb am 22. Februar 1747. vermählt war er mit Juliane Eleonore v. Rlüx, einer Tochter Wolf Heinrichs v. R. aus lvendisch-Sohland. Samuel Gottlobs Tochter: Lleonora Sophia v. L. erhielt das Gut Rörbigsdorf. Geboren zu Gber-Sohland am 25. Juli 1709, hatte sie sich im Jahre 1729 vermählt mit Johann Friedrich v. Sngenhaeff auf Duolsdorfh. L. Linie Vellmannsdors. Söhne eines bis jetzt noch nicht bestimmt namhaft zu machenden Vaters waren: I. David und II. Hans Gebrüder v. L. I. David v. L. kaufte im Jahre 1601 von seinem Bruder Hans dessen Stückgut zu Milkwitz (bl^V von Bautzen)^) und findet sich als Besitzer dieses Gutes nebst seiner unbenannten Gattin im Jahre 1607 als Pate im Gödaer Kirchenbuch verzeichnet ^). Er besaß später ein Gut in Salzenforst (8 von Milkwitz, blVV von Bautzen). Als ein in diesem Dorfe wohnender „Untersaß" wurde er ausgenommen, als das Domstift >) Nloh, Genial. Nachrichten, Band IX, v. Loebe». Neues Laus. Mag. Bd. 6Z, S. 87. ) vierteljahrsschrist für Mappen-, Siegel- nnd Fnniilienlinnde XXI (I80Z), S. 102. 72 v. Soeben. zu Bautzen dem Bdolph v. Gersdorff aus Battwitz, Buhland rc. für eine dem Kapitel im Jahre 1619 geliehene Summe von 500 Talern das vors Salzensorst mit den Diensten der dortigen Untertanen verpfändetes. wir wissen nicht, ob David Nachkommen hinterließ. Jedenfalls ist mit ihm in Verbindung zu bringen Isaak v. L., der am 4. Juni 1605 belehnt wird mit dem von Hartwig v. Nostitz zu Rothenburg erkauften Gute Wawitz (0 von Bautzen'-)), und der schon im Jahre 1618 als zu Salzenforst gesessen bezeichnet wird. In diesem Jahre (1618) am 23. Bpril verkauft Isaak sein Stückgut Friedersdorf (30 von Hoyerswerda) für 2350 Taler an Friedrich v. Metzradt^) und kaust im Jahre 1622 von Bbraham v. lNetzradt das Gut Buda (»IO von Löbau) samt dazu gehörigen zwei Häusern nebst dem Gebäude des Bretschmars, „doch außerhalb der Schankgerechtigkeit und freien Kreczsch- mars, welches ihme der von Meczeradt außgezogen". 1622 wurde Isaak mit Buda belehnt. II. Hans v. L., Davids Bruder, besaß, wie erwähnt, ein Stückgut in Milkwitz, später das Gut Spittwitz (blO von Bischofswerda). Dann war er Pachter des Gutes Medewitz (OblO von Bischofswerda). Bm 29. Mai 1617 wurde der Pachtvertrag zwischen Frau Martha v. Tottwein und Hans v. L. konfirmiert und am 5. September desselben Jahres (1617) erging ein Bmtskonsens über das ganze vermögen Georgs v. Tottwein zu Medewitz wegen 80 Talern, „dafür sich sein Pachtmann Hans v. Soeben gegen petern v. Gersdorff zu Kotitz bürglich eingelassen'"). Zuletzt wird Hans genannt „zu Neustadt", wo er am 2. Februar 1634 starb ff. Dreimal war er verheiratet: I., mit Elisabeth v. polenz, die im Blter von 33 Iahren am 29. März 1605 starb"); ll., mit einer nicht bekannten Dame; III., mit Maria Elisabeth v. Maxen, die ihn überlebtes. Folgende Kinder Hansens sind uns bekannt (1—8) ff: 1.1. Bnna Maria, getauft 2. Dezember 1599 (Jul.), begraben 6. März 1601. 2. l. Bnna Margaretha, * 22., getauft 30. November 1600. 3.1. Johann Taspar, * 3. Januar 1602, ff 13. Dezember 1603, zwei Jahre alt. 4.1. Töchterlein, ff 8., begraben 14. März 1603, „für der Tauffe gestorben". 0 Vomstiftsarchiv in Bautzen, klkten Salzenforst. -) H.-Lt.-O. Boa. 9545, Verzeichnis rc., Fol. II. ff ff.-St.-kl. Boo. 9547, Vas vierdte Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1656 bis 1681, Fol. 69. ff H.-Lt.-kl. Boa. 9545, Verzeichnis rc., Fol. Z24, 344 6. b) ff.-St.-kl. Gen. Boo. 1IZZ3, Soeben, ff Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde XXI, S. 102. ff H.-St.-kl. Gen. Boo. 11333, Loeben. Hier ist ausdrücklich angegeben, daß die im Text unter 11r. 7 und 8 angeführten Kinder kjansens ans seiner dritten und letzten The mit Maria Elisabeth v. Maxen stammen. H Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. Kunde, XXI, S. 102. v. Locbcn. 73 5.1. Thristoph Rudolph, * 4. Juli 1604, im Jahre 1634 genannt „zu Neukirchen", kurfürstlicher Leutnants. 6.1. Hans Georg, * 19. November 1602 (Jul.), ch 20. November 1612. 7. III. Maria Magdalena, * zu Medewitz 31. Mai 1614. 8. III. Hans Wolf v. L., der jüngste Sohn Hansens, geboren zu Medewitz am 14. September 1617 alten Kalenders, begab sich in kursächsische Militärdienste und stand 36 Monate lang, bis zum Dezember 1637, im Regiment Dietrichs v. Taube ch. Er erwarb am 31. Dezember 1641 von Thristoph Rbraham, George Taspar und Thristoph Ernst Gebrüdern v. Sommerfeld das Gut Gber-Bellmanns- dorf (W8W von Lauban) und bat den Kurfürsten am 18. März 1667, dieses Gut aus der Rrt des Mannlehns in Spill- oder Kunkellehn zu verwandeln 2). Rm 28. September 1667 vollzog der Kurfürst die Erb- oerwandlung und am 8. März 1668 erhielt Hans Wolf den Kunkel- lehnbries. Hans Wolf erschien mit unter den angesessenen Gberlausitzischen Rdeligen, die am 16./26. Juli 1657 dem Kurfürsten Johann Georg II. in Bautzen huldigtenh. RIs einer der zehn Büros curiao nahm er ferner am 28. Mai 1663 an dem Mannlehngericht teil, das auf dem Schloß Grtenburg in Bautzen abgehalten wurde^). Er starb am 20. Rugust 1682. Hans Wolf war vermählt mit Ursula Sibplla geb. v. hoberg, Witwe Earls v. Gppell"). Line weitere Gattin kennen wir nicht mit Namen. von Hans Wolfs Kindern vermählte sich eine Tochter, Ursula Sibplla, mit Thristoph Rbraham v. hoberg auf Berna. Hans Wolfs unmündiges Söhnchen: >) H.-St.-A. Geneal. Boa. 11333, Loeben. -) Vas ihm von Dietrich v. Taube am 6. Dezember 1637 ausgestellte Attest siehe in den urkundlichen Beilagen am Schlüsse des Werkes. tz Sn seinem Gesuch heißt es: ... „Alldieweil die irrdische Nlayestät durch wohlthun und begnadigung der unsterblichen Gottheit nachzuarthen pfleget und unter Tw. Lhurfürstl. Durch!, höchstlöblicher friedferttigen Negierung Ihre gehorsamste Unter- thanen unzehlich viel Gnade und hohe gutthaten täglich genössen, so werde auch ich dadurch in meinem unterthänigsten proposito nicht wenig animiret und zu deroselben alß einem qusllreichen gnadenbrunnen zu Beföderung meiner sonderbahren Angelegenheiten meine gehorsamste Zuflucht zu nehmen allerdings unterthänigst veranlasset" ... wegen seiner „annoch übrigen Tochter" bittet er ihm sein Stückgut Ober-Bellmannsdorf in Spill- oder Bunkellehn zu verwandeln. Sein einziger Sohn war in der Jugendblüte gestorben. Hans Wolf sucht sein Gesuch zu befürworten, indem er hervorhebt, daß er . . . „sonders Ruhm zu melden ... in die 36 NIonath unter der Leib- Guardi zu Bosse gedieuet und in allen oeeasioiren mein zukommendes cisvoir möglichstermaßen erwiesen, bevorab aber in der wietstocker Schlacht, worinnen sich Ihr. Lhurfl. Durch!. Höchstseel. Andenckens persönlich befunden, mit höchster Gefahr meines Lebens dero Leib-Standarte salviret und mit Ehren davon gebracht habe". . . H.-St.-A. Boa. Y547, Das 5. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1643 — 67, Zol. 253. h Vberlaus. Nachlese, 1771, S. 345-347. ''fl Weinart, Lehnrecht des INarkgrafthums lvberlausitz, II, S. 306. °) Bloß, Geneal. Nachrichten, INspt. Vd. V, v. hoberg. 74 o. Loeben. Wolf Christoph v. L., geboren am 28. Nugust 1672H, stand unter Vormundschaft Lhr. Nbrahams v. Hoberg. Nach erlangter Majorennität und vollbrachter peregrination erhielt er von seinem Vormund das väterliche Gut Gber-Bellmannsdors übergeben. Nm 17. Kugust 1719 starb er aus diesem Gute. Nus seiner Ehe mit Elisabeth Tugendreich v. Salza, die am 2. Nugust 1723 ihrem Gatten im Tode nachsolgte^), hatte er einen einzigen Sohn: Hans Lhristoph Ndolph v. L. Nm 1. Juli 1697 zu Gber- Bellmannsdors geboren, starb er mit 45 Jahren am 31. März 1743"). Neben Gber-Bellmannsdors besaß er auch Krobnitz (IMVV von Neichenbach). Nach dem kinderlosen Tode Johann Gottlobs v. L. (ch 26. Gk- tober 1727, siehe Linie Groß-Döbbern —Krobnitz, S. 75) war es ihm zugesallen H Nm 20. Mai 1720 vermählte sich Hans Thristoph Ndolph mit Lharlotte Margarethe Victoria v. Uechtritz, geboren zu Veutsch-Paulsdorf am 2. Oktober 1698 als Tochter Nbraham Bernhards v. U. auf Deutsch-Paulsdors. Er verkaufte ihr sein Spill- und Kunkel- lehngut Ober - Bellmannsdors am 10. Dezember 1724 für 20000 Taler. Sie verkaufte das Gut zu Michaelis 1764 an Caspar Friedrich v. Gersdorsf. Nm 25. September 1773 vormittags 11 Uhr starb sie zu Nieder-Vellmannsdors und wurde am 30. in der Gber- Lellmannsdorser Gruft beigesetzt"). Hans Lhristoph Ndolphs drei Söhne starben sämtlich in der Kindheit"): s., Karl Ndolph Gottlob, * 11. September 1721. b. , Thristoph Nugust Wilhelm, * 24. März 1724. c. , Ernst Ferdinand, * 8. März 1726. O. Linie Groß-Döbbern - Krobnitz. Hans Nikol v. L. erstand im Jahre 1676 das Gut Groß-Döbbern im Kreise Cottbus sub liasts und nahm in die Mitbelehnschast einzig und allein einen Vetter Siegmund v. L. zu pohsen im Kreise Guben I. Hans Nikols einziger Sohn: Hans Christoph v. L. verkaufte Groß-Döbbern und kaufte am 25. Mai 1699 von Maximilian Gottfried v. Naussendors das Gut Loga (blW von Bautzen) und Dreikretscham (8W von Loga). Hierzu erwarb 0 Kloß, Geneal. Nachrichten, Band IX, v. Loeben, gibt an, Hans Wolf habe einen gleichnamigen Sohn, Hans Wolf, gehabt, der im Zähre 1647 geboren sei, und der Sohn dieses ksans Wolfs II. sei Wolf Lhristoph. Mit dieser Angabe ist aber nicht gut in Einklang zu bringen, daß ksans Wolf dem Nurfürsten gegenüber im Zahre 1667 äußert (siehe S. 73 Anmerkung 5), sein einziger Sohn sei in der Jugendblüte gestorben. -) Nloß a. a. G. Bd. IX, v. Loeben. Ebenda. h vergl. auch weinart, Lehnrecht, II, S. 12Y. Laus. Magazin 1773, S. 362. "h Laus. Magazin 1773, S. 363. H k)--bt.-5l. I.oo. 10076, Ansprüche des Leut. v. Loeben auf Gut „iüromnih" I Lrobniizs in Mberlausitz. v. Soeben. 75 er im Jahre 1705 von Wolfgang Haubold v. polenz aus Weidlitz das seither nach Weidlitz (W von Loga) gehörige und bei Schmölln (O von Bischofswerda) gelegene Stück Holz für 1000 Tlr. und erhielt hierüber am Id. März 1703 einen Kunkellehnbrief. Loga verkaufte Hans Christoph am 1./13. Juli 1719 an Jakob Eckart v. Wobeser auf Näckel- witz. Inzwischen hatte Hans Christoph am 29. Mai 1708 von Carl Gottlob v. Theler aus Zescha das Gut Pu schwitz (88W von Königswartha, bl von Loga) für 6350 Tlr. erkauft und war am 12. Juni 1709 belehnt worden. Bin 11. April 1721 veräußerte er es an Georg Heinrich v. ponickau, nachdem ein versuch es im Jahre 1719 an Isaak Kahen zu verkaufen, nicht den Beifall der Stände gesunden hatte. Hans Christoph hatte auch das unter dem Görlitzer Amt gelegene Gut „Gromnitz" (Krobnitz, IM von Neichenbach) erworbenH. Cr war fürstlich Merseburgischer Amtshauptmann zu Neu-Zauche und starb im Alter von 65 Jahren am 19. Dezember 1725. Folgende Kinder Hans Christophs sind bekannt^) (1-10): 1. Henriette Tugendreich, getauft 29. Juni 1700, begraben 16. Juli 1701, Alter I I. 9 w. 1 T. 2. Erdmuth Elisabeth, getauft 18. Juni 1702, begraben 20. Juni 1702. 3. Erdmuth Helene, getauft 30. August 1703, begraben 1. Oktober 1704. 4. Johann Gottlob. Siehe unten. 5. Charlotte Auguste, getauft 14. März 1708, begraben 7. Mai 1708. 6. Friederike Elisabeth, getauft 14. März 1708 (Zwilling), begraben 21. Juli 1709. 7. Christiane Beate, getauft 11. Juli 1709. 8. Tatharina Dorothea. 9. Sophie Magdalena. 10. Johanna Christiane, gestorben 24. November 1721. Der unter 4. erwähnte Johann Gottlob v. L., getauft 17. März 1705, erbte das väterliche Gut Krobnitz. Cr hatte das Unglück, seinen Nachbar Christian Gottlob v. Nostitz auf Döbschütz im Streite mit dem Degen zu verwunden, wurde landflüchtig und starb, nachdem er etwas über ein Jahr lang Herr auf Krobnitz gewesen, am 26. Oktober 1727 in Gera. Seine beiden unter 8. und 9. genannten Schwestern ließen vom. 4. ^ävent. f21. Dezembers nach 14 tägigem Auslauten seinen Lebenslauf in der Kirche zu Melaune verlesend. Die Lehnsakten von Krobnitz waren bis jetzt im Breslauer Staatsarchiv leider nicht aufzufinden, es kann daher das Jahr der Erwerbung des Gutes nicht angegeben werden. H Nr. 1—7, getauft vom Gödaer Pfarrer, aufgezählt in der Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI, S. 103: Nr. 8, d, 10 nach N. I. 30, I.Teil, S. 600, 6dl, Bibliothek der (Vberlans. Gesellschaft der Wissenschaften, ch I.. I. 30, l. Teil, 5. 600, 60 l. 76 v. Loeben. Rrobnitz fiel einem „Ion§6 remotiori SMbto" Hans Christoph Rdolph v. L. auf Veilmannsdorf (vergl. oben 5. 74) zu. B. Linie Drehnowh. Der Name des Vaters der gleich zu nennenden Brüder ist uns nicht überliefert. Peter v. L. zu Holtendorf (VV von Görlitz) empfing am 24. Mai 1612 die Lehn über seinen Teil am Gute Holtendorf, wie er ihn teils geerbt, teils von seinem Bruder Taspar gekauft Haltes. Die beiden Gebrüder Laspar und Peter v. L. „aus dem Stamme Drehna" verkauften im September 1621 und Mai 1622 „ihre bepde Stück Gutts zu holttendors" an Hans v. heldreich zu Schlauroth. Peter starb zu Holtendorf am 27. September 1622, sein Bruder Taspar am 26. Februar 1632. Vettern der Gebrüder Taspar und Peter, d. h. Söhne des Bruders ihres Vaters, waren die Gebrüder Wolf, Georg und Taspar, wie aus folgendem Bericht des (Oberstleutnants Wolf v. L. vom 27. Rpril 1632, gerichtet an den (Vberamtsverwalter, hervorgeht^): „Dieser zweyer Brüder fLaspar und Peter v. L.f nechste Rgnaten und Lehnsvettern, als ihres vattern Bruders Kinder, sint drei) gewesen, als 1. Ich Wolf von Löben, (Oberster Leutenambh 2. Georg von Löben, Rittmeister, welcher anno 1620 am Palmen Sontage fy. Rpril) vor seinem Feinde geblieben und den: 3. Laspar von Löben, haubtman, welcher am 3. Februarii des 1621. Jahrs zur Zittau Todes verfahren, also das numehr aus diesem Stamme derer von Löben aus dem Hause Drehna niemant mehr alß ich, Wolfs von Löben (so lange es dem lieben Gotte gesellig) am Leben vorhanden." Der genannte Oberstleutnant Wolf hatte im Jahre 1620 das Gut Rackel von Weißenberg) von Frau Rnna verw. v. Rlüx, geb. v. Gersdorff gekauft. Tr verkaufte es seinem „Dheim" Wolf v. Maxen aus Weicha, der am 26. Rugust 1625 belehnt wurde, kaufte es aber von ihm wieder zurück und erhielt es am 24. Rpril 1628 zu Lehn verreicht. 1629 verkaufte er Rackel an Laspar v. Rechenberg. Es sind noch einige Glieder des Geschlechts v. L. auszuzählen, die wir nicht in eine der angegebenen Linien einzureihen vermögen: Rdam Siegfried v. L. kaufte vom Vormund des unmündigen Heinrich Rdolph v. Rabenau am Termin Walpurgis 1694 das überschuldete Gut (Ober-To sei von Rothenburg) und wurde am 18./28. Rpril 1695 belehnt. Er vertauschte schon am 28. Januar 1696 (Vber-Tosel gegen Markersdorf im Besitze Hans haubolds v. Schönberg. — >) Das i» den Lehnsakten genannte „Drehna" ist wohl nicht das Niederlausitzische Drehna, wie Knothe, Neues Laus. Magazin 8d. 65, S. 87, will, sondern vrehnow (Dreuow) im Kreise Krossen. -) H.-St.-O. Noo. 9545, verzeichniiss ic., Zol. 165. Lehnsakten Holtendorf (Löbens Gut). v-. Löwendal. 77 Heinrich Wilhelm v. L. kaufte am 9. August l700 von Haus Christoph v. Gersdorff das Gut Gber-Herwigsdors (80 von Löbau) und wurde am 1. Juli l70l belehnt. Zu Walpurgis 1707 verkaufte er das Gut an Caspar Georg v. Gersdorff. vermählt war Heinrich Wilhelm mit Johanna Sidonia geb. v. Maxen, geboren 5. Februar 1676, gestorben 30. Juli 1701h. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts machte sich wieder ein v. L. in der Gberlausitz ansässig: Der königlich preußische Hauptmann v. d. A. in Dresden Ernst Ferdinand v. L. kaufte am 19. August 1826 von dem Tuchfabrikanten Christian Wilhelm Pilz zu Aoßwein das Allodialrittergut Schönau (blO von Kamenz) nebst dem Kunkellehn- gut Schmerlitz (8 von Schönau) für 35000 und 10000 Taler. Am 25. August 1826 erhielt er den Erb- bezw. Lehnbries ausgesertigt. Schmerlitz verkaufte er am 1. Februar 1830 für 9200 Taler an seinen Schwager Johann Ernst August Elstner, Schönau am 22. August 1837 für 42000 TIr. an das Stift Marienstern. Wappen: Stammwappen. Schild geteilt. Gben in Blau eine wachsende nackte Mohrin, die Arme in die Seiten gestemmt, mit goldenen Armspangen und Halskleinod, um den Kopf eine rot-silberne Binde mit abfliegenden Bändern; unten geschacht von Bot und Silber in vier Reihen. Helm gekrönt. Kleinod: Die wachsende Mohrin. Decken rot-silbern. Die freiherrliche Linie - Johann Friedrich v. L., kurbrandenburgscher Gberhauptmann und Verweser der Herzogtümer Krossen und Züllichau erlangte l642 den Freiherrnstand h - ist in der Gberlausitz nicht ansässig gewesen. Gräfliches Wappen: Schild geteilt, ganz wie oben angegeben. Auf dem Schilde die Grasenkrone. Darüber drei gekrönte Helme. Kleinod der beiden äußeren: Ein rot-silbern, bez. silbern-rot geschachter Flügel. Kleinod des mittleren: Die wachsende Mohrin. Decken rot-silbern. Schildhalter: Zwei Mohren mit silbernem Schurz. Tpross, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, I- Band, 1852, Taf. 39. v. Löwendal, Freiherren, auch Grasen. König Friedrich III. von Dänemark, gestorben am 9. Februar 1670, hatte einen natürlichen Sohn Ulrich Friedrich Güldenlöw, geboren am 4. Juni 1638, Statthalter in Norwegen bis zum Jahre 1700, gestorben am 17. April 1704. Ein Sohn dieses Güldenlöw, erzeugt mit der aus einem alten Dänischen Geschlecht stammenden, im Jahre 1714 in Hamburg gestorbenen Sophia v. Uhren war Waldemar l. Baron v. Löwendal^). Geboren am 25. September 1660, stand er zuerst in holländischen, dann ff Nach der Inschrift ihres Grabsteins in Herroigsdorf. Gurlitt, Lau- und Uunstdenkmäler Sachsens, 34. Heft, S. 2t4. -) Nneschke, Neues allgemeines Deutsches Ndels-Lexicon, V.Band, 1864, S. 600. h I. Hübner, Genealogische Tabellen, I. Teil, 1737, Taf. 87; vergl. auch T. velsse, Geschichte der Höfe des Hauses Sachsen, V. Teil, S. 324, sowie das Urteil Haxthausens über Baron lvoldemar I, ebenda S. 327. 78 v. Löwendal. in Kaiserlichen Diensten und nahm 1683 als Oberstleutnant teil am Entsätze von Wien. Daraus ging er in Dänische Dienste, wurde dann Kaufmann in Hamburg, kam 1707 an den Hof nach Dresden und wurde hier Geheimer Rat und Kammerpräsident. Nachdem er vorübergehend im Jahre 1709 nochmals in Dänische Dienste getreten war, erfolgte 1712 seine Ernennung zum Gberhofmarschall und kabinettsminister am kursächsischen Hofe. Im Jahre 1716 erwarb er die Herrschaft Elsterwerda und Mückenberg. Er starb in Dresden im Jahre 1740. Rm 1. Mai 1682 war er in den Dänischen Freiherrnstand erhoben worden h. vermählt hatte sich Woldemar I: I. am 16. Februar 1687 mit Dorothea v. Brockdörff, gestorben am 20. Rugust 1706,- II. im Januar 1710 mit Benedicta Margarethe v. Rantzau. Baron woldemar I. machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er von den vier Gebrüdern, resp. Vettern v. Schleinitz a. d. h. Nieder- Grauschwitz und Zetteritz ihren an den Mannlehngütern Mückenberg und Saathain, ebenso an dem dazu gehörigen, im Markgraftum Gberlausitz gelegenen Stück Holz, genannt „Mielitsch", nach des bisherigen Besitzers Hans Dietrichs v. Schleinitz Tode sich ereignenden Lehnsanfall für 66000 Fl. am 6. März 1716 kaufte. Nach des letzteren Tode wurde woldemar I. am 3. September 1716 mit dem Mielitsch belehnt. Er verkaufte die Rittergüter Mückenberg und Saathain nebst dem in der Oberlausitz belegenen Walde , „Mielitsch" am 24. Mai 1722 an seine zweite Gattin Benedikta Margarethe geb. v. Rantzau für 110000 Taler. Sie starb zu Mückenberg am 27. Juli 1776 nachmittags ^3 Uhr und wurde in der Kirche des benachbarten Gutes Bockwitz bestattet. RIs Universalerben hatte sie zufolge Testaments vom 13. Mai 1767 eingesetzt den Grafen Detlev Earl v. Einsiedel auf Molkenburg. Baron woldemar I. hatte folgende Kinder (1—6)I: 1. I. Ulrich Friedrich, geboren 1694, königlich polnischer, kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, vermählt zu Elsterwerda im November 1720 mit Milhelmine Ferdinande Elisabeth v. Ereutz, Tochter Wolfs v, T. auf kriebitsch rc. Sie starb zu Dresden am 26. November 1728 im Wochenbett mit Hinterlassung einer Tochter Wilhelmina Ferdinande Freiin v. L. Diese verheiratete sich am 26. November 1766 zu Heuckewalde im Stift Zeitz mit dem Pastor in Machern Rndreas Heinrich Schildbach ^). 2. I. Hedwig, geboren 1696, gestorben 1725, vermählt zu. Dresden am 3. Rpril 1718 mit Karl Friedrich Freiherrn v. Schmettow, Rmtshauptmann zu Sandau, Domherr zu havelberg. h v. Ledebur, Kdelslexicon der preußischen Monarchie, II. Bd., 5. 55. h Geburts- und Vermählungsdaten nach Hübner a. a. G. I, Taf. 87 und nach v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Odels, 1846, 5. 50, 161. ö) vergl. Luriosa Laxonioa 1756, s. 150 ff., sowie s. 151 ff., woselbst ein hochzeitskarmen auf die Schildbach-Löwendalsche Vermählung. v. Löwendal. 79 3. I. Sophia Margaretha, geboren 1697, vermählt zu Dresden am 3. Oktober 1719 mit Benjamin Freiherrn v. Bibran und Modlau. 4. I. Woldemar II. Liehe unten. 5. I. Antoinette Ulrica, geboren 1701. 6. II. Anna Lophia, geboren 5. Dezember 1711. 4. lvoldemar II. Baron v. L., geboren am 6. April 1700, stand in kaiserlichen Diensten, wurde dann Sächsischer General, ging hieraus in Russische, endlich in Französische Dienste, wo er wegen seiner hervorragenden militärischen Leistungen - er eroberte Bergen op Zoom - Marschall von Frankreich wurde. Lr trat zur katholischen Kirche über. 3m Jahre 1755 starb er in Paris, vom Rurfürsten Friedrich August II. von Sachsen als Reichsvikar wurde er am 28. Februar 1741 nebst zwei Töchtern Benedicta Rntoinette Eugenia*) und Friederika Dorothea in den Grasenstand erhoben^). vermählt hatte sich lvoldemar II.: I. mit Theodora Lugenie Freiin v. Schmettow, geboren am 6. Dezember 1705, Tochter, Gottlobs Freiherrn v. S. aus Heckendorf und Großenhos; II?) im Jahre 1736 mit Barbara Magdalena Elisabeth Gräfin Szembek geschiedener Gräfin v. Branicka, geboren 1709. Theodora Lugenie Freifrau v. L. kaufte am 26. Oktober 1726 von Wolf Heinrich v. Baudissin das Lrbrittergut Lipsa (880 von Ruh- land) für 33000 Rtlr. Die Stände „condescendirten" am Landtage Elisabeth 1726 denverkauf an sie, „so der reformirten Religion zugethan"*). Sie starb in Dresden am 5. Oktober 1768"). Zum Universalerben ernannte sie ihren Neffen Bernhard Wilhelm Gottfried Grasen v. Schmettow. Sie setzte ferner neben anderen Legaten die Summe von 1000 Talern der französischen reformierten Kirche in Dresden aus; die Zinsen sollten den Predigern Zufällen. Die Interessen eines weiteren Kapitals von 300 Talern, das sie derselben Kirche hinterließ, sollten alljährlich „den nächsten Sonntag vor oder nach dem sechsten Decembris, als meinem Geburths-Tage" an die Rrmen der reformierten Kirche verteilt werden"). Nachkommen Woldemars II. erhielten als Grafen v. Danneskiold- Löwendal Dänische Anerkennung. >) Benedicta Nntoinette Eugenia vermählte sich mit Johann Rudolf v. Kiesen- wetter, gen. v. Wolffersdorff; sie starb am 2l. November 1753. v. Feilitzsch a. a. O. S. 358. -) Gritzner, Stander-Erhebungen und Gnaden-Ncte, II. Band, 1881, S. 6Y5. H Kneschke, Deutsches Ndels - Lexikon, V. Band, S. 622. wenn ihre von Kneschke angegebenen Lebensdaten richtig sind, so mutz woldemar II. von seiner ersten Gattin Theodora Lugenie geb. Freiin v. Schmettow geschieden gewesen sein, denn diese starb nach Nusweis der Lehnsakten von Lipsa am 5. Oktober 1768, während Woldemars II. zweite Gattin, die geb. Gräfin Szembek nach Kneschke bereits 1762 ihr Leben beschloß. 0 Lehnsakten Lipsa. 5) Vas Kirchenbuch der reformierten Kirche in Dresden bezeichnet sie als erste Gemahlin des Grafen Waldemar von Löwendahl und berichtet, daß sie, 62 Jahre alt, am 7. Oktober im Gewölbe der Frauenkirche bestattet worden sei. ") Lehusakten Lipsa. 80 v. Loh. Wappen (freiherrliches): Schild geviert. 1 und 4: In Rot ein gekrönter silberner Löwe, eine zweizipflige silberne Zahne mit rotem Kreuz schräg nach rechts haltend; 2 und 3: Über goldenem Schildesfuß mit drei (2, I) roten Herzen, in Blau eine silberne Burg. Drei gekrönte Helme. Kleinod des mittleren: der Turm der Burg; des rechten: der Löwe mit der Zahne; des linken: Busch von vier blauen und einer silbernen Straußenfeder, aus dem ein'Reiherbusch hervorragt. Schildhalter: Zwei goldene Löwen. Siebmacher, I. Supplement, Taf. 7, Nr. 8. v. (vom) Lotz. Angehörige des alten Meißnischen Geschlechts v. (vom) Loß machten sich zu Anfang des l7. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig und sind hier ungefähr ein Jahrhundert lang nachzuweisen h. (Kröppen und Zrauendorf). Jobst v. L. aus Kröppen (88VV von Ruhland) und Zrauendorf (3W von Ruhland) starb im Jahre l622. vermählt hatte er sich am Montag vor Michaelis 1595 f22. September) „mit der v. Schönfeld" ^). Zolgende Kinder Jobsts sind bekannt (1—6): 1. Jobst Abraham. 2. T h ri stop h, war blöde und starb zu Kröppen am 13. März 1653^). 3. Joachim. 4. Magdalena, vermählt mit Jobst Reinhard v. Drandorf auf Striesa. 5. Jungfer Martha. 6. Jungfer Lucretia. Christoph und Joachim waren bei des Vaters Tod noch unmündig und standen unter Vormundschaft Christophs v. d. Sahla auf Schönfeld und Dietrichs v. Loß auf Sacka. Im Jahre 1623 erhielten diese beiden Brüder eine» Lehnmutungsschein über die Güter Kröppen und Zrauendorf. Jobst Abraham v. L., der älteste Sohn Jobsts, erhielt am 29. März 1629 anteilsweise einen Lehnbries über Kröppen, nachdem „in gehaltener brüderlicher Theilung und durchs Los seinem blöden Bruder Christophen von Löss sein Antheil in den Güttern Kröppen und Zrawendorff zukommen, und aber ieztgedachtes sein Antheil us des Gberamts Gutachten und darauf erfolgter Vergleichung zwischen ihme und seinem unmündigen Bruder Joachimen von Löss und mit Einwilligung seines verordneten vormundens, jedoch Kegen ausgesezter geburlicher Alimentation ihnen cediret und zugeeignet worden were nach Laut und mehrem Inhalt derer hierüber aufgerichten brüderlichen Theilung^)." Jobst Abraham erscheint später als Besitzer von Zrauendorf und stirbt am 3./13. Januar 1663. vermählt hatte er sich am tz Tinen genauen Zusammenhang der verschiedenen in der Gberlausitz sich findenden Zweige zu einander vermögen wir nicht zu geben. 2) v. Zeilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißn. Obels, 1896, 5. 162. « lh Scheidemantels liollektaneen im Rroppener pfarrarchiv.-, h Lehnsakten Uroppe». v. Loß. 81 Montag nach Misericordias Domini 1632 s16. Rprilj zu Reichenbach mit Brigitta v. Theler, geboren am 20. Oktober 1610 als Tochter Joseph Benjamins v. Th. aus Reichenbach und Skado und seiner Gattin Rnna geb. r>. Schönberg a. d. H. Wilsdruff. Frau Brigitta starb am 27. Iuni/7. Juli 1635 früh bald nach vier Uhr und wurde am 28. Iuli/7. Rugust in der Kirche zu Kröppen beigesetzt H. Jobst Rbraham hinterließ keine Söhne, denn sein Bruder Joachim aus Kröppen erbte das stark verschuldete Gut Frauendors, um es bereits am 27. Oktober 1663 an den kurfürstlichen Kammerjunker Bernhard v. Könneritz zu verkaufen. Vieser Joachim v. L., geboren am 1. Rugust 1610 st. nov., war Kornett zu Roß im fürstlich Rltenburgischen Regiments und starb am 4./14. Februar 1670 früh zwischen 7 und 8 Uhr ohne Leibeserben, vermählt hatte er sich aus dem Schlosse Lipsa am 12. Mai 1646 mit Martha Rgnese v. Gersdorsf, geboren am 16. November 1621, Tochter des Landesältesten Bautzner Kreises Wolf Taspar v. G. aus Lipsa. Zufolge der Lheberedung vom 12./22. Mai 1646 ließ er seine Gattin gegen angenommene 2000 Taler Ehegeld auf Kröppen und pertinentien am 26. September 1652 verleibgedingen. Sie schloß nach ihres ersten Gatten Tode eine neue Ehe am 1. Mai 1671 mit Bernhard v. Könneritz aus Frauendors und starb am 6. Juli 1703 zu Frauen- dors^); in Kröppen wurde sie begraben. Kröppen fiel nach Joachims Tod an den nächsten Rgnaten, seinen „Vetter" Hans Lhristoph v. L., „und Tauscha", der am 19. Juli 1670 mit dem Gute belehnt wurde. Er vermochte es nicht lange zu behaupten, schon am 24. Mai 1673 wurde es dem Hans Dietrich v. L. zu Drauschkowitz adjudiziert, der in die Mitbelehnschaft seine beiden Brüder sowie seinen Stiefsohn Roah Johann Georg Tocceji nahmH. Hans Dietrich war vermählt mit Rnna Sabina geb. v. Hermsdorfs, früher verheiratet gewesener Tocceji. (Tettau). Taspar Dietrich v. L. war verheiratet mit Elisabeth v. Krackau. Diese, damals noch unvermählt, kaufte am 3. Juli 1641 von Hans Georg v. Gersdorff d. R. das Gut Tettau von Ruhland) mit Leuten, Zinsen, Diensten, besonders auch mit dem Bierschank für 6900 Taler Meißnischer Währung 5). Sie starb als Witwe am ff Leichenpredigt von Lhristoph Benning, Pastor zu Kröppen, auf sie. kf.-Lt.-kl. Geneal. I.oe. 11335, Loß, vol. I. H Sein Gedenkstein ist in der Kirche zu Kröppen. H Nach der Inschrift des Gedenksteins in Kröppen. tz Noah Johann Georg Locceji war am 14. Juni 1673 mit Drauschkowitz (8VV von Bautzen) belehnt worden. Neues Laus. Mag. Bd. 76, S. 222. H kf.-St.-ki. 1>oo. 9546, Vas zweite Buch Vberlaus. Lehens-Sachen 1631 — 50, S. 268; 1.00.9547, Drittes Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1651-67, S. 49. — Der Kaufpreis — 1 Dulden zu 21 silbernen Groschen — wurde festgesetzt in „guter schwerer und unverbotener ganghaffter Müntze, der Kayserlichen Valvation-Vrdnung äs ao 1559 und dem churf. Sächsischen Müntz - Edikt äs ao 1623 gemäß, da der Neichsthaler nicht höher als um vier und zwanzig silberne Groschen angeschlagen wird". kf.-St.-N. Doo. 9525, Das 35. Buch Gberlaus. Jnstizsachen ao 1673 — 80, Fol. 66. 6x 82 v. Laß. 29. Dezember 1663/11. Januar 1664 mit Hinterlassung eines einzigen Sohnes. Vieser, Heinrich Christoph v. L. verkaufte das Gut Tettau am 14. Mai 1677 an Frau Ursula v. Minckwitz geb. v. Gersdorff. (Buchwalde). Dietrich v. L. auf Sacka kaufte im Jahre 1631 von Wolf Georg v. Lüttichau und dessen unmündigem Bruder Hans Friedrich v. L. die Güter Dauban (dl von Weißenberg) und Buchwalde (14VV von lveißenberg). Nls „Fremder von Ndel" mußte er vor der Belehnung von den Landständen als „Mitglied und Landmann" ausgenommen werden g. Dietrich starb im März 1634. Seine Söhne: Caspar Dietrich und Hans Christoph Gebrüder v. L. erhielten 1635 Uekognition wegen geschehener Mutung der genannten Güter. Schon 1634 hatten sie Buchwalde an Dietrich v. Werthern verkauft. Hans Christoph v. L., der eben genannte Sohn Dietrichs, war zu Sacka am 15. November 1615 getauft worden. Cr vermählte sich zu Sacka am 15. September 1635 mit Latharina v. Lüttichau-Zschorna, die zu Tauscha am 20. Februar 1650 im Wochenbett starb und am 12. März daselbst bestattet wurde. Sie hatte ihrem Gatten acht Kinder geschenkt^). (Teichnitz). Christoph v. L., Herr auf Börthen, Trebitz, Krebs und Schnelling, hatte folgende Kinder (ungewiß ob in chronologischer Reihenfolge ausgezählt) (1—6): 1. Dorothea Elisabeth. 2. Gottlob Heinrich. Siehe unten. 3. Nnna Latharina, vermählte v. Noemerg. 4. Sophia Sibplla, vermählt mit dem Negierungsrat Rudolf Friedrich v. Schultz in Darmstadt. 5. Hedwig, vermählte Voigt in Coldingen. 6. Hans Caspar. Siehe unten. Der unter 2. genannte Gottlob Heinrich v. L., kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, war vermählt mit Sophia Tugend reich v. Temritz. Diese kaufte am 1. Mai 1688 von ihren Schwestern Christin« Ngnes v. Eberhardt zu Nennersdors, Barbara Elisabeth v. (Oberländer, beide geborene v. Temritz, deren Nnteile am Gute Teichnitz (I^l von Bautzen). Nm 11. Februar 1689 erhielt sie den Erbbries. Sie verkaufte Teichnitz am 8. November 1690 ihrem Gatten für 8000 Taler; er erhielt am 9. Februar 1691 den Erbbries. Nm 13. Dezember 1702 starb er. Vas Gut fiel an seine Geschwister. Der unter 6. genannte Hans Caspar v. L. erwarb die Nnteile seiner vier Schwestern am Gute Teichnitz und erhielt am 26. März h Wegen kriegerischer Unruhen konnte indessen der Landtag Elisabeth 163t nicht abgehalten werden. 2) v. Feilitzsch a. a. T>. S. 162. Uneschke, Deutsche Grafenhäuser, III. Band, S. 233. tz Kurfürst Johann Georg IV. hatte ihr aus der Gberlausitzischen landeshaupt- mannschastlichen Kasse eine jährliche Pension von ZOO Talern bewilligt. Sie bat, Lolditz den 27. Mai 1694, den Kurfürsten Friedrich Uugust um Weiterbewilligung. h.-5t.-5l. Gen. Uoo. 11335, Loß. v. Loß. 83 1705 den Erbbrief. Hans Caspar, Geheimrat und Appellationsrat, Dberhosmarschall, auf Köhrsdorf ic., starb im Lade Teplitz am Schlage am 13. Juni 1711. vermählt war er mit Magdalena Sophia v. Ende, die ihn überlebte und 1739 starb h. Er hinterließ vier Söhne und eine Tochter (s-e): s. Johann Kudolph. b. Johann Adolph, geboren am 20. Juni 1690, befand sich beim Tode seines Vaters als Kammerjunker und Legationsrat am Hose des Zaren, wurde später königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer wirklicher Geheimrat und Dberstallmeister, ging in Gesandtschastsangelegenheiten nach England, München, Paris und starb, nachdem er auch das Amt eines Kabinettsministers bekleidet hatte, am 25. August 1759 in Dresden. Er besaß die Güter Hirschstein a. d. Elbe, Wuhnitz rc. vermählt hatte er sich am 28. April 1721 mit Lrdmuth Sophie v. Dieskau, die am 21. April 1768 ihrem Gatten im Tode nachsolgteh. Johann Adolph und sein Bruder Christian wurden vom Kurfürsten Friedrich August II. als Keichsvikar am 6. Gktober 1741 in den Grasenstand erhoben"). c. Thristianh, geboren zu weißensels am 1. Dezember 1697, an demselben Tage in der Wohnung getauft"), wurde königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, Präsident des Dberkonsistoriums, Konferenz- und Kabinettsminister und starb zu Dresden am 22. August 1770. vermählt hatte er sich am 8. Februar 1730 mit Helene Friederike v. pentzig a. d. h. Jeßnitz, gestorben am 17. Dezember 1750. Mit seinem Enkel, Grasen Johann Adolph v. L. aus Hirschstein, Geheimrat und hausmarschall, geboren am 16. Mai 1768, gestorben am 7. März 1852, begraben auf dem Lliaskirchhof in Dresden, erlosch die gräfliche Linie"). cl. Friedrich Gottlob, geboren zu Dresden am 15. März 1708, getauft am 16. im Hause. e. Johanna Lhristiane Wilhelmine, geboren zu Weißensels am 27. Januar 1695, getauft am 3. Februar in der Schloßkapelle daselbst h. l) Laus. Magazin 1770, 5. 263. h Ebenda, Anmerkung **. h Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Acte, II, S. 699. tz Nekrolog im Laus. Magazin 1770, S. 263. Über Christian v. L., namentlich auch in seiner Eigenschaft als Sächsischer Gesandter am Kaiserhofe, siehe w. Lippert, Kaiserin Maria Theresia und Kürfürstin Maria Antonia von Lachsen, Briefwechsel 1747—1772, 1908, S. OBXIX. h Taufzeugen waren u. a. Herzog Johann George von Lachsen - Iveißenfels, Prinzessin Anna Maria, Prinzessin Sophia, seine Schwestern. ") Grafenstand, Name und Wappen gingen durch königlich preußisches Diplom vom 21. Januar 1823 über auf Wilhelm Bogislaw v. Kleist (Kleist vom Loß), der sich mit Constantia Isidore Nuguste Gräfin vom Loß vermählt hatte, einer der vier Töchter des am 7. März 1852 gestorbenen Grafen Johann Adolph v. L. v. Webers klrchiv für die Sächsische Geschichte, IX. Band, S. 163; Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch - preußischen Standes - Erhöhungen, S. 87. h Ihre Paten waren der regierende Herzog Johann Adolph von Sachsenweißenfels, dessen Gemahlin Christiane Wilhelmine, ferner Prinzessin Magdalena Sibplla, Prinz Lhristian u. a. 6 * 84 v. Lossa. Der unter u erwähnte Johann Nudolph, ferner b, Johann Adolph erhielten am 29. März 1713 den Lrbbries über ihren Anteil am Gute Teichnitz, die beiden jüngeren Brüder einen Mutzettel. Sämtliche Erben Hans Laspcirs v. L. verkauften Teichnitz am 30. März l7l3 an Samuel Gottlob v. Soeben auf Sohland. Wappen: Vas Stammwappen zeigt im roten Schilde einen schräg gestellten, die Füße ausstreckenden grünen Frosch innerhalb eines grünen Lorbeerkranzes. Helm ungekrönt. Kleinod: Der Frosch aus dem grünen Kranze sitzend. Decken rot-grün. Siebmacher I, Tas. 152, Nr. 14 unter den „Mepchsnischen". Das gräfliche Wappen ist geviert mit Mittelschild: Stammwappen. 1, 4: in Silber ein gekrönter schwarzer Adler,- 2, 3: in Blau ein silberner Löwe. Grafenkrone mit drei Helmen. Helm l, gekrönt: Wachsender schwarzer Adler; Helm II: Der Frosch auf grünem Kranze; Helm III, gekrönt: Wachsender Löwe. Decken: schwarz-silbern, rot-silbern, blausilbern. Tprosf, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, I. Teil, Tas. 41. v. Lossa, Edle. Samuel Lossa (Lose)h, geboren zu Geringswalde am 21. Mai 1664, lernte die Kaufmannschaft, kam nach Zittau und begann hier ein Leinwandgeschäft, das ihn bald zu Wohlhabenheit brachte. Lr stiftete eine Karsreitagspredigt in der Kreuzkirche h und errichtete Legate für Arme. Am 19. April 1707 starb er im Alter von 43 Fahrens. vermählt hatte er sich am 26. Februar 1692 mit Anna Martha Keßler v. Sprengsepsenh, geboren am 1. Oktober 1674 als Tochter Lhristians K. v. S., vornehmen Bürgers, Kauf- und Handelsmanns in Zittau und seiner Gattin Anna Maria geb. Lößnerh. Frau Anna Martha verheiratete sich nach dem Tode ihres ersten Gatten wieder und zwar am 24. April 1711 mit Friedrich Ludwig v. Hundt und Alten-Grottkau, königlich Polnischem, kurfürstlich Sächsischem Obersten, der später die Güter Ebersbach und Siebenhusen erwarb und am 19. Januar 1719 starb. Nach seinem Tode vermählte sich die Witwe zum dritten Male am 4. November 1722 mit Gottlob Innocentius v. Einsiedel aus hopsgarten rc., königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Bat und Gber- steuereinnehmer. Sie starb zu hopsgarten am 6. Dezember 1732. >) Handschriftliche genealogische Notizen in der 8tadtbibliothek in Zittan s. v. „Lossa". '-) Larpzov, ^nalsotu kastoruin Tittavisnsium, 1716, III, 8. 4d. 0) Neste des von seiner Witwe ihm errichteten Grabdenkmals befinden sich noch in der Nrenzkirche in Zittau. Gur litt, Bau- und Nunstdenkmäler des Königreichs 8achsens, 50. Heft, 3ittau-3tadt, 3. 114. H vie drei Gebrüder Christian Wolfgang, Hans und Paul die Keßler, genannt 5prengsepsen, erhielten, Prag den 20. Nlärz 1571, wegen treuer Trabantendienste einen erblichen Wappenbrief von Kaiser Maximilian II. verliehen. Vorst, wappenbuch, II. Band, 3. 42 und Tafel 170. 5) Christian Keßlers und seiner Gattin Grabdenkmal in der Zittauer Kreuzkirche ist abgebildet bei Gurlitt a. a. D. 50. Heft, 3ittau-5tadt, 3. 106. v. Lossa. 85 Samuel L. hatte sechs Kinder (5 5. t T.)H: I. Johann Christian L.^), geboren am 11. November 1692, besuchte von 1698-1704 das Zittauer Gymnasiums, lernte die Kaufmannschaft in Zittau, unternahm eine Neise nach England, trat darauf in seines Vaters Handlung, „war dabey ein starker cti^micus und alcb^mista, laborierte selbst und praeparierte eine treffliche Tinctur." Ein großer Freund des Bergbauwesens, hielt er sich öfters in Freiberg aus. Im Jahre 1716 wurde er zum königlich polnischen kurfürstlich 5ächsischen Hofkommissar, 1721 zum Kommissionsrat, später auck zum Kammer- und Bergrat ernannt. Er starb in Freiberg im Goldenen 5tern Dienstag, den 7. Mai 1754 im Ulter von 62 Jahren und wurde Sonnabend, den 11. in der Kirche zu 5t. Nikolai daselbst bestattet. Durch zahlreiche Stiftungen, mit denen er seine Vaterstadt Zittau, ferner Nostitz, Lbersbach, Freiberg, Nnnaberg, Johann-Georgenstadt bedachte, hat er sich ein bleibendes Nndenken gesichert^. Kaiser Karl VI. erhob, Wien, den 5. März 1726, Johann Ehristian Losa, „Zittauer Handelsmann und dermaligen königlich polnisch und chursächsischen Commissionsrath" in den „Nitterstand unseres Lrb-Königreichs Böhmen und dessen incorporirten Landen", da er „aus seinem bisherigen Domicilio zu Zittau in der Laußnitz eine nahmhaffte Handlung in Unser Lrbhertzogthumb Schleßien geführet und hierdurch dem dortigen Landes-commercio nützlich zu seyn sich befließen, auch Unserem Uerario an Zoll und anderen Gefällen ein vieles beygetragen, dann auch die in gleichbesagtem Unserem Lrb-Hertzogthumb Schlesien zu Uuras seither einigen Jahren errichtete und von Unß gnädigst privilegirte Juchten-Fabrique nebst derselben tunclatore mit ansehenlichen Geld-Mitteln bißhero mit unterstützen und empor bringen geholffen, mithin hierdurch sich umb das publicum meritirt gemacht, wie er dann auch in besagtes Unser Lrb-Hertzogthumb Schlesien, als woselbst er mit Unsers gewesten Tommercien-Raths von Bressler hinterlassenen Tochter sich verehlicht, noch mehrere Mitteln zu transferiren und seßhaft zu machen Vorhabens, mithin sich zu Unsern allerhöchsten Diensten nützlich ,anzuwenden des allerunterthänigsten Lrbiethens ist, solches auch wohl thun kan, sol und mag^)." Johann Christian erhielt ferner vom Kaiser am 5. März 1726 das Snkolat im Herzogtum Gber- und Nieder-Schlesien. Cr und seine Lrbön sollten als „Land-Leuthe im bemelten Unserem Lrb-Hertzogthume Schlesien erkennet, auch zu allen und ieden Necht und Gerechtigkeiten, Liehe Anmerkung I) auf §. 84. -) vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 15, S. 287; Dtto, Lexikon der Gberlaus. Schriftsteller und Künstler, II. Band, 1802, S. 505. 2) Th. Gärtner, Schüler des Zittauer Gipnnasium; von 1586-1783, S. 24. Hier ist er „Lose" geschrieben. y Über diese Stiftungen siehe Laus. Magazin 1777, S. 187; Laus. Monatsschrift 1707, S. 202; Neues Laus. Mag. Bd. 15, S. 280. Abschrift des Adclsdiploms in den Lehnsakteu Nosiitz. 86 o. Lossa. deren andere Land-Leuthe daselbst von Rechts- oder Gewohnheitswegen zu genießen befugt seynd, ebenfalls admittiret und zugelassen werden ff." Km 21. Rugust 1737 wurde er mit dem Prädikat „Edler von" in den Reichsritterstand erhoben. Was seinen Güterbesitz anbetrifft, so verglich sich Johann Christian mit seinem Stiefvater Gottlob Innocentius v. Einsiedel wegen der von seiner Mutter (Rnna Martha geb. Reßler, ff 6. Dezember 1732) hinter- lassenen Güter Lbersbach und Siebenhusen (beide blW von Görlitz) und erlangte deren unbestrittenen Besitz. Roch bei Lebzeiten seiner Mutter hatte er beabsichtigt sich in der Gberlausitz anzukausenff und erwarb am 20. März 1732 von Carl Heinrich Marschall v. Bieberstein das Erbgut Nostitz nebst den perti- nentien Trauschwitz, Grube, Spittel, Krappe und Ivohla (sämtlich bl von Löbau) für 49500 Rtlr. und 150 Tlr. Schlüsselgeld.. Johann Christian kaufte ferner am I.März 1752 von Earl Gottfried v. Bose aus Gber - Rudelsdorf das Erb- und Rllodialrittergut Groß-Krauscha (bl von Görlitz) für 15000 Taler. vermählt hatte er sich: l. am 21. Rpril 1716 mit Frau Thristiane Sophie geb. Junge, Witwe des Görlitzer Stadtrichters Or. Johann Martin Möller; sie starb am 7. Januar 1723; II. im Jahre 1725 mit Rnna Elisabeth v. Bresslerff, geboren zu Breslau am 24. Gktober 1698, jüngster Tochter Joachims v. V., K. K. Kommerzienrats und Gber- Kausmannsältesten in Breslau und der Rnna Thristiane v. Milich. Frau Rnna Elisabeth erbte ihres Mannes Güter Nostitz nebst pertinentien und wurde am 20. November 1754 belehnt. Zu Michaelis 1769 kaufte sie von Tarl Gottfried Günther und den Geschwistern v. Sepdewitz Maltitz (80 von Weißenberg) und pertinentien für 44000 Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld; am 22. März 1770 empfing sie die Belehnung. Nachdem sie testamentarisch ihren Neffen Gottlieb Wilhelm v. Bressler zum Universalerben ernannt hatte, starb sie zu Nostitz am 15- März 1777; dort wurde sie auch am 23. März bestattet. Johann Thristian hatte nur aus erster Ehe Kinder (1—3): 1. Christian Gottlob Friedrich, geboren am 9. Juni 1718, gestorben am 5. März 1719, begraben zu Deutsch-Gssig. h Ebenda. 2) Er ersuchte die Landstände am Landtage Elisabeth 1731, ihre Approbotion zu der von ihm beabsichtigten Lrkaufung eines Rittergutes zu erteilen. Sie beschlossen indessen am Beschluß des Landtages Bartholomäi festzuhalten und von der Affigierung des Raufvertrages nicht abzugehen, sondern beim Lehnspaktum zu verbleiben. Ruf eine Beschwerde Johann Christians beim Rurfürsten am 3. Dezember 1731 verfügte dieser, Dresden den 13. Februar 1732, es solle der Petent „zu Rcquirirung und eigen- thümlichem Besitz dergleichen Güther und Grundstücken fähig gemacht" werden und befahl dem Dberamtshauptmann, es solle dem Petenten gestattet sein, Ritter- und andere unter des Landes Rlitleidenheit im Markgraftum Gberlausitz gelegene Güter an sich zu bringen und es sollen ihm diese verreicht werden „ohne einigen sonst in dergleichen Fällen üblichen Anschlag und ohne Abforderung einigen Reverses, behöriger- maßen, juclioialitsr". Lehnsakten Rostitz. ff Nekrolog Laus. Magazin 1777,'S. 187. v. Lndewig. 87 2. Johanna Sophia, geboren am 17. April 1720, vermählt mit dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Akzisrat Ulrich Tonrad v. Vroizem. Sie starb 1742 an den Blattern in Dresden. Groß-Krauscha fiel nach Johann Christians v. L. Tod an die beiden Kinder Ulrich Lonrads v. Lroizem. 3. Thristiana Uenata, geboren 1722. II. Gottlob Samuel L., geboren am 10. März 1696, gestorben am 3./13. Juli 1699 im Alter von 3 I. 18 W. III. Thristiana Sophia L., geboren am 28. Juli 1697, gestorben am 11. Dezember 1700 im Alter von 3 I. 19 U). IV. Christian Friedrich L., geboren am 3. Mai 1699, gestorben am 22. August desselben Jahres im Alter von 16 Wochen. V. Johann Samuel L., geboren am 28. Juni 1700, gestorben am 15. Juli desselben Jahres im Alter von 2 W. 3 T. VI. Johann Gottlieb L., geboren am 24. September 1703, gestorben am 22. September 1706 im Alter von 3 Jahren. Wappen: Kaiser Karl VI. verlieh bei der Uobilitierung am 5. März 1726 folgendes Wappen h „. . . . einen etwas ablänglich, unten rund sormirten, mit einer Spitze zusammengehenden, dann mit einem von der obern rechten zu der untern linken Seiten gehenden silbernen Balcken getheilten Schild, in dessen obern grünen Feldung zwep rechts hinter einander gesetzte sechseckigte silberne Sterne, in der untern rothen oder Rubinfarben aber ein zur Rechten schreitender goldener Greifs mit roth ausgeschlagener Zungen, in seinen vorderen Klauen ein silbernes Spreng-Trffen haltend, zu sehen ist. Gb dem Schild stehet ein freper, offener, gekrönter ritterlicher Thurniershelm, zur rechten mit einer grün-, dann weiß- oder silber-, zur lincken aber mit einer roth- oder rubin-, dann gelb- oder goldfarben helmdecken beklepdet. Aus dem Helm entspringet zur rechten der vorbeschriebene Greifs, mehrmahlen ein silbernes Spreng-Lrffen in seinen Klauen haltend . . ." Bei der Erhebung in den Reichsritterstand wurde noch ein zweiter (linker) gekrönter Helm verliehen, der als Kleinod einen offenen grünen Flug, jeder Flügel belegt mit dem sechsstrahligen silbernen Stern, trägt. Decken des rechten Helms rot-golden, des linken grün-silbern^). v. Ludewig. Der kursächsische Amtsverwalter der Herrschaft Sorau N.-L. und Besitzer der Rittergüter pomßen und Naunhof in der Amtshauptmann- schast Grimma Andreas Ludewig wurde, Wien den 28. Juli 1791, in den Reichsadelsstand erhoben; die kursächsische Anerkennung erfolgte am 1. Oktober desselben Jahres b). tz Lehnsakten Nostitz. -) Mönch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Nlspt. auf der Natsbibliothek zu Zittau. — Nneschke, Die Wappen der freiherrlichen und adeligen Familien, IV. Band, S. 267 gibt an, der offene Flug des linken Helms sei von schwarzer Farbe, -h IN. Gritzner, Standes-Erhebungen und Gnaden-Ncte, II. Teil, 5.737. 88 v. Ludewig. Andreas v. L. kaufte am 30. September 1791 von den drei Gebrüdern Friedrich August, Earl Alexander Nikolaus und Heinrich Earl Wilhelm Grasen v. Vitzthum die Güter Skaska, Döbra, Milstrich, Lieske, Gßling (sämtlich IMO von Kamenz) nebst dem Walde „Gtterschitz" für 128 500 TIr. und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Am 23. Juli 1792 wurde ihm der Lehnbrief ausgefertigt. Den Wald „die große Gtterschitz" verkaufte er am 16. Gktober 1795 an Johann Siegismund Lhrenreich Grasen v. Nedern für 9000 Taler. Andreas v. L. starb zu Skaska am 27. Januar 1796 im Alter von 59 I. 10 M. 2 W. 2 T. und wurde am 1. Februar in Gßling begraben, vermählt war er mit Lva geb. Kirsten, die in erster Ehe verheiratet gewesen war mit einem Leschke und einen Sohn Samuel Leschke aus „Trewitz" s? Trebitzj besaß. Frau Eva v. L. starb zu Döbra am 6. Juni 1808, 75 Jahre alt, und wurde in Gßling bestattet h. Andreas v. L. hatte zwei Töchter und einen Sohn hinterlassen (1—3): 1. Anna Katharina v. L., geboren zu Sorau am 27. Februar 1765, gestorben zu Döbra am 30. Juli 1827, vermählt mit dem kurfürstlich Sächsischen Leutnant Tarl Friedrich v. hake^). 2. Lva Tatharina, geboren am 24. April 1762, gestorben zu Dresden am 20. September 1830, vermählt 1780 mit Johann Heinrich v. Klaß, zuletzt königlich preußischem Geheimen Gber-Nechnungsral in Berlin. Diese beiden Schwestern erhielten gleichzeitig mit ihrem Bruder am 4. Gktober 1796 den Lehnbries ausgefertigt über je ein Drittel der hinterlassenen väterlichen Güter Skaska mit Liebegast (I4I40 von Skaska), Döbra mit dem Dorfe Trado (O von Döbra), Milstrich und Lieske mit dem Dorfe Gßling. Zufolge Erbsonderungs - Nezesses vom 26. August 1801 erhielt Anna Tatharina Lieske, Gßling und Milstrich, Lva Tatharina Döbra und Trado. 3. Earl Friedrich, königlich preußischer Assessor bei der Kriegsund Domänenkammer in Warschau, erhielt in dem Lrbsonderungs-Nezeß vom 26. August 1801 die Güter Skaska und Liebegast mit Ausschluß der zum Gute Döbra nebst dem Dorfe Trado zugeschlagenen elf Skaskaer und Liebegaster Teiche. Am 9. Oktober 1802 belehnt, verkaufte er Skaska nebst pertinentien am 24. September 1812 für 24600 Rtlr. an Adam Wilhelm v. Meder. Das Erb- und Allodialgut und Dorf Liebegast hatte Earl Friedrich bereits am 10. April 1809 für 16 800 Ntlr. an Henriette Taroline Elisabeth verw. Majorin v. Salza und Lichtenau, geb. v. Schönseldt veräußert. Er nahm es aber am 1./3. März 1813 für 11 600 Ntlr. wieder von ihr zurück und verkaufte es nun für 12800 TIr. und 200 Tlr. Schlüsselgeld am 20. Januar 1819 an Friedrich August Wilhelm Nicolai aus Bautzen. Dafür hatte Tarl Friedrich bereits im h Tine mit einer Urne geschmückte Säule auf dem Uirchhof zu Gßling bezeichnet ihre und ihres Gatten Ruhestätte. Neben den Namen und Daten trägt sie die Inschrift „Sterben ist der Geburtstag der Unsterblichkeit". -) Jahrbuch des Deutschen Ndels, I. Rand, 1896, S. 772. v. Lüdecke 89 Jahre 1818 das Gut Schlauroth (W von Görlitz) nebst der Leschwitzer Wiese gekauft. Tarl Friedrich v. L. starb am 14. November 1839^). Gr hatte sich zu Biehla bei Kamenz vermählt am 25. April 1797^) mit Lharlotte Henriette Sophie v. Jeschki, gestorben am 12. Dezember 1854. Sein Sohn Gustav Adolph v. L. war königlich preußischer Major. Wappen: Schild geviert. 1, 4: In Blau ein schrägrechts gelegter goldener Kleestengel mit drei goldenen Blättern; 2, 3: In Rot ein nach rechts gewendeter silberner Kranich, in der erhobenen rechten Kralle einen goldenen Stein haltend. Helm gekrönt. Kleinod: Zwischen offenem blauem Fluge drei goldene Weizenähren an grünen Halmen. Decken rechts blau-golden, links rot-silbern. Dorst, Wappenbuch, II. Band, S. 96 und Tafel 211. v. Lüdecke. Urban Dietrich Lübecks, aus einem halleschen Pfännergeschlecht stammend, herzoglich Braunschweigischer Geheimer Rat und Kanzler, später königlich preußischer Geheimer Rat, Lrbherr aus Niedern-Sickte im Braunschweigischen Amt Riddagshausen, geboren 1655, gestorben 1729"), erhielt am 29. September 1704 vom König von Preußen den Adelsstand verliehen^). Urban Dietrichs Sohn, Johann Adolph v. L., herzoglich Braunschweigischer Hof- und Konsistorialrat, gestorben im Jahre 1728, war vermählt mit Sophie Eleonora v. Rauschenplatt, die nach ihres ersten Gatten Tode eine zweite The schloß mit Thristian Friedrich v. Kießling, fürstlich Schwarzburgischem Gberhofmeister zu Arnstadt"). Johann Adolphs Sohn, Günther Urban Anton v. L., geboren zu Sondershausen am 31. Dezember 1723"), erwarb am 8. Dezember 1750 von den Geschwistern Ludwig Tarl und Louise Wilhelmine v. Weitelshausen, gen. Schrautenbach, die Erbgüter Trebus und Spreehammer (beides von Rothenburg), das Vorwerk bei Nieskp (8VV von Rothenburg) samt diesem Grt selbst, ebenso das Lehngut Stannewisch (blV/ von Rothenburg)^) sür 45000 Taler und 400 Taler Schlüsselgeld. Schon am 12. lNai 1759 verkaufte er diese Güter an Fräulein Nlaria Agnes Gräfin v. Zinzendors und pottendorf. Tr besaß ferner das Gut Neu-Dietendors in Thüringens. Günther Urban Anton hatte verschiedenen Brüdergemeinen vorgestanden tz Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Lriefadeligen ksciuser ^yg7 11. Jahrgang), S. 805. s) Laus. Monatsschrift 1797, S. 317. 3) Kneschke, Neues Deutsches Odels-Lexikon, VI. Land, 5. 38. tz Gritzner, Matrikel der Brandenburgisch - preußischen Standeserhöhungen, 1874, S. 14. °) Laus. Magazin 1788, S. 116. °) Kurzer Nekrolog ebenda. "> Nm 27. Januar 1752 bat er um Lrbverwandlung des Lehngütleins Stanne- wisch, das er von seinem und seiner Gattin Ollodialvermögen für 5400 Taler suk Irasta erstanden habe. 8) vergl. kl. Leck, Die Entstehung und Gründung der evangel. Brüdergemeinde zu tten-vietendorf. „Sachsengrün", II. Jahrgg. (1861) Nr. 5, S. 53 ff. v. Lüttichau. 90 und starb als Mitglied der Direktion der Brüder-Unität und Konsenior am l4. Februar 1788 in Herrnhut. Auf dem Gottesacker daselbst befindet sich sein Leichenstein. Lr hatte sich dreimal vermählt*): I. in Herrnhut am 14. Juni 1751 mit Eleonore v. Schweinitz, geboren zu Leuba am 2. Februar 1725, gestorben zu Herrnhut am 6. August 1752; II. in Herrnhut am 11. Juli 1758 mit Hedwig Charlotte v. Nennenkampfs aus Livland, geboren am 10. Juni 1727, gestorben zu Neu-Dietendorf am 12. September 1771; III. in Darby am 8. November 1773 mit Anna Thristiane (Christina) Helene v. Seidlitz, geboren zu Friedersdorf a. Oueis am 17. Mai 1733, gestorben zu Herrnhut am 11. November 1814. Folgende Kinder Günther Urban Antons, sämtlich aus der zweiten Ehe, sind bekannt (1—4): 1. Maria Unna Elisabeth, * zu Ebersdorf 8. (Oktober 1760, f zu Herrnhut 24. Juli 1781. 2. Sophie Eleonore, * zu Ebersdors 27. September 1762, f zu Gnadensrei 19. März 1801. 3. Beata Lharlotte Justine, * zu Ebersdors 12. Dezember 1764, f zu Herrnhut 22. Dezember 1806. 4. Louise Antoinette, * zu Neu-Dietendorf 16. Dezember 1766, f zu Herrnhut 3. August 1825. Mappen: Im roten Schilde ein seine (sieben) Jungen mit seinem Blute nährender Pelikan. Helm ungekrönt. Kleinod: Zwei Büsfelhörner, das rechte rot, das linke silbern, zwischen beiden ein achtstrahliger goldener Stern. Decken rot-silbern. Siebmacher, Supplement-Band IV, Tas. 17, Nr. 12. v. Lüttichau, auch Grafen. Glieder des Meißnischen uradeligen Geschlechts v. Lüttichau, das mit Henrich v. Lutchow in Kmehlen (VV von Grtrand) zuerst urkundlich austritt^), hatten bereits im ersten viertel des 15. Jahrhunderts das Dorf Weißbach (blblO von Königsbrück) als Asterlehn der Herren v. Kamenz erworben^). Noch nach Mitte des 16. Jahrhunderts besaßen Angehörige der Familie das Gut Weißbach ganz oder zum Teil. So ließ Hans „von Lottichaw zur Meißbach" am 16. Dezember 1562 sein Weib vor dem Hauptmann verleibgedingenH. Henrich v. L. zu „Weispach", vielleicht den Bruder Hansens, treffen wir im Jahre 1585 in Salzenforst (blVV von Bautzen) angesessen. Er bat im Oktober 1585 das Bautzner Domstift, dem damals schon beträchtliche Anteile dieses Dorfes gehörten, um einige Burschen zur Besorgung des Viehes in tz Nach einer vom Nrchivar der Brüder-Unität ll. Th. Ntüller in Herrnhut aufgestellten Stammtafel. 2) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen Häuser, 1903, v. Lüttichau. Ö ltnothe, Geschichte des Vberlaus. Ndels, 1879, S. 342. H H.-Lt. -N. Boe. 9549, particularregister, Inhalts der Röm: Nag: Nlt: genedigster Instruction, 1562, Fol. 22 k. Ihre bestätigten Vormünder waren Christoph v. Nosenhagen, Christoph v. Helwigsdorff; Einweiser Jacob v. Scharfsoder: Leibgedingszeugen Nlolf v. ponickau, Hans v. Baudissin, Melchior v. Loebeu. v. Lüttichau. 91 Salzenforst. Ls hielt sich damals, wohl wegen Pestgefahr, in Salzen- forst seines Sohnes Weib, seine Tochter und ein Sohn aush. Wir wissen nicht, in welchem Verwandtschaftsverhältnis zu Henrich jener David v. L. aus Nackel (OblO von Bautzen, VVblVV von Weißenberg) steht, der am 1. Juli 1585 von Frau Margarethe v. haugwitz, geb. v. Schreibersdorff, der Witwe Balthasars v. haugwitz auf Nedaschütz, ihr Gut in Salzenforst für llOO Mark kaufte, aber bereits in der Nacht zum l7. Oktober desselben Jahres aus seiner neu erworbenen Besitzung verschied. Da er den Kaufpreis noch nicht erlegt hatte, so nahm Frau v. haugwitz däs Gut wieder in ihren Besitz. David v. L. war vermählt mit der Schwester Bennos v. helwigsdorff aus Großgrabe'I. — Zur Linie Weißbach gehört auch Jacob „v. Lottichaw", der von Hans v. helwigsdorff zu Wiednitz das Dorf Skaska (IMO von Kamenz) kaufte und es am 4. Mai 1563 zu Lehn verreicht erhielt. Sn demselben Jahre erscheint Jacob als Besitzer von Petershain (W von Kamenz): Seine Gläubiger, die Gebrüder v. Leubnitz, erhielten am Montag nach Elisabeth 1563 f22. Novembers Gunst über 200 Mark gegen Jacob „biß zu ablosung der gelde"^). — Seisried v. L. a. d. h. Kmehlen erwarb zu den bereits in seinem Besitz befindlichen Anteilen von Lohsa (80 von Hoyerswerda) im Jahre 1583 noch den Anteil Hansens v. Luttitz hinzuh. Er war vermählt mit Anna v. Schönberg, Tochter Heinrichs v. Sch. aus Zschochau und seiner Gattin Elisabeth geb. v. Einsiedel a. d. h. Gnandsteins. Siegfried hinterließ neben anderen Kindern auch zwei Söhne (I —II): I: Hans Heinrich. Er besaß das alte Stammgut Kmehlen und hatte zwei Söhne: Hans Siegfried und Heinrich Friedrich. Wegen des Gutes seines Bruders Buchwalde erhielt Hans Heinrich 162Y eine Lehnsmutungsrekognition. II. Wolf Friedrich. Sn seinem Besitz befand sich das Gut Lohsa, soweit es seinem Vater zugehört hatte. Durch wiederholte Käufe, Verkäufe und Tauschhandlungen veränderte er innerhalb weniger Jahre seinen Besitzstand wesentlich. So erwarb er von Wilhelm v. Schreibersdorff zu Driewitz (80 von Lohsa) ein Stück Heide und ließ es sich am 24. Mai 1605 zu Lehn reichen °), so verkaufte er eine Wiese bei dem „Spanholze" im Jahre 1609 an Hans Thristoph v. ponickau auf Königswartha h. Dafür ließ sich Wolf Friedrich am 15. Dezember 1609 belehnen mit den Ländereien, die er von Albrecht v. Schreibersdorff „zum Neuenhoff" (Neuhos ist ein Vorwerk von Weiß- kollm, 080 von Hoyerswerda) gekauft hatte, nämlich mit allen Wiesen >) Nkten Salzenforst im Vomstiftsarchiv zu Bautzen. '-) Wöchentliche Beilage der Bautzner Nachrichten, Nr. 48 vom 27. November 1897. 2) Y.-St.-N. Noo. 9549, particularregister, Inhalts ic., Zol. l5, 26. h ttnothe, Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 88. ö) k).-5t.-N. Gen. I>no. 11337, Lüttichau, vol. I, Stammtafel. Y.-St.-N. Noo. 9545, Verzeichnis; der Lehen und Leibgedinge in Olber- lousitz No uo 1604—17, Fol. 10. ") Ebenda, Zol. 77d. 92 v. Lüttichau. und Ackern des genannten v. Schreibersdorfs zu Lohsa samt der Försterei sowie dem Häuschen, in dem er gewohnt, auch mit dem Hause seiner Mutter, „welches sie neben einem Stücklein jWiesej und zwei Stücklein Acker ihres Lebens Zeit zu gebrauchen" shatjh. Mit Siegmund v. Falkenhain ging Mols Friedrich im Jahre 1613 einen Tauschvertrag ein: Tr trat dem v. Falkenhain viertehalb Hüfner zu Neida (bl von Lohsa) samt Diensten und Zinsen ab und verkaufte ihm „srepe Axt auf seiner heyde" und erwarb dafür von ihm (v. Falkenhain) dessen halben Kretscham „Komerugk" samt Vierschank, nebst sechs Gärtnern und einem Häusler zu Lohsa. Am 20. März 1613 wurden beide belehnth. In demselben Jahre (1613) trat ferner Milhelm v. Schreibersdorff dem Wolf Friedrich v. L. seine Gerechtigkeit der freien Jagd und dieser jenem die Gerechtigkeit der freien Axt auf der Neuhammerschen Heide ab. Am 27. April 1613 ließen sie die Lehn reciproce aus und erhielten sie reciproce verreicht h. Noch vor der Belehnung verkaufte Mols Friedrich die soeben erworbene freie Jagd aus der Neuhammerschen Heide an Hans v. Warnsdorfh. Seine ungünstigen Vermögensverhältnisse veranlaßten Wolf Friedrich von dem eben genannten Hans v. Warnsdorf aus Kuhna 2000 Taler zu leihen. Megen dieser Schuld erging über sein ganzes Gut Lohsa samt dazu gehörigen Dörfern, an Lehn und Erbe, Gunst am 3. Juni 1613h. Und wegen des Leibzinses an 600 FI., den er seiner Mutter schuldig war, erhielt er am 27. März 1614 Gunst über seine Güter °). So sah sich Mols Friedrich endlich genötigt sein Gut Lohsa zu verkaufen: Joachim v. Gersdorff erwarb es, wurde am 18. Gktober 1615 belehnt h und überließ Mols Friedrich tauschweise das Gut Buch- walde (!4VV von Varuth, blWvon Weißenberg). Am 18. Dezember 1615 mit Buchwalde belehnt h, verkaufte Molf Friedrich im nächsten Jahre seine ganze Holzgerechtigkeit am Taucherteiche daselbst an Thristoph v. Nostitz zu Leichnam h. Mols Friedrich erwarb ferner von Hans v. Luttitz auf Litschen ein Vurglehnhaus in Bautzen und wurde am 22. Februar 1618 belehnt. Kurz vor seinem Tode endlich kaufte er von Hiob v. Bomsdorff aus Lohsa und Niemitsch das Gut Dauban (14 von Weißenberg) für 10500 Taler, ohne indessen eine Anzahlung zu leisten. Tr starb im April 1628 (1629?). vermählt war er: I. mit . . . wohl aus dem Geschlecht von Gersdorff stammend. Sie starb am 6. August 1620. Ihr stark verwittertes Epitaph befindet sich noch jetzt in Baruth^),- ll. mit Katharina geb. v. Kindisch (Kintsch), Tochter 0 Ebenda, Fol. 85b. -) Ebenda, Fol. 200, 200 b. ') Ebenda, Fol. 203b. 0 Ebenda, Fol. 208. h Ebenda, Fol. 211b. °) Ebenda, Fol. 223. h Ebenda, Fol. 265. h Ebenda, Fol. 264b. ») Ebenda, Fol. 291. >") Gurlitt, Bau- und Bnnstdenkinäler Lachjens, 31. Heft, Nmlstzauptmann- ichast Bautzen, 8.3. Nach Gen. Boo. 11337, Bol. I, Btammtafel, war IVoif Friedrichs Gattin: Maria 8nbinn v. Minckwitz n. d. H. „vörrenhcunersdorf" v. Lüttichau. 93 Wolfs v. R. „und purschwitz" auf Niethen. Sie hatte ihm l500 Taler Ehegeld mitgebracht. Mit der gleichen Summe ließ Wolf Friedrich sie zum Gegenvermächtnis auf Buchwalde verleibgedingens am l 6. Dezember 1622 wurde ihr dieses Gut nach Leibgedingsart verreichth. Wolf Friedrich hinterließ zwei Zähne (1—2) und, soweit bekannt, eine Tochter Namens Magdalena. 1. Wolf Georg, von ihm hören wir nichts mehr. 2. Hans Friedrich, unmündig, stand unter Vormundschaft Hans Georgs v. Gersdorff aus Guttau. Die väterlichen Güter Buchwalde und Dauban wurden im Jahre 1631 verkauft an Dietrich v. Laß. Hans Friedrich kaufte am 29. September 1644 von Frau Katharina verw. v. Rackel, geb. v. Gersdorff, das Lehngütchen Nappatsch (Zubehör von Mt-Liebei, VVbV.V von Rothenburg) für 300 Taler und erhielt es am 18. Dezember 1663 verreicht. Zu Michaelis 1673 veräußerte er Nappatsch an Joachim Heinrich v. Gersdorff aus Linda für 500 Ntlr., doch scheint es später wieder in seinen Besitz gelangt zu sein. Hans Friedrich v. L. war vermählt mit Anna Helena v. Nabenau a. d. h. IVerda und hinterließ zwei Rinder: Hans Mols und Anna Magdalena. Hans Wolf v. L. erhielt nach seines Vaters Tode das Lehngütlein Nappatsch am 27. Rpril 1686 für 525 Taler gerichtlich adjudiziert'h. Hans Wolf starb, wie der Landvogt am 18. Februar 1712 dem Rönig- Rurfürsten meldete, „vor etlichen Tagen" ohne Leibeslehnserben. Sein Gütchen Nappatsch habe er seiner Muhme, einer v.hepde, hinterlassen^). - Eine andere Gruppe von Angehörigen des Geschlechts v. L., der wir in der Gberlausitz begegnen, stammt ab von Seifert (Siegfried) v. L. auf Rmehlen und Zschorna, Amtshauptmann zu Senstenberg, der im Jahre 1603 starb und drei Söhne hinterließ (A-L): A. Wolf. B. hannibal. Vieser kaufte im Jahre 1607 von Adolph v. Gersdorff aus Guteborn einen bei Hermsdorf (880 von Ruhland) gelegenen Weinberg, konnte jedoch, da er noch nicht ins Land ausgenommen war, tz Leibgedingszeugen waren Laspar v. Rottwitz auf Beibitz, Christoph v. Ralck- reuth zu Lannewitz; Einweiser war der Hofrichter Heinrich ^ Zezschrmtz auf Lubachau. h Die traurigen Verhältnisse der damaligen Zeit charakterisieren treffend nachstehende, den Lehnsakten Nappatsch entnommene Darlegungen: . . . „Die anno 1692 und 1694 zur Nblegung der unterthänigsten Erb- und Lehnspflicht ergangenen Nmbts- patente seind besagtem sHans Ivolfs von Lüttichaw, des Görlitzischen Land - Bothens iezigen Nussage nach, niemals insinuiret worden. Und wendet der Land-Bothe dieses zur Entschuldigung vor: tveiln das Güttel in der Wendischen Heide ganz allein lieget und der von Lüttichau weder lesen noch schreiben kan, auch zum vorlesen in der Nähe dergleichen Niemand zu erlangen were, über dieses der v. Lüttichau weder Wagen noch Pferd hette, sondern nur ein paar Vchsen sich zu Bestellung erwehnten sehr schlechten Güttels hielte, Nckern, 8äen, Dreschen gleich als ein Bauer selbst verrichtete und dergestalt seine Reisen per psäss fortstellen müsse: 5o hette er nicht gemeinet, daß die Nmbts - Patente ihm hetten insinuiret werden, noch Er gleich anderen von Ndel der Huldigung mit betzwohnen dörffen" . . . tz Lehnsakten Nappatsch. Y4 v. Lüttichau. nicht belehnt werden'), hannibal hatte einen einzigen Lohn Liegsried, der, wie er um 1630 dem Kurfürsten meldet, „in die sechs Jahre der glorwürdigsten königlichen Mäht, und der Tron Lchweden continue gedienet". L. Nikol, war geboren am 20. Juli 1578"). von den Vormündern der Erben hieronpmi v. Gersdorff weiland zu Lipsa kaufte er die Ruhländer Heide und erhielt am 22. April 1610 die Belehnung ^). Lr besaß ferner Königswartha und hatte daselbst viel unter den Unbilden des dreißigjährigen Krieges zu leiden. So bat er am 23. (Oktober 1620h um acht Schutzbriese gegen feindliche Bedrückungen seiner Dörfer Königswartha, Eutrich, Truppen, Tommerau, Koblenz, Taminau, Johnsdorf, Neudorf (sämtlich im Umkreise von Königswartha). Und am 2. Januar 1632 bat er abermals um eine 8ulvg Auarciiah. Zur Hebung des Wohlstandes und Verkehrs hatte er 1621 beim Kurfürsten um die Genehmigung nachgesucht, in dem Flecken Königswartha Wochen- und Jahrmärkte abzuhalten. - Lin Anteil von Königswartha, das sogenannte „Gödens Gütleinh", das er von Thristoph v. ponickau aus Baselitz neben dem hauptgute erworben hatte, wurde Nikol am 16. August 1623 zu Lehn verreicht. Nikol Unterzeichnete am 7. Juni 1619 mit zahlreichen anderen Gberlausitzischen Ldelleuten das Lehnspaktumh. Im Februar 1632 starb er als kurfürstlicher Kammerjunker und Herr aus Kmehlen, Königswartha und Kraußnitz (8 von Grtrand). vermählt hatte er sichh: I. Im (Oktober 1602 mit Katharina v. polenz, gestorben zu Lger 1616, begraben in Kmehlen; II. 15. September 1617 mit Katharina v. Krackau a. d. h. Grtrand, gestorben am 26. Gktober 1628. Lr hinterließ drei Söhne (I —III): I. Siegfried. Siehe I. Ast. II. Wolf Heinrich. Siehe II. Ast. III. Christian. Siehe III. Ast. I. Ast. Siegfried v. L., geboren zu Kmehlen am 21. Gktober 1608, gestorben am 24. Juni 1691, begraben am 28. in der Kirche zu Groß- Kmehlen"), Herr aus Kmehlen und Kraußnitz, verkaufte gemeinsam mit 9 H.-S1.-5I. loo. 9545, Verzeichnis der Lehen ic., Zol. 42. -) k)--5t.-6. Gen. loo. 11337, Lüttichau, vot. I, Stammtafel. 9 lf--5t.-51. 1.06. 9545, Verzeichnis der Lehen ic., Zol. 92. tz ks.-5t.-5l. Gen. 1,06. II337, Lüttichau, vol. II. h Lr begründet sein Gesuch damit, daß „iungst vorschienenen herbst die Lrabaten zu fünf unterschiedlichen Mahlen zu Itönigswarta eingefallen, mein Haus und hoff geplündert und mir und meinen armen Unterthanen daselbst überaus großen Schaden zugefügt". Lbenda. 9 So benannt nach Besitzern aus dem Geschlecht v. Göda. h Dberlaus. Tollect.-lverk, I. Bd., S. 1055. 9 H.-St.-K. Geneal. loo. 11337, Lüttichau, vol. I, Stammtafel; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der 5ldeligen Häuser, 1903. 9 h.-St.-5i. Geneal. loo. 11337, Lüttichau, vol. I, Stammtafel; Gothaisches 5ldeliges Taschenbuch, 1903. v. Lüttichau. 95 den Vormündern seiner beiden unmündigen Brüder Königswartha im Jahre 1637 an haubold v. Schleinitz, das Gödische Gütlein 1638 an Christoph Pfennig, den Schösser zu Königswartha, vermählt war Siegfried mit Rgnes v. Einsiedel a. d. h. Sphra und hatte vier Söhneh (1—4), von denen zwei den Stamm fortpflanzten: 2. Siegfried , gestorben ohne Erben. 3. Wolsgang, geboren 1646, aus Bärenstein, dann auf pot- schappel, hatte zwei Söhne: Rudolph Rugust und Magnus Heinrich. Rudolph Rugust, kurfürstlich Sächsischer Kammerrat, erstand sub basta das im Großenhain scheu Amtsbezirk liegende Rittergut Klein-Kmehlen nebst der in der Dberlausitz gelegenen Ruhländer Heide am 22. Mai 1724. Cr verkaufte diese beiden Besitzungen am 20. Dezember 1738 an den königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kommissionsrat und Gberamtmann zu Dresden Rugust Franz Lssenius für 20000 Gulden. 4. Gottlob, geboren zu Kmehlen 14. Januar 1651, gestorben als kurfürstlicher Oberst aus der Rückreise von Bremen zu Zelle am 11. Rugust 1699 im Rlter von 48 I. 29 N). 6 T. 17 St., begraben am 15. zu Groß-Kmehlen h. Er hatte sich vermählt: I. mit Katharina Elisabeth v. Schönberg a. d. h. Schönberg, geboren am 11. Rugust 1649, gestorben am 27. September 1682 zu Groß-Kmehlen; II. mit Johanna Eleonora v. Borcke, die sich am 30. Mai 1702 wiederverheiratete mit dem kursächsischen Generalmajor Siegmund v. Brause. Von Gottlobs Söhnen gelangten zu höherem Rlter (a —b): a. Gottlob Ferdinand, geboren zu Kmehlen 20. Rugust 1687, in kursächsischen Kriegsdiensten. k. Earl Gottlob, auf Groß-Kmehlen, Blochwitz, lveißig, geboren 30. Rpril 1698 h, gestorben zu Marburg 2. Juli 1749, kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, vermählte sich am 2./12. Rpril 1728 mit Friederike Ruguste Gräfin v. Iverthern, geboren 28. Juli 1712, Tochter Georgs Grafen v. lv. auf der Herrschaft Beichlingen und seiner Gattin Rahel Helene v. Miltitz aus Scharfenberg. Nach dem Tode ihrer Mutter (Gräfin Rahe! Helene v. Iverthern, 's 9. Mai 1736) fiel deren Gut Frauendorf (dlblO von Grtrand) und Kröppen (O von Grtrand) zufolge mütterlicher Disposition an ihre jüngste Tochter Frau Friederike Ruguste o. L. zufolge Kaufs vom 14. Juni 1736. Diese starb am 16. Januar 1748 mit Hinterlassung folgender Kinder. (« — P: «. Earl Rugust, geboren zu Kröppen 3.Juli 1732, Oberst der Infanterie, vermählt mit Magdalene Louise Ruguste Lssenius. st. Rahel Eleonore, geboren zu Groß-Kmehlen 29., getauft 30. Rugust 1733, vermählt 14. November 1754 h mit Philipp Christoph v. d. Brüggen. >) Lehnsakten Ruhländer IVald und Heide, vol. I, Fol. 48. -) Sein und seiner ersten Gattin prächtiges Epitaph ist in der Kirche zu Groß-Kmehlen. tz Gothaisches Rdeliges Taschenbuch IdOZ. h Scheide Mantels Kollektaneen im pfarrarchiv zu Krappen. Y6 v. Lüttichau. V. Ludwig Gottlob, geboren zu Groß-Rmehlen 8., getauft 12. Juli 1739, kurfürstlich Sächsischer Rammerherr, durch Reskript vom 4. Januar 1787 zum Landeshauptmann der Gberlausitz ernannt und am 12. März d. I. installiert h, starb im RIter von 74 Jahren an Altersschwäche am 15. Gktober 1813 und wurde am 18. in Bautzen beerdigt. Er hinterließ keine Rinder. Ludwig Gottlob war am 5. August 1769 in den Reichsgrafenstand erhoben worden; die kurfürstlich Sächsische Anerkennung erfolgte am 31. Gktober desselben Iahresh. Mit seinem Tode erlosch die sogenannte Gberlausitzische gräfliche Linie wieder. vermählt hatte er sich am 6. September 1769^) mit Frau Helene Renate geb. Gräfin hoym, verwitw. Reichsgräfin v. Roedern, Tochter Ludwig Gebhards Grafen v. h. auf Droyßig, Slawentzitz, Gleina, Nebra, Geheimrats und Gberhauptmanns in Thüringen und seiner Gattin Rahel Louise geb. Reichsgräfin v. Werthern auf Thallwitz und Gchsensaal. Frau Helene Renate besaß die Güter Groß- und Rlein-Dubrau, Briefing, Doberschütz (sämtlich IMO von Bautzen), Rieschen <80 von Bautzen) und das Vorwerk Lubas (gehörig zu Nieder-Gurig, dldlO von Bautzen). Sie überließ ihrem zweiten Gatten, dem Grasen Ludwig Gottlob v. L. Doberschütz samt Anteil Briefing und Rieschen im werte von 20000 Talern als heiratsgut. Gräfin Helene Renate, geboren am 5. September 1733, starb zu Bautzen am 5. Dezember 1787 vormittags gegen elf Uhr an Wind- und Wassersucht und wurde am 8. aus dem Tauchersriedhos bestatteth. Graf Ludwig Gottlob schloß eine zweite Ehe in Rleinbautzen am 7. April 1793 mit Frau Friederike Auguste geb. v. Schlieben, geboren zu Görlitz am 6. März 1755^), Tochter des kurfürstlich Sächsischen Generalmajors Johann Taspar v. S. und Witwe Ferdinand Rudolphs v. Ziegler und Rlipphausen (ch 7. September 1791) auf Tunewalde °). Gräfin Friederike Auguste kaufte am 3. November 1795 von Hans Larl v. Metzradt das Mannlehnrittergut pließkowitz (1^10 von Bautzen) für 67 000 Rtlr. und 100 Stück Dukaten Schlüsselgeld; am 3. Dezember 1795 wurde sie belehnt. Sie verkaufte das Gut am 10. Juli 1826 an Wilhelm Tarl Heinrich v. polenz. Was den Güterbesitz des Grasen Ludwig Gottlob anbetrifft, so hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Tarl August die Güter Rroppen, Frauendorf und heinersdors (0 von Grtrand, auf dem linken User der Pulsnitz) samt« dem Ruhländer Walde am 20. August 1764 an seine Schwester Rahel Eleonore v. d. Brüggen, geb. v. L., verkauft. Doberschütz samt pertinentien hatte er, wie erwähnt, von seiner ersten tz Laus. Magazin 1787, S. 86; Näuffer, Obriß der (Oberlauf. Geschichte, IV. Band, 5. 678. h Gritzner, Stander-Erhebungen und Gnaden-Octe, II. Bd., S. 716. Oer Neichsgrafenstand kam ferner am 23. November 17Y1 in die Familie und zwar an Christian Friedrich Tonne v. L. (Dänische Linie). ») Laus. Magazin 176d, S. 282. ff Laus. Magazin 1787, S. 37Y. ch Laus. Magazin 1774, S. 154. h Laus. Monatsschrift 17YZ, I, S. 240. v. Lüttichau. 97 Gattin als Heiratsgut erhalten; am 23. November l769 wurde er belehnt. Testamentarisch vermachte sie ihm ferner die Güter Nieder-Gurig, Klein-Dubrau, Briefing Nieder-Guriger Anteils; am 15. Juli 1788 empfing er den Lehnbries. Diese zuletzt genannten Güter verkaufte er am 1. Juni 1796 seiner Nichte Juliane Eleonore Augusta Gräfin v. Schönburg, geb. v. L. Sie setzte er auch durch Testament vom 21. November 1794 als Universalerbin ein. II. Ast. Wolf Heinrich v. L., geboren am 2. Juli 1621H, der zweite Sohn Nikols, stand mit seinem jüngeren Bruder Thristian unter Vormundschaft des ältesten Bruders Siegfried, ferner Thamms v. Bärenstein (Bernstein) auf Bärenstein und Wolf Siegfrieds v. L. auf Falkenhain. Er war kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker und besaß Kraußnitz, Böhla und Naundorf bei Grtrand. Vermählt war er mit Margarethe v. Treskow a. d. H. Milow. von seinen Söhnen starb Adam Heinrich im Jahre 1685 „in Morea vor Talamatha" ohne Erben ^). Der andere Sohn, der den Namen seines Vaters führte, Wolf Heinrich d. I?), geboren am 24. Juni 1667 morgens um drei Uhr, trat 1685 in kurfürstlich Sächsische Dienste als Kornett, wurde Leutnant, Flügeladjutant, 1690 Hauptmann in den Sachsen-Gothaischen Truppen, mit denen er 1692 in kaiserliche Dienste kam, bis 1706 blieb und zum Hauptmann und „Nöm. Kais., auch zu Ungarn und Böhmen Kgl. Maj. bestallten Dberstwachtmeister" avancierte. Am 14. November 1722 starb er. vermählt hatte er sich im Jahre 1692 mit Sophie Louise v. Brösigke, Tochter Maximilian Friedrichs v. B., Seniors und Domherrn des Stifts Brandenburg, aus Badegast rc. Am 10. April 1707 kaufte Wolf Heinrich d. I. von Ferdinand Siegismund v. Mesenau auf preilsdors das Gut Gber-Gertmannsdors (88V^ von Lauban) für 30000 Taler. Am 22. Juli 1707 schenkte dieser dem v. L. sämtliche Kaufgelder, da letzterer . . . „zeithero zu ihm eine sonderbahre Zuneigung spühren lassen und solche durch unterschiedene Proben wahrer und aufrichtiger Freundschafft an Tag geleget hat, dahero auch das gute vertrauen zu ihm geschöpffet, daß er in sothaner Dexterität und Freund- schafftsbezeugung ferner continuiren werde und hingegen sein erkäntliches und danckbahres Gemüthe in der Nealität zu zeigen bei) sich schlüssig worden" . . ?). Erst am 7. Juni 1715 erhielt Wolf Heinrich die Belehnung, da sowohl der kurfürstliche Fiskal, als auch die Vormünder des Sohnes Hans Taspars v. Uechtritz, welch letzteren der v. Mesenau bei Lrkaufung des Gutes (Ober - Gertmannsdorf in die Mitbelehnschast tz H.-St.-K. Gen. 1.06. II3Z7, Lüttichau, vol. I. 2) Lehnsakten Ruhländer Wald und Heide, vol. I, Fol. 48; Über die Schlacht von Ualamata am 4./I4. September 1685 siehe v. Friesen, Die Feldzüge der Sachsen in Morea, v. Webers Archiv für die Sächsische Geschichte, II. Bd., S. 225 ff., bes. S. 244. tz Laus. Magazin 1777, S. 247. tz Lehnsakten Gber-Gertmannsdors. 7ä 98 v. Lützelburg. genommen, dieses in Anspruch nehmen wollten H. Nach dem Tode Wolf Heinrichs d. I. erstand sub basta das Gut Gertmannsdorf Jacob Eckart v. Wobeser. III. Ast. Christian v. L., der dritte Lohn Nikols, geboren am l6. Gktober 1628, gestorben zu Klein-Kmehlen am 5. August 1680 im Alter von 51 I. 40 W?), besaß das Gut Klein-Kmehlen. In der brüderlichen Teilung vom Jahre 1638 fiel an ihn die Nuhländer Heide; am 2. Dezember 1649 wurde er belehnt. Er stand damals in Bestallung Herzog Augusts, postulierten Administrators des Erzbistums Magdeburg, vermählt war er mit Anna Benigna v. Truchseß, Tochter des Llias v. T. aus Tasabra. Thristian hinterließ zwei Löhne: a. Augustus, geboren 1656, gestorben am 7. Februar 1718 auf dem Landtage in Dresden „eines unvermutheten und jählingen Todes" 3) ohne Erben. b. Wolf Nikol, geboren 1657, starb, wie sein Bruder Augustus dem Dberamtsverwalter meldet, im Jahre 1690 „in der Belagerung vor Mainz auf dem Bette der Ehren" H. Diese beiden Brüder hatten den Nuhländer Wald am 26. März 1688 dem kurfürstlich Sächsischen Geheimrat, Gbersteuerdirektor und Gberhauptmann des Meißner Kreises Haubold v. Miltitz verkauft. Wappen: Im roten Lchilde zwei neben einander stehende Sicheln mit gezähnten Schneiden und goldenen Griffen, die konkaven Schneiden gegen einander gerichtet; die konvexe Seite jeder Schneide trägt an der Spitze, in der Mitte und unten je einen Büschel von drei schwarzen Hahnenfedern. Helm gekrönt. Kleinod: Die Schildfigur. Decken rot- silbern. Siebmacher I, Tas. 154, Nr. 3, „v. Litichaw" unter den „Mepchsnischen". Das gräfliche Wappen hat über dem Schilde die Grasenkrone, aus ihr steht der gekrönte Helm mit der Schildfigur. Decken rot-golden. Schildhalter: Zwei je mit einer Freiherrnkrone gekrönte, vorwärts sehende Leoparden. Tyroff, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, I, Tas. 42. (Hier sind die Leoparden mit der neunperligen Grasenkrone gekrönt.) v. Lützelburg, Freiherren, auch Grasen. Angehörige des alten Lothringer Geschlechts v. Lützelburg machten sich im 17. Jahrhundert in der Gberlausitz ansässig^). Friedrich v. L. auf Sareck und Immlingen, fürstlich Lothringischer Statthalter zu Saar- H In die Witbelehnschaft nahm Wolf Heinrich d. I. seine Schwäger Heino Joachim v. Brösigke und Hans Georg v. Brösigke Gebrüder. - H H.-§t.-ki. Gen. Loo. 1IZZ7, Lüttichau, vol. I, Stammtafel; v. Feilitzsch a. a. D. S. 169. s) Lehnsakten Ruhland. H Ebenda. H In Rursachsen begegnen wir bereits zu Onfang des 17. Jahrhunderts einem Glieds des Geschlechts v. L.: Werner v. L., kurfürstlich Sächsischer Jägermeister, war vermählt mit Onna geb. v. „Zetteritz". Im Jahre 1626 schenkte sie, bereits Witwe, ihre Geradestücke ihren fünf Söhnen Sebastian, Werner, Georg, Friedrich und v. Lützelburg. yy bürg, auch bischöflich Straßburgischer Gberhofmeister, war ein Vater des Antonius, der anfangs den Posten eines königlich Französischen Obersten über zwei Regimenter bekleidete, dann aber an den Hof des Herzogs Johann Wilhelm von Sachsen-Weimar kam und nach dessen im Jahre 1573 erfolgtem Tode vom Kurfürsten August von Sachsen als Statthalter über die Weimarschen Lande eingesetzt wurde h. von seinen drei Söhnen Ernst Thristoph, Friedrich Wilhelm und Johann Wigand kommt der letztgenannte für uns in Betracht. Johann Wigand (auch nur Wigand oder Weigand genannt) v. L. aus Smmlingen, königlich Spanischer Oberst über ein Regiment zu Pferde, war vermählt mit Anna Margarethe Streifs v. Lauen- fl, . stein^). Er hatte, soweit bekannt, Iw§i Töchter und einen Sohn. Die eine Tochter Maria Margaretha, geboren am 28. Mai 1632, ver- mahlte sich am 26. Oktober 1647 mit dem kursächsischen Geheimen Rats- Direktor Heinrich v. Friesen aus Rötha, Schönseld und starb in Dresden ^ - > am 18. September 1689, nachdem sie ihrem Gatten sechzehn Rinder geschenkt hatte^). Die andere Tochter Johann Wigands, Tharlotte, vermählte sich mit dem Gberhofmarschall Lhristian Ernst Freiherrn v. Ranne, der im Jahre 1677 starb. Sie entschlief, wie ihre beiden Töchter am 6. März 1684 dem Kurfürsten meldeten, „vor etzlichen Tagen" h. Johann Wigands Sohn: Wigand (Weigand) v. L., kurfürstlich Sächsischer Oberst und Rammerherr, Erbsaß auf Immlingen und Neuweiler, kaufte im Jahre 1655 von seinem Schwager Johann Adolph v. haugwitz das Gut Nieder-Gurig (bR40 von Bautzen) samt den dazu gehörigen Vorwerken Briefing, Rlein-Dubrau und Ouatitz (IMO, IMW und WbNV von Nieder-Gurig) sowie den Dörfern Nieder-Gurig, Briefing, Rlein-Dubrau, „Lubowoss" (Lubas, Vorwerk von Nieder-Gurig) und Ouatitz und den Bauern zu Rackel (0 von Nieder-Gurig, WblVV von Weißenberg) für 30 000 Rtlr., jeder Rtlr. zu 24 Groschen, jeder Groschen zu 12 Pfennig Meißnisch gerechnet^). Die Untertanen von Ouatitz kauften Antonius auf Zscheckwitz bei Kreischa im Meißner Kreise. — Oer kurfürstliche Kammerjunker Sebastian v. L. vermählte sich auf dem Schloß zu Dresden am Z. Juni 1638 mit Elisabeth, Tochter des Hofmeisters der Kurfürstin Hans Laspar v. Körbitz zu Schmiedeberg. Sebastians Tochter Anna Maria v. L. vermählte sich Dienstag vor Martini 1654 s7. Novembers mit Kaspar Kühn Rudolph v. Körbitz, Kammerjunker der Herzogs Moritz. Die Hochzeit fand statt in dem Logiament der Gberstleutnantin Schlieben auf der Kreuzgasse zu Dresden. — Lin Sohn Sebastians v. L. wurde am 22. September 1638 in der Hofkirche zu Dresden getauft. H.-St.-A. Gen. üoo. 11338, Lützelburg. 0 3- F- Gauhe, Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon, I. Bd., 1740, S. 1286. 2) L. Frhr. v. Friesen, Geschichte der reichsfreih. Familie v. Friesen, I. Bd., 1849, S. 156. — Über einige dem 17. Jahrhundert angehörige Glieder des in den genealogischen Handbüchern wenig berücksichtigten Geschlechts Streifs v. Lauenstein (Löwenstein) finden sich kurze Nachrichten in der Vierteljahrsschrift für Heraldik rc. Bd. X (1882), S. 304. ») Ebenda, S. 156. 0 H.-St.-A. Gen. Noo. 11338, Lützelburg. h Auf lvigands Bitte, Nieder-Gurig samt den beiden dazu erkauften Gütern Groß - Dubrau und tpuatitz aus Lehn in Erbe zu verwandeln, damit, da er keine männlichen Erben habe, seine einzige Tochter im Besitz sukzedieren könne, genehmigte der Kurfürst am 27. Juli 6. August 1677 die Erbverwandlung der genannten Lehnstücke. 7 * 100 v. Lützelburg. von Wigand v. L. das Rittergut Csuatitz samt pertinentien am 10. Mai 1661 für 4000 Taler*). Tr behielt sich nur die Jurisdiktion, Jagd und Schutzobrigkeit „samt anderen Regalien, dergleichen Bauersleute ohne das nicht fähig sein können", all clies vitse vor. RIs Schutzgeld erhielt er jährlich sechs Taler. Im folgenden Jahre, 1666, kaufte Wigand von Friedrich Rdolph v. Haugwitz auch noch das Gut Groß-Dubrau (bl von Nieder-Gurig, IMO von Bautzen). Wigand kaufte ferner am I.Mai 1676 von Hans (Otto v. ponickau dessen Gut Doberschütz (SO von Nieder-Gurig, blO von Bautzen) und erhielt es am 22. September 1677 zu Lehn verreicht,- in demselben Jahre wurde das Gut in Erbe verwandelt. Wigand wurde zugleich mit seinem Vetter Friedrich Wilhelm v. L., Wien den 1. Dezember 1666, in den Reichsfreiherrnstand erhoben; die kurfürstliche Anerkennung erfolgte am 22. Januar 1666 h. Wigand Frhr. v. L. starb zu Nieder-Gurig im Jahre 1678 und wurde als Katholik in der Petrikirche zu Bautzen unter Beteiligung vieler Fremder begraben °). Wigand scheint dreimal vermählt gewesen zu sein: I. mit Maria Katharina v. Dssa, Tochter des kaiserlichen Kriegsrats und Feldmarschall - Leutnants Wolf Rudolph v. G.h; II. Dresden am 5. Februar 1666 mit Rnna Margarethe Freiin v. Tallenberg, Tochter des Gberhofmarschalls Lurt Reinicke Freiherrn v. T. Sie starb am 2. Juli 1671h; III. mit Rnna Iuditha Freiin v. Schönburg a. d. h. penig, geboren am 24. Juni 1641°). Wigand hinterließ zwei Kinder: 1. Rmalie Thristiane, vermählt am 29. April 1692h mit Friedrich Siegismund Grafen zu Solms-Baruth. 2. Wigand d. I., geboren 1679°). Die Geschwister teilten sich so in die väterlichen Güter, daß Wigand Nieder-Gurig, Groß- und Klein-Dubrau übernahm, während Doberschütz gemeinsam an ihn und seine Schwester fiel. Sie trat indessen ihren Anteil an Doberschütz ihrem Bruder ab. Wigand d. I. starb bereits am 24. September/4. (Oktober 1699, noch unmündig, in Paris und hinterließ seine einzige Schwester als alleinige Erbin. tz Liehe über diesen Freikauf Neues Laus. Mag. Bd. 75, 5. 70. 2) Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Ncte, 1881, II, 5.672. ») wilke, Lhronik der Stadt Budissin, 1845, S. 415. h ks.-Lt.-N. Gen. Noo. 11538, Lützelburg. h NI. Geier, Leichenpredigt auf L. R. Frhrn. v. Lallenberg, 1673; k).-St.-6. Gen. Roo. 11338, Lützelburg; v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 1846, 5. 44. I. ksübner, Genealogische Tabellen, II. Teil, 1727, Taf. 658. Lie ist es vielleicht, die, als „Frau Vberst v. Lützelburg" bezeichnet, 1674 in der Domkirche zu Bautzen bestattet wurde. Nrchiv des vomstifts zu Bautzen, Roo. 64, Nr. 115, Ncta, Oie Begräbnisstellen bei Lt. Petri betreffend, 1585 — 1643. 0 I. ksübner a. a. V. II, Taf. 400. h Falls dieses den Lehnsakten Nieder-Gurig entnommene Geburtsdatum richtig ist, so ist Wigand d. I., die Richtigkeit der Nngabe des Todesjahrs seines Vaters (1678, siehe oben) vorausgesetzt, ein postüumus. v. Lützelburg. 101 „Vettern" der Gräfin Amalie Christiane zu Solms, geb. Freiin v. L., waren Anton Freiherr v. L. und dessen Bruder Franz Joseph*). Sie hatte die Güter preititz und Lannewitz (140 von Bautzen) am I.INärz 1701 käuflich erworben und überließ beide ihrem Vetter, dem eben genannten Obersten Anton Freiherrn v. L., . . . „so aus ihr der Frau Gräfin Ihro Gnaden beschehenes freundliches Ansuchen die sonderbare Asfection gegen sie bezeuget, seine in Spanien gehabte avanta^e verlassen und zurückgesetzet und zu ihrer nicht geringen Freude und Wohlgefallen heraus in die Gberlausitz kommen, fsie überließ) auch ihm in Zukunft, da sie in hiesigen Landen keine Anverwandten ihres wohlseeligen Herrn Vaters Namens und Geschlechts hätten, ihre neu erkaufte und von Ihrer Ngl. INaj. in Polen und Thurs. vurchl. zu Sachsen ic. unserm allergnädigsten Herrn ins Erbe allergnädigst verwandelte Güter preititz und Gannewitz und deren pertinentien, auch mit deren oneribus und Schulden, nämlich 20000 Thalern noch unbezahltem Naufgelde per clonationem inter vivos" ... am 14. Dezember 1703. Dem Freiherrn Anton v. L. auf preititz eignete seine Lousine, die eben erwähnte Gräfin Amalie Lhristiane zu Solms, geb. Freiin v. L., ferner mittels Vergleichs vom 10. September 1705 die Güter Nieder-Gurig, Doberschütz und Groß-Dubrau zu. Am 8. Oktober 1705 erhielt er den Lehnbrief über diese Besitzungen ausgestellt^). Neben seinen Dberlausitzischen Gütern besaß Anton auch das unter Französischer Botmäßigkeit stehende Gut Immlingen in Lothringen,- er war zu gleicher Zeit Französischer und kursächsischer Vasall. Anton Freiherr v. L. war seit 1711 Gberhofmeister des Sächsischen Nurprinzen und dessen Reisebegleiter, er beteiligte sich im Jahre 1712 als kommandierender General an dem Feldzug in Pommern, wurde Nabinettsminister und starb am 15. April 1739 unvermähltb). Seit etwa dem Jahre 1720 führt Anton den GrasentitelH. Schwestern des Grafen Anton waren die Gräfinnen Bionsac und lles ^Ileurs. tz L. vehse, Geschichte der Höfe des Hauses Sachsen, 6. Teil, S. 82, gibt an, Rnton „war wahrscheinlich ein Sohn des Wigand v. L." Vas ist wohl nicht richtig. Wir vermögen indessen nicht mit Bestimmtheit den Namen des Vaters klntons anzugeben. 2) Oer Rönig-Rurfürst wollte am 27. Januar 1723 . . . „dem Rittergute Nieder- gurig mit allen dessen Zubehörungen, wie es der Graf v. L. an sich gebracht und besitzet, hiermit die Nrt und Eigenschaft des Lehns, blos mit Vorbehalt der Uns schuldigen Recognition und Brasstanäorum, gänzlich benommen und selbiges aus dem Erblehn in ein pures Nllodium und Erbgut verwandelt haben, daß selbiger und alle seine Erben und Nachkommen, sie mögen seines Geschlechts oder gänzlich extransi sein, solches Gut Niedergurig mit allen Zubehörungen, auch Rechten und Gerechtigkeiten als ein pures Nllodium und Erbgut besitzen, nutzen und gebrauchen, veräußern, verpfänden und sowohl durch Handlungen unter den Lebendigen, als durch Testament und letzten Willen, wie nicht weniger nach Lrbgangsrecht, an andere in eben dieser gualitats alloäiali, welche dem Gute zu immerwährenden Zeiten inhaeriren soll, erb- und eigenthümlich transferircn mögen" . . . Lehnsakten Nieder-Gurig. 3) Er erreichte ein Nlter von 68 Z. 2 NI. Bestattet wurde er in Bautzen. Luriosu Saxoniou 173Y, S. 174. H Vas Jahr der Erhebung in den Grafenstand ist nicht bekannt. 102 v. Lützelburg. Sein Bruder war, wie bereits erwähnt, Franz Joseph Graf v. L., (Oberst in Französischen Diensten. Vieser, der vor seinem Bruder Anton gestorben war, hatte eine Witwe Maria Louise Gräfin v. L., sowie einen einzigen unmündigen Sohn hinterlassen: Joseph Anton Gras v. L. Der am 15. April 1739 verstorbene Gras Anton v. L. hatte die Güter Nieder-Gurig und voberschütz durch Testament vom 6. Mai 1737 der Gräfin Johanna Margaretha v. Noedern, geb. Gräfin Neuß aus ihre Lebenszeit eigentümlich beschieden, auf ihren Todesfall aber so mit einem Fideikommiß belegt, daß zunächst seines Bruders Sohn, Joseph Bnton Gras v. L., oder wenn dieser vor ihm verstürbe, dessen Leibeserben, und wenn solche nicht vorhanden, die leiblichen Kinder seiner beiden Schwestern, die Gräfinnen Bionsuc und cles Xlleurs als Fidei- kommissarii sukzedieren sollten. Durch eine clonstio inter vivos vom 8. (Oktober 1738 trat indessen Gras Anton sein Erbgut Doberschütz seinem Neffen, dem Grafen Joseph Anton ab und dieser erhielt am 29. Dezember 1738 einen Indultschein. Da aber Graf Anton Sorge trug, es könnte der König-Kursürst die von ihm getroffene Disposition zu Gunsten seiner Vettern, namentlich aber des Grasen Joseph Anton als Französischen Untertanen wegen des bekannten lluris glbingAÜ nicht genehmigen, so bestimmte er mittels Kodizills vom 13. Februar 1739, „daß, dafern höchst- dieselben die von ihm gemachte Disposition allergnädigst nicht gestatten wollten, dasjenige, so er seinen vorbemeldten Vettern als Französischen Unterthanen ausgesetzt und sonst ihnen zu Gute disponiret, seiner insti- tuirten Universalerbin, der Frau Gräfin v. Roedern, zu Gute kommen und also ihr-dasjenige, so bemeldte Französische Unterthanen aus seiner Disposition durch Legate, Fideicommiß ic. über lang oder kurz bekommen sollen, eigenthümlich sein und bleiben, auch ihr Niemand, unter was für praetext es sei, etwas abzusordern befugt sein sollte" I. Infolge einer Verfügung des Königs-Kurfürsten vom 12. September 1747 wurde das vom Grasen Anton v. L. zu Gunsten seiner in Frankreich lebenden verwandten wegen der Sukzession in den (Vberlausitzischen Gütern Nieder- Gurig und voberschütz geordnete Fideikommiß nebst Donation des Gutes Doberschütz an den jüngeren Grasen v. L. für ungültig erklärt und bestimmt, daß „nach der den Lützelburgschen Lodicillen annectirten Disposition" nunmehr der Gräfin v. Noedern diese beiden Güter in alleinigen eigentümlichen Besitz zu verschaffen seien^). tz vergl. Lehnsakten voberschütz und Nieder-Gurig. 2) In der Verordnung des Königs-Kurfürsten Friedrich Nugusts II., Dresden den 12. September 1747, heißt es mit Bezug auf die Donation des Gutes Doberschütz an Joseph Nnton Grafen v. L.: . . . „Nachdem aber sowohl ermeldter jüngerer Graf Joseph Nnton v. L., als die Lützelburgischen Schwester-Söhne, die von Lbadanno und äss ^.Ilsurs in Frankreich gebühren und wohnhaft, folglich als französische Unterthanen, nach welcher (Qualität insbesondere ersterer in seines abgelebten Onols in Frankreich Gütern succediret, ohnzweiffelhaft zu betrachten sind: So mögen weder sie insgesamt derer ihnen zugedachten testamentarischen Lventual-Lrbfolge in hiesigen Landen fürs rstorsionis wegen des in Frankreich mit größtem riZsur gegen Nusländische außerhalb diesem Königreich gebohrne und sich aufshaltende Lrben exerciren- den juris albinuAii fähig geachtet, noch auch in spsois besagter jüngerer Graf von v. Lützow. 103 Ls kam zwischen Johanna Margarethe Gräfin v. Roedern und dem Grasen Joseph Anton v. L. aus Immlingen am 23. Dezember 1749 zu einem vergleich, in dem sich der Graf gegen Abtretung einer Lumme von 6000 Rtlrn. aller Ansprüche aus die Güter Nieder-Gurig und Dober- schütz begab. Wappen: In Gold ein blauer, doppeltgeschwänzter, gekrönter Löwe. Helm gekrönt. Kleinod: Der gekrönte Löwe wachsend. Decken blau-golden. Liebmacher I, Las. 128, Nr. 9 unter den „Neynlendischen"; ebenso Supplementband VII, Las. 5, Nr. 11, sowie Las. 23, Nr. 6. v. Lützow. Von dem Mecklenburgischen uradeligen Geschlecht v. Lützow, das zu Ende des 13. Jahrhunderts zuerst urkundlich erscheint und im 17. und 18. Jahrhundert auch den Zreiherrn- (1643, 1786) und Grafenstand (1692, 1696, 1733) erlangte, machte sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Glied in der Dberlausitz ansässig. Aschen Tlaus v. L. „und Hülsburg" (Hülseburg im Amte Wittenburg in Mecklenburg-Schwerin), ein Sohn Valentins v. L.h, geboren in der Stadt Braunschweig am 6. Januar 1636 früh um drei Uhr, starb 1687 als kurfürstlicher Kammerherr und Oberstleutnant zu Roß aus einer Reise zu hermsdors im Vogtland im Alter von 56 j?j Jahren weniger 14 Tagen 2). Seinen Nachlaß vererbte er an seine einzige Schwester Dorothea Elisabeth v. Dewitz, geb. v. L. Aschen Claus v. L. erscheint 1667 als Bevollmächtigter Georg Heinrichs v. Schließen und suchte für diesen um die Lehnsverreichung des Gutes Jerchwitz (blO von Weißenberg) nach. Irrungen zwischen dem „v. Luzau" und seinem Nachbar Georg Ernst v. Gersdorff aus Reichenbach wurden durch einen am 6. Mai 1678 abgeschlossenen Vertrag beigelegt h. Endlich finden wir Asche Tlaus v. L. als einen der zwölf Beistände seines wegen Injurien verklagten Schwagers Friedrich Ferdinand Lützelburg zur künfftigen suoesssion oder rsspeativs gegenwärtigem Besitz bei rnentionirtsn Lützelburgischen Güthern in Dberlausitz durch des einen Guths Dober- schütz clonation oder vermittelst derer von euch denen Dber-Lausitzer Ständen, auch dessen Vormunde sich ermächtigten aetuurn der rsspsetivs Schenkungs - Bestätigung, Indults-Verleihung, Reception in ihr ritterschaftliches Oorpus, Lehns - Nluthung und Nutzungs-klnmaßung, in mehrerer Erwägung sowenig erstere selbst, als ohne Unsern Landes- und Lehnsherrlichen vorbewust und ohne Lpsoial - Dispensation unternommen, an sich einigen Effect haben als dergleichen denen auf etwas, so vom Anfänge mit dem vitio nullitatis behafftet, gegründeten nachherigen Handlungen zu wege bringen bann, qualificiret werden". ... Es soll die verwitwete Gräfin v. Roedern die alleinige Besitzerin von Voberschütz und Nieder-Gurig sein. Lehnsabten. 0 L. lvegner, Zamilien-Geschichte der v. Dewitz, Band I, 1868, 5. 536. h Nach der Inschrift der Trauerfahne in der Kirche zu Oiehsa. Schultz, Altertumswerk I, Z. 73 (INspt. in der Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften). Oie Lehnsabten von NIengelsdorf geben den genauen Todestag an: 21. Dezember 1687. h verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II. Bd., S. 337. 104 v. Luttitz. v. Ziegler und Klipphausen in Guttau, in der Ehrentafel, die am 2./12. 5eptember 1684 abgehalten wurde H. Aschen Claus vermählte sich: I. mit Anna Emerentia geb. „Stickerin", der wohlhabenden Witwe des zu Lude der fünfziger Jahre des 17. Jahrhunderts verstorbenen (Obersten Georg v. Rückhardt aus Diehsa (blO von weißenberg), Wengelsdorf (bl von Reichenbach) und „Scheibelitz" (Ein Scheiplitz liegt im Kreise Weißenfels). Sie starh um das Jahr 1675 und vererbte die genannten drei Güter ihrem sie überlebenden Gatten Aschen Llaus. Dieser schloß eine II. Ehe mit Maria Elisabeth v. Ziegler und Klipphausen, Tochter des Landesältesten Joachim Ernst v. Z. u. KI. auf Rostitz rc. Sie stiftete als Witwe am 28. September 1688 ein mit 6"/» zu verzinsendes Kapital von 200 Talern zur Beschaffung einer Kirchenbibliothek für Diehsa"). Eine zweite Ehe ging sie ein am 24. April 1691 mit Heinrich Albrecht v. Wehlens und starb am 5. Januar 1708H. Wappen: In Gold eine schrägrechts gestellte schwarze Sturmleiter von vier Sprossen. Helm mit schwarz-goldenem Bausch. Kleinod: Rote Mauer, aus der zwischen zwei abhängenden silbernen Lilien an grünen Stengeln drei Pfauenfedern wachsen. Decken schwarz-golden. Siebmacher, V. Supplement, Taf. 27, Nr. 12. v. Luttitz. Seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ist das Geschlecht v. Luttitz in der Gberlausitz angesessen^). Milstrich (I4I40 von Kamenz) und Schirgiswalde (8 von Bautzen) sind seine beiden Stammhäuser. I. Stammhaus Milstrich. Nach dem Tode Heinrichs v. L. fiel dessen Anteil an Milstrich, sowie das Gut Grüngräbchen (blblW von Kamenz) im Jahre 1551 an seine sechs Söhne: Joachim, Abraham, David, Heinrich, Johann und Friedrich. Johann übernahm im Jahre 1565 die Anteile seiner Brüder an den genannten Gütern. Joachim und Heinrich erscheinen seit 1573 nicht mehr°). Die übrigen vier Brüder Abraham, David, Johann und Friedrich begründen vier Linien: i) Larpzov, Lhren-Tempel der Gberlausitz, l7Id, I. Teil, S. 1745. H Neues Laus. Mag. Bd. 35, S. 30. H sUloßs, Sammlung historischer Nachrichten der Standesherrschaft und Stadt Seidenberg, 1762, S. 394. tz Neues Laus. Mag. Bd. 35, S. 3l. °) vergl. über die Geschichte des Geschlechts biszumIahre1620: Knothe,Geschichte des Gberlaus. Ndels, 1879, S. 343 ff., sowie Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 88 ff., ferner das auf der Stadtbibliothek zu Kamenz befindliche Manuskript: „Notizen über Geschlechtsnachrichten der Zamilie von Lawticz, von Luttitz, von Lottitz, von Lüttitz, gesammelt von Benno Martin Gotthardt von Luttitz" sgeb. zu Schweidnitz 24. IV. 1836, gefallen als Hauptmann im 3.pommerschen Infanterie-Negiment Nr. 14 bei 6tiampi§n/ am 2. XII. 1870s. Vas Manuskript wird von uns angeführt: v. Luttitz, Mspt. °) Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 88. v. Luttitz. 105 I- Linie. Abraham v. L., Heinrichs Lohn, besaß die Güter lveidlitz (bIW von Bautzen), Luga (IMVVvon Bautzen) und Zollschwitz (bl>Vvon Bautzen). Cr starb am Mittwoch vor Ostern 1615 s6. Aprils im Alter von 79 Jahren und wurde zu Neschwitz begraben,- im Kirchenbuchs von Göda wird er bezeichnet als „parens 10 tiliorum et Z7 nepotum"h. Seine Gattin Anna geb. v. Metzradt war schon über zwanzig Jahre vor ihm aus dem Leben geschieden: sie starb zu Luga am 4. November 1593 im Alter von 53 Jahren und wurde zu Neschwitz am 9. November d. I. bestattet2). von Abrahams Kindern sind uns folgende bekannt (l —IV): I. Zarah, im November des Jahres 1599 noch unvermähltb). II. Heinrich. Siehe unten: 1. Ast. III. Christoph. Siehe unten S. 109: 2. Ast. IV. Siegmund. Abraham v. L. hatte im Jahre 1609, wohl wegen seines hohen Alters, seine Güter seinen Söhnen abgetreten und zwar hatte Siegmund Sollschwitz erhalten. Cr überließ dieses Gut sofort seinem älteren Bruder Heinrich käuflich^). Im Jahre 1612 fiel Siegmund in Dänemark durch einen Karthaunenschuß^). 1. Ast. Heinrich v. L., der älteste Lohn Abrahams, war um das Jahr 1573, wie aus der Altersangabe bei der Auszeichnung seines Todesdatums hervorgeht, geboren und hatte, wie eben erwähnt, im Jahre 1609 von seinem jüngsten Bruder Siegmund das väterliche Gut Sollschwitz erworben. Er kaufte ferner am 10. Mai 1616 von Christoph v. Metzradt d. A. auf Milkwitz für 3000 Taler das Lehngut zu Jeßnitz (88VV von Königswartha) °). Heinrich brachte ferner von Heinrich v. Drandorf dessen Anteil an Jeßnitz an sich und erhielt ihn am 11. März 1622 zu Lehn verreicht. 1623 trat er zwar diesen Anteil an einen Christoph v. Drandorf ab, kaufte ihn aber, „das halbe Gut Jeßnitz", am 21. Juli 1629 von diesem wieder für 4400 Taler; am 24. Juli d. I. erhielt er die Belehnung h. Heinrich erwarb ferner von Rudolph v. Gersdorsf zu lveidlitz einen Bauer zu Pannewitz (8 von Königswartha), mit dem er am 30. Juli 1620 belehnt wurde. Einige Jahre später, 1626, kaufte Heinrich von Wolf v. Bolberitz aus Hähnchen fünf Bauern h zu Guhra tz Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde XXI (1843), S. W3. 2) Ebenda. 3) Tbenda. tz kj.-St.-6. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Gberlausitz äs ao 1604-1617, Zol. 81b. °) v. Luttitz, Nlspt. S. 188 und 325. h kj.- 5 t.- 6 . bos. 9517, Gberlaus. Iustizsachen, vol. II. ?) Ebenda, auch Lehnsakten Jeßnitz. h Ls waren dies ein Ganzhüfner und vier kjalbhüfner mit ihren-vollen landüblichen Pferde-, kjand- und Zußdiensten, mit ihren jährlichen Geld-, Getreide- u. a. Zinsen, allen Botmäßigkeiten und Nutzbarkeiten, (Ober- und Niedergerichten, Vorfängen, Teilschillingen, 6bzügen, Losbriefen. Oie Naufsumme betrug 2000 Taler. (88W von Uönigswartha) für 2000 Taler. Uuch Uäckelwitz (O von Uamenz) brachte Heinrich in seinen Besitz. Endlich hatte er sich auch aus dem Burglehn zu Bautzen ansässig gemacht, indem er von Caspar v. Metzradt im Jahre 1626 dessen Haus daselbst kaufte. Heinrich Unterzeichnete mit am 7. Juni 1619 das Lehnspaktumh. Er starb im Jahre 1647 im Ulter von 74 Jahren weniger 6 Wochen und wurde, nachdem in der Dom- und Michaeliskirche in Bautzen eine Trauerseier abgehalten worden, am 29. Januar d. I. in Göda begraben^). Vermählt war er mit Magdalena v. helwigsdors, die zu Lolischwitz starb und am 18. Uugust 1636 in Göda bestattet wurdet. Heinrich, anfangs wohl in günstigen Vermögensverhältnissen — so lieh er Thristoph v. helwigsdors die Lumme von 1600 Talern, wofür dieser am 28. September 1616 Gunst über alle seine jetzigen und zukünftigen Güter erhielth — hinterließ bei seinem Tode eine bedeutende Schuldenlast, die namentlich darin ihren Ursprung hatte, daß er wiederholt für seine Töchtermänner Hans Otto und Wolf Thristoph v. ponickau Bürgschaften übernommen hatte ^). Heinrich hatte folgende Kinder (1 —12)0): 1. Unna Magdalena, * 30. Oktober 1606, X: I- mit Hans Gtto v. ponickau aus Döbra und Lieske; II. mit Esaias v. Luttitz auf Milstrich. 2. und 3. Unna Ursula und Unna Margaretha, * llom. bUsericorä. 1608 slO. Uprilj,' 2. ch Dienstag nach Ueminiscere 1609 s14. Märzp 3. f zu Bautzen Dienstag vor Margaretha 1609 sl l. Julis h, begraben zu Göda. 4. Ubraham Benno. Siehe unten S. 107. 5. Unna, * 8. Dezember 1610, ch Donnerstag vor Oulli 1612 s15. Oktobers im Ulter von 2 I. weniger 8 W. 6. Brigitta, * 20. Oktober 1612, X mit Thristoph v. Temritz. 7. Ursula, * 10. Dezember 1613 (-lul.), ch 2. März 1614 im Ulter von 12 W. weniger 1 T. 8. Totgeborener Sohn, begraben Dienstag nach Luntute 1617 s20. Mais. 9. Unna Sabina, * 1., getauft 11. März 1619, X mit Uudolph v. Gersdorff aus Taubenheim (vergl. Bd. I, S. 457). 10. Siegmund, * 31. Oktober 1621, getauft an demselben Tage, 's 31. Oktober 1621, „alsobald nach der Tausfe". h (Überlauf. Lollektionswerk I, 5. 1055. -) vierteljahrsschrist rc., XXI, S. 105. h Ebenda, S. 104. h 6--5t.-6. 7,00.9545, Verzeichnis der Lehen rc., Fol. 300b. h h.-St.-ki. 7oo. 9547, Vas 5. Buch (Überlauf. Lehens-Lachen, 1643 — 67, Lrbverwandlungen, Fol. 179. h kille Geburts-, Tanf- und Lterbedaten nach dem Gödaer Kirchenbuch, vergl. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Liege!- und Familienkunde XXI, S. 104. tz Meißen feierte den Margarethentag am 13. Juli. tbrotefend, Zeitrechnung des Deutschen Mittelalters und der Neuzeit, II. Band, I. klbt., L. 119. v. Luttitz. 107 11. Christoph, * 18., getauft 26. November 1622, ft 5. Oktober 1623. 12. Hans Heinrich. Ihm und seinem Bruder Nbraham Benno trat noch zu seinen Lebzeiten ihr Vater Heinrich im Jahre 1638 seine Güter ab (siehe unten: 4. Nbraham Benno). Hans Heinrich kaufte am 3. Juli 1642 von den Kreditoren seines verstorbenen Schwagers Hans Otto v. ponickau zu Döbra das Gut Meißig (blblO von Kamenz) und erhielt den Lehnbries am „10. Monatstag llanuarii des, Gott geb', mit Glück und Friedt eintretenden 1643. Jahres". Hans Heinrich starb im Oktober 1648 ohne Leibeslehnserben. vermählt war er mit Nnna Magdalena v. Luttitz, der Tochter Lhristophs v. L. weiland aus Schönau (vergl. S. 113). Km 9. Mai 1646 ließ er sie aus lveißig verleibgedingen, nachdem sie ihm besage der Theberedung vom 23. Februar 1638 1600 Taler (s 24 Groschen oder 72 Kreuzer) Lhegeld zugebracht hatte h. Nach dem kinderlosen Tode Hans Heinrichs fiel Meißig an dessen Bruder Nbraham Benno v. L. aus Näckelwitz. von ihm kaufte, um ihr Eingebrachtes zu retten, Frau Nnna Magdalena am 19. Oktober 1649 das Gut sür 9100 Taler Kaufsummeft. Sie vermählte sich wieder mit Taspar v. ponickau aus Neichenbach und verkaufte ihm ihr Gut Meißig. 4. Nbraham Benno v. L., der ältere der beiden ihren Vater Heinrich überlebenden Söhne, pflanzte den Stamm fort. Geboren am Mittwoch nach Trinitatis 1609 s14. Junis, wurde er am Dienstag nach Johannis Baptistae s27. Junis getauft. Ihm und seinem jüngeren Bruder Hans Heinrich hatte ihr Vater zufolge Nezesses vom Jahre 1638 abgetreten seine Güter Sollschwitz, Näckelwitz und Jeßnitz, ebenso vier Bauern zu Guhraft, einen zu Pannewitz, ferner alle ausgekauften und zu den Bauergütern geschlagenen Vorwerke, ebenso die Barschaft, die er in Döbra zu fordern hatte. Nm 17. Februar 1638 wurden die Gebrüder Nbraham Benno und Hans Heinrich belehnt. Sollschwitz ging 1639 in den Besitz Hans Ndolphs v. haugwitz über. Das Mannlehngut Jeßnitz nebst fünf Bauern zu Guhra verwandelte der Kurfürst, Dresden den 20. Nugust 1666, in Kunkel-, Trb- und Spill-Lehn dergestalt, daß Nbraham Benno und seine Erben und Nachkommen zuerst männlichen, dann weiblichen Geschlechts, Jeßnitz nach Kunkel-, Lrb- und Spill-Lehns Necht, Natur und Eigenschaft inne haben sollten. Nbraham Benno verkaufte Jeßnitz am 7. November 1669 an seinen Eidam Georg Nbraham v. pentzigft. Das Gut Meißig, das l) Er versprach sie „auf seinen Todesfall mit 1500 Thalern zum Gegenver- mächtniß, das Hundert mit Sechsen sprozents, obbemeldter Währung, auf ihr Lebtage von des v. Luttitzes Lehnserben und Trbnehmen zu verpensioniren und zu verzinsen". h Lehnsträger war ihr Bruder Wolf Friedrich v. Luttitz. Ihren Schwager Abraham Benno v. L. nahm sie in die INitbelehnschaft des Gutes. h von dieser Zeit an ist dieser fünf Bauern halber von den Besitzern des Gutes Jeßnitz von Fällen zu Fällen die Lehn befolgt worden. tz Sein Gesuch um Lrbverwandlung des Gutes Jeßnitz hatte Abraham Benno v. L. folgendermaßen begründet: Sein Vater Heinrich sei dadurch in Schulden geraten, daß er für seine beiden Eidame Hans Gtto und Wolf Lhristoph v. ponickau auf 108 v. Luttitz. Abraham Benno nach dem kinderlosen Tode seines Bruders Hans Heinrich (1° Oktober 1648) zugesallen war, verkaufte er am 19. Oktober 1649, wie erwähnt, seiner Schwägerin Anna Magdalena v. L., geb. v. Luttitz. Abraham Benno Unterzeichnete mit anderen Gberlausitzischen Edel- leuten das Lehnspaktum vom 27. August 1664 h. Als einer der zehn Bares curiae nahm er an dem Mannlehngericht teil, das am 28. Mai 1663 aus dem Schloß Grtenburg abgehalten wurdeh. Tr war ferner einer der zwölf Assessoren des Threnmarschalls bei dem am 2./12. September 1684 ebendaselbst abgehaltenen Mtterrechth. Am 23. Mai 1687 starb er. vermählt war er: I. mit Anna Helena v. Schreibersdorfs, nachgelassener Tochter Lhristophs v. Schr. aus Steinitz. Die Theberedung hatte am 15. November 1632 stattgesunden. Wegen eingebrachten Ehegeldes in höhe von 1500 Talern h ließ er sie aus Näckelwitz verleib- gedingen. Sie starb im Alter von 31 Jahren weniger 6 Wochen am 27. September 1647 und wurde zu Neschwitz bestattet^); II. mit Ursula v. Nostitz, Tochter Hansens v. N. aus Jänkendorf. Wegen eines Ehegeldes in höhe von 800 Talern, das er laut Theberedung vom 8. November 1648 angenommen hatte, ließ er sie auf ebensoviel nebst dem, was ihr zu ihrer weiblichen Gerechtigkeit ausgesetzt worden, am 19. Juli 1652 auf das Gut Jeßnitz verleibgedingen. Geboren im Jahre 1610, starb sie 1677°). Abraham Benno hatte folgende Töchter (1—6): 1. Ursula Magdalena, X mit Georg Abraham v. pentzig aus Jeßnitz als seine erste Gattin. 2. Marie Helene, * 1637, 's 1650 an den Blattern. 3. Anna Margarethe, * 12. Mai 1641, 's 30. Mai 1702, X mit Hans Laspar v. Gersdorff zu Milkwitz. Ihr verkaufte Abraham Benno 1679 das väterliche Burglehnhaus. 4. Anna Brigitta, X mit Hans v. Dallwitz aus Steinitz und Nolbitz. 5. Sophie Helene, * 1646, X mit Adam Nudolph v. Büchner zu Törmersdors. Döbra und Teicha Bürgschaft in Höhe mehrerer tausend Taler übernommen habe. Vas Gut sei noch jetzt verschuldet. Bus erster The habe er, klbraham Benno v. L., nur Töchter, von denen noch fünf am Leben seien, die daher in dem Mannlehngute Jeßnitz nicht sukzedieren könnten. 1) Vberlaus. Lollektions-Werk I. Bd., S. 1086. 2) IVeinart, Lehnrecht des Markgrafthums (vberlausitz, II. Teil, 1788, S. 306. 3) Larpzov, Lhren-Tempel der (vberlausitz, 1714, I, 5. I73b. tz Diese 1500 Taler setzten sich zusammen aus „eintausend Thalern, so die auch edle, ehrentugendsame Zrau Ursula v. ponickau, geb. Nostitzin, Wittib zu Lisska, numehr seelig, ihr wegen der nahen vorwanthnuß und aus sonderbarer Liebe und Nffection, die sie zu derselben getragen, geschenket, und dann fünfhundert Thalern von ihrem eigenen Schmuck, den sie zu (beide gemacht." h Daselbst befindet sich noch gegenwärtig ihr Lpitaph. vergl. Gurlitt, Bau- und Uunstdenkmäler Sachsens, 31. Heft, S. 177. o) v. Luttitz, Mspt. S. 240, 242. v. Luttitz. 109 6. Anna Helena, * 1647, X mit Georg Christoph v. Kahlen aus „petzschwitz" (oder Pretschwitz). von diesen Erben Abraham Bennos v. L. kaufte sein Gut Räckel- witz im Jahre 1687 Frau Maria Margarethe verw. Freifrau ».Friesen, geb. Freiin v. Lützelburg. 2. Ast. Christoph v. L., der zweite Sohn Abrahams, hatte in der brüderlichen Teilung vom Jahre 1609 die Güter Luga und Weidlitz erhalten. Er kaufte von Caspar Christoph v. Gersdorff am 24. November 1619 den oberen Teil des Ritterguts vürrhennersdors (81V von Löbau). 1620 erwarb er auch den niederen Teil dieses Gutes, indem er dem bisherigen Besitzer Rudolph v. Gersdorff, seinem Schwager, das Gut Weidlitz dafür abtrat. Einen gemeinsamen Lehnbries über beide Teile von vürrhennersdors erhielt Christoph am 14. Februar 1628; über Luga erhielt er, da ihm sein Lehnbries über dieses Gut beim Brande des Vautzner Schlosses mit vernichtet worden war, einen renovierten am 15. Mai 1627 ausgestellt, von seinen Vettern, den Söhnen Friedrichs v. L., kaufte er 1629 deren Burglehnhaus in Bautzen nebst Garten für 450 Talers. Christoph starb zu Neschwitz am 15./25. (Oktober 1636 und wurde erst am 24. November in Göda begraben, „hat fast 6 Wochen unbegraben gestanden"^). Er war zweimal vermählt: I. mit . . . v. Schreibers- dorssb), sie starb „in den Sechswochen" am 3. April 1619 und wurde zu Neschwitz begraben^),- II. mit Latharina v. Rechenberg a. d. H. Lrostau. Sie brachte ihm 1500 Taler Lhegeld zu, wofür er sie am 23. März 1628 aus Luga verleibgedingen ließ"). Als Witwe zu Luga kaufte sie am 25. September 1645 von den Kreditoren Rudolphs v. Gersdorff dessen Gut Weidlitz und erhielt es vermittelst ihres Sohnes Hans Christoph als Lehnsträgers am 17. (Oktober 1646 verreicht. Am 14. Mai 1661 starb sie. Christoph hatte folgende Kinder (l —XII)°): I. I. Wolf Abraham, * 20. November 1602, aus Luga und Dürrhennersdorf, ff im Jahre 1636. Vermählt war er mit Anna Sibqlla v. Rodewitz a. d. H. Lawalde. Seine Tochter Anna Dorotheas, geboren zu vürrhennersdors 30. Mai 1636, vermählte sich: I- zu Luga 15. Mai 1652 mit Hans Heinrich v. ponickau aus Liebenau,- II. 1666 mit Balten Nikol v. ponickau auf Elstra,- III. zu O Ls lag neben „L. L. Nhats freyem, eigenthümblich zustehenden Durchgang auf die Mauern und Pasteyen". 2) Nach dem Gödaer Kirchenbuchs, vergl. Vierteljahrsschrift rc. XXI, S. 104. H v. Luttitz, Mspt. 5. 325. ->) vierteljahrsschrift rc. XXI, 5. 104. H Lr bestimmte ihr 1500 Taler Gegenvermächtnis oder 40 Taler jährliche Leibzinsen und 500 Taler zur Lrbaufung eines Hauses. H Geburts- und Sterbedaten fast ausschließlich nach dem Gödaer Kirchenbuch, vergl. Vierteljahrsschrift rc. XXI, S. 104. tz Kloß, Genealog. Nachr. Mspt. Bd. IX, v. Luttitz. NO v. Luttitz. Bautzen 1679 mit Heinrich Adolph v. Rabenau. Sie starb zu Kamenz am 12. April 1685. II. I. Christoph Friedrich, * 4. April 1604, getauft zu Neschwitz. III. I. Anna Margaretha, * 2. Juli 1605, getauft zu Nesch- witz, f Dienstag vor 5. Thomas 1608 f20. Dezembers. IV. I. Heinrich, * 21. September 1606, getauft zu Nesch- witz. von ihm heißt es im Jahre 1636, daß „an dessen Leben man doch, rveiln er länger den vor zwölf Jahren in die Türckey geführet worden und man darsieder von ihme keine Nachricht erlanget, gar sehr zweifeln thut"h. V. 1. Marianne, * 24. Juli 1608. VI. I. Anna (Martha?), * 1610, 's 14. November 1613 im Alter von 3 I. 38 N). VII. I. Siegmund, * 26. Juni 1611, -f Donnerstag nach Vartholomäi 1612 (27. Augusts. ' VIII. I. Ursula, * 27. Oktober 1612. IX. I. Söhnlein, in der Geburt 's Donnerstag nach Lucae 1614 (20. Oktobers. X. I. Hans Heinrich, 's 27. August 1618 im Alter von I V? Jahren. XI. II. Latharina Elisabeth, X mit Wolf Heinrich v. haug- witz aus Übigau^). XII. II. Hans Christoph, geboren im Jahre 1623, stand während seiner Minderjährigkeit unter Vormundschaft Abraham Bennos v. L. Mündig geworden, wurde er am 30. Januar 1644 mit den väterlichen Gütern Luga und den beiden Rittergütern Dürrhennersdors belehnt. Er starb am 20. Juli 1656 zu Dresden im Alter von 33 I. 18 lv. 1 E. und wurde zu Lockwitz bei Dresden bestattet, vermählt hatte er sich mit Sophia Helena v. Osterhausen a. d. h. Lockwitz, Tochter des Hans Georg v. G- weiland auf Reinhardtsgrimma, Nickern, Ober- und Nieder-Lockwitz, Ober-Kammer- und Bergrats. Am 16. Mai 1656 ließ er sie gegen empfangene 2000 Gulden Ehegeld aus ebensoviel auf seine Güter Luga und Dürrhennersdorf verleibgedingen. Aus ihr Bittens verwandelte der Kurfürst am 2. März 1665 die Güter Iveidlitz, Luga und Dürrhennersdors in lveiber-, Spill- und Kunkellehn dergestalt, daß, „da benannter Hans Adolph v. L. (ihr einziger Sohns ohne Söhne oder andere Leibeserben absterben würde, alsdann und eher nicht, besagte Güther nebenst denen pertinentien aus seine Schwestern oder ferner deroselben Descendenten kommen und fallen sollen". Frau Sophia Helena, geboren am 14. Juli 1622, starb zu Bautzen am 14. Mai 1689 im Alter von 67 Jahren weniger 2 Monaten h. tz Lehnsakten des Burglehns zu Bautzen. 2 ) v. Luttitz, Mspt. S. 325. s) Sie begründete ihr Bittgesuch durch die Angabe, daß sie außer vier Töchtern nur noch ihren mittelsten Sohn Hans Adolph v. L. am Leben habe. H I. L. Wagner, Budiss. Grab- und Gedächtniß-Mahle, l697, S. 37. v. Luttitz. IN Hans Christoph hinterließ bei seinem Tode drei noch unmündige Löhne und vier Töchter (1—7)H: t. Tarolus Heinrich, getauft zu Neschwitz 2l. Januar 1647, gestorben allda und am 20. März 1661 mit christadeligen Zeremonien begraben. 2. Johanna Tatharina, geboren am Sonntag Tantate l648 s30. Aprilj, vermählt l666 mit Hans Laspar v. Metzradt auf Manoe. 3. Sophia Magdalena, geboren l3. Juli 1649, gestorben 1684, vermählt mit Hans Rudolph v. Lischosswerder aus Treba. 4. Hans Adolph, getauft zu Neschwitz 27. Januar 1663, war der einzige seine beiden Eltern überlebende Sohn. Ihm und seinem jüngeren Bruder Abraham Benno ich Oktober 1663) hatte seine Großmutter Tatharina v. L., geb. v. Rechenberg ch 14. Mai 1661) das Gut Weidlitz vermacht. Am 25. Februar 1666 wurde Weidlitz an Frau Anna Tatharina v. Rechenberg verkauft. Hans Adolph wurde nach erlangter Mündigkeit mit den väterlichen Gütern Luga und Dürr- hennersdors am 2. Mai 1673 belehnt. Luga verkaufte er am 25. Oktober 1674 an Tarl Gottlob v. Nostitz, Dürrhennersdors gelangte 1687 sub busts an Ludwig Gebhard Freiherrn v. Hopm. Hans Adolph starb nach Ausweis seines in Beiersdorf befindlichen Grabdenkmals^) am 3. März 1696 in Bautzen. 5. Tatharina Elisabeth, geboren 10. März 1654 s?j. 6. Abraham Benno, getauft zu Neschwitz 18. Juli 1655, gestorben und am 17. Oktober 1663 ebendaselbst begraben. 7. Helena Dorothea, geboren 1666, gestorben zu Großenhain 22. Februar 1728, vermählt 12. Februar 1690 mit August v. Lüttichau aus Klein - Rmehlen, geboren 1655, gestorben aus dem Landtage zu Dresden 7. Februar 1718^). II. Linie. David v. L., Heinrichs Sohn, besaß das Gut Doberschau (8VVvon Bautzen) und erhielt am 29. November 1586 einen Lehnbries über diesen Besitz. Später besaß David einen Anteil von Sohland an der Spree (8 von Schirgiswalde). David hatte einen gleichnamigen Sohn. Dieser David d. I. kaufte von seinem Vater dessen Stückgut Sohland und erhielt am 20. Juli 1609 den Lehnbriech). David d. I. war vermählt mit Ursula v. Lberhardt. Sie hatte ihrem Ehejunker 800 Taler, die ihr aus dem Gute Taubenheim ausgezahlt worden waren, als Lhe- geld mitgebracht,' mit diesem Gelds hatte David d. I. von seinem Vater „das Gütchen zum Sohland" erkauft. David d. I. starb 1632 oder 1633 ohne Lehnserben. Seine einzige Tochter Ursula Tatharina vermählte tz Oie Daten der Löhne nach H.-St.-kl. I-oo. 9548, Das 9. Luch Vberlaus. Lehens-Sachen, 4680-1704, S. 402, die der Töchter nach v. Luttitz, lNspt. S. 525. 2) vergl. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und ltunstdenk- inäler des Uönigreichs Lachsen, 34. Heft, §. tz. s) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Bdels, 4896, S. 164, 468. tz ks.- 5 t.- 6 . Boe. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 77. sich später mit Hans Sebastian v. Rechenberg. I64t verkaufte sie das Sohländer Gütchen an Frau Magdalena Schafhirt, geb. v. pentzig, Gattin des Hauptmanns Michael Schafhirt ff. III. Linie. Johann v. L., Heinrichs Sohn, besaß die väterlichen Güter Milstrich und Grüngräbchen. Für Grüngräbchen, das er an Rudolph v. Gers- dorff 1567 verkaufte, erwarb er das Gut Law aide (8W von Löbau) und besaß später Gppelsdorf (080 von Zittau) ff. IV. Linie. Friedrich v. L., Heinrichs Sohn, besaß die Güter Milstrich, Saritsch und Loga (die beiden letzteren 8 von Rönigswartha, bIW von Bautzen), ferner Schönau (blO von Ramenz), auch ein Haus auf dem Vurglehn zu Bautzen. — Gr nahm teil am Ritterrecht, das am 26. November 1592 in Bautzen abgehalten wurde ff. vermählt war er mit Magdalena v. Nostitz a. d- H. Tsuolsdorf und hinterließ neben einer Tochter Justin«, die mit Joachim v. Volberitz auf vrauschkowitz vermählt warff, vier Söhne (I —IV), die sich 1622 in den väterlichen Besitz teilten: I. Hans Heinrich. Siehe unten: 1. Rst. II. Christoph. Siehe unten 5. 113: 2. Rst. III. Tsaias. Siehe unten 5. 117: 3. Rst. IV. Friedrich d. I. Siehe unten S. 121: 4. Rst. 1. Rst. I. Hans Heinrich v. L. erhielt Milstrich samt dem väterlichen Rusgedinge und wurde am 20.Mai 1622 belehnt, von Hans o.Schreibersdorff hatte er schon früher das Gut Zerna (OKO von Ramenz) erworben, aber bereits 1620 an seinen Bruder Tsaias verkauft. Hans Heinrich starb vor dem Herbst des Jahres 1641 und zwar sehr verschuldet, denn seine Rreditoren verkauften das Gut Milstrich am 13. September 1641 an seinen Bruder Tsaias. vermählt war Hans Heinrich seit dem 15. Juli tz Der Rammerprokurator Or. Elias Zeetsch berichtete damals dem Kurfürsten über das Zohländer Gütlein, es sei dieses „als ein Mannlehn nicht allein deswegen vor apert und caduc zu halten, weil der v. Luttitz ohne eheliche Leibeslehnserben verstorben, sondern auch daß weder seine einige Tochter, wenn es gleich ein Lrb- oder Iveiberlehn wäre, als doch nicht ist, noch Jemand von den andern Rgnaten v. Luttitz die Snvestituram binnen der zu Recht ausgesetzten Frist gesuchet und erneuert". Er erwähnt ferner, daß „sich immittels bei der Dberamtscanzleg ein Lonceptbuch der Lehnbriefe äs ao 1608 und 1609 gefunden, welches in der Schwedischen Belagerung und Plünderung dieser Stadt erhalten worden und darinnen der Lehnbrief unterm Dato den 20. Juli 1609 zu befinden, Kraft dessen David v. Luttitz dem Jüngeren, als er das gedachte Gütlein zum Sohland von seinem Vater Daviden v. Luttitzen dem Alteren käuflichen angenommen, solches zu rechtem Mannlehn verliehen worden". H.-St.-R. 1-00.9546, Erstes Buch Dberlaus. Lehnssachen 1637 —75, S. 132. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 89. ff Larpzov a. a. T>. I, S. 163a. ff H.-St.-R. 1-00.9545, Verzeichnis der Lehen ic., Fol. 267. v. Luttitz. 113 1610 mit Knna Margarethe v. Gersdorsf, Tochter Christophs v. G. aus Baruth und Drehst). Ob er Kinder hinterlassen, ist unbekannt. 2. Rst. II. Christoph v. L. erhielt Schönau. Cr war Landesältester des Vautzner Kreises, vermählt war er mit Rosina v. Bolberitz a. d. h. Hähnchen, die er am 6. August 1616 aus Schönau verleibgedingen ließ^). Wir kennen von ihm außer einer Tochter Anna Magdalena, die sich vermählte: I. mit Hans Heinrich v. Luttitz aus Räckelwitz (vergl. S. 107); 11. mit Caspar v. Ponickau aus Reichenbach, drei Söhne: Wols Friedrich. 6. Hans Heinrich d. I. L. Ernst, fiel im Krieges. Von diesen drei Brüdern erfordert also L-, Ernst, keine weitere Berücksichtigung in unserer Darstellung, von ^., Wols Friedrich, wird unten (5. 114) die Rede sein, während wir B., Hans Heinrich d. I., aus äußeren Gründen zunächst besprechen. B. Hans Heinrich d. I?) v. L., Christophs Sohn, kaufte von seinem Oheim Csaias v. L. (vergl. S. 117) das Gut Zerna (OblO von Kamenz) am 5. Mai 1654 und erhielt es am folgenden Tage zu Lehn verreicht. Bin 27. August 1664 Unterzeichnete er das Lehnspaktum^). Cr starb im März 1657. vermählt war er mit Helene v. Knobloch und hinterließ zwei Söhne (1-2): 1. Christoph Friedrich, beim Tode des Vaters im 7. Lebensjahre stehend, starb am 10. August 1676. 2. Joachim Ernst, beim Tode des Vaters im 6. Lebensjahre stehend. Er befand sich, wie sein älterer Bruder, zunächst unter Vormundschaft Wolf Friedrichs v. L. auf Schönau, ihres Vatersbruders. Thristoph Friedrich und Joachim Ernst erhielten, mündig geworden, am 22. Februar 1673 den Lehnbries über das väterliche Gut Zerna. Am 14. August 1701 kaufte Joachim Ernst von Ursula Regina verm. Reichsgräfin v. Callenberg, geb. Gräfin v. Friesen, das Rittergut Räckelwitz (0 von Kamenz) samt den dazu gehörigen Dörfern und Vorwerken. Der Kaufpreis betrug 50000 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld; am 22. November 1702 erhielt er den Lehnbries. Rls königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hof- und Justizrat starb Joachim Ernst am 12. Rugust 1705. Bei der am 2./12. September 1684 zu Bautzen abgehaltenen Ehrentafel war er einer der zwölf Assessoren des Landvogts als Präses gewesen''); er hatte sich ferner an dem großen Leichenkondukt h Km Tage der Hochzeit seiner Tochter wurde Thristoph v. G. vom Schlage getroffen und ftarb „bald darauf". Lauf. Magazin 1780, S. 164. 2) h.-St.-6. hoc. 0545, verzeichnüss der Lehen rc., Zol. 204b. -) v. Luttitz, Mfpt. S. 355. h wir nennen ihn Hans Heinrich d. I. zum Unterschied von seinem (Vheim Hans Heinrich d. 6. auf Zerna, INilftrich, gestorben vor 1641 (vergl. oben S. 112), 5) Gberlaus. Tollections-Werk, I. Band, S. 1056. °) Larpzov a. a. G. I, S. 174 a. 114 v. Luttitz. bei der Beisetzung des Kurfürsten Johann Georgs !ll. in Freiberg am N. Dezember 1691 beteiligt^. vermählt war er mit Juliane Elisabeth v. hocke, die in erster Ehe verheiratet gewesen war mit Adolph Günther v. haugwitz auf Königswartha (f 30. Mai 1683). Sie starb am 2l. Dezember 1700. Joachim Lrnsts Gut Räckelwitz fiel nach seinem Tode an seine Vettern, die Gebrüder Christian Gottlob, Christoph Friedrich und Rudolph August v. L. a. d. h. Schönau (vergl. unten S. 115 — 116), sowie an Hans Georg v. L. a. d. h. Saritsch (vergl. S. 122). Wolf Friedrich v. L., der älteste Sohn Christophs, kaufte am 5. Mai 1643 für 5000 Taler von den Kreditoren seines Vaters das Gut Schönaus, vom kurfürstlichen Hofgericht wurde ihm das Gut Schmerlitz (3 von Schönau), das bisher zum Gute Räckelwitz gehört hatte, adjudiziert,- am 25. Mai 1667 erhielt er den Lehnbrief. Am 27. August 1654 Unterzeichnete er mit das Lehnspaktum°). Cr starb am 10. Juni 1675h. vermählt war er mit Anna Dorothea v. Bünau. Sie kaufte am 10. Mai 1662 von ihrem Vater Rudolph v. Bünau das Gut Petershain (VV von Kamenz). Am 7. April 1667 starb sie. Wolf Friedrich hinterließ neben einer Tochter Maria Elisabeth, die sich am 7. Juni 1677 mit Balten Rikol v. Metzradt aus Ratzen vermählte und im Alter von 37^/e Jahren am 18. März 1692 starb h, einen Sohn Wolf Christoph, der eine zahlreiche Nachkommenschaft hatte. Dieser Wolf Christoph v. L. erbte die väterlichen Güter Schönau und Schmerlitz und wurde am 5. Mai 1668 mit dem mütterlichen Besitztum Petershain belehnt. Cr starb am 20. Januar 1689°). vermählt hatte er sich mit Polpxena v. hopm a. d. k). Guteborn und Ruhland, Tochter Thristophs v. H.I. Fünf Söhne (I —V) gingen neben zwei Töchtern aus der Che hervor. Die Töchter waren Helene und Sophie Auguste. Letztere machte in ihrem am 10. März 1740 errichteten letzten willen eine Stiftung für arme adelige Waisen °). Die Geburt seiner Söhne hat Wolf Christoph eigenhändig ausgezeichnet °): tz Müller, ^.nnalos Laxon. 1700, 2, 609. 2) H.-St.-N. Boe. 9546, Vas zweite Buch Dberlaus. Lehnssachen, 16Z1—50, S. 185. tz Dberlaus. Gollections-lDerk, I, S. 1056. ->) v. Luttitz, Mspt. S. 555. 5) Bloß, Geneal. Nachrichten, Bd. IX, v. Luttitz. o) v. Luttitz, Mspt. S. 556. ?) v. Feilitzsch a. a. G. S. 115. «) Laus. Monatsschrift 1794, I, S. 68. 2) „Lxtract aus dem bei) dem Lhurf. Sächsischen Vberambt des Marggrafsthumbs Vberlausitz am 6. Oseeinbris anno 1692 in original! producirten Geschlechtsbuch derer v. Luttitz". k)-- 2 t.-kl. i^oo. 9548, Vas II. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1686-1709, S. 168. v. Luttitz. 115 I. Wolf Christoph d. I., geboren am 10. April 1669H, starb 1698 und wurde in Gent bestattet. II. Christian Gottlob, geboren am 14. Dezember 1671^), wurde am 10. Mai 1698 mit den väterlichen Gütern Schönau und Schmerlitz belehnt. Cr starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Landkammerrat und Kreiskommissar in der (Oberlausitz am 19. Juni 1736. vermählt hatte er sich: I. Dresden am 16. (Oktober 1708 mit Susanns Magdalena Freiin v. Miltitz^). Geboren zu Dresden am 21. Dezember 1686 stil. vet. oder 1. Januar 1687 stili novi als Tochter Moritz Heinrichs Edlen Banner- und Freiherrn v. M. aus Batzdorf, Siebeneichen und Korbitz und der Magdalena Sibylla geb. Gräfin Taube auf wilthen, starb sie am 9. (Oktober 1725 im Alter von 38 I. 9 M. 1 w. und wurde am 17. (Oktober bestattet,' II. mit Sophia Charlotte v. Siegroth, die er als Witwe hinterließ. Aus erster Che hatte Christian Gottlob eine Tochter Juliane Magdalena Christiane, geboren zu Meißen 12. Februar 1710, gestorben zu Schönau 8. März 1715, begraben am 13. zu (Oßling H; aus zweiter Che eine Tochter Christiane Caroline Auguste. III. Christoph Friedrich, geboren am 25. August 1674^), starb als Leutnant am 10. Juli 1737. vermählt mit Sabina Elisabeth v. Raschau, hinterließ er zwei Söhne und eine Tochter (1-3): 1. Friedrich Gottlob. Wegen des Besitzes des Gutes Schmerlitz kam es zwischen ihm und seiner Cousine Christiane Caroline Auguste, Tochter Thristian Gottlobs v. Luttitz (siehe oben II.) zu Streitigkeiten, die zufolge Rezesses vom 10. (Oktober 1739 in der Art beglichen wurden, daß Friedrich Gottlob seiner Gegnerin für ein Zurücktreten von ihren Ansprüchen an das Gut Schmerlitz ein Kapital von 2100 Talern, ferner eine Summe von 100 Talern zu ihrer Ausstattung zusicherte °). Am I. September 1740 erhielt Friedrich Gottlob den Lehnbrief über Schmerlitz. Er starb im Mai 1745. tz „Unno 1669 den 10. 4prilis früh Halbweg 3 Uhr ist mein Sohn Ulolff Christoph auf diese Welt gebühren zu Petershain. Gott gebe 3hm seine Gnade und Seegen zeitlich und ewig. Budissin, den 4. Oulii anno 167t. Wolfs Christoph von Luttiz". kf.-St.-U. Doo. 9548, Vas ll. Buch rc., Fol. 168. H „r^uno 1671 den 14. Dseombris zu Petershain zwischen 2 und 3 Uhr früh ist mein ander Söhnlein Christian Gottlob gebühren. Der höchste Gott helffe auch Ihn zu allen Christlichen Tugenden und zur ewigen Seeligkeit. Datum Budissin, den 4. Oulii armo 1672. Wolfs Christoph von Luttiz". H.-St.-U. Doo. 9548, Vas 11. Buch rc., S. 168. H Johann Donatus, Pfarrer in Vßling, Leichenpredigt auf sie, im Druck erschienen. tz Donatus a. a. G. 5) „4,rmc> 1674 den 25. ^.u^usti Ubends zwischen 9 und 10 Uhr ist mein Sohn Christoph Friedrich von Luttiz auf diese Welt gebohren worden zu Petershain. Gott gebe Ihn seine Gnade und den heiligen Geist hier zeitlich und dort ewig. Budissin, den 20. Dsosmbris 1675. Wolfs Christoph von Luttiz". ks.-St.-U. Doo. 9548, Vas II. Buch rc., S. 168. 6) vergl. auch Weinart, Lehnrecht des INarkgrafthums Dberlausitz, I. Teil, 1785, S. 237. 8 vermählt war er mit Christiane polyxena („polexina") „Rabin". Ihr verkaufte er das Gut Schmerlitz am l. Mai 1745 für 6000 Taler,' am 25. Mai 1746 wurde sie belehnt. 5ie vermählte sich wieder mit dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Rittmeister Wolf Dietrich v. hiihnerkopff, verkaufte ihm am 28. Februar 1747 Schmerlitz für 6333 Taler und starb im Rugust 1762. 2. Sabina Polpxena, vermählte sich: I. mit Larl Rugust v. winckelmann auf Unterlosa! II- mit . . . v. Rammstädt s?j auf Weida im Vogtland*). 3. Christoph Gotthelf, stand erst in kurfürstlich Sächsischen, dann in Russischen Diensten,' zu Ende des Jahres 1746 galt er als verschollen 2). IV. Hans Siegmund, geboren am 14. Juli 1677^), starb jung. V. Rudolph Rugust, geboren am 24.Februar 1681 *). Joachim Ernst v. L. war, wie oben erwähnt (vergl. oben S. 113), am 12. Rugust 1705 ohne Lehnserben gestorben und hatte das Gut Räckel- witz hinterlassen. Seine Vaters - Bruders - Enkel, Christian Gottlob, Christoph Friedrich und dieser Rudolph Rugust, Gebrüder v. L. a. d. h. Schönaus, maßten sich des Ritterguts Räckelwitz als eines Runkellehns an und ergriffen von ihm Besitz, verweigerten aber ihrem Vetter Hans Georg v. L. a. d. h. Saritsch (vergl. unten S. 122) die Sukzession. Es kam am 20. März 1706 zu einem vergleich, dahin lautend, daß die Gebrüder v. L. a. d. h. Schönau ihrem Vetter Hans Georg v. L. für seine Ansprüche an Räckelwitz 2000 Taler anbotens von dieser Summe habe er zufolge der Gberlausitzischen Lehnsordnung vom Jahre 1653 1600 Taler wieder in Lehn zu wenden. — Das Gut Räckelwitz traten nun die beiden älteren Gebrüder v. L. a. d. h. Schönau ihrem jüngsten Bruder Rudolph Rugust für 43000 Taler ab. Rm 26. Februar 1707 erhielt er den Lehnbrief über Räckelwitz. Er verkaufte das Gut am 1. Juni 1718 an Jacob Eckart v. Wobeser für 52700 Taler und 100 Dukaten an des Verkäufers Schwester Helene v. L. Im Jahre 1727 kaufte Rudolph Rugust von den Schwestern Henriette Lrdmuth v. Dallwitz und Charlotte Sophie Freifrau v. Hohberg, beide geborene v. Gers- dorff, das Gut Tommerau (IMVV von Rönigswartha) für 27000 Taler, 1) v. Luttitz, Mspt. s. 356. 2) Laus. Monatsschrift 1794, I, S. 6Y. 3) „Den 14. llulii t^nno 1677 frühe halb 8 ist mein Lohn Hanns Ligmund ^f diese Welt gebühren. Gott gebe Ihn seinen heiligen Geist, hier zeitlich also zu leben, damit Tr auch dort ewig leben möchte. Budissin, am 8. Ososmbris 1678. Wolfs Lhristoph von Luttiz". H.-Lt.-kl. Uoo. 9548, Das 11. Buch rc., 5. 168. ff „Den 24. k'ebr: Lontags klbends umb 10 Uhr r^nno 1681 ist mein Löhnlein Uudolph Uugustus gebohren worden. Gott gebe Ihn seine Gnade und Leegen durch Beistand Gottes des heiligen Geistes Christlich zu leben und seelig zu sterben und dermahleinst frölich aufzustehen umb Jesu Willen. Omen. Wolfs Lhristoph von Luttiz". H.-Lt.-U. Boa. 9548, Vas 11. Buch rc., 5. 168. h Sie waren Lnbel Wolf Friedrichs v. L., eines Bruders Hans Heinrichs d. I. Hans Heinrich d. I. war der jüngere Bruder Wolf Friedrichs. v. Luttitz. 117 UM es in dem nämlichen Jahre an die Reichsgräfin Gottlieb v. Manteuffel zu verkaufen. Rudolph Rugust starb als Gberstwachtmeister in königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Diensten am 29. September 1738. 3. Rst. III. Esaias I. v. L., geboren am 27. Rugust 1587h, hatte von den Lehngütern seines Vaters Friedrich in der brüderlichen Teilung keines bekommen, sondern war zufolge brüderlichen Vergleichs vom 2. Rugust 1616 mit 8978 Talern abgefunden worden. Zunächst kaufte Lsaias von seinem Bruder Hans Heinrich das Gut Zerna,' am 5. Juni 1620 wurde er belehnt. Tr verkaufte Zerna am 6. Mai 1664 an seines Bruders Thristoph Sohn, Hans Heinrich den Jüngeren v. L. (vergl. oben S. 113). Tsaias erwarb dann im Jahre 1625 von Hans Gtto v. ponickau das Gut Piskowitz (OblO von Kamenz) für 15200 Taler, 1642 von dessen Kreditoren auch das Gut Baselitz bei Kamenz für 11 000 Taler. Nach dem Tode seines Bruders Hans Heinrich (vergl. oben 5.112) kaufte er am 13. September 1641 von dessen Kreditoren für 10400 Taler das Gut Milstrich,' am 28. Rugust 1642 empfing er die Belehnung. Endlich brachte Tsaias 1653 durch Kauf von Hans Rdolph v. haugwitz die Güter Lieske und Gßling (beide IMO von Kamenz) für 10400 Taler an sich. Tsaias starb am 21. September 1659,' erst am 10. Dezember fanden die Bestattungsfeierlichkeiten in Gßling statt"). Tr war Landesältester des Bautzner Kreises gewesen. vermählt hatte sich Lsaias am 10. Rpril 1633 mit Unna Magdalena geb. v. Luttitz a. d. h. Sollschwitz, Tochter Heinrichs v. L. (vergl. oben S. 106). Geboren am 30. Oktober 1606, war sie in erster The vermählt gewesen mit Hans Gtto v. ponickau auf Döbra und Lieske. Sie kaufte am 14. März 1642 von den Kreditoren dieses ihres ersten Gatten das Gut Biehla (bl von Kamenz) und erhielt es am 4. Dezember 1642 zu Mannlehn verreichth. Um 21. Dezember 1647 starb sie. Esaias I. hatte sechs Kinder (3 S. 3 T.). Sein ältester Sohn Hans Friedrich wurde 1654 auf der Universität Marburg durch einen Stich verwundet und starb bald daraufh. Ts überlebte Esaias I. nur ein Sohn: Tsaias II. v. L., geboren zu Kamenz am 3. Juli 1640, erbte die väterlichen Güter Milstrich, Lieske, Gßling, Baselitz und Piskowitz. Ihm und dem Hans Wolf v. ponickau, seinen lieben „Ghmen", den Söhnen seiner Schwester Unna Magdalena v. L. vermachte Rbraham Benno v. L. (vergl. oben S. 107) den bei Bernsdorf im 1) v. Luttitz, Mspt. s. 305. 2) Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, Li. I. 30, Mspt. 2. Teil, S. 1d3. h Mit seinen beiden Stiefsöhnen Hans Heinrich und Hans Wolf v. ponickau verglich sich Tsaias im Jahre 1653 wegen des Gutes Biehla (ßl von Kamenz). h v. Luttitz, Mspt. S. 305. 118 v. Luttitz. heutigen Kreise Hoyerswerda gelegenen Wald „die große Gtterschütz"; am 20. März l688 wurde beide mit dieser Waldung belehnt. Aus Lsaias' II- Ansuchen, ihm die Güter Piskowitz und Baselitz in Erbe zu verwandeln, erfolgte die landesherrliche Genehmigung am , 13. Dezember 1666H. Die Güter Lieske und Gßling verkaufte er 1684 an Hans Adam v. Schönfeldt auf Wachau rc. Lsaias II. nahm teil an der am 2./12. September 1684 in Bautzen abgehaltenen Ehrentafel und zwar saß er mit an der landvogteilichen Tafel 2). Nach längerer Krankheit starb er am 6. September 1692 und wurde in Gßling begraben, vermählt hatte er sich mit Sophie Elisabeth v. Hoym, Tochter Thristophs v. H. auf Guteborn und Ruh- land, kurfürstlich Sächsischen Rates und fürstlich Braunschweig-Lüneburgi- schen Gberhofmarschalls, Geheimrats und Vize-Hofrichters zu Wolfenbüttel, Lrbkämmerers des Fürstentums Halberstadt uno Domherrn zu Naumburg. Am 12. Juli 1662 ließ er sie gegen 2000 Gulden, die sie ihm inhalts seiner mit ihr ausgerichteten Ehestistung zugebracht hatte, aus Lieske und pertinentien verleibgedingen. Esaias II. hatte folgende Kinder (1—3): 1. Thristoph Gottlob, erhielt in brüderlicher Teilung vom 10. November 1692 die Güter Piskowitz und Baselitz; am 13. November desselben Jahres erhielt er den Erbbries. Tr verkaufte beide Güter am 21. Februar 1695 an seinen Schwager Johann Heinrich v. Zezschwitz aus Hähnchen. Dieser trat ihm dafür das Kunkellehngut Weidlitz (bIV/ von Bautzen) ab und zahlte 28400 Taler bar heraus. Am 18. INai 1695 belehnt, verkaufte Thristoph Gottlob das Gut weidlitz bereits am 17./27. August 1696 an den kurfürstlichen Gberstwachtmeister Wolf Friedrich v. Luttitz (vergl. unten S. 121). Thristoph Gottlob v. L. vermählte sich zu Dresden am 26. Februar 1693^) mit Frau Lrdmuth Dorothea geb. v. pslugk, Witwe des kursächsischen Stallmeisters Thristian Friedrich Radiborski v. SechzeburH. Er hinterließ zwei Töchter: >) Elias berichtete dem Kurfürsten in seinem Gesuch vom 12./22. November 1666, er habe in seiner vor fünf Jahren geschlossenen Ehe noch keinen Lohn gehabt und bat — . . . „ob ich nun wohl 1. an Gottes allmächtigem Legen, womit er mich diesfalls ins Künftige gnädig ansehen möchte, nicht zweifle, und 2., Gottlob, sothaniger gesunden Jugend und vermögenden Leibeskräften bin, daß ich in einem Küras ein Pferd besteigen und also vermöge Königs Ferdinandi I. denen Landständen des Nlark- grasthums Dberlausitz am 21. Februarii anno 1644 gnädigst ertheilten privilegii meine Lehngüter ohne Jemandes kyliderniß zu verkaufen und also allodial zu machen befreiet, auch über dies 3., und dafern ich gleich dieses stattlichen privilegii mich nicht bedienen wollte, vermöge der anno 1653 gnädigst confirmirten und publicirten Lehnsordnung . . . von meinen Lehngütern zu Ausstattung meiner Töchter . . . por ultirnarn voluntatsin zu disponiren befugt und bemächtigt bin" ... — um die Lrb- verwandlung der Güter Piskowitz und Baselitz. Lehnsakten der betr. Güter. 2) Larpzov a. a. G. I, S. 174. 1 H v. Feilitzsch a. a. V., S. 164. y Die Nadiborski sind eine Böhmische Familie. Tin Johann Wolfgang v. N. starb 1680 als Exulant in Dresden. Gauhe, Adels - Lexicon, I. Bd., 1740, 5. 1771. v. Luttitz. N9 3. Erdmuth Dorothea Sophia v. L., * 15./25. Juli 1695h, ch 8. Juli 1733, X 5- Mai 1716 mit Adam Heinrich v. ponickau. b. Johanna Thristiana, X mit Johann Balthasar „de Langer et Bolckenhapn". 2. Tatharina Elisabeth, geboren 18. Juli 1665, gestorben 1697, vermählt mit Johann Heinrich v. Zezschwitz auf Baselitz und Piskowitz 2). 3. Esaias III-, geboren 6. Dezember 1668h, hatte in der brüderlichen Teilung vom 10. November 1692 das Gut Milstrich erhalten. Er trat am 5. März 1694 dem Hans Mols v. ponickau aus Biehla seinen Wald, die kleine Dtterschütz genannt, ab und erhielt dafür von dem v. ponickau die diesem zustehende Hälfte an der großen Dtterschütz überlassen. Am 17. Mai 1721 brach in Milstrich ein heftiges Feuer aus, das auch die Gutsgebäude einäscherte. Esaias wurde beim Brande so verletzt, daß er am 8. Juni 1721 im Alter von 52 I. 6 M. 2 T. starb. vermählt hatte er sich im Februar 1699 mit Friederike Margarethe v. haugwitz a. d. h. Königswartha. Aus ihr Ansuchen verwandelte der Nurfürst am 12. Dezember 1721 das Gut Milstrich aus Lehn in Allod und Erbe. Zufolge Rezesses vom 1. Dezember 1723 erwarb Frau Friederike Margarethe das Gut Milstrich von ihren Kindern. Am 9. November 1724 belehnt, verkaufte sie dieses alte Familiengut sowohl, wie auch den Wald, die große Dtterschütz genannt, im Jahre 1730 an Karl Heinrich Grasen v. hopm. von neun Kindern (6 5. 3 T.), die aus der Ehe Esaias' III. hervorgingen, kennen wir acht (6 5. 2 T.) (^ —tt): Ernst Thristian Adolph, geboren 7., getauft 9. Mai 1702, trat in Militärdienste. Am 10. Juli 1723 wurde er, damals Fähnrich, zu seinem Anteil am väterlichen Gute Milstrich belehnt. 1736 war er Sous-Leutnant im Milkauschen Kürassierregiment. Er vermählte sich: I. 1737 mit Juliane Nosamunde v. Melzing, der ältesten Tochter Ernst Thristians v. M. zu Sepda bei Wittenberg h. Sie starb am 9. März 1747 im Alter von 38 Jahren h. Der Name seiner zweiten Gattin ist nicht bekannt. Ernst Thristian Adolph hatte aus erster Ehe zwei, aus zweiter eine Tochter (3 —c)h: s. I. Johanna Thristian« Juliana, * zu Sepda 6. Dezember 1738. 3m Jahre 1756 erhielt sie einen Durator aetatis et sexush. b. I. Friederike, * 12. März 1741, ch an demselben Tage, nachdem sie die Nottaufe erhalten. tz Vierteljahrsschrift rc. XXI, 5. 105. 2) v. Uechtritz, Diplomat.Nachrichten adelicheFamilien betr., I.Teil, 1740, 5.210. b) Nach dem in der Kirche zu Dßling hängenden Totenschild. <) H.-St.-N. Gen. Noe. 11334, Luttitz. h v. Luttitz, Mspt. S. 321. h Ebenda. tz k)--§t.-N. Deneal. Noo. 11334, Luttitz. 120 v. Luttitz. c. II. Lharlotte wilhelmine Eleonore, * zu Sepda d. Februar l74 . . 6. Lsaias August, geboren 15., getauft 17. Januar 1706, ging in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste und wurde Leutnant. Km 25. Juni 1751 kaufte er von August Melchior Heinrich v. Gersdorff das Dorf pielitz samt dem zugehörigen Dorfe Kunitz (beide 30 von Bautzen) für 13000 Taler (ü 24 Groschen); am 3. Dezember 1751 erhielt er den Lehnbrief. Er verkaufte das Gut am 16. April 1761 seinem Schwiegersohn Rudolph v. Bünau. Lsaias August hatte sich vermählt mit Johanna Louisa geb. v. Muschwitz, geboren zu vrauschkowitz 1709, gestorben zu pielitz 22. November 1769, bestattet am 26. d. M. zu Postwitz ft, einer Tochter Wolf Gottlobs v. M. Lsaias August hatte folgende Rinder (u —ftft: a. Wolf Gottlob Albrecht, Zwilling, * I.März 1737, ft im Alter von 6 Wochen. b. Friedrich Lsaias August, Zwilling, * 1. März 1737, ft im Alter von fts Jahr. c. Dorothea Lharlotte, Zwilling, * 3. (Oktober 1738, ft zu pielitz 22. September 1769 im Alter von 30 I. 11 M. als Gattin Rudolphs v. Bünau; am 26. d. M. wurde sie in Postwitz begraben ft. cl. Johanna Auguste, Zwilling, * 3. (Oktober 1738, gestorben nach 8 Wochen. e. Lrdmuthe Louise, X mit ihrem Schwager Rudolph v. Bünau. Sie ft am 10. Juni 1805 als seine Witwe ft. t. Wolfgang Gottlob, * 1741, ft 18.., (Oberstleutnant im Regiment Rurfürst. 0. Johann Gottlob, geboren 14., getauft 17.Januar 1707, unvermählt gestorben. O. Friedrich Ferdinand, geboren 6., getauft 9.Februar 1708. Wolf Abraham Benno, geboren und getauft 31. März 1716. Er ergriff nach dem Tode seines Bruders Rudolph Gottlob posseß von dessen Gute Gber-Zibelle (blO von Muskau), nachdem er es mit dessen Bewilligung nahezu zwei Jahre lang besessen und gebraucht hatte. Graf Johann Alexander v. Lallenberg auf Muskau als Lehnsherr, der auf das Gut Anspruch erhob, ließ Wolf Abraham Benno arretieren. B. Rudolph Gottlob, geboren 26., getauft 29. April 1720, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rammerjunker und Major der Infanterie, kaufte das (Oberanteil und Mannlehngut Zibelle am 15. September 1760 von Johann Wilhelm Tettmeper. Vermählt mit Lhristiane Friederike geb. Fischer, hinterließ er bei seinem Tode tz Laus. Magazin 1770, S. 8. 2) v. Luttitz, Mspt. 5.302-303, 407. ft Laus. Magazin 1760, 5. 338. ft I- G. Lchulze, Ahnentafeln adelicher Familien, Mspt. ü,. I. 25, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. v. Luttitz. 121 - er starb 23. Juni 1765 — keine männliche Deszendenz. Lein Bruder Wolf Bbraham Benno ergriff deshalb Besitz vom Gute Dber-Zibelle. O. Lrdmuth Tharlotte Helene, vermählt mit Otto Blexander v. Normarm. tt. Friederike Johanna Magdalena, unvermählt. 4. Bst. IV. Friedrich d. I. v. L. erhielt in der brüderlichen Teilung von den Gütern seines Vaters Loga und Saritsch,- am 20. Mai 1622 wurde er belehnt. Beide Güter gingen in nicht allzu langer Zeit — das Jahr ist unbekannt — in den Besitz Heinrichs v. Zezschwitz über. Friedrich hatte, wie es im Jahre 1666 heißt, drei Löhne: /V Hans Friedrich. Liehe unten. 6. Hans Heinrich. Lin Hans Heinrich v. L. zu Geißlitz (0 von Hoyerswerda) wird nach Busweis des Lohsaer Kirchenbuchs im Jahre 1664 kopuliert mit Maria Elisabeth v. Tanner a. d. h. Geißlitz'), vermutlich ist er identisch mit Hans Heinrich v. L., der nach dem Lohsaer Kirchenbuch als Pachtinhaber von Friedersdors (88O von Hoyerswerda) bezeichnet, am Tage Visitat. Mariae s2. Juli) 1665, während er gerade mit Fischen und Krebsen beschäftigt ist, starb und am 5. Juli begraben wurde. 1664 wurde ihm ein Lohn Thristoph Heinrich geboren. T. Hans Georg. Liehe unten 5. 122. Hans Friedrich v. L?). Mir vermuten, daß er identisch ist mit jenem Hans Friedrich, der sich 1652 mit Eva, der einzigen Tochter Siegmunds v. Zezschwitz (ff 29. Oktober 1651) vermählte. Sie erbte das Gut Gber-Schmölln (0 von Bischofswerda) und wurde am 24. Bpril 1654 belehnt. Bin 18. Bugust 1690 starb sie"). Hans Friedrich, der später als „zu Neusorge bei Guben" bezeichnet wirdh, hatte folgende Kinder (3-Z)h: a. Molf Friedrich. Siehe unten. b. Esaias, * 21. Juli 1656, ff in demselben Jahre. c. Siegmund Heinrich, * 21. Oktober 1658, ff 11. Februar 1666, begraben in Schmölln. ä. Helene Sophie, * 23. Oktober 1660. e. Thristoph Ernst, * 4. Bpril 1663. t. Eva Maria, * 16. Bpril 1666. A. Bnna Sabina, * 30. Bpril 1668. a. Wolf Friedrich v. L., der älteste Sohn Hans Friedrichs, wurde H Kloß, Geneal. Nachrichten, Bd. IX, r>. Luttitz. — 2m Kirchenbuch von Lohsa fanden wir den edlen Hans Paul v. Thanner als Besitzer von Geißlitz erwähnt. Er läßt 1657 eine Tochter Maria Sibylla in Lohsa taufen. 2) Ts begegnen uns um dieselbe Zeit mehrere Glieder des Geschlechts v. L. namens Hans Friedrich. Hoffentlich ist es uns geglückt sie aus einander zu halten und an der rechten Ltelle einzufügen. ->) vierteljahrsschrift -c. XXI, 5. 105. tz Ebenda. h v. Luttitz, Mspt. S. 562. 122 o. Luttitz. zu Schmölln am 24. Januar 1663 geboren und starb am 6 . September 1712. Lr war in Sächsische Kriegsdienste getreten und avancierte bis zum Oberstleutnant bei den Kürassieren. Km 17./27. Kugust 1696 krauste er von Christoph Gottlob v. Luttitz (vergl. oben S. 118) das Kunkellehngut weidlitz für 9000 Taler und 200 Taler Schlüssel- oder Herdgeld*). Km 3. Kpril 1702 verkaufte er das Gut an Wolfgang haubold v. polenz. Dafür hatte er von den sechs hinterlassenen Töchtern Hans Kdams v. Schönseldt im Jahre 1701 die Güter Lieske und Oßling, die früher lange im Besitz des Geschlechts v. L. gewesen waren, zum Preise von 22400 Talern erworben und war am 17. November d. I. mit ihnen belehnt worden, von Hans Georg v. L. (siehe unten L.) erhielt Wolf Friedrich per äonstionem inter vivos die in Lehn zu wendende Summe von 1600 Talern am 10. Mai 1706: am 18. März 1712 wurde hieraus Wolf Friedrich mit Lieske und Gßling, soviel davon 1600 Taler beträgt, belehnt. vermählt war Wolf Friedrich mit Magdalena Elisabeth v. Klemm. Zufolge Vergleichs vom 24. Oktober 1712 kaufte sie von ihren Söhnen Lieske und Gßling. Km 16. September 1713 belehnt, veräußerte sie beide Güter im Jahre 1718 an Sophie Eleonore v. haug- witz, geb. v. Klengel. Wolf Friedrich hinterließ zwei Söhne (1 - 2 ): 1 . Friedrich Kugustus, geboren zu Naumburg 6 . September 1691, gestorben zu Puschwitz 15. Kugust 1740, begraben zu Neschwitz ^). Lr studierte in Wittenberg und wurde königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann und Landeskriegskommissar, von Or. meci. Johann Benjamin pomsei kaufte er am 19. Kpril 1730 das Lehngut Puschwitz (38W von Königswartha, KW von Bautzen) für 8000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld. Km 18. Februar 1731 belehnt, veräußerte er das Gut am 24. Juni 1740 an den Grafen Klexander Joseph v. Sulkowski. vermählt war er mit Martha Sophia v. Normann. Friedrich Kugustus hatte folgende Kinder (« —s)^): «. Hans Friedrich, * zu Pirna 14. Februar 1728, ft zu Puschwitz 2. März 1738. ss. Lrdmuthe Friederike, * 5. Februar 1731. 7 . Tarl Kugust, * 27. September 1732. 8 . Totgeborene Tochter, * 9. Dezember 1736. e. Tharlotte Kuguste, * 26. Kpril 1739, X 15. September 1761 mit dem Diakonus zu Neschwitz Ernst Immanuel Boehmer. 2. Thristian Ludwig, geboren zu Neustadt a. d. Grla 12. Dezember 1695. L. Hans Georg v. L. Nach dem Tode Joachim Lrnsts (ft 12 .Kugust 1705) auf Näckelwitz (vergl. oben S. 113) verweigerten, wie erwähnt, tz Wolf Friedrich erhielt im März 1697 Befehl nach Ungarn zu marschieren und wurde deshalb am 12. Juni 1697 durch einen Mandatar belehnt, h v. Luttitz, Mspt. S. Z62, 364. tz Nach dem Kirchenbuch zu Neschwitz in v. Luttitz' Mspt. 5. 364. v. Luttitz. 123 (vergl. 5.116) die Gebrüder Christian Gottlob, Christoph Friedrich, Rudolph August v. L. a. d. h. Schönau dem Hans Georg v. L. a. d. h. Saritsch, der als Großvaters-Bruders-Sohn Joachim Crnsts bezeichnet wirdh, die Sukzession im Gute Räckelwitz und boten ihm für seine Ansprüche aus den Mitbesitz dieses Gutes die Summe von 2000 Talern, von denen er 1600 Taler wieder in Lehn zu wenden habe. Daß Hans Georg am 10. Mai 1706 diese Summe von 1600 Talern „aus besonderer Affection" dem Oberstleutnant Wolf Friedrich v. L. schenkte, ist oben (S. 122) bereits mitgeteilt worden. II. Stammhaus Schirgiswalde. Das Stammhaus Schirgiswalde hatten Glieder des Geschlechts v. L. seit dem Ende des 14. Jahrhunderts in Besitz. Melchior v. L?) war der letzte, der den alten Familiensitz inne hatte: er verkaufte den Gberhos im Jahre 1628 für 3300 Taler an das Domstift zu Bautzen h. Tr konnte wohl das Raufgeld nicht erhalten, denn er bat 1632 den Rursürsten um Schutz und besetzte gleichzeitig das Gut. Gegen diese Besetzung erhob in dem nämlichen Jahre der Domdechant Rattmann v. Maurugk energischen Protests. Aus dem Stammhause Schirgiswalde ging die Nebenlinie zu Martha (bl von Rönigswartha) hervor^): Hans v. L. hatte drei Söhne: I. Thristoph. von ihm hören wir nichts mehr. II. Hans d. A. Siehe unten. III. Friedrich. Siehe unten 5. 128. Diese drei Brüder werden 1577 mit Martha belehnth. II. Hans d. A. besaß einen Anteil von Lohsa (80 von Hoyerswerda), den er 1583 an Siegfried v. Lüttichau, der bereits die anderen Anteile besaß, verkaufte. Sein Gut Bernsdors (bl von Ramenz) veräußerte er 1581 an Melchior v. Ralckreuthh. Hans d. A. war 1695 und 1596 Hauptmann des Gberlausitzischen Fähnleins Knechte, das gegen die Türken nach Ungarn geschickt wurde. Sein Sohn Hans d. I. war sein Fähnrichs). Hans d. A. hinterließ vier Söhne (^ —O): tz Joachim Trusts Großvater, Thristoph v. L. auf Schönau, war ein Bruder Friedrichs, des Vaters unseres Hans Georg. 2) Lhristoff, Melchior und Hans Gebrüder v. Lotticz zu Schirgiswalde erscheinen am ly. Dezember 1581 als Bürgen. H.-St.-kl. Boo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, Fol. 72. h Neues Laus. Mag. Bd. 36, S. 445; F. kl. Stop, Geschichte der Stadt Schirgiswalde, 1895, S. 8, wo übrigens der letzte der v. L. auf Schirgiswalde irrtümlich Michael genannt wird. tz Vierteljahrsschrift für Mappen-, Siegel- und Familienkunde XXX, L. 138. h Rnothe, Dberlaus. kidelsgeschichte, S. 352. ft Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 90. ft v. Luttitz, Mspt. S. 281 nach der Originalurkunde ä. ä. 24. VII. 1581 im Ratsarchiv zu Ramenz: §- 283. h Larpzov, ^naleotg, kastorum Xittavisnsium, 1716, V, S. 217. 124 v. Luttitz. H.. Hans d. I. Siehe unten. 6. Hans Heinrich. Siehe unten. 0. Hans Friedrich I- Siehe unten S. 125. 0. Joachim. Siehe unten 5. 128. Hans d. I. war später Befehlshaber der Kompagnie zu Fuß, die die Oberlausitz 1619 neben Reiterei dem Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zu Hilfe sandte, von dem im Jahre 1621 erlassenen Pardon wurde er nebst einigen anderen Oberlausitzischen Ldelleuten, die die Partei des Winterkönigs ergriffen hatten, ausgeschlossen H. Was seinen Güterbesitz anbetrifft, so kaufte er zunächst von seinem Vater dessen Gut und Dorf Litschen (80 von Hoyerswerda) und erhielt am 11. Oktober 1605 die Belehnung 2). Darauf erwarb er von seinen Brüdern Hans Heinrich und Hans Friedrich, sowie von den Vormündern des unmündigen Joachim das väterliche Gut Wartha,- am 18. Rpril 1614 wurde er belehntff. In dem nämlichen Jahre 1614 und zwar am 11. Oktober erhielt er die Belehnung mit einem Rnteil des Gutes Driewitz (80 von Litschen, 80 von Hoyerswerda), das er von Günther v. Haugwitz erworben hatte einen andern Rnteil brachte er durch Kauf von Rlbrecht v. Schreibersdorff an sich. Hans d. I. verkaufte sein Stückgut und Vorwerk Driewitz mit beiden Vorwerken im Jahre 1626 an Otto v. Nostitz. Endlich kaufte Hans d. I. noch von Otto v. Nostitz im Jahre 1617 das Gut Friedersdorf (880 von Hoyerswerda, blblO von Königswartha)5). Er Unterzeichnete am 7. Juni 1619 das Lehnspaktumff. vermählt war Hans d. I. mit Marianne v. Maxen. Rm 12. Dezember 1608 ließ er sie auf Litschen verleibgedingen ff. Während der Kriegszeiten hielt sie sich in Eottbus aus, indessen das Gut Litschen um 1620 von den Feinden „spoliret und geringert" wurde. Da ihres Mannes Gläubiger Rnspruch auf das Gut erhoben, so machte sie geltend, daß zufolge Leibgedingebriefs vom 12. Dezember 1608, da sie 2400 Taler Lhegeld zugebracht habe, das Gut Litschen ihr verschrieben sei. Sie bat 1620 den Kurfürsten, sie „neben meinen vielen kleinen unerzogenen Kinderlein" zu schützen ff. B. Hans Heinrich hatte sich längere Zeit außerhalb seines Vaterlandes ausgehalten. Rus fremden Landen zurückgekehrt, wurde er am 31. Rugust 1610 mit seinem Rnteil an den väterlichen Gütern belehnt ff. Seinen Rnteil an Wartha verkaufte er 1614 seinem Bruder Hans d. I., seinen Rnteil an Friedersdors in dem nämlichen Jahre seinem Bruder Hans Friedrichs). tz Großer, Laus. Merckwürdigkeiten 1714, 5. 231, 236. 2) H.-Lt.-O. 9545, verzeichntes der Letzen rc., Fol. 15k. ff Ebenda, Fol. 21Y. ff Ebenda, Fol. 231. b) Ebenda, Fol. 318 b. 6) Vberlaus. Lollections-IVerk I, 3. 1055. 7) ks.-5t.-0. koe. Y545, verzeichnüss der Letzen ic., Fol. 66. «) ff.-5t.-0. koo. 9517, Vberlaus. Iustizsachen, vol. I. ff ks.-5t.-0. koo. 9545, verzeichnüss rc., Fol. 110. >ff Ebenda, Fol. 219. v. Luttitz. 125 L. Hans Friedrich I. kaufte von seinen Brüdern Hans und Hans Heinrich und von dem Vormunde des unmündigen Joachim das Gut Friedersdorf und erhielt es am 18. Npril 1614 zu Lehn verreicht. Er verkaufte es im Jahre 1617 an Gtto v. Nostitz, von dem es noch in demselben Jahre, wie oben erwähnt, Hans d. I. v. L. erwarb ff. Hans Friedrich „auf Friedersdorf" kaufte am 24. Dezember 1626 von seinem Schwager Caspar v. Gersdorff dessen Stückgut To sei (VMW von Nothenburg), am 19. Januar 1628 erhielt er die Belehnung. Lr kaufte ferner von Jonas v. Gersdorff einen Ganzhüfner zu Tosel und wurde mit ihm am 29. lNai 1641 belehnt. Km 15. Februar 1650 starb Hans Friedrich. Hans Friedrich I. war zweimal verheiratet,- das eine Mal mit der Schwester Hans Georgs v. Temritz auf Geisa und Leipgenff. Hans Friedrich hinterließ folgende Kinder (1—5): 1. i. Hans Lhristoph, der erste Sohn Hans Friedrichs, war Kornett. Cr kaufte im Februar 1653 von den Kreditoren weiland Jonas' v. Gersdorff aus Tosel dessen ganz wüstes und ödes Gütlein; am 21. November 1653 wurde er belehntff. Er starb am 22. Dezember 1654 und hinterließ die Witwe Nnna geb. v. Haugwitz und ein Söhnlein Friedrich Sebastian v. L. von des letzteren Vormund und den Kreditoren kaufte am 8. Npril 1660 Christoph Ndoph v. Haugwitz Nieder-Toselff. 2. II. Hans Friedrich II. Siehe unten S. 126. 3. II. Hans Ernst, „aus Kosel", der dritte Sohn Hans Friedrichs, vermählte sich am 15. Npril 1671 mit Barbara Katharina v. Nostitz, Tochter Laspar Georges v. N. aus Gber-Gerlachsheimff. Sie starb zu wanscha 23. Juni 1731 ff. 4. II. Hans Siegmund, der vierte Sohn Hans Friedrichs, war kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker und Oberstleutnant im sreiherrlich Degenseldschen Regiment zu Fuß. Lr kaufte am 13. Mai 1676 beide Güter zu Weißig (blO von Königswartha) von Jobst Thristoph 0 H.-St.-N. Boa. 4545, Verzeichnis der Lehen rc., Fol. 518, 318b. 2) Lehnsakten Velsa. ff Lr wurde belehnt mit dem Gütel samt Wohngebäude, Scheunen und Ställen, „woran aber alles eingegangen", dem vierten Teil am Kirchlehn, „ein paar Gestülen und unten zwep Frauenzimmergestülen", einem Teiche vor dem Hofe, Wiesewachs, Schaftriften, einem halben Bauer, zwei Gärtnern, drei Häuslern, darunter der Schmied und zwei wüste Häuselstellen „sammt allen entwichenen Unterthanen und ihren Rindern, so sich an andern Orten aufhalten möchten", Braugerechtigkeit im Luttitzschen Gute, Ober- und Niedergerichten. Lehnsakten Nieder Tosel. ff Ls heißt ferner in den Lehnsakten von Nieder - Tosel, Lhristoph kldolph v. Haugwitz auf Vahren habe am 6. Oktober 1667 von Hans Friedrichs v. L. sei. Kreditoren „das Niedergut Tosel" gekauft. ff G. Weiner, Vas Andenken der Dber-Gerlachsheimschen Grundherrschaften, 1775, S. 6, berichtet, eine Tochter Laspar Georges v. Nostitz auf Ober - Gerlachsheim habe sich mit Johann Lrnst v. L. auf Tosel, kurfürstlichem Truchseß, am 15. IV. 1671 vermählt. Daß diese Tochter Barbara Katharina v. N. war, geht hervor aus H.-St.-6. Gen. Boa. 11361, Nostitz, Vol. IV. ff Staatsarchiv Breslau. Testamentbuch 1711 — 1803. 126 v. Luttitz. v. Trützschler und Hans Georg v. Temritz. Tr starb am 4. August 1689. Hans Siegmund war vermählt mit Lucretia Elisabeth v. Gersdorff, Tochter Lrnsts v. G. auf Siegersdorsh. Ihr verkaufte er am 29. Juli 1689 sein Gut Weißig für 7500 Taler „in Ansehung der ihme erwiesenen unermüdeten Treue und Liebe, auch fleißiger pfleg- und Wartung in seiner Unpäßlichkeit"^). Sie veräußerte weißig am 23. Mai 1696 an Friedrich Wenzel v. Gersdorff. Johann Siegmunds Tochter Marie Salome v. L., geboren 1683, gestorben 25. März 1747^), vermählte sich: I. 20. Oktober 1699 mit Rudolph v. Vünau aus Hammerstadt und Linda, der am 19. Mai 1714 starb,- II- 20. August 1720 mit ihrem Vetter Johann Ernst v. Luttitz (siehe unten 2, a),' III. mit . . . v. Gersdorff. 5. II. Hans Otto. Über ihn besitzen wir keine Nachrichten. 2. II. Hans Friedrich II-, der zweite Sohn Hans Friedrichs I-, geboren 1636, genannt „aus Rosel", war kurfürstlich Brandenburgischer Rittmeister und saß auf Schoßdors. 1689 kaufte er von den Geschwistern v. Zezschwitz deren Burglehnhaus in Bautzen für 680 Taler und 20 Taler Geschenksgelder. Am 12. August 1697 starb er im 61. Lebensjahres. Er hinterließ als Witwe Johanna Magdalena v. Zezschwitz, die sich wiedervermählte mit Hans Wolf v. ponickau, sowie zwei Söhne: s. Hans Ernst, getauft 24. Juli 1692, auf Hammerstadt (I4VV von Rothenburgs und Linda (pertinenz von Hammerstadt), starb im Alter von 28 Jahren am 2. Januar 1721 und wurde in Daubitz bestattet, vermählt war er mit Marie Salome geb. v. Luttitz, Tochter Johann Siegmunds v. L., Witwe Rudolphs v. Bünau aus Hammerstadt. b. Hans Friedrich III-, getauft 11. Mai 1694, trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste, wurde Leutnant in des Prinzen von Rudolstadt Regiment, später Hauptmann und beteiligte sich an den Feldzügen in Polen, an der Ostsee, bei Stralsund ^). Er kaufte am 8. November 1727 von Johann Thristian v. heldreich das Lehngut Neuliebel (blVV von Rothenburg) für 5075 Taler und 75 Taler Schlüssel- H Hans Ziegniund hatte sich I66Z mit Hans Dietrichs vom Laß Stieftochter, Anna Sabina Locceji, öffentlich verlobt, indessen wollte er sich 1671 mit des Kammer- rats und Bürgermeisters zu Leipzig Thristian Lorenz v. Adlershelm Tochter „ander- weit ehelichen einlassen". Hierauf klagte die Tocceji, worauf das Konsistorium im Jahre 1672 erkannte, es sei der v. Luttitz die The mit der Klägerin zu vollziehen schuldig. Ts kam zu einem Bericht an den Kurfürsten. Das Weitere ist nicht bekannt. H.-St.-kl. Gen. Boo. 11339, Luttitz. 2) Hans Friedrich v. L., ein Bruder Hans Liegmunds, protestierte anfangs gegen die verreichung des Gutes weißig an seine Schwägerin, da der auf dem Totenbette vollzogene Kauf ein simulierter und widerrechtlicher gewesen sei. Später agnoszierte er aber den Kauf, so daß Frau Lucretia Elisabeth am 3. April 1691 belehnt werden konnte. h v. Luttitz, NIspt. S. 429. H Sein Epitaph befindet sich in Königswartha. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, Heft 31, S. 13b. h vresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1766, Nr. XI. v. Luttitz. 127 geld*). Am 30. April 1734 verkaufte er Neuliebel an Loth Gottlob v. Petersdorff. Anderthalb Jahre zuvor, am 5. November 1732, war Hans Friedrich das ehedem dem Johann Christian v. heldreich zugehörig gewesene Gut Groß-Seitschen (W8VV von Bautzen) adjudiziert worden'ft. Am 10. April 1738 verkaufte er Groß-Seitschen an den cunct. jur. utr. Christian Gottlob Schede für 17000 Taler Raus- und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Nun erwarb Hans Friedrich durch Kauf von den drei Söhnen des am 21. April 1736 verstorbenen Gotthard Nudolph v. Nostitz am 27. Oktober 1738 das Lehngut Teicha (VVblVV von Nothenburg, am weißen Schöps) für 10000 Taler. Am 27. November 1765 verkaufte er Teicha für 12500 Taler an einen Sorauer Bürger Johann Gottlob Knappe und starb bald darauf, nämlich am 31. Dezember 1765; am 8. Januar 1766 wurde er zu vaubitz bestattet. Hans Friedrich III. war zweimal vermählt: I. mit Johanna Christiane v. Gersdorsft); II. mit Charlotte Sophie v. Nostitz, Tochter Gotthard Rudolphs v. N. auf Teicha. Sie starb daselbst am 23. Dezember 1761 und wurde am 2Y. in vaubitz bestattet*). Hans Friedrich III. hatte folgende Kinder (u-b): и. Hans Nud olph'I, geboren zu Neuliebel 8. April 1732, trat in königlich preußische Kriegsdienste, wurde Major und Zlügeladjutant, besaß petersdors im Saganschen und starb daselbst am 17. Februar 1794. vermählt hatte er sich: I. mit. . . verw. v. Niesemeuschel, geb. v. Mühlen, die ihm einen Sohn und vier Töchter schenkte; II. zu Kieslingswalde am21.September 1773") mitIohanna Taroline Beata v. Fromberg'). b. Johanna Helena, getauft 1. April 1733"). c. Hans Friedrich, getauft 22. April 1734, begraben 20. Februar 1737°). ct. Charlotte Friederike Tugendreich, vermählt mit Christian Gottlob Schlintzig, Pfarrer in Sorno, später in Göda. e. Henriette Sophia, geboren 29. Januar 1741*°). t. Sophia Salome. §. Cleonore Erdmuth. к. Christian Friedrich Gottlob, geboren 1746 zu Teicha, gestorben daselbst 3. Februar 1761"). ft In die Mitbelehnschaft nahm er u. a. seinen Stiefvater Hans Wolf v. ponickau. ft In die Mitbelehnschast nahm er primo oräins Hans Wolf v. ponickau. ft v. Luttitz, Mspt. S. 442. ft H.-St.-N. Gen. 6oo. 11359, v. Nostitz, vol. I. ft Kurzer Nekrolog in der Laus. Monatsschrift 1794, II, S. 179. ft Laus. Magazin, 1773, S. 309. ft Hans Nudolph hatte aus zweiter Ehe neben anderen Kindern auch einen Sohn Hans Friedrich Benno v. L. auf Zels bei Triebe! N.-L. vermählt mit Nmalie Henriette v. Meper zu Knonow hatte dieser u. a. eine Tochter Elise, die sich verheiratete mit Friedrich Nugust heintze, der am 31. März 1821 vom König von Sachsen als heintze Freiherr v. Luttitz mit dem Luttitzschen Wappen baronisiert wurde. Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Ncte, II. Teil, 1881, S. 76b. ft Vierteljahrsschrift für Wappen- w. -Kunde XXI, S. 105. ft Ebenda. lft v. Luttitz, Mspt. S. 442. ") Ebenda. 128 v. Luttitz. v. Joachim v. L., der vierte Sohn Hansens d. N., war im Jahre 1614 noch unmündig, als zugleich mit seiner Brüder Anteil auch der seinige an den väterlichen Gütern Wartha und Friedersdorf zum verkauf gelangte h. III. Friedrich v. L., der dritte Sohn Hansens, hatte in brüderlicher Teilung die Hälfte des Gutes Wartha erhalten^). Sein Sohn Christoph kaufte 1614 von Hans Christoph v. Goeda dessen Gütlein zu Lommerau (IdlbM von Königswartha) h. von Tatharina v. Nostitz, geb. v. Nodewitz, erwarb er deren Lehngut Schönbach (8VV von Löbau) und wurde am 29. Dezember 1622 mit ihm belehnt,- schon 1623 verkaufte er das Gut wieder an Wolf v. Schönberg. Im Jahre 1622 kaufte Christoph ferner von der Witwe Nnna v. Goeda das Gut Spittwitz (blO von Bischofswerda), trat es aber alsbald an Hans v. peschen ab. Christoph war vermählt mit . . . v. helwigsdorf. Zum Hause Schirgiswalde gehören ferner die folgenden, denen wir einen bestimmten Platz in der Stammtafel nicht anzuweisen vermögen: Christoph v. L., von dem es 1648 heißt: „anitzo zu Belschwitz"h (Ebendörfel, 880 von Bautzen), vermählt mit Barbara v. Nostitz, hatte einen Sohn Christoph d. I. aus Schirgiswalde, der sich mit Nnna Helena v. Luttitz a. d. h. Litschen verheiratete. Im Jahre 1640 errichtete er zu No'es mit seiner Gattin eine ctonstio inter vivos. Nls seine Kinder werden genannt^): s. Nnna Helena a. d. h. Schirgiswalde, * 6. Juni 1641, -f 21. Februar 1682 bei Frau Dorothea Sabina v. und geb. v. Gers- dorff zu Mittel-Horka im Nlter von 40 I. 37 W. 3 C?). b. Barbara Sophie, X mit Georg v. Gersdorff auf vobritsch. c. Gertrud Elisabeth, ch 1675 unvermählt. e. 11339, Luttitz. h v. Luttitz, Mspt. S. 271. o) L. 6. Th. kfolscher, Geschichtliche Nachrichten über Rirche, Pfarre und Schulen der Parochie ksorka, Mspt. Nrchiv der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, V. 125. tz kf.-St.-N. Gen. Noe. 11339, v. Luttitz. v. Luttitz. 129 Hans Georg erschien mit zahlreichen anderen angesessenen Dberlausitzischen Edelleuten am 16./26. Juli 1657 zur Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen h. Frau Anna Helena hatte zwei Söhne und vier Töchter, nämlich aus erster Ehe vier, aus zweiter zwei Kinder. vom Vormunde Georg Rudolphs v. L., des hinterlassenen minderjährigen Sohnes Hans Georgs, kaufte am 23. April 1682 Friedrich Wenzel v. Gersdorff das Gut Bremenhain für 7000 Taler. Eine Tochter Hans Georgs war zweifellos „Eva Magdalena v. Lottitzin a. d. h. Bremenhan", die sich mit Joachim Heinrich v. Metz- radt a. d. h. Altliebel (ch 20. Mai 1710) als seine zweite Gattin vermählt hatte 2). — George v. L. auf Vremenhain kaufte am 22. Mai 1645 von Hans v. Deupold den halben Teil seines Gutes Spree (>lW von Rothenburg, am weißen Schöps) für 2200 Taler. — Abraham v. L. kaufte 1653 von seinem Bruder das väterliche Gut Tommerau (IMW von Königswartha). Am 27. August 1654 Unterzeichnete er das Lehnspaktum^). Am 1. August st. novi 1661 entleibte er durch einen Pistolenschuß einen Bauersmann auf einem Felde bei Siebitz (30 vom Kloster Marienstern). Am 9. November 1679 sollte nach langem Prozeß an ihm die Todesstrafe vollstreckt werden, doch nahm er sich selbst an diesem Tage das LebenI. — Melchior Heinrich v. L. a. d. h. Schirgiswalde kaufte am 12. April 1660 das Gut Lehn (bNV von Löbau) von Nikol Bernhard v. Klüx. 'Am 17. Juni 1667 starb er, woraus sein Bruder Hans Thristoph v. L. am 11. Juni 1668 mit Lehn belehnt wurde. Am 3. August 1671 veräußerte dieser das Gut Lehn an Friedrich Ferdinand v. Gersdorff. Hans Thristoph heißt später zu Reutnitz (blblO von Gstritz). Seine Schwestern sind Barbara, Anna Margaretha und Anna Dorothea,- letztere heißt 1671 „Schilligin", 1682 „verehelichte vogelin". Hans Thristoph v. L. war vermählt mit Maria Elisabeth v. Salza. Sie kaufte mit ihres Ehemanns Genehmigung am 10. Mai 1677 von Frau Anna Dorothea v. Pförtner, geb. v. Bindemann, Witwe, „ihr in dem Dorfe Reudnitz gehabtes Lehngüthchen sammt dazu gehörigen 3 Gärtnern" für 1000 Taler, und am Michaelistermin desselben Jahres von Otto Heinrich v. Gersdorff auf Gstrichen ein zu Reutnitz gelegenes zwei- spänniges Bauer- und Lehngütchen für 400 Taler und suchte beim Amtshauptmann des Fürstentums Görlitz um Belehnung nach. Am 17. Februar 1680 verkaufte sie das Gütlein Reutnitz an David Heinrich v. Gersdorff. — Wappen: Schild gespalten, vorn in Silber eine Bärentatze, Krallen nach oben und rechts gerichtet, hinten blau ohne Bild. Helm mit blau- tz tvberlaus. Nachlese 1771. S. 345-347. ch Laus. Magazin 1784, S. 228. lh Gberlaus. Lollect.-Werk, I. Bd., S. 1056. tz k)--§t.-N. 6oe. 9657, Tntleibungen im Marggraffthum Gberlausitz, Val. I, Zol. 91. Nls Nbrahams Schwestern werden ebenda genannt: Nnna Elisabeth und klnna Beata v. L. 9 4 130 v. Lutz. silbernem Bausch. Kleinod: Zwei Bärentatzen, Krallen nach oben und außen gerichtet. Decken blau-silbern. Liebmacher I, Taf. 70, Nr. l4 „v. Lütticz" unter den «Schleßingischen". v. Lutz, genannt Lucius. Johannes Lutz, aus einem regimentssähigen Geschlecht der Stadt Bern stammend, wurde mit dem Zusatz v. Lucius, Wien den 6. Februar l79l, in den Keichsadelsstand erhoben. Durch Reskript vom 20. Mai 1791 erfolgte die kurfürstlich Sächsische Anerkennung'). Johannes Lutz war zu Herrnhag in der Wetterau am 4. September 1751 geboren"). Er kaufte von Hans Ernst Friedrich Freiherrn v. posadowsky und Posteiwitz das Gut Hähnichen (VVdlW von Rothenburg, am weißen Schöps) und erhielt es am 7. Februar l793 zu Lehn verreicht"). Lr kaufte ferner von Frau Maria Laura verw. Generalmajor v. Gersdorff, geb. Freiin v. Wetzel, am 1. September 1795 das Mannlehngut Zwecka (dlW von Seidenberg) für 40000 Rtlr. und 500 Rtlr. Schlüsselgeld. Rn dem nämlichen Tage erwarb ferner Johannes v. L. von Friedrich Rugust Ernst Joseph v. Gersdorff, dem Sohn der Verkäuferin des Gutes Zwecka, das Gut Tundorf (dl von Seidenberg) für 10000 Rtlr. Rm 16. Februar 1802 verkaufte er Zwecka und Tundorf an Tarl Wilhelm Otto Rugust und Tarl (Mo Gustav v. Schindel. Einige Jahre darauf, am 11. Juli 1806, brachte Johannes v. L. die Güter Kuppritz und Hochkirch (beide von Löbau) durch Kauf von Friedrich Rugust Rdolph v. Gersdorff für 110000 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld an sich; am 4. September 1807 wurde er belehnt. Rm 2. Juni 1817 verkaufte er beide Güter an Thristian Heinrich v. Kindt. Johannes v. L. starb in Herrnhut am 26. Dezember 1823 kinderlos. vermählt hatte er sich zu Riesln) am 4. Februar 1777 mit Rnna Dorothea v. Rode, Tochter Thomas' v. R. Geboren zu Herrnhut am 6. September 1755, starb sie am 4. Dezember 1825 und wurde auf dem Gottesacker zu Herrnhut begraben, wo sich noch heute ihr Grabstein befindet. Rm 12. Oktober 1791 hatte sie den Lehnbrief über das an sie gefallene väterliche Gut Spree (IVdlVV von Rothenburg, am weißen Schöps) erhalten. Sie verkaufte Ober- und Rieder-Spree am 25. Juni 1792 für 86000 Taler an Hans Ernst Friedrich Freiherrn v. posadowski) und postelwitz. Wappen: In Rot auf grünem vreiberg ein aufgespannter, gestürzter silberner Zirkel, begleitet beiderseits oben von einem goldenen Stern. Helm gekrönt. Kleinod: Drei Straußenfedern rot, silbern, rot. Decken rot-silbern. ff Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Octe, II. Teil, S. 737. 2) Dieses Datum, sowie verschiedene andere Daten verdanken wir dem Archiv der Evangelischen Brüder-Unität (O. Müller) in kserrnhut. 2) Laus. Monatsschrift I7Y3, I, 5. 104. v. Maltitz. 131 v. Maltitz. Die v. Maltitz gehören zum Meißnischen Uradel. Ihr Stammsitz ist die (Ortschaft Maltitz bei Nossen. In der Gberlausitz besaßen sie in der zweiten halste des 16. Jahrhunderts ein Jahrzehnt lang, von 1672 bis 1581, die Herrschaft hoperswerdah. Dann machten sich erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts Angehörige des Geschlechts wieder in der Gberlausitz ansässig, vorübergehend begegnet uns hier indessen der Name v. M. auch in der Zwischenzeit. So wurde zu Anfang des 17. Jahrhunderts Heinrich Ernst v. M. in der Behausung derer v. Nodewitz zu Friedersdorf bei Neusalza von Joachim v. Nlüx entleibt^). So starb zu Weigsdorf (blO von Zittau) bei ihrer Enkeltochter Frau Taroline Elisabeth v. Runckel, geb. v. Neitzenstein, am 13. Januar 1779 abends ^7 Uhr Frau Margaretha Elisabeth v. M. geb. v. Muschwitz, geboren zu lvintdors am 8 . Januar 1702 als Tochter Ernst Gottlobs v. Muschwitz aus lvintdors und Greisenhain, vermählt 1717 mit Joachim v. Maltitz auf Tauche N.-L?). Dem Hause Mittweide im Kreise Lübben gehört anh: Georg v. M., geboren zu Frankenfelde 1716, gestorben zu Lübbenau am 6 . Juli 1785, auf Nabel und Mittweide. Aus seiner im Jahre 1758 geschlossenen zweiten The mit Eva Lhristiane v. Schönseldt, geboren zu Werben 1728, gestorben zu Lübbenau am 18. Januar 1796, ging u. a. hervor: Joachim Ernst v. M., geboren zu Mittweide 176., gestorben zu Merseburg am 5. April 1830 als königlich preußischer Major a. D. Er kaufte am 7. März 1796, damals Leutnant der Infanterie, von George Friedrich Wilhelm v. Fink (Fiuck) die Mannlehnrittergüter Nieder- horka ( 8 VVvon Nothenburg) und Uhsmannsdorf nebst Anteil Spreehammer (beide von Nothenburg) für 70000 Ntlr. und 150 Tlr. Schlüsselgeld; am 27. August 1796 erhielt er den Lehnbries. Schon am 29. März 1798 verkaufte er die Güter an Thristian Friedrich v. Scheibner. Joachim Ernst v. M. hatte sich vermählt: I. zu Jeseritz am 4. August 1786 mit Johanna Louise Barbara v. Siegroth a. d. h. Nostau,- II. zu Magdeburg 1804 mit Wilhelmine Friederike Christine v. FrödenI. Wappen: Der mit stahlblauem Nand versehene Schild ist von Schwarz und Silber siebenmal geteilt. Auf dem Helme sechs schwarze Hahnenfedern, an denen rote Fähnlein flattern. Decken schwarz-silbern. l) K. L. Schuster, versuch einer Geschichte der Stadt Hoyerswerda, 1842, s. 38. h Der Mörder wurde am 2. November 4608, da er sich auf vorausgegangene peinliche Nnklage den Gerichten nicht gestellt hatte, in die Ncht und Verfestigung erklärt. B. G. N) einart, Rechte und Gewohnheiten der Dber- und Niederlausitz, III. Teil, 1795, S. 124. h Laus. Magazin 1779, S. 77. H vergl. Jahrbuch des Deutschen Ndels, II. Band, 18d8, S. 509. 5) L. R. Th. Holscher, Geschichte der parochie Horka, 1856, S. 54 gibt abweichend als Todestag Joachim Lrnsts v. M. den 5. März 1830 an. Tr nennt ferner Joachim Lrnsts zweite Gattin eine geb. v. winterfeld. - vielleicht war also Joachim Trust v. M. dreimal verheiratet. 9* 132 v. Mandelsloh-v. Manteuffel. v. Mandelsloh. Lin Glied des dem Niedersächsischen Uradel angehörigen Geschlechts v. Mandelsloh hat sich in der Gberlausitz gegen Ende des 18. Jahrhunderts ansässig gemacht. Gottlob Lrdmann v. M. „aus der Niederlausitz" h ging in Sächsische Militärdienste, stand als Lstandarte-Iunker, dann als Kornett im Bestenbostelschen Kürassierregiment und erhielt am 13. Mai 1741 den Abschieds. Lr kaufte am 14. Juni 1780 von Frau Ludovica Lharlotte verw. v. Dieskau, geb. v. Gppen, das Lrbrittergut Nieder- Dertmannsdorf (8 von Lauban, am Lfueis) und verkaufte es wieder am 24. Juni 1790 an Christoph Ferdinand Nudolph Freiherrn v. Kittlitz, königlich preußischen Kriegs- und Domänenrat zu Breslau. vermählt hatte sich Gottlob Erdmann v. M. am 5. Juli 1769^) zu Mittel-Steinkirch mit Lharlotte Sophie geb. v. Zobeltitz und war dadurch in den Besitz des Gutes Mittel-Steinkirch am Lfueis, in Schlesien, gelangt. Seine Gattin war geboren am 17. Dezember 1736 auf dem Hause Mittel-Steinkirch als Tochter Thristian Erdmanns v. Z. daselbst, königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Hauptmanns und seiner zweiten Gattin Lharlotte Friederike v. Grünwald. Frau Lharlotte Sophie war in erster Ehe, seit dem 7. Januar 1755, verheiratet gewesen mit Johann Gottlob Lhrenreich v. Kpaw auf Gersdorf bei Lauban, der am 24. Npril 1767 starb. Sie entschlief zu Mittel-Steinkirch am 2. November 1791 nachmittags in der vierten Stunde an Nervenschwäche und Brustentzündungsfieber im 55. Lebensjahre und wurde am 7. d. M. zu Mittel-Steinkirch beigesetzt. Ihre beiden Ehen waren kinderlos. - Der königlich Ivürttembergsche Grafenstand kam am 17. März 1808 in die Familie. Mappen: Im blauen Schilde ein mit einem roten Bande mehrfach umwundenes silbernes Jagdhorn. Helm mit blau-silbernem Bausch. Kleinod: Das Horn des Schildes; in seiner Konkavität ein silberner Totenkopf, der von zwei abwärts geschrägten Schwertern mit goldenen Griffen durchbohrt ist. hinter dem Totenkopf ein silberner, mit drei Pfauenfedern besteckter Schaft. Decken blau-silbern. Siebmacher I, Taf. 181, Nr. 10 unter den „Braunschweygischen". v. Manteuffel, auch Freiherren und Grafen. Das Geschlecht v. Manteuffel gehört dem pommerschen Uradel an und erscheint urkundlich zuerst um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Zum Stamme Kerstin gehört Thristoph Nrnold v. M.h, Herr h Laus. Magazin 1764, 5. 239. — Gottlob Lrdmann v. M. ist in der neuesten genealogischen Übersicht über das Geschlecht v. Mandelsloh im Jahrbuch des Deutschen Adels, II. Band, 1898, S. 523 ff. nicht aufgeführt. h kf -5t.-5l. Geneal. Iwa. 11341, Mandelsloh. h Laus. Magazin 1769, S. 238: 1791, S. 351. tz vergl. Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Teil, 1728, 5.146; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Muser, m Mhxgg., 1902, 8. v. v. INanteuffel. 133 auf Kerstin, Krukenbeck, Gandelin, Krühne, Landrat des Kreises Fürstentum Lammin. vermählt war er mit Elisabeth Clara v. Vonin. Sein Sohn Ernst Christoph v. M., geboren am 27. Juni 1676, gestorben 1749, Herr aus Kerstin rc., Starost von Nowodmor, war königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Geheimrat und Staatsminister. Bekannt ist er als Freund Friedrichs des Großen und des Philosophen lvolff in Halle. Er besaß in Dresden-Friedrichstadt seit dem Jahre 1718 das v. ponickausche Grundstück, seine Gattin erwarb zwei benachbarte größere Gärten h. Bin 10. März 1709 hatte er den Reichsfreiherrnstand erhalten, am 1. Mai 1719 wurde ihm der Reichsgrasenstand mit dem Prädikat „hoch- und lvohlgeboren" verliehen^). Nachdem „seine erste Verlobte" v. Lhwalkowska im Jahre 1713 in Berlin in seinen Rrmen gestorben war^), vermählte er sich am 5. November 1713mitGottIieb RgnetaJuliana Freiin v. Bludowska, geboren am 21.Rugust 1689, Tochter des Georgius Fridericus Bludowski Freiherrn v. Nieder-VIudowitz. Sie war in erster Ehe verheiratet gewesen mit Splvius Erdmann Freiherrn v. Trach und Birkau aus Körnitz, der in Teschen am 28. Juli 1710 starbh. Gräfin Gottlieb v. M. kaufte im Jahre 1727 von Rudolph Rugust v. Luttitz das Gut Tommerau (bl von Königswartha) für 27000 Taler, verkaufte es aber noch in demselben Jahre an Jacob Eckart v. lvobeser. Um das Jahr 1730 erwarb sie das Gut Lauer bei Leipzigs). Gras Ernst Christoph v. M. hatte vier Töchter. Er adoptierte Christoph Friedrich v. Mihlendorfs, Fähnrich im 2. Kursächsischen Regiment Garde zu Fuß, und dieser wurde am 12. Januar 1742 unter dem Ramen v. Manteufsel in den Reichssreiherrnstand erhoben °). Er ist der Stammvater der Freiherren v. M. in Sachsen und Preußen. Zu der adeligen Linie gehören die folgenden: Rnton Christian v. Kleist verkaufte am 23. Rugust 1753 an seinen Schwestersohn Joachim Ernst v. M., Gberstwachtmeister in Diensten der Generalstaaten, das Rittergut Schmochtitz (blW von Bautzen) für 18000 Rtlr. Rm 12. November 1761 wurde indessen ein neuer Kauf- Kontrakt über das Gut abgeschlossen, da es durch üble Rdministration, Kriegskalamitäten und Teuerung in eine schlechte Verfassung gekommen war. Der Kaufpreis wurde auf 14000 Taler festgesetzt. Rm 14. Januar 1763 erhielt Joachim Ernst v. M. den Erb- und Lehnbries über Schmochtitz. Bereits am I.Iuni desselben Jahres (1763) veräußerte er das Gut für 0 Auf einem Teil dieses Areals entstand das bekannte „Manteuffelsche Brauhaus". 0. Fiedler, Zur Geschichte des Uurländischen Palais und des INarcolinischen Palais, 1904, S. ZS. " 2 ) Die kurfürstlich Sächsische Anerkennung erfolgte am 8. August 1719. Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Acte, II. Teil, S. 686. 3) Sinapius a. a. ) Nekrolog im Laus. Magazin 1773, S. II8. 2) Über die große Strenge der Frau v. Manteufsel ihren Untertanen gegenüber vergl. I- G. Mischke, Vas Markgrafthum Gber-Lausitz Königlichen preußischen Nntheils, 1861, S. 1SY. Laus. Magazin 1778, S. 68. tz Laus. Magazin 1782, S. 278. v. Marcolini. 136 mals zu Gstrichen gehört hatte und mit dem sie als Witwe ihres ersten Gatten am 20. Januar 1807 belehnt worden war, bestehend aus vier Vauergütern und zwei Häuslern, - an eben diese vier Bauern für 8700 Taler. Wappen: Stammwappen: Im silbernen Schild ein roter Balken. Helm gekrönt. Kleinod: (Offener schwarzer Flug. Decken rot-silbern. Münchener Kalender für 1909. v. Marcolini, Gras. Bls einer der Söhne des Bailli Peter Paul Marcolini wurde Tamillo zu Fano im Kirchenstaat am 2. April 1739 geboren h. Tr begann seine Laufbahn am Sächsischen Hose als Silberpage, stieg empor zum Gberhofmeister, (Oberkammerherrn, wirklichen Geheimrat, Kabinettsminister, Direktor der Porzellanmanufaktur, der kurfürstlichen und königlichen Sammlungen und wußte bis zu seinem Tode seine einflußreiche Stellung als Freund Kurfürsten Friedrich Augusts III. zu bewahren. Tr starb zu Prag am 10. Juli 1814 und wurde daselbst beerdigt. Seine Gattin Maria Anna Baronesse 6-Kelly aus (Oesterreich, mit der er sich zu Mariaschein in Böhmen am 4. Mai 1778 vermählt hatte, beschloß ihr Leben am 19. Januar 1819 in Dresden. Tamillo Gras M. hatte vier Kinder^): 1. Augusta, * 1782, X mit Joseph Grasen v. Nimptsch, K. K. Geh. Kat, Feldmarschalleutnant und Gberhofmeister. 2. Peter Paul Lmanuel Johannes Baptista, * zu Dresden am 21. Februar 1785^), X 1807 Ende August mit der Gräfin Maria Anna Tavriani. 3. Joseph Anton Ludwig (Baptist) Laiixt, * zu Dresden 14. Oktober 1787, ch daselbst am 17. März 1788, begraben im „Kloster Morgenstern"^) sMariensternf. 4. Franz de Sales, * zu Dresden am 20. Januar 1789"), Begründer der Linie Marcolini zu Fano. Tamillo Gras M. machte sich in der Oberlausitz ansässig, indem er im Jahre 1778 von Andreas Grasen v. Kenard dessen schristsässiges Lrb- und Allodialrittergut Ober- und Kieder-Lichtenau (Idl von Pulsnitz), Meißnischen und Gberlausitzischen Anteils, für 32000 Taler erwarb. Am 24. Juli 1778 erhielt er den Trbbrief. Tr verkaufte den Besitz für 40000 Taler im Jahre 1788 an Friederike Thristiane Gräfin Tossei, geb. Gräfin holtzendorff^). — tz vergl. F. 0. Frhr. ö-Bprn, Tamillo Graf Marcolini, 1877. Line wertvolle Ergänzung bietet ll). Lippert in seiner Ortzeit: „Oie Anfänge der Familie Marcolini in Uursachsen". Lrmisch' Neues Archiv für Sächsische Geschichte, XX, S. 111-128: vergl. auch Allgemeine Deutsche Biographie, XX, S. 306. 2) S-Bprn a. a. V. S. 58, 148. h Dresdner wöchentl. Frag- und Anzeigen 1785, Nr. X. h 0-°5t.-A. Geneal. Noe. 11342, Marcolini. 5) Dresdner Frag- und Anzeigen 178d, Nr. IV. h Marcolini besaß ferner Häuser in Dresden, einen Landbesitz auf der rechten Seite der Tlbe oberhalb Dresdens, ein Gut in kfosterwitz und das bekannte nach 136 v. Marschall-Altengottcr». was den gräflichen Titel Tamillos anbetrifft, so ist über die Verleihung der Grasenwürde an ihn nichts bekannt! indessen führt er seit dem Jahre 1752 den Grasentitel h. Wappen: Lin Siegel vom Jahre 1801') zeigt den Schild mit Schildeshaupt - darin ein roter Turnierkragen - geteilt durch einen Balken! oben in Blau drei Linien neben einander, unten ein liegender Bosenzweig. — Das Bllianzwappen v. Marcolini-o-Bellp findet sich in Stein gehauen in schöner Ausführung über dem zweiten Portal des ehemaligen Marcolinischen Palais aus der Friedrichstraße in Dresden. Lin Bildnis des Grasen Lamillo aus dem Jahre 1807 von I. Grassi befindet sich auf dem Schloß Dahlen. v. Marschall-Kltengottern, Freiherren. Dem Thüringischen uradeligen Geschlecht v. Marsch all, das auf der Scherinburg (jetzt Schernberg) bei Sondershausen saß, stand die Lrb- marschallswürde in der Landgrafschast Thüringen zu. Der Lrbmarschall Budolf Levin, kurfürstlich Sächsischer Bammerherr, brachte durch seine Heirat mit Buna Gertrud, Tochter des Georg v. Hagen auf Blten- gottern und Strausfurt, der Letzten dieser Linie, im Jahre 1632 Blten- gottern im Breis Langensalza in seinen Besitzt). Thristian Budolf Frhr. v. M.-B.h, geboren zu Bltengottern am 21. Februar 1746, gestorben daselbst am 23. Juni 1809, Herr auf Bltengottern, Breissteuereinnehmer in Thüringen, Bitterschastsdirektor und kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, vermählte sich zu Großengottern am 30. Oktober 1789 mit Helene Bdolfine Ernestine v. helbig a. d. h. Großengottern, gestorben zu Bltengottern am 19. Mai 1811. Der Sohn dieses Ehepaars, Julius Bugust Frhr. v. M.-B., geboren zu Langensalza am 17. Mai 1799, gestorben zu Bltengottern am 22. Dezember 1862, Herr auf Bltengottern, königlich preußischer Bammerherr, Lrbmarschall, vermählte sich zu Gppach am 31. Mai 1819 mit Bgnes Louise v. Nostitz und Jänkendors, geboren am 13. September 1799, gestorben 1875. Frhr. Julius Bugust kaufte am 7. Oktober 1820 von seinem Schwiegervater Gottlob Bdolph Lrnst v. Nostitz u. I. das Bittergut Doberschau (88VV von Bautzen). Bm 7. Dezember 1820 belehnt, verkaufte er das Gut schon im Jahre 1823 an Jacob Lanz. Wappen: Sm silbernen Schilde zwei aufgerichtete rote Scheren. Helm gekrönt. Bleinod: Zwei von Silber und Bot übereck geteilte Büffelhörner, die je auswärts mit vier kleinen Fahnen besteckt sind, ihm benannte Palais in Dresden - Friedrichstadt, seit 1849 zum Stadtkrankenhause umgewandelt, vergl. 0. Fiedler, Zur Geschichte des Uurländischen Palais und des Marcolinischen Palais, 1904, 5. 27 ff. tz w. Lippert a. a. G. S. 114, S. 122 Onm. 29, S. 127 Onm. 42. 2) H.-5t.-kl. Geneal. b,oe. 11342, Marcolini. -h Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichcn Häuser 1862, 5.614. tz Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1900, 8. v. Marschall v. Niederstem 137 von denen die vorderen von Rot und Silber, die Hinteren von Silber und Rot geteilt sind. Decken rot-silbern. Liebmacher I, Tas. 144, Nr. 6 „Die Marschalgk v. Gotsmanshausen" unter den „Thüringischen". Marschall v. Bieberstein. Ein Sproß des Meißnischen uradeligen Geschlechts Marschall v. Bieberstein, das sich nach dem zwischen Freiberg und Meißen gelegenen Dorf und Lchloß Bieberstein nannte, machte sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für ganz kurze Zeit in der Gber- lausitz ansässig. Earl Heinrich M. v. B., geboren am 19. Mai 1701, der dritte Sohn Laspar Ludwigs aus Ziegra, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Landkammerrat, kaufte am 17. März 1732 von den Erben Johann Rdolphs Schmeiß v. Lhrenpreißberg das Gut Nostitz (dl von Löbau) samt pertinentien für 49650 Taler (46000 Tlr. für das Gut, 3500 Tlr. für die Winter- und Sommersaat, den Fischbesatz :c., das Inventar) und 150 Taler Schlüsselgeld. Die Gberlausitzischen Stände verlangten vor der Lrbverreichung des Gutes nach „dem guten Herkommen und der von undenklichen Jahren her beibehaltenen Observanz" von ihm als einem Auswärtigen von Adel, er solle bei den Landständen um die Rezeption ihres Mittels gebührend nachsuchen und seinen Stammbaum in korina probanto dem Landesarchiv übergeben. Rm 4. April 1732 wurde er belehnt. Schon am 20. März 1732 hatte er Nostitz und Zubehör, da er wegen seiner erfolgenden Anstellung beim Stift Naumburg die Güter nicht behalten konnte, an Johann Thristian v. Lossa verkauft, vermählt war Larl Heinrich mit Thristiane Sophie geb. Schmeiß v. Lhrenpreißberg aus Groß-Poritsch (80 von Zittau). Sie verkaufte vieler Verpflichtungen wegen - allein auf Groß-Poritsch war sie 11 000 Taler schuldig — am 25. November 1734 an Frau verw. Margaretha Dorothea v. hartig vier in Hörnitz von Zittau) befindliche und vormals zum Erb- und Landgut Groß-Poritsch geschlagen gewesene, angesessene Lrb-Untertanen mit ihren Gärten, schuldigen Zinsen, Steuern oder Lrbmarken und Gefällen, mit Spinn- und vollen hos- diensten für 500 Taler h. Als die drei Brüder der Frau Thristiane Sophie M. v. V. im Jahre 1738 die Güter Gber-Ullersdorf und Sommerau (beide 80 von Zittau) an Johann Ernst v. Rpaw verkauften, überließ sie diesem im nämlichen Jahre ihre Rleinschönauer Wiese (O von Zittau). Wappen: Silberner Schild mit rotem Gitter überzogen. Helm mit rot-silbernem Wulst. RIeinod: Roter Marschallstab, besteckt mit sechs schwarzen Hahnenfedern, zwischen zwei silbernen Büffelhörnern. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 155, Nr. 8 unter den „Menchs- nischen". h va diese vier Gärtner unter des Landes Mitleidung nicht gelegen waren, so wurde der Rauf am 28. Leptember l7Z8 mit dem Vorbehalt konfirmiert, daß die Räuferin und künftige Erbherrschaft dieser Gärtner unter des königlichen Gberamts Jurisdiktion verbleibe und die Lrbverreichung vor demselben suche. 138 v. Marschall auf vurgholzhausen. v. Marschall auf Vurgholzhausen, Grafen. Die v. Marschall aus Burgholzhausen bilden die jüngere Linie des Stammes der Lrbmarschälle von Thüringen. Gemeinschaftlich mit der älteren Linie von herrengosserstedt hat diese jüngere Linie an dem Lrbmarschallamt die gesamte Hand und Mitbelehnschaft h. Georg Laspar Marschall aus Vurgholzhausen, Erbmarschall in Thüringen, geboren am 22. Februar 1653, gestorben am 2. Mai 1694, vermählt mit Elisabeth Friederike v. lv erthern - Beichlingen, hatte einen Sohn Ernst Dietrichs. Vieser, geboren zu Burgholzhausen am 31. Oktober 1692, Herr auf pauscha im Kreise Weißen- sels, ging zuerst in kurfürstlich Sächsische, dann in Gesterreichische Kriegsdienste, ein hervorragender Heerführer, der sich namentlich als Kommandant von Vlmütz bei der Belagerung dieser Festung durch Friedrich den Großen vom 3. Mai bis 2. Juli 1758 auszeichnete. Er wurde K. K. wirklicher Geheimrat, Generalseidmarschall, Gouverneur des Herzogtums Luxemburg und der Grafschaft Lhinp und erhielt am 15. Juli 1760 von Kaiser Franz l- namentlich als Anerkennung für seine Verteidigung von Glmütz, den Keichsgrafenstand verliehen. Er starb am 31. August 1771 in Naumburg und wurde im vom daselbst bestattet, vermählt hatte er sich am 22. April 1747 mit Henriette Sophie v. Schönberg- purschenstein, geboren am 17. November 1719 vermutlich zu Thammen- hain, erzogen zugleich mit ihrer Schwester Johanna Thristiane, später verm. v. Gersdorff, in Bieberstein. Henriette Sophie v. Schönberg war in erster Ehe vermählt gewesen mit August v. Einsiedel aus prießnitz und Wolftitz, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Kammerrath. Sie starb zu Merseburg am 16. Februar 1779. Aus ihrer zweiten Ehe mit Ernst Dietrich Grafen v. M. aus B. gingen zwei Söhne hervor: Friedrich Ernst Neichsgraf v. M., geboren am 10. August 1748, gestorben am 10. Juni 1832, K. K. wirklicher Kämmerer, Herr aus Burgholzhausen, Tromsdorf (Provinz Sachsen), Erbmarschall in Thüringen, vermählt am 24. September 1798 mit Elisabeth Freiin v. Reischach, Sternkreuzordensdame, geboren am 27. November 1766. B. August Dietrich Reichsgraf v. M., geboren am 19. Juni 1750, Erbmarschall in Thüringen, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr aus Vurgholzhausen, Tromsdorf, fürstlich Braunschweigisch - Wolfenbüttelscher Kammerherr, gestorben am 31. Januar 1824h, vermählt: l. am 26. April 1788 mit Hortensia Freiin Waldner v. Freundstein, geboren am 9. Juli 1767, gestorben am 20. März 1800, Tochter des Französischen i) llneschke, Deutsche Grafen - Häuser der Gegenwart, II. Band, 1883, 5.84. -) vergl. Genealogisches Reichs- und Staatshandbuch auf das Jahr 1803, S. 628; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, 1864, S. 527; Allgemeine Deutsche Biographie, XX. Band, S. 434. h Aus dieser Ehe stammte ein Sohn, der kurfürstlich Triersche Uammerherr Lurt Adam v. Einsiedel. tz Dieses Datum nach den Rattwitzer und Muschelwitzer Lehnsakten. Vas Gothaische gräfliche Taschenbuch 1864, S. 828, gibt den 2Y. Januar 1824 als seinen Todestag an. v. Marschall auf Burgholzhausen. 139 Obersten Frhrn. Christian w. v. F.; H. am 2. April 1803 mit Antoinette, Tochter des königlich Großbritannischen und kurbraunschweigischen Obersten Christian Dietrich v. Alten. Diese beiden Brüder, die Grasen Friedrich Ernst und August Dietrich erbten zufolge der Bestimmung ihrer oben erwähnten Tante, Frau Johanna Christiane v. Gersdorff, geb. v. Schönberg ('s 1787), Witwe Georg Ernsts v. G., deren Güter Rattwitz, Gbersörstchen und Muschelwitz (VV, 8VV, KlVV von Bautzen) und zwar nach dem Tode der von ihr zunächst als Erbin eingesetzten Tousine Frau Anna Henriette Tharlotte v. Böltzig, geb. v. Vopen. Diese starb im Jahre 1792, worauf Gras August Dietrich am 27. Oktober 1794, Friedrich Ernst am 25. Juni 1795 je mit der Hälfte von Rattwitz und Zubehör belehnt wurden. Gras August Dietrich hinterließ bei seinem im Jahre 1824 erfolgten Tode einen einzigen Sohn August Ferdinand Theodor Reichsgrafen v. M., geboren am 26. Mai 1791, königlich Sächsischen Rammerjunker und Forstmeister. Dieser erbte seines Vaters Hälfte von Rattwitz und kaufte am 15. April 1824 von seinem Oheim, dem Grafen Friedrich Ernst, dessen Hälfte von Rattwitz und pertinentien für 26000 Taler und 20 Louisdor Schlüsselgeld H. Graf August Ferdinand Theodor verkaufte Rattwitz am 12./14. November 1855 an Tarl August Jeremias für 99000 Taler (wovon 10000 Taler für das Inventar). Am 25. Oktober 1825 hatte er sich vermählt mit Amalie, Tochter des königlich preußischen RammerherrnIossptiLlmrlesNsIIisIi, vormals königlich Großbritannischen Geschäftsträgers und Generalkonsuls bei dem Niedersächsischen Kreise. Wappen: Schild geviert mit Mittelschild, in diesem in Silber zwei aufgerichtete rote Scheren. 1, 4: In Not ein silberner Turm mit Zinnen, Tor und zwei Fenstern; 2, 3: In Gold ein schwarzer Adler. Auf dem Schild ruht die Grafenkrone, aus dieser wächst ein Geharnischter, der in der Rechten ein Schwert mit goldenem Griff, mit der Linken den Schild hält. Auf seinem gekrönten Helm stehen zwei von Silber und Not übereck geteilte Büffelhörner, deren Außenseiten besteckt sind mit vier kleinen, an roten Stangen befestigten Fahnen, von denen die vorderen von Rot und Silber, die Hinteren von Silber und Not geteilt sind. Zwischen den Hörnern der Turm, oben mit dem Adler besetzt. Decken rechts rot-silbern, links schwarz-golden. Tnroff, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, III. Band, Taf. 2. tz vor dem königlichen Iustizamt Stolpen wurde am 16. Februar 1842 zwischen einem Beauftragten des Finanzministeriums und dem Grafen klugust Ferdinand Theodor ein vergleich abgeschlossen: Gegen Bewilligung einer Vergleichs- und Entschädigungssumme von 3000 Talern machte Graf IN. sich verbindlich, nicht nur auf das ihm verliehene Recht, auf seinem Jagdrevier sogenannte Ivild- oder wolfgruben zu halten, für sich und seine Besitznachfolger zu ewigen Zeiten zu verzichten, sondern auch die gegenwärtig im „Theilwald" befindlichen derartigen Gruben abzuschaffen; ferner für sich und alle Nachbesitzer des Gutes Rattwitz auf das dem Kammerpräsidenten rc. v. Schönberg durch Reskript vom d. März 1645 für sich und alle folgenden Besitzer von Rattwitz bewilligte jährliche Ivildpretsdeputat von zwei Hirschen, zwei Stück Mild, zwei Rehen uud zwei Bachen zu verzichten. Dem Grafen wurde gestattet, die Iagd im „Theilwalde" mit dem Schießgewehr auszuüben. Lehnsakten Rattwitz. 140 v. Marsowitz —v. Mauschwitz. v. Marsowitz h. Johann Friderici, Or. mo6., kaufte am 1. November 1756 das Gut Gersdors am Oueis (dt von Lauban) von Johann Gottlob k Lhrenreich v. Kpaw für 28 000 Tlr. Kauf- und 300 Tlr. Schlüsselgeld und erhielt am 16. September 1761 den Lehnbrief ausgefertigt. Llm I.Mai 1763 veräußerte er das Gut für 30000 Ntlr. und 300 Tlr. Schlüsselgeld an Lrdmuth Tharlotte v. Warnsdorf, geb. v. Leubnitz. Während er sich im Jahre 1755 nur vr. Johannes Friderici nennt, unterzeichnet er sich im Jahre 1761: Johann Friedrich v. Marsowitz,' 1764 heißt er vr. Johann Friderici v. Marsowitz^). Nach dem amtlichen Littest des Steinkircher Pfarrers Splittgarb vom Jahre 1764^) hielt sich Johann Friderici v. IN. auf Gersdors, berühmter Nocl. praot., nach dem verkaufe seines Gutes Gersdors in Gber - Beerberg (bei Marklissa) aus dem herrschaftlichen Hose auf und starb daselbst im Lllter von 61 Jahren am 20. Oktober 1763. Derselbe Pfarrer bescheinigt, daß dem Johann Friderici v. M., „damaliger Grundherrschast von Gber-Beerberg und vr. mocl.", sowie seiner Gattin, der Maria Juliana v. M., geb. Weisin, am 31. März 1752 ein Sohn geboren wurde, der in der Taufe am 3. Llpril die Namen Johann Tarl Gottfried erhielt. Lindere Kinder des Johann Friderici v. M. waren Carl Llugust Friedrich v. M. und Friederike Juliane Lluguste v. M. Wappen: Dr. Johannes Friderici siegelt im Jahre 1755 folgender- ' maßen h: Schild geteilt. Oben ein Kreuz, dessen Llrme nicht bis an die Schildränder reichen, unten ein dreiblätteriges Kleeblatt, der Stengel nach unten gerichtet. v. Mauschwitz. Die v. Mauschwitz sollen eines Stammes mit denen v. Debschitz sein^), wie denn auch beide Geschlechter ein ganz ähnliches Wappen führen. Zu Llnsang des 16. Jahrhunderts besaß die Familie v. M. die Güter Llrmenruh und Harpersdorf im Kreise Goldberg - haynau und breitete sich von hier aus weiter in Schlesien aus. In der Dberlausitz wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts flüchtig ein Nikol v. M. erwähnt, der ein Stück Fließwasser bei Friedersdors swelches?) besaß, mit dem dann 1604 Christoph v. Kalckreuth belehnt wurde h. fl Sinapius in seinen Schlesischen Luriositäten, I. Bd., 1720, S. 630 erwähnt einen Mroczko de Marschowitz, der im Fahre 1337 ein vornehmer Lavalier bei Herzog Boleslaus zu Liegnitz war. — Lin Martin Vranitzky von Marssowitz erhielt, Prag den 23. Januar 1538, einen IVappenbrief. v. voerr, Der Kdel der Böhmischen Grönländer, 1900, S. 15. 2) Lehnsakten Dersdorf am tpueis. fl Ebenda. fl Ebenda. fl Z. Sinapius, Schlesische Luriositgten, I. Bd., 1720, S. 631. fl H.-St.-K. Boo. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Gber- lausitz cls ao 1604-1617, Zol. 36. v. Maxen. 141 Maximilian v. M. auf Dätzdorf im Kreise Bolkenhain, vermählt mit Susanna Sophia geb. v. Schachmann, hatte zwei Söhne: Maximilian, der als Oberst in königlich preußischen kurbranden- burgschen Diensten stand, und Friedrich Leonhard (auch Friedrich Bernhard geschrieben), Major in der nämlichen Armee. Diese beiden Brüder wurden nach dem am 16. November 1772 erfolgten Tode ihrer Cousine, der Tochter Franz Adolphs v. Schachmann auf Kunnersdorf, Frau Johanna Eleonore verw. Kammerherr v. Gustedt, geb. v. Schachmann, je mit einem siebenten Teil von Mittel-Königshain von Görlitz) am 23. Januar 1775 belehnt. Larl Maximilian Ferdinand v. M., preußischer Kriegs- und Domänenrat, dann Lhef-Präsident der kurmärkischen Kammer, seit dem 6. Dezember 1786 wirklicher Geheimer Staats-, Kriegs- und dirigierender Minister, gestorben 1792 h, war vermählt mit der am 4. Juli 1741 geborenen Tochter Nikol Larls v. Debschitz aus Schadewalde, Sophia Nenata Tharlotte v. Debschitz. Mündig geworden, wurde sie am 19. Juli 1763 mit Schadewalde (88^V von Lauban) belehnt. Differenzen wegen der Administration und Ususruierung von Schadewalde zwischen Frau v. M. und ihrem Gatten führten zu einem vergleich vom 28. Februar 1763, dessen wesentlichste Bestimmung die war, daß Frau v. M. ihrem Gemahl anstatt der ihm bisher eingeräumt gewesenen Administration und Ususruierung des Gutes Schadewalde ein Kapital von 8000 Talern zedierte. Frau v. M. verkaufte Schadewalde und Altstadt am 27. Februar 1764 an Frau Friederike Dorothea v. Manteuffel, geb. v. Dpherrn, für 36000 Taler. Mappen: Im silbernen Schilde ein grünes Seeblatt, der Stil nach unten. Helm ungekrönt. Kleinod: Offener silberner Flug, dazwischen das grüne Seeblatt. Decken grün-silbern. Siebmacher I, Tas. 72, Nr. 12 unter den „Schleßingischen". v. Maxen. vom 14. bis über die Mitte des 18. Jahrhunderts hinaus sind Angehörige des alten Meißnischen^) Geschlechts v. Maxen in der Oberlausitz ansässig gewesen, wir besprechen die Geschichte der Familie in der Gberlausitz von ungefähr der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an bis zu ihrem Erlöschen und unterscheiden der Übersichtlichkeit wegen folgende Linien: >) Frhr.v. Zedlitz-Neukirch, preußisches Ndels-Lexicon, III.Bd., 1837, S. 378. 2) Nach v. Mülverstedt gehören die v. M. zum eingeborenen Ndel der Gberlausitz, sie sind „jedenfalls von undeutscher Extraktion". Neues Laus. Mag. Bd. 67, S. l47 ff., des. 5. IY2. vergl. hierzu die weiteren Nuseinandersetzungen zwischen v. Mülverstedt und Nnothe: Neues Laus. Magazin Bd. 68, S. 30, 26l, 270. - wir vermögen der Nnsicht v. M.'s über die Heimat der v. Maxen nicht beizupflichten und können die von ihm beigebrachten Nrgumente als beweiskräftig nicht anerkennen. 142 v. Maxen. Gröditz-Nechern-Ouitzdors. B. Weicha-Rattwitz. 6. Jehser-Spitzkunnersdors. v. Pulsnitz*). Linie Gröditz —Rechern — Ouitzdors. haug v. Maxen war um das Jahr 1530 einer der Schöppen des Hofgerichts zu Bautzens. Im Musterregister des Markgraftums Gberlausitz vom 2. Januar 1551^), das die von den Lehngütern zu leistenden Ritterdienste ordnete und bestimmte, ist er zugleich mit seinem Bruder Wenzel wegen ihrer Güter Gröditz, Bechern, Weigersdorf, Tannewitz verzeichnet. Um das Jahr 1557*) war er Rmtshauptmann zu Bautzen. Beim vorritt Ludwigs v. Rosenhain („Rosenhagenn") auf Ruhland am 21. Rugust 1562 erschien er nebst acht anderen Gber- lausitzischen Tdelleuten als Zeuges. Geehrt und angesehen in seiner Heimat, stand er auch beim Landesherrn in Gunst und war durch die Verleihung der Würde eines kaiserlichen Rats ausgezeichnet. Tr besaß das Gut Gröditz (dlW von Weißenberg) und pertinentien; im Gröditzer Gerichtsbuch °) ist wiederholt verzeichnet, daß „haug von Maxsen" in den fünfziger und sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts in Rohlwesa („Rolewas"), Lannewitz, Rackel Ehedinge abgehalten habe. Im Jahre 1562 erwarb haug das durch das Löbauer Wasser von Gröditz getrennte Gut Weicha von Weißenberg) von Balthasar v. Maxen, der am 8. Mai dem Käufer die Lehn aufließ. Ferner kaufte er am 31. Oktober desselben Jahres noch etliche Weichaer Untertanen von Georg v. Maxen*). haug starb im Uovember 1565*h aus dem königlichen Schlosse zu Bautzen und hinterließ drei Söhne: 1. Hans, 2. Wenzel, 3. Martin, von denen beim Tode des Vaters nur der älteste seine mündigen Jahre erreicht hatte. 1. Hans v. M., haugs ältester Sohn, saß auf Gröditz. Im Jahre 1566 hielt er in Ouitzdorf und Rackel Ehedinge, im Jahre 1567 in Weigersdorf „vor sich und seine unmündige Gebrueder" ein hochpein- 0 Die Stammreihe der Böhmischen Linie Bullendorf vom Iahre 1466 an bis zum Ende des 16. Jahrhunderts läßt sich ziemlich lückenlos aufstellen nach den von Julius Helbig gegebenen Regesten zur Geschichte des Lehensadels der Herrschaften Friedland und Seidenberg. Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 41 ff. und Nachträge: Neues Laus. Mag. Sd. 77, S. 140 ff.: Bd. 86, S. 231 ff.; Bd. 87, S. 295 ff. 2) Laus. Magazin 1777, S. 294. h IVeinart, Rechte und Gewohnheiten der (Ober- und Niederlausitz, 4. Teil, S. 545. H Räuffer, Nbriß der Dberlaus. Geschichte, III. Bd., S. 364: Laus. Magazin 1777, S. 294. b) H.-St.-N. Boo. 9549, particularregister, Inhalts der Rom: Ratz: Mt: genedigsten Instruction etc., Fol. 7 b. h Mspt. 4" Nr. 14 v. Gersdorffsche Bibliothek in Bautzen: z. B. Fol. 30, 35 39 42. H H.-St.-N. Boo. 9549 a. a. V von Weißenberg) übrig geblieben, denn im Jahre 1653 wird sie genannt „Wittwe zu Kannowitz". Sie kaufte im Jahre 1653 das Gut Diehmen (8^V von Bautzen) und empfing es am 19. Dezember desselben Jahres zu Lehn verreicht. Ihr Vater war ihr Lehnsträger. Rm 10. September 1661 starb sie und hinterließ als Lehnserben ihre drei Söhne: u. Georg Rudolph, b. Caspar Christoph, e. Hans Rdolph. Die beiden erstgenannten bereits mündigen Brüder wurden am 4. Oktober 1662 mit Diehmen und Lannewitz belehnt. Im Oktober 1663 verschritten die Brüder zur Teilung: der älteste Bruder erhielt Diehmen, der mittlere Tannewitz, der jüngste wurde mit Geld abgefunden. a. Georg Rudolph v. M. auf Diehmen vermählte sich am 13. Dezember 1662 mit Barbara Latharina, der einzigen Tochter des im Jahre 1646 verstorbenen Joachim Wisetzkp v. Wisskp aus Gber-Sohland und seiner dritten Gemahlin Rnna Helena, geb. v. Schreibersdorfsb). Lange vermochte er sich nicht auf Diehmen zu halten: Schuldenhalber mußte er das Gut im Jahre 1668 an Hans Ulrich v. Grünrod verkaufen. Rm 11. Dezember dieses Jahres kaufte er das Gut Eselsberg von Rothenburg), um es schon am 6. September 1676 wieder zu veräußern. b. Caspar Christoph v. M. auf Lannewitz verkaufte dieses Gut im Jahre 1665 an Carl Heinrich v. Nostitz. Rm 29. März 1669 erwarb er die Güter Ober- und Rieder-Cosel von Rothenburg) und wurde am 19. Rpril 1670 belehnt. Zu Walpurgis 1672 verkaufte er Gber-Cosel an seinen jüngeren Bruder Hans Rdolph,' Nieder- Losel behielt er noch, geriet aber später in Konkurs und Heinrich Ernst v. Rechenberg erstand im Jahre 1682 das Gut. Caspar Christoph lebte hochbetagt noch im Jahre 1716. c. Hans Rdolph v. M., der jüngste Sohn Rudolph Christians, hatte, wie erwähnt, zu Walpurgis 1672 von seinem älteren Bruder Caspar Christoph das Gut Gber-Cosel erkauft, um es bereits nach einem Jahre, zu Walpurgis 1673, wieder zu veräußern und zwar an Balthasar v. Rabenau. Rm 24. Mai 1673 übernahm er bei seiner >) H.-St.-O. I-oc. 9520, Dberlaus. Iustizsachen, vol. XIII. 2) k)--§t.- 0 . i^oe. 9546, Testes Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1637 —73, Zol. 214. 3) Kirchenbuch von Gaußig. v. Maxen. 145 Verheiratung das Lehngütchen Ouitzdorf von seinem Schwiegervater Heinrich Siegmund v. vebschitz auf Gber-Lichtenau für 8000 Rtlr. Im Jahre 1680 wurde Hans Adolph Klostervogt von Marienthal und verwaltete dieses Amt wenigstens bis Ende Mai 1719h. Wegen eines Duells mit Carl Christoph v. Nostitz auf Krobnitz und vöbschütz verklagt, wurde er sowohl, wie auch sein Gegner zufolge des Erkenntnisses des Gberamts vom 11. September 1683 zu achttägigem Arrest auf dem kurfürstlichen Schlosse zu Bautzen oder zur Erlegung einer Strafe von 20 fl. verurteilt h. Am 2./12. September 1684 nahm Hans Adolph an einer Lhrenrittertafel wegen einer Injurienklage Franz Adolphs v. Nostitz aus Brösa gegen Friedrich Ferdinand v. Ziegler und Klipphausen aus Guttau, als einer der zwölf Assessoren, teilh. Hans Adolph war zweimal vermählt: I. 18. Oktober 1673 mit Helena Sidonia v. vebschitz a. d. h. Lichtenau, geboren im Jahre 1653, gestorben am 17. Mai 1710, begraben in Diehsah; II. 24. Juni 1711 mit Anna Blandina, geb. v. Weprach. Sie war geboren am 16. Juli 1669 als Tochter Christians v. W. aus Kunern und Siegendorf in Schlesien und der Anna Christin«, geb. v. Klug, und war in erster Ehe vermählt gewesen seit dem 8. April 1690 mit Wigand Möller v. Moller- stain auf Sohra, der am 3. September 1707 starb h. Nur aus erster Che hatte Hans Adolph Kinder, dreizehn an der Zahl. Cr lebte hochbetagt im Jahre 1716 aus Sohra (blO von Görlitz). Im Jahre 1719 oder um diese Zeit dürste er gestorben sein, denn im genannten Jahre erhielt er in seinem Amte als Klostervogt von Marienthal in Johann Christian v. heldreich einen Nachfolgers, von seinen zahlreichen Kindern sind uns nur folgende vier bekannt: 1. Heinrich Adolph v. M. a. d. h. Ouitzdorf, geboren 13. Juni 1677, war Fähnrich im Goltz schen vragonerregiment, vermählte sich am 1. Februar 1714 mit Helene Marianne, verwitweter v. Hülsen, geb. v. Gersdorff, und starb im Jahre 1726 in Seidenbergh. Im Jahre 1716 kaufte er das Gut Nieder-Kotitz (8^V von Weißenberg) von Johann Christian v. heldreich für 4500 Taler und wurde am 10. Juli 1716 belehnt. Zu Mitbelehnten gab er an seine Schwäger, den Rittmeister Christoph Gottlob v. Gersdorff und den Hauptmann Adam Gottlob v. Gersdorff. Im folgenden Jahre kaufte er noch die von I. Thr. v. heldreich zurückbehaltenen 18 Scheffel Feld von Nieder-Kotitz für 600 Taler und erhielt sie am 17. Januar 1719 zu Lehn verreicht. Im Jahre 1721 geriet er in Konkurs. Seine Witwe starb am 20. April 1733. tz Schönfelder, Geschichte von St. Marienthal, 1834, S. 2ZZ. 2) Weinart, Rechte und Gewohnheiten, I, S. 121. tz Larpzov, Ehren-Tempel der Gber-Lausitz, I. Teil, S. I73b. ») Laus. Magazin 1777, S. 2Y7. °) Laus. Magazin 1778, S. 120. o) Schönfelder a. a. T>. S. 233. Indessen gibt Thr. llnauth als Johann Adolphs v. M. Todestag den 25. Februar 1725 an. Siehe Rnauths Mspt. in der Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften L. III. 55. „von dem Möller- stainischen Geschlecht". tz Laus. Magazin 1777, S. 247: 1778, S. 120. 10 X 146 v. Maxen. 2. Beata Loncordia, geboren 30. April 1684, vermählt in Seidenberg, gestorben daselbst 1739 h. 3. Hans Gottlob, wird im Jahre 1697 als Sohn der Frau vermählten Helena Sidonia v. Maxen, geb. v. vebschitz, bezeichnet). 4. Dorothea Sophia, geboren 9. Februar 1695h (1698), vermählte sich 1720 mit Wigand Gottfried Möller v. Mollerstain aus Sohra. B. Linie Weicha —Nattwitz. Erasmus v. M. aus Weich« hatte zwei Söhne hinterlassen: Christoph und Wolsh. Wolf, geboren im Jahre 1594°), wird schon im Jahre 1625 als „aus Weicha" angesessen, bezeichnet"). Im Jahre 1625 kaufte er das Gut Rackel (bl^V von Weißenberg) und wurde am 26. August belehnt, verkaufte es aber schon im Jahre 1628 dem früheren Besitzer, Wolf v. Soeben, wieder zurück. Wolf v. M., der indessen Landesältester des Bautzner Kreises geworden war, kaufte von Hans Wolf v. Kottwitz zwei Gärtner in hochkirch (KI^V von Löbau), einen Großgärtner mit vollen landüblichen Diensten und einen Kleingärtner, der von Walpurgis bis Michaelis wöchentlich zwei Tage Männerdienste zu verrichten hatte, hierzu erwarb er noch von demselben Verkäufer das dem Dorfe hochkirch benachbarte Lehngut zu Nodewitz (Kl von hochkirch) und empfing es am 5. November 1641 zu Lehn. Um in Bautzen ein ständiges Absteigequartier zu haben, kaufte Wolf, nachdem seine im Jahre 1639 mit Nudolph v. Gersdorfs wegen des Erwerbs von dessen Hause geführten Unterhandlungen zu keinem Ergebnis geführt hatten, im Jahre 1643 von Seifried v. Metzradt dessen Burglehnhaus für 2000 Taler. Sein Stammgut Weicha und das im Jahre 1641 erkaufte Gut Nodewitz, das ihm der Kurfürst am 13. August 1649 aus Lehn in Erbe verwandelt hatte, vertauschte er im Jahre 1649, am 19. (Oktober, gegen das Gut Nattwitz (8^V von Bautzen)'). Diesen Besitz arrondierte er noch dadurch, daß er das in Allodialgut verwandelte Gut Muschelwitz (KI^ von Bautzen) samt dem Walde über Dretschen (8>V von Bautzen), die Mühle zu Muschelwitz und die zu Rattwitz geschlagenen drei Stücklein Holz, unterm Amt Stolpen gelegen, erwarb. Am 19. Februar 1650 wurde ihm dieser Besitz zu wahrem Lrblehn verreicht. Wolf starb am 1. Juli 1650 neuen Kalenders. Cr war zweimal verheiratet gewesen. Der Name seiner ersten Gattin ist nicht bekannt,- die aus seiner ersten Ehe hervorgegangenen Kinder starben noch zu seinen Lebzeiten"). Wolfs tz Laus. Magazin 1777, S. 2S7; 1778, S. 120. H Lehnsakten Nieder-Bellmannsdorf. Laus. Magazin 1778, 5. 121; Nnauth a. a. G. h Nnothe, Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 92. ") Wagner, Budissinsche Grab- und Gedächtnis-Mahle, 5. 14. «) Lehnsakten Nackel. h H.-St.-kl. Boo. 9547, Vas 5. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen 1643-67, §ol. 246. h Vas geht hervor aus Wolfs an den Nurfürsten im Jahre 1647 gerichtetem Gesuche, in dem er sich erbot, die Güter Nuppritz und Hochkirch 7000 Taler von dem verschuldeten Melchior Christoph v. Gersdorff zu kaufen, wenn ihm der Nurfürst die Gnade erweisen würde, beide Güter aus Lehn in Trbe zu verwandeln ... „einzig v. Maxen. 147 zweite Gattin war Nnna Sophia v. Nostitz a. d. h. Guttau. Nus dieser seiner zweiten Ehe hatte er eine Tochter Sabina Elisabeth v. M., die, am 8,/18. Februar 1646*) geboren, von ihrem Vater das NIlodialgut Nattwitz nebst Muschelwitz und pertinentien, sowie das Nurglehnhaus in Nautzen, das im Jahre l645 in Erbe verwandelt worden war, erbte. Sabina Elisabeth vermählte sich: I. 27. November 16652) in Dresden mit Gottlob v. IDerthern, Herrn der Herrschaft Beichlingen, aus Pulsnitz rc., kurfürstlich Sächsischem Nppellationsrat, Stiftshauptmann zu Ouedlinburg. Mündig geworden, wurde sie am 8. September 1670 mit Rattwitz belehnt und verkaufte noch in demselben Jahre an diesen ihren Gatten das Gut Nattwitz nebst pertinentien, besonders Muschelwitz. Er starb am 20. Oktober 1682b). Die Witwe heiratete hieraus am 23. Februar 1684 Thristoph Vitzthum v. Eckstädt aus Dürrbach rc., Landeshauptmann der Oberlausitz, und nach dessen am 4./14. Npril 1688 erfolgtem Tode, am 16. Juli 1689 Gotthelf Friedrich v. Schönberg aus Bieberstein, Lockwitz rc., kurfürstlich Sächsischen Geheimrat. Sabina Elisabeth starb am 28. Februar 1691 im Nlter von 45 Iahrenh. 0. Linie Jehser —Spitzkunnersdorf. Stammvater der Linie Jehser ist Niklas v. Maxen auf Jehser, Datten, Zauchel, Bohrau in der Niederlausitz h. Lr hinterließ aus seiner Ehe mit einer v. Wiedebach zwei Söhne: rV. Joachim. B. Nikolaus. Siehe v. Linie Pulsnitz (S. l48). Beide haben ihr Geschlecht fortgepflanzt. rV. Joachim v. M., vermählt mit Elisabeth v. Nottwitz a. d. h. Särchenh hinterließ u. a. einen Sohn Hans, der das Haus Jeßnitz N.-L. begründete. Lr saß aus Jeßnitz, Jaulitz, Jetschke. Hansens Sohn Georg, aus Jeßnitz und Jaulitz, geboren im Jahre 1587, starb im Jahre 1656h. Während Georgs Sohn Johann Siegismund v. M. auß der Ursache, weiln der Rllwaltige Gott mich derer mit meinem herczlieben Weibe erster The gezogenen Leibes Lehens Lrben genczlichen hinwieder benommen, anitzo aber in meiner andern Ehe mit einem Töchterlein gesegnet, und demselben Alles wissendt, waß Lr mir inkünfstig ferner vor Lhesegen geben werde, damit ich, also alle meine Lrben und Nachkommen, derowegen mit diesem auß (des) Landesfürstlichen Gnaden auß dem Lehn in ein vollkomliches recht Allodial Lrbe verwandeltem Gutte uff künfftig begebende Fälle, gleich alß mit parem Gelds zu gebühren undt damit ohn Mennigliches hindernüß ... zu disponiren . . . frep Macht und Gewalt haben thste". Lehnsakten Ruppritz. >) Laus. Magazin 1778, S. IIS. h v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Adels, 5. 181. Richter, Geschichte und Topographie von Pulsnitz, 1804, S. 14. ->) Laus. Magazin 1778, S. 120. h Stammtafel in den Lehnsakten Ghorn. h Laus. Magazin 1778, S. 52; T. v. Wiedebach-Nostitz, Herrn Georgs Vorfahren, S. Idl nennt Joachims Gattin Anna v. Wiedebach, f- 1586. Falls jede dieser Angaben richtig ist, so war Joachim v. M. also zweimal vermählt. tz Dieses Datum seines Todes gibt die erwähnte Stammtafel. Im Laus. Magazin 1778, S. 51 ist angegeben, Georg v. w. sei in den Gsterfeiertagen des Jahres 1655 gestorben. 10 * (* 5. Juli 1642, f 1676) das Haus Jeßnitz N.-L. weiter fortpflanzte, wandte sich ein anderer 5ohn Georgs aus seiner ersten Ehe mit Anna Maria v. Nostitz a. d. h. Guttau in die Gberlausitz. Vieser, Joachim Heinrich v. M., geboren am Karfreitag, 3. April h, 1624 zu Jeßnitz, ging zunächst in Kriegsdienste, wandte sich nach seines Vaters Tode in die Gberlausitz und vermählte sich am 24. Januar 1657 mit Blandina, Tochter des Felix v. Nüdinger aus Spitzkunnersdorf, Witwe Trdmanns v. Zechau. Gr kam durch seine Heirat in den Besitz des Gutes Spitz- kunnersdors von Zittau), starb aber schon am 30. Januar 1661, ohne Kinder zu hinterlassen, im Alter von 37 I. weniger 9 W. Zeine Witwe vermählte sich noch zweimal: I. mit Thristoph Lrnst v. Gersdorff aus Hainewalde; II. mit Eleuther v. Temritz aus Mücka. 5ie starb am 19. Juli 1683 h. v. Linie Pulsnitz. L. Nikolaus v. M. aus Bohrau, der zweite Sohn des im vorigen Abschnitt kurz erwähnten Stammvaters der Linie Jehser, Niklas' v. M., war, wie sein Bruder Joachim, mit einer Angehörigen der Familie v. Kottwitz, und zwar mit Elise o. Kottwitz a. d. h. Sommerfeld vermählt^). Aus dieser Ehe war ein Sohn Nikolaus hervorgegangenh, der die Linie Pulsnitz begründete. Vieser zuletzt erwähnte Nikolaus war am 22. April 1636 zu Bohrau geboren, wurde Page bei der mit dem Markgrafen von Bayreuth vermählten Sächsischen Prinzessin Lrdmuth Sophia, dann Page beim Kurprinzen Johann George III., später Kammerjunker und im Jahre 1666 kurfürstlich Sächsischer Stallmeister. Am 29. Juni 1668 erhielt er vom Kurfürsten „den goldenen Schlüssel und das prädicat Tammerherr" Am 22. Januar 1712 starb er"). Gr hatte sich in Dresden am 25. Dktober 1669h vermählt mit Justin« Gleonora v. Werthern, der Tochter Wolfs v.W., des heiligen Komischen Reichs Erbkammertürhüters auf Beichlingen, Pulsnitz rc. und seiner Gattin Johanna Elisabeth geb. v. Schönberg. Justina Gleonora war am 29. August 1652 auf Pulsnitz geboren und starb in Dresden am 22. Dktober 1707 im Alter von 55 Jahren 7 W. 3 T.h. Nikolaus hatte am 23. Juli 1670 von Friedrich Landsberger das Gut Hennersdorf nebst Gelenau (8 von Kamenz) gekauft und wurde am 26. Sep- fl So im Laus. Magazin 1778, s. 51. Der Karfreitag 1624 war aber der 26. März. 2) Laus. Magazin 1778, S. 61. E. v. lviedebach-Nostitz, Herrn Georgs Vorfahren, S. 203. fl Laus. Magazin 1778, S. 117; E. v. Wiedebach-Nostitz a. a. D. S. 191. fl Diebin den Lehnsakten Vhorn befindliche Stammtafel läßt den Nikolaus v. M. auf Bohrau einen Sohn Nikolaus auf Bohrau haben und dieser habe einen gleichnamigen Sohn Nikolaus, den Begründer der pulsnitzer Linie gehabt. Da die genannte Stammtafel diese Nngaben nicht durch Geburts- und Todesdaten vervollständigt, so ist eine Prüfung auf Richtigkeit nicht möglich, fl H.-St.-N. Den. Boo. 11343, Maxen, fl Richter, Pulsnitz, S. 14. fl v. Zeilitzsch a. a. D. S. 181. fl Barth. Bernhard!, Leichenpredigt auf Justins Eleonore v. M. 1707. v. Maxen. 149 tember 1671 belehnt. Km 1. Kugust 1700 verkaufte er diese beiden Güter an seinen ältesten Sohn Johann George für 10000 Taler. Bisch- heim (8^V von Kamenz) kaufte Nikolaus am 1. Mai 1678 und empfing es am 9. Dezember desselben Jahres zu Lehn verreicht. Seine Gattin, Frau Justina Lleonora, erbte nach dem im Jahre 1682 erfolgten Tode ihres Bruders Gottlob v. Werthern das Erbgut Pulsnitz. Im Wege des Vergleichs wurde ihr von den Lehnserben auch das Gut Ghorn (80 von Pulsnitz) abgetreten. Km 28. Kpril 1683 erhielt sie Pulsnitz und pertinentien zu Erb und Eigen, Ghorn und Zubehörungen aber zu Lehn verreicht. Ihr Gatte war ihr Lehnsträger. Nikolaus v. IN. hatte 7 Kinder (4 S. und 3 T.): 1. Johann George. Siehe unten S. 150. 2. Wolf Heinrich. Siehe unten S. 151. 3. Lrdmuth Elisabeth, vermählte sich mit Kdolph Gottlob v. pentzig zu Jeßnitz. 4. Lleonora Sophia, gestorben m zarter Kmdheitft. 5. Johanna Lleonora, vermählte sich am 27. Kpril 1707 in Dresden mit Benno Siegismund v. Gersdorff zu Bernsdors^). 6. Friedrich Gottlob. Siehe unten 5. 151. 7. Earl Maximilian. Siehe unten S. 152. In ihrem Testament vom 30. Kpril 1701^) bestimmte Frau Justina Lleonora v. M., daß ihre Kinder ihre Erben sein sollten. Da der Bruder der Erblasserin, Gottlob v. Werthern, ihrem ältesten Sohne Hans George „mit sonderbarer Kffection zugethan und ihm vor andern ein ansehnliches von seinem vermögen zuzuwenden bedacht gewesen", so verordnete sie „zu Tonservirung meiner und meines Eheliebsten adelichen Familie, und damit unsere Söhne in ihrer zum Theil verstorbenen, zum Theil annoch lebenden Herren Vettern und tapfern Vorfahren Fußtapfen zu treten Ursach haben", von ihrem vermögen „15000 Thaler, die als ein beständiges und ewiges Majorat und Geschlechtsgeld auf dem Ritterguts Pulsnitz perpetuirlich bleiben und haften sollen". In den Genuß dieser Stiftung sollte zunächst ihr ältester Sohn Hans George treten und seine männlichen Leibeserben, nach deren Kbgang ihre anderen Söhne und deren Deszendenz. Ferner sollte Hans George nach dem Tode seiner Eltern Pulsnitz für 55000 Taler annehmen und nur 40 000 Taler in brüderliche und schwesterliche Teilung bringen, da er ja 15000 Taler als Majoratsgeld voraus habeh. Hans George erhielt auch die Bibliothek 0 Ebenda. v. Feilitzsch a. a. G. 5. 181. tz Lehnsakten Pulsnitz. tz Diese 15 000 Taler sollen, so bestimmte die Erblasserin, in linsa äescsnäsnte immer auf den ältesten Lohn fallen, oder, falls kein Lohn vorhanden, auf den nächsten Bruder oder Vetter und dessen Deszendenz. Erlösche der männliche Stamm vollständig, so sollen die 15 000 Tater INajoratsgelder auf der Erblasserin Töchter oder deren Kinder fallen und unter sie in stirpss geteilt werden. „Ich verordne aber hiermit ausdrücklich, daß meine Löhne nicht allein für sich selbst aller Gottesfurcht und adeligen Tugenden sich befleißigen, auch sie und ihre Nachkommen alle ihre Kinder in der Furcht Gottes, insonderheit aber die Söhne zu allen ritterlichen 150 v. Maxen. des Bruders der Erblasserin; die über das Majoratsgeld getroffenen Bestimmungen sollten auch aus sie Anwendung finden. 1. Johann George v. M, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, erhielt nach dem Tode seiner Mutter am 27. November 1708 den Trbbries über Schloß und Städtlein Pulsnitz. Sein Vater, Nikolaus v. M., hatte sä äies vitue den Nießbrauch am Städtlein und an den dazu gehörigen Ortschaften. Als Herrschaft von Pulsnitz bestätigte Johann George am 12. April 1712 die Privilegien des Städtchens; am 6. Dezember desselben Jahres schloß er mit der Gemeinde einen vergleich wegen der Hutung und Steuern und gab im Jahre 1728 dem Städtlein einen versorg wegen des pestkirchhoss h. Nach Nikolaus' im Jahre 1712 erfolgten Tode kam, Pulsnitz, den 26. April 1712, ein Lrbvergleich unter seinen Söhnen zustande, dem zufolge Tarl Maximilian Ohorn für 24 000 Taler, Friedrich Gottlob Bischheim für 26000 Taler annehmen solle. Johann George hatte, wie oben (S. 149) erwähnt, am 1. August 1700 von seinem Vater das Gut Hennersdorf nebst Gelenau für 10000 Taler erkauft und war am 26. August 1701 mit diesem Besitz belehnt worden. Johann George war dreimal vermählt: I. mit Johanna Victoria v. Boblitz a. d. h. Dornhennersdors, ch 1705 kinderlos; II. 21. Juni 1708 mit Johanna Sophia v. Gersdorsf a. d. h. Glossen, ch 7. März 1709, ohne lebende Kinder zu hinterlassen; III. mit Sophia Elisabeth v. Gersdorff a. d. h. Kittlitzh, die ihm Kinder schenkte. Lr starb in Pulsnitz am 23. Januar 1745. Sn seinem Testament vom 24. Dezember 1728 setzte er seine vier Kinder zu Erben einh; dies waren: u. Johann Friedrich. b. Justin« Elisabeth. c. Johann George II. ä. Johanna Sophia. a. Johann Friedrich v. M., * 16. Mai 1712h, erbte, „nach der Frau Mutter seel. Testament" Pulsnitz. Am 17. Juni 1745 erhielt er den Erbbrief über das Gut Pulsnitz samt dazu gehörigem Schloß und Städtchen und den dazu gehörigen Dörfern Friedersdorf, Thiemendorf, Nieder-Steina, Weißbach (sämtlich in nördlicher Dichtung von Pulsnitz). Johann Friedrich bestätigte am 16. März 1745 die Freiheiten adeligen Tugenden auserziehen, gestalt denn, wenn einer unter ihnen ganz aus der Rrt geschlagen und den Titern und Unverwandten nicht folgen wollte: so soll derselbe des oben ausgesetzten Majorats verlustig sein und dasselbe auf seinen nächsten männlichen Erben fallen". Lehnsakten Pulsnitz. tz verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, S. 366, 384; Richter, Pulsnitz, S. 176. Rloß, Geneal. Nachrichten, Mspt., Bd. X, Maxen. >h Rußerdem bestimmte er u. a.: „Meinen verblichenen Leichnam werden meine Rinder gebührend zur Erde bestatten, jedoch ohne alle Pracht, und will in einem eichenen Sarge in weißem Damast liegen, und zwar bey meiner dritten seel: Frauen in pulßnitz, wofern ich nicht inzwischen ein neues Begräbniß baue: ingleichen soll ' mir ein Schild, wie es bey adeligen Personen gebräuchlich, aufgeseczet werden". Lehnsakten kfennersdorf. tz Laus. Magazin 1778, S. 118. v. Maxen. 151 der Bürger zu Pulsnitz h. Er starb am 14. September 1749 unvermählt und vermachte Pulsnitz seiner Schwester Johanna Sophia. Rn seinen Bruder Johann Georg II. gedieh der Majoratsstamm von 15 000 Talern. , b. Justina Elisabeth v. M., * 4. Rpril 1713, ft zu Böhrsdorf am 2.November 1771, vermählt am 8.November 1734 mit Earl Rdolph v. Larlowitz aus Gttendorf, Röhrsdors, Klein-Bautzen, Rmtshauptmann zu hohnstein und Stolpert). Sie erbte nach ihres Bruders Johann Georges II. Tode die Hälfte von dessen Gut Hennersdorf. c. Johann George II., * 15. Februar 1714ft, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rittmeister, erbte Hennersdorf (8 von Kamenz), das er für 15 000 Taler annahm. Rm 17. Juni 1745 wurde er belehnt. Rm 15. Rpril 1752 bat er den Kurfürsten, sein Mannlehngut Hennersdorf in NIlod zu verwandeln. Er sei unvermählft sterbe er, so falle das Gut an die Mitbelehnten, zunächst an seinen Vetter Johann Nikolaus v. M., Landeshauptmann in der Niederlausitz. Gegen ein Bezeigungsquantum von 1000 Talern verwandelte der Kurfürst am 25. Rugust 1752 das Gut in Erbe. Johann George II. starb im Dezember 1752 h. Seine beiden leiblichen Schwestern beerbten ihn. 6. Johanna Sophia v. M., das jüngste Kind Johann Georges, * 19. März 1716, ft zu Pulsnitz 11.Dezember 1765, vermählte sich mitIohann Nikolaus v. Gersdorff aus herwigsdors und Bernsdorf. Sie erbte Pulsnitz von ihrem Bruder Johann Friedrich, und die Hälfte von Hennersdorf von ihrem andern Bruder Johann George II. 2. Wolf Heinrich v. M., ein Sohn Nikolaus' aus Pulsnitz, könig- * lich polnischer kurfürstlich Sächsischer Gberstwachtmeister im Milkauschen Dragoner-Negiment, starb noch vor seiner Mutter, im Jahre 1705, in podolien an einem hitzigen Fieber und wurde in einer russischen Kirche Tarnopols bestattet''). 3., 4., 5. Die oben angegebenen Töchter Nikolaus'. 6. Friedrich Gottlob v. M. aus Jehser, ein Sohn Nikolaus' auf Pulsnitz, wurde am 23. November 1712 mit Bischheim (8^V von Kamenz) belehnt. Er vermählte sich im Jahre 1720 mit Frau Tharlotte Sophie geb. v. Pflugk, Witwe Hans haubolds v. Schleinitz-Zottewitz. Sn der Lheberedung vom 29. Juni 1720 versprach die Braut ihrem zukünftigen Gatten 2000 Taler bar zu überreichen oder ihm den Betrag aus ihren Gütern Zottewitz und Blattersleben einzuräumen. Er sicherte ihr zu für den Fall seines Todes jährlich 400 Taler Leibzinsen von Bischheim, 1200 Taler Hausgeld, ferner Holzgeld. Seine Ehe war H verzeichniß Vbcrlauf. Urkunden II, S. 400. h Laus. Magazin 1778, S. 118. h Ebenda. ft N. Johann Gottfried Lessing in Kamenz gibt folgendes Attestat: „6nno 1762 den 16. Oecbr. wurde der Hochwohlgeborne Herr, Herr Johann George v. Maxen, König!, pohln. und Lhursürstl. Sächsischer Rittmeister, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr I auf Hennersdorf und Gölenau, früh um 4 Uhr von Hennersdorf hereingebracht und mit Lhristl. Rdel. Leremonien in der Pfarrkirche vor dem Rltar beerdigt". Lehnsakten Hennersdorf. ft Laus. Magazin 1778, L. 118. 152 v. Maxen. Kinderlos. In seinem Testament vom 6. Februar 1749 vermachte Friedrich Gottlob das Gut Bischheim den Löhnen seiner verstorbenen Brüder: Johann Nikolaus v. M. zu Ltrege, Liebesitz, Ghorn, Gbersteina, ferner den Gebrüdern Johann Friedrich und Johann George II. v.M.I. Friedrich Gottlob starb am 24. November 1751. 7. Larl Maximilian v. M., der jüngste Lohn Nikolaus' auf Pulsnitz, Herr auf Jehser, Hatten, Zauchel, wurde am 2. November 1712 mit Ghorn belehnt. Im Jahre 1715 wurde er Rmtshauptmann zu Stolpert) und starb am 15. Dezember 1730. Tr war vermählt mit Johanna Lharlotte v. Lchönfeldt, der jüngsten Tochter Johann Rdams v. Lch. auf Wachau, Liegau, Lieske, Petershain und seiner zweiten Gattin Louise, geb. v. Loeben. Frau Johanna Lharlotte v. M. überließ am 24. Mai 1734 ihrer Schwester, Frau Johanna Louise v. Nahden, geb. v. Lchönfeldt, die ihr zugehörige Hälfte von Petershain von Rothenburg) für 4500 Taler. Lin Jahr darauf, am 17. Juni 1735 kaufte Frau Johanna Lharlotte das Mannlehngut Gber-Zibelle von Rothenburg); am 15. Mai 1747 veräußerte sie dieses Gut wieder. — Larl Maximilian hinterließ einen einzigen Lohn Johann Nikolaus (Niklas) v. M., geboren am 9. Rugust 1709, Herrn auf Ltrege, Liebesitz. Rm 5. Dezember 1731 wurde er mit Ghorn belehnt. Lr besaß auch Gber-Steina (IMO von Pulsnitz). Rm 31. Juli 1752 empfingen er und sein Vetter, der Rittmeister Johann George II. auf Hennersdorf und Gelenau, die Belehnung mit Bischheim, das Friedrich Gottlob v. M. ihnen vermacht hatte. Schon am 2./4. Rugust 1762 verkauften sie das Gut wieder an Fräulein Lharlotte Sophie v. Schleinitz um 25700 Taler. Johann Nikolaus war Landeshauptmann der Nieder- lausitz. Lr war vermählt in erster Ehe seit 1744 mit Eleonore Lharlotte v. Rpaw, geboren am 10. Rugust 1724 als Tochter Rudolph Wilhelms v. R. aus Gruna rc. Sie starb am 24. Dezember 1746 in Liebesitz, nachdem sie am 8. Dezember von einer gesunden Tochter Taroline Wilhelmine entbunden worden war. Rm 31. Dezember wurde sie in Jehser bestattet. Nach dem reziproken Testament der beiden Gatten war ihr Mann Universalerbe. So verkaufte er denn in Gemeinschaft mit seiner Schwägerin Frl. Friederike Eleonore v. Rpaw, der die Hälfte des Gutes gehörte, das Erbgut Gruna ((MO von Görlitz) für 28000 Rtlr. Raus- und 100 Rtlr. Schlüsselgeld am 7. März 1747 an Wiglas Dtto v. Schindel aus Nieder-Steinkirch. Johann Nikolaus vermählte sich II. mit Lleonore Ruguste Henriette v. Warnsdorf. Diese erbte als einzige Tochter ihres am 29. März 1769 verstorbenen Vaters Johann Rdolph Rugust v. W. sein Lrb- und Rllodialgut Rrnsdorf (VM^V von tz Ms Stieftöchter Friedrich Gottlob; erscheinen im Testament: Fräulein Lharlotte Sophie v. Schleinitz, Frau Johanna kluguste v. Polenz, geb. v. Schleinitz und Fräulein Sophie Christine v. Schleinitz auf Ulein-Bauchlitz. - Im Jahre 172Y errichtete Friedrich Gottlob v. M., weil kinderlos, ein Fideikommiß, nach welchem jederzeit der Erstgeborene der Familie den Besitz der von ihm, dem Testator, zu hinterlassenden Güter antreten sollte. Ls fand indessen keine Bestätigung. Lehnsakten Bischheim. 2) Gercken, Historie von Stolpen, t764, S. ZOS. o. Maxen. 153 Görlitz), trat es aber ihrer Mutter, Frau Sophia Lrdmuth v. W., geb. v. Gersdorff, ab. — Bus seiner zweiten The hatte Johann Nikolaus eine Tochter, Tharlotte Lrdmuthe v. M., geboren 24. August 1755*). Tr verkaufte ihr am 20. September 1766 das Gut Dhorn, Meißnischen Anteils, für 24000 Taler. Sie vermählte sich mit Larl Wilhelm v. Tarlowitz, dem späteren Sächsischen Konferenzminister, am 28. Januar 1773 2). Diesem seinem Schwiegersöhne verkaufte Johann Nikolaus den Gberlausitzischen Anteil von Ghorn im Jahre 1774. Johann Nikolaus v. M. starb als Letzter seines Geschlechts am 19. Januar 1777 aus seinem Rittergute Gegeln bei Pforten im 69. Lebensjahre ^). Dem aus der The Tarl Wilhelms v. Tarlowitz mit Lharlotte Trd- muthe v. Maxen hervorgegangenen Sohne Maximilian Tarl v. Tarlowitz, königlich Sächsischem Kammerherrn auf Lolmnitz, wurde am 17. September 1831 vom König von Sachsen die Genehmigung erteilt, Namen und Wappen der erloschenen Familie v.M.mit seinem Namen undWappen zu vereinigen*). Ts ist noch eines Georg v. M. zu gedenken, ohne daß angegeben werden könnte, welchem Hause er angehört. Tr wurde am 21. August 1559 in Dresden mit Gütern in der Stolpenschen pflege belehnt, nämlich mit einem Lehnmann und anderen Männern zu „poczenblicz" (pott- schapplitz, dlO von Bischofswerda) mit 4 Mark und 16 kleinen Groschen jährlichen Zinses, dann mit Ackern, Wiesen, Lrbgerichten usw., wie er das alles von Hans v. hermsdors erkauft hatte'I. — Wappen: Das Siegel eines Hugo von Magzin vom Jahre 1376 zeigt 3 (2, 1) Seeblätter im Schilde, die Stiele nach oben, die Spitzen der Blätter nach unten gerichtetI. Im 17. Jahrhundert führen Angehörige des Geschlechts — so z. B. Nikolaus v. Maxen in einem Siegel vom Jahre 1671 I — die 3 (2, 1) Seeblätter mit den Spitzen nach oben, mit den Stielen nach unten gerichtet. Kleinod: Der mit 3 Federn besteckte Spitzhut. Siebmacher I, Taf. 166, Nr. 13, unter den „Sächsischen", gibt im silbernen Schilde die 3 (2, 1) grünen Seeblätter, deren Stiele nach abwärts gerichtet sind. Helm mit Bausch und abfliegenden Enden. Kleinod - abweichend von den bekannten Darstellungen — ein Seeblatt, die Spitze nach unten gerichtet, besteckt oben mit 7 Hahnen- oder Reiher- sedern (rechts 3, links 4). Decken grün-silbern. h I- D. Schulze, Ahnentafeln, Mspt. B. I. 25, Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. -) Ebenda. ») Laus. Magazin 1777, S. 35, 298. h Gritzner, Stander-Erhebungen und Gnaden-Ncte, II. Bd., S. 770. Lehnsakten Pottschapplitz. 6) Unothe, Die ältesten Siegel des Dberlaus. Ndels. Neues Laus. Mag. Bd 67 S. 25; Taf. VI, Nr. 79. > » , h Lehnsakten Hennersdorf. 154 kfeinsius v. Mapenburg. kjeinsius v. Mayenburg. Die Familie heinsius v. Mayenburg erlangte vermutlich gegen Ende des 16. Jahrhunderts in der Person des Brandenburgischen Geheimrats und Staatsministers vr. Christoph Mayenburgk den Reichsadelsstand ^). N. Christoph Jakob heinsius, geboren zu Buckow in der Mittelmark, wo sein Vater Viakonus war, besuchte die Schule seiner Vaterstadt und in Berlin, studierte in Halle drei, in Leipzig zwei Jahre, erlangte 1736 den Magistergrad in Wittenberg und wurde in demselben Jahre zum Pfarrer nach dem Meißnischen Bischdorf (0 von Löbau) berufen ^). Bin Gster - Heiligabend, 30. März 1771, nachts um zehn Uhr, starb er daselbst im RIter von 70 I. weniger 1 M. 3 T.s am 5. Rpril wurde er bestattet, vermählt war er seit dem Jahre 1736 mit Johanna Salome Lhrenhaus, der ältesten Tochter des Viakonus L. zu Pulsnitz. Sie schenkte ihm 4 Söhne und 3 Töchter, von denen 2 Söhne frühzeitig starben, während der älteste als königlich preußischer Gardeleutnant im Uaminschen Regiment im Rlter vyn 26 Jahren aus dem Leben schied, vie 3 Töchter befanden sich beim Code des Vaters noch im Elternhauses. ver einzige den Vater überlebende Sohn Carl Jonathan heinsius, Raufmann in Bautzen, geboren am 19. November 1742 zu Bischdorf, starb in Bautzen am 5. Rugust 1786h. Nach den Lehnsakten von Wilhelmsseld (Kreis Rothenburg), in denen er Carl Jonathan „Heinz v. Meyenburg" genannt wird, vermählte er sich zu Bautzen am 27. November 1770 mit Eleonore Dorothea Mütterlein, der ältesten Tochter des Raus- und Handelsmannes Michael M. daselbst und hatte folgende Rinder: 1. Eleonore Caroline Lrdmuth, geboren am 21., getauft am 24. September 1771. 2. Johanna Caroline Friederike, geboren am 15., getauft am 18. Juni 1773. 3. Johanna Christiane Friederike, geboren am 7., getauft am 10. Rugust 1774. 4. Johanna Christiane Cugendreich', geboren am 14., getauft am 17. März 1776. 5. Carl Jonathan, geboren am 4., getauft am 5. Juni 1778. 6. Sophia Dorothea, geboren am 24., getauft am 26. September 1780. 7. Eleonore Lrdmuth Friederike, geboren am 18., getauft am 20. Februar 1782. 8. Peter Christian Gottlieb, geboren am 12., getauft am 14. März 1784. y 6. Zrhr. v. Zedtwitz, Sächsisches Ivappenbuch, 1844, Verbesserungen und Zusätze. -') U. Gottlob Vietmann, Nursächsische Priesterschaft, I. Band sI751f, S. 234. Nekrolog des Pfarrers Christoph Jakob kf. im Laus. Magazin 1771, S. 122. tz Mitteilung des Pfarramts zu Bischdorf. Heinsius v. Mayenburg. 155 9. Larl Christian Ferdinand, geboren am 11., getauft am 14. November 1786. Der unter Nr. 5 aufgezählte Carl Jonathan „Heinsius Heinz v. Meyenburg" — so nennen ihn die Lehnsakten von Wilhelmsfeld — war königlich Sächsischer Postmeister zu Neu-Kunnerwitz und Dberamts- advokat. Cr kaufte am 11. August 1817 von Johann Bär das Gut Lselsberg von Rothenburg, von Reichwalde, am schwarzen Schöps) für 9500 Taler. Schon am 25. Februar 1819 verkaufte er das Gut für 9000 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld an Frau Johanna Tarolina Elisa v. Berge, geb. Glöckner H. Angehörige des Geschlechts leben z. Z. in Dresden und schreiben sich Heinsius v. Mayenburg. Der Adel der Familie ist mit allerhöchster Genehmigung durch königlich Sächsische Ministerialverordnung vom 28. Mai 1889 bestätigt worden I. Wappen: Im blauen Schilde mit je einem silbernen sechsstrahligen Stern im linken Gber- und rechten Untereck ein silberner Rechtsschrägbalken, belegt mit drei nach aufwärts schreitenden Vögeln. Helm ohne Rrone und Bausch. RIeinod: wachsende, gekrönte Jungfrau in von Silber und Blau gespaltenem Gewände, in jeder Hand anscheinend ein Füllhorn haltend. Decken blau-silbern. Frhr. v. Zedtwitz, Sächsisches wappenbuch, im Anhang. — Hier sei bemerkt, daß sich in unserem Besitz ein antiquarisch erworbener, auf Pergament geschriebener, von Kaiser Earl V. verliehener und eigenhändig Unterzeichneter Wappenbrief, „äaturn in eivitato nostra imporiali Ratisponae ctis ultimo monsis llunii anno llomini millesimo guinMntosimo Maclra^esimo primo, impsrn nostri vi^esimo primo et rsZnorum nostrorum viMsimo ssxto" befindet, in dem der Kaiser „nosti'o et impsrii saeri tiäeli äilecto Nielraeli Neuser, alias Ii1a^snbur§" folgendes, in der Mitte des Diploms bunt ausgeführtes Wappen verleiht: . . .„seutuin rubri eoloris, e cuius inksriori sinistro in suporiorsm llsxtrum an^ulum inter äuas stellas aursi eoloris sex raciiorum, kasoia alba aseenclit, in gua tres pulli oorvorum, alis elevatis, rostris apertis sursuin erectis ae in eoeluin suspi- eientes eunnqne invoeantes, Mi clat eseain omni carni, apparent, et supra seutum §aleam teniis rubri et albi eolorum reäiinitain, in ouius eono ex nubibus sui eoloris ima^o Lereris, speeie vir^inis, psäibus latentibus, rubra veste inäutae, stropbio et oris inani- y Beiläufig sei erwähnt, daß im H.-St.-N. Gen. Boe. t 1348, Meyenburg, ein Michel Meyenburg, Stadtschreiber zu Nordhausen, aufgeführt wird, der ISZd Mage erhob gegen die Witwe und Trben Georg Gosserstädts, welch letzterer ihn zu einer Bürgschaft zugunsten eines gewissen Heinrich tzudhorn für die Summe von dritthalb- hundert und anderthalb Gulden überredet.hatte. 2) N. Frhr. v. Zedtwitz, Sächsisches Wappenbuch, t8dd. 156 v. Meder. curuin eroLki coloris, sparsis eapillis klavis, eapito eorona e spiois roclimito, cloxtra manu cornu oopiao, sinistra vero mampulum spicarum ten6N8, 8686 6ri§it". v. Meder. Adam Wilhelm v. Meder, ehemals Apothekenbesitzer in Lilen- burg, und seine Gattin Christiane Dorothea geb. Teubner Kausen am 24. September 18l2 von Larl Friedrich v. Ludewig das Lrb- und Allodialrittergut Skaska (IdlO von Kamenz) nebst pertinentien für 24600 Mir. und erhalten am 23. Oktober desselben Jahres den Lrb- brief. Bereits am 3. Dezember l8l6 veräußerten sie das Gut wieder für 25000 Tlr. und 100 TIr. Schlüsselgeld an Friedrich Wilhelm Seebe, Partikulier und Gekonom aus Leipzig. Adam Wilhelm M. war, Pillnitz den 8. August 1812, von König Friedrich August I. von Sachsen in den Adelsstand erhoben worden. Im Adelsbrief h heißt es von dem Geadelten, . . . „daß schon sein Urgroßvater in Frankreich den Adelsstand und nicht unbedeutende Lhargen geführt, bei den Ueligionsunruhen aber nicht nur Paris, sondern auch das ganze damalige Königreich Frankreich verlassen müssen, darauf er sich denn in die Gegenden am Uhein und Main gewendet, wo dann zwar seine Söhne mit stillschweigender Verzichtleistung aus die ihnen angeborenen adelichen Vorrechte als evangelische Prediger zu Uffenheim im Fürstenthume Gnolzbach angestellt, gleichwohl aber von der Zeit an das Wappen der von Meder in den deutschen Wappenbüchern ausgenommen worden, von dieser predigersamilie zu Uffenheim stamme sein Großvater ab, welcher in dem zwischen dem ehemaligen Bisthum Bamberg und dem Fürstenthume Lulmbach gelegnen, zum Uittercanton Gebirg in Franken gehörigen (Orte Grasengehaig evangelischer Pfarrer geworden sei; sein verstorbener Vater, Johann George Heinrich, sei ihm in diesem Amte unmittelbar nachgesolgt und mit einer Tochter des Markgräslich Brandenburg - Bapreuthischen Forstmeisters zu Treussen Johann Casimir Streits, Barbaren Marien, verehelicht gewesen. Tr selbst habe in seiner Jugend die Apothekerkunst zu Weißenburg in Franken erlernt, solche auch nachher in mehreren ausländischen Gfficinen zu Hof, Augsburg, Lahr und Ingelfingen und zuletzt in einer eigenthümlichen (Osficin zu Eilenburg exerciret, schon vor einigen Jahren die letztere wiederum verkauft, seitdem die pharmaceutik nicht mehr betrieben und sich nunmehro ganz auf sein obengenanntes Rittergut Skaska gewendet". Der König verleiht ihm folgendes Wappen . . . „einen silbernen Schild, darinnen ein auf grünem Erdreiche gerade vorwärts gekehrt stehender Mähder oder Schnitter mit einer blauen Weste mit silbernen Knöpfen, schwarzen Beinkleidern, weißen Strümpfen und schwarzen Schuhen bekleidet und mit einem schwarzen, runden Hute auf dem Kopfe bedeckt, welcher Mähder oder Schnitter mit der rechten Hand eine über tz Abschrift des Kdelsdiploms in den Lehnsakten Skaska. v. Meirich. 157 die rechte Achsel gelegte und an einem holzfarbenen Stiele befestigte, eisenfarbene Sense hält, die linke Hand dagegen in die Seite stemmt; in der rechten obern Ecke des Schildes schwebt ein goldener achteckiger Stern. Auf dem Schilde ruhet ein freiofsener, rechts gekehrter, blau angelausener, roth gefütterter, mit goldenem Kleinod und beiderseits von Silber und Blau vermischt herabhangenden Decken gezierter adlicher Turniershelm, auf welchem zwischen zwei Hirschgeweihen von fünf Enden und natürlicher Farbe ein gerade vorwärts gekehrter, mit Gold verzierter, bis an die Knie halbhervorkommender geharnischter Mann erscheint, welcher in der zum hiebe ausgehobenen rechten Hand ein Schwert an einem goldenen Griffe hält, an dem linken Arme aber einen goldenen ovalen Schild, gerade vorwärts gekehrt, trägt; um den Leib desselben ist eine rothe Binde mit zur Linken abwärts Hangenden Enden gebunden, sowie dessen Helm zwei rothe, über einander gestellte Straußfedern zieren" .... Abbildung des Wappens in Tyroffs wappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Band, 1855, Tas. 62. v. Meirich (v. Meyrich). Vas Geschlecht Meirich stammt aus Laubanh. Andreas M. I. wurde 1583 Laubaner Bürgermeister und starb am 2. Oktober 1586. Er war zweimal vermählt und hatte fünf Söhne: Friedrich, Stadtrichter in Oppenheim, Christoph, Sekretär in der kaiserlichen hof- kriegskanzlei, Matthäus, Ratsherr in Lauban, LIias, Apotheker, dann Bürgermeister von Oppenheim, und Andreas II. Seine Verdienste in kaiserlichen Kriegsdiensten mögen wohl die Veranlassung gegeben haben, daß Andreas I. und sein zweiter Sohn Christoph von Kaiser Rudolph II., Wien den 7. Mai 1581, in den Reichsadelsstand erhoben wurden. Andreas II., der fünfte Sohn seines gleichnamigen Vaters, war Bürger und Kürschner in Lauban, vermählte sich 1611 mit Ursula Hosemann und hatte vier Söhne, von denen drei: Elias, Samuel und Andreas III. besondere Linien stifteten. -V. Die ältere Görlitzer Linie. Elias M?), geboren zu Lauban am 1, Mai 1613, wurde Pfarrer in Dber-Vielau, penzig, 1644 Diakonus in Görlitz, 1669 Pastor Primarius daselbst und starb vom. XVI. post Drinit. 1669 s6. Oktobers nachdem er auf der Kanzel vom Schlage getroffen worden. Er war verheiratet mit Rosina, Tochter des Görlitzer Diakonus Michael Ficenus. Eine zweite Ehe beabsichtigte er einzugehen l) Ioh. Hortzschanskp, von einigen Familien in Görlitz, welche Kdels- oder Wappenbriefe erhalten haben, 1783, S. 15: Lhr. Unauthe, Dank- und Lhrenmaal, dem . . . Herrn Samuel Meirich, 4. tl. vr. . . . o. J.; Fritsch, kllte Görlitzer Geschlechter, o. I., S. 33; verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 229. h S. Großer, Lausitzische Merckwürdigkeiten, 1714, II, S. 59; R. G. viet- mann, Priesterschaft in dem Markgrafthum Gberlausitz sI777f, 5.200; Gtto, Lexikon der Vberlaus. Schriftsteller und Künstler, II. Bd., 1802, S. 557. 168 v. Mermeth. mitRosina Gehler, Tochter des Görlitzer Bürgermeisters Bartholomäus G., Witwe des Stadtschreibers Sebastian Schöne. Der 7. Oktober 1669 war als Hochzeitstag festgesetzt, am Tage zuvor starb er. Tr hatte zwei Söhne und zwei Töchter. Sein Sohn LIias d. I.h pflanzte den Stamm fort. Geboren am 20. Mai 1647, studierte er in Leipzig, wurde Na§. pkil. und starb am 13. November 1704. Tr besaß das Erbgut Vber-Moys (80 von Görlitz), vermählt war er: I. mit Sophia verw. Gehler, geb. Nesen, gestorben am 12. September 1689,' II. mit Dorothea Sabina Lmerich. von seinen sieben Kindern erster Ehe überlebten ihn sechs. Der eine Sohn Elias Gottfried, ü. II. 0., übernahm Gber-Moys. Geboren am 20. August 1696, starb er am 10. Juni 1740. Vermählt war er mit Lhristiane Dorothea Gehler, Tochter des Bartholomäus G. aus Ludwigsdorf und Leopoldshain. L. Die jüngere Görlitzer Linie. Samuel M., der zweite Sohn Andreas' II., geboren zu Lauban am 29. November 1618, gestorben am 5. Juli 1689, landvogteilicher Nentschösser in Görlitz. Mit seiner Gattin Nosina geb. Krieger, geboren zu Dresden am 24. August 1624, gestorben am 21. Juli 1700, hatte er in vier und vierzigjähriger Ehe acht Kinder, von denen wir die beiden folgenden erwähnen: a. Daniel, geboren am 22. September 1648, gestorben am 20. September 1712, vr. juv., Senator, Stadtrichter in Görlitz. d. Andreas 2 ), geboren am 16. März 1669, gestorben am 9. Juli 1703 im Alter von 44 Jahren, Syndikus in Görlitz, von seinen drei Kindern ist zu erwähnen Gotthard Samuels, geboren am 6. Juli 1702, gestorben am 24. April 1750, ^1. II. Dr., Skabin in Görlitz, vermählt mit Helena Tugendreich Emerich. 6. Die Geibsdorfer Linie. Andreas III.H, der dritte Sohn Andreas' II., geboren zu Lauban am 6. Mai 1626, gestorben am 16. August 1680, war Pfarrer zu Geibsdors. Regina Hossmann war seine Gattin. Wappen: Schild geteilt von Silber und Rot. Oben ein wachsender Mohr mit einem goldenen Ring um den hals, einen roten gewundenen Bausch mit absliegenden Enden auf dem Haupte tragend, die Linke in die Hüfte gestemmt, die Rechte trägt einen Stengel mit drei roten Rosen. Unten „mit der Spitze über sich gewendet ein weißer oder silberfarbener Spickei, in dessen Mitte eine rothe und zu jeder Seite eine weiße Rose". Helm gekrönt. Kleinod: Der wachsende Mohr wie im Schilde. Decken rot-silbern. Siebmacher, IV, Tas. 123, Nr. 8 unter den „Geadelten". v. Mermeth. Die Gebrüder Georg Wilhelm, Taspar Siegmund, Johann Georg und Ferdinand Sebastian v. Mermeth und Jacobsdors tz Vtto a. a. D. II, S. 858. 2) Gtto a. a. tv. II, S. 557. y Ebenda, 5. 558. tz Ebenda, 5. 556. v. Mesenau. 159 erhielten, Wien den 1. Dezember 1677, eine Bestätigung ihres Böhmischen Bitterstandes ft. Georg Wilhelm v. M. aus Jakobsdorf im Kreise Zauer, kaiserlicher Bittmeister, mar vermählt mit Buna Elisabeth v. Bimptsch und Blt-Schönau. Lr hatte drei Kinderft: 1. Georg Wilhelm d. I., kaiserlicher Hauptmann, der zugleich mit dem Leutnant v. Linden in der Bähe von Hermannstadt in Siebenbürgen am 6. April 1706 vom Feinde im Ouartier überfallen und niedergemacht wurde. 2. Johann Friedrich. 3. Susanns Louisa, vermählt 1711 mit Johann Friedrich v. Hohberg aus Goglau im Kreise Schweidnitz. Der oben genannte Ferdinand Sebastian v. M.ft vermählte sich am 22. Juni 1684 mit Agneta Juliana v. Gppell, einer Tochter Bdam Tarls v. G. auf Gerlachsheim. Frau Bgneta Juliana „Mermettin, geb. Vppelin", kaufte im Jahre 1688 das Gut Nicolausdorf von Lauban) von Hans Lhristoph v. Gersdorff. Wegen einiger Gewährsmängel des Gutes hatte sie längere Differenzen mit dem Verkäufer. Schon im Jahre 1691 veräußerte sie Bicolausdorf an Laspar Ernst v. Sander aus Mittel-Gerlachsheim. Das Wappen ist uns nicht bekannt geworden. v. Mesenau. Bis eines der ältesten Glieder des Schlesischen Geschlechts v. Mesenau wird angeführt Feczentz v. M., der im Jahre 1342 Assessor in einem zu Schweidnitz abgehaltenen Bitterrecht unter Herzog Volko warft. Lin Wigand v. M. auf preilsdorf, hartau und Buchwald in Schlesien, geboren am 4. Dezember 1653 als Sohn Hartwigs v. M. a. d. h. Liebichau, auf preilsdorf, hartau und Buchwald und dessen Gattin Buna geb. v. Gellhorn a. d. h. Kammerau, trat in kursächsische Kriegsdienste, war 42 Monate lang „piquenirer" unter dem Obersten Lhristian v. Schweinitz, dann zehn Monate lang Korporal. Als seine Kompagnie zwischen Mildenau und Mauersberg in Sachsen stand, wurde er am 22. Juni 1676 von einem Soldaten seiner Kompagnie unvermutet zu Bnnaberg durch den Kopf geschossen und am 25. d. M. zu St. Trinitatis bestattet. In der Kirche zu „Jeneke" fwohl Jenkauf im Fürstentum Liegnitz wurde ihm eine Lrinnerungsfahne geweihtft. tz v. voerr, Oer Bdel der Böhmischen Kronländer, 1900, S. 162. h Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Bd., 1728, S. 806. ft G. Weiner, Vas ktndenken der Gber-Gerlachheimischen Grundherrschaften, 1775, S. 6 nennt ihn irrtümlich „wernert", tzelbig im Neuen Laus. Mag. Bd. 75, S. 88 und Bd. 74, S. 286 irrig „Merweldt". ff Sinapius, Schles. Luriositäten, I. Band, 1720, S. 655. vaß das Geschlecht v. M. seit 1279 in Schlesien bezeugt ist, gibt neuerdings wernicke an in der Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. Kunde, XXXVI, S. 505. b) kl. Kühne, Superintendent zu Bnnaberg, Leichenpredigt auf Wigand v. Mesenau. 160 v. Mesenau. Ein anderes Glied des Geschlechts a. d. H. preilsdors machte sich in der Gberlausitz ansässig: Ferdinand Siegismund v. M. kaufte am 1. November 1701 von Carl Nbraham v. Debschitz dessen Gut Gber- Gertmannsdorf (8 von Lauban, am Csueis) für 30000 Tlr. und 300 Tlr. Schlüsselgeld. In die Mitbelehnschast nahm er Johann Caspar v. Uechtritz auf Linda nebst dessen männlichen Lehnserben. Wie dieser am 2. Juni 1702 dem Landvogt berichtet, hatte Ferdinand Siegismund v. M. weder Leibes- noch andere Lehnserben, die ihm intra septimum §ractum verwandt wären und es befinde sich kein weitere; Glied des Geschlechts v. M. in der Gberlausitz. Ferdinand Siegismund v. M. erfreute sich keiner guten Gesundheit. Nach Nussage eines ärztlichen Nttests vom 7. September 1702H war er schon seit geraumer Zeit bettlägerig, „indem er sich nicht allein mit einer ziemlichen anhaltenden Tachexia, sondern auch nun in die dritte Woche in kabrili paroxismo aräenti befindet, man auch nicht wissen kan, wan durch Gottes Beistand er wiederumb zu voriger Gesundheit gelangen möchte" . . . Ferdinand Siegismund v. IN. bevollmächtigte deshalb Johann Laspar v. Uechtritz aus Linda, an seiner Stelle die Lehn über Gber-Dertmannsdorf zu empfangen. Dieser wurde denn auch am 19. September 1702 zu Bautzen als Stellvertreter belehnt. Um 10. Npril 1707 verkaufte Ferdinand Siegismund v. M. das Gut Gber-Dertmannsdorf für 30000 Tlr. an Wolf Heinrich v. Lüttichau a. d. H. Kraußnitz bei Grtrand. Km 24. März 1708 errichtete Ferdinand Siegismund aus dem Hause Gber-Dertmannsdorf sein Testament. In diesem schreibt er^), daß es „durch sonderbahre göttliche virection geschehen, daß in meinem Leben ich mich niemahln verehliget und also wohl ohne Leibes - Erben, denen ich sonst meine zeitliche Güther, so göttliche Gnade mir bescheeret, hinterlassen könnte, versterben werde" . . . auch nicht „andere weder in linea aseenäenti noch cieseenctenti bis in den dritten Grad mich angehende Erben hinterlasse" ... Zu seinem Erben ernennt er in erster Linie Wolf Heinrich v. Lüttichau aus Gber-Dertmannsdorf; seine Güter in Schlesien, preilsdors, Hartau und Buchwald vermacht er dem Grafen Hans Nnton v. Schaffgotsch, doch soll dieser zwei Drittel der Taxsumme dieser Güter (40000 Tlr.), also 26666 Tlr. 16 Gr. an Wolf Heinrich v. Lüttichau herauszahlen; endlich vermacht er seiner Stiefschwester Tochter, Frau Unna Eleonore v. Zabeltitz, geb. v. Seidlitz, ausGber-peilau, 1000 Tlr. Schlesisch. — Um 25. März 1708 starb Ferdinand Siegismund. Wappen: Im blauen Schilde der lateinische Buchstabe 8, dessen oberes Drittel schwarz, dessen mittleres silbern, dessen unteres rot ist. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: Zwei schräg nach auswärts gerichtete Schaufeln, mit den Enden der Griffe aus dem Helme stehend, die rechte schwarz, die linke rot. Decken rechts schwarz-silbern, links rot-silbern. Siebmacher, I. Teil, Tas. 69, Nr. 11, „v. Mesenaw" unter den „Schleßingischen". >) Lehnsakten Vber-Vertmannsdorf. 2) Lehnsakten Dber-Gertmannsdorf. v. Metzenhofen. 161 v. Metzenhofen. Über die Herkunft des Geschlechts v. M. fehlen genaue Nachrichten. Kaspar v. haugwitz zu putzkau verkaufte im Juni 1573 „Hansen Nebur von Meczenhoff, sonsten Selwicz genandt"h, 4 Bauern, 1 Gärtner und 1 Häusler im Meißnischen Dorfe Gbergurig (88^V von Bautzen) samt ihren Lrbzinsen, Fronen und Diensten, darunter einen Lehnrichter mit der Befugnis zu brauen, fremde Biere einzulegen und zu verzapfen,- ferner ein Stück Fischwasser, soweit der Leute Grund und Boden geht, nebst den Lrbgerichten — für den Preis von 1200 Fl. Ritterdienste hatte er nicht zu leisten. Hans Nebur v. M., kurfürstlicher Forstmeister des Meißner Kreises, kaufte von Heinrich Caspar Voigt noch einen andern Teil von Gbergurig samt dem „Dchsenholz" und erhielt ihn in der kurfürstlichen Kanzlei zu Lehn verreicht. Ritterdienste waren auch von diesem Stück Gut nicht zu leisten, da es vom Rittergute Milchen und vom Gute Gurig bedient wurde. Rm 7. März 1580 verkaufte er diesen Besitz an Caspar v. Karras. Kurfürst Nugust schenkte Hansen 1582 das Räumicht am Heienberg in der Sächsischen Schweiz h. Im Juli 1586 unterschreibt er sich von Stolpen aus: „Hanns Nebur von Metzenhosen, sunst Solwitz genandt, Gbersorstmeister des Grtts"h. Im Jahre 1604 war er Vormund der Frau Dorothea, geb. v. Rechenberg, Mitwe haugs v. hermsdors auf „Ulbersdorf" h Hans Nebur starb am 3. Oktober 1608. vermählt war er mit Lucrezia v. Wierandt, gen. Voigts. Ein „Friederich Nebur von Metzenhossen" wohl der Sohn Hansens, besaß, wie der Schösser von hohnstein im Jahre 1649 dem Kurfürsten meldeth, „ein Gütlein zu heinersdorsf (bei Sebnitz), so dem geringsten Bauergüttlein doselbst zu vergleichen"; durch wiederholte Plünderungen sei der Besitzer ganz heruntergekommen, „dahero er nun in summa paupertate iezo sein Leben führet". Ls war dieser Friedrich v. N. seit dem 1. Februar 1614 vermählt mit Judith, einer Tochter Noahs v. Kiesenwetter zu Elbersdorf und dessen Gattin Katharina, geb. v. Nostitz a. d. h. Rothenburg und Geheege. Judith, geboren 1582, starb zu Heinersdorf am 18. November 1632 h. Wappen: Lin in den Lehnsakten Gbergurig befindliches Siegel Hans Neburs v. M. läßt die Schildsigur nicht mehr erkennen. Das Kleinod stellt einen Mannsrumpf dar. tz Lehnsakten Gbergurig. Für Selwicz findet sich in den Lehnsakten von Gurig auch die Form Solbicz. 2) 6. Meiche, Die Burgen und vorgeschichtlichen Wohnstätten der Sächsischen Schweiz, 1907, S. 329. tz Gen. Loo. II344, Metzenhofen. Ebenda. h I- U. Seidemann, Überlieferungen zur Geschichte von Eschdorf, Vittersbach und Umgegend, 1860, S. 215. h kf.-St.-6. Gen. Iwo. II344, Metzenhofen. tz v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Udels, S. 121: Laus. Magazin 1774, S. 105. II ä 162 v. Nletzradt. v. Nletzradt. Die v. Metzradt sind nach der heutigen Annahme um die Mitte des 13. Jahrhunderts vom Niederrhein in die Gberlausitz eingewandert h. Wir versuchen auf den folgenden Blättern die Geschichte des Geschlechts ungefähr vom Anfang des 17. Jahrhunderts an zur Darstellung zu bringen, die wegen des nicht seltenen Vorkommens der gleichen Vornamen bei verschiedenen Personen und des häufigen Wechsels des Güter- besitzes mitunter keine geringen Schwierigkeiten bot. I. Linie Milkel-Hermsdorf —Nollm —Lrosta. von den vier Gebrüdern Jakob, David, Georg und Nikol v. IN., die ihr Gut Milkel (bMO von Bautzen) im Jahre 1598 verkauft hatten, war Nikol vor dem Jahre 1609 gestorben, David saß aus Grosta (8 von Milkel). Er starb um das Jahr 1633 mit Hinterlassung der Witwe, während sein Sohn, wie Christoph v. M. aus Neuwiese dem Landeshauptmann mitteilte, bereits vorher gestorben war. Georg v. M., der an dritter Stelle genannte der vier Brüder, auf hermsdors von Milkel, OblO von Nönigswartha) gesessen, war um das Jahr 1615 gestorben und hatte neben einem mündigen Sohne Friedrich Balthasar, zwei unmündige Söhne hinterlassen: Laspar und Heinrich. Diese beiden erhielten am 17. September 1615 über die väterlichen Güter hermsdors, Dppitz von Milkel), Bocka bei Luppa (80 von Nönigswartha), Dubrau (80 von Nönigswartha) einen Mutzettel^). Der bereits mündige Sohn Georgs, Friedrich Balthasar v. M. zu Hermsdorf, wurde nach seines Vaters Tode zu seinem Anteil am 31. August 1615 belehnt mit den Gütern Hermsdorf, Dppitz, Dubrau und Bocka b). Friedrich Balzer verkaufte sein ganzes Gut und Vorwerk Bocka samt allen pertinentien, besonders auch das ganze Dorf Nlein-Dubrau mit Dber- und Niedergerichten rc. an den Landesältesten Christoph v. Minckwitz auf Nadibor, der am 30. Mai 1626 belehnt wurde h. Jakob v. M., der zuerst genannte der vier Brüder, auf Neuwiese (>I^V von Hoyerswerda, an der schwarzen Elster), hatte seinen Anteil am Gütlein Trost« seinem Bruder David abgetreten, der am 6. März 1617 belehnt wurdet. Einen Thristoph v. M., der ausdrücklich als auf Neuwiese gesessen bezeichnet wird"), dürfen wir wohl mit Sicherheit als Jakobs Sohn annehmen. Vieser Christoph aus Neuwiese, „Vetter" tz vergl. über die ältere Geschichte des Geschlechts v. IN. in der Gberlausitz von seinem ersten Auftreten an bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts: Nnothe im Neuen Laus. Nlag. Bd. 44, 5. 161 ff., in seiner Geschichte des Dberlausitzer Adels, 1874, 5. 360 ff., sowie im Neuen Laus. Nlag. Bd. 63, 5. 43 ff. 2) ks.-Lt.-A. Boo. 4545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Gberlausitz äs ac> 1604-1617, Zol. 261b. 2) Ebenda, Fol. 254 b. h ks-°5t.-A. Boo. 4552, Die Natibor-Nlinckwitzischen dem kserrn v. Bieberstein zu Lehn gehende Güther zu Natibor und Nlalsitz betr., S. 122. h H.-Lt.-A. Boo. 4545, verzeichnüss der Lehen rc., Zol. 315b. o) Lehnsakten Grosta. v. Metzradt. 163 des verstorbenen David, wird am 24. Juli 1634 mit dessen Gut Crosta belehnt. Christoph hinterläßt im Jahre 1644 eine Witwe Ursula geb. v. Metzradt, sowie einen unmündigen Lohn Hans Christoph. Für diesen mutet sie, „weil nach Rbsterben gedachtes ihres Che-Junckern niemandt zu desselben vormundt zu vermögen gewesen", die Lehn über das Gut Trosta. Dieser Hans Christoph verkaufte Crosta am 9. Februar 1649 an Georg v. Loeben. Leine Mutter Ursula, geborene und verwitwete v. Metzradt, hatte aus dem von weiland Ramphold v. Gersdorfs hinterlassenen Gute Zschorna (blblMvon Löbau) 3948 Tlr. 23 Gr. 8 Pf. zu fordern. Die eingesetzte Kommission taxierte das Gut Zschorna aus 4175 Taler. Die Witwe nahm es in Besitz und wurde am 11. Juni 1633 mit ihm belehnt. Sie verkaufte zu Walpurgis 1657 die Zschornaer Wiese an den Gberstwachtmeister Georg Rudolph v. pentzig auf Mücka. Nikol v. M., ein Vetter der vier Gebrüder Jakob, David, Georg und Nikol, saß aus Kollm (weißkollm, 080 von Hoyerswerda) und besaß auch Neuhos (Vorwerk von Weißkollm). vermählt mit Margarethe v. ponickau, ließ er diese seine Gattin am 22. Gktober 16l5 auf Kollm verleibgedingenh. Sie vermählte sich nach ihres Gatten Tode wieder mit Christoph v. helwigsdors und Lindenau und starb im Jahre 1646. Eine Tochter Nikols, Marianne, vermählte sich mit Hans Bernhard v. Klüx aus Lehn und wurde am 26. Juli 1626 auf Lehn verleibgedingt. Zwei Söhne Nikols, Hans Wolf und valten Nikol Gebrüder v. M. erbten nach ihrer Mutter Tode deren Behausung aus dem Burglehn in Bautzen. Der zuerst genannte, Hans Wolf v. M. aus Kollm und Neuhos, war Kammerjunker, dann Gberschenk und hausmarschall des Kurfürsten Johann Georgs II?) und bekleidete vom Jahre 1672 an das Nmt eines Rmtshauptmanns zu Stolpen^). Hans Wolf v. M. war vermählt mit Barbara Christina geb. v. Schleinitzh. — Der andere Sohn Nikols, valten (Valentin) Nikol, der als zu Dppitz (0 von Königswartha) und Ratzen (080 von Hoyerswerda) gesessen bezeichnet wird, verkaufte 1649 an den Landeshauptmann Georg v. Loeben aus Crosta, Milkel rc. den vierten Teil des Kirchlehns zu Milkel, ferner 1654 einen Garten zu Dreiweibern (bl von Ratzen) an Hans Suchandt^). Im Jahre 1672 erkaufte valten Nikol das Gütlein Friedersdors (IM0 von Königswartha), verkaufte es daraus 1675 seinem Eidam Hans Wolf v. ponickau, um es 1677 wieder von ihm zurückzukaufen °). valten Nikol, damals zu Kollm gesessen, entleibte im März 1644 einen unbekannten Reiter im Dorfe Wartha h. vermählt war valten Nikol seit 1644 mit Rnna Helena v. haugwitz. Sie starb am 11. Februar 1676 11 Uhr vormittags im Nlter von 55 Jahren und wurde am 4. März tz H.-5t.-5l. Boa. 9545, Derzeichnüss der Lehen rc., Fol. 265b. 2) Larpzov, Lhren-Tempel der Vberlausitz, l7l9, II, 5.226. Gercken, Historie der 5tadt und Bergvestung Ltolpen, 1764, 5. 505. y 2m Lohsaer Rirchenbuch ist sie wiederholt als Pate aufgeführt, h Lehnbrief für 5uchandt vom l. Juli 1654 im H.-5t.-6. Dresden. ") ks.-5t.-lt. Boo. 9547, Vas vierdte Buch Gberlaus. Lehens-5achen, 1666 bis 1681, Fol. 69. tz kf.-5t.-6. Boa. 9557, Lntleibungen im Marggraffthum Vberlausitz, vol. I. 11 * 164 v. Metzradt. bestattet*). Line zweite Lhe schloß Balten Nikol v. M. auf Ratzen am 7. Juni 1677 mit Maria Elisabeth v. Luttitz a. d. H. Schönau. Line Tochter Balten Nikols, Anna Sophia v. M. vermählte sich nach Nusweis des Lohsaer Kirchenbuchs am 27. (Oktober 1667 mit Hans Wolf v. ponickau aus Pohla, Gppitz. II. Linie Milkwitz —Geißlitz. Wolf v. M. besaß „ein schlecht und geringes Güettlein zue Mielkitz Milkwitz, von Bautzen) samt zweyen Gärttnern" ^). Lr starb im Jahre 1619, denn von seiner im Jahre 1639 verstorbenen Gattin heißt es, daß sie zwanzig Jahre lang Witwe gewesen warH. vermählt hatte er sich im Jahre 1593 mit Magdalena v. Metzradt, einer Tochter Lhristophs v. M. auf Milkwitz (vergl. 5. 166). Geboren im Jahre 1561, starb sie am 22. Februar 1639, 78 Jahre alt*), von drei Söhnen und zwei Töchtern, die Wolf geboren wurden, waren, abgesehen von den Töchtern, im Jahre 1627 noch am Leben ein Sohn Hans Wolf, der sich außer Landes in kaiserlichen Kriegsdiensten befand*') und ein Sohn Seyfried. Vieser Seyfried (Seyffert) v. M. auf Milkwitz hatte, wie er am 27. März 1644^) dem Kurfürsten schreibt, von seinem seligen Vater kaum mehr als 200 Taler ererbt „und dahero mir es von Jugend aus müssen sauer lassen werden, daß ich nicht allein meinen adelichen Stand ehrlichen führen, sondern auch etwas vor mir bringen . . . können" . . . Seyfried erbte von seinem Vetter Hans Georg v. Metzradt (vergl. 5.175) das Gut Großwelka (dldl^V von Bautzen). Zu Walpurgis 1643 tauschte er dieses Gut ein gegen Wolf Heinrichs v. Leubnitz Gut Liebenau (dl>V von Kamenz) und zahlte ihm noch 3000 Taler Zugabsgelder hinzu*). Oer Kurfürst verwandelte ihm aus sein Ansuchen Liebenau am 15. Mai 1644 aus Lehn in rechtes Erbe und Allod, jedoch lehnsweise H. Im Jahre 1651 verkaufte er Liebenau an Hans Heinrich v. ponickau. -- Im Jahre 1629 hatte Seyfried das Gut (Huatitz (bldlO von Bautzen) vom Landeshauptmann Adolph v. Gersdorff erkauft und am 26. September 1630 verreicht erhalten. „Weil er mit den Kausgeldern nicht folgen können", tz Ihr Epitaph befindet sich an der Kirchenmauer zu Lohsa. Auf ihm wird der 14. Februar t676 als Todestag genannt. H H.-St.-A. Geneal. Noo. 11344, Metzradt, vol. I-III. H Z. Lhr. Wagner, Budiss. Grab- und Gedächtniß-Mahle, 16Y7, S. 25. H Ebenda, S. 25. b) Lehnsakten Milkwitz. H H.-St.-6. Noo. 9547, Vas 5. Buch Dberlaus. Lehens-Lachen, 1643 — 67, S. 17, 266. tz Da er keine Agnaten und Lehnsvettern hatte, die ihm Intra ssptimum grscluin verwandt waren, so wollte er seinen Lchwager und Vetter Hans Adolph v. Haugwitz zu Nieder - Gurig, Landesältesten des Bautzner Kreises, und Thristoph v. M. zu voberschütz und deren Leibeslehnserben in die gesamte Hand am Gute Liebenau im Iahre 1644 nehmen. Er bezifferte in diesem Jahre den Wert von Liebenau auf 5000 Taler. H H.-St.-K. Noo. 9547, Vas 5. Buch -c., S. 17. v. Metzradt. 165 verkaufte er Ouatitz am 31. Uugust 1637 an seinen Schwager Wolf Heinrich v. haugwitz zu Ubigau h. Nach dem Tode Friedrichs v. M. (vergl. §. 176) aus Kleinsörstchen (^V8>V von Bautzen) siel dieses Gut an Seyfried, der 1632 belehnt wurde, aber schon im Jahre 1635 den Besitz wieder verkaufte und zwar an Frau Sabina o.Gersdorff, geb. v. Klüx. — Seyfried besaß ferner das LehngutLehn- dors (>Vbl^Vvon Bautzen), das er, unbekannt wann, von einem v. Bolberitz erkauft hatte. Tr veräußerte es seinem Schwager Heinrich v. Zezschwitz aus Kleinwelka mit Winter- und Sommergetreide, einer Kuh, zwei Zugochsen, einem Pflug, zwei Eggen, samt dem Gärtner und Häusler mit Diensten, Zinsen, Steuern und Gespinsten für 400 Taler am 20. September 1642 und versprach es dem Käufer vor dem kurfürstlichen Dber- amt in Sehn zu verschaffen. Seyfried kaufte ferner im Jahre 1652 von Joachim Friedrich v. Dölau das Gut Kolbitz (I>lO von Königswartha) für 7000 Taler, um es schon im Jahre 1653 wieder zu veräußern an Frau Unna Margarethe v. Schellendorff, geb. v. Luttitz. — Buch in der Stadt Bautzen war Seyfried besitzlich. Tr erwarb 1634 eine Brandstelle aus dem Burglehn, verkaufte sie 1638 wieder, erwarb daraus 1643 ein Haus daselbst, um es in dem nämlichen Jahre an Wolf v. Maxen wieder zu veräußern. Seyfried wird im Jahre 1637 als Kriegskommissar des Budissin- schen Kreises 2) bezeichnet, 1642 wird er zum Klostervogt von Marienstern ernannt^). 1651 erscheint er als kurfürstlicher hausmarschallh. Er starb am 17. Januar 1656 im Ulter von 59 Jahren. vermählt war er: I. mit Unna Tatharina v. haugwitz. Geboren am 4. März 1610 früh sechs Uhr zu „Nemischke" bei Senftenberg (Niemitsch oder Niemtsch, 88^ von Senftenberg), starb sie, nachdem sie 13 Jahre lang in kinderloser The gelebt, im 14. Jahre ihrer The am 11. Januar 1642 abends acht Uhr zu Bautzen in Kindesnöten im Ulter von 31 I. 10 M. Ihre Litern waren Günther v. h. aus Ubigau und Salome geb. v. Gssa a. d. h. Gssa und Frauensels^),- II. mit Marianne geb. „Bebrain". Sie kaufte am 12. Juli 1645 von den Kreditoren Georges v. Belbitz auf horscha und Sproitz im kurfürstlichen Umt zu Görlitz das Gut zu Sproitz von Niesky) für 2200 Taler. Ihr Lehnsträger war ihr Gatte Seyfried v. M. auf „Dobraw". Die Witwe vermählte sich wieder mit Tarl Magnus v. Nabenau zu Petersdorf. — Tin Untonius v. M., der 1599 seinen Unteil an Milkwitz veräußerte, besaß später Geißlitz (blO von Bautzen, an der Spree) und starb im Ulter von 49 Jahren am Freitag vor Lucae 1606 fl 7. Oktobers °). Seine Gattin Ursula war ihm bereits am Donnerstag nach Invocavit y ks.-St.-kt. Boe. 9547, Drittes Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1651-67, Fol. 46. ") Lehnsakten chuatitz. ff Larpzov a. a. V. I, S. 548. y Lehnsakten Liebenau. h Wagner a. a. G. S. 10. h wäre etwa gemeint Freitag vor Lucie, so müßte es heißen: 12. Dezember. 166 v. INetzradt. 1602 s25. Februar) im Tode vorangegangen und in Neschwitz begraben worden *). III. Linie Käckelwitz-Großhennersdors. Lhristoph v. M. auf Bäckeiwitz (080 von Bamenz) starb im Jahre 1567^). von seinen Söhnen sind zu nennen: I. Vonat. II. Lhristoph. III. Hans. I. Donat v. M. besaß das Gut Wawitz (080 von Bautzen) und wurde im Jahre 1584 oder 1586 belehnt mit Lunewaide von Löbau), das er „von Lhristoph v. haugwitz zu Putzkau in Vormundschaft Taspars v. haugwitz, seines Bruders Sohnes Hans Taspars v. haugwitz erkauft". II. Lhristoph v. M., genannt aus Milkwitz, besaß auch Groß- hennersdors (80 von herrnhut)^). Er war vermählt mit Magdalena v. d. Planitz, die als Witwe am 26. September 1602 starb und am 4. Oktober in Göda begraben wurdeh. Lhristoph hinterließ keine Söhne, von seinen Töchtern erwähnen wir zwei, die sich wieder an Geschlechtsvettern verheirateten: Magdalena, geboren 1561, gestorben 22. Februar 1639, vermählte sich mit Wolf v. M. aus Milkwitz (vergl. S. 164); Barbara, mit Lhristoph v. M. auf Bäckeiwitz und Hennersdorfs). III. Hans v. M. besaß Räckelwitz. hierzu kaufte er von seinem Bruder Lhristoph das halbe Gut Großhennersdorf und erhielt es am 30. Juli 1605 zu Lehn verreicht °). Hans, geboren im Jahre 1540, starb am 28. Februar 1608. vermählt war er mit Barbara v. Gersdorfsh. Sein Sohn Lhristoph überlebte den Vater nur wenige Jahre. Er verheiratete sich, wie oben erwähnt, mit seiner Lousine Barbara v. M?). Thristophs Güter fielen, da er keine Lehnserben hinterlassen hatte, an den Kaiser, der sie 1617 an den Landvogt Tarl hannibal Burggrafen zu Dohna auf der Herrschaft Wartenberg verkaufte. tz Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI (1893), S. 106. 2) Larpzov a. a. G. II, S. 218, Taf. I. 2) Ölte Vberlausitzische Nirchengalerie, S. 129. §) vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXI, S. 103. h Vieser Lhristoph v. IN. richtete am 4. August 1609 an den Administrator- Dekan in Bautzen ein Gesuch um Dispens wegen seiner beabsichtigten Vermählung mit seiner nahen Anverwandten Barbara v. IN. Siehe in der urkundlichen Beilage. °) kj.-St.-A. Loo. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 13. h Larpzov a. a. D. II, S. 218. h Die Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXI (1893), S. 106 erwähnt einen am 25. November 1616 gestorbenen Lhristoph v. IN. zu INilkwitz und seine am 25. September 1611 gestorbene Gattin Esther geb. v. Schreibersdorfs. v. Metzradt. 167 IV. Linie Kleinbautzen-Doberschütz. Abraham v. M.H aus Kleinbautzen (1^0 von Bautzen), der Lohn Christophs auf Kleinbautzen und seiner Gattin Magdalena geb. v. Gersdorsf, wurde am 29. September 1526 zu Kleinbautzen geboren, besuchte die Schule in Goldberg in Schlesien unter dem berühmten Uektor Valentin Crotzschendors, studierte in Leipzig und Wittenberg und ging 1541 mit Melanchthon zum Ueligionsgespräch nach Uegensburg. In seiner Heimat wurde er später Landesältester, 1579 Amtshauptmann. Im Jahre 1588 legte er seine Aemter nieder, beschäftigte sich nun viel mit theologischen Studien, übersetzte zwei Werke theologischen Inhalts ins Lateinische und starb zu Kamnitz in Böhmen im 76. Lebensjahre am 11. Juni 1602 abends zwischen zehn und elf Uhr. Cr hatte sich vermählt: I. im Jahre 1551 mit Catch arina v. Kopperitz a. d. H. Sohland. Sie starb im Jahre 1577, nachdem sie ihm vier Söhne und sechs Töchter geboren hatte; II. 1578 mit Margarethe v. Boxberg, die ihm fünf Söhne und drei Töchter schenkte, von seinen Söhnen überlebten Abraham nur vier, die unter Ur. I-lV angeführten; ein anderer, Hans (Ur. V) starb vor dem Vater, ist aber seiner Nachkommenschaft wegen für uns wichtig. I. Caspar. II. Abraham d. I. Siehe unten S. 168. III. Heinrich. Siehe unten S. 170. IV. Ernst. Siehe unten S. 171. V. Hans. Siehe unten S. 173. l. Caspar v. M.ch, aus der ersten Ehe Abrahams stammend, geboren zu Kleinbautzen am 19. September 1555 fünf Uhr morgens, besuchte die Schule in Löbau, studierte, wurde 1583 Assessor juäicii orclinarii, gelangte 1593 in den engern Ausschuß der Stände, wurde 1595 Landeshauptmann und hatte bei der häufigen Abwesenheit des Landvogts Abraham Burggrafen zu Dohna, seine Vertretung zu übernehmenb). von den Kaisern Uudolph ll. und Matthias wurde er zum Uat ernannt. Cr starb im 63. Lebensjahre am 15. Juni 1618 elf Uhr vormittags an einem Steinleiden und wurde auf dem Taucher- Kirchhof zu Bautzen begraben. Das Leichenbegängnis fand am 16. Juli stattH. Dornavius nannte ihn „coeli (Dusatiao) siclus plane nodi- lissiinum, ni patriae ^tlantein rnalirnus clicere"^). 1) Larpzov a. a. D. Il, 5.227: 5inapius, 5chlesische Luriositäten, I. Bd., 1720,5.640 — 641', Gauhe, Genealogisch - Historisches kldels - Lexicon, I. Bd., 1740, 5.1368: Dtto, Gberlaus. 5chriftsteller- und Nünstlerjexikon, II. Bd., 5.585. 2) Larpzov a. a. L>. II, 5. 228. 5eine lateinische Grabschrift in der Bautzner vomkirche, sowie ein von ihm selbst angefertigtes lateinisches Gedächtniskarmen siehe ebenda II, 5.229: vergl. auch Gtto a. a. V. II, 5.587: Budsecius, b!pitapiiig. Luäissinsnsia 1696, 5. 18. Großer, Lausitzische Merckroiirdigkeiten, 1714, III, 5.22. tz Neues Laus. Mag. 2d. 74, 5. 186. H Larpzov a. a. G. II, 5. 230. 168 v. Metzradt. Taspar v. M. besaß das Gut Doberschütz (blO von Bautzen), von Hans Georg und Friedrich v. Metzradt zu Förstchen und Welka (vergl.S. 175) erhielt er deren Stückgut zu Liebenau von Kamen;) abgetreten und wurde im September 1606 belehnt ft. Er besaß ferner ein Recht am Lehnmann zu „Laussig" (Lauske) im Jahre 1609ft. Bm Tage Dorothea 1613 s6. Februar) kaufte er von den Gebrüdern Hans, Samuel und Philipp Schönborn zu Bautzen, sowie von deren Bruder Bugustin das Gut Teichnitz (bl von Sautzerftft. Ferner brachte er das „Gchsenholz" bei Dber-Gurig (8 von Bautzen), das wegen der von Hans Christoph v. Bernstein zu Gber-Gurig verschwiegenen Lehn eröffnet und dem Kaiser heimgefallen war, käuflich an sich und erhielt es am 3. September 1616 zu Erbe verreichtft. Endlich erwarb Taspar noch das Gut Malschwitz (blO von Bautzen), indem er im Jahre 1617 seine Güter Teichnitz und Gehna (140 von Bautzen) eintauschte gegen das dem Mkol v. Gersdorff gehörige Gut Malschwitz ft. Buch auf dem Burglehn in Bautzen hatte er eine Besitzung, Haus und Garten, mit der er am 16. Mai 1603 belehnt wurde. Taspar hatte sich zweimal vermählt: I. im Jahre 1591 mit Maria v. Lauterbach, verwitweter v. Luttitz, die am 17. Juni 1605 kinderlos starbft; II. am 25. Bpril 1606 mit Helena v. Schkopp. Geboren am 10. Bugust 1578 als Tochter des kaiserlichen Kammerrats Friedrich v. S. auf „Gleisensdorf" swohl Gläsersdors), parchau und Gttendorf und der Helena v. Nostitz „und Sprottischdorf", war sie in erster Ehe seit dem 20. Dezember 1604 vermählt gewesen mit lvolfgang v. Niebelschütz, Glogau schein Mannrechtsitzer. Sie starb am 26. Januar 1624 im Nlter von 45*/L Jahren, nachdem sie ihrem Gatten 3 Söhne und 1 Tochter geschenkt hatte ft. Frau Helena hatte zufolge Lhestiftung vom 4. Juli 1606 ihrem Gatten 3000 Taler Ehegeld mitgebracht, wofür er sie aus Doberschütz, Jenkwitz und Nieschen verleibgedingte ft. von Taspars Kindern sind bekannt: „Tasparolus", sein zweites Söhnchen, ft am 18. November 1613 im Nlter von 2 I. 10 M. 5 T. Helena Tatharina, ft am 9. Nugust 1616 im Nlter von 8 M.ft. II. Nbraham d. I. v. M., der zweite Sohn Nbrahams aus seiner ersten Ehe, war um das Jahr 1600 Nat bei einem Herrn v. Nosenberg in Böhmen, wurde um 1608 Landesbestallter in der Dberlausitz ift, Unterzeichnete am 7. Juni 1619 das Lehnspaktum") und starb im Jahre 1623 ft.-5t.-K. b,oo. 9545, verzeichnüss !c., Fol. 32. ft Ebenda, Fol. 73. ft Ebenda, Fol. 20l. ft Ebenda, Fol. 2Y0. ft Ebenda, Fol. 308b. ft Wagner a. a. V. 5. 8. ft Wagner a. a. 0 ) Uäuffer, Kbritz der Merlaus. Geschichte, IV. Bd., 8. 64. >ft Vberlaus. Lollektionswerk I, 5. 1055. v. Metzradt. 169 oder 1624. Er gehörte zu den wenigen Dberlausitzischen Edelleuten, die, an den Böhmischen Unruhen beteiligt, vom Kurfürsten Johann Georg I. in seinem Kezeß vom 21. Februar 1621 nicht zu Gnaden ausgenommen wurden h. Da Laspar v. M. keine Kinder hinterlassen hatte, so erbte sein Bruder Abraham der I. dessen Güter Malsch- witz und voberschütz und ebenso sein Bautzner Burglehnhaus mit Garten. Abraham d. I. besaß auch Gppeln (blO von Löbau). Er hatte dieses Gut gekauft von Hans v. Gersdorff aus Kittlitz. Die dazu gehörigen Untertanen zu Uosenhain (80 von Gppeln), „so zu dem Hospital zu Ueichenbach behörig gewesen", hatte er im Jahre 1608 von Hans v. Warnsdorf aus Kuhna^), einige Untertanen vom Domkapitel zu Bautzen gekauft. 1621 verkaufte Abraham d. I. Gppeln nebst Zubehör an Heinrich v. Metzradt. Im Jahre 1622 verkaufte er auch das „Gchsen- holz" an den Dekan des vomstifts zu Bautzen, Gregor Khattmann v. Maurugk, für 400 Taler. Dafür erwarb Abraham d. I. im Jahre 1622 von den Vormündern der Erben des verstorbenen Siegmund v. Zezschwitz dessen ziemlich stark verschuldetes Gut pließkowitz (IffO von Bautzen) und erhielt es am 18. April 1622 zu Lehn verreicht. Abraham hinterließ als Witwe Eva v. Wolssersdorfs, geboren am 19. Januar 1591 zu Tornow U.-L., die in erster Ehe vermählt gewesen war und zwar seit dem 16. Januar 1616 zu „Neuendöber" mit Johann Georg v.ponickau aus Elstra. Mit Abraham d. I. hatte sie sich im Jahre 1620 verheiratet und starb, 71 Jahre alt, am 15. Januar 1662h. Abraham hatte seiner Witwe am 5. Mai 1623 verordnet zu einer Behausung auf Lebzeiten das Gebäude auf dem unteren Vorwerk zu Malschwitz samt Scheunen und Ställen, das vorher Nikol v. Gersdorff inne gehabt; daneben 31 Scheffel Acker, 8 Fuder Wiesewachs, das kleine Teichel vor dem Hofe, den Platz hinter Heinrichs o. Nostitz Hof samt daraus befindlichen Gbstbäumen, sowie alles, was er an Siegmund v. Eberhardt vermietet hatte; ferner einen Gärtner und einen Häusler, die Hälfte alles Silberwerks, dann ein Stück Gold von zehn und eines von sieben Dukaten „an Kettichen"; auch sollten ihr vier Kühe gehütet werden; endlich solle sie jährlich ein halbes Schock Karpfen, eine Mandel hechte, von jedem Gebräu eine halbe Tonne Vier, drei Kannen Langwel, eine halbe Tonne Frischbier und zwei Zuber voll Trebern erhalten, verändert sie ihren Witwenstand, so erhält sie anstatt alles dieses 500 Fl. zu einer Behausung^. Abraham d. I. hinterließ zwei Söhne: Caspar und Hans Bbraham. Am 23. März 1624 erhielten diese beiden Gebrüder v. M. einen Lehnsmutungsschein über die an sie gefallenen väterlichen Güter. Laspar tat am 12. Juli 1625 für sich und als Kurator seines unmündigen ff Großer a. a. D. I, 8. 235, Nnm. v. -) ff.-5t.-N. Loo. 9545, verzeichnüss rc., Zol. 62b. ffloß, Geneal. Nachrichten, Bd. X, v. Metzradt. ff ff.-5t.-N. Noo. 9520, Gberlaus. Iustizsachen, vol. XI. - Der spätere Besitzer v. Malschwitz oder eines Nnteils, Peter v. Gersdorff, machte ihr verschiedenes streitig. 170 v. Metzradt. Bruders Hans Abraham wegen der väterlichen Lehn- und Erbgüter Malschwitz, pließkowitz und voberschütz gebührliche Folge. Caspar „zu pließkowitz" verkaufte gemeinsam mit seinem unmündigen Bruder Hans Abraham das väterliche Erbgut voberschütz samt dem Lehnbauer zu voberschütz und den Untertanen zu Briefing (dldl^V von voberschütz), Jenkwitz (080 von Bautzen) und Lieschen (8 von Jenkwitz) an Nikol v. Gersdorff „und Malschwitz", der 1625 belehnt wurde. 1625 gelangte pließkowitz, 1637 voberschütz, 1647 Malschwitz in den Besitz Heinrichs v. M., ihres Gheims. Buch von den ererbten Burglehnhäusern verkauften Caspar und Hans Abraham 1626 das eine, 1628 die Brandstelle des andern. III. Heinrich v. M.ff, Lohn Abrahams aus seiner zweiten Ehe, geboren zu Lleinbautzen am 12. September 1593, besuchte die Gymnasien zu Bautzens und Görlitz, studierte in Marburg, Gießen, Gens und Heidelberg, reiste, kam 1619 in den Ausschuß der Stände, wurde 1625 Landesältester des Vautzner Kreises, 1637 Amtshauptmann, versah mehrfach vertretungsweise das landvogteiliche Amt und zog sich 1648 in den Ruhestand zurück. Er Unterzeichnete im Jahre 1654 das Lehnspaktumff. Am 17. Mai 1662 vormittags halb zwölf Uhr starb er im 69. Jahre seines Alters, ohne Leibeserben zu hinterlassen. Dreimal war er vermählt: I. 1619 mit Barbara v. Nostitz a. d. h. Tormersdors. Zufolge Lhestiftung vom 11. Juni 1619 hatte sie ihrem Gatten 1014 Gulden Meißnisch und 6 zugebracht und er stellte deshalb im Jahre 1635 den Antrag, sie auf sein Gut pließkowitz zu verleibgedingen. Sie starb im Jahre 1654; II. 1654 mit Anna Maria geb. v. Schreibersdorfs, sie starb 1657; III. 1659 mit Helene v. Uechenberg a. d. h. Gppach. Anlangend seinen Güterbesitz, so kaufte Heinrich von seinem Bruder Abraham Gppeln nebst Untertanen zu Losenhain und erhielt den Besitz am 27. Juli 1621 zu Lehn verreicht. Er veräußerte im Jahre 1625 seine Mühle am Löbauer Wasser an Peter v. Gersdorff auf Uadmeritz und sein Gut Gppeln an Balthasar v. Gersdorff. Peter v. Gersdorff trat ihm dafür die von Siegmund v. Gersdorff aus Leibitz erkaufte Lrb- gerechtigkeit und Botmäßigkeit über Mittrags Mühle in der Skala bei Gppeln ab. Heinrich erwarb 1625 das Gutpließkowitz. Sm Jahre 1637 kaufte er von den Gläubigern Nikols v. Gersdorff das Gut voberschütz (dlO von Bautzen) und wurde am 17. März 1638 belehnt mit diesem Gute, den Untertanen zu Briefing, Jenkwitzff und Lieschen. 1647 erwarb >) vergl. Larpzov a. a. D. II, 8.230: Käuffer, Obriß der Gberlausitzischen Geschichte, IV, S. 303, 312. -) 1610 hält er zugleich mit 27 anderen Schülern des Bautzner Gymnasiums einen Vortrag in der Schule, ff. Needon, Bautzener Geschichts-Blätter, 1911, S. 19. tz Dberlaus. Lollektions-Iverk I. Bd., L. 1056. ff Heinrich hau? die Bauern und drei Häusler von Jenkwitz teils mit voberschütz erbaust, teils — nachdem er sie bereits zuvor als pfandschilling genutzt und gebraucht - vermöge des um Malschwitz getroffenen Kaufs erb- und eigentümlich, jedoch lehnsweise, erworben. Da sie aber zu weit wohnten und er sie nicht anders nutzen konnte, als daß sie jährlich ein gewisses Oienstgeld bezahlten und wegen der Mühlfuhren Getreide abschütteten, so gab er ihnen am 28. Dezember 1657 einen v. Metzradt. 171 er Malschwitz. Km 16. März 1661 verkaufte Heinrich das Lehngut pließkowitz an Hans Ernst von Zezschwitz für 12000 Thalerh. Heinrichs Lehnserben und Kgnaten waren Hans v. M. aus Kreck- witz (vergl. 5. 173) und sein „Vetter" Ehristoph Kbraham. IV. Ernst v. M., Sohn Kbrahams aus seiner zweiten Ehe, wurde im Jahre 1590 in Bautzen geboren^). Er kaufte das Xnoblochsche Lehngut zu Weißig (140 von Königswartha) von Hans Ernst v. Bechenberg und wurde am 4. März 1641 belehnt. Km 11./21. Januar 1649 nachmittags zwischen eins und zwei Uhr starb er als proviantmeister des Bautzner Kreises, vermählt war er mit Martha v. Gersdorss a. d. h. Lunewalde. Er hinterließ einen Sohn: Ehristoph Kbraham v. M. Geboren im Jahre 1623^), ging er später in Kriegsdienste, denn er wird in den Lehnsakten als Kornett bezeichnet, von seinem Gheim Heinrich v. M. erbte er das Gut Dober- schütz, das er schon bei dessen Lebzeiten in Pacht hatteh. Km 2. Mai 1668 mit dem Gute belehnt, verkaufte er es 1672 an Hans Gtto v. ponickau. Sein väterliches Gut lveißig, mit dem er am 22. Januar 1650 belehnt worden war, hatte er schon zu Walpurgis 1661 an Frau Esther v. Temritz, geb. v. Nackel verkauft. Nach dem verkaufe von Doberschütz wandte er sich in die Niederlausitz und kaufte das Gut Neu-Vöbern, zog daraus nach Kalau und starb im Monat Mai 1700 im 77. Lebensjahre daselbst. Km 29. Mai wurde er in der Kirche zu Kalau bestattet. Ehristoph Kbraham war vermählt mit Hedwig v. Uechtritz^), Tochter Joachims v. U. aus holzkirch und seiner ersten Gattin Helene Sophie v. Schellendorff. von Lhristoph Kbrahams Kindern sind uns bekannt neben einer Tochter Hedwig Eleonore, die sich 1696 mit dem Buchdrucker Lhristian Friedrich Gruber in Guben vermählte"), ein Sohn: Freibrief, in dem er bestimmte, daß seine Untertanen in Jenkwitz gegen eine von ihnen zu entrichtende Summe von 4000 Tlr. von allen üblichen und gesetzten Diensten, Zinsen, Vorfängen, Abzügen, Teilschillingen, Ulühlfuhren befreit sein sollten, daß ihnen Jagd und Fischerei zustehe, daß sie zusammen ihm jährlich sechs Taler Schutzgeld entrichteten. Sollte einer der Jenkwitzer Untertanen fortziehen wollen, so würde er ohne Weigerung los gegeben werden. Für die Loslassung hatte er I Taler, dem Schreiber 6 Groschen zu zahlen. An Steuern hatten die Jenkwitzer Untertanen IIV^ Rauche nebst dem Mundgut zu entrichten; sie hatten ferner die Ritterdienste, soviel von altersher zu Jenkwitz gehörten und sobald die Vbrigkeit sie fordern würde, der Schutzherrschaft auf eigene Unkosten zu bestellen. Vie Schutzobrigkeit hatte die Gber- und Niedergerichte auf der Untertanen Rosten zu hegen. Oie Lehn wird bei Veränderung der Schutzherren bei dem kurfürstlichen Gberamt gesucht, der Lehnbrief auf der Untertanen Rosten eingelöst. Lehnsakten Jenkwitz. 0 kj.-St.-N. I-oa. 9548, Vas 8. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1672-8l, Fol. 1. 2) Nach einer kleinen Stammtafel, aufgestellt von kjans kvolf v. IN., INalschwitz den 21. November 1739. Lehnsakten INalschwitz, vol. T Fol. 30 ff. b) I. G. Schulze, Ahnentafeln adeliger Familien, Nlspt. I-. I. 25, Bibliothek der Bberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. tz Ilm Jahre 1661 wird er in den weißiger Lehnsakten als Pachtinhaber des Gutes Doberschütz bezeichnet. d) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, I. Teil, L. 173. °) Niederlaus. Mitteilungen, VI. Band, 7. kjeft (1901), S. 382. 172 o. Mehradt. Georg Rbraham v. M. auf Reu-Döbern R.-L., kurfürstlich Sächsischer Leutnant, gestorben im Jahre 1750. Rus seiner Ehe mit Lharlotte Sophie v. Rothenburg, gestorben im Jahre 1738*), hatte er zwei Söhne: a) Carl Lrdmann, getauft in Zibelle am 9. Rpril 1704, stand 1740 beim Dönhoff scheu Regiment in Berlin. b) Friedrich Rugust, geboren im Jahre 1706, gestorben am 20. Januar 1759, war Reisemarschall beim Herzog zu Sachsen-Weißen- fels. Er kaufte 1758 den „Schobischen Lehngarten" zu IRalschwitz von seinem Vetter Hans Tarl v. M. (vergl. 5. 174) für 1500 Rtlr. Friedrich Rugust vermählte sich mit Rnna Dorothea v. Rletzradt a. d. h. Sohland, geboren im Jahre 1701, gestorben 1755, Tochter Taspar Gottlobs v. IR., der als Kapitän im Jahre 1701 bei Riga starb, und seiner Gattin Johanna v. Neitschütz a. d. h. Steckelberg°). RIs Friedrich Rugusts Kinder werden folgende genannt: 1. Christiane Louise Friederike, vermählt 1764 mit Ludolf Friedrich Gottlob v. Sngenhaeff aus Herwigsdorf und pließkowitz; sie starb am 4. Februar 1782, ihr Gatte war ihr bereits am 29. Februar 1772 im Tode vorangegangenh. 2. Johanna Henriette, geboren am 25. Januar 1735 in Weißenfels, gestorben, 77 Jahre alt, am 13. Rpril 1812 in Dresden, vermählt zu Weißenseis am 2. Januar 1752 mit Franz Joseph v. Ehrenstein, kurfürstlich Sächsischem Oberstleutnant h. 3. Rdolph Friedrich Rugust, getauft zu Weißensels am 14. September 1738. von ihm hören wir nichts weiter. 4. Hans Rdolph"), geboren am 7. November 1741 zu Weißenfels, studierte in Leipzig und Wittenberg, wurde ^ssssson zuclicii ordiimrii, dann Landeskommissar, endlich am Landtage Elisabeth 1789 Landesältester und starb am 28. IRärz 1792 früh */^6 Uhr zu pließkowitz. Rm 1. Rpril, äom. Bglmarum, wurde er in IRalschwitz begraben. Hans Rdolph erbte nach dem Tode seines Vetters Hans Tarl (ch 5. Oktober 1765, vergl. S. 174) dessen Gut Malschwitz nebst dem „Schobischen Lehngarten". Rm 6. Oktober 1773 verkaufte er seine Güter Ober- und Nieder-Malschwitz nebst Kronförstchen und den Guttauschen Zustücken an Rndreas Reichsgrasen v. Riaucour. von Hans Tarl v. Rletzradt hatte Hans Rdolph ferner das Gut Zschillichau (bMO von Bautzen) geerbt; am 20. März 1766 hatte er den Erbbrief erhalten; am 30. März 1772 verkaufte er das Gut an Johann Schultze, Freigärtner in Vaschütz, für 6000 Taler. Dagegen kaufte Hans Rdolph am 12. Rpril 1774 das Mannlehngut pließkowitz von Ludolf Rugust v. Ingenhaeff für 28 500 Taler inkl. Schlüsselgeld. Rm 1. Dezember 1774 wurde der Käufer belehnt. — Hans Rdolph >) Z. G. Schulze, Ahnentafeln, Mspt. I. G. Schulze, Ahnentafeln, Mspt. ch Ebenda. h Ebenda. ö) Laus. Magazin 1792, S. 126, 147; Dtto, Dberlaus. Schriftsteller- und Künstler- Lexikon, II. Bd., S. 586. v. Metzradt. 173 war auch Schutzherr der Gemeinde zu Platzen von Löbau), Rosenhain und Ouatitz. vermählt war er seit dem 21. August 1766 mit Johanna Friederike Louise v. porzig, geboren am 12. Oktober 1745 zu Weißenseis, gestorben zu Bautzen am 21. Februar 1807*). Folgende Rinder hatte er: a) Johanna Friederike, geboren am 2. Juni 1768 zu Malschwitzv). b) Hans Carl. Liehe unten. o) Adolph Ludwig Heinrich, geboren am 19., getauft am 20. März 1771, königlich Sächsischer Premierleutnant und Adjutant im Infanterie-Regiment v. Riesemeuschel. Gr starb am 28. März 1813 in kaiserlich Russischer Kriegsgefangenschaft in Kiew. ct) Henriette Taroline Ludolsine, vermählt am 29. Mai 1796^) mit Karl Friedrich v. Lichtenhapn, Hauptmann im Regiment v. Riesemeuschel*). b) Hans Carl v. M., Lohn Hans Adolphs, geboren zu Malschwitz am 29. Juni, getauft am I.Iuli 1769, wurde am 23. Juli 1792 gemeinsam mit seinem Bruder Adolph Ludwig Heinrich mit pließko- witz belehnt. Letzterer überließ dem Hans Carl seine Hälfte an diesem Gute am 14. Dezember 1793. Mit dieser von seinem Bruder erworbenen Hälfte wurde Hans Larl am 5. Mai 1794 belehnt. Schon am 3. November 1795 verkaufte er pließkowitz an Frau Friederike Auguste Gräfin v. Lüttichau, geb. v. Schließen, aus preititz, Lannewitz für 67000 Taler und 100 Dukaten Lchlüsselgeld. Hans Carl starb zu Keichenbach am 15. Februar 1821 *'). vermählt hatte er sich zu Malschwitz am 7. Oktober 1792^) mit Friederika Cleonora Dorothea v. Ingenhaeff, einer Tochter Ludolf Friedrich Gottlobs v. I. Sie kaufte am 12. Februar 1798 von Christoph Moritz v. Beschwitz dessen Mannlehngut Rieder- Ottenhain (880 von Löbau) für 38 000 Taler, wurde am 24. August 1798 belehnt, verkaufte es aber wieder am 4. Januar 1809 an Johann Gottlob Trdmann v. Rostitz. V. Hans v. M., Sohn Abrahams aus seiner ersten The, auf „Tres- schütz" in Böhmen*), hatte einen gleichnamigen Sohn: Hans d. I. v. M. Tr war Kornett unter den Generalstaaten von Holland. Im Jahre 1649 kaufte er das Gut Oppeln von den Kott- witzschen Kreditoren, wurde am 16. September 1650 belehnt, verkaufte 1) Laus. Monatsschrift t807, S. 89. 2) Gberlaus. Nachlese 1768, S. 194. h Laus. Monatsschrift 1796, I, S. 352. 4) Sie starb vor ihrer Mutter und hinterließ vier Rinder: Karl Heinrich, Emilie Raroline, Ernst Eduard, Henriette Gttilie v. L., von denen die zuletzt genannte am 20. Mai 1806, also noch vor ihrer Großmutter starb. H.-St.-N. Gen. Noo. 11344, Metzradt. h Neues Laus. Mag. Bd. 1, 5. 291. Leine Schriften verzeichnet Schulze, Supplementband zu Gttos Lexikon, S. 273. °) Laus. Magazin 1792, S. 367. tz Lehnsakten Malschwitz. 174 v. Metzradt. es aber wieder im Jahre 1654 an Hans Siegmund v. Gersdorff. Km 1. Mai 1661 erwarb er von Wals Christoph v. Rechenberg das Gut Kreckwitz (biO von Bautzen)*), erhielt es am 25. Januar 1662 zu Lehn verreicht und veräußerte es wieder im Jahre 1663 an Hans Siegmund v. Nostitz. Nach dem Tode seines Oheims Heinrich (1° 17. V. 1662, vergl. S. 170) sukzedierte Hans d. I. zugleich mit seinem Vetter Christoph Rbraham, Lrnsts Sohn, im Besitz der Güter Malschwitz und Doberschütz pari §ru6u. Während, wie erwähnt (vergl. S. 171), Christoph Rbraham das Gut Doberschütz für sich wählte, entschied sich Hans d. I. für Malschwitz. Hans d. I. starb am 2. Juli 1681,- am 5. Dezember 1681 wurde ihm die im Druck erschienene Rbdankungsrede in der Kirche zu Malschwitz gehalten. Cr hinterließ die Witwe Rnna Helena v. Nostitz, sowie folgende Kinder: 1. Hans Wolf. Siehe unten. 2. Dorothea Sophia, vermählt mit Julius Heinrich v. Nostitz aus Malschwitz und preititz. Sie starb am 3. März 1706 im Rlter von 47 I. 8 M?). 3. Jsabella Elisabeth, vermählt mit Georg Christoph v. Minck- witz aus Malschwitz. 1. Hans Wols v. M., der einzige Sohn Hansens, wurde am y. September 1660 geboren, denn es heißt von ihm^), daß er am 9. September 1681 das 21. Jahr seines Rlters erfüllen würde. Cr besuchte von 1680-1681 das Gymnasium in Zittauh und wurde nach erlangter Mündigkeit am 30. Npril 1682 mit dem väterlichen Gute Malschwitz belehnt. Km Termin Walpurgis 1718 kaufte Hans Wols, damals königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rmtshauptmann zu Stolpen, von Wols Friedrich v. Nostitz das bisher zu Malschwitz zugehörig gewesene Lehngütchen Zschillichau (IMO von Bautzen) für 5000 Taler. Der Kurfürst genehmigte, Dresden den 6. Nugust 1720, die Lehnsver- reichung, indem er aus die Befolgung seines Reskripts, die Vereinzelung der zu Lehngütern gehörigen pertinenzstücke betreffend, für dieses Mal verzichtete. Rm 16. Januar 1721 erhielt Hans Wolf den Lehnbries über Zschillichau. Rm 18. Oktober 1739 verkaufte er dieses Gut seinem Sohn Hans Carl. Hans Wolf starb als Klostervogt von Marienstern am 20. Juli 1740. Hans Wolfs Sohn, Hans Carl v. M., geboren am 2. September 1697 zu Malschwitz'I, stand im Jahre 1738 als Hauptmann im Haxthausen schen Regiment in Ungarn und erhielt am 9. Februar 1741 seinen Rbschied, nachdem er 25 Jahre lang (36 Monate als Sous-Leutnant, 93 Monate als Premier-Leutnant, 40 Monate als Kapitän) in Sächsischen tz Rreckwitz hatte schon zu Lnde des 1b. Jahrhunderts einem v. IN. gehört: Im Jahre 1500 verkaufte Trust v. Hechenberg auf Trostau als Vormund der verwitweten Magdalena v. M., geb. v. Rechenberg, das Vorwerk Rreckwitz an ksans v. M., weiland zu Saritsch. 1608 verkaufte Hans v. M. Rreckwitz an Melchior v. Loeben. -) Mitteilung des Pfarramts Malschwitz. ") Lehnsakten Malschwitz. y Gärtner, Schüler des Gymnasiums zu Zittau von 1586-178Z, S. 26. h Laus. Monatsschrift 17YY, II, S. 648. v. Metzradt. 175 Diensten gestanden hatte h. Er kaufte, wie erwähnt, im Jahre 1739 das Gut Zschillichau von seinem Vater für 5000 Taler. 6m 6. 6pril 1745 wurde er belehnt. 6m 8. Mai 1752 bewilligte ihm der Kurfürst, über seine Gberlausitzischen Mannlehngüter Malschwitz und Zschillichau in kavororn eines seiner 6gnaten intra septimuin §raclum zu testieren und am 24. 6pril 1760 genehmigte er die Lrbverwandlung der Güter Gber-Malschwitz mit dem darin befindlichen „Schobischen Lehngarten", sowie Zschillichaus. Hans Carl starb zu Malschwitz am 6. Oktober 1765 im 6l.ter von 68 I. 3 W-, nachdem er eine bedeutende Stiftung für seine wendischen Untertanen gemacht hatte ^). Universalerbe wurde Hans 6dolph v. M., der einzige Sohn seines verstorbenen Vetters Friedrich 6ugust v. M. (vergl. S. 172). V. Linie Kleinförstchen. Hans v. M. auf Kleinförstchen von Bautzen), Groß- welka (blbl^V von Bautzen) und Lubachau (bl von Bautzen) war vermählt mit Katharina geb. v. Mistelbach. Sie überlebte ihren Gatten und starb im 6Iter von 72 Jahren am Montag zu Martini 1616 fl 1. Novembers um zwei Uhr nachmittags und wurde in der Kirche zu Göda begraben^). Hans hatte zwei Söhne: Hans Georg und Friedrich. Frau Katharina teilte zehn Jahre vor ihrem Tode, damals bereits Witwe, ihre Güter unter ihre Söhne derart, daß Hans Georg Großwelka, Friedrich Kleinförstchen, beide zusammen das Gut Lubachau erhielten. 6m 11. September 1606 wurden sie belehnth. Das Stückgut Liebenau (bM von Kamenz), das den Brüdern auch gemeinsam gehörte, verkauften sie dem Landeshauptmann und 6mtsverwalter Taspar v. Metzradt auf Doberschütz, der im September 1606 mit Liebenau belehnt wurde''). 1. Hans Georg v. M-, der eine Sohn Hansens, aus Großwelka, war vermählt mit Susanna v. Ziegelheim, Tochter Heinrichs v. Z. zu Großgrabe. Zufolge der am 28. Juli 1619 zu Lubachau ausgerichteten Eheberedung brachte sie ihrem Gatten 1200 Fl. Meißnisch, jeden zu 27 Silbergroschen, zum Ehegelde mit, woraus er sie auf seinen Todesfall mit 1200 Fl. Meißnisch zum Gegenvermächtnis oder mit 100 Fl. jährlich zu verleibgedingen versprochen, „inmaßen er dann solche verleib- gedingnus auf sein ganzes Guth Großwelcka und vermögen dirigiret und gerichtet hätte" °). 6m 28. 6pril 1632 erhielt sie den Leibgedinge- >) -6. Gen. Boa. 11344, Metzradt. 2) Laus. Monatsschrift 1744, II, S. 648. 3) Neues Laus. Mag. Bd. 68, S. 238. Ihre Schwester, Jungfrau Barbara geb. „Müsselbachin" a. d. H. „Leindach", Tochter Georgs v. Mistelbach, starb wenige Monate zuvor, am Freitag vor Driurn rkAvrn 1616 s4. Januars in Kleinförstchen im Mer von 6d I. und wurde in der Kirche zu Göda begraben. Ebenda. — Die Schwiegermutter Hansens y Metzradt wird „Nnna v. Mistelbach sei. zu Freiberg" genannt. Lin zweiter Schwiegersohn von ihr war um 1583 Nickel v. Miltitz auf Siebeneichen. I. K. Seidemann, Überlieferungen zur Geschichte von Lschdorf, Dittersbach und Umgegend, 1860, S. 155 Mm. (Seidemann nennt den Hans v. Metzradt irrtümlich „Hans v. Megreden"). ft H.-St.-Ü. Noo. 4545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 31b. ft Ebenda, Fol. 32. ft Lehnsakten Großwelka. 176 o. Metzradt. bries über Großwelka. - Leyfried v. m. erbte, wie erwähnt (vergl. Linie II, 5.164, Milkwitz) Großwelka von diesem seinem Vetter Hans Georg. 2. Friedrich v. M., der andere Lohn Hansens, hatte das Gut Kleinförstchen erhalten. Die Lehn des Gutes Lubachau ließ er am 2. September 1608 auf zugunsten des Landeshauptmanns und Rmts- verwaltersH. Gr verkaufte zwei Gärtner zu Zschorna (8^V von Weißen- berg) im Jahre 1630 an Frau Rnna geb. v. Metzradt, Rampholds v. Gersdorff zu Zschorna Ehefrau 2). Friedrich starb schon am 12. März 1632H. Das alte v. Metzradtsche Familiengut Kleinförstchen kam 1635 in v. Gersdorffschen Besitz. Das Gut Friedersdorf, „drei Meilen von Budissin entfernt, nach der Herrschaft Hoyerswerda zu gelegen" (80 von Hoyerswerda, an der kleinen Lpree), das auch Friedrich v. M. gehört hatte — Friedrich v. N. „zu Dreiweibern" hatte das Stückgut F. von Isaak v. Loeben zu Salzensorst am 28. Rpril 1618 für 2 350 Taler gekauft — verkauften seine Kreditoren im Jahre 1646 an Hans Wolf v. ThümmelH. Friedrich war zweimal vermählt: I. mit Barbara geb. v. Metzradt. Km 6. Rugust 1607 hatte er sie auf lileinförstchen ver- leibgedingen lassen^). 5ie starb im 29. Lebensjahre am Dienstag den 5. Rugust 1617 um die Mittagszeit und wurde in der Kirche zu Göda begraben°). II. mit Hedwig v. Belbitz s8olberitz?j. In Begleitung zweier Töchter wurde sie aus der Rückreise von der Fastnachtsfeier bei ihrem Vater in der Nähe Bautzens von fünf Reitern des Herzogs Rdolph v. Holstein am 18./28. Februar 1628 überfallen und im Wert von 700 Talern beraubt H. Friedrich hatte folgende Kinder^): и) Rnna Latharina, * Dienstag nach Lxaudi 1608 slO. Mais, b) Barbara, * 10. Rugust 1609, ch zu Bautzen am Fleckfieber 24. September 1639, begraben zu Göda. e) Toter Lohn, * 30. Rugust 1610. cl) Rnna Helena, * 4. Rugust 1614, ch 24. September 1614. e) Rnna Rosina, * . . . 1622 s?j. к) Hans Georg, * 24. September 1622. §) Rnna Maria, * 23. September, get. 2. Oktober 1623. li) Rnna Magdalena, * 19. Mai, get. äom. Kxaiuli 1626 s21.Maij. i) Rnna Elisabeth, * 1. Mai 1629. y kj.-St.-kl. Boe. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 61b. H y.-St.-kl. Boo. 9546, Erstes Buch Dberlaus. Lehnssachen 1657 — 73, beim Iahre 1650. H Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI(1893), S.106. kj.-St.-N. Boo. 9547, Vas vierdte Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1666 — 81, Fol. 69. H kj.-St.-kl. Boo. 9545, verzeichnüss rc., Fol. 43 b. °) vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXI, S. 106: Neues Laus. Mag. Bd. 68, L. 237. Sie entschlief nach dem Wortlaut des Gödaer Kirchenbuchs „selbander", also wohl bei oder nach der Geburt eines toten oder bald nach der Geburt verstorbenen Kindes. tz kj.-St.-N. Boe. 9517, Dberlaus. Iustizsachen, vol. IV. tz Vierteljahrsschrift für Wappen- w. -Kunde, XXI, S. 106. v. Ntetzradt. 177 VI. Linie Uhyst. Hans v. M., Lohn Hansens aus Eselsberg rc., geboren am Tage Vartholomäi s24. Rugusts im Jahre 1569, erbte das väterliche Gut Lselsberg (^Vbl^V von Rothenburg, am schwarzen Schöps) und erwarb 1603 von Christoph v. Rostitz Dürrbach (8 von Eselsberg), hierzu kaufte er von Hans Georg v. Warnsdorf dessen Gut Uhyst (80 von Hoyerswerda, an der Spree) nebst vrehna (^V8^V von Uhyst), Beerwalde (di von Uhyst, an der Spree), IRerzdorf (OdiO von Uhyst) und empfing diese Güter am 27. Februar 1626 zu Lehn verreicht. Von Georg Vitzthum v. Lckstädt aus Zahmen und Dürrbach kaufte Hans am 5./15. Rugust 1630 eine Wiese, „die Weleschnicz" genannt, für 200 Gulden Meißnisch. Hans v. M. erfreute sich trotz der kriegerischen Zeiten eines guten Wohlstandes, der es ihm ermöglichte im Zahre 1612 eine neue Rirche zu Merzdors zu erbauen und mit einem evangelischen Pfarrer zu besetzen h. Er befand sich ferner in der Lage, der Stadt Bautzen aus deren Ersuchen im Jahre 1633 800 Scheffel Hafer für 800 FI. Meißnisch zu liefern „zu Rbschüttung unserer Stadt Tsuota in Verpflegung der damals eingelegten Garnison in die Eommis"^). Hans v. M. starb am 3. Dezember 1643^). vermählt war er mit Veronika geb. v. Gersdorsf. Sie hatte ihm 2000 Taler heiratsgut mitgebracht und er ließ sie dafür am 23. Dezember 1622 auf Lselsberg verleibgedingen. Geboren im Monat Mai 1575, starb sie am 10. März 1637 elf Uhr nachts im Rlter von 62 Z. weniger 2 M.ft. Hans hinterließ neben Töchtern zwei Söhne: 1. Hans Rdolph. Siehe unten. 2. Taspar. Siehe unten S. 178. 1. Hans Rdolph v. M., Hansens Sohn, geboren im Jahre 1595, gestorben 1659^), erhielt die väterlichen Güter Mönau (8 von Uhyst) und Merzdors. Um 19*Mai 1651 verkaufte er erblehnsweise dem Landvogt Eurt Reinicke v. Tallenberg die Wiesen bei „Häusel", zwischen Publicker, Reu-Liebelschem, Reichwalder und viereichener (sämtlich lds>V von Rothenburg) Grund und Boden für 500 Taler°). Hans Rdolph besaß auch gleichzeitig mit seinem Bruder Taspar ein vom Vater ererbtes Lurglehnhaus in Bautzen. vermählt war Hans Rdolphh: I. seit 1623 mit Ursula v. Metz- radh II. mit Rnna Helena v. Gersdorsf a. d. h. Lippitsch, Witwe Friedrichs v. Lest auf Gber-Rengersdors. tz Larpzov a. a. D. II, 5. 225. h H.-St.-N. Een. Uoe. IIZ44, Iltetzradt. tz Vas Datum nach den Lehnsakten Uhyst: sein noch jetzt vorhandener Leichenstein in Uhyst, ebenso Larpzov a. a. G. II, S. 219, Taf. II, geben, wohl richtiger, den 17. Dezember 1643 als Todestag an. y Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch von 1619 —I7IY. — Ihr Geburtsund Todesdatum nach dem Leichenstein in Uhyst an der Spree. 5) Kloß, Geneal. Nachrichten, Band X, v. Uletzradt, nennt ihn irrtümlich Hans Wolf. °) kj. - St. - 6. Uoe. 9547, Vas 5. Buch rc., Zol. 93. ft Kloß a. a. . III, S. I8d. h Da sich in den Kirchenbüchern zu Uhpst keine Nachricht über Geburt und Taufe kfans Rudolphs fand, so bescheinigen zwei seiner Paten - kfans Wolf v.ponickau und George Friedrich v. Nostitz — seinen Geburts- und Cauftag. Lehnsakten Driewitz. v. Metzradt. 181 das Gut Moholz (>Vbl^V von Rothenburg). Am Termin Jakobi 1690 verkaufte er dieses Gut an seinen ältesten Lohn Taspar Rudolph. Christian Gottlob starb am 14. Juni 1691 und wurde in Gröditz begraben. vermählt war er: I. mit Hedwig Lucia v. Gersdorff, geboren am 24.Juli 1647, gestorben am 6. Januar 1674'); II?) mit Latharina Margarethe geb. v. Gersdorff, verw. v. ponickau. Lhristian Gottlob hatte folgende Rinder (I-V): I. Caspar Rudolph. Siehe unten. II. Hans Siegmund. Siehe unten 5. 184. III. Christian Gottlob, ch 13. Februar 1678 im Rlter von 6 Jahren. IV. Sophia Elisabeth, ch im Rpril 1678. V. Johann Rudolph, ch 24. Mai 1680"). I. Taspar Rudolph v. M., der älteste Sohn Christian Gottlobs, geboren im Jahre 1664, Leutnant, hatte, wie erwähnt, am Termin Jakobi 1690 von seinem Vater das Gut Moholz gekauft, trat es aber nach dem Tode des Vaters seinem Bruder Hans Siegmund im Jahre 1691 ab. Sn brüderlicher Teilung vom Jahre 1691 erhielt Taspar Rudolph das aus 12500 Tlr. veranschlagte Gut Drehsa. Rm 8. Januar 1699 kaufte er von Johann Thristian v. Heldreich das Ritter- und Lehngut Mawitz (880 von Drehsa) für 5 250 Tlr. und 25 Tlr. Schlüsselgeld und wurde am 20. Februar 1699 belehnt. Nach dem Tode Hans Caspars v. MetzradtH (ch 17. August 1709) fiel dessen Gut Bernsdorf (V^8^V von Hoyerswerda) an seine Vettern, die ihre Anteile am Gute Taspar Rudolph abtraten. Dieser veräußerte das Gut am 27. Juni 1710 an Benno Siegmund v. Gersdorff. Zwischen Taspar Rudolph und seinem Bruder Hans Siegmund kam am 10. Mai 1716 ein Lehnsstamm-Vergleich und paktum zustande dergestalt, daß Hans Siegmund bei Abgang seiner Lehnserben den Lehnssukzessoren Taspar Rudolphs 5275 Taler zum Lehnsstamm lassen sollte und vice versa. Taspar Rudolph trat am 25. August 1721 seinem Lohne Thristian Gottlob das Gut Ivawitz ab, kaufte es aber am Walpurgis-Termin 1727 für 6000 Taler wieder zurück und wurde am 1) Ihr Epitaph befindet sich an der Kirchenmauer in Gröditz. 2) Larpzov a. a. V. II, S. 219. tz Oie unter III —V genannten Kinder Thristian Gottlobs nach I.. I. 30. I.Teil, 5. 549, INspt. Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. h Hans Taspar v. IN. hatte das Rittergut Bernsdorf am 25. November 1677 gekauft von Frau Ursula Margarethe v. Nostitz, Witwe, geb. v. ponickau. Tr verkaufte Bernsdorf wieder an seinen Lohn Hans v. M., Gberslwachtmeister, am 15. Npril 1700, für 15 000 Taler. Vieser starb bereits am 6. November 1700 kinderlos und so fiel das Gut wieder an seinen Vater Hans Taspar. Hans Taspar verkaufte nun Bernsdorf an den Gbersikanzler Grafen Wolf Dietrich v. Beichlingen, nahm das Gut aber wieder zurück, nachdem der Nönig-Nurfürst verfügt hatte, er solle die abschlägig empfangenen 10 000 Taler an die königliche Kammer abliefern und darauf das Gut wieder zu Lehn empfangen. 5o wurde denn Hans Taspar v. M. am 21. März 1705 wieder mit Bernsdorf belehnt. 6m 17. Nugust 1709 starb er mit Hinterlassung der Tochter Louise Lrdmuth v. Nostitz, geb. v. M. auf „Teisendorf". Lehnsakten Bernsdorf. 182 v. INetzradt. 3. September 1727 mit dem Gute belehnt. Taspar Rudolph starb als Landkommissar des Vautzner Kreises am 11. Februar 1729 h. vermählt war er seit dem 11. Oktober 1692 mit Helena Tugendreich v. Rostitz a. d. h. Teicha, geboren am 23. Dezember 1671, gestorben am 29. Dezember 1752 in Bautzen, beerdigt in Gröditz. Taspar Rudolph hinterließ neben einer Tochter Sophia Margarethe, die sich vermählte: I. mit Rudolph Wilhelm v. Ziegler und Klipphausen; II. am 5. Januar 1751 mit Heinrich Rdolph v. Gersdorff aus Rottmarsdors, und am 19. Rugust 1762 starb — einen Sohn Lhristian Gottlob. Lhristian Gottlob v. M. aus Drehsa wurde geboren am 28. September 1695. Taspar Rudolph trat am 25. Rugust 1721 diesem seinem einzigen Sohne „zu desto besserer Ltablirung seines Glückes und zeitlichen Wohlfahrt bei seiner itzo vorhabenden Veränderung" sein Gut Wawitz ab. Rm 29. Oktober 1721 wurde Lhristian Gottlob mit Wawitz belehnt. Zu Walpurgis 1724 verkaufte dieser das genannte Gut an Wols Rdolph v. Fezschwitz, jedoch aus Wiederkauf. Nachdem aber Lhristian Gottlob innerhalb der bedungenen zwei Jahre von seinem Wiedereinlösungsrechte keinen Gebrauch gemacht hatte, so kaufte sein Vater Taspar Rudolph das Gut Wawitz am Walpurgistermin 1727 für 6000 Taler wieder zurück. — Lhristian Gottlob kaufte im Jahre 1721 von Johann Lhristian v. heldreich das Gut Gber-Rotitz (8>V von Weißenberg) für 10 000 Taler „nebst einem Geschencke vor Herrn ver- käuffers Frau Gemahlin". Und im Jahre 1724 kaufte Lhristian Gottlob von Frau Thristiane Eleonore v. Nostitz, geb. v. vqherrn, auch das Gut Nieder-Rotitz für 3800 Taler und 50 TIr. Schlüsselgeld und wurde am 12. März 1725 belehnt. 1729 verkaufte er Ober- und Nieder- Rotitz an seinen Vetter Hans Rudolph v. M. a. d. h. Uhrist (vergl. S. 180) für 15 000 Taler und 100 Speziestaler Schlüsselgeld. Lhristian Gottlob starb als Waisenamtsassessor Bautzner Kreises am 4. Januar 1750 und wurde in Gröditz begraben. vermählt war er: I. seit dem Jahre 1721 mit Johanna Dorothea Lharlotte v. Ingenhaeff a. d. h. Ouolsdorf, geboren zu Burg im holsteinschen 1703, gestorben 29. Januar 1724 im Wochenbetts; II. seit dem Jahre 1725 mit Johanna Louise v. Zefchau a. d. h. Jessen N.-L.; sie starb am 29. Rpril 1759. Lhristian Gottlob hinterließ neben einer Tochter Johanna Helena Sophia, geboren am 27. November 1729, gestorben am 26. Rugust 1737h zwei Söhne (a —b): a. Taspar Rudolph Gottlob. Siehe unten S. 183. b. Lhristian Gottlob Wilhelm, geboren zu Drehsa am 5., tz Taspar Rudolphs v. IN. Epitaphium befindet sich an der äußeren Illauer der Kirche zu Gröditz. tz vergl. die Inschrift ihres Leichensteins in Kotitz. Gurlitt, Vau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 34. Heft, §. 274. tz Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. B. I. 30. INspt., Teil I, S. 533. v. Metzradt. 183 getauft am d. Dezember 1733, stand im Jahre 1752 in Dresden als Kornett bei der Garde du corps. Km 4. September 1752 fand zwischen ihm und seinem älteren Bruder ein Erbsonderungsrezeß statt, dem zufolge Christian Gottlob Wilhelm seine Hälfte von Wawitz und Drehsa dem älteren Bruder für 20000 Clr. überließ und sich eine Hypothek in diesem Betrage reservierte. Christian Gottlob Wilhelm starb als Premier- Leutnant beim Prinz TIemensschen Infanterie-Regiment in Dortmund am 6. September 1758, nachdem er im Feldlager bei der Stadt an einem hitzigen Fieber erkrankt und darauf in die Stadt in das Haus eines Brztes gebracht worden war, am 9. Tage seiner Krankheit; auf dem Kirchhof der Beinoldikirche wurde er begraben. a. Caspar Budolph Gottlob, der ältere der beiden Brüder, getauft am 21. Bugust 1731p, studierte in Leipzig und wurde am 10. März 1755 mit den im brüderlichen vergleich ihm überlassenen Gütern Wawitz und Drehsa belehnt. Wawitz verkaufte er am 20. Oktober 1767 an Johann Bugust v. Warnsdorf. Der Kauf ging jedoch zurück und nun verkaufte er am 24. Bpril 1771 Wawitz an Christoph Heinrich Schmidt, Uhrmacher in Herrnhut. Caspar Budolph Gottlob verkaufte im Jahre 1764 seiner Gattin sein Gut Drehsa für 30000 Tlr. Bach deren Tode veräußerte er das Gut im Jahre 1802 an seine Schwiegertochter Frau Buguste Friederike Elisabeth geb. v. Bothe für 80000 Taler und 500 Tlr. Schlüsselgeld. Bis ein naher verwandter Hans Rudolphs d. I. v. IN. befand sich Taspar Budolph Gottlob im Genuß des von diesem gestifteten, oben (5. 179) erwähnten v. M.-Uhyster Majorats von 4000 Talern. Taspar Budolph Gottlob v. M. auf Nieder-Kotitz starb als Landeskommissar am 8. November 1806 im BIter von 75 I. 2^2 M. vermählt war er seit dem 25. Februar 1754p mit Henriette Friederike v. Ziegler und Klipphausen, die, am 7. Bpril 1737 auf dem Hause Gber-Tunewalde als Tochter Carl Gottlobs v. Z. u. Kl. geboren, am 1. Juli 1788 zu Drehsa starb p und in Gröditz beerdigt wurde. Taspar Rudolph Gottlobs Kinder (1 —10)p: 1. Larl Friedrich Budolph,*14.März 1762,chl l.Februar 1763. 2. Johann Friedrich Taspar, * 20. (23.) Bpril 1766, f 18. Oktober 1767. 3. Henriette Lrdmuth Louisep, * 23. Juni 1767, vermählt mit dem Kammerjunker Heinrich Ernst Bugust v. Warnsdorf aus Bodewitz. H 3m Taufschein (Abschrift in den Lehnsakten tvawitz) fehlt der mittlere Name Nudolph; er selbst schreibt sich aber immer mit den angegebenen drei Namen. Unter seinen Paten befindet sich seine „Großmama", Helena Tugendreich v. NI., geb. v. Nostitz, die „Frau Lommissarius". 2) v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten, III. Teil, 5. 257. s) Laus. Magazin 1788, S. 222. 0 I. G. Lchulze, Ahnentafeln adelicher Familien, Mspt. N. I. 25, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften; auch N. I. 30, Mspt. I. Teil, 5.533, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. H 5ie wird auch Henriette Friederike Louise genannt, so Laus. Magazin 1787, 5. 24d. 184 v. Metzradt. 4. Gottlob Erdmann Ferdinand, * 29. Juli 1768, f im 46. Lebensjahre am 10. Dezember 1814 als Major in der Leibkürassiergarde nach zweijährigem Siechtum an den Folgen der Anstrengungen während der Kampagne in Rußland. Er hinterließ die Witwe Caroline Helene Rudolphine geb. v. Rqssel, Tochter des Obersten und Platzmajors v. R., sowie zwei Rinder: Mathilde und Larlh. 5. Ernst Adolph, * 20. August 1769, f 5. Januar 1839, königlich Sächsischer Hauptmann, vermählte sich am 29. Januar 1801^) mit Auguste Friederike Elisabeth geb. v. Rothe aus Wuischke. Sie war geboren am 16., wurde getauft am 18. August 1780 in Bautzen, kaufte 1802 von ihrem Schwiegervater das Gut vrehsa. Sie starb am 4. Januar 1826 und hinterließ zu Erben ihre fünf Rinder (a, c, 6, 6, I) und einen Schwiegersohn (b): a. Marie Auguste, vermählt mit Rarl Wilhelm v. Standfest aus Rauppa. b. Joseph v. Römer, Major, als Erbe des mit seiner Gemahlin, weiland Charlotte Louise geb. v. Metzradt erzeugten einzigen Sohnes Ernst Bernhard v. R. e. Johanna Theresa. 6. pauline Albertine. 6. Llementine Adolphine. I. Ernst Caspar, * 8. August 1815, erhielt, damals Leutnant im königlich Sächsischen Linien-Insanterie-Regiment Prinz Albert, am 5. Mai 1837 den Lehnbrief über Drehsa. 1839 verkaufte er das Gut an Alexander Friedrich haubold v. Einsiedel. Das Gut Wuischke hatten die Erben der Frau Auguste Friederike Elisabeth v. M. bereits am 10. Januar 1827 an den Bürgermeister von Bautzen Christian Gottlieb Lhrenfried Roux für 25000 Taler verkauft. 6. Juliane Erdmuth, * 6. Dezember 1770, 's zu Rindelbrück am 19. März 1806, vermählt: I. mit Rarl August v. Kracht,- II. mit dem Sächsischen Major Carl Erdmann v. Rracht. 7. Johann Ferdinand, * 7. November 1772^). Er erwarb im Jahre 1809 die 4/5 Anteile seiner Brüder am Gute Nieder-Rotitz für 16800 Taler und wurde am 20. Juni 1809 belehnt. Am 23. Juni 1810 erwarb er Niethen von Löbau) von Carl Otto Gustav v. Schindel und Dromsdorf für 14 500 Taler. Belehnt am 22. August 1810, verkaufte er das Gut am 17. Juli 1824 für 18000 Taler an Christian August Döring, Gärtner und Faktorweber in Mittel-Gderwitz. 8. Heinrich Rudolph, * 20. Dezember 1773. 9- Friederike Ernestine, * 14. April 1775. 10. Carl August, * 11. Februar 1778. II. Hans Siegmund v. M., der zweite Sohn Christian Gottlobs, erhielt in der brüderlichen Teilung vom Jahre 1691 das Gut Moholz. 1) 6--5t.-6. Geneal. L>oo. I1Z44, Metzradt. 2) Laus. Monatsschrift 1801, I, S. 2Z4. h Seine Ahnentafel zu sechzehn Ahnen im kf.-5t.-A. Gen. 1_06. 11Z44, Metzradt, vol. I. v. Metzradt. 185 Km 12. Kugust 1700 kaufte er von Johann Christian v. heldreich das Gut Niethen (bM von Löbau) für 5350 Taler, verkaufte es ihm aber wieder am 22. Dezember 1705. von dem vergleich zwischen Hans Siegmund und seinem Bruder Caspar Rudolph vom 10. Mai 1716 ist schon oben (5.181) die Rede gewesen. Hans Siegmund starb am 21. Mai 1716, am Tage Christi Himmelfahrt und wurde am 27. Mai in der Rirchenhalle zu See bestattet, vermählt mit Dorothea Eleonore v. Gersdorsf a. d. h. Lautitz hatte er folgende Rinderh: Tatharina Eleonore, * (8.) 10.Dezember 1692, X 6.Rovember 1709 mit Hans Christoph v. Ziegler und Rlipphausen auf Dber-Horkaft. Christian Gottlob, * 20. März 1695. Johann (Hans) Rudolph, * 21. Kpril 1698. Johanna Charlotte, * 2. Januar 1707. Margarethe Tugendreich, * 27. November 1709, f 21. Januar 1710. 3. Kst. IV. Hans Caspar v. M., der jüngste Sohn Caspars, auf Gppitz (0 von Rönigswartha), kaufte 1667 von Hermann huhl dessen Lehngut Lubachau (dl von Bautzen) und wurde am 21. Kpril 1667 belehnt. 1675 verkaufte er das Gut an Elias v. Nostitz. Lin Jahr zuvor, am 14./24. Juli 1674, hatte Hans Caspar von Turt Reinicke Grafen v. Callenberg das Gut Reichwaldeh (V^dl^V von Rothenburg, am schwarzen Schöps) und Ivunscha (dl von Reichwalde, am weißen Schöps) gekauft. Kngeblichh besaß Hans Caspar auch die am Südostrande des heutigen Kreises Hoyerswerda gelegenen Güter Mönau, Räuden, Merzdorf, Beerwalde, die er 1677 an Heinrich Wenzel v. Hundt und Klten - Grottkau verkaufte. Hans Caspar starb im Kugust 1686. vermählt war er mit Knna Maria v. ponickau a. d. h. Pohla und hinterließ folgende Rinder: Elias Caspar, Rudolph Gottlob, Carl Gottlob, Helena Sophia, Tatharina Eleonora, Magdalena Tugendreich, Knna Sophia. Der an erster Stelle genannte Elias Caspar v. M. zu Werda (dlV^ von Rothenburg, am weißen Schöps) kaufte am 3. März 1701 Sie, bezw. ihre Vormünder verkauften das Erbgut Reichwalde samt Wunsch« für 26 000 Taler und 200 Taler Verehrungsgeld im Jahre 1687 an Hans Heinrich v. Nostitz. ft Nach den Kirchenbüchern von Lee in dem Mspt. N. I. 50, I, 5. 549 f. 2) v. Uechtritz a. a. D. III, 5. 249. 3) Neichwalde ist das älteste Stammhaus der v. NI. im Görlitzer weichbilde, vergl. Nnothe, Geschichte des Dberlaus. Kdels, S. 366. Zu den dort und im Neuen Laus. Mag. Bd. 63, S. 97 aufgezählten fügen wir noch hinzu: Seyfriedt v. M. zu Neichwalde, vermählt mit Knna geb. „Gotzschin vom Ninast undt Greiffenstein", erwähnt im Jahre 1583. kf.-Lt.-K. Noo. 9550, Negistratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, 1572 — 84, §ol. 72. ft Neue Laus. Monatsschrift 1807, S. 505. 186 v. Metzradt. das Erbgut Lselsberg (^v von Neichwalde) von Gottlob Lhristian Vitzthum v. Eckstädt für 8 650 Taler. Km 27. September 1707 wurde Lselsberg Llias Caspars Schwager, lvols Ernst v. Gersdorff, adjudiziert. Die Gattin Llias Laspars, Frau Sophia Elisabeth geb. v. Gersdorfs, kaufte am 14. November 1695 von ihrer Schwägerin, Frau Maria Susann« v. Gersdorff, geb. v. Temritz, deren anererbten Anteil von Sproitz (^V von Nieski)) für 4 200 Ntlr.s 1697 veräußerte Frau Sophia Elisabeth das Gut wieder. VII. Linie Liebei. Günther v. M. verkaufte seinem Sohne Tulman das Gut Alt- Liebel von Rothenburg) und dieser erhielt am 31. August 1604 den Lehnbriesh. Der erwähnte Günther zu „Lübichen" hatte einen Bauersmann entleibt, im Jahre 1612 war die Angelegenheit noch nicht erledigt^). Lulman und sein Vetter Hans gingen im Jahre 1617 einen Tauschvertrag ein: Tulman überließ Hansen Alt-Liebel und empfing dafür Hansens Gut Nappatsch (Zubehör von Alt-Liebel). Am 10. August 1617 wurden beide belehntff. Dieser Hans v. M., der in den Lehnsakten von Alt-Liebel als „der Altere" bezeichnet wird, verkaufte seinem Sohne Joachim sein Gut Alt- Liebel, wie er es von seinem Vetter Lulman erworben hatte, für 2866 Taler 16 ar§. und je 5 Dukaten an die beiden Schwestern des Käufers am 14. Oktober 1628. Lulman verkaufte sein Lehngütchen Nappatsch seinem Vetter Lhristoph v. M. Km 31. März 1620 erhielt der Käufer Lehnsrekog- nition. Lhristoph war „vermuthlich Lhristoph Heinrichs v. M. . . . vater"h, und dann war er auch ein Vater Günther Siegismunds, der ausdrücklich als Bruder Lhristoph Heinrichs bezeichnet wirtV). Günther Siegismund kaufte das mütterliche Lehngut Alt- Lieb el am 25. Juli 1651 für 993 Taler von den Kreditoren und wurde am 18. Dezember 1652 belehnth. Lhristoph Heinrich v. M., der Bruder Günther Siegismunds, aus Nappatsch, später auf Neu-Liebel, kaufte am 26. Februar 1654 von Taspar Lhristoph v. Metzradt aus Alt-Liebei ff zwei lviesenflecke für >) H.-St.-R. I.oe.9545, Verzeichnis der Lehen rc., Fol. I8b. h Iveinart, Rechte und Gewohnheiten der Markgrasthümer Dber- und Niederlausitz, III. Teil, 1795, S. I2Z. 8) H.-St.-kl. 1,00.9545, Verzeichnis rc., Fol. 349 b. H Lehnsakten Nkuskau (Nappatsch). ö) H.-St.-N. loo. 9547, Das 5. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1643-67, Fol. 199. «) Ebenda, Fol. 199. ff Vieser Laspar Thristoph v. IN. auf Rlt-Liebel, den wir nicht einzureihen vermögen, war vermählt mit Rosina geb. v. Gersdorff und starb am 3. Nugust 1657. Er hinterließ als Erben des Guts einen Sohn Laspar Georg, ferner eine Tochter Nnna Helena, hZx m erster Ehe mit „dem alten Herrn Haugwitz auf Vahren", in zweiter mit Joachim Heinrich v. Gersdorff auf Linda vermählt war. Laspar Georgs stark verschuldetes Gut Rlt - Liebei gelangte nach seinem Tode zur Erledigung und wurde 1666 dem Landvogt v. Tallenberg zugeeignet. H.-St.-R. loo. 9521, Gberlaus. Iustizjachen, vol. XV. v. Metzradt. 187 120 Taler. Christoph Heinrich starb am 10. Dezember 1666 mit Hinterlassung der Witwe Rosina geb. v. Deupold a. d. h. hähnichen und zweier Zähne. Frau Rosina hatte ihrem Gatten 300 Taler heiratsgut mitgebracht und ihm außerdem nach und nach 900 Taler übergeben. Die beiden Söhne Christoph Heinrichs: Christoph Nikol und Wolf Nloritz Gebrüder v. IN., hatten im Jahre 1674 ihre Mündigkeit erreicht. In der Crbsonderung erhielt Christoph Nikol das Gut Neu-Liebel, am 11. Nugust 1684 verkaufte er es an Georg v. Wiedebach auf Rietschen. Christoph Nikol war vermählt mit Dorothea v. pentzig, geboren 1645, gestorben 1687, Tochter Christophs v. p. auf Crattlau und seiner Gattin Dorothea v. Volberitz. Über etwaige Deszendenz dieser beiden Brüder erfahren wir nichts. — Nun erscheint gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Angehöriger des Hauses Alt-Liebel, der eine zahlreiche Nachkommenschaft hinterließ, über dessen Abstammung wir indessen eine genaue Auskunft leider nicht zu erteilen vermögen: Joachim Heinrich v. M., angeblich^ ein Sohn Christoph Heinrichs auf Alt-Liebel, ein Enkel Hansens aus pechern und der Magdalena v. Velbitz, ein Urenkel Christophs v. M. - Joachim Heinrich auf Alt- und Neu-Liebel war kurfürstlich Sächsischer Crabantenoffizier, dann Pachtherr der Güter Gber-Horka und Nieder-Neundors und starb am letztgenannten Orte im Jahre 1710. Joachim Heinrich war dreimal verheiratet^). Die Namen zweier seiner Frauen sind bekannt: Tine seiner Gattinnen war Anna Dorothea v. Kottwitz; am 14. Oktober 1682 vermählte sie sich mit ihm, der damals Pachtherr zu Särichen war. Sie starb am 15. Januar 1689, worauf er am 31. Oktober 1690 eine neue Ehe schloßt). Joachim Heinrichs dritte Gattin, Maria Elisabeth v. Uechtritz a. d. h. Gber-Schwerta, geboren am 24. Februar 1663, starb zu Crattlau am 3. April 1734 im Alter von 7l I. 5 W. Joachim Heinrich hinterließ, soweit bekannt, fünf Kinder (1—5)^): 1. Carl Gottlob, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Premierleutnant und Adjutant im 2. Regiment Garde zu Fuß, starb im Jahre 1742 und hinterließ als Witwe Johanna Christiane Henriette v. Kolbe, die sich wiedervermählte mit Rudolph Ernst v. Kpaw aus Crattlau, Reutnitz rc. Carl Gottlob hatte drei Kinder (a —c): a) Carl Thristoph, * 1744 in Lübben, kurfürstlich Sächsischer Premierleutnant im Thieleschen Infanterieregiment. tz Laus. Mag. 1783, S. 257. Der hier als Vater Joachim Heinrichs angeführte Thristoph Heinrich kann mit dem von uns oben im Text (S. 186) angegebenen Thristoph Heinrich kaum identisch sein, da die Lehnsakten von Neu-Liebel als seine Söhne nur die oben genannten: Thristoph Nikol und Ivolf Moritz anführen. -tz Dberlaus. Nachlese 1771, S. 282. ») handschriftliche Bemerkung des -f horkaer Pfarrers holscher zu harter, Geschichte der parochie See, 1858, S. 118. tz Dberlaus. Nachlese, 1771, S. 283. 188 v. Metzradt. b) Johanna Friederike, vermählt 1760 mit dem königlich preußischen Hauptmann Gustav Adolph v. Gersdorff auf Mostrichen. c) Rahel Henriette, vermählt 16. Oktober 1770 mit Adolph Traugott v. Gersdorff aus Wigandsthal rc. 2. Maria Lharlotteh, * zu Gber-Horka 20. November 1697, ff zu Gießmannsdorf 4. Juli 1783 abends ^ aus 8 Uhr, unvermählt. 3. Wolf Heinrichs), ff unvermählt am 30. April 1747 im Alter von 53 I. 4. Eleonore Magdalene, * zu Gber-Horka 23. Februar 1698, ff 3. Juli 1741 im Alter von 43 I. 18 W. 3 T. vermählt 19. November 1719 mit dem Stiftsverweser Nudolph Wilhelm v. Rpaw auf Tratt- lau, Neutnitz, Nieda. 5. Beata Tugendreichh. VIII. Linie Sohland. Nachdem Paul v. Ropperitz ohne Leibeslehnserben gestorben war, sielen seine Lehnsstücke zu Sohland an „königliche Majestet als seinen natürlichen Erbherrn". Von der Krone erwarbenS. dieGebrüderThristoph und haug v. NI. und diese wurden nach Ausweis des auf dem Hauptstaatsarchiv in Dresden befindlichen, von Zdislav Berka v. d. vuba auf Leipa und Reichstädt ausgestellten Griginallehnbrieses vom Jahre 1535 „am sreptage noch des hepligen waren leichnamstage" s28. Mais belehnt mit Sohland, Rittersitz, psarrlehn und Widmutsleuten und freiem Gericht zu S. - Wenzel d. A. v. M. auf Sohland (8 von Schirgiswalde) hatte von diesem seinem Gute zu Anfang des 17. Jahrhunderts einige Anteile verkauft, so z. B. ein Stück Gut, „der alte Rittersitz genannt, so die von Ruppericz gehalten", nebst einer Fischerei, zwei Gärtnern und einem Bauergut, an Ehristoph v. Rechenberg zu Schirgiswalde, der am 13. September 1608 belehnt wurdeh. vermählt war Wenzel mit Elisabeth v. haugwitz, die er am 3. September 1607 „aus sein, v. NIetzradts Stück Acker" verleibgedingen läßt^). Wenzel hatte zwei Söhne: I. Hans haubold d. A. Er begründete die ältere Linie. II. Hans Ernst d. A. Er begründete die jüngere Linie. Siehe S. 190. Altere Linie. I. Hans haubold d. A. v. NI., Wenzels d. A. Sohn, kaufte von seinem Vater, als dieser hochbetagt war und in „Leibesunvermöglichkeit" sich befand, „und weil er durch Bürgschaft und sonsten etlichermaßen in Schuld gerathen", „sein ganz Gut Sohland" (Dber-Sohland a. d. Spree) ') Laus. Magazin 1783, S. 257. -> Dberlaus. Nachlese l772, S. 283. Ebenda, §. 283. ff ks.-Lt.-kl. Noo. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 62. h Ebenda, Fol. 44. v. Metzradt. 189 und erhielt es am 17. Juni 1620 zu Lehn verreicht H. Er hinterließ bei seinem Tode drei Löhne: 1. Taspar Christoph. 2. Wenzel. 3. Hans Haubold d. I. von ihm hören wir nichts mehr. Die beiden älteren Löhne erhielten am 20. Januar 1645 Gber- amtsrekognition wegen angegebener Lehnssuchung über ihr väterliches Gut, während der jüngste, unmündige Bruder Hans Haubold d. I. mit einem Lehnmutungsschein versehen wurde. Km 8. März 1645 erhielten die beiden älteren Brüder einen Lehnbries über das Lehngütlein zu Lohland. 1. Taspar Christoph v. M., der älteste Sohn Hans Haubolds d. A., kaufte von seinen jüngeren Brüdern das Lehngut zu Lohland. Er starb am 19. April 1659. vermählt war er mit Anna Helena geb. v. Schreibersdorfs, die vorher die dritte Gattin gewesen war Joachims Wisetzkp v. Wiskp. Taspar Ehristoph ließ seiner Gattin am 1. Mai 1653 einen Leibgedingebries auf Lohland ausstellen. Da er keine Leibeserben hatte, so gelangte Lohland an seinen Bruder Wenzel. 2. Wenzel v. IN., der zweite Sohn Hans Haubolds, kaufte am 23. Oktober 1647 von Ehristoph v. Hechenberg dessen INannlehngut in Ober-Lohland und wurde am 28. November 1654 belehnt mit dem Gute „bei der Kirchen" (dem ehemals Taupadelschen Gute). Tr kaufte ferner am 22. Dezember 1649 von Hans Sebastian v. Hechenberg aus Lohland den halben Teil des Brauurbars und Schankes, ebenso die Lehnhufe und den Mühlzwang in Lohland. Km 4. Mai 1651 erhielt er den Lehnbrief über den halben Kretschamverlag in den Gerichten zu Obersohiand samt dem Kretscham und der dazu geschlagenen Lehnhuse mit Ober- und Niedergerichten und allen Negalien als Bierschenken, Backen, Schlachten, Brantweinbrennen, Salzschenken, dem Mühlzwang in die Weißmühle. Wenzel kam ferner durch Erbschaft in den Besitz des Anteils von Lohland, den sein Bruder Taspar Ehristoph gehabt hatte. Er kaufte ferner am 8. März 1662 von Frau Tatharina Elisabeth v. Lberhardt ihre zwei Bauern zu Lohland „benebst ihren sogenannten zwei Überscharen, ingleichen die Überschar, so zuvor zu Milbarzers Gut gehörig gewesen". Am 25. April 1663 wurde er hiermit belehnt. Wenzel verkaufte sein Gut Mittel-Lohland an Frau Anna Helena Junghans, geb. v. Gersdorff, am 20. April 1663. Neben Lohland besaß Wenzel auch Anteile von Gpp ach (80 von Schirgiswalde): Er kaufte am 20. Oktober 1655 von Hans Lhristoph v. Hechenberg einige Lehnstücke, nämlich einen Garten an der Kirchmauer samt Baustelle daselbst, ferner einige Hausstellen unter dem Kirchberge, endlich ein Häusel. H Oer Lehnbrief ist ausgestellt von Ndolph v. Gersdorff auf Guteborn, Ruh- land und Rattroitz, Verwalter der Landvogtei „im Namen des durchlauchtigsten, groß- mächtigsten Fürsten und Herrn, H^rim Friedrichs, Königs zu Böheim, Pfalzgrafen bei Rhein und Thurfürstens, Herzogs in Bayern, Markgrafen; zu Mähren, Herzogs in Schlesien und Luxemburg und Markgrafen; zu Lausitz, unsers gnädigsten Herrn". 190 v. Metzradt. Wenzel starb im Jahre 1667 h. vermählt war er seit dem Jahre 1661 mit Sophia Helene v. Minckwitz, geboren 1644, gestorben zu Leipzig am 23. Januar 1689 h, Tochter Laspar Christophs v. IN. auf Malsitz. Sie vermählte sich nach Wenzels Tode wieder am 5. Dezember 1668 'mit Lhristoph Rbraham v. d. Sahla. Wenzel hinterließ bei seinem Tode sieben Söhne (u-§): a) Hans Nikol. Tr stand im Jahre 1673 als Korporal bei der Leibkompagnie des (Obersten Rxel Wachtmeister. Zuvor hatte er 48 Monate in Schwedischen Kriegsdiensten in Gras Königsmarcks Regiment als Musketier, ferner in kursächsischen Diensten in (Oberst Kupfers Regiment 40 Monate als Korporal, dann zuvor in (Oberst Lhbergers in Gröningen Diensten 16 Monate als Führer und Sergeant, dann zuvor als Fähnrich in dem Regiment des (Obersten Gustav Wilhelm Freiherrn v. Wedel in Münsterschen Diensten gestanden h. b) Hans haubold. o) Friedrich Gottlob. cl) Loth Gotthard. Tr vermählte sich mit Barbara Elisabeth v. Birckholtz, die sich nach seinem Tode wiederverheiratete mit Thristoph Gottlob v. Gersdorff auf Lautitz (vergl. 8d. I, S. 470). s) Laspar Lhristoph. t) Wolf Heinrich. §) Joachim Lhrenreich. Die sieben Söhne, sämtlich unmündig, erhielten am 26. Mai 1669 einen Mutzettel wegen Sohlands. Zu Michaelis 1670 kaufte dieses Gut Thristoph Rbraham v. d. Sahla. Jüngere Linie. II. Hans Ernst d. R. v. M., der zweite Sohn Wenzels d. R., kaufte von Laspar v. Rechenberg auf Rackel das diesem adjudizierte „Gütlein zum Sohland", das zuvor Thristoph v. Rechenberg aus Schirgiswalde besessen hatte, und wurde am 29. Rpril 1631 belehnth. Hans Lrnst d. R. starb, wie sein Bruder Hans haubold dem (Oberamtshauptmann schreibt, „durch einen unverhofften, kläglichen und erbärmlichen Fall" am 16. Rugust 1637h. Lr war vermählt mit Helene v. Lberhardth und hinterließ einen gleichnamigen Sohn: Hans Lrnst d. I. v. M. Dieser wird am 29. (Oktober 1653 mit dem Lehngütlein zu Sohland belehnt, hierzu kaufte er zu Michaelis >) vergl. Leichenpredigt auf Zrau Sophia Helene v. d. Sahla von Joh. Vened. Larpzov. -) Ebenda. h H.-St.-R. Geneal. Boo. 11344, Metzradt. H 3m Lehnbrief heißt es: Gut mit Rittersitz . . . „neben einem Bauergut, davon jährlichen zwene Termine, als jeden Termin 4 bl. Gr. Geschoß, ein viertel Rorn und drei viertel Hafer, dem Pfarrer des Jahrs auch soviel vecem und dem Rirchschreiber seine Gebühr wie vor Alters" ... zu entrichten sind. Lehnsakten Sohland. b) Lehnsakten Sohland. ») Laus. Mag. I77Y, S. 356. v. Metzradt. 191 1668 für 320 Tlr. von Frau Maria Margarethe v. (Oett geb. „Gallin" deren Freigarten zu Sohland und erhielt ihn am 29. Juni 1669 zu Lehn verreicht. Tr erwarb ferner für 5000 Tlr. das von Hans Heinrich v. Lberhardt hinterlassene, stark verschuldete Gut Nieder-Sohland am 19. Juni 1670 und wurde am 26. Juni 1671 belehnt, vermählt war Hans Ernst d. I. mit Maria Sophia v. Berger, Tochter Taspars v. B. auf Zeitz N.-L. und ließ sie, die ihm 1000 Fl. Ehegeld zugebracht hatte, am 12. Nugust 1655 auf Sohland verleibgedingen. Hans Ernst d. I. hinterließ einen Sohn: Johann Laspar v. M. kaufte von seinem Vater im Jahre 1689 das Gut Nieder-5ohland und erhielt es am 19. Juli dieses Jahres zu Lehn verreicht. Er arrondierte seinen Besitz, indem er am 7. Npril 1696 von Frau Nnna Sabina verw. v. Engelschar, geb. v. Metzradt, ihr Sohländer Gut, und am 22. März 1696 von seinem Vater dessen Nnteil von Sohland nebst den (Oettschen Gärten und Untertanen für 3000 Taler erwarb. Johann Taspar starb am 31. Mai 1714 und hinterließ als Witwe Johanna Lhristiane Tugendreich geb. v. Leubnitz (* 4. Januar 1669, f 12. Januar 1753), mit der er sich am 29. Juni 1689 vermählt hatteh, sowie zwei Söhne: 1. Taspar Ernst, 2. Johann Earl, siehe S. 192, ferner, soweit bekannt, drei Töchter: 3. Lhristiane Ngnese, * 29. Januar 1691, ^ 4. November 1752^). 4. Marie Sophie Tugendreich, * 3. Nugust 1692, vermählt mit Heinrich Ernst Moritz v. Warnsdorf. 5. Tharlotte Lhristiane, * 14. September 1699, ß 19. September 1773 zu Hoyerswerda. Nm 1. Dezember 1718 verkauften die beiden Söhne ihre Sohländer Güter, Metzradt-Lberhardtschen und Engelscharschen Teils an ihre Mutter. Um 6. März 1721 wurde sie belehnt. Um 12. (Oktober 1725 veräußerte sie das sogenannte Nlt-Metzradtsche Gut zu Sohland ihrem Schwiegersohn Heinrich Ernst Moritz v. Warnsdorf. 1. Laspar Ernst v. M., der ältere Sohn Johann Taspars, geboren am 2. Februar 1697, kaufte von seiner Mutter am Johannistermin 1728 das Gut Sohland, Lberhardtschen und Engelscharschen Teils, für 17 000 Taler; von seinem Schwager Heinrich Ernst Moritz v. Warnsdorf an demselben Termin auch das sogenannte Metzradtsche Lehngut zu Sohland für 3000 Taler und wurde am 13. Mai 1729 mit Gut und Niedergut Sohland belehnt. Laspar Ernst verkaufte am 21. Juni 1737 seinem Bruder Johann Tarl das Mannlehngut Nieder - Sohland alt Metzradt-, Eberhardt- und Engelscharschen Teils für 17 000 Taler. Taspar Ernst, der als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer (Oberausseher der Ömter Dobrilugk, Finsterwalde, Lübben und Neuzauche bezeichnet wird, 0 Laus. Magazin I77d, s. 356. h Die Daten von 3, 4, 5, nach Laus. Magazin 177Y, S. 357. 192 v. Metzradt. Kaufte von seiner Gattin am 4. August 1742 das Gut Nieder-Pomm- ritz (080 von Bautzen) für 10 250 Taler und erhielt es am 16. Juli 1743 zu Lehn verreicht. Km 8. Juni 1759 verkaufte er das Gut für 14 000 Taler nebst 50 Tlr. Schlüsselgeld an den ehemaligen Pachtinhaber von preititz, Georg Wehle. Taspar Ernst starb am 22. Januar 1776*). vermählt war er mit Sophia Tugendreich v. Ziegler und Klipp- Hausen, verwitwet gewesener v. Warnsdorf. Sie verkaufte ihm, wie erwähnt, ihr Gut Nieder-Pommritz. Taspar Ernst hinterlietz folgende Töchter (a —6): a. Elisabeth Tugendreich, * 4. Februar 1734, vermählt zu Dobrilugk 24. November 1774 mit August Friedrich v. Nothe aus Wuischke,- sie starb am 15. März 1800 nachmittags um vier Uhr im Alter von 66 I. 1 M. 11 T?). d. Sophia Eleonore, vermählt: I. mit Oberstleutnant Tarl Nudolph v. Lindenau auf Siegersdors; II. mit Karl Heinrich v. Krackenhos. e. Lharlotte Ernestine, kaufte 1780 das Erb- und Lehngut Kreckwitz (blO von Bautzen), beide Anteile, nebst dem bei Sornßig (l>i^V von Löbau) gelegenen Holze von Johann August Gottlob v. Nostitz und Jänkendors für 27000 Taler und 400 Tlr. Schlüsselgeld. Am 4. Dezember 1780 wurde sie belehnt. Sie vermählte sich: I. mit Johann Adolph v. Nothe: II. mit August Albrecht v. Soeben und starb am 10. Februar 1809. cl. Johanna Louise, vermählt mit Gottlob Lhrenreich v.hertzberg. Diese vier Schwestern, von ihrem Oheim Johann Larl v. M. (ch 18. Oktober 1779, siehe unten) als Erben eingesetzt, verkauften das ihnen zugefallene Gut Iah men nebst pertinentien am 17. Februar 1790 an Hans Heinrich VI. Reichsgrasen v. hochberg. 2. Johann Earl v. N?), der zweite Sohn Johann Taspars, wurde zu Nieder - Sohland am 17. April 1701 geboren, besuchte das Gymnasium zu Bautzen, trat dann in das Kadettenkorps in Dresden, wurde Fähnrich, studierte hieraus in Leipzig. Im Jahre 1724 wurde er Nammerjunker bei Herzog Heinrich zu Spremberg, 1727 Kammer- und hosjunker bei Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg, 1730 hausmarschall, 1734 Schloßhauptmann in Merseburg, 1738 Kammerherr in Dresden, 1759 Geheimrat. Er starb am 18. Oktober 1779 früh b/47 Uhr an einer Brustkrankheit und Entkräftung im Alter von 78 I. 6 M. 1 T. und wurde am 22. in Mitten begraben. Johann Tarl kaufte am 21. Juni 1737 von seinem Bruder Taspar Ernst das Mannlehnrittergut Nieder-Sohland alt Metzradt-Lberhardt- und Lngelscharschen Teils für 17 000 Taler,- am 27. Juni 1737 wurde er belehnt. Er verkaufte das gesamte Gut Nieder - Sohland a. d. Spree am 22. Juni 1750 an Friedrich Eberhard Reichsgrasen Solms-Sonnenwalde. Am 18. August 1741 wurden Johann Larl die zuvor im Besitz von 1) Laus. Magazin 177Y, s. 387, 0. 2 ) Ihr Nekrolog in der Laus. Monatsschrift l800, I, 5. 299. ») vergl. Laus. Magazin l779, 5. 323, 356. v. Mehradt. 193 Gliedern der Vitzthumschen Familie gewesenen Mannlehngüter Iahmen (>V von Rothenburg), Rlitten (0 an Iahmen grenzend), Rasche! (8^V von Iahmen) und pertinentien für 70000 Taler adjudiziert. Rm 21. Rugust 1743 wurde er belehnt. Johann Carl war dreimal vermählt: I. 23. Rpril 1740 mit Johanna Louise geb. v. Leubnitz, verwitweter Rammerherrin Vitzthum v. Tckstädt aus Iahmen, Rlitten rc. Sie starb in Dresden am 20. Juli 1747 und wurde am 28. in Rlitten beigesetzt! N- 1. Rugust 1749 mit Ernestine Sophie v. Leubnitz, Schwester der vorigen, gestorben an Magen- inslammation am 3. Dezember 1759 h in Dresden, beigesetzt in der Frauenkirche daselbst! Hl- 8. Mai 1764 mit Henriette Johanna Lharlotte verw. Oberstleutnant v. Wolffersdorff, geb. v. Rlüx a. d. h. Petershain, Zimpel. Geboren am II. Februar 1715, starb sie in Görlitz am 28. Juli 1784 vormittags ^7 Uhr an der Wassersucht im Rlter von 69 I. 5 M. 17 T. und wurde am 30. Juli abends nach acht Uhr unter Glockengeläuts und Blasen vom Rathausturm nach Rlitten gebracht^). Johann Tarls Tochter erster Ehe: Johanna Taroline Tugendreich, geboren zu Dresden 1743, starb am 28. Februar 1766 als GattinIohann Rdolphs Reichsgrasen v. Loßh. IX. Linie Doberschützh. Nur wenig vermögen wir von dieser Linie zu berichten: Nach dem Tode Joachims v. M. auf Doberschütz um das Jahr 1627 fiel dieses Gut an seinen leiblichen Bruder und Lehnssolger, den Rittmeister Christoph v. M. Dieser Lhristoph verkaufte das Gut Doberschütz an seinen gleichnamigen Vetter Lhristoph v. M. und erteilte, Wien den 1. Mai 1627, dem hosrichter Heinrich v. Zezschwitz aus Lubachau Vollmacht, an seiner Statt die Lehn über Doberschütz zugunsten seines Vetters Lhristoph auszulassen. Im Juni 1627 erhielt der neue Besitzer Lhristoph v. M. den Lehnbries über Doberschütz. Er überließ, da er „nun ziemlichen Rlters, also daß er in seiner wirttschafft undt hauß- wehsen weiter sortzuekommen nicht getrawet", das Gut Doberschütz seinem Sohne Laspar Rdolph im Jahre 1649. Rm 10. September 1649 wurde dieser belehnt. Laspar Rdolph war vermählt mit Rnna geb. v. Metzradth. Er geriet in Vermögensversall und am 12. Mai 1667 wurde Doberschütz adjudiziert dem Vormund Johann Rdolphs v. haugwitz a. d. h. Milkwitz. X. Linie Techritz. Rm 30. Oktober 1562 wurden Hans und Moises Gebrüdern. M. nach Rbsterben ihres Vaters mit dem Gute „Techerwitz" (Techritz, 8^V von Bautzen) belehnt h. 0 Nicht am 3. Nugust 1759, wie s. 28 dieses Bandes irrtümlich steht. 2) Laus. Magazin 1784, S. 25t. h Laus. Magazin t77d, S. 358. tz Vas Gut Doberschütz, nach dem wir diese Linie benennen, liegt blblVVvon Bautzen, 88>V von Rönigswartha, ist also nicht zu verwechseln mit dem bei Besprechung der Linie IV erwähnten Doberschütz bei Nieder-Gurig, blO von Bautzen. h k).-§t.-N. Gen. Boe. II344, Metzradt. ") H.-Lt.-N. Noo. 9549, particularregister, Inhalts der Röm: Rai): Mt: genedigster Instruction ic., 1562, §ol. 9 b. 13 ä 194 v. Metzradt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts sitzt auf Techritz ein Gtto v. - ob er etwa ein Sohn Hansens oder Moises' war, vermögen wir nicht zu sagen. Gtto starb am 15. Januar 1618 im Alter von 64 Jahren"), vermählt war er mit Barbara v. Luttitz. Er hatte sie ihres an Geld und Kleinodien ihm zugebrachten Lhegeldes halber am 25. Gktober 1590 auf Techritz verleibgedingen lassen. Nachdem aber „solchem ihrem Einbringen seithero von seinem geliebten Schwehr-Vater Abrahamben von Lottitz, weilandt zum Luge seeligen, zue besserer Abtragung seiner bedrengten Schulden was mehrers zuegesezet worden", so wird das frühere Leibgedinge aufgehoben und sie wegen ihres zugebrachten Gutes, das sich in Summa aus 1350 Taler Hauptsumma belief, außer mit den gebührlichen Leibzinsen - jährlich auf zwei Termine 81 Mark und 200 Taler aus ihre Lebtage zu einer Wohnung — am 22. November 1616 aus Techritz verleibgedingt"). Frau Barbara starb im Alter von 76 Jahren am 23. Mai 1619""). Gtto hatte folgende Kinderh: 1. Martha, get. 29. Juli 1593, ch 14. April 1623. 2. Siegfried, tz 24. Gktober 1617 im Alter von 23 I. weniger 11 W?). 3. Maria Magdalena, get. am Tage Mariä Magdalenä 1598 s22. Julis, f 19. April 1605 im Alter von 7 I. weniger 12 W. 4. Helena, * 10. Gktober, get. 14. November 1599. 5. Joachim, * und get. ctoin. Ountate 1601 slO. Mais. 6. Totes Töchterlein, * 14. Gktober 1603. Nach Otto v. M. saß aus Techritz ein Georg Abraham v. M. Wir vermuten, daß auch er Ottos Sohn war, denn es heißt von ihm im Jahre 1620, daß er, „so seine gröste Lust ufs Kriegswesen gesetzt, vor geraumer Zeitt mit ettlichen Nossen sich in Königreich Böhemben unttergestellet undt sein väterlichs Guth Techeritz einem Forwercksman uff gewisse Maß eingereumet undt sbiss zu seiner glücklichen Wiederkunfft abgetreten" shabes'h. Im Jahre 1626 vertauschte Georg Abraham Techritz an Nudolph v. Gersdorff gegen Taubenheim (80 von Schirgiswalde) und wurde am 7. November 1626 mit dem zuletzt genannten Gute belehnt. Tr starb als kurfürstlich Sächsischer (Oberstleutnant um das Jahr 1633. vermählt war er mit Kunigunde v. Uechtritz, Tochter Hansens v. U. auf Stein- und holzkirch. Sie hatte ihm nach der Ehestistung vom 9. November 1622 tausend Taler als heiratsgut zugebracht, wofür er sie Vierteljahrsschrift für Wappen-, Ziegel- und Familienkunde, XXI (1843), S. 107; Neues Laus. Mag. Nd. 68, S. 234. k)--51.-0. Noe. 4545, verzeichntes der Lehen rc., Fol. 246. h Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde XXI (1843), S. 107; Neues Laus. Mag. Bd. 68, S. 234. tz Vierteljahrsschrift rc. XXI (1843), S. 107. h Sein Leichenstein in Göda mit etwas abweichendem Datum: Neues Laus. Mag. Bd. 68, S. 238. ") k)--5t.-N. (beneal. Noa. II344, Metzradt. v. Metzsch. 195 am 22. Dezember 1624 auf Techritz, dann am 22. März 1628 auf Taubenheim verleibgedingen ließ. Frau Kunigunde vermählte sich nach ihres ersten Gatten Tode wieder mit Hans Trust v. Rechenberg. Ts sind noch einige Angehörige des Geschlechts v. M. anzuführen, die wir in eine der aufgezählten Linien einzugliedern nicht vermögen: Taspar Siegmund v. M. war am 16. Februar 1687 vom Kurfürsten zum Korporal „bep dero Teutschen Leib-Guarde zu Roß" ernannt worden h. Zalome Elisabeth v. M. saß 1681 gefangen auf hohnstein^). Johann Tarl Adolph v. M., kurfürstlich Sächsischer Leutnant, kaufte am 12.Ianuar 1804 Tunnersdors (bl^VvonKamenz) von derGräfin Th. M. A. zu Solms für 50000 Taler und 60 Louisdor Schlüsselgeld. Am 5. Juli 1804 belehnt, verkaufte er das Gut schon am 6. Oktober 1806 für 80000 Taler an Lhrenfried Lobegott v. Lippe. Dafür erwarb er am 10., 13., 17. September 1806 von Frau Auguste Friederike Sophie v. Schleinitz das Mannlehnrittergut pielitz (80 von Bautzen) samt dem pertinenzort Groß-Kunitz (8 von pielitz) für 60000 Rtlr. und erhielt es am 25. September 1806 zu Lehn verreicht. Tr starb am 2. März 1828 2). Wappen: Durch einen rechten, aus goldenen Rauten bestehenden Lchrägbalken geteilt von Silber über Rot. Helm mit rot-silbernem Bausch. Kleinod: Flug, gezeichnet wie der Schild. Decken rot-silbern. Siebmacherl, Taf. 166, Nr. 10. v. Metzsch. Die v. Metzsch gehören dem vogtländischen Uradel an und sollen eines Stammes mit denen v. pöllnitz sein. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts trat zum ersten Male einer aus diesem Geschlecht in Beziehung zur Gberlausitz. Ts verlieh nämlich Kurfürst Johann Georg I., Dresden den 6. Dezember 1651, dem Geheimen Rat und Präsidenten im Gber- konsistorium Friedrich v. M. d. A. zu Reichenbach und Friesen, Reichs- pfennigmeister, sowie seinen Trben die Txspektanz am Lehngute haugs- dorf (blblO von Lauban) für den Fall, daß Johann Hartwig v. Nostitz (haupthaus Tzschocha, Hauptlinie Thiemendorf) oder seine Söhne ohne männliche Trben sterben sollten und keine ihnen im siebenten Grade der Vlutsfreundschaft verwandte Mitbelehnten hinterließen. Der Fall trat indessen nicht ein. Friedrich v. M., geboren zu Mchlau als Sohn Abrahams v. M. am 8. Dezember 1579, starb zu Dresden am 9. Oktober 1655. vermählt hatte er sich zu Reinhardtsgrimma am 25. Februar 1612 mit Anna Elisabeth v. Schönberg a. d. h. Maxenh. Friedrichs Ur- tz Ebenda. 'tz v. Weber, Kus vier Jahrhunderten, II. Bd., 1858, S. 347. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 7, 5. 140. h Jahrbuch des Deutschen Ndels, III. Bd., 1844, S. 248; Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zainilienkunde XXXIII. Jahrgg. (1405), S. 171. 13 * 196 v. Meusebach. Ur-Urenkel machte sich im 19. Jahrhundert in der Gberlausitz ansässig: Friedrich August Ludwig v. M., geboren zu Söhlen am 23. Januar 1790 als Lohn Karl Friedrichs v. M., war k. 5. Premierleutnant im Regiment Lhevauxlegers „Prinz Ulemens" und starb zu Dresden am 12. Juli 1870. vermählt hatte er sich zu wermsdorf bei Gschatz am 21. Mai 1815 mit Wilhelmine Uaroline v. d. Mofelh. Friedrich Uugust Ludwig v. M. kaufte am 24. August 1826 von Hans Christoph Moritz v. Veschwitz das Mannlehnrittergut Gber-Dttenhain nebst dem Dörflein Sonneberg (beides 8 von Löbau) für 26000 Taler. Um 2. April 1827 belehnt, verkaufte er das Gut am 22. Juni 1841 an Christian Friedrich peuker, Gutsbesitzer zu (Ober-Seifersdorf bei Zittau, für 28 983 Tlr. 9 Gr. 1 Pf. Uurant im 14 Talerfuß. Der k. 5. Hauptmann Friedrich August Heinrich v. M. kaufte am 25. November 1840 das Mannlehngut Plötzen (bl^V von Löbau) von Johann Ernst Andreas v. Ingenhaeff und verkaufte es wieder am 4. April 1842 an Heinrich Gtto v. Lrdmannsdorff. Mappen: In Silber ein blauer Sparren. Auf dem Helm zwei Büffelhörner, ein blaues und ein silbernes. Decken blau-silbern. Sieb- macher I, Taf. 159, Nr. 5. v. Meusebach, Freiherren. Die v. Meusebach, ein altes angesehenes Geschlecht im Vogtlands, Thüringen, Franken, Meißen und Schlesien, sind in der Dber- lausitz vertreten durch Johann Georg Freiherrn v. M. Er erwarb im Jahre 1693 die Güter Ober- und Nieder-Lichtenau (bl von Pulsnitz) von Friedrich Adolph v. haugwitz. Die Lrbreichung erlitt längeren Aufschub, da der neue Besitzer, vom Nurfürsten von Sachsen beim Naiser zum Amt eines Neichspfennigmeisters empfohlen, die Neise nach Wien unternehmen mußte, vielfach kränklich starb er als (Oberst der Garde der „Grand - Musquetirer" im Mai 1695. Gr war vermählt: I. mit Dorothea Sophie v. Günderode, jüngster Tochter des kursächsischen Gberschenken und Nammerherrn Albrecht v. G. auf Weistropp, die in erster Ehe verheiratet gewesen war mit Georg Christoph v. Larlowitz auf herbsleben, Friesnitz (tz 6. Juli 1673) und am 3. März 1688 starb 2),' II. mit Rahel Sophia Freiin v. Friesen^, von seinen Rindern Adam Gottlob, Christian, Johanna Sophia und Eva Maria kaufte das Gut Lichtenau im Jahre 1696 Georg Rudolph v. Schönberg. Naiser Leopold I. hatte, Wien den 18. Dezember 1688, Johann Georg v. M., kurmainzischen und kursächsischen Nammerherrn, in den Stand der alten „Edlen panner- oder. Reichsfrepherren" mit dem Prädikat „Mohlgeboren" erhoben. In dem Diplom heißt es von dem Geschlecht v. M., . . . „wie dasselbe vorlängsten in die Reichsfrep-Unmittel- 1) Jahrbuch w., III. Bd., I8dd, 5.249: vierteljahrsschrist rc., XXXIII. Jahrgg. (1905), 5. 167. 2) „Nus dem Archive der Familie von Larlowitz", 1875, 5. 148. tz Nneschke, Neues allgemeines Deutsches Kdelslexicon, VI. Bd., 1865, 5.272. v. Meyer zu llnonow 197 bahre kitterschafft in Francken ausgenommen und darauß iedesmahl dapffere und wohl qualificirte Leute entsprossen, welche sowohl in kaiserlichen und des heiligen Römischen Reichs, alß auch anderer hohen Potentaten Diensten sich mit sonderm Ruhm sehen und in ansehnlichen Hoss- Kriegs- und andern vornehmen Ehren Ambtern gebrauchen lassen, wie dann durch sothanes Wohlverhalten Sie mit Göttlicher Verleihung in Sachsen und Francken verschiedene Ritter- und Rdeliche Güther, alß das Ambt herbsleben, die pflege Schwerstatt, Kayna, Frießnitz, Brainsdorff, Blanckenberg, Gütterlitz, Lipperstorff, Nieder-Pollnitz, Wertzdorff, Struth, Vurckerstorff, Liebschütz, Lichtenberg, Leutsch, Wogaw, Gereuth, Bischoffs- heimb und Stein rechtmäßig erworben" h . . . Lei der Erhebung in den Freiherrnstand wird ihm folgendes Wappen verliehen: „ein Schilt, in mitte nach Zwerg in zwei) gleiche Theil abge- theilt, deren der Untere weiß oder silbersarb, in welchem ein nackender schwartzer Mohr, umb den untern Leib einen Federn - Schurtz, umb den Kopfs eine fliegende weisse Rinden, in den Ghren güldene Ringe habend, in der Hand aber ein weisses Pferd beym Zügel haltend) der Ober Theil roth, in welchem zwei) grüne Rauchen-Lräntze neben einander, zu beeden Leithen des Schilts seind weiß oder silbersarbe und rothe Zierathen und obenauff eine mit Steinen besetzte gülden oder goldsarbe Frercherrn-Eron zu sehen" ^). Wappen: Stammwappen: Geteilt von Rot über Silber; oben die zwei grünen Kränze, unten Kops und hals eines nach links blickenden Mohren. Gekrönter Helm. Kleinod: Wachsender Rumps eines Mohren. Decken: rot-silbern. Siebmacher I, Tas. 144, Nr. 14. v. Meyer zu Nnonorv. Rndreas (auch Thristian Andreas genannt) v.Meyer zu knonowh, aus einem alten angesehenen Schweizer Geschlecht stammend, geboren zu Reitzenhain am 15. September 1703, widmete sich dem Rergwesen und zwar besonders der Kunde der Eisenhämmer, erwarb die Eisenhämmer zu Schnellsörtel (140 von Rothenburg, an der kleinen Tschirne), legte Werke an in Stenker und kohlsurt, besaß die Güter (Ober- und Nieder- Ullersdors in der Niederlausitz und gelangte zu Ansehen und Reichtum. Kaiser Franz I. erhob ihn, Wien den 20. Februar 1747, mit dem Prädikat „zu knonow" in den Reichsadelsstand; König Friedrich II. von Preußen verlieh ihm das Indigenat in Schlesien. Um die Stadt Görlitz machte sich (Thristian) Andreas durch Stiftung mehrerer beträchtlicher Legate verdient^). Er starb zu Schnellsörtel am 5. Mai 1776. vermählt hatte er sich: I. zu Sorau am 10. September 1733 mit Johanna Emilie tz H.-5t.-kl. Boo. 10430, Geschlechts- und Herrschaftserhöhungen, vol. III, Fol. 274. h Ebenda. h Laus. Monatsschrift 1802, I, S. 360; vergl. auch Brünner Genealogisches Taschenbuch der Kdeligen Häuser 1882; Gothaisches Briefadeliges Taschenbuch 1910,1912. tz Laus. Monatsschrift 1802, S. 360. v. Meyer zu Nnonow. 198 weniger, geboren am 5. November 1712, gestorben zu Schnellförtel am 31. Dezember 175h,- II. zu haibau am 22. Juli 1760 mit Laroline Christiane v. heldreich a. d. h. Buchwalde, geboren am 5. Nugust 1729, gestorben zu Schnellförtel am 25. September 1767; III. zu halbau am 22. September 1768 mit Nnna Henriette v. Lochau, geboren am 21. Februar 1719, gestorben zu haibau am 7. März 1794 h. Nus erster Ehe hatte er zwei Söhne: a) Christian Nndreas. b) Carl Nndreas. Siehe unten S. 199. a) Christian Nndreas v. M. zu K., geboren zu Schnellförtel 13. Oktober 1742, Herr auf Gber-Ullersdors N.-L., zog 1777 nach Schnellförtel und starb am 26. November 1789. Er vermählte sich zu Sorau am 20. Juli 1763 mit Friederike Johanna Caroline v. Landwüst, geboren zu Weißensels am 5. Npril 1742, gestorben zu Schnellförtel an einer Brustentzündung nach viertägigem Leiden am 27. Januar 1795, Tochter Friedrich Hartmanns v. L., herzoglich weißenselsischen hosrats und dessen Gattin Johanna Laroline v. Stahr. Frau Friederike Johanna Caroline schenkte ihrem Gatten elf Kinder (9 T. 2 S.), von denen 8 T. und 1 S. die Mutter überlebtenh: 1. Friederike Johanna Christiane, geboren zu Ullersdorf in der Herrschaft Sorau am 2. Nugust 1765, vermählt am 30. Npril 1782 mit dem hofrat Balthasar Heinrich Lrdmann v. Zeschau auf Jessen. Sie starb zu Jessen am 29. September 1795 h. 2. Johanna Christiane Louise, vermählt im Juli 1788 mit Hans Carl Gottlob v. Schweinitz auf Moholz. Sie starb zu weißig am 21. Npril 1812 früh um fünf Uhr im NIter von 45 I. 5 M. 3. Henriette Johanna Christiane, vermählt 16. Mai 1798 mit Carl Siegmund Gottlob v. Zerbst. 4. Nuguste Friederike, vermählt zu Schnellförtel am 23. September 1793 mit Nbraham Heinrich Nugust v. Rabenau auf Sembten im Kreise Guben, kurfürstlich Sächsischem Premier-Leutnant bei der Garde du Corps h. 5. Johanna Caroline, vermählte sich zu Nauscha am 25. Nugust 1795 mit Christoph Nathe, dem hervorragenden Landschaftsmaler und Lehrer am Görlitzer Gymnasium h. Sie starb zu Schnellförtel am 14. Juli 1798 früh gegen sieben Uhr"), von ihr verfaßte Gedichte wurden in der Lausitzischen Monatsschrift veröffentlicht h. 6. Johanna Ndolphine, vermählte sich am 1. Februar 1796 zu Schnellförtel mit Hans Christian Hermann v. Neibnitz aus Zilmsdors. wie ihre eben erwähnte Schwester, so veröffentlichte auch sie Gedichte in der Lausitzischen Monatsschrift^). >) Laus. Monatsschrift I7S4, I, S. 24Y. 2) Laus. Monatsschrift I7S5, I, S. 12t, 122. tz Laus. Monatsschrift 17S5, II, S. 242. ->) Laus. Monatsschrift 17YZ, II, S. 243. ») Laus. Monatsschrift I7S5, II, S. 125. ») Laus. Monatsschrift 17Y8, II, S. 67. -) Neues Laus. Mag. Bd. 14, S. 47. ») Neues Laus. Mag. Nd. 14, S. 47. v. Milkau. 199 7. Juliane Ferdinande, vermählt mit August Ludwig Theodor v. Gertzen. 8. Amalie Henriette, vermählt mit Hans Friedrich Christian Benno v. Luttitz. y. Carl Andreas Ferdinand aus Schnellsörtel und Beins- dors (blO von Muskau), geboren im August l784, vermählte sich zu Sagan am l. Juni 1806 mit Juliane Henriette Amalie Baronesse v. Lüttwitz a. d. H. Weichau ft, geboren 4. November 1789, gestorben 19. Nlai 1819. Am 3. April 1807 wurde ihm der erste Lohn geborenft. b) Carl Andreas v. M. zu K.ft, der zweite Lohn des Andreas aus seiner ersten The, geboren zu Schnellsörtel am 30. Oktober 1744, bezog 1759 die Universität Leipzig und verweilte hier bis zum Jahre 1762. Im Jahre 1764 kaufte er Nothenburg (bl von Görlitz, an der Neiße) und Zubehör von Frau Christiane Elisabeth pannach, geb. Schneider; 1785 verkaufte er die Güter an Johann Christian Friedrich v. Licke, zog nach Görlitz und starb hier nach schweren Leiden am 14. Januar 1797. Carl Andreas war ein hervorragender Mechaniker, Physiker, Tonkünstler, er stand in Briefwechsel mit dem Komponisten Friedrich Heinrich Himmelft, erfand und fertigte das Bogenklavierft, legte eine Naturaliensammlung an und veröffentlichte mehrere Aufsätze geographischen und naturwissenschaftlichen Inhalts"). Tr war Mitglied der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften ft. Wappen: Im roten Schilde ein silberner, mit Hermelin besetzter Hut mit verschlungenen, in Ouasten endigenden silbernen Schnüren. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: Notgekleideter, bärtiger Mannesrumps mit dem Hute des Schildes aus dem Kopfe. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 198, Nr. 9 unter den „Schweytzerischen". - In v. Krane und Hildebrandt, Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Adels, Taf. 70, v. Meyer zu Knonow, ist der Helm gekrönt. v. Milkau. In der Gberlausitz sind Glieder des uradeligen Meißnischen Geschlechts v. Mil kau in der ersten und zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für wenige Jahre ansässig gewesen. Georg Wilhelm v. M. aus Großmilkau, gestorben am 27. Oktober 1623, vermählt mit Martha v. preuß a. d. H. Wendisch - Bora, hatte einen gleichnamigen Sohn, Georg Wilhelm d. I. aus Trebitz, Groß- ft Laus. Monatsschrift 1806, II, S. 181; etwas abweichend ist das Datum ebenda, I, 5. 372. ft Laus. Monatsschrift 1807, S. 347. -ft vergl. Denkschrift auf ihn: Laus. Monatsschrift I7Y7, S. 263 ff.; Gtto, Dberlaus. Schriftsteller und Künstler-Lexikon, II. Band, S. 588; Schulze, Supplement- band, S. 274. ft Briefe Himmels ihn: Neues Laus. Mag. Bd. 17, S. 134, 302; Bd. 18, S. 233. -ft Laus. Monatsschrift 1744, I, S. 48; 1705, II, S. 226. ft Laus. Monatsschrift 1703, II, S. 332; 1704, I, S. 156; 1707, II, S. 422. ft Neues Laus. Mag. Bd. 11, S. 232; Bd. 80, S. 75. 200 v. Milkau. milkau, Zauckerode, Gepülzig, weißig, der in kurfürstlich Sächsischen Kriegsdiensten bis zur würde eines (Obersten emporstieg*). Vieser kaufte im Jahre 1639 von Ernst v. Günderode ein aus drei Vauergütern zusammengesetztes Gut zu Goldbach von Bischofswerda), veräußerte es aber bereits 1644 wieder an den kurfürstlich Sächsischen Gberstwachtmeister Lhristian Felgenhauer^). Georg Wilhelm d. I. war seit dem Jahre 1646 vermählt mit Agnesa Elisabeth v. Gränsing a. d. k). Döhlen, geboren am ll. Dezember 1632, gestorben am 4. Juni 1677. Da seine Ehe mit so vielen Kindern gesegnet war, daß er, wie er schreibt, aus eigenen Mitteln sie nicht lehren könne, „was einem Jungen von Adel wohl anstehet", so empfahl auf sein Ansuchen der Kurfürst einen seiner Söhne, der wieder die Vornamen Georg Wilhelm führte, am 20. Mai 1663 dem Herzog August von Braunschweig als Pagen und am 10. März 1670 dem Herzog Philipp Ludwig von Holstein zum Eintritt ins heerh. — Lin Namensvetter des Besitzers von Goldbach war Georg Wilhelm v. M. auf Dallwitz (bei Großenhain), der am 16. April 1666 von Hans Wolf v. Funcke dessen Erb- und Allodialgütlein Kolbitz (80 von Hoyerswerda, blO von Königswartha) kaufte, es aber bereits zu Walpurgis 1668 an Friedrich Adolph v. haugwitz veräußerte. Die diesem Georg Wilhelm v. M. gegebene nähere Bezeichnung „aus Dallwitz" läßt die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß mit ihm gemeint ist der Sohn des Hans Georg v. M. auf Dallwitz, gestorben daselbst am 1. April 1639, und seiner Gattin (Anna) Elisabeth geb. v. Laubenheim auf Dahlen und Neu-Taubenheim. Georg Wilhelm, auch genannt aus Kobershain und Naundorf, vermählte sich zu Skassa am 20. November 1665 mit Anna Margarethe v. Schleinitz auf Skassa. Georg Wilhelms Sohn Georg Job v. M. aus Kobershain, erst Amtshauptmann zu Schlieben und Liebenroerda, dann fürstlich Sächsischer H Georg Mlhelm v. M. schreibt von Havelberg aus am 16. November 1635 an den Nurfürsten von Sachsen . . . „welchermaßen ich meine Zortun unter Ihro Ehurfl. Durch!. deroseiben höchstlöbliechsten 6rmee wiederumb gerne befördert sehen mochte" und bittet ihm zu verhelfen „zu einer capablen condition über Reuter oder Dragoner". 6m 10. 6pril 1661 bittet Georg Wilhelm v. NI. den Nurfürsten, ihn in Betracht seiner langjährigen Dienste entweder zu den Ritterpferden zu versetzen oder ihm eine Stelle bei den neu geworbenen Nompagnien anzuweisen. K.-St.-R. Den. Noo. 11348, Nlilkau. 2) Gercken, Historie von Stolpen, 1764, S. 47tH Georg Wilhelm v. NI. schenkte, nachdem 1639 von den Schweden aller Nirchenornat zu Goldbach geraubt worden war, der dortigen Nirche „ein von gülden Stück schönes Meßgewand", ließ auch den Rltar bekleiden. Heikel, Historische Beschreibung von Bischofsswerda, 1713, S. 59. 3) In dem Empfehlungsschreiben vom 20. Mai 1663 spricht der Nurfürst die den Dberst Georg Wilhelm v. M. ehrenden Worte aus, er hoffe „es werde der Sohn des Vaters Rusrichtigkeit, Trewe und tapffern Verhalten nachahmen". In dem Schreiben vom 10. März 1670 erwähnt der Nurfürst, der von ihm Empfohlene habe eine Zeit lang in der kurfürstlichen Leibgarde geritten und zugleich als Truchseß aufgewartet und wolle nun unter des Herzogs von Holstein Nommando in kaiserliche Kriegsdienste treten. H.-St.-6. Gen. Boo. 11348, Nlilkau. v. Miltitz. 201 Landkammerrat der Niederlausitz, war verheiratet mit Dorothea Perpetua v. Holleufer aus Lüttewitz'). — Im 18. Jahrhundert wurde Johann Georg v. IN. in den Freiherrnstand, am 17. Juli 1790 während des Rheinischen Reichsvikariats Rdam Friedrich Wilhelm Freiherr v. IN. in den Grasenstand erhoben. Letzterer starb bereits im Jahre 1794 ohne Erben ^). Wappen: In Gold ein doppelt geschwänzter, gekrönter schwarzer Löwe, der in den beiden Vorderpranken einen schräg nach abwärts gerichteten roten Stab hält. Gekrönter Helm. Kleinod: Die Schildfigur wachsend. Decken schwarz-golden. Tproff, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IX. Band, Tas. 59. v. Miltitz, auch Freiherren. Ein Zweig des Meißnischen uradeligen Geschlechts v. Miltitz^) saß seit dem Ende des 16. Jahrhunderts zu Tschernhausen (88>V von Seidenberg) in der Herrschaft Friedland. I. Linie Tschernhausen. Bernhard v. M. auf Tschernhausen war mit Hinterlassung zweier minderjähriger Söhne gestorbenft: Hans Bernhards und Heinrichs. Rm 20. März 1601 suchten deren Vormünder um die Belehnung mit dem Gute Tschernhausen nach. Rm Tage Michaelis 1612 s29. Septembers belehnte Thristoph II. v. Roedern zu Friedland diesen Heinrich v. M. und zu ungeteilter Hand dessen Brüder und Vettern Thristoph v. M. a. d. H. Mühlbach, Heinrich v- M. zu Dttenhain, die Brüder Ernst Siegmund, Dietrich und Hans Ernst v. M. a. d. H. Scharfenberg und Taubenheim, Dietrich v. M. zu „parzdors" swohl Batzdorf bei Meißens, Nikol v. M. zu Siebeneichen, Rlexander v. M. zu Schenkenberg, Siegmunds v. M. zu Schenkenberg hinterlassene Söhne, Hans Trusts v. IN. von der Gberau hinterlassene Söhne, Hans v. M. zu Miltitz, Rlbrecht v. M. zu „Menzingen" swohl Munzig in der Rmtshauptmannschaft Meißens, Ernst v. M. zu Trossen, Hans v. M. a. d. H. „Zodel" swohl Zadel bei Meißens und die Brüder Heinrich und Ulrich v. IN. a. d. H. Rabenau mit dem Gute und Dorfe Tschernhausen und verlieh ihnen die Gerichtsbarkeit, das Brau-, Malz- und Schankrecht. Rm 6. Februar 1639 erhielt Heinrich vom Grafen Matthias Gallas eine erneute Belehnung mit seinem Rnteil am Gute und Dorfe Tschernhausen^). >) H.-St.-A. Gen. Boo. 11348, INilkau, Stammtafel: v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Adels, 1896, S. 185. H Uneschke, Neues Deutsches Adels-Lexikon, VI. Band, S. 292: Gritzner, Standes - Erhebungen und Gnaden-Acte, I. Band, 1881, S. 182u. h Über die v. Miltitz auf Pulsnitz bis zum Jahre 1513 vergl. Rnothe, Geschichte des Gberlausitzer Adels, 1879, S. 371. tz Sein in Miese befindliches Epitaph bildet Metzger, kMarische Denkmäler im Friedländischen, 1910, Taf. XVI ab. H Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 84, Nr. 274, 275, 276. 202 v. Millitz. Heinrich, der mit Helena v. haugwitz, einer Tochter Lhristophs v. h. auf Rlt-Seidenberg vermählt war, hatte zwei Söhne (H.-L)h: Siegmund v. M., der sich vermählte: I. am 11. Dezember l640 zu Tschernhausen mit Lunigunde v. Rindfleisch a. d. h. Zwecka; II. mit Rnna Maria v. vebschitz a. d. h. Gertmannsdorf, geboren 1617, gestorben 1688, Tochter Georges v. v. Sie heiratete nach Siegmunds Tode Rudolph v. pentzig aus Wanscha. B. Hans Rbraham v. M. weigerte sich das verschuldete Stückgut Tschernhausen zu übernehmen und überließ es den Gläubigern, die es am 20. Rpril 1651 für 2850 Fl. an den Burggrafen zu Friedland Georg Spöth verkauften, von dem es Graf Rnton Pankratius Gallas erwarb h. Hans Rbraham begab sich in die Dberlausitz^). Roch in die Zeit seines Rusenthalts auf Tschernhausen fällt es, daß er gemeinsam mit einigen anderen Rdeligen am 25. (Oktober 1643 während des Jahrmarkts zwei Seidenberger Bürger aus dem Rathause schwer verwundeteh. Hans Rbraham kaufte, nachdem er zunächst Rieder-Bellmannsdors (8ZV von Lauban) besessen hattet, am 19. Oktober 1661 von Frau Helene Maria v. Schwanitz, geb. v. Unwürde, das Gut Mittel-Gerlachsheim (88>V von Lauban) für 850 Rtlr. Da die Verkäuferin später den Raus „difficultirte" und umstoßen wollte, so kam die Rngelegenheit vor das lluäieium oräinarium und wurde nach mehreren Tagsahrten endlich durch gütliche Transaktion erledigt"). Hans Rbraham, der am 4. Rugust 1680 starb h, war zweimal vermählt^): I. mit Rnna Helena v. Gersdorss, Tochter Laspars v. G. auf Leuba und der Sabina geb. v. pentzig. Sie starb am 26. Juli 1659 im Wochenbett; II. am 1. Dezember 1662 mit Ratharina Elisabeth v. Bischossheim, Tochter Georg Heinrichs v. B. ') Kloß, Geneal. Nachrichten, Nkspt., Band X, v. Miltitz. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 88, Nr. 277. 'tz Tr verließ Böhmen wohl nicht allein wegen der Verschuldung seines Gutes, sondern auch um seines protestantischen Glaubens willen. Es sei hier angeführt, daß im Zähre 1629 eine Exulantin, Frau Mechtilda Miltizin, „eine von Ndel", in Pirna vor dem Lchifftore wohnte und daß Nnna Christine Miltizin, eine adelige Exulantin aus Böhmen, in Pirna 1658/56 ans der Kirchenkasse Nlmosen empfing. Vierteljahrsschrift für Mappen-, Siegel- und Familienkunde XXX (1902), S. 143. <>) Mende, Ehronik von Seidenberg, 1857, S. 37. h Kloß a. a. G. Bd. X, v. Miltitz. h Das Gütchen Mittel - Gerlachsheim bestand aus drei aurgekauften Bauergütern und enthielt 6^ Nauchfänge. In seinem Bericht über das Gut an den kjaupt- mann des Fürstentums Görlitz am 27. Februar 1666 schreibt Hans v. Miltitz: . . . „weiln dann nun solch Güttel wegen sothaner desselbigen allzuschlechten eonctition und darauff hafftenden ziemblichen Beschwehrungen dermaßen im Lande berüchtiget, daß ein jedweder solches zu erkaufsen billich Bedencken traget, indem doch Keinem von Ndel sich darauf zu exhibiren möglichen ist, als bin ich des Sinnes, solches an gemeine Bauersleute und zwar ezliche aus dem Königreich Böhmen exulirende Personen, so es mit einander mit denen darauff hafftenden Beschwehrungen an sich zu erkauffen und unter des hochlöblichen Nmbtes Schuz sich zu begeben gesonnen sind, zu veralieniren" ... Er bittet um Genehmigung zu diesem Vorhaben. (Lehnsnkten Mittel-Gerlachsheim). ') Kloß a. a. V. Bd. X, v. Miltitz h Laus. Magazin 1777, S. 53. v, Miltitz. 203 Hans Abraham hatte folgende Kinder'): 1. I. Heinrich Gottlob, * d. Juli 1659, ft 20. Juli 6. a. 2. II. Georg Heinrich. Liehe unten. 3. II. Thristoph Heinrich. Liehe unten. 4. II. Sophia Elisabeth, * l. August 1668. 5. II. Helene Sibylle, * 18. Juli 1670. 6. II. Heinrich Gebhard, * 2. August 1673. 2. Georg Heinrich v. M., der älteste Sohn Hans Abrahams aus seiner zweiten Ehe"), ging in Sächsische Militärdienste, wurde Oberstleutnant und kaufte im Jahre 1717 Dber-Gurig (88^V von Bautzen) nebst Sora (88>V von Gber-Gurig) von Johann Wilhelm Kellner v. Zinnendorff für 11 000 Taler. Am 3. Juli 1717 wurde er belehnt. Er verkaufte die Güter im Jahre 1730 an Friedrich Adolph v. Gers- dorff. Georg Heinrich vermählte sich am 28. Februar 1714^) mit Magdalena Sibylla v. Metzradt, die, am 18. Dezember 1673 geboren, sich am 18. April 1690 vermählt hatte mit Friedrich Adolph v. Ziegler und Klipphausen auf Lunewalde und im Jahre 1707 Witwe geworden war. Als Georg Heinrichs Söhne sind bekannt: George Friedrich Traugott, kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, * 1714, und Larl Heinrich Gotthelf, frühzeitig ft. 3. Thristoph Heinrich v. M., geboren am 28. Februar 1665, der zweite Sohn Hans Abrahams aus seiner zweiten Ehe, kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, kaufte am 12. Februar 1714 von Wolf Gottlob v. Muschwitz das Rittergut Drauschkowitz (8^V von Bautzen) für 11 000 Taler und erhielt am 17. Februar 1714 den Lehnbrief ausgestellt. Am 15. März 1722 starb er und am 22. d. M. wurde er in Göda beerdigth. Thristoph Heinrich „auf Zschirnhausen" vermählte sich: I. zu Dresden am 11. Februar 1703 mit Johanna Margarethe, der hinterlassenen einzigen Tochter des kursächsischen Gberschenken Wolf v. Sponheim"): II. mit Barbara Louise v. Theler, der Tochter Wolf Taspars v. Th. aus Wohla, Rehnsdorf, Gersdorf. Sie verheiratete sich am 7. Januar 1725°) wieder mit Thristoph Adolph v. Berge und starb am 16. April 1740. Thristoph Heinrich hatte testamentarisch das Gut Drauschkowitz seiner Witwe, Frau Barbara Louise geb. v. Theler vermacht. Am 11. Januar 1723 wurde sie belehnt. Nach ihrem Tode fiel das Gut >) Ebenda. Kloß a. a. ') v. 11 echtritz, Diplomat. Nachrichten, III, S. 259. H Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI (1893), S. 108. b) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutsche», insonderheit des Meißnische» Adels, 1896, S. 194. ") Vierteljahrsschrift für Wappen- -c. -Kunde XXI, 5. 82, 108, 204 v. Miltitz. an ihren einzigen Bruder und Mitbelehnten Adolph Benjamin v. Theler aus Wohla. II. Linie Gttenhain. Heinrich v. M. besaß Dorf und Rittergut Gttenhain (880 von Löbau). Sein Sohn Ernst starb in der Fremde, in Ungarns, vor dem Vater. Da Heinrich also keinen Leibeslehnserben hinterließ, so wurde Gttenhain aus seine nächsten Vettern und Lehnsfolger verfallet: „Ulrich v. Miltitz vor sich und in Vollmacht Hanns Ulrichen v. M., fürstlichen pommerischen Hoffmeisters, und dann auch ermelter Ulrich v. M. in Vollmacht Heinrich Earln v. M. und in Vormundschaft ihrer beyden unmündigen Brüder, als Adolffs und Hanns Albrechts v. M. aus dem Hause Trossen haben das Gut Gttenhain ihrem Vrueder und Vetter Hanns Georgen v. M. verkaufst, die Lehen desselben dem Herrn Landeshaubtmann und Umtsvorwalter Se: Gestr: ausgelassen und soll ihme, Ueuffern, Hanns Georgen v. M., inkunftig nach Lehenrecht vor- lihen werden. Actum den 6. Februarii ao 1609"^). Am 17. Februar 1609 wurde Hans Georg v. M., der die Lehn des Gutes Gttenhain bereits am 30. Juli 1605, zugleich auch in Vollmacht seiner Gebrüder Hans und Ulrich gemutet hattet, mit Gttenhain belehnt. Lange blieb Gttenhain nicht in Hans Georgs Besitz; das Gut wurde, unbekannt wann, an Hans v. M. zu Falkenhain und Ulrich v. M. zu Mühlbach verfallet und diese verkauften es an Thristoph v. Gersdorff zu Varuth, der am 23. April 1610 belehnt wurde h. Jener zuerst erwähnte Besitzer Gttenhains, Heinrich v. M. hatte außer dem früh verstorbenen Sohne Ernst auch Töchter, von denen die eine, Magdalena v. M., sich im Jahre 1604 mit Thristoph v. Gersdorff aus Dürrhennersdorf, Baruth, als dessen zweite Gattin vermähltes. 9 H.-St.-B. 1.06. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Gberlausitz ciö LO 1604-1617, Fol. 13. h H.-St.-6. Boe. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 71; Iwo. 9546, Erstes Luch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1637 — 73, Fol. 115. Oer im Text mit angeführte Heinrich Earl v. 111. hatte die Lehn des Gutes Gttenhain für sich und in Vormundschaft seiner Brüder bereits am 28. September 1605 gemutet. H.-St.-kl. Boo. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. I5b. 2) H.-St.-B. Boc. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 13. H Ebenda, Fol. 92 b. h Thristoph Volkmar v. Gersdorff schreibt am 13. Februar 1644 an den Gber- amtshauptmann, . . . „daß gemeldeter Ernst r>. Miltitz, Heinrichs v. Miltitz weil, auf Gttenhain nachgelassener Lohn, gar zeitlich in seinen jungen Fahren mit einem von Sturm in Hungarn gezogen und nicht wieder kommen, inmaßen denn er auch darauf, als die Post kommen, daß er in der Fremde verstorben, von den Seinigen betrauert, das Gut Gttenhain in der Vettern Hände kommen, von ihnen ferner meinem selig verstorbnen Herrn Vater, als welcher vorher besagtes Trusts von Miltitz Schwestern eine in der andern Ehe zum Weibe gehabt, erkauft und nachmals nach meines sel. Vaters Tode von mir Georgen v. Gersdorff a. d. H. Herwigsdorf käuflichen hingelassen worden, welches alles landkundig und männiglichen wissend. Daß aber mehr Gebrüder v. Miltitz zu Gttenhain vorhanden gewesen sein sollten, davon ist mir ganz nichts wissend, sondern, da je derselben vorhanden gewesen, müßten dieselben gar zeitlich und da ich noch ein Bind gewesen, gestorben sein, daß ich dererselben nicht gedenken könnte, und daß mir also von andern mehr Brüdern v. Miltitz a. d. H. Gttenhain ganz nichts bewußt" . . . H.-St.-B. Boo. 9546, Erstes Buch rc., Fol. 122. v. Miltitz. 205 Heinrich v. IN. hatte aber noch andere Töchter, von denen die eine, Elisabeth, vermählt war mit Michael v. Dersdorfs aus Glossen, während die andere, Ursula, unverheiratet geblieben war*). Vieser Jungfrau Ursula waren, wie der Dberamtskanzler Jakob Münch am 27. Npril 16412 ) dem Üursürsten meldete, nach ihres Vaters Tode 500 Fl. zum Lhegeld in Gttenhain ausgesetzt gewesen. Ursula sei vor sieben Jahren gestorben, . . . „sieder der Zeit aber sich niemand solcher Gelder ange- maaßet, weniger jemals einige Lehen darüber gesucht oder gemuthet worden, dahero es das Unsehen, als ob von dem Geschlecht derer v. Miltitz in dieser Linie niemand mehr vorhanden sein müsse, der sich binnen dem siebenten ^raclu der Folge halben zu solchen Geldern ziehen könnte". Da nun niemand diese 500 Fl. gemutet oder gesucht hatte, so waren sie als abgestorbenes oder verschwiegenes Lehn dem landessürst- lichen Fiskus und Uammergut heimgesallen. Der Nursürst verordnete hieraus am 26. Februar 1644, die Miltitz scheu Uusstattungsgelder in Höhe von 500 Fl. dem Dberamtskanzler Dr. Jakob Münch in Bautzen zu überweisen. Uls dann Frau Elisabeth v. Gersdorff geb. v. M., Witwe zu Glossen, den Üursürsten bat, ihr die seit dem Ubsterben ihrer Schwester Ursula v. M. rückständigen Zinsen der im Gute Gttenhain stehenden und nunmehr heimgesallenen 500 Fl. Miltitz scher Uusstattungsgelder zu verabfolgen, so bestimmte der Uursürst am 18. Upril 1645, daß aus den rückständigen Zinsen ihr die ausgewendeten Begräbniskosten in Höhe von 100 Fl. gewährt würden ff. III. Linie Uroppen. Haubold v. M., geboren zu Schenkenberg am 30. Juli 1613ff, ein Sohn des kurfürstlich Sächsischen Ureissteuereinnehmers Ulexander v. M. aus Schenkenberg, Bernsdors und Dberau (* 20. Oktober 1578, -s 30. September 1635), war kurfürstlich Sächsischer Geheimrat und Kammer- Herr, Dbersteuerdirektor des Meißnischen Ureises, Gberhauptmann des Erb- und prokuraturamts Meißen, aus Scharfenberg. Er erstand das zum zwangsweisen verkauf gelangende Gut Uroppen ((MO von Drtrand, an der Pulsnitz) am 24. September 1677 für 9914 Taler 21 Gr. 4 Pf. Um 20./30. Dezember 1677 verwandelte der Uursürst Uroppen in Erbe ff. Hierzu erwarb er am 4. Oktober 1679 von Frau Ursula v. Minckwitz, geb. v. Gersdorff, Witwe aus der Herrschaft Drehna und Lindenau, Erb- srau zu Tettau, das zum Gute Tettau gehörige sogenannte „Oberwasser" samt der Wiese, den Ober- und Niedergerichten für 420 Fl.; ferner von H Oer Landeshauptmann Hans Wolf v. Gersdorff und der Umtshauptmann Heinrich v. Metzradt berichten am 20. Februar 1644 dem Kurfürsten, die nächsten Vettern und Lehnsfolger Heinrichs v. IN. hätten Gttenhain verkauft „ganz frei, unver- pfändet und unverleibgedinget außer des verstorbenen Heinrichs v. Miltitz hinterlassener Mutter Leibgedinge und seiner swohl Trusts v.M.s Schwestern, deren die verstorbeneUrsula v. Miltitz eine gewesen, Uusstattungsgelder". Schwester Ursulas sei Elisabeth v. Gersdorff auf Glossen, geb. v. Miltitz. H.-St.-6. Boo. 9546, Erstes Buch rc., S. 144. 2) Ebenda, S. 14. ff H.-Zt.-U. Boe. 9546, Erstes Buch rc., Fol. 122 f. ff Kroppener pfarrarchiv. -ff H.-St.-5l. Boe. 9548, Das 8.Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1672 — 81, Fol. 101. 206 v. Miltitz. Hans Gtto v. polenz zu Jannowitz ein Stück Holz, „den Kuhländischen Wald", nebst etwas Wiesewachs, daraus die Gemeinde „Bockwitz" swohl Peikwitz, 0 von Buhlands jährlich 40 Taler Lrbzins und etliche Haudienste zu leisten schuldig. Der Abschluß dieses Kaufs erfolgte am 2. Februar 1679, der Kaufpreis betrug 1560 Fl. Am 26. Februar 1680 verwandelte der Kurfürst auch diese Stücke in Erbgut. — haubold v. M. kaufte ferner am 17./27. März 1680 von Helena v. hoqm, geb. v. Wiedebach, Witwe auf Guteborn und Kuhland, das sogenannte „Welschholz" bei Kuhland, das an sein Gut angrenzte, für 300 Taler. Der Kurfürst verwandelte das Stück in Erbe, haubold kaufte hieraus am 26. März 1688 von Augustus und Wolf Nikol Gebrüdern v. Lüttichau auf Klein- Kmehlen ihren zwischen seiner und des Kammerdirektors Freiherrn v. hopm Besitzung innen liegenden sogenannten „Kuhländischen Wald". Endlich erwarb haubold noch am 18. August 1681 vom Kat zu Grtrand das vors Heinersdorf (OblO von Grtrand, durch die Pulsnitz von Kröppen getrennt) mit 14 Hüfnern und 8 Gärtnern. haubold stiftete 1684 ein Kapital von 1000 Fl., dessen Zinsen dem Pfarrer und Schulmeister zu Kröppen zufallen sollten I. Er starb als Herr auf Scharfenberg, Kröppen, Scherau am 21. März 1690 und wurde in Kaustadt begraben, von seinen Kindern sind bekannt (a —6): a. Lrdmann, getauft am 14. August 1681 ^). b. Sophie Hedwig, vermählt mit Hans Siegmund v. pslugk. c. Kahel Helene, vermählt mit Georg v. Werthern. cl. Anna Elisabeth, vermählt mit Earl Gottfried v. Bose. Kröppen und pertinentien fielen an Frau Kahel Helene v. Werthern. Jener Alexander v. M. hatte außer dem soeben bei der Linie Kröppen angeführten Sohne haubold (ch 21. III. 1690) noch einen Sohn Dietrich, der den Stamm fortpslanzte. Dietrichs Urenkel, Ernst haubold v. M. I, geboren zu Gberau bei Meißen am 13. Juli 1739, gestorben zu Pisa am 6. März 1773, Herr auf Gberau, Batzdorf und Siebeneichen, kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, Amtshauptmann und Gberstleutnant in der Leibgrenadiergarde, der Freund Gellerts und Förderer Fichtes, vermählte sich in Bautzen am 26. September 1765 mit Henriette Louise v. Schönberg, geboren zu Weicha am 12. Dezember 1741, gestorben zu Bautzen am 1. Mai 1809, Tochter Wolf Kudolss v. S. aus Weicha. Zuerst Stistsdame in Joachimstein, wurde sie am Landtag Bartholomäi 1778 zur Stistshosmeisterin erwählth. Im Jahre 1791 kaufte sie von Friedrich Hermann Karl v. Langenau die Kittergüter Gber- und Niederes Nachricht im Nroppener Pfarrarchiv. 2) a, b und e nach Scheidemantels Nollektaneen in der Nroppener Pfarre. 3) Jahrbuch des Deutschen Adels, II. Band, S. 581, 585. Ernst lsaubolds und seiner Gattin gedenkt mit warmer Anerkennung V von Nuhland, 880 von Lindenau). Georg Laspar d. »z . verkaufte das Rittergut Lindenau mit allen Zubehörungen von Johanni ^ 8 1614 an aus zwölf Jahre, also bis 1626, wiederkäuslich an Tarl ^ ^ v. Kottwitz auf Köben im Kreise Steinau für 42000 Fl. Noch vor Ablauf dieser zwölf Jahre starb Georg Laspar d. 6. mit Hinterlassung zweier Söhne - eine Tochter und zwar seine zweite war am 28. Januar 1602 getauft worden — h: a. Georg Laspar d. I. b. Loth Gotthard. Die Vormünder dieser beiden Brüder, Samuel v. holtzendorff aus „pretzsch" swohl Vretschen im Kreise Lübbenf und Hans Friedrich v. Minckwitz auf Drehna gaben am Tage Johannis Baptistae 1626 s24. Junis das Gut Lindenau dem Gberstwachtmeister Peter v. helwigs- darf aus vier Jahre in Pacht. Dieser lieh 26000 Fl. in das Gut und erhielt es dafür hppotheziert. a. Georg Laspar d. I. v. M. trat in die Dienste des Herzogs Holstein und konnte großer Kriegsgefahr halber im Jahre 1627 von L 0 Uöhler, Ooäsx cliplom. Busutias sup., S. 103; voehler, Neues Laus. Mag. Bd. 78, S. 2Z. h Nnothe in seiner Geschichte des Gberlausitzer Ndels, 187Y. S. 372, sowie im Neuen Laus. Magazin Bd. 63, 5. 98 gibt als Besitz des Geschlechts v. M. irrtümlich an Thräna, NO von IVeißenberg, anstatt Herrschaft Drehna im Luckauer Nreise N.-L.- vie wenigen Nngaben Gauhes in seinem Genealogisch-Historischen Ndels-Lexicon, I. Bd., 1740, 5. 1384 über die Dberlausitzischen v. M. sind ganz unzuverlässig. o) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißn. kldels, 1896, S. 193. H Ebenda, 5. 195. — Loth v. M. erbaute das Schloß zu Lindenau, den stattlichen Schloßturm ließ sein Sohn Georg Laspar v. M. aufführen. „Die schwarze Elster" Nr. 121 vom 3. März 1910, Beigabe zum Liebenwerdaer Nreisblatt. 5) H.-St.-N. Gen. Boo. 11350, Minckwitz, vol. I. o) „Die schwarze Elster" Nr. 121 (1910). v. Minckwitz. 209 weder zum Beilager nach Torgau'), noch zur Belehnung nach Bautzen kommen. Erst im Jahre 1630 wurden beide Brüder mit ihrem Anteil an Lindenau belehnt. Georg Caspar d. I. versckwindet nun aus der Gberlausitz. b. Loth Gotthard v. M., der jüngere Lohn Georg Easpars d. A., wurde zu Lindenau am 11. Februar 1611 geboren H. Km Dienstag nach Margarethen 1640") verkauften ihm die Helwigsdorfschen Erben ihr im Gute Lindenau ererbtes Pfandrecht der 30000 Fl. Kapital für 19000 FI. Der Kurfürst verwandelte ihm am 24. Dktober 1651 aus sein Ansuchen das Gut Lindenau aus Lehn in Erbe; am 1. Februar 1652 erhielt er den Lrbbrief"). Am 18. Mai 1668 legte er den Grundstein zu der von ihm erbauten Kirche zu Lindenau"). Loth Gotthard erfreute sich großen Ansehens: er war Landesältester des Bautzner Kreises, dann Kur- und fürstlich Sächsischer Kat und Landeshauptmann des Markgraftums Niederlausitz. Am 28. Mai 1663 nahm er, damals als kurfürstlich Sächsischer Kat und Amtshauptmann der Ämter Dobrilugk und Finsterwalde bezeichnet, als einer der zehn Karos euriae an einem Mannlehngericht aus dem Schlosse Grtenburg in Bautzen teiU). Loth Gotthard starb in Dresden am 9./19. Februar 1678. Sein Monument befindet sich in der Kirche zu Lindenau')- vermählt war er mit Ursula v. Gersdorff, Tochter Uikols v. G. aus Doberschütz. Sie brachte ihm zufolge der Lheberedung vom 30. November 1640 2000 Tlr. als Ehegeld mit, wogegen er sie am 19. Januar 1643 aus Lindenau verleibgedingen ließ. Ein Jahr vor ihres Gatten Tode kaufte sie am 14. Mai 1677 von Thristoph Heinrich v. Loß das Gut Tettau (bl von Lindenau, von Kuhland, an der Pulsnitz) für 8000 FI. Meißnisch. Am 1. September 1677 verwandelte ihr der Kurfürst das Gut aus Lehn in Erbe"). Am 3. Dezember 1679 starb sie. Kinder scheint Loth Gotthard nicht hinterlassen zu haben"), da er als Erben einsetzte seinen „Vetter" Caspar Lhrenreich v. M. a. d. H. Malsitz (vergl. S. 216). Ursprünglich hatte Loth Gotthard Lindenau zu einem Majorat bestimmt'"). In einem Kodizill vom 23. Juni 1672 änderte er aber tz Gemeint ist jedenfalls die Vermählung der Tochter des Kurfürsten Johann Georgs I. von Sachsen, Sophia Eleonora mit dem Landgrafen Georg II. von kjessen- varmstadt am I. Npril 1627 in Torgau. G. Posse, Die Wettiner, 1897, Taf. 29 und S. 91. H y Feilitzsch a. a. G., S. 196. -h 2n den Lehnsakten Lindenau heißt es: Km 10. Juli, Dienstag nach Margarethen, 1640. kper ^,>iß ein Irrtum vorliegen, da der Margarethentag am 12., 13. usw. bis 20. Juli gefeiert wurde, aber nie vor dem 12. Juli. Grotefend, Zeitrechnung, I, S. 118. tz H-'M.-N. I-oe.9547, Vas vierdte Buch Gberlaus. Lehens-Sachen 1666 — 81, 5ol. 223. „Die schwarze Elster" Nr. 148. (1911). ") Weinart, Lehnrecht des Markgrafthums Dberlausitz, II. Teil, 1788, S. 305. tz Knie, Übersicht der Dörfer -c. Schlesiens, 2. Nufl. 1845, S. 372. 8) H.-St.-N. I-oo. 9548, Vas achte Buch Gberlaus. Lehnssachen, 1672 — 81, Fol. 74. °) Fräulein Tharlotte Tleonora v. Blumenthal wird 1668 als seine „vielgeliebte Pflegetochter" bezeichnet. „Die schwarze Elster" Nr. 148 (1911). uh verzeichniß Gberlaus. Urkunden II. 8d., S. 330: Majoratsstiftung auf Lindenau am 6./16. Iuni 1668. v. INinckwitz. 210 diese Bestimmung dahin, daß nur eine Summe von 15 000 Talern als Majorat aus Lindenau verbleiben solle. Frau Ursula vererbte ihr Gut Tettau ihrem Bruder, dem Gberamtsverwalter Gottlob Lhrenreich v. Gers- dorff und dieser verkaufte das Gut am 23. Februar 1680 dem soeben erwähnten Taspar Threnreich v. M. II. Linie pietzschwitz — Uadibor. Söhne eines uns nicht bekannten Vaters waren drei Gebrüder v. M., die wir zu Unsang des 17. Jahrhunderts in der Gberlausitz angesessen finden: Lhristoph. Siehe unten. I. Ust. B. Lsaias. Siehe unten S. 212. II. Ust. 6. Taspar. Siehe unten S. 218. III. Ust. I. Ust. Thristoph v. M. wird zu Dresden am 26. Mai 1598 belehnt mit folgenden Meißnischen Besitzungen, die er von den Erben des Untonius v. Schönberg gekauft hatte: Sitz und Vorwerk pietzschwitz (^VblM von Bautzen) nebst den Dörfern Semmichau (^8^V von Bautzen), Hähnchen (^V von Bautzen) und Zockau (^V8^V von Bautzen). Mitbelehnt wird sein Bruder Lsaias aus „Buchwaldichen", ferner Taspar, seines Bruders Taspar Sohn „und solgends seine Vettern hieronymussen, Georgen und Wolfens Söhne und Salomon v. M. zu Falkenhain". Ferner war auf Unsuchen ihrer Vormünder, Ueichards v. d. Schulenburg und Gottfrieds v. Wolffersdorff drei Niederlausitzischen Vettern zu Drehna, Taspar Friedrich, Friedrich Magnus und Hans Friedrich Gebrüdern v. M-, denen die Güter Uehain und Stiebsdorf gehörten, die gesamte Hand mit Thristoph v. M. am Gute pietzschwitz am 22. Mai 1598 bewilligt worden. Thristoph erwarb von Hans Ernst und Thristoph, Taspar und Siegmund v. haugwitz die Güter Uadibor (bl von Bautzen) samt dem Vorwerk Malsitz (HO von Bautzen, 880 von Uadibor) und „Bornewitz" (Bornitz, 880 von Uadibor) und wurde am 13. Oktober 1606 belehnt mit diesen Gütern, ferner dem freien Uretschamsverlag zu Uadibor, Esuoos, „Lumbske" (Lomske) und Merka, sowie den Untertanen und Lehnleuten zu Uadibor, Malsitz, Vornitz, Csuoos, Lomske, Uimschütz, Ieschütz, Merka, Brohna, Luttowitz, mit Ober- und Uieder-Gerichten, auch dem psarrlehn zu Uadibor h. — von den Uirchengeldern zu Uadibor lieh er imIahre 1619 zweihundert Mark, jede zu 26 Kreuzern, dem Lhristoph v. Metzradt zu Milkwitz zu 6°/« auf halbjährliche Kündigung"). tz Vriginallehnbrief auf Pergament im pfarrarchiv Kadibor. Lhristoph empfängt die Lehn — fo heißt es im Lehnbrief — über Radibor, „soviel hieran von diesem Königlichen Cberambt immscliats zu Lehn rühret, insonderheit aber das daselbst dem Forwerge Radebar zugeschlagene klmbtslehngutt, welches mit gnedigstem Lonsens und Ratification der Karp Rtt: unsers allergnedigisten Herren mit einem andern zu sZäschitz außgewechselt" . . . h Kopie der Urkunde vom Lage Michaelis lbld im pfarrarchiv Radibor. — Lhristoph v. IN. veranlaßte die Stände sich beim Kaiser Rudolph II. im Jahre 1608 dafür zu verwenden, daß die eine der beiden katholischen Kirchen in Radibor zur v. Minckwitz. 211 Christoph v. N. kaufte ferner am 17. Februar 1609 von Heinrich v. Rosenhagen zu Grünewald in Vollmacht seines verschuldeten Bruders Ludwig v. Rosenhagen „und Luppa" dessen Dorf und Gut Luppa (dl von Radibor) mit Zubehörungen und Untertanen, freiem Schank, Ober- und Niedergerichten. Um 27. November 1609 wurde der Raufer belehnt. Hierzu kaufte er von Georg Rudolph v. ponickau auf Neschwitz ein Stück seiner kleinen Heide und empfing am 28. März 1612 die Lehn hierüberH. Im Jahre 1626 endlich erwarb Christoph von Friedrich Balthasar v. Metz- radt auf Gppitz und Hermsdorf das Gut Bocka (dl von Radibor) nebst dem Dorfe Rleiu-Dubrau und wurde am 30. Mai desselben Jahres belehnt. Christoph v. NI., Landesältester, machte am 20. Mai 1633 sein Testament und starb im Jahre 1635^). vermählt war er mit Ursula v. Schönberg, Tochter Hans lvolfs v. S. auf Pulsnitz und seiner Gattin Ursula v. Tarlowitz^). Folgende Rinder Christophs sind bekannt (1 —11)H: 1. Rnna Maria, geboren am 8. März 1598. Sie vermählte sich zu Bautzen am 21. Oktober 1614 mit Niklas v. Gersdorff^). 2. Johann Christoph, getauft am 19. Juni 1599, gestorben am 19. Februar 1629, vermählt mit Latharina v. Hoym, Tochter Siegfrieds v. H. auf Guteborn und Ruhland. Die Lhestistung erfolgte im Jahre 1626. Die lvitwe schloß eine zweite Che mit dem königlich Schwedischen Obersten Johann Martin v. Gettinger. Sie hatte, wie ihr zweiter Gatte von Stecklenberg aus am 29. Dezember 1653 dem Rurfürsten von Sachsen berichtete, 12 000 Taler an Leibzinsen, Hausgeld usw. in den Minckwitzischen Gütern Radibor und Malsitz zu fordern. Wegen dieser Rnsprüche kam es zu einem Hilfsprozeß zwischen beiden Parteien. Johann Christoph hinterließ eine Tochter Ursula Catharina°). 3. Barbara, geboren am 6., getauft am 19. Februar 1601, gestorben am 29. Dezember 1601 im Rlter von 46 N). 8 T., begraben am 5. Januar 1602. 4. Wolf Dietrich, geboren am 19. Mai 1602, getauft am 7. Juni, gestorben am 18. März 1603 im Rlter von 43 W. Abhaltung des evangelischen Gottesdienstes gebraucht würde, ohne indessen zu dem gewünschten Ziele zu gelangen. 5lls zur Zeit der Böhmischen Konföderation die Stände den Direktoren namentlich auch die den Evangelischen so ungünstigen Verhältnisse in Kadibor zur Kenntnis brachten, wurde wenigstens vorübergehend ein protestantischer Pfarrer daselbst angestellt, der aber bald wieder einem katholischen weichen mutzte, vergl. I. G. klüller, versuch einer Vberlausitzischen keformazions- geschichte, 1801, 5. 731 ff. tz ks.-5t.-K. Boo. 4552, Die Ratibar - Minckwitzischen dem kserrn von Bieberstein zu Lehen gehende Güther zu Ratibor und Malsitz betr., Fol. 114, 118. H Ebenda. H Fraustadt, Geschichte des Geschlechts o.Schönberg, I.Bd. Abt. ^., 1878, S.Z76. tz Nr. 1 — 4 nach dem Gödaer Kirchenbuch, vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI (1843), S. 108. H Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXX (1402), S. 361. H ks--5t.-A. Boa. 4552, Die Katibar-Minckwitzischen . . . Güther. 14 * 212 v. Mnckwitz. 5. Ursula, geboren am d. Rpril1604, vermählte sich mit Lhristoph v. Gersdorff aus Lautitz, der sie 1635 auf diesem Gute verleibge- dingen ließ. 6. Lhristianus, geboren am 22. November 1605, gestorben am 4. Januar 1607 im Rlter von 1 I. 9 W. 7. und 8. Rudolph und Ehrensried, geboren . . . post äoinin. Nisoricorct. 1611 j. . .nach 7. Rprilp erstere starb 5. November 1612 im Rlter von 1 Vs I.; letzterer am Dienstag p. Trinität. 1612 s9. Junis. 9. Sophia, geboren am 4. Dezember 1612 (Jul.), später vermählt mit Wolf v. ponickau aus prietitz und Wiednitz. 10. Hans Heinrich. Siehe unten. 11. Rnna Sabina, vermählt mit Heinrich v. Temritz aus Diehsa. 10. Hans Heinrich v. IN. war der einzige seinen Vater überlebende Sohn. Christoph v. IN. hatte in seinem in Bautzen am 20. INai 1633 errichteteten Testament bestimmth: Rlle seine Lehngüter fallen an seinen einzigen Sohn Hans Heinrich, dieser solle jedoch dem hinterlassenen Töchterlein Ursula Tatharina seines (Hans Heinrichs) verstorbenen Bruders Hans Lhristoph geben 4000 FI- «an Lheschmugk und hochzeitgelde und dann, ehe sie sich verehelicht, jährlich einhundert Gülden zu ihrem Unter- haldt außm Lehen folgen und reichen lassen, hiergegen ihme alles viehe, Schaffe und Getrepdicht, auser deme maß der Fraw Mutter gebühret, bei) den Lehengüttern vorbleiben solle". Seine zu Erbrecht gehörenden Stücke vermacht Lhristoph seinen Rindern Hans Heinrich, Unna Sabina, Ursula, Sophia, sowie den von Nikol v. Gersdorff mit seiner Tochter Rnna Maria v. M. sei. erzeugten und hinterlassenen zwei Söhnen und drei Töchtern: Lhristoph Friedrich, Gottlob Ehrenreich, Rnna Sophia, Rnna Maria und Ursula v. Gersdorff, ferner der Tochter seines verstorbenen Sohnes Hans Lhristoph: Ursula Tatharina v. M. Würde Christophs Sohn Hans Heinrich v. M. ohne Erben sterben, so sollten die Lehngüter an die nächsten Rgnaten fallen, jedoch dergestalt und also: Da er von seinem Vater 19 000 FI. geerbt habe, seine Lehngüter aber in die 60 000 Fl. wert seien, so sollten die Lehnsvettern 38 000 Fl. binnen eines halben Jahres den Landerben auszahlen oder ihnen versichern,' dann erst dürfe der Lehnsvetter die Güter in Besitz nehmen. Hans Heinrich starb in Jahresfrist nach seinem Vater, also im Jahre 1636. Rls nächste Lehnsvettern maßten sich nun Taspar v. M. auf Uckro und Ehrenreich v. M. die erledigten Lehngüter an. Wegen Ruszahlung der 38 000 Fl. kam es zwischen ihnen und den Landerben zu einem Prozeß^). II. Rst. 8. Lsaias v. M., ein Bruder des unter aufgeführten Christoph, kaufte von diesem die Güter pietzschwitz, Semmichau, Hähnchen und Ebenda. -) I^oe. 9552, vie llntibar-lllinckwitzischen . . . Luther . . . betr. v. Ntinckwitz. 213 Zockau und erhielt sie am 19. Juni 1607 zu Lehn verreicht. Um 1615 verkaufte Lsaias diese Güter an Uudolph v. Bünau aus Uedaschütz. Im Jahre 1626 am 10. September erwarb Lsaias, genannt „zu Nieder- Nennersdors", von Wolf Magnus v. Baudissin dessen Niedergut Schmölln (0 von Bischofswerda) und wurde am 20. September desselben Jahres belehnt. Bald daraus starb er, denn am 22. Januar 1627 wurden die drei Vormünder seiner Kinder — unter diesen Vormündern auch Caspar v. M. auf Uckro und Christoph v. M. auf Nadibor - mit Schmölln belehnt. Lsaias war zweimal vermählt: I. mit Cuphemia v. Nostitz. Sie starb am Mittwoch nach (Ostern 1610H sll. NpriH; II. mit einer unbekannten Dame, die im Jahre 1615 als Pate in Göda erscheint^). Cr hinterließ aus seiner zweiten Ehe folgende Kinder H: 1. Lhrenreich. Siehe 1. Zweig. 2. Lsaias, geboren am 12. Novembrr 1613. von ihm erfahren wir nichts weiter. 3. Unna Sophia, geboren am 2. Jebruar 1615. 4. Caspar Christoph, ungewiß ob aus seines Vaters erster oder zweiter Ehe stammend H. Siehe 2. Zweig 5. 215. 1. Zweig. Lhrenreich v. M., Sohn des Lsaias aus seiner zweiten Ehe, wurde am 13. Dezember 1612 geboren. Nach dem Tode des Hans Heinrich v. N. ('s 1636. vergl. S. 212) fielen seine Güter Nadibor, Bornitz, Malsitz, Luppa, Bocka, Dubrau und pertinentien an seine nächsten Lehnsvettern Caspar v. M. aus Uckro und Lhrenreich, Gevettern v. M., die am 10. September 1637 belehnt wurden. Zufolge einer Teilung vom 6. Npril 1645 fiel Nadibor samt Zubehörungen an Lhrenreich, an seinen Bruder Caspar Christoph Malsitz. Der Sohn Caspars v. M. auf Uckro, Hans Christoph, erhielt GeldH. Ehrenreich v. M- starb in Bautzen am 11. Januar 1654 im NIter von 41 Jahren und wurde in Neschwitz begraben °). vermählt war er mit Nmalie Elisabeth v. d. vrössel, Tochter Georgs v. d. D. aus TolochauH. >) Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXI (1895), S. 108. ft Ebenda, S. 108. ft Nr. 1-5: Ebenda, S. 109. ft Daß er ein Lohn Esaias' v. IN. ist, geht mit Licherheit daraus hervor, daß Caspar Christoph und Lhrenreich als Gebrüder bezeichnet werden: k).-St.-6. Noo. 9552, Dis Haftbar-Ntinckwitzischen . . . Güther betr. ft Bald nach erfolgter Teilung vom 6. Npril 1645 ist der Gebrüder v. NI. unmündiger Vetter Hans Christoph v. Nt., „Caspars v. Nt. zu Uckro in Niederlausitz (welcher die Güter Nadibor und Ntalsitz neben obengedachten bepden Gebrüdern v. Nt. von ihrem Vetter Hans Heinrichen v. IN., binnen noch währendem Jahr und Tag nach seinem Vater Lhristophen v. Nt., weiland zu Nadibor und Ntalsitz verstorben, zu gleichen Teilen ererbet) hinterlassener Lohn . . . Todes verfahren". 6) ft. G. Lchulze, Nhnentafeln adelicher Familien, Ntspt. ft. I. 25, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. ft Über einige v. d. Drossel im Nmte Lchlieben vergl. Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXXII (1004), S. 21. 214 v. Minckwitz. Üls Kinder Lhrenreichs sind uns bekannt (a-k): a. Georg Lhristoph. Siehe unten. b. Hans Heinrich. c. Georg Friedrich. 6. Hans Laspar. Siehe unten S. 215. s. Rmalia, vermählte sich mit George Bernhard v. Theler aus Neschwitz. k. RnnaMaria, vermählte sich mit Caspar Rudolph v. ponickau aus Lugah. Rn einem Teil der Radiborschen und Malsitzschen Güter hatten die Herren v. Bieberstein seit alten Zeiten ihre Rfterlehnschaft geltend gemacht. Nachdem aber nun Ferdinand v. Bieberstein sich dieser praetendierten Rster- lehnsgerechtigkeit über die im Markgraftum Gberlausitz gelegenen Minck- witzischen Güter Radibor und Malsitz samt pertinentien vermöge Vergleichs, Forst den 29. Dezember 1665, begeben hatte, wurden die oben genannten Gebrüder v. M., die Söhne Lhrenreichs, am 18. Rugust 1670 vom Dberamtsverwalter mit diesen Gütern belehnt. a. Georg Lhristoph v. M. hatte, mündig geworden, im Oktober 1664 um die Belehnung zu seinem Anteil mit dem väterlichen Gute Radibor gebeten. Rm 29. Mai 1673 teilte er sich mit seinem Bruder Hans Laspar so in die väterlichen Besitzungen, daß ihm Radibor, Hans Laspar das Gut Luppa zusiel. Georg Lhristoph wurde nunmehr am 13. Juli 1673 belehnt mit den Gütern Radibor, Ouoos und Bornitz. Radibor war kein schuldenfreier Besitz: Das Domkapitel zu Bautzen beanspruchte geistliche Zinsen auf dem Gute in höhe von 356 Tlrn. 3 Gr. 11 ps. und wirkte im Jahre 1670 die Immission aus. Nach längeren Verhandlungen befahl der Kurfürst am 8. März 1673, es solle dem klagenden Domkapitel die Exekution und Immission in das Gut Radibor nicht verstattet, doch sollten die Minckwitzischen Erben zu unverzüglicher Rbstattung der schuldigen Dezimen und Geldbeträge angehalten werden h. Im Jahre 1679 klagten ferner die Vorsteher der Priesterschaft zu Görlitz gegen Georg Lhristoph v. M. wegen geistlicher Forderungen in höhe von mehreren hundert Talern aus dem Gute Radibor h. Rm 22. November 1685 verkaufte Georg Lhristoph das Gut Radibor, das an die achtzig Jahre dem Geschlecht v. M. gehört hatte, an Hans Julius v. Burkersroda. Er erwarb nun das Gut Medewitz (OblO von Bischofswerda) zu lvalpurgis 1687 von Laspar Gottlob v. Rechenberg und erhielt es am 20. Dezember desselben Jahres zu Lehn verreicht. Schon im Jahre 1693 verkaufte er das Gut wieder an Tarl Gottlob v. ponickau. Georg Lhristoph, der in den Lehnsakten gelegentlich Leutnant genannt wird, starb am 21. Oktober 1699 h. vermählt war er mit Isabella Elisabeth v. Metzradt, Tochter Hansens v. M. auf Malschwitz. Rm 21. Dezember 1684 ließ Georg 0 k)-- 5 t.- 0 . Gen. v,oe. 11350, Minckwitz, vol. I. h H.-St.-V. Gen. 1.06. IIZ50, Minckwitz, vol. I. tz Ebenda, vol. I. tz Ebenda, vol. I. o. Minckwitz. 215 Lhristoph diese seine Gattin nach Inhalt der zwischen ihnen am 25. Juni 1682 ausgerichteten Thestiftung gegen angenommene und bezahlte 2000 Tlr. Lhegelder mit 2000 Tlrn. Gegenvermächtnis und 500 Tlrn. für die weibliche Gerechtigkeit nebst 500 Tlrn. zur Behausung, aus sein Gut Nadi- bor verleibgedingen. Für die ihm an Paraphernalien zugebrachten 1626 Tlr. 10 Gr. verschrieb ihr Georg Thristoph gleichfalls sein Gut Nadi- bor zur Hypothek. Kinder Georg Thristophs werden uns nicht genannt. cl. Hans (Johann) Laspar v. M., ein anderer Sohn Threnreichs, hatte in der brüderlichen Teilung vom 29. Mai 1673 das Gut Luppa (bl von Nadibor) erhalten, mit dem er am 13. Juli 1673 belehnt wurde. Auch die benachbarten Güter vubrau und Bocka gehörten ihm. Km 17. August 1708 starb Hans Taspar. vermählt war er seit dem 26. April 1681 mit Johanna Magdalena v. ponickau a. d. h. Neukirch, Tochter des Hans Gtto v. p. und der Maria Sabina v. Grünrod h. Hans Taspar hatte, soweit bekannt, folgende Kinder: 1. Thristiane Tharlotte, vermählt am 3. Dezember 1720 mit Friedrich Adolph v. Gersdorff auf Techritz. Sie starb am 22. November 1722 2). 2. Taspar Gtto, geboren im Jahre 1682, kaufte im Jahre 1707 von seinem Vater das Gut Bocka für 5000 Tlr. inkl. Schlüsselgeld und wurde am 3. August dieses Jahres belehnt. Nach dem Tode seines Vaters fielen Taspar Gtto durch das Los noch zu die väterlichen Güter Luppa und Vubrau; am 3. November 1708 erhielt er sie zu Lehn verreicht. Laspar Gtto starb am 23. April 1716 als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Appellationsrat und Assessor des Ouäicium oräinuriurn ohne Leibeslehnserben. Vermählt war er seit dem 7. September 1713h mit Susann« Nenata v. Koseritz a. d. h. Naundorf, geboren zu Grochwitz am 22. Dezember 1694, gestorben am 26. Dezember 1716 im Alter von 22 Jahren. Seine Tochter Susann« Gttonia Johanna, geboren am 18. Dezember 1716, vermählte sich mit Johann Heinrich Gottlob v. Nostitz auf Nuppersdorf und Vber-Dderwitz und starb zu Nuppersdors am 7. Dezember 1780h. 3. Georg Heinrich, war um Mitte August 1709 bereits nicht mehr am Leben. 4. Tarl Gottlob, geboren am 23. Oktober 1688, getauft am 3. November, Leutnant. An ihn fielen nach Taspar Dttos Tode (fi 23. April 1716) die Güter Luppa und Bocka. Am 2. März 1717 wurde er mit diesen Gütern belehnt, im Jahre 1723 verkaufte er sie an Wolf Friedrich v. Nostitz. 2. Zweig. Laspar Lhristoph v. M., Sohn des Lsaias auf pietzschwitz rc., erhielt nach langjähriger Abwesenheit von Hause am 14. August 1640 0 I. G. Schulze, Ahnentafeln, Nlfpt. 2) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, I. Teil, 1740, S. 84. 'h I. G. Schulze, Ahnentafeln, lNfpt. h v. Uechtritz a. a. V. I, S. 134. 216 v. Minckwitz. vom Gberamt einen Indultschein wegen gesuchter Lehn der Radiborer Güter. In der brüderlichen Teilung vom 6. April 1645 gelangte das Gut Malsitz an ihn, während an Ehrenreich, wie erwähnt, Radibor gefallen war. Laspar Christoph starb am 23. April 1662. vermählt war er mit Barbara Sophia v. ponickau a. d. h. prietitz, die im Jahre 1646 starb. Gb er noch eine zweite Ehe einging, ist unbekannt. Caspar Christoph hinterließ fünf unmündige Söhne und, soweit bekannt, eine Tochter (1-6): 1. Caspar Ehrenreich. Siehe unten. 2. Georg Rudolph, kurfürstlicher Rammerjunker und Hauptmann, kaufte von seinen Brüdern Taspar Ehrenreich und Carl Adolph deren Rnteile am väterlichen Gute Malsitz zu Michaelis 1677 und empfing am 8. Rugust 1678 die Lehn. Er starb am 15./25. August 1697 als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rammerherr und Oberst. Malsitz fiel nun an seinen Bruder Laspar Lhrenreich. 3. Earl Adolph, von ihm fehlen alle Nachrichten, er starb um das Jahr 1677. 4. Hans Christoph, gestorben am 11. November 1674h. 5. Gottlob Lhrenreich, gestorben minorenn zu Meißen am 24. April 1673h. 6. Sophia Helena, geboren 1644, gestorben zu Leipzig am 23. Januar 1689, vermählt: 1. 1661 mit Wenzel v. Metzradt aus Sohland,- II. 1668 mit Christoph Abraham v. d. Sahlah. 1. Laspar Lhrenreich v. M., der älteste Sohn Laspar Christophs, geboren am 11. Juli 1643 h, suchte in Vormundschaft seiner unmündigen Brüder im Jahre 1667 die Lehn über Malsitz, nachdem Ferdinand v. Bieberstein auf Forst und pförten die an Malsitz praetendierte Lehn vermittelst eines Vergleichs zwischen ihm und Laspar Ehrenreich aufgegeben hatte. Caspar Ehrenreich und sein jüngerer Bruder Earl Adolph verkauften zu Michaelis 1677 ihre Anteile an Malsitz ihrem Bruder Georg Rudolph. Nach dessen Code (ch 15./25. August 1697) fiel Malsitz wieder an Laspar Lhrenreich, der am 9. Mai 1698 mit dem Gute belehnt wurde. Das Gut Lomske (bMO von Radibor) hatte Laspar Lhrenreich gemeinsam mit seinen Brüdern bereits im Jahre 1669 an Carl v. ponickau verkauft, von seinem Vetter Loth Gotthard v. M. (vergl. Linie Lindenau 5.209), der am 9./19. Februar 1678 gestorben war, hatte Caspar Ehrenreich die Niederlausitzische Herrschaft Drehna sowie das Gberlausitzi- sche Gut Lindenau geerbt. Am 7. Februar 1680 wurde ihm zu Allod und Erbe verreicht das Erbgut Lindenau nebst dem Dorfe Burkersdorf, „sonderlich der Wald zu Lindenau ganz und gar, darinnen Niemandes keine Gerechtigkeit, dann die Einwohner des Dorfs Lindenau, so zu gemeiner ihres Hauses Feuers Nothdurft (jedoch keine zu verkaufen) Vrenn- 0 kj.-Lt.-O. 6oo. 9348 , Das 9. Buch (Oberlauf. Lebens - Zachen, 1680-1704, Zol. 121. -) Ebenda, Zol. 121. h Ioh. Bened. Larpzav, Leichenpredigt auf sie. tz Zcheidemantels Kollektaneen im pfarrarchiv zu Krappen. o. Nlinckwitz. 217 Holz hauen mögen", ferner das ganze psarrlehn zu Lindenau, ein „vormarkt" Stückholz in der Nuhländischen Heide h. Das Lindenau benachbarte Gut Tettau (dl von Lindenau, von kuhland) kaufte er am 23. Februar l680 von Gottlob Ehrenreich v. Gersdorfs, dem Schwager Loth Gotthards v. IN. Laspar Ehrenreich besaß also nun die Dberlausitzischen Güter Malsitz, Lindenau und Tettau, sowie die Niederlausitzische Herrschaft Drehna. Die Herrschaft Drehna, diesen alten Minckwitz scheu Besitz, verkaufte er 1697 an den Grasen Erdmann von promnitz. Taspar Ehrenreich nahm an der am 2./12. September 1684 im Schloß zu Bautzen stattftndenden Ehrentafel („Nitterrecht") als einer der zwölf Assessoren des Ehrenmarschalls teM). Er starb in Dresden am 4. Juni 1705. Ihm und seinen Söhnen ist in der Kirche zu Lindenau ein Denkmal errichtet^). vermählt war Taspar Ehrenreich mit Tatharina Elisabeth v. holtzendorss, Tochter Lhristian Siegmunds v. h. auf Thallwitz, kurfürstlichen Kammerherrn und Nmtshauptmanns zu Eilenburg und Düben aus dessen erster Ehe. Der Vater der Braut versprach, Thallwitz den 15. November 1673, innerhalb Jahresfrist nach hochzeitlichem Beilager 3000 Fl. zum heiratsgut und Lhegelde. Der Bräutigam versprach der Braut 3000 Fl. zum Gegenvermächtnis, demnach 6000 FI., und zwar solle nach seinem Tode das Gegenvermächtnis mit zehn vom hundert, das Ehegeld mit fünf vom hundert jährlich verzinst werden; er sichert ihr ferner freie Wohnung oder 600 FI. alsbald nach dem Dreißigsten nach seinem Tode zu rc.h. Frau Tatharina Elisabeth kaufte am 4. INai 1707 von Melchior v. Milkau die Lehnmühle bei Drtrand und verkaufte sie wieder am 12. September 1715 für 6 500 FII) Sie erhielt 1719 das Grtrander Bürgerrecht und zwar unentgeltlich, da sie im Schwedenkrieg der Stadt 1400 Ntlr. geliehen hatte ^). Taspar Ehrenreich hatte folgende Kinderh: u. Loth Siegmund, geboren am 27. Januar 1675, gestorben am 28. Mai 1703, kurfürstlich Sächsischer Kammerherr und hofrat. Er besaß die Güter Sacka und Stölpchen, beide in der heutigen Kmtshaupt- mannschaft Großenhain. b. Gottlob Ehrenreich, geboren am 4. Nugust 1679, erhielt in brüderlicher Teilung, Lindenau den 30. Dezember 1705, die Güter Lindenau, das benachbarte Burkersdorf und Tettau, sowie Sacka. 0 l).-St.-N. Noo.9348, Vas 8.Such Gberlans. Lehens-Sachen, 1672-81, 5ol.27I. 2) Larpzov, Ehren-Tempel der Vberlausitz, 171d, I. Teil, S. 17Z. °) Knie a. a. G. S. 872. 0 H.-St.-N. Gen. I-oe. I1Z50, Nlinckwitz, Val. I. h v. Zeilitzsch, a. a. V. S. 197. °) „Die schwarze Elster" Nr. 149 (1911). tz v. Zeilitzsch, a. a. G. S. 197. Nach den Lehnsakten von Lindenan starb Loth Siegmund am 14. Juli 1708. 218 o. Minckwitz. Er starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammer- und Jagdjunker zu Dresden am 17. August 1707*). c. Larl Lhristian, geboren zu Lindenau am 10. Juni 1692I, der jüngste Bruder, erhielt im Lrbsonderungsrezeß vom 30. Dezember 1706 die Lehngüter Malsitz und Luttowitz (0 von Kadibor, bl von Bautzen). Nach dem Tode seines Bruders Gottlob Lhrenreich fielen ihm auch dessen Güter Lindenau und Tettau zu. Diese beiden Güter waren beladen mit einer Schuldenlast von 66 466 Tlrn. 8 Gr. 4 Pf., brachten zusammen jährlich 2100 Tlr. Pachtzins, d. h. noch nicht ganz 6 °/o, während die Passiva mit 6°/o verzinst werden mußten. Frau Tatharina Elisabeth v. M., Earl Lhristians Mutter, erhielt auf ihr Ansuchen am 8. November 1708 ein Oscrstum aliaimtoriuin für Malsitz, um mit dem Kaufgelde die auf Lindenau und Tettau ruhenden Schulden zu bezahlen. Indessen kam es jetzt noch nicht zum verkaufe; erst im Jahre 1716 veräußerte Larl Lhristian, am 1. August 1713 mit Malsitz belehnt, dieses Gut an Wolf Lhristoph v. Arnim. Lindenau und Tettau erwarb 1717 Frau Johanne Eleonore v. Brause, geb. v. Vorcke. III. Ast. Taspar v. M., der dritte Bruder Christophs und Lsaias', hatte drei Söhne: Esaias, Caspar und Götz, von denen wir nichts mehr hören. Aus der Sächsischen Linie, a. d. H. Gbernitzschka bei Wurzen stammt der kurfürstlich Sächsische Major der Infanterie Taspar Heinrich v. M., dem das Gut Nieder-Weigsdorf (80 von Dstritz, blbvV von Friedland) gehörte. Er war in erster Ehe vermählt mit Johanna Friederike v. Uechtritz a. d. H. Tzschocha. Sie starb zu Weigsdorf im 34. Lebensjahre am 8. November 1773 im Wochenbett. Eine zweite Ehe schloß er zu Böhlen im Amte Pegau am 29. September 1774 mit Fräulein Louise Friederike Thristiane Marie v. Brandensteinb). Aus erster Ehe hatte Taspar Heinrich die Kinder 1 —4, aus zweiter die Kinder 6 und 6H: 1. Traugott Heinrich, geboren am 16. Mai 1764. 2. Friederike Erdmuth Augustine, geboren am 6. April 1765. 3. Hans Heinrich Ferdinand, geboren am 12. Januar 1767. 4. Tochter, die der Mutter nach wenigen Tagen im Tode nachfolgte. 5. Taspar Ludwig Larl, geboren zu Weigsdorf am 23. Januar 1779 abends gegen zehn Uhr, getauft am 27. d. M. 6. Taroline Eleonore Dorothea, geboren am 22. August 1784. tz Oie Aufnahme seines Inventars in Lindenau steht in den Lehnsakten tNalsitz. H Lein vom Lindenauer Pfarrer Roscher ausgestelltes Taufzeugnis siehe in der Einleitung, Bd. I, S. 83. ») Laus. Magazin 1774, 5. 3, 20, 278. tz Laus. Magazin 1774, 5. 3; Gberlaus. Nachlese 1767, S. 50; Laus. Magazin 177d, 5.77; Vierteljahrsschrift für Mappen-, Siegel- und Familienkunde XXI (1893), v. Minckwitz. 219 Easpar Heinrich suchte am 23. September 1769 beim Kurfürsten um die Genehmigung nach, sein Gut Nieder-Weigsdorf mittels einer Lotterie veräußern zu dürfen, da es durch den Krieg und durch die Verpachtung so ruiniert war, daß er zu seiner Wiederherstellung den größten Teil seines Vermögens habe verwenden müssen. Nach einer gutachtlichen Auslassung des Landvogts in dieser Angelegenheit erging am ll. Juni 1770 das kurfürstliche Reskript, wonach Bedenken getragen wurde, das Gesuch zu genehmigen h. Im Jahre 1784 wird er bezeichnet auf Nedaschütz^) (^V von Bautzen), doch besaß er nicht das Rittergut daselbst. - - Gleichfalls a. d. h. (vbernitzschka stammt Gottlob Heinrich v. lR.b), ein Sohn des königlich Sächsischen (Obersten Hans Heinrich v. M., geboren zu Imnitz im Leipziger Kreise am 13. Juli 1775, gestorben zu Dresden am 4. (Oktober 1851, königlich Sächsischer wirklicher Geheimrat, Kämmerer und (vberhofmeister der Königin, ein treuer Diener des Hofes und ein um das Land verdienter Wann. Er war vermählt mit Antonie Wilhelmine v. Ziegler und Klipphausen, von dieser seiner Gattin und deren Schwestern, der Hof- und Justitienrätin Laroline Auguste v. Larlowitz, sowie der Kammer- und Jagdjunkerin Ernestine Louise v. polenz, beide geb. v. Z. u. Kl., kaufte er am 22. Juli 1809 die Erb- und Allodialrittergüter preititz und Lannewitz (beide 140 von Bautzen) für 84 000 Elr.j am 23. August desselben Jahres erhielt er den Erbbrief. Im Jahre 1847 verkaufte er diese beiden Güter für 135 000 Elr. an seine beiden Söhne Heinrich Benno, Rittmeister, und Georg Bernhard, Kammerherrn. Diese veräußerten die Güter im Jahre 1852 für 132 000 TIr. an den Kgl. Sächsischen Kammerherrn Heinrich August v. Globig. Der an zweiter Stelle genannte Sohn Gottlob Heinrichs, Georg Bernhard, kaufte, damals noch Kgl. Sächsischer Kammerjunker, von Michael Kockei laut Kaufs vom 7. Dezember 1837/5. Januar 1838 das Mannlehnrittergut Storcha (1>M von Bautzen) „samt allen Zubehörungen als fünf Lauern, welche vier ganze Güter besitzen und halten, nebst zwei Häuslern, mit allen denselben Leuten" für 1000 Elr. — - Auf Hermsdorf (0140 von Königswartha) saß um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts der Premier-Leutnant Earl Siegmund v. M. Er hatte das Gut 1783 vom Grafen Johann Earl Friedrich v. Dallwitz auf Königswartha gekausth. T. 5. v. M. starb am 26. Oktober 1801 im Alter von 61 I. 4 W. 3 T. ohne Kinder zu hinterlassen. Seine Witwe Thristiane Lharlotte geb. v. Hagedorn starb am 14. Mai 1815 im Alter von 75 I. 9 M. 9 T. Ihre Pflegetochter vermählte sich im Jahre 1805 mit Gotthelf Heinrich v. Minckwitz ^). Frau Thristiane tz H.-Zt.-N. 11Z50, Minckwitz, vol. II. 2) Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXI, S. 109. 3) Zein Nekrolog im Neuen Laus. Nlag. Bd. 29, N. 5. 21. Mitteilung des Herrn Theodor 5lpel auf Herinsdorf. h Körnig, Thronik von Königswartha, Mspt. V. 8. 172. klrchiv der Gber- laus. Gesellschaft der Wissenschaften. 220 v. Minckwitz. Tharlotte verw. v. M. war am 3. September 1803 mit dem Gute Dermsdorf beliehen worden*). Ls sind noch zwei Glieder des Geschlechts aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu erwähnen, die wir in keine Linie einzuverleiben vermögen: Hans Heinrich v. M. kaufte von den Gebrüdern Heinrich und Dietrich v. Haugwitz das Gut Nedaschütz (M von Bautzen) und wurde am 12. Juni 1579 von Kurfürst Nugust belehnt mit dem Dorfe Nedaschütz mit dem Vorwerk, Sitz und Teichen, Windmühle, dem „Die Laupe" genannten Walde und dem Dorfe podmoklitz (---- Klein - praga, 8 von Nedaschütz). Tr besaß das Gut wohl nur kurze Zeit, denn im Jahre 1581 heißt er auf Dürrhennersdorf (8^ von Löbau) und Haugsdorf (bl von Lauban). Tr vermählte sich in diesem Jahre (1581)'^) mit Nnna v. Gersdorsf a. d. H. Baruth und See, die in erster Ehe vermählt gewesen war mit Thristoph v. Gersdorff auf INaltitz. Hans Heinrichs Sohn, Hans Thristoph v. IN., starb im Jahre 1586, vier Töchter blieben am Leben. Eine dieser, INartha v. IN., geboren am I l.INai 1588, gestorben zu Körbigsdorf bei Löbau am 2. Februar 1651 im Nlter von 63 I. weniger 14 W., hatte sich im Jahre 1606 vermählt mit Ndam d. I. v. Kpaw auf Kemnitz"). — Hans Heinrich selbst starb im Jahre 1592,' Nnna, seine Witwe, lebte 36 Jahre im Witwenstande und starb am 14. Nugust 1628 im Nlter von 69 I. 33 W. 5 T. Sie hatte 33 Jahre in Bautzen gelebt*). — — Taspar Gotthard v. M. erhielt am 2. November 1656 seine Bestallung als Leutnant bei der Thüringischen Kompagnie Nitterpferde unter dem Nittmeister Wolf Heinrich v. Spor*"). Zu Walpurgis 1659 kaufte Taspar Gotthard von Wolf Freiherrn v. Schellendorff, Herrn, der Herrschaft Königsbrück und Klitschdorf, dessen halbes Dorf Lösel (bMO von Königsbrück). Zu derselben Zeit kaufte er ferner von den Kreditoren Gtto Nudolphs v. Bomsdorff den andern halben Teil von Tosel. Nm 5. INärz 1660 wurde Taspar Gotthard mit beiden Teilen von Tosel belehnt. Tr verkaufte das ganze Gut am 16. Januar 1671 an Frau Johanna Margarethe Freifrau v. Schellendorff. — Tin Zweig des Geschlechts in Böhmen erhielt durch Diplom vom 16. Mai 1586 mit dem Beinamen „v. Minckwitzburg" den Neichs- Freiherrnstand. — Johann Friedrich und Hans Thristoph Gebrüder v. M. auf Drehna wurden, preßburg den 10. Gktober 1646, in den Böhmischen Herrenstand erhoben"). tz Laus. Monatsschrift 1804, I, 5. 6t. -) I. Lhr. tvagner, Budiss. Grab- und Gedächtnitz-Mahle, 1647, 5. 23. H Z.T. Flösse!, Genealogie des Kyaw-Remnitzischen Stammhauses, 1768, S. 6: v. Kyaw, Familien - Lhronik des Geschlechts v. Rtzaw, 1870, S. 238. H I- G. lDagner a. a. D. S. 23. k) ks--5t.-kl. Gen. Boo. 11350, Minckwitz, vol. I. o) v. voerr, Der Kdel der Böhmischen Uronländer, 1900, S. 128. v. Modrach. 221 Wappen: Stammwappen: Schild von Schwarz und Silber in Spitzenschnitt je zwei und einhalbmal geteilt. Helm gekrönt. Rleinod: Lin rot-silbern gevierter Bach besteckt mit fünf abwechselnd schwarzen und silbernen Straußenfedern. Decken schwarz-silbern. v. Modrach. Die Schlesische Familie v. Modrach, seit dem Jahre 1530 bekannt'), saß von 1626 an im Breslauer Rat, hatte eine Rapelle bei Elisabeth und gehörte dem Landadel an^). Veit Ferdinand v. M. auf Rathen, Hermannsdorf, Wohnwitz und Strachwitz, des Fürstentums Breslau gewesener königlicher Mann und Landesältester, gestorben im RIter von 67 Jahren am 24. November 1719"), wurde, Wien den 17. November 1713, in den Böhmischen Freiherrnstand erhoben^). Line sich gewöhnlich nicht adelig schreibende Linie des Geschlechts begegnet uns in der Gberlausitz. Heinrich Gottlob I. M?), geboren in Dresden im Jahre 1684 (berechnet nach der Rltersangabe bei seinem Tode), Sekretär am königlich Polnischen kurfürstlich Sächsischen Rmt des Fürstentums Görlitz, besaß die Güter Nieder-Markersdorf und Holtendorf (beide M von Görlitz) und starb im RIter von 72 I. 5 M. 4 T. am 21. Rpril 1756. vermählt war er mit Rosina Tugendreich preibisius, gestorben am 14. Rugust 1742 im Rlter von 55 I. 20 W., einer Tochter des lluv. Die. und Rmtssekretärs Lhristoph p. in Görlitz und dessen Gattin Thristiane geb. Rlberti. Zwei Söhne Heinrich Gottlobs I. sind uns bekannt (-V-L): Heinrich Gottlob II. M., Erb- und Gerichtsherr aus Vorwerk Markersdorf und Holtendorf, gestorben am 11. Mai 1763, vermählt am 26. Rpril 1745 in kinderloser Ehe mit Lharlotte Tugendreich Schäfer"), geboren zu Görlitz am 3. September 1723 als Tochter des Görlitzer Bürgermeisters Lhrensried Schäfer ('s 1738) und seiner Gattin Rnna Helena Nicius ('s 1733). Nach einem 23jährigen Witwenstande starb sie zu Markersdorf am 13. Februar 1787 nachmittags in der zweiten Stunde im RIter von 63 I. 5 M. 10 T.,' am 18. d. M. wurde sie in Görlitz bestattet. 6. Johann Gottlob M.H, geboren zu Görlitz am 2. Februar 1720 abends '/s7 Uhr, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, bezog 1738 die Universität Leipzig, wurde 1742 Gberlausitzischer Rdvokat, 1743 Rktuar aus dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Rmt zu Görlitz. 1748 kam er in das Ratskollegium, 1754 in das Skabinat, 1765 wurde er Prokonsul, 1766 dirigierender Bürgermeister. Dieses Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Teil, 1728, S. 384. H Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift, 42. Bericht, 1879, S. 397. H Sinapius a. a. tto, Gberlaus. Schriftsteller- und Künstler-Lexikon, II. Bd., 1802, S. 628. Btto nennt übrigens irrtümlicherweise als Wigands II. Vater den 1678 verstorbenen Bürgermeister Christian M. v. M.: Knauth a. a. ) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Kdels, 1896, 5. 321. 2) Zwei Töchter Friedrich Wilhelms v. IN. starben vor ihm. F. Schmidt a. a. V. 5. 271. h F. Schmidt a. a. V. Taf. II, Nr. II. 4) Nach dem Wortlaut des Ndelsdiploms vom 5. II. 1804. h Gothaisches Nriefadeliges Taschenbuch 1911 s. v. ") Peters Schwiegervater Johann poldrack war mit dem Rittergut Dber- Gebelzig, sein Schwager Johann George poldrack mit dem Rittergut Wendisch-Tunners- dorf ansässig. tz 5lls Peters NI. v. kle. Tnkel werden 1829 genannt: Wilhelmine Louise Schäfer, 14 Jahre, und Friedrich Wilhelm Vtto Schäfer, 13 Jahre alt, in Nörbigsdorf. ks.-St.-N. Gen. Noe. 11352, NIosig v. klehrenfeld. h Nekrolog im Neuen Laus. NIag. Bd. 74, S. 319. v. Mücke. 229 als Justitiar der Gerichte zu Ober- und Nieder-Schönbach eingewiesenH und ließ sich nach Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1856 als Advokat in Lübau nieder. Lr erwarb das Rittergut Klein-Schweidnitz (8 von Lübau) und starb hier als Justizrat, bis zuletzt unablässig tätig in seinem Beruf und als Forscher auf dem Gebiete der Geschichte und Sprachen, am 31. Juli 1898. Vas väterliche Gut Klein-Schweidnitz besitzt nun sein Sohn Läsar Ladislaus M. v. Ae., geboren zu Lübau 20 . Oktober 1849. Wappen: Kaiser Franz II. verlieh bei der Nobilitierung am 5. Februar 1804 folgendes Wappen . . „einen rothen, mit 3 goldenen Weizenähren, zwei, eins, belegten Schild. Auf diesem ruht rechtsgekehrt ein gekrönter, frei adeliger, offener, blau angeloffen- und rothgefütterter, mit goldenem Halsschmucks und roth und goldener Decke behängter Turniershelm, aus dessen Krone zwei von Golde und Roth quergetheilte Büffelshörner und dazwischen drei goldene Weizenähren, an grünen Halmen herabhängend, erscheinen" . . . v. Mücke. Der Sohn Michael Mückes^), Bürgers und Drechslers in Lger, Johann Ernst M., Bürger und Perückenmacher in Zittau, war vermählt mit Anna Rosina Lehmann. Der Sohn dieses Ehepaars, Earl Siegfried M?), geboren in Zittau am 19. (20.) März 1720, ergriff den Beruf seines Vaters, unternahm von 1737-41 Reisen nach Frankreich, Holland und England, wurde 1742 Kammerdiener des Grafen Moritz, später des Grafen Heinrich v. Brühl, dann des Herzogs von Kurland. Am 5. November 1742 vermählte sich Earl Siegfried mit Lhristiane Friederike Nesen, geboren am 11. März 1723, Tochter des vr. Johann Tonrad N. in Zittau. Sie erbte von ihrem am 27. Juli 1766 verstorbenen Oheim, dem Zittauer Bürgermeister Dr. Lhristian Siegfried Nesen das Rittergut Nieder-Rennersdors (0 von Herrnhut) und erhielt es am 3. September 1767 zu Erbe verreicht. Earl Siegfried M. starb nach längerer Krankheit an Entkräftung in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1792 zu Nieder-RennersdorfH,- seine Witwe folgte ihm am 30. Dezember 1795 im Tode nach. Dr. Thristian Siegfried Nesen hatte das Gut Nieder - Rennersdorf zu einem Stamm- und Majoratsgut für das Nesensche Geschlecht bestimmt und verfügt, daß seine Erbin, Frau Lhristiane Friederike M., geb. Nesen, das Gut ihrem Bruder Thristian Friedrich N. zu hinterlassen habe. ff ks.-St.-R. a. a. . Gen. I^oe. N353, Mücke. 230 v. Mücke. Dieser, unverheiratet, verzichtete indessen aus die Nachfolge und so fiel Nieder-Nennersdorf an den Sohn der Frau Christiane Friederike, Christian Siegfried M. Dieser, geboren zu Dresden am 17. Dezember 1744, königlich polnischer Leutnant, erhielt von seiner Mutter am 26. Juni 1793 Nieder-Nennersdorf abgetreten und wurde am 22. Nugust desselben Jahres mit dem Gute belehnt. Cr starb an Cntkräftung zu Nieder- Nennersdorf am 30. Januar 1818 im NIter von 73 I. 1 M. 13 T. Nm 8. Npril 1806 war Christian Siegfried M. von Kaiser Franz II. in den Neichsadelsstand erhoben worden. vermählt hatte er sich am 26. September 1771 mit Nuguste Dorothea Marie Keulin. Folgende Kinder wurden ihm geboren (1—4): 1. Nuguste Wilhelmine Friederike, geboren am 12., getauft am 16. Februar 1773, vermählte v. Cmerich. 2. Carl Friedrich Nugust. Siehe unten. 3. Gustav Ndolph Maximilian. Siehe unten. 4. Charlotte Louise Henriette, geboren am 4., getauft am 6. Juli 1786. Der unter 2. genannte Carl Friedrich Nugust v. M., geboren am 31. Juli, getauft am 3. Nugust 1777, erbte Nieder-Nennersdorf. Cr kam gleich nach seines Vaters Tode auf das Krankenlager und starb wenige Monate nach diesem, am 4. Npril 1818 im Nlter von 41 I. weniger 4 M.; am 9. d. M. wurde er bestattet. Cr war vermählt mit Johanna Brauer, hinterließ aber keine Kinder. Sein Bruder, der unter 3. aufgeführte Gustav Ndolph Maximilian v. M., geboren am 5., getauft am 9. Juni 1780, folgte ihm deshalb im Besitze des Majorats und empfing am 13. Oktober 1818 die Belehnung mit Nieder-Nennersdorf. Nm 13. Oktober 1843 feierte der verdiente Gutsherr unter allseitiger Teilnahme sein 23jähriges Vesitz- jubiläumH. Nm 9. Februar 1847 starb er und wurde am 14. in Rennersdorf bestattet. Seit dem 6. Juli 1808 war er vermählt mit Frau Christiane Elisabeth geb. Horn, Witwe des Gekonomieverwalters Christian Zester- mann zu Wanscha; am 12. März 1822 starb sie. Gustav Ndolph Maximilian v. M. hinterließ 2 Söhne (7^ — 6), 2 Töchter, 2 Stiefsöhne und eine Stief- und Pflegetochter. Der älteste Sohn, der Ndvokat Carl Gustav Maximilian v. M?), geboren am 12. Oktober 1809 zu Nieder-Nennersdorf, folgte im Besitz des Gutes; am 12. März 1847 erhielt er den Crbbrief. Cr starb am 31. Juli 1839 und wurde am 3. Nugust in Nennersdorf begraben. Cr hinterließ die Witwe Sophie Caroline geb. Schmidt und vier Kinder (a —ä): tz Ausführliche Beschreibung der Feierlichkeit im Neuen Laus. Mag. Bd. 22, N. S. 127 ff. H Nm 18. Februar 1840 wurde er zur juristische» Praxis in Sachsen zugelassen. ks.-St.-A. Geneal. 8oa. 1IZ5Z, Mücke. o. Müller. 231 3. Johanna Auguste Lora. d. Lmil Gustav Maximilian, geboren zuLeipzig am 26.Januar 1844, Majoratsherr aus Nieder-Rennersdorf. c. Kurt Maximilian, geboren zu Leipzig am 29.November 1847. 6. Anna Elise Jenny, geboren am 13. (Oktober 1852. 6. Der zweite Lohn Gustav Adolph Maximilians, Alexander Eduard v. M., geboren zu Nieder - Nennersdorf am 29. April 1815, wurde am 26. Juni 1844 als Justitiar der Gerichte zu Gaußig und pertinentien eingewiesen h; später war er Advokat und Gerichtsdirektor in Bautzen, vermählt mit Anna Adele Edler v. Csuerfurth aus Schönheide ^), hatte er folgende Kinder («-8): V von K.), Gtterschütz (bl von K.), Ouosdorf (blbIM von K.), Zietsch (bl von K.), jedoch mit ausdrücklichem Vorbehalt der Rittergüter und Dörfer Schwepnitz, Bulleritz, Großgrabe, eines Stückes Holzung an der Schwepnitzer Mark und auf Gottsch- dorser Flur, genannt „die Bahne", ferner eines Stückes Holz, „die Vuberau und Werrig" genannt, aus Zeißholzer Flur. Der Kaufpreis betrug 220000 Taler. Rm 8. September 1796 wurde er belehnth. Er starb zu Wien am 19. Februar 1801. vermählt hatte er sichh: I. am 4. Oktober 1775 mit Louise Margarethe Rnna Thristine Sophie, mitregierender Gräfin und Sempersreiin zu Limpurg-Sontheim, Tochter des Grasen Bertram Philipp Siegismund zu Gronsseld - Diepenbroick. Wegen ihrer Gemütskrankheit wurde die Ehe am 24. Juli 1799 geschieden. Sie starb am 2. März 1803,- II. am 28. September 1780 mit Louise Friederike Wilhelmine Freiin v. d. Schulenburg - Rltenhausen, geboren am 2. Dezember 1764, gestorben am 25. Rpril 1786, der einzigen Tochter Marie Theresie v. M., geb. Berend, verkaufte das Rittergut nebst der Mühle für 230 000 M. an Heinrich Trirt v. Rrnim auf Prossen und Leutnant a. D. Hans Earl v. Rrnim, ebenda. Diese Familie v. Müller, die sich im Gothaischen Genealogischen Taschenbuch für Briefadelige Häuser, III. Jahrgang (IdOd), 5. 533 ff. verzeichnet findet, führt im gespaltenen Schilde vorn in Silber ein halbes schwarzes Kammrad am Spalt, hinten in Grün einen goldenen Löwen. Helm gekrönt. Kleinod: wachsender goldener Löwe. Decken rechts blau-silbern, links grün-silbern. H Gritzner, Standes-Erhebungen und Gnaden-Rcte, I. Bd., S. 204. h Leine teilnehmende Fürsorge für seine Untertanen beweist der von ihm erlassene schöne Rufruf vom 2d. Dktober I7Y5. Rbgedruckt Laus. Monatsschrift 1705, II, L. 282 ff. Ebenda II, S. 360-375 findet sich eine ausführliche Beschreibung der Huldigungsseier in Königsbrück am 8. Dezember I7Y5. h Genealogischer Reichs- und Staatshandbuch auf das Jahr 1803, I. Teil, S.634. 234 v. Muschwitz. des Frhrn. Alexander v. d. Sch.-A.s III. am 23. November 1787 mit Amalie Johanna Isabella Charlotte Freiin v. Gmpteda, geboren am 3t. Gktober 1767*), Tochter des Freiherrn Lonrad Lngelbrecht v. G.-Morsum. Neichsgras Georg Werner August Dietrich hinterließ drei Kinder: 1. I. Maximiliane Friederike Taroline Eleonore Amoene Juliane, geboren am 25. September 1776, vermählt zu Königsbrück am 29. vezember'1795 mit Wilhelm Ferdinand Laspar Freiherrn v. Dörnberg, Hessen-Lassei schein Hauptmann h. 2. II. Gustav Maximilian Ludwig Unico, geboren am 16., getauft am 23. August 1782, K. K. wirklicher Kämmerer, königlich preußischer Generalmajor der Kavallerie, Erbherr auf Schwartow in hinter-pommern, gestorben am 6. November 1839, vermählt mit Julie Henriette Taroline v. d. Marwitz, geboren am 26. Januar 1789 ^). 3. III. Asta Thusnelda, geboren zu Linden bei Hannover am 2. Gktober 1788. Gras Georg Werner August Dietrich hatte verordnet, daß sein unbewegliches vermögen so zu verteilen sei, daß der Sohn ftg, jede der Töchter */o erhalte. Die Herrschaft Königsbrück wurde 1803 adjudiziert dem Peter Larl Wilhelm Grafen v. hohenthal. Wappen: Stammwappen: Schild geteilt von Not über Gold. Gekrönter Helm. Kleinod: Zwei Büffelhörner, geteilt von Not über Gold. Decken rot-golden. v. Muschwitz. Im Jahre 1437 begegnet uns ein heintze Mawschenitz, „der itzund die Gabel inne Hot" (Gabel, 88>V von Zittau). Ihn, der „die bösen Kätzer swechin und irren" wollte, bot sein Neffe Jerusalem v. Becherer aus der Landeskrone, auch ein eifriger Gegner der hussiten, am 6. Februar 1437 den Görlitzern zur Hülse anh. Zu Ende des 15. Jahrhunderts sitzt Hans v. M. aus Hainewalde und einem Anteil von Gderwitz im Zittauer, sowie aus Gersdors im Löbauer Weichbildes. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts treffen wir drei Gebrüder v. N. Georg, Hans und Wolf als Besitzer der Güter Wurschen (0 von Bautzen) und Leuthen im Kreise Kottbus. Diese drei ungesonderten Gebrüder v. M. nehmen in den Jahren 1543 und 1544 in der Form von Nentenverkäusen zu wiederholten Malen Gelder auf°). Wolf, der an 0 5ie gab 1796 Gedichte heraus, vergl. Laus. Monatsschrift 1796, II, 5.297: G. F. Btto, Lexikon der Dberlaus. 5chriftsteller und Künstler, II. Bd., 1802, 5. 664; Neues Laus. Mag. Bd. 14, 5. 47. 2) vresdn. Anzeigen 1796, Nr. 2: Laus. Monatsschrift 1796, I, 5. 53. h Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, zg64, 5. 575. h Iecht, ooä. äiplom. Nus. sup. II, 2. Bd., 8. 684, 685. h Knothe, Geschichte des Gberlaus. Adels, 1879, 5.374. Daselbst, sowie im Neuen Laus. Magazin Bd. 63, 5. 99 siehe einige weitere Mitglieder des Geschlechts. h 5iehe Urkunden des Bautzner vomstifts: Abt. II, Noo. XXVII, Nr. 3, 4, 7, 8, 9, II: XXVIII, Nr. 1. v. Muschwitz. 235 dritter Stelle genannte Bruder, hinterließ zwei Söhne, Christoph und Mols, an die das Gut Murschen fiel, die vorübergehend auch Uhyst a. d. Spree (80 von Hoyerswerda) besaßen. Jener Christoph v. IN. zu Murschen hatte einen Sohn Mols v. IN?). Dieser Mols saß zu Wint- dorf im Nreise Nottbus^), war, wie gleich zu erwähnen sein wird, vermählt und hatte vier Söhne. - Lin anderer Mols v. IN., sein Vetter, der im Jahre l6ld das Lehnspaktum mit Unterzeichnete"), besaß die Gberlausitzischen Güter Murschen und Muischke (KO von Murschen, K von Meißenberg) und starb um das Jahr l623 und zwar ohne Leibeserben, denn es suchte nun am l2. September l623 Frau Sibylla v. IN. geb. v. Nöckeritz, „weiland Wolffens von INuschwicz zu Wentorfs hinder- lassene Mittib daselbst anstatt ihrer unmündigen Söhne Caspars, Jobs, Georgens und Siegmundens Gebruedere von INuschwicz die Lehn über alle von ihrem Vetter Wolfs von Muschwitz auf Murschen und Muischke auf sie vorfellete Lehenßgütther im Gberamt"h. von Caspar und Job hören wir nichts mehr. Georg erhielt wohl das väterliche Niederlausitzische Gut Wintdors, denn er schreibt im Jahre l652 von diesem Gute aus an das Nmt nach Bautzen und mutet, nachdem sein Bruder Siegmund im Jahre l65l gestorben war, die gesamte Hand an dessen Lehngütern Murschen und Muischke. Nn Siegmund, den vierten Bruder, waren in brüderlicher Teilung die Güter Murschen und Muischke gefallen. Nachdem er seine mündigen Jahre erreicht hatte, wurde er zu Namenz") am 14. September 1634 mit ihnen belehnt. Cr pflanzte die Gberlausitzische Linie fort. Siegmund erwarb von Christoph Bibrach das Lehngut zu Node- witz (080 von Bautzen, 8 von Murschen), trat es aber Hans Wolf v. Nottwitz ab und empfing dafür dessen an Nodewitz angrenzendes Lehngut Wawitz (0 von Bautzen). Nm 6. Npril 1639 wurde er mit Mawitz belehnt. Siegmund erwarb ferner vom Nmtshauptmann Heinrich v. INetz- radt auf pließkowitz dessen Baustelle aus dem Burglehn zu Bautzen und erhielt sie im Jahre 1645 zu Lehn verreicht. Cr slarb am 27. März 1651, wie es in den Burglehnsakten,- „umb Gstern", wie es in den Wurschener Lehnsakten heißt"), mit Hinterlassung folgender Söhne (I —III): I. Mols Heinrich. Siehe S. 236. Altere Linie. II. Siegmund d. I. Nn ihn fiel in brüderlicher Teilung das Gut Murschen nebst dem Vorwerk Muischke; er verkaufte diesen Besitz im Jahre 1668 seinem Bruder Mols Heinrich, mußte sich aber aus Cr- tz Neues Laus. Mag. Bd. 63, s. yy. -) Nicht Ivindorf bei Leipzig, wie im Neuen Laus. Mag. Bd. 63, 5. yy vermutet wird. tz Vberlaus. Lollections-Iverk, I. Bd., S. 1085. tz Lehnsatzten Murschen. h Oie Stadt Bautzen war am 2. Mai 1634 bis auf wenige Häuser durch Feuer zerstört worden. o) Der (Ostersonntag 1651 fiel auf den 30. März. — Liegmunds v. M. Epitaph an der Außenmauer der Kirche zu Gröditz gibt an, er sei nm 27. März 1651 im Alter von 3d Jahren gestorben. 236 v. Muschwitz. fordern seines (Obersten sofort wieder ins Braunschweigische in seine Kriegsdienste begeben, weshalb Hans v. Metzradt für ihn die Lehn aufließ. III. Hans Job. Siehe S. 240. Jüngere Linie. Am 29. August 1651 erhielten diese drei Brüder, die unter Vormundschaft Hansens v. Metzradt aus (Oppeln und des Bautzner Stadt- spndikus Laspar Stoya standen, einen Mutzettel wegen der von ihrem Vater hinterlassenen Lehngüter lvurschen, Wuischke und Wawitz. Altere Linie. I. Wolf Heinrich v. M. kaufte von seinem jüngeren Bruder Siegmund, dem in brüderlicher Teilung Wurschen und Wuischke zugefallen waren, diese Güter, die er bis dahin gepachtet hatte, am 18. Dezember 1668 für 14055 TIr., doch sollte er den Besitz erst zu Johanni 1669 antreten und bis dahin noch im Pachtverhältnis bleiben. Mit in der gesamten Hand an diesen Gütern stand Wolf Heinrichs Vetter, Wolf Nikol v. M. aus Wintdorp). Wolf Heinrich verkaufte sein Gut Wurschen am 9. September 1677 an Ludwig Gebhard v. hopm und erwarb von diesem den ehemals zu Wurschen gehörig gewesenen sogenannten Klein-Dehsaer von Löbau) Wald nebst dem Förster daselbst mit (Ober- und Niedergerichten. Am 18. Mai 1679 erhielt er hierüber den Lehnbrief ausgestellt. Er kaufte ferner am 28. Juni 1685 von Julius Heinrich v. Nostitz diejenigen zwei Stücke Holz, die vordem nach Malschwitz gehörten und zu Wuischke lagen, für 150 Ntlr. und wurde am 6. September 1686 mit ihnen belehnt. Wolf Heinrich kaufte ferner von seinem Schwiegervater Wolf Nudolph v. Ziegler und Klipphausen aus Tunewalde rc. im Jahre 1678 das Gut hochkirch (bl^V von Löbau). Am 7./17. April 1695 verkaufte er seine Güter hochkirch und Wuischke an Georg Rudolph v. Schönseldt. Dafür hatte Wolf Heinrich im Jahre 1694 von Magdalena Sibplla Freifrau v. Schweinitz das Gut Gber-Gppach (0 von Schirgiswalde) erkauft. Am 11. September 1694 belehnt, verkaufte er das Gut schon am 6. September 1696 seinem Eidam Johann Taspar v. Nostitz aus Nieder-Dppach. Ein Jahr zuvor, 1695, hatte Wolf Heinrich mit dem genannten v. Nostitz in Differenzen gelegen, weil dieser aus Nieder-Dppach eine Siedemühle errichten wollte^). Das nächste Gut, das Wolf Heinrich an sich brachte, war das Kunkellehngut Drauschkowitz (8^V von Bautzen). Er kaufte es nebst >) Wolf Heinrich erhielt, Bautzen den 20. Vktober 1671, auf sein Ansuchen Gberamtsrekognition wegen der Lehnschaft der Witwe Wolf Nikols an den Gütern Wurschen, wuischke, Niethen, Wawitz. Lr berichtete, „datz gemelter swolf Nikols v. Muschwitz auf Windtorf seines und seiner Gebrüdere Vaters Brüdern Lohn, dergestalt ihnen innerhalb des siebenden Oraäus verwand, also unstrittig in der Mitbelehnschaft und gesamten Hand über benannte Muschwitzische Güter begriffen". Lehnsakten Wurschen. — Vieser Wolf Nikol war also wahrscheinlich ein Sohn des oben (S. 2Z5) erwähnten Georg, des Bruders Caspars, Jobs und Siegmunds v. M. Er war vermählt mit Nnna Sophia v. Soeben, Witwe Laspars v. Muschwitz auf Leuthen. Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XVII (1889), S. IbZ. -) H.-St.-N. Gen. Noo. 11Z54, Muschwitz. v. Muschwitz. 237 Golenz (88W von Drauschkowitz) am 13. August 1696 von Noah Johann Georg Locceji für 13 000 Tlr. und 75 Tlr. Schlüsselgeld und erhielt es am 12. Juni 1697 zu Lehn verreicht. 1703 verkaufte er Drauschkowitz nebst pertinentien seinem Sohne Wolf Gottlob, während er Golenz noch für sich behielt. Sn den Jahren 1685 und 1695 brachte er die Anteile seines Bruders Siegmund und die der Söhne seines Bruders Hans Job am väterlichen Burglehnhause in Bautzen für zusammen 400 Tlr. an sich. Wolf Heinrich nahm am 2./12. September 1684 an der Ehrentafel („Nitterrecht") in der Injurienklage Franz Adolphs v. Nostitz gegen Friedrich Ferdinand v. Ziegler und Klipphausen als einer der zwölf Beistände des Beklagten teilh. Er starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Nat und Landesbestallter des Bautzner Kreises am 8. März 1705. vermählt war er mit Sophia Tugendreich v. Ziegler und Klipphausen. Er hinterließ, soweit bekannt, einen Sohn und eine Tochter. Diese, Martha Elisabeth v. M. wurde die zweite Gattin Johann Taspars v. Nostitz auf Jänkendorf, Kaana, Kleinbautzen, Koders- dors, Gppach. Wolf Heinrichs Sohn, Wolf Gottlob v. M., königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Nittmeister, erwarb am 20. Dezember 1703 von seinem Vater das Weiber- und Erblehngut Drauschkowitz, sowie das ausgekaufte und jetzt besetzte Gut zu „Kaschütz" (Katschwitz, 88>V von Drauschkowitz), ebenso die zwei Gärtner zu „Bresinke" (Brösang, von Drauschkowitz), ferner das Stück Holz bei Diehmen (8 von Drauschkowitz), genannt „der Lichen-Pusch oder der hap", endlich das Holz bei Tautewalde (I4^V von Schirgiswalde) für 12 000 Tlr. ü 24 Gr. Wolf Gottlob verkaufte Drauschkowitz mit Zubehör am 12. Februar 1714 für 11 000 Tlr. an den Hauptmann Lhristoph Heinrich v. Miltitz^), während er das benachbarte Gut Golenz, das er nach seines Vaters Tode geerbt hatte, am 5. Juli 1707 an Nudolph Heinrich v. Neitschütz auf Gaußig veräußerte. Wolf Gottlob, damals noch Besitzer von Drauschkowitz, kaufte am 1. Dezember 4712 von Ernst Gotthard Adolph v. Warnsdorf das Gut Pannewitz (I4^V von Bautzen) nebst der Schenke zu Dreikretscham, ebenso das Kunkel-, Spill- und Weiberlehngut Weidlitz (8M von Pannewitz) nebst den drei Gärtnern zu Dreikretscham samt der sogenannten Kobaner Mühle und dem dazu erkauften, bei Medewitz (140 von Bischofswerda) gelegenen Stück Schwarzholz für 25 000 Tlr. Anstatt des Schlüsselgeldes gab der Käufer der Gattin des Verkäufers zum Andenken ein >) Larpzov, Lhren-Tempel der Gber-Lausitz, 1719, I. Teil, 5. 175. h Beim verkaufe des Gutes Drauschkowitz behielt sich Wolf Gottlob „wegen des von dem Lehnbauergute zu Ratschwitz an Michael Rentsch zu Weißnaußlitz am 9. März 1715 verkauften Stückchen Feldhutung und Wiesefleckens die Jurisdiction, Dber- und Lrbgerichte, Theilschilling, Vorfänge und Abzüge, auch andere dem anhängige Rechte nebst Steuerbeitrag und Erbzins" vor und schlug dies alles mit zum Gute Weidlitz. 238 v. Muschwitz. silbernweiß getriebenes Lecken nebst Gießkanne. Im Jahre 1730 verkaufte Wolf Gottlob beide Güter an Jacob Le Toq. Lin Jahr später, am 14. Dezember 1731 wurde dem Rittmeister Wolf Gottlob v. M. vom kurfürstlichen Hofgericht zu Bautzen das Gut Löberschütz bei Neschwitz (IdI>V von Bautzen, ^ von Neschwitz) für 7 330 Tlr. adjudiziert, 1733 fiel ihm nach seines Vetters Johann Friedrichs v. M- (Ziehe Jüngere Linie 5. 240) am 3. März 1733 erfolgten Tode dessen Gut hermsdors (80 von Hoyerswerda, OblO von Königswartha) zu. Da er es unterlassen hatte, um die Lehnsverreichung von Löberschütz rechtzeitig nachzusuchen, wurde Wolf Gottlob 1735 zur Verantwortung gezogen, aber nach Erlegung einer Lmende am 6. Juni 1736 mit dem Gute belehnt. Lr verkaufte Löberschütz am 29. Oktober 1739 an den Grafen Alexander Joseph v. Zulkowski für 10 000 Tlr. und 50 Tlr. Schlüsselgeld. Wolf Gottlob starb zu Dresdsn am 31. Mai 1747. vermählt war erh: I. seit dem 5. Dezember 1703 mit Tharlotte geb. v. Goetz. Am 6. Oktober 1715 wurde sie zu Göda begraben; II. seit dem 20. April 1717 mit Juliane Ernestine Elisabeth geb. v. Nostitz. Wolf Gottlob hatte folgende Rinder (1—7)^): 1. Wolf Friedrich, * 13., getauft 15. Oktober 1704. von ihm heißt es, er sei „blöden Verstandes" gewesen. Zein Bruder Heinrich Albrecht schreibt 1749 über ihn: „Ls ist derselbe bereits vor zwanzig Jahren, da er als Unterofficier in königlichen Kriegsdiensten gestanden, vermuthlich durch ein empfangenes Bbiltrum in einen . . . Wahnwitz und Unsinnigkeit verfallen"^. 2. Heinrich Albrecht. Ziehe unten. 3. Johanna Louisa, getauft 29. Januar 1709, gestorben 22. November 1769 als Gattin Lsaias Augusts v. Luttitz aus pielitz^). 4. Totes Töchterlein, * 11., begraben 14. April 1710. 5. Lharlotte Lrdmuth, getauft 18. September, begraben 17. November 1711. 6. Tarl Gottlob, getauft 1. Oktober 1715. 7. Ernst Gottlieb, getauft 26. September 1718. 2. Heinrich Albrecht v. M., der zweite Sohn Wolf Gottlobs, getauft am 18. Oktober 1707, Herr auf Hermsdorf, starb am 27. September 1750 als Assessor des Waisenamts Budissinschen Kreises. Er war vermählt mit Margarethe Tugendreich v. Schönseldt, die sich wiederverheiratete mit dem Hauptmann v. Stockhausen und hinterließ zwei Kinder: y Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- undFannlienkunde, XXI (1893), S.I09. 2) Ebenda, S. 110. ") Burglehnsakten Bautzen. Blrilti'um — Liebesmittel, Zaubertrank. Laus. Magazin 1770, S. 8. b) Laus. Monatsschrift 1797, s. 658. — Frau m. Th. verw. v. Stockhausen wird 1769 als Besitzerin des Gutes ksermsdorf bezeichnet. Schümberg, Vas . . . lebende Marggrafthum Dberlausitz, 1769, S. 162. v. Muschwitz. 239 Henriette Sophie Dorothea, geboren am 13. September 1743, und Wolf Heinrich Rugust, geboren am 15. (Oktober 1745. Er erwarb 1778 die Güter Lohsa (80 von Hoyerswerda) und Mortke (8^V von Lohsa) H, sowie ein Burglehnhaus zu Bautzen, das er im Jahre 1774 für 300 Tlr. an Heinrich Siegfried Traugott v. Schönberg verkaufte. Wolf Heinrich Rugust war in kurfürstlich Sächsische Kriegsdienste getreten, wurde 1766 Unterleutnant im Dragoner-Regiment Herzog von Kurland, 1778 Dberleutnant,- nach dem verlassen des Militärdienstes wurde er Waisenamtsassessor des Bautzner Kreises und Landeskommissar desselben Kreises. Gr starb zu Lohsa am 30. Juli 1797 an einem plötzlichen Schlagfluß im Rlter von 52 Jahren^). Vermählt war er mit Wilhelmine Sophie, einer Tochter des Stadthauptmanns Schröter aus Leipzig und hinterließ zwei Söhne (u-b): u. Wolf Jakob Maximilian v. M., kurfürstlich Sächsischer Leutnant, erhielt am 3. September 1800 die Mannlehngüter Ober- und Nieder-Wartha (bl von Königswartha), die er von Gottlob Erasmus Gurt Frhrn. v. Huldenberg aus Neukirch am 29. Mai 1800 gekauft hatte, verreicht. Er verkaufte sie am 12. Januar 1805 an Johann Gottlob v. Hartmann ^). Rm 9. Mai 1804 kaufte er von Frau Eleonore Ruguste Ernestine verw. und geb. v. Gersdorff deren Mannlehngut Gber-Horka (8^V von Rothenburg) nebst pertinentien für 46 000 Rtlr. Rm 24. September 1805 wurde er belehnt, am 23. Juni 1823 verkaufte er das Gut für 33 500 Tlr. an Ernst Moritz Hermann. Wolf Jakob Maximilian war vermählt mit Johanna Taro- line Rmalie geb. v. Roth. Er starb 1843 zu Beuthen a. G. bei seinem einzigen Sohne HermannH. Dieser stand damals in fürstlich Tarolath- schen und ging später in gräflich Renardsche Dienste in Groß-Strehlitz. Zwei Kinder starben Wolf Jakob Maximilian in Horka: Wolfine Rmalie Rosalie, * 27. Rpril 1807 und Wolf Robert, * 19. Rugust 1809, fl 2. Mai 1813. Rn demselben Tage mit diesem ihrem Bruder starb wohl auch seine an erster Stelle genannte Schwester am Scharlachs. b. Friedrich Rugust Ludwig v. M., kurfürstlich Sächsischer Unterleutnant im v. Gersdorffschen Dragoner-Regiment, auf Lohsa, starb daselbst am 12. März 1822 früh um sieben Uhr nach kurzem Krankenlager im Rlter von 45 Jahren"), vermählt war er mit Taroline Gottliebe Tugendreich Kümmel, Tochter des am 12. November 1819 H Lehnsakten beider Güter sind leider nicht vorhanden. H Kurzer Nekrolog Wolf Heinrich Nugusts v. M. in der Lauf. Monatsschrift 1797, S. 5l6 und 6S8. 3) Driginallehnbriefe vom Zähre l80ll und 1805 im H.-5t.-N. Dresden. y Hölscher, Die parochie Horka, 1856, 5. 19. — Wolf Hermann v. M., vermählt mit Theresia Franziska geb. Freiin v. Schaumberg, adoptierte vier Kinder namens Jacob, denen am 27. Zuni 1870 der königlich preußische kldel mit Namen und Wappen v. Muschwitz verliehen wurde. Gritzner, Thronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standes-Lrhöhungen, S. 147. H Holscher a. a. G. 5. 19. H Neues Laus. Mag. Bd. 1, S. 665. 240 v. Muschwitz. verstorbenen Besitzers von Rlt-Hörnitz Johann Gottfried K. und seiner Gattin Rnna Rosine Schiffner. Frau T. G. T. verwitwete v. M. verkaufte 1836 Lohsa an Robert Rlexander v. Löbenstein aus Wartha. II. Siegmund d. I. v. IN., der zweite Sohn Siegmunds d. R., hatte in der brüderlichen Teilung vom 29. Juni 1667 die Güter Wurschen und Wuischke erhalten, verkaufte sie aber am 18. Dezember 1668 seinem älteren Bruder Wolf Heinrich. Dafür erwarb Siegmund d.I. am 19. Juli 1671 von Laspar v. Rabenau das Gut Lin da „und was ihm an dem Gut Hammerstadt zugestanden" und von Joachim Heinrich v. Gersdorff „sein übriges Rntheil an besagtem Gut Hammerstadt" (Hammerstadt, von Rothenburg, am weißen Schöps; Linda, pertinenzort von Hammerstadt). Noch am Tage der Kaufhandlung, am 19- Juli 1671, verkaufte Siegmund d. I. an Joachim Heinrich v. Gersdorff das Vorwerk zu Linda, „weil! er damahls nicht wüste, wo er hin solte", für 2000 Tlr., die des Käufers Gattin aus dem Gute Hammerstadt zu fordern hatte. Nach dem Tode Joachim Heinrichs v. Gersdorff nahm Siegmund v. IN. das Vorwerk wieder an sich. Rm 1./II. Mai 1699 verkaufte er die Güter Hammerstadt und Linda für 21 100 Tlr. an Rudolph v. Bünau. Jüngere Linie. III. Hans Job v. IN. war der jüngste Sohn Siegmunds d. R. Sn brüderlicher Teilung vom 29. Juni 1667 waren an Hans Job die Güter Wawitz und das benachbarte Niethen, sowie etwas Geld gelangt. Rm 22. Mai 1670 wurde er mit diesen Gütern belehnt. Tr besaß dann das Gut Hermsdors (80 von Hoyerswerda)*) und starb am 31. März 1694' mit Hinterlassung der Witwe Rnna Sophia v. Nostitz und zweier unmündiger Söhne: Hans Friedrich und Tarl Heinrich. a. Hans (Johann) Friedrich v. M. übernahm das väterliche Gut Hermsdors und starb am 3. März 1733 ohne Söhne, denn Hermsdors gedieh nach seinem Tode, wie erwähnt (vergl. S. 238), an seinen Vetter Wolf Gottlob v. M. von der älteren Linie. b) Tarl Heinrich. Über ihn besitzen wir keine Nachrichten. Zur Niederlausitzischen Linie gehört Jakob Heinrich v. M. auf petershairf) im Kreise Kalau. Tr war vermählt mit Elisabeth H Lehnsakten von Hermsdors leider nicht vorhanden. 2) Ruf Petershain N.-L. finden wir neben anderen Gliedern des Geschlechts eine Witwe Maria v. M. Sie klagt beim Kurfürsten von Sachsen am 26. Mai 1632 gegen den Rat zu Senftenberg „wegen Vorenthaltung 6 viertel Biers, so der Rath zu Senfftenbergk L. Lhurf. Durch!. Soldatesca hingegeben" und ihr nicht wiedererstattet habe. Sie sei eine durch viele Plünderungen „sehr vorterbete und abgemattete Wittib". H.-St.-N. Geneal. Boa. II354, Muschwitz. — Laspar Heinrich v. M. auf Petershain N.-L. vermählte sich 1718 mit Helene Lharlotte v. Lberhardt, * 9. September 1698, ch I. Dezember 1723 im Nlter von 25 fahren, Tochter Hans Nikols v. L. auf Nieder-Rennersdorf. Kloß, Geneal. Nachrichten Mspt. Bd. IV, v. Lberhardt. v. Nadelwitz. 241 Tugendreich geb. v. Temritz, geboren am 10. März 1662, gestorben am 12. April 1739'), einer der süns Töchter Taspar Lhrenreichs v. T. aus Tollm und Delsa. Sie hatte die Güter Stein- oder Klein-Gelsa (>V8^V von Rothenburg) und das benachbarte Vorwerk Dubrau, sowie ein Haus und eine Baustelle aus dem Burglehn zu Bautzen von ihrem Vater geerbt. Am 6. Mai 1706 verkaufte sie Larl Heinrich v. Lchwanitz aus Ober- und Nieder-Gelsa, dem Gatten ihrer Schwester Barbara Margarethe geb. v. T. das bis dahin strittige Vorwerk Dubrau. Ihr Trblehngut Stein- oder Klein- Gelsa trat Frau Elisabeth Tugendreich für 5 500 TIr. ihrer Tochter Anna Margarethe v. M. am Termin Johanni 1723 ab! am 28. Februar 1725 erhielt diese den Erbbries ausgesertigt. Sie verkaufte Stein-Gelsa am 27. Februar 1762 an den Kapitän Thristian Ludwig v. Lberstein. Km 11. Dezember 1774 starb Anna Margarethe v. M. Wappen: Wolf Jakob Maximilian v. M. siegelt im Jahre 1804 folgendermaßen'): Sm Schilde ein nach vorwärts gerichteter Kopf eines Stiers. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: Zwischen zwei Büffel- hörnern der Stierkops. v. Nadelwitz. Zu der von Knothe in seiner Dberlausitzer Adelsgeschichte S. 375 und deren Fortsetzung (Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 99) gegebenen genealogischen Behandlung der v. Nadelwitz ist einiges hinzuzusügen. Ein mit Vornamen nicht näher bezeichneter „Nadilwicz" war, als die drohende hussitengesahr die Stadt Görlitz im Jahre 1432 zu den ernst- lichsten Maßnahmen zu ihrer Verteidigung nötigte, einer der im Nikolaiviertel angestellten Hauptleute^). Line nur in Abschrift vorhandene Urkunde ^) vom Jahre 1493, Dienstags nach blativ. Llariae sl O. Septembers besagt, daß Hans v. N. daselbst (Nadelwitz, 0 von Bautzen) gesessen, einen vergleich abgeschlossen habe mit den Gebrüdern Ambrosius und Andres, genannt „die Schultan zu Streßewitz, der Stadt Budissin arme Leuthe", wegen der Berge und hutweide über des Königs Teiche h gelegen. Untersiegelt war die Originalurkunde von ihrem Aussteller Hans v. N. und seinen Vettern Hans, Balthasar und George Gebrüdern v. N. zu Kaina und Wurschen (0 von Bautzen, von Weißenberg). Am Dienstag nach Francisci 1518 s5. Oktobers belehnte der Landvogt Wilhelm Herr v. Lulenburg den Sebastian v. Gersdorff zu Nuhland mit Frauendors (8^V von Nuhland), das diesem von Wolf v. N, „wie in das nach tod seins vatern angeerbet ist", überlassen worden war^). i) H.-St.-N. Een. Boo. II354, Muschwitz. Iecht, Loci, ctiplom. Uns. sup. II, 2. Bd., 5.377. s) Ratsarchiv Bautzen, Nkten Nieder-Uaina, Rep. V, 8eet. III, a. Nr. 3. ff Oer Uönigsteich ist ein Gutsanteil von Nieder - Naina (NO von Bautzen). Zchon eine im Oomstift zu Bautzen befindliche Urkunde vom Jahre 1284 (Köhler, Oocl. ciipl. Nus. sup. 5. 118) handelt von dem „alloäiurn sivs proclium, czuoci pisoina rs^is sst nuneupatum iuxta Bucissin situm". h Vrig. Pergament-Urk. im -6. Dresden. 242 v. Neitschütz. Km 29. Oktober 1562 wurden nach Rbsterben des Hieronymus v. N. die Gebrüder Hans und Balthasar mit den von Hieronymus hinterlassenen, nicht mit Namen aufgezählten Rittergütern belehnt h. Hans v. N. auf Bernsdorf (8^ von Hoyerswerda) war zweimal verheiratet gewesen und hatte aus erster Ehe einen Sohn Taspar, aus zweiter einen namens Franz. Laspar verkauft mit Zustimmung dieses seines Stiefbruders das väterliche Gut Bernsdorf im Jahre 1613 an Melchior v. Soeben. Franz läßt am 16. Rpril 1614 seine 2243 Taler Geld aus Erbe in Lehn verwandeln. Zwischen 1614 und 1617 starb Franz. Sein Bruder Caspar, jetzt „zu Spremberg" genannt, suchte 1617 nach Franzens Rbsterben die Lehn über die 1500 Taler, die dieser im Gute Losel hinterlassen. Ruf Losel war Laspars Stiefmutter verleibgedingt,- „nach deren Todesfahl dieselbe s1500 Talerj durch Rückfahl an in vorfeilet sein würden"^). Die Gebrüder Taspar und Franz waren auch auf dem Burglehn zu Bautzen angesessen. Rm 5. Juni 1612 wird Franz v. R. auf Bernsdorf mit dem halben Teil der ihm und seinem Bruder zustehenden Behausung und Baustelle daselbst belehnt, verkauft aber seinen Rnteil seinem Bruder Taspar, der diese zweite Hälfte am 12. Juni 1613 zu Lehn verreicht erhält, von Taspar erhandelt seine Burglehnbesitzung Hans Fabian v. ponickau auf LIstra, der zu Rnsang des Jahres 1614 belehnt wird 3). Mappen: Im schwarzen Schilde aus grünem Boden ein silberner Hund mit goldenem Halsbande vor einem Bäumchen stehend. Die Schildfigur wiederholt sich als Helmkleinod. Decken schwarz-silbern. Siebmacher I, Las. 54, Rr. 1 unter den „Schleßingischen". v. Neilschütz. Rudolph v. Neitschützh, aus dem alten Meißnischen Geschlecht v. R. stammend, kurfürstlich Sächsischer Rammerherr und Oberstleutnant, ein Sohn Christophs v. R. und dessen Gattin Rnna Dorothea geb. H 6- - 5t. - 0.1.06. 9549, particularregister, Inhalts der Röm: Rap: Mt: genedigster Instruction auff den wolgebornen Hern, Hern Joachim Schlicken . . . 1562, S. y. 2) H.-St.-R. 1.06.9545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in Dberlausitz cls so 1604-1617. Fol. 207 b, 218b, 355. 3) H.-St.-R. 1.06.9348, Lonceptbuch der Lehenbrieffe über die kiönigl. Burg- lehushäuser zu Budissin 1612 —1633. H von diesem Rudolph v. N. ist zu unterscheiden ein um dieselbe Zeit lebender Rudolph v. N. auf Börthen, Röhrsdorf, Tronitz, kurfürstlicher Geheimer und Rriegs- rat, Generalwachtmeister rc., geboren am 4. Rugust 1614, gestorben zu Dresden am 14. Februar 1682. vergl. G. Gettrich, Nlonumenta und Lpitaphia der Sophienkirche zu Dresden, 1709, S. 131. Vieser Rudolph vermählte sich am 19. Januar 1643 mit Magdalena geb. v. Dsterhausen, geboren Dienstag den 13. März 1621 als Tochter Hans Georgs v. G. auf Reinhardtsgrimma, Dber- und Nieder - Lockwitz, und der Helena geb. v. Haugwitz. Sie starb am 14. Sonntag nach Trinitatis 1675 sS. Septembers und wurde gleich ihrem Gatten in der Sophienkirche zu,Dresden bestattet. 13 Rinder (9 S. 4 T.), von denen 4 S. vor der Mutter starben, entsprossen der The. vergl. Lhristian Lucius, Stadtprediger in Dresden, Leichenpredigt auf Frau Magdalena v. N. v. Neitschütz. 243 v. WahrenI, kaufte von den vier Löhnen des am 15. September st. vet. 1670 verstorbenen Christoph Wilhelm v. Lalisch am 18. Januar 1676 die Meißnischen Güter Arnsdorf (8>V von Bautzen) und Lchlungwitz (Z^V von Bautzen, blO von Arnsdorf) für 5000 Taler,- am 5. Februar 1677 wurde er belehnt. Er verkaufte den Besitz als „schriftsässiges, freies Lrblehngut" an den Postmeister des Markgraftums Gberlausitz Christian Hutmann (huttmann), der am 31. August 1702 die Belehnung empfing. Unterdessen hatte Uudolph am 10./20. Mai 1685 von Frau Anna Helena v. Kiesenwetter, Witwe, geb. v. ponickau, deren Gut Gaußig (8^V von Bautzen) und pertinentien käuflich erworben. Uudolph v. N., damals kurfürstlich Lächsischer Generalmajor und Oberst über die Leibgarde zu Roß, wurde am 29. August 1686 vermittelst seines Lehnsträgers Hans Uudolph v. Bischosswerder auf Treba, belehnt mit Gaußig nebst dem Dörslein Klein-Gaußig, dem Vorwerk Brösang, dem Dorf Günthersdorf u. a. pertinentien. Er starb als Generalleutnant am 22. April 1703 abends ^ aus 8 Uhr im Alter von 76 I. weniger 17 W. und 3 T. und wurde am 26. in der Kirche zu Gaußig vor dem Altar bestattet2). Sein in Holz geschnitztes, bunt bemaltes, von zahlreichen Waffen und Trophäen umgebenes und von einem Geharnischten gehaltenes Epitaph, ehemals in der Gaußiger Kirche ausgestellt, befindet sich jetzt im Stieber-Museum zu Bautzens. Aus diesem Epitaph ist als Rudolphs Geburtstag der 11. August 1627 angegeben. vermählt war Uudolph mit Ursula Margarethe v. haugwitz, Tochter Johann Adolphs v. h. aus Königswartha. Sie kaufte am 9. Februar 1677 von Dorothea v. Grünrod, geb. v. Doering, das Gut Diehmen (80 von Gaußig) und erhielt es am 2. Juni 1677 zu Lehn verreicht. Frau Ursula Margarethe soll das Gaußiger Schloß erbaut haben. Nach dem Tode des Kurfürsten Johann Georgs IV. von Sachsen (f- 27. IV. 1694) wurde gegen sie als die Mutter seiner Geliebten (siehe unten) ein Prozeß wegen Zauberei anhängig gemacht^). Ursula Margarethe starb im Alter von 63 Jahren am 3. Juli 1713"). von Rudolphs v. N. Kindern sind uns folgende bekannt (1—7) (ob die chronologische Reihenfolge richtig, ist zweifelhaft): 1. Anna Latharina, vermählt am 16. Mai 1693 zu Tolditz mit Wolf Dietrich v. Beichlingen, dem späteren kurfürstlichen Geheimrat und Großkanzler, als seine erste Gemahlin. Die Ehe wurde geschieden"). 2. Magdalena Sibplla, geboren am 8. Februar 1675, Favoritin des Kurfürsten Johann Georgs IV. von Sachsen. Am 4. Februar 1693 tz Sammlung vermischter Nachrichten zur Sächsischen Geschichte svon Grundig und Klotzschi, X. Band, 1775, Tafel bei S. 365. 2) Gaußiger Kirchenbuch. — Die v. Neitschütz auf Gaußig sind von uns bereits behandelt im Neuen Laus. Nlag. Bd. 76, S. 214. 3) Vas Epitaph ist von uns beschrieben und abgebildet im „Deutschen Herold" I8dS, Nr. 3. tz Über diesen Prozeß siehe v. Webers Nrchiv für die Sächsische Geschichte, VIII. Bd. (1870), S. 213 ff. ö) Gaußiger Kirchenbuch. °) v. Webers Nrchiv -c. N. Z. IV. Band (1878), S. 170 Nnm. 3. 16 * 244 v. Nellschütz. wurde sie vom Kaiser zur Reichsgräfin v. Rochlitz erhoben 1). Der Kurfürst machte hierauf, Dresden den 15. März 1693, diese Ltandeserhebung mit dem Zunamen „zu Rochlitz" und mit der gleichzeitigen Begnadung mit dem Ehrenworte „hoch- und wohlgeboren" bekannt^). Neben anderen wertvollen Geschenken erhielt sie vom Kurfürsten das Schloß Pillnitz a. d. Elbe am 24. Februar 1694 übereignet"). Er beabsichtigte ferner, sie in den Besitz der Standesherrschaft Seidenberg (880 von Görlitz) zu setzen, wie aus folgendem hervorgehth: Der kurfürstlich Sächsische Rat und Rmtshauptmann des Fürstentums Görlitz und zugehörigen Zittauschen und Lauban schen Kreises Wolf Rlbrecht v. Soeben konfirmierte, Görlitz den 3. Rpril 1694, im Namen des Kurfürsten Johann Georgs IV. anstatt des Landvogts Nikols Freiherrn v. Gersdorff den zu Dresden am 19./29. März 1694 geschlossenen Kauf zwischen der „hochgebohrnen Frauen, Frauen Magdalenen Sibyllen, des Heyligen Römischen Reichs Gräffin von Rochlitz" als Käuferin und Mto Ferdinand Leopold Reichsgrasen v. Nostitz als Verkäufer über die Standesherrschast Seidenberg mit Zugehörungen, samt dem Städtchen Seidenberg mit allen dazu gehörigen Gütern, Dorf- schaften, Vorwerken, insonderheit den Gütern und Dörfern, auch Vorwerken Reibersdorf, Dppelsdorf, Markersdorf, Dörfel, Gber-Weigsdorf, Vornhennersdorf für 151 000 Taler und 1500 Taler Schlüsselgeld an des Verkäufers Gattin. Rm I.Mai st. nov. sollte die Übergabe der Herrschaft erfolgen. Der Kauf ging aber zurück"), denn am 4. Rpril 1694 starb Magdalena Sibylla an den Blattern, am >2. d. M. wurde sie in der Sophienkirche bestattet"). y Vas Grafendiplom ist abgedrückt in der „Sammlung vermischter Nachrichten zur Sächsischen Geschichte", X. Bd. (1775), S. 398 ff.; S. 402 ist das verliehene gräfliche Wappen abgebildet. 2) H.-St.-6. Boe. 10430, Geschlechts- und H-rrschaftserhöhungen, vol. III, Fol. 328. s) v. INinckwitz, Geschichte von Pillnitz, 1893, S. 12. H Lehnsaktsn Seidenberg. °) 6m 23. September 1694 meldet Gottlob Lrdmann v. Nostitz von Ruppersdorf aus dem Landvogt Nikol Frhrn. v. Gersdorff, daß ihm als nächstem Ngnaten Gtto Ferdinand Leopold Graf v. Nostitz „die damals bereits verkaufte Herrschafft Sepdenberg und psrtinentisn gebührend antragen lassen. Vb nun zwar besagte Ltandesherrschafft vor Einhundert und vierzig Tausend Thaler an mich zu kauffen, sich schon Mittel hierzu finden würden, so sehe doch, daß der H. Graff auf solcher Herrschafft nicht viel profitiret hat, und weil ich auch noch zur Zeit des vorkauffs hieran, weil der getroffene Rauff gewisser eonäitionsn halber noch wohl wieder zurücke gehen dürffte, nicht gewiß versichert bin, so kann ich auf dergleichen Ungewisses weder etwas resolviren, weniger mich umb Zusammenbringung einiger Gelder zur Bezahlung bemühen, bcy welchen Umbsländen ich sodann auf den Fall, wofern der itzige Rauff in seiner viZor verbleibet, ich den mir zukommenden Barkaufs an der Herrschafft Sepdenberg und pertinentien hiermit voritzo loßgegeben haben will". (Lehnsakten Seidenberg.) 6m 24. Juni 1694 kaufte Hans Haubold v. Einsiedel die Herrschaft Seidenberg. o) G. Dettrich a. a. ) Fr. Zarncke, Christian Reuter, der Verfasser des Schelmuffskp, im IX. Bande der Abhandlungen der philologisch-historischen Blasse der König!. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, 1884, erwähnt S. 468 Knm. einen Miscellancodex der Wiener Bibliothek Nr. 13287, enthaltend u. a. „Nr. 17. Oantilsna sat^riea insoripta „„Nls die Gräfin von Rochlitz mit einer jungen Tochter darniederkam"". Ebenda findet sich auch ein Spottgedicht auf Frau Ursula Margarethe v. Neitschütz, die Mutter der Gräfin Rochlitz, verzeichnet: „Nr. 18. Drama sat^rioum vsrsibus sxprsssum et inseriptum „„Ruff die Generalin Neutzschin, noch bep ihrem Leben verfertiget"". 2 ) vergl. F. R. Frhr. ö Bprn, Die Tochter der Gräfin Rochlitz, in v. Webers Archiv für die Sächsische Geschichte, N. F. IV. Bd. (1878), S. 169 ff. - Die „Familiengeschichtlichen Blätter", III. Bd., November 1908, nennen die vier Rinder der Gräfin Wilhelmina Maria Friederica v. Dunin: Gertruda; Marianna, vermählt mit Anton Tomakowicz; Antonina, vermählt mit Ignaz Malczewski; Friedrich, Starost von Zatorsk, vermählt mit Sophia Malachoroska, kinderlos, h Gaußiger Kirchenbuch. tz Namen und Daten von Nr. 4 und 6 nach v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Adels, 1896, S. 203. h v. Webers Archiv, N. F. IV. Bd.. S. 170, Rnm. 3; A. Schumann, Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen, XI. Bd., 1824, S. 406. 246 v. Neitschütz. Rudolph Heinrich stand in kursächsischen Militärdiensten. Er führte im Jahre 1696 in Großenhain eine Kompagnie Musketiere h. Ms Generalmajor und Landesältester des Bautzner Kreises sowie Ritter des Johanniterordens starb er am 22. März 1744; am 27. wurde er in Gaußig bestattet^). vermählt hatte er sich: I. am 27. Rpril 1706 mit Juliane Elisabeth v. Ziegler a. d. h. Radmeritz, geboren am 19. September 1669"), gestorben zu Gaußig im Mter von 68 Jahren am 13. Januar 1726. Sie war vorher verheiratet gewesen in erster Ehe mit Johann Rdolph v. Bischosswerder auf Erebus, in zweiter mit dem Major . . . v. Metzradh II. mit Eleonore Erdmuth v. pentzig. Sie überlebte ihren Gatten. Rudolph Heinrich hinterließ aus zweiter Ehe folgende Rinder (a-e): a. Rudolph Gottlob, geboren am 19., getauft am 27. Dezember 1727. d. Margarethe Erdmuth, geboren am 8., getauft am 16. Dezember 1728. c. Rdolph Heinrich, geboren am 24. Dezember 1729, getauft am 1. Januar 1730. Die beiden Söhne erhielten im Jahre 1744 Indult wegen der väterlichen Güter. Da diese stark verschuldet waren, so erfolgte im Sommer dieses Jahres durch die Deputierten des IDaisenamts des Bautzner Kreises deren Taxation^), hierauf erging vom Gberamtshauptmann ein l)o- oreturn aliönatoriurn wegen der Güter an den Vormund der v. N.schen Erben. Heinrich Reichsgraf v. Brühl kaufte am 13. September 1747 Gaußig nebst pertinentien, Golenz und Diehmen. — Einer anderen Linie des Geschlechts v. R. gehört der Folgende an: Hans Gottlob v. R. aus Zörbitz^), gestorben am 8. Mai 1781, hatte aus seiner Ehe mit Johanna Eleonore v. Voering zwölf Kinder, deren ältestes war: Johann Friedrich. Er begab sich in Sächsische Militärdienste und erhielt am 26. November 1794 seinen Rbschied als Kapitän im lviede- mannschen Infanterie-Regiment"). Rm 4. Februar 1788 trat er, damals kurfürstlich Sächsischer Premierleutnant im hartitz sch scheu Infanterie-Regiment, von dem ihm als einem Ldelmann^zustehenden Vorkaufsrecht Gebrauch machend, in den Kauf ein, den Earl Rugust v. Kyaw mit Johann Tobias Grohmann aus Gppitz wegen des Gutes Gber-Vurkau (14 von Bischofswerda) am 17. Rugust 1787 verabredet hatte. Rm 5. Dezember 1788 wurde Johann Friedrich belehnt I. Nachdem er bereits im 0 v. Feilitzsch a. a. cv. s. 203. Gaußiger Kirchenbuch. s) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, III. Teil, 1792, S. 247. tz Gaußig und Golenz wurden veranschlagt zu 29518 Tlr. 14 Gr. 8 ps., viehmen zu 18742 Tlr. 5 Gr. 4 Pf. s) v. Uechtritz a. a. V. VI. Teil, 1793, S. 51. 6) kf-- 5 t.-kl. Gxn. Noo. II356, Neitschütz. Tr präsentierte zu Nlitbelehnten Hans Rdolph v. INetzradt a»f pließkowitz, Laspar Rudolph Gottlob v. INetzradt auf vrehsa, Wolf kseinrich Rugust v. Muschwitz auf Lohsa. v. Nesen. 247 Jahre 1799 ein Stück Acker von zwölf Scheffeln Aussaat an Earl August Menzner für 1500 Mir. verkauft hatte, veräußerte er ihm ganz Dber- Burkau am 12. Juli 1804 für 25 300 Mir. vermählt war Johann Friedrich mit Johanna Taroline Friederike geb. v. Rüdinger, verwitwet gewesener v. FreywaldH. Als Witwer und kinderlos starb er zu Gber-Burkau am 13. Februar 1809^). Wappen: Schild geteilt. Oben in Gold ein schwarzer, doppelt geschweifter Löwe, schreitend und wachsend (der untere Teil der Hinterpranken ist nicht sichtbar),- unten geschacht in vier oder fünf Reihen von Gold und Schwarz. Helm gekrönt. Kleinod: Zwei Büffelhörner, geteilt; oben golden, unten geschacht von Gold und Schwarz. Decken schwarzgolden. Siebmacher, Supplement, Band lV, Eaf. 19, Nr. 5. v. Nesen. Nonrad Nesen, 3. LI. Nie. in Wittenberg, erhielt auf Empfehlung Melanchthons im Jahre 1633 die Berufung als Syndikus nach Zittau. 1541 wurde er regierender Bürgermeister und starb im Alter von 66 Jahren am 25. Juni 1560. In der St. Johanniskirche zu Zittau fand er seine letzte Ruhestätte"). König Ferdinand hatte den um die Stadt Zittau hochverdienten Mann, Prag den 10. Mai 1542, in den Adelsstand erhoben und ihm ein Wappen verliehen^). Konrad N. machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er im Jahre 1546 von dem Eoelestinerkloster auf dem Dybin die Stegemühle zu Herwigsdors (KM von Zittau) für 200 Mark kaufte"). Er erwarb ferner von dem Ratsfreunde Andreas Siebeneicher im Jahre 1547 das Gut Radgendorf (KIO von Zittau) gleichfalls für 200 Mark"). Konrad N. war zweimal vermählt. Seine erste Gattin, deren Name unbekannt ist, schenkte ihm einen Sohn Johannes, der 1594 starb. Konrads zweite Gattin Anna Rosenhain wurde die Mutter von fünf Söhnen: Konrad, Wilhelm, Johann, Thristoph und Victor. Sie >) vergl. v. Uechtritz a. a, D. V. Teil, 1793, s. 32. 2) H.-Lt.-N. Gen. 1 . 06 . 11356, Nellschütz. 3) I. B. Tarpzov, ^.nalsata lastorum Attavisnsium, 1716, I. Teil, 5. 71, wo sein Epitaphium beschrieben und seine von Joachim Lamerarius verfaßte Grabschrift abgedruckt ist; Ebenda II, S. 279, 298; pescheck, Handbuch der Geschichte von Zittau, I. Teil, 1834, S. 273, 278 rc. passim; vor allem L. F. Haupt, Wilhelm und Konrad, Brüder Nesen, Nikolaus v. vornspach und lVl. Procopius Naso, 1843, S. 1—88. Konrads Bruder, Wilhelm N., Professor in Wittenberg, ein Freund Luthers, ertrank 1524 in der Elbe in Wittenberg. Lr besaß ein ihm von Luther geschenktes Trinkglas. Dieses „Lutherglas" vererbte sich in der Nesenschen Familie und wurde in Erbschaftsfällen immer zu 60 Rtlrn. veranschlagt. Luriosa Saxcmioa 1737, S. 180; I-G.Kneschke, Geschichte der Nathsbibliothek in Zittau, 1811, S. 55; Gtto, Dber- laus. Lchriftstellerlexikon, II. Bd., 5. 690. H verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, 5. 158; das Diplom ist abgedruckt bei Haupt a. a. G. §. 84. 'y Neues Laus. Mag. Bd. 83, L. 126; deu Kaufbrief hat Haupt a. a. G. S. 86 ff. ") Haupt a. a. G. S. 51; E. G. Morawek, Geschichte von Nadgendorf, 1873, 5. 11 ff. 248 v. Besen. besaßen zunächst Radgendors gemeinsam, später übernahm Thristoph das Gut. Er wurde 1584 Senator, später Skabinus und starb 1598. vermählt mit Sabina Arnsdorfs hinterließ er mehrere Söhne (1-2): 1. Thristoph, geboren am 20. September 1579, aus Radgendors, gestorben am 24. November 1609, begraben am 27. in der Hauptkirche zu Zittauh. vermählt hatte er sich mit Helena Walter, Tochter des Ramenzer Bürgermeisters Johann W. Sie ging eine zweite The ein mit Peter Raps, eine dritte mit dem Pfarrer zu Seifhennersdors Ll. August Posselt, der als Archidiakonus in Zittau am 4. März 1634 starb h. von Lhristophs beiden Rindern starb das eine noch vor ihm, das andere, Anna Sabina N. vermählte sich mit dem Archidiakonus in Zittau lVl. Andreas Wintziger. 2. Johann, geboren zu Zittau am 25. April 1583, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, valedizierte am 13. April 1597 h, studierte in Wittenberg und Jena, ging dann aus sechs Jahre nach Prag in die Dienste Lhristophs Freiherrn v. Sebusin, daraus in die des Appellationspräsidenten Ferdinand v. Dohna daselbst. Im Jahre 1612 wurde er protonotar in Zittau, kam 1618 in das Ratskollegium, erhielt 162l das Amt eines Skabins, 1623 das eines Stadtrichters, 1624 das eines Bürgermeisters und zeichnete sich aus als „eine teure, fürneme Regiments-Säule und kulerurn rsipudlicas". Durch seine zweite Gattin erhielt er das Gut Groß-Poritsch (80 von Zittau). Am Gsterdienstag 1654 s28. März) starb er im Alter von 71 Jahren weniger 2 W. 4 T.h. Er vermählte sich: I. 1614 mit Dorothea Lmerich, Tochter Johann L.'s aus Nikrisch und Neundors; II. 1622 mit Dorothea Schnitter, Tochter Benjamin S.'s aus poritsch. Frau Dorothea kaufte als Witwe am >9. Oktober 1655 von Hans Friedrich Glich v. Milziz aus Sohr- Neundorf und Florsdors die acht Scheffel Rorn und acht Scheffel Hafer Bischosszehnt aus dem Gute Sohr-Neundors (dIO von Görlitz) ruhend, für 100 Reichstaler h. Sie starb am 23. April 1676. In seiner ersten Ehe wurden dem Johann N. drei Rinder (2 T. 1 S.) geboren, von denen der Sohn Gottfried den Vater überlebte; in zweiter The hatte er eine Tochter Sophia, die sich I. mit dem Bürgermeister Bartholomäus Gehler in Görlitz; II. mit N. Elias Meyrich verheiratete. Gottfried N., der einzige Sohn Johanns, geboren am 7. April 1618, besuchte das Zittauer Gymnasium h, wurde 1654 in das Rats- Kollegium seiner Vaterstadt ausgenommen, ward 1673 Skabin, verwaltete in den Jahren 1681, 84 und 89 das Stadtrichteramt und starb im Alter von 73 I. 45 W. am 18. Februar 1692h. vermählt war er mit Anna tz N. Lhristian IVagener, Leichenpredigt auf ihn, Budissin o. I. ff süinds, Geschichte von Seifhennersdorf s1892s, S. 66. -y Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586—1785, S. 28. ff N. Michael Theophilus Lehmann, Leichenpredigt auf Johann N., Dresden 1654. klm Schluß zahlreiche lateinische und deutsche Lpicedien. h Ihr kriegischer Vormund war der Görlitzer Bürgermeister und Syndikus Bartholomäus Gehler auf tleundorf und Moys. o) Gärtner a. a. N. S. 28. ff Larpzov a. a. V. I, S. 72; II, S. 245. v. Nesen. 249 Regina Kießling, gestorben am 11. Oktober 1694. Sie schenkte ihm zwölf Rinder, von denen sieben ihn überlebten. Wir gedenken hier dreier seiner Söhne (I —III), von denen der mittlere als Erwerber des Rittergutes Nieder-Rennersdors von besonderem Interesse ist. I. Johann Wilhelm R., geboren am 8. Oktober 1645, studierte in Jena und Straßburg, wurde 1691 Skabin, 1698 Assessor juclieü, 1700 Stadtrichter, 1708 Bürgermeister von Zittau und starb am 8. Rlai 1711 im Rlter von 66 Jahren*). II. Johann Christian N?), geboren am 3. Juni 1653, studierte in Jena und Leipzig, wurde 1685 Unterstadtschreiber in Zittau, 1698 Senator, 1699 Skabin, 1708 Assessor fucticii, 1710 Stadtrichter, vom Jahre 1711 an bekleidete er wiederholt das Rmt eines Bürgermeisters, 1713 erhielt er den Titel eines Hof- und Justizrates. Cr starb am 22. Juli 1727 kinderlos. Um 30. Juni 1718 hatte er das Rittergut Nieder-Rennersdorf (0 von Herrnhut) von Johann Nicolaus v. Eberhard! für 32 000 Taler gekauft^). Um 1. September 1718 wurde es ihm zu Erbe und Nllod gereicht, vermählt hatte er sich: I. mit Johanna Eleonore Stoll, gestorben am 26. Februar 1691, einer Tochter des Zittauer Bürgermeisters Johann Philipp St.,- II. am 15. Juni 1700 mit Lhristiane Sophie Noack. Sie verheiratete sich wieder im Jahre 1728 mit Larl Moritz v. Larlowitz auf Dittmannsdorf, der am 1. Juni 1745 ohne Nachkommen starb. Sie selbst entschlief Donnerstag den 12. Juli 1759; am Sonntage daraus sl 5. Julis wurde sie in Rennersdors bestattet. Frau Lhristiane Sophie geb. Noack hatte von ihrem ersten Gatten das Gut Nieder-Rennersdors; von ihrem zweiten zufolge der Lhe- stistung vom 1. Dezember 1728 Dittmannsdorf (bl von Reichenbach) geerbt. Über Nieder-Rennersdorf erhielt sie am 23. Oktober 1727, über Dittmannsdorf am 24. September 1745 den Trbbries. Dittmannsdorf fiel nach ihrem Tode an Fräulein Henriette Laroline v. Einsiedel, die Tochter der Schwester ihres zweiten Gatten. Nieder-Rennersdors dagegen vererbte sie an den unten (5.250) zu erwähnenden Neffen ihres ersten Gatten, den Zittauer Bürgermeister Or. Thristian Siegfried N. In ihrem Testament vom 11. Juli 1757 hatte Frau Lhristiane Sophie Nieder-Rennersdorf „zu einem fideicommissarischen Stamm- und Majoratsgut" für das Nesen sche Geschlecht bestimmt. In einem Testamentsnachtrag vom 29. März 1758 verfügte sie aber, die Verordnung über das Fideikommiß sei ausgehoben und es dürfe ihr Erbe, der Bürgermeister Vr. Thristian Siegfried N. das Gut alienieren und testamentarisch über dasselbe disponieren. tz Larpzov a. a. G. II, 8. 28Z. 2) Ebenda; II. G. IN. v. Mücke, Vas Rittergut zu Nieder-Rennersdorf sI84Zs, 5.20; Vtto a. a. G. II, 8.680 führt eine von Iohann Thristian verfaßte lateinische Rbhandlung auf. s) In seiner an den Dberamtshauptmann gerichteten Verkaufsanzeige schreibt v. Tberhardt über den neuen Käufer . . . „welcher sowohl von Geburth als auch von angeführtem seinem Tharakter stzofrat rc.s fura nnbilium besitzet". (Lehnsakteu Nieder-Rennersdorf). Die 5tände genehmigten hierauf den Rauf. 250 v. Nssen. III- Johann Siegfried N.I, geboren am 3. Februar 1662, wurde Bauschreiber in Zittau und starb am 12. August 1708. Vermählt hatte er sich: I. mit Frau Anna Dorothea Lrusius, geb. Arnsdorfs, gestorben am 5. März 1692; II. 10. November 1693 mit Johanna Christiane Lrusius, geboren am 20. Juli 1671, gestorben am 28. Juni 1703 mit der er zehn Jahre lang verheiratet war und die ihm fünf Kinder schenkte. Von diesen erwähnen wir die beiden Söhne (1 -2): 1. Christian Siegfried N., geboren zu Zittau am 7. Februar 1695, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, promovierte 1721 in Halle zum Dr. furis b), wurde darauf in Zittau Senator, Skabin, Stadtrichter, endlich 1755 Bürgermeister. Cr starb am 27. Juli 1766 unvermählt. Die Witwe des Bruders seines Vaters, Frau. Christiane Sophie N., geb. Noack, wiedervermählte v. Larlowitz, hatte ihm, wie erwähnt, ihr Gut Nieder-Nennersdors vermacht. Am 24. März 1760 hatte er den Erbbrief erhalten. Dr. Christian Siegfried N. ernannte in seinem Testament vom 10. April 1766 zur Universalerbin Frau Christiane Friederike verehelichte Mücke, geb. N. (siehe unten), die Tochter seines verstorbenen Bruders Johann Konrad und bestimmte Nieder-Nennersdorf zu einem Majorats- und Stammgut für das Uesen sche Geschlecht. Cr verfügte, daß seine Erbin nach ihrem Tode das Gut ihrem Bruder Christian Friedrich N. hinterlassen solle, bei dessen Nachkommen es zu bleiben habe. 2. Johann Konrad N., der jüngere Sohn Johann Siegfrieds, wurde am 9. September 1696 getauft, besuchte das Zittauer Gymnasium von 1703 bis 1718, wurde Dr. für. und Advokat in Zittau und starb am 18. Mai 1742I. Aus seiner am 13. Mai 1721 geschlossenen Ehe mit Christiane Eleonore Just, getauft am 11. April 1701 als Tochter des Senators Carl Christian I. in Zittaus, sind folgende Kinder zu erwähnen (a —b): a. Christiane Friederike U?), geboren am 11. März 1723, gestorben am 30. Dezember 1795, vermählte sich am 5. November 1742 mit Carl Siegfried Mücke, dem damaligen Kammerdiener des Grafen Brühl und übernahm 1766 das Gut Nieder-Nennersdorf. Am 3. September 1767 erhielt sie den Crbbrief. Da ihr Bruder Christian Friedrich N. am 18. Juni 1793 aus die Sukzession in diesem Gute verzichtete, so trat sie im Jahre 1793 Nieder-Nennersdors ihrem Sohne Christian Siegfried Mücke ab, dem Stammvater des blühenden Sächsischen Adelsgeschlechts v. Mücke. b. Christian Friedrich N., getauft zu Zittau am 27.August 1732, besuchte das dortige Gymnasium von 1749 — 1753, wurde ean6. y Larpzov a. a. 2>. I, 5. IIS; II, 5. 306. 2) Neues Laus. Mag. 8d. 21, S. 25d. H Gtto a. a. V. II, 5.688 führt seine Dissertation an. 'y Gärtner a. a. G. 5.28. H Mitteilungen der Gesellschaft für Zittauer Geschichte, 7. Heft, I9N, 5. 4Y. >h v. Mücke a. a. G. 5. 22. v. Niebelschüh. 251 für. und Steuerdeputierter und starb als letzter des angesehenen Geschlechts v. N. im Jahre 1793'). Wappen: Schild gespalten, auf der Spaltlinie ein silbernes, oben und unten mit Gold verziertes Zepter, vorn in Blau ein goldener Flügel, die Sachsen nach innen. Diese sind besetzt mit einem silbernen gesichteten abnehmenden Halbmond; hinten in Schwarz ein silberner Flügel, die Sachsen nach innen, diese besetzt mit einem goldenen gesichteten zunehmenden Halbmond. Aus dem Helm die beiden Flügel, genau wie im Schilde, zwischen ihnen das Zepter. Decken rechts blau-silbern, links schwarz-golden. Nach der Beschreibung im Adelsdiplom ff. — Münch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Mspt. auf der Stadtbibliothek zu Zittau. v. Niebelschüh. Der nach dem südöstlich von Namenz gelegenen Dorfe Nebelschütz sich nennenden Familie v. Niebelschütz begegnen wir zuerst im 14.Jahrhundert in der Vberlausitzff. Sn der zweiten Hälfte des 16. und dann im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts treffen wir wieder Angehörige des Geschlechts in ihrem alten Stammlande. Im Jahre 1563 wurde den Gebrüdern Peter, David, Siegmund und Abraham o. N., Söhnen eines uns nicht bekannten Vaters, zu Lehn verreicht das Lehngütlein zu Holtendorf von Görlitz). David hinterließ einen Sohn Hans Bernhard, „eine ziemlich blöde Person" ff, der nach dem Tode seines Vaters und der Brüder desselben das Gütlein zu seinem bessern Unterhalt eingeräumt erhielt. Thristoph v. N. von Holtendorf war vermählt mit Hedwig, geb. Vlekta v. Audishorn aus „Lamorawitz" in Böhmen; nach seinem Tode schloß sie eine zweite The mit dem fürstlich Friedländischen Nriegs- hauptmann Dietrich v. Nonne. Thristophs „leibliche Vettern und Bruders tz Gärtner a. a. D. 5.28. — Tr schenkte das „Lutherglas", das über zweihundert Jahre im Besitz des Geschlechts v. N. gewesen war, der „Kunstkammer" in Dresden, Haupt a. a. G. 5. 26. h Nbdruck des Diploms bei Haupt a. g. g). §. gg, ff. — Das Wappen findet sich ferner auf einem 5tammbuchblatt Johann Nesens (* 1583, ch 1654) im 5tamm- buche Gottfried Lternbergers, 5. 187, aufbewahrt in der Zittauer 5tadtbibliothek. vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 74, 5. 111; ferner hält der das 5tundenglas tragende Engel neben der Kanzel in der Hospitalkirche 5t. Jakob in Zittau in der Linken den Nesenschen Wappenschild ohne Helm und Kleinod. Line Kartusche mit dem Nesenschen Wappen befindet sich in Zittau über dem Nrchitrav des Portals des Hauses „Neustadt Nr. 37" in Zittau, vergl. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler 5achsens, 30. Heft (Zittau —5tadt), 5. 176, 263. Line weitschweifige, symbolische und mystische Erklärung des Nesenschen Wappens gibt der Zittauer Pastor Primarius N. Michael Theophilus Lehmann in seiner Leichenpredigt vom Jahre 1654 auf Johann Nesen: „Baulina oonsulurn pia clet'nnetorurn insiAnia, paulinisches Lhren-Wappen, damit GGTT fromme Burger-Meister nach ihrem seligen Hintrit ehret, wie solches in dem Nesenischen Ndels-Wappen öindlsmatios gleichsam entworffen ist" -c. — Zahlreiche Nesensche Zamilienbilder befinden sich auf dem 5chlosse zu Nieder-Nennersdorf. Neues Laus. Mag. Bd. 21, 5. 257. 2) Knothe, Geschichte des Gberlans. Ndels, 5.377. ff Lehnsakten Holtendorf, Löbens Erbgut. 252 v. Nimptsch. Kinder, Namens Abraham undt Sigismund von Niblschütz von haltendors, so bepde unehelich gewesen und geblieben, shabenj etliche 20 Jahr sich wesentlich bep ihme ausgehalten, aldar sie dann srepe Kost, Kleidung, Habitation, Artzney, voctor und Barbirer undt in summa Alles und Jedes nebenst ansehnlicher, kostbahrer Leichenbegängniß empfangen" h. Siegismund starb in Böhmen, Abraham ernannte den zweiten Gatten der Frau Hedwig, Dietrich v. Könne, zu seinem Erben. Beide Brüder, Abraham und Siegismund, waren im Jahre l6l2 zur Lehnsempfangung des Gutes Holtendorf nach Görlitz beschieden worden, hatten aber der Aufforderung keine Folge geleistet. — Heinrich Siegismund Balthasar Freiherr v. N., königlich preußischer Leutnant, kaufte am 17. September 1805 von Christoph Adolph v. prenzel als Vormund seiner vier unmündigen Kinder, das Kittergut Klein-Seitschen von Bautzen) für 39000 Taler. Am 19. Dezember 1805 erhielt er den Lrbbries über das Gut. Bereits am 25. Mai 1810 verkaufte er Klein-Seitschen wieder an Friedrich Wilhelm Grasen v. Küdiger. Heinrich Siegismund Balthasar war vermählt mit Augustina Elisabeth, geb. Gräfin v. Küdiger. Wappen: Im blauen Schilde zwei einander zugewendete silberne Schwanen - Köpfe und Hälse mit roter Bewehrung. Gekrönter Helm. Kleinod: Zwischen den beiden silbernen Schwanen - Köpfen und Hälsen eine rote Säule, besteckt mit drei Straußenfedern, blau, silbern, blau. Decken blau-silbern. Siebmacher I, Taf. 61, Nr. 3 unter den „Schleßin- gischen". vergl. auch v. Krane und Hildebrandt, Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Adels, Taf. 73. v. Nimptsch. Nur wenige Glieder des alten Schlesischen Geschlechts v. Nimptsch machten sich auch in der Gberlausitz ansässig. Wilhelm v. Krähe auf Doberschau und Abraham v. „Bolnicz" aus Keichenau in Vormundschaft der hinterlassenen Kinder Wenzels v. Lutenheim hatten dem Easpar v. N., unbekannt welcher Linie seines Geschlechts angehörig, das teils zum Görlitzer Kreise, teils zum Schlesischen Fürstentum Sagan gehörige Gütchen Zehrbeutel (8^V von Sagan) zu Erbe und Eigentum, jedoch lehnsweise, verkauft. Am 10. Januar 1614 wurde der Käufer in Keichenbach vom Amtshauptmann von Görlitz George v. Nostitz mit dem Gute und dem Hammer Zehrbeutel, soweit dieses im Görlitzer Kreise gelegen, belehnt^). Taspars Sohn, Caspar Siegismund v. N., Kittmeister und Pachtinhaber des dem Landvogt Lurt Keinicke v. Tallenberg gehörigen Gutes Petershain, war um das Jahr 1663 ins Land gekommen. Er suchte aber nicht die Lehn am väterlichen Gute Zehrbeutel, verzichtete vielmehr >) 6 -51-0. 6oe. 9517, Gberlaus. Justizsachen, vol. VII. h H.-St.-O. Boe. 9546, Erstes Buch Gberlaus. Lehnssachen 1637 —7Z, Fol.302. v. Nimptsch. 253 wegen der vielen Schulden, mit denen es belastet war, auf die Sukzession im Besitze zu Gunsten der Landstände h. Taspar Siegismund hatte sich in erster Ehe vermählt mit Bnna Helena, verw. v. Blüx, geb. v. Berge a. d. h. Mtenhain. Sie war am 23. Juni l632 zu Zelz N.-L. geboren und starb nach siebenjähriger Ehe am 19. Juli 1671 ^). Eine Tochter war aus der Ehe hervorgegangen. Frau Anna Helena v. N. hatte am 14. September 1665 von Melchior Albert v. Backei dessen Erbgut Backe! (I4>V von lVeitzenberg) gekauft. Bei der am 27. Januar 1667 erfolgten Belehnung war ihr Schwager Hans Ulrich v. Bostitz auf Ruppersdorf und Gderwitz ihr Lehnsträger gewesen. Bm 10. Mai 1669 verkaufte sie Backei wieder. Taspar Siegismund v. „Nimbsch" vermählte sich in zweiter Ehe am 5. Januar 1676^) mit Veata Eleonore v. Nostitz, Tochter Tarl Thristophs v. Nostitz aus Döbschütz. 3u Michaelis 1675 hatte Taspar Siegismund von diesem seinem zukünftigen Schwiegervater das „Güttel Dittersdorf" (Dittmannsdorf, lVbIM von Görlitz) gekauft. Seine weiteren Schicksale sind unbekannt. - Die Linie Habendorf begründete durch seine Vermählung mit Elisabeth v. Bock aus habendors im Breise Beichenbach i. Schl. Thristophorus v. NI). Sein Sohn Friedrich d. B. kaufte am 14. Mai 1689 das Erbgut lveicha (lV von lVeitzenberg) von seinem Schwager Hans v. Gers- dorff. Friedrich v. N. d. B. aus Habendorf, des Beichenbachschen Breises in den Fürstentümern Schweidnitz und Jauer wohlbestallter Lrbhosrichter, zeigte den Baus des Gutes lveicha dem Landesältesten Taspar Thristoph v. Nostitz an und bemerkte dabei: „. . „lveil mir dann nicht zweifelt, es werden die Herren Landstände des Marggrasthums an meinem hoffentlich nicht unbekannten Geschlechts keinen Mangel finden und derowegen aus meine bei denen deswegen allbereit überreichte Imploration, mich in dieses Land auszunehmen, auch sofort dero allgemeinen Landesprivilegien fähig zu machen kein Bedenken tragen'") zc. Bm 26. Bugust 1689 erhielt Friedrich d. B. das Gut lveicha zu Erbe verreicht. Er starb in Habendorf am 10. Bpril 1693 und hinterließ die lvitwe Bnna Helena, geb. v. Logau°) und folgende Binder: 0 Der Kurfürst verordnete am 5. September 1672 in Betreff des Gütleins Zehrbeutel Gberlausitzischen Nnteils . . . „wenn sich der Lehnserbe nicht inzwischen angegeben und morsm zur Genüge entschuldiget, auch die verfallenen onara snichts abtragen will, erwähnten Landständen solches zn verleihen und eigenthümlich zu übergeben". Ebenda, Hol. 302. 2) I. L. Wagner, Budissinsche Grab- und Gedächtnis - Blahle, 1697, 5.36. Hier steht irrtümlicherweise, Taspar Siegismund; Gattin sei eine geborene „Nechenbergin" gewesen; auch ist das angegebene Lebensalter (55 Jahr) mit dem Geburts- und Sterbe- datum nicht in Einklang zu bringen. s) Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. B. I. 30. INspt., 1. Teil, 5. 518. 4) Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Teil, S. 156. 5) Lehnsakten Weicha. «) Nach Sinapius II, S. 156 war Friedrich d. K. vermählt: I. mit Nnna Helena v. poser; II. mit einer „Frepin von Logau". Susanna Elisabeth stammt nach Sinapius aus der ersten, die beiden anderen Töchter aus der zweiten Ehe. Friedrichs 254 v. Nimptsch. Friedrich d. I. Susanna Elisabeth, später Frau auf habendorf und vermählt mit George Ernst v. Berge aus Merzdorf. Helena Lharlotte, später vermählt mit Hans Wolf v. d. heyde. Unna Helena, später Frau aus Langhermsdorf, vermählt mit . . . v. vyherrn. Testamentarisch hatte Friedrich d. Ü. bestimmt, er wolle lveicha und Pertinentien seinem „einigen lieben Lohn Friedrichen v. N. als ein ?rue- IvZutum geeignet und bevoraus legiret haben, er bekomme von meinem in Schlesien habenden vermögen ichtwas oder nicht, doch also, daß dessen Intraden eher nicht an ihn gewendt oder ihme gesammlet werden sollen, bis meine in Schlesien etwa befindliche passiv-Schulden bezahlet sein würden, alsdann sollen des Gutes Einkünfte von meiner Liebsten, als ersteren Vormünderin, gesammlet werden (außer was aus allen Fall hiervon zu sein und seines Herrn Informatoris Unterhalt und resp. Besoldung nöthig sein möchte) so lange, bis er auf ein Gymnasium und hohe Schule, von dannen auch andere Länder zu besuchen, verschicket würde" h. Friedrich d. I. v. U. „und Reversdorf"'), geboren am 8. März l688 in Habendorf, getauft am ll. es. in der Kirche zu Dirsdorf, stand nach seines Vaters Tode unter Vormundschaft des Hauptmanns Hans Rbraham v. Sebottendorff und Hans Friedrichs v. Uodewitz aus Lauske. Cr erhielt am 2. Oktober 1693 einen Mutzettel über das an ihn gestammte Rllodialgut lveicha, starb aber, noch minorenn, am 30. Juli 1696. Nach seines Vaters Bestimmung fiel nunmehr lveicha zu gleichen Teilen an seine lvitwe Unna Helena, geb. v. Logau und deren oben genannte drei Töchter. Diese überließen zufolge Rezesses vom 1. November 1696 das Erbgut lveicha ihrer Mutter für 14 000 Taler. Um 12. Juni 1697 erhielt sie den Lrbbries. Sie vermählte sich wieder mit einem Herrn v. Rohr und starb am 29. Juli 1712. Um 14. September wurde sie in der Kirche zu Dirsdors begraben. Nach mütterlicher Disposition fiel lveicha an ihre jüngste Tochter Unna Helena v. Dyherrn, die am 6. September 1713 den Erbbrief erhielt. Im Jahre 1729 verkaufte letztere das Gut an lvolf Rudolph v. Schönberg ^). lvappen: In dem aus der Stadtbibliothek zu Zittau aufbewahrten Stammbuche Andreas Knebels findet sich aus Seite 15 zugleich mit einer Eintragung Ernst Christophs v. Nimptsch h vom Jahre 1694 dessen Wappen: Lohn, Friedrich d. I-, erwähnt Sinapius überhaupt nicht. — Unsere Angaben sind den Lehnsakten lveicha entnommen, y Lehnsakten lveicha. -) Röversdorf, ein v. Nimptschsches Ltammhaus im Kreise Lchönau i. Lchlesien. h Rnmerkungsweise sei erwähnt, daß sich in der Görlitzer Klosterkirche der Grabstein einer Ursula v. N. a. d. H. Bober - Uöhrsdorf findet, geboren 1580 als Tochter Hansens v. U. auf Ober - Röversdorf, gestorben zu Görlitz im ktlter von 96 Fahren 4 lvochen am 8. Rlai 1676. vergl. Iecht, Die Grabsteine, Epitaphien und Gedächtnisfahnen in der Görlitzer Klosterkirche, Neues Laus. Mag. Bd. 86, 5. 175. ft Trust Christoph v. N. erhielt am 9. Februar 1730 als kursächsischer Gberst der Kavallerie seinen Rbschied. H.-Lt.-R. Deneal. Roe. 1IZ58, Nimptsch. v. Nitsche 255 Zchild geteilt von Silber und Not, darin ein schwarzes Einhorn mit silbernem Zischschwanz. Helmkleinod: Vas Einhorn wachsend. Decken rot-silbern. v. Nitsche I. Andreas Nitsche, geboren am 17. November 173l auf der land- vogteilichen Seidau bei Bautzen als Sohn des dortigen Einwohners Andreas N. und seiner Ehefrau Anna geb. Mieth aus Burk, bezog, nachdem er sich auf der gräflich Gersdorffschen Schule in Uhyst an der Spree, sowie auf dem Gymnasium zu Bautzen vorbereitet hatte, die Uni- versitätlvittenberg, dann die zuLeipzig, zumStudium der Rechte, wurdespäter Professor der Philosophie in Moskau, gab aber nach verlaus eines Jahres dieses Amt wieder auf, ging längere Zeit aus Reisen, kehrte nach Moskau zurück und vermählte sich dort mit der dritten Tochter des kaiserlich Russischen Geheimrats und Senators Michael Michailowitsch v. Soltikow, mit der er sechzehn Jahre in der glücklichsten Ehe lebte Am 17. Juni 1776 kaufte Andreas, als kurfürstlich Sächsischer hos- rat bezeichnet, von Wolf Christian Albrecht v. Soeben auf Gber-Lichtenau und Reichwalde das Erb- und Allodialgut Mengelsdors von Görlitz) für 45 500 Rtlr. und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Lr starb am 18. Juli 1795 im Alter von 63 I. 8 M. l T. zu Mengelsdorf ohne Leibeserben und wurde am 23. auf dem Tauchersried- hos in Bautzen beerdigt^). Seine Witwe, Maria geb. v. Soltikow, geboren zu Moskau am 14. August 1737, vermählt im Jahre 1779, wurde seine Universalerbin und erhielt am 23. Oktober 1795 den Erbbrief über Mengelsdors. Am tz Gb die Familie Nicius, auch NitschKe genannt, mit der im Text behandelten in Verbindung zu bringen ist, vermögen wir nicht zu sagen. Thristoph Nicius oder Nitschke, ein Tuchmacher, hatte neben anderen Rindern einen Sohn kibraham, der am 5. Januar 1593 zu Frepstadt geboren wurde und am 20. März 1645 als privatus in Görlitz starb. Nbraham vermählte sich im Jahre 1621 mit Martha Schittler, Tochter des Bürgers Friedrich Schittler. Sie starb im Jahre 1675. von Nbrahams Rindern war ein Sohn, Thristoph Friedrich, getauft 1624, Pastor in Deutsch - Dssig und starb hier 1703, ein anderer, ksans Jakob, geboren 1629, starb als Our. prsot. und Stadtschreiber 1660, ein dritter, Johann Heinrich, geboren 1636, starb als viertelhauptmann in Görlitz im Jahre 1707 1 eine Tochter Nbrahams, Martha Elisabeth, geboren 1632, vermählt mit George Neumann auf Rleinneundorf, starb im Jahre 1701. (Neues Laus. Mag. Bd. 41, S. 108; Martin Meisters Vmnalss Oorliosnsss in ksoffmanns Soriptorss rsrum Nusatioarum, 1719, Torni primi pars sltsra S. 91). Der genannte Nbraham erhielt gleichzeitig mit Christoph Nizsche (Nicius) vom Raiser Ferdinand II. im Jahre 1634 einen Nlappenbrief. (verzeichniß Dber- laus. Urkunden, II. Bd., S. 306). Wappen: In dem von Silber und Not geteilten Schilde eine Lilie in verwechselten Farben. ksNrn gekrönt. Kleinod: (Offener Flug, rechts schwarz, links silbern, der rechte mit der silbernen, der linke mit der roten Lilie belegt. Decken rechts schwarz-golden, links rot-silbern. (Fritsch, Nlte Görlitzer Geschlechter, Taf. IV, Nr. 19). 2) Laus. Monatsschrift 1795, II, S. 175; Gtto, Gberlaus. Schriftsteller-Lexikon, II. Band, S. 723. tz Die von ihm selbst verfaßte Grabschrift siehe in der Laus. Monatsschrift 1795, II, S. 178. 256 v. Ritsche. 7. Mai 1801 verkaufte sie das Gut an Ferdinand Traugott prenzel v. Bucherfeld und starb am 21. April 1805 zu Bautzen. Kn der Seite ihres Gatten fand sie ihre letzte Ruhestätte ft. Andreas Mtsches Neffe und Pflegesohn war Andreas Nitsche, der einzige hinterlassene Sohn seines verstorbenen Bruders, des Einwohners zu Bautzen Johann Nitsche. Vieser Andreas Nitsche d. I. wurde am 20. Juni 1776 zu Bautzen geboren und studierte in Leipzig und Jena Medizin. Am 24. Mai 1805 kaufte er von vr. Christian August Stöltzer das Rittergut und Städtchen Mark- lissa (8 von Lauban) mit RIein-Beerberg, ferner das Rittergut Schadewalde (dl von Marklissa) mit Altstadt, den zwölf Hufen und Prettin (pertinentien von Schadewalde). Andreas war vermählt mit Lhristiane Friederike geb. Modrachft, einer der Töchter Heinrich Gottlobs M. (fl 25. Juni 1818). Vieser seiner Gattin verkaufte Andreas sein Mannlehnrittergut Marklissa mit RIein-Beerberg und Zubehör, sowie Schadewalde am 12. Februar 1820 und kaufte dafür von den Erben seines Schwiegervaters dessen Gut Markersdorf (^ von Görlitz) für 12 500 Taler am 30. Mai 1821. Andreas starb am 17. Mai 1845 ft. Sein Geschlecht blüht noch. Raiser Franz II. hatte, Wels den 2. November 1804, den vi'. raoll. Andreas Nitsche, der „sich ausgezeichneten Ruhm und Ansehen hep seinen Mitbürgern in der churfürstlich Sächsischen Sechsstadt Görlitz zu erwerben beflissen gewesen, durch seine eheliche Verbindung mit einer Tochter des Görlitzischen Stadtraths Modrach und Besitzers des Ritterguts Markersdorf mit den ansehnlichsten Familien in Verwandtschaft gekommen, zugleich auch bey dem Besitze eines ansehnlichen eigenen Vermögens das Rittergut Schadewalde nebst Zubehörungen käuflich an sich gebracht habe" ... in des heiligen Römischen Reichs Adelsstand mit Bewilligung des RrivilkZft non usu erhoben und ihm folgendes Mappen verliehen: . . . „Einen von Golde und Roth nach der Länge getheilten Schild mit einem schwarzen Adler, die Zunge roth ausgeschlagen und eine silberne Rrone um den hals im goldenen, einen goldenen Löwen aber, einen silbernen Anker in beiden Pranken haltend, im rothen Felde. Auf dem Schilde ruht rechtsgekehrt ein gekrönter, frei adeliger, offener, blau angeloffen und roth gefütterter, mit goldenem Halsschmucke und einer zur rechten roth und goldenen, zur linken aber schwarz und goldenen Decke behängter Turniershelm, auf dessen Rrone zwei) ausgebreitete Adlersflügel, ein schwarzer und ein goldener, dazwischen aber ein roth- bekleideter Arm mit einem blanken Säbel in der Faust erscheint" ft . . . 0 Laus. Monatsschrift 1805, Lhronik s. 31. ft Nach Nngabe des Gothaischen Briefadeligen Taschenbuchs I. Jahrgg. (1907), S. 582 war sie seine erste Gemahlin, seine zweite Marie v. Heinrich, * ig. November 1800, ch 4. Mai 1858. — ft. G. Mischke, Lhronik des Dorfes Schadewalde, 1842, S. 21 gibt an, Nndreas v. N. sei 1820 von seiner ersten Gattin Lhristiane Friederike Modrach geschieden worden. — Sie vermählte sich wieder mit dem Hauptmann und Landesältesten Franz Giersberg. ft Gothaisches Briefadeliges Taschenbuch 1907, S. 582. ft Nach der Nbschrift des Ndelsbriefs in den Lehnsakten Marklissa. v. Nitschwitz. 267 v. Nitschwitz (v. Nischwitz, v. Nitzschwitz). Zu Knsang des 18. Jahrhunderts machte sich ein Angehöriger des alten Meißnischen Geschlechts v. Nitschwitz, dessen Stammhaus Nischwitz bei Wurzen bereits im Jahre 1412 urkundlich nachweisbar im Besitze der Familie warH, in der Dberlausitz ansässig. Adam Heinrich v. ponickau aus Skado (080 von Senftenberg), königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kriegskommissar, verkaufte am 1. Mai 1706 seinem Schwiegersohn Nudolph Heinrich v. N., königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Oberstleutnant eines Kürassierregiments, das Nittergut Möhrsdorf (blO von Pulsnitz, >V8>V von Elstra) für 9000 Taler; am 29. April 1707 empfing der neue Besitzer die Belehnung. Lr starb am 20. April 1736. vermählt mit Johanna Tharlotte v. ponickau, hinterließ Nudolph Heinrich v. N. zwei Söhne (a, b): u) August Heinrich, geboren zu Möhrsdorf am 6. Februar 1708, gestorben als kursächsischer Oberst der Infanterie a. v. zu Großenhain am 11. Juni 1783 im Alter von 75 I. 4 M. 6 T-, begraben auf dem Neusriedhose. verheiratet war er mit Christiane Henriette geb. Kregel v. Sternbach, geboren am 11. Februar 1722, gestorben zu Großenhain an Entkräftung am II. März 1806 im Alter von 84 I. 1 M. Die einzige Tochter des Ehepaars, Dorothea Lharlotte Henriette, geboren am 22. März 1744, vermählte sich mit Turt Gottlob Grasen v. Seydewitz aus pülswerda und Kreinitz^). b) Adam Heinrich, geboren zu Möhrsdorf am 12. April 1713, starb als verabschiedeter Oberst und Kommandant des Dragoner-Negiments v. Sacken zu Großenhain am 28. Februar 1780 im Alter von 66 I. 10 M. 14 T. und wurde am 4. März d. I. aus dem Neusriedhose beigesetzt. Seine Gattin Margaretha LIeonora v. Kessler, geboren am 12. November 1724, war ihm einige Monate im Tode vorangegangen; am 29. November 1779 wurde sie zu Großenhain begraben. Adam Heinrich hatte folgende Töchter H (u-e): u) Tharlotta Eleonora Henrietta, geboren zu Großenhain am 5., getauft am 8. August 1743. d) Karolina Henrietta Margaretha, geboren und getauft zu Großenhain am 26. August 1744. e) Johanna Henrietta, gestorben zu LIsterwerda im Alter von 3^/2 Jahren am 17. Dezember 1750, begraben daselbst am 20. d. M. Was das Gut Möhrsdorf anbetrifft, so überließ August Heinrich v. N. seine Hälfte an diesem Gute im Jahre 1740 seinem jüngeren Bruder Adam Heinrich. Dieser empfing am 23. November 1740 die Belehnung, verkaufte aber das Gut bereits im Jahre 1743 wieder an seinen Bruder, h N. Frhr. v. Zedtwitz, Sächsisches wappenbuch, 1899, s. v. 2) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 1896, S. 208; Nneschke, Deutsche Grafen - Häuser, II. Band, 1853, S. 464. v. Feilitzsch a. a. D. S. 208. 17 ä 258 v. Normann. den damaligen Major Rugust Heinrich v. N. für 15 000 Taler und lOO Taler Schlüsselgeld. Rugust Heinrich, am lO. September 1743 belehnt, veräußerte Möhrsdorf 1754 an Larl Friedrich Rugust v. Warnsdorf. Wappen: Im silbernen Schilde ein schrägrechter goldener Balken. Gekrönter Helm. Kleinod: Wachsender, doppelt geschwänzter schwarzer Löwe. Decken schwarz-golden. Siebmacher I, Taf. 162, Nr. 12, unter den „Meychsnischen". v. Normann, Freiherr. Die v. Normann sind ein uraltes Rdelsgeschlecht, das seinen Sitz auf der Insel Rügen, dann auch in Vorpommern hatte und sich nach Dänemark, Schweden, Schlesien, Mecklenburg, Württemberg und anderwärts ausbreitete. Dem Hause Tribbevitz auf Rügen gehört ein Glied des Geschlechts an, das sich für kurze Zeit in der Gberlausitz seßhaft machte. Jürgen Nrend v. N.h, geboren 1671, gestorben zu Lübz in Mecklenburg am 18. Januar 1724, königlich Schwedischer Gberstwachtmeister, vermählt mit Sophie Hedwig v. Kamptz, hatte neben anderen Löhnen einen namens Ernst ThristophI, geboren im Jahre 1716. Dieser trat mit fünfzehn Jahren in Gesterreichische Kriegsdienste, zeichnete sich in zahlreichen Schlachten und Gefechten in Schlesien und Böhmen aus, wurde 1763 Oberst und Regimentskommandeur, 1768 Generalmajor der Infanterie, erhielt den Maria-Theresia-Drden und damit den erblichen Freiherrnstand der Gesterreichischen Monarchie. Lr starb am 2. Rpril 1770. Wenige Monate vor seinem Tode kaufte er von Wedig Thristoph Freiherrn v. Keyserling im Rugust 1769 die Lehn- und Rittergüter Jänkendorf und Kaana (beide 8>V von Rothenburg) für 45 500 Rtlr. Für denselben Preis verkauften die Vormünder seiner Kinder beide Güter am 22. Juni 1772 an den früheren Besitzer, den Freiherrn v. Keyserling, wieder zurück. Ernst Ehristoph Frh. v. N. war vermählt: I. mit Maria Rnna Scheibenbogen^h II. mit Henriette Louise v. Thielauh, die sich im Jahre 1774 wieder verheiratete mit Ludwig Wilhelm v. Rex. Ernst Frh. v. N. hatte folgende Kinder, zwei aus erster, drei aus zweiter Lhe°): 1. I. Maria Latharina Johanna Friederike, geboren zu „Ginzburg" am 21. Dezember 1752, gestorben zu Laibach am 27. Rpril 1780 im Rlter von 27 Jahren, vermählt mit Rndreas Edlem v. Schiferstein. y vergl. E. Frhr. v. Normann, Geschichte der Gesammt-Familie von Normann, 18Y4, L. 137, Nr. 13; 5. 138, Nr. t8, sowie Stammtafel I der Linie Tribbevitz. -) In den Lehnsakten von Jänkendorf wird er nur Ernst Frhr. v. N. genannt. 3) Die Stammtafel I a. a. G. bezeichnet sie unrichtigerweise als seine zweite Gemahlin. y Sie ist in der Stammtafel I gar nicht erwähnt. h Lehnsakten Jänkendorf. — v. Normann a. a. G. S. l3d erwähnt von Ernst Christophs Frhrn. v. N. Hindern nur „die verwittwete Frau v. Solignac", die 1814 in Men lebte. v. Nostitz. 25Y 2. I. Maria Elisabeth Rloysia, getauft zu Klagensurt am 11 . August 1755. Z. II. henrietta Lharlotte Louisa Ernestine, geboren am 10., getauft am 13. Oktober 17 . . zu Dresden. 4. II. Maria Anna, getauft zu Gitschin am 21. September 1763, vermählt mit Joseph Louis de Solignac. 3. II. Tharlotta Francisco Lrnesta, getauft zu Gitschin am 7. Dezember 1765. Wappen: Schild geteilt. Oben in Silber ein wachsender schwarzer Adler, unten in Blau drei rote Wecken neben einander. Gekrönter Helm. Kleinod: Zwei auswärts geschrägte goldene Ruder vor einem psauen- wedel. Decken rot-silbern. v. Nostitz, auch Freiherren und Grasen h. Das Geschlecht v. Nostitz erhielt von Kaiser Rudolph II., Sorau den 13. Mai 1577, eine Gesamtbelehnung ^), aus Grund deren aus einem am 10. Dezember desselben Jahres in Görlitz abgehaltenen Geschlechtstage eine „Erbeinigung und Vergleichung" zustande kam. Dieses „Ractum Asntilieium"'') bestimmte, in welcher Ordnung die drei Hauptstämme und ihre Unterabteilungen einander folgen sollten: I. Rothenburg mit den Haupthäusern Rothenburg, Guttau und Tzschocha. II. Unwürde mit den Haupthäusern Unwürde und Eunewalde. III. Ullersdorf mit den Haupthäusern Ullersdorf und Schönbrunn; zu letzterem wurden auch die Schlesischen v. N. gerechnet. Es belehnte ferner Kaiser Ferdinand II. die v. U. mit ihren Gütern zu gesamter Lehn, Prag den 12. Mai 1623. Lehnskonfirmationen erteilten dann die Sächsischen Kurfürsten Johann Georg I., Dresden den 3. Juli 1641, Johann Georg II., Dresden den 31. Rugust 1658 rc.h. „Zu des ansehnlichen Geschlechtes Vesten, Ehre und Ausnahme" beschloß ferner ein am 30. Oktober 1657 in Görlitz abgehaltener Geschlechtstag folgende Punkte''): 1. eine Konsumierung der alten, dem tz Oie ältere Geschichte des Geschlechts, soweit es in der Gberlausitz ansässig war, bis zum Jahre 1620 und zum Teil noch darüber hinaus behandelt h. Nnothe in seiner „Geschichte des Dberlausitzer Ndels und seiner Güter", 1879, S. 380 ff. und im Neuen Laus. Magazin Bd. 63, S. 100 ff. 2) Gedruckt in Gottlob Ndolfs v. Nostitz und Jänkendorf im Jahre 1874 erschienenen „Beiträgen zur Geschichte des Geschlechts v. Nostitz", S. 4 (in Zukunft zitiert: v. Nostitz, Beiträge). 3) Gedruckt in v. Nostitz, Beiträge 5. 9 ff. 4) vergl. ks.-2t.-N. Boo. 9590, Lonfirmationes über der Stände von Herren und Ndel im Marggraffthum Gberlausitz Privilegien so 1657-95, §ol. 13 ff. Die Beschlüsse in oxtsnso gedruckt in v. Nostitz, Beiträge S. 22 ff.; im Nuszug bei Larpzov, Neueröffneter Ehren - Tempel der Gberlausitz, 1719, II, S. 67, sowie im Neuen Laus. Mag. Bd. 27, S. 247. 17 * 260 v. Nostitz. Geschlecht verliehenen Privilegien. Zur Bestreitung der hierdurch entstehenden Kosten hatte 2. jeder Geschlechtsoetter von jedem Tausend des Kauf- oder Anschlagpreises seines Gutes drei „Grthsthaler" zu entrichten. 3. Alle Privilegien sollten in Tzschocha ausbewahrt werden. 4. Jeder, der nur Töchter oder gar keine Kinder hat, soll verpflichtet sein, nach Abzug der Schulden dem nächsten Agnaten und Sehnsvetter den fünften Teil an liegenden Lehnsgründen oder deren Wert zu überlassen. 6. Wenn ein noch unter väterlicher Gewalt stehender Sohn in einen unadeligen und geringen Stand heiratet oder mit einer adeligen, aber nicht makellosen Person sich vermählt, so solle ihm der Vater die Erbschaft „usgue aci le^itiniam" abschneiden. „Und soll überdiess zu Unterscheidung anderer Wappengenossen demselben durch sein Wappen unten mitten durch den Schild ein schwartzer Balken getzogen werden" p. Ein nicht mehr in väterlicher Gewalt befindlicher solle in einem solchen Fall auch den schwarzen Balken mitten durch das Wappen gezogen erhalten und den fünften Teil seines Vermögens in die Geschlechtskasse nach Tzschocha zur Strafe zahlen. Weibliche Glieder des Geschlechts erhalten nur den dritten Teil der Mitgift und dürfen das Wappen nicht führen. 6. Wer sich eine Konkubine hält, dem wird, falls drei von den Geschlechtsältesten ergangene Mahnungen erfolglos bleiben, das Wappen entzogen. 7. Eine weibliche sich prostituierende Angehörige des Geschlechts verliert ihre väterliche und mütterliche Erbschaft sowie das Wappen, heiratet sie ihren Verführer, so erhält sie wenigstens den dritten Teil der Mitgift. 8. Wer ein stuprum violontuin begeht, wird aus dem Geschlecht ausgestoßen und verliert sein Wappen, es sei denn daß er durch eine ehrliche rittermäßige Tat sich rehabilitiere, y. Ausstoßung aus dem Geschlecht und Verlust des Wappens steht auch auf Diebstahl, Entführung u. a. schwere verbrechen, namentlich auch auf Eintritt in feindliche Kriegsdienste. lO. Wer „vortheilhaftige Kaufmannschafft oder andere Gewerbe, so einem Rittersmann nicht zu- kehme" treibt, wird bestraft und von derartigen Unternehmungen abgehalten. l l. Alle fünf Jahre soll ein Geschlechtstag abgehalten werden, als Beitrag entrichtet jedes Mitglied von einem Tausend einen „Grthsthaler". Bei unentschuldigtem Ausbleiben von einem Geschlechtstag ist für jeden Tag ein Dukaten, bei unerlaubtem frühzeitigem Abreisen von einem Familientag für jeden Tag zwei Dukaten Strafe zu entrichten. Line Revision des Geschlechtspaktums erfolgte in der Geschlechtsversammlung zu Görlitz am y. Juni 1660 2). wichtig ist namentlich die hier getroffene Bestimmung, daß Mißhelligkeiten und Irrungen unter den Geschlechtsvettern nicht eher vor den Richter gebracht werden sollten, ehe sie nicht den Geschlechtsältesten und dem engeren Familienausschuß zur Entscheidung vorgelegt seien. Die kurfürstliche Bestätigung des paktums vom Jahre 1657 und 0 Vsrgl. eine ähnliche Bestimmung in dem Naotum Asntilioium des Geschlechts v. Gersdorff vom 12. klugust 1661. (Bd. I dieses Werkes, S. 424, Nnm. 4). h v. Nostitz, Beiträge 5. 36; Larpzov a. a. D. II, 5. 68 und nach ihm das Verzeichnis Mberlaus. Urkunden, II, S. 326 geben als Datum den 18. Juni 1660 an. v. Noslih. 261 seines Zusatzes vom Jahre 1660 erfolgte Dresden am 23. Februar 1661, die kaiserliche Wien am 10. März 1676. Weitere kurfürstliche Bestätigungen der Privilegien des Geschlechts v. N. wurden Dresden am 4./14. April und 1./11. Mai 1695, ferner am 13. September 1772 ausgefertigth. Lin neues Familienstatut wurde von dem konstituierenden Geschlechtstage am 29. August 1849 angenommen^). 7V Haupt stamm Rothenburg zerfällt in I. haupthaus Rothenburg; II. haupthaus Guttau,- III. haupthaus Tzschocha. I. haupthaus Rothenburg. Das haupthaus Rothenburg (bl von Görlitz) wurde begründet von Gtto v. N., einem Sohne Caspars. Gtto starb vor dem Jahre 1512, denn in diesem Jahre teilten sich seine Söhne: I. Thristoph I., II. Gtto, III. Caspar, IV. Heinrich, V. Hans und VI. Hieronymus in den väterlichen Nachlaß. Hieronymus wird noch 1519 in einem Lehnbriefe erwähnt und scheint bald darauf gestorben zu sein. Seine fünf Brüder begründeten fünf Hauptlinien und zwar: Thristoph I.: 1. Hauptlinie Lodenau. Ziehe unten. Gtto: 2. Hauptlinie Neundorf. Siehe unten 5. 262. Taspar: 3. Hauptlinie Rothenburg. Siehe unten S. 269. Heinrich 1: 4. Hauptlinie No es. Siehe unten S. 273. Hans: 5. Hauptlinie Tormersdorf. Siehe unten 2. 290. 1. Hauptlinie Lodenau. Thristoph I. v. N., der älteste Sohn Vttos, hatte einen gleichnamigen Sohn. Dieser Thristoph II. erwarb zu dem väterlichen Gute Bremenhain (blbl^V von Rothenburg) noch Lodenau (bl von Rothenburg) hinzuI. Thristoph II. hinterließ drei Söhne: Thristoph III., Adam und Balthasar. Thristoph III. und Balthasar verkauften das Gut Bremenhain, das sie gemeinsam besaßen, am 6. August 1587 an Nikol, Hartwig und Thristoph Gebrüder v. N. auf Rothenburgh (vergl. S. 270). Thristoph III. besaß ferner Lodenau sowie Neusorge (^V von Lodenau). Tr starb ohne Rinder zu hinterlassen. Adam v. N., der mittlere Sohn Christophs II., pflanzte den Stamm y verzeichniß «verlaus. Urkunden II, S. 325, 335, 351, 417. ch v. Nostitz, Beiträge 5. 48. y Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. III. tz Vas Archiv der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften besitzt die überaus fleißige und zuverlässige Arbeit (Zohann Gottlieb Müllers, Pastors zu Jänkendorf und Ullersdorf! „versuch einer Geschichte des Nostitzischen Geschlechts nnd seiner Verfassung", Handschrift in sieben heften, V. 8. 68^-68^, die wir beständig zu Rate gezogen haben (zitiert Müller, Mspt., Heft. .h ferner desselben Verfassers Handschrift: „Übersicht des Nostitzischen Geschlechtsarchivs zu Ullersdorf" in drei heften, V. II. bd u-bd o. 262 v. Nostitz. fort. Lr kaufte am 1. April 1676 von Jakob v. Rackel zu Daubitz das Gut Sänitz (14 von Lodenau und Rothenburg) und besaß zu Anfang des 17. Jahrhunderts Lbersdors bei Seidenbergh. Adam war vermählt mit einer v. Stössel^) und hinterließ zwei Söhne: a. Caspar; b. Christoph. Diese veräußerten ihren Anteil an Lodenau und Neusorge im Jahre 1603, Sänitz im Jahre 1605. a. Caspar erwarb von den Rindern seines Bruders am 26. April 1617 ein Stückgut in Dber-Sänitz für 1800 Taler und starb im (Oktober 1637 mit Hinterlassung eines Sohnes Hans Caspar v. N?). Dieser, am 7. Juli 1638 mit Sänitz belehnt, wurde am 1. Januar 1641 von einer in das Dorf einsallenden feindlichen Truppe durch einen Schuß tödlich verwundet und starb bald darauf. Lr hinterließ keine männlichen Lrben. Sein Gut Sänitz fiel deshalb an seine Schwestern, Frau Latharina, weiland Hans Georgs v. N. aus Tormersdors (vergl. S. 290) hinterlassene Witwe und Jungfer Anna Margarethe geb. v. N. Am 3. (Oktober 1643 wurden sie mit Sänitz belehnt; zufolge Vergleichs fiel letzterer, die sich mit Hans Heinrich v. d. Planitz aus Steinbach vermählte, das Gut Sänitz im Jahre 1645 zu. d. Christoph v. N., der zweite Sohn Adams, kaufte 1608 von seinem Bruder Christoph (Ober-Sänitzh. Cr hinterließ zwei Söhne: Christoph d. I. und Hans Ernst, vielleicht ist dieser Christoph d. I. identisch mit jenem Christoph v. N. zu Nieder - Sänitz, der am Tage Vartholomäi j24. Augusts 1655 sein Niedergut Sänitz an Turt Reinicke Freiherrn v. Callenberg verkauft. Der Kaufpreis betrug 2000 Ntlr. nebst 15 Ntlr. an des Verkäufers Gattin. 2. Hauptlinie Neundorf. (Otto v. N., kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, der zweite Sohn (Ottos, besaß Nieder-Neundorf (880 von Rothenburg). Cr legte im Jahre 1512 das noch vorhandene Schöppenbuch für Nieder-Neundorf an und wird bis zum Jahre 1544 in diesem erwähnt, vermählt war er mit Anna v. Rabenau, die im Jahre 1566 starb'I. (Otto hatte folgende Söhne (I —V): I. Hieronymus, begründete die Nebenlinie Nieder-Neundorf, siehe 5. 263. II. (Otto, begründete die Nebenlinie Gehege, siehe S. 268. III. Hans, starb unbeerbt. IV. Caspar, begründete die Nebenlinie Reichenbach, siehe S.268. V. Sebald, von ihm hören wir nichts mehr. y fUlotzs, Sammlung historischer Nachrichten von Seidenberg, 1762, S. 339. -) Tarpzov a. a. G. II, Taf. II, S. 70. 0 Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, N. I. 30, NIspt., I. Teil, S. 43. 0 Lin Christoph v. N. auf Sänitz starb im Jahre 1630. N. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 43; ob dieser? ") R. F. Schön, Limas über das Dorf Nieder-Neundorf, 1837, S. 19 ff. v. Nostitz. 263 I. Nebenlinie Nieder-Neundorf. Hieronymus d. A. v. N., der älteste Lohn Dttos, geboren im Jahre 1523h, besaß die Güter Nieder-Neundors und Kaltwasser (8 von Rothenburg) und starb im Jahre 1584 h. Seit dem Jahre 1562 war er Nmtshauptmann des Fürstentums Görlitz h. vermählt war er: I. mit Dorothea v. Nostitz a. d. h. Rothenburgs II. mit Katharina v. Temritz. Seine zweite Gattin schenkte ihm zwei Söhne: Gtto. 8. Hieronymus d. I. Gtto v. N., Sohn hieronymi d. A., geboren im Jahre 1574h, wurde Reichshosrat und Vizekanzler des Königreichs Böhmen und erwies sich den Deputierten der Gberlausitzischen Stände, die im Jahre 1622 eine Aussöhnung mit Kaiser Ferdinand II. und eine Bestätigung ihrer Privilegien zu erreichen suchten, sehr förderlich. Tr gehörte auch zu den kaiserlichen Kommissaren, die am 23. Juni 1623 dem Kurfürsten Johann Georg l. von Sachsen die Markgrasentümer Gber- und Niederlausitz für die von diesem ausgewendeten Txekutions- und Kriegskosten pfandweise übergabenh. Gtto, der den katholischen Glauben angenommen hatte und sich großen Ansehens am kaiserlichen Hose erfreute, wurde 1623 in den Freiherrnstand erhoben. Tr brachte nach der Hinrichtung des ehemaligen Gberlausitzischen Landvogts Joachim Andreas Grasen v. Schlick ('s 21. Juni 1621) dessen Herrschaft Falkenau in Böhmen an sich, erwarb auch die Herrschaft heinrichsgrün sowie die Güter Schönau und hlinay und Tschochau in Böhmen. Tr starb zu Wien im Jahre 1639 unvermählt. Es beerbte ihn sein Neffe Hans Hartwig, der spätere Graf v. N., der Sohn des Johannes (Hans) v. N. a. d. h. Tzschocha und dessen Gattin Sophie, geb. v. Nostitz, einer Schwester Gttos. 8. Hieronymus d. I. v. N., gleichfalls ein Sohn hieronymi d. A., wurde geboren am Mittwoch nach Martini 1584 s18. Novembers h. Siebzehn Tage alt verlor er seinen Vater. Mit 13 Jahren kam er auf die Schule nach Görlitz, mit 19 Jahren aus die Universität Marburg, zwei Jahre später nach Heidelberg. 23 Jahre alt trat er eine Reise nach Frankreich, Italien, Tirol, Böhmen an und übernahm nach seiner Rückkehr die väterlichen Güter Nieder-Neundorf und Kaltwasser. In einem Streit mit Abraham v. Uechtritz und Steinkirch auf Paulsdorf wurde er von diesem am 11. Juli 1619 abends zwischen sieben und y Larpzov a. a. V. II, S. 77. -) Nach der Leichenpredigt auf den gleichnamigen Sohn dieses Hieronymus, den am Mittwoch nach Martini 1584 sI8. Novembers geborenen Hieronymus d. I- v. N., starb Hieronymus d. 6., als sein Sohn 17 Tage alt war. — Vas Epitaphium des Hieronymus d. Ü., wenige Tage vor seinem Tode von ihm selbst verfaßt, ist abgedruckt bei Larpzov a. a. V. II, S. 77. I Näuffer, Nbriß der Vberlaus. Geschichte, III. Bd., S. 366. y N. F. Schön a. a. G. S. 19 ff. h Siehe über ihn Larpzov a. a. G. II, S. 77: Müller, Mspt. Heft II, S. 31. Großer, Lausitzische Merckwürdigkeiten, 1714, I, S. 243. I p. Schubert, Pastor z» Nothenburg, „Vinclox maximus", Leichenpredigt auf Hieronymus v. N. o. Nostitz. 264 acht Uhr in der Behausung Paul Schnitters in Görlitz „durch einen gefährlichen Stich an der lincken Brust durch und durch, und grossen Schrammen auf der rechten Faust vom Leben zum Tode bracht". Tr hatte ein RIter von 35 I. weniger 18 N). erreicht. Das christliche Leichenbegängnis wurde ihm am 19. September 1619 zu Ueundorf gehalten. Hieronymus d. I. hatte sich zu Neundorf am Dienstag vor Pfingsten 1615 s23. Mai) vermählt mit Dorothea v. Temritz a. d. h. Lollm und Reichwalde, Tochter Laspars v. T. und der Barbara geb. v. Nackel a. d. h. Neuhammer. Hieronymus d. I. hatte zwei Kinder: eine Tochter Barbara Katharina, die nur 35 W. 4 T. lebte, und einen Sohn Gtto. Gtto v. N., einziger Sohn hieronymi d. I., am 28. Februar 1619 geboren, wurde am 10. Juni 1644 mit den väterlichen Gütern Neun- dors und Kaltwasser, am 13. Rpril 1646 mit dem von Bartels v. Drachstedt Kreditoren erworbenen Gute Biehain (88^V von Rothenburg) belehnt h. Um 24. Juni 1662 kaufte Gtto von Hans Heinrich v. Lest auf Gber - Rengersdorf das Gut hähnichen, sowie beide Teile von Gber-Spree (alle drei Güter von Rothenburg, am weißen Schöps). Gtto erschien am 16./26. Juli 1657 mit dem angesessenen Gberlausitzischen Rdel zur Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen h. Rm Landtage Drium i-s§um 1661 wurde er zum Nmts- hauptmann von Görlitz gewählt h; am 28. Nlai 1663 war er Lehnrichter bei einem aus dem Schlosse Grtenburg zu Bautzen stattfindenden Mann- lehngerichth, er bekleidete seit 1664 die Würde eines kurfürstlichen Rats, seit 1673 die eines Kammerherrn und starb am 3. Nugust 1679. von seinem Gheim, dem soeben unter -4. erwähnten Gtto v. N. (vergl. S. 263) würde er, falls er sich zur Rnnahme der katholischen Konfession entschlossen hätte, die Böhmischen Güter Schönau und hlinay oder die Summe von 40000 Meißner Gulden geerbt haben; da er aber dem Glauben seiner Väter treu blieb, so erhielt er nur ein Legat von 7000 Guldens. vermählt war Gtto mit Unna s?s Elisabeth v. Nostitz a. d. h. Ullersdorf, sie starb am 9. Juni 1678"). von seinen Töchtern sind bekannt Martha Thristiana, getauft am 27. Rpril 1663, gestorben im Rlter von 44 Wochen am 28. Februar 1664; Ursula Johanna, getauft am 20. Oktober 1664 h. Von sechs Söhnen Ottos starben folgende vier vor ihrem Vater: Hieronymus, geboren 1649, gestorben 1675, Thristoph Franz, Karl Franz, Johann Thristophh. Ls überlebten ihn zwei: >) I.. I. 30, Mspt. 1. Teil, S. 45. h Dberlaus. Nachlese l77I, S. 345. 4 Näuffer a. a. V. IV, S. 362. y N>einart, Lehnrecht des Markgrafthums Dberlausitz, II. Teil, 1788, 5. 305. h Müller, Mspt. Heft II, S. 32. "h Laus. Monatsschrift 1805, I, §.253: Tarpzov a. a. lv. II, Taf. II, §.70 nennt sie Barbara Elisabeth v. Nostitz und er ist wohl im Necht. tz Nach dem Kirchenbuch von Hähnichen in I.. I. 30, Mspt. 1. Teil, §. 524. h Müller, Mspt. Heft II, §. 52. v. Noslitz. 205 a. Caspar Dtto, Stifter der Zweiglinie Neukirch. b. Friedrich Hertwig, Stifter der Zweiglinie Lomnitz. Siehe 2. 266. a. Zweiglinie Neukirch. Caspar Gtto v. N., der ältere Sohn Gttos, geboren am 28-April 1654 fl, erbte gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich Hertwig das väterliche Gut Nieder-Neundors und erhielt im Jahre l686 von diesem auch dessen Anteil am Gute abgetreten. Zu Michaelis 1692 kaufte er von Hans Gtto v. ponickau das Gut Nieder-Neukirch (8>V von Bautzen) mit Untertanen, Zinsen, Herrschastsgesällen, Ehrungen und Pflichten, dem halben Kirchlehn u. a. Zubehör für 24 800 Caler Kauf- und 500 Taler Schlüsselgeld. Am 9. November 1693 wurde er belehnt. Caspar Gtto war fürstlicher, später kurfürstlich Sächsischer Kämmerer; die Bestallung als Kämmerer für den Prinzen Friedrich August mit einem Gehalt von 800 Talern erhielt er am 31. Mai 1690fl. In dieser seiner Eigenschaft wohnte er der Bestattung des Kurfürsten Johann Georgs III. am 11. Dezember 1691 in Freiberg beifl. Er bekleidete auch das Amt eines Landesbestallten des Markgraftums Gberlausitz. Caspar Dtto fand ein tragisches Ende: Bei einer Hirschjagd in Moritzburg wurde er am 28. Mai/8. Juni 1694 aus versehen durch einen Pistolenschuß des Kurfürsten Friedrich Augusts I. tödlich verwundet und starb am 29. Mai/9. Juni 1694 in Dresden. Begraben wurde er auf Kurfürstliche Unkosten in Neukirchfl. Er war vermählt mit Victoria Tugendreich v. Soeben a. d. H. Schwerin, die in erster Ehe verheiratet gewesen war mit dem im Jahre 1688 vor Mainz gefallenen Gbersten Johann Friedrich v. Ivedel auf Neuwedel fl. Sie starb zu Neukirch im Wochenbett am 14. Januar 1694 im Alter von 33 I. 7 W. 4 T. und wurde am 17. Januar beigesetzt. Ihr Leichenbegängnis fand am 12. April stattfl. Caspar Gttos gleichnamiger Sohn: Caspar Gtto d. I. v. N., „in der Christ-Nackt zwischen dem 24. und 25. veoeinbr. st. v. anno 1693 zu Neukirch geboren" '), getauft am 27. Dezember, stand unter Vormundschaft Wolf Abrahams v. Gersdorsf auf Mückenhain. Nachdem er die Akademie zu Berlin und Frankfurt a. G. besucht, gedachte er eine Reise in fremde Lande zu tun und erhielt am 20. April 1713 Veniain astatis, um zuvor noch sein Gut Neundors zu Lehn verreicht erhalten zu können. Vas väterliche Gut Neukirch ging 1719 aus seinem Besitz in andere Hände über. Er starb als Kammerjunker am 30. November 1728. Sein Lehngut Nieder-Neundors erstand nun sub basta für 15500 Taler Johann Hartwig Gotthard v. Nostitz und Jänkendorf. vermählt war Caspar Gtto mit Charlotte Elisabeth v. Schwanitz a. d. H. fl Ebenda, Heft n, §. Z 2 . 2 ) fl.-St.-kl. Gen. I-oe. 11359, Nostitz, vol. II. fl Müller, ^nnales Lsxonioi, 1700, §. 615. fl b. I. 30, INspt. I. Teil, 5.505; Piltz, Nenkirch am flohmalde, Nostocker Dissertation, 1889, S. 49. fl Müller, Mspt. Heft II, 5. 33. fl b. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 505. fl Lehnsakten Nieder-Nenndorf. 266 v. Nostitz. Weigsdorf. Sie starb als Witwe am 6 . März 1753 „an einer flösserichten und steckhafften Krankheit" im Alter von 59 I. 8 W. und wurde am 10. März zu Gber-Lichtenau begraben. „Die hochwohlseelige war eine fleißige Kirchengängerin und eifrige Beterin" h. Caspar Ottos d. I. Kinder waren: 1 . (Otto Friedrich, ein Zwilling, dessen Bruder tot zur Welt kam, geboren zu Nieder-Neundors am 13. August 1715, gestorben unvermählt Sonnabend den 29. Mai 1779 nachmittags V 26 Uhr, begraben am 1. Juni zu St. Nikolai in Görlitz. 2. Charlotte Johanna, geboren am 21 . März 1718, erzogen im v. Nunckelschen Hause zu Schönbrunn, gestorben an einem hitzigen Vrustfieber Donnerstag am 31. Mai 1781, nachmittags ^1 Uhr, begraben am 4. Juni zu St. Nikolai in Görlitz h. 3. Friederike Tugendreich, geboren zu Nieder-Neundors am 16. Mai 1719, kam im Jahre 1745 in das Stift Joachimstein und starb daselbst am 22. Oktober 1768 gegen Abend. Am 26. d. M. vormittags wurde sie in der Stistsgrust beigesetzt, die Gedächtnispredigt fand statt am 23. Novembers. 4. Gottlieb Hartwig, geboren am 20. September 1721, gefallen als Kapitän im königlich preußischen Negiment Anhalt in der Schlacht bei Zorndors am 29. August 1758 unvermählt. 5. Caspar Otto, geboren am 2. September 1725, trat in preußische Dienste und stand erst im Münchowschen, später im Kleistschen Infanterieregiment. A. v. Kleist bezeugt in einem Attest, daß er „den 18. Juni 1757 in der Bataille bei Tollin auf dem Bette der Ehre geblieben"^). Er war unvermählt. . 6 . Victoria Eleonore. 7. Thristiane Gottlieb. d. Zweiglinie Lomnitz. Friedrich hertwig v. NI), der jüngere Sohn Ottos, wurde am 17. März 1660 geboren. Seinen Anteil am väterlichen Gute Nieder- Neundorf trat er 1686 seinem Bruder Taspar Otto ab. Nach dem Ableben Earl Gottlobs v. Nostitz ff 1727), des letzten von der Linie Tormersdorf, kam Friedrich hertwig die Lehnssolge an dessen Gute Lomnitz (8 von Görlitz) zu und nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten - die namentlich darin ihren Grund hatten, daß noch bei Lebzeiten Larl Gottlobs der König-Kursürst seinem Kabinettsminister Christoph Heinrich v. Watzdorf die Anwartschaft aus das Gut erteilt hatte — wurde ihm im Jahre 1727 das Gut Lomnitz als Erbe und Allod verreicht. Er ') pfarruttest in den Lehnsakten. 0 Laus. Magazin 1781, S. 36t. ') Laus. Magazin 1768, S. 357! 1778, 5. 332; Gberlaus. Nachlese, 1768, S. 307. ft Lehnsakten im Breslauer Staatsarchiv. Seine Lebensbeschreibung vom Jänkendorfer Pfarrer Müller siehe in der Laus. Monatsschrift 1805, I, S. 252 ff. v. Nostitz. 267 resignierte das Erbe an diesem Gute zugunsten des Kommerzienrats Johann Georg Gottfrieds Edlen v. Seidel. Friedrich hertwig diente seit 1673 als gemeiner Soldat in Holland, ging 1675 nach Dänemark und wurde 1680 Hauptmann in Dänischen Diensten. Schon im folgenden Jahre (1681) wohnte er als Freiwilliger in der Französischen Armee der Eroberung Straßburgs bei,' bis 1707 finden wir ihn dann wieder in Dänischen Kriegsdiensten. Zu Anfang dieses Jahres begab er sich in Russische Militärdienste, eroberte als Generalmajor am 7. Februar 1710 die Festung Elbing und wurde, zum Generalleutnant ernannt, ihr Kommandant. Im Jahre 1715 begab er sich in die Dienste der Republik Venedig, focht gegen die Türken, nahm 1718 seinen Abschied und ließ sich 1719 in Zittau nieder, vom König- Kurfürsten wurde er zum General der Infanterie ernannt. 1716 wurde er in den Grafenstand erhoben, 1736 erhielt er den Titel eines kaiserlichen Kämmerers. In Prag beschloß er sein ereignisreiches und wechselvolles Leben im Jahre 1738. vermählt war er mit Sophie Juliane „v. Elbrecht a. d. h. Oldenburg" h, die in Zittau starb. Sie schenkte ihm zehn Söhne und fünf Töchter, von den Söhnen lebten 1717 noch folgendes: 1. Anton Wilhelm, hosmarschall beim Fürsten Günther von Lchwarzburg-Sondershausen, geboren 1690 (1696?) in Kopenhagen, gestorben am 29. Februar 1764 in Konradswaldau. Er war dreimal vermählt: I. mit Lrdmuth verw. v. Lanitz, geb. v. Vitzthum,' II. mit einer verw. v. Winterfeld, geb. v. Rehdiger; III. mit Sophie Elisabeth verw. o. Winterfeld, geb. v. Knobelsdorff. Seine Ehen brachten ihn in den Besitz der Güter Konradswaldau, Reusorge, Freudenthal u. a. 2. Anton Friedrich, geboren 1693 in Norwegen, gestorben 1729 als Dänischer Oberst, vermählt war er mit Juliane Elisabeth v. Ellebracht, von seinen zwei Söhnen starb der eine jung, der andere, Friedrich Heinrich Tarl August, beerbte seinen Gheim, den oben genannten Anton Wilhelm Grafen v. N. 3. Ulrich Friedrich, gestorben 1740 in Naumburg als kursächsischer Oberst. vermählt war er mit Wilhelmine Tharlotte verw. v. Vibran, geb. v. Hahn. Sie besaß das Gut Gber-Zibelle (KO von Muskau) und verkaufte es mit Genehmhaltung dieses ihres zweiten Gatten, der sich damals (im August 1735) im postierungsquartier Tuchel in polnisch-preußen befand, an Frau Johanna Tharlotte verw. v. Maxen, geb. v. Schönfeldt. 4. Otto Friedrich, gestorben 1735 als kursächsischer'Dragonerhauptmann. 5. Ungenannter Sohn, starb als Oberleutnant acht Tage nach der Schlacht bei Torgau. 6., 7. Zwei ungenannte Söhne starben als kaiserliche Offiziere im Feldzuge zwischen 1734 und 1738. tz 5o in der Laus. Monatsschrift 1805, I, 5. 255. Vielleicht ist gemeint „v. Tllebracht". 'tz Maller, Mspt. kf-ft II, S. 35. 268 v. Nvstitz. II. Nebenlinie Gehege. Gtto v. N., der zweite Sohn Gttos aus Nieder - Neuudors, besah das Gut Gehege (8W von Nothenburg). vermählt war er mit Anna v. Hermsdorf und hatte folgende Söhne: Siegismund, Sebaldus, Hugo, Ndolph, Hermann und Caspar, von denen der älteste den Stamm sortpslanzte: Siegismund v. N. wurde 1591 mit dem väterlichen Gute Gehege belehnt und verkaufte es 1620 an seine Vettern aus Nothenburg'). Siegmund v. N. „und Gehege" hatte im Jahre 1613 das Gut Nieder- Lichtenau (8>V von Lauban) von Christian Ehrenfried v. Schönberg „gemietet", vermählt war er in erster Che seit 1573 mit Maria v. Kiesenwetterft, in zweiter mit Magdalena v. ponickau, die im Jahre 1621 bereits gestorben warft. Siegismund hatte zwei Söhne: Hermann und Clias. Über ersteren besitzen wir keine Nachrichten. Clias v. N. „und Gehege", geboren im Jahre 1626, der zweite Sohn Siegismunds, kaufte im Jahre 1675 von Hans Caspar v. Metzradt das Gut Lubachau (dl von Nautzen). Am 26. November 1675 wurde er belehnt und verkaufte es im Jahre 1688 an Charles Dumosnier. vorher scheint er Thiemendorf (vielleicht das 88M von Nothenburg gelegene) besessen zu haben, denn im Nrnsdorfer Kirchenbuch wird er bei Auszeichnung seiner am 20. Februar 1664 stattfindenden Kopulation mit Jungfrau Anna Elisabeth v. Gersdorsf a. d. h. Mittel- horka genannt Elias v. N. aus Thiemendorf, „jetziger Zeit Pacht-Herr hier in Arnsdorfs" ft. Clias starb am 3. Februar 1692 zu Neichenbach ft. Sein einziger Sohn Siegmund Caspar wurde geboren und starb im Jahre 1665. — lll. Hans v. N., der dritte Sohn Gttos aus Neundorf, starb unbeerbt, es folgt daher gleich: IV. Nebenlinie Neichenbach. Caspar v. N., der vierte Sohn Gttos auf Nieder-Neundorf, soll Nieder-Neichenbach bei dem Städtchen Neichenbach (M von Görlitz) besessen haben"). Jedenfalls besaß er Östlichen (^V8^V von Seidenberg) und war 1588 nicht mehr am Leben ft. vermählt war er mit ft Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 113. 2) Müller, Mspt. Heft II, S. 36. ft H.-St.-N. Boo. 9517, Gberlaus. ftustizsachen, I. Buch. — Der kriegische Vormund der Zrau Magdalena war ihr Bruder Hans Habmil v. Ponickau auf Elstra und prietitz. Ebenda. ft B. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 518. — Elias' im Jahre 1664 stattfindende Vermählung mit Anna Elisabeth, der Tochter Caspars v. Dersdorfs auf Mittel - horka, verzeichnet auch holscher, vie parochie Horba, 1866, L. 34. ft Sein Denkmal befand sich in Neichenbach, vergl. Neues Laus. Blag. Bd. 12, S. 182. ft Larpzov a. a. G. II, Taf. II, 5. 70 macht diese Angabe. Nach Müller, Mspt. Heft II, S. 36 ist sie noch durchaus unbewiesen. Richter in seiner Lhronik von Neichenbach, 1867, erwähnt unter den Besitzern Nieder-Neichenbnchs einen Taspnr v. N. nicht. ft Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 113. v. Nostitz. 269 Sabina v. Gersdorss a. d. h. Nieder - Rudelsdorf'). Er hinterließ drei Söhne: Otto, Hieronymus und Johann-). Otto trat l607 seinem Bruder Hieronymus das Gut Gstrichen ab, übernahm es aber 1616 wieder"). Hieronymus, bis zum Jahre 1616 im Besitz von Gstrichen, kaufte dann das von Christoph v. Ryaw hinterlassene Gut Berzdorf in der Herrschaft Friedland (bl von Friedland, 8 von Seidenberg) und wurde am 24. Februar 1617 von Christoph II. v. Rödern mit der zu den pertinentien dieses Gutes gehörigen Wiese am Bunzendorser Stege samt der wilden Fischerei in der Wittig und in den Lachen aus diesen Wiesen belehnth. Hieronymus erwarb später, unbekannt wann, das Gut Gstrichen wieder, mußte es aber, von Schulden hart bedrängt, im Jahre 1630 seinen Gläubigern, besonders Rbraham v. haug- witz aus Rlt-Seidenberg, Michael v. Cberhardt aus Lichtenau und Rdam v. Pentzig aus Gber- und Nieder-Rudelsdorf abtreten, vermählt war Hieronymus mit Dorothea v. pentzig, geboren 1585, gestorben am 7. Rpril 1620, der ältesten Tochter Hansens v. p. auf Wilka, Reutnitz rc?). Cr hinterließ folgende Söhne"): Carl, Hieronymus, Hans Nikol, Hans Caspar. Johann v. N., der dritte Sohn Caspars, leistete dem Hause Oesterreich in Ungarn Kriegsdienste gegen die Türken, kehrte zurück und vermählte sich am 10. September 1611 in der Stadtkirche zu Gabel mit Jungfer Unna, ehelicher Tochter Lorentz Johnes, ungeachtet des Widerspruchs des damaligen Besitzers der Herrschaft Grasenstein, Hansens v. Tschirnhaush. Johann v. N. „Neukirchen" starb 1646 im Rlter von 62 Jahren und liegt in Rratzau begraben"). Johanns Sohn, Friedrich v. N. „und Neukirch" war 1632 bis 1638 Ranzleischreiber, 1639 — 40 Rentschreiber, später Hauptmann der Herrschaft Grasenstein. Wegen seiner Verheiratung mit einem Mädchen bürgerlicher Herkunft, Dorothea Thomas, hatte er sich vor dem v. Nostitzschen Geschlechtstage, der vom 29. bis 31. Oktober 1657 in Görlitz abgehalten wurde, zu verantworten"). Friedrich starb im Jahre 1679 und liegt in Grottau begraben ^"). 3. Hauptlinie Rothenburg. Caspar v. N., der dritte Sohn Ottos aus Rothenburg, hatte Rothenburg erhalten. Cr war von 1543 bis 1551 Rmtshauptmann in h v. Nostitz, Beiträge, 5.71. y Müller, Mspt. Heft II, 5. 37. y Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 113. y fNloß), 5ammlung historischer Nachrichten von 5eidenberg, 5.336: Neues Laus. Mag. Bd. 73, 5. 86. Nach Kloß a. a. G. 5. 336 besaß hieronmnus auch das Gut Ivustung (blblZV von Friedland) und lebte daselbst noch 1628. ") Klotz, Geneal. Nachrichten, Mspt., Band XI, v. pentzig. ») Müller, Mspt. Heft II, 5. 37. h v. Nostitz, Beiträge, 5. 72. h Nessel, Geschichte des Friedländer Bezirks, 1Y02, 5.415 N. h Die Verhandlungen siehe in v. Nostitz, Beiträge, 5. 71—74. >") Nessel a. a. B. 5. 415 kl. 270 v. Nostitz. Görlitz*). Im Jahre 1547 am Mittwoch nach Elisabeth (23. November) saß er an Stelle des Bürgermeisters aus dem Rathause in Görlitz und nahm die Zinsen von den Stadtgütern eirft). Er Unterzeichnete mit das Musterregister des Markgraftums Gberlausitz am 2. Januar 1551 ^). Zweien seiner Untertanen erteilte er am Tage vincul. Petri 1520 sl.Nugusts einen Gunstbriefh. vermählt mit Helena v. Volberitz a. d. h. Bolbritz hatte er vier Söhne'*): Thristoph, Erasmus, Elias und Rbraham. Thristoph kaufte am 8. Januar 1565 Steinbach (bl von Rothenburg) von Elias v. Nostitz a. d. h. Noes. Elias besaß Sohra (blO von Görlitz) und kaufte am 6. Npril 1568 von Thristoph, Peter und Jakob v. haugwitz Gber-Neukirch (8^V von Bautzen). Nach seinein Tode war 1608 seine Witwe Besitzerin von Neukirch"). Nbraham besaß Nattwitz (^V von Bautzen), er war einer der Beisitzer bei der am 26. November 1592 auf dem königlichen Schloß zu Bautzen abgehaltenen Ehrentafel („Ritterrecht")*) und hinterließ keine Söhne. Erasmus, der zweite der Söhne Taspars, pflanzte den Stamm fort. Er besaß Rothenburg und starb im Jahre 1586. Er hinterließ drei Söhne: a. Nikol, b. Hartwig und c. Thristoph. Von diesen drei Brüdern erhielt Thristoph in brüderlicher Teilung die Hälfte von Rothenburgs er kaufte ferner im Jahre 1597 das Vorwerk zu Wawitz (0 von Bautzen » nebst zwei Gärtnern zu hochkirch (080 von Bautzen), überließ aber diesen Besitz seinem Bruder Hartwig und starb kinderlos^). a. Nikol, anfangs gemeinsam mit seinen Brüdern mit Rothenburg belehnt, übernahm dieses Gut 1591 allein, wie er ebenso in demselben Jahre auch von seinen Brüdern das Gut Vremenhain übernahm, das sie 1587 gemeinsam von Thristoph IN. und Balthasar v. Nostitz von der Linie Lodenau (vergl. S. 261) gekauft hatten. Nikol erwarb ferner ein Gut in Lodenau und Neusorge, ferner das Gut Teicha (blM von Rothenburg am weißen Schöps)"), vermählt war Nikol in erster Ehe mit einer geb. v. Nostitz a. d. h. Eluolsdorf, in zweiter mit Barbara v. Falkenhain*"». Über seine Nachkommenschaft fehlt es an authentischen Nachrichten. b. Hartwig v. N., der mittlere Sohn des Erasmus, begründete die Zweiglinie Neukirch. Siehe S. 271. i) Uäuffer a. a. D. III, S. 262. h Martin Meisters ^.nnalss Llorliosnsss in hoffmanns Zeriptorss rerum Uusatiearum II, 5. ZA. hier ist Caspar irrtümlich „Landeshauptmann" genannt. tz IVeinart, Rechte und Gewohnheiten der Ober- und Niederlausitz, 4. Teil, 1748, S. 541. 0 verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, 8. II8. ->) Müller, Mspt. Heft n, 5, 27. <) Pilk, Neukirch am hohwalde, 5.26. ') Larpzov a. a. V. I, 5. 162. ch Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 114. ») Müller, Mspt. Heft II, S. 28. >°) Larpzov a. a. G. II, Taf. II, 5. 70. v. Nostitz. 271 Zweiglinie Neukirch. Hartwig v. N. wurde gemeinsam mit seinen Brüdern Nikol und Lhristoph im Jahre 1587 mit Rothenburg und Bremenhain belehnt. Er verkaufte das alte Stammhaus Rothenburg 1607 an Melchior v. Rechenberg aus Schlawe und Wartenberg in Schlesien*). Wawitz, das er von seinem Bruder Lhristoph übernommen hatte, verkaufte er an Isaak v. Soeben, der am 4. Juni 1605 die Belehnung mit diesem Gute empfingt). Hartwig überkam von seines Gheims Elias v. N. Witwe, die 1608 Besitzerin von Neukirch (8^V von Bautzen) geworden war, das Gut Neukirch 2). vermählt war Hartwig: I. mit einer v. Schönaichs II. mit Maria v. Minckwitz. In ehelicher Vormundschaft dieser seiner zweiten Gattin kaufte er von den Gebrüdern und Vettern Hans Christoph, Hans, Taspar und Heinrich v. Polen; aus Linz, pohlo, Tzschernowitz und Gärtitz einen weiteren Anteil von Neukirch, ein an diese versälletes Lehngut daselbst,' am 6. November 1609 wurde Frau Maria mit dieser Besitzung belehnt*'). Sie kaufte ferner im Jahre 1613 von Balthasar v. Gersdorff zu Arnsdorf das Dorf Iveifa (80 von Neukirch, ^ von Schirgiswalde) und erteilte ihrem „herzlieben Junker" Vollmacht zur Befolgung der Lehn. Hartwig starb im Jahre 1620 „am heiligen Lhristage s25. Dezembers alhier zu Görlitz" und hinterließ die in gesegneten Umständen befindliche Witwe nebst sieben unerzogenen Rindern, dazu die ganz verwüsteten Güter Neukirch und Weifa°). Nach dem Tode Marias v. N. wurde ihr Sühn Hans Heinrich I. v. N. am 8. Januar 1636 mit Gber-Neukirch belehnt. Am 29. Januar 1671 bat er den Rurfürsten, da sein geringes Gut Neukirch in den Jahren 1637 — 1658 wiederholt, teils durch Böswilligkeit, teils im Rriege niedergebrannt sei, da er mehrfach schlechte Ernten gehabt habe, da Neukirch als ein „gebürgisches Gut" keine Teiche und Teichnutzung habe, ihm die Abhaltung zweier Jahrmärkte alljährlich in Neukirch zu gestatten*). >) Neues Laus. Mag. Bd. 6Z, s. 114. h kf.-St.-kl. 1.06.9545, verzeichntes der Lehen und Leibgedinge in Gberlausitz cis ao 1604-1617, Fol. II. ') Piltz a. a. V. S. 26. h Larpzov a. a. V. II, Taf. II, 5. 70. 5) 6--5t.-6. 1.06.9545, verzeichniiss rc., Fol. 82b. h ks.-Lt.-N. 1.06.9517, Gberlaus. Iustizsachen, I. Buch. h Er begründet sein Gesuch ferner damit, daß Neutzirch seit alten Zeiten freies Stadtrecht gehabt habe, sowie die Befugnis Iahrmärtzte zu halten und „den Vogel abzuschießen", daß der E>rt aber wegen Nriegsunruhe und Sterben dieser Begnadigungen sich nicht bedient habe. 5luch befinde sich in Neutzirch ein Bierkretscham, und die Erträge der Biersteuer würden wachsen, sobald Iahrmärtzte einen größeren Konsum herbeigeführt hätten. — Der Landvogt, der sich auf Befehl des Nurfürsten in dieser Angelegenheit äußerte, führte aus: 1. gehöre Neukirch nicht allein dem v.N., sondern auch Hans M^o y ponickau; 2. liege es zu nahe der Stadt Bischofswerda; 3. finde sich keine Nachricht über jemals dem Dorf Neutzirch verliehen gewesene Stadtrechte, über den Vogelabschuß, über Iahrmärtzte; 4. den geringen Getreidebau ersetze 272 v. Nostitz. Hans Heinrich I. v. N. starb zu Neukirch am 8. Februar 1680 früh gegen zehn Uhr im Klier von 75 Jahren fer war also 1605 geborens und wurde am 30. März 1680 begraben h. vermählt war er mit Unna Gertrudis „Wessinin" (oder Wossinin) und ließ vom Jahre 1649 an folgende Kinder in Neukirch taufen h: 1. Johann Hartwig, „bapti^abaiur a nativiiuie post tres ssptimanss 6. 18. Leptbr." 1649h. 2. Maria Sophia, getauft 14. Juli 1650, gestorben 20. Juli 1678, 28 Jahre alt, begraben 8. Kugust zu Neukirch. 3. Katharina Elisabeth, getauft 6. November 1651. Sie vermählte sich: I. mit Hans Julius v. Burkersroda; II. mit Friedrich Wilhelm v. Schack. 4. Helena Nosina, geb. 20. November, get. 8. Dezember 1652, früh gestorben. 5. Heinrich Kdolph, geb. 2., getauft 9. Januar 1654, gestorben 20. Juli 1658. 6. Johann Heinrich II., get. 22. Februar 1655. 7. Johannes, „kaptirabatui' äomi mit der Nothtauffe cl. 15. Nazi" 1659. Hans Heinrich I. verkaufte sein Gut Dber-Neukirch am 19. September 1678 seinem unter Nr. 6 aufgeführten Sohne Hans Heinrich II. v. N. für 12 000 Talers am 30- Juni 1679 wurde er belehnt. Zu Gber- Neukirch erwarb Hans Heinrich II. am 11. Nugust 1695 noch das ehemals v. ponickausche Gut Nieder-Neukirch nach vorausgegangener Subhastation für 24 300 Taler. Um 15. Juni 1697 wurde er mit Nieder- Neukirch belehnt und vereinigte nun also Ober- und Nieder-Neukirch in seiner Hand. Nber schon im Jahre 1701 kamen beide Güter zur Subhastation und Friedrich v. Vurkersroda erstand sieh. — Es ist noch ein Ulrich I. v. N. aus Nieder-Neukirch zu erwähnen, dessen Verwandtschastsverhältnis zu den erwähnten Gliedern der Neureichlich die stattliche Holzung Neukirch, die ganz Lautzen mit Holz versorge und großen Gewinn bringe. Lehnsakten Neukirch. H Nach dem Kirchenbuch von Neukirch in L. I. 30, Nlspt. l. Teil, 5. 503-504. 2) Ebenda, S. 503-504. -h Der Verfasser des Manuskripts L. I. 30 bemerkt hier: „In Martins sdes Kirchenbuchs von Neukirchs ist per sixnurn oruois bemercket, daß das Kind gestorben sep". — Im 46. Luch Gberlaußnitzischer Justiticn-Sachen so 1684 —1691 (H.-St.-N. Loo. 9528 Fol. 60 ff.), werden drei Söhne Hans Hartwigs v. N., nämlich die Gebrüder Hans Heinrich, Larl Gottlob und Hans Hartwig v. N. im Jahre 1684 als lebend aufgeführt. Deren Vater, Hans Hartwig v. N. wird als ein vor seinem Vater Hans Heinrich d. Ü. v. N. verstorbener Sohn bezeichnet. H Hans Heinrich II. v. N. hatte nicht nur mit seinen Untertanen, sondern auch mit dem Pfarrer von Neukirch N. Gottfried Metzner wiederholt Streitigkeiten. So beschwerte sich letzterer am 12. November 1683 beim Gberamtsverwalter, der v. N. habe ihn zu sich eingeladen, Streit begonnen, ihn geschmäht, „seine Hand gegen mir stets auffgehoben, nach dem Leuchter gegriffen und mich im Bepsein vieler fürnehmen Ndelichen Personen und dann in Gegenwart derer Diener und gantzen Haußgesindes einen gottlosen Pfaffen vielfältig geheißen, mit vielen Injurien mehr verletzet, auch mich übel zu tractiren mit großem Eyfer bedrohet" w. H.-St.-N. Loo. 9528, Das 46. Luch Gbcrlaußnitzischer Justitien-Sachen so 1684—1691, Fol. 80 ff. v, Nostitz. 273 kirchener Linie nicht zu bestimmen ist. Ulrich I. v. N. hinterließ als Witwe Unna Maria geb. v. Hermsdorf, die 16ll einen Gunstbries über ihr Gut Neukirch ausstellt und sich wieder mit Hans v. Nintsch vermählte. Ulrich hinterließ mehrere ganz unbemittelte Kinder. Lein Lohn Ulrich II. verkaufte 1620 seinen Besitz an Hans Christoph v. Bernstein und wurde l63l in der Nähe von Bischofswerda erschlagen aufgefunden. Gr hinterließ als Witwe Unna Margaretha geb. v. Leubnitzh. Ein Lohn Ulrichs II., Hans Ndolph v. N., wurde am 29. Juli 1629 in Neukirch getauft^). 4. Hauptlinie Noes. Heinrich I. v. N., der vierte Lohn Gttos auf Nothenburg, begründete die Hauptlinie Noes. Lr erwarb das Gut Noes (bl von Nothenburg) und war 1564 nicht mehr am Leben, von seinen Löhnen, deren er angeblich sechs hatte, pflanzten zwei den Stamm forth: I. Heinrich II. setzte die Linie Noes fort. II. Friedrich stiftete die Nebenlinie Zoblitzh. Vieser Linie war keine lange Dauer beschieden, wir besprechen sie daher gleich jetzt, um erst dann zu Heinrich II. überzugehen, dem Stammvater einer weit verzweigten Nachkommenschaft. Friedrich v. N. wurde 1562 mit Holtendorf (^V von Görlitz), 1563 mit Zoblitz (bl von Nothenburg) belehnt. Er hinterließ vier Löhne: 1. Nbraham. 2. Georg. 3. Friedrich, von ihm hören wir nichts mehr. 4. Isaak. 1. Nbraham v. N., Herr auf Zoblitz, starb im Jahre 1634 und hinterließ als Erben zwei Töchter: a. Nnna Dorothea, geboren zu Nedaschütz am 30. Dezember 1602, vermählte v. Nackelh. b. Ursula Margaretha. 2. Georg und 4. Isaak Gebrüder v. N. erhalten nach Nbsterben ihres Bruders Nbraham am 9. Nugust 1638 das Gut Zoblitz verreicht und vergleichen sich mit ihren Muhmen, den oben erwähnten Töchtern Nbrahams"). Georg setzte die Linie fort. Zoblitz verkaufte er 1650 an Lhristoph Nhraham v. haugwitz. Georg war vermählt mit Ursula v. Luttitz a. d. h. Markersdorf, die ihm drei Söhne schenkte (aa —oo)h: au) Hans v. N. auf Wetzwalde in Böhmen, vermählt mit Ursula v. Lchmoltz, hatte zwei Söhne: Hans Hartwig und Joachim Heinrich. l) Piltz a. a. D. S. 27. -) N. I. 30, Mspt. 1. Teil, S. 50l. h Müller, Mspt. kseft II, S. 38. «) vergl. Müller, Mspt. Heft II, S. 5l. h Vierteljahrsschrift für Wappen-, Ziegel- und Fainilientzunde, XXI (18Y3), S. NO. h I.. I. 30, Mspt. 1. Teil, S. 44. -) Müller, Mspt. Heft II, S. St. I8x 274 v. Nostitz. Hans Hartwig, aus Gppeln (14 von Löbau), gestorben am 19. März 1643, war vermählt mit Barbara v. Gersdorfs. Sie verkaufte am 2. Mai 1651 das Mannlehngütlein zu Gppeln an Caspar Christian v. Schwanitz. Da der Käufer seinen Verbindlichkeiten nicht Nachkommen konnte, so nahm sie zufolge Reverses vom 22. Rpril 1654 das Gut wieder zurück und veräußerte es am 28. Rpril desselben Jahres an Friedrich v. Kalckreuth und weigsdors. Ehe es zur Belehnung kam, starb sowohl die Verkäuferin als auch der Käuserh. - Joachim Heinrich, Hansens jüngerer Sohn, geboren 1624, starb zu Neukirch am 12. September 1688. bb) Isaak v. R., Rittmeister, kaufte am 12. Mai 1654 von Christoph Rbraham v. haugwitz das Gut Zoblitz für 9500 Taler, um es schon 1659 wieder an Hans Heinrich v. haugwitz zu verkaufen. Rm 25. September 1662 erwarb Isaak von den v. veupold scheu Kreditoren das Gut Rieder-Spree (14>V von Rothenburg, am weißen Schöps) für 10 000 Taler. Cr beteiligte sich am 16./26. Juli 1657 an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen h. Rm 13. Juni 1677 starb er ohne Leibeslehnserben. Seine Töchter verkauften das Gut Rieder-Spree am 22. Rpril 1679 an Hans Christoph v. Gablenz. ee. Hans haubold v. N. hinterließ keine männlichen Erben. - I. Heinrich II. v. N., geboren 1531h, besaß das väterliche Gut Roes, wurde Gegenhändler, kaiserlicher Rat, 1689 Rmtshauptmann zu Görlitz und starb am 22. September 1592. vermählt war erh: I. mit Latharina v. Rabenau a. d. h. Rietschen; II. mit Gertrud v. Temritz a. d. h. viehsa. Rus der ersten Che hatte er neun, aus der zweiten zwei Söhneh (1—9 und 10 — 11): 1. Gtto Heinrich, geboren und gestorben 1559. 2. Paul, geboren 1568, gestorben 1591. 3. Friedrich. 4. Johann, geboren am 8.März 1562, begab sich nach Schlesien, wurde Herzog Joachim Friedrichs zu Liegnitz und Vrieg Rat und Landeshauptmann zu Wohlau und starb zu Strenz am 29. Juli 1619. Durch die Vermählung mit seiner ersten Gattin erlangte er das Gut Strenz im lvohlauschen, erbte 1604 nach seines Bruders Joachim (vergl. §. 275, Rr. 7) Tode dessen Rnteil an Roes, kaufte von seinen Stiefbrüdern Georg und Johann Heinrich Uhsmannsdorf von Rothenburg) und Nieder-Horka (8^V von Rothenburg) und 1619 von Joachim v. Gersdorff Biehain (88^V von Rothenburg). vermählt hatte sich Johann: I. am 1. Mai 1589 mit Barbara geb. v. Hammerstein, Witwe Hansens v. Langenau aus Groß-Strenz; II. mit Rnna Maria v. Schkopp a. d. h. Gläsersdorf, gestorben 1614; III. mit Barbara v. Riesemeuschelh. Seine drei Söhne Hans, Gtto und Caspar er- h h. - §t. -N. Boe.9547, Drittes Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, t65t — 67, Fol. 260. 2) Dberlaus. Nachlese, t77t, S. 545. ->) Müller, Mspt. Heft II, S. 58. h Larpzov a. a. D. II, Taf. II, S. 70. . ->) Müller, Mspt. Heft II, S. 59. h Sinapius, Schlesische Luriositäte», I. Bd., 1720, S. 76, 80. v. Nostitz. 275 hielten am 10. März 1620 wegen der väterlichen Güter Noes, Horka, Uhsmannsdors und Biehain Indult. Hans und Gtto starben um 1625. Taspar erhielt deshalb die Lehn über diese Güter am 13. April 1628, verkaufte Biehain an Bartel v. Drachstedt für 7 600 Taler und starb 1638H. 5. Abraham, auf Noes und Nattwitz f?f, geboren am 12. Juni 1564, gestorben 1626, vermählt: I. mit Helena v. Nackel a. d. H. Pechern,- II. mit Ursula v. Nostitz a. d. H. Klein-Dehsa. 6. Balthasar, geboren 1561, soll im Kriege gefallen sein. 7. Joachim, gestorben 10. Mai 1604 im Alter von 38 Jahren^). 8. Heinrich III. Liehe unten. 9. Christoph, geboren und gestorben 1566. 10. Georg, auf Gorkau und polgsen in Schlesien, war vermählt mit Marianne v. Nostitz und hatte drei Kinder: Johann Ernst, Ehristoph Georg und Ursula Mariannes. 11. Johann Heinrich, herzoglich Liegnitz-Briegscher Nat und der Wohlauschen Weichbilder Landeshauptmann, auf Gassendorf in Schlesien, wurde im Jahre 1646 nach dem Code seines Vetters Taspar, der ohne Kinder gestorben war, mit Gber-Noes belehntH. Cr starb im Jahre 1652. vermählt war er viermal^): I. mit Salome v. Schkopp a. d. H. (Mendorfs II. mit Barbara v. Niebelschütz a. d. H. Gaffrons III. mit einer unbekannten Dame; IV. mit Barbara Elisabeth v. Kreckwitz. Aus Johann Heinrichs zweiter Ehe stammt: Joachim Friedrich, geboren 1623, gestorben 1661°), besaß Noes und Gassendorf. vermählt war er mit Anna Barbara (oder Barbara Dorothea) v. Salgast, die ihm zwölf Kinder schenkte, darunter: Hans Heinrich v. N., geboren 26. Dezember 1653, gestorben 22. Dezember 1714H, Herr auf Mittel-Gutschdorf in Lchlesien, verkaufte um 1679 Gber-Noes, mit dem er 1674 belehnt worden, an Joachim Ernst v. Nostitz (vergl. 5. 282). vermählt war er mit Eva Tatharina v. Lüttwitz, geboren 1652, gestorben 11. Februar 1708, die ihm 4 Löhne und 8 Töchter schenkte. 8. Heinrich III. v. N. „und Noes", ein Lohn Heinrichs II., geboren 1563, gestorben 1629, begraben in Lawalde, kaiserlicher Truchseß, brachte die Güter Klein-Dehsa (>V von Löbau), Lauba, Lawalde (beide von Löbau), Kötzschau (bl von Lauba), sowie - von seiner ersten Gattin - Malschwitz (blO von Bautzen) an sich. Lein Stückgut Lawalde verkaufte er an Nudolph v. Gersdorff zu Verthelsdorf, der am 30. März 1609 belehnt wurde °). Heinrich Unterzeichnete am 7. Juni 1619 9 6. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 43. -) Sinapius a. a. D. I, S. 80. H Ebenda, I, 5. 8l. tz 6. I. 30, Mspt. l. Teil, S. 48. °) Müller, Mspt. Heft n, §. gg. 9 Sinapius, Schles. Turiositäten, II. Band, 1728, 5. 164. 9 Ebenda. 9 ks.-St.-N. Noo. 9545, verzeichniiss rc., Fol. 73. 18 * 276 v. Nostitz. mit das Lehnspaktumh. vermählt war er: I. mit Luphrospne v. Fürstenau a. d. h. vöbschütz. Sie starb nach einem Ehestand von 13 I. 2 M. 9 T. am 15. Januar 1606 im RIter von 34 I. weniger 1 T?h II. mit Latharina v. Nostitz a. d. h. vehsa. Heinrich III. hatte folgende Kinder (a-b): a. I. Hans Taspar, erhielt nach seines Vaters Tode die Lehn über die Güter Vehsa und Malschwitz am 1. November 1630 verreicht, starb aber bereits im Jahre 1632. b. II. Tarl Heinrich, Stifter der Linie preititz. Siehe unten «. e. II. (Otto Heinrich, Stifter der Linie Klein-Vehsa. Siehe unten h, S- 288. cl. II. Hans Ernst, e. II. Taspar Heinrich. k. II. Hans Sieqmund, Stifter der Linie Kreckwitz. Siehe unten s, 5. 290. II. Hans Heinrich, erhielt in der brüderlichen Teilung im Jahre 1651 Lauba nebst „Gubisches Gut", dem Lichwald und einem Teil des zu Lauba geschlagenen „Bornfeldes". Hans Heinrich starb am 15. Rpril 1655, woraus seine Brüder Tarl Heinrich, Gtto Heinrich und Hans Siegmund mit seinem hinterlassenen Gute Lauba am 26. Rugust 1655 belehnt wurden. Bereits zu Ende dieses Jahres verkauften sie Lauba an Wolf Lhristoph v. Nechenberg. b. II. Rnna Elisabeth, vermählte sich mit Hans Taspar I. v. Nechenberg auf Beiersdorf. «. Linie preititz. Tarl Heinrich v. N?) (siehe oben unter b), der zweite Sohn Heinrichs III., geboren zu Klein-vehsa am 18. Juli 1613, wurde Page beim Herzog Christian von Rnhalt, unternahm mit ihm Reisen nach Polen, Holland, Frankreich, blieb dann allein anderthalb Jahre in Frankreich, wohnte am 30. Dezember 1636 der Krönung Ferdinands III. zum Römischen König in Regensburg bei, wurde Rnhaltischer Kammerjunker, dann Stallmeister und kehrte 1641 in die Heimat zurück. 1644 wurde er Landeskommissar des Bautzner Kreises, 1650 Hofgerichtsassessor, später kurfürstlich Sächsischer Kammerherr. Rm 27. Rugust 1654 Unterzeichnete er mit das Lehnspaktumh. Dem Palmenorden in Weimar gehörte er 43 Jahre lang mit dem Beinamen „ver Fruchtbringende Glatte" an^). Was seinen Güterbesitz anbetrifft, so wurde er zugleich mit seinen Brüdern Gtto Heinrich und Hans Siegmund nach dem Tode ihres Bruders Hans Heinrich (ff 15. IV. 1655) am 26. Rugust 1655 mit Lauba belehnt. Schon zu Ende desselben Jahres ging das Gut durch Kauf in Dberlaus. Lollections-Iverk I, S. 1055. 2) B. I. Z0, INspt. 1. Teil, S. 831-532. "1 vergl. seine Biographie in v. Nostitz' Beiträge», 5. 127 ff. ->) Dberlaus. Lollections-Iverk!, I. Band, S. 1056. h Larpzov a. a. D. II, S. 79. v. Uostitz. 277 de» Besitz Wolf Christophs v. Bechenberg über. Tr besaß ferner Malschwitz (dlO von Bautzen) und kaufte hierzu am 10. März 1655 das Gut preititz (80 von Malschwitz) samt dem bei Mücka gelegenen Holze; am 27. November 1665 wurde er mit dieser Besitzung belehnt. Zehn Jahre später erwarb Carl Heinrich das benachbarte Lannewitz (80 von preititz) und erhielt es am 13. Juni 1665 zu rechtem Mannlehn verreicht. Die Güter Uhsmannsdorf (Vl^ von Rothenburg) und Nieder-Horka (8M von Rothenburg) fielen nach dem Erlöschen der Schlesischen Zweiglinie Strenz (vergl. 4. Hauptlinie Noes, Nr. 4, S. 274-275) an ihn und seinen Bruder Otto Heinrich, 1650) allein an ihn (Carl Heinrich), von seiner später zu erwähnenden Gattin kaufte Earl Heinrich die Güter Fieschütz und Baschütz (beide 0 von Bautzen) am 13. Februar 1675 und wurde am 14. Februar belehnt. Er verkaufte beide am 12. Oktober 1683 an Dr. msä. Elias Lehmann in Bautzen. Larl Heinrich erwarb ferner noch das Gut Rleinbautzen (RO von Bautzen). Es wurde ihm juctieialitei' für 14 000 Taler adjudiziert am 14. Juli 1682. Rm 14. November desselben Jahres stiftete er ein Majorat auf Rleinbautzen in Höhe von 3000 Rtlrn. Endlich besaß Larl Heinrich noch ein Haus aus dem Burglehn zu Bautzen, das er 1647 von Hans N)olf v. Metzradt gekauft hatte. Larl Heinrich starb am 23. März 1684. Sein prachtvoller Gedenkstein, in vergoldeter Rüstung ihn darstellend, befindet sich in der Rirche zu Rleinbautzen. vermählt hatte er sich zu Bautzen am 17. Oktober 1642 mit Barbara Elisabeth v. Ziegler und Rlipphausen, Tochter Joachims v. Z. u. Rl. auf Tunewalde. Geboren zu Eunewalde im September 1625, starb sie zu preititz am 19. November 1692. Ihr bunt bemaltes Epitaph besindet sich in der Rirche zu Rleinbautzen. Sie besaß die „Lehmannschen Güterchen" Zieschütz und Baschütz (0 von Bautzen), die zuvor im Besitz des Bautzner Bürgermeisters vn. me6. Rndreas Bernhard Lehmann gewesen waren. Ihr und ihrer Schwester Maria Sidonia v. Loeben, geb. v. 3. u. Rl. waren beide Güter am 12. Oktober 1666 zugeschlagen und am 31. Rugust 1667 zu Lehn verreicht worden. Frau v. Loeben trat in eben diesem Jahre ihren Rnteil ihrer Schwester Barbara Elisabeth ab und diese verkaufte am 13. Februar 1675 beide Güterihrem Gatten Larl Heinrich v. N., wie bereits oben erwähnt. Larl Heinrich hatte folgende Rinder^) (1-13): 1. Marie Eleonora, * am 24. Dezember 1643, X 1665 mit Wolf Taspar v. Theler auf Malschwitz. 2. Larl Gottlob. Siehe unten 1. Rst: Linie Halbendorf- Mittel-Sohland, 5. 278. 3. Joachim Ernst. Siehe unten 2. Rst: Linie Nieder-Horka - Gersdorf, S. 282. 4. Julius Heinrich. Siehe unten 3.Rst: Linie Malschwitz, 5.285. >) L. 0. Th. Hölscher, Die parochie Horka, 1856, 5.51. -) vergl. v. Ilechtritz a. c>. 01. I, 5. 124. 278 v. Nostitz. 6. Barbara Elisabeth, * 3. Dezember 1648, 's 22. Dezember 1651. 6. Louise Amalie, * 6. Juli 1650, X 20. Februar 1671 mit Hans Friedrich v. ponickau aus prietitz. 7. Ferdinand Adolph, * 10. Gktober 1651, ch 9. Januar 1652. 8. Sophia Tugendreich, * 29. März 1653, 's 1. Februar 1656. 9. Gtto Gustav, * 18. Juni 1659, 's zu horka 14. September 1663. 10. Nudolph Anshelm, * 15. März 1661, 's 20. Februar 1665. 11. Eleonore Elisabeth, * 10. November 1662, 's 3. Gktober 1675. 12. Gtto Moritz, * 11. April 1665, 's 14. Gktober 1667. 13. Beata Loncordia, * . . ., 's zu Arnsdorf 1680, X 1678 mit Johann Menzel II. von Gersdorff auf Arnsdorf, Kittlitz, Kottmarsdorf. 1. Ast: Linie halbendors —Mittel-Sohland. Larl Gottlob v. N., der älteste Sohn Tarl Heinrichs, geboren zu preititz am 1. Januar 1645, wurde Kammerjunker des Kurprinzen, trug bei der Beisetzung des Kurfürsten Johann Georgs III. in Freiberg am 11. Dezember 1691 die Fahne der Grafschaft pleißenh, wurde Amtshauptmann zu Stolpen. Er kaufte am 25. Gktober 1674 von Hans Adolph v. Luttitz Luga (8 von Königswartha),' am 8. November 1675 belehnt, veräußerte er das Gut 1681 an Georg Christoph v. Kahlen. Gemeinsam mit seinem Bruder Joachim Ernst wurde Larl Gottlob am 12. Gktober 1684 mit Kleinbautzen und den anderen väterlichen Gütern belehnt. Sn demselben Jahre ging Kleinbautzen durch Kauf über in den Besitz Christoph Friedrichs v. polenz. Sn der brüderlichen Teilung vom 13. September 1684 fielen an Carl Gottlob die Güter preititz und Tannewitz. Am 12. Oktober 1684 belehnt, verkaufte er beide Güter am 1. März 1701 an Amalie Christiane Gräfin zu Solms, geb. Freiin v. Lützelburg. Dafür kaufte er am 7. Mai 1701 von Johann Friedrich v. Foelckersahm das Gut halbendors im Gebirge (blO von Schirgiswalde) für 8 500 Taler und 100 Taler Schlüsselgelds am I.Iuli 1701 wurde er belehnt. Er starb zu Bautzen am 28. Mai 1707. vermählt hatte er sich: I. am 22. Mai 1674 mit Dorothea Sabina v. Nostitz a. d. h. Nieder-Nengersdors, gestorben zu Bautzen am 12. Februar 1699s II. am 21. August 1701 mit Charlotte Marianne v. Gers- dorfs a. d. h. Milkwitz, geboren am 12. Mai 1666, gestorben zu Herwigsdorf am 3. Juni 1728^). Er hatte dreizehn Kinder, von denen einige früh starben^). Mir zählen nur die zu erwachsenen Jahren gelangten auf: 1. Dorothea Cugendreich, geboren 1675, vermählt zu preititz 20. August 1699 mit Gottlob Ehrenreich v. Warnsdorf aus Krobnitz. 9 Müller, ^.nirales 8axon. 1700, 5,608. -) Gurlitt, Lau- und Runstdenkmäler Sachsens, Z4. Heft, 5. 216 gibt die Inschrift ihres Leicheusteius in kserwigsdorf: ^ Ilechtrih a. n. 0). I, 5. 125. tz v. Uechtritz a. a. B. I, 5. 125. v. ttostitz. 279 2. Louise Eleonore, geboren 2. Februar l686, vermählt lZ. August l7l0 mit Johann Christoph Moritz v. Nostitz aus Viesig. Z. Wolf Hartwig. Ziehe unten. 4. Earl Gottlob d. I. Ziehe unten 5. 280. 5. Johanna Maria, geboren 28. April l690, gestorben l2. April 1727, vermählt 4. Dezember 1708 mit Johann Moritz v. Warnsdorf. Z. Wols Hartwig v. N., der ältere Sohn Earl Gottlobs, wurde am 23. August 1687 geboren, ging in kursächsische Militärdienste und erhielt als Fähnrich im Wackerbarthschen Regiment am 13. Februar 1708 Vsniam astatis. Mit der Hälfte des väterlichen Gutes halbendors wurde er am 29. Februar 1708 belehnt,- er trat am 17. Februar 1710 seinem jüngeren Bruder Earl Gottlob d. I. seine Hälfte am Gute ab. Dafür kaufte Wolf Hartwig am 3. Mai 1712 von Thristian Ludwig v. Gersdorff auf Glossen dessen Lehngut Mittel-Sohland a. d. Spree (8 von Schirgiswalde) für 10 500 Taler und erhielt es am 16. Dezember 1712 zu Lehn verreicht. Im Jahre 1727 gelangte das Gut zur Sub- hastation. Am 30. September 1725 starb Wols Hartwig, vermählt war .er mit Helene Elisabeth Tugendreich v. Oberländer, gestorben am 8. Mai 1749 h und hinterließ folgende Kinder Tharlotte Eleonore Tugendreich, geboren am 3. März 1717, vermählt 1737 mit dem fürstlich Baden-Durlach schen hosmarschall Thristian Adolph v. Ziegesarh. L. Earl Heinrich Ehrhard. Siehe unten. 6. Wols Hartwig Ferdinand, geboren am 12. April 1723, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr und Stallmeister, gestorben am 18. Februar 1791 aus dem Rittergut Schönau bei Themnitz ohne Deszendenz. O. Johanna Eleonore Sophie, geboren zu Sohland 1725, kam 1750 in das Stift Joachimstein, verließ es, wurde Hofdame am kurfürstlich Sächsischen Hose und starb als solche in Dresden am 19. Juli 1777 früh um acht Uhrh. 8. Tarl Heinrich Ehrhard v. N.h, ein Sohn Wolf Hartwigs, geboren zu Wendisch - Sohland am 12. Juni 1719, ging in königlich preußische Dienste, wurde Hauptmann und Ritter des Ordens pour Is morito,- er bekleidete später das Amt eines Waisenamtsassessors im Görlitzer Kreise und starb zu Döbschütz am 2. Juli 1777 nach langwieriger Krankheit. Vermählt hatte er sich am 3. Dezember 1761 mit Tharlotte Eleonore v. Nostitz a. d. h. Döbschütz, gestorben in Görlitz am 23. Februar 1808 im Alter von 70 I. 16 T?) und war durch sie >) Laus. Magazin 1777, S. 214. 2) v. Uechtritz a. a. D. I, S. 129; H.-St.-N. Gen. Iwe. II359, Nostitz, vol. I. h ks.-St.-N. Geneal. Iwe. 11359, Nostitz, vol. I; Laus. Magazin 1777, S. 255; 1778, 5. 332. tz Nekrolog im Laus. Magazin 1777, S. 213. ") Laus. Monatsschrift 1808, S. 258. 280 v. Nosiitz. in den Besitz des Gutes vöbschütz (140 von Reichenbach) gelangt. Gr hatte folgende Kinder (a-8^): a. Larl Friedrich Rugust, geboren am 12., getauft 17.Dezember 1762, gestorben 1763. b. Heinrich Rugust Ferdinand, geboren am 27. Januar, getauft 4. Februar 1765, gestorben 4. Oktober 1771, begraben am 6. d. 717. zu Melaune^). o. Lhrhard Johann Rdolph, geboren am 7. Juli 1766, königlichSächsischerRammerjunkerundRittmeister, kaufte am 27./28.Februar 1811 von Ehrensried Wilhelm Günther v. Jagemann das Gut Neu- Liebel von Rothenburg) für 22100 Rtlr. Rm 9. Januar 1819 mußte das Gut dem Forstmeister Rugust Wilhelm Zigra adjudiziert werden. Lhrhard Johann Rdolph vermählte sich zu Frauenhain 1794 mit Ruguste Marianne v. Sepdlitz, geboren zu Zschaiten bei Großenhain 31. Januar 1772, gestorben zu Dresden 6. Oktober 1828, und starb in Dresden am 16. Mai 1822 mit Hinterlassung zweier Löhne: Tarl Ludwig Eduard, der als R.R.Finanzwachoberkommissär am 23.November 1868 und Gustav Ferdinand, der am 3. November 1830 (1829?) starb^ 6. Earl Johann Gottlob, geboren am 13. Dezember 1767, gestorben zu Dresden an einer Brustkrankheit am 25. Dezember 1779 als Page der verwitweten Rurfürstin ^). e. Friedrich Traugott Wilhelm, geboren im September 1769, gestorben am 22. Januar 1772. t'. Tharlotte Lrdmuth Sophie, geboren zu vöbschütz am 6. Mai 1771, getauft am 10. d. M.h. §. Eleonore Rmalie Tugendreich, geboren zu Döbschütz am 28. Januar 1773 früh um zwei Uhr, getauft am 31. d. M?), vermählt am 3. Januar 1798 mit dem kursächsischen Hauptmann Franz Freiherrn v. Terrini, der am 13. Rpril 1807 als Oberstleutnant bei Danzig blieb^). Ir. Heinrich Leopold Gustav, geboren am 14., getauft am 17. Januar 1775, gestorben am 20. September 1776. 4. Larl Gottlob d. I. v. N., der jüngere Sohn Tarl Gottlobs, geboren am 12., getauft am 22. September 1688, zunächst unter Vormundschaft seines Vatersbruders Joachim Ernst v. N. auf Gersdorf stehend, erhielt aus sein Ansuchen, da er, wie er schreibt, nach Holland zu gehen „und daselbst mein Glücke unter der Miliz zu suchen" sich vorgenommen, Veiriarn astatis und wurde am 5. Februar 1709 mit seiner Hälfte am väterlichen Gute Halbendorf belehnt. Zufolge Vergleichs vom 17. Februar 1710 übernahm Tarl Gottlob d. I. v. N. das Gut allein für 8600 Taler und empfing am 8. Mai 1710 die Belehnung. Tr starb zu halbendors l) vergl. O. I. Z0, Mspt. I. Teil, S. 630-631: v. Uechtritz a. a. D. I, S. 12Y. h Laus. Magazin 1771, S. 345. Laus. Magazin 1780, S. 23. Dberlaus. Nachlese 1771, S. 153. h Dberlaus. Nachlese 1773, S. 5d. ") D. I. 30, Mspt. 1. Teil, 5.630 — 631: llneschke, Deutsche Krafenbnuser, III. Vaud, 5. 61. v. Nostitz. 281 am 2. Mai 1762. vermählt hatte er sich zu Thristianstadt am 23. August 1712 mit Johanna Margarethe v. Landskron, geboren am 18. September 1691, gestorben zu Tunewalde am 16. Juli 1741, einer Tochter des kaiserlichen Kriegskommissärs Johann Christoph v. L. auf Zeisdors im Kreise Sprottau und dessen Gattin Anna Margarethe v. Berge'). Larl Gottlob d. I. hatte folgende Kinder (s —k)h: u. Tharlotte Tugendreich, geboren 13. Juni 1713, gestorben 17. Dezember 1732 im Alter von 19 I. 6 M. 4 T. b. Johanna Dorothea, geboren 12. März 1715. 0. Tarl Heinrich, geboren 16./26. März 1717, gestorben als verabschiedeter Grenadierkapitän des Regiments Kurfürstin (später v. Reitzenstein) am 8. Juni 1791 zu halbendors an Entkräftung im 75.Lebensjahre"). ä. Christiane Eleonore, geboren 12. September 1720, gestorben in Hoyerswerda. s. Wolf Ernst, geboren 12. September 1724, ging in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Kriegsdienste und wurde Premierleutnant. Er kaufte von seinem Vater am 8. August 1748 das Gut halbendorf für 8700 Taler und empfing es am 10. September 1749 zu Lehn. Am 3. Mai 1792 verkaufte er das Gut seinem Reffen Tarl Gottlob Ferdinand v. N. aus Weigsdorf rc. (vergl. S. 282) für 14000 Taler. Wolf Ernst starb zu Weigsdorf nach viermonatlichem Krankenlager am 7. Mai 1792h. Er hatte sich vermählt im Jahre 1749 mit Tharlotte Amalie v. Gers- dorsf a. d. h. Techritz und hinterließ keine männliche Deszendenz. 1. Gottlob Ehrenreichh, geboren zu halbendorf am 8. Juli 1731, besuchte das adelige Kadettenkorps in Dresden, kam als Fahnenjunker zum Infanterie-Regiment Königin, nahm nach zwei Jahren seinen Abschied und trat 1756 in preußische Dienste in das Gemmingensche Grenadierbataillon, wo er bis zum Stabskapitän avancierte und den Treffen bei Lobositz, Prag, Kollin, Leuthen, Zorndors, hochkirch beiwohnte. Er starb zu (Ober - Leutersdorf am 20. November 1774 und wurde am 25. d. M. in der Gberländerschen Gruft daselbst beigesetzt, vermählt hatte er sich im Jahre 1764 mit Henriette Laroline Amalie v. (Oberländer, einziger Tochter Heinrich Adolph Ferdinands v. (0. aus Gber- Leutersdors rc. Dieser überließ laut Abtretungskontrakts per moclurn äonutioriis inter vivos vom 6. August 1774 sein Erbgut (Ober-Leuters- dors von Zittau) nebst pertinentien an seine eben genannte Tochter. Am 23. Januar 1775 erhielt sie den Erbbrief,' 1778 verkaufte sie das Gut für 28 000 Taler Kauf- und 100 Dukaten Schlüsselgeld an Gottfried Glathe, Erb-Lehn- und Gerichtsherrn aus Nieder-Zodel. Frau Henriette Taroline Amalie v. N. starb zu Dresden am 11. September l) Laus. Magazin 1701, S. 211; v. Uechtritz a. a. D. I, S. 127. h vergl. 6. I. 30, Mspt. 1. Teil, S. 511. vie unter a. aufgeführte Lharlotte Tugendreich nennt v. Uechtritz a. a. D. I, 5. 127 Lharlotte Friederike, ch Laus. Magazin 17dl, S. 211. y Laus. Magazin 1702, S. 186. h Kurzer Nekrolog im Laus. Magazin 1775, S. 5, 282 v. Nostitz. 1813, 72 Jahre alth. von den Kindern des Ehepaars überlebten es nur zwei: Earl Gottlob Ferdinand und Adolph. Adolph starb kinderlos vor seinem Bruder. Carl Gottlob Ferdinand, geboren am 26. August 1765, trat in die kursächsische Armee ein und erhielt, nachdem er 51 Monate als Fähnrich, 15 Monate als Sous-Leutnant im v. har- titzschschen Regiments gedient hatte, 1788 seinen Abschieds. Er kaufte am 10. März 1791 von seiner Großmutter, Frau Eleonore Amalie Tugendreich v. Oberländer, geb. v. Rüdinger, das Gut Weigsdorf (blO von Schirgiswalde) für 27 000 Taler. Am 6. April 1791 wurde er belehnt. Tarl Gottlob Ferdinand kaufte am 3. Mai 1792 von seinem Oheim Wolf Ernst v. N. (vergl. oben 5. 281) das Gut Halbendorf für 14000 Taler,- am 26. November 1792 wurde er belehnt. Tarl Gottlob Ferdinand, der sich jetzt „v. Nostitz und Rottenburg" nannte, verkaufte Halbendorf am 1. Oktober 1795 an den kurfürstlich Sächsischen Leutnant Hans August v. Steindel. Tarl Gottlob Ferdinand starb in Dresden als kinderloser Witwer am 13. Dezember 1833. Inhalts des am 23. November 1833 errichteten Testaments setzte er die Landschullehrerseminarien-Anstalt zu Bautzen zur Erbin ein,- deren Vertreter, die Landstände, bewirkten den Erbschaftsantritt. Er hatte sich vermählt: I. zu Friedersdorf bei Neusalza am 28. Juli 1794 mit Henriette Louise Lharlotte v. Leubnitz a. d. h. Kuppritz, geboren am 6. Juli 1776 zu Kuppritz, gestorben zu Bautzen am 8. Februar 1801^),- II. zu Weigsdorf am 8. Januar 1808 mit Frau „Ehr. LIe." verw. v. Stiefel, geb. Rupperth. 2. Ast: Linie Nieder-Horka-Gersdors. Joachim Ernst v. N?), der zweite Sohn Tarl Heinrichs, begründete die Linie Nieder-Horka. Geboren zu Malschwitz am 22. Januar 1646, bezog er 1666 die Universität Leipzig, 1667 die zu Straßburg, unternahm 1669 eine Neise nach Frankreich, England, die Niederlande. 1673 wurde er von den Ständen in den weiteren Ausschuß gezogen, 1683 wählte man ihn zum ^ssossor juäioii oräinarii, 1697 zum Landesältesten des Fürstentums Görlitz. In demselben Jahre wurde er königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rat. — Zu Michaelis 1671 überließ ihm sein Vater für 12 000 Taler die Güter Nieder-Horka (8>V von Rothenburg) und Uhsmannsdorf (IV von Rothenburg). Am 20. Dezember 1672 wurde Joachim Ernst belehnt"). Nachdem er das Gut Noes 1) ks-- 2 t.-N. Gen. Noo. 11362, Oberländer. 2) H.-St.-N. Gen. Noe. 11350, Nostitz, vol. I. Laus. Monatsschrift 1744, II, L. 237; vudissiner wöchentl. Nachrichten 1801, Nr. 8. -«) Laus. Monatsschrift 1808, S. 125. h vergl. G. Noch, Oberpfarrer in Neichenbach, Leichenpredigt auf Joachim Ernst v. N., 1714. o) Im Lehnbrief, dessen Original sich im befindet, ist u. a. erwähnt: „das Necht am Nirch-Lehen zur ksorcka, nebst denen anderen eingepfarreten zu ver- v. Nostitz. 283 (14 von Rothenburg) gekauft hatte, überließ er Nieder-Horka und Uhs- mannsdors zu Michaelis 1679 wieder seinem Vater. Nach des letzteren Tode traten im Jahre 1684 Tarl Gottlob und Julius Heinrich ihrem mittleren Bruder Joachim Trust die väterlichen Güter Nieder-kjorka und Uhsmannsdors ab. Noes verkaufte Joachim Trust 1689 und erwarb dafür am 28. Oktober des nämlichen Jahres das Gut Gersdors von Görlitz) von Thristoph Gottlob v. Gersdorff. Joachim Trust brachte ferner im Jahre 1709 durch Raus von Johann Christian v. held- reich das Lehngut Ober-Rotitz (8VV von Weißenberg) und pertinentien, sowie die Trbmühle zu Niethen (8>V von Gber-Rotitz) für 15600 Taler an sich und wurde am 4. Juni 1710 belehnt. Zwischen Joachim Trust o. N. und Thristoph Gottlob v. Tarlowitz auf Niethen fand am 18. Rpril 1712 ein Tauschkontrakt über die Niethener Trbmühle und die zum Lehngut Niethen gehörige, bei Nodewitz gelegene Wiese statt. Mit dieser Wiese wurde Joachim Ernst am 29. März 1713 belehnt. Tr starb in Gersdorf am 7. März 1714 und wurde in Gersdors beigesetzt. Sein Lpmbolum war, den Initialen seines Namens entsprechend: .lesus Bst Vita llostrah. Vermählt hatte er sich zweimal: I. zu Gebhardsdorf am 9. Oktober 1674 mit Juliane Magdalena v. Uechtritzh a. d. h. Gebhardsdorf, geboren zu Gber-Schwerta am 22. Mai 1653, gestorben am 8. Dezember 1683, bestattet am 23. Januar st. novi in Rothenburg. Sie hatte ihm zufolge der Theberedung vom 9. Rugust 1674 übergeben 1600 Taler Dotalgeld, dann an Paraphernalien 2400 Taler mütterliches Erbteil und 1500 Taler gelöstes Geld für verkauften Schmuck. Dafür hatte er ihr eine Verpfändung von Ober- und Nieder-Noes ausgebracht,' N. am 23. Januar 1685 mit Dorothea Tugendreich v. Schachmann a. d. h. Rönigshain. Sie starb zu Görlitz am 14. September 1719. In erster Ehe wurden ihm geboren eine Tochter, ein totgeborener und drei lebende Söhne, in zweiter drei Söhne und drei Töchter (1 — 11): 1. I. Juliane Ernestine Elisabeth, getauft in horka am 2. Oktober 1675 h, vermählt mit Wolf Gottlob v. Muschwitz auf Weidlitz. 2. I. Tarl Rudolph, geboren am 12. Dezember 1676, Herr aus „Sprock" N.-L., der zarischen Majestät in Moskau ftauptmann, vermählt mit Dorothea Ratharina Walther v. Tronegk. Rn ihn fielen in der Lrbsonderung durch das Los die Güter Nieder-ftorka und Uhsmannsdors. „Rus brüderlicher Rsfektion" trat er sie aber seinem jüngeren Bruder Trust Gottlob im Jahre 1716 für 10913 Taler ab. 3. I. Moritz Ludwig, geboren am 23. September 1678, ge- leihen . . . zusambt einer fregen kfuttung mit Schaffen und Rindvieh ans derLghaner, mit den Rechten an den lBiesen in dem Bghaner Bruche", h Staatsarchiv Breslau, Testamentbuch l7ll —1803. .-) Leichenpredigt auf sie von E. Stöcker, Pfarrer in Rothenburg: „Vitus cum msrts st mrirtis a»m vita irsvmutatin Iisutissimu". :>) R. I. 30, Rlspt. 1. Teil, S. SIS. 284 v. Nostitz. storben als kurfürstlicher Page am 16. September 1695 zu Ofen, begraben in Pest'). 4. I. Totgeborener Sohn, am 24. September 1681 in Rothenburg beigesetzt. 5. I. Ernst Gottlob. Siehe S. 285. 6. II. Rdolph Leopold, geboren zu Rothenburg am 22.Januar 1686, gestorben auf einer Reise nach Italien am 6. Januar 1717I. 7. II. Eleonore Tugendreich, geboren am 11. Dezember 1686, gestorben am 13. März 1688. 8. II. Joachim Ernst d. I., geboren am 7. Rpril 1688, markgräflich Brandenburg-Rapreuth scher Kammerjunker und Kapitän bei der Grenadiergarde, übernahm das väterliche Gut Gersdorf zum Preise von 20 000 Talern und wurde am 15. Dezember 1723 belehnt. Lr starb zu Gersdorf am 23. September 1738. Rm 17. Rugust 1725 hatte er sich vermählt zu Gersdorf mit Rnna Sophia v. Wildt, gestorben zu Bautzen am 14. Dezember 1754, beigesetzt am 19. d. M. in Gersdorf, Tochter Johann Maximilians v. W., Vapreuthschen Geheimen Hofkammerrats"). Joachim Ernst d. I. hatte folgende drei Rinder (u —e): a. Larolina Sophia, geboren zu Gersdorf am 18. Juni 1729, später vermählt mit dem kurfürstlich Sächsischen Kapitän Earl Thristoph Ludwig v. pelchrzim. b. WilhelmineErdmuthe, geboren zu Gersdorf am 31. Oktober 1733, gestorben am 30. März 1734. c. Ernst MoritzH, geboren zu Gersdorf am 17. Mai 1736, stand unter Vormundschaft Earl Gottfrieds v. Bose auf Gber-Rudelsdors, besuchte das Görlitzer Gymnasium, dann die Universität Leipzig, erhielt am 19. Oktober 1757 den Lehnbries über Gersdorf, begab sich 1763 in kursächsische Militärdienste, die er 1769 verließ, dann in Rnhalt-Zerbstsche, die er 1777 quittierte. Er starb als kurfürstlich Sächsischer Rittmeister am 9. November 1779 in Görlitz an der Wassersucht im Rlter von 43 I. 5 M. 23 T. und wurde am 16. in Gersdorf beigesetzt. Rach seinem Tode muteten Earl Gottlob v. N., fürstlich Rnhalt-Zerbstscher Geheimrat, und Friedrich Ludwig v.R., markgräslichRnsbach-Vapreuthscher Geheimrat (siehe beide S. 285) als nächste Rgnaten die Lehn des Rittergutes Gersdorf. Rm 26. Februar 1780 wurde jeder zur Hälfte mit Gersdorf belehnt. Sie verkauften das Gut an Johann Wolfgang Gotthelf v. N. auf Ullersdorf und Baarsdorf, königlich polnischen Kammerherrn und königlich preußischen Major und Flügeladjutanten für 33 858 Taler 8 Groschen am Termin Walpurgis 1781. 9. II. Beata Tugendreich, geboren am 2. Dezember 1689, gestorben am 2. Rpril 1694 in Gersdorf"). tz v. Uechtritz a. a. V. I, 5. 131. H Ebenda I, S. 131; Hölscher ^ ^ g) Z. 52 gibt als Todesjahr 1707 an. -h Neues Laus. Mag. Sd. 71, S. 235. h Sein Nekrolog iin Laus. Magazin 177Y, 5. 373 1 vergl. auch Neues- Laus. Mag. IZd. 71, 5. 236. H v. Uechtritz n. a. G. I, S. 131! Neues Laus. Mag. vd. 71, S. 234. v. Nostitz. 285 10. II. Julius Heinrich, geboren zu Gersdorf am 7. Februar 1692, studierte in Leipzig und erhielt daselbst vorzügliche Zeugnisseh, wurde am 20. Januar 1719 mit Gber-Kotitz belehnt und verkaufte es gleich an Johann Christian v. heldreich. Er wurde markgräslich Ans- bach scher Geheimrat und starb im Jahre 1756. vermählt war er mit Johanna Dorothea v. Schaumberg. Es überlebte ihn sein Sohn Friedrich Ludwig v. N., geboren am 9., getauft am 10. Juli 1729 zu Ansbach, markgräflich Ansbach scher Geheimrat. 11. II. Susann« Eleonore, geboren am 31. Januar 1693, gestorben am 29. August 1693. 5. Ernst Gottlob v. N., Sohn Joachim Lrnsts v. N-, wurde zu Nieder-Horka am 9. November 1682h geboren, studierte in Leipzig, nahm Kriegsdienste in Holland, Brandenburg und Polen, erhielt im Jahre 1716 von seinem Bruder Larl Nudolph die Güter Nieder- horka und Uhsmannsdorf für 10 913 Taler abgetreten. Am 8. August 1738 verkaufte er beide Güter an Frau Eleonore Sophie Elisabeth v. Ticke, geb. v. Gablenz. Ernst Gottlob starb in Görlitz am 27. August 1740 und wurde am 2. September auf dem Kirchhof zu U. L. Fr. bestattet. vermählt hatte er sich: I. am 3. Oktober 1715 mit Tharlotte Eleonore v. Gersdorff, Tochter Hans Wenzels v. G. auf Kittlitz und Arnsdorf. Sie starb nach der Geburt einer Tochter am 6. März 1719 im Wochenbett,' II. am 14. November 1720 mit Helena Sophia v. Kiesenwetter, Tochter Tarl Siegfrieds v. K. aus Leippa und hirsch- selde in Schlesien. Sie starb zu Sorau am 9. April 1759. Ernst Gottlobs Kinderh (a-6): a. I. Tharlotte Elisabeth, geboren 2. März 1719, gestorben 1. September 1719, 26 Wochen alt. d. II. Helena Juliana, geboren 4. Oktober 1723, vermählt mit dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Hauptmann Wilhelm Ludwig Freiherrn v. Imhoff. o. II. Larl Ernst, geboren 15. Dezember 1724, gestorben 26. Mai 1726. Z. II. Tarl Gottlob, geboren 23. Juni 1729, trat in Anhalt- Zerbstsche Dienste, wurde Geheimer Nat, vermählte sich 1761 mit Friederike Lhristiane v. Linsingenh. Tr besaß Neu-Pouch im Amte Bitterfeld. Sein Sohn Friedrich Tarl Ernst Ferdinand, geboren am 14. November 1767, gestorben am 13. August 1829 unvermählt, war Merseburgischer Negierungsrat und besaß Neu-Pouch nebst Gossa. 3. Ast: Linie Malschwitz. Julius Heinrich v. N., der dritte Sohn Larl Heinrichs, geboren am 11. April 1647, erhielt in der brüderlichen Teilung vom 13. September 1684 von den väterlichen Besitzungen das Gut Mal schwitz. Im Jahre H Liehe in den urkundlichen Beilagen am Schluß des Werkes. vergl. Hölscher, Horka, S. 52 ff. h Nach dem Horkaer Kirchenbuch in N. I. 50, Nlspt. 1. Teil, S. 5l6. tz Müller, Mspt. Heft II,' S. 45. 286 v. Nostitz. 1701 Kaufte er das dem Ndolph Moritz v. Bolberitz gehörige Haus auf dem Burglehn zu Bautzen, nun „das Nostitz-Malschwitz sche Haus" genannt, für 800 Taler. Ms einer der „Beistände" wohnte Julius Heinrich einer am 2./12. September 1684 auf dem Schloß zu Bautzen stattfindenden Ehrentafel („Ritterrecht") beih. Er führte bei der Bestattung des Kurfürsten Johann Georgs III. in Freiberg am 11. Dezember 1691 das Pferd des Markgrafentums Niederlausitz ^). Nm 29. Januar 1708 starb er. vermählt hatte er sich: I. mit Dorothea Sophia v. Metzradt; sie starb am 3. März 1706 im Mter von 47 I. 8 M. und wurde am 7. des Monats in Malschwitz bestattet; II. zu Malschwitz am 29. Nugust 1706 mit Dorothea Elisabeth v. Salza, verw. vhOppel. Er hatte folgende Kinder (1-14)^): 1. Hans Heinrich, Korporal im kurfürstlich Sächsischen Leibregiment, wurde am 22. November 1699 in Zittau von einem reitenden Trabanten erstochen. 2. Tarl Gottlob, geboren am 11. März 1680, gestorben zu Schönberg 1719, fürstlich Sachsen-Gothaischer Kapitänleutnant, vermählt am 12. Februar 1710 mit Dorothea Elisabeth v. pentzig a. d. h. Trattlau. Zwei Kinder sind bekannt: Larl Gottlob Erdmann, geboren 1711, gestorben 1714, und Dorothea Elisabeth. 3. Wolf Friedrich. Siehe unten S. 287. 4. Laspar Lhrenreich, geboren am 23. Oktober 1684. 5. Julius Heinrich, gestorben am 23. Oktober 1712 vor Landau. 6. Ndolph Ernst, geboren am 21. Dezember 1688, erstand im Jahre 1721 im Konkurs das Gut Nieder-Kotitz von Weißenberg, I^l von Löbau) und erwarb dazu noch einige pertinentien von Johann Lhristian v. heldreich. Nm 23. Mai 1722 wurde er belehnt. Er verkaufte das Gut im Jahre 1723 seiner Gattin Frau Lhristiane Eleonore geb. v. Dpherrn für 3500 Taler „und ein kleines freiwilliges Douceur." Nm 9. Juli 1723 belehnt, verkaufte sie das Gut 1724 an Thristian Gottlob v. Metzradt. 7. Johanna Juliana, vermählt zu Malschwitz am 25. Oktober 1707 mit Hans Ndolph v. Gersdorff aus Gröditz, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Rittmeister. 8. Dorothea Elisabeth, geboren am 18. Februar 1686, gestorben am 24. Npril a. e. 9- Erdmuth Sophia, geboren am 28. Oktober 1687, gestorben am 18. Nugust 1718, vermählt mit Lhristian Siegismund v. Schollenstern. 10. Barbara Elisabeth, geboren am 6. Dezember 1689. 11. Dorothea Elisabeth, geboren 1691, gestorben zu Bautzen 12. März 1707. l) Larpzon a. a. D. I, 5. I74b. -) Müller, ^irnslos Laxoniei, §.609. tz vergl. v. Uechtritz I, S. 136; Müller, Mspt. Heft II, S. 46. 12. Dorothea Sophia, geboren 1693, gestorben zu Malschwitz 17 . Februar 1707. 13. Louisa Nmalia, geboren 12. Februar 1694, gestorben 19. Januar 1695. 14. Isabella Tatharina, geboren 8. Februar 1698, unvermählt gestorben 15. November 1729. 3. Wolf Friedrich v. N. aus Malschwitz, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Nammerjunker, geboren'im Fahre 1683, pflanzte den Stamm fort. Er verkaufte am Walpurgistermin 1718 sein bisher zu Malschwitz gehörig gewesenes Lehngut Zschillichau von Malschwitz) für 5000 Taler an Hans Wolf v. Metzradt. Im Fahre 1723 kaufte er Luppa, Bocka und vubrau (sämtlich dl von Bautzen, 0 von Neschwitz) von Larl Gottlob v. Minckwitz für 20 000 Taler und erhielt die Güter am 17. März 1724 zu Lehn verreicht. Bereits 1728 veräußerte er sie an Fohann Ndolph v. Watzdorf. Nm 21. Mai 1750 starb Wolf Friedrich in Seidenberg, vermählt hatte er sich'): I. zu Malschwitz mit Christiane Elisabeth v. Ziegler und Nlipphausen, gestorben zu Malschwitz am 4. März 1717, Tochter Heinrich Nnshelms v. Z. u. Nl. auf probsthain und der Sabina v. Lindenau a. d. H. Machern; II. um das Fahr 1720 mit Fohanna Elisabeth v. Nqaw, geboren 1701, gestorben am 16. Oktober 1757, Tochter Fohann Wilhelms v. N. aus Gießmannsdors und seiner zweiten Gattin Fohanna Sophia v. Ziegler und Nlipphausen. Kinder Wolf Friedrichs (a —k)^): а. I. Wolf NnshelmF, geboren am 6., getauft am II.Fuli 1712, gestorben zu Gießmannsdorf als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Fähnrich am 29. März 1781 im Nlter von 68 F. 8 M. 22 T. unvermählt. d. I. Lhristiane Friederika Sabina, geboren zu Malschwitz am 3. Nugust 1714, gestorben zu Trattlau am 1. Februar 1722. e. I. Maria (Marianne) Wilhelmine, geboren am 27.(29.) November 1715, war bereits 1737 im Stift FoachimsteinH, vermählte sich am 23. November 1745 mit Fohann Ernst v. Nyaw aus Gießmannsdorf. Sie starb zu Gießmannsdors am 22. Februar 1780^). б. II. Fohanna Friederika Nudolphine, geboren am 22. Funi 1720. 6. II. Henriette Lharlotte Ernestine, geboren 1727, gestorben zu Seidenberg am 10. Npril 1749. f. II. Nudolph Ernst, geboren am 23. Februar 1737, königlich Französischer Leutnant, Waisenamtsassessor, kaufte am I. Oktober 1765 von Earl Thristoph v. Nostitz das Gut Nieder-Neundors (880 von h vergl. v. Uechtritz a. ci. G. I, 5. 137; 6- II- v. Uyaw, Familien-Lhronik de; Geschlechts v. Uyaw, 1870, 5. 146. -) Liehe v. Uechtritz a. a. D. I, 5. 137. h Nekrolog im Laus. Magazin 1781, S. 163. ->) Laus. Magazin 1778, S. 332. H v. Uyaw a. a. D. S. 130; Laus. Magazin 1780, S. 88. 288 v. Nostitz. Rothenburg) für 20 500 Rtlr. Er verkaufte dieses Lrbrittergut am 14. (Oktober 1783 für 25 000 Rtlr. und 35 Dukaten Schlüsselgeld an den Our. utr. oaucl. Carl Gottlob wittich. Dafür hatte Rudolph Ernst am Termin Michaelis 1780 das Gut Nieder-Rengersdorf (88^V von Rothenburg, am weißen Schöps) samt dem Dorfe Rlein-Rrauscha erworben. Endlich kaufte Rudolph Ernst, jetzt aus Gehege (S'VV' von Rothenburg) genannt, von Wigand Ernst Traugott v. Gersdorff dessen Runkellehngut Särichen (88>V von Rothenburg) am 25. Juni 1792 für 20 000 Rtlr., verkaufte es ihm aber am 18./19. Mai 1795 wieder zurück. Rm 28. Mai 1796 starb Rudolph Ernst, vermählt war er seit dem 3. Gktober 1764 mit Lleonora Friederike Ruguste v. Reibold. Er hatte folgende Rinder (1—7): 1. Sohn, geboren zu Görlitz im Juli 1765, bald darauf gestorben I. 2. Friederika Johanna, geboren 15., getauft 19. Rugust 1766, gestorben bald nach der Taufe, begraben in Rothenburgs). 3. Johanna Friederika Wilhelmina, geboren 22., getauft 28. Rpril 1768, gestorben 12. Mai 1768, begraben in Rothenburg. 4. Hans Rudolph Wolf, geboren zu Nieder-Reundorf 25. Juli 1770, königlich Sächsischer (Oberstleutnant, gestorben zu Görlitz 17. Rpril 1840, vermählt zu Sohland 22. November 1803 mit Juliane Ruguste Tharlotte v. Ingenhaesf, ältester Tochter Ludolf Rugusts v. I. auf Deutsch-Paulsdors. 5. Friederike Henriette, geboren zu Nieder-Reundorf 7. Rugust 1771 abends um neun Uhr, getauft am 12. d. M?), vermählt 18. September 1798 mit Rugust Polykarp v. Leyser aus Dittmannsdorfs). 6. Ernst Rdolph, geboren 19., getauft 23.März 1773, gestorben 4. Januar 1774 früh in der fünften Stunde im Rlter von 9 M. 16 T., begraben am 7. d. M. in Rothenburgs. 7. Earl Ernst, geboren zu Nieder-Neundorf 4. Rpril 1775, getauft 8. d. M?). ft. Linie Rlein-Dehsa. (Otto Heinrich v. N., der dritte Sohn Heinrichs III., stiftete die Linie Rlein-Dehsa. In der brüderlichen Teilung vom Jahre 1651 war ihm Rlein-Dehsa von Löbau) zugesallen samt Zubehör, ausgeschlossen Gubisches Gut, der Eichwald und ein Teil des Bornfeldes, - was zu Lauba geschlagen worden war. Otto Heinrich wurde in dem nämlichen Jahre (1651) belehnt mit Rlein-Dehsa samt steinernem Wohngebäude, dem Dörslein Rötzschau (^V von Rlein-Dehsa), zwei Teilen am >) I. G. Lchulze, Ahnentafeln adelicher Familien, INspt. 0. I. 25, Bibliothek der (Oberlauf. Gefellschaft der Wissenschaften. 2) Nr. 2 und Z nach 0. I. 50, Mspt. 2. Teil, S. 255 b. h Laus. Magazin 1771, S. 270. tz Brunner Genealogisches Taschenbuch der Bitter-und Adels-Geschlechter, 1880, 5. 250. Die Laus. Monatsschr. 1798, II. 5. 189 nennt den 19. Leptember 1798 als ver- mählungstag. °) Laus. Magazin 1774, 5. 20. ') Laus. Magazin 1775, 5. 131. o. Nostitz. 289 Kirchlehnh. Tr besaß auch einen Anteil von Lawalde (8 von Klein- vehsa, 8>V von Lübau)"). Am 27. August 1654 unterschrieb er das Lehns- paktumh. Er starb am 25. März 1690 und wurde am 31. bestattet''), vermählt war er mit Latharina v. Nodewitz a. d. h. Lawalde"). Sein Sohn war Carl Friedrich. Ihm, seinem einzigen Lehnserben, übergab Dtto Heinrich wegen seines hohen Alters das Gut Klein- Dehsa im Jahre 1687. Am 22. November wurde der neue Besitzer belehnt. Ihm gehörte auch ein Anteil von Lawalde. Larl Friedrich war seit dem 20. Oktober 1676°) vermählt mit Helena Sophia v. Nechenberg. Er starb am 30. März 1692. Er hatte mehrere Söhne und Töchter, von den Söhnen überlebten ihn zwei (1-2): 1. Gottlob Ernst. 2. Larl Friedrich. 1. Gottlob Ernst v. N., geboren am 2. September 1680, erwarb zufolge Vergleichs vom 11. Oktober 1701 die seinem Bruder zustehende Hälfte an Klein-Vehsa, Kötzschau, Streitfeld und den Untertanen zu Lawalde und erhielt den Besitz am 21. September 1702 zu Lehn verreicht. Im Jahre 1710 gelangte Klein-Dehsa in die Hände Larl Gottlobs v. ponickau. Gottlob Ernst hatte sich im November 1701 vermählt mit Johanna Elisabeth v. Schreibersdorfs, von seinen Kindern sind bekannt (u —ti)h: a. Johanna Sophia, * 9. August 1702. b. Larl Gottlob Ferdinand, * 24. Dezember 1703. e. Gottlob Ferdinand, * 19. Oktober 1705. ä. Earl Heinrich, * 10. September 1708. s. Friedrich August, * 17. November 1709. k. Johann Adolph, 1767 Hauptmann in Lübbenau. §. Otto Heinrich, vermählt mit einer v. Wedel, besaß 1767 Noßwitz bei Tolditz. ti. Hans Tarl, 1759 Hauptmann, vermählt mit einer geb. v. Schönberg a. d. h. Zschaiten. 2. Larl Friedrich v. N., geboren am 27. September 1691, verzichtete, wie erwähnt, im Jahre 1701 auf seinen Anteil an den väterlichen Gütern Klein-Dehsa rc. zugunsten seines älteren Bruders. Larl Friedrich starb am 9. Oktober 1743. Er vermählte sich am 5. November 1737 mit lNaximiliana Thristiana geb. v. ponickau, geboren am 1. Januar 1700 als Tochter Tarl Gottlobs v. p. aus Zerna und gestorben am 2. September 1782 zu Kittlitz im Alter von 82 Jahren weniger h Im Jahre 1668 erging ein kurfürstliches Neskript wegen Verleihung der Jahrmärkte an das Gut vehsa. 2) Müller, Mfpt. Heft II, S. 47. h Dberlaus. Lollections-Iverk, I, S. 1056. tz N. I. 30, Mfpt. 1. Teil, S. 528. Müller, Mfpt. Heft II, 5. 47. °) N. I. 30, Mfpt. I. Teil, S. 531. tz a-ü nach iO. I. 30, Mfpt. 1. Teil, S. 531-532, s-tr nach Müller, Mfpt. Heft II, 8. 48. 10 3. 290 v. Nostitz. 4 m. Sie lebte in Klein-Dehsa, dann zehn Jahre in Groß-Dehsa, zuletzt 3 Vs Jahre in Kittlitzh. Tarl Friedrich hatte einen Lohn und zwei Töchter (l—3): 1 . Lleonora Elisabeth, geboren zu Gber-Lawalde 31. August 1740, gestorben zu Kittlitz 9. Juli 1795 ff. 2. Johann Gottlob, geboren 16. Februar 1744. 3. Johanna Augustin« Erdmuthff. 7 . Linie lireckwitz. Hans Siegmund v. N., der vierte Sohn Heinrichs III., stiftete die Linie lireckwitz. Er kaufte im Jahre 1663 von Hans v. Metzradt auf Malschwitz das Gut lireckwitz (blO von Bautzen) und wurde am 24. Juli 1664 belehnt. Lr vermählte sich mit Anna Sophia v. Nostitz, der jüngsten Tochter Taspars v. N. auf Bertelsdorf und dessen Gattin Anna Susanna geb. v. Schachmann. In dem zu Bertelsdorf im Februar 1657 ff ausgestellten Heirats-Nevers nennt sich Hans Siegmund „auff Scherks- walda, Hauptmann", der im Königreich Böhmen angesessen und begütert und der katholischen Konfession zugetan sei. von seinen Erben kaufte Kreckwitz im Jahre 1682 Nikol Freiherr v. Gersdorff. Ferdinand Leopold v. N., Hans Siegmunds Sohn, wurde 1713 in den Neichsgrafen- stand erhoben. 5. Hauptlinie Tormersdors. Hans v. N., der fünfte Sohn Gttos, auf Tormersdorf (0 von Nothenburg, an der Neiße), begründete die Hauptlinie Tormersdors. Sein Sohn Gtto ließ 1570 seine Gattin Barbara v. Gersdorff auf Tormersdorf verleibgedingen und hinteNieß zwei Söhne (I —II): I. Hans. II. Georgff. Siehe unten S. 291. I. Hans überließ Tormersdors seinem jüngeren Bruder, kaufte 1586 von Taspar v. Eberhardt aus Lichtenau das Gut heidersdors (^V 8 ^V von Lauban), das er 1598 wieder an Jakob v. Salza auf haugsdors veräußerte und erwarb Gerlachsheim ( 88 ^V von Lauban). Vermählt war er mit Sabina v. Lberhardt a. d. h. Lichtenau und hinterließ vier Söhne: Taspar, Johann, Gtto, Gottfried, von diesen vier Söhnen pflanzte Taspar den Stamm fort. Taspar, geboren am 18. März 1591, hatte einen Anteil von Bell- mannsdorf ( 8 >V von Lauban) erworben und kaufte hierzu am 10 . April 1624 von Hans v. Eberhardt aus Küpper als Vormund seiner Tochter Frau Katharina v. Gersdorff, geb. v. L., deren Gut Nieder-Bell- 0 Laus. Magazin 1782, S. 278. 2 ) I.. I. Z0, Mspt. I. Teil, S. 5ZI-SZ2I Laus. Monatsschrift 17YS, II, S. 114. s) Laus. Magazin 1782, S. 278. ff Driginal in der v. Gersdorffschen Bibliothek in Bautzen: abgedruckt Neues Laus. Mag. Bd. 60, S. 214. k>) vergl. hier und zu dem folgenden: Müller, Mspt. Heft II, S. 82; Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 116. v. Nostitz. 291 mannsdorf nebst drei Gärtnern im Auenhause mit ihren schuldigen hosdiensten und Zinsen für 3800 Taler. Tr besaß ferner Bertelsdorf in 5chlesien. vermählt war er: I. mit Helena v. Sommerfeld a. d. h. Warthas II. mit Anna Susanns v. Schachmann a. d. h. hermsdorf. Mit seinem Sohne Magnus Ernst erlosch dieser Zweig. Die jüngste Tochter Taspars aus seiner zweiten The, Anna Sophia v. N., vermählte sich, wie erwähnt (vergl. 7. Linie Kreckwitz, S. 290) mit Hans Siegmund v. N. im Jahre 1657. II. Georg v. N., der zweite Sohn Gttos, besaß, da sein älterer Bruder Hans ihm seinen Anteil überlassen hatte, das ganze Gut Tormers- dorf und starb 1623. Heinrich v. Nostitz zu Noes empfing am 18. April 1578 die Lehn über die halbe Mühle zu Rothenburg und zwei Teiche in der Heide, die er von Georgs Vormündern erkauft hatte. Schuldenhalber hatten sie diese Lehnstücke veräußern müssenh. Georg war vermählt mit Barbara v. haugwitz a. d. h. Dahren. Georgs Sohn, Hans Georg v. N. aus Tormersdorf, starb im Jahre 1633^). vermählt war dieser mit Tatharina v. Nostitz a. d. h. Lodenau (vergl. 1. Hauptlinie Lodenau 5. 262). Sie und ihre Schwester Anna Margarethe v. N. erbten nach ihres Bruders Hans Taspar gewaltsamem Tode (ch 1. Januar 1641) dessen Gut Sänitz (bl von Rothenburg) und wurden am 3. Oktober 1643 belehnt^). Hans Georgs einziger Sohn Taspar Georg v. N., geboren am 16. September 1627, verkaufte Tormersdorf 1665 an Larl Lhristoph v. Horn auf Rothenburgh und erwarb dafür Gber-Gerlachsheim (88W von Lauban) von den Kreditoren Georg Heinrichs v. Bischossheim für 5300 Taler und 50 Taler Schlüsselgeld am 8. April 1665. Daraus brachte er Langenöls in Schlesien an sich und verkaufte deshalb Gber- Gerlachsheim am 9. Mai 1671 an Adam Tarl v. Gppell. Mit dem übrigen angesessenen Gberlausitzischen Adel erschien Taspar Georg am 16./26. Juli 1657 zur Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen °). Er starb am 25. Juli 1702 und wurde in Nieda begraben b). vermählt hatte er sich im Jahre 1648 mit Rebekka v. Gersdorsfh. Taspar Georg hatte vier Söhne und, soviel bekannt, eine Tochter (1 -5)°h: H -6. Boo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, 7572 — 84, Zol. 72. 2 ) I.. I. 30, TNspt. 7. Teil, S. 44. 2 ) Ebenda. H Hölscher, Topographie und Geschichte von Rothenburg, 7844, 5.33 —34. s) Gberlaus. Nachlese 7777, 5. 346. o) Lein Epitaph an der Rirchhofsmauer daselbst. tz Lie beschwerte sich beim Rurfürsten über ihren Gatten, daß er sie verlassen und Gber-Gerlachsheim dem Rdam Larl v. Gppell abgetreten habe, ohne zuvor wegen ihrer auf diesem Gute versicherten Ehe- und Paraphernalgelder Richtigkeit gemacht zu haben, so daß sie jetzt Mangel leide. Der Rurfürst befahl 7673 dem Rmtshauptmann, „Ihr wollet Lupplicantin mit ihren Rechten, als ein armes nothleidendes Tveib in guter Vorsorge halten und ... ihr zu dem Ihrigen gebührend und ehestens verhelften" . . . H.-5t.-N. Roe. 9536, Vas vierdte Buch Gberlaußnitzischer Landes- und Policep-Lachen ao 7668 — 78, Zol. 777. «) vergl. Müller, Mspt. Heft II, S. 53. 79 292 v. Nostitz. 1. Hans Caspar auf Langenöls. 2. Carl Gottlob, geboren zu Tormersdors am Sonntag Jubilate 1655 h s18. Npril nach Gregorianischem, 6. Mai nach Julianischem Kalender), stand vierzehn Jahre in Englischen und Dänischen Diensten, kaufte 1685 das Gut Lomnitz (8 von Görlitz) für 5500 Taler und starb ohne Leibeserben am 25. März 1727 früh um neun Uhr. vermählt hatte er sich: I. im 39. Jahr mit Unna Barbara verw. v. vebschitz, geb. v. Lüttwitz a. d. h. Gotschdorf in Schlesien. Nach dieser 23jährigen Ehe und nach einer lvitwerschaft von 1 ^ Jahren: II. mit Unna Maria v. Lberhardt a. d. h. Langenöls in Schlesien. Mit Carl Gottlob starb die Linie Tormersdors aus. Über die Schwierigkeiten, die sein nächster Lehnsagnat Friedrich Hartwig (hertwig) Neichsgras v. Nostitz von der Linie Neundors (Siehe 2. Hauptlinie Neundorf, b. Zweiglinie Lomnitz, 5. 266) hatte, um in den Besitz des Gutes Lomnitz zu gelangen, siehe Lausitzische Monatsschrift 1805, I. S. 252 ff. 3. Udolph Ernst, geboren 1657, gestorben 1658. 4. Udolph Ernst, um 1695 erwähnt. 5. Barbara Katharina, vermählt 15. Upril 1671 mit Johann Ernst v. Luttitz aus Toselh. II. haupthaus Guttau. Georg v. N.h, ein weiterer Sohn Taspars aus Nothenburg, begründete das haupthaus Guttau. Er war von 1492 bis 1502 Klostervogt von Marienthalh. Sein ältester Sohn Hieronymus besaß das Gut Guttau (140 von Bautzen) und hinterließ fünf Söhne: Taspar, Franz, Georg, Hans und Hartwig, die 1545 gemeinsam mit Guttau, Neudorf, Geißlitz, halbendors, Lömischau, Lieske (sämtlich bl von Guttau, am Lause der Spree), Brösa und Salga (beide von Guttau), ferner mit Kringelsdors (^V von Neichwalde, am schwarzen Schöps), Klitten und Geisa (8 von Kringelsdors) belehnt wurden. 1551 erwarben sie noch Iahmen (^V von Klitten, von Nothenburg) und 1553 Leichnam (blbl^ von Guttau). von den erwähnten fünf Gebrüdern bildeten die zuerst genannten drei Brüder drei Hauptlinien und zwar Caspar: 1. Hauptlinie Iah men. Siehe unten. Franz: 2. Hauptlinie Leichnam. Siehe unten S. 307. Georg: 3. hauptlinie Guttau. Siehe unten S- 308. 1. Hauptlinie Iahmen. Taspar v. N., geboren 1524, gestorben 1587^), einer der Söhne des Hieronymus auf Guttau, begründete die Hauptlinie Iahmen. Er i) Epitaph an der Uirchhofsmauer in Nieda. h ks.-5t.-kl. Gen. I^oo. 1I36I, Nostitz, vol. IV ^ G. NIeiner, Var kindenken der Gber-Gerlachheimischen Drundherrschaften, 1775, S. 6. 3) vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 117. y SchSnfelder, Geschichte von Marienthal, 1834, S. 228. Tarpzov a. a. G. II, Taf. VII, 5. 78. v. Nostitz 293 besaß neben Zahmen (M von Rothenburg) noch zahlreiche Güter, namentlich Dürrbach (RlRIO von Zahmen), Zimpel (880 von Zahmen), Uringelsdorf (bl von Zahmen), Nltliebel (RIO von Zahmen), Uhqst an der Spree von Zahmen). Rbraham v. Gersdorff kaufte im Zahre 1578 das vors Rödersdorf (88^V von Rothenburg, am weißen Schöps) von Laspar, „der es ihme von Gerßdorff zum besten von den gebrüdern von Gerßdorff zu Lauttitz an sich bracht" Z. Seine Gattin Unna geb. v. Gersdorff schenkte Laspar achtzehn Rinder. Folgende drei Söhne pflanzten die Linie fort: (I 1, I 2, I 3) I l. Laspar. Siehe unten. I 2. Georg. Siehe unten. I 3. Lhristoph. Siehe unten S. 300. I l. Laspar v. N-, geboren 1570, gestorben 1607 ohne Lrbenh, besaß Uhpst und pertinentien. Lr baute im Zahre 1592 die Uhyster Rapelle zu einer Rirche aus^) und wohnte in demselben Zahre als einer der Beisitzer des Landvogts einem „Ritterrecht" (Lhrentasel) aus dem königlichen Schlosse zu Bautzen beih. I 2. Georg v. N., studierte 1583 in Wittenberg, wurde Landes- bestallter, am 26. Zuni 1602 Rmtshauptmann des Fürstentums Görlitz und begrüßte den Rönig Matthias bei seinem Linzuge in Görlitz am 8. September 1611 mit einer Rede''). Um 20. Zanuar 1611 war er Lehnrichter bei einem Mannlehngericht in Bautzen °). Für sein gutes Einvernehmen mit dem Görlitzer Rat spricht, daß er diesen am 11. November 1617 um zwei Wagenrosse und den Wagen des Rats zum Trans-, port eines kranken Mannes nach Bautzen bat'). Georg starb am 17. Zanuar 1619. Lr besaß die Güter Zahmen nebst Rlitten, Rlix (>10 von Bautzen), kaufte von seinem Bruder Lhristoph auf Uhpst dessen Stückgut „Maino" (Mönau, 8 von Uhpst a. d. Spree) und erhielt es am 3. September 1605 zu Lehn verreicht^). vermählt war er mit Unna v. Gersdorff a. d. h. Mücka. Die Vormünder seiner Söhne und Lehnserben verkauften ihr nach ihres Gatten Tode „aus gewissen erheblichen Motiven und Ursachen, insonderheit aber umb Rettung sein, des Verstorbenen adelichen Tredits willen" Gut und vors Rlix nebst Tommerau. Um 4. Zuni 1620 belehnt, vertauschte sie das Gut an Hans Wolf v. Schönberg gegen dessen Gut Boibritz (ZVRI^V von Bautzen) und erhielt dieses vermittelst ihres Rurators am 3. November 1626 zu Lehn vereichU). Frau Unna erwarb ferner von Ferdinand v. Gersdorff, kurfürstlich Sächsischem Generalquartiermeister, das Gut 0 H.-St.-R. Roo. 9550, Registratur der Lehen :c., Fol. 14. 2) Müller, Mspt. Heft II, S. 55. 3) fZ. Müller, versuch einer Dberlaus. Reformationsgeschichte, 1801, 5. 780. h Larpzov a. a. G. I, S. 162. h Earpzov a. a. V. II, S. 78. Laus. Magazin 1770, S. 527. h Neues Laus. Mag. Bd. 74, S. 156. h H.-St.-N. Roe. 9545, Verzeichnis der Lehen -c., Fol. 15. H.-St.-R. Roe. 9546, Erstes Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1627-75, beim Jahre 1626. 294 v. Nostitz. Maltitz (80 von Weißenberg) und erhielt es am d. Dezember 1632 zu Lehn verreicht*). Georg hinterließ fünf Söhne und, soweit bekannt, eine Tochter (a —k): и. Caspar Siegmund, blieb als Oberstleutnant vor den Schwedens. b. Georg d. I., fiel 1620 in der Schlacht am weißen Berges. e. Gotthard Wittig. Siehe unten Nebenlinie Werda-Teicha. cl. Hans Christoph. Siehe Nebenlinie Bernsdors-Uhna, S. 297. e. Franz. Siehe Nebenlinie Schönbach, S. 300. к. Tochter, vermählt mit Balthasar v. Gersdorff. Nebenlinie Werda-Teicha. c. Gotthard Wittig v. N. überließ gemeinsam mit seinem Bruder Hans Lhristoph 1638 das Gut Klein-Tettau (80 von Weißenberg) seinem Schwager Balthasar v. Gersdorff. In brüderlicher Teilung war dem Gotthard Wittig nach dem Tode seiner Mutter das Gut Vol- britz zugesallen; am 3. März 1638 belehnt, verkaufte er es 1641 seinem Bruder Hans Christoph. Gotthard Wittig starb im Jahre 1643 und wurde am 3. Juli d. I. in Göda bestattet*), vermählt hatte er sich'I: I. mit Rnna Magdalena v. d. Sahla a. d. h. Schönseld in Meißen; II. mit Rnna Maria v. Gersdorff a. d. h. Techritz. von seinen Kindern sind folgende bekannt (^ —D): Caspar Georg. Siehe unten. B. Georg Rudolph. Siehe unten S. 296. 0. Tochter, geboren 10. Oktober, gestorben 15., begraben 20. November 1636°). D. Rnna Marianne, begraben 1650. Taspar Georg v. N., ein Sohn erster The Gotthard Wittigs, kaufte von Carl Magnus v. Rabenau am 24. Februar 1653 für 6250 Taler das Gut Werda (dlM von Rothenburg, am weißen Schöps), vermählt war er mit Tatharina Veronica v. Rlüx a. d. h. Gleina und hatte folgende Rinder (1—7)'): 1. Moritz Rdolph. Siehe unten S. 295. 2. Sabina Tugendreich, geboren 1. Juli 1668. 3. Rnna Sophia, geboren 23. Rpril 1670, starb als vermählte v. Rabenau am 8. November 1736 in Löbau. 4. Wols RIbrecht, geboren 10. November 1672, starb 1710 als königlich preußischer Kapitän. ft Ebenda, beim Jahre 1632. Larpzov a. a. D. II, Taf. VII, 5. 78. ft Großer a. a. G. I, S. 234. ft Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI (1843), S. 110. ft Müller, Mspt. Heft II, S. 55. ft 8 und 0 nach Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde XXI, S. 110. ft Nach dem Vaubitzer Kirchenbuch und nach klussage einer Familienangehörigen in v. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 126. v. Nostitz. 295 5. Johanna Eleonore, geboren 7. Januar 1676. 6. Tarl Gottlob, ging in kaiserliche Dienste. 7. Caspar Rudolph, starb 1730 in vobrilugk. I. Moritz Adolph v. N. pflanzte den Stamm fort. Geboren am 12. August 1666, wurde er am 16. Dezember 1722 von Moritz Wilhelm Herzog zu Lachsen, postuliertem Administrator des Stifts Magdeburg, zum Dberforstmeister des Markgrafentums Niederlausitz ernanntff. Er starb als Gberforst- und lvildmeister der Niederlausitz und königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker am 1. März 1746 zu Dobrilugk. Am 6. Mai 1739 war er als nächster Agnat Johann Adolphs v. N. (ft 11. August 1736, vergl. S. 299) mit Uhna von Bautzen) belehntworden. vermählthatte sichMoritz Adolph mitMaria TlisabethFreiin v. Llosen aus altbayrischem Geschlecht, die ihm vier Kinder schenkte (« —o): «. Johann Adolph, geboren am 30. April 1714, trat in kurfürstlich Sächsische Kriegsdienste, vermählte sich mit Marie Dorothea Müller und starb in Dresden als kurfürstlich Sächsischer Leutnant im März 1795'ft. st. Moritz Wilhelm, geboren am 13. Oktober 1723, ging in Sächsische Kriegsdienste, wurde Fahnenjunker im Infanterie-Regiment Königin und erhielt nach dreijähriger Dienstzeit und Teilnahme an den Schlachten bei Striegau und Kesselsdorf im August 1746 seinen Abschied mit dem Tharakter als Sous-Leutnant, um das väterliche Gut zu übernehmen^). Sein Vater hatte nämlich testamentarisch bestimmt, daß Moritz Wilhelm das Gut Uhna nebst Löschau für 14000 Taler übernehmen solle. Am 21. März 1747 wurde er belehnt. Gesonnen das Gut zu verkaufen, bot er es gemäß der väterlichen Verfügung zunächst seinem älteren Bruder Johann Adolph an und zwar für 16 000 Taler im Jahre 1753. Als dieser den Kauf ablehnte, veräußerte Moritz Wilhelm am 4. März 1754 das Gut Uhna an seine (Moritz Wilhelms) Gattin Friederike Louise geb. v. Leubnitz für 16000 Taler und behielt sich nur Lehn und Dominium an Löschau vor. Am 16. Juni 1754 erhielt sie den Lehnbrief. In die Verkaufspunktation zwischen ihr und dem Land- syndikus Meißner, die durch öffentlichen Anschlag in den kurfürstlichen Ämtern Bautzen und Görlitz zur Wissenschaft adeliger Käufer gebracht worden war, trat am 29. April 1789 Tarl Adolph Siegfried v. Gers- dorff ein. Moritz Wilhelm starb als resignierter Landeskommissar des Bautzner Kreises in Bautzen am 15. April 1804ff. Seine Gattin, die am 2. März 1719 als jüngste Tochter Wolf Ernsts v. Leubnitz auf Friedersdors geboren worden, war ihrem Gatten im Tode vorangegangen. Sie starb zu Bautzen am 21. Januar 1793ff. tz kf.-St.-N. Gen. Noo. IIZ5Y, Nostitz, vol. II. 2) Laus. Monatsschrift 1795, I, S. 257. l!) ks.-St.-N. Geneal. Noo. 11359, Nostitz, vol. I. ff Laus. Monatsschrift 1804, I, S. 393. ff Laus. Monatsschrift 1793, I, S. 107. 296 v. Nostitz. In Göda ließ Moritz Wilhelm folgende vier Kinder taufen h: Friederike Wilhelmine Eleonore, getauft 5. November l750. Wolf Adolph Wilhelm, getauft 2l. Februar 1752, gestorben 27. Februar 1752. Louisa Tugendreich, getauft 18. Februar 1763, gestorben 22. März 1753. August Ludwig, getauft 17. April 1754, begraben 14. Juni 1766. s. Louise Eleonore, vermählt mit Johann Heinrich v. Noch. 8. Friederike Ehristiane, vermählt mit Gtto Siegmund v. Kiekebusch. 6. Georg Nudolph v. N., geboren am 13. Januar 1638 h, ein weiterer Sohn Gotthard Wittigs aus Boibritz aus seiner zweiten Ehe, erhielt am 12. November 1667 das Gut Werda mit Zustimmung der Kreditoren für 4 200 Taler adjudiziert. Sein Bruder Laspar Georg und dessen Lheliebste erklärten indessen aus dem Gute nicht weichen zu wollen, so daß ihnen vom Amtshauptmann eine Strafe von fünfzig Schock angedroht wurde für den Fall, daß sie das Gut nicht verließen. Georg Nudolph trat seine Ansprüche am 24. April 1668 an Wolf Heinrich v. Klüx für 4200 Taler ab. Am 25. Juli 1669 kaufte Georg Nudolph von seiner gleich zu erwähnenden Gattin das Gut Teicha (bl^V von Nothenburg, am weißen Schöps). Als kurfürstlich Lrandenburgscher (Oberst und Kommandant der Festung Spandau starb Georg Nudolph am 13. (Oktober 1689. vermählt war er mit Magdalena Sophia geb. v. pentzig, Witwe Hans Lhristophs v. N. aus Mücka und Teicha. Sie erwarb Teicha am 29. Juni 1666 von Hans George v. Deupold, um es drei Jahre später, wie erwähnt, ihrem zweiten Gatten zu verkaufen. Georg Nudolph hatte eine Tochter Helena Tugendreich v. N., geboren am 23. Dezember 1671, gestorben in Bautzen am 29. Dezember 1752, vermählt am 11. Oktober 1692 mit Laspar Rudolph v. Metzradt aus Drehsa und Wawitzh, sowie einen Sohn: Gotthard Nudolph v. N., geboren am 6. Juni 1674. Er stand unter Vormundschaft Franz Adolphs v. Nostitz auf Brösa und Salga, erhielt Veniain astatis und besaß das väterliche Gut Teicha. Als verdienter Landeskommissar des Görlitzer Kreises starb er am 21. April 1736. vermählt hatte er sich: I. am 31. August 1694 mit Johanna Tugend^ reich v. Gersdorff a. d. h. Kittlitz, geboren 8. Mai 1673, gestorben 14. Juni (Januar?) 1720h,- II. mit Helena Sophia v. Bolberitz a. d. h. Groß-Seitschen, geboren daselbst 6. Dezember 1687, gestorben in Teicha im Jahre 1755 im Alter von 67 I. 1 M. 3 W. 4 T.h. tz vierteljahrsschrist für Mappen- rc. -Kunde XXI (I8d3), S. III. h Ebenda XXI, S. 110. 3) Kloß, Deneal. Nachrichten, INspt. Band X, v. INetzradt. h De. Schmidt, Burgscheidungen. Nuszug aus einer Stammtafel, h Kloß, Geneal. Nachrichten, INspt. Bd. II, v. Bolberitz. v. Nostitz. 297 Folgende Kinder Gotthard Rudolphs sind bekannt (1 —lO): 1. Rudolph Liegmund, * 30. August 1696, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker und Gbersorstmeister, ch am 4. Rugust 1754 h. 2. Caspar Gottlob. 3. Gtto Gotthard, * 5. Juli l704, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann in der ersten Garde zu Fuß, 's am t. Juli 1765 in Rochlitz unvermählth. 4. Carl Adolph, * 21. Februar 1707, Rgent der Landstände des Markgraftums Gberlausitz. 5. Johanna Helena, X 23. Mai 1724 mit Gottlob Ehrenreich v. Metzradt auf Geißlitz und Ratzenh. 6. Lleonora Tugendreich, f zu lvurschen 5. Dezember 1758, begraben 11. in Gröditzh. 7. Sophia Tharlotte. 8. Thristiane Lrdmuth, *zu Teicha 8. Juli 1711, ch zu Seidenberg am Schlagfluß am 23. Dezember 1775 vormittags in der 8. Stunde, begraben am 27. d. MI). 9. Katharina Elisabeth, * 19. November 1712, -f zu Seidenberg im Jahre 1788 im Rlter von 75 I. 10 M. 3 T.H. 10. veronica Tugendreich, X 12. September 1743 mit Julius Ferdinand v. lvinckelmann aus Groschwitz, Major im Sulkowskischeu Infanterie-Regiment h. Die unter 1, 3, 4 ausgeführten drei Brüder, am 13. Juni 1736 belehnt, verkauften das Gut Teicha am 27. Gktober 1738 an den Hauptmann Hans Friedrich v. Luttitz. Eben diese drei Brüder erhoben nach dem Tode Johann Adolphs v. N. auf Uhna ff- 11. Rugust 1736, vergl. S. 299) gewisse Ansprüche aus dieses Gut. In dem Schwörungs- termin vom 5. Mai 1739 erkannten sie indessen als nächsten Lehnserben des verstorbenen den Gbersorstmeister Moritz Adolph v. N. an. (vergl. oben S. 295.) Nebenlinie Bernsdorf-Uhna. ä. Hans Thristoph v. N., ein weiterer Sohn Georgs aus Iahmen, Mitten rc. wurde nach dem Tode seiner Mutter Frau Anna v. N. geb. v. Gersdorff mit dem in brüderlicher Teilung ihm zugefallenen Gute Maltitz am 19. Februar 1638 belehnt. Tr verkaufte das Gut an seinen Schwager Balthasar v. Gersdorff am 13. August 1640, nachdem dieser zur Befriedigung seiner Ansprüche bereits im Jahre 1638 das benachbarte Gut Klein-Tettau von Hans Thristoph und seinem Bruder Gotthard 0 Geneal. Koe. 11359, Nostitz, vol. I. h Ebenda. tz Ge. Schmidt a. a. G. Stammtafel, tz kf.-2t.-N. Gen. Koo. 11359, Nostitz, Nol. I. h Ihr Nekrolog im Laus. Magazin 1776, S. 34. Nekrolog im Laus. Magazin, 1788, S. 307. tz Nach dein Gröditzer Kirchenbuch in K. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 534. 298 v. Nostitz. willig (vergl. s. 294) abgetreten erhalten hatte, von Gotthard lvittig kaufte Hans Christoph 1641 das Gut Boibritz nebst den Untertanen daselbst sowie in den benachbarten Dörfern Uhna, Bloaschütz, ferner nebst der Mühle zu Muschelwitz. Um 31. März 1650 veräußerte er das Gut für 6300 Taler an Frau Unna Magdalena v. Schönberg geb. v. Bolberitzh. Im Jahre 1646 erwarb er Guttau^), 1649 kaufte er gemeinsam mit Thristoph Volkmar v. Gersdorfs und (Oswald Nietsche als Gläubiger der Gebrüder v. Uodewitz „die beeden Gütler" zu Friedersdors (0 von Neusalza), um den Besitz noch in demselben Jahre an lvols Heinrich v. Leubnitz zu veräußern. Hans Thristoph beteiligte sich mit der angesessenen Gberlausitzischen Ritterschaft am 16./26. Juli 1657 in Bautzen an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II?). Im folgenden Jahre, am 21. März 1658 starb er mit Hinterlassung der Witwe Unna Beata geb. v. Günderode. Zufolge der Lheberedung vom 6. Mai 1640 hatte er sie am 26. März 1654 auf Guttau verleibgedingen lassenh. Ihr kriegischer Vormund war Wolf Tonrad v. Theler aus Neschwitz und Pottschapplitz. Folgende fünf Söhne, sowie eine Tochter Hans Christophs sind uns bekannt (1—6): 1. Taspar Siegmund, erreichte nach den Lehnsakten von Guttau im Jahre 1664 sein 21. Lebensjahr, war also 1643 geboren. Tr kaufte von dem kurfürstlichen Leibmedikus vr. rneä. Johann Christian vollhart am 21. Mai 1670 das Gut Vernsdors (8>V von Hoyerswerda). Um 17. November 1676 starb er. vermählt war er mit Ursula Margarethe v. ponickau, Tochter Laspars v. p. zu Neichenbach. Die Lheberedung, in der sie ihm 2000 Taler als Lhegeld zusicherte, hatte am 29. Mai 1666 stattgesunden; am 10. Juli 1674 ließ er sie aus Bernsdorf verleibgedingen. Caspar Siegmunds drei Brüder, denen nach seinem Tode Bernsdors zufiel, überließen das Gut seiner Witwe ^). Sie verkaufte Vernsdors am 25. November 1677 an Hans Caspar v. Metzradt und vermählte sich 1681 wieder mit Taspar Thristoph v. Nostitz aus Leichnam. 2. Hans Heinrich, der zweite Sohn Hans Christophs, wurde im Jahre 1667 mündig, war also 1646 geboren. In der brüderlichen tz k)- - §t.- 51. Boo. 9547, Dritte; Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, I65t — 67, Zol. 30. h Kaufspunktation vor dem kurfürstlichen Rmt Görlitz am 20. Dezember 1646: Die Guttauer Kreditoren verkaufen dem Hans Thristoph v. N. auf Bolbritz und seinen männlichen Leibes-Lehnserben Gut und Rittersitz Guttau, der jetzt abgebrannt ist, samt zugehörigen Dörfern und Vorwerken Brösa, Wartha, den Untertanen zu Neudörfel und Lömischau, Schäfereien, Ntühlen ic., Ober- und Niedergerichten, Kirch- lehn und Kretschamverlag daselbst und zu Wartha, wie es Thristoph v. N. ererbt und besessen „und also in seinem verstorbenen INunde erlediget", für 18 000 Tlr. Kaufsumme a 24 Gr. Binnen der fünfjährigen Gewährszeit, bis Walpurgis 1652 mußte die ganze Kaufsumme abgezahlt sein. Binnen zwei Nlonaten nach geschehener Kaufhandlung sollten die Kreditoren in den Kauf zu treten und eine höhere Kaussumme zu geben berechtigt sein. 0 Gberlaus. Nachlese 1771, S. 346. y Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. h Sn die INitbelehnschaft nahm sie ihren Vater Taspar v. ponickau auf Neichenbach und ihren Bruder Hans auf Weißig. Teilung vom 23. Juli 1669 fiel ihm Guttau zu. Schon 1674 verkaufte er das Gut an Joachim Ernst v. Ziegler und Klipphausen. Zu lvalpurgis 1683 erwarb Hans Heinrich von Laspar Gottlob v. Hechenberg dessen Gut Uhna nebst dem Vorwerk Löschau (beides von Bautzen). Km 28. Juli 1683 wurde er belehnt, hierzu erwarb er zu lvalpurgis 1686 von Taspar Rudolph v. ponickau aus Luga die in llieder-Uhna wohnenden und nach Luga gehörigen zwei Bauern oder Ganzhüsner „sammt allen denjenigen Personen, so zu solchen zwep Husen erbunterthänig sein . . . nebst dem zu Luga gehörigen Grund und Boden". Am 16. Mai 1686 erhielt der Käufer den Lehnbrief. Nach dem Tode seines Bruders Franz Adolph (tz 3. Februar 1700) fiel an Hans Heinrich dessen Gut Gehna (IMO von Bautzen); am 28. Juli 1700 wurde er belehnt. Hans Heinrich war kurfürstlich Brandenburgischer Landfischmeister und Kapitänleutnant, ihm gehörte das Gut Geisendorf. Am 19. September 1714 starb er. Vermählt war er mit Johanna Sophia v. haugwitz. Die Lhe- beredung hatte zu Bautzen am 28. (Oktober 1669 stattgefunden; am 10. Februar 1671 wurde sie aus Guttau verleibgedingth. Hans Heinrichs Sohn, Johann Adolph v. N., fürstlich lveißen- felsischer Kammerjunker, wurde am 20. September 1715 mit Uhna, an demselben. Tage auch mit Gehna belehnt. Gehna verkaufte er im Oktober 1718 an Johann Adolph v. Lberhardt. Am 11. August 1736 starb Johann Adolph. 3. Franz Adolph, der dritte Sohn Hans Lhristophs, erhielt vom Landvogt Turt Neinicke Freiherrn v. Tallenberg Voniam aetatis, um mit seinen Brüdern zur Teilung der väterlichen Besitzungen schreiten zu können. In dieser fiel ihm Brösa (>V von Guttau) zu. Da ihm augenblicklich Gelegenheit zu einer „peregrination in fremde Lande" geboten war, so bat er 1669 darum, seinen Bruder Hans Heinrich als seinen Bevollmächtigten mit diesem Gute zu belehnen. Franz Adolph überließ am 6. August 1694 seine Güter Brösa und Neudörfel (0 von Guttau) Hans v. Dallwitz, behielt aber die Hälfte der Brösaer Heide für sich zurück, v. Dallwitz übergab ihm dafür das Gut Salga von Guttau, blO von Bautzen) nebst der Summe von 7600 Ntlrn. Am 16. Dezember 1694 mit Salga belehnt, verkaufte Franz Adolph das Gut am 29. August 1696 an David Heinrich v. Gersdorfs. Nach seines Bruders Hans Thristoph Tode (tz 1. Februar 1681) fiel dessen Gut Iiedlitz (bl von Bischofswerda) an seine beiden Brüder Hans Heinrich und Franz Adolph. In brüderlicher Teilung vom 3. März 1681 gelangte das Gut an Franz Adolph. Dieser verkaufte es, am 27. März 1681 belehnt, im Jahre 1682 an Hans Gtto v. ponickau. Franz Adolph kaufte am 17. April 1698 von Frau Anna Tatharina v. Sebottendorff, geb. v. Blanckenseld, das Gut Gehna (14140 von Bautzen) für 9800 Talers. Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. 2) Das Gut Gehna, aus der v. Blanckenfeldschen Familie herausgebonnnen, verlor nun wieder die Eigenschaft als Weiberlehn und wurde dem neuen Besitzer am 9. Mai 1698 als Mannlehn verreicht. 300 v. Nostitz. Line Injurienklage, die Franz Adolph gegen Friedrich Ferdinand v. Ziegler und Nlipphausen aus Guttau erhoben hatte, gab zur Abhaltung einer Ehrentafel („Nitterrecht") am 2./12. September 1684 zu Bautzen Veranlassung h. Franz Adolph starb am 5. Februar 1700. 4. Hans Christoph d. Z., der vierte Sohn Hans Christophs, Leutnant, erhielt am 13. März 1680 das Brettinsche Gut Ziedlitz (bl von Bischofswerda) adjudiziert. Nachdem er am 1. Februar 1681 „durch einen kläglichen Fall sein Leben geendiget", fiel Ziedlitz an seine Brüder Hans Heinrich und Franz Adolph. 5. Georg Anshelm, begraben in Göda am 22. Juni 1643^). 6. Helena Sophia, vermählt mit Wolf Caspar v. Cheler aus Mohla. Nebenlinie Schönbach. e. Franz v. N., ein weiterer Sohn Georgs aus Zahmen, Mitten rc., besaß Nlix (blO von Bautzen). Franzens Sohn, Hans Heinrich v. N. zu Schönbach (8^ von Löbau) erschien mit zahlreichen Geschlechtsvettern auf dem Geschlechtstag in Görlitz am 10. Juni 1673, „hat aber gewisser Ursachen willen einen Abtritt nehmen müssen"^. Hans Heinrich war vermählt mit Maria Sophia v. Schreibersdorfs. Sie starb, nachdem sie 49 Jahre vermählt gewesen, am 24. März 1707 und wurde in der Frauenkirche in Dresden bestatteth. Sie schenkte ihrem Gatten vier Söhne und eine Tochter. Mir kennen drei Söhne (1—3): 1. Gottlob Lhrenreich, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Leutnant zu Fuß, geboren zu Schönbach G.-L. 23. April 1660 s?j, gestorben in Dresden 26. Februar 1701'Z. 2. Heinrich Adolphs). 3. Hans Christoph, kursächsischer Leutnant. I 3. Christoph v. N., der dritte Sohn Caspars (vergl. L. 292), erhielt in der brüderlichen Teilung vom Jahre 1588 die Güter Zimpel, Geisa, halbendors und Geißlitz, 1593 wurde er auch mit Dürrbach belehnth. 0 Tarpzov a. a. G. I, S. 173. 2) Nach dem Gödaer Kirchenbuch wurde er in der dortigen Kirche begraben und zwar heißt es: „liegt zwischen seinem Großvater Georg v. Günderode, weiland auf viehmen" ic. Vierteljahrsschrift für Wappen- w. -Kunde, XXI 5. IW. 3) v. Nostitz, Beiträge, 5.75. tz I. G. Michaelis, Oreßdnische Inscriptiones und Lpitaphia ... in und außer der Kirche zu unser lieben Frauen, I7t4, 5. 557 gibt an, sie sei zu 5teinitz im Jahre WIO geboren und habe sich 1624 vermählt s?j. 5) Ebenda, 5. 556. o) 2 und 3 nach Müller, Mspt. II, 5. 5d. Über 3. Hans Christoph und die ihn betreffende Verhandlung auf dem Geschlechtstage des Jahres 1673 siehe v. Nostitz, Beiträge, 5. 77. tz Knothe, Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 118. v. Nostitz. 301 von Ulrichs v. u. (vergl. 5. 307) Gläubigern erstand er dessen Gut Groß- Leichnam (140 von Bautzen) und erhielt es 1604 zu Lehn verreicht. In demselben Jahre und zwar am 9. Juli wurde er mit dem Gute Tauer (0 von Zimpel) belehnt, das er von Joachim v. Gersdorff aus Krischa erworben hatte'), und am 9. November 1616 empfing Christoph die Belehnung mit der Holzgerechtigkeit am Tauerteich zu Buchwalde (I4dl^V von Baruth, blO von Bautzen), die er von Wolf Friedrich v. Lüttichau erkauft hatte-), von Christoph v. N. aus Guttau erkaufte unser Christoph 1625 die Güter Klein-Leichnam und Göbeln (0 und von Groß-Leichnam). Den zum Gute Geisa gehörigen „Neuendorfer Teich" veräußerte Christoph im Jahre 1631 an Georg Vitzthum v. Tck- städt auf Iahmen. Thristoph wurde nebst einigen anderen Dberlausitzi- schen Edelleuten von dem zu Dresden am 21. Februar 1621 erlassenen Generalpardon ausgeschlossen ft. In dem vom General v. Goltz ange- stisteten Brande Bautzens, vor dem viele in der Petrikirche Zuflucht suchten, die dann aber selbst durch Feuer eingeäschert wurde, fand mit zahlreichen anderen Leidensgefährten auch Thristoph am 2. Mai 1634 durch Erstickung ein trauriges Ende. Und alle seine brieflichen Urkunden waren an diesem Tage „zu Budissin im erschrecklichen Fewer nebens sepner Person zugleich mit aufgegangen" ft. In Klix wurde Thristoph bestattet,- daselbst befindet sich noch heute sein Epitaph, vermählt war er mit Unna v. Uodewitz. Thristoph hatte drei Kinderft (1—3): 1. Taspar. 2. Marianne, geboren 1602, gestorben 24. März 1626, vermählt mit Wolf Christoph v. ponickau auf Rammenau. 3. Hans Christoph, geboren 1607, kaufte von seinem Vater im Jahre 1630 das Gut Leichnam und wurde am 21. September 1630 belehnt mit Leichnam, dem Dorfe Lärchen von Leichnam), der Fischerei in der Spree vom Dorfe Klix an bis an die Brücke nach Leichnam aus beiden Usern, dem dritten Teil am Kirchlehn zu Klix. Ruch Klein-Leichnam kaufte Hans Thristoph von seinem Vater im Jahre 1630. Hans Thristoph starb am 29. Mai 1643 nachts zwischen elf und zwölf Uhr und wurde in Klix bestattet. Rn der äußeren Kirchenmauer daselbst steht sein Gedenkstein. Hans Thristoph war zweimal vermählt: I. mit Rnna Dorothea v. Lchönberg, Tochter Hans Wolfs v. Sch. auf Klix rc-, Landesältesten Vautzner Kreises. Rm 2. Oktober 1631 ließ Hans Christoph sie wegen des von ihr zugebrachten Lhegeldes, das zufolge der Lheberedung vom 4. Juli 1630 2500 Taler Meißnisch betrug, auf Leichnam verleibgedingen. Frau Rnna Dorothea, geboren am Montag nach Trinitatis 1615°) 1) ks.-St.-N. Noe. 9545, verzeichntes rc., Zol. 2. 2) Ebenda, Zol. 291. -ft Großer a. a. G. I, S. 256. ft Lehnsakten Tauer. ft Larpzov a. a. D. II, Taf. VII, 5. 78. Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXI, §. II9. 302 v. Nostitz. (5. Junij, starb am 25. Juli 1633 in dem jugendlichen Alter von achtzehn Jahren und wurde am 28. in der Petrikirche in Bautzen bestattet h; II. mit Susanns v. Nostitz, Tochter Christophs v. M aus Guttau (vergl. 5. 308). wegen ihres Lhegeldes in höhe von l 000 Tlrn. wurde sie im Jahre 1639 auf Leichnam verleibgedingt. Am 14. August 1666 starb sie nachts 2 / 411 Uhr im Alter von 56 Jahren. Ihr Leichenstein steht in der Vorhalle der Kirche zu Klix. Folgende Kinder Hans Christophs sind bekannt (u —e): u. Wolf Thristoph. Siehe unten 1. Ast. b. Anna Margarethe, vermählte sich zu pließkowitz am 29. Dezember 1681 mit Hans Ernst v. Zezschwitz auf pließkowitz. c. Taspar Thristoph. Siehe unten S. 303 2. Ast. 1. Ast. Wolf Thristoph v. N., der ältere Sohn Hans Lhristophs und zwar der einzige aus seiner ersten Ehe, wandte sich nach dem Bericht der Leichnamer Lehnsakten am I. Februar 1652 an den Landvogt mit der Mitteilung, „wie daß ich vor kurcz vorruckter Zeit auf Gutachten meiner nahen Anverwandten mich zu verehelichen beschloßen" und deshalb mit seinem Bruder über das Gut Leichnam sich auseinandersetzen wolle und bat ihn um Veniarn astutis. Im März 1652 erhielt er sie. In brüderlicher Teilung vom 20. Juni 1655 fielen an Wolf Christoph die Güter Salga (8 von Klix, KO von Bautzen), Lieske, Klein- Leichnam und Göbeln, mit denen er am 26. August 1655 belehnt wurde. Wolf Thristoph kaufte ferner am 24. September 1675 das Gut Kleinbautzen von Heinrich Ernst v. Nechenberg und erhielt es am 6. November d. I. zu Lehn verreicht. Er verkaufte nun Salga am 16. März 1676 an Wolf Heinrich v. Schönberg. Am 12. Mai 1671 war Wolf Thristoph vor dem kurfürstlichen Gberamt und den hosgerichten das Gut Dauban (K von Weißenberg) adjudiziert wordenes schon am 27. April 1679 hatte er es wieder verkauft an Hans Friedrich v. ponickau. Am 27. August 1654 unterschrieb Wolf Thristoph das Lehnspaktum^). Am 30. September 1681 starb erI. 0 I. Lhr. Wagner, Budiss. Grab- und Gedächtniß-Mahle, 1697, 5.25. 2 ) Nachdem „Wolf Heinrich v. Rlüx auf Gleine, als welcher vermittelst des churfürstlich 5. wirklichen Geheimen Raths und Rammerherrns, des wohlgebornen herrns Herrn Nicol, des h. Römischen Reichs edlen panner- und Zreiherrns von Gers- dorff auf Baruth, Hennersdorf, Bretnig, Hauswalde und Rakel die üura Lsrsnlssimi Domini 8snioris daran praetendiret und den vorkauf urgiret, worüber sie in einen weitläufigen proceß gefallen, endlich aber der v. Rlüx darvon in Güte abgestanden und heute acto hochgedachter h. Geheimer Rath sich durch seinen Rdvokaten David Platzen erklären lassen, daß er geschehen lassen wollte und zufrieden wäre, daß solch Gut Dauban dem v. Nostitz in Lehn verreichet werden möchte" . . . wurde Wolf Christoph am 28. Gktober 1677 mit Dauban belehnt. Lehnsakten Dauban. 3) Dberlaus. Lollektionswerk I, 5. 1056. tz Müller, Mspt. Heft II, S. 60. v. Nostitz. 303 vermählt hatte er sich: I. mit . . . v. Klüx a. d. H. lNalschwitzHs II. 1657 mit Anna Katharina v. Nketzradt, geboren 31. März 1641, gestorben 26. Februar 1673, Tochter Hans Adolphs v. M. aus Mönau. Zufolge Eheberedung vom 24. Juni 1657 brachte sie ihrem Gatten zum Chegelde 2000 Fl. Meißnisch mit, wofür er sie am 16. Juli 1665 aus sein Gut Salga verleibgedingen ließ^); III. mit Anna Margarethe v. Dpherrn. Am 8. (Oktober 1674 bat er den Oberamtsverwalter, diese seine Eheliebste wegen 2000 Taler eingebrachten Ehegeldes aus seine Güter 5alga und Dauban zu verleibgedingen. Über seine Nachkommen besitzen wir keine genaue Kenntnis. 2. Ast. Taspar Christoph v. N., Sohn Hans Christophs aus seiner zweiten Che, wurde im Oktober 1640 zu Leichnam geboren H. Cr empfing seinen ersten Unterricht in Bautzen, wurde dann von 1656 an im Hause lvolsgangs v. Werthern auf Beichlingen, Frohndorf, Neunheilingen, Pulsnitz erzogen, bezog 1660 die Universität Leipzig, 1663 Straßburg, kam 1669 in den weitern Ausschuß der Stände, wurde 1670 Landesbestallter, 1680 Landesältester, 1690 GberamtshauptmannH, auch kurfürstlicher Nat. Cr starb am 22. September 1709. Mas seinen Güterbesitz anbetrifft, so wurde er am 23. September 1666 mit dem ihm in brüderlicher Teilung zugesallenen Gute Leichnam belehnt. Am 19. September 1682 hatte er von den Kleinbautzner Kreditoren^) das Gut Klein-Leichnam und Göbeln reluiert und an sich gebracht. Am 17. April 1703 kaufte Taspar Christoph von Joachim Ernst v. Luttitz das Gut Zerna (0 von Kamenz) für 10 900 Taler,' er wurde am 8. Februar 1704 belehnt. TasparLhristoph vermählte sich: I.mitIo Hanna Eleonore v. Th eie r. Sie starb am 10. Juli st. n. 1678 nach der Geburt einer Tochter und wurde H Ebenda. 2) Ihr Epitaph ist in der Sakristei zu Klix. Gurlitt, Beschreibende Darstellung rc., 31. Heft, Rmtshauptmannschaft Bautzen, I, S. 124. 3) Nik. Haas, Pastor prim, in Bautzen, Leichenpredigt auf Laspar Lhristoph v. Nostitz, 1710. In dieser heißt es, es stehe folgendes in den „personalia, wie sie der wohlseelige Herr Dber - klmts - Hauptmann von Nostitz auf seinem Krancken- und Todt-Bette meistentheils selbst eigenhändig entworffen hat":... „von meiner Geburths Zeit ist zwar in der Klixischen Kirchen nichts zu finden gewesen, sondern die Nachrichtungen der Täufflinge bey denen damahligen, wie man mir berichtet, zwischen denen nach Rbsterben des vorigen pastoris nachgelassenen Erben und dem vocirten pfarrherrn Balthasar Neumannen entstandenen Widerwärtigkeiten, distrahiret worden und von Händen kommen, jedoch daß Ich in anno 1640 zu Ende des Nlonaths Ootobris zu Leichnamb diß Welt-Licht erblicket, aus einem zu der Zeit geschriebenen Gevatter-Briefe zu ersehen und zu dijudiciren gewesen". H vergl. Weinart, Rechte und Gewohnheiten, I, 5.355. b) Dies waren namentlich Hans Friedrich v. Rodewitz auf Lauske, Dberstwacht- meister: Hans Rdolph v. Haugwitz auf Vahren, kurfürstlicher Kammerjunker: Hans Taspar v. IRetzradt auf Bernsdorf und Heinrich Eonrad v. Theler auf Sollschwitz. mit dieser am t 3. zu Klix beerdigth. Frau Johanna Eleonore mar als Tochter Wolf Lonrads v. Th. auf Neschwitz und der Anna Dorothea v. Günderode am 30. Januar st. vet. 1652 zu „Potschappel in Meissen" geboren und hatte sich am 3. Februar 1670 vermählt,- II. 1681 mit Ursula Margarethe geb. v. ponickau, Tochter Laspars v. p. aus Neichenbach und weißig und Witwe Laspar Siegmunds v. Nostitz auf Bernsdorf (vergl. 5. 298). Sie starb am 27. November 1707^). Taspar Christoph hatte folgende Kinder (1—9)^): 1. I. Susanna Dorothea, gestorben drei Tage nach der Taufe. 2. I. Hans Gottlob, geboren 1673, gestorben 1695h. 3. I. Johanna Tugendreich, vermählt mit Johann Friedrich v. Dallwitz auf Dölzig und Neichersdors. 4. I. Lhristoph Tonrad. Siehe unten S. 305: 1. Zweig. 5. I. Georg Friedrich. Siehe unten S. 305: 2. Zweig. 6. I. Totgeborene Tochter 10. Juli 1678. Aus der zweiten Ehe Taspar Lhristophs gingen acht Kinder (6 S. 2 T.) hervor, von denen nur folgende den Vater überlebten: 7. II. Hans Lhristoph. Siehe unten S. 306: 3. Zweig. 8. II. Lva Sophia. Ihr wurde am 30. August 1747 das der Frau Johanna Magdalena Sauer gehörig gewesene Erb- und Allodial- gut Nothnaußlitz (blO von Bischofswerda) samt pertinentien und dazu erkauftem Kretzschmarschem Stück Wald für 19 500 Tlr. adjudiziert. Am 22. Januar 1749 erhielt sie den Erbbrief. Sie starb in Bautzen am 8. Januar 1763 im Alter von 79 I. 5 M. 22 T. Testamentarisch bestimmte sie, daß Larl Lhristoph v. N., der Sohn ihres Bruders Hans Lhristoph, das Gut Nothnaußlitz für 16 000 Taler übernehmen solle. 9. II. Ursula Margarethe, gestorben 11. (Oktober 1738. Sie und ihre Schwester Eva Sophia erbten nach ihres Vaters Tode das Nostitz-Leichnamsche Burglehnhaus zu Bautzen. — Im Lrbsonderungsrezeß vom 20. März 1710 wurden die Güter Groß-Leichnam, Lärchen, Neudors und die zwei Großbauern zu Salga nach der väterlichen Taxe angenommen zu 35 000 Taler, Göbeln und das Vorwerk Klein-Leichnam nebst dem Dorfe Lieske zu 25 000 Taler. „Nachdem das Loos in Gottes Namen vorgenommen worden", fiel an Lhristoph Lonrad: Göbeln, Klein-Leichnam und Lieske,- an Georg Friedrich: ein Geldanteih an Hans Lhristoph: Groß-Leichnam, Särchen, 1) praetorius, Pfarrer in Klix, Leichenpredigt auf sie: Gen. Boa. 113SY, Nostitz, vol. II. - Ihr Epitaph ist in der Kirche zu Klix. 2) N>ie so häufig die Tage des Todes und der Beisetzung einer Persönlichkeit verwechselt werden, so scheint es auch hier der Fall zu sein. Unser im Text angeführtes Datum des Todes der Frau Ursula Margarethe v. N. ist der Leichenpredigt des Bautzner Pastor Primarius Haas auf ihren Gatten entnommen. Nnderwärts, z. B. B. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 53S ist, wohl richtiger, als Datum ihres Todes angegeben der 22. November 1707, als Tag der Beerdigung der folgende Lonntag, d. i. der 27. November 1707. h praetorius, Leichenpredigt, tz Müller, Mspt. Heft II, 5. 61. v. Nostitz. 305 Neudorf und die zwei Großbauern zu Salga, worauf sie „das Loos als eine göttliche Direction venerirt und agnoscirt haben". Wir haben die Geschicke der drei ihren Vater überlebenden Söhne: 4. Christoph Conrads 5. Georg Friedrichs 7. Hans Christoph zu besprechen. 1. Zweig. Christoph Tonrad v. N., der älteste der drei ihren Vater Caspar Christoph überlebenden Söhne, studierte in Leipzig und beteiligte sich an dem Tumult zwischen Studenten und Häschern am 17. September 1697. Die ihm deshalb zuerkannte Landesverweisung verwandelte der Nurfürst in eine Geldbuße von hundert Talern und Verpflichtung zur Entrichtung der Urteils- und Gerichtsgebühren h. Christoph Conrad waren von den väterlichen Gütern zugesallen Göbeln, NIein-Leichnam und Lieske. hierzu erwarb er am 13. September 1702 von Friedrich Wenzel v. Gers- dorff das Gut Weißig (NO von Nönigswartha) für 10400 Taler. Christoph Tonrad starb am 1. Februar 1715 „außer Landes" zu Dresden, stark verschuldet^). vermählt war er: I. mit Johanna Charlotte Crdmuth v. pentzig a. d. h. Nieder-Nudelsdorfs II. mit Johanna Brigitta v. Schönseldt a. d. h. Wachau. Sie kaufte am INichaelistermin 1712 das Gut Weißig von ihrem Gatten für 11400 Taler. Nach dessen Tode ging sie eine zweite Che ein mit Wolf Gottfried v. Naussendors. Geboren am 18. Februar 1678, starb sie am 27. Upril 1756. 2. Zweig. Georg Friedrich v. N., geboren am 21. März 1677^), der mittlere der drei ihren Vater Caspar Christoph überlebenden Söhne, erhielt im Erbsonderungsrezeß vom 20. März 1710 eine Summe Geldes, von seinem Vater hatte Georg Friedrich zu Michaelis 1704 das Gut Zerna (0 von Namenz) für 11 900 Taler gekauft. Um 3. Februar 1705 belehnt, vertauschte er Zerna zufolge Nontrakts vom 16. Oktober 1708 gegen Carl Gottlobs v. ponickau Trblehngut Medewitz (ONO von Bischofswerda). Da Medewitz das Gut Ferna an Wert überstieg, so hatte er dem v. ponickau noch 5000 Taler herauszuzahlen. Um 5. März 1709 wurde Georg Friedrich mit Medewitz belehnt, 1711 verkaufte er das Gut an Ernst Ludwig v. Damnitz. Dafür erwarb er am 4. November 1712 von Hans Udolph v. Maxen dessen Gut Ouitzdors (8^V von Rothenburg, am schwarzen Schöps) für 11 000 Taler, um es schon am 2. September 1717 wieder an Johann Thristoph v. Schwanitz für 14 000 Taler zu veräußern. Um das Jahr 1713 lebte Georg Friedrich in Bischofswerdah. Uls nach dem Tode seines Bruders Christoph Conrad (ch 1. Februar 1715)- dessen stark verschuldete Güter subhastiert und am 17. Dezember 1717 dem 0 H.-St.-N. Geneal. Boo. I13SY, Nostitz, vol. II. h Sein Epitaph ist in Nönigswartha. Gurlitt, Bau- und Nunstdenkmäler Sachsens, 31. Heft, S. I3S. Müller, Mspt. Heft II, S.6I. tz Ehr. kseckel, Beschreibung der Stadt Lischoffswerda, 1713, S. 165. 20 306 v. Nostitz. Oberstleutnant Benno 5iegmund v. Gersdorff für l l 000 Taler adjudiziert worden waren, gab sich Georg Friedrich zur Reluition der Güter Göbeln und pertinentien an, restituierte dem v. Gersdorff sofort die deponierten 5000 Taler Rausgeld und bestellte wegen der übrigen 6000 Taler den Nostitz schen Kreditoren eine Kaution, woraus ihm von v. Gersdorff die Güter abgetreten und eingeräumt wurden. Georg Friedrich verkaufte am 24. September l726 Göbeln und Klein-Leichnam an Johann Thristian v. heldreich. Tr erwarb nun am 5. Januar 1727 von Gottlob Ludolf v. Bolberitz das Gut Groß-Seitschen (^V8>V von Bautzen). Tr starb bald daraus und hinterließ das Gut stark verschuldet. 3. Zweig. Hans Lhristoph v. N., geboren am 23. Juni 1684h, der jüngste der drei ihren Vater Laspar Thristoph überlebenden Söhne, erhielt im Lrbsonderungsrezeß vom 20. März 1710 die Güter Groß-Leichnamh, Särchen, Neudorf und die zwei Großbauern zu Salga. Tr verkaufte Leichnam im Jahre 1728 an Friedrich Taspar Grafen v. Gersdorff. Neudors hatte er bereits im Jahre 1717 seiner Schwester Frau Johanna Tugendreich v. Dallwitz, geb. v. N. verkauft. Nm 12. Oktober 1730 erwarb Hans Thristoph von seinem Vetter Johann Hartwig Gotthard v. N. (vergl. S. 265) das Gut Nieder-Neundors (880 von Rothenburg) für 16200 Ntlr. inkl. Schlüsselgeld, hier starb er am 7. September 1752. Nm 13. d. M. wurde er in Rothenburg begraben und am 15. wurde das christliche Leichenbegängnis gehalten. vermählt war Hans Lhristoph mit Friederika Dorothea v. Ziegler und Klipphausen, gestorben am 13. September 1759h und hatte folgende Kinder (1-5)h: 1. Larl Thristoph. Siehe unten. 2. Ursula Elisabeth, getauft 16. März 1719. 3. Johanna Elisabeth, geboren 30.November 1722, vermählt 1753 mit Johann Heinrich Gottfried v. Nostitz und Jänkendorfh. 4. Thristina Elisabeth, getauft 20. Februar 1724. 5. Johann Friedrich, getauft 17. Februar 1726, war Page beim Prinzen Heinrich und fiel im Jahre 1744 vor Prag an der Seite des Prinzen Wilhelm, „von der selben Tanonen Kugel todt geschossen" h. 1. Larl Lhristoph v. N. h, getauft am 22. Dezember 1717, erbte von seiner Tante Frau Johanna Tugendreich v. Dallwitz geb. h Müller, Mspt. Heft II, s. 61. 2) Über einen Prozeß aus den Jahren 1616 und 1617 wegen Verpfändung des Gutes Leichnam an die Hospitalkirche zum Taucher in Bautzen siehe Iveinart, Lehnrecht des Markgrafthums Gberlausitz, II. Teil, 1788, 5. 354. h Laus. Magazin 1779, 5. 151. Beschreibung ihres Denkmals in Bautzen in Gurlitt, Beschreibende Darstellung der Kunstdenkmäler Sachsens, Heft 33, S. 165. h B. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 535/536, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. i) v. Uechtritz a. a. V. I, S. 152. ") Lehnsakten des Burglehns zu Bautzen, h Kurzer Nekrolog im Laus. Magazin 1779, S. 151. v. Nostitz. 307 v. Nostitz, der Schwester seines Vaters, das Gut Neudors, wurde am 13. März 1741 belehnt, verkaufte das Gut aber bereits im Jahre 1748 an Otto Gottlob v. ftocke. von einer anderen Tante, Eva Sophia v. N., einer jüngeren Schwester der eben genannten, wurde ihm zufolge testamentarischer Bestimmung das Gut Rothnaußlitz zum Preise von 16 000 Talern vermacht. Rm 2. September 1763 erhielt er den Lrbbries über dieses Gut. von seinem Vater hatte Tarl Thristoph das Gut Nieder-Neun- dors geerbt; am 21. Februar 1753 erhielt er den Lehnbries. Da er durch den Krieg sehr gelitten hatte und da sein Gut stark verschuldet war und er doch für seine beiden Töchter ein väterliches Erbteil haben wollte, so bat er 1762 um Erbverwandlung von Nieder-Neundorf. Nm 20. Nugust 1762 verwandelte der Kurfürst das Gut in pures Nllodium und Erbe. Earl Thristoph verkaufte Nieder-Neundorf am 1. Oktober 1765 an Rudolph Ernst v. Nostitz a. d. ft. Malschwitz (vergl. S. 287) für 20 600 Rtlr. Earl Thristoph starb zu Rothnaußlitz am 20. Npril 1779 im 62. Lebensjahre und wurde am 25. auf dem Taucherfriedhof in Bautzen begraben, vermählt hatte er sich im Jahre 1743 mit Eleonore Gottliebe v. varchmin, geboren am 13. Februar 1714, gestorben zu Bautzen am 12. Npril 1788, beigesetzt am 16. aus dem Tauchersriedhosft. Er hatte drei Kinder (a —e): a. Laspar Thristoph, geboren 17., getauft 22.Dezember 1746, gestorben 29. Mai 1748. d. Johanna Sophie Friederike Eleonore, getauft 17. November 1744, vermählt: I. mit fteinrich Nugust v. Gersdorff aus Pulsnitz und Wohla, der am 24. November 1788 starb; II. mit Ferdinand Nugust v. Uechtritz. c. Johanna Sophie Dorothea, vermählt 30. September 1777 mit Johann Earl Gottlob v. Nostitz-Drzewiecki auf lvilka. Sie starb am 18. Januar 1788 zu Waldaus. Im Erbteilungsrezeß vom 17. Juni 1779 übernahm Johanna Sophie Friederike Eleonore das Gut Rothnaußlitz nebst dem Kretzschambusch für 20 000 Taler und erhielt am 29. November 1779-den Lrbbries. Sie verkaufte das Gut am 6. Februar 1784 an den Kamenzer Bürgermeister vr. Tarl Gottlob Tompaß für 32 000 Taler. 2. ftauptlinie Leichnam. Franz v. N., einer der Söhne des ftieronymus auf Guttau, erhielt das Gut Leichnam, starb am 29. September 1576 und fand in Klix seine letzte Ruhestätte^). Sein Sohn Ulrich verlor das Gut Leichnam, da seine Gläubiger es im Jahre 1604 an seinen Neffen Thristoph v. N. auf Zimpel (vergl. S. 300) verkauften. Über seine Nachkommen sind keine genauen Nachrichten vorhanden. — >) Kurzer Nekrolog im Laus. Magazin 1788, L. 151. 2) Laus. Magazin I77Y, S. 152: 1788, S. 28. 3) Tin Denkmal für ihn befindet sich in Klix gegenüber der Kanzel, eines in der Turnchalle. 20 308 v. Nostitz. 3. Hauptlinie Guttau. Georg v. N., einer der Söhne des Hieronymus, besaß Guttau (t40 von Bautzen). Er vergrößerte seinen Besitz, indem er von Christoph v. Debschitz zu purschwitz am l9. Dezember 1562 alle Wiesen, einen Gärtner und Hüfner, „so er hinter der Gotten jGuttauj gehabt, an deren von Gerßdorff zu Malschitz jMalschwitzj gränitz gelegen", erblich um l M. s. kaufte. Da Georg damals abwesend und mit Leibesschwachheit beladen war, so wurde in seiner Vertretung sein Bruder Laspar v. N. auf Iahmen mit dem neuen Besitz belehnt h. Georg sorgte für Befestigung der evangelischen Lehre in seinem Gutsbezirk ^). Nach der Inschrift seines noch erhaltenen Gedenksteines an der Kirchen- mauer zu Guttau starb er am 28. Oktober 1579, am Tage Simonis und Iudae, früh, im Alter von 52 Jahren. Demnach war er im Jahre 1527 geboren. Er war angeblich ^) zweimal vermählt: I. mit Sarah . . II. mit Anna v. Gersdorfs. von seinen beiden Söhnen Georg und Thristoph wurde ersterer im Jahre 1594 von Elias v. Gers- dorff auf Buchwalde erstochenH. Christoph v. N., der jüngere Sohn Georgs, besaß also allein das väterliche Gut Guttau. Er war Amtshauptmann des Görlitzischen Kreises, wurde aber wegen seiner Beteiligung an den Böhmischen Unruhen 1621 seines Amtes entsetzt und als einer der Lausitzer Defensoren von dem am 21. Februar 1621 erlassenen Generalpardon ausgenommen"). Thristoph besaß vorübergehend auch das Gut pließkowitz (140 von Bautzen)"). Er erwarb ferner am 18. Juni 1636 von Siegfried v. INetzradt zu Ouatitz und Kleinwelka eine Brandstelle auf dem Burglehn zu Bautzen I. Thristoph starb im Jahre 1640. Infolge zahlreicher Unglücksfälle hatte er eine beträchtliche Schuldenlast hinterlassen. Die Kreditoren drangen aus Zahlung und hielten um einen prioritätischen Abschied an, der ihnen auch am 1. Juni 1646 publiziert wurde. Es erwarb nun in diesem Jahre Guttau Hans Thristoph v. N. auf Ulaltitz, Boibritz (Siehe II. Haupthaus Guttau, Nebenlinie Bernsdors-Uhna, 5. 297). Christophs Söhne waren sämtlich vor ihm gestorben. Einer von ihnen, Heinrich Ernst, starb am 18. November 1639 in Bautzen und wurde daselbst begraben"). Von Christophs Töchtern vermählte sich die eine, Anna Sophia, zuerst mit Wolf v. Maxen auf Nattwitz, dann, im Jahre 1653, mit Wolf v. Werthern auf Pulsnitz"). Susann«, die i) 6--5t- -0. Bc>o. 9549, particularregister, Inhalts der Nörn: Nay: Nlt: genedigster Instruction rc., 1562, Hol. 12b. '-h Neue Sächsische Nirchengalerie, Oiöcese Bautzen, 5p. 241. H.Larpzov a. a. D. II, Taf. VII, 5. 78. y Neue Zächs. Nirchengalerie, viöcese Bautzen, Lp. 243. H Großer a. a. G. I, 5. 236/Näuffer, Nbriß der Gberlaus. Geschichte, IV, 5. 240 172. '«) Müller, Mspl. Heft II, 5. 64. tz H.-St.-kl. Boo. 9546, Das zweite Buch Gberlaus. Lehens-Zachen, 1631—50, 5ol. 42. ch I. L. Wagner, Budissinsche Grab- und Gedächtnis-Mahle, 1697, 5.27. H F. G. Nichter, Geschichte von Pulsnitz, 1804, 5. 13. v. Nostitz. 309 andere Tochter Christophs, verheiratete sich mit Hans Lhristoph v. Nostitz auf Leichnam (vergl. 5. 301-302). III. haupthaus Tzschocha. Hartwig v. N.h, ein weiterer Sohn Caspars auf Nothenburg, begründete das haupthaus Tzschocha. Er starb vor dem Jahre 1519 und hinterließ zwei Söhne: Hans und Caspar. Caspar starb 1523 Kinderlos. Hans besaß nun allein Tzschocha (8 von Lauban, am chueis, (MO von Marklissa) und die pertinenzgüter Friedersdors, Nengers- dorf, Wiesa, Hartha, Goldbach, Gieshübel, Vogelsdorf, Thiemendorf (sämtlich im Kreise Lauban), Seifersdorf ((MO von Lauban, im Kreise Bunzlau)^). Im Jahre 1649 erwarb Hans von der Krone Böhmen das Gut holzkirch (8 von Lauban, am Csueis), überließ es aber schon 1553 dem Joachim v. Uechtritz aus SteinkiräfiI. Im Musterregister vom 2. Januar 1551 wird Hans von Tzschocha und seinen anderen Gber- lausitzischen Gütern mit anderthalb gerüsteten Pferden herangezogenh. Hans hatte zwei Söhne: 1. Nbraham. 2. Hans. Cr besaß die Schlesischen Güter Seifersdorf und Thiemendorf, die durch seinen kinderlosen Tod 1574 an seinen älteren Bruder Nbraham fielen. 1. Nbraham v. N. erhielt die väterlichen Gberlausitzischen Güter Tzschocha, Nengersdors, lviesa, Hartha, Goldbach, sowie die Schlesischen Gieshübel und vogelsdors, zu denen er also noch die beiden Güter seines verstorbenen Bruders durch Erbschaft bekam. Nbraham starb am 6. Nugust 1592 und hinterließ von vier Gemahlinnen — Helena v. Seidlitz auf Schimmelwitz, Dorothea v. Salza und Lichtenau, Hedwig v. Spiller, Nnna v. Zedlitz a. d. h. Neuhaus — neben vier Töchtern fünf Söhne^): Nbraham, Hans, Hartwig, Taspar II., Lonrad. Diese fünf Brüder teilten sich am 12. März 1596 in den väterlichen Güterbesitz, der aus 86 843 Taler 32 ar§. bewertet wurde. Nbraham starb unvermählt. Die übrigen vier Brüder begründeten vier Hauptlinien und zwar: Hans: 1- Hauptlinie Seifersdorf. Siehe 5. 310. Hartwig: 2. Hauptlinie Thiemendorf. Siehe S. 312. Caspar II: 3. Hauptlinie Tzschocha. Siehe 5. 314. Tonrad: 4. Hauptlinie Zriedersdors. Siehe S. 317. >) vergl. Mords, versuch einer Geschichte des Schlosses Tschocha, Neues Laus. Magazin Bd. 7, S. SOI ff-, Bd. 8, S. 508 ff. 2) Müller, Mspt. kseft II, S. 12. ») Laus. Magazin 1779, S. 338. tz Weinart, Rechte und Gewohnheiten, IV, S. 545. °) Neues Laus. Mag. Bd. 8, S. 513 und klnm. 310 v. Nostitz. 1. Hauptlinie Seisersdorf. Hans v. N., der zweite Sohn Rbrahams, hatte in der brüderlichen Teilung Seifersdors (ObiO von Lauban) erhalten, hierzu erwarb er noch von Georg v. Warnsdorf aus Tauchritz im Jahre 1611 das Gut heidersdors von Lauban) für 29 000 Taler. Geboren im Jahre 1562, hatte er sich vermählt: I. mit Helena v. Schlichting,- II. 6. Juni 1599 mit Sophia v. Nostitz a. d. h. Nieder-Neündors, die am 23. März 1656 starb. Gr selbst verschied am 5. Dezember 1616. Sein Denkmal in ritterlicher Rüstung wurde an der Kirche zu Linda ausgestellt h. von seinen Rindern pflanzten den Stamm fort die Gebrüder: Gtto, der den I.Rst, und Johann Hartwig, der den 2. Rst (siehe S. 311) stiftete. 1. Rst (Linie zu Rokitnitz). Gtto v. N., der ältere Sohn Hansens, wurde zu Seifersdorf am 23. Mai 1608 geboren, studierte in Leipzig und Straßburg, begab sich 1628 aus Reisen, trat in Wien zur katholischen Konfession über, wurde 1632 Rppellationsrat, 1634 kaiserlicher Kammerherr, 1637 Gberamts- kanzler in Schlesien, 1642 Landeshauptmann des Fürstentums Breslau, 1651 der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer, endlich Geheimer Rat. Rm 14. November 1664 starb er. Er besaß eine ausgezeichnete Bibliothek, eine Münzen- und Porträtsammlung. Sein Symbolum war: Damnum in mora, prineipns odsta^). Gtto war von Kaiser Ferdinand II., Laxenburg den 18. Mai 1631, in den Böhmischen Freiherrnstand erhoben worden b). Was seine Güter anbetrifft, so verkaufte Gtto das Gut Nieder- heidersdors zu Walpurgis 1641 an Hieronymus v. Gablenz und Friedersdorf. Seine übrigen Güter waren Seifersdorf, Herzogswaldau, Prosen, Naundorf, Lobris in Schlesien, sowie Rokitnitz in Böhmen. Das Gut Rokitnitz im Kreise Königgrätz war von Johann Nikol v. Nostitz „und Kun- waldau" sEunewaldef an seinen Universalerben Hans Heinrich v. N. „und Kunwaldau" gediehen, der den Besitz durch Vertrag vom 9. März 1643 an unsern Gtto Freiherrn v. N. verkauftes. vermählt hatte sich Gtto in Breslau mit Barbara Katharina Elisabeth v. Wachtel, Tochter Johann Heinrichs v. W. und panthenau, Herrn auf Herzogswaldau. Geboren aus dem väterlichen Gute Mang- schütz im Fürstentum Brieg, starb sie zu Herzogswaldau im Jahre 1675 und liegt in Neisse begrabenh. von Ottos Söhnen: Gtto Ferdinand, tz Müller, Mspt. Heft II, S. 12. 2) Sinapius, Schlesische Luriositäten II, S. 158: Müller, Mspt. Heft II, S. 13. 3) v. voerr, Oer Rdel der Böhmischen Bronländer, 1900, S. 112. tz Langer, Materialien zur Geschichtsforschung im Rdlergebirge, I.Band, 1897 ff., S. 86. Baiser Ferdinand III. erteilte ihm 1644 ein Privilegium zur Errichtung einer Papiermühle in Rokitnitz. Ebenda, S. 38: Dtto Freiherr v. N. gewährte der Stadt Rokitnitz t651 ein Privilegium. Ebenda, S. 40. h Sinapius a. a. G. II. Teil, S. 158. v. Nostitz. 3N Christoph Wenzel und Johann Ignatius Hartwig pflanzte der mittlere die Linie fort. Christoph Wenzel, auf Nokitnitz, Seisersdorf, profen, Lobris, wurde kaiserlicher wirklicher Geheimrat, Kämmerer, Landeshauptmann verschiedener Schlesischer Fürstentümer, kaiserlicher Gesandter in Polen. Cr schloß l686 im Namen des Kaisers mit dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg eine Offensiv- und Desensiv-BIIianz und übergab ihm das Fürstentum Schwiebus. Christoph Wenzel, geboren im Jahre 1645, starb zu Lobris am 16. Februar 1712 und wurde bei den Kapuzinern zu Schweidnitz bestattet h. In den Böhmischen Grasenstand wurde er, Wien den 27. Juli 1675, erhoben, das Prädikat hoch- und Wohlgeboren wurde ihm, Wien den ZI. Dezember 1686, verliehen. Zum Neichsgrasen wurde er am 27. November 1692 ernannth. Der Kaiser erteilte ihm auch 1673 die Mit- belehnschast an der Neichsgrafschast Nieneck in Unterfranken. vermählt war Christoph Wenzel: I. mit Maria Juliana Gräfin Mettich, gestorben zu Breslau am 7. März 1706s II. seit dem 29. Oktober 1708 mit INaria Elisabeth Freiin v. Schönau. Cr hatte zwei Söhne: Johann Carl Martin Christoph und Otto Wenzel. Die Linie blüht noch. 2. Nst. (Linie zu Nieneck). Johann Hartwig v. N?), der jüngere Sohn Hansens, geboren auf dem Schlosse zu Kunzendors im Jahre 1610, wurde vom Bruder seiner Mutter, Otto Freiherrn v. Nostitz aus Nieder-Neundorf (vergl. S. 263), in der katholischen Konfession erzogen. 1638 wurde er Beisitzer des Kammergerichts zu Prag, 1644 oberster Landrichter des Königreichs Böhmen, 1652 oberster Hofkanzler, 1657 oberster Landkämmerer in Böhmen. Er bekleidete auch die Würde eines wirklichen kaiserlichen Konferenzministers. 1673 wurde er mit einem Teil der Neichsgrafschast Nieneck beliehen, den er nach Nbsterben der letzten Grafen v. Nieneck vom Kurfürsten zu Mainz als ein dem Erzstift Mainz heimgefallenes Lehn käuflich erworben hatte. Er erhielt dadurch Session und Votum auf den Reichstagen und Kreistagen auf der Fränkischen Bank. Er besaß ferner die Herrschaften und Güter Falkenau, heinrichsgrün, Türmitz u. a. m. Johann Hartwig war, Prag den 6. Nugust 1646, in den Böhmischen Grasenstand erhoben worden; das Prädikat hoch- und Wohlgeboren wurde ihm, Negensburg den 12. Februar 1664, bestätigt^). Seine Erhebung in den Neichsgrafenstand erfolgte am 29. Dezember 1673. Er starb am 27. März 1683. vermählt war er: I. mit Maria Katharina Gräfin Zdiar; II. mit Eleonora Maria v. Lobkowitz, Witwe Heinrich Wolsgangs Berka Grasen v. howora zu Duba und Leipa. Seine Söhne zweiter 1) Ebenda. Linapins nennt ihn „Neros ot> summam prucisntiam et Gloriosa merita multis ma^nisgus tionoribus illustris": Larpzov a. a. V. II, 5. 74. h r>. voerr a. a. V. L. 160, I6d; Uneschke, Deutsche Grafenhäuser II, 5. 163. 2) vergl. Linapins a. a. G. II, 5. 160; Müller, Mjpt. kfeft II, 5. 16. tz v. voerr a. a. D. S. 128, 147; Rneschke, Deutsche Grafenhäuser, II, S. 163. 312 o. Nostitz. Ehe pflanzten die noch heutigen Tages blühende Linie der Reichsgrafen v. Nostitz-Nieneck fort. 2. Hauptlinie Thiemendorf. Hartwig v. N., der dritte Lohn Nbrahams auf Tzschocha, besaß die Schlesischen Güter Thiemendorf, Berthelsdorf, Steinkirch und war vermählt mit Unna Maria v. Nostitz a. d. h. Tunewalde. Noch im Jahre 1623 wird seiner Erwähnung getan. Sein Todesjahr ist unbekannth. Seine Rinder waren (I —VII)^): I. Nbraham, starb unvermählt. II. Johann Hartwig, auf Thiemendorf, geboren 1599, wurde kursächsischer Nat und Landesältester des Görlitzer Kreises und starb am 11. Npril 1657b). vermählt war er mit Sabina v. Warnsdorf a. d. h. Schreibersdorf, die am 25. Mai 1667 starbh. Johann Hartwig kaufte von seinem Schwiegervater Hans Georg v. lv. am 6. März 1629 dessen Gut haugsdorf (IMO von Lauban, am Cfueis) für 22 500 Ntlr. nebst 100 Dukaten Verehrungsgeld. Dieser verkauf ist vielleicht rückgängig gemacht worden, denn Hans Georg v. lv. erklärte, Lauban den 2. Mai 1643, daß ihm sein Eidam Hans Hartwig v. N. auf Thiemendorf versprochen habe, 23 000 Ntlr. und 100 Ungarische Gulden auf sein Gut haugsdorf ihm vorzustrecken; dafür räumt er seinem Schwiegersohn unter gewissen Bedingungen haugsdorf ein. — Johann Hartwig besaß auch die lvingendorser (880 von Lauban) Mühle. Er hatte folgende Rinder (1—6)^): 1. Elisabeth Eleonore, vermählt mit Hiob v. Uechtritz aus Lbersbach, Sohland rc."). 2. Unna Maria, vermählt mit Llias Taspar v. Nostitz aus Jänkendors (vergl. S. 336). 3. Unna Latharina, geboren am 2. Juni 1631, gestorben am 24. Dezember 1683, vermählt am 7. Dezember 1655 mit Elias v. Nostitz auf Nieder-Nengersdors (vergl. 5. 336). Sie und ihre gleich zu erwähnende Schwester Unna Sabina erhielten nach ihres Vaters Tode das Gut Thiemendorf und die Wingendorser Mühle und wurden am 9. Npril 1666 mit dieser Mühle belehnt. Frau Unna Latharina verkaufte den vierten Teil an der Mühle zu Wingendorf am 19. November 1667 an Hiob v. Uechtritz auf Sohland. 4. Unna Sabina, vermählt mit George Friedrich v. hocke auf Uslau. In der Erbteilung war ihr am 11. Juli 1667 das Gut haugs- dors für 23000 Taler überlassen worden. 5. Unna Helena. tz Müller, Mspt. Heft n, §. zg. h Larpzov a. a. V. II, Taf. IV, 5. 72. 3) Nach dem Kirchenbuch zu Lreba in b>. I. 30, Mspt. l. Teil, 5. 565. h pudor, Nachrichten aus der parochie Haugsdorf, iggtz, 5.6. h vergl. Larpzov a. a. G. II, Taf. IV, S. 72. h v. Uechtritz a. a. G. I, S. 182. v. Nostitz. 313 6. Johann Adolph, geboren am 4. Januar >635, gestorben am 6. September 1651. III. Hans Christoph v. N., auf Berthelsdorf am (Queis, kaufte am 2. Juni 1632 von Hieronymus v. Schönaich das Gut Siegersdorf (IMO von Lauban, am (Queis) für 33 000 Rtlr. und 100 ZI. Schlüsselgeld. Schönberg und halbendorf (beide von Lauban) erwarb er am 22. April 1636 von den Kreditoren Wilhelms v. Liedlau. Er schrieb sich Herr der Freien Herrschaft Freihan (Kreis Militsch), Schönberg, Siegers- dors, Tschirne, Rittmeister h. Sein Schloß Schönberg befestigte er stark. Er wurde nach einer lustig verbrachten Nacht von einem Schwedischen Kapitän namens Sachse am 11. (12.?) März 1641 gegen Morgen auf seinem Schlosse Schönberg erstochenh. vermählt war Hans Christoph mit Elisabeth v. Landeskrone. Sie in Gemeinschaft mit den Kreditoren verkaufte Nittersitz samt Städtlein Schönberg nebst (Ober- und Niederhalbendorf und pertinentien für 28 000 Taler am 21. Mai 1651 an Georg v. Soeben auf Milkel. Mas Siegersdorf mit seinen pertinenz- gütern Tschirne, Neudorf, Bienitz, Altenhain anbetrifft, so hatte Johann Mendt auf Königshain, „Nahts Schöpff in Görlitz", als Kurator der Nostitz scheu, Schönberg scheu und Siegersdorfschen Erben, nämlich Hans Rudolphs, Hans Adolphs („welche beyde fast majorennes waren") und Hans Christophs Gebrüder v. N., mit vorwissen des Amts und Einwilligung ihrer Mutter Elisabeth v. N., geb. v. Landeskrone, den genannten Güterkomplex für 20 000 Rtlr. und 100 Dukaten Verehrungsgeld an Ernst v. Gersdorff auf Moldau, Güntersdors und Niedergersdorf im Jahre 1650 verkauft b). Frau Elisabeth v. N. wurde am 14. März 1664 in Meffersdorf beerdigt^). Hans Christoph hinterließ drei Söhne. Sie erhielten 1650 Indult wegen des Gutes Nieder-Vellmannsdorf (M8^V von Lauban), das ihnen Caspar v. Nostitz aus Berthelsdorf in Schlesien verkauft hatte, veräußerten aber noch während ihrer Minderjährigkeit das Gut an Martin Klug v. Scharffeneck für 8000 Taler. Hans Thristophs drei Söhne sind (a —c)5): a. Hans Rudolph, lebte noch 1654, soll einen gewaltsamen Tod gesunden haben. b. Hans Adolph, geboren 1632, Leutnant in Spanischen Diensten, wurde 1654 von einem Schlesischen Adeligen in haugsdors erstochen. In der dortigen Kirche wurde ihm eine Trauerfahne aus- gehängt°). e. Hans Christoph, kaiserlicher Reichshosrat und kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, wurde, Wien den 18. Dezember 1668, in den >) Gberlaus. Nachlese 1771, S. 80. '-) Görlitzer Thronitz, Nlspt. ) Gberlaus. Nachlese 1771, S. 80. Neues Laus. Mag. Bd. II, S. 465. 314 v. Nostitz. Löhmischen Herrenstand erhobenh. Lr erstand nach dem Tode Larl Thristophs (Freiherrn) v. Horn Rothenburg (dt von Görlitz) samt Zubehör, das er schon 1673 pfandweise besessen hatte. Mit Magistrat und Bürgerschaft des Städtchens lebte er wegen der Salzeinfuhr, der Brauereigerechtigkeit, der hosdienste in großem Streites. Lr war ein sehr gewalttätiger Herr. So erschoß er im Jahre 1675 einen Fleischer zu Rothenburg „ma^is ex iinpetu et fusto aniini clolore quam ex proposito et uniino oeei843s, S. 506. H Larpzov a. a. V. II, Taf. IV, S. 72. o) vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 8, S. 514. H M. Linduer, Drts- und kirchengeschichtl. Nachrichten aus Linda rc. sI8YOs, S. 52 ff. bis 1624 aus. Der Streit zwischen ihm und dem Nate zu Lauban wegen des von diesem zu gebenden „Selffertuch" wurde durch einen Vertrag vom 12. November 1629 beigelegt'). Taspar II. starb am 3. März 1632 im Mer von 30 I. weniger 15 T. vermählt war er mit Magdalena v. Hundt a. d. H. Nausse, die ihm 7 S. und 1 T. schenkte, von denen 4 5. jung starben. Es überlebten ihn die Söhne Laspar III., Abraham Hildebrand, Christoph (I-III): I. Taspar III. v. N?), geboren am 29. Oktober 1604, erhielt in der brüderlichen Teilung die Herrschaft Tzschocha. Am 13. November 1636 wurde er von polnischen Soldaten bei Greiffenberg ermordet. Lr hatte sich am 28. September 1632 vermählt mit Sabina v. Lest a. d. H. Hohlstein, die später eine zweite Ehe einging mit Otto Heinrich v. Gers- dorff aus Mostrichen. Sie kaufte von Thristoph v. N. auf Tzschocha, ihrem Schwager, das Gut Wingendorf (880 von Lauban), wurde am 28. März 1642 belehnt und verkaufte es wieder 1667 ihrem Eidam Günther v. Salza aus Lichtenau. Easpar III. hatte drei Kinder (1-3)^): 1. Sabina, geboren 15. Mai 1634, vermählt 17. Januar 1633 mit Günther v. Salza aus Lichtenau und Schreibersdorf. 2. Laspar IV., geboren 10. Mai 1635, gestorben 7. November u. s. im Mer von 22 W. 3 T. 3. Taspar V., geboren 12. Mgust 1636, gestorben 29. Juli 1638 im Mer von I. 3 W. 3 T. Da mit dem Tode Caspars V. die Linie Easpars III. ihr Ende fand, so gedieh Tzschocha nebst den übrigen Gütern an den jüngsten Bruder Caspars III-, den unter III. zu erwähnenden Thristoph. II. Nbraham Hildebrand v. N., geboren 13. August 1606, erhielt im Jahre 1643 in brüderlicher Teilung das Gut Nieder-Linda, das er 1667 am 5. März an Heinrich Anshelm v. Ziegler und Klipphausen für 16000 Taler verkaufte. Gber-Linda, das er 1640 erworben hatte, verkaufte er an Tarl Gotthard v. Gersdorff aus Buda am 27. Februar 1651 für 7000 Taler „undt des Herren verkeuffers Lhe- liebsten und seinen Kindern dreyhundert Neichsthaler zum Gedächtnüs und Vorehrung". Abraham Hildebrand besaß auch die Güter Seisers- dorf und Hermsdors. Er starb in Görlitz am 24. August 1670. vermählt war er mit Anna Maria v. Borwitz. Nach dem in Sohland a. N. befindlichen Leichenstein war sie geboren zu Hartenstein im Fürstentum Liegnitz im Jahre 1602, vermählte sich: I. 1618 mit Gottfried v. Schindel aus Hermsdorf und Weistritz im Fürstentum Liegnitz; II. 1627 mit Abraham Hildebrand v. N. Sie starb zu Sohland am 21. März 1676, nachdem sie ihrem zweiten Gatten 3 S. und 5 T. geschenkt hatteft. tz verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, S. 302. 2) vergl. Neues Laus. NIag. Bd. 8, L. 516. H I.. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 404. tz Lhr. Unauthe, Hostitrianu, Ulspt. N. III. 55, Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. 316 v. Nostitz. Georg Caspar v. N., Abraham Hildebrands Lohn, vermählt 1682 mit Johanna Marianne v. Gppel a. d. H. Nieder-Sohland, starb zu Reichenbach am 7. Juni 1684H mit Hinterlassung eines Sohnes Georg Wilhelm. Vieser Georg Wilhelm „a. d. H. Nieder-Linda" kaufte am 30. Juli 1706 von Johann Christian v. Heldreich das Gut Nieder- pommritz (080 von Bautzen) für 11 200 Taler einschließlich des Schlüsseloder Herdgeldes. Km 12. Februar 1707 wurde er belehnt und verkaufte das Gut am 25. Januar 1718 für 11 300 Taler an Tarl Gottlieb v. Nostitz a. d. H. Ullersdorf. Georg Wilhelm brachte nun am 4. April 1724 durch Kauf von Hans Rudolph v. Metzradt das Erbgut vriewitz (080 von Hoyerswerda) für 11 000 Taler an sich. Am 18. Juli 1745 verkaufte er das Gut an den Landsyndikus vr. Johann Basilius Rüchelbecker für 13 000 Taler und 200 Tlr. Schlüsselgeld. Georg Wilhelm, geboren am 25. April 1683, gestorben 1764, hatte sich im Jahre 1706 vermählt mit Thristiane Sophie v. Burkers- roda a. d. H. Radibor und beschloß die Hauptlinie Tzschocha, da sein einziger Sohn Julius Gottlob Wilhelm mit siebzehn Jahren starb^). III. Thristoph v. N?), auf Friedersdorf, der jüngste Sohn Caspars II., übernahm nach Caspars III. Tode die Herrschaft Tzschocha. Neben dem Gute Tzschocha besaß er Rengersdors, Hartha, Goldbach, Wiesa und Scholzendorf. Cr erweiterte die Befestigung des Schlosses Tzschocha und machte es zu einem Zufluchtsort für die ganze Umgegend. Rurfürst Johann Georg II. erteilte ihm, Dresden den 20. Mai 1662, die Genehmigung zur Erbauung des Vergfleckens Goldentraum (0 von Mark- lissa) und gestattete ihm am 23. Dezember 1675 und 2. Januar 1676 eine Rirche in diesem Markt- und Bergflecken zu erbauen. Rurfürst Johann Georg III. konfirmierte am 14. September 1682 beide genannten Konzessionen H. Nach dem Tode Johann Christophs Freiherrn v. N. (fl 24. Januar/ 3. Februar 1680, vergl. §. 313 — 314) gingen „furo proximitatis Araäus" dessen Güter Rothenburg, Tormersdorf und Gehege an unfern Christoph über, der aber den Besitz bereits 1686 an den Grasen Hans Heinrich v. Hohberg verkaufte. Aus seinem Gute Nieder-Wiesa schenkte er 1668 den Platz zur Erbauung einer Rirche für die bedrängten Protestanten in Schlesiens. Christoph wurde, Wien den 15. April 1677, in den Reichssreiherrn- stand mit dem Prädikat Wohlgeboren erhoben"). Cr starb am 11. Mai 1691. vermählt hatte er sich zweimal: I. mit Anna Margarethe v. Gersdorss a. d. H. Burkersdorf und Nieder-Rennersdors. Ihr war Nieder-Rennersdors (OblO von Herrnhut) zugesallen, das sie am h Müller, Mspt. kM II, S. 21. 2) Ebenda, II. Heft, S. 21. Vergl. über ihn Neues Laus.Mag. Bd. 8, §. 517. h verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, 5. 326, 335, 341. °) I. G. Müller, versuch einer Gberlaus. Neformationsgeschichte, 1801, 5. 803. H H.-St.-N. Noc. 10430, Geschlechts- und Herrschaftserhöhungen, vol. III, Zol. 46. v. Nostitz. 317 5. Juni 1649 an Wolf Abraham v. Lberhardt verkaufte; sie starb am 17. April 1663; II. am 9./19. Dezember 1664 mit Tunigunde Elisabeth v. Debschitz a. d. ft. Neu-Kemnitz. Thristoph hatte folgende Rinder (1 — 10) ft: 1. I. Johann Taspar, * zu Linda 16. September 1639, ft im Alter von 37 I. am 20. Februar 1676. 2. I. Anna Sabina, * 9. März 1643, ft 19. April 1662. 3. I. Anna Sophia, * 16. April 1644, ft 11. (Oktober 1646. 4. I. Anna Maria, * 8. April 1647, ft 12. April a. e. 6. II. Abraham Christoph, * 16. April 1667, besuchte 1682 bis 4683 das Zittauer Gpmnasiumft, erbte Tzschocha mit den übrigen väterlichen Gütern, starb aber schon 1698 ohne Leibeserben als der letzte seiner Linie. Seine beiden unter 6. und 7. zu erwähnenden Schwestern verglichen sich mit dem Lehnserben Georg Wilhelm v. N. a. d. ft. Linda am 19. November 1701, erhielten am 20. Dezember 1702 die Lehn über die Tzschochaer Güter, verkauften sie aber, die 260 Jahre dem Geschlecht v. N. gehört hatten, im Jahre 1703 an Johann ftartwig August v. Uechtritzft. 6. II. Tatharina Elisabeth, * 13. (Oktober 1669, X mit Johann Rudolph v. Ziegler und Klipphausen aus Linda. 7. II. Anna Sabina, * 30. April 1671, X ZU Dresden 21. März 1702 mit Carl Ludwig Grasen v. Leiningen und Dachsburg, kurpfälzischem Rammerherrnft. 8. II. ftans ftertwig, * 23. Juni 1674, ft zu Wolsenbüttel 13. Januar 1691. 9. II. Maria Juliane, * 23. April 1676, ft 5. März 1682. 10. II. Wenceslaus Leopoldus, * 2. Dezember 1677, ft 5. März 1682. 4. ftauptlinie Friedersdors. Eonrad v. N.ft, der jüngste Sohn Abrahams aus Tzschocha, hatte in der brüderlichen Teilung anfangs Tzschocha erhalten, trat es aber seinem Bruder Taspar ab und behielt für sich nur Friedersdors und vogelsdors. Tr starb vor dem Jahre 1641. von den drei Söhnen, die seine Gemahlin Lva v. vpherrn a. d. ft. ftartmannsdors ihm schenkte, starben die beiden jüngeren, Wols Lonrad und Johann Georg in der Kindheit. Abraham Thristoph, der älteste Sohn, erbte Friedersdors und vogelsdors. Lr klagte dem Kurfürsten (ohne Datum), sein Gut Friedersdors sei vom Feinde ganz zerstört und auch sein zweites Gut, vogelsdors, hätten die Feinde unter dem Kommando des Majors ft Nach dem Nengersdorfer Kirchenbuch in N. I. 30, Mspt. I. Teil, 5. 404. ft Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586-1783, S. 20. ft Neues Laus. Mag. Bd. 8, S. 525. ft v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 1806, S. 208. ft vergl. Müller, Mspt. Heft II, S. 23. 318 v. Nostitz. Zpiegel aus „Lembergk" abgebrannt'). 1651 gelangte Friedersdors in den Besitz Johann Ernsts v. Warnsdorf. vermählt war Rbraham Christoph v. N. mit Rnna Maria v. pritt- witz. Sein einziger Sohn Caspar Conrad starb als Kind. Cs ist also diese Linie erloschen. L. Haupt stamm Unwürde. Zerfällt in I. haupthaus Unwürde,- - ll. haupthaus Cunewalde. I. haupthaus Unwürde. Begründet wurde das haupthaus Unwürde durch Dr. Ulrich v. U. aus Unwürde und Ruppersdorf, Wilka, Groß- und Klein-Schweidnitz, Bertsdors, kaiserlichen Rat, ersten Landeshauptmann der Dber- lausitz und königlichen Kommissar nach dem pönfall, den bekannten Gegner der Städte^). Cr starb am 13. Oktober 1552 und war vermählt mit Margarethe v. Talkenberg. von seinen sechs Söhnen starben Ueinhold, Hans und Otto in den Jahren 1562 — 1570 ohne Nachkommen. Die drei übrigen stifteten drei Hauptlinien und zwar Christoph: 1.Hauptlinie Hainewalde-Ruppersdorf. Siehe unten. Hartwig: 2.hauptlinie Großschö nau-Seiden berg. Siehe unten S. 323. Joachim: 3. Hauptlinie Unwürde. Siehe unten S. 328. 1. Hauptlinie Hainewalde-Ruppersdors. Christoph v. N?), ein Sohn vr. Ulrichs, geboren 1533, gestorben am 10. Februar 1576, besaß Hainewalde von Zittau), Ruppersdorf (8^V von Herrnhut), Gber-Gderwitz (88lV von Herrnhut) und kaufte gemeinsam mit seinen Brüdern Joachim und Hartwig das Gut RIt-hörnitz von Zittau). Wegen der von ihm gegründeten Brauerei in Hainewalde hatte er einen langen Streit mit der Stadt Zittau, der 1576 durch das landesherrliche verbot an den v. N. beendet wurde, die Zittauer Biergerechtsame bei Strafe von 1000 Ungarischen Gulden zu störenh. vermählt war Christoph mit Barbara v. Braun, die sich später mit Friedrich v. Nostitz auf Schönbrunn verheiratete und am 7. Oktober 1597 starb"). Cr hinterließ drei Söhne"): Hans Ulrich. Siehe I. Nebenlinie Ruppersdorf, S. 319. Wolf Dietrich, von ihm hören wir nichts mehr. Christoph. Siehe II. Nebenlinie Hainewalde, 5. 323. >) H.-51.-N. Gen. Boe. II3SY, Nostitz, vol. II. 2) vergl. Nnothe, Geschichte des Gberlausitzer Ndels, 5. 388 und Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 100. 3) 8u dieser Linie vergl. Harsche lt, Neues Laus. Mag. Bd. 43, 5. 404, 406. 0 pescheck, Handbuch der Geschichte von Zittau, II. Teil, 1837, 5.26. h Ihr Denkmal befindet sich in Hainewalde. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der Nunstdenkmäler 5achsens, Heft 2d, Zittau —Land, 5.38. h v. Nostitz, Beiträge, 5. 12 und Tafel 2. v. Nostitz. 319 I. Nebenlinie Nuppersdors. Hans Ulrich v. N. trat nach dem Tode seines Stiefvaters Friedrich v. N. (ch 1595) in den Besitz der Güter Nnppersdors und Dber- Gderwitz. Geboren im Jahre 1570, starb er im Jahre 1623 (1624). Er war vermählt mit Maria v. Schönseldt und hinterließ zwei Söhne. Sie vermachte eine Baustelle aus dem Burglehn zu Bautzen, neben der Mönchskirche und dem Schwibbogen gelegen, im Jahre 1634 ihrem älteren Sohne Lhristoph Ernst sowie ihrem Enkel Hans Ulrich, dem Sohne ihres jüngeren Sohnes h. Hans Ulrichs Söhne waren (1—2): 1. Lhristoph Ernst. 2. Christoph. 1. Lhristoph Ernst v. N., der ältere Sohn Hans Ulrichs, erhielt nach erlangter Mündigkeit in brüderlicher Teilung den Nittersitz Nieder- Nuppersdors und wurde am 4. November 1624 belehnt. Er beteiligte sich mit den übrigen angesessenen Ldelleuten der Gberlausitz an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen am 16./26. Juli 1657 h und starb wenige Monate daraus, am 30. September 1657. Er hinterließ einen Sohn und eine Tochter (u —b): s. Hans Lhristoph. Er stand unter Vormundschaft Hans Ulrichs v. Nostitz und starb in jungen Jahren im Nugust 1661. Nieder-Ruppersdorf fiel nun an seinen Vetter und Vormund Hans Ulrich v. N. aus Dber- Ruppersdors. b. Maria Sidonie, später vermählt mit Laspar Gottlob v. Berge aus Gttenhain. 2. Lhristoph v. N., der jüngere Sohn Hans Ulrichs, hatte in der brüderlichen Teilung Gber-Ruppersdors und Gber-Dderwitz erhalten; am 17. März 1625 wurde er belehnt. Er starb im Jahre 1628, denn seine Witwe Hedwig geb. v. Kpaw a. d. h. Kemnitz — die eine zweite Ehe einging mit Hans Ulrich v. Nostitz auf Hainewalde (vergl. S. 323) — schrieb am 10. Juni 1629h dem Landeshauptmann, ihr Gatte sei „nunmehr fast ein Jahr" verschieden „und hinder ihm ein armes Wepselein über die drei) Ihar seines Ritters vorlassen, welches noch biß dato unbevormundet". Für dieses Waislein, Hans Ulrich v. N., geboren 15. Rpril 1626h, mutete seine Mutter am 3. Juli 1629 die Lehn über Gderwitz. Er kam unter Vormundschaft Georgs v. Loeben aus Milkel und Teicha, der zum Besten seines Mündels die Güter Gber-Nuppersdors und Dber-Gderwitz im Loncursu croclitorum vor dem Rmte Görlitz kaufte. Mündig geworden, wurde Hans Ulrich am 8. September 1648 mit diesen beiden Gütern belehnt. Nach dem Lode seines Vetters und Mündels Hans Christoph (ch im Rugust 1661. Vergl. oben In) fiel dessen Gut Nieder-Nuppersdorf an Hans Ulrich, der am 10. Januar 1662 mit 0 L,oo. 4342, Lehnsregistratur ab anno 1637 — 1667 betr. die Burglehnshäuser zu Nudistin. 2) Gberlaus. Nachlese 1771, S. 346. h Lehnsakten Gderwitz. h Laus. Monatsschrift 1801, I, S. 434. 320 v. Nostitz. diesem Gute belehnt, also nun ganz Ruppersdorf besaß. Km Sonntag Lstomihi l666 s26. Februars erhielt Hans Ulrich von Christoph Ernst v. Gersdorff aus Hainewalde zufolge des Vergleichs wegen des Rretschmar- gutes zu Gderwitz das Fließwasser zu Gderwitz abgetreten und am 23. September 1667 wurde er nun mit der Fließfischerei in Gderwitz belehnt. Hans Ulrich war von 1672 bis zu seinem Tode Rlostervogt von MarienthalH. Km 3. Juni 1680 starb er. Er hatte das Unglück gehabt, aus Unvorsichtigkeit am 20. Kpril 1660 den Rittmeister Friedrich Wenzel v. Rpaw während eines Rittes auf Ruppersdorfer Grund und Roden zu erschießen 2). vermählt war Hans Ulrich mit Maria Elisabeth v. Berge. Km 17. Februar 1660 ließ er sie aus Gber-Ruppersdors und Gderwitz ver- leibgedingenb). Er hatte folgende Rinder (I-III)H: I. Gottliebe Erdmuthe, gestorben zu Mittel-Gderwitz am 18. Februar 1713. II. Elisabeth Sophie, geboren am 16. Juni 1669, gestorben am 1. Kpril 1745, vermählte sich am 19. Juni 1689 mit Runo Lrdmann v. Rlitzing aus Schorbus (geb. 13. Kugust 1662, gestorben 18. Uov. 1710) als seine dritte Gemahlin''). III. Gottlob Lrdmann, geboren am 15. Juni 1665, stand zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter. Km 21. März 1687 erhielt er auf sein Ansuchen, da er im 21. Jahre stehe und also maforennitati proxirnus sei, Veniarn netatis und wurde am 18. Dezember 1687 mit Ruppersdorf und pertinentien belehnt. Km 10. November 1714 schloß er mit Nikol Freiherrn v. Gersdorff auf Hennersdorf rc. einen Tauschvertrag ab. Letzterer überließ Gottlob Erdmann einen aus Henners- dorser (80 von Herrnhut) Grund und Boden gelegenen Berg mit allem Holz und dem Steinbruch nebst einem Stück Wiese, während Gottlob Erdmann dem v. Gersdorff ein Stück des Ruppersdorfer Fließbachs „an den Folgen", 200 Zittauer Ellen lang, abtrat. Km 29. November 1714 erhielt Gottlob Lrdmann einen Erb-, Spill- und Runkellehnbries über diesen Berg. Er starb am 28. Dezember 1742. vermählt war er seit 1687 mit Knna Gertraud Becker v. RosenseldO). Km 28. Kpril 1688 ließ er sie gegen angenommene 2000 Fl. Lhegeld hinwiederum 0 Schönfelder, Geschichte von St. Marienthal, 1834, S. 232. '-) H. R. v. Rpaw, Familien-Lhronik des Geschlechts v. Rpaw, 1870, S. 242; Dornick, Jahrbuch für Hapnewalde, 1858, S. b. ff Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. ff v. Uechtritz a. a. G. I, S. 138. ff Ge. Schmidt, Die Familie v. Rlitzing, Teil II, 1903, S. 164. o) Der Nostitzsche Geschlechtstag vom 21. Februar 1690 zweifelte ihren Adel an. vie Verhandlungen in dieser Angelegenheit siehe in v. Nostitz, Beiträge, S. 84 ff. — Nach Nneschke, Neues Deutsches Adelrlexicon, I, S. 260, erhielt Heinrich Becker mit dem Prädikat v. Rosenfeld im Jahre 1647 den Reichsadelsstand. Tproff, Sächsisches tvappenbuch, IV, Taf. 24 gibt das Wappen. — Eine Johanna Maria Becker v. Rosenfeld war um 1688 vermählt mit Ernst Friedrich v. voering zu Börln. vergl. H.-St.-A. Gen. b.oo. 11246, v. voering, vol. III. v. Nostitz. 321 mit 2000 Fl. zum Gegenvermächtnis, 1000 Talern für die weibliche Gerechtigkeit, 400 Talern wegen Wagen und Pferden und 800 Talern Hausgeld aus sein Gut Ruppersdorf verleibgedingen. Sie starb im Jahre 1731 in Ruppersdorf. Gottlob Erdmann hatte sechs Rinder, von denen vier jung starben. Ls überlebten ihn nur die beiden (1—2): 1. Maria Lharlotte Erdmuth, geboren 12. Rugust 1694, vermählt mit Hans Christoph Gottlob v. Warnsdorf aus Tauchritz. 2. Johann (Hans) Heinrich Gottlob, geboren 30. Rpril l696, hatte von seinem Vater bereits am 3. September: 1729 das Mannlehngut Gber-Ruppersdorf abgetreten erhalten; am 1. Februar 1730 war ihm der Lehnbrief ausgestellt worden. Nach seines Vaters Tode wurde er am 20. Juli 1747 mit den übrigen Gütern, Rieder-Ruppersdorf und Gber-Gderwitz belehnt. Er war Domherr und Senior des Stifts Meißen und starb am 24. Juni 1764. vermählt war er mit Susanna Gttonia Johanna v. Minckwitz, die zu Ruppersdorf am 7. Dezember 1780 starb I. Johann Heinrich Gottlobs Rinder (a —k)I: a) SusannaLrdmuthhenriette, geboren12.Dezember1732, vermählt zu Ruppersdorf 17. Rugust 1767 mit Georg Heinrich v. Brauneck, kurfürstlichem Rammerjunker und Gberforst- und Wildmeister des Erz- gebirgischen Rreises. Sie starb 6. (9.) Juni 1768. b) Gttonia Susanna Johanna, geboren 26. Rugust 1734, gestorben 1766, vermählt mit Georg Heinrich v. Brauneck, der später seine unter a. genannte Schwägerin heiratete. o. Susanna Eleonore Taroline, geboren 1735, vermählt zu Gttenhain 6. (Oktober 1766 mit Tarl Rugust Leopold v. Berge auf Gttenhain. cl. Wilhelmine SusannaFriederika, geboren 9.Juli 1737, gestorben im Rlter von 1 Jahr. e. Johann Gottlob Lrdmann, geboren 1., getauft 3. Juni 1740, erhielt in der brüderlichen Teilung vom 13. März 1770 Gber- Ruppersdors und Gber-Gderwitz nebst dem psarrlehn und Rirchlehn zu Gber-Gderwitz, ferner den halben Rretschamsverlag zu Ruppersdorf und freien Vierschank auf zwei Rretschamen zu Gber-Ruppersdorf, dann drei Bauern, fünf Gärtner und drei Häusler, von Nieder- zu Gber- Ruppersdors geschlagen. Rm 1. Dezember 1772 wurde er belehnt. Lr erwarb ferner am 18. Rpril 1785 sub basta das Gut Niethen (I4bIO von hochkirch, 080 von Bautzen), bisher im Besitze Rdolph Fabians v. ponickau, für 7585 Taler und erhielt am 8. September 1786 die Belehnung mit dem Gute und der Niethener Mühle. Rm 28. September 1807 verkaufte er Niethen an Carl Gtto Gustav v. Schindel. Johann Gottlob Lrdmann kaufte am 3./5. Mai 1802 die Erb- und Rllodialritter- güter Lehn und Jauernick (dlM von Löbau) für 50 000 Taler von Ferdinand Traugott prenzel v. Vucherseld, wurde am 3. September 1802 tz Ihr Nekrolog im Laus. Magazin 178l, 5. 55. 2) Lbenda, sowie v. Uechtritz a. a. D. I, 5. 140. 21 -r 322 v. Nostitz. belehnt, verkaufte aber den Besitz bereits am 10. September 1806 wieder an Larl Gtto Gustav v. Schindel. Wenige Jahre später, am 4. Januar 1809, kaufte Johann Gottlob Lrdmann das Rittergut Nieder-Gtteu- hain (880 von Löbau) für 42000 Taler und erhielt es am 15. März desselben Jahres zu Lehn verreicht. Der König von Sachsen bewilligte, Dresden den 24. (Oktober 1809, die erbetene Trbverwandlung dieses Rittergutes gegen einen zu entrichtenden jährlichen Kanon von 50 Talern. In Bautzen hatte er sich durch die im Jahre 1799 erfolgte käufliche Erwerbung des sogenannten Görlitzer Landhauses nebst der Lippitsch scheu Baustelle zum Preise von 2200 Talern ansässig gemacht. Johann Gottlob Lrdmann war seit 1765 Rmtshauptmann im Kammerkollegium zu Dresden, seit 1771 adjungierter Gegenhändler im Markgraftum (Oberlausitz, später Rmtshauptmann. Er starb an Entkräftung am 12. Juni 1811 und wurde am 15. in der Familiengruft in Ruppersdorf bestattet. Er war unvermählt. In seinem am 15. Januar 1808 errichteten Testament setzte er zu Erben seines Vermögens ein die von seiner verstorbenen Schwester Frau Susanna Eleonore Taroline v. Berge, geb. v. Nostitz, hinterlassenen Kinder. k. Johann Earl Rdolph, geboren 18., getauft 22. November 1747, studierte seit 1764 in Leipzig und erhielt aus sein Rnsuchen am 19. März 1766 Vernum uetutish. Er erhielt in der brüderlichen Teilung vom 13. März 1770 das Mannlehngut Nieder-Ruppersdors, ferner das Erb-, Spill- und Kunkellehnstück, den „henuersdorfer Berg" nebst dem Steinbruch. Nach dem Tode seines Bruders Johann Gottlob Lrdmann (ft 12. Juni 1811) erbte er dessen Güter Gber-Ruppersdors und Dber-Gderwitz und wurde am 29. Juni 1811 mit ihnen belehnt. Johann Earl Rdolph verkaufte Nieder-Ruppersdors im Jahre 1809 an seine Nichte Henriette Tharlotte Wilhelmine v. Berge; am 18. Februar 1812 verkaufte er ihr auch Gber-Ruppersdorf. Er starb zu Ruppersdorf als königlicher Kammerherr am 19. Mai 1821. vermählt hatte er sich am 31. März 1812") mit Henriette Eharlotte Wilhelmine v. Berge, geboren am 2., getauft am 6. Januar 1771 ft, der Tochter seiner Schwester. Sie schloß am 22. (Oktober 1826 eine zweite Ehe mit Rugust Rudolph v. Jeschki und starb am 28. Januar 1829. Mit Johann Earl Rdolph v. N. erlosch das Haus Unwürde im Mannesstamme. Seine einzige Tochter Thuiska v. N. vermählte sich mit Tarl Wilhelm Traugott v. Maper. h Lein im Iahre 1765 eingereichtes Gesuch um Vsnium aotstis unterstützte seine Mutter, indem sie bescheinigte, . . . „daß mein Lohn Johann Larl Rdolph v. N. seit Michaelis 1764 bis hierher, als so lange er aus meinem Hause auf der Universität Leipzig sich befindet, die Gelder, welche ihm zu Fortsetzung seiner stuäiorum zeithero übersandt, wohl und behufflich angewendet, weder sorglos damit umgegangen, noch sonst auf unanständige Meise damit dissipiret; wie ich dann von seinem gesetzten Gemüthes Charaktere die zuversichtliche Hoffnung fasse, daß er auch künftighin sein vermögen so halten und gebrauchen werde, wie es einem guten patri tsmilius eignet und gebühret". . . Lehnsakten Ruppersdorf. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 4Z, S, 405. h Laus. Magazin 1771, S. 68. v. Nostitz. 323 Johann Carl Adolph machte sich um sein Geschlecht verdient durch Errichtung einer Stipendien- und Unterstützungssundation laut Testaments vom l7. Dezember 1817 h. II. Nebenlinie Hainewalde. Christoph v. N., der jüngste Lohn Christophs auf Hainewalde, Ruppersdorf, Dber-Gderwitz, besaß Hainewalde, Hörnitz und den von Gderwitz zu Hainewalde gehörigen Anteil. Er starb im Jahre I6I I mit Hinterlassung eines Sohnes Hans Ulrich. Dieser Hans Ulrich wurde im Jahre 1620, weil er sich trotz mehrfachen Zitationen nicht in Bautzen gestellt hatte, vom Hofrichter unter Zuhilfenahme von dreißig Zittauer Bürgern nachts gefangen genommen und nach Löbau gebracht, von wo ihn Bürger dieser Stadt weiter nach Bautzen transportierten h. Am 29. Juli 1622 wurde Hans Ulrich mit Hainewalde belehnth. Auf diesem seinem Hose zu Hainewalde entleibte er am 14. Dezember 1622 den bei ihm zu Gast weilenden Hans Bernhard v. Gersdorff auf Bischdorf „nach gehaltener Abendmahlzeit in vollem Crunck" durch einen Stich mit dem Hirschfänger, entfloh hieraus und verglich sich später mit den Angehörigen der Familie des Getöteten^): Er trat nämlich Hainewalde an Christoph v. Gersdorff ab und erhielt dafür von diesem das Gut Nostitz (dl von Löbau), mit dem er am 19. Ntärz 1625 belehnt wurde, von seinen Kreditoren kaufte dieses Gut Nostitz 1638 Frau Anna Maria v. Cuppau, geb. v. Nechenberg. Hans Ulrich starb vor dem Jahre 1641h. vermählt war er in kinderloser Ehe mit Hedwig v. Kyaw a. d. h. Kemnitz, der Witwe seines Vetters Christoph v. N. auf Ruppersdorf (Siehe oben I, Nebenlinie Ruppersdorf, S. 319). Mit Hans Ulrich erlosch also die Nebenlinie Hainewalde. 2. Hauptlinie Großschönau-Seidenberg. Hartwig v. N. h, ein weiterer Sohn vr. Ulrichs v. N., wurde im Jahre 1536 geborenh, studierte in Löbau, Zittau, in Goldberg unter Trotzschendorf, dann in Mittenberg unter Melanchthon, trat in Kriegsdienste, hielt sich am holsteinschen und Dänischen Hofe aus, kämpfte gegen die Türken und kehrte hierauf in die Heimat zurück. Cr besaß die väterlichen Güter Großschönau (V/ von Zittau) nebst Vertsdorf 0 v. Nostitz, Beiträge, L. 56. 2) Pesch eck a. a. . der 15. Dezember 1625 genannt ist. vornick a. a. D. 5. 4. >>) Liehe die Gedächtnisschrift auf ihn in der Neuen Laus. Monatsschrift 1805, II, S. 154 ff. h §. Th. Richter, Darstellung von Groß- und Neu-Schönau, 1857, §. 115. 21 * 324 v. Nostitz. (080 von Großschönau). Km 14. Januar 1587 verkaufte er beide Güter an den Kat der Stadt Zittau für 26 000 Taler*) und behielt sich nur ein Stück Holz auf dem wüsten Vorwerk an der lvarnsdorfer Grenze zurück. Seinen Geschlechtsvettern gelang es nicht, den verkauf, mit dem sie durchaus nicht einverstanden waren, rückgängig zu machen: Kaiser Rudolph II-, an den sie sich in dieser Angelegenheit wandten, erteilte ihnen einen ungünstigen Bescheid. Hartwig zog sich auf sein Gut nach Warnsdorf (IOV von Großschönau, in Böhmen), das er von Barbara v. Leimar erkauft hattet, zurück und starb hier am 12. März 1607. In Großschönau wurde er bestattet^). vermählt war er mit Tatharina v. ponickau a- d. h. Elstra und hinterließ fünf Söhne und eine Tochter. Die fünf Söhne waren: I. Ulrich. II. Lhristian. Siehe unten. III. Lonstantin, starb 1630 bei einem Caspar v. Gersdorff zu Kottmarsdorsh. IV. Eustachius. V. Gottfried. Über Eustachius fehlen alle weiteren Nachrichten. Ulrich war ein gewandter lateinischer Poet: 1619 ließ er in Zittau das Lutherlied „Line feste Burg" in lateinische Distichen umgesetzt, im Druck erscheinen h. Er starb vor dem Sommer 1627, denn am 10. Juni dieses Jahres wurden seine Brüder Christian und Lonstantin mit dem Gute des verstorbenen Bruders Klein-Schweidnitz (8 von Löbau) belehnt. Gottfried wird als damals abwesend bezeichnet. II. Lhristian v. U., geboren im Jahre 1584, wurde kaiserlicher Rat, Kämmerer und Dberamtskanzler in Ober- und Nieder-Schlesien, auch fürstlich Münsterberg-Bernstädtischer Rat. von seinem Bruder Lonstantin kaufte er 1627 dessen Anteil an Klein-Schweidnitz. Den Anteil seines verstorbenen, stark verschuldeten Bruders Ulrich an Klein- Schweidnitz hatten dessen Kreditoren Lhristian verkauft, der später allein das Gut besaß und es 1638 an Leonhard Schlieben veräußerte. Schon vorher hatte Lhristian das Gut (Huatitz (dUIO von Bautzen) an sich gebracht. Er hatte es gegen Abtretung seines in Warnsdorf befindlichen Gutes und Zahlung einer gewissen Geldsumme erworben und es war ihm am 15. September 1613 vor dem königlichen Gberamt zu Lehn verreicht worden. Es waren aber der Lehnbrief u. a. Urkunden dem neuen Besitzer während der Kriegsunruhen „verrückt" und abhanden gekommen, so daß Lhristian am 6. September 1622 abermals mit dem früher im Besitz Anshelms v. Logau befindlich gewesenen Gute (Huatitz belehnt wurde, wie „es ermelter der v. Loga von seines verstorbenen 9 Die Verkaufsurkunde bei Richter a. a. G. 5. 405, Nr. XXII. 2) N. Palme, Warnsdorf mit seinen Denkwürdigkeiten, 1852, 5.21. tz Daselbst befindet sich noch sein INonument. Nbgebildet bei Palme a. a. V. Tafel bei 5.21; beschrieben bei Gurlitt a. a. V. kfeft 29, Zittau-Land, 5. 21. tz Müller, Mspt. Heft m, §. 5 . b) Rbgedruckt in v. Nostitz, Beiträge, 5. 155. v. Nostitz. 325 Weibes Frauen Eleven, gebornen Rostizin seligen hinterlassener Erben Vormunde mit guttem Titul und Tonsens des königlichen (Ober Ambts damals erkauft, geruhiglich innen gehabt, genossen und gebraucht oder mit Billigkeit hette besitzen, genießen und gebrauchen mögen." Im Jahre 1630 verkaufte Christian das Gut Esuatitz an den Landeshauptmann und Gberamtsverwalter Adolph v. Gersdorff. Lhristian kaufte, Wien den 26. Mai 1630, von Kaiser Ferdinand II. die ehemals dem „Achter" Thristoph Freiherrn v. Ködern gehörig gewesene, nach der unglücklichen Schlacht am weißen Berge vom Kaiser eingezogene Herrschaft Leidenberg (880 von Görlitz) mit allen Lin- und Zugehörungen, After-Lehen, Dorfschaftev, Vorwerken') für 46 000 Gulden, jeden zu 20 Argent gerechnet. Er nahm seinen Sitz auf dem Schlosse zu Reibersdorf (0 von Zittau)"). Als neuer Herr der Herrschaft bestätigte er zunächst am 26. Juni 1630 die Privilegien des Städt- leins Seidenbergs er erteilte ferner in den folgenden Jahren der Schneiderinnung, den Tuchmachern, den Weißbäckern und psefferküchlern eine Bestätigung ihrer Artikel und Privilegien, erlaubte den Bürgern Seidenbergs frei mit Garn zu handeln und Leinwand zu wirken u. s. w?). Christian war katholischer Konfession. Kaiser Ferdinand II. erhob ihn, Wien den 18. Juni 1631, in den FreiherrnstandH. Christian unterschrieb am 27. August 1654 das Lehnspaktum"), er beteiligte sich an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen am 16./26. Juli 1657°). Am 27. Dezember 1660 früh zwei Uhr starb er. vermählt war er mit Barbara geb. v. Ziegelheim, die am 16. Dezember 1662 starb. H . . . „jedoch außerhalb des Streits mit der Stadt Zittau wegen des Drau Urbars und dann mit deine v. Haugwitz wegen des Guts Vppelsdorf, jo vorige Herrschaft eingezogen, wie auch ein Stücke Waldes, der Tzschaw genannt, welchen der hochgeborne, Unser lieber Dheimb, Fürst: Vbrister, General veldt Heubtman und des Vcean: und Baltischen Meers General Nlbrecht Hertzog zu Mechelburgk, Friedlandt und Sagen, nacher Friedlandt gezogen und er, Nostitz, selbsten zu berechtigen und auszuführen übernohmben". Lehnsakten Seidenberg (viehsa). H Kloß, Seidenberg, S. 60. H verzeichniß Vberlaus. Urkunden II, S. 303, 306, 3l7. H In dem an den Kaiser gerichteten Gesuch um die Standeserhebung, „ver- muthlich von Lhrisiiano selbst" (im Nrchiv zu Reibersdorf) heißt es u. a.: l. es sei unschicklich, daß „par in parsm utpots nobiiis in nodilern lrabsat Imperium", weil seine Vasallen in der Herrschaft Seidenberg als Ndelige ihm als ihresgleichen das Homagium prästiren müßten; 2. Vb ihm zwar die präcedenz in sessions als einem Lanosliarin reserviert, dennoch wann in absentia des Vberamtsverwalters die Käthe in der Gberamtsstelle sich befinden und die Parteien das Prädikat Wohl- geboren, maßen allzeit zu geschehen pfleget, zu prämittiren pflegen, ich hiermit in loco präponiret und in titulo postponiret werden will. 3. Nmbiret übrigens in diesem Schreiben die vakante Keichshofrathsstelle dergestalt, daß er auch zugleich bei der Böhmischen Hofcanzlei bei Deutscher Bxpsäition aufwarten möge. „Oasterum, sagt er, psrinäs inilri sst, sivs in boo, sivs in alio oiüoio vivarn, moäo Oaesari bene serviam". B. I. 30, Mspt. 1. Teil, S. 130 ff. °) Vberlaus. Lollections-Werk, I. Bd., S. 1055. °) Vberlaus. Nachlese 1771, S. 345. 326 o. Nostitz. Christian hatte folgende Kinder (I —VII)H: I. Otto. Siehe unten. II. Stax Nbraham, gestorben 21. Juli 1631. III. Helena, vermählt 1650 mit Georg Ernst v. Tschirnhaus auf Rothlach. IV. Hartwig Ulrich, wurde Mönch: „Uaränn§iu8 Väalricus Freyherr von Nostitz" bekannte, Gömming den 2. Mai 1656, daß er, „deß Heyligen Lartheuser Ordens blovitius deß Lrzherzoglichen Stisfts und Earthauß bei Unser Lieben Frauen Thron genannt, zu Gömmingen in Ostreich ... zur Vermehrung der Göttlichen Mayestedt, Ehr und Dienstes" dem Kloster vor seiner Profession abtrete und vermache „all und jede Lrbschafftsforderung, so mir aniezo oder inß künfftig rechtlich zusteht und gebührt oder angebühren wierdt und solle, es sey gleich von meinem Herrn vattern, Frau Muettern, Herrn Bruedern, Schwestern oder andern meinen Herrn Besreundten, wie die Nahmen haben mügen". . . Nus Ansuchen des Priors Nicolaus des Klosters zu Gömming im Erzherzogtum (Oesterreich unter der Enns intervenierte Kaiser Leopold, Wien den 6. Juli 1666, beim Kurfürsten von Sachsen wegen Überantwortung des Nostitzschen Vermögens an das Klosters. V. Julius Nugustus, geboren 28. Oktober 1633, als kaiserlicher Offizier am 8. Juni 1659 erschossen^). VI. Nnna Tatharina, vermählt 19. Mai 1660 mit Wolf lvladislaw Freiherrn v. Schleinitz. VII. Maria Sidonia, starb 19. Mai 1665 unvermählt. Sie, „das noch unausgestattete Fräulein v. Nostitz", klagte gemeinsam mit ihren Schwägern Wolf Wladislaw Freiherrn v. Schleinitz und Georg Ernst v. Tschirnhaus, diese in ehelicher Vormundschaft ihrer Gattinnen, im Jahre 1664 beim Kurfürsten gegen ihren Bruder und Schwager Otto Freiherrn v. N. aus Seidenberg wegen ihrer Ehe- und Nusstattungsgelder und der mütterlichen Erbschaft^). I. GttcV) pflanzte den Stamm fort. Er ging in Kriegsdienste, zog gegen die Türken zu Felde, wurde Oberst zu Noß, hielt sich viel am kaiserlichen Hose zu Wien auf, empfing 1676 die Würde eines kaiserlichen Rats und wurde am 2. Nugust 1679 in den Neichsgrasenstand erhoben. Er folgte seinem Vater im Besitz der Standesherrschaft Seidenberg und bestätigte am 5. Juni 1662 die Privilegien des Städtleins°). Lr war eifrig bedacht aus Wahrung seiner Rechte. So kam es zwischen ihm und seinen Untertanen aus den fünf Ortschaften Reibersdorf, Gppels- dors, Markersdorf, Dber-Weigsdorf und Dörsel im Jahre 1664 zu einem tz Larpzov a. a. D. II, Taf. VIII, 5. 79. h H.-St.-N. Boe. 9536, Vas 3. Buch Vberlaußnitzischer Landes- und Polices- Sachen ao 1663-79, Zol. 203 ff. °) Müller, Mspt. III. Heft, S. 5. h H.-St.-N. Boe. 9521, Vberlaus. Justizsachen, vol. XV. h vergl. Kloß, Seidenberg, S.61: §. N>. E. Mende, Chronik von Seidenberg, S. 38. °) verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, S. 326. v. Nostih. 327 Prozeß wegen rückständigen Lohnes, Erlassung der Gefängnishaft, der Vaufuhren, verweigerter Jagd und Haltung der Jagdhunde, wegen des Abzugsgeldes und Hochzeitsbieres u. s. w. I. Und Streitigkeiten zwischen ihm und Seidenberger Handwerksleuten zogen sich von l682 an Jahre lang hin^). Gtto schenkte am 21. September 1685 dem Wolf Albrecht v. Loeben aus Schönberg das Uirchlehn zu Küppers. Um 21. Januar 1689 starb Gras Gtto zu Reibersdorf und wurde daselbst bestattet. Lr hatte sich vermählt: I. mit Unna Sophia v. Gersdorss, Tochter Balthasars v. G. aus Maltitz und seiner Gattin Maria Sophia geb. v. Ryaw. Die Ehestiftung fand statt im Dezember 1657. Sie starb am 16-September 1662 nach der Geburt ihrer Tochter Unna Sophia; II. mit Maria Susanna Francisca Freiin v. Teufsel. Graf Mto ließ dieser seiner zweiten Gattin am 29. September 1666 vor dem kurfürstlichen hosgericht in Görlitz 30 000 Gulden ihm zugebrachte Ehe- u. a. Gelder, wie auch 20 000 Gulden Gegenvermächtnis, zusammen also 50 000 FI. aus die Herrschaft Seidenberg als eine Übergabe unter den Lebendigen versichern. Sie übergab ihm gleichzeitig, gleichfalls durch eine Übergabe unter den Lebendigen, nicht allein ihre sämtliche Gerade, sondern auch ihr anderes übriges vermögen, desselben nach ihrem Todesfall eigentümlich sich anzumaßen. Jedoch bedang sie sich aus ihre Lebtage den Nießbrauchs. Graf Mto hatte in erster Ehe drei, in zweiter zwei Rinder. Ls sind nur die Namen der drei Rinder erster Ehe bekannt (1—3)^): 1. Thristian Gottlob, geboren 3. Juli 1659, gestorben 24. April 1679 als kaiserlicher Rornett. 2. Gtto Ferdinand Leopold. Siehe unten. 3. Anna Sophia, geboren 16. September 1662, gestorben 16. August 1682. 2. Gtto Ferdinand Leopold Gras v. N., geb. 20- (29?) November 1660, erbte die Standesherrschast Seidenberg. Am 15. November 1691 kam zwischen ihm und der Gemeinde Seidenberg ein Vertrag zustande wegen des Bierschanks, wegen rückständiger vier hostage, wegen Loslassung der Untertanen rc.°). Seinen Geschlechtsvetter Johann Taspar v. N. auf Jänkendorf, Rödersdorf, Raana (vergl. 5. 337) entließ er am 12. Mai 1692 derjenigen Lehnspflicht, womit er ihm als dem Lrb- und Lehnsherrn der tz H.-St.-6. Gen. Uoo. 11361, Nostitz, vol. IV. 2) weinart, Rechte und Gewohnheiten, I. Teil, S. IIY. ch Verzeichnis Dberlaus. Urkunden II, 5. 344. tz H.-St.-R. Gen. Uoo. 11359, Nostitz, vol. I. weiter heißt es da: „Nlß nun nachgehends zwischen ihnen beiden einig Unvernehmen entstanden und jedes Theill zu Verhüttung ferneren Zwitrachts vor sich allein zu bleiben resolviret, hat der Grass von Nostitz seiner Frawn Gemahlin vermöge eines am 24. Iunii 1672 in Gegenwart gewisser Bepstandes-Freunde getroffenen Vergleichs jährlichen acl ciiss vitas 1225 Fl. Rlimentation- und Pachtgelder auf zwei) Termine, als 5. Galli und 5. Georgi von denen Stadtgerichten in Seydenberg unverhinderlich zu erheben und in Präge zu empfangen verwilliget, so ihr auch jederzeit gereichet worden, biß lezlich der Herr Graff ein und anderen Termin unter Vorschützung erheblicher Ursache abfolgen zu lassen sich geweigert hat". b) Tarpzov a. a. V. II, Taf. VIII und IX, S. 79. >>) verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, S. 348. 328 v. Nostitz. Herrschaft Leidenberg wegen seines darin inkorporierten Mannlehngutes Raana zugetan und verbunden warH. Gras Gtto Ferdinand Leopold verkaufte, Dresden den l9./2y. März 1694, die Herrschaft Leidenberg samt dem Städtchen Leidenberg, Reibersdorf, Gppelsdors, Markersdorf, Dorsel, Gber-lveigsdorf, Dornhenners- dors der Frau Magdalena Sibplla Reichsgräfin v. Rochlitz. Der Rauf ging zurück, worauf er die Herrschaft Leidenberg am 24. Juni 1694 Hans Haubold v. Einsiedel veräußerte. Gras Gtto Ferdinand Leopold vermählte sich mit Victoria Eleonore geb. Herrin v. Lchssau a. d. H. Stranhos in Böhmen, die ihm 12 000 Taler Lhegeld mitbrachte und am 22. Dezember 1689 aus der Herrschaft Leidenberg verleibgedingt wurde. Sein Lohn Adolph Johannes Felix Josephus Franciscus Antonius Wenceslaus wurde am 15. Januar 1691 geborenH. Mit dem Grasen Gtto Ferdinand Leopold v. N. hatte die Dber- lausitzische Linie Großschönau-Seidenberg ausgehört zu bestehen. 3. Hauptlinie Unwürde. Joachim v. N., ein Sohn vr. Ulrichs, erhielt in der brüderlichen Teilung das Haus aus dem Vurglehn zu Bautzen. Nachdem sein Bruder Hans ohne Erben gestorben war, überließen die übrigen Brüder dem Joachim das Gut Unwürde (14 von Löbau) nebst den dazu gehörigen Dörfern. Am 18. Juli 1577 erhielt Joachim das Gut Dolgowitz (140 von Löbau) verreicht, das er von Hans v. Gersdorff zu Paulsdorf erworben hatte; ferner wurde er am 28. Juli 1580 belehnt mit vier Bauern, vier Gärtnern und einem Häuschen zu Rosenhain (140 von Löbau), erkauft von Asmus v. Gersdorff zu Lautitz H. Joachim starb im Jahre 1603H. vermählt war er mit Anna v. Temritz und hinterließ eine Tochter Margarethe, die sich mit lvenzel v. Hundt ausRausse rc. vermählte ^). Dieser erwarb von seiner Schwiegermutter im Jahre 1605 das Gut Unwürde. H H.-St.-N. Uoo. 9549, Vas 12. Buch (vberlaus. Lehens-Sachen, 1682 — 1706, Fol. 10 ff. Graf Vtto Ferdinand Leopold gestattete dem Johann Caspar v. N., rations ksuäi und jurisäietionis sich hinzuwenden, wohin er wolle, vie Rauch- und Mundgutsteuern von sieben Rauchfängen, die auf Raana hafteten, sollten dem Görlitzer Steueramt zugeschrieben werden, vie kvbergerichte überließ Graf v. N. seinem Geschlechtsvetter, vie Ritterdienste, zwei Nägel, waren nach wie vor nach Seidenberg zu leisten, ver Rurfürst befahl, Dresden den 3./13. Dezember 1694, die Konfirmation des Vertrages, jedoch sei der Passus hinzuzufügen, „daß bei Unserem Nmte Görlitz derselbe jI. T. v. Nostitzj und folgende Besitzers die unmittelbare Jurisdiction erkennen, über besagtes Gut Tana und annsxa jura dem Herkommen und Unterscheid der Fälle nach die Lehn iederzeit auf behörige maße und wie sichs gebühret, von Fällen zu Fällen geziemend suchen, dieses Gut auch bep dem Görlizischen Lreyse künftig iminsäiats, wie es bishero in oorpors der Herrschaft mscliats gewesen, der allgemeinen Mitleidung wegen gleich andern unmittelbaren Rittergütern verbleiben solle" . . . 2) Larpzov a. a. kV. II, Taf. VIII, IX, S. 79. H.-Lt.-R. Noo. 9550, Registratur der Lehen rc., Fol. 10, 17. ff Müller, Mspt. III. Heft, S. 2. ff Das Grabdenkmal Wenzels v. H. und seiner ersten Gattin Margarethe v. N. ist abgebildet in B. vengler, Geschichte einer vorfkirche (Rausse), 1903, S. 37. v. Nostitz. 329 So starb mit Joachim v. N. die Hauptlinie Unwürde wieder aus und das Gut ging aus v. Uostitz schein in andern Besitz über. — II. Haupthaus Lunewalde. Hans v. N., ein Bruder Br. Ulrichs, begründete das Haupthaus Lunewalde. Hansens Söhne waren Nikol, Hartwig und Hans d. I. Kurfürst Nugust von Sachsen bekannte am 21. August 1559, daß diese drei Gebrüder v. N. als Lehnsträger, ferner Neinhold, Thristoph, Hartwig, Hans, Joachim und Otto Gebrüder v. N. als mitbelehnte Vettern das Gut Ober- und Nieder-Tunewalde (^V von Löbau, 80 von Bautzen), das der Vater der drei zuerst genannten Gebrüder von Fabian v. Uechtritz, Heinrich v. Schlei) und Hans v. Gaußig an sich gebracht habe und mit dem er vom Meißner Bischof Johann VIII. belehnt worden sei, besitzen und belehnte sie damit. Von den väterlichen Gütern erhielt Nikol das Gut vehsa (bl>V von Löbau): Siehe 1. Linie vehsa; Hans d. I. Lunewalde: Siehe 2. Linie Lunewalde. Über Hartwig fehlen weitere Nachrichten. 1. Linie vehsa. Nikol v. N. auf vehsa, Sohn Hansens, ein gelehrter Herr, Kammer- Appellations- und Justitienrat des Kaisers Ferdinands I., Maximilians II. und Nudolphs II., starb am 23. März 1590 in Prag, vermählt war er mit Ursula v. Salza, die zu Bautzen am 12. Juni 1627 morgens um zehn Uhr starb H. von Nikols Kindern sind uns bekannt zwei Söhne und eine Tochter. Diese, Anna, geboren aus dem Hause vehsa im Jahre 1569, starb am 18. Juni neuen Kalenders 1642, Mittwoch nach Trinitatis, abends gegen neun Uhr, „ihres rühmlichen Lhrist-Adelichen Jungfräulichen Alters 73 Jahr""). Nikols zwei Söhne waren Hartwig und Hans Ernst, die 1601 ihr väterliches Gut vehsa an Heinrich v. N. und Noes (vergl. S. 275) verkauften ^). 2. Linie Lunewalde. Hans d. I. v. N., ein anderer Sohn Hansens aus Lunewalde, begründete die Linie Lunewalde. Zu dem von seinem Vater ererbten Gute Lunewalde kaufte er hinzu das Stück und den Anteil, den Peter v. Haugwitz nach seines Vaters Tode in brüderlicher Teilung erhalten hatte. Am 12. August 1578 wurde Hans d. I. mit diesem Besitz, am 2. Oktober 1592 mit Ober- und Nieder-Lunewalde belehnt. Er besaß auch Weigsdorf (^V von Lunewalde). Hans d. I. starb am 26. Februar 0 Ioh. Martini, Nrchidiakonus in Bautzen, „^.neora tiäei immota, Festhaltender Glaubens klncker eingesencket in das tieffe Meer der Bluttriefenden Wunden Jesu Christi", Leichenpredigt auf 5lnna v. Nostitz, 1658. 2) Ebenda. Ihr Geburtsjahr ist in dieser Leichenpredigt irrtümlich, anstatt in das Jahr 1569, in da; Jahr 1573 gelegt worden. Wagner, Budissinsche Drab- und Gedächtnis-Mahle, 1697, S. 17, 19, gibt richtig 1569 als Geburtsjahr an. 3) Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 105. 330 v. Nostitz. 1612, 70 Jahre alth. Danach war er also im Jahre 1542 geboren, vermählt war er: l. mit Tloelia v. Gersdorss a. d. h. Hennersdorf, gestorben am 6. Dezember 1584 früh um sieben Uhr"), Tochter des Volten v. G. und seiner Gattin Ursula geb. v. Lzettritz. Der Bruder der Frau Lloelia, Balten Nikol v. G. hatte vor seinem Tode 1681) dieser seiner Schwester und seiner INutter einige Bauern, die Mühle und Teiche zu Groß-Nadmeritz (8 von Görlitz) hinterlassen"). Seine Mutter verzichtete aber aus den Besitz zugunsten ihres Schwiegersohnes Hansens d. I. v. N., der nunmehr am 24. Upril 1582 in Görlitz mit diesem Besitz belehnt wurde. Hans d. I. vermählte sich: II. mit Tatharina geb. v. Nostitz a. d. h. Noes, die am 31. Januar 1608 starbh. Tr hinterließ aus jeder seiner beiden Ehen je zwei Söhne (I —IV): I. Hans Nikol. Siehe unten. II. Thristoph. Siehe unten. III. Nikol. Siehe S. 331. IV. Hans Heinrich. Siehe S. 332. Diese vier Gebrüder v. N. einigten sich nach ihres Vaters Tode dahin, daß an Hans Nikol Gber- und Mittel-Tunewalde, an Nikol Nieder-Tunewalde und lveigsdors fallen solle, während die beiden anderen Brüder mit Geld abgesunden wurden. Sie baten 1614 darum, einem jeden über seinen Unteil an Tunewalde die Lehn zu verreichen und gleichzeitig allen vier Brüdern zugleich die gesamte Hand am ganzen Gute. I. Hans Nikol v. N., der ältere Sohn erster The Hansens d. I., hatte also Gber- und Mittel-Tunewalde in der Teilung erhalten. Um 7. Juni 1619 Unterzeichnete er mit das Lehnspaktum"). Tr wurde Landesältester des Vautzner Kreises und nahm teil an der Gesandtschaft der Stände an den Kaiser zum Zweck der Uussöhnung im Sommer 1622°). Hans Nikol, der die Würde eines Uppellationsrats im Königreich Böhmen erlangt hatte, überließ zufolge Tauschvertrags vom 1. Juli 1627 sein Gut Gber-Tunewalde Joachim v. Ziegler gegen dessen Besitzung Nokitnitz im Kreise Königgrätz in Böhmen'). Hans Nikol war vermählt mit Unna v. Nostitz a. d. h. Hainewalde"). Nachkommen sind nicht bekannt. II. Thristoph v. N., der jüngere Sohn erster The Hansens d. I., hatte gemeinsam mit seinem leiblichen Bruder Hans Nikol das Gut Groß- Nadmeritz geerbt. In brüderlicher Teilung fiel es an Thristoph, der am 22. September 1616 damit belehnt wurde "h am 12. Juni 1620 erhielt tz G. Lhph. Lchläger, „Leben und wohlthat", Geburtstagsschrift für seinen Vater, 1726, ß 16, N. — Hans h ^ y. N. ist von uns Bd. I, S. 463 versehentlich auf ksainewalde, anstatt auf Lunewalde angesessen, bezeichnet worden. 2) Ihr Epitaph befindet sich an der Nutzenwand der Kirche zu Nadmeritz. h Diese Stücke hatte der Vater valten Nikols v. G., valten v. G. von Georg v. Ivarnsdorf zu Kuhna zu Lehnrecht gekauft. 4) Lchläger a. a. ) Verzeichnis Gberlans. Urkunden, II, 5. 288. 2) Großer a. a. oe. 9545, verzeichnüss der Lehen -c., Zol. 305b. 2) Laus. Magazin 1773, S. 157. ft kf.-5t.-A. 1.00.9547, Drittes Buch Dberlauf. Lehnssachen 1651—67, 5.153. ft Dberlaus. Lollektions-IDerk! I, 5. 1056. ft Dberlaus. Nachlese 1771, 5. 345. ft IDeinart, Lehnrecht des Markgrafthums Gberlausitz, II. Teil, 1788, 5. 305. ft v. Nostitz, Beiträge, 5. 195. ft Ahnentafel Laspar Gottliebs r>. N. im 5tieber-Museum in Bautzen. 'ft h.-5t.-A. Gen. Boo. 11328, Lest. 'ft Leichenpredigt auf Ivolf Abraham r>. Gersdorff. v. Nostitz. 335 e. WolfKaspar, geboren 1624, gestorben 165t ohne Deszendenz. 6. Hieronymus, geboren 1625, gestorben 1636 ohne Deszendenz. e. Elias, geboren am 12. November 1626 h, stand zunächst in Schwedischen Kriegsdiensten, überkam von seinem Vater die Güter Iviesa und Thiemendorf, Nieder-Nengersdors und Klein-Krauscha. Er starb am 7. September 1672. Vermählt war er seit dem Jahre 1655 mit Nnna Latharina v. Nostitz a. d. h. haugsdors, geboren am 2. Juni 1631, gestorben am 24. Dezember 1683 (vergl. S. 312). Elias hatte vier Löhne und, soweit bekannt, eine Tochter (1—5): 1. Dorothea Sabina, X 22. Mai 1674 mit Tarl Gottlob v. Nostitz aus preititz, halbendors (vergl. S. 278). Sie starb zu Bautzen am 12. Februar 1699. 2. Friedrich Ndolph, * 1657, ch 15. Nugust 1657h. 3. Friedrich Gottlob, * 1661, 's 1662. 4. Johann Hartwig. Siehe unten. 5. Wolf Laspar, * 1666, ch 8. Juli 1668. 4- Johann Hartwig v. N. pflanzte den Stamm fort. Geboren am 23. Dezember 1662, war er von 1680 — 82 Schüler des Zittauer Gymnasiums ^), studierte in Leipzig und Wittenberg, erbte die väterlichen Güter Iviesa, Thiemendorf, Nieder-Nengersdorf und Klein-Krauscha. Zu Weihnachten 1704 kaufte er von Laspar Gottlob v. Theler für 10700 Taler das Gut Wendisch-Paulsdors (blO von Löbau). Nm 22. Nugust 1705 belehnt, verkaufte er das Gut am 28. Mai 1709 an den Hauptmann Hans Laspar v. Berge für 8 500 Taler inkl. Schlüsselgeld. von seinen väterlichen Gütern hatte er Thiemendorf 1694 an Johann Laspar v. N. auf Jänkendors (vergl. §. 337) verkauft. Nieder-Nengersdors und Klein-Krauscha überließ er am 13. Juni 1715 der Frau verw. Geheimrätin Helena Tugendreich v. Knoch, geb. v. Warnsdorf für 26 500 Taler, übernahm dafür an demselben Tage deren Gut Dittmannsdorf (IM^V von Neichenbach) und erhielt noch die Summe von 14 500 Talern herausgezahlt. Johann Hartwig starb als Assessor' fuctieii oräinarii am 14. Npril 1728 und wurde zu Neichenbach bestattet. vermählt war er: I. seit 1687 mit Susanna Elisabeth v. Ziegler und Klipphausen, geboren 1673, gestorben am 16. November 1708h,' II. mit Dorothea Juliana v. Salza a. d. h. Nieder-Lichtenau. Er hatte folgende Kinder (a-§)h: a. Johann Heinrich Gottlob, * 1692, h zu Gudenaerde in Flandern am 25. Oktober 1709 unvermählt. b. Wolf Hartwig Nugust, * 1693, nahm seinen Nbschied als kurfürstlicher Wachtmeister, vermählte sich mit . . . v. Trützschler und starb 1751 ohne Kinder zu hinterlassen. -) Müller, Mspt. Heft III, S. 24; Larpzov a. a. D. II, Tafel IV, S. 72. -) Die Daten von 2. bis 5. nach v. Nostitz, Leiträge, S. Idy, 200. b) Gärtner a. a. V. 5. 2Y. y v. Uechtritz, III, S. 249. h vergl. zu den Söhnen: Müller, Mspt. kfest III, 5. 24; v. Nostitz, Beiträge, S. 207-208. 336 r>. Nostitz. c. Eleonore Latharina Elisabeth. cl. Lharlotte Friederike Gottliebe, X mit Lonrad Friedrich v. Naussendors. 6. Lhristiane Susanna Hedwig, X mit Heinrich Maximilian v. poellnitz, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Leutnant im pflugkschen Regiment. k. Elias Friedrich Traugott, * 1704, ging in kursächsische Dienste, ch ohne Deszendenz. §. Earl Ernst Gotthard, * 7. November 1708, getauft am 14. d. M. „zwei Tage vor der Frau Mutter seel. Tode", blieb vor Prag in kursächsischen Kriegsdiensten. Die genannten Kinder Johann Hartwigs verkauften das väterliche Gut Dittmannsdorf am 15. September 1728 an Tarl Moritz v. Tarlowitz. b. Linie Jänkendorf. Laspar v. N., der ältere Sohn Wolfs aus Nieder-Nengersdors, Klein-Krauscha, Jänkendorf, des Stifters des I. Nstes, erbte das väterliche GutIänkendorf und begründete die nach diesem Gute benannte Linie, die sich später teilt in den 1. und 2. Zweig (vergl. S. 339 und 344). Der 2. Zweig scheidet sich wieder in das 1. und 2. Haus (vergl. S. 348 und 350). Taspar, geboren am 11. Januar 1594h, wurde nach dem Leichenbegängnis einer Frau v. Gersdorff aus Cfuitzdors am 23. März 1633 meuchlerisch erschossen, vermählt war er mit Nnna Helena v. Nostitz а. d. h. Tunewalde, die ihm vier Söhne schenkte h: l. Hans Lhristoph, gestorben 1638 als Kind. 2. Hans Wolf, gestorben ohne Erben vor 1648. 3. Elias Taspar d. N. Siehe unten. 4. Hans Taspar, gestorben ohne Deszendenz 1651. 3. Elias Taspar d. 6. v. N., der dritte Sohn Taspars, geboren am 28. Juli 1626, erbte das väterliche Gut Jänkendors. von Frau Nnna Helena v. Eberhardt, geb. v. Nostitz, Witwe auf Cfuitzdors, kaufte er am 3. März 1651 Duitzdorf sowie Gut und Dörsel Kaana, letzteres für 2200 Ntlr. Nach schwerer Krankheit starb er am 2. Februar 1653 h. vermählt war er mit Nnna Maria v. Nostitz, Tochter Johann Hartwigs v. N. aus haugsdors und Thiemendorf (vergl. oben S. 312). Elias Taspar hinterließ neben einer Tochter zwei Söhne (a —ch: u. Nnna Maria, vermählt zu Mückenhain 28. Februar 1673 mit Wolf Nbraham v. Gersdorff aus Mückenhain; sie starb am б. Februar 1714. b. Johann Taspar. Siehe unten S. 337. 0 v. Nostitz, Beiträge, 5. IdS. Oie Trauerfahne in der fZänkendorfer Kirche gibt als seinen Geburtstag an den 11. Februar 1594. I. G. Müller, Kirchliche Nachrichten rc., S. 14. h v. Nostitz a. a. G. 5. 196. 3) Nach der Aufschrift der nicht mehr erhaltenen Trauerfahne in Innkendorf. I. G. Müller, Kirchliche Nachrichten ic., 5. 14. v. Nostitz. 337 c. Elias Taspar d. I. postliumus, starb als Student zu Wittenberg am 28. März 1671h. d. Johann Taspar v. N., der ältere Lohn Mas Caspars d. A., pflanzte den Stamm fort. Geboren am 7. Februar 1651, studierte er in Wittenberg und kehrte nach erreichter Majorennität 1672 in die Heimat zurück, um sich die Lehn über sein väterliches Gut Jänken- dors verreichen zu lassen. Was das väterliche Gut Kaana anbetrifft, mit dem er von der Herrschaft Seidenberg belehnt worden war, so entließ ihn Otto Ferdinand Leopold Reichsgras v. Nostitz, Herr der Standesherrschast Seidenberg, am 12. Mai 1692 derjenigen Lehnspflicht, mit der er ihm wegen des Gutes Kaana verbunden warh. Johann Taspar kaufte am 29. August 1681 von Taspar Thristoph v. Nostitz (vergl. 5.361) das Gut Rödersdorf (88^Vvon Rothenburg, am weißen Schöps) für 20200 Rtlr.,- am 14. September 1705 verkaufte er es wieder an Frau Eleonore Maria v. Reibold, geb. v. Gersdorff. Die nächsten Güter, die Johann Taspar an sich brachte, waren vauban (ldi von Weißenberg) und Klein - bautzen (blO von Bautzen). Tr kaufte beide von Thristoph Friedrich v. polenz am 28. Juli 1692 und erhielt sie am 1./I I. Juni 1693 zu Lehn verreicht. Am 18. Dezember 1694 vertauschte Johann Taspar Dauban unter Zuzahlung von 18 500 Rtlrn. an Gottlob Threnreich v. Rechenberg gegen dessen Gut Nieder-Gppach (^V8^V von Löbau, 80 von Schirgiswalde). hierzu erwarb er am 6. September 1696 von seinem Schwiegervater Wolf Heinrich v. Muschwitz noch das Gut Gber-Gppach für 16 500 Taler Kauf- und 100 Tlr. Schlüsselgeld und erhielt den Besitz am 12. Juni 1697 zu Lehn verreicht. Tr besaß seit 1694 auch Thiemendorf, von Wolf Heinrich v. Spiller kaufte Johann Taspar am 17. Dezember 1695 dessen Anteil an Sproitz (UV von Niesky), nämlich vier Bauergüter nebst der Schenke, für 3300 Taler, verkaufte aber schon am 5. Juni 1699 diesen Anteil an Johann Hartwig Augustus v- Uechtritz. Das letzte Gut, das er an sich brachte, war See (^V von Nieski)),' er erwarb es nebst allen drei Teilen Sproitz samt der Niedermühle für 34400 Rtlr. von dem eben genannten v. Uechtritz am 21. August 1705. Johann Taspar hatte in einem 1686 stattgefundenen Duell mit dem Regimentsquartiermeister v. Reibnitz eine Verletzung der Hand davon getragen h. Johann Taspar war Assessor juctieii oräinarii und starb am 21. Oktober 1706h. Testamentarisch verordnete er, daß seine Nachkommen sich „v. Nostitz und Jänkendorf" schreiben sollten h. vermählt hatte er sich: I. am 5. März 1675h mit Eleonore Sophia v. Loeben a. d. h. Schwert«. Am 5. November 1676 ließ er h v. Nostitz, Beiträge, s. 199. h h.-St.-kl. Boo. 9549, Vas zwölfte Buch Dberlaus. Lebens-Sachen, 1682 bis 1706, Fol. 10. 2) H.-Lt.-N. I.oc:.d52d, Vas 54. Buch (Oberlauf. Iustizsachen, 1687 — 88, Fol. 97. h I. G. Müller, Kirchliche Nachrichten rc., S. 14 erwähnt ein hölzernes Monument, das unter dem Schwibbogen zwischen Thor und Schiff der Kirche zu Iänken- dorf hing und Namen und vaten Johann Laspars und seiner beiden Frauen enthielt, h Müller, Mfpt. Teil III, S. 17. h v. Uechtritz a. a. (0. I, S. 141. 22 ä 338 v. Nostitz. sie, die ihm 6000 Taler Ehegeld zugebracht hatte, aus Jänkendors ver- leibgedingenh. Sie starb am 26. Februar 1693 II. am 12. März 1696°) mit Martha Elisabeth v. Muschwitz, gestorben am 29. März 1748 zu Wenig-Rackwitz in Schlesien, Tochter Wolf Heinrichs v. M. aus lvppach. Johann Laspar hinterließ folgende Rinder (1—9): Er hatte testamentarisch bestimmt, daß sein jüngster Sohn Wolf Gottlob Jänkendors und Raana für 32 000 Taler, Johann Ferdinand Gottlieb See und Sproitz für 32 000 Taler, Wolsgang Rdolph Traugott Gppach nebst pertinentien an Wurbis, Lindenberg und Neu-Gppach für 40 000 Taler, Johann Hartwig Gotthard Wiesa und Thiemendorf nebst RIeinbautzen für 34 000 Taler annehme. 1. I. Johann Laspar Gottlob, geboren 17. Juli 1677, wurde am 23. Dezember l 701 als Braunschweigischer Leutnant zu Roßfeld entleibth. 2. I. WoIsRdolphTraugott,geboren1686.5iehe1.Zweig5.339. 3. I. Johann Ferdin and Gottlieb, geboren lO.Dezember 1687 zu Jänkendors, studierte zur Zeit des Todes des Vaters. Er erhielt die Güter See und Sproitz und starb schon am 4. Juni 1715s am 10. d. M. wurde er begraben. Seine Brüder beerbten ihn. 4. I. Johannhartwig Gotthard,geborenl690. 5iehe2.Zweig S. 344. 5. I. Sophia LIisabeth Tugendreich, geboren 26. November 1680, vermählt: I. mit Christian Benedict v. Warnsdorf aus Nieder- Schönbrunn; II. mit Wolf Gottfried v. Raussendors aus Nieder-Gebelzig. Sie starb daselbst 26. Rugust 1712°). 6. l. Johanna Eharlotte, geboren 18.Rpril 1682, vermählt mit Heinrich Ernst Moritz v. Warnsdorf aus Weigersdorf. 7. I. Rahel Sidonie, geboren26.Rugust 1691, vermähltmit Earl Heinrich v. Rlüx aus Lubachau und Wendisch-Sohland. Sie starb am 25. Januar 1732. 8. II. Wolf Gottlob, geboren 18. Februar 1697°), erhielt die Güter h Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. 2) <8. Marche, Pfarrer in Jänkendors, Leichenpredigt auf sie, 1693. tz Johann Caspar v. N. hatte eigenhändig eingetragen „in das sogenannte Rubachische zu Lüneburg 1687 in 8vo gedruckte Gebeth-Buch, welches in durchbrochenes Silber und grünen Sammet eingebunden, darauf auf ieder Seite ein verzogener Nähme, auf dem Rücken aber die Jahrzahl 1693 gestochen- I6Y6 ct. 12. Nartii habe Sch 4. 0. v. blostit? auf Jänckendorff meine mit t. t. Fräulein iVlartckns Misabstti v. btusokwit^in geschlossene The durch priesterliche Lopulation in Jänckendorff vollzogen. Der Höchste fasse alles geseegnet und friedfertig sepn! chs G chs". Lehnsakten Lee. tz Müller, Mspt. Heft III, S. 17: v. Nostitz, Beiträge. S. 206. h Baten von Nr. 5 — 7 und 9 nach v. Uechtritz a. a. G. I, S. 142. h Seine Geburt trägt Johann Caspar in das erwähnte Gebetbuch folgendermaßen ein: „^.o 1697 6. 18. Rsdruarii bor. 3. pom. erfreuete uns Göttliche Dütte in dieser Ehe mit einem zwar Schmertzens-, doch hertzens Sohn, welcher in der Budissinischen Noth-Tauffe Wolsgang Gottlob genennet wurde. Der Allerhöchste wolle Shm mit Gnad, Leben und Seegen wohl forthelfsen, damit Er dafür seinem Gott Lob allezeit in rxchtschaffnem Glauben und allen Lhristadelichen Tugenden erweisen und durch seinen Wohlgang an Alter, Weißheit und Gnade Gott und Menschen gefallen und zunehmen möge. Gott lasse Ihn wachsen in viel Tausendmahl Tausend v. Nostitz. 339 Jänkendors und Kaana zum Preise von 32 000 Talern, vermählt hatte er sich l720 mit Eleonore Tharlotte v. Faust, genannt Sturm, aus Lichberg. Sie erstand die soeben genannten zur Subhastation kommenden Güter ihres Mannes am l8. November 1743 für 40 000 Ntlr. und erhielt sie adjudiziert. Km 16. August 1748 starb sie ohne männliche Erben und wurde am 20. in Nieder-Schönseld begraben. Ihr Gatte entschlief am 6. Februar 1769. Seine vier Söhne waren sämtlich in zartester Kindheit gestorben s es überlebten ihn aber vier Töchter (u—ä): a. Johanna Henriette Sophia, * 20. Juni 1724. b. Barbara Elisabeth Gottliebe, * 19. Dezember 1731. c. Christiane Helene Eharlotte, * 22. März 1736, sämtlich getauft in Jänkendors. 6. Eleonore Taroline Tugendreich, getauft22.März 1739 in der Kirche zu Altenlohm bei Kreibau, seit 1766 Stistsdame in Joachimstein h. Die verschuldeten Güter Jänkendors und Kaana wurden am 21. August 1767 adjudiziert dem lvedig Christoph Freiherrn v. Keyserling. 9. II. Henriette Eleonore Sophie, * 11. Juli 1701, vermählt mit Gottlob Ehrensried v. Gablenz auf Nieder-Schreibersdorf. 1. Zweig. (Linie Dppach). Mols Adolph Traugott v. N., geboren am 13. Dezember 1685^), getauft am 27. Dezember, erhielt nach der väterlichen Bestimmung das Gut Dppach nebst den pertinentien Wurbis, Lindenberg, Neu-Dppach und picka zum Preise von 40000 Talern und wurde am 13. Januar 1708 belehnt. Nach dem Tode seines Bruders Johann Ferdinand Gottlieb (ch 4. Juni 1715) übernahm er dessen Güter See und Sproitz für 27000 Taler, von Hans Nudolph v. Metzradt kaufte er 1723 das Gut Moholz von Rothenburg). Ruch aus dem Burglehn zu Bautzen hatte er sich ansässig gemacht, indem er 1733 das „preititz - Sohländische Haus" für 700 Taler, 1734 ein weiteres Haus daselbst von Hans Christoph v. Nostitz auf Nieder-Neundors erwarb. Molf Ndolph Traugott starb zu See am 22. Juli 1735 und wurde und sein Same besitze die Thor seiner Feinde!" Lehnsakten See. — Abweichend hiervon gibt der Taufschein als Geburtstag an den 25. Februar 1697: „cr/,u Nnno 1697 den 25. Febr. lies der mächtige Gott seine Gnaden - Strahlen mitten unter den Ungewitter erblicken den wohlgebohrnen kf. kf- Johann Laspar v. Nostitz auf Jencken- dorff usw. nebst seiner werthesten Fr. Gemahlin, 47t. tot. Fr. Fr. Nlarthen Elisabeth von Nluschwitzin, indem er nach einen und andern Schmertzensvollen Zulauffe der Trauer Ivolcken dennoch aus väterlicher unbegreifflicher Fürsorge ein angenehmes Söhnlein in ihren Schooß darreichte, welches aber alsbald aus Schwachheit der kf. Tauffe in Budissin durch 44t. ks. N. Johann Fabern, Diacon. und zugleich den Nahmen Wolfs Gottlob erlangete" rc. Lehnsakten Dppach. tz Laus. Magazin 1778, S. 3ZZ. -) Der 13. Dezember 1685 als Geburtstag wird übereinstimmend- angegeben von den Lehnsakten Ulsinbautzen und Jänkendors. Die nähere Bezeichnung in den Jänkendorfer Lehnsakten „Donnerstag vor dem 3. Ndvent" ist nicht richtig: Der 13. Dezember 1685 war selbst der dritte Ndvent. Donnerstag vor dem 3. Ndvent 1685 ist der 10. Dezember. 22 340 v. Noslitz. am 26. d. M. begraben, vermählt hatte er sich am 9. Juli 1709 mit Tharlotte Elisabeth v. Ziegler und Klipphausen, geboren l7. September 1691h, als Tochter Larl Gottlobs v. Z. u. Kl. aus Gber-Tune- walde. Sie kaufte am lO. September l742 von ihrem Sohne Wolf Gottlob Moholz für 25000 Taler, ferner am 9. September 1743 von demselben Gppach für 44000 Taler. Km l6. Juni 1746 starb sie in Gppach. Wolf Kdolph Traugott hatte folgende Kinder (1-12)h: 1. Larl Kdolph Traugott, ft im KIter von drei Jahren am 24. Dezember 1715. 2. Moritz Ferdinand Gottlob, * 23. Juni 1714, aus See, Sproitz, Moholz, ft zu See 22. Juli 1740 im Klter von 26 I. unvermählt, begraben am 29. d. M. 3. Tarl Kdolph Traugott (also gleichen Namens wie der verstorbene Bruder), * 17. Juli 1717, ft zu See 7. Januar 1725. 4. Wolf Gottlob. Siehe unten. 5. JohannTasparGotthelf,*22.Iuli 1720,ft 10.Januar 1725. 6. Ferdinand Nudolph Traugott, * zu See 10. September 1721, ft 15. Januar 1725. 7. Eleonora Sophie Tugendreich, * 12. Oktober 1722, ft 12. Januar 1725. 8. Lhristiane Lharlotte Elisabeth, * 24. Januar 1724, X 23. Februar 1747 mit Ernst Ludwig v. Kiesenwetter aus Wanscha. 9. Johanna Friederike Eleonora, * zu See 19. Kugust 1725, X 26. September 1757 mit Johann Ernst v. Gersdorff aus Lautitz 2 ). 10. Lhristiane, * zu See 30. Juli 1726, X I- mit . . . v. Wiedebach auf Kanig,' II. mit Tarl Heinrich v. Krackenhof. 11. Johann Hartwig Gotthard, * 17. September 1727, ft 21. Februar 1728. 12. Henriette Sophie Eleonore, * zu See 18. Juni 1730, X 1756 mit Tarl Gottlob v. Gersdorff aus Techritz. Sie starb zu Glossen 24. September 1780. Wolf Kdolph Traugott hatte am 21. Mai 1734 testamentarisch bestimmt, daß von den beiden ihn überlebenden Söhnen der älteste, Moritz Ferdinand Gottlob, die Güter See, Sproitz und Moholz zum Werte von 40000 Talern, der jüngere, Wolf Gottlob, Gppach und pertinentien zu demselben Werte annehmen solle. 4. Wolf Gottlob v. N., der jüngere seinen Vater überlebende Sohn Wolf Kdolph Traugotts, geboren zu See am 30. Dezember 1718, getauft am 3. Januar 1719, erbte das väterliche Gut Gppach und pertinentien und nach dem Tode seines Bruders Moritz Ferdinand Gott- tz v. Uechtritz a. a. D. I, S. 144; III, S. 233. 2) I.. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 555; v. Uechtritz a. a. G. I, S. 144. h vergl. ihren Nekrolog Laus. Magazin 1780, 5. 118. v. Nostitz. 341 lob (1°22. Juli 1740) auch dessen Güter See, Sproitz und Moholz. Laut Kaufs vom 9. September 1743 überließ Wolf Gottlob, wie erwähnt, seiner Mutter das Gut Gppach für 44 000 Taler. Bor aeturn et ctonationem inter vivos hatte er ihr schon 1741 ein Burglehnhaus zu Bautzen Übergebens Moholz hatte er ihr 1742 verkauft. Nach dem Tode seiner Mutter (ch 15. Juni 1746) mutete er als Mitbelehnter in primo outline von dem Lehn- und Erbguts Gppach in Nnsehen des Lehns die Lehn, wegen des Erbes das Erbe nach l)öhe des Fünftels, da die übrigen vier Fünftel seinen Schwestern Lhristiane Lharlotte Elisabeth, Johanna Friederike Eleonore, Christiane und Henriette Sophie Eleonore erb- und eigentümlich zufielen. Im Jahre 1760 bat er den Kurfürsten alle seine Lehnstücke in Erbe und Nllod zu verwandeln h. Die Güter See und Sproitz verkaufte Wolf Gottlob am 12. Juli 1766 an Hans Nudolph v. Vischofswerder. Wolf Gottlob starb zu Moholz am 25. Januar 1768 und wurde am 29. in der Kirche zu Gppach beigesetzt^). Er hatte sich vermählt: l. 13. Npril 1751 mit Ehristiane Margarethe v. Lindenau a. d. h. Schmorkau und verkaufte ihr am 11. Mai 1754 das Lehngut Moholz für 25000 Ntlr. In demselben Jahre hatte sie auch von ihren vier Schwägerinnen das Vurglehnhaus, das diese von ihrer Mutter, Frau Lharlotte Elisabeth v. N., geb. v. Ziegler und Klipphausen, geerbt hatten, für 1500 Taler gekauft. Frau Thristiane Margarethe starb „nach einer fast jährigen harten Niederlage" am 12. Juli 1759, ohne Kinder zu hinterlassen und wurde am 15. in See bestattet. Moholz und das Vurg- lehnhaus fielen an den Witwer. Dieser verheiratete sich: II. 27. Mai 1760 mit Juliana LIeonora Lrnestina v. Kiesenwetter, geboren 13. Oktober 1740, Tochter Ernst Ludwigs v. K. aus Wanscha. Sie ging nach Wolf Gottlobs v. N. Tode eine zweite Ehe ein mit Wedig Thristoph Baron v. Keyserling. Frau Juliane Eleonore Ernestine v. N. kaufte am 24. Januar 1767 von Hans Nudolph v. Vischofswerder aus See, Sproitz rc. die Erb-, tz Die Güter Gppach, Lee, Lproitz und Nloholz hätten im Kriege durch Einquartierung, Kontributionen sehr gelitten. Er spezifizierte sie folgendermaßen: Nieder- Dppach im Werte von 10 000 Talern sei Nlannlehn, Lee und Ober-Sproitz Kunkel-, Spill- und Spindellehn. Zusammen mit den Nlannlehnstücken von Nloholz, nämlich dem halben großen Teich, der halben Nlühle, Gel- und Brettmühlstätte, den Haltern zu Sproitz, dem Brettmühlteichel, dem halben Kirch- und pfarrlehn, dem Brau- und Nlalzhause zu See (das weiland Hans Ludwig v. Gersdorff von Larl Ludwig v. Pentzig auf Nloholz am 10. Juni 1663 gekauft hatte), der am 6. Nlai 1700 von Guitzdorf angekauften Wiese, machten See und Gber - Sproitz einen Wert von 18 000 Talern aus. Eine zu Sproitz gelegene, nach See gehörige Nlühlstätte mit einem Gang und einem Stück Garten sei Nlannlehn. Nloholz habe einen Wert von 25 000 Talern und sei Nlannlehn, ebenso auch sein Wohnhaus auf dem Burglehn zu Bautzen im Werte von 1400 Talern. Der Kurfürst verfügte, Dresden den 28. September 1761: Nachdem Wolf Gottlob v. N. „eine unterthänigste Necognition von 3000 Thalern zur geheimen Labinetskanzlei baar entrichtet" habe, so würden 1. Nieder - Gppach; 2. die Güter See und Gber - Sproitz nebst den dazu geschlagenen Nlannlehnsstücken von Nloholz; 3. Gut Nloholz ihrer bisherigen Nlann-, resp. Kunkel-, Spill- und Spindellehnsart und Eigenschaft entnommen und in pures Erbe und Nllod verwandelt. Lehnsakten Gppach. 2) Kurzer Nekrolog im Laus. Nlagazin 1768, S. 57. 342 v. Nostitz. Kunkel- und Spindellehngüter Übigau und Krinitz (beide von Bautzen, 8 von Königswartha) für 30000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld. Km 8. April 1767 belehnt, verkaufte sie schon am 26. September 1769 den Besitz wieder an Molsgang Freiherrn v. Niesch. Mols Gottlob hatte aus seiner zweiten The drei Kinder (a-c): a. Lrnestina Tarolina, * zu See 21. Februar 1761. d. Gottlob Adolph Trust. Siehe unten, o. Lhristiane Tharlotte Auguste, * zu Bautzen 21. Oktober 1767, getauft am 25. d. M., ft zu Gppach 24. Juli 1769 im Alter von 1 I. 9 M. Mols Gottlob hatte testamentarisch verordnet, daß sein einziger Sohn Gottlob Adolph Trust Gppach und Moholz erben und seinen Schwestern den Pflichtteil herausgeben sollte. Mols Gottlobs Witwe erbte nach dem im Jahre 1769 erfolgten Tode ihrer jüngsten Tochter deren dritten Teil an den Trb- und Allodialgütern Ober- und Nieder-Gppach, Wurbis und pertinentien. d. Gottlob Adolph Trust v. N.h, der einzige Sohn Mols Gottlobs, wurde zu See am 21. April 1765 geboren, trat in den Sächsischen Staatsdienst als Auditor beim Gberhosgericht zu Leipzig, wurde 1785 wirklicher Finanzrat, später Beisitzer des Gberlausitzischen Iuäieium oräinariuin, Mitglied der Kriminal-Kassen-Deputation, Beisitzer des landständischen Waisenamts und 1792 Landesältester des Bautzner Kreises, 1804 Dberamtshauptmann der Gberlausitz. Im Jahre 1807 wurde er als Gberkonsistorialpräsident nach Dresden versetzt, erhielt 1809 seine Ernennung zum Konserenzminister und wirklichen Geheimrat. 1831 trat er von den eigentlichen Staatsgeschästen zurück, blieb aber bis zu seinem Tode Grdenskanzler. Lin ausgezeichneter Staatsmann, ein um seinen Fürsten und sein Vaterland, besonders auch um seine Gberlausitzische Heimat hochverdienter Mann, starb er auf seinem Gute Gppach am 15. Oktober 1836. Neben Schriften gemeinnützigen Inhalts veröffentlichte er unter dem Namen „Arthur von Nordstern" zahlreiche Gedichte^). Gottlob Adolph Ernst war vom Jahre 1795 bis 1817 verdienter Präsident der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Sein Porträt schmückt den Sitzungssaal der Gesellschaft in Görlitz^). Mas seinen Güterbesitz anbetrifft, so erhielt er am 16. November 1786 den Lrbbrief über das väterliche Gut Gppach. Nieder-Gppach verkaufte er 1823 an seinen Sohn Julius Gottlob, kaufte es aber von seinem anderen Sohn Eduard Gottlob, in dessen Hände es unterdessen übergegangen war, am 22. November 1832 wieder zurück. Über Moholz erhielt er am 2. Mai 1786 den Trbbrief. Dieses Gut behielt er bis zum Jahre 1791,' am 14. Gktober dieses Jahres veräußerte er es an Hans Tarl Gottlob v. Schweinitz. Wenige Jahre später, am 10. März 1795, h Nekrolog im Neuen Laus. Mag. Bd. 14, N. S. 186. h Seine zahlreichen Schriften verzeichnet Gtto, Dberlaus. Schriftsteller-Lexikon II, S. 72?! I- v. Schulze, Supplementband, S. 30?! Neues Lauf. Mag. Bd. 14, S. 24, 37; Bd. 14, N. S. 188. tz Nbgebildet im Neuen Laus. Mag. Bd. 80. v. Nostitz. 343 Kaufte Gottlob Adolph Ernst das Rittergut Zschillichau (IMO von Bautzen) von Carl Friedrich August v. Schönfeldt für 15 200 Taler und eine an den Verkäufer bis zu dessen Tode zu zahlende Leibrente von 80 Talern. Am 4. Mai 1795 erhielt er den Erbbrief; schon am 15. März 1796 verkaufte er das Gut an Ernst Tarl Gotthelf v. Riesenwetter. An dem nämlichen Tage erhielt er wegen seiner Schutzuntertanen zu Jenkwitz (0 von Bautzen) den Lehnbrief. Leine später erfolgende Wahl zum Gberamtshauptmann veranlaßte ihn aber im Jahre 1806 der Gemeinde die Schutzherrschaft aufzukündigen und die Lehn auszulassen, von Wolf Ludwig Ernst v. Riesenwetter erwarb Gottlob Adolph Ernst am 10. September 1800 für 40 000 Rtlr. und 300 Rtlr. Schlüsselgeld das Gut Werda von Rothenburg, am weißen Schöps), verkaufte es aber schon am 18. September 1803 wieder an Karl Friedrich v. Schmieden, von seiner Gattin erwarb er endlich am 28. Dezember 1810 das Gut Doberschau (88^V von Bautzen), erhielt es am 22. Januar 1811 zu Lehn verreicht und verkaufte es am 7. Oktober 1820 an seinen Schwiegersohn Julius August Freiherrn v. Marschall-Altengottern. vermählt hatte sich Gottlob Adolph Ernst am 31. Mai 1786h zu Schkeuditz mit Henriette Sophie v. Bose. Sie kaufte am 16. März 1793 das Gut Doberschau und wurde am 2. August d. I. belehnth. Am 28. Dezember 1810 veräußerte sie das Gut an ihren Gatten. Gottlob Adolph Ernst hatte folgende Rinder (1-8): 1. Elise Henriette, vermählte Thesauriatsrätin v. podmanitzky aus der Herrschaft Assöd in Ungarn. 2. ThereseLIementine, vermählt mit GrasRarl Alexanderv.Rex. 3. Eduard Gottlob, geboren zu Dresden 31. März 1791, gestorben daselbst 8. Februar 1858, erst Lützower Jäger, später Geheimer Finanzrat, königlich Sächsischer Staatsminister, Senior des hochstists Meißen, Dompropst zu Bautzen. Er kaufte am 30. März 1829 Nieder- Gppach von seinem Bruder Julius Gottlob für 10000 Taler, verkaufte es aber am 22. November 1832 an seinen Vater zurück, von dessen Erben erwarb er dann im Jahre 1837 die Güter Gppach und per- tinentien. Laut Adjudikationsscheins vom 17. April 1856 erstand er das Rittergut Gber-Taubenheim von Neusalza) in notwendiger Sub- hastation für 25 000 Taler; am 31. August 1856 verkaufte er Gber- Taubenheim seinem Sohne Wolf Adolph Gottlob für 14 697 Taler 6 Ngr. 6 Pf. Wolf Adolph Gottlob hatte bereits am 2. August 1847 das Erb- und Allodialrittergut Nieder-Taubenheim für 24500 Taler gekauft^). — Vermählt hatte sich Eduard Gottlob: I. Dresden, den 9 v. Uechtritz a. a. T>. I, 5. 147. h Auf ihr Ansuchen wurde vom Nurfürsten am 14. Juni 1794 die Schrift- sässigkeit für Doberschau bewilligt gegen Entrichtung eines jährlichen Kanons von 1 Taler. (Doberschau ist Meißnisch.) h Wolf Adolph Gottlob starb am 15. fZuni 1875 und hinterließ die (am 5. Januar 1909 gestorbene) Witwe Frau Marie Elisabeth v. N. u. I., geb. v. Potenz und die Kinder: Latharina Erdmuthe 3da Therese, geb. 3. März 1851; Gottlob Wilhelm Woldemar, geb. 2. Juli 1852, Sekondeleutnant im königlich Sächsischen Gardereiter-Regiment; Agathe Tharlotte Tlotilde, geb. 2. Dezember 1853. 344 v. Nostitz. 27. November 1816 mit Lrdmuthe v. Veschwitzs II. 31. Mai 1824 mit Therese Tonstanze Freiin v. Gutschmid. von seinen Kindern übernahm sein Lohn Eduard Gotthold Leo v. N. und Jänkendors, damals (Oberleutnant der königlich Sächsischen Kavallerie a la suite, aus dem Nachlasse des Vaters die konsolidierten Güter Gppach zum Preise von 93 700 Tlrn. an, laut Erbrezesses vom I. September 1858. Geisteskrank starb er am 31. Juli 1871 aus dem Sonnenstein bei Pirna und wurde am 3. Rugust zu Gppach begraben. Seine Witwe Ida geb. v. Nrnim vermählte sich am 16. (Oktober 1872 mit dem königlich Sächsischen Staatsminister Hermann v. Nostitz-Wallwitz, Exzellenz, aus Sohland a. d. Spree h. 4. Rgnes Louise, vermählt mit dem Kammerherrn Julius Rugust Freiherrn v. Marschall-Rltengottern. 5. Julius Gottlob, geboren zu Doberschau 12. Juli 1797, gestorben zu Dresden 18. März 1870h, kaufte, damals Kammerjunker und denominierter Klostervogt zu Marienthal, am 20. Juli 1823 von seinem Vater das Erb- und Rllodialrittergut Nieder-Gppach für 10000 Taler und verkaufte es am 30. März 1829 an seinen Bruder Eduard Gottlob. Dafür hatte er am 13. Rugust 1828 das Rittergut Lautitz (dl von Löbau) nebst pertinentien, soweit es unter königlich Sächsischer Landeshoheit stand, für 66 000 Taler erworben. Rm 26. November 1828 wurde er belehnt, am 18. November 1839 veräußerte er Lautitz nebst dem Zwätzi- schen Mannlehngut zu Mauschwitz an Heinrich Gtto v. Erkmannsdorfs. Julius Gottlob war später königlich Sächsischer wirklicher Geheimer Rat und bevollmächtigter Minister am Deutschen Bundestage, vermählt hatte er sich zu Wurschen am 31. Mai 1825 mit Lrdmuth Tharlotte Louise v. Rex-Thielau, geboren zu Lautitz 20. Dezember 1805, gestorben zu Dresden 18. Juli 1884h. 6. Tlara Minona, vermählte v. Bülow aus Bepernaumburg bei Sangerhausen. 7. Tlotilde Septimia. 8. heliodora Gctavia. 2. Zweig. (Linie Ullersdorf). Johann Hartwig Gotthard v. N., der zweite Sohn Johann Taspars, geboren am 23. März 1690 h, getauft „Mittwoch nach Gstern", erbte von seinem Vater die Güter Klein- bautzen, Iviesa und Thiemendorf zum Preise von 34 000 Talern. Rm 19. Juni 1711 mit Kleinbautzen belehnt, verkaufte er das Gut am 28. November 1713 an Johann Thristian v. heldreich. Dafür kaufte er nun am 1. Januar 1713 die Güter Ullersdorf nebst Baarsdors von ft Pfeiffer, Geschichte der Kirchgemeinde Gppach, I. Teil, 1887, S. 21. ft Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen ksäuser, 190Z, v. Nostitz. ft Ebenda. ft Der in den Iänkendorfer Lehnsakten befindliche Zusatz zum 2Z. INärz 1690: „Gründonnerstag" ist nach dem Gregorianischen Kalender berechnet. Gründonnerstag 1690 nach dem Julianischen Kalender war der 17. Npril. v. Nostitz. 345 Christian Friedrich v. Nostitz (vergl. 5. 359) für 30 000 Taler. Tr erstand ferner im Höchstgebot das bisher Carl Heinrich v.Nlüx gehörig gewesene Gut Wendisch-Sohland (8 von Schirgiswalde) am l6. Juli 1728, trat es aber später dem früheren Besitzer wieder abH. Im Jahre 1730 brachte Johann Hartwig Gotthard zwei Güter an sich: am 14. Juli wurde ihm Nieder-Neundorf (880 von Nothenburg) für 15 500 TIr. adjudiziert, das er schon am 12. Oktober desselben Jahres wieder verkaufte an seinen Vetter Hans Christoph v. Nostitz aus Leichnam (vergl. 5. 265 und 306), und zu Michaelis 1730 kaufte er von lvolf Nudolph v. Ziegler das Gut Wehrs- dors (8"W von Schirgiswalde) für 30 000 Taler. Nm 28. Nugust 1731 erhielt er den Lehnbries^), am 20. Juli 1739 verkaufte er lvehrsdorf dem Vautzner vomstist. Nm 26. Juni 1744 erstand er das subhastierte v. lilüxsche Gut Collm (8>V von Niesky) für 27 500 Ntlr. und verkaufte es am 23. Juni 1745 für denselben Preis an seine Gattin. Johann Hartwig Gotthard starb zu Ullersdorf am 23. INärz 1749 und wurde am 28. begraben ^). vermählt hatte er sich: l. am 7. September 1711 mit Johanna Henriette v. Ziegler und Ulipphausen, geboren zu Gber-Tunewalde am 4. Januar 1695, gestorben am 11. Mai 1732; ll. am 17. Juni 1736 mit Henriette Sophie v. Below, gestorben am 2. Januar 1767H. Sie kaufte von ihrem Gatten am 23. Juni 1745 das Gut To lim und verkaufte es 1763 ihrem Sohn Johann Ndolph Gotthold. Im Jahre 1752 erwarb sie vom Grafen Nikolaus Willibald v. Gersdorsf das Gut lireckwitz (dlO von Bautzen), beide Nnteile, für 24000 Taler und 400 Taler Schlüsselgeld; am 30. November 1752 erhielt sie den Lehn- und Lrbbriesö), 1764 verkaufte sie das Gut ihrem jüngsten Sohn Johann Nugust Gottlob. Johann Hartwig Gotthard hatte folgende Kinder^) (s —zH: u. Carl Hartwig Gotthard, * zu lviesa 18. September 1712 elf Uhr vormittags, getauft 25. d. M., ch an den Blattern zu Ullersdorf 31. Mai 1713, begraben daselbst. b. Toter Sohn, * 8. Juni 1713. o. Johanna Eleonora Elisabeth, * 5., get. 10. Mai 1714, Xl741 mitThristianGottlob Ndolph v.Nostitz ausGroß-Nadisch(vergl.5.365). 0 vergl. hierzu Iveiuart, Rechte und Gewohnheiten, II, S. I2Y. Ruf sein Bitten genehmigte der Rurfürst am 7. September I74Z, daß in Zukunft in den Lehnbriefen unter den pertinentien und Gerechtigkeiten mit inseriert werde „das Rirchlehn". 2 ) I. G. Müller, Kirchliche Nachrichten von Jänkendorf -c. gibt S. ZS an, daß sein und seiner ersten Gattin Sarg unter der herrschaftlichen Rirchstube der Kirche zu Ullersdorf sich befinden. Ihr Epitaphium ist an der Mauer. tz lvberlaus. Nachlese 1767, S. 51. °) Zu Mitbelehnten ernannte sie ihren Bruder Rugust Rdolph v. Below auf Großwelka, Earl Friedrich Rugust v. Warnsdorf auf Krischa, Gottlob Rudolph v. Gersdorff auf Lautitz. Oie Namen, Deburts- und Todesdaten der unter a bis m aufgeführten Personen übergibt Johann 6 . Johanna Nahei Friederica, * 13. (19.) Mai 1728, tz31. August 1729. cp Johanna Lhristiane Gotthardine, * 6. Mai 1729, ch 16. September d. I. r. Johanna Friederica Lebelang, Zwilling, * 8. März 1731, f 27. März d. I. s. Johanna Thristiane Gottseidank, Zwilling, * 8. März 1731, ch 18. März d. I. t. Johanna Henriette Sophia, * 30. September 1737, ch 11. Oktober d. I. u. Johann Adolph Gotthold,geboren 2. Februars 739 ^), wurde im Kloster Bergen und auf dem Pädagogium zu Halle erzogen, studierte in Jena, trat in kaiserlich königliche Kriegsdienste, machte den siebenjährigen Krieg mit und nahm als Nittmeister den Abschied. Am 19. Juli H.-Lt.-A. Geneal. Noa. 11242, Dallwitz. 2) n bis ^ zum Teil nach v. Uechtritz a. a. V. I, S. 148, zum Teil nach den Aufschriften aus dem steinernen Monument in Ullersdorf, gewidmet dem Andenken verstorbener Rinder Johann Hartwig (gEh^ds (I. G. Müller, Rirchliche Nachrichten ic., 5. 37). 2) Nekrolog in der Laus. Monatsschrift 1798, I, S. 35. v. Nostitz. 347 1763 Kaufte er von seiner Mutter das Erb- und Nllodialgut Eollm für 28000 Mir.; am 7. November 1763 erhielt er den Erbbries. Er war Landeskommissar des Görlitzer Kreises und Beisitzer des ^luOiciuin oräinariuin. Nach längerer Kränklichkeit starb er in Bautzen am 4. September 1797 und wurde am 7. in Eollm beerdigt. Das Gut Eollm hatte er seiner Nichte Nuguste Nmalie Tharlotte v. Damnitz vermacht, der einzigen'Tochter seiner Schwester Frau Johanna Eleonore Lharlotte v. D., zufolge Testaments vom 24. Juli 1788. Johann Ndolph Gotthold hatte sich zu weißig am 28. Mai 1786 vermählt mit Nuguste Gottliebe Henriette v. Potenz, der jüngsten Tochter Earl Gottlobs v. p. auf weißig und Tommerauh. Sie verkaufte das von ihrer Mutter ihr vererbte Gut Tommerau (IM^V von Königswartha) im Jahre 1793 an den kurfürstlichen Premierleutnant D. I. v. Poncet und kaufte nun am 29. Nugust 1795 von Larl Wilhelm Erdmann Grafen v. Noedern das Lrbrittergut (Ober-Lichtenau (MZ^Vvon Lauban) für 70000 Taler. Sie vermählte sich später mit . . . v. Glümer, wurde aber von ihm geschieden. (Ober - Lichtenau verkaufte sie am 18. Februar 1802 an Johann Friedrich Thristian v. Ticke und dessen Gattin. v. Johann Nugust Gottlob, geboren 21., getauft 25. Mai 1741, kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, kaufte von seiner Mutter am 8. Juni 1764 das Gut Kreckwitz für 25000 Taler. Lin Stück Holz bei Sornßig (KI^V von Löbau), das er am 16. Mai 1767 dem vize- hosrichter Johann Nugust v. Warnsdorf aus Nodewitz verkauft hatte, erwarb er 1773 aus dessen hinterlassenem Kreditwesen wieder zurück. 1780 verkaufte er Kreckwitz an Fräulein Tharlotte Ernestine v. Metzradt. Johann Nugust Gottlob vermählte sich am 24. Mai 1774 mit Thristiane Lharlotte v. Tarlowitz, geboren zu Hasselseide am 31. (Oktober 1758, Tochter des Braunschweiger hosjägermeisters Georg Wolfs IV. v. L. Die Ehe wurde getrennt^). Johann Nugust Gottlobs einziger Sohn, Johann Larl Georg (Gregor Iwanowitsch), * 1781, ft 19. Nugust 1838 als General-Ndjutant des Kaisers von Nußland h. zv. Johanna Thristiane Henriette, * 6. Nugust 1742, ft 6. September 1743. x. Johanna Eleonore Lharlotte, * 14. März 1745, get. Dienstag daraus fl 6. Märzj, vermählt 4. (Oktober 1763 mit Wolf Ludwig v. Damnitz auf Kemnitz. Johanna Louise Henriette,* 12. Mai 1747, ft 25. Mai 1748. Ls ist nun zu besprechen: k. Johann Wolsgang Gotthels und seine Deszendenz — 1. Haus. Siehe S. 348 s I. Johann Heinrich Gottfried und seine Deszendenz ----- 2. Haus. Siehe S. 350. tz Laus. Magazin 1786, 5. 167. ist der Bräutigam irrtümlich Johann Adolph Gotthard genannt. h „Aus dem Archiv der Familie y Tarlowitz", 1875, §. 164. tz v. Nostitz, Beiträge, 5. 2Id. (Haus Ullersdorf). Johann Wolfgang Gotthelf v. N.- DrzewieckiH, geboren am 9., getauft am ll. Februar 1722, trat in königlich preußische Kriegsdienste, nahm innerhalb dreizehn Jahren an verschiedenen Feldzügen Friedrichs des Großen teil, wurde Flügeladjutant und nahm als Major seinen Abschied, um sich der Bewirtschaftung seiner Güter zu widmen. Gr erlangte die Würde eines königlich polnischen Kammerherrn sowie das polnische Indigenat und nahm den Beinamen Drzewiecki an^). Nach dem väterlichen Testament fielen an ihn die Güter Ullersdorf und Baarsdorf, der von Wiesa dazugeschlagene „Junker Johannes-Teich" und der zwischen derIänkendorfer, Ouitzdorfer und Leer Heide gelegene „Pechwald" zum Preise von 30 000 Talern. Um Walpurgistermin 1781 kaufte er für 33 868 Taler von Larl Gottlob und Friedrich Ludwig v. U. (vergl. 5.284) das Rittergut Gersdorf (^V8>V von Görlitz). Tr wurde am 16. Oktober l782 mit dem Gute belehnt und überließ es l785 seinem Lohne Johann Tarl Gotthelf. Johann Wolfgang Gotthelf starb zu Ullersdorf am 12. Leptember 1787 in der vierten Uachmittagsstunde im Alter von 65 Jahren °). vermählt hatte er sich: I. im Leptember 1751 mit Lrdmuth Ernestine v. Gersdorff, Tochter Gottlob Lrnsts v. G. aus Nosenhain. Geboren zu Malschwitz am 20. November 1734, starb sie am 25. Dezember 1759H; II. am 24. Juni 1760 mit Henriette Dorothea v. Miltitz a. d. H. Nubkow in Lchwedisch-Pommern, geboren am 18. November 1724 als Tochter des königlich preußischen Kapitäns Tlaus v. M. aus Nubkow rc. und der Margarethe geb. v. Vertzen. Lie starb am 3. Januar 1800°). Am 16. Leptember 1791 hatte sie von ihrem Lohne Johann Heinrich Gottfried das Gut Ullersdorf samt Baarsdorf für 95 000 Taler gekauft. Am Walpurgistermin 1797 erwarb sie hierzu noch den zu Jänken- dors gehörigen „großen Teich" von Frau Johanna Friederike Gräfin Neuß, geb. Freiin v. Fletcher, für 3000 Taler, verkaufte aber an demselben Termin der genannten Gräfin Neuß den sogenannten „Pechwald", ferner die bei Kaana gelegene „Dannertswiese", ebenso „die große Wiese" neben einem Stück der „langen Wiese", zusammen für 3000 Taler. Johann Wolsgang Gotthelf hatte folgende Kinder (1—5): 1. I. Johann August Larl, geboren 1752, gestorben 1756°). 2. I. Johanna Trdmuth Ernestine, geboren 29. Januar 1754, getauft 6. Februar, gestorben zu Ullersdorf 2. März 1798H. h Auf eine Darstellung der Bewerbungen von Angehörigen des Geschlechts V.N. um das polnische Indigenat in den sechziger fahren des 18. Jahrhunderts kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden. 2) Nekrolog im Laus. Magazin 1787, 5. 2d7, 314. Siehe auch v. Nostitz, Beiträge, S. 213. 3) In der Kirche zu Ullersdorf befindet sich ein ihm, seinen Gattinnen und einigen Kindern gewidmetes kostbares Denkmal. I. G. Müller, Kirchliche Nachrichten rc., S. 40. tz Lbenda. Nekrolog in der Laus. Monatsschrift 1800, I, 5. 149. ") v. Nostitz, Beiträge, S. 218. tz Laus. Monatsschrift 1798, I, S. 252. v. Nostitz 349 3. I. Johanna Laroline Eleonore, geboren 22., getauft 30. Januar 1768, vermählt zu Ullersdorf 20. Juni 1780 mit dem königlich preußischen Hauptmann Maximilian v. Gertzen auf Bagenz bei Sprem- berg N.-L. h. 4. I. Johann Larl Gotthelf v. N.-Drzewiecki, geboren 25. März 1759, getauft 2. April, kaufte am Walpurgistermin 1785 von seinem Vater das Gut Gersdorf für 33 858 Utlr. 8 Gr. und wurde am 3. August 1785 belehnt. Gr vermählte sich I.: mit Henriette Wilhelmine v. Bünau und verkaufte ihr Gersdorf für 70530 Utlr. am 30. April 1800. Um 19. Januar 1801 erhielt sie den Lehnbrief und starb am 4. November 1806 ohne alle Deszendenz. Ihr Schwager und erster Mitbelehnter Johann Heinrich Gottfried v. N.-v., am 10. November 1808 mit Gersdorf belehnt, ließ die Lehn wieder aus zugunsten seines Bruders, dem seine Gattin das Gut testamentarisch vermacht hatte: es erhielt also Johann Larl Gotthels am 14. September 1810 den Lehnbrief über Gers- dors. Lr hatte sich unterdessen am 28. Februar 1808'^) vermählt: II. mit Henriette Louise Auguste Krug v. Nidda a. d. h. Gatterstädt und verkaufte ihr das Gut Gersdorf am 29. November 1810 für 70 530 Rtlr. Johann Earl Gotthelf starb am 19. September 1811 im Alter von 52 I. 6 M. weniger 6 T. am Nervenfieber, ohne Kinder zu hinterlassen. Er ist der Verfasser einiger kleiner Abhandlungen b). Seine Witwe ging am 13. März 1813 zu Sinnershausen eine zweite Ehe ein mit dem französischen Eskadron - Ehes Louis Leonard Freiherrn de Maurin (Morin) und nach dessen in Paris am 20. Februar 1814 erfolgtem Tode eine dritte in Gersdorf am 8. April 1817 mit Ernst v. Salza und Lichtenau, Hauptmann, später Major in Sächsischen Diensten. Sie starb kinderlos in Gersdorf am 10. April 1877 im Alter von 92 I.h. Das Gut Gersdorf ging über an Tarl Krug v. Nidda. Das bisher zu Gersdorf gehörig gewesene, vier Meilen entfernt bei Rothenburg gelegene Waldgrundstück hatte sie an Ernst Traugott Leberecht v. Ghnesorge auf Uhsmannsdorf am 21. Dezember 1827 verkauft. 5. II. IohannheinrichGottfriedv.N.-D.,geboren21.Dezember 1761, getauft 29. d. M., erbte nach väterlicher Bestimmung die Güter Ullersdorf und Baarsdorf zum Preise von 50 000 Talern, verkaufte sie aber am 16. September 1791 an seine Mutter Frau Henriette Dorothea v. N., geb. v. Miltitz für 95 000 Utlr. Am 1. Mai 1784 hatte er die Lrb- rittergüter Seeh, sowie Dber-, Mittel- und Nieder-Sproitz für 53 000 Utlr. von August Tarl Friedrich v. Schirnding gekauft. See veräußerte er am 13. November 1790 an Frau Sophie Marie Lharlotte verw. v. Jeetze, geb. v. Lattorfs, Sproitz nebst der dazu geschlagenen Mühlstätte und einem Stückchen Garten am 1. Februar 1791 an seine >) Laus. Monatsschrift 1780, S. 2bd. h vergl. Nrückner, Neues Laus. Mag. Nd. 7t, 5. 237. h Gtto, Vberlaus. Schriftsteller - Lexikon, II, S. 732; Schulze, Supplementband, 5. 311. 4) Neues Laus.Mag.Bd.7I,S.238; GothaischesNriefadeliges Taschenbuchld07,S.448. h Über seinen Einzug in See siehe Laus. Mag. 1784, S. 73, 77. 350 v. Nostitz. Gattin für 40 000 Taler. Dafür erwarb Johann Heinrich Gottfried am 28. November l7dl das Lrbrittergut Nieka (8 von Görlitz) für 6000 Ntlr. von Ernst Gottlob v. Niesenwetter, um es bereits am l. Mai l793 wieder an Friedrich Ludwig v. Tschirschky und Bögendorff zu veräußern. Nach Maßgabe des Erbrezesses vom 7. September 1793 übernahm Johann Heinrich Gottfried ferner von seinen Miterben das von Frau Johanna Tharlotte Lhristiane v. Nostitz, geb. v. N. (vergl. S. 346, n und S. 360) hinterlassene Gut Stein-Gelsa (^V8M von Nieskq) für 15 000 Ntlr., verkaufte es aber schon am 20. Januar 1794 an Ernst Earl Gotthelf v. Niesenwetter. Nun erwarb er, und zwar am 3. Juli 1795, von Hans Ernst Friedrich Freiherrn v. Posadowskp und postelwitz das Gut Spree von Nothenburg) für 90 000 Tlr. und verkaufte es am 23. Juni 1803 an Johann Nndreas v. Sprecher-Bernegg. Nm 12. September 1833h starb Johann Heinrich Gottfried zu Schönseld in Gber-Schlesien. Er war Mitglied der Dber- lausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften"). vermählt hatte er sich am 2. Dezember 1783h mit Wilhelmine Tharlotte Helene v. Buch a. d. h. Tornow in Mecklenburg. Sie kaufte von ihrem Gatten, wie bereits erwähnt, am 1. Februar 1791 das Gut Sproitz und verkaufte es am 3. Nugust 1795 für 46100 Taler und 300 Taler Schlüsselgeld an Peter Narl Wilhelm Grafen v. hohenthal. von ihrer Schwiegermutter Frau Henriette Dorothea v. N., geb. v. Miltitz, kaufte sie am 9. Januar 1798 die Güter Ullersdorf und Laarsdorf für 185 000 Taler. Frau Wilhelmine Lharlotte Helene starb Sonnabend den 4. Februar 1804 ohne Leibeserbenh. Leide Güter fielen nun an ihren Witwer. Johann Heinrich Gottfried schloß eine zweite Ehe mit Nuguste Dorothea v. Buch a. d. h. Tornowh und hatte aus dieser Ehe Ninder. 2. Haus. (Haus Wies a.) Johann Heinrich Gottfried v. N.-Drzewiecki°), ein fernerer Sohn Johann Hartwig Gotthards, geboren am 7. Juli 1723, kam 1741 in das Nadettenkorps nach Berlin, beteiligte sich an den Feldzügen der Jahre 1744 und 1745 und nahm 1749 als Rittmeister seinen Nbschied; 1764 wurde er zum Mitältesten des v. Nostitz schen Geschlechts gewählt. Er starb zu Wiesa am 26. Juli 1772 im Nlter von 49 I. und 18 T.s am 29. erfolgte seine Beisetzung. Johann Heinrich Gottfried erbte nach dem Tode seines Vetters Johann Hartwig Gottlieb (ff 1749, siehe oben S. 346 unter s) die Güter Wiesa und Thiemendorf. Er vermählte sich zu Wiesa am 9. Oktober 1753 mit Johanna Elisabeth v. Nostitz, einer Tochter Hans Lhristophs v. Nostitz zu Nieder-Neun- h Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1903, v. Nostitz. 2) Neues Laus. Mag. Bd. II, 5. 243; Vtto a. a. D. II, 5. 731. ») Laus. Magazin 1787, S. 315. h Nachruf und Ltandrede, ihr gewidmet, in der Laus. Monatsschrift 1804, I, Anhang 5. I -29. h v. Nostitz, Beiträge, 5.219 und das Gothaische Genealogische Taschenbuch 1903 führen irrtümlich klugusta Dorothea v. Buch als Johann Heinrich Gottfrieds einzige Gattin an. ") Nekrolog im Laus. Magazin 1772, 5. 254. v. Nostitz. 351 dors (vergl. 5. 306). Geboren am 30. November 1722 zu Groß-Leichnam, starb sie am 20. Januar 1794 nachts ^12 Uhr an einem wiederholten Schlaganfall zu Wies« und wurde am 24. zu Nengersdors bestattet'). Johann Heinrich Gottfried hatte folgende Kinder (a —b): 3 . Johann Larl Gottlob. Ziehe unten, b. Johanna Friederika Sophia, geboren 26. März 1760, gestorben 23. Juli 1767. a. Johann Tarl Gottlob v. N.-D?), der einzige Sohn Johann Heinrich Gottfrieds, wurde geboren zu Wiesa Montag den 9. September 1754, getauft den 14., besuchte das Gymnasium zu Lautzen, studierte in Wittenberg und Leipzig, wurde königlich polnischer, später königlich preußischer Kammerherr und starb zu Wiesa am 30. Januar 1840 abends gegen sechs Uhr im Ulter von 86 I. 4 M. 21 T.: am 5- Februar wurde er in Wiesa bestattet. Die von seinem Vater aus ihn vererbten Güter Wiesa und Thiemendorf verkaufte er an seine Mutter und erwarb 1776 von Ernst Gottlob v. Kiesenwetter die Güter Wilka und Lohra (beide 8 von Görlitz, blM von Seidenberg), sowie Scheibe (pertinenz von Wilka) für 38 500 Ntlr. Kauf- und 100 Speziesdukaten Lchlüssel- geld. Um 30. Upril 1802 verkaufte er diese Güter an Friedrich Ludwig v. Tschirschky und Lögendorff. von Udolph Traugott und Wigand Ernst Traugott v. Gersdorff kaufte Johann Tarl Gottlob am Termin Michaelis 1781 das Mannlehngut Kodersdors (88^V von Rothenburg, am weißen Schöps) nebst dem „Nathischen Unteil" für 30000 Ntlr?), um es bereits am 16. Januar 1786 für 42000 Ntlr. an den Umts- advokaten Heinrich Gottlob Modrach zu verkaufen. Zwei Jahre zuvor, am 9. September 1784, erwarb Johann Tarl Gottlob von Frau Henriette Eleonore verw. v. Gersdorff, geb. v. Nex, die Güter Gber- und Nieder- Waldau (bl von Lauban) für 79000 Ntlr. und 750 Ntlr. Möbel- und Schlüsselgeld, verkaufte sie aber am 21. Mai 1791 wieder an Ernst Heinrich Udolph v. Warnsdorf für 112000 Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Unterdessen hatte er am 11. November 1789 das Erb- und Ullodialrittergut Urnsdors (bi von Neichenbach) von Frau Tornelia Johanna van Laer, geb. verbeek, für 33000 Taler erkauft. Endlich erwarb er noch am 7. Uugust 1800 die Rittergüter Gber- und Nieder- Veerberg (bl von Marklissa) für 78000 Ntlr. von Thristian Friedrich v. Scheibner. Johann Tarl Gottlob hatte sich vermählt: I. zu Lautzen am 30.September 1777H mit Johanna Sophievorothea v. Nostitz a. d. H. Nothnaußlitz (vergl. S. 307). Sie starb nach einer schweren Entbindung und an hinzugetretenen Blattern am 18. Januar 1788 abends V 46 Uhr und wurde in 0 Laus. Monatsschrift 1794, I, S. 107. H Nekrolog im Neuen Laus. Magazin Nd. 18, N. 5. 153. tz Ls ist 8d. I dieses Werks, 5. 590, 592 dahin zu verbessern, daß N. T. und W. E. T. v. Gersdorff die Güter Nieder-Nengersdorf und Nlein-Nrauscha zu Michaelis 1780 an Nudolph Lrnst v. N. (vergl. Nd. II, S. 287 — 288), Nodersdorf zu Michaelis 1781 an den oben im Text erwähnten Johann Tarl Gottlob v. N.-v. verkauften. tz Laus. Magazin 1777, 5.314: ^m>s. Monatsschrift 1794, I, 5. 108. 352 v. Nostitz. Waldau bestattet*); II. am 31. Juli 1820 mit Christiane Dorothea Axellilie^). Johann Carl Gottlob hatte folgende Kinder («—h): «. Johann Carl Gottfried, * 13. August 1778, fiel 1814 im südlichen Frankreich als K. K. Rittmeister im Husaren - Regiment Fürst Liechtenstein. ß. Johanna Eleonore, * 23. Januar 1780, fl 12. Juni 1782. 7. Friederike Elisabeth, * 22. März 1782^), X ZU wiesa am 14. Februar 1810 mit Earl Gottlob Lrdmann v. Wiedebach, Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn auf Putschlau und Mülchau. 8. Marianne Eleonore, * 7. März 1783, X mit dem Amts- hauptmann des Leipziger Kreises Otto Heinrich Schweibold v. Schlegel. s. Georg Christoph, * 5. Juni 1784, fl 7. Juni 1811 als Auskultator in Zeitz. Li. Adolph, * 29. August 1785, fl 6. Februar 1788. 7;. Toter Sohn, * 1788. II. Ast. (Linie Krobnitz.) Christoph v. Nfl), ein weiterer Sohn Caspars, wurde geboren am 17. Februar 1560 und starb im Jahre 1604. Er kaufte 1592 von dem Kanzler v. Brettln das Gut Krobnitz von Reichenbach), war vermählt mit einer v. Falkenhain a. d. H. Türchau und hinterließ drei Söhne (1—3): 1. Christoph, geboren am 21. Dezember 1589, besaß das Gut Krobnitz, wurde im Jahre 1612 von Hans v. Gersdorff auf Herwigsdorf entleibt °). 2. Caspar, starb 1597 ohne Deszendenz. 3. Hans, geboren 1592, pflanzte den Stamm fort. Nach dem Tode seines Bruders Christoph fielKrobnitz an ihn und nach dem Ableben seines Oheims LIias (fl 12. Dezember 1634, vergl. S.333) erbte er dessen Güter Ullersdorf und Baarsdorf. Hans tötete am 26. Juli 1614 zu Dehsa Caspar Heinrich v. Rodewitz zu Friedersdorf; eine Versöhnung zwischen den Familien v. N. und v. Rodewitz kam in Bautzen den 25. Februar 1617 zustande °). Hans starb am 7.August 1657 und wurde in Ullersdorf begraben H. Hans hatte sich zweimal vermählt: I. mit Sabina v. Nostitz a. d. H. Dehsa, geboren 1594, gestorben 1631^); II. mit Anna Sophia v. Gersdorff, geboren am 13. August 1615, gestorben zu Lindenau am 15./25. (26.) Oktober 1673, begraben daselbst am 15. November Zufolge i) Laus. Magazin 1788, S. 28. 2 ) Neues Laus. Mag. Bd. 18, N. S. ISS. 8) Dieses Datum nach dem Gothaer Uradeligen Taschenbuch IMS, S.9I0 ff. In den Nkten des Burglehns zu Bautzen ist der 2. März 1782 als ihr Geburtstag angegeben. 0 v. Nostitz, Beiträge, S. 194; Müller, Mspt. Heft III, S. 2S: Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 107. ö) Weinart, Rechte und Gewohnheiten, III, S. 124. ") Der Versöhnungsbrief ist abgedruckt in v. Nostitz, Beiträge, S. 165. H Sein Leichenstein in Ullersdorf ist verzeichnet beifl. G. Müller, Kirchliche Nachrichten ic., S. 34. i) Siehe die v. Nostitz sche Nhnentafel im Stieber-Museum in Bautzen. H Leichenpredigten auf sie von I- Pfeffer, Pfarrer zu Zodel, 1673, und von p. kferpesius, Pfarrer zu Lindenau, 1674.-I. G. Müller, Kirchliche Nachrichten-c., v. Nostitz. 353 Thestiftung vom 29. April l636 hatte sie ihm 1500 Taler Lhegeld zugebracht, wofür er sie am 24. September 1638 aus Ullersdorf und Krobnitz verleibgedingen ließ*). Sie war „eine gelehrte und fromme Dame", die eine Schrift religiösen Inhalts verfaßte"). Hans hatte, soweit bekannt, folgende Kinder (I —VII): I. I. Tarl Christoph. Siehe unten: I. Zweig. II. II. Hans Heinrich. Siehe unten S. 367: II. Zweig. III. II. Elias Taspar. Siehe unten S. 358: III. Zweig. IV. II. Taspar Christoph. Siehe unten S. 361: IV. Zweig. V. I. Beata, geboren zu Krobnitz 3. Juni 1628, gestorben . .., begraben in UllersdorfH. VI. Katharina, vermählte v. Kottwitz. VII. AnnaH. I. Zweig. (Zweig Arnsdorf.) Tarl Christoph v. N., der einzige Sohn erster Ehe Hansens auf Krobnitz, Ullersdorf, Vaarsdors, geboren am 8. Oktober 1617, gestorben am 6. Januar 1686 im Alter von 69 Iahren°), erbte von seinem Vater Krobnitz, ferner im Jahre 1667 Arnsdorf (bl von Ueichenbach) von Katharina v. Kottwitz, geb. v. U. Hierzu kaufte er 1675 Döbschütz (blblV^ von Ueichenbach), Dittmannsdorf (blbl^V von Ueichenbach), Viesig (bl von Ueichenbach) und Hilbersdorf (bl von Ueichenbach) von Christoph Vitzthum v. TckstädtH. Tr besaß auch Lselsberg (^Vbl^V von Uothenburg, am schwarzen Schöps), verkaufte aber dieses Gut am 5. Oktober 1668 für 6000 Taler an Balthasar v. Gersdorff. Dittmannsdorf veräußerte Tarl Christoph zu Michaelis 1675 an Taspar Siegismund v. Uimptsch, seinen Schwiegersohn. Tarl Thristoph beteiligte sich an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. am 16./26. Juli 1657 in Bautzen H. Mit Hans Adolph v. Maxen auf Ouitzdorf war er in eine Duellangelegenheit verwickelt H. vermählt hatte er sich 1648 mit A n n a M a r g a r e t h e v. M e tz r a d t, geboren 19./29.Januar 1633, gestorben 11. (19.)März 1664, Tochter Taspars v. M. aus Uhpst. Die Theberedung fand statt am 10. November 1648"). Folgende Kinder Tarl Thristophs sind bekannt (1—9)^): erwähnt 5. 38 ein im verfall begriffenes, ihrem Andenken geweihtes hölzernes Monument in der Ullersdorfer Kirche. H Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. H Laus.Nlagazin 1773, 5.208. 3) ^ G Müller, Kirchl.Nachrichten rc.,S.35. H Nr. VI und VII nach 6.1. 30, Mspt. 1. Teil, 5. 58. - vergl. zu VI auch Bd. I, 5. 922. Daselbst muß es heißen Z. 10 (anstatt Latharina v. Nostitz, Tochter Hartwigs v. N. auf Warnsdorf): L. v. N. a. d. H. Krobnitz. H Datum nach der v. Nostitz schen Ahnentafel im Stieber-Museum in Bautzen. Ls findet sich auch der 10. Juni 1686 als Todestag angegeben: v. Nostitz, Beiträge, 5. 198. ») Müller, Mspt. Heft III, 5. 25. H Dberlaus. Nachlese 1771, S. 346. H Weinart, Rechte und Gewohnheiten, I, 5. 121. H Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. io) Daten z. T. nach v. Uechtritz a. a. D. I, S. 156. 23 ä 364 v. Nostitz. 1. Anna Sabina, * 26. September 1649, -f 28. d. M.h. 2. Hans Laspar. Siehe unten. 3. Anna Elisabeth, * zu Lselsberg 1. September 1663, -f zu Krobnitz 2. Mai 1667. 4. Beatrix (Beata) Eleonore, * zu Lselsberg 28. Gktober 1654, X 6. Januar 1676^) mit Laspar Siegismund v. Nimptsch auf Dittmannsdorf. 6. Earl Gottlob, aus Döbschütz, Viesig, Dittmannsdorf, * 1668, ^ 14. Gktober 1698 als Offizier in der Leibgarde des Kurfürsten von Sachsens. 6. Elias Laspar,* 12. August 1669, getauft 16. d. M.,'s 1664. 7. Hans Heinrich, * 8., get. 22.Mai 1661,'s 13.Februar 1663. 8. Anna Sophia, * 16., get. 20. Dezember 1663, X 8. März 1684 mit Larl Gottlob v. Rodewitz, später aus Wendisch-paulsdors. 9. Helena Margarethe, * zu Lselsberg 26. November 16.., X: I. l677 mit Georg Laspar v. Nostitz auf Guolsdors (vergl. S. 368h II. 1682 mit Larl Gottlob v. Nostitz aus Groß-Radisch (vergl. S. 364). 2. Hans Laspar v. N., der älteste Sohn Larl Lhristophs, pflanzte den Stamm fort. Geboren zu Krobnitz am 29. April 1662, starb er zu Görlitz am 31. Gktober 1715h und wurde in Arnsdorf begraben. Er erbte von seinem Vater die Güter Krobnitz und Arnsdorf"), von seinem Bruder Larl Gottlob Döbschütz, Viesig, Dittmannsdorf. Krobnitz verkaufte er 1688 an Hans Siegmund d. I. v. Warnsdorf, Dittmannsdorf am 31. März 1703 an seinen Schwiegersohn Lhristoph Siegmund v. Gers- dorfs, Arnsdorf am 6. März 1704 an Johann Wenzel II. v. Gersdorff auf Kittlitz. Hans Laspar hatte sich vermählt"): I. 22. Mai 1680 mit Helena Sophia v. Schachmann, gestorben 14.November 1687,- II. 28.Dezember 1689 mit Helene Sophia v. Gersdorff a. d. h. Glossen, geboren 16. Januar 1666, gestorben 3. Dezember 1725. Er hatte folgende Kinder (a —k)h: u. Anna Susann« Sophia, getauft 7. Januar 1682, vermählt mit Lhristoph Siegmund v. Gersdorff auf Mittel-Sohland, Dittmannsdorf a. d. Hauptlinie Gebelzig. 0 I. G. Müller, Kirchliche Nachrichten rc., 5. 38. 2) U. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 518. h v. Nostitz, Beiträge, S. 200. h U. I. 30, Mspt. l. Teil, S. 500. h Tr erhielt am ll. Nugust 16Y4 einen erneuerten Lrb- resp. Lehnbrief über sein Trbgut Nrnsdorf und über die von dem Gute Krobnitz zu Nrnsdorf geschlagenen Lehnstücke „als das Flies von der sogenannten Melauner hohen Brücke an bis an die Melauner Mühle und soweit er die Grenzsteine bemerken an beiden Leiten der Ufer nebst dem Nusgange, so einer Lachen gleichet, und der daran befindlichen Wiese, auch darum stehendem Holze sammt freiem Weg über die Krobnitzer hohen Brücke". Lehnsakten Nrnsdorf mit Hilbersdorf. °) v. Uechtritz a. a. V. I, S. 157. h 3um Teil nach v. Uechtritz a. a. G. I, 5. 157, zum Teil nach dem Melauner Kirchenbuche, U. I. 30, Mspt., 5. 82,583, 584. Die Daten harmonieren nicht allenthalben. v. Nostitz. 355 b. Johann Thristoph Moritz. Siehe unten: t. Nebenzweig. (Viesig). c. ErnstNdolphLeopold, getauft 4.Npril1684,ft3I.März1687. ct. Tharlotte Eleonore, getauft4.Mai 1686, ft l 8 . Februarl689. 6. Helene Sophia, getauft l6. Mai l686, ft 17. Februar 1689. k. Ferdinand Ndolph, getauft 22. Juni 1687. Johanna Charlotte Sibylla, vermählt mit . . . v. Neinsberg in Berthelsdors N.-L. b. Lhristian Gottlob. Siehe unten S. 356: 2. Nebenzweig, (vöbschütz). i. Henriette Eleonore, * 20., getauft 23. Nugust 1693, vermählt 1726 mit Haubold Ndolph v. Warnsdorf aus Gber-Taubenheim. k. Dorothea Gottliebe, * 21., getauft 23. Nugust 1693 (Zwilling), ft ledig 1715. 1. Nebenzweig. (Viesig.) b. Johann Thristoph Moritz v. N., ein Sohn erster The Hans Taspars, geboren am 29. Npril, getauft 12. Mai 1683, trat in kursächsische Kriegsdienste und wurde Leutnant. Tr besaß das Gut Viesig, das ihm sein Vater am Tage Walpurgis 1710 für 8000 Taler abgetreten hatte. Tr starb zu Viesig am 17. Npril 1723, am Sonnabend vor Jubilate, vermählt hatte er sich im Jahre 1710 mit Louise LleonoreH geb. v. Nostitz (vergl. S. 279), Tochter Tarl Gottlobs v. N. aus preititz. Geboren am 2. Februar 1686, starb sie zu Viesig am 11. Gktober 1724. Johann Thristoph Moritz hinterließ sieben Kinder (4 S. 3 T.) (I —VII). Sie erhielten am 5. Gktober 1724 Indult wegen des Erbguts Viesig und verkauften es am 26. Npril 1732 an Wolf Lhristian Nlbrecht I. v. Soeben. l. Gottlob, getauft zu Görlitz 5. Juni 1711, anfangs in markgräflich Brandenburgisch-Gnolzbach schen Kriegsdiensten, dann königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr und Stallmeister, später Nmtshauptmann zu Torgau. Daselbst starb er am 26. Npril 1759^). vermählt hatte er sich: I?) mit Christiane Henriette v. Leipziger, gestorben 1753; II. mit Lharlotte Lhristiane v. Lrdmannsdorsf, die ihn überlebte. Tr hatte aus beiden Ehen Kinder, mit denen wir uns aber nicht weiter zu beschäftigen haben. II. Taspar Gottlieb, getauft zu Viesig 3. Mai 1712, stand zunächst in markgräslich Bayreuth schen Zivildiensten als Hofjunker, ging dann in Sächsische Kriegsdienste. Tr starb als Major a lu suite im Infanterie-Regiment Prinz Xaver zu Naumburg a. d. Saale am 16. September 1781 an der Ruhr. Nls am 29. Mai 1761 die vöbschütz sche Linie v.N. im Mannesstamm ausstarb (vergl. S. 356), so bekam er bei dem Vergleich, der wegen der Lehnstücke zustande kam, die Summe von 1200Ntlrn^). ver- l) In der v. Nostitz schen Nhnentafel im Stieber - Museum in Bautzen ist sie Johanna Louise genannt. s) Müller, Mspt. Heft m, 5. 27: v. Uechtritz a. a. G. I, S. 163. H H.-St.-K. Gen. Boo. 1135Y, Nostitz, tz Laus. Magazin 1781, 5. 346. 23 356 v. Nostitz. mahlt hatte er sich zu Gssa am 2. Mai 1761 mit Laroline Auguste v. Wolssersdorfs, gestorben 20. Dezember 1795, Tochter des kurfürstlich Sächsischen Kammerherrn und Majors Hans Christoph v. W. auf Gssa und seiner Gattin Johanna Louise v. Ankelmannh. Caspar Gottlieb hatte zwölf Kinder. Seine Ahnentafel zu sechzehn Ahnen befindet sich im Stieber-Museum zu Bautzen. III. Traugott, geboren am 29. September, getauft zu Viesig am 4. Gktober 1714, ging in holländische Dienste, wurde 1779 Generalmajor der Generalstaaten und erhielt 1780 ein Regiment Infanterie h. IV. Tarl Gotthels, getauft zu Döbschiitz 7. Mai 1716, gestorben zu Tolditz 29. Dezember 1758, vermählt 1750 mit Wilhelmine Lhar- lotte v. Wolssersdorfs a. d. h. Gssah. V. Eleonore Dorothea, getauft zu Viesig 27. Mai 1713. VI. Johanna Tugendreich, getauft zu Viesig 26. Juni 1717. VII. Dorothea Sophia, getauft zu Viesig 11. Dezember 1720, gestorben zu Bautzen . . . März 1725. 2. Nebenzweig. (Döbschütz.) Thristan Gottlob v. N., ein Sohn zweiter Ehe Hans Laspars, geboren zu Arnsdorf am 16. Januar 1691, erbte die väterlichen Güter Döbschütz und Hilbersdorf. Streitigkeiten wegen eines Feldes mit seinem Nachbar Johann Gottlob v. Soeben veranlaßten diesen im Jahre 1727, den v. N. auf öffentlichem Markte in Görlitz zu verwunden. Er starb am 9. September 1747, ein gelehrter, um die Wissenschaften verdienter Mannh. vermählt war er seit dem 26. Februar 172l mit Sophie Eleonore v. Thielau, Tochter Florian Gottlobs v. Th. aus Kroitsch und Neudöbern. Sie starb im Alter von 54 I. am 3. Februar 1757 5). Das Erbgut Hilbersdorf hatte sie am 10. Juli 1750 verkauft an Frau Sophia Erdmuthe v. Warnsdorf, geb. v. Gersdorfs, für 18000 Tlr. Döbschütz veräußerte sie in demselben Jahre an ihren Sohn Thristian Adolph August. Lr war geboren am 27. Mai 1732, getauft am 28. und starb unvermählt am 29. Mai 1761. Mit ihm erlosch die Linie Döbschütz im Mannesstamme. Döbschütz fiel nun an seine drei Schwestern: Eharlotte Eleonore, * 5., getauft 7. Februar 1738, vermählt mit Larl Heinrich Lhrhard v. Nostitz (vergl. S. 279). Johanna Louisa Sophia, * 31. Gktober, getauft 3. November 1743, vermählt 4. Februar 1765 mit dem Kapitän August Friedrich v. Rothe. Eleonore Lrdmuth, * 14., getauft 19. März 1745, vermählt 28. Mai 1765 mit dem Hauptmann Gottfried v. Gersdorff aus Gppeln"). 0 Laus. Monatsschrift 7796, I, S. 55. h Laus. Mag. 1781, S. 21. -) Müller, Mspt. Heft III, 5. 28: v. Uechtritz a. a. G. I, 5. 162. tz Vtto, Dberlaus. Schriftstellerlexikion, II. Bd., S. 728 führt eine Schrift von ihm auf. 5) v. Uechtritz a. a. D. I, S. 158. h Geburts- und Tausdaten der drei Schwestern nach dem Melauner Kirchen buch in U. I. 50, Mspt. I.Teil, S. 587-589. v. Nostitz. 357 II. Zweig. (Zweig Keichwalde.) Hans Heinrich v. K., der älteste Lohn zweiter Ehe Hansens aus Krobnitz, Ullersdorf, Baarsdorf, geboren im Jahre 1639 h, erbte von seiner Schwester Katharina v. Kottwitz, geb. v. N., die Güter Lissa (dl von Görlitz) und Nieder-Lohra (blbiO von Görlitz). Gr kaufte ferner von Lophia Elisabeth v. Gersdorff, geb. v. U., die von ihrer Muhme, der eben genannten Katharina v. Kottwitz, das Gut Klingewalde (bl von Görlitz) geerbt hatte, dieses Gut. Auch Zodel (bl von Görlitz) war in seinem Besitz, er kaufte es von seinem Bruder Laspar Lhristoph und erhielt am 23. Juni 1673 den Erbbriesh. Klingewalde verkaufte Hans Heinrich am 4. August 1677 mit Konsens der Landstände für 4000 Taler an den Or. inoll. Ehrenfried Hagedorn. Dieser Kauf scheint rückgängig geworden zu sein, denn am 13. September 1677 veräußerte er das Gut an den vornehmen Görlitzer Bürger Thristian Schneider für 4000 Taler Kauf- und 200 Taler „honorationgeld". Zodel verkaufte er 1681, am 10. Mai 1688 auch Lissa samt zugehörigem Teil von Sohra an den Görlitzer Bürgermeister Andreas Sommer. Dafür erwarb Hans Heinrich nun vom Vormund der Söhne Georg Taspars v. U. (vergl. S. 368) das Gut Ouolsdorf (bM von Uothenburg) für 15000 Taler und 200 Taler Geschenkgeld am 22. August 1681, verkaufte es aber am 24. September 1695 wieder an den Freiherrn Kudolph v. Gersdorff aus Weichau, von den Kindern Hans Taspars v. Metzradt kaufte Hans Heinrich endlich im Jahre 1687 das Erbgut Keichwaldeh (^V von Kothenburg, am schwarzen Schöps) samt Wunscha (bl von Keichwalde, am weißen Schöps) für 26 000 Taler und 200 Taler Verehrungsgeld. Hans Heinrich starb am 4. Juni 1707. vermählt war er: I. mit Anna Elisabeth v. Landeskron a. d. h. Lessendors, die am 17. Januar 1673 in Geburtsschmerzen im Alter von 33 Jahren starb Hs II. mit Katharina Elisabeth v. Kackel. Folgende Kinder Hans Heinrichs sind bekannt (1—6): 1. I. Taspar Lhristoph, geboren zu Lissa am 1. Juli 1667, gestorben als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberst am 5. Juli 1728 im Alter von 61 I. 4 T?). Lr kaufte, damals Hauptmann, am Walpurgistermin 1703 von Lhristoph Siegmund v. Kaussendors das Lehn- H Müller, Mspt. lieft III, s. 28: v. Nostitz, Beiträge, s. Id8. h Jodel war dem Hans Heinrich vom kurfürstlichen kirnt Görlitz zu Erbe verreicht worden. Dieses klmt betrachtete er als seine Gerichtsbehörde und hatte deshalb im Jahre 1679 einen Streit mit der Stadt Görlitz, weil deren Nat sich die Jurisdiktion über ihn angemaßt hatte. h Die Gemeinde zu Reichwalde klagte 1699 gegen ihre Herrschaft Hans Heinrich v. Nostitz, daß er ihr die Heide und Holznutzung entziehe, daß er sich den Gemeindeteich anmaße, neue Teiche anlege und durch deren Rblassen ihre Felder überschwemme, daß er vor zwei Jahren die Glocken vom Rirchturm genommen und nach Görlitz geführt habe. H.-St.-R. Boo. 9533, Vas 78. Buch Dberlaus. Justizsachen 1699 bis 1703, Fol. I ff- - Die Schön- und Schwarzfärber zu Görlitz beschwerten sich 1703 beim Rurfürsten über ihn, da er in Reichwalde eine Färberei und Mangel anlegen wollte. H.-St.-R. Boa. 9535, das 87. Such Dberl. Justiz-Sachen 1702-1706, Fol. 124 ff. h Gottfried Berger, Einige geschichtliche Nachrichten das Kirchspiel Lissa betreffend, 1805, S. 5. °) B. I. 30, Mspt. 1. Teil, S. 566 — 567. 358 v. Nostitz. gut Salga (140 von Bautzen) nebst der von Brösa dazu geschlagenen halben Heide für l 5 000 Rtlr. und 100 Tlr. Geschenk- oder Schlüssel- geld. Km ll. Rpril l704 wurde Caspar Christoph belehnt, er verkaufte Salga am l4. Juni l7l4 an Christoph Friedrich v. Gersdorff aus Volbritz. Nach dem Code seines Vaters (ft 4. Juni l707) übernahm Caspar Christoph die Güter Reichwalde und Wunsch« für 30 000 Taler. vermählt hatte sich Caspar Christoph ft: I. im Jahre 1704 mit Gertraud Elisabeth v. Stutterheim, sie starb 1706; II. zu Dresden am 6. Februar 1710 mit Lrdmuth Katharina v. haugwitzft. Sie starb auf der Reise nach Karlsbad zu heinzebank im Erzgebirge am 24. September 1718 im RIter von 47 I. und wurde in dem benachbarten Wolkenstein begraben; III. 18. Oktober 1721 zu Kölzen bei Merseburg mit Christiane Dorothea v. Bülow; sie starb am 5. September 1744ft. Die Güter Reichwalde und Wunscha hatte sie zu lvalpurgis 1723 für 38 000 Taler von ihrem Gatten gekauft. Sie verkaufte sie am 3. Februar 1734 für 41 000 Taler und 1000 Taler Schlüsselgeld an Johann Rugust Rdolph v. Warnsdorf auf Weigersdorf. Ls überlebten Caspar Christoph keine Kinder und so erlosch mit ihm seine Linie. 2. I. Johann Heinrich, geboren zu Lissa 10. September 1668, gestorben aus der Universität zu Leipzig am 9. Juni 1690ft. 3. I. Anna Elisabeth, vermählt mit Melchior Rbraham v. Gersdorff aus Waldau. 4. II. Henriette Lrdmuth, vermählt mit Hans Rudolph III. v. Bischofswerder auf Trebus. 5. II. Unna Sabina, vermählt 18. Mai 1717 mit Wolf Heinrich v. Theler auf Rehnsdorf und Gersdorf. 6. II. Charlotte Elisabeth, vermählt mit Heinrich Ferdinand Rugust v. Gersdorff. III. Zweig. (Zweig Ullersdorf.) Llias Caspar v. N., der zweite Sohn zweiter Ehe Hansens aus Krobnitz, Ullersdorf, Baarsdorf, wurde am 31. Juli 1640 geboren, studierte in Wittenberg und starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rat und Landesältester des Fürstentums Görlitz am 11. März 1698 ft. In der Lrbsonderung vom 30. September 1665 war ihm Ullersdorf samt pertinentien durch das Los für 26000 Taler zuerkannt worden, vermählt hatte er sich: I. am 11. Mai 1666 mit Rnna Helena v. Gersdorff, geboren auf dem Hause Kodersdors am 3. Februar 1645, gestorben am 25. September 1681 nach der am h Ebenda,. ft v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Adels, 1846, S. 208. ft Ltaatsarchiv Breslau, Testamentbuch 1711 — 1803. ft v. Nostitz, Beiträge, 5. 201. ft kfoltzhammer, Pfarrer in Iänkendorf und Ullersdorf, Leichenpredigt auf Elia; Laspar v. N. 1608: I- G. Müller, Kirchliche Nachrichten ic., S. 34 erwähnt ein dem Elias Laspar, seinen Gattinnen und Kindern gewidmetes hölzernes Epitaph in der Ullersdorfer Kirche. v. Nostitz. 359 22. erfolgten Geburt eines Sohnesh,- II. zu Michaelis 1682 mit Thristina (Christiane) Latharina v. Könneritz a. d. h. Frauendorf, gestorben am 30. März 1720 zu NiethenI. Sie kaufte im Jahre 1700 von Johann Hartwig Rugustus v. Uechtritz das Gut Nieder-Sohland a. R. (dlO von Löbau) für 9000 Taler und nahm ihre vier Söhne in die Mitbelehn- schast. Schon 1703 verkaufte sie das Gut ihrem Schwiegersohn Johann Gottfried v. haugwitz. Elias Taspar hatte aus erster Ehe zwölf (5 S. 7 T.), aus zweiter Ehe elf Kinder,- unter diesen elf Kindern zweiter Ehe waren vier tot geborene und ein bald nach der Taufe verstorbenes. Das elfte und letzte Kind wurde nach dem Tode des Vaters „Sonnabends Rbends gegen zehn Uhr", also wohl am 12. März 1698, totgeboren^). von den Kindern erster Ehe überlebten drei, von denen zweiter Ehe sechs ihren vaterI. Die Namen der Kinder erster Ehe sind^) (1 — 12): 1. Hans Taspar, * 1. Februar 1668, f 12. Rpril e. u. 2. Elias Taspar, * 24. Rpril 1669, ch 23. Januar 1670. 3- Sophie Dorothea, * 2. Juni 1670, ch 10. Juli 6. u. 4. Sophie Eleonore, * 2. Rugust 1671, -f in der 35. Woche ihres Lebens. 5. Gottlob Ehrenreich, * 27. Rugust 1672, ch zu Kopenhagen 1730 als königlich Dänischer Kapitän. 6. Johanna Sabina, überlebte den Vater. 7. Sophia Erdmuthe, desgl. 8. Eleonore Sophia, * 28. Juni 1677, ch 14. September 6. a. 9. Tharlotte Eleonore, * 23. Rugust 1678, -f 20. März 1680. 10. Johann Rudolph, * 19. September 1679, -f 9. Juli 1680. 11. Juliane Eleonore, *26.September 1680, -f22.März 1682. 12. Tarl Gottlob, * 22., ch 24. September 1681. Die Namen der Kinder zweiter Ehe sindI (13 — 23): 13. Johann Bernhard, * und ch 1684. 14. Taspar Siegmund, * 26. Februar 1685, Hauptmann in der Sächsischen Garde zu Pferde, wurde in Vetschau am 5. Januar 1723 von einem v. Schlieben erstochen. 15. Christiane Rgnes Ottilie, X mit Johann Gottfried v. haugwitz. 16. Tote Tochter. 17. Thristian Friedrichs), * 10. März 1690, studierte, in Görlitz und Lauban vorbereitet, in Frankfurt. Das väterliche Gut Ullersdorf samt Baarsdorf kam durch das Los an ihn zum Preise von 28 000 Talern. Er verkaufte den ganzen Besitz am 1. Januar 1713 I. lvießner, Pfarrer in Rengersdorf, Leichenpredigt auf sie, 1681. 2) Oberlauf. Nachlese, 1771, S. 201. 2) vergl. die erwähnte Leichenpredigt holtzhammerr. §) Nach Nusroeir der erwähnten beiden Leichenpredigten. 5) Die Daten von 1-4 und 8-11 nach I. oo. 11559, Nostitz, vol. I. 0 6--§t.-0. 1.06.9549, Das 13. Buch Dberlaus. Lehens - 5achen, 1695 — 1704, Fol. 94. 0 Laus. Magazin 1777, 5. 18. H Ebenda, 5. 19. v. Nostitz. 363 dorsh. Er hatte die väterlichen Güter Jänkendorf und Kaana erhalten. Mit dem zur Herrschaft Seidenberg gehörigen Dorfe Kaana belehnte ihn Ehristoph II. v. Medern zu Friedland am 16. Mai 1613^). Hans kaufte von seinem Bruder Friedrich das Gut (fluitzdors und erhielt es am l6. März 1617 zu Lehn verreicht"). Im Jahre 1619 starb Hans mit Hinterlassung zweier kleiner Töchter: Anna Margarethe und Ursula. Als Hansens Gattin wird genannt^): Unna Beatrix v. Kott- witz. Mit ihrer Einwilligung und der ihres Schwagers Friedrich v. U. zu Gerlachsheim verkauften die Kreditoren am 14. September 1619 Mols v. Uostitz aus Uengersdorf (vergl. S. 334) das Gut Jänkendorf samt dem Vorwerk daselbst, nebst dem von Attendors dazu gehörigen Pfandschilling, für 22 000 Taler. - Mit dem oben unter II. genannten Taspar Gtto v. U. auf vriewitz war die Titanische Linie im Mannesstamme erloschen. B. Hauptlinie Esuolsdors. Von den beiden Brüdern Hans und Georg v. U., die um die Mitte des 16. Jahrhunderts Tuolsdorf von Rothenburg, am weißen Schöps) besaßen, pflanzte Georg den Stamm fort. Dessen Sohn Thristoph starb um das Jahr 1620 mit Hinterlassung zweier Söhne: Hans Georg und Thristoph. Während letzterer kinderlos starb, wurde Hans Georg der Ahnherr einer noch heute blühenden Linie ^). Dieser Hans Georg v. N. aus Csuolsdors erwarb 1620 das an Csuolsdorf angrenzende Gut Teicha und starb im Jahre 1635. vermählt war er mit Helena v. Gersdorff. Sie folgte ihm im Alter von 51 Jahren weniger 3 Wochen am 6. Februar 1643 im Tode nach"). Er hinterließ vier Söhne: I. Hans Thristoph. II. Taspar Heinrich. III. Hans Georg. IV. Tarl Heinrich. Sie teilten sich im Jahre 1643 in die hinterlassenen Güter Csuols- dorf und Teicha und die Barschaft^: Hans Georg und Tarl Heinrich erhielten Geld, Hans Thristoph fiel das Niedervorwerk, Taspar Heinrich das Vbervorwerk zu Csuolsdors zu. K Hans Christoph v. N., der also das Niedervorwerk zu Csuolsdorf nebst Teicha erhalten hatte, verkaufte das väterliche Lehngut Nieder-Esuolsdors nebst dem Kirchlehn zu hähnichen am Tage 0 I- G. Müller, Kirchliche Nachrichten rc., 5. 5. h Neues Laus. Mag. Bd. 73, 5. 86. H.-Lt.-K. Boo. 9545, Verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 327b. fl Larpzov a. a. D. II, 5. 81 b. °) Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 109. h I.. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 522. H 3um ersten Teil gehörte das Niedervorwerk zu Lluolsdorf, das vörflein Teicha, vier Lauern* drei Gärtner, drei Häusler. Zum zweiten Teil gehörte das Dbervorwerk samt dem neuen Vorwerk, die Mühle zu (stuolsdorf, neun Bauern, neun Gärtner, fünf Häusler. Lehnsakten Vuolsdorf. 364 v. Nostitz. Michaelis l648 der Gattin seines Bruders Hans Georg, Marianne geb. v. Schachmann, ferner sein Lehngut Teicha zu Walpurgis l664 an Hans George v. veupold. Dafür erwarb er t648 von seiner ersten Gattin Esther veronica v. Gersdorff das Gut Mücka von Rothenburg, am schwarzen Schöps) und erhielt es am 8. September 1648 zu Lehn verreicht. Er verkaufte das Gut am l4./l5. Juni 1650 an Georg Rudolph v. pentzig, kaufte es aber am 2. Rpril 1664 von dessen Söhnen wieder zurück. Seit 1651 besaß Hans Lhristoph auch Hähnichen (14^ von Rothenburg), das er 1656 an Hans Heinrich v. Lest verkaufte. Hans Lhristoph starb am 24. Februar 1665 im 49. Lebensjahre, vermählt hatte er sich: I. zu Mücka am Dienstag snachj Misericordias domini 1645H s22. Rprilj mit Esther veronica v. Gersdorff, Witwe Georgs Vitzthum v. Lckstädt auf Iahmen. Sie verkaufte ihm im Jahre 1648, wie erwähnt, ihr Gut Mücka und starb zu Esuolsdorf am 31. März 1651,- 11.1654 (1656) mit Magdalena Sophia v. pentzig, Tochter Hans Rudolphs v. p. auf Mücka und Reundors. Sie kaufte von Hans George v. Veupold am 29. Juni 1666 das Gut Teicha, das dieser von ihrem Gatten, Hans Lhristoph v. R., zu Walpurgis 1664 käuflich erworben hatte. Rm 25. Juli 1669 veräußerte Frau Magdalena Sophia das Lehngut Teicha ihrem zweiten Ehemann Georg Rudolph v. Nostitz, kurbranden- burgischem (Obersten (vergl. S. 296). Sie starb zu Groß-Radisch am 13. Dezember 1691 ^). Hans Lhristoph hatte zwei noch unmündige Söhne aus zweiter Ehe hinterlassen: 1. Tarl Gottlob. 2. Hans Rudolph, von ihm hören wir nichts mehr. 1. Tarl Gottlob v. N., geboren am Tage triuin i-sZNin 1658 s6. Januar), trat in Dänisch-Norwegische Dienste und wurde Leutnant, kaufte hierauf zu Walpurgis 1682 von Heinrich Ernst v. Rechenberg das Gut Groß-Radisch nebst Jerchwitz (beide 14140 von Weißenberg). Er rundete das Gebiet ab, indem er noch am 29. März 1700 von Wolf Heinrich v. Spiller die bisher zu Horscha gehörige „Baderwiese" nebst etwas Gehölz für 135 Taler und im Jahre 1702 von Hans Siegmund v. Metz- radt auf Moholz eine ehemals zu Sproitz gehörige Wiese für 500 Taler erwarb. Tarl Gottlob verkaufte das Lehngütchen Jerchwitz am Walpurgistermin 1690 für 3600 Rtlr. an Heinrich Wenzel v. Hundt auf Unwürde. Tarl Gottlob starb in Löbau am 22. Rpril 1722 und wurde in Groß-Radisch begraben. vermählt hatte er sich im Jahre 1682 mit Helena Margarethe v. Nostitz a. d. H. Döbschütz, Witwe Georg Taspars v. Nostitz aus Csuols- dors (vergl. 5. 354 und 368). Sie starb 1731 ^). von mehreren Söhnen, die sie ihm schenkte, überlebte ihn nur einer: h Ihr kfochzeits- und Todestag nach I. Nlörbe, Drtschronik von Petershain, 1844, S. 135. H I. G. Schulze, Nhncntafeln adelicherFamilien, Nlspt. I.. I. 25, Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. 3) v. Uechtritz a. a. V. I, S. 157. v. Nostitz. 365 Franz Adolph, geboren 6./l6. März 1692, trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Kriegsdienste und wurde Hauptmann. Sein Vater verkaufte ihm am 2l. Dezember 1717 das Gut Groß- Nadisch nebst pertinentien für 6350 Taler. Km 1. Juli 1729 starb Franz Adolph, vermählt hatte er sich am 30. November 1717 mit Johanna Lharlotte v. Dersdorfs*), Tochter Tarl Christians v. G. aus Milkwitz. Sie kaufte von ihrem Schwager Johann August Adolph v. Warnsdorf am 26. August 1743 das Gut Weigersdors (bl von Weißenberg) für 19000 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld am 26. August 1743. Sie starb zu Bautzen am 18. Oktober 1747 früh ^8 Uhr im Alter von 49 I. 10 M. 3 T. und wurde am 24. aus dem Tauchersriedhof bestattet. Lhristian Gottlob Adolph v. N., der einzige Sohn Franz Adolphs, geboren zu Groß-Nadisch 9. Juni 1719, wurde 9. Januar 1741 mit dem väterlichen Gute Groß-Nadisch belehnt. Das andere von seinem Vater an ihn gefallene Gut Weigersdors verkaufte er am 21. März 1771 an Heinrich Nudolph v. Gersdorff. Christian Gottlob Adolph kaufte am 13. August 1744 von Loth Gottlob v. Petersdorff das Gut Neu-Liebel (bsM von Nothenburg) für 6500 Ntlr., um es schon am 14. Juli 1748 wieder zu veräußern an Johann Ernst v. Staupitz. Als königlich polnischer Kammer- Herr starb Thristian Gottlob Adolph zu Groß-Nadisch an einem Steck- und Schlagsluß am 5. Oktober 1785 im 67. Lebensjahre^). vermählt hatte er sich 1741 mit Johanna Eleonore Elisabeth v. N. u. I. a. d. h. Ullersdorf (vergl. S. 345), geboren am 5. Mai 1714, gestorben zu Groß-Nadisch am 9. August 1770 abends nach elf Uhr, begraben am 13. daselbstb). Folgende Kinder wurden dem Ehepaar geboren (a-Z-)h: a. Johanna Henriette Lrdmuth, geboren zu Groß-Nadisch 2., getauft 8. Dezember 1742, vermählt 3. Juni 1762 mit Larl August v. Gersdorff auf Gröditz, Tortnitz rc. Sie starb zu Gröditz am 24.Juni 1777^). d. Johann Tarl Adolph v. N.-Drzewiecki, geboren zu Groß-Nadisch 16., getauft 19. Dezember 1743, kurfürstlich Sächsischer Premierleutnant und Adjutant im Lecoqschen Infanterieregiment, später Hauptmann im Boblik schen Infanterieregiment, dann Major und Kriegskommissar in der Gberlausitz, starb am 26. Dezember 1800 vormittags b/4 10 Uhr, 57 Jahre alt°). vermählt hatte er sich zu Nieder-Gurig am 20. April 1788 mit Maximiliane Taroline Amalie Freiin v. WertHern a. d. h. Wiehe-Lossa. Er verkaufte ihr am 25. August 1798 das Gut Groß-Nadisch für 25000 Taler. Sein Sohn Johann Adolph Ludwig v. N.-Drz., geboren in Wurzen, dem damaligen Standquartier seines Vaters, am 14. Februar *) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zainilienkunde, XXI (1893), 2 ) Laus. Magazin 1788, S. 329. ») Laus. Magazin 1770, S. 348. 4) Nach dem Groß-Nadischer Mrchenbuch in N. I. 30, Mspt., S. 521—522. °) Laus. Magazin 1777, S. 213. °) Kurzer Nekrolog in der Laus. Monatsschrift 1801, I, S. 154. 366 v. Nostitz. 1789'), besuchte die Erziehungsanstalt zu Uhpst, kaufte dann von seiner Mutter das Gut Groß-Nadisch am 8. Februar 1821. Lr starb am l. Januar 1854 und liegt in Görlitz begraben. Leine Mutter hatte inzwischen eine neue Ehe geschlossen mit Gottlob Lhristian Wilhelm Karl v. Tettenborn, königlich Sächsischem Generalmajor. Sie starb zu Groß- Nadisch im Dezember 1831 ^). e. Johanna Lharlotte, geboren 30. September 1745, gestorben eine halbe Stunde nach der Nottaufe, begraben am 2. Oktober zu Groß- Nadisch unter der Kanzel. cl) Johann Christian Gotthelf v. N.-DrzI), geboren 17., getauft 19. Juni 1747, erst kurfürstlicher Page, kaufte am 6. Oktober 1775 von Frau Johanna Helene Crdmuth verw. v. hartig, geb. v. Spiller, das Erbgut horscha von Rothenburg) für 13 000 Rtlr. und 50 Ntlr. Schlüsselgeld. Mit Johann Lehmann aus Klix schloß er am 7. Juli 1785 eine Kaufspunktation über horscha zum Preise von 15 800 Talern ab. Lr starb zu Groß-Nadisch am 2. Npril 1790 nach einem zehntägigen Krankenlager im NIter von 42 I. 9 M. 14 T. vermählt hatte er sich am 26. Dezember 1776 mit Juliane Tharlotte Eleonore v. Warnsdorf. Sie folgte ihrem Gatten im Tode nach am 15. Oktober 1792. 6. Johanna Sophia Lharlotte, geboren 17. Dezember 1748, gestorben I I. Juni 1751. k. Johanna Eleonore Erdmuth, geboren 28. März 1750, gestorben in Bautzen 23. Januar 1753, begraben am 25. auf dem Taucherkirchhof. §. Johann Ernst Nugust, geboren 23., getauft 26. Oktober 1751, kurfürstlich Sächsischer Hof- und Justizrat, gestorben in Dresden am 4. November 1823, vermählt 20. November 1781 mit Erdmuth Gertrud Friederike v. Naussendorf. Sein Sohn Gustav v. N.h, geboren zu Dresden 4. Oktober 1789, gestorben daselbst 5. Dezember 1858 als königlich Sächsischer Generalleutnant und Kriegsminister, vermählte sich zu Schweickershain 1. Juni 1820 mit Nlbertine Wilhelmine Gräfin v. Wallwitz, Tochter des letzten Grafen Leberecht Sebastian v. Wallwitz und erhielt am 31. Juli 1834 die Genehmigung zur Namen- und Wappenvereinigung v. Nostitz-Wallwitz"). Gustav kaufte am 24. Mai 1837 von den Ständen des Landkreises des Markgraftums Gberlausitz das Erb- und Nllodialrittergut Weigsdorf (880 von Bautzen) mit den benachbarten Dörfern Köblitz und Schönberg für 64100 Taler und erhielt am 15. Dezember 1837 den Erbbries. Im Jahre 1851 verkaufte er den Besitz an Nlbin Bernhard v. Krieger. Inzwischen hatte Gustav am 29. Oktober 1842 von Joseph Nugust Grafen v. Seilern die Lrb- und Nllodialrittergüter Wendisch- und Nieder-Sohland (8 von Schir- tz Laus. Magazin 1789, S. 94. h v. Tettenborn sche Stammtafel Nr. II in der Vierteljahrsschrift für Mappen-, Siegel- und Zamilienkunde, XIX. Band. s) Laus. Magazin 1790, S. IIS: 1792, S. 370. h Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen Häuser, 1903, v. Nostitz, h Gritzner, Standes - Erhebungen und Gnaden - klcte, II. Band, S. 770. v. Nostitz. 367 giswalde) nebst Zubehör für 97000 Taler (50000 Tlr. für Wendisch- Sohland nebst dem Stück Rllodialbusch,- 45000 Tlr. für Rittergut Nieder- Sohland, 2000 Tlr. für das Inventar) gekauft und erhielt am 12. Juni 1843 den Lrbbrief. Km 9. Oktober 1858 verkaufte er Wendisch-Sohland an seinen ältesten Sohn, den königlich Sächsischen Rmtshauptmann Hermann v. N.-W. für 35000 Taler. Hermann kaufte ferner Mittel- Iohland für 20000 Taler am 30. Mai 1854 von Fräulein Henriette Magdalena v. d. Sahla in Herrnhut. Gustavs jüngster Sohn Oswald v. N.-W. kaufte das Rittergut Gber-Sohland von dem königlichen Polizeidirektor in Dresden Tarl Ludwig Gottlob v. Burgsdorff für 5000 Taler und eine jährliche Leibrente von 600 Talern am 30. Mai/20.Juni 1854. II. Taspar Heinrich v. N. erhielt in der brüderlichen Teilung vom Jahre 1643 das Gbervorwerk in Ouolsdors und trat es 1647 seinem Bruder Hans Georg ab. Rm 12. Februar 1650 kaufte er von Hieronymus v. Uechtritz dessen Gut Mittel-Horka (8^V von Rothenburg), starb aber bereits am 22. Rpril 1651, noch vor der Lehnsverreichungh. vermählt war er mit Rnna Dorothea geb. v. Gersdorff. Ihre drei Schwäger, die Brüder Taspar Heinrichs: Hans Thristoph, Hans Georg und Tarl Heinrich Gebrüder v. R. traten ihr am 28. Rpril 1653 das von ihrem Gatten hinterlassene Gut Mittel-Horka für 4850 Taler ab. Von dieser Summe hatte sie den Betrag von 3000 Talern, der dem von ihr eingebrachten Thegelde entsprach, nicht zu entrichten'^). Sie starb am 29. März 1668 im Rlter von 43 Jahren 40 Wochen ^). III. Hans Georg v. N., hatte in der brüderlichen Teilung vom Jahre 1643 Geld erhalten. Sein Bruder Taspar Heinrich trat ihm 1647 Gber-Ouolsdorf ab. Hans Georg beteiligte sich am 16./26. Juli 1657 an der Huldigung des Rurfürsten Johann Georgs II. in Bautzenh. Tr starb am 14. September 1678. vermählt war er: I. mit Marianne v. Schachmann, die am 4. November 1655 starb im Rlter von 35 I. weniger 10 W. Sie hatte am Tage Michaelis 1648 von ihrem Schwager Hans Thristoph v. N. das Gut Nieder-Ouolsdorf gekauft. In einem gegenseitigen Testament vom 12. Rpril 1649 vermachte Hans Georg seiner Gattin sein Gut Gber-Ouolsdorf, sie ihm Nieder-Ouolsdors°). Hans Georg vermählte sich: II. mit Rnna Helena v. Horn, Schwester Tarl Lhristophs v. h. zu Rothenburg. Folgende Rinder Hans Georgs sind bekannt (1—5)°): 1. Georg Taspar. Siehe unten S. 368. 2. Heinrich Ernst. 3. Tarl Thristian. 0 Müller, Mspt. tieft III, 5. 37; I.. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 56. 2) ff.-St.-kl. Boa. 9547, Das 6. Buch Dberlaus. Lehens-Lachen, 1657 — 74, Fol. 123. ff Nach dem fforkaer Kirchenbuch in B. I. 30, Mspt. 1. Teil, 5. 516. ff Gberlaus. Nachlese, 1771, 5. 345. ff ff.-St.-kl. Boa. 9547, Vas 3. Buch Gberlaus. Lehnssachen, 1651—67, Fol.204. ff Die Söhne nach der soeben angegebenen Stelle des ff.-St.-O. Boe. 9547, Vas 3. Buch rc., Fol. 204, die Töchter nach den Lehnsakiten Guoisdorf. 368 v. Nostitz. 4. Anna Helena Sophia, getauft ll. September 1652h. 5. Eleonore Sophia, getauft 20. August 1658. 1. Georg Caspar v. ll., der älteste Sohn Hans Georgs, pflanzte den Stamm fort. Geboren am 29. Mai 1649 h, kaufte er am Tage Michaelis 1676 das Mederteil des Gutes Ouolsdorf von seinem Vater für 5533 Taler und erhielt später auch das Oberteil. Cr starb am 24. April 1681. vermählt war Georg Laspar mit Helena Margarethe geb. v. llostitz (vergl. S. 354), Tochter Tarl Christophs v. ll. auf Döb- schütz, Rrobnitz ic. Am 19. Januar 1677 hatte zu Döbschütz die Chestistung stattgesunden. Nach ihres Gatten Tode ging Frau Helena Margarethe eine zweite Che ein mit Tarl Gottlob v. N. aus Groß-lladischh (vergl. S. 364). Georg Taspar hinterließ zwei Söhne und eine Tochter (a —e): a. Hans Tarl. Siehe unten. b. Gottlob Lhrenreich, * 10. Juni 1679, ft in Bautzen 1754 als verabschiedeter königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberstleutnant^). c. Johanna Tharlotte, * 14. Dezember 1680. a. Hans Tarl v. ll., der ältere Sohn, geboren 1677, trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste, starb zu lveißen- berg am 28. März 1735. vermählt war er mit Susann« Eleonore Reichwald v. Rümpfen, einer Tochter Johann Adolphs R. v. R. aus Mittel-Horka. Sie starb zu Iveißenberg am 22. Januar 1743. Line Tochter Hans Tarls, Helene Charlotte, geboren 1716, vermählte sich am 10. Mai 1736 mit Achaz Tarl v. Mörner, kurfürstlich Sächsischem Oberst, und starb zu Merseburg am 28. April 1778 h. Lin Sohn Hans Tarls, Carl Gottlob, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, vermählt mit Sophia Amalia v. Schütz, starb in Iveißenberg am 25. November 1767 ohne Erben"). — Das Stammgut Ouolsdorf war schon im Jahre 1681 dieser Linie verloren gegangen: Der Vormund der Gebrüder Hans Carl und Gottlob Ehrenreich, der Söhne Georg Caspars v. ll., hatte am 22. August 1681 Ouolsdorf für 15 000 Taler und 200 Taler Geschenkgeld verkauft an Hans Heinrich v. Nostitz aus Lissa (vergl. S. 357). II. haupthaus Schönbrunn. Zum haupthause Schönbrunn gehören die Schlesischen Linien des Geschlechts v. ll., die wir hier nicht zu besprechen haben. Angehörige dieser Linie sind seit Anfang des 17. Jahrhunderts nur ganz vereinzelt in der Gberlausitz ansässig gewesen. 0 Geburtsdaten von 4. und 5. nach I. I. 30, Nkspt., 5. 524 (Nuszug aus dem Kirchenbuch zu hähnichen). 2) Geburts- uud Todestag nach Müller, Mspt. Heft III, S. 40. ft v. Uechtritz a. a. G. I, S. 157. ft I.. I. 30, Mspt. 2. Teil, S. 1I3b ff.) Müller, Mspt. Heft III, S. 40. ft Laus. Magazin 1778, S. 301. ft Müller, Mspt. Heft III, S. 40. v. Nüßler. 369 So kaufte „der Hochedelgebohrne Ritter und Herr, Herr (Otto Sigismund v. Nostitz", der Hauptlinie Zedlitz angehörig, Herr auf Laasan, Peterwitz, protschkenhain und Saarau, am 8. September 1694 von Hans Caspar v. Uechtritz das Gut Holzkirch (8 von Lauban, am Weis) für 28 000 Rtlr. und 300 ZI. Schlüsselgeld. Rm 19. Juni 1702 wurde ihm der Böhmische alte Herrenstand verliehen ft. Cr starb am 20. Februar 1703 mit Hinterlassung der Witwe Susann« Barbara geb. v. Seherr und eines einzigen Sohnes Carl Gottlieb. Dieser, geboren am 27., getauft am 28. (Oktober 1690 in der Dreifaltigkeitskirche zu Schweidnitz, verkaufte am 4. November 1729 das Gut Holzkirch an Karl Ferdinand v. Zaionscheck, (Oberstleutnant ft. Der Linie Driebitz (Kreis Fraustadt in Posen) gehört an Hans Carl Florian v. N.-Vrzewiecki, Sohn Johann Carl Ludwigsft. Cr kaufte am 5. Juli 1841, damals königlich Sächsischer Rittmeister im 1. leichten Reiterregiment, z. Z. in Freiberg, das Rllodialrittergut wendisch- paulsdorf (bM von Löbau) „mit dem Wendisch-Cunnersdorfer Stück" für 51 800 Caler (wobei 2100 Taler für das Inventar gerechnet wurden) uyd erhielt am I I.Rugust 1841 den Lrbbries. Rugust Ferdinand Gras v. N. aus Zobten, königlich preußischer Rittmeister, kaufte am 1. Juli 1812 von Carl Wilhelm Ludwig Grasen v. Langenau das Rittergut Rietschen samt Daubitz und prauske (sämtlich von Rothenburg) für 92 020 Caler. Graf Rugust Ferdinand verkaufte am 31. März 1815 Rietschen samt Zubehör an seinen Bruder, den königlich preußischen Rittmeister Ludwig Georg Gottlieb Grasen v. N. aus Mühlrädlitz in Schlesien für 99 800 Taler. Stammwappen: Sm blauen Schilde zwei aufgerichtete, mit den Spitzen nach auswärts gekehrte, rot und weiß geschachte Büsfelhörner. Helm mit rot-silbernem Wulst. Kleinod: Die Hörner des Schildes. Decken rot-silbern. R. Frhr. v. Zedtwitz, Sächs. Wappenbuch, 1899. v. Nüßler, auch Freiherren. Johann Gottlob v. Nüßlerft, angeblich einer aus Böhmen stammenden adeligen Familie angehörig ft, geboren zu Lauban am tz v. voerr a. a. V. S. 184. ft Der König von Polen, Kurfürst von Lachsen verbot am 17. August 1729, daß bei Lrbschafts-, Heirats- ^ ^ Zöllen die Gelder aus dem Markgraftum Gber- lausitz nach Schlesien verabfolgt würden: sie sollten vielmehr in der Vberlausitz wieder angelegt werden. Larl Gottlieb Freiherr v. N. erklärte hierauf, er wolle die ihm versprochenen Angelder von 9600 Talern zur Befriedigung seiner inländischen Kreditoren verwenden. Lehnsakten Holzkirch. ch Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, lygz, Nostitz. ft Line ausführliche Biographie Larl Gottlobs v. N., in der auch das Leben Johann Gottlobs v. N. kurz geschildert wird, findet sich bei A. Z. Büsch ing, Beiträge zu der Lebensgeschichte denkwürdiger Personen, I. Teil, 1783, 5.237 ff. vergl. auch Z. Bülau, Geheime Geschichten, I. Bd. 1850, S. 238 ff. Nach anderer Angabe war sein Vater ein Lhirurg in Lauban. vergl. I. O. Schulze, Supplementband zu Gttos Gberlaus. Schriftsteller-Lexikon, 1821, S. 312. 24 ä 370 v. Nüßler. 10. Juli 1664, besuchte von 1683-1685 das Zittauer Gymnasium*), studierte, wurde Doktor der Medizin, kaiserlicher pfalzgras, Rat des Fürsten Ferdinand August Leopold v. Lobkowitz, Leib- und hosarzt, physikus des Fürstentums Sagan, Mitglied der kaiserlich Leopoldinischen Akademie der Naturforscher unter dem Namen Ntesias. Als Begleiter des zweiten Prinzen von Lobkowitz I, der 1711 mit seinem Regiment bei Grünberg stand, starb er infolge eines Sturzes vom Pferde am 16. August 1711. In der evangelischen Rirche zu Sagan wurde er begraben,- dort wurde ihm auch ein Epitaph errichtet. Johann Gottlob war vermählt mit Johanna Hedwig geb. „v. Myngen". von ihrem jüngsten im Jahre 1736 gestorbenen Sohne Erdmann Ferdinand v. N. (siehe unten S. 371) erbte sie das Gut Weigsdors (blO von Zittau). Am 11. August 1746 starb sie, worauf Weigsdors an ihre sie überlebenden Söhne fiel. Johann Gottlob v. N. hatte vier Söhne: I. Johann Maximilian, besuchte im Jahre 1709 die prima des Zittauer Gymnasiums^), ging in kurfürstlich Sächsische Militärdienste, vermählte sich 1725 als Leutnant im Rlingenberg scheu Dragoner-Regiment mit Johanna Tharlotte v. Gersdorfs, Tochter Lrasmi v. G. aus Weigsdors. Lr kaufte von seiner Gattin am 12. April 1727 deren Gut Weigsdors nebst dem pertinenzstück Neugersdors (dl>V von Weigs- dorf) für 10000 Taler. Er legte das nach ihm benannte benachbarte Gut Maxdors an. Als Hauptmann starb er am 9. April 1734 in Rrakauh. Seine Gattin, geboren am 2. Dezember 1683, vermählt am 7. Februar 1725, starb am 8. Januar 1733 und wurde in Weigsdors bestattet^). II. Johann Friedrich, starb in holländischen Diensten als Oberstleutnant der Garde im Haag am 30. September 1769 ohne Leibeserben. Am 12. April 1747 hatte er, damals Major, zugleich mit seinem Bruder Larl Gottlob, auf dem Vogtshose zu Görlitz den Erbbries über das Gut Nieder-Weigsdorf erhalten, das nach Ableben ihrer Mutter, Frau Johanna Hedwig v. N., aus sie verfällst war. tz Th. Gärtner, Schüler des Zittaucr Gymnasiums von 1586 — 1782, 5. 2Y. h Vas ist also wohl Iosephus Antonius Augustus v. Lobkowitz, geboren 15. April 1681, gestorben als kaiserlicher General vor Belgrad 16. August 1717. I- Hübner, Genealogische Tabellen, I. Teil, 1727, Taf. 249. 3) Gärtner a. a. . I, 5. 237, auch das Laus. Magazin 1776, 5. 129, ferner Neue Sächsische Kirchengalerie, Oiöcese Zittau, Sp. 723, 731. h Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standes- Lrhöhungen und Gnadenacte, 1873, S. 23. 3) Ls besaß keine Verpflichtung zur Entrichtung von Lehnpferdegeld, tz Tarl Gottlob v. N. vermachte testamentarisch am 17. Npril 1769 der Kirche zu Weigsdorf 300 Ntlr. Laus. Magazin 1776, S. 129. 24 372 v. Vberländer. Wappen: Schild geviert. I, 4: In Blau ein Baum,- 2, 3: In Rot ein Mgel. v. Ledebur, Rdelslexicon der preußischen Monarchie, II. Band, 5. 157. v. Oberländer (v. Oberland). Erhard, Hans d. R. und Hans d. I. Gebrüder Oberländer, Ungehörige eines alten aus Bayern stammenden Geschlechts h, erhielten, Wien den 14. Juli 1623, von Kaiser Ferdinand II. ein Rdelsdiplomfl. von diesen drei Brüdern pflanzte Erhard v. G. den Stamm fort. Er hatte einen Sohn Johann Georg, geboren am 5. März 1609, gestorben am 8. Rugust 1691h, der von 1626 — 1628 bei König Lhristian IV. von Dänemark Kriegsdienste tat, dann an die zwanzig Jahre in kursächsischen Diensten im Leibregiment zu Roß standh. Im Jahre 1647 kaufte Johann Georg von seinem Schwager Joachim Ernst v. Kyaw auf Gießmannsdorf und Friedersdors das Gut Dber-Leutersdorf (bl^V von Zittau), das damals infolge der Unbilden des dreißigjährigen Krieges ganz verwüstet war, für 4100 Rtlr. Lr machte sich verdient durch Wiederaufbauung der Kirche und vor allem durch die im Jahre 1662 erfolgende Begründung eines eigenen Pfarramts und Schenkung von zwölf Scheffeln Land zu einer Widmut, so daß Ober - Leutersdorf nun- H Wellers Nrchiv für Stamm- und Wappenkunde, III. Iahrgg. (1002 -1003), S. 82. h Nus dem Wortlaut des kaiserlichen Diploms. . . „Haben Wir inen ir bisher geführt adelich Wappen und Klainodt ... widerumb von newem verliehen und gegeben" . . . (Bibliothek der (Überlauf. Gesellschaft der Wissenschaften, Nlspt. N. I. 30, 2. Teil, S. 15) darf keineswegs geschlossen werden, daß die Familie Vberländer schon vor dem Jahre 1623 adelig war. Wir haben vielmehr diese oder eine ähnlich lautende in zahlreichen Ndelsbriefen sich findende Wendung ausschließlich als eine Höflichkeitsformel aufzufassen. - Bis der Landvogt Turt Neinickc v. Lallenberg im Jahre 1685 eine „Specification unterschiedener Personen, denen einige Rittergüther im Nlarg- grafsthumb Dberlaußniz nach der Zeitt des 1666 confirmirten Landes-Pacti ohne Vorweisung vier Nhnen oder Beweisung eines uhralten adelichen Geschlechts anzukauffen nachgesehen worden", gab, erwähnte er auch, daß der v. Vberländer, „welcher meines Wissens kein uhralter Tdelmann ist", das Gut Nieder - Neichenbach gekauft habe. (H.-St.-N. Noo. 0548, Vas 0. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1680-1704, Fol. 172.) - Ober es sind sogar berechtigte Zweifel darüber aufgetaucht, ob das angeblich den Gebrüdern Erhard, Hans d. 6. und Hans d. I. am 14. Juli 1623 ausgestellte Ndels- diplom ein echtes ist, ob also die Vberlausitzische Familie v. D. wirklich ein Ndels- diplom besitzt: In der Sitzung des Deutschen Herolds vom 10. Mai 1806 (siehe „Deutscher Herold", 1806,'S. 06) wurde nämlich darauf aufmerksam gemacht, daß der Fränkische Genealoge Johann Gottfried Biedermann in seiner Nrbeit über die vogtländische Ritterschaft darauf hingewiesen habe, daß das in Valentin Königs Ndelshistorie, 3. Teil, S. 787 abgedruckte Ndelsdiplom für die genannten drei Gebrüder v. D. nicht übereinstimme mit dem wahrhaften Vriginal, das im Besitze der vogtländischen Vberländer sich befinde und für einen Tobias G., den Stammvater der vogtländischen Vberländer, einen Vetter der genannten drei Vberlausitzischen Gebrüder v. V. ausgestellt sei. Das Datum der beiden Texte des Diploms stimmt genau überein. Entweder haben nun beide Zweige des Geschlechts, der vogtländische und der Vberlausitzische, an einem und demselben Tage ein Ndelsdiplom erhalten oder das in Königs Ndelshistorie abgedruckte Diplom ist eine Fälschung. Biedermann neigt der zuletzt genannten Nnsicht zu. 2) Kloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Band XI, v. Vberländer. fl H.-St.-N. Gen. Noe. II362, Dberland. v. Vberländer. 373 mehr aufhörte eine Filiale von Eibau zu sein*). Johann Georg v. G., als „Herr kittmeister Oberländer" bezeichnet, erschien am 16./26. Juli 1657 in Bautzen mit zahlreichen anderen Dberlausitzischen Edelleuten zur Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. von Sachsens. vermählt hatte er sich: I. in Guben im Jahre 1637 mit Rnna Margarethe v. ponickau a. d. h. Neschwitz; II. in Zittau am 31. Juli 1640 mit Helena Tatharina v. kyaw^), geboren am (21.) 26. Oktober 1621, gestorben am (15.) 24. Rpril 1704, Tochter wilrichs II. v. k. und seiner zweiten Gattin Veronica geb. v. haberland. .Mit seiner zweiten Gattin war es Johann Georg vergönnt die goldene Hochzeit zu feiern, zu der der Dber-Leutersdorfer Pfarrer Johann Christian Herrmann eine Schrift „Gottseelige Denck- und Danck-Lust" herausgab. Johann Georg v. G. hinterließ drei Söhne: I. Heinrich Gottlob. Siehe unten. II. Heinrich' Ehrenfried. Siehe unten. III. Heinrich Erhard. Siehe unten S. 374. I. Heinrich Gottlob v. G., der älteste Sohn Johann Georgs, geboren am 3. Dezember 1646, gestorben zu Nieder - Reichenbach als Domherr zu Merseburg am 30. Juni 1715 nachmittags drei Uhrh. Er besuchte im Jahre 1662 das Gymnasium in Zittaus, kaufte im Jahre 1676 von George Wilhelm v. kitscher das Gut körbigsdors bei Löbau, wurde am 26. November desselben Jahres belehnt, verkaufte es aber bereits im Jahre 1683 wieder an Frau Dorothea Sabina v. Gersdorff. Heinrich Gottlob hatte im Jahre 1681 von den Gebrüdern George Ernst und Johann Gottfried v. Tschirnhaus das Gut Nieder-Reichenbach (U von Görlitz) erworben und am 24. September desselben Jahres zu Lehn verreicht erhalten °). vermählt hatte er sich: I. am 9. Februar 1676 mit Johanna Susanna Reichwald v. Kämpfen a. d. h. Kemnitz; sie starb am 18. Februar 1708; II. am 9. Juli 1709 mit Tatharina Sophia v. kyaw, geboren am 5. Mai 1658, gestorben am 27. Mai 1729, Tochter Heinrich Rdolphs I. v. kyaw auf Gber-Strahwaldeh. Heinrich Gottlob hinterließ keine Erben. II. Heinrich Ehrenfried v. G., der zweite Sohn Johann Georgs, y Gberlaus. Nachlese 1766, 5. 39: Gühler, Geschichte der Kirche zu Vber- Leutersdorf, 1852, 5. 9ff.; Nlte Gberlaus. Kirchengalcrie, 5.326; Neue 5ächsische Kirchengalerie, viöcese Zittau, 5p. 269 ff. 2) Gberlaus. Nachlese l77l, 5.345-347. h I.T.F lö s sei, Genealogie des Kyauschen 5tammhauses Gießmannsdorf, 1766,5.8: v. Kyaw, Familien - Lhronik des Geschlechts v. Kyaw, 1870, 5.116. Ihr in Gel gemaltes Bildnis aus dem Hahre 1696 befindet sich in der Kirche zu Leutersdorf. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs 5achsen, 29. Heft, Iittau-Land, 5.106. tz Epitaph in der Kirche zu Reichenbach. h Gärtner, 5chüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1783, 5. 29. h Richter, Lhronik der 5tadt und parochie Reichenbach, 1867, 5. 33. h Epitaph Heinrich Ggjtlobs in der Kirche zu Reichenbach: v. Kyaw a. a. G. 5. 258. 374 v. Oberländer. geboren im Jahre 1651, gestorben ohne Erben am 6. Mai 1699h, stand anfangs in kaiserlichen Diensten. Lein Vater übergab und verkaufte ihm am 22. September 1678 das Erbgut zu Mittel-Leutersdorf für 2460 Talers. Heinrich Ehrensried vermählte sich mitMaria Elisabeth v. pentzig, einer Tochter Hans Siegmunds v. p. auf Gber-Nudelsdors (bl von Seidenberg), wodurch er in den Besitz dieses Gutes gelangte. Nach ihres Gatten kinderlosem Tode kaufte Frau Maria Elisabeth von ihren beiden Schwägern Heinrich Gottlob und Heinrich Erhard v. G. das Gut Dber- Nudelsdorf am 17. Juni 1699 für 9773 Talers. Sie ging am 15. Februar 1700 eine zweite Ehe ein mit Ernst Adolph v. Salza, der aber bereits am 27. April 1700 wieder verstarb h. Eine dritte Ehe schloß sie mit dem ehemaligen holländischen Leutnant Friedrich Wilhelm v. Kpaw am 14. (Oktober 1701"). Sie verkaufte ihm das Gut Gber-Nudelsdorf am 1. April 1701 für 10000 Taler. Nach seinem am 1. Januar 1712") erfolgten Tode fiel Gber-Nudelsdorf an die Witwe. Geboren am 28. Mai 1652, starb sie am 22. Dezember 1712h. III. Heinrich Erhard v. G., der jüngste Sohn Johann Georgs, pflanzte den Stamm fort. Er war im Jahre 1653 geboren. Im Jahre 1673 bat sein Vater den Kurfürsten, Heinrich Erhard unter die zwölf Adeligen, die als Truchsesse in der Kompagnie der Leibgarde zu Noß sich befinden, auszunehmen h. Er rückte bis zur Stellung eines königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Gberstwachtmeisters auf und befand sich als solcher im Ehrengeleit bei der Beisetzung der Leiche des Kurfürsten Johann Georgs III. in Freiberg am 11. Dezember 1691 h. Heinrich Erhard kaufte am 6. März 1688 von seinem Vater das Lehngut Gber- Leutersdors, zugleich auch das Vorwerk und Erbgut Mittel-Leutersdorf. Gber-Leutersdorf war ein vasallengut der Herrschaft Seidenberg. Gtto Ferdinand Leopold Neichsgras v. Nostitz als Herr der Herrschaft Seidenberg entließ am 15. Juni 1694 den Gberstwachtmeister Heinrich Erhard v. G. das vasallagii, womit er ihm wegen des Gutes Gber- Leutersdorf verhaftet war*"). Veranlassung zu dieser Gunstbezeigung mögen vielfache Dienste gewesen sein, die Johann Georg und sein Sohn Heinrich Erhard dem Grafen Gtto v. Nostitz, dem Vater des Grasen Gtto fl sfl. G. Kloßs, Sammlung historischer Nachrichten von Seidenberg, 1762, S. 331. 2) H.-St.-N. Loo. 9548, Vas 10. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, Erbverwand- lungen betr., 1682-1708, Zol. 465. fl Zum ersten Mitbelehnten ernannte sie Ernst Gottlob v. Rindfleisch, fl fKloßs, Leidenberg, S. 332. fl y Kyaw a. a. O., S. 145. fl Dieses den Lehnsakten entnommene Votum ist wohl richtiger als das bei v. Kqaro a. a. D. S. 145 angegebene: 1710. fl Ebenda, S. 145. fl H.-St.-N. Gen. Noe. 11362, Oberland, fl Müller, ^.nnalss Laxonioi, 1700, S. 613. ifl Heinrich Erhard suchte hierauf am Landtage Triurn rsZurn 1695 bei den Landständen des Görlitzer Kreises um seine Nufnahme nach und erhielt sie. ver Kurfürst erteilte am 27. Npril 7. Mai 1695 seine Zustimmung zu der Entlassung Heinrich Erhards aus dem vasallagium der Herrschaft Seidenberg und befahl dem Landvogt, der v. D. sei zur Nblegung der schuldigen Pflicht zuzulassen und habe die Lehn von Zoll zu Fall bei dem Görlitzer Nmt in Zukunft zu suchen. v. Vberländer. 375 Ferdinand Leopold geleistet hatten, Heinrich Erhard namentlich in seiner Stellung als Page des Grasen Dtto in Ungarn sowie in Deutschland. Uus Heinrich Erhards Unsuchen genehmigte der Kurfürst am 27. März 1705 die Erbverwandlung Gber-Leutersdorfs. Heinrich Erhard erbte nach dem Tode seines Bruders Heinrich Gottlob (ch 30. Juni l7l5) dessen Gut Nieder-Reichenbach, verkaufte es aber später an Georg Ernst v. Gersdorff. Dber-Leutersdors veräußerte er im Jahre 1723 mit Zustimmung seiner Gattin an seinen jüngsten Sohn Erhard Gottlob Ehrensried und behielt sich nur vor für sich und seine Gattin aä clies vitao freie Wohnung im großen Hause, „freien Zuschutt" zum Tischtrunke, das jus xmtronatus sowie einen Häusler zu den notwendigen Diensten und Botenreisen. Um 24. Mai 1733 starb Heinrich Erhard. vermählt war er mit Barbara Elisabeth v. Temritz, einer Tochter Johann Thristophs v. T. aus Teichnitz und dessen Gattin Ugnes geb. v. Bünau. Heinrich Erhard hatte folgende Kinder (1—6): 1. Heinrich Udolph Ferdinand. Geboren am 29. Dezember 1689 h, besuchte er das Gymnasium zu Zittau unter dem Vektor Weise, kam 1704 als Page nach Dresden, besuchte dann die Universität Leipzig, wurde 1714 Kammerjunker, 1740 Kammerherr. Um Termin Johanni 1736 kaufte er von seinem Schwiegervater Johann Larl v. Rüdinger das Gut Sornßig (KI^V von Löbau) für 10000 Tlr?) und erhielt am 29. Upril 1737 den Lehnbries. Schon am 9. Juli 1738 veräußerte er das Gut an Frau Johanna Sophia verw. Gräfin v. huldenberg, geb. v. ponickau. Nach dem Tode seines jüngeren Bruders Erhard Gottlob Ehrenfried v. G. (ch 27. Mai 1757) fiel dessen Gut Dber-Leutersdorf an ihn; am 8. Februar 1759 wurde er belehnt. Er starb aus dem von ihm angelegten, an Gber-Leutersdorf angrenzenden Hose zu Neuwalde am 28. November 1775 im Ulter von 86 Jahren weniger 1 Monat als der älteste Kavalier im Markgraftum Gberlausitz. Um 1. Udvent j3. Dezembers wurde er in Gber-Leutersdorf beigesetzt. Sein im Jahre 1771 in Gl aus Eisenblech gemaltes Bildnis befindet sich in der Kirche zu Leutersdorfs. Mit ihm starb, da er nur eine Tochter hinterließ, der Mannesstamm seines Geschlechts in der Gberlausitz aus. Heinrich Udolph Ferdinand v. G. hatte sich vermählt: I. mit Rahe! Sophia v. Schönberg a. d. h. purschenstein, die 1729 ohne Erben starb; II. zu Weigsdors am 29. Oktober 1736 mit Eleonore Umalie Tugendreich v. Nüdinger. Sie hatte nach dem Tode ihres Vaters Johann Tarl v. N. (ch 29. Dezember 1757) im Teilungsrezeß die Güter Weigs- dorf, Köblitz, Schönberg (sämtlich von Neusalza) für 27000 Tlr. erhalten; am 10. März 1791 verkaufte sie diese Güter ihrem Enkelsohn 0 vergl. seinen Nekrolog im Laus. Magazin 1776, S. 3. 2) Zu Mitbelehnten ernannte er seinen Bruder Erhard Gottlob Ehrensried v. G. aus Gber - Leutersdorf und Lohland und seinen Schwager Ernst Friedrich Ludwig v. Rüdinger a. d. k). Weigsdors. tz Gurlitt a. a. G. 2d. Heft, Zittau-Land, 5. 106. 376 v. Oberländer. Tarl Gottlob Ferdinand v. Nostitz a. d. haupthause Rothenburg. Sie starb zu Weigsdorf am 12. Juli 1792 nach einem kurzen Krankenlager an Entkräftung im 80. Lebensjahres. Heinrich Adolph Ferdinand hinterließ nur eine Tochter Henriette Taroline Amalie v. G., die sich mit dem königlich Preußischen Hauptmann Gottlob Lhrenreich v. Nostitz vermählte und am 20. November 1774 Witwe wurde. Ihr Vater trat ihr im Jahre 1774 das Gut Gber-Leuters- dors ab. 2. Erhard Gottlob Lhrenfried v. G., der zweite Sohn Heinrich Erhards, geboren am 8. Januar 1698^), stand als Leutnant unter des Generalleutnants Nanitz s?j Regiment in Brabant, war an einem Duell beteiligt, begab sich dann von Brüssel zur Regimentsbagage des Generals Grasen Wackerbarth. Diese wurde eine Stunde von Brüssel von einer französischen Partei angegriffen und der v. D. geriet in französische Gefangenschaft nach Namur^). Am 19. Februar 1723 kaufte Erhard Gottlob Ehrenfried von seinem Vater das Erbgut Gber-Leuters- dors für 12 000 Tlr. und 100 TIr. Schlüsselgeld. Das nebst dem Rittergut erkaufte sogenannte Mittelgut zu Gber-Leutersdorf verkaufte er 1735 für 6200 Tlr. an Gottlob Schöbe!. Am 1. Mai 1736 erwarb Erhard Gottlob Ehrenfried für 10425 Tlr. Raus- und Schlüsselgeld von Earl Leonhard v. Larlowitz das Lehngut Mittel-Sohland (8 von Schirgiswaldesh und erhielt am 20. März 1744 den Lehnbrief. Bereits im Jahre 1742 hatte aber August Siegmund v. d. Sahla das Gut Mittel-Sohland sub basta erworben; der v. G. meldete sich zwar im Januar 1744 zur Reluition des Gutes, wollte aber erst zu Walpurgis 1744 Zahlung leisten. Indessen verfügte der Rursürst, Dresden den 20. April 1744, der v. d. Sahla solle mit dem Gute Mittel-Sohland belehnt werden. Erhard Gottlob Lhrenfried starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer (Oberstleutnant am 27. Mai 1757. Testamentarisch ernannte er seinen Bruder Heinrich Adolph Ferdinand zum Universalerben. 3. Helene Elisabeth Tugendreich v. G., geboren am 10. Mai 1693, vermählt 1715 mit Wolf Hartwig v. Nostitz aus Mittel-Sohland. 4. Johanna Victoria Elisabeth, vermählte Israel. 5. Johann Adolph Erhard, geboren 1690, gestorben 1691^). 6. Johanna Sophia Tugendreich, geboren am 25. April 1695, gestorben am 3. April 1696. Wappen: Im roten Schilde eine eisenfarbene Radnabe (auch als Eisenhammer bezeichnet). Gekrönter Helm. RIeinod: Die eisenfarbene Radnabe zwischen zwei goldenen, an der Außenseite je dreimal geästeten 0 Laus. Magazin I7Y2, S. 2^0. 2) Kloß a. a. O. Bd. XI, v. Oberländer. 3) k)--5t.-kl. Gen. Noo. IIZ62, Oberland. tz 2n die Mitbelehnschaft nahm er primo orciine seinen Bruder kfmnrich Adolph Ferdinand v. G. 5) Nr. 5 und 6 nach bloß a. a. D. Bd. XI, v. Oberländer. 377 v. Gdeleben. Stangen, die oben durch ein quergelegtes silbernes Mühleisen zusammen- gehalten werden. Decken rot-silbern, Siebmacher III, Taf. l22, Nr. ll unter den „Bayrischen". Supplement VII, Tas. 13, Nr. 5. v. Odeleben, Freiherren. Johann Christoph panisch, Dr. zur., ^err aus Niesa a. d. Elbe, hielt am 2. Juni 1790 beim Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen als Neichsvikar um Erhebung in den Freiherrnstand und Verleihung des Namens v. Odeleben anI. Sein Vater war, wie er in seinem Gesuch erwähnt, Bürger-(Offizier in Dresden, „bei welcher Function er besonders während des siebenjährigen Krieges durch seinen Eifer für das Wohl der Tommun manches Gute gestiftet und manches Schlimme gemildert oder abgewandt, aber auch viel erlitten". Der Bruder des Vaters war Kommerzienrat und früher Armeelieferant gewesen, von mütterlicher Seite stammte der Bittsteller aus dem Mylius scheu Geschlecht, „welches bekanntlich seit mehr als einem Jahrhunderte zu Führung adlichen Wappens privilegirt worden und wovon man auch adeliche und sogar frey-herrliche Seitenzweige hat." Er selbst hatte, wie er schreibt, „schon vor 2l Jahren die akademische Würde eines Doctoris ll. II. in Wittenberg und so, nach dem communiter angenommenen Grundsätze, nobili- tatem personalem erlangt". Er erhielt, Dresden den 7. August 1790, das Freiherrndiplom zugleich mit Verleihung des Namens v. Gdeleben. Als seine Kinder hatte er in seinem Gesuch vom 2. Juni 1790 genannt: a. Ernst Johann Ehristoph, b. Ernst Gottfried, c. Ernst Otto Innocentius, 6. Dorothea Ernestine Charlotte, e. Ernst Ferdinand Maximilian. a. Ernst Johann Ehristoph Frh. v. O. stand in Sächsischen Militärdiensten und erhielt am 27. Juli 1799, nachdem er neun Jahre lang Sous-Leutnant im Prinz Albrechtschen Thevaux-legers-Negiment gewesen, den Abschied als Premier-Leutnant^). Am 1. Oktober 1801 kaufte er von James v. Buchan das Gut Kleinförstchen nebst preßke und Siebitz (sämtlich V^LIV von Bautzen) und dem dazu gehörigen bei Lossern gelegenen halben Drittel des Nothnaußlitzer Waldes, ferner nebst der Kirchenloge und Vegräbnisgruft zu Göda für 55 000 Taler. Am 1. Juli 1802 erhielt er den Lehnbrief ausgefertigt, am 18. Juli 1812 verkaufte er das Gut für 38 000 Taler an den Gekonom Johann Gottlob Jentsch in Jessen bei Pillnitz. d. Ernst Gottfried Frh. v. G?), geboren am 13. Oktober 1773, gestorben am 3. Februar 1828, königlich Sächsischer Nittmeister zu Freiberg 4). tz kj.-5t.-kl. Noe. 3128, ktcta Reichs - vicariats - Zachen, Gratiosa, so 1790, vol. III, Bl. 49, I0S, 122 ff. -) tz.-Zt.-kl. Gen. Noe. 11363, Gdeleben. tz Neuer Nekrolog der Deutschen, VI. Jahrgang, 1828, I, 5. 76 ff. tz Tine handschriftliche Beschreibung seiner im Jahre 1801 gemeinsam mit seinem Bruder Trnst Gtto Innocentius nach Paris unternommenen Neise befindet sich im Rörnermuseum in Dresden. 378 v. Vdeleben. c. Ernst Gtto Innocentius Frh. v. (v.h, geboren in Riesa am 13. März 1777, gestorben am 2. November 1833 als königlich Sächsischer Gberst im Generalstabe und Generaladjutant. Er schrieb „Napoleons Feldzug in Sachsen", 1816 und gab 1819 den „Plan der Umgegend von Bautzen" heraus. ä. Dorothea Ernestine Lharlotte Freiin v. G., geboren in Riesa am 5. Rpril 1779, gestorben am 8. März 1841, vermählte sich am 23. September 1801 mit dem Grasen Gottlob Wilhelm v. holtzendorff, der im Jahre 1800 das Gut Lauske (88^ von Rönigsrvartha) erworben hatte^). 6. Ernst Ferdinand Maximilian Frh. v. D?). Wappen: Bei der Erhebung in den Freiherrnstand am 7. Rugust 1790 verlieh Rurfürst Friedrich Rugust NI. als Reichsvikar folgendes Wappen: . . . „als einen von oben herunter in drep Theile oder pfahl- weise getheilten Schild, in dessen Mittlern schwarzen Felde ein silbernes achtspiziges Maltheser-Rreuz; im »ordern von Schwarz und Gold zehen- mal wellenweise quer getheilten Felde zwei) ins schräge Rreuz mit den Schnüffeln unterwärts gestellte rothe Ruder; im hintern viermal von Roth und Hermelin abwechselnd mit ausgebogten Rändern rechtsschräg getheilten Felde aber ein halbes, mit der Nabe nach der Rechten gekehrtes holz- farbenes Rammrad erscheinet; aus dem untern Rande des Schildes steiget eine blaue, mit silbernen, grad in die höh gestellten Schindeln bestreuete eingebogne Spize bis in die Mitte des Schildes aus. Den Schild bedecket eine mit Edelsteinen und fünf perlen gezierte, rothgesütterte, srepherr- liche Rrone, aus derselben ruhen zwei) gegen einander gekehrte, frei) offene, blau angelaufene, roth gefütterte, mit goldenen Rleinodien und zur Rechten mit von Gold und Schwarz, zur lincken von Silber und Roth vermischt herabhangenden Decken gezierte adeliche Turniershelme, wo aus der Rrone des zur Rechten befindlichen über sieben von Silber und Roth abwechselnden Straußfedern sich ein-links sehender bärtiger Mann bis an die Schoos erhebet, dessen Rleidung von Schwarz und Gold zehenmal wellenweise quer getheilt und mit silbernen Rnöpsen besetzt ist; seinen Rops bedecket ein hoher rother, mit Hermelin ausgeschlagener Hut, dessen Spize mit einem silbernen, mit drei) Pfauenfedern besteckten Rnopse gezieret ist; statt der Rrme hat er zwei) rothe Büffelhörner; aus dem mit einer von Roth und Silber gewundenen Wulst bedeckten zur Lincken stehenden Helme wüchset zwischen zweqen blauen, mit silbernen Schindeln bestreueten Fahnen an silbernen Stangen ein halber goldener Greis mit roth ausgeschlagener Zunge rechtsgekehrt auf, dessen hals hinterwärts mit fünf silbernen Spizen besezet ist, deren jede einen silbernen, mit einer Pfauenfeder besteckten Rnopf trägt. Rls Schildhalter stehet zur Rechten tz Neuer Nekrolog der Deutschen, XI. Jahrgang, 1833, II, 5. 724 ff. 2) ll>. v. Holtzendorff, Die Holtzendorff in der Mark Brandenburg und Thur- Lachsen, 1876, 5. 85, mit handschriftlichen Nachträgen. ? 3) Tr ist wahrscheinlich der „Trnst Freiherr v. Ddeleben", Leutnant, der am 11. Juli 1795 zu Leipzig starb. Neuer Nekrolog der Deutschen, XXI. Jahrgang, 1843, II, S. 1237. o. Vedt —v. Delsnitz. 379 ein einwärts gekehrter Behbock seiner natürlichen Farbe, zur Lincken ein gleichfalls einwärts gekehrtes silbernes Einhorn mit goldenem Halsband, von welchem eine goldene Kette abhänget". v. Gedt (v. Gett). Stephanus Franciscus v. Getth wanderte um die Mitte des 17. Jahrhunderts um seines evangelischen Glaubens willen aus Oesterreich aus. vermählt war er mit Maria Margarethe geb. v. „Gallin". Sie hatte, wie sie von Neukirch („Neünkirchen") am 2. Oktober 1665 dem Kurfürsten schreibt h, . . . „seithero durch den zeitlichen Todt, iedoch mit einem seeligen Sterbstündlein, meinen lieben Ehejunckern einbußen, mich aber als eine arme verlassene lvittibe und lvaisin wehrender Zeit hin und wieder in E. Thurfl. Durch!. Landen bei) andern ehrlichen von Bdel in Verrichtung dero haußhaltung trücken und biegen müssen, worbeq denn mich nicht wenig erfreuet hat, daß L. Thurfl. Durch!, an mir dennoch so viel Gnad und Barmherzigkeit gnädigst erwiesen, daß Sie zu dero Diensten meinen lieben Sohn Stephan Franciscum von Gtt gnädigst auf- und angenommen haben". Sie stehe im Begriff, von der Witwe Hans Sebastians v. Bechenberg zu Sohland einen Garten für 330 Taler zu Kausen und bittet ihr 200 Taler zu bewilligen ^). In der Tat kaufte Frau Maria Margaretha v. „Gettin" („Ettin") im Jahre 1666 von Frau Ursula Eatharina v. Bechenberg, geb. v. Luttitz für 300 Taler den „Freigarten zu Sohland" (8 von Schirgiswalde, an der Spree), den diese von der Jungfer Llene v. Eberhard! für eine Schuldsorderung von 150 Talern nebst 24 Talern Begräbniskosten abgetreten erhalten hatte. Um 1. November 1666 erhielt Frau v. Gett den Lehnbrief. Schon zu Michaeli 1668 verkaufte sie dieses ihr „Gütlein zum Sohland" für 320 Taler an Hans Ernst v. Metzradt. Wappen: Der Mittelschild zeigt in Silber einen schwarzen, gold- gekrönten Panther. Siebmacher I, Tas. 34, Nr. 3. v. Gelsnitz (v. Eltznitz). Frau Bosina Elsnitz, geb. v. Spremberg, ihres protestantischen Glaubens wegen aus Böhmen vertrieben, lebte seit dem Jahre 1628 in tz In seinem Werke „Der Kdel, von Böhmen, Mähren und Schlesien", Prag l904, erwähnt Rdalb. Ritter Rräl von Dobra voda S. 178 einen Dedt, Erasmus Rnton, Zrei- und Panierherrn, Inkolat d. III. 1688, Grafenstand 1714. — R. v. Doerr, Der Rdel der Böhmischen Rronländer, 1400, führt das Geschlecht v. G. nicht auf. — In Johann Seiferts Genealogie Hoch - Rdelicher Eltern und Rinder, Regenspurg 1724, beginnt S. 388 die Genealogie des Geschlechts mit dem Reichsgrasen und Herrn Johann Christoph Heinrich y Ged, der sich in erster Ehe mit einer . . . v. Stein aus Schwaben, ch 1707, vermählte, in zweiter mit Rnna Lharlotte Gräfin v. Gepersberg, -f 1714. h H.-St.-R. Boo. 4447, Drittes Buch Lämmer-Sachen im Marggraffthum Dberlausitz, Begnadigungen 1638 — 74, Fol. 125. 2) Sie wandte sich wiederholt bittweise an den Rurfürsten. 1675 erlangte sie zu ihr bereits bewilligten 25 Talern ein weiteres jährliches Gnadengeld von 25 Talern. Ebenda, Fol. 218. 380 v. Gelsnitz. Pirna und unterschrieb 1637 das Bittgesuch der Exulanten h. Ihr Gatte, dessen Name nicht bekannt ist, war schon vor dem Jahre 1621 gestorben, von ihren Rindern sind bekannt ein Lohn Burian, der als Kornett in Diensten des Fürsten von Lachsen stand. Gin anderer Lohn, Bohuslav auf Robilnitzh, stand seit dem Jahre 1628 mit seiner Frau und acht Rindern unter kurfürstlicher Protektion und hielt sich vom Jahre 1640 an in Zittau auf. Gin dritter Lohn, Bernhard, lebte seit dem Jahre 1629 mit seiner Gattin und drei Rindern in Pirna. Lin vierter Lohn, Hans Heinrich L., wohnte 1636 mit seiner Mutter zusammen in Pirna und erhielt im Jahre 1652 „als verpflichteter Untersasse im Markgraftum Dberlausitz" einen Paß nach Böhmen"). Hans Heinrich, der genannt wird „aus Dobraschanz", war vermählt mit Dorothea Schlechtowa, einer Tochter Wenzel Wolfs v. Revytkau aus Neusedlau. Frau Dorothea starb im Jahre 1677, ihre Tochter Dorothea Rosina v. L., geboren 1633, folgte ihr im Tode am 10. Npril 1706 im RIter von 73 Jahren. Beide wurden in Hainewalde bei Zittau bestatteth. Ihr an der Südseite des v. Tanitz-Rpawschen Mausoleums aus dem Rirchhos in Hainewalde befindlicher Leichenstein zeigt folgendes Wappen: Im Schilde ein Rechtsschrägbalken, belegt mit drei Rosen. Helm ohne Rrone und Bausch. Rleinod: Offener Flug, belegt mit der Schildfigur und zwar der rechte Flügel mit einem Links-, der linke mit einem Rechtsschrägbalken. von diesem Wappen unterscheidet sich das des Meißnischen uradeligen Geschlechts v. d. Gelsnitz nur dadurch, daß dieses im Schilde den Schrägrechtsbalken mit drei silbernen Rugeln, nicht mit Rosen belegt, führtI. Wir sind daher wohl zu der Annahme berechtigt, daß die erwähnten Böhmischen Exulanten (v.) Llsnitz dem Meißnischen uradeligen Geschlecht v. d. Gelsnitz zugehören"). l) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXX (1902), S. 86. -) Vas eingezogene Gut Kobilnitz des Bernhard v. Delsnitz wurde am 6. Dezember 1623 an Karl Friedrich Plateys für Zl7ld Fl. verkauft. L. ff. Pefcheck, Geschichte der Gegenreformation in Böhmen, I. 8d., 1844, S. 4dl. Vierteljahrsschrift -c. XXX, S. 86, 87. fl L. B. pescheck, Geschichte der Gegenreformation in Böhmen, II. Bd., 1844, S. 463, 474; L. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenk- mäler des Königreichs Sachsen, 2d. Heft, Zittau - Land, S. 34 gibt die Inschrift des Leichensteins. h Siebmacher, I, Taf. 165, Nr. 10; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen Häuser, zygg (z Iahrgg.). o) In dem Werke von N. B. L. v. d. Gelsnitz, Stammtafeln des Geschlechts von der Gelsnitz, 1Y03, sind die Böhmischen Tlsnitz nicht ausgezählt, auch nicht der im Text gleich zu besprechende. — Ls seien von der Böhmischen Lxulantenfamilie Llsnitz noch folgende Glieder erwähnt: Iaroslav v. Gelßnitz lebte 1655 in Zittau. (Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXX, S. 87.) — Georg v. Delsnitz war in erster Lhe vermählt mit Libylla geb. Lindemann, die am 22. Mai 1634 in Pirna beerdigt wurde, in zweiter mit Ngneta v. Berbisdorfs, (v. Ooerr, Genealogische Daten rc. in den Sitzungsberichten der König!. Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, IdOO, Separat-klbdruck S. 7, Nr. 24 und S. 9, Nr. 31; Vierteljahrsschrift -c. XXX, S. 87). — Über die v. De. auf Käthen in der Sächsischen Schweiz im 15. Jahrhundert vergl. Meiche, Die Burgen und vorgeschichtlichen Wohnstätten der Sächsischen Schweiz, 1907, S. 190 ff. vergl. auch Neues Laus. Mag. Bd. 65, S. 179; Bd. 85, S. 46, 60. v. Gertzen. 381 Gb der gleich zu erwähnende v. Llsnitz auch mit dem Meißnischen Geschlecht v. d. Gelsnitz in Verbindung zu bringen ist, vermögen wir, da sein Wappen uns nicht bekannt ist, nicht anzugeben: Tarl Rudolf v. L. vermählte sich mit klnnaDorothea Schlieben, der Tochter des Gberstleutnants Leonhard Schlieben auf Rlein-Lchweidnitz. Frau Anna Dorothea „Llsnitzin" kaufte am 28. März l672 von ihrem Vater das Gut RIein-Schweidnitz (8 von Löbau) und erhielt es am 1. Juli 1672 zu Lehn verreicht. 5ie leistete, Löbau den 8. Januar 1675, Bürgschaft für ihren Gatten „wegen seines unverhofft zugestoßenen Unfalls und daraus zugezogener Haft und Arrests" h. Carl Rudolf starb im Jahre 1696 oder zu Anfang des Jahres 1697. Als seine Töchter werden genannt Dorothea Magdalena, die sich mit dem Hauptmann Hans Heinrich (v.) hauenstein, ferner Apollonia, die sich mit Laspar Heinrich v. „Berger" auf Gber-Helmsdors vermählte. Frau Anna Dorothea schloß am 7. Juni 1694 mit ihrer zuerst genannten Tochter (hauenstein) einen Raufvertrag über ihr Gut Rlein-Lchweidnitz zum Preise von 7000 Talern ab^). v. Gertzen. Zu Ende des 18. Jahrhunderts machten sich Glieder des uradeligen Mecklenburgischen (Wendischen) Geschlechts v. Gertzen auch in der Gber- lausitz ansässig. Sie gehören der helpter Hauptlinie und zwar dem Hause Bagenz (Rreis Spremberg R.-L.) an. Adam Siegismund v. G?), geboren am 12. August 1708, gestorben am 14. Juli 1791, Herr auf Bagenz and Düben, vermählt mit Elisabeth Wilhelmine v. Schönfeldt a. d. h. Werben, hatte zwei ihn überlebende Söhne, deren jüngerer, Larl Ludwig, geboren 27. Februar 1746, gestorben in Lübben 17. März 1802, Herr aus Rlein-Düben und Dubraucke N.-L., am 29. Juni 1792 vom Rurfürsten Friedrich August III. als Reichs- vikar in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Die gräfliche Linie ist erloschen. Adam Siegismunds älterer Sohn, Maximilian v. G., geboren zu Bagenz am 17. Juni 1740, trat in Sächsische Militärdienste und wurde als Stabskapitän im Sackenschen Lhevaux-Iegers-Regiment am 7. November 1776 pensioniert^). Er machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem 0 0--5t.-O. Gen. Roo. ZI80I, v. Schlieben, vol. II. — 1683 beschwerte sich eine Untertanin Dorothea Untscherin, über Larl Rudolph v. „Llschnitz" wegen harter Bedrängung, die er sich gegen ihren Ehemann und ihre Rinder hatte zu Schulden kommen lassen. kf-°2t.-kl. Roe. Y527, Das 43. Buch Gberlaußnitzischer Iustizsachen, Fol. 171. 2) Frau klnna Dorothea v. Llsnitz, geb. Schlieben, siegelt folgendermaßen: Schild gespalten ^ vorn ein Rranich: hinten geteilt, oben zwei Pfähle, unten drei Sparren. Rleinod: Zwischen offenem Fluge ein wachsender Nlann mit einem Schwert in der Rechten. Nach dem nicht sehr deutlichen Siegelabdruck in den Lehnsakten Rlein-Schweidnitz. h vergl. zu dem folgenden auch L. Lass, Die v. Gertzen in der Lausitz, 1842, S. 188 ff. 0 k)-'5t.-kl. Gen. Roe. NZ64, Gertzen. 382 v. Gertzen. er im Jahre 1794 von den Schwestern Gräfinnen v. Knuth und v. Bünau, geb. Gräfinnen v. Tossell, deren Erb- und Nllodialrittergut (Ober- und Nieder-Lichtenau (8^V von Kamenz) für 45 000 TIr. kaufte. Km 18. November 1794 wurde ihm der Lrbbries ausgefertigt. Er starb zu (Ober-Lichtenau am 22. (Oktober 1804. vermählt hatte sich Maximilian: I. mit Maria Sophia Dorothea geb. v. Goerne a. d. h. Weßnig, gestorben 29. November 1777; II. zu Ullersdorf am 20. Juni 1780 mit Johanna Earoline Eleonore v. Nostitz und Jänkendorf, geboren am 22. Januar 1758 auf dem Hause Ullersdorf h. Maximilian hinterließ folgende Kinder (H. —O): 7^. I. Siegismund Friedrich Georg, geboren zu Weßnig im Kreise Torgau am 15. Dezember 1771, Herr auf Bagenz, gestorben als kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker und Landesdeputierter des Sprem- bergschen Kreises am 16. Npril 1804. Nus seiner Ehe mit Friederike lvilhelmine v. Ploetz hatte er einen Sohn Friedrich Gtto Maximilian (postburnus), geboren am 23. Nugust 1804. - B. I. Maximilian d. I., geboren zu lveßnig am 10. (Oktober 1773, gestorben zu (Ober-Nikolausdorf am 7. Juli 1847, vermählte sich: I. 27. März 1798 mit Nuguste Nmalie Lharlotte v. Damnitz a. d. h. Guttau, geboren am 18. Februar 1782, geschieden 1809; II. 14. November 1819 mit Nuguste lvilhelmine v. Nostitz und Jänkendorf a. d. h. Ullersdorf, geboren zu Dresden 1. September 1786, gestorben zu Görlitz 17. Juni 1860. Maximilian d. I. stand zuerst in Sächsischen Militärdiensten und erhielt als Sous-Leutnant im Gersdorffschen Thevaux-legers-Negiment nach achtjähriger Dienstzeit am 8. März 1798 den Nbschied^). Später war er Landesältester des preußischen Markgraftums (Oberlausitz und bekleidete vom Jahre 1833—1842 das Nmt eines Präsidenten der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften h. Maximilian d. I. besaß die Güter Kahren und Koppatz im Kreise Lottbus, sowie (Ober-Nicolausdorf. Vas (Ober- lausitzische Gut Tollm von Rothenburg) kaufte er von seiner ersten Gattin einige Jahre nach der Scheidung. Frau Nuguste Nmalie Tharlotte v. (0., geb. v. Damnitz hatte Tollm von ihrem (Oheim Johann Ndolph Gotthold v. Nostitz und Jänkendorf, dem Bruder ihrer Mutter, vermacht erhalten und verkaufte es nun an ihren geschiedenen Gatten für 30 000 Rtlr. Sm Kaufverträge vom 1./15. Februar 1815 versprach der Käufer, das Gut Tollm nach seinem Tode seinen mit seiner ersten Gattin erzeugten drei Kindern zuzuwenden. Das erste Kind, das Maximilian d. I. am 12- Januar 1799 geboren wurdeh, Maximilian, starb am 14. Juli 1801, die drei anderen zu höheren Jahren gelangten Kinder waren (1—3): 0 Laus. Magazin 1780, S. 260. 2 ) ch.-St.-5l. Gen. Noo. NZ64, Gertzen. h Sein Porträt im Neuen Laus. Mag. vd. 80, Tafel VI. Seine Veröffentlichungen im Neuen Laus. Mag. sind verzeichnet im Negister ebenda 8d. 76, L. 125. ch Budissiner wöchenil. Nachrichten 17YY, Nr. IV. v. Vettinger. 383 1. Hermann, * zu Tollm 9. Dezember 1799, ft daselbst 27 . Juni 1824 als Auskultator beim königlich preußischen Gberlandes- gericht zu Frankfurt a. Oft). 2. Maximiliane Amalie Nosalie, * zu Groß-Radisch 12. August 1801, ft zu Niesky 13. November 1860. 3. Arthur, * zu Tollm 20. November 1803, ft zu Kahren 29. März 1851. Maximilian d. I. verkaufte das Gut Tollm am 25. April 1843 an den Freiherrn Felix Theodor August v. Gutschmid aus Kleinwolmsdorf bei Nadeberg. 0. I. Elisabeth Marie Juliane, geboren zu Vagenz am 17. November 1777, später vermählt mit h. K. F. Th. v. Kottrvitz. v. II. Henriette lvilhelmine Johanna Larolina, geboren zu Vagenz am 22. Oktober 1781, später vermählt mit M. h. K. v. Viel«. Die Erben Maximilians v. D. (ft 22. Oktober 1804), am 3. Januar 1806 je zu einem viertel mit Lichtenau belehnt, verkauften das Gut im Jahre 1807 an Johann Sebastian v. Wirsing. — Der helpter Linie gehören auch an Friedrich Georg Henning v. D., der am 21. Juli 1824 das Nittergut Krobnitz (bl^V von Neichenbach) erwarb, sowie dessen Sohn Georg Ernst Richard v. O., der das Gut am 11. Oktober 1841 von seinem Vater kaufte. Wappen: Sin roten Schilde zwei gebogene, silbern geharnischte Arme, deren Hände einen goldenen Ning emporhalten. Helm gekrönt. Kleinod: Die Schildfigur. Decken rot-silbern. A. Frhr. v. Zedtwitz, Sächs. Wappenbuch, 1899. v. (vettinger. Der königlich Schwedische Oberst Johann Martin Vettinger wurde im Jahre 1653 in den Neichsadelsstand erhoben^). Er war vermählt mit Latharina geb. v. hopm, Tochter Siegfrieds v. h. aus Guteborn und Nuhland. Sie war in erster Ehe verheiratet gewesen mit dem am 19. Februar 1629 gestorbenen Hans Ehristoph v. Minckwitz. In den Minckwitzschen Gütern Nadibor (bl von Lautzen) und Malsitz (blblO von Vautzen) hatte sie, wie ihr zweiter Gatte Johann Martin v. Ge. am 29. Dezember 1653 von Steckelberg (wohl das im Kreise Weißensels gelegene Dorf) aus dem Kurfürsten berichtete, an Leibzinsen, Hausgeld und weiblicher Gerechtigkeit die Summe von 12 000 Talern zu fordern. Wegen dieser Ansprüche kam es zwischen den Parteien zu einem hilss- prozeßb). - Wappen: Im schwarzen Schild eine silberne Mauer mit drei Zinnen, über deren mittelste ein silberner, doppeltgeschwänzter Löwe schreitet, in den Vorderpranken ein halbes silbernes Mühlrad haltend. tz Laus. Monatsschrift 1800, I, S. 77: Neues Laus. Mag. Bd. Z, S. S77. ft v. Ledebur, Bdelslexicon der preußischen Monarchie, II, 5. 165: III, S. 518. ft Frau Latharina v. Vettinger auf Breitenhain, geb. kfotzm, findet sich auch erwähnt um das Jahr I6b8 im kf.-5t.-B. Boa. 9552, Die Batibor - Minckwitzischen dem Herrn von Bieberstein zu Lehen gehende Luther zu Ratibor und Malsitz betr., S. 174. 384 o. Geynhausen. Helm mit schwarz-silbernem Bausch. Kleinod: Der Löwe mit dem halben Mühlrade, wachsend. Decken schwarz-silbern. Siebmacher,IV. Supplement, Taf. 20, Nr. 2. v. Oeynhausen. Zwar nicht ansässig in der Gberlausitz machte sich ein Angehöriger des alten Westfälischen und niedersächsischen Geschlechts v. Oeynhausen, er erlangte aber wenigstens in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Exspektanz aus ein Gberlausitzisches Gut. Zum älteren Hause Grevenburg gehört Adam Arnd v. D.h, geboren auf der Oldenburg am 15. Januar l 572, gestorben zu Gießen am 12. April 1635, Hofmeister der Landgräfin zu Tassel, Herr auf Großen-Buseck (Kreis Gießen), vermählt zu Lasse! am 31. Juli 1595 mit Anna Kebecca v. Schutzbar genannt Milchling, geboren am 21. Januar 1579, gestorben zu Gießen am 14./24. März 1651. Acht Söhne und fünf Töchter waren der Ehe entsprossen. Der älteste Sohn, Moritz Hermann v. G., geboren zu Großen-Buseck am 12. Januar 1599, studierte in Padua, Siena, Paris, ging in Braunschweigische Kriegsdienste, dann in die der Generalstaaten, in Dänische, 1632 in kursächsische. Er beteiligte sich als kursächsischer Oberstleutnant am Feldzug der Sächsischen Truppen in Schlesien, zog am 9. September 1632 inKeichenbach in Schlesien als Sieger ein und starb am 19. Dezember desselben Jahres (1632) unvermählt in Breslau,' in der Hauptkirche daselbst wurde er bestattet. Sein jüngerer Bruder, Heinrich Hermann v. G., der sechste Sohn Adam Arnds, geboren zu Großen-Buseck am 7. Januar 1615, Kammerjunker des Landgrafen Georgs II. von Hessen-Darmstadt, dann Kat und prinzenhofmeister, seit 1651 fürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Landdrost und Berghauptmann des Fürstentums Grubenhagen mit dem Wohnsitz in Osterode am harz, erwarb 1648 die pfandschaft des Gutes zu Lindheim in der Wetterau. Tr starb zu Osterode am 3. November 1671. vermählt hatte er sich am 5. Oktober 1641 zu Übelngönne mit Anna Magdalena Spiegel v. Desenberg a. d. h. Bühne, geboren zu Übelngönne am 13. Dezember 1620. Er hatte drei Söhne und sieben Töchter. Heinrich Hermann v. G. schrieb aus Osterode im Oktober 1662 an den Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsens, es habe dessen Vater, Kurfürst Johann Georg I. „wegen der, dero hochlöblichem Thurhause von meinem eltesten Bruder Moritz Hermann v. Gynhausen seel. unter- thänigst trew geleisteter Kriegesdienste, worin er sein Leben eingebüßet, auch meiner dem hochfürstlichen hauße Hessen, Darmstädtischer Linie, unterthänigst erwiesener Dienste halber, mir in Gnaden die Zusage undt Vertröstung widerfahren lassen, daß anstat des, besage des Verschlusses ^), 1) vergl. Grotefend, Geschichte des Geschlechts von Geynhausen, III. Teil, 1884, S. 100 ff., 108 ff., 403 ff. ks °5t.-kl. Boe. 9547, Das 7. Buch Gberlaus. Lehens - Zachen, 1639 — 71, §ol. 135. 2 ) Der Beischluß fehlt in den kikten. v. Gginski. 385 ermeldetem meinem Bruder seel. rückstendig verpliebenen Besoldungsrestes ich mit dem ersten Tw. Thurfürstl. Durch!. Thurhause heimbfallenden Lehne satissactioniret undt in Gnaden angesehen werden solte". Tr bittet darum, daß er „endtweder mit einem zureichlichen Lehen angesehen oder mehrgedachtes meines Brüdern rückstendig verpliebener Vesoldungs- rest aus einigem Zahl Ambt mir endtrichtet und abgeführet werden möge". Der Landvogt schlug dem Kurfürsten als Exspektanzgut das Gut Tauchritz (88V^ von Görlitz) vor und am l3. April 1666 erhielt Heinrich Hermann die Anwartschaft. — Babe Thristoph v. G., hannöverscher Oberjägermeister, erhielt am 17. April 1722 den Beichsgrasenstand; am 14. August 1725 erfolgte die kurhannöversche Anerkennung h. Wappen. Stammwappen: Im blauen Schilde eine senkrecht stehende silberne Leiter mit vier Sprossen. Helm mit blau-silbernem Bausch. Kleinod: Zwei nach außen geneigte halbe (gespaltene) silberne Leitern, die Sprossen nach außen gewendet. Decken blau-silbern. Siebmacher, IV. Supplement, Tas. 20, Nr. 3. v. Gginski, Grafen. Die Witwe des Kastellans zu Wilna Ignatius Grasen Gginski^), Gräfin Helena Gginska, Kastellanin zu Wilna, kaufte am 13. April 1775 von Wedig Thristoph Freiherrn v. Keyserling dessen Güter Jänken- dors und Kaana (beide 8>V von Bothenburg) für 18 000 Stück Dukaten oder 51000 Btlr. Am 8. Mai 1776 empfing sie die Belehnung,- zu Mitbelehnten ernannte sie Theodor Billewicz, Starost zu „Loycie"^) und Joseph hurcko, Leutnant-Tolonel der Litauischen Armee. Sie verkaufte die Güter am 1. Oktober 1781 mit Einwilligung ihres Kurators Antonius Lubomirski, Beichssürsten und Kastellans zu Krakau, an Georg vin- centius Xaverius Grafen v. Kierdejow Wielhorski, Starost von llamienice. Wappen: Braina. Im Schilde ein torähnliches Gebilde, aus dem Balken dieses Tores eine Art Kreuz. Kleinod: Dieses Kreuz, ldliosieolci, Nsrdarx Boiski, VII. Band, S. 34. tz Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Ncte, II. Teil, S. 488. -y von Ungehörigen dieses Geschlechts treffen wir um 1763 einen Thaddäus G. als Kastellan von Trock und Ritter des weißen Rdlerordens «Neues Genealogisch- Schematisches Reichs- und Staatshandbuch, 1763, S. 351); 1782 Stanislaus G., Großküchenmeister von Litauen (G. Z. Rrebel, Genealogisches Handbuch, 1782, S. 104); Michael D., Großfeldherrn von Litauen (ebenda S. 113); Rndreas G., Kastellan von Trock (ebenda S. 115). tz Theodor „Graf" v. Billewicz, königlich Polnischer Kammerherr und Gberst, war der bevollmächtigte Mandatar der Gräfin Gginska. In ihrem Nuftrage ließ er 1776 eine neue Kirchenuhr für Iänkendorf anfertigen. I> G. Müller, Kirchliche Nachrichten von Iänkendorf und Ullersdorf s1801s, S. 13. 25 ä 386 v. Ghnesorge. v. Ghnesorge. Christian Friedrich Ghnesorge, geboren zu Stolzenhagen in der Uckermark am 3. März 1722, wurde Pastor in Ralkwitz bei Ralau N.-L., erhielt 1768 eine vokation nach Tomptendors N.-L. und starb hier am 5. Juli 1789, seines Alters 67 I. 4 M. Seine Gattin Sophia Elisabeth geb. Greiffenhagen, geboren in Tottbus am 30. August 1730, entschlief am 8. August 1788 in Tomptendors. Sie hatte ihrem Gatten zehn Kinder geschenkt h. Seine beiden Söhne, Samuel Friedrich und Ernst Traugott Leberecht G. erlangten, Wien den 8. März 1805, den Reichsadelsstand2). Der jüngere dieser beiden Brüder, Ernst Traugott Leberecht G., geboren zu Ralkwitz am 9. September 1763, kaufte am 15. August 1805 von vr. Karl Gottlob v. Anton die Mannlehnrittergüter Nieder-Horka (8^V von Rothenburg) und Uhsmanns- dorf (^V von Rothenburg) samt einem Anteil von Spreehammer von Uhsmannsdorf) für 60000 Rtlr. und 600 Tlr. Schlüsselgeld und erhielt am 13.Fanuar1806 denLehnbrief. Er erwarb ferner am 21.Dezember 1827 von Frau Henriette Louise Auguste v. Salza aus Gersdorf, geb. Krug v. Nidda, ein bisher zu Gersdorf (^V8^ von Görlitz) gehöriges Waldgrundstück, vier Meilen entfernt bei Rothenburg gelegen. Am 4. Februar 1839 starb Ernst Traugott Leberecht v. G. vermählt war er mit Christiane Tugendreich Richter, gestorben zu Uhsmannsdorf am 4. Oktober 1829, bestattet in horka, wie auch ihr Gattes. Er hinterließ keine Söhne. Sein einziges Rind, Charlotte Wilhelmine v. G. vermählte sich am 1. Februar 1819h mit Ernst Friedrich August Rodig. Dieser, als Leutnant und Polizeidistriktskommissar bezeichnet, kaufte von seinem Schwiegervater das Gut Nieder-Horka am 4. Dezember 1838. Samuel Friedrich G., der in dem ihm ausgestellten Adelsdiplom als Sohn eines Predigers bezeichnet wird, ist der ältere Bruder Ernst Traugott Leberechts v. G.h. Samuel Friedrich, geboren nach Angabe des Gothaischen Briefadeligen Taschenbuchs 1907 im Jahre 1751, der, wie es im Adelsbrief heißt, . . . „der Handlung sich gewidmet und durch seine Redlichkeit nicht nur die allgemeine Achtung seiner Mitbürger erworben, sondern auch das Glück gehabt habe, die zwei in dem Markgrafenthum Niederlausitz gelegenen Rittergüter Radeweise und Papproth durch Erbschaft zu erhalten, nun aber, da ihm nach der Lausitzischen Landes-Versassung das dem dortigen Adel gegen bürgerliche Erwerber 1) Oie Daten nach der Inschrift des Grabgedenksteins auf dem nicht mehr benutzten Rirchenfriedhof in Lomptendorf. 2) vergl. Gothaisches Briefadeliges Taschenbuch ty07, S. 545; 1912, 5. 705. h kfolscher, Oie parochie horka, 1886, S. 54. h Ebenda. Buch die Lehnsakten von Nieder-Horka nennen die Tochter Ernst Traugott Leberechts v. D. Lharlotte Ivilhelmine, während das Gothaische Briefadelige Taschenbuch 1907, S. 597 sie Buna nennt. h Nm 21. Iuni 1756 brannte nach einer vom Pfarrer Roßberg in Ralkwitz- Ralau uns zugegangenen freundlichen Mitteilung Pfarrhaus, Schule und Dorf Ralkwitz ab. Oer Pfarrer Ehr. Friedr. Ghnesorge legte darauf ein neues Kirchenbuch an, in dem neben fünf Töchtern desselben nur der Sohn Ernst Traugott Leberecht eingetragen ist, nicht aber Samuel Friedrich v. G., der vor 1756 geboren wurde. v. Vpitz. 387 adeliger Rittergüter gebührende Linstandsrecht entgegenstehe, er sowohl zur Beseitigung dieses Hindernisses als auch zu dauerhafter Begründung seines künftigen Wohls nichts sehnlicher als den Reichsadelstand wünsche", suchte um Erhebung in den Reichsadelsstand mit der Erlaubnis des Richtgebrauchs nach (Lehnsakten Vremenhain). Kaiser Franz II. nobili- tierte ihn, Wien den 8. IRärz 1805. Samuel Friedrich v. G. kaufte am 29. März 1809 von Gottfried Schneider das Mannlehnrittergut Vremenhain (14^ von Rothenburg) für 51500 Taler. Streitigkeiten zwischen Verkäufer und Raufer über die Vollziehung des angeblich der Punktation nicht gemäß abgefaßten Raufkontrakts und dessen unterlassene Erfüllung wurden erst durch einen vergleich zwischen dem Käufer und den Erben des inzwischen verstorbenen Verkäufers G. Schneider im Februar 1813 beigelegt. Rm 16. Januar 1815 erhielt Samuel Friedrich endlich den Lehnbries über Bremenhain. Samuel Friedrichs Sohn, Friedrich Leopold v. (0., kaufte am 13. (Oktober 1817 von seinem Vater das Gut Vremenhain für 40 000 Rtlr. und erhielt am 22. Juli 1819 den Lehnbrief. Friedrich Leopold, der später als Landrat bezeichnet wird, vermählte sich: I. mit Emilie Elisabeth Johanna geb. Weise, die am 3. Rovember 1821 zu Vremenhain starb ft; II. zu Buderose am 16. März 1825 mit Johanna Franziska Erdmuthe v. Blücher, Tochter des Ravalleriemajors Franz Rugust v. B. aus Buderose bei Guben. Friedrich Leopolds erster Sohn erster Ehe, Hermann Friedrick Theodor v. (0., geboren zu Bremenhain am 8. Dezember 1818, starb, zu den schönsten Hoffnungen berechtigend, als stull zur. in Leipzig am 7. Rugust 1840 ft. Wappen: Kaiser Franz II. verlieh in dem Samuel Friedrich (0. ausgestellten Rdelsbriefft am 8. März 1805 folgendes Wappen ... „einen von Roth und Blau durch einen schmalen silbernen Balken quergetheilten Schild mit drei goldenen Sternen, zwei), eins, im Blauen. Ruf dem Schilde ruht rechtsgekehrt ein gekrönter, freiadelicher, offener, blau angeloffen und rothgesütterter, mit goldenem Halsschmucke und einer zur Rechten roth und silbernen, zur Linken aber blau und goldenen Decke behängter Turniershelm, aus welchem zween geschlossene Rdlersflügel, nämlich ein rother und ein blauer und dazwischen ein goldener Stern erscheint" . . . v. Opitz. Johann Friedrich Rugust (Opitz hatte in seinem Gesuch um Verleihung des Reichsadelsstandes berichtetft, „daß er aus einer guten tz Das Neue Laus. INag. Bd. 20, N, 5. 27 nennt sie, abweichend vom Gothaischen Briefadeligen Taschenbuch IY07 und 1412, Dorothee Sophie Weise, ch 11. Juli I82Z. ft Lin ausführlicher Nekrolog im Neuen Laus. Mag. Bd. 20, N, S. 27 ff.i auch im Nekrolog der Deutschen XVIII (1842), 2. Teil, S. 876. 2) Nbschrift in den Lehnsakten Bremenhain. 4) ks.-M.-O. Noo. 4764, Ncta die Ndel-Ltands-Erhebungen betr. vol. VI ab ao 174l, Fol. 103 ff.; Noo. 3132, Ncta Neichs-Ndelstands-Trhebuugen betr. ao 1784 ssczu., Zol. 224. 25 388 v. «dpitz. und in Sächsischen Landen wohl angesehenen bürgerlichen Familie abstamme und von Jugend aus sein ganzes Bestreben aus die Gekonomie verwendet, auch dahin gebracht habe, daß er seit mehreren Jahren bei) der Erb- und Standes-Herrschaft Mußkau in der Gberlausitz als Rent- und Geconomie-Director angestellet sepe und sowohl sein eigenthümlich besessenes Ritterguth Zschorne durch seine vorzügliche Geschicklichkeit und erworbenen Kenntnüsse ansehnlich melioriret, als auch durch seine kluge Direction viele Verdienste sich erworben, sofort zum vortheil der dasigen Gegend manche glückliche Proben abgeleget habe, daß er mit gut angesehenen, großen Handelshäusern und in Thurfürstlichem Rppellations- Gerichts-Lollegio angestellten Räthen in Verwandschaft stehe und in dem Herzogthum Sagan in Schlesien zwei) Rittergüther Dubrau und Schrotthammer erkauft habe, zu deren Besitz aber ihm der Reichsadelsstand erforderlich sepe" ... So wurde er denn von Kaiser Leopold II., Wien den 16. Februar 1792, in den Reichsadelsstand erhoben h. Die kursächsische Anerkennung erfolgte zu Schloß Pillnitz am 19. Juli 1793 und am 27. Juli d. I. erging an den Rmtshauptmann zu Bautzen die Verfügung, er solle den Dpitz „nach sothaner ihm ertheilten Standes- Erhöhung fürohin ansehen, tractiren und schreiben". Johann Friedrich Rugust v. G. auf Dubrau kaufte von Earl Friedrich Rugust v. Warnsdorf am 29. Juli 1793 das Gut Bremenhain von Rothenburg) für 37000 TIr. Rauf- und 200 Tlr. Schlüsselgeld,' am 13. Januar 1794 erhielt er den Lehnbrief. Schon am 1. Mai 1796 verkaufte er Bremenhain wieder und zwar an den Pachtinhaber des Rittergutes Tschacksdorf bei Forst, Gottfried Schneider, für 44 800 Tlr. einschließlich 300 TIr. Schlüsselgeld. Johann Friedrich Rugusts v. G. einzige Tochter Wilhelmine Eleonore Louise v. G., geboren zu Dubrau 11. November 1775, vermählte sich zu Muskau am 13. (Oktober 1794 mit dem kurfürstlich Sächsischen Hauptmann der Infanterie Siegismund (Otto Thristoph Ehrenreich v. Maltitz auf Lukaitz im Kreise Kalau N.-L., dem ältesten nachgelassenen Sohne des königlich preußischen Hauptmanns der Infanterie Nikol Gtto v. M?). Wappen: Gevierter Schild, „dessen erstes und viertes rothes Feld mit einem silbernen Kreutze, das zweite und dritte goldene aber mit einem schwarzen Hufeisen in der Mitte belegt ist. Ruf dem Schilde ruhet ein rechtsgekehrter, frei) offener, blau angelaufener, roth gefütterter, mit umhabendem goldenen Kleinode und rechts von Roth und Silber, links von Gold und Schwarz vermischt herabhangenden Decken gezierter adelicher, goldgekrönter Turniershelm, worüber zwei) mit der Mündung auswärts gekehrte, zur Rechten von Roth und Silber, zur Linken von Gold und Schwarz quergetheilte Büffelshörner zu ersehen sind"^). 0 Vas Adelsdiplom befand sich im Iahre 1907 im Besitz der Antiquare U. A. Stauff und La. in Löln. vergl. Deutscher Herold iggg, Nr, i, §. 5. 2 ) Jahrbuch des Deutschen Adels, II. Band, 1898, 8.514: Laus. Monatsschrift 1794, II, S. ZZ4. tz Nach der Abschrift des Diploms im H.-Zt.-A. a. a. G. v. Vppel. 38Y v. Oppel. David Oppel') auf Silberstraße bei Kirchberg im Erzgebirge und Lollmen bei Lolditz, vermählt mit Margarethe v. Krackau, hatte zwei Löhne Wolf Adam und Johann Georges. Johann George, geboren zu Dresden am 20. Juni 1594, starb daselbst als ,l. O. vr., kaiserlicher Rat, kurfürstlich Sächsischer wirklicher Geheimrat, Kammer- und Gber-Steuerdirektor am l9. Juni 1661. Dieser Johann George O. wurde von Kaiser Ferdinand ll., Wien den l. Dezember 1635, in den Reichsadelsstand erhoben und erhielt gleichzeitig die Würde als Lomes palatirms. Lr besaß die Güter Lomnitz, Gosda, Lampertswalde, Wellerswalde und kaufte 1649 von den Kreditoren Christian Chrensrieds v. Schönberg das Meißnische Gut Gber-Lichteuau (80 von Königsbrück). Rm l7. September 1649 wurde er mit allen pertinentien diesseits des Pulsnitzflusses (aus Gberlausitzer Seite) belehnt"). Im Jahre 1651 erhielt er in Anerkennung seiner zweiundzwanzig- jährigen Dienste vom Kurfürsten die Anwartschaft auf das Gut Nechernh (^V von Weißenberg), wurde nach dem Absterben Rudolf Christians v. Maxen mit dem Besitz begnadigt, verkaufte aber Rechern alsbald dem Landeshauptmann Hans Adolph v. haugwitz. Johann George v. G. war vermählt seit dem lO. November 1629 mit Maria Sophia v. Döring, gestorben am 8. März 1680, einer Tochter des bekannten kursächsischen Geheimrats vr. David v. D. und hinterließ neben zwei Töchtern folgende fünf Söhne (1—5): 1. Johann David, gestorben nach kurzer Krankheit am 19.Mai 1681 als kurfürstlich Sächsischer Vizekanzler und Kammerherr auf Lampertswalde, Mühlbach, Lichtenau. In erster Che war er vermählt mit Maria Justin« v. Döring, gestorben am 30. September 1661''), in zweiter mit Maria Hedwig v. Rackel. Letztere starb am 26. Januar 1671 °) mit Hinterlassung zweier Töchter: Maria Hedwig und Johanna helenah. 2. Johann George, aus Wellerswalde, gestorben am 22. Februar 1696, hinterließ als Witwe Martha geb. v. Koseritz. 3. Heinrich Gottfried, starb im November 1670 ohne Leibeslehnserben. Aus ihn war das väterliche Gut Ober- und Nieder- >) Dergl. v.Uechtritz, Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, VI. Teil, 1793, 5. 59; Johann Georges v. D. Biographie in Gauhens Ndels-Lexicon, I. Ld., 1740, 5. 1543. 2 ) Diesen ihren beiden Söhnen vermachte Frau Margarethe G., da sie keine Töchter hatte, ihre Geradestücke. H.-St.-O. Ge,,eal. Noo. lIZbb, Vppel. h Nachdem ihm bewilligt worden, daß die Mitbelchnten, die er am Meißnischen Lehn- und Hnuptgute benennen wurde, auch an den Cberlausitzischen Lehnstücken angenommen werden sollten, nahm er ksaus Ernst v. Lohma auf Liebsdorf und Breiten- seld in die gesamte Hand des Gutes Lichtenau. tz H.-Lt.-K. ^ 00 . 9546, Erstes Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1637-75, § 214 225. h v. Uechtritz a. a. V. VI, S. 61. h Deutscher Herold, iyg 7 (XXXVIII. Jahrgang), S. 74 u. h H.-St.-N. Gen. Noo. 1IZ65, Vppel. 390 v. Gppell. Lichtenau in brüderlicher Teilung vom Jahre 1661 für 14 000 Fl. gefallen. Tr hatte ferner zur Erfüllung seines Guantums noch 300 Fl. vom dritten, 400 FI. vom fünften Bruder erhalten. 4. Ernst, aus Gosda, vermählt zu Senftenberg am 26. Februar 1667 mit Lrdmuth Sophia v. Vomsdorsf, Tochter des kurfürstlichen Kammerjunkers und Rmtshauptmanns zu Senftenberg Georg Rudolph v. B.h. 6. Georg Friedrich, fürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Hofmeister zu Telle, später preußischer Kammerherr. Die unter 1, 2, 4, 5 genannten Brüder bevollmächtigten 1671 den Hofrichter Hans Henning v. Blanckenseld auf Gehna an ihrer Statt die Sehn zu suchen und zu empfangen an dem durch das Rbsterben ihres Bruders Heinrich Gottfried aus sie versälleten Gute (Ober- und Nieder- Lichtenau. EinSohnIohannDavids, der denNamen seinesvaters führte: Johann David d. I. auf Lampertswalde und Mühlbach, vermählt mit Ursula Tatharina v. ponickau, Tochter des kurfürstlichen Kammerherrn Hans Dtto v. p. aus Ueukirch und Iiedlitzh, verkaufte gemeinsam mit seinen Vettern Ober- und Nieder-Lichtenau 1684 an Friedrich Rdolph v. haugwitz. Das Geschlecht blüht. Wappen: Schild geviert mit UUttelschild: geteilt von Silber und Kot, darin schwarz gekleideter Mann, die Linke eingestemmt, in der Rechten ein Zepter haltend. 1,4: in Gold halber schwarzer, gekrönter Udler am Spalt,- 2, 3: in Silber drei (2, 1) rote Rosen. Helm gekrönt. Kleinod: Goldgekrönter, goldbewehrter schwarzer Rdler. Decken rechts schwarz-golden, links rot-silbern^). R. Frh. v. Zedtwitz, Sächsisches Wappenbuch, 1899. v. Gppell. Das Geschlecht v. Gppell gehört dem Gberlausitzischen Uradel an und führt seinen Ramen aller Wahrscheinlichkeit nach von dem nord- nordöstlich von Löbau gelegenen Rittergute Gppeln. Schon im Jahre 1261 tritt das Geschlecht urkundlich nachweisbar in der Gberlausitz aus und breitet sich von hier namentlich in Schlesien, in der Niederlausitz, in Böhmen, Nieder-Gesterreich aus. In der Gberlausitz sind vom 16. bis zum 19. Jahrhundert nur vereinzelt Glieder des Geschlechts ansässig gewesen h. tz H.-St.-Ü. Gx„, ^, 06 . 11363, Gppel. 2) Oie Lheberedung fand statt Dresden den 3. Januar 1683: das Heiratsgut betrug 2060 Fl. Ebenda. tz Wappenzeichnung auf dem Stammbuchblatt Johann Davids v. D. vom Zähre 1662 im Stammbuch Joseph Gerbers 5. 77, Stadtbibliothek in Zittau. Siehe vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXIV (1806), S. 106. 0 Über die ältere, an einigen Stellen ergänzungsbedürftige Geschichte des Geschlechts vergl. Rnothe, Geschichte des Dberlaus. Übels, 1874, S. 406. Oer Rönigl. Sächsische Kammerherr und Rittmeister Hans Leo v. Gppell auf Friedersdorf bei v. Dppell. 391 Zunächst ist einiger Angehöriger des Geschlechts als Vasallen der Herrschaft Friedland und Leidenberg zu gedenkenh. Das nordöstlich von Sommerfeld gelegene Gut Leuthen rührte von der Herrschaft Friedland zu Lehn. Den dritten Teil dieser Niederlausitzischen Besitzung verkaufte Adam v. Niesemeuschel an Hans I. v. G. (Sttfl. Bl. 2, Nr. 33), der am Freitag nach Kxaltationis crucis 1340 s17. September) von Joachim II. v. Bieberstein belehnt wurde. Gleichzeitig mit einem gleichnamigen Vetter, Hans v. G. (Sttfl. Bl. 10, Nr. 385) zu Linderode im Kreise 5orau, Hauptmann zu Friedland 2), wurde der zuerst genannte Hans I. v. G. im Jahre 1559 abermals mit dem dritten Teile von Leuthen belehnt. Vieser Hans I. hatte einen Lohn Adam v. D. (Lttfl. BI. 2, Nr. 35), der zweimal vermählt war und im Jahre 1584 starb. Er hinterließ mehrere Löhne und zwar zählen die Friedländer Lehnsakten auf: Eusebius und seine drei Stiefbrüder Ulrich, Georg und Lhristoph (Lttfl. BI. 2, Nr. 45, 48, 50, 53), welch letzterer noch als minderjährig bezeichnet wird. Diese vier Brüder — Eusebius nur bedingungsweise — erhielten zu Friedland am Tage Iollannis baptistas 1598 f24. Juni) die Belehnung mit dem dritten Teile des Dorfes Leuthen. Bei einer abermaligen Belehnung am Tage Bartholomäi 1612 s24. August) werden nur noch Ulrich und Thristoph als Besitzer des Drittels von Leuthen genannt. Im Jahre 1624 war von den Brüdern Thristoph allein noch am Leben; er empfing im Juni dieses Jahres zu Prag von Wollenstem, Herzog zu Friedland, die Belehnung mit dem dritten Teil des Dorfes Leuthen ^). Dieses Thristophs v. G. Enkel, seines Sohnes Hans Söhne: Otto Friedrich, Georg Abraham und Heinrich Gottlob sind die Begründer der Linien Fritschendors, Thiemendorf und Leuthen (Lttfl. Bl. 3, Nr. 96, 98, 101). Dem Lausitzischen hauptstamm gehört auch der folgende an: Ein Enkel des oben genannten Eusebius, Adam Tarl v. G. (Lttfl. Bl. 2, Nr. 73) auf Langenöls, kaufte am 9. Nlai 1671 von Laspar Georg v. Nostitz Gber-Gerlachsheim (88^ von Lauban) und überließ ihm dafür Langenöls. Bereits 1674 verkaufte aber Adam Tarl sein Gut Dber-Gerlachsheim an Wigand v. Gersdorff auf Meffersdors und erwarb Neusalza gab im-Jahre 1908 die auf langjährigen archivalischen Forschungen beruhenden, mit außerordentlicher Mühe und Sorgfalt zusammengestellten „Stammtafeln des dem Lausitzer Uradel angehörenden Geschlechts derer von Vppell", 16 Stammtafeln, 1 Übersichtstafel und ein sehr genaue; und ausführliches Register enthaltend, heraus, nachdem er bereits früher den Artikel „von Gppell" im Jahrbuch des Deutschen Adels, I. Rand 1896, S. 856 — 875 verfaßt hatte. — Wir beziehen uns auf die v. Gppellschen Stammtafeln durch die Bemerkungen im Text: (Sttfl. Bl... Nr...). h vergl. zu dem Folgenden Helbigs Regesten zur Geschichte des Lehnsadels der Herrschaften Friedland und Seidenberg, Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 87 — 88. Der Name wird hier beständig „v. Gppeln" geschrieben. 2) Tr war von 1551 — 1558 königlicher, von 1559 — 1562 v. Roedernscher Hauptmann zu Friedland, von 1563-1564 v. promnitzscher Hauptmann zu Sorau. Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 87, Anm.i Sttfl. Bl. 10, Nr. 385. - Vieser Hauptmann Hans v. D. besaß ein selbsterbautes Haus in Friedland, das er 1553 an Andreas Hofmann verkaufte. Neues Laus. Mag. Bd. 86, S. 238. s) Neues Laus. Mag. Bd. 86, S. 238. 392 v. Gppell. nun am 21. August 1677 für 2000 Taler von Larl Abraham v. vebschitz das Friedländer Lehngut Gerlachsheim im Winkel (Nieder-Gerlcichs- heim)h. Gras Franz Ferdinand Gallas belehnte ihn mit dem Gute am 10. November 1677. Streitigkeiten mit seinen Untertanen wegen der Hosedienste und anderer Schuldigkeiten wurden durch Vergleiche vom 9. März 1678 und 17. September 1682 beigelegt^). Adam Tarl starb aus seinem Gute Gerlachsheim im Winkel am 21. März 1691 im Alter von 55 Jahren^). vermählt war er: I. mit Sophia Latharina v. Luttitz, gestorben am 6. Juni 1683; II. seit dem 21. Juni 1684 mit Anna Latharina v. haugwitz a. d. h. Herwigsdorf bei Löbauft, Tochter Thristoph Abrahams v. h. Der Thevertrag mit seiner zweiten Gattin war zu Gttenhain am 24. Februar 1684 abgeschlossen worden. Tin gemeinsames Testament errichteten beide am 15. Mai 1686^). von den Kindern Adam Tarls sind bekannt^): ein Sohn Wigand Adolph (Sttfl. Bl. 2, Nr. 83), geboren am 25. November 1664, der in kursächsische Kriegsdienste traft) und zwei Töchter: Agneta Juliana und Sophia Elisabeth (Sttfl. BI. 2, Nr. 85, 84)^). Agneta Juliana vermählte sich am 22. Juni 1684 mit Ferdinand Sebastian v. Mermeth") auf Jakobsdorf im Jauerschen. Adam Tarls Trben verkauften das Gut Gerlachsheim im Winkel im Jahre 1691 für 3000 Taler an Gras Franz Ferdinand v. Gallas. — Tin Hans v. „Gppeln" hinterließ eine Witwe, deren Name nicht genannt ist. Sie besaß im Jahre 1622 in Piskowitz (0 von Kamenz) einen Garten mit Zubehör, frei von allen Beschwerungen^). — Der, wie oben erwähnt, von Heinrich Gottlob v. G. (* 1675, ft 1749) aus Kottsemke, Leuthen und Mallwitz begründeten Linie Leuthen gehören die folgenden an. Heinrich Gottlobs Enkel, ein Sohn seines Sohnes Karl Adolf, war Heinrich Adolph v. G. (Sttfl. BI. 5, Nr. 191), geboren zu Leuthen am 27. September 1764, gestorben zu Berlin am fl Über das Gut Gerlachsheim im Winkel vergl. Neues Laus. Nlag. Bd. 74, 5.284. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 87, 88. fl Gottfried Weiner, Das Andenken der Gber - Gerlachheimischen Grundherrschaften, 1715, S. 6. fl Ebenda. fl Neues Laus. Magazin Bd. 73, S. 88. fl G. Weiner a. a. G.: Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 88; Bd. 74, S. 286. fl Wigand Ndolph erklärte „Wilßdorff, den l. August 1699", er habe dem König - Kurfürsten „biß in die 9 Jahr gedienet" und wolle auch ferner im Dienst bleiben. Er war damals Leutnant „bei; des fl. Rittmeister cis Niebsns Lompagnie". fl.-St.-6. Gen. Noo. 11366, v. Gppell. fl 3n seinen Genealogischen Nachrichten, Mspt. N. I. 31, Bibliothek der Gber- laus. Gesellschaft der Wissenschaften, erwähnt Kloß im VI. Bande unter v. Gersdorff, daß Erasmus v. Gersdorff auf Weigsdorf und Neu - Gersdorf ft 1631, ch 1698) in erster Ehe vermählt gewesen sei und zwar seit dem Jahre 1654 mit flelena Sophia v. „Dppeln" a. d. fl. Gerlachsheim, die am 25. August 1674 starb. Sie könnte vielleicht eine Schwester, keinesfalls aber eine Tochter Adam Tarls gewesen sein. fl G. Weiner a. a. G. nennt ihn irrtümlich „v. Wernert": flelbig im Neuen Laus. Mag. Bd. 73, S. 88, Bd. 74, S. 286, ebenso auch Sttfl. Bl. 2, Nr. 85 „v. Merweldt (v. Merveldt)". Vas Geschlecht heißt indessen v. Mermeth. Siehe oben S. 159. ifl Lehnsakten Piskowitz. v. Dppell. 393 6. Dezember 1806, Herr auf Leuthen, Mallwitz, Kottsemke und Drieschuitz. Er kaufte am 16./20. Rpril 1789 von Frau Sophia Eleonora geb. Thielemann, ehemals verw. Frau Kammerprokurator Reut, jetzt vermählte Frau Kammerherr und Major 6 Bprn auf Gber-Losel das sogenannte höckersche Lehngütlein zu Wölkau (blO von Bischofswerda) nebst Pottschapplitz für 1400 Taler. Der Käufer, herzoglich Mecklenburg-Strelitz scher Kammerherr und Reisestallmeister und kurfürstlich Sächsischer Premierleutnant, wurde am 28. Februar 1795 belehnt. Schon nahezu zwei Fahre vor der Belehnung, am 28. Juni 1793, hatte er das Gut für 2180 Taler weiter verkauft an Magdalena Kliemand. vermählt war Heinrich Rdolph v. G. mit Sophia Juliane (Lisette) v. Siegroth. Sie kaufte am 24. Dezember 1789 von Frau Taroline Elisabeth geb. v. Reitzenstein, Gattin des kurfürstlich Sächsischen Hauptmanns Rdolph Ferdinand v. Runckel, deren halbgut in Soculahora (80 von Bautzen h. Ein Urenkel des Stifters der Leuthener Linie, Heinrich Gottlobs v. G. und zwar ein Enkel seines Sohnes Hans Thristoph (* 1733, tz 1793) ist Larl Friedrich Gustav v. G. (Sttfl. Bl. 7, Nr. 285), geboren zu Tunnersdorf am 25. November 1795, gestorben zu Dresden am 30. Rpril 1870, königlich Sächsischer Generalmajor der Kavallerie, Kriegs- und Staatsminister, vermählt zu Dresden am 29. Juli 1824 mit Louise Rmalie Gräfin v. holtzendorsf, geboren zu Thürmsdorf am 4. März 1798, gestorben zu Klein-Zschachwitz am 4. Rugust 1885. Deren Sohn Karl v. D. (Sttfl. Bl. 7, Nr. 295), geboren zu Dederon am 1. Juni 1830, gestorben als königlich Sächsischer Premierleutnant a. D. zu Dresden am 13. Rpril 1891, vermählt zu Dresden am 10. Februar 1863 mit Tlemen- tine Rpollonia v. Zakrzewska, kaufte am 30. Juni 1886 von den Schwestern Frau Marie Therese v. Watzdorf, geb. Freiin v. Könneritz und Freiin Isidore Felicia v. Könneritz das Rittergut lveigsdorf mit Köblitz und Schönberg (sämtlich blO von Schirgiswalde). Ein jüngerer Bruder des soeben erwähnten königlich Sächsischen Staats- und Kriegsministers Tarl Friedrich Gustavs v. G. ist Vtto v. G. (Sttfl. BI. 7, Nr. 290). Geboren zu Tunnersdorf am 24. Januar 1803, starb er zu Fraustadt am 9. Mai 1885, Herr auf Salisch, Landesältester. Er kaufte am 30./31. Rugust 1837 von Tarl Gottfried Thamm das Rittergut Nieder-Lichtenau (^V8>V von Lauban) und veräußerte es wieder am 6. Juli 1849 an Rnton Thristian Ferdinand Hugo Seiffert in Berlin. von Heinrich Gottlobs v. G., des Stifters der Leuthener Linie, Sohn Hans Thristoph v. G., stammen ferner folgende Glieder des Geschlechts ab. Hans Thristophs dritter Sohn, Hans Rdolf v. G. (Sttfl. Bl. 8, Nr. 270), geboren zu Tunnersdorf am 5. Dezember 1767, gestorben am 6. Februar 1849, Herr aus Krumhermsdorf und Wachau, hinterließ aus seiner Ehe mit Henriette Tharlotte Ruguste v. Schleinitz neben einer Tochter vier Söhne. Die Nachkommen des zweiten und dritten tz Okten Soculahora im klrchiv des Vomstifts zu Bautzen. 394 v. Gppell. Sohnes, Hans Heinrichs v. V von Hoyerswerda) und Pannewitz (IMO von Bischofswerda),- über letzteres Gut erhielt sie am 30. November 1768 den Erbbrief. Sie starb am 25. März 1782. Nls ein unverheirateter Bruder der Frau Maria Elisabeth 5. wird in den Wiednitzer Lehnsakten angeführt: Wilhelm Daniel d'G., getauft am 26. Januar 1704, gestorben zu Frankfurt a. M. Sonnabend den 21. Januar 1775 unvermählt. In ihrem Testament vom 6. Mai 1772 hatte Frau Maria Elisabeth S. zu Erben ihres Vermögens eingesetzt ihre drei Neffen, die Söhne des oben genannten Isaak (ff 17. Dezember 1763): 1. George Friedrich d'G. v. L., kurfürstlich Sächsischer Major im Infanterie-Regiment Prinz Tarl Maximilian. Lr starb noch vor der Testatrix, nämlich am 20. März 1779H- 2. Peter Friedrich d'G. v. L. Siehe unten S. 397. 3. Johann Philipp d'G. v. L., kurfürstlich Sächsischer Major der LeibgrenadiergardeH. Ihm sollte nach testamentarischer Verfügung des oben erwähnten Johann Heinrich Simonis vom 20. Mai 1765 nach dem Tode seiner Gattin Maria Elisabeth, geb. d'G. v. L. das Erbrittergut Pannewitz Zufällen. Wegen herannahenden Rlters verkaufte sie es ihm aber bereits am 18. Februar 1772 zugleich mit der von Iiedlitz (ffvV von Pannewitz) dazu erworbenen Wiese für 14700 Taler; am tz Dothaisches Freiherrliches Taschenbuch 1877, 1879, 1911 s. v. - Vas Porträt Isaaks d'G., ebenso das seiner Gattin, beide in Gel gemalt, befinden sich im Schlosse zu Neschwitz. Gurlitt, Beschreibende Varstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, Heft ZI, S. 188, 189. -) Gothaisches Freiherrliches Taschenbuch a. a. G. ") Gothaisches Freiherrliches Taschenbuch a. a. D. tz Iohann Philipp d'G. v. L. wandte sich, Dresden den 15. INärz 1765, an den Ndministrator von Kursachsen: Ts scheine in Dresden ein Vorurteil in Bezug auf kllter und Nichtigkeit des Ndels seiner Familie zu herrschen. Kaiser Karl VII. habe seinem Vater den Namen Löwenclau beigelegt. Vas Diplom sei „ausdrücklich nicht ein kldel-Brief, sondern nur eine der alten adel. französischen Familie d'Grville sbewilligtes Nufnehmung in den deutschen Ndel". H.-St.-N. Geneal. I-oo. 1IZ66, d'Grville v. Löwenclau. d'Drville o. Löwenclau. 397 28- November 1772 erhielt er den Lrbbrief. Er verkaufte das Gut 1790 an Maximilian Rudolph Hiob v. Uechtritz. Johann Philipp d'G. v. L. vermählte sich: I. mit Johanna Friederike Elisabeth, der jüngsten Tochter des kurfürstlichen General- Rkzisdirektors und Geheimrats Hans Heinrich v. Heringen. Sie starb nach zweijähriger Ehe im Rlter von 27 I. 11 M. 9 T. am 23. Juni 1767 nach der am 19. Juni erfolgten Geburt einer Tochter. Einen Lohn und eine Tochter hinterließ sieh. Johann Philipp, jetzt kurfürstlich Sächsischer Oberstleutnant, auf Groningen, verheiratete sich: II. am 7. Dezember 1768 zu Schochwitz mit Friederike Henriette Rmalie v. d. Schulenburg, geboren zu Schochwitz am 6. Juni 1746, Tochter Karl Thristian Gottfrieds v. d. Sch?). Rus dieser zweiten Ehe sind uns folgende Rinder bekannt: a. LrnestineMarieLhristined'D.v.L.,geborenzuGröningen am 19. Februar 1774, gestorben zu Bodendorf am 4. Rpril 1826, vermählt zu Halberstadt am 20. Juni 1791 mit Graf Leopold Thristian Wilhelm Johann v. d. Schulenburg (geboren 10. Rpril 1769, gestorben 31. Oktober 1826)h. b. Rarl Ernst Ludwig Wilhelm, geboren am 22. November 1782 h. Der unter 2 ausgeführte Peter Friedrich d'G. v. L., Hauptmann, erbte von Frau Maria Elisabeth Simonis, geb. d'G. v. L., das Gut Wiednitz und erhielt es am 16. November 1782 verreicht. Lr starb am 4. Dezember 1787. vermählt war er mit Wilhelmine Friederica geb. v. Roemer, die zu Ramenz am 11. Januar 1801 starb. Rls Peter Friedrichs Rinder zählen die Lehnsakten von Wiednitz auf (« — 8): «. Elisabeth Wilhelmine Friederica, geboren zu Dresden am 15. Oktober 1772, getauft am 18. d. M., vermählt mit Friedrich Leopold Thristian Ludwig v. Wurmb. >1. Helene Friederike Louise, geboren zu Wiednitz am 7., getauft am 11. Juni 1774, vermählt mit Ludwig Eckart v. Goetz aus Trattlau. s. Johann Tarl Friedrich, geboren zu Wiednitz am 14., getauft am 18. Juni 1779. Er erbte Wiednitz zum Preise von 30000 Talern und vermählte sich mit Juliane Tharlotte v. hertzberg, geboren zu Görlitz am 25. Januar 1782, gestorben zu Ramenz am 4. Juni 1828h. Seine Rinder sind nach den pannewitzer Lehnsakten: 1. Frau Geheime Gberfinanzrätin Emma Wendt, geb. Freiin d'G. v. L. in Erfurt. 2. Guido Frhr. d'G. v. L., gestorben in Dresden am 7. Februar 1858. vresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1767, Nr. XXVII. -) Ge. Schmidt, Oas Geschlecht v. d. Schulenburg, II. Teil, I8dd, S. 587. h Ebenda, II, S. 597. <>) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXIV, S. 300. h Laus. Magazin 1782, L. 33: Gothaische Freiherr!. Taschenbücher a. a. L>. 398 v. Dtto. 3. Robert Frhr. d'G. v. L. Dessen Lohn, Guido Heinrich Rudolph Frhr. d'G. v. L. war im Jahre 1868 Leutnant im königlich preußischen 31. Linien-Infanterie-Regiment. 8. Helene Louise Sophie, geboren zu Wiednitz am 18., getauft am 22. Mai 1783, vermählt mit Isaak Wolfgang Grasen v. Riesch. Sie starb kinderlos zu Dresden am 22. Januar 1858. Wappen: Schild geviert mit schwarzem Herzschild, darin ein doppeltgeschwänzter silberner Löwe zwischen vier, oben, unten und zu beiden Seiten gestellten, die Krallen auswärts kehrenden silbernen Löwenklauen. 1, 4: in Blau ein silberner Sparren, begleitet von drei (2, 1) die Henkel nach auswärts kehrenden kleinen goldenen Gelkrügen: 2, 3: in Silber ein gekrönter, goldbewehrter, einwärts schauender schwarzer Rdler. Zwei gekrönte Helme. Helm I: Wachsender, doppeltgeschwänzter, einwärts gekehrter silberner Löwe. Helm II: Gekrönter goldbewehrter schwarzer Doppeladler. Decken rechts schwarz-silbern, links blau-golden. v. Otto 0806). Traugott Heinrich Moritz Gtto, ein Sohn des verstorbenen kurfürstlich Sächsischen Steuerprokurators und Bürgermeisters von Meißen Christian Traugott G., wurde am 19. Januar 1793 h zu Meißen geboren. Tr stammte, wie es in dem ihm verliehenen Rdelsdiplom heißtI „von Seiten seiner Mutter aus dem adelichen Geschlechts der von Goetz". Sein Vormund, der Rrzt Dr. Christian Wilhelm Taver Gtto in Meißen, wünschte „seinen pflegbefohlenen bey dessen besonderen Neigung und Rnlagen zum Militair-Stande in dem adelichen Tadetten-Stifte zu Dresden anstellen zu können, wozu aber der Rdelstand erforderlich sep" ... So erhielt denn Traugott Heinrich Moritz D., Wien den 27. Juni 1806, den Reichsadelsstand verliehen: die kursächsische Rner- kennung erfolgte Dresden, den 13. Dezember 1806. Cr avancierte in Sächsischen Diensten bis zum Rittmeister, erwarb am 22. Rpril 1825 von Ernst Philipp v. Riesenwetter das Crb- und Rllodialrittergut Zschillichau (IMO von Bautzen) für 11600 Taler und verkaufte es am 25. Februar 1838 an vr. Julius Glaß für 15175 Taler. Im Lizitationstermin vom 27. Februar 1835 erstand Traugott Heinrich Moritz v. G. das Gut Peters Hain (^V8V^ von Rothenburg) für 21550 Taler, verkaufte dieses aber schon am 10. Rugust 1842 an Ndolph Gtto Gottlieb Lrdmann Schulz3). Inzwischen hatte er, genannt „aus Jeschütz (IMO von Bautzen) und Petershain", am 27. Mai 1840 von den Gebrüdern Gerathewohl deren Mannlehnrittergüter halbendors und Geißlitz (beide IMO von Bautzen, an der Spree) für 26 600 Taler erworben: am 5. März 1841 erhielt er den Lehnbries. Cr verkaufte diese beiden Güter am 7. Mai 1846 an Johann Gottlieb Benjamin 0 IN. Gritzner, Ltandes-Lrhebungen und Gnaden-Kcte, II. Teil, 1881, 5. 751. 2) k).-§t.-6. i^oe. 5152, klcta, Neichs-Kdelstands-Trhebungen betr., -V. 1801 bis 1807, Zol. 182 ff. b) Io Hs. INörbe, Drtrchronik von Petershain, 1844, s. 26. v. Gtto. 399 Werner für 41800 Taler. Endlich brachte der v. G. noch das Gut Tech ritz (8>V von Bautzen) für 47 052 Taler 23 Ngr. 3 ps. von Moritz Gskar v. Zehmen am 18. Rpril 1846 an sich; am 8. Juli 1846 wurde er belehnt. Lr starb zu Techritz am 7. Rpril 1856. vermählt war er mit Natalie geb. v. Watzdorf. Lr hatte zwei Töchter: Frau Isidore 5idonie Louise, vermählt mit dem Rittmeister Kurt RIbert Frhrn. v. Gregory, und Fräulein Melanie Louise v. G. Rm 9. Rpril 1856 verkauften die v. Gtto scheu Erben das Gut Techritz für 66000 Taler an Gustav Julius Gchernal. Wappen: Kaiser Franz II. hatte bei der Nobilitierung am 27. Juni 1806 folgendes Wappen verliehen h . . . „einen von Blau und Golde gevierten Schild mit einem silbernen wachsenden und einwärts gekehrten Greifen im ersten und letzten, und einem geharnischten Rrme, ein blankes Schwerdt haltend, in jedem der beiden mittleren Ejuartiere. Ruf dem Schilde ruhet rechtsgekehrt ein gekrönter, frei; adelicher, offener, blau angeloffen und rothgefütterter, mit goldenem Halskleinode und einer zur Rechten blau und silbernen, zur Linken aber schwarz und goldenen Decke behängter Turniershelm, auf welchem ein geschlossener Rdlersflug erscheinet, dessen rechter Flügel von Blau und Silber, der linke aber von Schwarz und Golde quergetheilt ist"... Tyroff, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Band, Taf. 65. v. Otto (1816). Karl Gottlieb Gtto studierte die Rechte, war dann mehrere Jahre Sachwalter in Bautzen, wurde 1796 Senator daselbst, 1804 Kämmerer. Im Jahre 1816 hatte er zwei bereits erwachsene Söhne, „die bis daher dem Studiren obgelegen, wovon aber der eine viel Neigung für den Militair-Stand heget und sich vielleicht demselben widmen dürfte" 2). Im Begriff das Gut Kreckwitz zu erwerben, „woran ich aber als ein Käufer bürgerlichen Standes, wenn einer von Rdel gleiche Kaufsbedingungen gewähret, wegen des bekanntermaßen dem Rdel in dieser Provinz auf solchen Fall zustehenden Vorkaufsrechts in gewisser Maaße.behindert werde", suchte er beim König von Sachsen um Erhebung in den Rdelsstand nach^). Lr erhielt, Dresden den 13. Juli 1816, den Rdelsbrief. Karl Gottlieb v. G. kaufte nun 1817 das Lrb- und Lehnrittergut Kreckwitz (diO von Bautzen) nebst dem Stück Holz bei Sornßig (bIM von Löbau) von Gustav Friedrich Rudolph v. Lindenau für 40 200 Taler; 1) H.-St.-R. a. a. G. h H.-St.-R. Boe. 2400, Band 2, Erhebungen in den Rdelstand 1813 —1818, 5°l. 7S ff. 2) Ebenda. Zur Bescheinigung seiner Würdigkeit bringt er ein Zeugnis einiger Edelleute (Gottlob Heinrich v. IRinckwitz auf preititz, Rudolph Heinrich 'Gottlob v. Larlowitz auf Rleinbautzen, Earl Friedrich Ruguft v. Schönfeldt, Hauptmann v. d. R., Earl v. Linnenseld, bgl. Sächsischer Hauptmann) 4. 4. Bautzen den 22. Iuni 1816, bei. Ebenda. 400 v. pannach. am 28. April l8l7 wurde er belehnt. Im Jahre l8l9 verkaufte er Kreckwitz seinem ältesten Sohn Karl Moritz. Karl Gottlieb v. G. starb am 20. Mai l834. Alleinige Intestat- Universalerben waren seine Söhne Karl Moritz und Ernst. Karl Moritz v. G. kaufte 1819 von seinem Vater Kreckwitz für 50 500 Taler und erhielt das Gut am 5. Februar 1820 zu Sehn verreicht, vermählt war er mit Agnese Renate v. Standfest a. d. h. Kauppah. Im Jahre 1840 verkaufte er Kreckwitz an Lhristian Traugott Menzner.— Ernst v. G., der jüngere Bruder, besaß das Gut Possendorf. Mappen: König Friedrich August I. verlieh bei der Uobilitierung am 13. Juli 1816 folgendes Mappen"): . . . „einen die Sänge herab geteilten Schild, in dessen vorderem rothen Felde eine gelbe oder goldfarbene Mauer mit Zinnen, in dem hintern blauen Felde hingegen zwei) mit den Spizzen in einander gebohrte Sicheln ihrer natürlichen Farbe erscheinen, wovon die obere links-, die untere rechtsgekehrt ist. Auf dem Schilde ruhet ein rechtsgekehrter, blau angelaufener, roth gefütterter, mit goldener Kette und Kleinod, auch rechts von Gold und Roth, links von Silber und Blau vermischt, herabhangenden Decken gezierter offener, adeliger Turnierhelm, mit drep Strausfedern besteckt, deren mittlere blau, die beiden andern aber roth sind" . . . v. pannach. von Johann Milhelm prenzel als Generalbevollmächtigtem und Vormund der drei Geschwitzer Hartz erwarb zufolge Kaufs vom 3. Mai 1806 George v. pannach das Rittergut Gehna (IMO von Bautzen) für 51 000 Taler. Er stammte aus dem nordöstlich von Bautzen gelegenen, unter der Herrschaft des Rats zu Bautzen stehenden Dorfe Burk und wurde auf sein Ansuchen, da er das Rittergut Gehna erkauft habe, der Erbuntertänigkeit, der Dienste, Pflichten und Schuldigkeiten, womit er dem Rat und der Stadt Bautzen zugetan, entlassen und erhielt am 3. Juni 1806 den erbetenen Losbrief. Kaiser Franz II. erhob ihn am 8. April 1806 in den Reichsadelsstand. Im Adelsbrief heißt es . . . „daß er von Voreltern entsprossen sei, welche sich von jeher durch Tugend und Rechtschaffenheit unter ihren Mitbürgern vorzüglich ausgezeichnet hätten, in deren rühmlichen Fußtapfen fortzugehen auch er von Jugend auf beflissen gewesen sei und sich daher der Landoeconomie gewidmet, auch es darin durch seinen Fleiß und seine Betriebsamkeit bald soweit gebracht habe, daß er sich im Stande gesehen, das bei Budissin in der Gberlausitz liegende Erb- und tz Die Bautzner Nachrichten vom . . Dezember 1908, 2. Iuni 1909 bringen die Bekanntmachung eines voni königlichen Amtsgericht Bautzen am 4. Dezember 1908 eingeleiteten Aufgebotsversahrens zur Herbeiführung ^ Todeserklärung des am 12. Dezember 1832 in Kreckwitz geborenen Moritz Robert v. D., der 1862 nach Amerika auswanderte, sowie des am 25. Februar 1834 in Kreckwitz geborenen Moritz Holm v. G., der 1856 nach Amerika auswanderte. 2) H.-St.-A. a. a. G. v. pannwitz. 401 Allodial-Rittergut Gehna sammt Zubehör — welches er schon vorher durch mehrere Jahre in Pacht gehabt - käuflich an sich zu bringen, nun aber, um gegen das in dem Markgrafthum Gberlausitz dem Adel gegen bürgerliche Käufer adeliger Rittergüter zustehende Linstandsrecht gesichert zu sein, zugleich aber auch das Glück und Wohl seiner Nachkommen für die Zukunft auf eine dauerhafte Weise begründen, auch ihnen dadurch eine bleibende Anspornung zu rühmlichen Thaten und ausgezeichneten Wohlverhalten hinterlassen zu können, nichts sehnlicher wünsche, als in des heiligen Römischen Reichs Adelsstand erhoben zu werden und uns daher derselbe allersubmissest gebeten hat, daß wir ihn sammt seinen ehelichen Nachkommen beiderlei Geschlechts, in gerader Linie, absteigenden Stammes, in des heiligen Römischen Reichs Adelsstand mit der Erlaubniß des Nichtgebrauches allermildest erheben" . . . George v. p. erhielt am 23. Oktober 1806 den Grbbrief über Gehna. Er verkaufte das Gut am 5. Februar 1816 an den Kaufmann Christian Gottlieb Wielisch in Bautzen. Vermählt war George v. p. seit dem April 1808 mit Sophie Marie Beate v. Schweinitz, geboren zu Fulneck in England am 21. September 1770, gestorben zu Klein-Seidau bei Bautzen am 26. März 1858, Tochter Moritz Christian Friedrichs v. Schw. und seiner Gattin Benigna Elisabeth v. Gersdorff a. d. h. Siegersdorsh. Wappen: Der Kaiser verlieh ihm folgendes Wappens:... „einen von Roth und Gold gevierten Schild mit einem goldenen Kleeblatt in den rothen, und einem blauen wellenförmig gezogenen linken Schrägbalken in den goldenen Ouartieren. Auf dem Schilde ruhet rechtsgekehrt ein gekrönter, freiadeliger, offener, blau angeloffen- und roth gefütterter, mit goldenem Halsschmucke und einer zur Rechten roth und goldenen, zur Linken aber blau und goldenen Decke behängter Turniershelm, auf welchem zween ausgebreitete, rothe, mit goldenen Schwingfedern versehene Adlersflügel erscheinen, deren jeder mit einem goldenen Kleeblatte belegt ist" . . . v. pannwitz. Zu Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts treten zum letzten Male Angehörige des Gberlausitzischen Geschlechts v. pannwitz unter dem landgesessenen Adel ihrer alten Heimat auf. Tarl Thristian v. p. aus dem Schlesischen Hause Albendorf, auf Thomaswaldau, kaufte am 2. Januar 1695 das Gut Nieder-Gerlachsheim im Winkel (bl>V von Marklissa) von Franz Ferdinand Grasen v. Gallas lehnsweise für 3700 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld ^). Am 8. Juni 1697 erwarb er ferner von Tarl Gottlob v. Gersdorff das Gut Nicolausdors von Lauban) für 3600 Taler. Beim nächsten Landtage wurde er von h Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1904 , g. Jahrgang, 5. 79l. 2 ) Lehnsakten Gehna. ») Neues Laus. Mag. Sd. 73, S. 88 . 402 v. Pannwitz. den (vberlausitzischen Landständen ausgenommen. Auf dem unter der Jurisdiktion des Görlitzer Amts stehenden Gütchen Nicolausdorf begann er einen unbefugten Bierschank. Unter Berufung aus das Brau-Urbar- Mandat vom 30. November 1675 h ersuchte deshalb im Jahre 1698 der Amtsfiskal Samuel Theodor Lufft den Gberamtshauptmann um ein verbot der eingeführten Neuerung h. Carl Christian erwarb ferner am 23. September 1698 von Georg Albrecht v. Warnsdorf dessen Gut Nieder-Gerlachsheim von Marklissa) für 8000 Taler. Tin reichliches Jahr daraus, am 25. Dezember 1699 h, starb er. In Friedlandh fand er seine letzte Ruhestätte. (Obgleich römisch-katholischer Konfession, war er vermählt mit einer Protestantin, Anna Barbara, geb. v. Lüttwitz, Tochter Hansens v. L. a. d. h. Gollschwitz im Fürstentum Glogau. vom Friedländer Amt ausgefordert, zur katholischen Konfession überzutreten oder für ihre unmündigen Kinder katholische Vormünder zu bestellen, zog sie es vor, nachdem ein vom Landvogt unternommener Vermittelungsversuch erfolglos gewesen war, das zur Herrschaft Friedland gehörige Gut Gerlachsheim im Winkel zu veräußern. Sie verkaufte diesen Besitz am 15. März 1701 an Hans Georg v. (Ottenfeld zu Mittel- Thiemendorf für 5000 Talers und starb zu Friedersdors bei Zittau am 3. Januar 1748, 93 Jahr alt"). von den vier Kindern, die Tarl Thristian v. p. hinterließ, starb das jüngste, Agneta Juliana, * am 12. November 1699, also wenige Wochen vor dem Tode des Vaters, bereits am 27. März 1700 h. Die anderen drei Kinder waren: George Friedrich, * 12. September 1680 zu Thomaswaldau, 's zu Schönberg 29. (Oktober 1745, 65 Jahr alth. Barbara Eleonore, * 7. (Oktober 1682 zu Thomaswaldau. Johannes Ernst, * 7. Januar 1688h, getauft 11. es. George Friedrich war bei des Vaters Tode gefreiter Korporal in fürstlich Lüneburgischen Kriegsdiensten, Johannes Ernst trat im Jahre 1706 in preußische Kriegsdienste. Barbara Eleonore vermählte sich im Jahre 1704 mit Taspar Nudolph v. Gersdorff auf Mittel-Bellmannsdors, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Hauptmann, der im Jahre 1733 starb. Sie selbst verschied am Sonntag Sexagesimä 1765 fl 0. Februars O vergl. Vberlaus. Lollections-Werk I, S. 694. h k)--5t.-0. Geneal. Boo. 31751, panwitz. h Dieses Datum geben die Lehnsakten Nieder-Gerlachsheim: das Laus. Mag. 1776, S. 341, auch 1789, S. 116 nennt den 25. November 1699 als seinen Todes-, den 12. Dezember als seinen Bestattungstag: das Neue Laus. Mag. Bd. 86, S. 238, Nr. 45 endlich sagt, sTarls Thristian v. P. sei am 12. September 1699 gestorben. Laus. Mag. 1776, S. 341. °) Neues Laus. Mag. Bd. 74, S. 286: Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 88. «) Laus. Magazin 1789, 5. 115. O Laus. Magazin 1776, S. 341. «) Laus. Magazin 1789, 5. 115. h Dieses Datum findet sich in den Lehnsakten Nieder-Gerlachsheim: richtiger ist wohl 1685, da er im Nlter von 76 Jahren im Jahre 1761 starb. v. pentzig. 403 in Friedersdors bei Zittau und wurde am 15. es. in der Kpawschen Gruft daselbst bestattet*). von den beiden väterlichen Gütern Nicolausdors und Nieder- Gerlachsheim ging das erstere am 10. Februar 1705 durch Kauf in die Hände des eben genannten Laspar Rudolph v. Gersdorfs über. Nieder- Gerlachsheim verkaufte George Friedrich am 22. Januar 1716 seinem jüngeren Bruder Johannes Ernst für 8000 Taler. Vieser veräußerte das Gut am- Termin lvalpurgis 1724 an Tarl Friedrich Siegmund v. hocke. Johannes Ernst starb am 5. Oktober 1761 im Alter von 76 Jahren. Wappen: Schild halbgespalten und geteilt von Silber und Rot über Schwarz. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: 2 Hörner, das rechte geteilt von Silber über Schwarz, das linke von Rot über Schwarz. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Tafel 55, Nr. 8 unter den „Schleßingischen" s v. Krane u. Hildebrandt, Wappen- u. Handbuch des in Schlesien landgesessenen Rdels, Tafel 76. — Ein gut erhaltenes Siegel des Nickel von panwitz befindet sich an der Urkunde 4835 (St. Meißen), vom 19. Dezember 1464 im Hauptstaatsarchiv zu Dresden. v. pentzig. Das alte Geschlecht v. pentzig, das sich nach dem Gute penzig (bl von Görlitz) nannte, tritt urkundlich zum ersten Male gegen Mitte des 13. Jahrhunderts aus: Rsinbarctus cts ?in 2 i§ erscheint im Jahre 1241 mit unter den Zeugen, als König Wenzel von Böhmen zu Saaz dem Kloster Marienthal das Dorf Sisridsdorf überwies ft. Die v. p. gelangten bald zu Ansehen: Sie nebst einigen anderen Herren wurden bei der Teilung der Lande Bautzen und Görlitz durch den Markgrafen Otto den Langen von Brandenburg im Jahre 1268 zu gemeinschaftlicher Belehnung ausgenommenft. Den großen Güterbesitz, den das Geschlecht im Lause der Zeiten im Görlitzer und Laubaner Weichbilde erworben hatte, namentlich die penziger Heide, verkauften Hans v. p. und seine Neffen in den Jahren 1491 und 1492 für 11 000 Gulden an die Stadt Görlitz ft und legten dadurch den Grund zum Niedergang der Familie. Hans wandte sich nach Schlesien, heißt 1493 „zu Prosen gesessen", 1498 „uffm burglehn zum Jawer gesessen" ft. Liner dieser Neffen, die im Jahre 1492 ihren Anteil an der Herrschaft penzig dem Görlitzer Rate verkauften, hansv. p., war 1526-1529 Klostervogt von Marienthal, starb im Jahre 1532 und wurde in der Kirche zu Gstritz begraben"), vermählt mit einer v. hirschberg, hinterließ er einen Sohn Adam, der die Linie Wilka begründete. 9 (vberlaus. Nachlese 1765, S. 20. ft Ooclex cliplom. Nus. sup. I, S. 5d: Voehler, Neues Laus. Mag. Bd. 78, 5.16. ft Noä. cliplom. Nus. sup. I, S. 04. ft verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, S. 10, 15. ft Lb-nda, II, S. 18, Zd. ft Larpzov, Lhren-Teinpel des Marggrafsthumr Vber-Lausitz, 1719, I, 5. 550. 404 v. pentzig. I. Linie lvilka-lvanscha. Udam I. v. p., Hansens Sohn, übernahm von seinem Vater das Umt eines Klostervogts von Marienthal und verwaltete es bis zu seinem Todeft. Er kaufte im Jahre 1546 von Du. Ulrich v. Nostitz den sogenannten Hohbergschen Unteil von lvilka (I4M von Seidenberg), 1567 von Heinrich v. Gersdorff den Lanitz scheu Unteil und 1576 von Bernhard v. Gersdorsf den letzten Unteil, den sogenannten Johnschen Garten des Dorfes und befand sich somit im Besitz des ganzen Gutes lvilka 2). vom Kloster Marienthal kaufte Udam I. zu Unfang des Jahres 1547 das Dorf Ult- und Neu-Schönfeld (80 von Ostritz) für 400 Talerft. Lr erwarb ferner am 28. Oktober 1549 vom König „das der stadt Görliz Verwirkung halber spönfalls an ihn als landsfürsten gekommene dorff Uerfteniz" (Beutnitz, V7 von lvilka, 140 von Ostritz) für 1200 Talerft. Und am 3. Januar 1576 wurde er belehnt mit dem Dorfe Trattlau (0 von Ostritz), das er von Hans v. Gersdorff zu Leuba erkauft hatteft. Udam I. starb am 24. November 1576 und wurde in Nieda begraben, seine Gattin Dorothea v. Bosenhayn (Nosenhagen) a. d. h. Jannowitz folgte ihm am 30. Januar 1586°). Udams I. Sohn, Hans v. p., den wir zum Unterschied von seinem Großvater Hans „den Jüngeren" nennen wollen, geboren im Juni 1548, tat Mittwoch nach Martini 1577 s13. Novembers der kaiserlichen Majestät und Krone Böhmen Holdung und Lehnspflicht und wurde darauf mit den väterlichen Gütern lvilka, Trattlau und Neutnitz belehntft. Diesen Güterbesitz vergrößerte Hans d. I., indem er am Donnerstag nach Mariä Lichtmeß 1584 f6. Februars von Friedrich v. Tieffenbruch einen andern Unteil von Beutnitz und zwar das Erbgut Beutnitz, sowie das Erbgut Nieda (14^ von Seidenberg, 140 von Dstritz) im Görlitzer lveich- bilde, mit Vorwerk und Kirchlehn, einer Mühle mit drei Gängen, Schmiede und Scholzerei u. s. w., wie dieser solches von Mertten Lochmann, Bürger in Görlitz, erkauft hatte, für neunthalbtausend Taler, sowie 130 Fl. Ungarisch zur Verehrung an die Gattin und Tochter v. Tieffenbruchs, dem Kauf ohne Schaden, erwarb. Um 27. März 1584 wurde der Käufer mit diesen Gütern zu rechtem Mannlehn belehntft. Hans d. I. erwarb ferner im Jahre 1592 Ivanscha (M von Seidenberg), 1594 Nieder-Budelsdorf (1414^ von Seidenberg) sowie Bohra (14^ von Seidenberg). Hans d. I., einer der reichsten Gberlausitzischen Ldel- ft Ebenda I, 5. 350. Tr ist als Klostervogt bezeichnet auch auf der großen Glocke in Königshain vom Jahre 1566, sowie auf der Inschrift über dem Portal der Kirche zu Leitendorf. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der Kunstdenkmäler Sachsens, 29. kfeft, Rmtshauptmannschaft Zittau —Land 5. dd, 229; Brückner, Neues Laus. Mag. Bd. 82, S. l72. 2) Th. Neumann, Neues Laus. Mag. Sd. 35, S. 26l, 262; H.-St.-K. Noo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, 1572-84, Lol. 8. ft Neues Laus. Magazin Bd. 78, S. 92. 4) verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, 5. 172. ft ft.-St.-kl. Roo. 9550, Registratur der Lehen rc., Lol. 8. ft Laus. Magazin 1774, 5. 311; Neues Laus. Mag. Bd. 35, S. 262. ft ft.-St.-R. Noe. 9550, Registratur der Lehen -c., Lol. 11. ft ft.-Lt.-N. Geneal. Roo. 31753, pentzig; Lehnsakten Reutnitz, Nieda. M v. Pentzig. 405 leute seiner Zeit*), starb nach Ausweis seines an der äußeren Kirchenmauer in Rieda stehenden Epitaphs am 13. September 1614 im Alter von 66 Jahren. Er war vermählt: I. mit Helena v. Gersdorff a. d. H. Milka; II. mit Barbara v. Kyaw a. d. H. Berzdorf (dl von Friedland)H. Hans d. I. hatte folgende Kinder, sämtlich aus seiner zweiten EheI: 1. Dorothea, * 1585, ch 7. April 1620, vermählt mit Hieronymus v. Nostitz auf Gstrichen. 2. Maria, * 2. Juli 1586, ch 25. August 1587. 3. Sabina, * 9. Oktober 1588, ch in Görlitz 25. Oktober 1641, vermählt 1608 mit Caspar v. Gersdorff auf Leuba, der am 22. Juli 1623 starb. 4. Hans Ludwig, * 14./24. August 1590, ch bald nach der Geburt. 5. Adam II., Stifter der Linie Nieder-Nudelsdorf. Siehe unten S. 408: Linie Nieder-Nudelsdorf. 6. Johannes, *7. Dezember 1593, ch in Prag im Alter von 14 Jahren, begraben daselbst. 7. Ludwig, * 18. Februar 1595, erhielt in dem brüderlichen vergleich der Söhne Hansens d. I. vom 10. März 1622H die Güter Milka, Bohra, Nieda und einen Teil von Neutnitz. Am 30. November 1665 verkaufte er seinem „Vetter" und Schwager Ferdinand v. pentzig (vergl. S. 407) aus Wanscha und Neutnitz einen Bauer im Dorfe Neutnitz mit allen Nutzungen, Zinsen, Diensten und Gerechtigkeiten für 300 Taler Kaufsumme. Gemeinsam mit seinen Brüdern bez. Vettern Nudolph, Christoph, Adam, Friedrich und lvigand Adolph v. p. verkaufte Ludwig das väterliche bez. großväterliche Gut Mittel-Berzdorf bei Friedland i. B. am 2. September 1665 für 3000 Fl. an den Grasen Anton Pankratius GallasI. Ludwig starb am Tage Martini 1666 sll. Novembers ohne Leibeslehnserben. Tr war vermählt: I. mit Barbara v. Grißlau a. d. H. Lautsche, gestorben am 1. Oktober 1632°); II. mit Helene y Er leistete Kaiser Rudolph II. verschiedene ansehnliche Geldvorschüsse. Laus. Magazin 1774, 5. 311. H v. Kpaw, Familien-Lhronik des Geschlechts v. Kqaw, 1870, 5.82. H N. I. 30, 2. Teil, S. 77 b ff. (Mspt. der Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften) nach dem Niedaer Kirchenbuch: Kloß, Gen. Nachrichten, Bd. XI, v. pentzig. tz verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, 5. 2dl: Laus. Magazin 1774, 5. 311. H Neues Laus. Mag. Bd. 73, 5. 89. — Die Gebrüder Ludwig, Rudolph und Christoph v. p. beschwerten sich am 30. Dktober 1657 beim Kurfürsten darüber, daß von den Vormündern der Graf Gallas schen Erben an den yauptmann zu Friedland der Befehl ergangen sei, es nicht zuzulassen, daß sie als Nichtkatholische ferner ihr in Böhmen gelegenes, von ihren Eltern ererbtes Vorwerk zu „Bertelsdorf" nützten und gebrauchten: der kfauptmann war angewiesen, die Besitzung in Sequestration zu nehmen und einzuziehen. Oer Grund war der, daß sie dieses ihr Besitztum nicht an den bestimmten Terminen an katholische Besitzer verkauft hatten. Oer Kurfürst ersuchte hierauf den Landesherrn von Böhmen den ergangenen Befehl aufzuheben. k)--5t.-R. Boo. 9536, Erstes Buch Dberlaußnitzischer Landes- und policeq - Lachen ao 1633 — 57, Fol. 204 ff. H Über die v. Grißlau auf Lautsche siehe Neues Laus. Mag. Bd. 73, 5. 64. 406 v. Pentzig. v. Klüx, die am 23. Juni 1650 in Nieda beerdigt wurde; III. wohl l65l mit Anna Sabina v. Boblitz, geboren 1613, gestorben auf dem Gberhof zu Mansch« am 28. Oktober 1675 im Alter von 62 I. 29 M., einer Tochter Friedrichs v. B.h. Ludwigs Güter fielen an seine Geschwister. 8. Larl, * 7. August 1596, auf Gsterwein in Preußen, Reg.-Vez. Königsberg. Sein Sohn war Adam Friedrich. 9. Rudolph, * 23. November 1598. Siehe unten. 10. Barbara, * 1601. 11. Christoph, Stifter der Linie Trattlau. Siehe unten S. 416: Linie Trattlau. 9. Rudolph v. p., Hansens d. I. Sohn, geboren zu Mika 23. November 1598, hatte im brüderlichen vergleich vom Jahre 1622 das Gut Mansch« nebst einem Teil von Reutnitz und dem dritten Teil des Kirchlehns zu Nieda erhalten. Nach dem Tode seines Bruders Ludwig (ch 11. November 1666) hielten um die Lehn der von ihm hinterlassenen Güter an Rudolph, dessen Bruder Christoph, sowie die Söhne der verstorbenen Brüder Adam und Tarl. Sie teilten sich in die Lehn am 6. Mai 1667: An Rudolph fiel das zum Gute Milka ehemals gehörig gewesene Dorf nnd pertinenzstück Nieda, ferner vier Bauern, zwei Gärtner, ein Häusler in Reutnitz. Am 6. November 1668 erhielt Rudolph den Lehnbrief über die Güter Nieda und Reutnitz. Rudolph verkaufte am 15. November 1679 seinem ältesten Sohne Ferdinand das Gut Ober-Manscha nebst den dazu geschlagenen Untertanen, nämlich dem zweipferdigen Bauer zu Gber-Manscha, drei Gärtnern und vier Häuslern daselbst für 1674 Talers, hohen Alters und Leibesschwachheit wegen verkaufte Rudolph ferner am 16. April 1687 seinem jüngsten Sohne Christoph Ludwig das Gut Nieder-Manscha und was von Nieda und Reutnitz dazu gehörte, für 10000 Taler. Rudolph veräußerte ferner an Anna Dorothea v. Pförtner das Posselt sche Bauergut in Reutnitz ^). In der Herrschaft Friedland besaß Rudolph eine Miese am Bunzendorfer (8^V von Seidenberg) Stege. Diese veräußerte er am 4. Juli 1669 für 500 Fl. dem Grafen Anton Pankratius Gallash. Irrungen zwischen Rudolph und seinem Neffen Heinrich Ludwig v. Pentzig (vergl. 5. 416), Christophs Sohn, wurden am 2. Oktober 1686 durch einen Vertrag ausgeglichen"). Mit den übrigen angesessenen Gber- lausitzischen Cdelleuten beteiligte sich Rudolph an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. am 16./26. Juli 1657 in Bautzen"). tz Dberlaus. Nachlese 1770, S. 201. h ks.-St.-N. Noa. 9548, Vas 10. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, Lrbverwand- lungen, 1682-1708, Zol. 198. b) Gen. k, 06 . 31753, pentzig. tz Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 89. h verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, S. 344. h Dberlaus. Nachlese 1771, S. 345-347. v. pentzig. 407 Er starb am 8. Dezember 1687 im Nlter von 89 Jahren und wurde in Rieda begrabenh. vermählt war er: I. seit dem Jahre 1624 mit Nnna Helena v. Warnsdorf a- d. h. Logau. Zufolge Lheberedung vom 11. Juni 1624 brachte sie ihm 1000 Taler Ehegeld mit, wofür er sie am 29. Dezember 1644 aus Wanscha verleibgedingen ließ^). Zie starb am 23. November 1656, eine Mutter von zwölf Kindern,- II. mit Nnna Maria v. Debschitz a. d. h. Gertmannnsdorf, geboren 1617, gestorben 1688, Witwe Siegmunds v. Miltitz auf Tschernhausen"). Rudolph hatte folgende Kinderh (a-rn): а. Johann Niklas, * 1626. d. Rudolph, * 1627. c. Elisabeth, * 1628, f 1630. ä. Nnna Maria, * 1630, 's 1667 unvermählt. б. Magnus Ndolph, * 1631, -f 1632. k. Ndam Ludwig, * in Görlitz 1632, 's in demselben Jahre. Ferdinand, * 12. September 1633, hatte, wie erwähnt (vergl. S. 405), am 30. November 1665 einen Bauer in Neutnitz, sowie am 15.November 1679 von seinemvater das GutDber-Wanscha für 1674Tlr. gekauft. Er starb zu Bellmannsdors im Nlter von 80 Jahren am 2. Mai 1714. vermählt hatte er sich: I. mit Helene Eleonore v. Eberhardt a. d. h. Nieder-Küpper, ch 18. März 1663 in Kindesnöten; II. mit Nnna Helena v. Voblitz a. d. h. Dornhennersdors, ch 1710"); III. mit Sophia Tugendreich v. Nabenau. Ferdinand hatte folgende Kinder, sämtlich aus zweiter Ehe (« — 8): «. Helena Sidonia, * 9. März 1666, 's 3. Juni 1668. ss. Larl Gottlob, gefallen in kursächsischen Diensten bei der Belagerung von Mainz"). s. Heinrich Ndolph, * 1669, ch 1696. 8. Helena Eleonore, * 1670, vermählt 20.Dezember 1694 mit Gottlob Siegmund v. Rabenau, ehemals kurfürstlich Sächsischem Leutnants. Diesem seinem Schwiegersohn verkaufte Ferdinand das Gut Dber-Wanscha am Walpurgistermin 1697 für 7000 Taler, v. Rabenau trat es 1699 einem Bruder Ferdinands, Thristoph Ludwig v. v. (vergl. S. 408) ab. k. Nnna Eleonore, * 1634. i. Juliane Lunigunde, * und -f 1636. k. Nnna Sophia, * im März 1639, vermählt 2. Juli 1670 mit Nbel v. Fürstenau auf Groß-Krauscha. >) Sein Epitaph ist an der Nußenwand der Kirche daselbst. ") Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. h Wende, Genealogie des ksauses Vöbschütz, 1754, S. 57. h N. I. 30, 2. Teil, S. 775-78, INspt. der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften (Bibliothek); Kloß, Geneal. Nachrichten, Bd. XI, v. pentzig. h Gberlaus. Nachlese 1777, S. 219. o) k).-St.-6. Boc:.d548, Das 10. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, Trbverwand- lungen, 1682-1708, Zol. 198. h Kloß, Geneal. Nachrichten, Bd. XI, v. pentzig. 408 v. pentzig. I. Mag NUS Adolph,* 22.November1640, 'Hohne Erben 23.Juni 1687 in Marklissa. Er vermählte sich mit Susanna Latharina geb. v. Salza, der Witwe Bernhard Melchiors v. Gersdorff auf Nieder- Gerlachsheim. Sie kaufte von den Kreditoren ihres ersten Gatten am 20. Dezember l679 das Gut Nieder-Gerlachsheim von Marklissa) für 3000 Taler und verkaufte es ihrem eben genannten zweiten Gatten am 12. April 1680 für denselben Preis. Dieser veräußerte das Gut 1687 an Frau Helena Sophia v. Schwanitz, geb. v. Hohberg. Line dritte Ehe ging Susanna Latharina nach 1688 ein mit Erasmus v. Gersdorff auf Nieder-Weigsdorf und Neu-Gersdors. m. Ehristoph Ludwig, der jüngste Sohn Rudolphs, * 21. Januar 1643, hatte am 16. April 1687 von seinem Vater das Gut Nieder- Wanscha nebst pertinentien für 10000 Tlr. erworben, hierzu kaufte er am 22. Februar 1699 von Gottlob Siegmund v. Rabenau aus Nieder- Bellmannsdorf dessen Gut Gber-Wanscha nebst den Reutnitzer pertinentien für 5000 Taler Rauf- und 100 Taler Schlüsselgeld. Zwischen Thristoph Ludwig und seinem Vetter Adam Earl aus Trattlau (vergl. §. 418) entstand im Jahre 1695 eine Differenz, weil gegen den brüderlichen Teilungsvertrag von 1622, wonach die zu Reutnitz und Rieda vorkommenden Gerichtssachen im Kretscham zu Rieda untersucht werden und Gerichtspersonen jeder Herrschaft der genannten Drte dabei sitzen sollten, seitens Adam Earls verstoßen worden warh. Thristoph Ludwig starb am l7. Februar 1707. vermählt war er seit dem Jahre 1689 mit Rosina Margarethe v. Kiesenwetter, Tochter Hans Heinrichs v. K. auf Rossendorf und Eschdors und zuletzt aus Gaußig. Sie kaufte am 15. Dezember 1716 von Heinrich Adolph v. Borau gen. Kessel dessen Lehngut Mittel-Reutnitz für 3 500 Tlr.^). Am 29. November 1717 starb sie. Thristoph Ludwig hatte eine einzige Tochter Helena Margarethe, geboren 31. Juli 1691. Aus sein Ansuchen hatte ihm, da er nur diese Tochter hatte, Kurfürst Johann Georg IV. sein väterliches Gut Nieder- Wanscha mit pertinentien am 12. Mai 1693, ferner Kurfürst Friedrich August am 9. Februar 1700 ein zu Wanscha erkauftes Stück in Reutnitz mit einem Bauer und einigen Untertanen in Erbe verwandelt. Helena Margarethe erbte das väterliche Gut Wanscha. Sie vermählte sich mit Ernst Thristian v. Kiesenwetter, dem Stifter des Hauses Wanscha. II. Linie Rieder-Rudelsdors. Adam II. v. p., geboren am 20. November 1591, der unter Nr. 5 bei Besprechung der I. Linie Wilka-Wanscha ausgezählte Sohn Hansens d. I. (vergl.S.405), hatte im brüderlichenvergleichvomIahre1622das GutN ie d er- tz Gen. L,oa. 31753, pentzig. h In die INitbelehnschaft nahm sie ihren Schwiegersohn, den Rittmeister Ernst Thristian r>. Riesenwstter auf wanscha, Rieda, Reutnitz, sowie dessen drei Söhne: Ernst Ludwig, Gottlob Ernst und Larl Ernst v. R.; dann ihren Vetter Carl Siegfried v. R. auf Leippa und dessen Sohn Larl Gottlob. v. pentzig. 409 Nudelsdorf erhalten; er besaß auch Gber-Rudelsdorf'). vermählt hatte er sich: I. 1615 niit Anna Maria v. Gersdorss a. d. h. Seeh, die am 3. Mai l630 starb h; II. zu Görlitz am 9. Dezember 1630 mit Marianna v. Salza. Diese verheiratete sich nach ihres ersten Gatten Tode wieder mit Gotthard v. Bindemann auf Tbersdorf. Adam starb am 8. Dezember 1637 im Alter von über 45 Jahren und wurde in Seidenberg bestattet^). Er hatte sieben Kinder, fünf aus erster, zwei aus zweiter Lheh (I —VII): I. Hans Siegmund v. p., geboren zu Nieder-Rudelsdorf am 21. Juni 1616, gestorben zu Gber-Rudelsdorf am 24. Juli 1683 im NIter von 67 I. 4 lv.o). Er besaß Gber-Rudelsdorf. vermählt war er mit Maria Eatharina v. Bindemann, die im Jahre 1694 starb, von seinen zwei Töchtern vermählte sich die ältere, Maria Elisabeth v. p., geboren 1652, gestorben 1712: I. mit Heinrich Ehrenfried v. Oberländer, gestorben 1699; II. mit Ernst Adolph v. Salza, gräflich prom- nitz schein Hofmeister, gestorben 1700; III. am 14. Oktober 1701 mit Friedrich Wilhelm v. Rpaw, gestorben 1710h. Die jüngere Tochter Hans Siegmunds, Maria Eleonora v. p., geboren 1660, starb im Jahre 1686 unvermählt. II. Adam Earl, * 1618, früh gestorben. III. Taspar Rudolph, * 11. Januar 1620, erstochen als Fahnenjunker 1639 in der Schlacht bei Glatz. IV. Johann Christoph, * 1623, f 1624. V. Adam Earl Ludwig, * 2. März 1629, ^ zu Daubitz 23. Dezember 1679, verkaufte sein Gut Nieder-Rudelsdorf an seinen Vetter Thristoph v. pentzig zu Trattlau h (vergl. 5.416). Adam Tarl Ludwig besaß seitdemIahre 1652Moholz (^VL^Vvon Rothenburg)"). ZuJohanni 1663 verkaufte er etliche Lehnstücke, namentlich den halben großen Moholzer Teich, die halbe Mühle, Delmühle und Brettmühlstätte, die hälter zu Sproitz, das Vrettmühlteichel, das halbe Rirch- und pfarrlehn zu See und das Brau- und Malzhaus daselbst an Hans Ludwig v. Gers- dorff aus See für 1100 Taler. Am 3. Oktober 1676 veräußerte Adam h (Kloß), Sammlung historischer Nachrichten von Seidenberg, 1762,5.327,351. h Oer bekannte Abraham Hosemann verfaßte zur Hochzeit Schrift! 4. Fließenhauscn siehe vresdnische Gelehrte Nnzeigen 1754, Nr. XXXIII, S. 281. s) k).-St.-N. Soo. 0549, Vas 12. Such -c., Fol. 160. tz vergl. Kloß, Geneal. Nachrichten, Sd. XI, v. pentzig. 414 v. pentzig. 2. Kbraham Gotthard, * 2. Februar 1663, war im Jahre 1685 Leibpage, wurde Kammerjunker, dann königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr und Oberst über die Garde der reitenden Trabanten. Georg Kbraham hatte testamentarisch bestimmt, daß Jeßnitz an Kbraham Gotthard fallen solle. So wurde er denn am 17. März 1687 belehnt. Tr starb zu Dresden am 27. Februar 1701 im KIter von 38 I. 3 lv. 5 T. und wurde am 4. März in der Sophienkirche daselbst bei Fackelbegleitung, Läuten der Glocken, Singen von Liedern und Sprechen des Kirchensegens beigesetzth. Vermählt war er mit Maria Eustachi« Gräfin lvurmbrand, Tochter des Grafen Johann Thristoph v. lv., Köm. Kaiserlichen und Königlich Ungarischen und Böhmischen Erb- küchenmeisters. Die Lhestistung fand statt zu Dresden im März 1697. Die Braut erhielt neben Schmuck und Kleidung 1500 Taler Meißnisch Ehegeld, wogegen der Bräutigam sie aus Jeßnitz zu versichern versprach. In seinem Testament vom 25. Februar 1701 hatte Kbraham Gotthard seine Gattin und seinen Sohn Friedrich Gotthard v. p. als Erben eingesetzt^). von diesem ihrem Sohn schreibt Frau Maria Eustachi« im Jahre 1703, er habe „das andere Jahr seines Klters erreichet"). Sie verkaufte das Gut Jeßnitz, das sie bis dahin für 500 Tlr. jährlich verpachtet hatte, am 31. Mai 1703 an Kdolph Gottlob v. p. (siehe unten), einen Stiefbruder ihres verstorbenen Gatten. 3. Sophia Helena, * 23. März 1664, 1689, vermählt 1684 mit Hans Heinrich v. Zezschwitz aus Hähnchen h. 4. Georg Kdolph, * 6. März 1666. 5. Kdolph Gottlob, * 14. Dezember 1671, trat in k. polnische Kurf. Sächsische Militärdienste und kaufte, damals Oberstleutnant, von seiner Schwägerin Frau Maria Lustachia verw. v. p., geb. Gräfin lvurmbrand, am 31. Mai 1703 das Gut Jeßnitz für 12000 Tlr. und 100 Tlr. Schlüsselgeld. Km 6. Juni 1703 wurde er belehnt, hierzu erwarb er, damals Generalmajor, am 31. Kugust 1718 von Tarl Gottlob v. Theler das Lehngut Zescha <8 von Königswartha) für 25000 Taler. Seine Belehnung verzögerte sich, da er zur Einholung der kaiserlichen Erzherzogin mit befohlen war und „über die bei bevorstehenden Kejouissancen ins Lampement einrückenden Trouppen das Eommando mitsühren sollte"). Km 6. Oktober 1719 erhielt er den Erbbrief über Zescha, nachdem das Gut am 20. März 1719 aus Lehn in Erbe ver- 0 G. Vettrich, Monumenta und Epitaphia in der Sophienkirche zu Dresden, I70S, S. ZS, 126! kf.-St.-5I. Geneal. Boo. ZI7SZ, pentzig. v. Doerr, Genealogische Daten über Exulanten, S.-5I. aus den Sitzungsberichten der Kgl. Böhm. Gesellschaft der Wissenschaften, Klasse für Philosophie, Geschichte -c., Id00, S. 27. tz Lehnsakten Jeßnitz. v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, I. Band, S. 210. °) Schreiben des Grafen Wackerbarth an ihn, Dresden den II. Juli 17ly. Lehnsakten Zescha. — Es handelte sich um den Einzug der Tochter des Kaisers Josephs I., Maria Josepha, die sich I7Id mit dem Kurprinzen, dem späteren Kurfürsten Friedrich klugust II. vermählte. v. pentzig. 415 wandelt worden war*). Adolph Gottlob starb als k. polnischer Kurf. Zächsischer Generalleutnant am 12. Januar 1731. vermählt hatte er sich in Dresden am 27. Februar 1703 mit Grdmuth Elisabeth v. Maxen, der ältesten Tochter Nikols v. IN. auf Pulsnitz und Bischheim ^). Adolph Gottlob hinterließ folgende vier Töchter (u-ä): a. Eleonore Erdmuth, vermählt mit Nudolph Heinrich v. Neitschütz, Generalmajor und Landesältesten. b. Helene Friederike, vermählt zu Dresden am 8. Februar 1730 mit dem Kammerherrn, später Konsistorialpräsidenten Christian v. Loß. c. Johanna Elisabeth, vermählt zu Dresden 21. Sep- tember 1730 mit Ivols Adolph v. Gersdorff auf INeffersdorf, Wigandsthal ^). cl. Lhristiana Henriette, vermählt mit dem Major Christian Friedrich v. plessen. Diese vier Schwestern verkauften am 26. April 1735 das Gut Jeßnitz an Gottlieb v. Schmeskal. Über das väterliche Gut Zescha erhielten sie am 24. Mai 1731 den Erbbrief. Es verkauften die beiden älteren und die jüngste Schwester, sowie Wolf Adolph v. Gersdorff als instituierter Testamentserbe seiner am 7. Juli 1737 verstorbenen Gattin Johanna Elisabeth geb. v. p. das Gut Zescha am 7. Januar 1738 an Alexander Joseph Grafen v. Sulkowski. 6. Johann Wigand, geboren am 4. August 1676, trat in Sächsische Militärdienste und erhielt, Warschau den 12. Juli 1701, seinen Abschied, nachdem er dreißig Monate lang als Kornett bei den Leibgardetrabanten zu Noß gestanden und dabei den Nang eines Nittmeisters gehabt und sich stets so geführt, daß der Kurfürst und alle Generale „darob ein sattsames Genügen getragen"*). Johann Wigand kaufte von Johann Christian v. Heldreich am 25. Mai 1705 das Erbgut Iiedlitz (N von Bischofswerda) für 12 200 Taler und 100 Tlr. Schlüsselgeld. Ferner erwarb er am 17. Juli 1713 zwei Stück Acker und eine Wiese vom Lehngut Hähnchen (080 an Iiedlitz angrenzend). Am 12. Oktober 1714 wurde er mit diesen Parzellen zu Mannlehn belehnt. Am 1. Februar 1715 starb Johann Wigands, vermählt war er mit Johanna Elisabeth v. Bünau, Tochter des Leutnants Günther v. B. aus Geisa und dessen Gattin Susann« Elisabeth geb. v. Larlowitz. Sie erhielt am 20. Dezember 1715 den Erbbrief über das stark verschuldete Gut Iiedlitz ausgestellt. Am 17. November 1747 starb sie. Johann Wigand hatte einen Sohn hinterlassen: Johann Adolph, geboren zu Iiedlitz am 23., getauft am 29. Januar 1709. Er stand 0 kluf v. pentzigs Bitte erließ ihm der Kurfürst, Dresden den 5. Januar 1724, die Bezahlung der für die Erbverwandlung zu erlegenden Impostgelder in Höhe von 250 Talern. H v. Zeilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen kldels, 1846, 5. 216. tz Vermählungsdaten von b und o nach v. Zeilitzsch a. a. G. S. 216. 4) ks.-5t.-kl. Gen. Boo. 51755, pentzig. H Verzeichnis seines Nachlasses und der Bestattungskosten in der urkundlichen Beilage. 416 v. Pentzig. zunächst unter Vormundschaft seines Oheims Adolph Gottlob v. p. aus Jeßnitz. Gleich seinem Vater war Johann Adolph in Polnisch-Sächsische Militärdienste getreten und erhielt, Warschau den 15. April 1735, nachdem er neunzehn Monate lang als Kornett im Nassauschen Kürassier- Negiment gestanden, wegen kränklicher Leibeskonstitution seinen Abschied'). Johann Adolph starb schon vor dem Jahre 1743, also noch vor seiner Mutter. Er war vermählt gewesen mit Maximiliane Henriette Latharina v. Theler, gestorben am 27. Mai 1763, begraben am 30. d. M. in Uhifft, und hatte zwei Töchter hinterlassen: Henriette Auguste Susanne, die schon am 30. Juni 1744 starb, und Johanna Christiane Henriette, * 15. Januar 1742, getauft 22. d. M., später vermählt mit dem Hauptmann Ernst Wilhelm Erdmann v. Varfus. An sie und ihre Mutter je zur Hälfte fiel das Gut Iiedlitz. III. Linie Trattlau. Christoph v. p?), der unter Nr. 11 (S. 406) bei Besprechung der I. Linie Wilka-Wanscha aufgezählte Sohn Hansens d. I., war geboren zu Wilka am 31. August 1603, trat in kurfürstliche Kriegsdienste und wurde Leutnant. In der brüderlichen Teilung vom Jahre 1622 war ihm das Gut Trattlau (0 von Gstritz) zugefallen. Er kaufte später von seinem Vetter Adam Earl Ludwig v. pentzig (vergl. S. 409) Nieder- Nudelsdorf und erhielt nach seines kinderlosen Bruders Ludwig Tode (fl 11. November 1666, vergl. 5.405) in der abermaligen brüderlichen Teilung vom 6. Mai 1667 die Güter Wilka und Bohra im Werte von 13 317 Tlrn. 6 Gr. Christoph starb am 15. Juli 1670. vermählt war er: I. mit Dorothea v. Bolberitz, gestorben 23. September 1658 in Nieder-Nudelsdorf im Wochenbett,' II. 1662 mit Latharina Margarethe v. Nostitz a. d. h. Guttau. Die zweite Ehe war kinderlos, von den elf Kindern Christophs aus seiner ersten Ehe (5 S. 6 T.) starben bestimmt fünf in jungen Jahren vor dem Vater, zwei Töchter vermählten sich und zwar Maria Elisabeth mit Adam v. Wolffersdorff auf Schwarzbach, Dorothea mit Christoph Nikol v. Metzradt aus Neu-Liebel. Zwei Söhne pflanzten den Stamm fort (I und II): I. Heinrich Ludwig. Siehe unten. II. Adam Tarl. Siehe unten S. 418. Diese beiden Brüder teilten sich am 7. Oktober 1670 so in die väterlichen Güter, daß Heinrich Ludwig Wilka, Bohra nebst der Hälfte des Nudelsdorsschen Waldes, Adam Tarl Nieder-Nudelsdorf erhielt. Trattlau wurde bis zur Bezahlung der väterlichen Schulden nicht geteilt. I. Heinrich Ludwig v. p?), der ältere Sohn Christophs, geboren zu Trattlau am 11. November 1647, Herr aus Wilka, Bohra und l) k)--§t.-5I. Gen. Noa. 31753, pentzig. -) vergl. Laus. Magazin 1774, S. 312; Neues Laus. Mag. 2d. 38, S. 264. h Ebenda. v. pentzig. 417 pertinentien. Gemeinsam mit seinem Bruder Adam Tarl bat er am 2. April 1671 den Landvogt um Belehnung mit dem väterlichen Gute Trattlau. Adam Tarl verkaufte am Tage Michaelis 1671 f29. Septembers seinem Bruder Heinrich Ludwig das Lehn- und Rittergut Trattlau samt dem dritten Teil des Kirchlehns zu Rieda, mit allen Untertanen, besonders den von Beutnitz dazu geschlagenen, an Bauern, Gärtnern, Häuslern, untertänigen Hausleuten mit ihren gesetzten und ungesetzten Diensten für 10 500 Taler. Darauf fand am 5. November 1674 in wilka zwischen beiden Brüdern ein Tauschvertrag statt, so daß nun Trattlau an Adam Tarl, Nieder-Rudelsdorf an Heinrich Ludwig fiel. Heinrich Ludwig starb am 26. (Oktober 1701 und wurde in Seidenberg begraben. Dreimal war er vermählt: I. mit Sabina Victoria v. Uechtritz, Tochter Hiobs v. U. auf Sohland, sie starb am 17. (Oktober 1676h,' II. 20. Juli 1678 mit Ursula Sibplla v. Uechtritz, gestorben 1697, Tochter Julius Ludwigs v. U. auf Gebhardsdorf rc.; III. 13. Februar 1699 mit Frau Unna Helena geb. v. Borau-Kessel, geboren zu Berzdorf in Böhmen am 19. Dezember 1643, begraben zu Weigsdorf 16. Juli 1714, Witwe Thristoph Friedrichs v. Schwanitz auf Nieder-Weigsdorfh. Ihr wohltätiger Sinn ließ sie bedeutende Stiftungen für Seidenberg und Weigsdorf aussetzen h. Heinrich Ludwig hatte aus erster The ein Rind, aus zweiter vier (1—5): 1. Johann Thristoph, geboren 3./13. Mai 1673, der einzige seinen Vater überlebende Sohn, k. polnischer Kurs. Sächsischer (Oberst der Kavallerie, Landeskommissar des Fürstentums Görlitz und Assessor des Waisenamts, hatte schon zu Walpurgis 1696 von seinem Vater das Lehngut Wilka nebst Bohra für 20 000 Tlr. gekauft. Das nach Vaters Tode ihm zugesallene Gut Nieder-Rudelsdorf veräußerte er schon am 19. April 1702 an (Otto Tonrad v. Hohberg. Johann Christophs Vermögensverhältnisse waren wohl nicht die besten: So verkaufte er am 11. September 1728 sein Trbgütel „die Scheibe" (perti- nenz von Wilka) an Ernst Erasmus v. Rindfleisch; ferner am 11. Februar 1732 sein Erbgut Bohra an Johann Georg Gottfried Edlen v. Seidel. Und am 21. Mai 1745 erstand dieser im Konkurs auch das Gut Wilka für 19 500 Taler. So ging denn Wilka, das nahezu zweihundert Jahre im Besitz des Geschlechts v. p. gewesen war, in andere Hände über. Johann Thristoph starb am 18. April 1750, 77 Jahre alt. vermählt war er mit Helena Dorothea v. Gersdorff, Tochter Wigands v. G. zu Meffersdorf, in kinderloser Ehe. Am 23. (Oktober 1698 hatte er sie aus Wilka und Bohra verleibgedingen lassen. Sie starb am 13. Januar 1750. 2. Victoria Tugendreich, * 1679, tz 1680. i) v. Uechtritz a. a. 6). I, 5. 185; sKloßs, Leidenberg, 5. 328. h Ihr in weigsdorf auf dem Kirchhof befindliches Denkmal ist abgebildet bei Gurlitt, Beschreibende Darstellung rc., 2d. Heft, Zittau —Land, 5. 253 und in Metzgers Historischen Denkmälern aus dem Friedländischen, 1010, Taf. XXIX. tz Laus. Monatsschrift 1806, II, 5. 36: 1808, 5. 85. 27 ä 418 v. Pentzig. 3. Carl Heinrich Maximilian, * zu Meder-Rudelsdorf 1684, ff ebenda in demselben Jahr. 4. Dorothea Gottliebe, vermählt zu Dresden 4. Rpril 1709 mit dem Hauptmann Johann Rdolph v. Rückhardt aus Beibitz H. 5. Johanna Charlotte Erdmuth, vermählt mit Christoph Conrad v. Nostitz aus lveißig, Lieske. II. Rdam Carl v. p., der jüngere Sohn Christophs, geboren am 28. Mai 1652, gestorben 1714°), auf Crattlau, Rnteil Reutnitz, Rieda, hatte im Jahre 1695 mit seinem Vetter Christoph Ludwig v. p. auf Wanscha, Rieda, Reutnitz eine Differenz, von der oben (vergl. Linie lvilka- Manscha, S. 408) bereits die Rede gewesen ist. Mit seinen Bauern und Gärtnern in Crattlau und Reutnitz lag er wegen der Hofedienste 1710 in einem Prozeß^). vermählt war Rdam Carl: I. mit Rnna Elisabeth v. Rindfleisch a. d. H. Zwecka, gestorben am 23. Rugust 1683,' II. mit Rnna Helena v. Gersdorsf. von Rdam Carls Rindern, deren neun bekannt sind, vermählte sich eine Tochter, Dorothea Elisabeth, am 12. Februar 1710 zu Zwecka mit Carl Gottlob v. Rostitz, Sachsen-Gothaischem Rapitänleutnant,' eine zweite, Sophia Elisabeth, geboren 1681, heiratete: I. im Jahre 1708 Johann Christoph v. Schwanitz aus Iveigsdors,' II. 1723 Carl Gottlob v. Gersdorsf,' eine dritte Tochter, Johanna Elisabeth, schloß die Ehe mit einem v. Mepwald. von seinen Söhnen kam der eine, Carl Gottlob, geboren am 28. November 1678, k. polnischer Kurf. Sächsischer Rammer- junker, der 1704 mit nach Polen gegangen war, am 18. Rpril 1704 bei einer Feuersbrunst in pietrowin ums Leben H. Cs überlebte Rdam Carl ein Sohn: Johann Christoph v. p., geboren zu Crattlau am 20. Rugust 1683, gestorben am 30. September 1751 als k. polnischer Kurs. Sächsischer Rapitän bei der ThevaliergardeI. Ruf sein Bitten schenkte ihm der Rönig-Rurfürst, Brzeze den 24. Mai 1704, das durch Rbsterben des Carl Gustav Rlug von Scharffeneck apert gewordene Lehngütlein Mittel- Linda (8^V von Lauban). Er begründete als Herr dieses Gutes die Nebenlinie Linda. Das väterliche Gut Crattlau nebst Rnteil Reutnitz wurde ihm am 8. Juli 1712 im Termin für 21 200 TIr. adjudiziert. Sein Vater Rdam Tarl schreibt in demselben Jahre in dieser Angelegenheit ... „und ich ihme sIohann Christophs dasselbe, zumahl da er mich doch alimentiret, gerne gönne und lasse" (Lehnsakten Crattlau). Johann Christoph verkaufte Crattlau, das seit dem Jahre 1576 dem Geschlecht v. p. gehört hatte, am 5. Rpril 1713 an Johanna Sophia verw. v. Rpaw, geb. v. Ziegler und Rlipphausen für 23 500 Taler. Rdam Carl begab sich des ihm intru unnum zustehenden jus reluenäi. 9 v. Zeilitzsch, a. a. D. S. 216. Daselbst unrichtige Schreibart de; Namens v. Rückhardt. 2) N. I. 30, 2. Teil, 5. 775-78. H k)--5t.-R. Gen. Noe. 31753, pentzig. 4) Kloß, Geneal. Nachrichten, Bd. XI, v. pentzig. °) Nach dem Leidenberger Kirchenbuch in dem INspt. N. I. 30, 2. Teil. v. pentzig. 419 vermählt hatte sich Johann Lhristoph zu Rödensdorf U.-L. am 15 . Juli 1712 mit Johanna Eleonore v. Büchner, geboren zu Senftenberg am 3. Mai 1686, gestorben zu lviesa am (Hueis bei ihrer Tochter am 25. Juli 1760. Sie war die Tochter des (Oberstleutnants und Kommandanten von Senftenberg Christian August v. B., gestorben 1688, und seiner Gattin Maria Juliane v. Wolfersdorfs I. Johann Lhristoph hatte folgende Kinder^) (1—6): 1. Juliane Ernestine, * 1713, ch 10. Dezember 1776, vermählt 8. Dezember 1733 mit Johann Siegfried August v. Uechtritz zu Harthab). 2. Lhristiane Tharlotte Tugendreich, * 6. August 1716, -f zu (Ober-Wiesa 14. September 1787, vermählt 24. (Oktober 1741 mit Gottlob Hartwig Thristian v. Uechtritz auf lviesa als seine zweite Gattin^). 3. Lrdmuth Friederike, * 24. Juni 1718. 4. Tarl August, Fähnrich im Prinz Xaverschen Infanterie- Regiment, ch zu Hartha 1. Februar 1741 früh acht Uhr. 5. Carl Gottlob"), * zu Mittel-Linda 14. Dezember 1719, besuchte das Lyzeum zu Lauban, ging dann nach Leipzig, um die Rechte zu studieren, von seinem Vater kaufte er am 1. Mai 1748 das Gut Mittel-Linda für 3500 Rtlr. Im Jahre 1760 kam er in den weiteren Ausschuß, wurde bald Assessor fndicii ordinarii, dann Vorsitzender Deputierter des Waisenamts zu Görlitz. Cr veröffentlichte einige philosophische Abhandlungen"). Am 22. Februar 1791 starb er, angeblich als letzter seines Geschlechts h und wurde am I.März zu Linda bestattet, vermählt hatte er sich am 28. Mai 1748 mit Johanna Tharlotte Friederike Kirchhof v. Grünkirch, geboren 6. April 1728, gestorben zu Rieder - Deutschossig am 8. März 1794"), Tochter des kurfürstlich Sächsischen Kornetts Anton Gottlieb Kirchhof auf (Ober - Beerberg") und seiner Gattin Eleonore Margarethe v. Uechtritz. Tarl Gottlob hatte folgende Kinder (a-e): tz I. G. Schulze, Nhnentafeln adelicher Familien, Mspt. B. I. 25, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften s. v. v. pentzig. 2) vergl. Laus. Magazin 17yl, S. 90, Nnm. - s) v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten, VI. Teil, S. 118. <) Ebenda, VI, S. 115. °) vergl. Laus. Magazin 1791, S. 90. v) Vtto, «Überlauf. Schriftsteller- und Künstler-Lexikon, II. Bd., S. 771. Laus. Magazin 1791, S. 71, 92. «) Laus. Monatsschrift 1794, I, S. 188. h Vieser war, Wien den 3. klugust 1727, in den Böhmischen Nitterstand erhoben worden, v. voerr, Der kldel der Böhmischen Kronländer, 1900, S. 212. — Nnton Gottlieb Kirchhof, Sohn des Laubaner Bäckers und Handelsmanns Lhristoph K. und dessen Gattin Ursula Frenzel, war am 5. Iuni 1680 geboren, wohnte dem Feldzuge gegen die Türken bei, ging nach dem Iahre 1707 in Polnisch-Sächsische Dienste, wurde Kornett, vermählte sich 1715 mit Eleonore Margarethe v. Uechtritz a. d. H. Kleinneundorf, erwarb 1727 das Gut Dber-Beerberg in Schlesien, zog 1748 nach Marklissa und starb hier am 20. März 1754. vergl. Laus. Magazin 1791, S. 92, 5lnm. 27 * a. Friederike Eleonore, * zu Mittel-Linda 15. März 1749, getauft 20., später vermählt mit Johann Gottlieb Förster auf Deutsch-Ossig. b. Johanna Juliana, * zu Mittel-Linda 29. Januar l752, getauft I. Februar, später vermählt mit Johann Gottlieb Scholtze. e. Christiane Augustine, * 6. September 1754, ch 19. September d. I. 6. Lhristiane Sophie, * zu Mittel-Linda 7. September 1756, angeblich die letzte Erbtochter des Geschlechts v. p., vermählt 8. Februar 1791 mit Johann Friedrich prenzel auf Gehna, der am 8. März 1795 in den Adelsstand und am 12. September 1801 mit dem Beinamen „prenzel v. pentzig" in den Freiherrnstand erhoben wurdet). 6. Karl August, * 26. September 1759, tz 29. September 1778 als Fahnenjunker im Regiment Prinz Maximilian. Die drei unter u, d, 6 genannten Schwestern v. p. verkauften Mittel-Linda am 5. September 1792 an Johann Siegismund Heinrich v. Festenberg-Packisch. IV. Linie pielitz. Caspar v. p. hatte das Gut pielitz (80 von Bautzen) erworben. Er verkaufte sein „Stückgut" zu pielitz an Caspar v. Wolffersdorff, doch kam dessen Belehnung im Jahre 1605 nicht zustande"). Nach Caspars Code wurden 1602 seine Söhne Caspar, Georg und Elias mit dem Gute belehnt^). Caspar war Hauptmann zu Lieberose, Georg starb „bei entstandener Kriegsunruhe des 1620. Jahres" h, Clias besaß dann pielitz allein. Als seine Schwester wird bezeichnet Sarah, die Gattin Christophs v. Goeda auf Zescha. Clias auf pielitz und Kunitz (8HV an pielitz angrenzend) hinterließ drei Söhne: I. Peter; II. Caspar; III. Wolf. Ihr Vormund, Joachim v. Bolberitz auf Drauschkowitz, mutete am 5. März 1622 die Lehn über die seinen Mündeln anerstorbenen väterlichen Lehngüter. I. Peter v. p., der älteste Sohn Elias', übernahm den Anteil seines Bruders Caspar an den väterlichen Gütern — Wolf, der dritte Bruder war schon gestorben — und wurde am 23. Juni 1648 mit pielitz 0 Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-Acte, II. Bd., S. 746, 748. h H.-St.-A. Noo. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Gber- lausitz Us so 1604 — 17, Fol. 8. tz Knothe, Neues Laus. Mag. Bd. 6Z, S. 124. tz Akten im Besitz des Freigutsbesitzers Andreas Pentzig in Lbendörfel. Line Ortzeit „Zur älteren Geschichte der (Ortschaft Lbendörfel" mit Nachrichten über die dortigen Pentzig ist von uns veröffentlicht worden in der Wöchentlichen Beilage zu den Bautzner Nachrichten, Nr. 18 vom 1. Mai 1897. — Auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden befindet sich die Begräbnisstätte einer sich nicht adelig schreibenden Familie penzig, deren daselbst in Stein gehauenes Wappen den geschachten Ndlerflügel im Schilde zeigt. Helm und Kleinod sind nicht zur Darstellung gelangt. Bestattet ist daselbst August Gottwerth Penzig, * 8. VI. 1826, ch 4. III. 1896. v. Pentzig. 421 und Kunitz belehnt. Am 24. März 1676 verkaufte er pielitz und perti- nentien an einen Geschlechtsvetter, Peter Rudolph v. p. (vergl. 5. 422) und erwarb nun am Walpurgistage 1676 von Hans Christoph v. Schellendorff dessen ehemals unter des Bautzner Domkapitels Jurisdiktion gelegenes Gut in Lbendörsel (oder Belschwitz, 880 von Bautzen) mit Ober- und Niedergerichten für 350 Taler. — Peter unterschrieb am 27. August 1654 das LehnspaktumH. Seine Nachkommen, die seit ungefähr zweihundert Jahren das Adelsprädikat nicht mehr führen und deshalb hier nicht ausgeführt werden, besitzen noch heutigen Tages das Gut in Eben- dörsel. II. Taspar v. p., der zweite Sohn des Elias, ging in kaiserliche Kriegsdienste. Nus diesen zurückgekehrt, tat er der Lehn über seinen Anteil am Gute Pielitz und pertinentien und den seines verstorbenen Bruders Wolf Folge und wurde am 23. Juni 1648 belehnt. Da er aber seinen Anteil zufolge vorherigen Vergleichs seinem oben erwähnten Bruder Peter verkauft hatte, so ließ er gleichzeitig zu dessen Gunsten die Lehn wieder aus. III. Wolf v. p-, der dritte Sohn des Elias, war vor dem Jahre 1648 bereits verstorben. — — Ls begegnet uns nun ein Georg Nudolph v. p., dessen Vater wir nicht mit Sicherheit anzugeben vermögen. Geboren zu pielitz im Jahre 1606, ging er in Schwedische Dienste und wurde Major zu Noß über eine freie Eskadron^). Dieser Georg Nudolph kaufte am 13. November 1637 von Ferdinand v. Gersdorff das Gut Dauban (lds von lveißenberg), erhielt es am 29. Oktober 1638 zu Lehn verreicht und verkaufte es wieder am 26. November 1647 an Ehristoph v. Zscherttwitz. Wenige Jahre daraus, am 14./15. Juni 1650, kaufte Georg Nudolph, jetzt als Oberstwachtmeister bezeichnet, von Hans Thristoph v. Nostitz das Gut Mücka (^8^V von Rothenburg, am schwarzen Schöps) und wurde am 10. Juni 1651 belehnt. Zu Walpurgis 1657 erwarb er von Frau Ursula verw. und geb. v. Metzradt auf Zschorna von Löbau) die sogenannte Zschornaer Wiese, hart an Buchwalde gelegen, erhielt sie am 23. Mai 1658 zu Lehn verreicht und verkaufte sie schon zu Walpurgis 1658 an Wolf Heinrich v. Klüx aus Gleina. Georg Nudolph Unterzeichnete am 27. August 1654 das Lehns- paktumb). Er starb in seinem 52. Jahr zu Mücka am 16. August 1658 und wurde in Treba begrabenH. vermählt war er mit Sophia v. Temritz a. d. H. Tollm, geboren 1614, gestorben zu Bautzen 31. März 1704 im 91. Lebensjahr, begraben zu Kittlitz. Am 26. April 1656 ließ h Dberlaus. Lollections-Werk I, S. 1056. h Nach den von Georg Rudolphs Sohn, Peter Nudolph v. p. in seinem 83. Lebensjahr eigenhändig niedergeschriebenen autobiographischen Nachrichten auf den ersten Seiten seiner handschriftlichen Nollektaneen. Beschädigter Foliant in Ledereinband mit Schließen. kj-°2t.-N. Noo. 10604, kaso. V. Das Werk enthält eine Fülle wertvoller Nachrichten zur verfassungs- und Kulturgeschichte der Gberlausih. H Dberlaus. Lollections-Werk, I, S. 1056. 4) Siehe 5lnm. 2. 422 v. pentzig. er diese seine Hausfrau auf Mücka verleibgediugen. Sie hatte ihm besage der Eheberedung, Bautzen den 6. März 1647, tausend Taler zum Ehegeld mitgebracht. Georg Rudolph hatte in seiner Ehe zwölf Rinder (6 5. und 6 T.), 3 Löhne und 2 Töchter sind uns bekannt (1-5): 1. Magdalena Sophia, vermählt: I. mit Hans Thristoph v. Nostitz aus Mücka,- II. mit Georg Rudolph v. Nostitz aus Teicha. 2. Victoria Sophia, vermählt: I. mit Taspar Thristoph v. Gersdorff aus Zimpel,- II. mit Thristoph Abraham II. v. haugroitz auf Gber-Herwigsdors. 3. Taspar Georg auf Leisersdorf in Schlesien. Tr verkaufte 1664 gemeinsam mit seinen beiden Brüdern das väterliche Gut Mücka an Hans Thristoph v. Nostitz. Lr hatte zwei Söhne: Hans Taspar und Georg Rudolph. Hans Taspar v. p., Leutnant, kaufte zu Michaelis 1706 von Peter Rudolph v. p., also von seinem Gheim, das Gut pielitz für 9000 Taler inkl. Schlüsselgeld und wurde am 12. Februar 1707 belehnt. Zu Michaelis 1708 verkaufte er das Gut an Fräulein Juliane Elisabeth v. p., Tochter Peter Rudolphs. Es hatte sich nämlich Letzterer beim verkauf das Wiederkaufsrecht für sich und seine Töchter Vorbehalten. Da nun Hans Taspar nach dem Raufe des Gutes pielitz „seine Fortun nicht dergestalt, wie er «erhoffet, estabiliren können und folglich dies erkaufte Gut zu bezahlen und zu behaupten (nichts vermocht, als hat er solches wohlgedachtem Herrn Hofrichter v. p., indem derselbe auf die Bezahlung gedrungen, und seinen Fräulein Töchtern zum reservirten Wiederkaus osferirt" h. 4. Peter Rudolphs wurde geboren zu Bautzen am 1. Adventssonntag 1641 (28. Novembers früh zwischen acht und neun Uhr. Seine Taufe, bei der 19 Herren, 12 „Frauenzimmer" und drei Jungfrauen Pate standen, fand am 17. Dezember statt. Lr wurde kurfürstlich Branden- burgischer Hauptmann und stand unter des Generalfeldmarschalls v. Derff- linger Leibregiment zu Fuß. 1692 wurde er hofrichter in der Gber- lausitz beim Gberamt zu Bautzen und verwaltete dieses Amt, wie er selbst schreibt, etliche dreißig Jahre lang. Peter Rudolph kaufte am 24. März 1676 von seinem Vetter Peter (vergl. S. 420) das Lehngut pielitz samt pertinentien für 4342 Talers und erhielt es am 27. Juni d. I. zu Lehn verreicht. Lr verkaufte es zu Johanni 1691 an seine Gattin. 1699 erwarb er von Frau Unna Helena v. Berge deren Haus aus dem Burglehn zu Bautzen für 750 Taler. Peter Rudolph erfreute sich allgemeinen Ansehens: Die Schutzuntertanen zu Jenkwitz (080 von Bautzen) wählten ihn im Jahre 1703 zu ihrem Schutzherrn,- er war ferner 1686 Rurator der Frau v. Rüdinger aus Weigsdorsh, h Lehnsakten Pielitz. '-) Liehe Nnm. 2 auf voriger Seite. s) kf.-St.-N. 1.06. Y548, Vas 10. Buch -c., Zol. ZSO. tz Lin von ihm als ihr Uurator gesprochenes Urteil in einer Schwängerungsangelegenheit siehe bei tveinart, Rechte und Gewohnheiten der lvber- und Niederlausitz, I. Bd., l7SZ, S. 124. v. pentzig. 423 1694 Lehnskurator der Helena Sophia v. Schwanitz aus Rosenhain; er befand sich auch mit in der feierlichen Begleitung bei der Bestattung des Rurfürsten Johann Georgs III. in Freiberg am II. Dezember 1691 h. Peter Rudolph starb zu Bautzen am 2. Dezember 1726, 86 Jahre alt, und wurde in hochkirch begraben, wo sich noch heute an der Kirchhof- mauer sein ziemlich verwitterter Grabstein befindet. Er vermählte sich am 23. November 1678 mit Maria Juliana Nickisch v. Rosenegk a. d. h. Dber- und Nieder-Ndelsdorf im Fürstentum Liegnitz. Sie starb am 28. Juni 1706 und wurde in hochkirch begraben. Der Witwer lebte daraus auf seinem Gute Kunitz bei pielitz. Frau Maria Juliana hatte zu Johanni 1691 das Gut pielitz und pertinentien von ihrem Gatten für 8000 Taler gekauft und war am 8. Januar 1692 vermittelst ihres Lehnskurators Ndam Ernst v. Rodewitz belehnt worden^). Nach ihrem Tode fiel pielitz an ihren Gatten, der am 26. Nugust 1706 den Lehnbrief über das Gut erhielt. Peter Rudolph hatte in seiner Ehe 6 Kinder (1 5. und 5 T.), von diesen überlebten ihn vier Töchter (a —6): a. Juliane Elisabeth, * 12., getauft 17. Februar 1682, gestorben 26. Dezember 1768^). b. Sophie Margarethe, * 23., get. 29. Juni 1684, später vermählte v. Theler. o. Leonore Tunigunde, * 17., get. 26. Dezember 1687, gestorben 19. Juli 1769h. 6. Johanna Sidonie, * 31. März, get. 2. Npril 1690. Ihr Burglehnhaus verkauften die vier Schwestern im Jahre 1728 an Hans Christoph v. Nostitz. Was das Gut pielitz anbetrifft, so hatte es Peter Rudolph, wie oben (S.422) erwähnt, im Jahre 1706 an seinen Neffen Hans Taspar v. p. verkauft. Da dieser den Kaufpreis nicht erlegen konnte, so verkaufte er das Gut zu Michaelis 1708 an Peter Rudolphs älteste Tochter Juliane Elisabeth. Sie wurde am 21. Dezember 1708 mit pielitz belehnt und verkaufte den Besitz am 18. März 1721 an Wolf Rudolph v. Ziegler und Klipphausen. 5. Erdmann Lhristian. Über ihn ist uns nichts bekannt. In keine der erwähnten Linien vermögen wir folgende einzureihen: Heinrich v. p. war in zweiter Ehe vermählt mit Nnna geb. v. Minckwitz. Im Dezember 1628 schreibt er aus Zittau, er befinde tz Müller, ^nvalss Zsxoviai, 1700, 5. 614. I Zu NNtbelehnten nahm sie an: 1. ihren Gatten Peter Rudolph v. p.; 2. ihre Brüder Lhristian Ferdinand und Hans Balthasar Gebrüder Nickisch v. Rosenegk auf Sebnitz, Vber-und Nieder-Ndelsdorf: Z. die nachgelassenen Söhne weil. Laspar Georgs 'v. p. auf Leisersdorf, Hans Taspar und Georg Rudolph Gebrüder v. p. 3) Nach der Inschrift des ehemals auf dem Taucherkirchhof zu Bautzen befindlichen Grabsteins. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Runst- denkmäler Sachsens, ZI. Heft, S. 165. h Ebenda. 424 v. Peschen. sich in einem „sechsjährigen exilio auß der Tron Boheim",- 1629 nennt er sich „sxul aus der Tron Boheimb". Seine einzige Tochter erster The entfernte sich am 10. September 1627 von ihrer Stiefmutter pachtgut Hörnitz (>V von Zittau) mit Soldaten. Tine Tochter zweiter The hatte sich verheiratet mit Michael Schafhirt. Da Heinrich v. p. diese The nicht hatte zugeben wollen, so beschloß er 1629, seine Tochter zu enterben H. 1631 wenden sich Jobst Christoph Römer und Thristoph v. Schaundorff bittweise an den Kurfürsten „einer Schuld halben, damit ihrer Weiber verstorbenem Brüdern und Vätern Friderichen Rosiczkin von Kunitz Heinrich penzigk von penzigk, izo zu Sittau wohnend, verhasstst sein solle"'). - Georg Adolph v. p., bisher in Französischen Diensten, quittiert sie und bittet den Kurfürsten von Sachsen im April 1690 um ein Empfehlungsschreiben an den Fürsten von Waldeck als kommandierenden General der Holländischen Armee ^). — Taspar Heinrich v. p., Major, auf Iiedlitz, wird im Jahre 1713 erwähnt H. — Wappen: Im blauen Schilde ein von Rot und Silber geschachter Adlerflügel. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: Die Schildfigur. Siebmacher I, Taf.,54, Nr. 11 unter den „Schleßingischen". v. peschen. Im zweiten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts treffen wir zum ersten Male einen Angehörigen des Geschlechts v. p. in der Gberlausitz. Ls wird von einem Frieden berichtet, der zu Ende des Jahres 1419 in Bautzen abgeschlossen worden sei zwischen Folczsch von Torgau, — (über diesen vergl. das Register zuIechts coä.Oipl. Dusnt.sup.II und NI) — „unde Sisrid peczhin unde den Naussilwiczern" ^). Näheres erfahren wir nicht, es heißt nur, daß die Gefangenen befreit und ihnen ihre Habe wiedergegeben worden sei. — Tin Hannus peschen erscheint im Jahre 1443 als Straßenräuber in der Gberlausitz und Nordböhmen"). Nahezu hundert Jahre später treten Angehörige des Geschlechts besitzlich in der Gberlausitz auf: Zu Tnde der dreißiger Jahre des 16. Jahrhunderts gehört ihnen Dreiweibern (bl von Lohsa) und Königswartha (blbl^V von Bautzen)H. — Als ein Vasallengeschlecht der Herren v. Ileburg in der Niederlausitz saßen die v. p. bis zu Ende des 16. Jahrhunderts im Bezirk der Herr- tz Boa. 9317, Vberlaus. Iustizsachen, vol. VII. H k)--5t.-0. Boo. 9319, Gberlaus. Iustizsachen, vol. IX. H H.-St.-O. Den. Boo. 31753, pentzig. ff kseckel, kjistor. Beschreibung der Stadt Bischoffswerda, I7IZ, S. 374. d) Jecht, ooä. äiplom. Bus. sup. II, I. Bd., 5. 10. '') Krras, Neues Laus. Mag. Ld. 83, S. 107, auch S. 94. fl Nnothe, Geschichte des Gberlaus. Ndels, S. 420. schaft Senstenberg, Finsterwalde und vobrilugk, namentlich zu vrocho im Kreise KalauH. Bald nach Beginn des 17. Jahrhunderts treffen wir ein Glied des Geschlechts v. p. in Zerna (0 von Kamenz): Frau Buna, geb. v. p., Witwe Jakobs v. Haugwitz aus Oehna, verkaufte ihr Burglehnhaus zu Bautzen an Frau Elisabeth, geb. v. p., Witwe Reinhards v. Dran- dors, starb aber noch bevor sie die Lehn aufgelassen hatte. Am 13. Juni 1614 wurde nun der Bruder der Käuferin, Caspar v. p. zu Zerna, als ihr Bevollmächtigter und Lehnsträger mit der von Frau Elisabeth v. Drandorf, geb. v. p. erworbenen Behausung auf dem königlichen Burglehn belehnt^). Als ein Vetter^) Taspars wird bezeichnet Hans v. p. aus „Drocha" (auch Erochow, Erschau geschrieben -- vrocho im Kreise Kalau). Hans hatte folgende Geschwister: Siegmund, Balthasar, Ursula, Magdalena, Rebekka und MarthaH. von diesen Geschwistern war Balthasar mit Hinterlassung dreier Söhne vor dem Herbst 1622 gestorben. Sein Bruder Hans schrieb am 4. November 1622 dem Kurfürsten, die Kaus- gelder von der im Besitz seines Bruders Balthasar gewesenen Hammermühle (an der schwarzen Elster, 80 von Senstenberg) lägen schon ins zehnte Jahr im Depositum des Amtes Senstenberg. Ls sei „nicht ohne, das genanter unser abgeblichener Bruder Leibeserben verlassen, so noch unmündig und itzo an keinem gewissen Ort auszuforschen und zu erlangen, und do sie gleich zur Stelle, die ihnen zuerkandte Recognos- cirung wegen ihrer Unmündigkeit und weil sie noch unbevormundet, keine Kraft haben würde und könnte""). Hans kaufte das Gut Spittwitz (>V von Bautzen) und wurde am 22. Dezember 1622 belehnt. Er starb im Jahre 1630 „nach Michaeli" an der Pest mit Hinterlassung eines unmündigen Sohnes Wolf Christoph, der unter Vormundschaft Siegmunds v. p., des Bruders seines Vaters, stand. Am 8. Februar 1636 wurde Wolf Christoph, mündig geworden, mit Spittwitz belehnt, verkaufte das Gut aber schon im Jahre 1639 an den Oanä. für. utr. Ambrosius Janus. Sie gm und, der dritte der Brüder, kaufte am 5. Oktober 1628 das Städtlein Reichenbach mit Oberdorf und Oehlisch (Vi^ von Reichenbach) für 17 000 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld. Cr vermachte 50 Rtlr. zum Wiederaufbau des im Jahre 1620 eingeäscherten Kirchturms und starb im Jahre 1636 oder 1637"). tz G. paulitz, Chronik der Stadt Senstenberg, I. Teil, 1892, S. bl, 171. Belehnungen von Gliedern des Geschlechts v. p. aus der Zeit von 1476 — 1540 mit Gütern in der Umgegend Senftenbergs: Ebenda, 1. Teil, S. 171—17Z. H ks.-§t.-U. Boa. 9548, 2s, Lehnsregistratur über die Burglehnshäuser von 1612 an. H Lehnsakten Spittwitz. tz -6. Geneal. Boa. 51754, peschen. 3) Ebenda. H Richter, Lhronik der Stadt und parochie Reichenbach G.-L., 1867, S. 27. 426 v. Petersdorff —v. pfeilitzer. Über die Schicksale der Schwestern der genannten drei Brüder ist nichts bekannt. Wappen: Sin Schilde „zwei von der Außenseite mit Rosetten oder Federn besetzte Vüffelhörner". Gekrönter Helm. Kleinod: Zwei Büffelhörner ohne jedenSchmuck. paulitz a. a.D. 1. Teil, S. 6l und Tafel III. — Ein nicht besonders deutliches Siegel in den Spittwitzer Sehnsakten zeigt im Schilde zwei pfahlweise gestellte Gebilde, ähnlich langgestreckten Sicheln ohne Handgriff, die Konvexitäten nach der Mitte gerichtet, an den konkaven Seiten der „Sicheln" je zwei Zähne. Kleinod: Zwei Hörner, deren Außenseiten besteckt sind mit je drei horizontalen Stäbchen. v. Petersdorff. von den beiden verschiedenen Geschlechtern v. petersdorff ist es das namentlich in Mecklenburg, aber auch in Pommern, Brandenburg begüterte h, von dem ein Sproß sich für kurze Zeit in der Gberlausitz ansässig machte. Loth v. p. aus Garrenchen im Kreise Luckau hatte sich am 4. Juli 1690 vermählt mit Martha Isabella v. Metzradt, die in erster Ehe mit einem v. Stutterheim, in zweiter mit Hans Christoph v. Zabeltitz auf Garrenchen verheiratet gewesen war. Loths Sohn, Loth Gottlob v. p., getauft zu Garrenchen am l. September 1694^), kaufte am 30. April 1734 von Hans Friedrich III. v. Luttitz aus Groß-Seitschen das Gut Reu- Liebel von Rothenburg) für 5300 Rtlr. Die Landstände protestierten am Landtage Elisabeth 1734 gegen die Verreichung des Gutes an den Käufer als einen Ausländer so lange, bis er entweder beim Lande wirklich rezipiert sei oder von den Ständen eine anderweitige Resolution produziert habe. Am Landtage Gkuli 1735 hoben sie diesen Protest aus wiederholtes Ansuchen und Vorstellen Loth Gottlobs v. p. und nach Überreichung seines Stammbaumes aus und willigten in die Lehnsverreichung, „doch soll der Stamm-Baum noch vor Bartholomäi a. e. mit Farben ausgemalet, eingereichet werden"). Loth Gottlob verkaufte das Gut Neu-Liebel am 13. August 1744 an Thristian Gottlob Adolph v. Rostitz. Loth Gottlob starb zu Forst am 14. August 1766 im Alter von 71 Jahren 11 Monaten 14 Tagen und wurde am 17. d. M. in der Stadtkirche daselbst bestattet. Vermählt war er mit Anna Martha geb. v. Schollenstern. Wappen: Im schwarzen Schilde ein frei schwebender silberner Sparren mit zwei Querhölzern (Vachgiebel). Kleinod: Offener schwarzer ff vergl. L. Frhr. v. Ledebur, kldelslexicon der preußischen Monarchie, II. Sand, S. ISO. h Vierteljahrsschrift für Heraldik, Zphr^gMK und Genealogie, VIII. Band, 5. 177. Ms Geburtsort Loth Gottlobs geben die Lehnsakten von Neu-Liebel an „vrebkow" (wohl vrebkau im Kreise Kalan). h Lehnsakten Neu-Liebel. v. pfeilitzer. 427 Flug, dessen rechte Hälfte mit der Schildsigur belegt ist. Decken schwarzsilbern. Liebmacher V, Tas. 164, Nr. 7 (mit Abweichungen). v. pfeilitzer, genannt Franck. H Vas Geschlecht v. pfeilitzer, genannt Franck, soll aus Franken " stammen und von da nach Nurland eingewandert sein. Ln Nurland tritt es schon früh auf: Km 17. Juli 1407 belehnt der Drdensmeister Gonrad /Ai v. vietinghofs den Glaus Franck mit dem Gute puhren. X« Vor der Nitterbank, die am 17. Oktober 1620 ihre erste Litzung ^ in Nlitau abhielt, um über die Zugehörigkeit der einzelnen kurländischen Z Geschlechter zum Adel zu entscheiden, erschien auch Johann Francke ^ und wurde in die erste Nlasse sub Nr. 63 verzeichnet H. H In Lachsen erscheinen Angehörige des Geschlechts in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1734 verwundete der in der -c. adeligen Nompagnie der Nadelten stehende Johann Ferdinand v. Wiedebach ^ ^ in einem Nencontre seinen Nameraden, den Nadett v.'pseilitzer derart, daß er nach etlichen Tagen starb ^). In der Gberlausitz erscheint ein v. pfeilitzer zu Beginn des HZ 19. Jahrhunderts für kurze Zeit mit einem Gute angesessen: . ^ Nicolaus Neinhold v. Pf., genannt Fr., stand in Sächsischen Militärdiensten, war Oberst im Prinz Laverschen Infanterie - Regiment 'I/k und wurde 1771 zum Inspekteur der Infanterie ernannt. Lein Lohn, »Z.» der kurfürstlich Sächsische Hauptmann der Garde du corps Lavier Gurt Neinhold v. Pf. gen. Fr. war am 6. April 1802 mit den Gütern ^ ^ Wachwitz und Nieder-Popritz bei Dresden belehnt worden. Am 6. Dezember 1803 kaufte er von Gottlieb Wilhelm Neichsgrasen v. Bressler das Gut Petershain von Rothenburg) für 72 000 Taler,' doch kaufte es der Verkäufer noch vor Jahresfrist, am 30. Oktober 1804, wieder zurück H. Lavier Gurt Neinhold v. Pf., genannt Franck, war zweimal ver- mählt. Als Premierleutnant zu Merseburg verheiratete er sich, nachdem sein Vater am 12. März 1795 seine Genehmigung erteilt hatte, mit Z.E Marianne Tharlotte Eleonore, geb. v. WeißH. Zwei Ninder hatte er aus dieser Ehe: Bernhard Otto und Johanna Nosalie Mathilde. ^ d beine Gattin starb im Jahre 1803^). Am 24. November 1803 wurde dem Lavier Gurt Neinhold, damals Platzadjutant beim Gouvernement Dresden, die allerhöchste Erlaubnis erteilt, sich mit Jungfer Gatharina Schubert, 27 Jahre alt, Römisch-Katholischer Nonsession, hinterlassener Tochter Joseph Anton Schuberts, ehedem Nammersouriers beim Hofstaat des Prinzen tz Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik, 1895, Milan 1896, S. 33. H H.-Lt.-5l. Geneal. I^oo. 31754, pfeilitzer. Der Vorname de; verwundeten ist nicht angegeben. Ioh;. Mörbe, Vrts-Lhronik von Petershain, 1844, S. 24. H H.-5t.-6. a. a. 0).! vierteljahr»schrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XV, 5. 315. °) H.-5t.-6. a. a. D. 428 v. pflugk. Xaver, zu verehelichen, nachdem sie durch Ausstellung eines Reverses auf alle etwaigen dereinstigen Ansprüche aus eine Witwenpension Verzicht geleistet hatte. Die noch lebende Mutter der Braut war Franziska Schubert, „Oaräo-Varnes bei) Ihro König!. Hoheit der prinzes Laroline". h, Wappen: Sin goldenen Schilde drei blaue Pfeile neben einander, die Spitzen nach oben gerichtet. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: Zwischen einem rechts goldenen, links blauen Flügel zwei blaue, senkrecht stehende Pfeile, deren Spitzen nach oben gerichtet sind. Decken blau- golden^). v. pflugk. Angehörige des alten, ursprünglich Böhmischen Geschlechts v. pflugk, das zu Ende des 13. Jahrhunderts in das Meißnische kam, haben im 17., 18. und 19. Jahrhundert vorübergehend in der Gberlausitz gesessen. Abraham v. p. als Käufer schloß am 17. Juni alten Kalenders 1619 im Beisein mehrerer Ehrlicher von Adel^) einen „adelichen, ehrlichen und unwiderruflichen Lrbkaus" mit Hans Ernst v. Gersdorff um das Meißnische Gut Wilthen (bl^V von Schirgiswalde) zum Preise von 22300 FI. (jeder Fl. zu 21 ur§.) und versprach gleichzeitig, „Verkäufers Schwester, Jungfrau Agnesen, auf bevorstehenden Michaelistermin zweihundert FI. absonderlich und unbeschadet der Kaussumme, doch ohne Zins, zu einer Verehrung zu verrichten und auszuzahlen". Da aber Hans Ernst v. Gersdorff gleichzeitig mit Adam v. Kodewitz einen Kauf um das Gut Wilthen abschloß, so kam es zu Irrungen, die die beiden Gemeinden Wilthen und Irgersdorf (K von Wilthen) veranlaßen, den Hauptmann der beiden kurfürstlichen Ämter Stolpen und Kadeberg, Hans Georg v. Wehse, am 21. Juli 1619 zu bitten, den v. pflugk, dem sie bereits in v. Gersdorffs Gegenwart den Handschlag geleistet hätten, beim Kaufe zu belassen^). Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts besitzt ein Georg v. p. das Meißnische Gut Bischdorf (0 von Söbau) im Amte Stolpen, das er von >) Ebenda. 2) Jahrbuch für Genealogie, Heraldik Sphragistik I8d6, Rlitau, Titelblatt. ') Nämlich Rudolphs v. Bünau zu Nedaschütz, Hans Christophs v. Bernstein zu Neukirch, Georg kldams v. Rarras in Dresden, Crnsts v. Zedlitz zu Nrnsdorf. tz Oer Verkäufer Hans Ernst v. Gersdorff hatte bereits die Untertanen an den Räufer Nbraham v. pflugk gewiesen. Letzterer zahlte am 3. Juli lbl9 25Z Fl. an Thristian v. Holtzendorff. Dies waren die Zinsen eines Rapitals von 7Y00 fl., das der v. Gersdorff dem v. Holtzendorff schuldete und dessen Zinsen „hinterstellig verblieben" waren. Der v. Pflugk hatte durch seine Zahlung . . . „posssssionsiu vsl quasi des Gutes Wilthen erlangt, dabei aber im Geringsten sich nicht befahret, daß ihm solcher Rauf vom Verkäufer nicht würde gehalten und er in seiner erlangten posssss vsl quasi turbiret werden. Hätte aber mit Befremdung vernommen, daß Gersdorff gleichfalls mit Rdam v. Rodewitz einen Rauf um das Gut Wilthen geschlossen, dahero allerhand Errungen sich ereignen thäten, nichtsminder aber gebeten, weil sein Tontract richtig, die Leute allbereits an ihn gewiesen, er darauf Geld aus- gezahlet und also dadurch posssssioueru vsl quasi des Gutes Wilthen erlanget, ihn dabei zu manuteniren und zu schützen". Lehnsakten Wilthen. — Lin Rbraham pflugk — ob der unselige? — vermählte sich am Trinitatissonntage lblb s4. Junis in Röslin mit Jungfrau Kgnes Sabina v. Wülstorff sWolffersdorffs, hinterlassener Tochter weiland Wolfs v. W. auf „Greib". H.-St.-6. Gen. Noo. ZI755, pflugk. v. pflugk. 429 seiner Schwester Sarah verm. v. Bünau geerbt hatte. Er verkaufte Bischdorf 1648 mit Konsens des Obersten Heinrich v. Schleinitz auf Jahna und Lhristophs v. Schleinitz auf putzkau und Schieritzh an den Oberstleutnant Gottfried v. Sander auf Keichenbach. Im l8. bis l9. Jahrhundert sind die Güter Bischheim und Kleinbautzen für kurze Zeit in v. pflugkschem Besitz: Dam Siegismund p. auf Strehla und Trebnitz, Gberaufseher des Fürstentums Weißenfels, starb am 29. Dezember 1759 mit Hinterlassung der Witwe Juliana Tugendreich v. Thümen und mehrerer Kinder, von denen Wilhelm Siegismund Julius zu erwähnen ist. Dieser, geboren am 7. April 1739 h, Herr auf Strehla Trebnitzer Anteils, kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, erhielt am 8. April 1779 einen Lrb- brief über das von Frau Tharlotte Sophie verw. Gberstin v. d. hepde, geb. v. Schleinitz, schenkungsweise ihm übergebene Kittergut Lischheim (8^ von Kamenz). Am 29. November 1797 verkaufte er dieses Gut seiner Gattin Justine Louise Henriette geb. v. Tarlowitz a. d. h. Krisch« h für 50 000 Taler; am 19. Januar 1798 wurde sie mit Bischheim belehnt. Wilhelm Siegismund Julius v. p. starb wenige Jahre daraus, am 3. Juli 1802 zu Strehla. Am 7. September 1806h vermählte sich zu Bischheim die Witwe wieder mit Wilhelm Eberhard Ferdinand v. p. aus Strehla, Görzig, Trebnitz und Lichtensee. Sie starb am 10. Oktober 1844 im Alter von 76 Jahren mit Hinterlassung ihres Gatten, zweier vermählter Pflegetöchter und zweier verwitweter Schwesternh. In ihrem am 3. April 1844 errichteten Testament hatte sie ihren Gatten zum alleinigen Erben eingesetzt. Dieser, Wilhelm Eberhard Ferdinand v. p., großherzoglich Weimarscher Kammerherr, wurde am 12. Februar 1845 mit Bischheim belehnt. Er hatte am I.Mai 1819 für 70000 Taler von Kudolph Heinrich Gottlob v. Tarlowitz das Gut Kleinbautzen (140 von Bautzen) gekauft, verkaufte es ihm am 24. Dezember 1826 wieder zurück, wurde aber 1839 nach dem Tode des v. Tarlowitz und nach Verzicht von dessen Sohn wieder mit Kleinbautzen belehnt. Am 21. Oktober 1839 veräußerte er das Gut für 66 500 Taler an Johann Lhristian Heinrich Kindt. Wilhelm Eberhard Ferdinand starb zu Dresden am 20. Januar 1872 im Alter von 92 Jahren an Lungenlähmung, ohne Kinder zu hinterlassen; in Strehla wurde er bestattet. In seinem Testament, Strehla den 7. September 1870, vermachte er das Gut Bischheim seiner Nichte, 0 Viesen standen 8500 Fl. Nückfallsgelder aus dem Gute Bischdorf zu. 2) H.-St.-N. Geneal. voo. Zl75S, pflugk. h Zu erster The war sie vermählt gewesen seit dem 26. November l78d mit Thim Heinrich v. Preuß auf Bennewitz, kursächsischem Nammerherrn und Dberforstmeister zu Liebenwerda. Die The wurde geschieden. Mit lv. S. I- v. pflugk vermählte sie sich zu Nrischa am 22. Sept. l7d7. „Nus dem Nrchive der Familie v. Tarlowitz", l875, 5. lZO. H Ebenda. °) Diese Schwestern sind Friederike Iuliane Nntouie geb. v. Tarlowitz, vermählt mit dem Hauptmann Nudolph v. Bünau und Iohanna Eleonore geb. v. Tarlowitz, vermählt mit dem Nammerherrn Larl Nugust lvilhelm v. Ziegler und Nlipphausen. 430 v. Pförtner-v. Piatti. Frau Agnes Marie verehel. Generalmajor v. Bünau, geb. v. Larlowitz, während er Strehla Görziger und Strehla Trebnitzer Anteils zu einem Fideikommiß erhob. Wappen: Schild geviert. 1, 4: in Rot eine schräg gestellte eiserne Pflugschar,' 2, 3: in Silber ein schräg gestellter Rst mit drei grünen Lindenblättern. Helm gekrönt. Kleinod: Zwei schräg gestellte eiserne Pflugscharen, ringsum besteckt von je sieben silbernen Straußfedern. Decken rot-silbern. Tprofs, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IX. Sand, Gas. 63. v. Pförtner. Die Familie v. Pförtner gehört zu den ältesten Patriziergeschlechtern von Sreslau, Schweidnitz, Frerfftadt und Neumarkth. In der Gberlausitz treffen wir zunächst zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Lusanna v. Pf. als Gattin Lucas' v. Schachmann auf Hermsdorf bei Görlitz. — Ernst Jacob v. Pf. zu Sohra j?j vermählte sich 1661 mit Anna Dorothea v. Lindemann, Tochter Lhristoph Karls v. B. aus Lbers- dors, Mittel-Gerlachsheim. Sie kaufte am 6. Dezember 1666 von Rudolph v. Pentzig auf Wanscha, Reutnitz und Rieda ein Bauergut nebst drei Gärtnern zu Reutnitz (XO von Gstritz) und empfing am 10. November 1667 die Belehnung. Ihr Gatte starb am 8. April 1675 im Rlter von 43 Jahren2). 1677 schloß sie eine zweite Ehe mit Christoph Heinrich v. Boblitz aus Lomnitz und verkaufte in eben diesem Jahre ihr Lehngütchen zu Reutnitz an Hans Lhristoph v. Luttitz. Wappen: Schild geteilt: Gben in Blau ein sitzender silberner Windhund mit goldenem Halsband, unten in vier Reihen geschacht von Gold und Blau. Gekrönter Helm. Kleinod: Der sitzende silberne Windhund zwischen zwei abwechselnd von Blau und Gold mehrfach geteilten hörnern. Decken blau-goldenff. Siebmacher II, Tas. 51, Nr. 10, unter den „Schlesingischen". v. piatti, Grafen (Marquis). Angehörige der alten venetianischen Familie v. piatti ließen sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Sachsen nieder und gelangten zu einflußreichen Stellungen im Hof-, Militär- und Zivildienst. ff Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Ndels-Geschlechter, 1879, 5. 419. -) Kloß, Genealog. Nachrichten, Nlspt. der Bibliothek! der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, Bd. II, v. Bindemann; Bd. XI, v. Pförtner. ff Vas Genealogische Taschenbuch ic. 1879, S. 419 erwähnt, das Geschlecht v. Pförtner habe eine kaiserliche Wappen- und Ndelsbestätigung am 24. November 1438, eine Wappenbesserung und Bestätigung des alten Ndels am 8. Nugust 1563, eine nochmalige Wappenbesserung und den Böhmischen Ritterstand am II. November 1723 erhalten. Vas Geschlecht Pförtner v. d. Hölle führt gegenwärtig folgendes Wappen: Schild geteilt, die obere Hälfte gespalten, vorn in Rot zwei ins Nndreaskreuz gelegte goldene Lilienstäbe, hinten in Blau ein laufender silberner Windhund, vie untere Hälfte ist geschacht von Blau und Gold. Kleinod: Blau-goldener Ndlerflug, in dessen Mitte die ins Nndreaskreuz gelegten goldenen Lilienstäbe. Decken rot-silbern, blau - golden. v. Pistons. 431 Ferdinand Joseph Marquis de p. starb als kurfürstlich Sächsischer Kammerherr am 4. August 1777 zu Rennersdors in der Diöcese Bischofswerda mit Hinterlassung der Witwe Friederike Louise geb. v. Erd- mannsdorss, geboren am 11. Juli 1733, gestorben am 10. November 1825 h, Gbersthosmeisterin der Gemahlin des Prinzen Maximilian von Sachsen. Ferdinand Joseph hinterließ folgende Kinder h: 1. Marie Antonie, 13 Jahre alt. 2. Amalie Sophie, 12 Jahre alt. 3. Alexander Hiob Carl, 10 Jahre alt. 4. Johann Friedrich Ludwig, 8 Jahre alt. 5. Paul Aemilius, 5 Jahre alt. 6. Taesar pasibanus, 4 Jahre alt. Der unter 4. genannte Marquis Johann Friedrich Ludwig, königlich Sächsischer Kammerherr und Oberst, erstand am 18. Januar 1815 die sub basta zum verkauf gelangenden Güter Lieske und Oßling (beide bldlO von Kamenz). Bereits am 10. April 1817 veräußerte er den Besitz wieder an Georg Friedrich August v. Tarlowitz. Graf Johann Friedrich Ludwig v. p. starb zu Schönau bei Teplitz am 6. Januar 1837h. Der unter 5. genannte Marquis Paul Aemilius pflanzte den Stamm fort. Geboren am 29. Dezember 1771, gestorben am 10. September 1834 als königlich Sächsischer Geheimrat rc., hatte er sich am 26. September 1802 vermählt mit Taroline, der am 11. September 1782 geborenen Tochter des königlich Sächsischen Kammerherrn und Gbersthofmeisters Tonstantin v. Dziembowo pomian Dziembowskih. Sein Sohn Friedrich August Marquis de p., geboren am 1. Juli 1803, K. K. Kämmerer, Herr der Herrschaften Loosdorf, hagendors und Burg Laa in Niederösterreich, vermählt am 1. Juli 1830 mit Täcilie geb. Gräfin v. Tollalto und St. Salvatore, wurde 1841 unter die Grasen des Österreichischen Kaiserstaats ausgenommen. Wappen: Schild halbgespalten und geteilt, oben vorn in Silber ein geharnischter Nitter, einen Morgenstern in der Rechten schwingend, oben hinten in Blau drei silberne rechte Schrägbalken, unten in Silber ein blaues zweitürmiges Kastell. Grafenkrone. v. pistoris. vr. Simon pistoris, geboren zu Leipzig am 28. Oktober 1489, kurfürstlich und fürstlich Sächsischer Kanzler und Geheimrat, ein hervorragender Rechtsgelehrter und Staatsmann, hatte am 20. April 1521h, tz Ihr Grabdenkmal, sowie die verschiedener Glieder des Geschlechts v. piatti befinden sich auf dem alten katholischen Kirchhof zu Zriedrichstadt-Dresden. L) H.-St.-O. Geneal. Koo. ZI758, Piatti. h Klte Gberlausitzische Kirchengalerie, S. 107. fl Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, 1845, 5. 4ZY. h Kneschke, Deutsches ktdels-Lexicon, VII. Bd., S. ISO. 432 v. pistoris. Asvi? damals noch Professor der Rechte an der Universität Leipzig, den . —' ^ Reichsadelsstand verliehen erhalten. Der Herzog, nachmals Rurfürst - Moritz von Lachsen überließ ihm einen großen Teil des bedeutenden Grundeigentums des im Jahre 1541 aufgehobenen RIarissinnenkrIosters , / Seußlitz bei Großenhainh. Er starb daselbst am 3. Dezember 1562. Liner seiner Nachkommen machte sich in der Gberlausitz ansässig: ^ " Wilhelm v. p., früher aus Radeburg und Merschwitz in der Rmts- 4. hauptmannschast Großenhain, sowie aus Wellerswalde in der Rmtshoupt- Mannschaft Gschatz gesessen h, kaufte im Jahre 1663 das Gut Rrakau fvon Rönigsbrück) vom Dberhosmarschall Johann Georg Freiherrn ^ v. Rechenberg, „Herrn aus hermßdorff, Reichenaw, Bornitz, Tzschochaw, Tristowitz und Buchwalda", für 18 000 FI. Meißnisch „inelusis oneridus, als eines Ritterpferdes aus Meißnischer Seite, zu 1000 FI. gerechnet, und eines viertel Ritterpserdes aus Lausitzischer Seite zu 250 Fl. gerechnet, ferner 100 Fl. dem Pfarrer zu Lracau als ein Lapital wegen des jährlichen Zehnten von den hofseldern""). Rm 10. Juni 1665 erhielt der Räuser den Lehnbries über Rrakauh. Rm 18. Oktober 1675 starb Wilhelm v. p. RIs seine Gattin wird um das Jahr 1649 genannt Margarethe, geb. v. Naschke"). Nach Wilhelms Tode wurden seine Söhne: Ernst Wilhelm, Heinrich Wilhelm und Wolf Heinrich mit dem Gute Rrakau belehnt. Schon im Fahre 1676 verkauften sie die Besitzung für 14800 FI. an Valentin Schäfer, kurfürstlich Sächsischen hofkommissarius und Rittmeister „mit Erlaß der Unterthaner Pflicht, wormit Sie uns verwand gewesen, und Überreichung derer Schlüssel""). Ernst Wilhelm hatte noch zu Lebzeiten seines Vaters das Gut Merschwitz von diesem für 10 000 Fl. erworben h. Er war seit dem Fahre 1658 vermählt mit Latharina Sibplla v. Drandorf, die am 25. November 1672 aus Rüben im Leipziger Rreise starb"). Heinrich Wilhelm, Wilhelms zweiter Sohn, war am 7. Rpril 1662 als Leutnant bei der Rompagnie von der Ritterschaft im Rurkreise bestallt worden. Um 1686 erscheint er als Erb-, Lehns- und Gerichtsherr zu Leupahn, um 1689 zu Hohnbach im Leipziger Rreise. Er war vermählt mit Magdalena Elisabeth geb. v. Mordeisenh. Wappen: Das Siegel Wilhelms v. p. vom Fahre 1651^") zeigt den Schild geteilt; oben drei Lchrägrechtsbalken, unten eine Rose. Helmschmuck: Zwei Vüffelhörner. vergl. Siebmacher I, Tas. 155, Nr. 12. H INittheilungen des König!. Sachs, kllterthumsvereins, 4. Heft, 1847,» S. 27: Öligem. Deutsche Biographie Bd. 26, S. 186 ff. 2) H.-St.-kl. Gen. Koe. 51759, pistoris, vol I, II. h Lehnsakten Krakau. Grigiuallehnbrief im H.-St.-K. Dresden, h H.-St.-K. a. a. D. o) Lehnsakten Krakau, h H.-St.-K. a. a. G. s) Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XVII II8891, S. 415. o) H.-St.-kl. a. a. D. ^ Ebenda. v. d. Planitz. 433 v. d. Planitz, Edle. Vas vogtländische uradelige, schon im l2. Jahrhundert urkundlich austretende Geschlecht v. d. Planitz mit dem gleichnamigen Stammhause am Planitzbache erhielt, Nürnberg den 19. November 1522, das Prädikat „Edle" verliehen, sowie die Freiheit mit rotem Wachs zu siegeln. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts machte sich das Geschlecht mit Erwerbung des Gutes Teichnitz bei Bautzen in der Gberlausitz ansässigh. Im 17. Jahrhundert begegnen uns in der Dberlausitz Glieder der Familie, über deren verwandtschaftlichen Zusammenhang wir nichts auszusagen vermögen. So kaufte Rudolph v. d. p. von den Erben Lhristophs v. Raussendors das Gut „Stimpach" (Steinbach, bi von Rothenburg, an der Neiße) und erhielt es am 22. Oktober 1606 zu Lehn verreicht^). Rm 3. Februar 1616 erhielt er Rmtsgunst gegen sein Eheweib Maria geb.,v. Reibitz wegen ihres eingebrachten und von ihm angenommenen Geldes: 1000 Taler Ehegeld, 2500 Taler Paraphernalien^). von Wolf v. Nostitz zu Rengersdorf lieh Rudolph 1000 Taler und erhielt über diese Summe Rmtsgunst „von Rusgang vorigen Jahr auf zwep Jahr lang prorogiret, von Walpurgis 1616 bis Walpurgis 1618" h. Ruch im letzten viertel des 17. Jahrhunderts finden wir Steinbach im Besitz des Geschlechts: Hans Heinrich Edler v. d. Pl. aus Steinbach stirbt am 18. September 1676 mit Hinterlassung der Witwe Rnna Margarethe geb. v. haugwitz, die Vormünderin ihrer drei Söhne wird''). Dies sind Hans Heinrich, Heinrich Bernhard, Heinrich Ernst, ver älteste der drei Brüder wurde 1684, der zweite 1687 mündig; der jüngste Bruder, Heinrich Ernst, kaufte am 12. Mai 1700 den Rnteil seines Bruders Hans Heinrich an Steinbach und besaß dadurch das ganze Gut. Er verkaufte es am 5. März 1704 für 15 500 Taler an Taspar Heinrich v. Gersdorff. Vieser war vermählt mit Helena Susann« Edler v. d. pl. a. d. h. Steinbach, vermutlich einer Tochter Hans Heinrichs v. d. pl. — Ein Leonhard v. d. PI. „zur Bucke" (entweder Bocka, Idl von Bischofswerda, 80 von Llstra, oder Bocka bei Luppa, I>l von Bautzen, 80 von Rönigswartha) hatte unter ungünstigen Vermögensverhältnissen zu leiden, denn er brachte am 18. Januar 1613 Rmtsgunst aus über 0 vergl. Nnothe, Geschichte des Vberlausitzer Adels, 1874, S. 420 und Neues Laus. Mag. Bd. 03, 5. 124. - Im Gothaischen Genealogischen Taschenbuch der Adeligen Häuser, 190 g, z. v. sind die von uns angeführten Dberlausitzischen Glieder des Geschlechts nicht erwähnt. 2 ) Staatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615 —1684. 3) H.-St.-A. 4,oo. 4545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in Dberlausitz äs ao 1604-1617, Fol. 255. tz Ebenda, Fol. 305 b. h vermutlich war Hans Heinrich in erster The verheiratet mit Anna Margarethe v. Nostitz a. d. H. Sänitz, einer Tochter Laspars v. N. Frau Anna Margarethe geb. v. Nostitz verkaufte ihrem Gatten Hans Heinrich v. d. pl. auf Steinbach 1647 Sänitz, vergl. Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, Mspt. 4,. I. 30, 1. Teil, S. 44. 28 L 434 v. d. Planitz. seine ganze und halbe Hufe wegen einer Lumme von lOO Talern, die ihm seine Tochter, Jungfrau Martha plaunitzin geliehen, dann am 14. März 1613 wegen 200 Talern, die ihm Georg v. Metzradt zu Hermsdorf vorgestreckt hatte, endlich erhielt er noch am 14. Mai 1614 Amtsgunst über sein Gütlein zu Bocka wegen 100 Gulden Meißnisch, die ihm Lhristoph v. Minckwitz geliehen H. — In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erscheinen dann wieder Angehörige des Geschlechts in der Gberlausitz angesessen. Bernhard Edler v. d. pl. „und Bohrbach" kaufte zu lvalpurgis 1664 von Adam Gottfried v. Salza für 2100 Taler das Gütchen Nicolausdorf von Lauban). Am 3. November 1668 erwarb er ferner von Lhristoph Friedrich v. Lalza das Gut Markersdorf von Görlitz) für 6500 Taler und von Friedrich v. Hülsen, genannt Eichel, um dieselbe Zeit zwei in Markersdorf gelegene Bauergüter für 1100 Taler. Bernhard überließ seine Güter Nicolausdorf und Markersdorf am 22. September 1673 dem Heinrich Anshelm v. Ziegler gegen dessen Gut Berthelsdors (IdlO von Herrnhut), das Hauptgut, und gab ihm noch 6000 Taler dazu; am 31. August 1674 empfing er die Belehnung. Lange vermochte er das Gut nicht zu behaupten, er verkaufte Berthelsdors am 20. Juni 1687 an Nikol Frhrn. v. Gersdorff für 18000 Taler Rausgeld „und 200 Thaler vor Herrn verkäuffers Eheliebsten, so ihr bald gegeben wird clonutiv oder Gönnegeld". Im Jahre 1676 hatte Bernhard Edler v. d. pl. von den Gebrüdern v. Gersdorff aus Zimpel, Tauer, Zschorna, Geißlitz und Halbendors das Gut Gber-Berthelsdors für 1500 Taler gekauft; am 30. April 1677 wurde er belehnt H. 1684 verkaufte er dieses Gut seinem Lidam Peter Rudolph v. Gersdorff. Bernhard starb im Jahre 1688 im Alter von 58 Jahren, vermählt war er mit Barbara Sophia v. Uechtritz, die im Alter von 63 Jahren am 3. Mai 1706 zu Berthels- dorf aus dem Leben schied ^). Die Ehestiftung hatte zu (Ober - Schwerts am 23. (Oktober 1656 stattgesunden H. Das Ehepaar hatte folgende Rinder (1—5): 1. Anna Sophia, vermählt mit Peter Rudolph v. Gersdorff aus (Ober-Berthelsdors. 2. Abraham Rudolph, geboren am y. Juni 1666, kurfürstlich Sächsischer Leutnant. 3. Magdalena Sabina, geboren am 26. August 1668. 4. Maria Elisabeth, geboren im Juni 1670. tz 0-°5t.-O. Uoo. 0545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 210 und 225b. 'h Zwischen Bernhard Ldlein v. d. pl. auf Berthelsdors und Ioachim Bernhard v. Gersdorff auf dem benachbarten Dber-Nennersdorf kam es in den achtziger Iahren zu Irrungen wegen der Gerichte, Nlühlfuhren und Bierzüge der Ulüxischen Untertanen zu Berthelsdors, indem der v. d. Pl. diese Gerechtigkeiten allein für sich prae- tendierte. ks.-Lt.-kl. Gen. Uoo. 51760, r>. d. Planitz, Bol. VIII. H Diese beiden Godesdaten, sowie die Daten der Binder nach G. Uorschelt, Nachtrag zur Geschichte von Berthelsdors, 1858, S. 25. tz ks.-Lt.-N. Gen. Uoo. 51760, v. d. Planitz, vol. III. v. platen. 435 6. Christoph Heinrich, geboren am 10. Juni 1673, später vermählt mit Lrnesta Tugendreich v. Gersdorff, einer Tochter Georg Trusts I. v. G. auf Neichenbach und Gehlisch. Sie kaufte im Jahre 1724 von Johanna Tharlotte v. Uechtritz das Gut Nieder-Sohland am Nothstein (blO von Löbau) für 10000 Taler h. 1728 verkaufte sie das Gut an Frau Thristiane Gottliebe v. Fletcher, geb. v. Gersdorfs. — Im 19. Jahrhundert sind folgende Glieder des Geschlechts in der Gberlausitz ansässig: Ludwig Edler v. d. PI. auf Nützengrün bei Plauen i. v. erbt von der am 3. Juli 1819 gestorbenen Frau Generalin v. Lhristiani, geb. 6u Lose, verwitwet gewesenen v. Vieth, die Güter Lindenau mit Burkersdorf (beide von Nuhland) und Tettau (M8^V von Nuhland),' am 11. Npril 1820 wurde er belehnt. — Ls vererbte ferner Ernst Friedrich v. Goetz laut Zeugnisses des Gerichtsamts Kamenz vom 28. Mai 1868 das Rittergut Piskowitz (0 von Kamenz) an seine Nichte Frau Ernestine Margarethe Elisabeth Edle v. d. PI., verwitwet gewesene v. Neitzenstein, geb. v. Traushaar. Sie starb in Greiz am 15. Januar 1874. Ihr Gatte, der fürstlich Neußische Hofjägermeister Gtto Edler v. d. pl. beerbte sie. — Endlich sei noch folgender Dame aus dem Geschlecht v. d. pl. gedacht: Lhristoph v. Uechtritz auf Schwert« (8 von Lauban) starb verschuldet im Jahre 1638 mit Hinterlassung der Witwe Magdalena Edler v. d. pl. aus Stahnsdorf. Sie vermählte sich wieder 1647 mit dem Leutnant Gregor Meurer, der 1653 Nieder-Schwerta für 11000 Taler übernahm h. Im November 1664 starb dieser mit Hinterlassung der Witwe, die sich „Magdalena Meurin, Tdelgebohrne von planicz, Wittib" unterschreibt^). Wappen: Schild gespalten von Silber und Not. Helm mit rotsilbernem Wulst. Kleinod: Offener Flug mit einem roten und einem silbernen Flügel. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 162, Nr. 9 unter den „Mepchsnischen". v. platen. Line der zahlreichen Familien v. platen saß in der Neumark und besaß dort die Güter Giesenbrück (Giesenbrügge), Breitenstein und Iahnsfelde. Heinrich Wolf v. p. auf Giesenbrück und Vreitenstein, Landesdirektor der Neumärkischen Negierung, war zugleich mit Georg v. Namsop und dem Schwager des letzteren, Hans Wilhelm v. Bornstedt, im Jahre 1687 mit dem Gute Wurschen (0 von Bautzen) mitbelehnt worden. Nach v. Namsoys Tode (f 1690) zedierte der v. Bornstedt seinem Mit- 0 Zu Mitbelehnten nahm sie ihre Brüder an: Georg Ernst II. v. Dersdorfs auf Reichenbach und Vehlisch, Nmtshauptmann des Fürstentums Görlitz und Gottfried v. G. auf veutsch-paulsdorf, Gberstwachtmeister. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 61, S. 58. h ks'-2t--kl. Noe. 9546, Erstes Buch Vberlaus. Lehens-Lachen, 1657 —7Z, Fol.269. Gregor Meurer hinterließ keinen Sohn, aber als nächsten Lehnsvetter den vornehmen des Rats und Konsulenten der kurfürstlich Brandenburgischen Stadt Frankfurt a. d. G., Martin Meurer. 28 * 436 v. ploetz. belehnten Heinrich Wols v. p. seinen Anteil an Wurschen am 5. Juni l6dl. Vieser wurde nun am 10. November 1693 durch seinen Mandatar Peter Nudolph v. pentzig aus pielitz mit dem ihm zedierten Anteil von Wurschen belehnt. Heinrich Wolf v. p. verkaufte Wurschen am 9./10. (Oktober 1696 an Friedrich Adolph v. Ziegler und Klipphausen. Heinrich Woiss Großvater war Melchior v. p. auf Breitenstein und Iahnsfeldeh. Wappen: Die zu Anfang des 19. Jahrhunderts ausgestorbene Neumärkische Familie v. p. führte nach einem in den Lehnsakten von Wurschen befindlichen Liege! folgendes Wappen: Lchild gespalten, vorn drei Nosen, hinten drei Lilien (?) unter einander. Helmkleinod: Jungfrau, einen Kranz in der Rechten haltend. v. Ploetz. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts machte sich ein Glied des uradeligen neumärkischen Geschlechts v. ploetz in der Gberlausitz ansässig. Johann Arnd v. P.I, Lohn Hans Bernhards, Enkel Adrian Arnds, war am 8. (Oktober 1678 geboren und starb am 9. Mai 1751. Er war Herr aus Dörschnitz im Meißner Kreise und aus Ebersbach bei Döbeln, Rittmeister von den Ritterpferden und Hospitalinspektor zu Döbeln. Leine erste Gattin war Christiane Wilhelmine Lharlotte v. Auerswald, gestorben 1721, seine zweite Henriette Lharlotte v. hartitzsch. Aus seiner ersten Ehe stammte neben anderen Kindern August Arnd v. p., königlich polnischer kurfürstlich Lächsischer (Oberstleutnant und Gouvernementsadjutant^), geboren am 2. (Oktober 1708, gestorben zu Dresden am 15. Juni 1774 im Alter von 65 I. 8 M. vermählt hatte er sich: I. zu Bautzen im Jahre 1726 mit Dorothea Sophia Lohr, gestorben zu Zittau im Jahre 1748, Tochter des Hauptmanns und Regimentsquartiermeisters (Otto Julius §.,- II. zu Glossen im Jahre 1752 mit Caroline Lrdmuthe v. Warnsdorf a. d. h. Tauchritz, geboren am 24. März 1725. August Arnd v. p. kaufte im Jahr 1750 von Gottlob Ernst v. Kiesenwetter das Gut hähnichen von Rothenburg, am weißen Lchöps). 1769 überließ er es dem kurfürstlich Sächsischen hofrat Friedrich Albrecht Rotierh. Als Löhne August Arnds werden genannt: 1. Karl >) h. v. Platen in seiner im Jahre 1907 erschienenen „Geschichte der von der Insel Rügen stammenden Familie von platen" erwähnt auf Leite 7 flüchtig die Neumärkische Familie v. platen. 2) vergl. ks.-St.-N. Den. Boe. 31763, Ploetz, Vol. I, Stammtafel; v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, V. Teil, 1793, S. 116 ff.; Gothaisches Uradeliges Taschenbuch 1907, S. 599 ff. H Me er 1764 dem Administrator Prinzen Taver schreibt, hatte er 38 Jahre dem Rurhause gedient und zuletzt noch beim Lilienstein ein Bataillon Grenadiere kommandiert. Da die ihm bewilligte Pension von 14 Talern zur Trhaltung seiner Familie nicht ausreichte, so bat er um seine Wiederanstellung. H.-St.-N. Geneal. Noo. 31763, Ploetz, vol. I. h Lehnsakten von hähnichen sind im Breslauer Staatsarchiv leider nicht vorhanden. Notizen über die Besitzer des Gutes siehe in Schulz es Sammlung von v. plotho. 437 August, geboren zu Löbau, kurfürstlich Sächsischer Kapitän im Regiment Anhalt, vermählt mit Taroline Sophie Lmerich, Tochter des Tarl Wenceslaus T. aus hermsdorf; 2. Karl Gtto Arnd, gestorben l768, kurfürstlich Sächsischer Kapitän im Regiment Ehevaux-legers Herzog von Kurland. Rugust Rrnds Töchter heißen Johanna Thristiane Sophie und Christiane Friederike Henriettes. Mappen: 5m blauen Schilde ein silberner Schwan. Gekrönter Helm. Kleinod: Drei Straußenfedern blau, silbern, blau. Decken blausilbern. Siebmacher V, Taf. 164, Nr. 10 unter den „pommerischen" (mit einigen Abweichungen). v. plotho, Edle Herren und Freiherren. Die v. plote, Abkömmlinge eines Mendischen Fürsten- oder Dynastengeschlechts, treten seit dem Jahre 1144 urkundlich aus^). Sie besaßen seit alten Zeiten einen Landstrich zwischen Burg und Genthin, in dem das Stammgut der Familie Alten-platow liegt; auch gehört ihnen das dortige alte Familiengut parey. Der Edle Herr und Freiherr Gtto v. p. erwarb im Jahre 1583 die Herrschaft Ingelmünster in Flandern, die zufolge testamentarischer Verfügung zu einem Stammgut der Familie bestimmt wurde. Der letzte Besitzer starb im Jahre 1835 kinderlos 3). Dieser Tngelmünsterschen Linie des Geschlechts haben wir hier nur ganz vorübergehend zu gedenken. Molsgang Ldler v. plotho, Freiherr zu Engelmünster, dessen „Vorfahren von hundert und mehr Jahren als Menschen Gedächtnüß erreichet, das prädicat Ldle von plotho, Freyherr zu Engelmünster, daneben auch den Herrn Standt obgedachtermaßen geführet", erhält von Kaiser Ferdinand III., Wien, den 13. September 1643, eine Konfirmation, Erneuerung und Bestätigung seines Herrenstandes und für sich und seine Deszendenz die Genehmigung, das Prädikat „Edle Herren von plotho, Freyherrn und Freyhinnen von Engelmünster, auf parey und Weißsandt" zu führenh. Am 16. November 1623 hatte er sich zu Mühltroff vermählt mit Susanna, Tochter Melchiors v. Bodenhausen aus Mühltroff, Arnstein und Leubnitz h. Liner seiner Söhne, Joachim Friedrich Edler Herr v. p., Freiherr zu Engelmünster, ver- Urkunden und 5luszügen aus Lehnbriefen rc. INspt. Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften B. I. 30, Bl. 149b. H Namen der Löhne im ks.-5t.-5I. a. a. D. vol. I, auch bei v. Uechtritz a. a. D. V. Teil, 5. kI8 —kkd. Namen der Töchter unter einem an den Nurfürsten gerichteten Bittschreiben, ks.-5t.-5l. a. a. G. vol. I. h Vierteljahrsschrift für Wappen-, Lieget- und Familienkunde XXXIII (1905), 5. I ff. — während des Druckes brachte der „Deutsche kserold" Nr. I des Jahres 1912, 5. 2 ff. das Neferat eines Vortrages über die Frage, ob die Herren v. plotho deutschen oder wendischen Ursprungs sind und über die Bedeutung des von dem Geschlecht seit annähernd 500 Jahren geführten Titels „Tdle Herren". h Gothaisches Freiherrliches Taschenbuch 1858, 5. 501. H H.-5t.-N. I-oo. 10430, Geschlechts- und Herrschaftserhöhnngen, vol. II, 1657-76, Fol. 23. h Vierteljahrsschrift für Heraldik rc. XIII (1885), 5. 457. 4Z8 v. plotho. heiratete sich mit Llara Dorothea Vitzthum v. Eckstädt, Tochter des Kammerherrn Christoph v. v. L. und seiner im Jahre 1667 verstorbenen Gattin Maria Luitgard geb. und verwitwet gewesenen v. Taube. Joachim Friedrich hatte folgende Kinder aus dieser The: Friedrich, Johanna Sophia und Susanna Henriette. Km 10. (Oktober 1676 kam es aus dem sreiherrlich v. plothoschen Hause Parep zu einem Rezeß zwischen dem Kammerherrn Christoph Vitzthum v. Eckstädt, Lrbherrn aus Nöthnitz und folgenden (vberlausitzischen Gütern: Mölkau, harthau, Goldbach, Nothnautzlitz, Spittwitz, Pottschapplitz, Nedaschütz, pietzschwitz, Neundors, und seinem Schwiegersohn Joachim Friedrich „Edlem Herrn v. p., Freiherrn des heiligen Römischen Reichs und zu Engelmünster, Herrn zu Vive, Roßbrück, Parep, Zerben, Ringfurth, Ihleburg, Weissand". Der Rezeß bezog sich auf das mütterliche Erbe der Frau Llara Dorothea Freifrau v. p., aus die an sie gefallene Gerade ihrer seligen Mutter und aus die Russtattung. Christoph Vitzthum v. Lckstädt hatte sich bereits am 3. Juli 1674 mit seinen Kindern erster Ehe, nämlich der erwähnten Clara Dorothea und deren Bruder Johann Georg Vitzthum v. Eckstädt, auseinandergesetzt. Es gehören der Tochter, Frau Llara Dorothea Freifrau v. p. 23757 Gülden Meißnisch und 3 Groschen; von dem Hause in Dresden, „gegen die Moritzstraße gelegen", 1000 Fl.; dann die Hälfte der Gerade. Der Vater findet seine Tochter ab mit 6000 Fl. Meißnisch (die gleiche Summe verordnete er auch jeder seiner Töchter zweiter Ehe), so daß sie nach seinem Tode keine Ansprüche mehr erheben könne; 3000 Fl. hatte sie bereits loeo äotis erhalten. Zur Begleichung der erwähnten Summe von 25 757 Fl. 3 Gr. tritt er ihr sein (Oberlausitzisches Gut (Vber-Neundorf (dMO von Görlitz) für 16000 Taler oder 18285 Fl. Meißnisch 25 Gr. ab. Die übrig bleibenden 7471 Fl. 9 Gr. oder 6537 Taler 12 Gr. übergibt Christoph Vitzthum v. Eckstädt der Landeshauptmannschast. Frau Clara Dorothea Freifrau v. p. vermählte sich nach ihres Gatten Tode wieder mit David v. hünecke und starb am 21. Januar 1691. Ihre oben genannten Kinder erster Ehe standen unter Vormundschaft ihres Vatersbruders Werner Edlen Herrn v. p., Freiherrn zu L., der im Jahre 1691 daraus Anspruch erhob, daß seinen Mündeln die gesamte Hand auch an den vitzthumschen Gütern Nöthnitz und Großharthau (8>V von Bischofswerda) bekannt werde. Ein Bruder Joachim Friedrichs, Gebhard Siegfried Edler Herr v. p., Freiherr zu E. befehligte als (Oberst ein kursächsisches Kürassierregiment beim Entsatz von Wien und zeichnete sich im Rheinseidzuge aus. Lr starb als Generalleutnant der Kavallerie in Hanau am 30. (31.) Rugust 1689 h. Wappen: Ein Siegel Werners Edlen Herrn v. p. Freiherrn zu E. zeigt den Schild geviert mit Herzschild, darin ein Hirschkopf. 1,4: eine 9 Archiv für die Sächsische Geschichte, Neue Folge, VI, S. 300 6.; kp-^t.-A. Geneal. Noo. 31763, plotho, gibt als seinen Todestag nicht den 30., sondern den 31. August 1684 an. v. pötting. 439 Lilie,- 2, 3: die ganze Gestalt eines Mohren. Lin anderes Siegel Werners zeigt im 2. und 3. Felde anstatt der ganzen Gestalt nur den Rumps eines Mohren. Helm gekrönt. Kleinod: Die Lilie zwischen zwei schräg nach auswärts gerichteten Mohrenrümpfen h. Siebmacher, l. Supplement, Las. 2, Nr. lO gibt das Wappen folgendermaßen: Schild geviert ohne Herzschild, l, 4: in Silber eine rote Lilie; 2, 3: in Not der grüngekleidete Rumps eines goldgekrönten und mit goldenem Kragen versehenen Mohren. Helm gekrönt. Kleinod wie oben. Decken rot-silbern. v. pötting, Grasen. Lin Glied des alten Österreichischen Rittergeschlechts v. pötting, das im Jahre 1605 in den Freiherrn-, 1637 in den Reichsgrasenstand erhoben worden war und am 5. August 1652 das Indigenatsdiplom für Böhmen erhalten hatte, Franz Lusebius Neichsgras v. p., Freiherr auf Dberfalkenstein, Herr in Großkirchheim, aus Miltschin, Warnsdorf und Nieder - Leutersdorf, kaiserlicher Rat, Kämmerer, Vizekanzler im Königreich Böhmen und Lrbburggraf zu Linz, kaufte am 17. Dezember 1656 von den Loebelschen Lrben die nordböhmische Herrschaft Numburg nebst dem zu ihr gehörenden, aber in der Gberlausitz gelegenen „Gers- dorser Walde" (aus dem im Jahre 1657 Neugersdors, bM von Rumburg, 88^V von Löbau ausgebaut wurde). Seit 1650 vermählt mit der Tochter Hans Leonhards Loebel Freiherrn v. Greinburgh, starb er am 29. Dezember 1678 ohne männliche Lrben. Seiner Förderung ist die Gründung des Grtes Neugersdors zu danken, wenn sie auch vielleicht weniger aus Mitgefühl mit den ihres evangelischen Glaubens wegen Auswandernden, als aus der Absicht hervorging, die seine Rumburger Herrschaft verlassenden Bewohner auf seinem Gberlausitzischen Grund und Boden anzusiedeln und sie aus diese Weise sich zu erhalten h. Des Grafen Franz Lusebius nächster Agnat, Johann Sebastian Graf v. p., Herr auf Rabenstein, habern, Rumburg, Miltschin, Warnsdorf, Schirgiswalde und Nieder-Leutersdors, der Römischen Kaiserlichen Majestät wirklicher Kämmerer und dero hoskammer, wie auch des königlich Ungarischen Gubernii Rat, Lrbgraf zu Linz, erhielt am 30. August 1679 den Lehnbries über Neugersdors. Lr verkaufte im Jahre 1681 die Herrschaft Rumburg und mit ihr Neugersdors an den Fürsten Antonius Florianus v. Liechtenstein. Wappen: Schild geviert. 1 und 4: In Rot ein an seiner größten nach unten gelegenen Konvexität entzwei geschnittenes goldenes Hufeisen, zwischen dessen beiden Hälften zwei goldene im Andreaskreuz liegende Nägel. 2 und 3: In Rot ein nach rechts springendes silbernes Windspiel mit goldenem Halsband. Zwei gekrönte Helme. Kleinod des h H.-St.-N. Gen. t.oc.31763, plotho. 2) kl. Palme, Warnsdorf mit seinen historischen Denkwürdigkeiten, 1852, s. 16; R. kl. Zritsche, Drtsgeschichte der parochie Dersdorf, 1887, 5. 160; R. Lahmer, Geschichte der 8tadt Rumburg, 1884, L. 63. h vergl. 767, polenz, vol. I. ?) Müller, ^nlialss Luxonioi, 1700, 5.614. h Brünner Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adelsgeschlechter, vermählt hatte er sich am 31. Mai 1677 mit Jungfrau Lleonora Sophia v. Lüttichaus. III. Wolf Dietrich v. p., ein Lohn Christoph Bennos, geboren am 16. August 1638, getauft am 23. d. M. in ponickaich), begründete die Neustädteler Linie. Er starb zu Linz am 30. Juli 1705 und wurde in der Kirche daselbst begraben. Seine Gattin Anna Latharina geb. v. Schleinitz starb in Dresden am 26. Mai 1708 und wurde am 9. post Trinitatis s5. August!) in Linz begraben^). Sein Sohn Wolsgang (Mols) ftaubold v. p., Kammerjunker, pflanzte den Stamm fort. Er erwarb nacheinander eine Anzahl von Rittergütern in der Gberlausitz. Zuerst kaufte Wolsgang ftaubold „a. d. ft. Linz" am 3. April 1702 das Rittergut Weidlitz (bl^V von Bautzen) für 11 600 Taler einschließlich Schlüsselgeld und wurde am 12. Januar 1703 belehnt, ftierzu kaufte er am 9. August 1703 von Carl Gottlob v. ponickau auf Medewitz ein Stück ftolz „mit Grund und Boden, Gericht und Gerechtigkeiten, hohen und niederen Jagden, wie es in seinen Rainen und abgepflöckten („obgefleckten") Bäumen und Maalzeichen zu befinden", für 2150 Taler Kaussumme. Am 13. März 1704 vertauschte Wolfgang ftaubold Weidlitz an Johann Christian v. fteldreich, nahm dafür von diesem die Güter Lubachau (bl von Bautzen) und Kleinwelka (blbl>V von Bautzen) und zahlte dem v. fteldreich noch 6100 Taler hinzu. Am 21. Mai 1704 wurde er mit beiden Gütern belehnt. Das Gut Kleinwelka verkaufte Wolfgang ftaubold noch in demselben Jahre, brachte es 1705 abermals an sich und zwar zum Preise von 7350 Talern, wurde am 7. November 1705 belehnt und veräußerte es noch in diesem Jahre (1705) an Carl Wilhelm v. Wahren. Das andere eingetauschte Gut, Lubachau, verkaufte er im Jahre 1708 an Carl fteinrich v. Klüx. Dafür erwarb er nun am 4. Juni 1708 von Friedrich Wilhelm v. Schack das Rittergut Thumitz (>V8>V von Bautzen) mit Ausnahme des „Schwarz- Holzes" oder „großen Waldes" für 7400 Taler mit Einschluß des Schlüsseloder fterdgeldes. Am 16. August 1708 erhielt er den Lehnbries, am 2. April 1712 verkaufte er das Gut an Joachim Friedrich v. Triegern. Als Besitzer von Thumitz kaufte Wolfgang ftaubold am 7. September 1709 von dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Amtmann zu Stolpen Carl Christian Marche im Namen des Amts das zu Wölkau (bl von Thumitz) gelegene sogenannte ftöckersche Lehngut, das bei den letzten Schwedischen Unruhen wegen der von diesem Gute geforderten schweren Prästationen sowohl von Christoph Siegmund v. Raussendorf aus Schmölln, als auch von Matches ftepne, den vorherigen Besitzern, in Schriften aufgelassen und dem Amte Stolpen zediert worden war. Der Kaufpreis betrug 1000 fl. Meißnisch oder 875 Taler cour. Am 30. November 1709 erhielt Wolfgang ftaubold den Lehnbries, am 28. Dezember >) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1904; v. Zeilitzsch, a. a. G. S. 169. 2) v. Feilitzsch, a. a. G. 5. 241. v. polenz. 445 desselben Jahres verkaufte er das höckersche Lehngut zu Wölkau an den Stadtschreiber in Bischofswerda Adam Gottlob Zwirner. Nun vereinigte sich Wolfgang haubold v. p- mit Frau Maria Dorothea v. Damnitz und Johann Christian v. heldreich im Jahre 1712 zum Ankauf der Meißnischen Güter pietzschwitz von Bautzen), Semmichau (^V8>V von Bautzen), Zockau (^V8>V von Bautzen, 8 von Semmichau) und Großhähnchen (>V von Bautzen, blO von Bischofswerda). Sie erwarben diesen Güterkomplex vom Grasen Friedrich Vitzthum v. Lckstädt. Im Teilungsrezeß vom 22. Mai 1712 fiel Pietz schwitz an Wolsgang haubold; er verkaufte Gut und Dorf pietzschwitz im Jahre 1714 für 11000 Taler an Martin König. — Endlich kaufte Wolsgang haubold noch im Jahre 1714 das Gut Kleinsörstchen (V^8>V von Bautzen) nebst Siebitz (88^V von Kleinsörstchen) und preßke (M8V^ von Kleinsörstchen) von Joachim Heinrich v. Leubnitz für 18 800 Taler und 300 Taler Schlüsselgeld h. Am 23. August 1714 wurde er belehnt. Wolsgang haubold starb am 5. (Oktober 1715 und wurde am 11. Oktober in Göda begraben'h. Vermählt war er mit Johanna Lrdmuthe v. Schönfeldt, die ihren Gatten überlebte. Wolsgang haubold hatte folgende Kinder h: 1. Tatharina Brigitta, * und get. 26. April 1703, begraben in Göda 1. Mai 1703, Alter 4 T. 2. Johanna Lrdmuthe, get. 14. April 1704, begraben in Göda 19. Juni 1707. 3. Thristian Dietrich. Siehe unten S. 446. 4. Hans Friedrich, * 14., get. 16. September 1706 in Lottbus. 5. Hans Thristoph, get. 20. Oktober 1707 in Göda. 6. Tarl Gottlob. Siehe unten S. 446. 7. Siegfried Augustus, get. 22. August 1712 in Göda. 8. Lrnst Ferdinand. Siehe unten S. 447. 9. Johanna Tugendreich, get. 10. September 1715 in Göda. 10. Johanna Louise, * 1710, h zu Elstra 26. Oktober 1788h. Vormund der Kinder war Lrnst Ludwig Freiherr v. Stein zum Altenstein aus Neukirch. Die Witwe Wolsgang haubolds, Frau Johanna Lrdmuthe, erklärte sich bereit, Kleinsörstchen nebst einem von ihrem Gatten dazu erkauften Stück Holz am schwarzen Berge in Nothnaußlitz (>V8V^ von Kleinsörstchen, biO von Bischofswerda) zu übernehmen, worauf im Jahre 1717 das Dscreturn alienatoriurn erging. Am 2. Juni 1717 wurde sie mit dem Gute belehnt. Im Jahre 1718 suchte tz Folgende Onora rsuliu lasteten auf llleinförstchen: 4 Tlr. l7 Gr. 9 Pf. zu jeder Mundgutsteuer, l Tlr. 4 Gr. zu jeder Nauchsteuer, l Fuß und Nagel zum Mtterpferde. 'tz Vierteljahrsschrift für Mappen- ic. -Kunde, XXI (1893), 5. ll3. Ebenda, auch Lehnsakten llleinförstchen. tz vresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1788, Nr. 49; Laus. Magazin 1788, S. 374. 446 v. polenz. sie um die Erlaubnis nach, das Dorf Siebitz, das aus lauter Lehden, wüsten Vauergütern und Hutung bestehe, verkaufen zu dürfen. l7l9 wurde Kleinsörstchen aus Lehn in Erbe verwandelt. Sie verkaufte das Gut nebst den Dörfern Siebitz und preßke, sowie einem Sechstel des Roth- nautzlitzer Ivaldes im Jahre 17ld für 23200 Taler an den Landessekretär Georg Christian Wabst. — Nun kaufte Frau Johanna Lrdmuthe am 3l. Mai l720 das Lehngut Neustädte! (080 von Elstra) von Larl Siegmund v. Pentzig für 5650 Taler und erhielt es am l6. September l721 zu Lehn verreicht. von Wolfgang Haubolds Söhnen kommen für uns in Betracht Nr. 3, 6 und 8. 3. Christian Dietrich v. p., ältester Sohn lvolfgang Haubolds, getauft am 6. (8.) Juli l705 in Göda. Lr kaufte, damals Leutnant, von seiner Mutter am 28. April 1735 das Gut Neustädte! für 7000 Ntlr. und wurde am 7. Juni 1736 belehnt. Als er wegen zunehmenden Alters und Leibesschwachheit sein Gut Neustädte! nicht weiter beurbaren konnte und keiner seiner drei Söhne es übernehmen wollte, so verkaufte er es für 6 500 Tlr. und lO Dukaten Schlüsselgeld am 20. Februar !773 an Frau Maria Victoria verw. lvaldin, geb. Hotten- roth, wiedervermählt mit dem Sekretär des Klosters Marienstern Larl Heinrich Lob. Christian Dietrich starb nach längerem Kränkeln am 19. Januar 1787 zu Kamen; im 82. Lebensjahres, vermählt war er mit Johanna Eleonore v. Lossa, die lange vor ihm aus dem Leben geschieden war. Cs überlebten ihn neben einer Tochter drei Söhne (a-e): u. Friedrich Nugust. Thristian Dietrich erklärte sich, Kamen; den 20. (Oktober 1783, mit dieses seines ältesten Sohnes, Majors im Goldackerschen Lhevaux-Iegers-Negiment, Verlöbnis mit Fräulein Johanna Thristiane Louise v. Hohenthal einverstanden^). b. Gottlob Friedrich, kurfürstlich Sächsischer Stabskapitän bei den Herzog Tarlschen Dragonern. c. lvolf Haubold, erhielt nach 16jähriger Dienstzeit in Prinz Antons Infanterie - Regiment am 28. (Oktober 1784 den Abschied als Sous-Leutnants. 6. Tarl Gottlob v. p., getauft in Göda am 9. April 1711, Sohn Wolfgang Haubolds, hatte im Infanterie-Regiment der Königin 16 Monate als Fähnrich, 77 Monate als Sous-Leutnant, 92 Monate als Premier- Leutnant, 11 Monate als Kapitänleutnant und 124 Monate als Kapitän, zusammen also 319 Monate gedient und erhielt am 26. Juli 1756 als (Oberstleutnant den Abschieds. Am 20. Januar 1747 verkaufte Frau Johanna Brigitta verw. v. Raussendors, geb. v. Schönfeldt, „aus besonderer Affection" diesem ihrem „Vetter" ^), damals königlich polnischem 0 Laus. Magazin 1787, 5. 60. H ks.- 5 t.-K. Den. 6oa. ZI767, polenz, vol. I. 3) Ebenda. Ebenda. H Sie war die Schwester der Iohanna Erdmuthe v. p., geb. r>. Schönfeldt, der Mutter Larl Gottlobs v. p. v. polenz. 447 Kurfürstlich Sächsischem Hauptmann, ihre Güter Weißig ((MO von Königswartha) und Lubachau (14 von Bautzen) für 8000 und lOOOO Taler. Vas Gut Lubachau, mit dem er am 7. Februar l748 belehnt worden war, verkaufte er für l7900 Taler im Fahre l782 an Andreas Richter, Weißig am 12. Funi 1789 an seine älteste Tochter Laroline Auguste Henriette. Larl Gottlob starb zu Ober - Lichtenau bei Lauban am 21. Fuli 1797 im 87. Lebensjahres. Er hatte sich am 27. Dezember 1746 vermählt mit Auguste Henriette v. Frepwald, Tochter des kurfürstlich Sächsischen Majors Friedrich vonat v. F. Sie kaufte im Fahre 1764 das Gut Lommerau (bl von Königswartha) von Frau Eleonore Lharlotte v. Goetz, geb. v. Wobeser für 31 000 Taler. Geboren am 7. Februar 1729, starb sie zu Weißig am 2. April 1787 nachmittags V 25 Uhr und wurde am 10. in Känigswartha beigesetzt^). von den zwei Söhnen und drei Töchtern, die sie ihrem Gatten geschenkt hatte, überlebten sie zwei Töchter: Taroline Auguste Henriette, * 24. Fanuar 1758, vermählt mit Earl Gottfried Adolph v. Uechtritz aus Mittel - Sohland, königlich preußischem Hauptmann, und Auguste Gottliebe Henriette, * 1766, vermählt mit Fohann Adolph Gotthold v. Nostitz und Fänkendors. Earl Gottlob hatte der genannten älteren Tochter, verm. v. Uechtritz, am 12. Funi 1789 sein Gut Weißig verkauft, seine Gattin hatte der jüngeren Tochter Auguste Gottliebe Henriette das Gut Tommerau zum Annahmepreis von 30 000 Tlr. hinterlassen. 8. LrnstFerdinandv.p.,getaustinGödaam24.November1713,Sohn Wolsgang Haubolds, Herr auf Lschdors, kurfürstlich Sächsischer Oberstleutnant, Kommandant der Festung Sonnenstein, vermählt mitA lex and rin e Taroline Friederike v.Erdmannsdorss a.d.H. Strauch, hatte zwei Söhne ^) (3 — b): a. Karl Ferdinand, geboren zu Neudeck im Fahre 1763, gefallen als kurfürstlich Sächsischer Hauptmann im Infanterie - Regiment v. Low am 28. November 1812 an der Beresina, vermählt am 17. Oktober 1792 mit Friederike Taroline Auguste Henriette v. Trebra, geboren zu Braunsroda am 12. März 1765, gestorben zu Dbersorchheim am 5. November 1844. Karl Ferdinands Sohn: Eduard Karl Friedrich Adolph v. p., geboren zu Neudeck am 3. August 1793, gestorben zu Dresden am 1. November 1863 als königlich Sächsischer Finanzrat, hatte sich vermählt auf Burg Rahnis am 5. Februar 1820 mit Eckardine Mathilde v. Breitenbauch, geboren zu Wurzen am 26. Fuli 1796, gestorben zu Halbendors G.-L. am 24. September 1877. Er hatte neben Töchtern — Marie Auguste und Fulie Wilhelmine Therese - einen Sohn: Heinrich Ernst Albert v. p., geboren zu Lhemnitz am 28. Funi 1831, gestorben zu Dresden am 4. Februar 1887 als königlich Sächsischer Notar. tz Laus. Monatsschrift 1747, §. 656. 2 ) Laus. Magazin 1787, 5. 137; Laus. Monatsschrift 1747, 5. 656. 3) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Kdeligen Häuser, zygg (5.Hahrgg.). 448 v. polenz. Eduard Karl Friedrich Adolph v. p. kaufte gemeinsam mit seinem eben erwähnten Sohne, der damals Bezirksgerichtsaktuar war, am 5./26. Fanuar 1860 das Rittergut halbendors mit Geißlitz (beide bldlO von Bautzen) von Friedrich Wilhelm Fischer für 42 200 Taler (dabei 5200 Tlr. für Vorräte und Inventar). Am l7. Februar l860 wurden sie zu gleichen Anteilen mit dem Gute belehnt. Zufolge des Traditionsrezesses vom l4. August 1862 erhielt der Advokat und Notar Heinrich Ernst Albert von seinem Vater die diesem zuständige ideelle Hälfte des Gutes gegen ein Äquivalent von 12 000 Talern abgetreten und wurde am 4. Gktober mit dieser Hälfte belehnt. Am 22. November 1877 erkaufte der Staatsfiskus im Königreich Sachsen das Gut von Heinrich Ernst Albert für 130 000 Mark. b. Friedrich Ernst v. p., Ernst Ferdinands jüngerer Sohn, königlich Sächsischer Rammerherr, vermählte sich zu Großwelka am 3. März 1791h mit Tonstantia Gottliebe v. Below, einer Tochter August Adolphs v. V. aus Großwelka aus seiner vierten The mit Hedwig Tugendreich v. Beerselde. Frau Tonstantia Gottliebe kaufte im Fahre 1795 von ihrer Schwester Beata Thristiane v. Beerselde deren Hälfte von Großwelka (bM^V von Bautzen) und von Milkwitz (IM^V von Großwelka). Im September 1800 verkaufte Frau Tonstantia Gottliebe das Gut Milkwitz an den Grasen F. W. v. Riesch und am 22. Juli 1818 veräußerte sie Großwelka, sowie den in den Bergen bei Thumitz gelegenen ehemals Milkwitzer Busch, den sie im Fahre 1800 beim verkaufe des Ritterguts Milkwitz zurückbehalten hatte, an den Rammerherrn Fohann Heinrich Wilhelm Adolph v. Hartmann. von Friedrich Ernsts v. p. Rindern sind folgende bekannt (« —h: «. Adolph Gottlieb Ernst, * zu Großwelka 17. Fanuar 1792 abends he 7 Uhr, getauft am 19. d. M.h. Friederike Tonstantia, * zu Bautzen 21. Mai 1794h. s. Marianne Wilhelmine, * zu Bautzen 21. April 1796h. 8. Sophia Emilie, * zu Bautzen 3. Funi 1797h. s. Ulrike Henriette, * zu Großwelka 29. Fuli 1801h. IV. Wolf Heinrich v. p., ein Sohn Thristoph Bennos, Herr aus Linz, ponickau und Naundorf, begründete die Linie Gber-Lunewaldeh. Sein Urenkel, Wilhelm Larl Heinrich v. p. aus Linz, geboren zu Dresden am 11. Fanuar 1776, kurfürstlicher Rammer- und Fagdjunker, dann Gbersorstmeister, später königlich Sächsischer Finanzrat und Rloster- vogt von Mariental, vermählte sich: I. zu preititz am 6. Gktober 1805 mit Ernestine Louise v. Ziegler und Rlipphausen, geboren am 30. August 1784, Tochter des Gothaischen Hauptmanns Ferdinand Rudolph 0 Laus. Magazin 1741, S. 84. h Laus. Magazin 1742, S. 37. h Laus. Monatsschrift 1744, I, S. 372. h Laus. Monatsschrift 1746, I, 5. 361. °) Laus. Monatsschrift 1747, 5. 621. h Laus. Monatsschrift 1801, II, S. 154. ") Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Odeligen Häuser, 1404 (5>Iahrgg.). v. Poncet. 449 v. 3. u. Ul. auf preititz und Lunewalde. Durch erfolgte Abtretung seitens ihrer Mutter und Schwestern war Frau Ernestine Louise in den alleinigen Besitz der Güter Gber- und Mittel-Tunewalde (W von Löbau) gelangt und hatte sie am 2t. Dezember t810zu Lehn verreicht erhalten. Kinderlos starb sie am 26. April 1817 h. Gber- und Mittel-Lunewalde hatte sie ihrem Gatten vererbt. Am 7. Oktober 1817 wurde er belehnt. Wilhelm Carl Heinrich vermählte sich: II. zu Neichenbach am 22. August 1818 mit 3da Amalie v. Kiesenwetter, geboren am 6. September 1797 als Tochter Ernst Karl Gottheiss v. K. Sie starb zu Ober-Tunewalde am 12. Juli 1854. Wilhelm Larl Heinrich v. p. aus Gber- und Mittel-Tunewalde kaufte am 10. Juli 1826 das Mannlehnrittergut pließkowitz (blO von Bautzen) von Friederike Auguste verw. Gräfin v. Lüttichau, geb. v. Schlicken für 58 000 Taler. Am 22. Januar 1827 belehnt, verkaufte er das Gut am 18. März 1840 an den Fleischermeister und Grundstücksbesitzer in Dresden, Tarl Friedrich Scheffel für 56 000 Taler. — Aus dem Burglehn zu Bautzen war Wilhelm Larl Heinrich Mitbesitzer eines Hauses, das im Jahre 1818 zum verkaufe gelangte. Lr starb zu Gber-Lunewalde am 1Z. Juli 1852. von den ihn überlebenden Kindern ist hervorzuheben: Julius Turt v. p., geboren zu Gber-Tunewalde am 10. April 1828, gestorben daselbst am 3. November 1900. Lr nahm die Güter Gber- und Mittel-Tunewalde für 83 000 Taler an und wurde am 31. Dezember 1852 als Besitzer eingetragen. Tr vermählte sich in Dresden am 2. Januar 1854 mit Agnes Tiara Freiin v. Wechmar. Julius Turts älterer Sohn ist der bedeutende Gberlausitzische Dichter und Schriftsteller Wilhelm Thristoph Wolf v. p., geboren zu Gber-Tunewalde am 14. Januar 1861, gestorben zu Bautzen am 13. November 1903 h. Wappen: 3m blauen Schilde ein silberner Flügel, belegt mit rotem Balken. Helm ungekrönt. Kleinod: Blau gekleideter Mannesrumps mit silbernem Kragen und roter, mit drei Pfauenfedern besteckter Mütze. Decken rechts rot-silbern, links blau-silbern. Siebmacher I, Taf. 163, Nr. 9 unter den „Mepßnischen". v. Poncet. lloan Kran^ois (Johann Franz) Boneet wanderte im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts in Dresden ein. Seine hervorragenden Leistungen auf technischem Gebieteh verschafften ihm bald eine angesehene Stellung h. Der Kaiser erhob ihn, Wien am 7. Tage des Thristmonats 0 Dieses Datum nach den Lehnsakten Lunewalde: v. Feilitzsch a. a. D. 5.244 gibt als Todestag den Id., als Begräbnistag den 25. Npril 1817. -) vergl. die eingehende Würdigung des Dichters im Neuen Laus. Mag. Bd. 81, S. 201 ff. 3) Einige kunstreiche von ihm verfertigte Uhren waren im 5ächsischen Hause der Großen Kunstausstellung in Dresden im Jahre Id08 ausgestellt. ff vergl. auch die anmutige Zchilderung des v. poncetschen Weinbergs bei Dresden und seiner Bewohner in w. v. Kügelgens „Jugenderinnerungen eines alten Mannes", IV. Teil, Tap. III, Vriginalausgabe, 19. Nufl. I8dd, 5. 250 ff. 29 L 450 v. Poncet. 1782, in den Reichsadelsstand h. Das Adelsdiplom erwähnt nach Poncets Angabe, „daß er von dem gutadelichen französischen Geschlechts der Poncet, welches noch im Lande Gex in Burgund bestehet, abstamme, daß sein Vater Samuel auch mit der Tochter eines regierungsfähigen Bürgers in Genf, Marie de Lhoudens, sich vereheliget habe, er selbst aber seit dem Jahre Siebenzehnhundert drei) und Sechzig die Stellung eines kursächsischen geheimen Kämmerers und Inspectors des grünen Gewölbes bekleide, drep seiner Söhne auch in kursächsischen Militär-Diensten als Gfficiers angestellet sepen" . . . vermutlich 2 ) sind die unter I —III Genannten die Söhne des Johann Franz p.: I. David Jacob p. erhielt nach elfjähriger Dienstzeit als Sous- Leutnant im Prinz Anton schen Regiment zu Fuß am 19. Februar 1780 sein AbschiedspateE). Lr kaufte am 14. Mai 1781 für 24300 Rtlr. von den Erben des am 14. Juli 1780 verstorbenen Lhristian Gottfried henrici das Erbgut No es (bl von Rothenburg). Zufolge des Einstandsrechts trat indessen Johann Friedrich Lhristian v. Licke in den Rauf ein. Am 23. April 1783 kaufte David Jacob v. p. von Adam Burchard Thristoph v. Schiebe!! die Mannlehngüter Wohla (bl von Elstra) und Nieder-Gersdorf (W von Elstra) nebst den dazu gehörigen benachbarten Dörfern Welka, Voderitz, Ossel, Talpenberg und Dobrig für 45000 Taler; am 18. Juni 1783 wurde er belehnth. Nieder-Gersdorf verkaufte er am 31. Oktober 1783 für 15 000 Taler an Karl Lhristian v. Besser, die übrigen Güter am 5. April 1787 an Heinrich August v. Gersdorff. David Jacob kaufte ferner im Jahre 1792 von Frau Auguste Gottliebe Henriette v. Nostitz, geb. v. polenz, deren Gut Tommerau (blbl^V von Rönigswartha) für 46 000 Taler. Am 19. März 1793 belehnt, verkaufte er schon im Jahre 1798 das GuK wieder an Johann Wilhelm Traugott v. Schönberg. vermählt war David Jacob mit Friederike Juliane v. Besser. Sie besaß im Jahre 1789 das schriftsässige Vorwerk Wilmsdorf, 1792 helfenberg. II. Lin Bruder David Jacobs, Johann Ludwig p., starb als pensionierter Premierleutnant und Regimentsqüartiermeister im v. Gers- dorffschen Regiment leichter Pferde am 12. September 1794^). Lr vermählte sich am 21. Juni 1777 zu Großenhain mit Johanna Lleonora Rarolina geb. Wepland, Witwe des kursächsischen Steuereinnehmers Lhristian Friedrich Lebrecht Roitzsch daselbst. Sie war am 5. September tz H.-Lt.-R. 7c>o. 3132, Rcta, Reichs-Rdel-Ltandes-Erhebungen, vol. V, 1777, BI. 202 ff. tz Wir vermochten in keinem der älteren Rirchenbücher Dresdens die Eintragung von Taufen poncetscher Rinder aus jener Zeit ausfindig zu machen. 3) kj.-5t.-R. Geneal. 7,00.31767, v. Poncet. Zu INitbelehnten nahm er an Bogislaus Eberhard Rnton v. Bohlen, Premierleutnant in Prinz Rntons Infanterie - Regiment und Larl Paul Zimmermann, Lrb- und Gerichtsherrn auf Rehnsdorf und Gersdorf. h tz.-5t.-R. Geneal. 7oo. 31767, v. Poncet. o. Poncet. 451 1747 geboren und starb als Witwe am 17. März 1796 zu Großenhain. Ls wurden ihm zwei Kinder in Großenhain geborenh: a. Johann Ludwig, geboren am 9. Februar 1777, I. p. s. in. b. Sophia Friederica, geboren am 7. März 1780. III. Johann Franz p. starb in Dresden als königlich Sächsischer Oberst der Kavallerie am 17. April 1814. vermählt war er mit Johanna (Jeanette) Henriette Wilhelmine geb. Müller, gestorben am 11. März 1828 h. Sie und ihre Schwester Lhristiane Karoline geschiedene Gberhosgerichtsrätin Or. Lrhardt erbten 1812 von ihrem Vater, dem Kegimentschirurgus Tarl Gottlob Müller das Kittergut Döbschütz (14 von Keichenbach). Km 6. März 1820 kaufte die genannte Frau I. h. W. v. p. den Anteil ihrer Schwester Lrhardt am Gute Döbschütz für 20000 Taler und ist nun alleinige Besitzerin. (Nach Mitteilung des h. Grasen Koon aus Krobnitz und Döbschütz). von den vier Söhnen Johann Franzens war der eine, Lrnst Friedrich Ludwig v. p. am 3. April 1818 im Alter von 17 Jahren im Kadettenhause zu Dresden gestorben h, die drei anderen ihre Mutter überlebenden Söhne waren (1—3): 1. Tarl Franz, Premierleutnant im 12. preußischen Husarenregiment zu Sangerhausen, geboren am 5. April 1797, gestorben als königlich preußischer Major a. v. am 19. Juni 1890 h. 2. Johann Franz Heinrich. 3. Julius Eduard, Sekondeleutnant im 12. preußischen Husarenregiment. Diese drei Brüder wurden zufolge Verfügung vom 18. Mai 1830 als Eigentümer von Döbschütz eingetragen. Zufolge Verfügung vom 16. Januar 1852 ist der Besitztitel für den Major a. D. Earl Franz v. p. berichtigt worden, worauf zufolge Verfügung vom 30. April 1865 Gustav Alexander Hedenus als Eigentümer eingetragen worden isth. Die genannten drei Brüder erwarben ferner am 1. Juli 1837 das Gut Wolfshain (Kreis Spremberg) und kamen am 4. Mai 1852 überein, daß Julius Eduard es für 40 000 Taler übernähme"). Der unter 2 genannte Johann Franz Heinrich v. p. kaufte am 7. Dezember 1827 das Mannlehnrittergut prauske (dl von Weißen- berg) samt dazu geschlagenem Handrick schen Bauergute von Wilhelm Gottfried Brescius. vermählt war er mit Sophia Augusta Biegon 0 v. Feilitzsch, Jur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meihn. Rdeli, 1896, 5. 245. h ks.-5t.-5I. Gen. 7,oe.ZI767, v. Poncet, h Ebenda. tz 5ein Grabstein ist auf dem Kirchhof zu Melaune (V7 von Döbschütz). Daselbst befinden sich ferner die Grabsteine folgender Glieder des Geschlechts v. p.: Johanna Henriette v. p., geb. v. Lippe, gest. 16. Dezember 1834 im 5llter von 37 J.Z 5alli v. p., geb. 5chäfer, gest. 7. August 1860; Anna Maria v. p., gest. 7. 5lugust 1863: Friederike v. Gertzen, geb. v. P., geb. I. Gktober 1827, gest. 24. November 1899. h Mitteilung des König!. Amtsgerichts Reichenbach, h Vetter, versuch einer Lhronik von Dubraucke, 1905, 5. 170. 29 " 452 v. ponickau. v. Tzudnochowska aus Insterburg. Folgende Kinder wurden ihm in vöbschütz geboren: n. Franz Rugust Clemens, geboren am 30. März 1838. b. Hans Franz, geboren am 24. Rugust 1839. e. Franz Heinrich, geboren am 10. September 1840. ct. Franz Günther, geboren am 28. Januar 1842. Der unter 3. genannte Julius Eduard v. p., geboren zu Lützen am 28. Juli 1802, wurde preußischer Husarenoffizier, dann Landrat, Geheimer Regierungsrat und starb zu Dresden am 16. Dezember 1883. vermählt hatte er sich: I. mit pauline Rmalie Tharlotte Friederike v. Lspinol, geboren am 31. Januar 1812, gestorben am 14. Juli 1867,- II. am 18. Dezember 1867 mit Eugenie Louise Hermine sep. Weltzien, geb. v. Espinolh. Wappen: Folgendes Wappen hatte der Kaiser bei der Nobilitierung am 7. Dezember 1782 verliehen^): . . . „einen in die (Huer getheilten Schild, in dessen obern göldnen Felde ein ausgespreizter, nach rechts sehender, goldgekrönter Rdler erscheinet, das untere Feld aber ist mit Silber und Roth sechsmal in die (Huer getheilet. Ruf dem Schilde ruhet ein frep offener adelicher, rothgesütterter, blau angelausener, mit anhangendem Kleinode, zur Rechten mit Gold und Schwarz, zur Linken hingegen mit Silber und Roth vermischt herabhangenden Decken versehener goldgekrönter Turniershelm, aus welchem drei) Straußenfedern, wovon die mittlere gold, die beeden äußern aber schwarz sind, hervorsteigen" . . . v. ponickau. Bei unserer Darstellung der Geschichte des uradeligen Meißnischen Geschlechts v. ponickau, das im Jahre 1308^) zuerst urkundlich aus- tritt, besprechen wir zunächst die (vberlausitzische, dann die Meißnische Hauptlinie. I. (vberlausitzische Hauptlinie. Wir greifen zurück aus Nikollv. p. aus Elstra (880 von Kamenz). Tr hinterließ zwei Söhne: Wolf. B. Hans. Ruf deren Rnsuchen begnadete König Ferdinand I. am 14. September 1528 Elstra, den alten Familienbesitz des Geschlechts v. p., mit Wochen- und Jahrmarkt und anderen Stadtrechten und verlieh dem Städtlein am Tage darauf (15. September 1528) ein Wappenh. Wolf begründete die Linie Elstra, Hans die Linie prietitz. 0 Ebenda. 2) ks.-5t.-R.Ro6. 3132, Ncta, Reichs-Ndel-5tandes-Lrhebungen !c.,vol.V,Bl.202 ff. Rnothe, Geschichte des Dberlaus. Rdels, 1879, 5.423. H B. G. tveinart, Rechte und Gewohnheiten der beyden INarggrafthümer Ober- und Niederlausitz, IV. Teil,»1798, 5. 471—474: verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II. Band, 5. 137. v. ponickau. 453 Linie Elstra. vor Hans v. Lchlieben, dem Verwalter der Landvogtei, erschienen zur Lehnsverreichung imIahrel 56 l Nikols Söhne, nämlich die Gebrüder Wolf und Hans v. p. aus Elstra und prietitz, ferner der Vertreter ihrer „Vettern", des kurfürstlich Sächsischen Kammerrats Hans, dann Thristophs, Joachims, Franzens und Fritzens, weiland Jakobs v. p. (von der Meißnischen Linie) aus lirakau und Petershain hinterlassener Söhne und Lehnserben; endlich Hans und Easpar, Söhne Taspars, eines bereits verstorbenen Lohnes des eben genannten Jakob. Wolf v. p. zu Elstra, geboren im Jahre 1506h, erhielt l56l folgende Güter zu Lehn verreicht: Frankenthal (^V von Bischofswerda), Pohla (blblO von Bischofswerda), Deutsch-Baselitz (blO von liamenz) und Burkau (dl von Bischofswerda). Nus den dem Landesherrn übermittelten Bericht der genannten Geschlechtsvettern, daß seit langen Jahren die v. p. und die v. Vaudissin so belehnt worden seien, „daß allewege das vorsellete Lehen von dem Nechsten aus den Nechsten Mannesgeschlechts auß lirafft gesambter Lehen kommen und fallen solle", wurde ihnen im Jahre 1567 von Maximilian II., 1577 von Nudolph II. ihre Güter zu gesamter Lehn verreicht, lvols war Landesältester Vautzner Kreises h; zugleich mit dem Landvogt und dem Landeshauptmann war er am 30. Januar 1547 h beteiligt an der Musterung der Kamenzer Truppen, die mit denen der übrigen Sechsstädte aus Befehl König Ferdinands gegen den Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen gestellt werden mußten. Gr starb am 1. Dezember 1580. vermählt war Ivolf mit Magdalena v. Schönberg. Sie schenkte ihm neben einer Tochter Elisabeth, die mit dem im Jahre 1626 gestorbenen Wilhelm v. Krähe auf Doberschau vermählt war, vier Söhne (I —IV): I. Hans Fabian. Siehe I. Nst. II. Tobias. Siehe S. 468. II. Nst. III. Wolf. Siehe 5. 469. III. Nst. IV. Nbraham. Siehe S. 471. IV. Nst. I. Nst. Hans Fabian v.' p., geboren im Jahre 1560, der älteste Sohn Wolfs, besaß Elstra mit Nauschwitz, Kindisch (beide 8 von Elstra), Taschendorf (blblO von Bischofswerda), Burkau (bl von Bischofswerda), prietitz (dl von Elstra), Möhrsdorf (^V8^V von Elstra), Nehnsdorf (8M von Elstra), Gersdors (^V von Elstra), Wohla (bl von Elstra), Welka (blvon Elstra), Boderitz, Gssel, Talpenberg und Dobrig (sämtlich ^V von Elstra), Baselitz. Die Güter prietitz, halb Elstra, Nehnsdors, Gersdorf sowie Vischheim (bl^V von Elstra) hatte er am 26. Mai 1616 von seinem Vetter Hans Wolf v. p., dem Sohne Hansens, tz Lein Geburts- und Todesjahr nach der alten Dberlausitzer üirchengalerie, S. 390. 2) Tarpzov, Ehren-Tempel der Gberlausitz, 1719, II. Teil, §. 174. h I. G. Bönisch, Beschreibung der Stadt Lamenz, 1828, S. 269. 454 v. ponickau. für 72000 Ntlr. gekauft*). Buch auf dem Burglehn in Bautzen war Hans Fabian eine Zeit lang angesessen: Er kaufte die daselbst gelegene Behausung Caspars v. Nadelwitz nebst daneben liegender Baustelle, erhielt den neuen Besitz l6l4 zu Lehn verreicht, verkaufte ihn aber l6l7 wieder an Nbraham v. Metzradt auf Gppeln. Hans Fabian nahm am 26. November 1592 als einer der Beisitzer teil an einer Ehrentafel („Nitterrecht") im Schlosse zu Bautzens. Im Jahre 1619 am 7. Juni unterschrieb er mit das Lehnspaktumh. Große Verdienste erwarb er sich um die Dber- lausitz als Landesältester des Bautzner Kreises. Ein eifriger Nnhänger der Böhmischen Union, einer der „Defensoren" der Dberlausitz, sah er sich, als Kurfürst Johann Georg I. im Jahre 1620 die Dberlausitz besetzte, genötigt nach Kottbus zu fliehen. Er wurde vom Generalpardon ausgeschlossen und seine Güter wurden sequestriert,- nach Zahlung einer Summe von 20000 Talern erhielt er indessen Begnadigung*). Seine vielfachen Bemühungen als Nbgesandter der Gberlausitzischen Stände zur Beilegung der Türkisch-Ungarischen Unruhen im Jahre 1605 erkannten die Stände dankbar an, indem sie ihm im Jahre 1606 eine goldene Medaille widmeten h. Hans Fabian starb am 18. oder 26. Juni 1632°). vermählt war er: I. seit dem 24. Nugust 1583 mit Magdalena v. Lichtenhain auf Etzoldshain und Gstrau im Kreise Zeitz, gestorben am 29. Oktober 1613h; II. seit dem 24. Februar 1615 mit Ursula v. Klüx a. d. h. Strahwalde, gestorben zu Kamen; am 10. März 1652°). von seinen dreißig Kindern, je fünfzehn aus erster und zweiter Ehe, überlebten den Vater folgende neun Söhne. Von seinen Töchtern seien erwähnt aus erster Ehe: Magdalena, die sich vermählte mit Hans Wolf v. Schönberg auf Bolbritz, Klixh; wohl auch aus erster Ehe: Barbara, die sich mit Hans Ernst v. Nechenberg verheiratete; aus zweiter Ehe: Unna Sabina, geboren 1617, gestorben 1665, vermählt mit Hans Friedrich v. Knoch, dessen Sohn Hans Ernst v. K. Elstra an sich brachte*"). 0 kllte Vberlausitzer Kirchengalerie, 5. 390. Mit prietitz und pertinentien war Hans Fabian am 15. Dezember 1616 belehnt worden. H.-St.-kl. Boo. 9545, ver- zeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Dberlausitz äs so 1604 — 1617, Fol. 295b. 2) Larpzov a. a. D. I, 5. 162. h Gberlaus. Lollektions-IVerk I, 5. 1055. h Siehe über ihn H. I. Scheuffler, Hans Fabian von ponickau, Der Defensor der Vberlausitzer Glaubensfreiheit, Natorps Evangelische Bruderliebe, II. Vd., I. Heft, sowie'die im Anschluß an diese Schrift sich entspinnende Kontroverse zwischen Scheuffler und Knothe: Neues Laus. Mag. Bd. 55, S. 380; Bd. 56, S. 20, Nnm. 1; Bd. 57, S.367; Bd. 58, S. 433. ö) Beschreibung der Medaille in der Laus. Monatsschrift 1801, I, s. 373; kllte Gberlaus. Kirchengalerie, S. 308; klbbildung bei Larpzov a. a. G. II, S. 176. 3) kllte Gberlaus. Kirchengalerie, S. 390. H Über böse Dmina bei dieser Hochzeit siehe Ehr. Hecke!, Historische Beschreibung von Bischoffswerda, 1713, S. 284. h Diese Daten nach dem Gothaischen Genealogischen Taschenbuch der Uradeligen Häuser, 8. Jahrgang, 1907, S. 608 ff. Fraustadt, Geschichte des Geschlechts v. Lchönberg, I. Kbt. B., S. 490. >«) Neues Laus. Mag. Bd. 30, S. 164. v. ponickau. 455 Hans Fabians Löhne (1—9): 1. I. Wolf. Liehe unten 5. 458 I. Zweig. 2. I. Balten Nikol. Liehe unten 5. 461 II. Zweig. 3. I. Elias. Siehe unten S. 463 III. Zweig. 4. I. Hans Fabian. Er war ebenso wie seine Brüder Tobias und Dam Wolf beim Tode des Vaters nicht in der Heimat. Die älteren drei Brüder taten für diese drei abwesenden, ebenso für die drei jüngsten, noch unmündigen Brüder nach dem Abscheiden des Vaters der Lehn zu rechter Zeit Folge. Hans Fabian ging in Kriegsdienste, wurde Oberstleutnant und starb unvermählt am 22. Juni 1638 h. Am 16. Oktober 1637 machte er sein Testament und setzte als Erbin ein „meine mir vertrawete und Liebste, die wohledle und vielehrentugentreiche Jungfer hippolitta von hessler"h. 5. I. Tobias, erhielt ebenso wie seine Brüder Hans Fabian und Hans Friedrich in der brüderlichen Teilung die Summe von 13198 Fl. 1 Gr. 2hs Pf. Er gehörte zur Armee des Herzogs Bernhard von Weimar und starb zu Dijon am 18. Juni 1637 h. 6. I. Dam Wolf, von ihm hören wir nichts mehr. 7. II. Taspar, erhielt in der brüderlichen Erbschichtung die väterlichen GüterNehns d orf mit Gersdors. Er verkaufte das Gut Nehnsdorf im Jahre 1642 seinem älteren Bruder Elias (vergl.S.464) und erwarb dafür am 14.lNärz 1642 aus dem Kreditwesen des verstorbenen Hans Otto v. ponickau, des Sohnes Hansens von der prietitzer Linie, das Kitter- und Mannlehngut Döbra (IMO von Kamenz) nebst den dazu gehörigen Dörfern. Taspar vertauschte Döbra schon im folgenden Jahre an seinen Schwager Hans Friedrich v. Knoch gegen dessen Gut Keichenbach von Kamenz). Taspar war vermählt mit Anna Magdalena geb. v. Luttitz, der Witwe Hans Heinrichs v. Luttitz, und kaufte von ihr das Gut Weißig (IMO von Kamenz)! am 16. März 1662 wurde er mit diesem Gute belehnt. Taspar, geboren zu Elstra am 15./25. Februar 1618, starb im Alter von 66 Jahren am 11./21. Februar 1685h. Am 27. August 1654 hatte er das Lehnspaktum unterzeichnet^). Taspar hinterließ neben einer Tochter Ursula Margarethe, die sich vermählte: I. mit Taspar Siegmund v. Nostitz auf Lemsdorf; II. mit Taspar Lhristoph v. Nostitz auf Leichnam, einen Sohn: Hans v. p. Dieser wurde am 25. Mai 1685 mit dem väterlichen Gute Weißig belehnt. Das andere väterliche Gut Keichen- tz h.-St.-kl. lwe. 9589, Oontirmationss über der Stände von praelaten, Herren und kldel des Rlarggraffthumbs Vberlausitz Rrivilscha I6Z7 ff., Fol. 110d, 132d. 2) H.-St.-R. D,oo. 9520, Vberlaus. Justizsachen, Val. XII. Georg Rudolph v. Trotha nennt die hippolitta von Hehler seine „vielgeliebte Schwester und Gevatterin". Lbenda. °) H.-St.-R. Roo. 9589, Loukrmationss ic., Fol. 110. Daselbst heißt cs: Herr Tobias v. p. a. d. h. Tlstra ist „zu Rzwn oder Ozwv, der Hauptstadt im herzog- thumb Rurgunt verstorben am 18. Öunii 1657". h Nach klusweis seines Epitaphs in Reichenbach! siehe Rloß, Geneal. Nachrichten, Rlspt. Bd. XII, v. ponickau. Vberlaus. Lollektions-Iverk I, S. 1056. 456 v. ponickau. bach verkaufte er im Jahre 1686 an Friedrich Adolph v. haugwitz. Am 6. Februar 1694 starb Hans, vermählt war er mit Sophia Dorothea v. Theler, einer Tochter Wolf Lonrads v. Th. aus Neschwitz und Zescha. Sie hatte ihm 2000 Taler als heiratsgut zugebracht und erhielt am Tage seiner Belehnung mit weißig, am 25. Mai 1685, den Leibgedingebrief über dieses Gut. Hans hinterließ eine Tochter Johanna Margarethe, die sich mit Johann Heinrich v. Zezschwitz aus Baselitz und Piskowitz vermählte, sowie einen einzigen Leibeslehnserben: Georg Heinrich v. p. Geboren zu lveißig am 24., getauft am 30. Juni 1673, wurde er am 24. März 1694 mit lveißig belehnt. An dem nämlichen Tage verkaufte er das Gut „zu Rettung des Lredits und Erhaltung guten Nachruhms" seiner Mutter Sophia Dorothea geb. v. Theler. Am 19. Mai 1696 belehnth, verkaufte sie das Gut lveißig am 25. Januar 1698 wieder ihrem Sohne Georg Heinrich für 12 500 Taler Raussumme. Am 10. Mai 1698 erhielt er die Belehnung,- am 22. November 1718 veräußerte er das Gut an Johann Adolph v. ponickau aus Milkel, Lomske, Biehla, Schmölln (vergl. S. 477) für 24 500 Taler und 100 Speziestaler Schlüsselgeld. Georg Heinrich erwarb nun am 11. April 1721 von Hans Christoph von Soeben das Gut Puschwitz (88^V von Rönigswartha) nebst drei Mandeln in der Toblenzer Heide, zwei Mandeln in Ralbitz und einem Schock beim hauptmann v. Lchön- berg auf Steinitz gekauften und bezahlten Bauholzes — für 7000 Taler. Am 9. Mai 1722 belehnt, verkaufte er Puschwitz am 9. Gktober 1723 an Hans Heinrich v. Zezschwitz, seinen zukünftigen Schwiegersohn, der sich am 10. November 1723 mit Georg Heinrichs einziger Tochter, Dorothea Elisabeth v. p. vermählte. 8. II. Hans Friedrich, kaufte von seinem Bruder Hans Mto das diesem in brüderlicher Teilung zugesallene Gut Bischheim (^Vbl^V von Elstra) und erhielt am 6. September 1648 den Lehnbries. Am l. Mai 1678 veräußerte er Vischheim an Nikol v. Maxen aus Hennersdorf und erwarb dafür in demselben Jahre von seinem gleichnamigen Vetter Hans Friedrich v. p. auf prietitz (vergl. S. 463) dessen Gut Lieben au (14^ von Ramenzft am 19. Dezember 1678 wurde er belehnt. Endlich kaufte Hans Friedrich noch am 27. April 1679 von Wolf Christoph v. Nostitz aus Rleinbautzen das Gut Dauban (14 von Weißenberg), wurde am 15. Dezember 1679 belehnt und verkaufte das Gut am 24. November 1684 an seine gleich zu erwähnende Gattin. Am 9. August 1686 starb er. Hans Friedrich Unterzeichnete am 27. August 1654 mit das Lehns- paktum^), er gehörte nach der im Jahre 1659 von den Ständen errichteten Waisenordnung.zu den ersten Assessoren des Waisenamts und 1) Ihr Lehnsträger war ihr Schwager Caspar Christoph v. Nostitz auf Leichnam, Döbeln, kurfürstlich Sächsischer Nat und Nmtshauptmann zu Bautzen. Sie nahm ihn in die Nkitbelehnschaft. 2) Dberlaus. Tollections-Ulerk, I. Band, S. 1056. v. ponickau. 457 zwar vertrat er als Besitzer von Bischheim den Bamenzer und Buhländer Breis'). vermählt war Hans Friedrich mit Nnna Maria v. Schleinitz. Sie kaufte von ihrem Gatten das Gut Dauban am 24. November 1684 und wurde am 29. November 1685 belehnt"). Sie verkaufte Dauban am 20. September 1686 an ihre drei Töchter (a-c): a) IungsrauUrsula Thristiane (Thristina), die sich später vermählte mit dem Sandesältesten Hans Nudolph II. v. Vischofswerder aus Lreba. b) Frau Latharina Elisabeth, vermählt mit Caspar Gottlob v. Nechenberg zu Medewitz. o) Frau Nnna Elisabeth, vermählt mit Tonrad Heinrich v. Zezschwitz aus pließkowitz. Mit Dauban wurden die drei Schwestern durch ihren Lehnsträger Tonrad Heinrich v. Zezschwitz am 26. September 1686 belehnt; am 18. Oktober 1688 verkauften sie das Gut an Christoph Friedrich v. Potenz. Das väterliche Gut Liebenau, das ihnen gleichfalls am 26. September 1686 zu Lehn verreicht worden war, verkauften sie 1687 an Tarl Christoph v. Gersdorsf. 9. II. Hans Otto, hatte in der brüderlichen Teilung das Gut Bischheim für 20184 Fl. 17 Gr. 6 ps. angenommen. Tr verkaufte das Gut 1648 seinem Bruder Hans Friedrich, von seiner Schwester, Frau Nnna Sabina v. Bnoch, geb. v. p., Frau aus Nlt-Döbern, in Vormundschaft ihrer unmündigen Söhne, kaufte Hans Otto, damals kurfürstlich Sächsischer Bammerjunker, zu Michaelis 1660 für 10 000 Taler das Gut Neukirch (8^V von Bautzen)"). Wegen „wichtiger chursürstlicher herrendienste und steter Nuswartung" konnte er sich nicht in Person zur Lehnsempfangung einstellen und beauftragte seinen Schwager Hans Henning v. Vlanckenseld ihn bei der Belehnung zu vertreten. Diese erfolgte am 12. Oktober 1661. Nm 14. November 1677 bat er den Burfürsten, das Gut Neukirch in Bunkel- und Spill-Lehn zu verwandeln: Ts sei ihm kürzlich sein ältester Sohn gestorben h, einen Sohn und vier Töchter besitze er noch. Zu Michaelis 1692 verkaufte er Neukirch an Taspar Otto v. Nostitz. Im Jahre 1672 am 26. November erwarb Hans Otto, jetzt als Bammerherr bezeichnet, das Gut Doberschütz bei Nieder-Gurig (IMO von Bautzen) von Christoph Nbraham v. Metzradt. Nm 13. Juli 1673 belehnt, verkaufte er es wieder am 1. Mai 1676 an ll). v. Lützelburg. 1682 brachte Hans Otto das Rittergut Iiedlitz (IMO von Bischofs- H Näuffer, Nbriß der Gberlaus. Geschichte, IV. Bd., 5. 332, 51. h 3n die gesamte Hand, nahm ^ zunächst ihren Lhejunker, dann ihre „Tgd- männer" v. Nechenberg und v. Zezschwitz. 2 ) Bd. I, L. 8d6 der Ndelsgesch. steht irrtümlich: Neukirch (blO von Nönigsbrück). 4) Hans (Mo v. p. schreibt, Dresden den 14. November 1677, dem Nurfürsten, „wie der Nllerhöchste verwichener Zeit meinen ältisten Sohn von dieser lvelt ab- gesordert, auf welchen ich und meine Lheliebste, daß zuförderst er Tw. Lhurfl. Durch!, hohem Hause dermaleinsten nuzbare Dienste zu leisten sich capabel machen und seinen übrigen Geschwistern treulich vorstehen würde, mir sonderbare Hoffnung gemachet hatte" . . . H.-St.-N. Boa. Y548, Das 8. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1672 — 81, Trbverwandlungen, Fol. 177. 458 v. ponickau. werda) von Franz Adolph v. Nostitz an sich, um es schon 1690 wieder zu verkaufen und zwar an Bernhard v. Schweinitz. Hans Dtto, geboren am 21 . Juni 1631h, starb im Alter von 64 Jahren am 13. Februar 1695 und wurde in Neukirch bestattet, vermählt hatte er sich im Jahre 1666 mit Maria Sabina v. Grünrod, Tochter Mols Dietrichs v. G. aus Seisersdors rc. Tr hinterließ einen Sohn Caspar Heinrich, kurfürstlich Sächsischen Hauptmann, sowie mehrere Töchter: Ursula Tatharina, vermählt mit Hans David v. Gppel aus Lampertswalde; Johanna Magdalena, vermählt 1681 mit Hans Caspar v. Minckwitz aus Luppa,- Maria Sabina, vermählt mit dem kurfürstlich Sächsischen Gberforstmeister hannibal Johann v. Schmertzings Fräulein Tatharina Sophiah. — Es sind noch die unter 1 , 2 , 3 oben (S. 455) angeführten Söhne Hans Fabians v. p. zu besprechen. I. Zweig. 1 . Mols v. p., der älteste Sohn Hans Fabians aus seiner ersten Ehe, erhielt in der brüderlichen Teilung prietitz und Möhrsdorf, von Christoph v. helwigsdors erwarb er das Gut Wiednitz von Kamenz), mit dem er am 16. Februar 1636 belehnt wurde. Im Jahre 1643 starb er^). vermählt war er: I. mit Barbara v. Miedebach, Tochter des Nikolaus v. W. aus Gegeln rc. Er ließ mit Einwilligung seines Vaters seine Gattin wegen eingebrachter 2000 Taler Ehegeld am 27. April 1626 aus prietitz verleibgedingen; II. mit Sophia v. Minckwitz, Tochter Christophs v. M. zu Nadibor. Sie ließ, wie eine Inschrist auf dem Altar der Kirche zu prietitz besagt, im Jahre 1646 den dortigen Altar ansertigen. von Wolfs Kindern kennen wir zwei Töchter und drei Söhne (a —o): a) Ursula Margarethe, vermählt mit Wolf Georg v. Schönberg auf Pulsnitz, dem Begründer des Hauses Berthelsdorsh. b) Sophia Eleonore, geboren zu prietitz Sonntag am 17. Juni 1640 st. n. früh V«4 Uhr, vermählt am 10. Mai 1656 mit Hans Nudolph v. Metzradt aus Uhpst, gestorben an ihrem Geburtstage, am 17. Juni 1722 2/41 Uhr im Alter von 82 I., begraben am 21 . zu Uhrist^). c) Wolf Heinrich. Siehe unten S. 460. 6 ) Wolf Magnus. Lr stand wie sein älterer Bruder Wolf Heinrich und sein jüngerer Bruder Wolf zunächst unter Vormundschaft der Brüder ihres Vaters, valten Nikols und Elias' v. p. Am 2 . September 1643 erhielten die drei Brüder einen Mutzettel wegen der väter- H Daten nach seiner Leichenpredigt, vergl. Kloß a. a. T>. Bd. XII, v. ponickau. 2 ) Wohl sicher ein früh verstorbener Sohn Hans Mtos ist Hans Wolf v. p. auf Neukirch, * 22. März 1657, ff 17. Februar 1676, dessen Epitaph sich nach Klotz a. a. G. Bd. XII, v. ponickau, in Neukirch befand. 3) Gothaisches genealog. Taschenbuch der Uradeligen Häuser, IY07, S. 608 ff. H Zraustadt, Geschichte des Geschlechts v. Schönberg, I. Band, Nbt. H.., S. 415. h Ioh. Laspar Faber, Pfarrer in Uhyst, Leichenpredigt auf sie, 1722. Lr meldet, daß ihr Sarg „gantzer 43 Jahr an Ihrem Schlafs-Bette gestanden". — Ihr Epitaph befindet sich noch heutigen Tages an der Nutzenwand der Uhpster Kirche. v. ponickau. 459 lichen Güter prietitz und Wiednitz. Wolf Magnus verkaufte am 18. August 1656 seinem älteren Bruder Wolf Heinrich das Gut prietitz') und dieser trat ihm dafür das Gut Hermsdorf ab. Am 29. Juni 1664 kaufte Wolf Magnus von seinem „Vetter" Elias v. p. (vergl. 5. 464) das Gut Rehnsdorf (8^V von Elstra) und erhielt es am 17. Juli 1665 zu Lehn verreicht.- Am 9. Mai 1666 starb er. vermählt mit Helene Sabina v. Rechenberg, hinterließ er zwei Söhne («-st): «. Larl Gottlob. Siehe unten. h. Wolf Magnus d. I. von ihm hören wir nichts mehr. Kurator dieser beiden Brüder war der Amtsadvokat Martin Stubritz in Bautzen. Ihre Mutter verkaufte nach erhaltenem veersturn alisnatorium Rehnsdorf und pertinentien am 17. April 1671 an Wolf Laspar v. Theler auf Wohla. «. Larl Gottlob v. p., der ältere Sohn des Wolf Magnus, kaufte im Jahre 1693 das Gut Medewitz (^V8M von Bautzen) von Georg Lhristoph v. Minckwitz für 9000 Taler Rauf- und 200 Taler Schlüssel- oder Herdgeld; am 11. September 1694 wurde er belehnt. Am 16. Oktober 1708 vertauschte Larl Gottlob Medewitz gegen Georg Friedrichs v. Rostitz Gut Zerna (8V^ von Rönigswartha) und erhielt noch 5000 Taler herausgezahlt. Am 20. September 1709 belehnt, verkaufte Larl Gottlob am 5. Mai 1712 Zerna an Hans Ulrich v. Rutt. Im Jahre 1710 erhielt Tarl Gottlob das Gut Rlein-Dehsa von Löbau) adjudiziert. Nach Ablauf des annus reluitionis wurde er am 15. Dezember 1711 mit dem Gute belehnt; er verkaufte es 1736 seinem Schwiegersohn W. R. v. Ziegler und Rlipphausen. Tarl Gottlob besaß ferner Ober- und Mittel-Lawalde (^V8^V von Löbau) und kaufte im Jahre 1723 hierzu noch Rieder-Lawalde von Taspar Heinrich lll.v.Rodewitz für 12 600 Taler; am 11. Februar 1724 wurde er mit diesem Gute belehnt. Dber-Lawalde verkaufte er am 29. August 1725 seinem Schwiegersohn Hans Taspar v. Wiedebach für 7100 Taler, nahm es aber 1726 wieder zurück. Tarl Gottlob starb am 30. Juni 1737 und wurde am 5. Juli begraben, vermählt war er mit Eleonore Theresie v. Bachstedt. Sie starb am 23. August 1734. Am 13. August 1698 hatte sie von Tonrad Heinrich v. Theler in Vollmacht Heinrich Adolphs v. Raussen- dors das Ritter- und Lehngut Thumitz (blO von Bischofswerda) nebst pertinentien für 4700 Taler und 30 Taler Schlüssel- oder Herdgeld käuflich erworben und erhielt es am 21. Februar 1699 zu Lehn verreichtH. Am 2. Juni 1699 verkaufte sie das Gut an Friedrich Wilhelm v. Schack auf Radibor. Tarl Gottlob hatte folgende Rinder (1—6): 1. Gottlob Ehrenreich. Er zedierte am 24. August 1737 seinem Schwager Wolf Rudolph v. Ziegler Gber-Lawalde. Diesem traten die Erben Tarl Gottlobs v. p. auch Rieder-Lawalde ab. h Laus. Magazin 17Y2, S. Z58. 2) Zu Lchnssukzessoren nahm sie an ihre männlichen Leibererben Tarl Friedrich und Gottlob Ehrenreich Gebrüder v. p. und nach deren klbsterben Tonrad Heinrich v. Theler auf Lollschwitz und Maximilian Gottfried v. Raussendorf auf Loga, Leutnant. 460 v. ponickau. 2. Sophia Eleonore. 3. Johanna Charlotte Sophia, vermählt mit Hans Caspar v. Wiedebach. 4. Maximilians Christians, geboren zu Zerna am 1. Januar 1700, gestorben zu Kittlitz am 2. September 1782, vermählt am 5. November 1737 mit Carl Friedrich v. Nostitz (tz d. (Oktober 1743) a. d. h. Klein-Dehsa und Gber-Lawaldeh. 5. Friederike Juliane, vermählt mit Wolf Nudolph v. Ziegler aus Klein-Dehsa. 6. Carl Friedrich, besaß Dppitz (0 von Königswartha) und kaufte 1710 von Johann Christian v. heldreich das Nitter- und Lehngut Nieder-Kotitz (8V/ von Weißenberg) für 6 600 Caler, „wie auch anstatt des Scklüssel- oder heerdgeldes eine gute Meße, so Herr Käufer Herrn Verkäufers Frau Gemahlin, Herr Verkäufer aber Herrn Käufers Frau Gemahlin acht Species-Ducaten zu geben hierbei expresse bedungen". Im Jahre 1714 trat Carl Friedrich dem v. heldreich das Gut Nieder-Kotitz wieder ab und erhielt dafür dessen vörflein prautitz (0 von Marienstern) sowie ein Vurglehnhaus in Bautzen. Als Gattin Carl Friedrichs auf Gppitz wird genannt eine Tochter Wolf Heinrichs v. Klüx aus Wendisch-Sohland2). Andererseits wird als (vielleicht zweites Gattin Carl Friedrichs „a. d. h. prietitz" angeführt Maria Nmalia v. Warnsdorf a. d. h. Krischa. Diese starb zu Bautzen am 9. Juli 1762°). o) Wolf d. I. aus hermsdors, das er 1664 von seinem Bruder Wolf Magnus (vergl. S. 458) übernommen hatteh, war mit Latharina Margarethe v. Gersdorff vermählth und hinterließ einen Sohn Hans Wolf, Leutnants. c) Wolf Heinrich v. p., der älteste Sohn Wolfs, geboren 1626h, erhielt in brüderlicher Teilung das väterliche Gut Wiednitz und wurde am 27. August 1647 mit ihm belehnt, verkaufte es aber schon 1649 an Wolf Heinrich v. Spor. Am 10. August 1656 kaufte er, wie bereits erwähnt (vergl. S. 458), von seinem Bruder Wolf Magnus das väterliche Gut p riet itzh. 1659 vertauschte Wolf Heinrich sein Gut prietitz gegen Kriepitz (0 von Llstra), bisher im Besitz seines Vetters valten Nikol v. p. (vergl. S. 461). Am 12. Mai 1659 mit Kriepitz belehnt, verkaufte er das Gut 1661 an das Kloster Marienstern. Wolf Heinrich besaß auch Möhrsdorf (MZ^V von Elstra). Cr Unterzeichnete mit das Lehnspaktum am 27. August 1654h. Am tz Nekrolog auf Frau Maximilians Lhristiana v. Nostitz, geb. v. p. im Lauf. Magazin, 1782, S. 278. Kloß a. a. D. Bd. IX, v. Nlüx. h Dresdner wöchentliche Frag- und Nnzeigen, 1762, Nr. XXXVIII. h k).- 5 t.-N. 9446, Erstes Buch Lämmer - Sachen im Marggrafftbum Gberlausitz, 1632-79, Fol. 227 ff. 5) Ebenda. °) Larpzov a. a. G. II, Taf. III, v. ponickau. ') Gothaisches Taschenbuch rc. 1907. ch vergl. Laus. Magazin 1792, S. 358. h Dberlaus. Lollektionswerk I, S. 1056. v. ponickau. 461 5. Juni 1663 starb er als Herr „auf Schade jSkado, 0 von Sensten- bergj und Möhrsdorf", vermählt war er mit Sophie Helene v. Metzrad t und hinterließ neben Töchtern drei Söhne (o 1—c 3): e 1. Ndam Heinrich, * 22. November 1660, ch 8. Juli 1726. e 2. lvolf Heinrich, * 21. September 1661, -f 26. November 1682, „in der ersten Ndventswoche". c 3. Wolf Georg, * 26. Npril 1663. Ndam Heinrich und Wolf Georg wurden am 31. Nugust 1683 mit Möhrsdorf belehnt. Wolf Georg überließ am 4./14. Nugust 1683 seinen Nnteil an diesem Gute seinem Bruder Ndam Heinrich. Vieser verkaufte das Gut am 1. Mai 1706 seinem Schwiegersohn Nudolph Heinrich v. Nitschwitz. Ndam Heinrich aus Skado und Möhrsdorf war vermählth: I. mit Magdalena Sibplla v. Staupitz, gestorben am 20. Npril 1709; II. seit dem 5. Mai 1716 mit Erdmuth Dorothea Sophia v. Luttitz, geboren am 25. Juli 1695, gestorben am 8. Juli 1733. Diese seine zweite Gattin kaufte am 9. Npril 1727 von Benno Siegmund v. Naussendors das Gut voberschütz (>V von Neschwitz) für 7000 Taler; am 17. Januar 1728 wurde sie belehnt. Sie geriet im Jahre 1731 in Konkurs und voberschütz wurde Wolf Gottlob v. Muschwitz adjudiziert. Ndam Heinrichs Deszendenz ist ausgestorben und somit ist der durch Wolf v. p. ('s 1643) begründete l. Zweig erloschen. II. Zweig. Balten (Valentin) Nikol v. p., geboren um 1601^), der zweite Sohn Hans Fabians, erhielt in der brüderlichen Teilung Haus und Gut Elstra. Seine beiden Güter „Bocka" (IMO von Bischofswerda; Burkau, 14 von Bischofswerda kann kaum gemeint sein) und Taschendorf (IMO von Bischofswerda) vertauschte er 1635 an Nudols v. Bünau gegen dessen Gut Kriepitz (0 von Elstra). Und gegen Kriepitz tauschte er 1659 das bisher im Besitze seines Vetters Wolf Heinrich v. p. (vergl. S. 460) befindlich gewesene Gut prietitz ein. Im Jahre 1669 wurde dem Balten Nikol das Gut Liebenau (bl^V von Kamenz) für 5600 Taler adjudiziert; am 11. September 1669 wurde er belehnt. Balten Nikol war Klostervogt von Marienstern; am Tage Iobannis baptistaa 1634 j24. Junij bestätigte er die Innungsartikel der Fleischer zu Wittichenau'I. Er unterschrieb am 27. Nugust 1654 dasLehnspaktumh. Mit der Bürgerschaft seines Städtleins Elstra hatte er wegen der ihm zu leistenden Dienste Streitigkeiten, die im Jahre 1672 durch oberamtlichen Spruch beigelegt wurden^). Nm 29. September 1674 starb Balten Nikol mit Hinterlassung der Güter Elstra, prietitz und Liebenau. Zweimal war er vermählt gewesen: I. mit Katharina v. Theler, geboren am 24. Nugust 1607, gestorben h vergl. Gothaisches Taschenbuch rc. 1007. h Lbenda. verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, 5. 305. h Dberlaus. Lollections-Iverk, I. Bd., 5. 1056. h lv einart, Rechte und Gewohnheiten, I, S. 118. 462 v. ponickau. am 15. Mai 1665*), Tochter Conrads v. Theler auf Neschwitz. Sie brachte ihrem Gatten 4500 Taler, je 24 silberne Groschen für 1 Taler gerechnet, als Lhegeld zu und wurde dafür am 28. August 1628 aus Bischheim, einem der Güter ihres Schwiegervaters Hans Fabian v. p., verleibgedingt,- II. am 2. Mai 1667 (1666?) mit Anna Dorothea v. Luttitz, geboren am 30. Mai 1636, gestorben am 12. April 1685H, Tochter des Mols Abraham v. L. auf Dürrhennersdors, Witwe des Hans Heinrich v. ponickau auf Liebenau. Sie vermählte sich wieder mit Heinrich Adolph v. Rabenau. Balten Nikol hinterließ aus erster The zwei Söhne: I. Taspar Rudolph. Siehe unten. II. Hans Friedrich. Siehe 5. 463. I. Taspar Rudolph v. p. erhielt im Jahre 1675 zu seinem Teile die väterlichen Güter Llstra und prietitz zu Lehn, Liebenau zu Erbe verreicht, von diesen Gütern fiel ihm in brüderlicher Teilung vom 26. Januar 1675 Llstra zu. Er verkaufte diesen alten Sitz seines Geschlechts im Jahre 1683 an den Hofmeister Hans Ernst v. Rnoch, einen Enkel Hans Fabians v. p. .Dafür kaufte er am 4. Februar 1683 von Georg Lhristoph v. Rahlen das Gut Luga (blI4^V von Bautzen) und erhielt es am 3. Dezember 1683 zu Lehn verreicht. Easpar Rudolph wurde 1689 Hofrichter in Bautzen H. Am 29. April 1692 starb er. Er war zweimal vermählt: I. mit Margarethe Elisabeth v. Rottwitz, die ihr Schwiegervater Balten Nikol v. p., wie er 1667 dem Gberamtshauptmann meldete, aus prietitz verleibgedingen lassen wollte; II. mit Anna Maria v. Minckwitz, Tochter Lhrenreichs v. M. auf Radibor. Er ließ sie 1682 gegen angenommene 2000 Taler Ehegeld laut Ehestiftung vom 9. März 1678 aus sein Gut Llstra mit 2000 Talern Gegenvermächtnis, 500 Talern zur Wohnung und 500 Talern für die weibliche Gerechtigkeit verleibgedingen*). Frau Anna Maria - überlebte ihren Gatten. Taspar Rudolph hatte folgende Rinder (1—6): 1. I. Gottlob Rudolph, er war zur Zeit des Todes seines Vaters bereits mündig und stand in ausländischen Kriegsdiensten und zwar als Leutnant zu Fuß in Diensten des Bischofs von Münster, im Regiment zu Fuß des (Obersten Freiherrn v. Hattstein, in der Kompagnie des Hauptmanns v. Lichtenfels. 2. I. Eva Sophia, vermählt mit Georg Bernhard v. Theler aus Neschwitz 5). 3. II. Taspar Rudolph, in Kriegsdiensten. 4. II. Gottlob Lhrenreich. >) vergl. Gothaisches Taschenbuch rc. 1907. H Lbenda. H 5. Großer, Lausitzische INerckwürdigkeiten, 1714, III, 5. 28. tz Nach dem verkauf Listras an Hans Ernst v. Rnoch wurde das Leibgedinge auf Unordnung des Dberamtsverwalters im Jahre 1684 wieder kassiert. H Larpzov a. a. G. II, Taf. III, v. ponickau. v. ponickau. 463 5. II. Tarl Friedrich, in Kriegsdiensten. 6. II. Heinrich Adolph, in Kriegsdiensten. Im Jahre 1693 verkauften die Vormünder der nachgelassenen Löhne Taspar Rudolphs zur Kettung des väterlichen Kredits das Gut Luga an Frau Johanna Magdalena v. Lchönberg, geb. v. Bomsdorff, aus Salga für 16600 Taler Kaussumme. Johann Fabian v. ponickau auf Nieder-Taubenheim (vergl. 5. 464) trat indessen in den Kauf ein. II. Hans Friedrich v. p., der jüngere Lohn valten Kikols, geboren am 4. Juli 1642H, erhielt in der brüderlichen Teilung vom 26. Januar 1676 die Güter prietitz und Liebenau und wurde am 14. Februar dieses Jahres belehnt. Liebenau verkaufte er im Jahre 1678 an seinen gleichnamigen Vetter Hans Friedrich v.p. (vergl. 5. 456). Unser Hans Friedrich v. p. auf prietitz starb am 7. Februar 1686 im Alter von 42 I. 30 w. 6 T. Gr war dreimal vermählt: l. seit dem 6. Mai 1666 mit Maria Magdalena v. Kaussendors a. d. H. Loga, gestorben am 3. April 1666^); II. seit dem 19. März (Mai) 1669 mit Theodora Elisabeth v. Vischofswerder, gestorben am 2. Juni 1669^); III. seit dem 20. Februar 1671 mit Louise Amalie v. Nostitz, Tochter Tarl Heinrichs v. N. zu Malschwitz, geboren am 6. Juli 1650, gestorben am 29. Juli 1726, nachdem sie sich 1690 wiedervermählt hatte mit Johann Georg II. v. ponickau aus Gppitz (vergl. 5. 472). Hans Friedrich ließ diese seine dritte Gattin am 14. Februar 1676 gegen empfangene 2000 Fl. Ehegeld laut Ehe- stistung vom 24. Februar 1671 aus sein Gut prietitz verleibgedingen. von Hans Friedrichs Kindern kennen wir aus seiner dritten Ehe eine Tochter Barbara Elisabeths), die sich vermählte mit Hans Haubold v. Schönberg auf Losei und Kleinbautzen, sowie einen Lohn: Tarl Friedrich v.p. Dessenvormund, TasparKudolph v.ponickau aus Luga, verkaufte nach vorausgegangenem veorstum alienatorium das Gut prietitz und pertinentien am 20. März 1686 an Tarl Friedrichs Mutter, Frau Louise Amalie v. p. Am 19. März 1687 belehnt, veräußerte sie das Gut am 24. Juni 1712 an ihren Sohn aus ihrer zweiten Ehe mitIohann Georg II. v.ponickau ausGppitz, den AppellationsratIohann Georg III. v.p. — Earl Friedrich war vermählt mit Anna Maria Tugendreich v. Klüx a. d. H. Wendisch-Sohland. Seine Linie blüht noch. III. Zweig. Elias v. p., geboren am 3. Juni 1606, gestorben am 24. Dezember 1667 5), der dritte Lohn Hans Fabians, erbte von den väterlichen Gütern h Geburts- und Todesdatum nach der Aufschrift seines in der herrschaftlichen Loge zu prietitz befindlichen Totenschildes. 2) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, VI. Teil, 1793, 5.85. 3) Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, N. I. 30, Nlspt. I. Teil, 5. 562-563. h Laus. Magazin 1786, 5. 367. °) vergl. Gothaisches Taschenbuch ic. 1907. 464 v. ponickau. Wohlah nebst den Dörfern Welka, Boderitz, Ossel, Talpenberg, Dobrig (sämtlich von Elstra). Km 6. Rpril 1633 wurde ihm lvohla zu Mannlehn verreicht, von seinem Bruder Taspar aus Döbra (vergl. 5.455) kaufte Elias dessen anererbtes väterliches Gut Rehnsdorf und erhielt es am 4. Dezember l 642 zu Lehn verreicht. Er verkaufte dieses Gut am 29.Iuni1 664 seinem Vetter Wolf Magnus v. p. (vergl. 5. 459). Elias befand sich wohl in ungünstigen Vermögensverhältnissen, denn er verpfändete um 1645 bei Wolf v. Maren zu lveicha eine seinem lveibe gehörige Rette für 181 TIr. 14 Gr. 9 Pf?). Elias war vermählt: I. mit Rnna Maria v. Theler, gestorben am 3. Mai 1633 früh zwischen drei und vier Uhr im Rlter von 32 I. 23 W?): II. mit Unna Dorothea v. Staupitz a. d. h. Rammenau, geboren daselbst am 1. Oktober 1634 als Tochter Hans Hartmanns v. St. Sie starb zu Luja am Ostermontag 1702h s17. Rprils. Frau Rnna Dorothea hatte ihrem Gatten 500 Fl. als Ehegeld zugebracht: dafür ließ er sie am 5. September 1662 aus lvohla und Rehnsdorf ver- leibgedingenh. lvohla ging dem Geschlecht v. p. im Jahre 1668 verloren: lvols Lonrad v. Theler erwarb das Gut. Elias' Sohn aus zweiter Ehe, Hans Fabian v. p., geboren am 28. Januar 1663, gestorben am 24. November 1720 früh um 10 Uhr, begraben am 4. Dezember in Neschwitz, war königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rat und Rmtshauptmann zu Bautzen. Er kaufte am 10. Mai 1688 von Ernst v. Schlieffen das Gut Uieder-Taubenheim (80 von Schirgiswalde), um es bereits am 10. Juni 1693 wieder zu verkaufen an Frau Maria Sidonia v. Warnsdorf aus Dber-Tauben- heim. Rls einer der Vormünder der Söhne Taspar Rudolphs v. p. (ch 1692) aus Luga trat er, als deren Gut Luga im Jahre 1693 an Frau Johanna Magdalena v. Schönberg verkauft worden war (vergl. S. 463), am 21. Mai desselben Jahres in den Raus ein, indem er sich des ihm als einem Rgnaten zustehenden Vorkaufsrechts bediente. Km 11. September 1794 wurde er belehnt. Er vergrößerte seinen Besitz, indem er am 19. Januar 1711 von Rudolph Heinrich v. Neitschütz auf Gaußig ein bei Neukirch gelegenes, früher zu Gaußig gehöriges Stück Holz für 1550 Taler, indem er ferner am 11. November 1715 von Wolf Kdolph v. Zezschwitz auf Saritsch die diesem gehörige, dicht bei Luga gelegene Saritschsche Wiese für 1000 Taler, auf sechs Jahre Wiederkäuflich, erwarb. Hans Fabian war auch in der Niederlausitz ansässig: Nach dem 0 klm d. Juli 1663 neuen Kalenders hatte Elias das Unglück, daß ihm sein Gut wohla vollständig abbrannte. kf.-5t.-kl. Uoe. 9520, Dberlaus. Justizsachen, vol. XII. 2) kf.-St.-kl. Boo. 9520, Dberlaus. Justizsachen, vol. XII. h I. G. Michaelis, vresdnische Inscriptiones und Lpitaphia, 1714, 5. 45. Vetter, versuch einer Lhronik von vubraucke, 1905, S. 77. b) Da beim Brande des Bautzner Landhauses die Konfirmation des Leibgedinge- briefes mit vernichtet worden war, so bat Elias 1664 den Gberamtshauptmann um eine neue Ausfertigung. v. ponickau. 465 Tode der Maria Elisabeth v. Pilgram, geb. v. Staupitz (fl zu Groß-Luja am 23. März 1699) fiel deren Gut vubraucke im Meise Spremberg an ihren Schwestersohn Hans Fabian v. p. Neben vubraucke besaß er auch Tschorno und Groß-Luja. vubraucke und Tschorno verkaufte er 1707 an den hannoverschen Leutnant Dietrich Mast v. Lochauh. vermählt hatte sich Hans Fabian im Jahre 1688 mit Dorothea Katharina v. Ende a. d. h. Königsseid. Wegen eingebrachten Eilgeldes in höhe von 2000 Talern ließ er sie am 12. November 1688 aus Nieder-Taubenheim verleibgedingen. Geboren laut der Inschrist des Epitaphs in der Kirche zu Neschwitz am 5. November 1664, starb sie am 19. September 1716. Hans Fabian hatte, soweit bekannt, folgende Kinder (1—5): 1. Johanna Elisabeth, geboren 24. September 1689, gestorben 12. März 1765, vermählt mit Wolf Tonrad v. Naussendors aus Neukirchh. 2. Tatharina Eleonore, vermählt mit Earl Ferdinand v. Zaionscheck auf holzkirch als seine zweite Gattin h. Die Lhestistung fand statt am 11. Juli 1718. 3. Lhristiane Helene, geboren 16., getauft 28. Juni 1702h, vermählt 1729 mit dem soeben genannten v. Zaionscheck als seine dritte Gemahlin. Sie überlebte ihren Gatten und setzte zu Erben ihres Rittergutes holzkirch (8 von Lauban) ein die später (S. 466 und 467) zu erwähnenden Söhne ihres Bruders Johann Fabian Gottlob v. p. auf Luga. Das Gut Weigersdors (Kl von Weißenberg), das sie am 1. Nugust 1728 von Earl Ferdinand v. Zaionscheck, damals noch ihrem Schwager, käuflich erworben hatte, war schon am 1. November des nämlichen Jahres für 19000 Taler in den Besitz Johann Nugust Ndolphs. v. Warnsdorf übergegangen. 4. Johann NIbrecht Ernst v. p. und Pilgram, geboren zu Nieder-Taubenheim am 5. Mai 1693, gestorben zu Werda am 7. Npril 1720 h, besuchte von 1712 bis 1713 die Nitterakademie zu Liegnitz h, kaufte zu Johanni 1719, damals Fähnrich, von Wolf Gottlob v. Klüx dessen Gut Werda (Kl^V von Rothenburg, am weißen Schöps) für 11000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld. Nach seinem frühen Tode verkaufte sein Vater Johann Fabian v. p. das Gut Werda am 21. September 1720 an Johann Nugust Ndolph v. Warnsdorf. Johann NIbrecht Ernst war vermählt gewesen mit Eleonore Sophie Tugendreich v. Warnsdorf. 5. Johann Fabian Gottlob, der einzige seinen Vater überlebende Sohn, pflanzte den Stamm fort. Geboren am 27. September 0 Vetter a. a. G. s. 100-101. 2) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, VI. Band, S. 86. » vergl. Laus. Magazin 1780, S. 64. tz Ebenda. h Nach dem Epitaph in Vaubitz, dessen Inschrift Kloß a. a. G. Bd. XII, v. ponickau, mitteilt. o) G. lvendt, Geschichte der Königs. Ritter - Akademie zu Liegnitz, Teil I, 1708 — 1840, Liegnitzer Programm 1896, 5. 62; Vierteljahrsschrift für tvappen-, Siegelund Familienkunde XX (1892), S. 265, Nr. 50. 466 v. ponickau. 1695, studierte er in Jena und gab daselbst eine Dissertation heraus h. Lr wurde am 6. August 1721 mit dem väterlichen Gute Luga belehnt. Am 29. Januar 1749 starb er. vermählt war er: I. mit Johanna Dorothea v. Rückhardt, die im Alter von 26 Jahren am 18. März 1729 starb^ II. seit dem 14. März 1731 mit Lrdmuth Louise Vitzthum v. Lckstädt a. d. h. Ränigswartha. Sie starb zu Bautzen am 14. November 1752. Am 27. Juli 1744 hatte sie von Wolf Gottlob v. Rlüx die Erb- und Allodialgüter Ober- und Nieder-Gelsa, Först- gen, Dubrau und Leipgen (sämtlich von Rothenburg) für 54 000 Ntlr. und 100 Speziesdukaten Schlüsselgeld gekauft. Johann Fabian Gottlobs Rinder verkauften das väterliche Gut Luga am 25. Mai 1761 an den Rauf- und Handelsherrn zu Bautzen August priber für 33 000 Taler uud 200 Taler Schlüsselgeld. Johann Fabian Gottlobs Rinder aus zweiter The sind (a —k): a) Johann Christian Rudolph. Siehe unten L. 467. b) Lharlotte Louise, geboren zu Luga am 6., getauft am 12. Januar 1736, vermählt mit Heinrich Wilhelm v. Briefen zu Liebichau in Schlesien. e) Tarl Gottlob, geboren zu Luga am 22., getauft am 26. Juli 1737, kurfürstlich Sächsischer Rapitän, übernahm von seinen Geschwistern die Güter Ober- und Nieder-Gelsa, Förstgen, Leipgen, Dubrau für 52 000 Taler am 25. Mai 1761 und verkaufte sie sämtlich am 18. Mai 1765 an Adam Bernhard v. Uechtritz. Tarl Gottlob war vermählt mit . . . pabst v. Ghainb). 6) Lrdmuth Augusta, geboren zu Luga am 9., getauft am 14. Juli 1738, vermählte sich mit dem Grasen L. S. Vitzthum v. Lckstädt auf Lichtenwalde, Auerswalde, Dtterwisch rc. und starb in Dresden am 8. April 1775 abends h. o) Friedrich Gottlob, geboren zu Luga Donnerstag am 18., getauft am 24. Februar 1740, gestorben zu Göttingen am 16. März 1767 als Premierleutnant im kurhannöverschen Infanterie-Regiment Sachsen-Gotha. k) Adolph Fabian, geboren Dienstag am 24., getauft am 30. September 1743, kaufte, damals Premierleutnant, am 13. April 1771 die Hälfte von Doebschke von Bautzen) von Hans Gotthels v. Globig. Am 17. Mai 1771 belehnt, verkaufte er diesen Besitz am 15. Juli 1772 an Tarl Friedrich Freiherrn v. Rochow aus Nedaschütz. Am 21. August 1779 erwarb Adolph Fabian, Rammerjunker, von Lhristiane Friederike Mulack das Rittergut Niethen (R^V von Löbau) für 8000 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld; am 16. September 1779 wurde er belehnt. 1785 erstand Niethen im Subhastationsverfahren Johann Gottlob Erdmann v. Nostitz. tz Schulze, Supplemeutband zu Gttos Gberlaus. Schriftsteller-Lexikon, S. 340. 2 ) Gothaijches Taschenbuch ic. 1907. h I- G. Schulze, Ahnentafeln adelicher Familien, Mspt. B. I. 28, Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, tz Laus. Magazin 1775, S. 132. v. ponickau. 467 a. Johann Christian Rudolph v. p., der älteste Lohn Johann Fabian Gottlobs, wurde zu Luga geboren am 12., getauft am 18. August 1733, studierte in Wittenberg, ging fin Braunschweigische Militärdienste und nahm zufolge der testamentarischen Bestimmung der Schwester seines Vaters, Frau Christiane Helene v. Zaionscheck, geb. v. p., deren auf 30 000 Caler taxiertes Rittergut holzkirch (8 von Lauban) an und zahlte seinen Brüdern deren Anteile heraus. Am 3. November 1760 wurde er mit dem Gute belehnt, am 6 . März 1801 verkaufte er es an Friedrich Christian v. Fromberg. Die mütterlichen Güter Ober- und Nie der- Gelsa samt pertinentien, die der unter c. genannte Carl Gottlob von seinen Geschwistern übernommen und 1765 an Rdam Bernhard v. Uechtritz verkauft hatte, wurden, nachdem dieser in Konkurs geraten war, am 25. August 1772 vom hofgericht den Gebrüdern Johann Christian Rudolph und Adolph Fabian v. p. für 30500 Taler adjudiziert. Bereits zu Walpurgis 1776 verkauften sie die Güter an Adolph Nikolaus Grafen v. Gersdorff zu Baruth. Johann Christian Rudolph starb am 30. Januar 1809 h. Cr hatte sich im November 1762 vermählt mit Henriette Marianne v. Schindel und vromsdorf a. d. h. Steinkirch. Geboren zu Nieder- Steinkirch am 23. Februar 1744, starb sie auf dem Gute ihres Gatten Ketschdors bei hirschberg am 30. März 1807 im 64. Lebensjahre mit Hinterlassung zweier Töchter und eines Sohnes h. Sie hatte ihm folgende Kinder geschenkt (« —x): «. Charlotte Henriette Ottilie Rudolphine, * 28. Januar 1764 h. sl. Marianne Caroline Lrdmuthe, * 6 .Mai 1765,fi4.August 1766. 7 . Carl Rudolph Heinrich Otto, *29. Mai 1766, ch 5.Juni a. 6 . 8 . Christiane Marianne Auguste, * 13. —14. Mai 1767. s. Rudolph Heinrich Otto Carl, * zu holzkirch 6 . Februar 1770, getauft 13. d. M.h. Johann Fabian Ferdinand, * zu holzkirch 27. Oktober 1771, getauft 31. d. M., ch 17. November a. 6 . in der 11 . Stunde vormittags h. 4 - Johann Fabian Friedrich Ferdinand, * zu holzkirch 31. Dezember 1772 früh Hs 2 Uhr, getauft 3. Januar 1773, gestorben am Scharlachfieber nach viertägiger Krankheit am 30. September 1783, begraben am 4. Oktober zu holzkirch h. K. Christian Gottlob Ernst Ludwig, * zu holzkirch 4. März Gothaische; Taschenbuch ic. 1907. h Laus. Monatsschrift 1807, S. 157. s) a-S nach Gberlaus. Nachlese, 1769, 5. 556. 4) Laus. Magazin 1770, S. 52. h Laus. Magazin 1771, S. 529, 545. h Laus. Magazin 1775, S. 4; 1785, S. 510. 50 * 468 v. ponickau. 1775 früh Vs5 Uhr, getauft 8. d. M., f als stucl. für. st cum. zu Leipzig 4. März 1797, an seinem Geburtstages. !. Caroline Wilhelmine Lrdmuth Amalie, * zu holzkirch 3. April 1777 nachmittags 2 Uhr, getauft 7. d. M., ch im Oktober 1783, beigesetzt zu holzkirch II. d. M?). x. Gustav Adolph Eduard Wilhelm, * zu holzkirch 28. April 1780 früh in der 1. Stunde, getauft 2. Mai"). Der Zweig ist erloschen. II. Ast. Tobias v. p?) auf Uammenau (blW von Bischofswerda) wurde im Jahre 1620 von seinen eigenen Gutsuntertanen, die er sehr bedrückt hatte, erschlagen''), vermählt war er seit dem Jahre 1590 mit Maria Freiin v. Schellendorfs, die, am 20. November 1571 geboren, im Jahre 1612 stark"). - Tobias v. p., ausdrücklich als „der Altere" bezeichnet, erhielt am 16. Juli 1632 von Dietrich v. Taube das Gut Nothnaußlitz (^V8>V von Bautzen) übergeben. Er besaß auch Schmölln (0 von Bischofswerda) Im Jahre 1636 starb er. von seinen Kreditoren kaufte am 5. Februar 1648 das Gut Schmölln Wolf Sigismund v. BaudissinI, nachdem bis zu diesem Tage von den Lehnsfolgern des Tobias sich niemand zur Lmpsangung der Lehn angegeben hatte. Nothnaußlitz erwarb am 13. April 1651 Hans Georg v. Taube. — Ein Tobias v. p., geboren 1565, gestorben am 11. Mai 1641 um 4 Uhr nachmittags"), begraben in Schmölln, besaß Schmölln und Nothnaußlitz. Er war vermählt mit Helene geb. v. Zobeltitz, Tochter weil. Hans Friedrichs v. Z. „zum Buchwäldchen". Am 18. Oktober 1616 hatte die Eheberedung stattgesunden. Am 13. Juli 1633 ließ er diese seine Hausfrau wegen zugebrachten Lhegeldes in höhe von 3000 Fl. Meißnisch „aus seine jetzige haltende und künftig überkommende Lehn- h Laus. Magazin 1775, 5. 83! Nekrolog in der Laus. Monatsschrift 1797, S. 241. h Laus. Magazin 1777, S. 127; 1783, S. 310. h Laus. Magazin 1780, S. 152. h Neben dem einen früher (5.455) erwähnten 5ohne Hans Fabians v.p. auf Elstra (* 1560, ch 1632) namens Tobias, der übrigens nach Tarpzov a. a. G. II, Taf. III, v. ponickau, unvermählt starb, begegnen uns einige weitere Glieder des Geschlechts v. p. mit dem Vornamen Tobias, die gehörig auseinander zu halten mit großen Zchwierigkeiten verbunden ist. vielleicht ist es uns nicht vollständig geglückt, h Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 126. °) Tarpzov a. a. D. II, Taf. I, S. 169. h k)-- 5 t.-N. Noo. 9546, Vas zweite Buch Gberlaus. Lehens-5achen, 1631-50, Fol. 263. 8) vie Jahreszahl 1641 nach kj-°bt.-N. L,oo. 9546, Erstes Buch Gberlaus. Lehens - Zachen, 1637 — 73, 5.64. — In der Neuen Zächsischen Nirchengalerie, Oiöcese Bautzen, 5p. 419, gibt der Verfasser der „parochie Zchmölln" die Inschrift des Leichen- steins des Tobias v. p. und nennt als Todesjahr des im kllter von 76 Jahren gestorbenen das Jahr 1611. Dem entsprechend bezeichnet er als sein Geburtsjahr auf Zpalte 418 das Jahr 1535. Nach den Angaben des -kl. jp aber 1641 sein Todesjahr und demnach 1565 sein Geburtsjahr. v. ponickau. 469 guter" verleibgedingen, nachdem er Rammenau und Schönbrunn am 28. Juni 1622 an Christoph v. Staupitz verkauft hatte *). Tobias starb ohne eheliche' Leibeslehnserben. Seine nächsten Agnaten und Lehnsvettern waren seines zuvor verstorbenen Bruders hinterlassene Söhne а. d. l). Tlstra, die aber schon über Jahr und Tag die Lehn über Schmölln und Raußlitz nicht gemutet und gesucht hatten, so daß es schien, als wollten sie von der Sukzession in den beiden überschuldeten Gütern ab- sehen und sie dem Kurfürsten überlassen^). III. Ast. Wolf v. p., der dritte Sohn Wolfs auf Elstra, besaß Franken- thal (>V von Bischofswerda). Geboren im Jahre 1667, starb er am б. Februar 1612 und wurde in der Kirche zu Frankenthal begraben, wo man im Jahre 1806 seinen Grabstein aussand"). vermählt war er mit Marianne v. Pannewitz und hinterließ folgende Söhne (1—6): 1. Wolf, der älteste Sohn Wolfs, besaß Schönfeld „im Gebirge" (wohl Schönfeld bei Annaberg) eigentümlich und hatte das väterliche Gut Frankenthal in Pacht. Lr erwarb später von seinem Bruder Hans Wolf das Gut Frankenthal käuflich und erhielt es am 9. Juli 1633 zu Lehn verreichth. Vermählt mit Barbara Freiin v. Schellendorfs, Schwester Wolfs Freiherrn v. Sch. aus Königsbrück, hatte er vier Töchter, sowie einen Sohn"): Brigitte, Susanna Dorothea"), Margarethe Agnes, Marianne, Adam. Adam v. p., der einzige Sohn Wolfs, kaufte am 21. Juli 1667 von Friedrich Adolph v. haugwitz das Gütchen Gber-Schönbach (8Wvon Löbau) für 3000 Taler. Lr verkaufte es 1697 an Thristoph Siegmund v. Raussendors für 6000 Taler I. Später besaß Adam das Gut Schönfeld und zuletzt Keula bei Muskau. vermählt war er mit Anna 0 Entgegen den Bestimmungen der Gesamtbelehnung und dem bisher beobachteten Gebrauch, vor dem verkauf der Güter an Fremde sie vor allem den nächsten Rgnaten anzubieten oder ihre Zustimmung zu der beabsichtigten Veräußerung einzuholen, waren die Lehnsvettern erst nach dem verkauf des Gutes Rammenau um ihren Ronsens ersucht worden. Sie willigten, Ramenz den 22. September 1622, in die Veräußerung des ponickauschen Gutes Rammenau an Thristoph v. Staupitz unter der Bedingung, daß 55 000 Fl. in Lehn verwandelt und ihnen die IRitbelehnschaft daran bewirkt werde. — Rls Lehnsvettern werden aufgezählt Hans Fabian v. p. auf Elstra und prietitz, Nikol, Wolf Rbraham und Hans ^ahx>b v. p. auf Pohla und Kriepitz, Georg Rudolph v. p. auf Neschwitz, Hans Christoph v. p. auf Baselitz, Hans v. p. auf Döbra und Rudolph v. p. auf der Herrschaft Hoyerswerda. H.-St.-R. Boa. 9550, Lonfirmationer über der Stände von Herren und Rdel im IRarggraffthum Gberlausitz Privilegien ao 1657 — 95, Fol. 105. H.-St.-R. I-oo. 9646, Erstes Buch ic., S. 64. Larpzov a. a. V. II, Taf. I, S. 169; Neue Sächsische Rirchengalerie, Viöcese Ramenz, Lp. HZ. H H.-Lt.-R. I^oo. 9546, Vas 2. Buch Gberlaus. Lehnssachen, 1651—50, Fol. 111. °) H.-St.-R. Boa. 9520, Gberlaus. Iustizsachen, vol. XIII. Rkit Susanna Dorothea war verlobt Zdieslau v. Stampach, wie er in einem Schreiben „Tannbergk den 7. Septembris ao 1657" dem Rurfürsten meldet. H.-St.-R. I-oc. 9520, Gberlaus. Justizsachen, vol. XIII. h Im Raufinstrument hat Rdam v. p. die Bezeichnung „Ritter und Herr". 470 v. ponickau. Beata v. haugwitz a. d. h. Nieder-Neukirch und hinterließ eine Tochter Maria Sophia, die sich mit Wolf Tonrad v. Raussendorf vermähltes. ^ -m 3°h.- ,S2,->. 4. Tobias, besaß Dber-Burkau. von seinem Vetter Nikol v.p. zu Pohla (vergl. S. 474) kaufte er eine Mühle zu Burkau, mit der er am 9. Oktober l627 belehnt wurde. Tr trat diese Mühle noch vor dem Jahre 1631 seinem Bruder Elias ab. 5. Elias, Rittmeister, besaß das Gut Nieder-Burkau. Nachdem er seinem Schwager Hans Hartmann v. Staupitz im Jahre l63l die eben erwähnte, von seinem Bruder Tobias ihm abgetretene Mühle überlassen hatte, verkaufte er ihm am 26. Juli 1634 sein ganzes Gut Nieder-Burkau und bevollmächtigte seinen Gheim Taspar v. Soeben „und Groß-Döbern" zur Lehnsauflassung. Der Raus scheint indessen zurückgegangen zu sein, denn nach Elias' Tode richteten sein Bruder Tobias und seine Vettern Georg Nudolph, Balten Nikol, lvols, Elias, Hans Georg und Taspar an den Kurfürsten im Jahre 1643 ein Bittgesuch, es möge das stark verschuldete Nieder-Burkau als ein „altväterliches Guth" doch ihrem Geschlecht erhalten bleiben und nicht Fremden abgetreten werden b). 6. Hans lvols, besaß das sehr verschuldete väterliche Gut Frankenthal. Hans Fabian v. p. aus Elstra und Lhristoph v. Minck- witz aus Radibor suchten 1629 beim Kurfürsten an, er möge genehmigen, daß das ihrem unmündigen Vetter und Pflegesohn Hans lvols v. p. in brüderlicher Teilung zugesallene Gut Frankenthal verkauft und dem älteren Bruder lvols v. p., der eine Schuldforderung von 7000 Gulden aus dem Gute stehen hatte, überlassen werde. Der Kurfürst trug indessen Bedenken dem Ansuchen zu willfahren, da ja lvols das Gut Frankenthal in Pacht habe und zu vermuten sei, „er werde in den unmündigen Bruder um die Rlienation des Guts so hart nicht drängen" h. Wenige Jahre später verkaufte indessen Hans Wolf Frankenthal seinem Bruder Wolf, der am 9. Juli 1633 mit dem Gute belehnt wurde''). Hans Wolf hatte am 6./16. März 1639 in Bischofswerda ein Duell mit Rudolph v. Gersdorsf auf lveidlitz und verletzte seinen Gegner durch einen Degenstoß so schwer, daß er nach zwölf Stunden starb °). ft Tarpzov a. a. G. II, Taf. I, S. I6d. ft Ebenda. ft Frau Anna verw. v. Loeben, geb. v. Pannewitz, die Schwester der Mutter des Mas, hatte eine größere Geldsumme auf Burkau geliehen und wollte das Gut „lieber einem Frembden gönnen". Der Kurfürst empfahl am 21. August 1643 auf das Bittgesuch, einen vergleich mit den Gläubigern anzustreben. Dieser kam indessen nicht zustande; die Gläubiger wollten das Gut Frau Anna v. Loeben zukommen lassen und übertrugen ihr die Administration. Bei dieser Sachlage verordnete der Kurfürst am 26. April 1644 auf ein abermaliges an ihn gerichtetes Gesuch des Tobias v. p. vom 21./31. März 1644 um seine Intervention, es solle sich dieser „an Gleich und Recht begnügen lassen". Lehnsakten Burkau. ft H.-St.-A. Gberlaus. Iustizsachen, Boa. Y5I7 ff., vol. VIII. ft ft.-St.-K. Boo. 9546, Vas zweite Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, Fol. III. ft ft.-St.-A. Boo. 9557, Lntleibungen im Marggraffthum Vberlausitz, vol. I, o. ponickau. 471 IV. Nst. Nbraham v. p., der vierte Sohn woiss aus Elstra, besaß Kriepitz sO von Elstra). Er starb im Jahre 1606 mit Hinterlassung dreier Söhneh (I-III): I. Nikol. II. Wolf Nbraham. Siehe unten an letzter Stelle. III. Hans Jakob. I. Nikol v. p. besaß Pohla (lMO von Bischofswerda) und legte 1600—1610 aus eingezogenen Bauergütern ein Vorwerk daselbst anh. Im Jahre 1631 suchte er die Lehn über das von seinem Bruder weil. Hans Jakob hinterlassene Gut Gödlau (8 von Elstra). Nikol fand im Jahre 1631 durch einsallende Kroaten einen gewaltsamen Todh. III. Hans Jakob besaß Gödlau. Nach seinem Tode suchte sein älterer Bruder Nikol die Lehn über dieses Gut. II. Wolf NbraHam v. p., der mittlere Sohn Nbrahams, pflanzte den Stamm fort. Ihm gehörten die Güter Kriepitz, sowie Wendisch-Baselitz (0 von Kamenz). Kriepitz war ihm nach dem Tode seiner Großmutter Frau Magdalena v. p., geb. v. Schönberg (vergl. S. 453), der Gattin Wolfs (f 1580) aus Elstra zugefallen. Sie hatte das Gut leibgedingsweise und auf Rückfall inne gehabt. Nm 16. Mai 1624 mit Kriepitz belehnt, verkaufte er das Gut 1626 an Rudolph v. Bünau. von seinem anderen Gute Wendisch-Baselitz verkaufte er Zeinen Teil, nämlich acht ganze, zwei halbe Hüfner, sieben Gärtner und zwei Häusler, samt der Hahnmühle und zwei Teilen an der Schenke im Jahre 1625 an Nbtissin und Konvent des Klosters Marienstern. Wolf Nbraham erhielt von dem kurfürstlichen Rumormeister Wilhelm v. Krähe wegen ihm angeblich zugefügter Beleidigungen am 8./18. Dezember 1621 eine Herausforderung zum Zweikampsh. vermählt mit Euphemia v. Soeben hatte Wolf Nbraham zwei Söhne: Fol. 111. — kseckel, Beschreibung von Bischoffswerda, 1713, S. 298 nennt den 7. März 1639 als Tag des Zweikampfs. Der gefallene v. Dersdorfs wurde am 28. März „adelicher Weise" begraben. tz Larpzov a. a. V. II, Taf. I, 5. 169. h Neue Sächsische Rirchengalerie, Oiöcese Bautzen, Spalte 363. Hans Trifft Schönlebe, der Vormund des unmündigen Hans Georgs I. v. p., eines Neffen und Erben Nikols, schreibt am 12. Februar 1632 an den Dberamts- verwalter über sein Mündel und erwähnt dabei die traurige Begebenheit mit folgenden Worten: Nachdem „bep vorwichener Unruhe und der Trabaten Einfall in der Stadt Bischofswerda sein Vetter (Titel.) Nicol von ponigkau uf Pohla seel. von den Trabaten doselbsten am 17./7. Dctobr. verstrichenen 1631. Jahres erbärmlicher Weiße niedergemachet, wie auch sein mündiger Bruder (Titel) Wolf Lhristian v. ponigkau seel. nicht weit von Pohla in einen Gepüsche gleicher Gostaldt niedergehauen worden und dahero wegen solcher unverhofften Fälle uf ihm shans Georg) als einzigen und nehsten Agnaten das Rittergut sambt denen darzu gehörigenvorffpohla nebenst denvorffJedelau sambt allen dererselben pertinentien, Nuzung, herrligkeiten und Gerechtigkeiten gefallen und gestammet", so bittet er für sein Mündel um einen Indultschein. Lehnsakten Pohla. tz H.-St.-N. Noo. 9617, Gberlaus. Justizsachen, vol. II. 472 v. ponickau. Mols Christian. Lr wurde 1631 von Kroaten bei Pohla niedergehauen h. 2. Hans Georg I-, geboren 1614, gestorben am 24. Januar 1675 2 ), wurde, mündig geworden, am 25. Juli 1635 mit den nach dem Tode seines Oheims Nikol Hs 7./17. Oktober 1631) ihm zugesallenen Gütern Pohla und Gödlau belehnt. Gödlau verkaufte er zu Michaelis 1668 an Balthasar Hieronymus v. Kottwitz. - Km 27. Nugust 1654 Unterzeichnete er mit das Lehnspaktum^). vermählt hatte er sichh: I. 1636 mit Nnna Helena v. Börnsdorfs, geboren am 19. Mai 1615, gestorben am 4. Februar 1653; II. mit Marianne v. Bomsdorss, gestorben 1686. Lr hinterließ drei Söhne: a) Hans Mols. b) Hans Georg II. c) Tobias Gottlob, war beim Tode seines Vaters abwesend^). a) Hans Mols v. p., der älteste Sohn Hans Georgs I., besaß bis 1670 Dppitz (0 von Königswartha), kaufte 1675 von seinem Schwiegervater Valentin Nikol v. Metzradt das Gütlein Friedersdorf (80 von Hoyerswerda), verkaufte es ihm aber 1677 wieder zurück °) und erwarb zu Michaelis dieses Jahres (1677) von Wolf Thristoph v. Luttitz das Gut Petershain (bl>V von Kamenz). Nm 16. Juli 1678 mit diesem Gute belehnt, verkaufte er es am 31. Dezember 1682 an Johann Ndam v. Schönseldt. Hans Wolf „aus Pohla und Dppitz" hatte sich nach Nusweis des Lohsaer Kirchenbuchs am 27. Oktober 1667' vermählt mit Nnna Sophia v. Metzradt, Tochter Valentin Nikols v. M. zu Batzen. Geboren 1652, starb sie am 21. Oktober 1721h. Im Lohsaer Kirchenbuch finden wir folgende Kinder Hans Wolfs verzeichnet: Helena Sophia, * 14. Juni 1669, nachts 11 Uhr, „hat gelebet O /2 Stunde". Taufpaten waren die Großeltern: Valentin Nikol und Nnna Helena v. Metzradt; Sophia Helena, * 6. März 1673, getauft 22. März (ihr Vater Hans Wolf v. p. ist hier genannt „auf Natzen"); Dorothea Elisabeth, * 5. Sonntag nach Trinitatis 1675 s4. Juli; das Kirchenbuch nennt irrig den 7. Julis, erhielt die Nottause, starb in der folgenden Nacht. - Mit Nugust Gottlob v. p., dem Enkel Hans Wolfs, erlosch seine Linie. d) Hans Georg II. v. p., der mittlere Sohn Hans Georgs I., geboren nach Nusweis der Inschrift seines in der herrschaftlichen Loge zu 1) Siehe Anmerkung 3 auf voriger Seite. 2 ) Nach der Aufschrift des ihm gewidmeten, noch heutigen Tages in der Kirche zu Pohla hängenden Totenschildes. 3) Gberlaus. Lollections-lverk I, S. 1056. y Gothaisches Taschenbuch ic. 1907. °) Larpzov a. a. T>. II, S. l69, Taf. I, nennt ihn nur Tobias und gibt an, er sei kurfürstlich Sächsischer Major in Morea gewesen »nd ohne männliche Nachkommen in Schlesien gestorben. °) ks.-St.-A. Noo. 9547, Vas vierdte Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1666-81, 5ol. 69. y Gothaisches Taschenbuch rc. l907. v. ponickau. 473 prietitz befindlichen Totenschildes am 26. Juni 1644, gestorben im Mer von 53 Jahren am 23. Juni 1697, besaß Gppitz und prietitz. Oppitz mit Ausnahme des Kirchlehns zu Milkel und zweier Bauern zu Hermsdorf kaufte er am 5. April 1679 von Johann Maximilian v. Dallwitz zu hermsdors*). Das väterliche Lehngut Pohla, das er zufolge Vergleichs vom 16. März 1675 angenommen hatte und mit dem er am 6. April 1675 belehnt worden war, hatte er bereits am 26. Oktober 1678 seinem Vetter, dem kurfürstlichen und kurprinzlichen Kammerherrn Johann v. p. aus Belgershain und Schönbrunn (vergl. 5. 484) verkauft. Hans Georg II. war vermählt-): I. seit dem 23.November 1678 mitAnna Dorothea v. Larlowitz, geboren 1650, gestorben am 10. Februar 1687; II. seit dem 29. März 1690 mit Louise Amalie geb. v. Nostitz, Witwe Hans Friedrichs v. ponickau (vergl. S. 463). Geboren am 6. Juli 1650, starb sie am 29. Juli 1726. Ihr Denkmal ist in der Kirche zu prietitz ^). Hans Georg II. hatte zwei Söhne (1-2): 1. I. Johann Gottlob. Noch unmündig kaufte er mit Einwilligung des Waisenamts und seines Kurators am 15. April 1701 das Gut Techritz (8>V von Bautzen) von Joachim Heinrich v. Leubnitz für 12 000 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld. Bereits im Jahre 1703 geriet das Gut in Konkurs. 2. II. Johann (Hans) Georg III., geboren am 12. März 1691, gestorben im Oktober 1741, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Appellationsrat, kaufte am 24. Juni 1712 von seiner Mutter das Gut prietitz für 15 000 Ntlr. Er bat im Jahre 1737 den Kurfürsten, da er nur Töchter habe und beim Appellationsgericht 24 Jahre, „darunter 21 Jahre ohne einige Besoldung und Emolument treue und fleißige Dienste geleistet" habe, prietitz aus Mannlehn in Allod und Erbe zu verwandeln, vermählt war Johann Georg III. mit Sophie Auguste v. Heynitz, geboren 1696, gestorben 1771. Ihr verkaufte er am 2. September 1741 das Gut prietitz „mit der aus fremdem Grund und Loden competirenden servitute puscenlli", ferner mit dem ehemals von einem Wohlaschen Untertan erkauften und am sogenannten Kalbsberge gelegenen Stück Holz für 25 000 Taler. Am 27. November 1742 wurde sie belehnth. Sie verkaufte prietitz am 25. Oktober 1751 ihrem Schwiegersohn Hieronymus Friedrich v. Stammer. Johann Georg III. hinterließ zwei Töchter (u-b): u) Louise Amalie, geboren zu prietitz am 4. Dezember 1714, gestorben zu Meißen am 17. September 1787, vermählt am 18. April 1743 mit Wolf Adolph v. Theler auf Jahnas. b) Johanna Auguste, geboren am 3. Oktober 1720, gestorben zu Merseburg am 17. Juli 1781, vermählt im September 1745 h k)-- 5 t.-ki. Iwa. 4548, Vas 8. Buch Dberlaus. Lehens-Lachen, 1672 — 81, Trb- verwandlungen, Zol. 260. 2 ) Tothaisches Taschenbuch ic. 1407. 3) (burlitt, Bau- und Uunstdenkmäler Sachsens, 35. kfest, § 274. y Zu Mitbelehnten ernannte sie Iohann Georg v. Maxen auf Pulsnitz und Adolph Benjamin v. Theler auf Wohla. 5) Ihr Nekrolog im Laus. Mag. 1787, S. 313. 474 v. ponickau. mit Hieronymus Friedrich v. Stammer, dem späteren Landvogt der Dber- lausitz H. Der Bst blüht nicht mehr. 8. Linie Prietitz. Hans v.p., der jüngere Sohn Nikols auf Llstra, besaß prietitz. von Dietrich v. Schlieben als dem Bevollmächtigten des Eustachius v. Schlieben und der übrigen Gebrüder und Vettern v. Schlieben kaufte er die „Halben- dorfser Spolaw und Brieskaw" (Spohla und Brieschko, beide 880 von Hoyerswerda) und wurde am 8. Juni 1562 mit diesem Besitz belehntH. Hans v. p. war am 21.Rugust 1562 einer der Zeugen beim vorritt Ludwigs v. Nosenhagen (Rosenhain) H. Im Jahre 1572 wurde er Rmts- hauptmann zu BautzenH. Er hinterließ vier Söhne: I. Hans Wolf. Siehe I. Bst. II. Georg Rudolph. Siehe S. 475 II. Bst. III. Hans Ehristoph. Siehe S. 480 III. Bst. IV. Hans d. I. Siehe S. 481 IV. Bst. I. Bst. Hans Ivolf v. p., der älteste Sohn Hansens, besaß prietitz, Baselitz und Zubehör, kaufte von Wolf Georg v. Schönberg Dorf und Vorwerk Hennersdorf (dl^V von Elstra) und erhielt den Besitz am 18. Juni 1604 zu Lehn verreicht"). Zwölf Jahre darauf (1616) verkaufte er, wie bereits erwähnt, sein Gut prietitz samt pertinentien an seinen Vetter Hans Fabian v. p. (vergl. Linie Elstra, I. Bst, S. 453). Hans Wolf starb im Jahre 1617; zu seinem Bndenken wurde in der Hauptkirche zu Kamenz ein kostbares Epitaphium errichtet"). Hans Wolfs einziger Sohn Rudolph erbte von seinem Vater die Güter Baselitz und Hennersdorf samt Gelenau (8^V von Kamenz). Er verkaufte sie sämtlich an seinen Vetter Hans Ehristoph v. p. zu Naußlitz (vergl. S. 480), der am 13. Bpril 1622 mit ihnen belehnt wurde. Rudolph hatte am 18. Januar 1620 von Seyfried Freiherrn v. Rittlitz die Herrschaft Hoyerswerda für 235 000 Taler erworben. Bin 4. Januar 1621 bestätigte er die Privilegien des StädtleinsH. Rudolph starb am 2. September 1647 und wurde in der Kirche zu Hoyerswerda vor dem hohen Rltar daselbst bestattet"). Verls Laus. Magazin 1781, S. 276. H H.-St.-K. Boo.9549, particularregister, Inhalts der Köm: Kay: Mt: gencdigster Instruction ... die vollzogene Lehen, Leibgedinge und Gunste . . . betreffende, 1862, Zol. 6. s) Ebenda, §ol. 7 b. H Großer a. a. D. III, S. 26. H H.-St.-K. Uoo. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Dber- lausitz äs ac> 1604-17, Zol. I. o) Beschrieben bei Larpzov a. a. G. II, 5. 178. H verzeichniß (Überlauf. Urkunden II, S. 289. H S. G. Zrentzel, Historischer Schau-Platz oder Lhronike und Beschreibung von Hoyerswerda, 1744, 5. 42:Ioh. Lhrn. Sühnelius, Etwas von Hoyerswerda, 1724. v. ponickau. 476 mahlt hatte er sich zu Ramenz mit Eatharina Margarethe v. Schönberg aus Reichenau*). Lr scheint keine Rinder besessen zu Habens, deshalb gelangte Hogerswerda an seinen Gheim Georg Rudolph v. p. II. Rst. Georg Rudolph v. p., der zweite Sohn Hansens, war nach dem von ihm selbst verfaßten Lebenslaufs am Donnerstag nach Rreuzes- erhöhung 1673 fl 7. Septembers nachmittags zwischen fünf und sechs Uhr im Zeichen des Zwillings geboren, besuchte die Schulen zu Zittau und Ramenz und übernahm dann das Gut Neschwitz von Bautzen). Um Kirche und Schule dieses Drts machte er sich durch Schenkungen an das pfarrlehn (1604), durch Erlaß einer Schulordnung (1608) und andere Einrichtungen sehr verdient*). Im Jahre 1612 verkaufte Georg Rudolph dem Christoph v. Minckwitz aus Radibor ein Stück seiner kleinen Heide ^), ferner wohl um dieselbe Zeit dem Thristoph v. Sommerfeld zu holscha ein Stück Holz. Da dieser dem Verkäufer die Raufsumme an 300 Talern schuldig geblieben war, so erging über Gut und vermögen v. Sommerfelds am 7. Mai 1614 ein Rmtskonsen§o). — Nach dem kinderlosen Tode seines Bruders Hans Thristoph ('s 1627, vergl. S. 480) fielen dessen Güter Baselitz und Hennersdorf an Georg Rudolph, sowie an seinen Neffen Hans Gtto (den Sohn von Georg Rudolphs Bruder Hans, vergl. S.481) aus Döbra. Zufolge Vergleichs übernahm Georg Rudolph Hennersdorf mit Gelenau. Rm 16. März 1629 belehnt, verkaufte er beide Güter nebst einem in Hennersdorf liegenden Vorwerke im Jahre 1631 für 13 600 Taler der Stadt Ramenz h. Der wichtigste Besitz Georg Rudolphs war die Herrschaft Hoyerswerda, die nach dem im Jahre 1647 erfolgten Tode seines Neffen Rudolph an ihn fiel. Rm Mittwoch nach tffuasimodogeniti 1648 ^) fl 2. Rprils bestätigte er die Begnadungen des Städtleins Hoyerswerda. Lange konnte er sich dieses Besitzes nicht erfreuen, da er am I.Iuli 1649 im Rlter von 76 Jahren starb. Er war ein sehr frommer Herr, der neunzehn selbstgeschriebene Gesang-, Gebetbücher und geistliche Traktate hinterließ"). Ein Freund der Rirche und Geistlichkeit, bedachte er nicht nur Rirche und Schule seines Gutes Neschwitz, wie erwähnt, mit Stiftungen, er schenkte y Frentzel a. a. V. 5.42. 2) Der im Text (II. Nst) zu erwähnende Georg Rudolph war nach Frentzel a. a. V. 8. 44 ein 5ohn Rudolphs. Daß diese Nngabe irrig ist, geht au; den Geburtsund Todesdaten Georg Rudolphs hervor. 3) Frentzel a. a. G. 5. 45. Rite Dberlaus. Rirchengalerie, 5. 541: Neue 8ächsische Rirchengalerie, viöcese Bautzen, 5. 315, 316, 322. h H.-5t.-N. Noo. 9552, Die Ratibar - IRinckwitzischen dem Herrn von Bieberstein zu Lehen gehende Güther zu Ratibor und Rlalsitz betr., 5. 118. °) H.-8t.-6. Noe. 9545, Verzeichnis der Lehen -c., Fol. 223b. y H.-5t.-N. lboe. 9546, Vas zweite Buch Dberlaus. Lehens-5achen, 1631-50, Fol. 1; I. G. Bönisch, Topographie von Tamenz, 1825, 8.299. h verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, 8. 314. h Frentzel a. a. V. 8. 45. 476 v. ponickau. auch am 23. Januar 1649 der Pfarre zu Spreewitz (KO von Hoyerswerda) zu besserer Unterhaltung der Geistlichkeit eine Unzahl von Ackern und Wiesen'). vermählt hatte er sich im Alter von 22 Jahren mit Anna Maria v. Nostitz a. d. h. Dehsa, Tochter des kaiserlichen Kammerrats Hans Nikol v. N. Sie starb nach sechs Jahren, am 7. November 1602^), worauf er sich wiederverheiratete mit Frau Anna., Witwe"). Aus erster The hatte er drei Söhne, aus der zweiten zwei Söhne und eine Tochter. Ts folgten ihm in der Herrschaft seine beiden Söhne: I. Hans Thristoph, II. Tarl, des vorigen Halbbruder. I. Hans Thristoph v. p. wurde am 24. Januar 1660 mit der Herrschaft Hoyerswerda belehnt und bestätigte dem Städtlein am 30. Januar d. I. seine Begnadungen h. Gemeinsam mit seinem Bruder Tarl verkaufte er 1661 Hoyerswerda an den Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen. Hans Thristoph v. p. „und Hoyerswerda" kaufte am 20. April 1661 von Hans Friedrich v. Knoch das Gut Döbra (KKO von Kamenz) nebst den dazu gehörigen Dörfern. Am 27. August 1654 Unterzeichnete er das Lehnspaktum"). Tr starb am 26. August 1659. vermählt war er seit 1664") mit Elisabeth v. haugwitz, einer Tochter angeblich Hans Adams v. h. auf pließkowitz. II. Tarl v. p., geboren am 8. August 1620h, der jüngere Sohn Georg Rudolphs, war mit seinem Bruder Hans Thristoph Mitbesitzer von Hoyerswerda bis zum Jahre 1651 h. Tr kaufte am 8. Mai 1661 von dem Landeshauptmann und Kammerjunker Georg v. Soeben die Güter Milkel, Droben, Teicha, Lrosta (sämtlich KKO von Bautzen, 080 von Königswartha) und erhielt sie zugleich mit 'HZ des pfarr- und Kirchenlehns am 16. Mai 1652 zu Kunkellehn verreicht. 1652 erwarb er auch käuflich vom Gberamtsverwalter Gottlob Lhrenreich v. Gers- dorff das Lawaldesche Gütchen zu Lrosta; mit diesem Gütlein, sowie mit dem dritten Teil vom Kirchlehn zu Milkel wurde er nachträglich am 3. Mai 1680 belehnt, von seinem Schwiegervater Hans Adolph v. haugwitz kaufte Tarl 1655 Groß-Dubrau (8 von Milkel, KKO von Bautzen), verkaufte es ihm aber zu Walpurgis 1659 wieder zurück. Nach dem Tode seines Bruders Hans Thristoph (ch 26. August 1659) y I. Mörbe, Lhronik von dem Kirchspiel Spreewitz, 1855, S. 85. h Kloß a. a. D. Bd. XII, v. ponickau. h Frentzel a. a. G. S. 45. h verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, S. 315. h Gberlaus. Lollections-Werk, I, S. 1056. h Larpzov a. a. G. II, S. 170, Tafel. h I. G. Schulze, Ahnentafeln adelicher Familien, Mspt. B. I. 25, Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. 8) Im Jahre 1664 beschwerten sich die Gebrüder und Vettern v. p.: valten Nikol, Llias, Caspar, Hans Friedrich, Paris Georg, Paris Wolf, Wolf Magnus, Wolf beim Kurfürsten darüber, daß ihr Vetter Tarl v. p. diejenigen Lehngelder, die er aus der perrschaft Poperswerda erlangt, etliche 50000 Taler, nicht wieder in Lehn verwandeln wolle entgegen den Bestimmungen der Lehnbriefe und der Familien- verträge. Lehnsakten Llstra. v. ponickau. 477 erbte Tarl als nächster Lehnsagnat dessen Gut Döbra und pertinentien, wurde am 27. Mai 1660 belehnt, verkaufte aber diesen Besitz nebst seinen pertinentien Trado (0 von Döbra), Liebegast (blllO von Döbra) und Skaska (bl von Döbra) bereits am 24. November 1666 an Jacob Schott „aus Sandern, Weh und Torgel", kurfürstlichen Kriegsrat, Kammer- Herrn und (Obersten. Zu Walpurgis 1668 erwarb Tarl von Friedrich Adolph v. Haugwitz das Gut Tommerau (14 von Königswartha). Am 23. November 1669 belehnt, kaufte er 1674 von Adolph Günther v. Haugwitz aus Königswartha noch dessen Anteil an Tommerau hinzu, nämlich den freien Schank, sechs ganze Bauern, worunter einer wüst, sowie sechs Freigärtner. 1686 verkaufte er Tommerau an Johann Christian I. v. Schönberg. Endlich kaufte Tarl noch im Jahre 1669 von den Erben Laspar Ehristophs v. Minckwitz das Lehngut und Dorf Lomske (s'W von Milkel, bl von Bautzen). Tarl Unterzeichnete am 27. August 1654 das LehnspaktumH. Am 10. März 1686 starb er. vermählt war er mit Maria Salome v. Haugwitz a. d. H. Königswartha. Er hinterließ zwei Löhne: 1. Johann Adolph. 2. Tarl Friedrich. Dieser war beim Tode des Vaters noch unmündig. Wir besitzen keine Nachrichten über ihn. 1. Johann Adolph v. p., der ältere Sohn Tarls, wurde am 23. August 1663 geboren und starb am 30. Oktober 1721 im Alter von 68 Jahren H. Er war kurfürstlich Sächsischer Appellationsrat und Gegenhändler, später Geheimer Nat und wurde am 26. August 1692 als Landeshauptmann installiert^). Er war bei der Beisetzung des Kurfürsten Johann Georgs III. in Freiberg am 11. Dezember 1691 beteiligt^). Was seinen Güterbesitz anbetrifft, so erbte er gemeinsam mit seinem Bruder die väterlichen Güter Milkel, Wessel, Trosta, Teicha, Droben. Das Gut Lomske hatte ihm sein Vater schon bei Lebzeiten überlassen; am 7. März 1684 war er mit ihm belehnt worden. Am lO.Dezember 1706 kaufte Johann Adolph von seinem Vetter Hans Adolph v. Ponickau (vergl. S. 483) das Gut Biehla (bl von Kamenz) für 16656 Taler 17 Gr. 3 Pf. Am 20. Dezember d. I. wurde er belehnt mit dem Gute und dem Walde, der „kleinen Gtterschütz" bei Bernsdorf gelegen^). Johann Adolph brachte ferner das Gut Gber-5chmölln (0 von Bischofswerda) in seinen Besitz: am 23. August 1717 wurde es ihm adjudiziert, am 7. Dezember 1718 wurde er belehnt. Endlich erwarb er noch 1718 von seinem Vetter Georg Heinrich v. ponickau (vergl. S. 466) das Gut Weißig (IlblO von Kamenz) für 24 500 Taler ä 24 Groschen Meißner Währung, und 100 Speziestaler Schlüsselgeld. Zugleich wurde der Kauf angeschlagen „acl 0 Gberlaus. Lollections-Werk, I, 5. 1056. H Nach seinem Epitaph in der Nirche zu Milkel. Näuffer a. a. G. IV, S. 414. h Müller, ^.nnalss Laxonioi, 1700, 5.615. H Vieser Wald war im Jahre 16Y5 durch einen Tauschkontrakt vom Gute Milstrich zum Gute Biehla gebracht worden. 478 v. ponickau. vulvas areis Buäissiuensis more consueto"; am 24. August 1719 wurde er belehnt. Johann Adolph starb als ein reich begüterter Mann. Er hinterließ die Lehngüter Milkel und Teicha samt den Dörfern Droben und Wessel, ferner Lomske, Biehla, weißig und einen im Gute Biehla stehenden Lehnsstamm. vermählt war er seit dem 5. März 1685 mit Sophia Helena v. Dieskau a. d. h. Lauer, geboren am 19. März 1668, gestorben im November 1731, Tochter Gtto Friedrichs v. D. aus Eula, Lauer, Audigast. Frau Sophia Helena kaufte am 28. März 1718 von drei Gebrüdern Grafen v. hopm die Güter Mittel- und Nieder-Schmölln für 16500 Taler einschließlich 200 Talern Schlüsselgeld h. Sie rundete diesen Besitz ab, indem sie am 22. Dezember 1718 von Laspar Gottlob v. Theler auf Sollschwitz das bei Schmölln gelegene Stück Wald nebst dazu gehörigem Försterhause und Acker für 1600 Taler, ferner am 25. Juni 1719 von ihrem Gatten das Gut Gber-Schmölln für 8000 Taler erwarb. Am 24. August 1719 erhielt sie den Erbbrief über Ober-, Mittel- und Nieder-Schmölln nebst dem Sollschwitzer Walde. Testamentarisch vermachte Frau Sophia Helena ihr Hab und Gut ihren Söhnen und ihrer Enkelin Henriette Sophie Marie v. wobeser. Johann Adolph hinterließ vier Söhne, sowie Nachkommen einer Tochter (a —s): u) Johann Adolph d. I. Siehe unten S. 479. b) Gtto Friedrich, geboren 1692, Major unter den reitenden Trabanten, übernahm nach den Bestimmungen seiner Mutter Gber-, Mittel- und Nieder-Schmölln für 24 000 Taler, erhielt am 26. November 1734 den Erbbrief, verkaufte aber schon am 20. März 1736 die Güter an Johann Georg Venad, Handelsherrn in Bautzen, Lrb- und Lehnsherrn des Hammerwerks Schönheide, für 28 775 Taler. c) Tarl, geboren am 17. März 1693^), erhielt in der brüderlichen Teilung das Gut weißig^). Im August 1723 kehrte er aus „Se. Tzarischen Majt. Diensten in Mußkau" in die Heimat zurück; er war Oberstleutnant und Generaladjutant. Am 28. August 1723 wurde er mit weißig belehnt; schon am 21. August d. I. hatte er weißig an Hans Bastian v. Zehmen verkauft. ct) Nudolph, geboren 1700, erhielt zufolge Teilungsrezesses, Milkel den 31. August 1722, das Gut Biehlah. Am 21. August 1723 >) Zu Mitbelehnten ernannte sie ihre Söhne und zwar zuerst die drei jüngsten: , Gtto Friedrich, Tarl und Nudolph zu gleichen Teilen, nach deren Abgang ihren ältesten Sohn Johann Adolph. h Larpzov a. a. T>. II, Taf. II, S. 170. tz Während Larls Abwesenheit war sein Kurator Trust Ludwig Freiherr v. Stein auf Neukirch. tz Zur Lehnsempfangung geladen, meldete Rudolph aus Dresden am l. März 1723, daß ihm das „rnalüsrir arrivirt, daß ich meines abwesenden, in russischen Diensten stehenden Bruders sLarlj halber allhier in Dresden Wechsel - Arrest halten muß", daß er somit nicht persönlich zur Belehnung erscheinen könne. Tr bittet um v. ponickau. 479 verkaufte er Biehla, „allermaßen solches zeithero dem Landeshauptmann Jakob Eccard v. Wobeser unterpsändlich eingeräumet gewesen", an Hans Vastian v. Zehmen aus Weißendorf für 20 623 Tlr. l7 Gr. e) Lrdmuth Sophia, geboren am l9. Mai 1699h, gestorben 1728, vermählt am 5. Juli 1718 mit Jakob Eccard (Eckart) v. Wobeser auf Näckelwitz, Landeshauptmann der Gberlausitz. Deren Tochter, Fräulein Henriette Sophie Marie v. lvobeser, war Miterbin ihrer Großmutter Frau Sophia Helena v. p., geb. v. Dieskau. a) Johann Kdolph d. I. v. p., der älteste Sohn seines gleichnamigen Vaters, geboren am 30. Oktober 1689h, erbte zufolge des Teilungsrezesses vom 31. Kugust 1722 die väterlichen Güter Milkelh, Teicha, Droben, Wessel, Lomske, Trostah und das Lawaldesche Gütlein daselbst. Km 13. Januar 1723 wurde er belehnt"). Johann Kdolph d. I. erstand ferner das Gut Luppa (bl von Bautzen, 880 von Aönigswartha) mit seinen pertinentien Dubrau und Bocka und wurde am 1. Dezember 1736 belehnt. Er starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Landkammerrat am 23. Juli 1759. vermählt hatte er sich am 14. März 1718 mit Laroline Sophie v. Zehmen, geboren am 8. Kpril 1701, gestorben zu Bautzen am 23. Februar 1778 zwei Uhr nachmittags"), Tochter Hans Georgs v. Z. Johann Kdolph d. I. hatte einen Sohn und zwei Töchter: 1. Johann Ndolph, kehrte im Jahre 1747 im Nlter von 26 Jahren aus Paris zurück und starb noch vor dem Vater, am 28. Dezember 1749 h in Dresden als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer liammerjunker. 2. Eleonore Henriette"), geboren am 23. Dezember 1733, gestorben am 22. Oktober 1806 zu Reibersdorf, vermählt: I. 21. Nugust 1750 mit Nikolaus Willibald Grasen v. Gersdorff zu Varuths II. 16. September 1766 mit Johann Georg Friedrich Neichsgrafen v. Einsiedel. Lehnsreichung psr manäatarium. Im März und April wiederholt er seine Bitte, worauf er am 14. Mai 1723 vermittelst eines Mandatars belehnt wird. >) „Nachrichten von dem adeligen Geschlecht der v. Wobeser", Breslau 18dZ, S. 18. I. G. Schulze, Ahnentafeln. ch wegen des Milkelschen pfarrlehns kam es zwischen Johann Adolph d. I. v. P. und Friedrich v. Goetz auf Lippitsch, Hohenbocka ^ Streitigkeiten, die bei der Besetzung der erledigten Pfarrstelle zu Milkel ihren Anfang nahmen. Zufolge Vergleichs vom 23. September 1743 zahlte v. ponickau 220 Taler an v. Goetz, wofür dieser Ersterem seinen Anteil am Milkelschen Mrchlehn abtrat. Johann Adolph wurde am 2. Dezember 1744 mit dem Mrchlehn von Milkel belehnt. tz Lomske nebst Lrosta hatte Johann Adolph d. I. in der Lrbsonderuug für II007 Tlr. d Gr. angenommen, „wovor es auch, gleichwie meine Herren Brüder nichts weg zu schencken gewohnt, nach Würden bezahlt ist". h Auf sein Ansuchen verwandelte der Nurfürst am 24. Februar 1748 Lomske und Lrosta, Luppa und Bocka in Lrbe. ch Laus. Magazin 1778, S. 67. — Line Zinntafel mit ihren Lebensdaten auf der Hinteren Seite des Altar; in Milkel. tz H.-St.-A. Gen. Noo. 31768, ponickau. h Nurzer Nekrolog in der Laus. Monatsschrift 1806, II, S. 355. 480 v. ponickau. 3. Caroline Auguste, geboren zu Dresden am l3. März 1738, vermählt mit Wolf Christian Albrecht II. v. Loeben. 5ie starb zu Reichwalde am 27. Oktober 1777*). Diesen beiden Schwestern fielen nach ihres Vaters Tode ('s 23. Juli 1759) zu das Mann- und Weiberlehn Milkel, Teicha, Droben, Wessel, die Erb-und Allodialgüter Lomske, Lrosta, Luppa, Dubrau und Bocka, sowie der vierte Teil des von dem adeligen v. Goetzischen Hause Lippitsch zu Milkel erkauften Kirchlehns. Km 13. Mai 1762 verglichen sich, die beiden Schwestern dahin, daß Frau v. Loeben die Güter Luppa, Dubrau und Bocka annahm, daß ferner die übrigen Güter, Milkel mit Droben, Teicha, Wessel, Lomske und Lrosta dem Grasen Nikolaus Willibald v. Gersdorff auf Daruth für 80 000 Taler abgetreten wurden. III. Ast. Hans Christoph v. p., der dritte Sohn Hansens, erwarb 1597 von Friedrichs v. peschen unmündigen Söhnen deren Anteil an Königswarth a^), wurde ferner am 30. November 1604 belehnt mit „des von penzigs seligen Stückgut zu Königswartha""), dann am 1. April 1609 mit dem von Georg v. Goeda d. A. erkauften Gütlein daselbst*), endlich am 28. Juli 1609 mit einer Wiese bei dem „Spanholze", ebenfalls bei Königswartha"). Hans Christoph erwarb ferner drei Gärtner und einen Halbhäusler im Dorfe Pottschapplitz (140 von Bischofswerda), ebenso die vom Nurfürsten von Sachsen zu Lehn gehende Mühle zu Wölkau (88>V von Pottschapplitz) und erhielt am 5. Januar 1619 diese Besitzungen zu Lehn verreicht"). Ferner wurde Hans Christoph „zu Nauslitz" (wohl Rothnaußlitzf am 13. April 1622 belehnt mit den Gütern Baselitz und Hennersdorf, die er von seinem Vetter Nudolph v. p. aus Hoyerswerda (vergl. S. 474) erkauft hatte. Hans Christoph starb am 14. Oktober neuen Kalenders 1627 und wurde am 9. November zu Kamenz „in adelicher und volckreicher versamblung in sein Ruhgewelb- lein gesencket und beygesetzet" h. vermählt war Hans Christoph mit Brigitte v. Schönberg a. d. h. Pulsnitz. Sie starb am 17. November 1602 im Alter von 22 Jahren im Kindbett"). Hans Christoph vermählte sich noch ein zweites Mal, denn am 25. September 1616 erhielt er Gunst über sein Gut Königswartha wegen 1200 Fl., die ihm seine Schwiegermutter Frau Sabina y Laus. Magazin 1777, 5. 348; Zinntafel in der Kircke zu Milkel. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 127. 2) kf.-5t.-N. I-oc:.d546, verzeichnüss der Lehen w., Lol. 4. tz Ebenda, Fol. 72. b) Ebenda, Fol. 77b. ") kf.-5t.-N. I-oe. 9552, Das Nitzische Guth Thumitz w. 1684-96. h Lehnsakten Baselitz. h Nach einer Inschrift, die sich nebst ihrem, ihres Gatten und eines Zöhnleins Bildnis unter der Kanzel in Königswartha befand oder noch befindet. Soh. Thrn. Körnig, Lhronik von Königswartha, Mspt. Nrchiv der Bberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften V. S. 172. v. ponickau. 481 v. helwigsdors, geb. v. Schönfeldt, auf halbjährige Aufsage geliehen Haltes. von Hans Thristophs Kindern sind uns bekannt (1—4): 1. Hans Wolf, gestorben am 21. Januar 1603 im Alter von 13 Wochen, begraben in der Kirche zu Königswartha ^). 2. Barbara, getauft am 11. April 1620, gestorben am 11. April 1621 im Alter von 1 I. 11 T. 3. Anna Maria, getauft am 11. April 1620, Zwilling. 4. Hans Dietrich, geboren am 28. Mai, getauft am 6. Juni 16213), früh gestorben. Nach Hans Christophs Tode (ch 14. Oktober 1627) erhoben sein Bruder Georg Nudolph aus Neschwitz und sein „Vetter" Hans Otto Lrbansprüche an das Gut Baselitz. Hans Gtto gab an, es suche ihn Georg Nudolph von der Lehnssukzession an Baselitz auszuschließen und erhielt am 16. Juni 1628 einen Lehnsmutungsschein. Als Besitzer des Fleckens Königswartha finden wir schon im Jahre 1620 Nikol v. Lüttichau, 1623 besitzt dieser auch das sogenannte v. Gödasche Gütlein daselbst. IV. Ast. Hans d. I., Hansens vierter Lohn, besaß Döbra (KIO von Kamenz) und kaufte von den Gebrüdern v. helwigsdors im Jahre 1615 deren väterliches Gut Lieske von Döbra, lMO von Kamenz), mit dem er am 18. September d. I. belehnt wurdeh. Tr erwarb ferner am 29. August 1619 von Thristoph v. Kalckreuth dessen Gut Piskowitz (0 von Kamenz); am 28. Dezember 1622 erhielt er einen renovierten Lehnbrief. Vermählt mit Ursula v. Nostitz°), hinterließ er einen Lohn Hans Gtto, geboren 1602, gestorben am 9. September 1631 ^). Dieser wurde am 30- Oktober 1625 belehnt mit Nittersitz und Dorf Döbra, darin ein Vorwerk, ferner mit dem Dorfe Trado, Dorf Weißig mit freien Gerichten und Vorwerken, den Dörfern Liebegast, Viehla und Straßgräbchen mit Vorwerk und freiem Gericht; dann mit Skaska mit dem Vorwerk, dem Gute Lieske, dem Dorf Oßling mit dem Kirchlehn, dem Gute Piskowitz, mit allen Hüfnern und Gärtnern und deren vollen, landüblichen Diensten, Noboten, Herrlichkeiten und Beschwerungen h. Das väterliche Gut Piskowitz verkaufte Hans Gtto 1625 an Lsaias I. v. Luttitz. tz kj-Lt.-N. b,oe. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 299b. 2) Körnig a. a. B. 3) Die Daten von 2, 3 und 4 nach Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegelund Familienkunde, XXI, 5. 114. 4) kj.- 5 t.- 5 i. boo. 9545, verzeichnüss der Lehen ic., Fol. 260b. h Larpzov a. a. G. II, S. 170, Taf. II. o) Ebenda. „jedoch ausgenommen den Gartten neben aller Zugehör, welchen kjansens v. Dppeln seel. hinterlassene Wittibe erblich vor sich, ihre Erben und Nachkommen, ohne einige Beschwer, ganz befrepet, besitzet und bep verkauffung desselben dem Lehensherrn der vorkauff angetragen werden soll". Lehnsakten Döbra. 31 ä 482 v. ponickau. vermählt war Hans Gtto mit Anna Magdalena v. Luttitz, einer Tochter Heinrichs v. L. aus Zollschwitz und Räckelwitz. Wiederholt übernahm dieser (h. v. Luttitz) für seine Tochtermänner Hans Gtto v. p. und Wolf Christoph v. p. Bürgschaften und lud sich dadurch eine große Schuldenlast aufh. Frau Anna Magdalena ging nach ihres ersten Gatten Tode eine zweite The ein mit Tsaias I. v. Luttitz auf Baselitz und Milstrich. Sie kaufte von den Kreditoren ihres ersten Gatten das Gut Biehla am 14. März 1642 und erhielt es am 4. Dezember d. I. zu Lehn verreicht. Am 21. Dezember 1647 starb sie, nachdem sie Biehla ihren Söhnen erster und zweiter Ehe vermacht hatte. Hans Gtto hinterließ zwei Söhne (I —II): I. Hans Heinrich. ) . , II. Hans Wolf d. A. ) unten. Die Schuldenlast Hans Gttos v. p. war so bedeutend, daß, wie die Vormünder seiner Söhne dem Amtshauptmann meldeten, diesen „nicht das geringste Stück von allen Döbraischen Lehengüttern übrig bleiben werde" 2). So gingen denn die Güter in fremde Hände. Ls kaufte im Jahre 1642 Straßgräbchen der Kamenzer Bat, Weißig Hans Heinrich v. Luttitz, Döbra nebst dazu gehörigen Dörfern Taspar v. ponickau auf Rehnsdorf (vergl. S. 455). I. Hans Heinrich v. p., der ältere Sohn Hans Gttos, kaufte im Jahre 1651 von Seyfried v. Metzradt auf Kolbitz das Gut Liebenau von Kamenz),' am 7. Juli 1652 wurde er belehnt, vermählt mit Anna Dorothea v. Luttitz, Tochter Wolf Abrahams v. L. aus Dürrhennersdorf, ließ er sie am 11. Oktober 1661 wegen zugebrachter 1500 Fl. Ehegeld mit der gleichen Summe nebst 400 Talern Hausgeld und 500 Talern für die weibliche Gerechtigkeit aus Liebenau verleib- gedingen. Liebenau kam 1669 in andere Hände. Hans Heinrich Unterzeichnete am 27. August 1654 das Lehns- paktumb). von ihm hören wir nichts mehr. Frau Anna Dorothea vermählte sich wieder mit valten Nikol v. Ponickau aus Elstra (vergl. S. 461) und nach dessen Tode wieder mit Heinrich Adolph v. Rabenau. II. Hans Wolf d. A. v. p., der jüngere Sohn Hans Gttos, erwarb im Jahre 1657 nach einem vergleich zwischen den Interessenten und Kreditoren v. Luttitz und v. ponickau das Gut Biehla für 6000 Taler und wurde am 24. Januar 1658 belehnt. Hans Wolf gelangte ferner zugleich mit Lsaias II. v. Luttitz aus Milstrich in den Besitz des bei Bernsdorf (8^V von Hoyerswerda) gelegenen Waldes, „die große Otterschütz": Es hatte nämlich Abraham Benno v. Luttitz auf Räckelwitz in seinem im Jahre 1680 errichteten Testament diesen Wald seinen beiden Schwestersöhnen Hans Wolf v. p. auf Biehla und Lsaias II. v. Luttitz aus Milstrich vermacht. 0 H.-Lt.-K. i^oe. Y547, Var 5. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1643 — 67, §. 174. 2) Lehnsakten Döbra. H Gberlaus. Lollections-Iverk, I, S. 1056. v. Ponickau. 483 Hans Wolf starb am t9. März 1691. vermählt,war er: I. mit . . . v. ponickau a. d. H. WohlaH; II. mit Anna Helena v. Metz- radt, Tochter Hans Adolphs v. M. auf Mönau. 5ie hatte ihrem Gatten 2000 Fl. Lhegeld mitgebracht und erhielt dafür am 16. Juli 1665 einen Leibgedingebrief über Biehla^). Hans lvolf hinterließ zwei Söhne (l—2): 1. Hans Wolf d. I. 2. Hans Adolph. 1. Hans (Johann) Wolf d. I. v. p. wird zugleich mit seinem jüngeren Bruder am l7. November 1692 mit dem väterlichen Gute Biehla zu Mann-, mit dem Walde, „die große Gtterschütz", zu Nunkellehn belehnt. Zufolge brüderlichen Vergleichs vom 9. Mai 1692 hatte Hans Wolf d. I. den Anteil seines Bruders an dem eben genannten Besitz käuflich erworben. Hans Wolf überließ am 5. März 1694 seine Hälfte an der Gtterschütz dem Tsaias III. v. Luttitz, wogegen dieser jenem seinen Wald, „die kleine Gtterschütz" abtrat. Hans Wolf d. I. starb am 11. August 1706. Es überlebte ihn seine Witwe Amalie Elisabeth geb. v. Minckwitz, Tochter des, Georg Friedrich v. M., die sich wiedervermählte mit . . . v. Streithorst, sowie eine Tochter, deren Name uns nicht bekannt ist. Diese Tochter erbte sein Allodialvermögen,- Lehnsnachfolger Hans Wolfs d. I. wurde sein einziger vollbürtiger Bruder Hans Adolph. 2. Hans Adolph v. p., der jüngere Sohn Hans Wolfs d. A., stand in Sächsischen Diensten im Regiment Birkholz und erhielt erst im Jahre 1692, in der Nähe von Freiburg i. Br. stehend, die Nachricht vom Tode seines Vaters. Daß Hans Adolph seinen Anteil am väterlichen Gute Biehla sowie an der Gtterschütz am 9. Mai 1692 seinem älteren Bruder Hans Wolf d. I. abtrat, ist bereits oben erwähnt worden. Nach Hans Wolfs d. I. Tode (fl 11. August 1706) wurde Hans Adolph als nächster Lehnsagnat am 18. Dezember 1706 mit Biehla und dem Walde „die kleine Gtterschütz" belehnt. Zu derselben Zeit, am 10. Dezember 1706, verkaufte er Biehla an Johann Adolph v. ponickau aus Milkel, Droben, Teicha rc. (vergl. 5.477) für 16 656 Tlr. 17 Gr. 3 Pf. Hans Adolph hatte außerdem die Verpflichtung, seine Schwägerin Frau Amalie Elisabeth, Hans Wolfs d. I. Witwe, „wegen ihres erweislichen Einbringens und der verschriebenen weiblichen Gerechtigkeit zu vergnügen, auch deroselben das Gegenvermächtniß an 1500 Talern und 500 Taler Hausgelder mit sechs vom Hundert, der Lhestistung gemäß, jährlich zu verinteressiren" ^). Hans Adolph starb im Jahre 1715H ohne Nachkommen zu hinterlassen. tz Larpzov a. a. D. II, S. 170, Taf. II. 2) Nach ihres Gatten Tode sollte sie die 2000 Gulden Meißnisch bar erhalten, ferner lebenslänglich 120 Gulden jährlichen Leibzins. H Lehnsakiten Biehla. tz Tarpzov a. a. D. II, 5. 170, Taf. II. 31 * 484 v. Ponickau. II. Meißnische Hauptlinie. Loth v. p. aus Kriebstein, Kreischa rc., geboren am 16. Juli 1576, gestorben am 10. März 1641 H, vermählt: I. am 6. Januar 1598 mit Martha Maria v. Stein a. d. H. Lausnitz, gestorben am 30. November 1606,' II. am 20. November 1608 mit Barbara v. Schönberg a. d. H. Maxen, gestorben am 5. März 1657, hatte neben anderen Kindern einen Sohn aus erster Ehe, der den Stamm sortpslanzte: Hans Georg I., geboren am 13. Februar 1605^). Er war Herr aus pomßen, Naunhof ic., kursächsischer Nat, Kammerherr, Stifts- und Nmtshauptmann zu Wurzen, Dekan des Hochstifts Meißen. Nm 2. Mai 1659 kaufte er von Nugust Friedrich v. Kotteritz dessen Gut Schönbrunn (140 von Bischofswerda) und von des Verkäufers Gattin Nnna Elisabeth v. K., geb. v. Soeben, das Weiberlehngut Taschendors (bl von Schönbrunn). 5lm 24. Mai 1659 wurde der Käufer belehnt. Er starb am 28. Npril 1663 stil. vet. vermählt war er seit dem 24. Nugust 1642 mit Sophie v. Spor a. d. H. Nöhrsdorf und hinterließ neben Töchtern drei Söhne: I. Johann. Siehe I. Nst. II. Johann Georg II., geboren zu pomßen am 24. November 1645, gestorben zu Leipzig am 31. Juli 1664H. III. Johann Lhristoph I. Siehe S. 489 II. Nst. I. N st. Johann v. p., ältester Sohn Hans Georgs I., Herr aus Belgershain, geboren zu Dresden am 16. März 1644"), wurde zugleich mit seinem jüngeren Bruder Johann Christoph I. am 23. Februar 1673 mit pomßen, Schönbrunn und Taschendorf belehnt. Zufolge brüderlicher Teilung am Tage Johannis 1676 f24. Junis fielen die Güter Schönbrunn und Taschendors an Johann v. p., der am 6. November 1676 mit ihnen belehnt wurde, von seinem Vetter Hans Georg II. v. p. von der LIstraer Linie (vergl. 5. 472) kaufte Johann das Gut Pohla (140 von Bischofswerda) am 26. Oktober 1678. NIs kurfürstlich Sächsischer Kammerherr und Vize-Kreishauptmann des Leipziger Kreises, auch Kreissteuereinnehmer und Inspektor der Landesschule zu Grimma, starb er am 7./17. Februar 1699 zu Belgershain. vermählt hatte er sich zu Dresden am 14. Februar 1669 mit Dorothea, nachgelassener Tochter Ottos v. Löschebrand aus Sarow und Silberberg °). Er hinterließ drei Söhne und drei Töchter (1—6): 1. Johann Georg III. Siehe 5. 485 I. Zweig. 2. Johann Lhristoph II. Siehe S. 487 II. Zweig. 3. Johann Nugust. Siehe 5. 488 III. Zweig. tz Seine und seiner Gattinnen Daten nach dem Gothaischen Taschenbuch rc. 1907. 2) Sinapius, Schles. Luriositäten, I. Band, 1720, S. 718. tz Larpzov a. a. 745 in das Geschlecht: Km 24. Kugust 1745 wurde während des kurbaprischen Neichsvikariats Larl Friedrich Kugust v. p., kurbaprischer Kämmerer, Oberst und Generaladjutant, in den Grasenstand erhoben"). Die Linie ist ausgestorben. Lei der Freiherrnklasse in Kapern wurde immatrikuliert am 20. September 1815 Lhristoph Friedrich v. p. (* 20. II. 1784, 's 16. I. 1841) a. d. H. pomßen, königlich Bayrischer Kämmerer auf Dsterberg rcft), ein Ur-Urenkel des im Jahre 1726 verstorbenen Johann Christophs I. (vergl. Meißnische Linie, II. Kst S. 489.) Stammwappen: Schild gespalten und dreimal geteilt (vier Reihen) von Rot und Silber abwechselnd. Helm ungekrönt. Kleinod: Lin goldener Deckelpokal, besteckt mit drei grünen Sittichsedern. Decken rot-silbern. K. Frhr. v. Zedtwitz, Sächsisches Wappenbuch, 1899. v. posadorvsky und postelwitz» Freiherren. Das dem Schlesischen Uradel angehörige Geschlecht v. Posadowskp ist hervorgegangen aus dem schon im 13. Jahrhundert zu Macht und Knsehen gelangten alten Geschlechts der Habdancks. Lin Glied des aus dem Geschlechts der Habdancks entsprossenen Geschlechts der Jenkwitz, Nicolaus I., erwarb nun in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts das südwestlich von Bernstadt gelegene Gut possadowicz, das seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts postelwitz genannt wird. In eben dieser Zeit verschwindet die bisher, übliche Benennung Jenkwitz auf p Zraustadt, Geschichte des Geschlechts v. Schönberg, l. Band, 5lbt. V, 1887, S. 376. 2) Larpzov a. a. G. II, S. 78, Taf. VII, v. Nostitz. 3) ft. L. Wagner, Budiss. Grab- und Gedächtnis-Mahle, 1697, S. 23. ft ks.-Lt.-N. Boo. 9547, Vas 5. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1643-67, Lrbverwandlungen, Fol. 50. ft Ebenda, S. 179. ft Gritzner, Standes-Erhebungen und Gnaden-Ncte, I, §. 119. ft Ebenda, I. 2d., S. 227. v. posadowski) und postelwitz. 491 possadowicz und posadowski) v. postelwitz wird der eigentliche Familienname*). Hans Adam v. p. aus Nohrau, Lampersdorf, Eckersdorf rc., Landeshauptmann im Fürstentum Vrieg und Ghlau scheu Weichbilde, wurde, Vien den 26. Mai 1705 in den alten Herrenstand des Königreichs Böhmen erhoben mit der Bewilligung sich Freiherr v. postelwitz nennen zu dürsenh. — Hans Ernst v. p. erhielt am 24. August 1744 ein königlich preußisches Freiherrn-, Earl Friedrich Frhr. v. p. und sein ältester Sohn Friedrich Wilhelm am 20. Januar 1743 ein preußisches Grasendiplom. Letzterer, königlich preußischer hosmarschall, aus Manze und Tost - peiskretscham, war in zweiter Ehe vermählt mit Amalie v. Wehner, der jüngsten Tochter des Stifters des Blottnitz-Tentawer Fideikommisses Earl Friedrich v. Wehner. Nach der Fideikommißurkunde vom 11. Juli 1754 hatte, falls das Fideikommiß in Ermangelung männlicher Deszendenten an den Sohn einer Wehnerschen Tochter fallen sollte, dieser für sich und seine Nachkommen Namen und Wappen des Geschlechts v. Wehner anzunehmenh. Friedrich Wilhelms und seiner zweiten Gattin Amalie v. Wehner ältester Sohn, Larl Friedrich Aemilius (geboren 1761, gestorben 1840) wurde somit der Ahnherr der Grasen Posadowskp- wehner. — In der Gberlausitz finden sich Glieder des Geschlechts in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Adam Heinrich v. p. u. p. aus Lrinitze und Anteil Eilgut, geboren am 12. Juni 1676, gestorben am 20. Oktober 1746, vermählt am 2. Mai 1706 mit Eva Benigna v. Studnitz a. d. h. Jeroltschütz und Simmenau, geboren am 3. Dezember 1676, gestorben am 8. Oktober 1733 h, hatte sieben Kinder, darunter als drittes einen Sohn Johann (Hans) Ernst. Geboren zu Brinitze in Oberschlesien am 22. August 1709, besuchte er die Schulen zu Brieg und Breslau und bezog hieraus die Universität Jena. Im Jahre 1736 erbte er die Güter Konstadt und Lllguth in Schlesien und vermählte sich am 30. Dezember 1738 mit Johanna Ursula Freiin v. Schweinitz a. d. h. Tscheplau. Sie starb zu Tscheplau am 23. September 1746. Tine zweite Ehe schloß er am 9. Juli 1747 mit Friederike Marianne Elisabeth v. hocke, geboren am 4. Juli 1726 zu haugsdors, einer Tochter Otto Gottlob Leopolds v. h. auf haugsdors und seiner Gattin Tatharina Marianne geb. v. Schkopph. Frau Friederike Marianne Elisabeth kaufte zu Walpurgis 1754 von Earl Friedrich Wilhelm Freiherrn v. Braun und Wartenberg das Erbgut Gber-Gertmannsdors (88^V von Lauban) für 36000 Taler und 200 Dukaten Schlüsselgeld. Am 20. November 1754 erhielt sie den Erbbries. Nach jahrelangem Kränkeln wurde sie am 22. April und 4. Mai 178l l) 6. 6. Graf posadowsky-lvehner, Geschichte des schlesischen uradeligen Geschlechts der Grafen posadowski) - Wehner, Freiherren v. Postelwitz, 18dl, 5. l ff. h v. voerr, Der Kdel der Böhmischen Rronländer, 1400, 5. 188. ch Geschichte des Geschlechts v. p., 5. 8d. tz k).-5t.-5l. Gen. Boo. 31770, posadowski). h Laus. Mag. 1782, S. 85) kf.-St.-6. Gen. Boo. 31770, posadowski,) Geschichte des Geschlechts v. p., S. 30. 492 v. posadowskq und Posteiwitz. von einem Schlagfluß befallen, der am 6. Mai d. I. nachls um elf Uhr ihr Ende herbeiführte. Sie hatte ein Alter von 54 I. 10 M. 2 T. erreicht und wurde am 11. Mai nachmittags gegen fünf Uhr in der Dertmannsdorfer Gruft zu Marklissa beigesetzt h. Ihr Gatte überlebte sie kaum ein Jahr lang. Er erkrankte an Gelbsucht und starb zu Gber-Gertmannsdorf am 2. März 1782 vormittags halb acht Uhr; am 6. März fand er in Marklissa seine letzte Ruhestätte. Johann (Hans) Ernst war, wie erwähnt, Berlin den 24. August 1744, in den königlich preußischen Freiherrnstand erhoben worden. Er hatte aus seinen beiden Ehen vier Rinder (1—4): 1. I. Hans Moritz, * 15. Januar 1742, fl 20. September 1742h. 2. I. Johanna Tarolina Ulrika, * zu Tscheplau 19. Januar 1745, verlobt 12. September 1773, vermählt 4. Mai 1774 zu Tiefhartmannsdorf mit Carl Alexander Freiherrn v. Zedlitz auf Schwentnig, Rlein- Rniegnitz und prschiedrowitz, Landschastsältestem im Uimptscher Rreiseh. 3. II. Hans Ernst Friedrich. Siehe unten. 4. II. Totgeborener Sohn, begraben am 27. Januar 1768h. Der unter Nr. 3 genannte Hans Ernst Friedrich Freiherr v. p. u. p., geboren am 23. Januar 1756 h, erhielt am 11. Februar 1783 den Erbbrief über das an ihn gefallene väterliche Gut Gber-Gertmanns- dors. Am 21. Januar 1786 verkaufte er das Gut an Wilhelm Freiherrn v. Nichthofen und erwarb nun am Termin Michaelis 1786 von Johann Friedrich Thristian v. Ticke die Lehngüter Nieder-Horka (8^V von Rothenburg), Uhsmannsdorf (^ von Rothenburg) und Spreehammer (^V von Uhsmannsdorf) für 42000 Rtlr. Rauf- und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Am 15. August 1787 wurde er belehnt. Er schloß über diese Güter am 28. Mai 1789 eine Raufspunktation ab mit Johann Georg Schulze. Der Rauspreis sollte 51 000 Taler betragen. Während der Aushängung des Anschlags über den verkauf dieser Güter an einen Bürgerlichen trat in den Rauf ein Gottlob Ehrenreich v. hertzberg, königlich preußischer Rittmeister. In diesem Jahre (1789) erwarb Hans Ernst Friedrich das Rittergut hähnichen von Rothenburg), um es bereits im Jahre 1792 wieder zu veräußern. Endlich kaufte er am 25. Juni 1792 von Frau Anna Dorothea v. Lutz, genannt Lucius, geb. v. Rode, das Mannlehngut Dber- und Nieder-Spree (^V!4^ von Rothenburg) für 86 000 Thaler. Am 3. Juli 1795 verkaufte er das Gut Spree an Johann Heinrich v. Nostitz-Drzewiecki und Jänken- dorf für 90 000 Thaler. Das Todesjahr Hans Ernst Friedrichs Frhrn. v. p. u. p. ist nicht bekannt. Er vermählte sich am 18. August 1782 zu 0 Laus. Magazin 1781, S. 150. 2) Geschichte des Geschlechts v. p., §. 31. s) Laus. Magazin 1773, S. 310; 1774, S. 131. tz Laus. Magazin 1782, §. 86. h Laus. Magazin 1782, §. 86, ebenso holscher, Geschichte der parochie horka, 1856, §.53 geben übereinstimmend als Geburtstag den 23. Januar 1756 an; die §tammtafel im h.-§t.-5l. Gen- L,oo. 31770, posadowsky, nennt als Geburtstag den 3. Januar 1756, ebenso die Geschichte des Geschlechts v. p., §. 32. v. posadowskg und postelwitz. 493 Zchadewalde mit Frau Friederica Antoinetta verw. Freifrau v. Hohnstedt, geb. v. Manteusfel, Witwe des königlich preußischen Majors Friedrich Ludwig Leopold Frhrn. v. h. und Tochter Paul Antons v. Manteusfel aus Schadewalde und seiner Gattin Friederike Dorothea v. Dyherrn h. Folgende Kinder wurden Hans Ernst Friedrich Freiherrn v. p. u. p. geboren (l -9): 1. Friederike Ernestine Lharlotte Eberhardine, * zu Ober - Oertmannsdorf l l. August 1783 früh halb vier Uhr, getauft am 15. d. M?), vermählt am 19. Januar 1802 mit Hans Ehristian v. Dppell aus Leuthen, Mallwitz rc., königlich preußischem Postmeister zu Görlitz. 5ie starb zu Görlitz am 25. Mai 1865^). 2. Sophie Taroline Henriette, * zu Ober - Oertmannsdorf 25. Oktober 1784 früh in der dritten Stunde, getauft am 28. d. M.h, vermählt mit dem herzoglich Sachsen-Ultenburgischen Landjägermeister Ernst Karl Friedrich v. Kessel als dessen dritte Gattin^). Sie starb zu Vreslau am 2. Oktober 1862"). 3. Hans Ernst Earl, * zu Ober-Dertmannsdorf 8. November 1785 früh gegen sechs Uhr, getauft am 12. d. M.I, gestorben am 16. Juni 1786"). 4. Juliane Auguste Wilhelmine, * 16. Mai 1787, °f21.Oktober 1787»), 5. Hans Ernst Gustav, * 30. September 1788^). 6. Louyse Amalie Antoinette, * zu hähnichen 16. Dezember 1789, vermählt 4. Mai 1813 zu Schwentnig mit Pastor Zander in Mall- mitz. Sie starb zu Mallmitz 25. Februar 1855"). 7. Hans Ernst Wilhelm Julius, * zu hähnichen 22. Februar 1791, 's zu Spree 27. September 1792 abends halb sieben Uhr im Alter von 1 I. 7 M. 11 T., begraben 1. Oktober aus dem innern Kirchhof zu Rothenburg im Spreer herrschaftlichen Erbbegräbnis'I. 8. Henriette Emilie Auguste, * zu hähnichen 20. Mai 1792. 9. Wilhelmine Hippolyte Ferdinande, * zu Spree 12. Juli 1795, 's unvermählt zu Uoda S.-A. am 4. Juni 1861^). 1) Laus. Magazin 1773, S. 118; Laus. Magazin 1782, S. 278; H.-St.-N. Gen. 6oo. ZI770, posadowskg. 2) Laus. Magazin 1783, S. 259. h Jahrbuch des Deutschen kldels, I (1896), 5. 864. y Laus. Magazin 1784, S. 334. h Jahrbuch des Deutschen kldels, II (1898), 5. 247. h Geschichte des Geschlechts v. p., 5. 33. h Laus. Magazin 1785, 5. 360. h Geschichte des Geschlechts v. p., §. 33. o) Hölscher g g. g) Z. 5Z; Geschichte des Geschlechts v. p., 5. 33. >o) Holscher a. a. G. 5. 53; Die Geschichte des Geschlechts v. p., 5. 33 gibt als Geburtstag an den 4. Gktober 1788, das ist aber wohl der Tauftag. ") Geschichte des Geschlechts v. p., S. 33. >2) Laus. Magazin 1792, S. 387; Geschichte des Geschlechts v. p., 5. 33. uh Nr. 8 und 9 nach der Geschichte des Geschlechts v. p., 8. 33. 494 v. posern. Wappen, sreiherrliches: In Silber ein blauer Zickzackbalken in Gestalt eines (Wappen habdanck). Drei gekrönte Helme, Kleinod des rechten und linken Helms: Wachsender, gekrönter goldener Löwe. Kleinod des mittleren Helms: Schwarzer goldgekrönter und goldbewehrter Adler. — Das adelige Wappen bei Siebmacher II, Tas. 47, Rr. 14 unter den „Schleßingischen", das gräfliche bei v. Krane und Hildebrandt, Wappen und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Adels, 1901 —1904, Tas. 80. v. posern. Erst seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts machen sich Angehörige des uradeligen Meißnischen Geschlechts v. posern, dessen gleichnamiges Stammhaus unweit von Lützen liegt, in der Gberlausitz ansässig, und zwar gehören diese der Waltersdorser Linie an. Thristoph Ernst v. p.h aus Wattersdorf (Großherzogtum Sachsen- Weimar), geboren 1698, gestorben 1735 (1736), vermählt mit der im Jahre 1697 geborenen Margarethe Sophie v. Wolsfersdorss a. d. h. Lulmitzsch, hatte einen gleichnamigen Sohn: Thristoph Ernst d. I., geboren 6. März 1736, gestorben zu Waltersdors 1795, vermählt am 22. September 1764 mit Sophie Eharlotte Albertine v. Tropfs а. d. h. Nessa, geboren 9. Oktober 1736, gestorben zu Waltersdorf . . . Der Sohn Thristoph Trusts d. I., Wilhelm Ernst v. p., geboren zu Waltersdors 25. Mai 1765, Herr auf Waltersdorf und Gber-Geisendors, kurfürstlich Sächsischer Rittmeister der Garde du corps, vermählte sich zu Pulsnitz am 29. Januar 1798 mit Johanna Henriette Eleonore v. Gersdorfs, geboren zu Pulsnitz am 30. Juni (I.Iuli) 1781, gestorben daselbst am 25. Januar 1829, Tochter Heinrich Augusts v. Gersdorfs und seiner Gattin Johanna Friederike Sophie Eleonore geb. v. Rostitz. Sie erbte von ihrem Vater das Lrbrittergut Pulsnitz (88^V von Kamenz), ferner das Rittergut Wohla (blO von Pulsnitz, bl von Elstra) und wurde am 29. November 1802 mit beiden Besitzungen belehnt. Am 18. Juli 1804 verkaufte sie Wohla an ihren Gatten für 35000 Rtlr.,- am б. August d. I. empfing er die Belehnung. Wilhelm Ernst starb als Klostervogt von Marienstern am 29. Dezember 1836 zu Pulsnitz und wurde am 3. Januar 1837 daselbst bestattet. Er hinterließ folgende Kinder'I: 1. Auguste Louise Albertine Jeanette, geboren zu Pulsnitz 8. August 1800^), in erster Ehe vermählte v. Reitschütz, in zweiter vermählte v. Wiedebach. 2. Turt Ernst, geboren zu Pulsnitz 5. September 1804, kaufte >) vergl. H.-St.-N. Een. Noo. 31770, Posern, Stammtafel: F. G. Richter, Geschichte und Topographie von Pulsnitz, 1804, S. 16: Hrhr. v. Rlansberg, Lrbar- mannschaft Wcttinischer Lande, 1003 — 1808, Taf. 6: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch für Ndelige Häuser, vil. Jahrgang (1906) s. v. v. posern. 2) Lin Sohn, Hermann Heinrich Lrnst v. p., geboren 10. November 1801, starb 17. März 1802. Neue Laus. Monatsschrift 1802, I, S. 237. tz Neue Laus. Monatsschrift 1800, II, S. 234. o. posern. 495 von seiner Mutter am t4. September 1827 Pulsnitz, Schloß und Städt- lein nebst Zubehörungen für 46250 Taler,- am 10. Oktober 1827 erhielt er den Lrbbries. Auf das väterliche Gut Wohla leistete er am 26. Januar 1837 Verzicht zu Gunsten seiner Schwester. Tr kaufte ferner am 22. Juli 1856 das Gut Bretnig mit Hauswalde (beide von Bischofswerda) von Tarl Gskar Frhrn. v. Friesen für 60 000 Taler. Turt Ernst starb zu Pulsnitz am 8. August 1879'). Tr hatte sich vermählt: I. zu Bischheim am 16. September 1828 mit Mathilde v. Larlowitz a. d. h. Kleinbautzen. Die Ehe wurde 1834 geschieden. Frau Mathilde verheiratete sich hierauf am 3. Juni 1836 mit Friedrich Ewald v. Roth^)- II. zu lviesa am 2. Oktober 1836 mit Lina v. Schlegel a. d. h. Imnitz, geboren am 31. Mai 1813, gestorben zu Dresden am 17. April 1902. Turt Ernst hatte zwei Söhne: a. Hans Turt Thristoph Ernst, geboren zu Pulsnitz 16. August 1839, gestorben daselbst 18. Oktober 1884 als königlich Sächsischer Kammerherr und Klostervogt von Marienstern. Er besaß Pulsnitz und seit dem Jahre 1880 Rammenau (080 von Pulsnitz). Das Gut Bretnig mit Hauswalde, das ihm, der damals Leutnant im 1. Reiterregiment war, sein Vater am 22. Oktober 1869 für 15 000 Taler verkauft hatte, veräußerte Hans Turt Thristoph Ernst am 15. August 1881 für 139050 Mark an den Stallmeister Amadeus Theodor heinze. Hans Turt Thristoph Ernst v. p. vermählte sich zu Tegel am 26. Juni 1875 mitpriscilla Freiin v. Humboldt, geboren zu Friedrichseck 23. Januar 1853. Sie schloß im Januar 1887 eine zweite Ehe mit dem General der Kavallerie Tugen v. Rirchbach. Die Tochter Hans Turt Thristophs Trusts, Margaretha Gisela Gabriele Alexandra v. p., geboren zu Dresden am 17. April 1876, Herrin auf Pulsnitz, vermählte sich zu Dresden am 18. Februar 1904 mit Heinrich v. Helldorff. b. Georg Taspar Turt, geboren zu Pulsnitz 26. März 1844, Rlostervogt von Marienstern, königlich Sächsischer Kammerherr, Major a. D., Großherzoglich Sachsen-lveimarscher Zchloßhauptmann, auf Waltersdors, erwarb 1885 den „Großen Teich" zu Seif Hennersdorf (^VdI>V von Zittau), mit dessen Besitz die Rollatur über die beiden geistlichen Stellen daselbst verbunden ist. Er vermählte sich zu Dresden am 17. Juli 1882 mit Raroline Adele Friederike Gabriele verw. Gräfin Zedtwitz, geb. v. Schönberg-Pötting, geboren zu Dresden am 11. Januar 1856. Deren Sohn Turt Gustav Tonrad v. p., geboren zu Dresden am 18. August 1883, ist Offizier im Gardereiter-Regiment. Mappen: Im silbernen Schilde Kopf und hals eines goldgekrönten und goldzungigen roten Löwen. Helm mit rot-silbernem Bausch. Kleinod: Die Schildfigur. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 160, Rr. 14 unter den „Meyßnischen". tz Oie neueren Daten nach dem Gothaischen Genealogischen Taschenbuch für Adelige Häuser, iggg, 2) „Aus dem Archive der Familie von Larlowitz", 1875, S. 132. 4Y6 v. potocki —prentzel v. Felsenstein. v. potocki, Graf. Lin Glied des alten angesehenen polnischen Geschlechts potocki war zu Nnfang des l9. Jahrhunderts vorübergehend in der (Qberlausitz angesessen. Graf Franz Peter v. p. kaufte am 1. Mai l800 von Juliane Eleonore Nuguste Gräfin v. Schönburg-Vorderglauchau, geb. v. Lüttichau, die Güter Nieder-Gurig, Groß- und Klein-Dubrau, Vriesing nebst dem Vorwerk Lubas (sämtlich blblO von Bautzen), sowie das Stück Holz, genannt der „Tollmanck", für 259 000 Laler. Zugleich trat sie ihm die Pacht des Rittergutes Voberschütz (blblO von Bautzen) mit einem Nnteil von Briefing und Bieschen (080 von Bautzen), die sie auf Lebenszeit vom Landeshauptmann Grafen Ludwig Gottlob v. Lüttichau inne hatte, ab. Sie ließ auch die Lehn der verkauften Güter aus, erhob aber Protest gegen alle Veräußerung, Verpfändung, Subhastation, sowie gegen alle veterioration derselben. Graf p. nahm am 14. Mai 1800 Besitz von den Gütern, konnte jedoch zunächst zur Nblegung der schuldigen Lehns- und Untertanenpslicht nicht zugelassen werden, da ein Prozeß wegen Neszission des über die Güter geschlossenen Kaufs von ihm anhängig gemacht worden war. Km 4. Oktober 1803 konnte endlich der Lehnbries ausgesertigt werden. Gras p. scheint sich in ungünstigen Vermögensverhältnissen befunden zu haben: wegen einer wider ihn von der Gräfin Schönburg ausgeklagten Kaufgeldssorderung in höhe von 110 000 Talern nebst Zinsen wurden die Güter Nieder-Gurig und Groß-Vubrau am 29. Juni 1806 in Sequestration genommen h. Endlich wurden ihr im Jahre 1808 ihre ehemaligen, dem Grasen p. verkauften Güter adjudiziert. Über seine persönlichen Verhältnisse ist uns nur bekannt, daß Gras Franz Peter p. ehemals polnischer Gesandter in Konstantinopel war, dann vom Ndel des Kiewschen Gouvernements zum Gouvernementsmarschall erwählt wurde und 1811 im Flecken Belilowska (?) lebteh. Wappen: Bila^va. In Blau hohes schwebendes silbernes Kreuz mit zwei und einem halben (Querbalken (am untersten (Querbalken fehlt der rechte Nrm). bliosieeki, Nerbar^ Boiski, VII. Bd. 5. 427. prentzel v. Felsenstein. Johann Ferdinand prentzel wurde, Laxenburg, den 29. Mai 1737, mit dem Zunamen v. Felsenstein in den Böhmischen Nitterstand erhoben 2). Er kaufte, damals als zu Gber-Steinkirch (biblO von Marklissa) angesessen bezeichnet, am 13. Juli 1743 von Jakob v. Salza das Gut Nieder-Beerberg (bl von Marklissa) für 12 500 Taler. Im 0 H.-5t.-0. Gen. Iwe. 31770, potocki. Buch das Kammerprokuraturamt erhob gegen den Grafen p. Klage wegen rückständiger Biersteuern in Höhe yon 101 Tlr. 21 Gr. 4 Pf. Ebenda. 2) Ebenda. h v. Ooerr, Oer kldel der Böhm. Kronländer, 1900, 5.225. v. prenzel. 497 Jahre 1745 kommandierte er als Hauptmann die vier Kompagnien Landmiliz der Greiffensteiner Herrschaft h. Lin Bruder Johann Ferdinands war Thrpsostomus prentzel. I. v. prenzel. II. prenzel v. pentzig, Freiherren. HI. prenzel v. Vucherfelö. Johann Christoph prenzelft ist von Bedeutung nicht allein als angesehener Kauf- und Handelsherr Bautzens und als Wohltäter dieser 5tadt, sondern auch, weil drei seiner Söhne in den Keichsadelsstand erhoben wurden. Johann Christoph p. wurde am 8. März 1718 in Lauban geboren als Sohn des Handelsmanns und Gberältesten der Leinweber Christoph p. und dessen Gattin Knna Dorothea Küdinger, die sich nach dem am 14. Februar 1729 erfolgten Tode ihres Gatten im Jahre 1732 mit dem Kdvokaten Krug in Lauban wiedervermählte. Johann Christoph erlernte dieKaufmannschaft, unternahm eine Keise nach Holland und England, trat 1741 in das Benadasche Handelshaus in Bautzen ein und übernahm es später allein. Im Jahre 1761 wurde er Kämmerer, 1767 Gberkämmerer des Kats und Inspektor des Waisenhauses in Bautzen und verwaltete die ihm übertragenen Ämter mit der größten Treue und Gewissenhaftigkeit. Durch eine Keihe gemeinnütziger Stiftungen machte er sich um die Stadt Bautzen hochverdient. Km 6. Februar 1794 beschloß er sein Leben. Cr war viermal vermählt gewesen: I. 1744 mit der Tochter des Handelsherrn Johann Georg Benada, die bereits im Jahre 1746 starb. II. im Jahre 1746 mit Johanna Tarolina, Tochter des im Jahre 1769 gestorbenen königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kammerrats, Kauf- und Handelsherrn in Zittau, Tarl Thristian Vesser auf Lomnitz. Sie starb auf einer Keise in Lauban im 26. Lebensjahre, am 24. Kugust 1755. III. im Jahre 1756 mit Hedwig Tharlotte, Tochter des im Jahre 1759 verstorbenen königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Hofpredigers N. Thristian Hauschild. Sie starb im Jahre 1759. IV. im Jahre 1760 mit Johanna Thristian«, Tochter des im Jahre 1763 verstorbenen königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen hof- und Justitienrats und geheimen Kabinettssekretärs Friedrich Traugott Ferber. Johann Thristoph p. erwarb am 2. Kpril 1760 von Lrnst Ludwig Gottlob v. Gersdorsf und dessen Gattin die Güter Lehn und Jauernick >) Bergmann, Beschreibung und Geschichte der alten Bergfeste Greiffenstein, 1832, 5. 138, zitiert in V. Rühles Geschichte von Meffersdorf, 1885, 5. 31. ft vergl. Beiträge zur Geschichte der Dber- und Riederlausiz von T. kl. Pesch ek, 1791, 5.221; Laus. Monatsschrift 1794, I, S. 114 ff., 121; G. Z. Dtto, Gberlauj. Lchriftsteller- und Riinstler - Lexikon, II. Bd., 1802, 5.827; „Dem klndenken weil. H. Larl Gottfried prenzels" rc. Gedenkschrift auf ihn; R. kl. Hehler, Die milden Lüftungen der Ltadt Budissin, 3. Heft, 1850, 5. 79 ff. 498 v. prenzel. (beide KW von Löbau) zusammen für 25000 Taler. Der Kurfürst Friedrich August II. genehmigte am 20. Mai 1760, daß der Käufer die Güter sofort, ohne den bei Personen bürgerlichen Standes sonst üblichen öffentlichen Anschlag und ohne Ausstellung von keversalien, in Lehn und Besitz nehme und verwandelte das Gut Lehn aus Mannlehn in pures Allod und Erbe. Km 9. September 1760 erhielt er den Trbbrief über beide Güter. Johann Christoph kaufte ferner am 7. Mai 1768 von Carl Ehrenfried Vrescius das Gut Gehna (KKO von Bautzen) für 17 700 Taler. Auch bei der Erwerbung dieses Gutes erhielt der Käufer vom Landesherrn die oben erwähnten Befreiungen. von Johann Lhristophs dreizehn Kindern gingen ihm sechs im Tode voran: vier in der Kindheit, ferner eine mit dem Akzisrat Linke in Dresden verheiratete Tochter, sowie ein erwachsener Sohn, Tarl Gottfried p., der, am 19. Januar 1752 in Bautzen geboren, am 5. Juni 1775 als cancl. zur. nach kurzer Krankheit in Venedig starb h. Ls überlebten Johann Thristoph folgende Kinder (1—7): 1. Johann Friedrich, siehe unter prenzel v. pentzig, S. 499. 2. Johanna Eleonora, vermählte Dr. Demiani in Dresden. 3. Henriette Sophie, vermählt im Jahre 1780 mit dem Kaufmann Thristian Friedrich Hartz in Bautzen^). 4. Johann Wilhelm, Kaufmann in Bautzen. 5. Thristoph Adolph, siehe unten unter v. prenzel. 6. Friedrich August, Dr. zur. 7. FerdinandTraugott, sieheunterprenzelv.Vucherseld,S.501. I. v. prenzel. Thristoph Adolph prenzel, der unter Nr. 5 erwähnte Sohn Johann Christophs, trat in kurfürstlich Sächsische Militärdienste, wurde Standartenjunker, dann Leutnant im Kürassier - Regiment Kurfürst und später kriegsrat. Lr kaufte am 26. April 1797 von Tarl Friedrich v. Triegern das Mannlehnrittergut Groß-Seitschen (W8W von Bautzen) für 41500 Taler und wurde am 6. Dezember 1797 belehnt. Am 20. April 1820 veräußerte er das Gut wieder an Dietrich August Thristian v.. Tümpling für 33000 Taler. 3m Jahre 1806 erwarb Thristoph Adolph vom Bautzner Bürgermeister Friedrich Gottlob v. Hartmann auf Dber-Rengersdorf das diesem im nämlichen Jahre zufolge testamentarischer Verfügung zugefallene Burglehnhaus. Seit dem 16. Juni 1795^) war er vermählt mit Johanna Elisabeth Barth (Bahrdt), Tochter George Barths, ehemals Bürgers und Gastwirts in Bautzen, seit 1783 Besitzers des Ritterguts klein - Seitschen und seiner Gattin Maria, geb. Reck. Johanna Elisabeth starb am 28. September 1804, 28 Jahre alt, und wurde am 1. Oktober in Göda beerdigt. Von den sechs Kindern, die sie ihrem Gatten geschenkt hatte, überlebten sie vier (1—4): tz vergl. „Dem Andenken weil. kf. Tarl Gottfried prenzels" rc. Gedenkschrist. h vierteljahrsfchrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXII (1894), S.I9Z. h Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI (I89Z), S.I IS. prsnzel v. pentzig. 499 1. Ida, * 22., getauft 26. März 1797. 2. Kdolph Lurt, * 15., getauft 19. Juni 1799, ff 21. April 1889 als königlich Sächsischer Generalleutnant a. V.H. 3. Liddy, * 1., getauft 7. Dezember 1800, gestorben 5. Februar 1886 als Witwe des Sächs. Obersten F. L. A. v. Wurmb^). 4. Julian«, * 11.April, getauft vom. Ralmar. 1802 fll.Aprils. Diese vier Rinder erbten nach dem am 2. Oktober 1804 erfolgten Tode ihres Großvaters mütterlicherseits G. Barth dessen Gut Klein- Seitschen (^V8^V von Bautzen). Christoph Adolph verkaufte das Gut am 17. September 1805 an Heinrich Siegismund Balthasar Freiherrn v. Niebelschütz für 39000 Rtlr. Lhristoph Adolph p. war von Kaiser Joseph II- am 8. September 1785 in den Reichsadelsstand erhoben worden. Die kurfürstlich Sächsische Anerkennung erfolgte am 23. April 1796. Wappen: Der Kaiser verlieh ihm . . . „einen gevierten Schild, in dessen erstem blauen Felde ein goldenes Kleeblatt, in dem zweyten und dritten silbernen zwey rothe rechtsschräge Balken und im vierten blauen Felde ein goldenes Kriegsschiff unter Seegeln mit eben dergleichen Maste, Tackelwerk, Seegeln und einer silbernen, mit einem rothen Ouer- balken belegten Flagge sich befindet. Auf dem Schilde ruhet ein rechtsgestellter, blau angelaufener, offener, rothgesütterter, mit anhangendem Kleinode, rechts mit Gold und Blau, links aber mit Silber und Roth vermischt herabhangenden Decken gezierter, goldgekrönter, adelicher Turniershelm, aus dessen Krone zwischen zween, mit den Sachsen einwärts gekehrten, rechts blau und gold, links aber silber und roth quergetheilten Adlersflügen ein silbernes, rechts gekehrtes Pferd hervorwachset" H. — Abbildung in A. Frhr. v. Zedtwitz, Sächsisches Wappenbuch, 1899. II. prenzel v. pentzig, Freiherren. Der Kauf- und Handelsherr Johann Friedrich prenzel, ältester Sohn des oben (S. 497) erwähnten Johann Thristoph p., kaufte von seinem Vater am 3. Januar 1791 das Rittergut Gehna für 20000 Taler und empfing am 4. Februar desselben Jahres die Belehnung. Tr verkaufte das Gut an seine Schwester, Frau Gberamtsvizekanzler Henriette Sophie Tietze. Sie starb aber im Jahre 1802, ehe der Kaufkontrakt vollzogen warff. von Friedrich Gottlob v. Wiedebach erwarb Johann Friedrich am 27. August 1797 das Mannlehnrittergut Nieder-Rengersdorf und Klein-Krauscha (beide 88M von Rothenburg) für 100000 Rtlr. Am 19. Februar 1801 verkaufte er diese beiden Güter an Frau Johanna Thristiane Louise v. Schweinitz, geb. Meyer v. Knonow für 105000 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld, von Frau v. Licke, geb. v. Kleist, kaufte er am 11. Dezember 1800 das Rittergut Jeßnitz (080 von Kamenz) l) Ebenda XXXI (1403), S. 322. H Ebenda S. 322. H H.-St.-K. I^oa.3132, klcta Reichs-kldelstands-Lrhebungen betr. uo 1784 seg. vol. VII, Fol. 282 ff. tz Zn erster Ehe war sie vermählt gewesen mit dem Kaufmann Christian Friedrich Hartz und hatte fünf Kinder aus dieser Ehe. 32 * 500 prenzel v. pentzig. für 65000 Taler. Tr erwarb ferner von Hans Heinrich VI., Reichs- grasen v. hochberg, Freiherrn zu und auf Fürstenstein, am 30. Juni 1801 die Güter Zahmen mit Ulitten und Uaschel, ingleichen Dürr- bach nebst Delsa, Uringelsdorf und Anteil Lselsberg (sämtlich von Rothenburg) für 134 000 Rtlr. und 1000 Taler Schlüsselgeld; ferner an demselben Tage das Gut Lselsberg nebst Voxberg von Rothenburg) für 20 000 Rtlr. Lselsberg verkaufte er am 23. März 1801 an Johann Rugust Tarl Uönig. Johann Friedrich war vermählt seit 1791 mit Lhristiane Sophie v. pentzig a. d. h. Mittel-Linda bei Görlitz, Tochter Tarl Gottlobs v. p. Rm 8. März 1795 war ihm der Reichsadelsstand verliehen worden und am 12. September 1801 wurde er in den „Reichs-Panner-Frepherrn- Stand" erhoben und zwar, da seine Gattin angeblich die letzte Lrbtochter ihres Geschlechts war, mit dem Namen „prenzel v. pentzig". Ruf sein Ansuchen erließ der Kurfürst am 19. März 1802 die Verordnung an den Gberamtshauptmann, „Ihr wollet Supplikanten nach der ihm beigelegten Dualität tractiren und schreiben". Johann Friedrich starb am 15. März 1802, 41 Jahre weniger 1 Tag alt, und wurde am 21. März in Ulitten beerdigt. Seine Witwe vermählte sich wieder am 8. August 1805 zu Albrechtsdorf mit Siegmund E. Ludwig v. Reinspergh. Johann Friedrichs einziger Sohn Friedrich Eduard, geboren am 5. Juni 1794 zu Gehna, getauft am 8. d. M., erbte zufolge testamentarischer Verfügung seines Vaters die Güter Zahmen, Dürrbach, Ulitten, Uaschel, Uringelsdors, Delsa, Thomaswalde (Vorwerk von Dürr- bach), Boxberg mit Anteil Lselsberg, Zeßnitz mit Guhra (80 von Zeßnitz). Sein Vormund Johann Wilhelm prenzel, ein Bruder seines Vaters, verkaufte am 27. Mai 1805, sowie am 28. September 1807 die genannten Rittergüter mit Ausnahme von Zeßnitz mit Guhra an Ludwig August Grasen v. d. Schulenburg für 146000 Rtlr. Mit Zeßnitz wurde Friedrich Eduard Frh. p. v. p. am 19. Juli 1815 belehnt. Lr verkaufte das Gut am 26. Juli 1824 an Vr. George Friedrich Wiesand für 56 000 Taler. Zwei Jahre später, am 17. März 1826, kaufte Friedrich Lduard, in Dresden lebend, das Lrb- und Allodialrittergut Stacha (blO von Bischofswerda) für 4000 Taler. Am 17. März 1826 erhielt er den Lrbbries. Wappen: Kaiser Franz II. verlieh bei der Nobilitierung im Jahre 17952) . . . „einen gevierten Schild mit drei) goldenen Lilien, zwei), eins, im ersten blauen, und zween rothen rechtsschrägen Balken im zwepten silbernen Felde,' das dritte ist von Roth und Silber drepmal queer und viermal nach der Länge geschacht,' im letzten abermals blauen Duartiere endlich erscheint ein goldenes zwepmastiges Schiff mit aufgespannten Segeln. Auf dem Schilde ruhet rechtsgekehrt ein gekrönter, frei) adelicher, offener, blau angeloffener, rothgesütterter, mit goldenem tz Laus. Monatsschrift 1806, I, S. SO. 2 ) ks.-5t.-kl. I^oe. 3IZ2, Kcta Reichs-kldelstands-Erhebungen betr. ao 178d 86g. vol. VII, Fol. 26d ff. prenzel v. Bucherfeld. 501 Halsschmucke und einer zur Rechten roth und silbernen, zur Linken aber blau und goldenen Decke behängter Turniershelm mit einem ausgebreiteten schwarzen Kdlerssluge, zwischen dessen Flügeln die oben beschriebenen drei) goldenen Lilien schweben". Das bei der Erhebung in den Freiherrnstand am 12. September 1801h verliehene Wappen zeigt den Schild wie oben angegeben. Ruf dem Schilde ruht die fünsperlige Freiherrnkrone. Drei gekrönte Helme. Kleinod des rechten Helms: Silberner Flügel mit zwei roten linken Lchrägbalken,' Kleinod des mittleren Helms: Drei blaue Straußfedern, belegt mit 3 (2, 1) goldenen Lilien; Kleinod des linken Helms: Schwarzer Flügel, belegt mit einem rot-silbern geschachten Schildchen. Decken rotsilbern, blau-golden, rot-silbern. Schildhalter: Zwei schwarze Kdler. Tpross, Wappenbuch der Sächsischen Staaten I. Bd. 1852, Taf. 60. III. prenzel v. Bucherfeld. Ferdinand Traugott prenzel, der jüngste Sohn Johann Lhristophs aus seiner vierten Ehe, war am 17. Kpril 1770 zu Bautzen geborenh, widmete sich dem Handelsstande und übernahm nach dem Tode seines Vaters die Güter Lehn und Jauernick zum Preise von 28 000 Talern. Km 3./5. Mai 1802 verkaufte er diese Güter an Johann Gottlob Erdmann v. Nostitz, von Frau Maria verw. v. Ritsche, geb. v. Soltikow, hatte er das Lrb- und Kllodialgut Mengelsdorf (bl von Reichenbach) nebst zwei Gärtnern in Biesig (ldlVV von Mengelsdorf) am 7. März 1801 für 120 000 Ntlr. und 300 Ntlr. Schlüsselgeld gekauft und am 16. September desselben Jahres den Lrbbrief erhalten. Ferdinand Traugott starb am 8. November 1824 zu Mengelsdorf. vermählt hatte er sich am 8. Kugust 1792 mit Friederike Renata geb. Bucherh, Tochter des Kktuars und Kdvokaten Thrist. Friedrich B. in Dresden- Sie starb am 12. November 1821. Der einzige Sohn dieser Ehe, geboren am 30. März 1796h, verlor im Jahre 1817 beim Baden sein Leben. Ferdinand Traugotts einzige Tochter Friederike Kuguste, geboren am 3. Dezember 1793, vermählt mit dem Major Ludwig Wigand v. Ziegler und Klipphausen, starb am 7. Kugust 1852h. Sie hatte das väterliche Gut Mengelsdorf geerbt. Ferdinand Traugott prenzel war von Kaiser Franz II., Wien den 8. März 1795, mit dem Prädikat v. Bucherfeld in den Reichsadelsstand erhoben worden. Die kurfürstliche Knerkennung erfolgte Schloß Pillnitz den 31. Juli 1795 h. h Die kursächsische Anerkennung erfolgte am 9.März 1802, k)--5t.-A. Boo. 3132 a. a. D. vol. II, Fol. 124. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 4, 5. 120. tz Sie stamme — so heißt es in dem Ferdinand Traugott p. v. B. ausgestellten Adelsdiplom — „aus einer guten Familie . . ., die verschiedene Anverwandte habe, die der Vorrechte des Adels genössen". >9 Laus. Monatsschrift 1796, I, S. 231. h Jahrbuch des Deutschen Adels, III. Bd. (1899) 5. 978. «) k)>- 5 t--kl. Boo. 3132, Acta Reichs-Adelstands-Trhebungen betr. ao 1789 ssg. vol. VII, Fol. 296 ff. 502 v. promnitz. Wappen: Der Kaiser verlieh ihm gleichzeitig . . . „einen gevierten Schild, in dessen erstem goldenen Felde erscheint ein natürliches Kleeblatt, im zweyten blauen ein dreymastiges Schiff mit zween ausgespannten Leegein und einem silbernen Kreuze in sämtlichen aufgesteckten Flaggen, aus natürlichen Wellen schwimmend, im dritten rothen ein silberner Kranich, einwärts gekehrt und einen goldfarbenen Ltein haltend, im vierten goldenen endlich ein belaubter Baum aus grünem Grunde. Aus dem Schilde ruht rechtsgekehrt ein goldgekrönter, sreiadelicher, offener, blau angeloffener, rothgesütterter, mit goldenem Halsschmucke und einer zur Rechten grün und goldenen, zur Linken aber roth und silbernen Helmdecke behängter Turniershelm mit einem wachsenden schwarzen Pferde" H. v. promnitz, Freiherren und Grafen. Zur RIt-Weichauschen Linie des uralten Schlesischen Geschlechts v. promnitz^), das am 29. November 1569 den Freiherrnstand erlangt hatte, gehört Seisried v. p. Freiherr zu pleß, aus Sorau, Triebel, der sich zu Ende des l6. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig machte, indem er im Jahre 1582 die Herrschaft Hoyerswerda von den Gebrüdern v. Maltitz tauschweise an sich krackte H. Er bestätigte in demselben Jahre (1582) dem Städtlein Hoyerswerda alle Privilegien und baute 1592 das drei Jahre zuvor abgebrannte Schloß zu Hoyerswerda wieder aufH. Er vergrößerte den Besitz durch Erwerbung der Güter Lärchen, Buchwalde und Rachlau (die beiden ersteren 880, das dritte 8 von Hoyerswerda) und erhielt sie vom Landvogt Hans Herrn v. Schleinitz am 26. November 1585 zu Lehn verreicht^). Seifried starb zu Sorau am 25. Februar 1597 im RIter von 63 Jahren. Er war zweimal vermählt: I. mit Ursula, Tochter des Ritters Heinrich v. Schaff- gotsch aus Neuhaus, Herzogswaldau, Wiltschkau, die am 16. Oktober 1587 starb, nachdem sie ihrem Gatten zwanzig Kinder geschenkt hatte; II. mit Benigna Freiin Poppel v. Lobkowitz"). von Seisrieds Söhnen sukzedierte in Sorau Heinrich Rnshelm, geboren 1564, gestorben aus dem Schlosse zu Lübben am 4. März 1622, Landvogt der Niederlausitz H. tz Das wachsende Roß, das sich als Helmkleinod im Mappen der Gebrüder Christoph Udolph v. prenzel und Ferdinand Traugott prenzel v. Bucherfeld findet, ist das Helmkleinod im Wappen ihres Großvaters mütterlicherseits, des Rauf- und Handelsherrn Johann Georg Benada in Bautzen, vergl. das von Berningeroth angefertigte Porträt Benadas in Rupferstich mit seinem Wappen. H vergl. „Nus den Urkunden gezogene Nachricht von dem Hochgräflichen und Frepherrlichen Geschlecht der von promnitz" in I. G. Lstors „Kleinen Schrisften", III. Band, 1739, S. 578-734. b) N.L. Schuster, versuch einer Geschichte der Stadt Hoyerswerda, 1842,5.38. H verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II, S. 231: Schuster a. a. G. S. 39. H verzeichniß Vberlaus. Urkunden II, S. 235. ") Sinapius, Schlesische Luriositäten, I. Band, 1720, S. 98. tz ^,rbor AensaloAioa illustrissimas Asntis Broinnitxianas, Druckschrift. H.-St.-N. Den. Boe. 31771, promnitz. v. promnitz. 503 Heinrich Anshelms Brüder lVeighard und Seisried d. I. wurden am 19. Dezember 1597 mit der Herrschaft Hoyerswerda belehnt. Nachdem Seifried d. I. im Jahre 1599 seinen Anteil seinem Bruder weighard verkauft hatte h, besaß dieser die Herrschaft allein. Er bestätigte im Jahre 1602 dem Pfarrer zu Schwarz-Kollm von Hoyerswerda) Simon Sagittarius den Gebrauch des Bau- und Brennholzes, einen Teich und gewisse Erbzinsen, privilegierte in demselben Jahre einen Bürger von Hoyerswerda, Andreas Nichter, mit dem Brauurbar, schenkte 1603 einem gewissen Balten Ludwig eine Baustelle in Hoyerswerda und verkaufte 1604 der Gemeinde Hoyerswerda das Dorf Neida (88^V von Hoyerswerda) für 2500 Talerh. Im Jahre 1606 konfirmierte er die Statuten der Stadt 2). lVeighard verkaufte im Jahre 1615 die Herrschaft Hoyerswerda an Siegfried Frhrn. v. Nittlitz aus Spremberg N.-L. Vieser, am 21. November 1615 belehnt, vermochte die Kaussumme nicht zu entrichten, weshalb die Herrschaft im Jahre 1620 an Nudolph v. ponickau überging. lVeighard war vermählt mit polyxena „picklerin"ft. Seine Linie starb schon im Jahre 1650 mit Siegfried, Herrn der Herrschaft PIeß, aus. Jener oben (S. 502) genannte, am 4.lNärz 1622 gestorbene Landvogt der Niederlausitz Heinrich Anshelm hatte aus seiner Ehe mit Sophia Freiin v. Nurzbach neben anderen Kindern einen Sohn Siegmund Seisried, der den Stamm sortpslanzte^). Geboren am 17. Juli 1595, Herr zu Sorau, Landvogt der Niederlausitz, sukzedierte er nach dem Tode seines eben erwähnten, im Jahre 1650 gestorbenen Vetters Siegfried in der Herrschaft pleß und erlangte am 9. Juni 1652 den Neichsgrafen- stand°). Er starb nach einem an die Herzogin Anna Maria von Sachsen gerichteten Schreiben seiner dritten Gemahlin „im lvarmenbrunn bey hirschbergk" am 30. Juni 1654 nach ausgestandener großer Leibesschwachheit und Mattigkeit I. Am 18. November stil. nov. sollte die Bestattung in Sorau stattfinden. Siegmund Seisried hatte sich vermählt: I. am 11. Dezember 1623 mit Anna Margarethe Freiin v. Putbus, gestorben 1645; II. am 17. März 1647 mit Katharina Elisabeth Freiin v. Schönburg a. d. h. Lichtenstein; III. am 6. August 1651 mit Agnes Freiin v. Nacknitz. Er hinterließ aus seiner ersten Ehe neben anderen Kindern^) einen Sohn. Dies war: h s. D. Frentzel, historischer Schauplatz oder Lhronik von Hoyerswerda, 1744, S. 42. 2) verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, S. 260, 261, 26Z. 3) Schuster a. a. G. S. 39. y Zrentzel a. a. G. S. 42. b) vergl. I. Hübner, Genealogische Tabellen, III. Teil, 1728, Taf. Y84. °) Vas Diplom ist teilweise abgedruckt in Speners Opus Irsraläicum, Vars specialis, S. 2YY. h h.-St.-kl. Gen. Uoc. 31771, promnitz. h Kurfürst Iotzann Georg I. von Sachsen meldete „Schloß Kemnitz" den 22. Iuli 1644 dem Kaiser, „daß nach Schickung Gottes sich zwischen des wolgebotzrnen, meines verordneten Landvoigts des Marggrafthumbs Nieder-Lausitz und l. g. Herrn Sigmund 504 v. promnitz. Erdmann I. Neichsgraf v. p., Freiherr zu Pietz, Herr auf Sorau, Triebei, Naumburg, kaiserlicher und königlicher Kammerherr, (Oberst zu Fuß, geboren am 2. September i63i h, gestorben am ly. Januar 1664. Erdmann I. war vermählt mit Eleonore Freiin v. Nacknitzh. Erdmanns I. Sohn, Balthasar Lrdmann Neichsgraf v. p?), freier Standesherr zu pleß, aus Sorau, Triebe!, Naumburg, geboren am 9. Januar l659, machte sich in der (vberlausitz ansässig, indem er am 22. November 1681 von Frau Maria Margaretha verw. Freifrau v. Friesen, geb. Freiin v. Lützelburg, die Herrschaft halbau, nämlich Stadt halbau, Klix, Virkenlache, Nikolschmiede, Kunau, Saatz, Zehr'beutel, Hermsdorf und lvolfsdorf (sämtlich im heutigen Kreise Sagan) für 50 000 Taler kaufte. Lr besaß auch die Herrschaft Drehna und Klitschdorsh, sowie die Luhrauschen Güter. Lr starb als einer der reichsten Herren Schlesiens und der (Oberlausitz am 3. Mai 1703 und wurde am 24. d. M. zu Sorau bestattet, vermählt hatte er sich zu Schleiz am 10. Nugust 1682 mit Emilie Ngnes Gräfin Neutz j. L., geboren zu Schleiz am 11. Nugust 1667, gestorben zu Drehna am 15. (Oktober 1729. Sie vermählte sich wieder am 13. Februar 1711 zu Drehna mit Leyfriedens von promniz, Freyherrn auf pless, Sora, Tribut und Naumburg Frewlein Tochter und dem veften, meinem lieben getreuen Heinrich Joachimen von der Schulenburg auf Lieberoß eine christliche verheurathung angesponnen und im werck ist, worbey sich aber diese eonsillsration ereugen will, daß der von der Schulenburgk (ob wohl dessen Nlutter, Frau Ntarianna Hedwig von Zschirnhauß Witwe, eine ge- bohrne Freyhin und Burggräfin zu Donaw ist) dem Frewlein am Stande nicht allerdings gleich alß die von Vater und Mutter freyherrlichen Geschlechter der Promniz und puttbus erzeuget und möchte ich daher» unterthenigst gerne sehen und wünsche», wann vermittelst Lw. Kaps. Mt. höchsten autoritot diese oonsillsratioii förderlichst auß dem Weg gereumet werden könnte und dieselbe sich allergnedigst wolle belieben lassen, auß Nöm. Kaiserlicher Mast. Vollkommenheit, Macht und Gewalt gedachten von der Schulenburgk in den Freyherrnstandt proprio motu umb mehrer Verwahrung alles Auffrucks allergnedigst zu erheben". — Hierauf erfolgte die Erhebung des v. d. Lchulenburg in den Freiherrnstand mit dem Prädikat „Wohlgeboren" und die kurfürstliche Anerkennung Dresden, den 24. Februar 1645. H.-St.-A. L,oo. I04Z0, Geschlechts- und Herrschaffts - Erhöhungen 1612 — 1656, vol. I, Fol. 207 ff. — Nach Hübners Genealogischen Tabellen, III. Teil, Taf. 984, vermählte sich Siegmund Seifrieds Tochter, Lrdmuth Freiin v. promnitz, * 16. Februar 1650, ff 1650, mit Joachim Heinrich v. d. Schulenburg. >) Siegmund Seyfried zeigte den Herzögen Nugust und Christian von Sachsen und deren Schwester Magdalena Sibylla die am 2. September 1651 erfolgte Geburt eines Sohnes an und erbat ihre Patenschaft. Unter einem dieser Schreiben befindet sich die Anmerkung: „wegen Srer fürstl. G: ingesambt einen Becher pro 50 fl. 15 gr. 6 pf. der Wöchnerin, Linen Becher pro 50 fl. 9 gr. 4Hz dem Kinde zum Linbinden, 5 Rthlr. der Wehemutter". H.-St.-A. a. a. D. 2) Sie war eine Schwester der Agnes Freiin v. Racknitz, die die dritte Gattin des Vaters Erdmanns I., des Grafen Siegmnnd Seifried, gewesen war. h vergl. die Auszüge aus seinem Tagebuch. Neues Laus. Mag. Bd. 22, S. 217-254. tz Den Zeidlern in seiner ausgedehnten Herrschaft erteilte er am 5. Oktober 1698 bestimmte Artikel. Diese sind abgedruckt in der Laus. Monatsschrift 1795, II, r». promnitz. 505 Friedrich Herzog zu Sachsen-lveißenfels, geboren am 30. November 1673, gestorben am 16. Npril 1715h. von fünf Kindern Balthasar Lrdmanns starben drei in der Jugend, es überlebten ihn zwei Söhne Erdmann II. 6. Friedrich. Siehe S. 606. Erdmann II., Neichsgras v. p., geboren zu Sorau am 22. Nugust 1683, getauft an demselben Tage, Lrbherr der freien Standesherrschast pleß, Freiherr zu Sorau, Triebei und Naumburg, erhielt im Teilungsrezeß vom 29. Februar 1704 die Herrschaft Klitschdors und pertinentien und Drehna. Tr besaß ferner Vetschau, Peterswaldau, Kräppelhof und Jannowitz. Nls kurfürstlich Sächsischer Kabinettsminister und Kitter des polnischen weißen Ndlerordens starb er am 7. September 1745. Er war ein Freund des Grasen Zinzendors und der Brüdergemeine. vermählt hatte er sich: I. am 16. Juni 1705 mit Nnna Maria Herzogin zu Sachsen-lveißenfels, geboren am 17. Juni 1683, gestorben am 16. Mai 1731h; II. zu Lobenstein am 21. Februar 1733 mit Henriette Eleonore Gräfin Neuß j. L., geboren zu Lobenstein am 1. Januar 1706, gestorben zu Drehna am 7. Kpril 1762h. Den Grafen Erdmann II. überlebten die unter 2 — 5 ausgezählten Kinder: 1. I. Ehristiana Johanna Nemilia, geboren zu Sorau am 15. September 1708, vermählte sich daselbst am 14. Januar 1726 mit Nugust Ludwig Fürsten zu Nnhalt-Köthen. Sie starb zu Köthen am 20. Februar 1732. 2. I. Knna Friederica, geboren am 30. Mai 1711, vermählt nach ihrer eben genannten Schwester Tode mit ihrem Schwager, dem Fürsten Nugust Ludwig zu Nnhalt-Köthen am 20. November 1732. 3. I. Johann Trdmann, geboren am 2. Februar 1719, gestorben zu Kehl am 4. Juli 1785 h als der letzte des alten ehedem so mächtigen v- promnitz sehen Geschlechts h. vermählt war er seit dem Jahre 1744 mit Gräfin Taroline v. Schönaich-Tarolath. Der Sonderling wurde seiner Gattin bald überdrüssig und nach vier Jahren wurde die Ehe wieder geschieden. Johann Erdmann verteilte im Jahre 1765 seine bedeutenden Herrschaften pleß, Peterswaldau, Kräppelhos, Drehna, Vetschau, Naumburg rc. an seine verwandten; Sorau und Triebe! überließ er dem Kurfürsten von Sachsen gegen eine jährliche Leibrente von 12 000 Talern. 4. I. Ngnes Sophia, geboren zu Sorau am 14. Mai 1720, gestorben zu Herrnhut am 2. Nugust 1791, vermählte sich zu Berthels- h B. Schmidt, Die Reussen, 1903, Taf. 12. h I. Hübner, Genealogische Tabellen, I. Teil, 1737, Taf. 169. h B. Schmidt a. a. ) Laus. Magazin 1785, S. 4; L. D. Langner, Kndreaskirche zu Muskau, 1788, S. 4. 2) Gothaisches Gräfliches Taschenbuch 1864, 5. 824. H Laus. Magazin 1785, 5. 35d. o. Puster. 509 Schriftsteller und Gartenkünstler, der Muskau durch die großartigsten Parkanlagen verschönerte. 1846 verkaufte er Muskau an den Grasen Edmund v. Hatzfeld. Km 10. Juni 1822 wurde Gras p. in den Fürsten- stand erhoben. Kuf seinem Schlosse Vranitz starb er am 4. Februar 1871H. Vermählt hatte er sich am 9. Oktober 1817 mit Lucie Knna Wilhelmine Fürstin v. Hardenberg-Ueventlow, Tochter des königlich preußischen Staatskanzlers Fürsten H. Km 9. Kpril 1776 geboren, war sie 1817 von ihrem ersten Gatten, dem Grasen Karl Theodor Friedrich v. Pappenheim, geschieden worden. Fürst p. ließ sich von ihr am 20. März 1826 scheiden,- sie starb zu Vranitz am 8. Mai 1854. 2. Kurt Kugust Georg Sylvius, geboren am 4. November 1786, gestorben zu Muskau am 23. Kugust 1787 früh um vier Uhr im KIter von 9 M. 19 T.,- am 27. d. M. erfolgte seine Bestattung in der Lrbgruft'). 3. Tlementine Louise Marie Henriette Olympia, geboren am 20. Kugust 1790, gestorben am 24. Februar 1847, vermählt am 21. Kpril 1810 mit Hans Karl Ludwig Fabian Grasen v. Kospoth auf Halbau. 4. Vianka Kuguste Lharlotte Hermine Olympia, geboren am 27. Dezember 1792, gestorben am 29. Mai 1834, vermählt: I. im September 1810 mit Karl Wilhelm Philipp Ferdinand Prinzen v. Schönaich-Larolath, gestorben am 23. Januar 1820; II. am 15. Kpril 1822 mit Joseph Maximilian Gregor Leopold Grasen v. Tauffkirchen- Guttenburg. 5. Kgnes Ursula Luitgardis Tiara, geboren zu Muskau am 5. Oktober 1794 mittags um zwölf Uhr, getauft am 15. d. M. ^), gestorben am 26. März 1837, vermählt am 24. Dezember 1812 mit Friedrich Ludwig Trdmann Kugust Grasen pückler. Das väterliche Gut Ueichwalde fiel an die unter 3, 4, 5, aufgezählten Schwestern. Frau Tlementine Olympia Gräfin Uospoth kaufte am 25. November 1820 die ^/g Anteile ihrer beiden Schwestern an Ueichwalde. Wappen, gräfliches: Schild geviert mit goldenem Mittelschilde, darin ein gekrönter schwarzen Kdler. 1, 4: in Gold ein schwarzer Kdler- slügel, die Sachsen nach innen gewendet,- 2, 3: in Gold Kops und Hals eines einwärts gekehrten, gekrönten schwarzen Kdlers. Grafenkrone, über ihr drei gekrönte Helme. Kleinod I und III: Drei Straußenfedern schwarz, golden, schwarz; II. Gekrönter schwarzer Kdler. Decken schwarzgolden. Schildhalter: Zwei gekrönte schwarze Kdler. v. Puster, (v. Poster.) Im 17. Jahrhundert ist nur ein Glied der alten Schlesischen Familie v. Puster und auch nur ganz vorübergehend in der Gberlausitz ansässig. 1) Linen kurze» Nachruf widmet ihm, ihrem Lhrenmitgliede, die Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften; vergl. Neues Laus. Mag. Nd. 48, S. ty2. 2) Laus. Magazin 1787, S. 280. s) Laus. Monatsschrift 1794, II, S. 325. v. Puster. 510 Ls sei zunächst zum 16. Jahrhundert noch nachgetragen, das Hans v. p. im Jahre 1520 von Georg v. Glaubitz („Glawbitzke") die Güter Lindenau und Burkersdorf (beide 8M von Buhland) für 4000 Fl. erworben hatte, vermählt mit Bgnes . . ., vermachte ihr Hans diese Güter zum Leibgedinge'). Lin Sohn Hansens war wohl Laspar v. p- Vieser kaufte von Ludwig v. Bosenhain („Bosenhagen") dessen Güter zu Buhland und erhielt sie, nachdem der Verkäufer am 21. Bugust 1562 den vorritt getan, vom Landvogt zu Lehn verreicht"). Lin Bruder Laspars, Hans v. p., erwarb das Weidlitz (UM von Bautzen): Die v. Metzradt, „gebrudere und vettere" zu Milkwitz, ließen die Lehn über dieses von ihm erkaufte Gut aus und am 29. Dktober 1562 wurde Hans „nach volziehung geburlicher huldung und eidespslichtung" das Gut verreicht"). Lin Melchior v. p. war im Jahre 1537 Bat und hosmarschall der Herzoge Gebrüder Joachim, Heinrichs II., Johannes und Georg zu Münsterberg und Delsh. vielleicht war jener verarmte Melchior v. p. auf Bulleritz (UM von Bamenz) sein Sohn, der die Herzoge Gebrüder Heinrich und Larl zu Münsterberg veranlaßte, sich in einem von Gels den 19. Februar 1580 datierten Schreiben an den Kurfürsten Bugust von Sachsen zu wenden, damit er ihn unterstütze"). Im 17. Jahrhundert begegnet uns in der Gberlausitz Hans v. p. Lr hatte von Joachim v. Gersdorff zu Lohsa einen Garten zu Kott- marsdors (88M von Löbau) erworben, wie solchen Siegmund v. Gersdorff von Kaspar v. Gersdorff erkauft hatte, mit Dber- und Niedergerichten, dienstfrei, mit den Beschwerungen, Zinsen, vezem dem Pfarrer und Kirchschreiber, kaiserlichen Steuern. Bm 18. Februar 1623 war Hans v. p. belehnt worden; er mußte aber, da er eine Schuld von 300 Lalern nicht zahlen konnte, den Garten zurückgeben. Mit Hans Heinrich v. p. und Wildschütz, königlich preußischem kurfürstlich Brandenburgischem Gberstwachtmeister, starb am 14. November 1708 zu Kortrvk in Flandern der letzte männliche Lrbe des Geschlechts"). Wappen: Schild geteilt von Silber über Blau, oben ohne Bild, h v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit der Meißnischen 6dels, 1846, 5. 248. 2) ks.-St.-6. boo. 4544, particularregister, Inhalts der Nöm: Kap: Mt: rc. 1562, Fol. 8, 8b. 3) Ebenda, Fol. 8 b. 4) Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Bd., 1728, S. 848. h „Melcher Puster von Bullericz" — so unterschreibt er sich im Jahre 1580 - war „durch gottes vorhencknuß in abfahl seiner nahrungk und eusserstes unvormögen gerathen, also daß ehr seine auß göttlichem segen erlangte Kinderlein, wie ehr alß ein getreuer vater wohl gerne thun wollte, durch seinen vorlag zur schulen zu halten ganz unvormögende wehre". Lr hatte zwei Söhne, „welche ehr gerne in gutten Künsten, auf daß sie kunfftiger zeit leuthen künstlichen sein Konten, aufgezogen sehen möchte". Die beiden kserzöge zu Münsterberg empfehlen deshalb den Melchior v. p. dem Kurfürsten von Sachsen zu einer „Thumerep" im Stift Zeitz oder Naumburg oder einem andern Stipendium. ks-°bt.-6. Gen. boe. 31772, Puster. h Sinapius a. a. G. II. Bd., S. 848. v. puttkamer. 511 unten drei silberne Wellenbalken über einander. Helm ohne Krone. Kleinod: 2 Hörner, das rechte silbern, das linke blau, zwischen ihnen zwei gekreuzte Fähnlein, der rechte Wimpel blau, der linke silbern. Decken blau-silbern. Siebmacher I, Tas. 56 Nr. 13 unter den „Schleßingischen". Das gleiche Wappen ohne Farbenschrasfierung zeigen verschiedene Gblatenabdrücke im H.-St.-N. Geneal. Noo. 31772, Puster. v. puttkamer. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts machte sich ein Glied des pommerschen uradeligen Geschlechts v. puttkamer, das bereits im 15 . Jahrhundert urkundlich nachweisbar auftritt, in der Gberlausitz ansässig. Peter Christian v. p., dem Pommersch-Sächsisch-Westfälischen Zweig (Mühlenbruch) der Hauptlinie Nossin (Kreis Stolp) angehörig, Hauptmann, war in zweiter Ehe mit einer Gräfin N. N. v. Schlippenbach vermählt, die nach seinem am 27. September 1723 erfolgten Tode bereits im Februar 1724 eine neue Ehe einging mit Ludwig Friedrich v. p. aus dem Nste Kleschinz-Damerkowh. von den drei Söhnen, die Peter Lhristian von seiner zweiten Gattin hatte, pflanzte der älteste, den Namen seines Vaters tragende Sohn, den Stamm fort: Peter Lhristian v. p. d. I., angeblich im Jahre 1721 geboren, im Jahre 1744 Fähnrich im Dragoner-Negiment Markgraf Friedrich v. Nnsbach-Bapreuth, verließ 1752 den Dienst und wandte sich nach Sachsen^). Er vermählte sich mit Tiara Latharina Elisabeth v. Lriegern a. d. h. Thumitz (KlO von Bischofswerda). Nm16. Dezember 1765 kaufte er, als königlich preußischer Kapitän und aus Mühlenbruch in Pommern bezeichnet, von Frau Johanna Lhristiane Henriette v. Varfus, geb. v. pentzig, das Lrb- und Nllodialgut Iiedlitz (IMO von Bischofswerda) für 14 000 Ntlr. und erhielt am 2. September 1767 den Lrbbrief über dieses Gut ausgestellt. Nm 9. Npril 1772 veräußerte er das Gut Iiedlitz an seine oben genannte Gattin für den von ihm gezahlten Preis,' der ihr ausgestellte Lrbbrief lautete vom 8. September 1772. Die neue Besitzerin hatte im Jahre 1775 wegen der Fischereigerechtigkeit mit dem Vautzner Domstift Streitigkeiten^). Noch als Besitzer von Iiedlitz hatte Peter Lhristian d. I. die Güter Schönau (blO von Kamenz) und Schmerlitz (8Z>V von Schönau) von Wolf Dietrich von hühnerkopfs zum Preise von 18 000 Talern Kausund 30 Dukaten Schlüsselgeld erworben. Der Kauf hatte am 14. Mai 1770, die Belehnung am 2. (Oktober desselben Jahres stattgesunden. Aber schon am 1. November 1771 verkaufte er beide Güter an den Vautzner Senator, späteren Bürgermeister Gottlob Nugust Hering. Eben diesem verkaufte auch Peter Christians Gattin am 13. Februar 1786 ihr Gut Iiedlitz für 18 000 Taler. Peter Lhristian d. I. starb am 9. Npril 0 vergl.Geschichte des Geschlechts derkserren, Freiherren und Grafen v.puttkamer 1878/1880. 5. 507, 576. 2) Ebenda, §. 500. 3) ks--5t.-6. Geneal. k>oa. ZI772, puttkamer. 512 v. Guandt. 1778, seine Witwe im Jahre 1814 in Bautzen in dürftigen Verhältnissen h. Peter Christian d. I. hatte einen Lohn und zwei Töchter (1—3): 1. Anna Salome Sophie, starb im Jahre 1772 im Alter von 12 Jahren 2). 2. Friederike Charlotte. Sie vermählte sich zu Uhpst a. T. am 18. April 1786 ^) mit dem Premierleutnant der Sächsischen Pontonier- Kompagnie Adolph Carl Heinrich v. puttkamer, dem Aste vietzke- pansin angehörig, einem Sohne des Steuer-Kegistrators und Kommissionsrats Joachim Anton v. p. in Dresden und seiner Gattin Henriette Benedicta, Tochter des (Obersteuersekretärs in Dresden Christian Gottlieb hoffmann. Adolph Carl Heinrich starb am 8. August 1788 in Dresden, seine Witwe lebte im Jahre 1802 noch in Bischofswerda h. 3. Carl Friedrich, geboren zu Mühlenbruch am 14. April 1759, starb in Zschopau als pensionierter Akziseeinnehmer am 24. Februar 1841. vermählt war er seit dem 10. September 1789 mit Auguste Ernestine v. Bünau a. d. h. pielitz, geboren am 26. April 1761, gestorben am 10. Juni 1832 in Zschopaus. Wappen: Sn Blau ein goldbewehrter, goldgekrönter roter Greis, der unten in einen nach vorn gekrümmten silbernen Fischleib ausläust. Gekrönter Helm. Kleinod: Goldener Sparren, besteckt mit drei Straußenfedern in den Wappensarben, vor dem zwei mit den Schneiden schräg nach auswärts gerichtete Beile (Streitäxte) in natürlichen Farben stehen. Decken rot-blau (rot-silbern-blau). — Sm Jahre 1682 gelangte der Freiherrnstand in das Geschlecht. Christoph Heinrich v. p., dem kurländischen Zweige des Astes Kleschinz- Damerkow der III. Hauptlinie Kossin angehörig, königlich polnischer (Oberst und Kurländischer Landhosmeister, wurde mit seinen Erben und Erbes-Erben von Kaiser Leopold I. am 13. (Oktober 1682 in den Keichs- freiherrnstand erhoben. Ferner erlangte der im Jahre 1782 als Generalmajor gestorbene Martin Anton v. p. aus der Linie Varnow am 30. August 1737 ein königlich preußisches Freiherrndiplom. v. Huandl. Johann Gottlob Cfuandt, Bürger und Kramer in Leipzig, vermählt mit Christiane Kosine geb. Graßhofs, hatte drei Kinder: Johann Gottlob, getauft am 26. Juli 1751. Johanna Christiane, getauft am 16. Januar 1753. Johann Gottfried, getauft am 16. September 1759. 1) Geschichte des Geschlechts v. puttkamer, S. 599. 2) Ebenda, S. 600. h Laus. Magazin 1786, S.151; kf.-St.-kl. Gen. Doe. 51772, puttkamer. tz Frau Friederike Lharlotte schreibt im Kugust 1789 in einem an den Kurfürsten gerichteten Gesuch . . . „5lm 8. Kugust 1788 erlebte ich das Schrecken, da ich mich eben wegen eines zu beziehenden Lagers nicht bey meinem Manne in Dresden, sondern allhier sMschofswerdas bey meiner Mutter aufhielt, daß er früh von einem Schuß getödtet gefunden worden" . . . h.-St.-kl. Gen. Loo. 51772, puttkamer. h Geschichte des Geschlechts v. puttkamer, S. 604. v. Huandt. 513 Sie wurden sämtlich zu St. Nikolai in Leipzig getauft. Johann Gottfried Cs. wurde Dr. zur. und königlich preußischer Kriegsrat. Gr erstand am 28. Npril 1815 aus dem v. Jagemann scheu Kreditwesen das Erb- und Nllodialrittergut Werda (IftM von Rothenburg, am weißen Schöps), verkaufte es aber wieder am 3. Npril 1818 an den Rittmeister Grasen Georg Ludwig Gottlieb v. Nostitz aus Rietschen für l8 000 Taler. Vermählt war Johann Gottfried mit Ulrike Nuguste Charlotte geb. Baumgarttft. Im Jahre 1792 war Johann Gottfried in den Reichsadelsstand erhoben worden ft. Johann Gottfrieds Bruder, Johann Gottlob Cs. d. I., Bürger und Kramer in Leipzig, besaß das Rittergut Wachau bei Leipzig und starb 1818. Er war vermählt mit Rahel Friederike geb. Mauckisch aus Pirna und hatte einen Sohn, den er wieder Johann Gottlob nannte. Vieser Johann Gottlob Cs?), geboren in Leipzig am 9. Npril 1787, getauft zu St. Nikolai am 12. Npril 1787, gestorben am 19. Juni 1859, Herr aus Dittersbach bei Stolpen (belehnt 1830), ist der bekannte Kunstsammler und Kunstkenner, vermählt war er mit Minna geb. Meißner, Witwe des Geheimen Kriegsrats v. Low und hinterließ zwei Söhne: Gustav, geboren zu Dresden am 14. Februar 1822 und Erwin, geboren daselbst am 17. September 1825. In seinem von Rom aus am 19. Februar 1820 an den König von Sachsen gerichteten Gesuch um Erhebung in den Adelsstand ft schreibt er, er befinde sich in der Lage, „meiner früheren Lieblingsneigung gemäß sowohl durch ernstliche Veschäfftigung mit Gegenständen der Litteratur und Kunst, als auch durch Reisen ins Nusland nach einer meinen Kräften angemessenen Nusbildung und künftigen Nützlichkeit zu streben und habe diesen Entzweck bereits schon seit längerer Zeit zu verfolgen gesucht". Nm 4. Npril 1820 wurde er in den Sächsischen Ndelsstand erhoben. Wappen: Das dem Johann Gottlob C). verliehene Wappen zeigt „einen rothen Schild mit einem goldenen, zu jeder Seite von fünf in Gestalt eines Andreaskreuzes geordneten silbernen Schindeln begleiteten Pfahle. Nus dem Schilde ruhet ein rechtsgekehrter, blau angelausener, roth gefütterter, mit umhabender goldenen Kette und daran befindlichem Kleinod, auch mit zur Rechten von Gold und Roth, zur Linken aber von Silber und Roth vermischt herabhangenden Decken gezierter offener, adeliger Turniershelm, aus dessen goldener Krone ein ausgebreiteter Flug erscheint, dessen rechter Flügel von Gold und Roth, der linke von Roth und Silber quer getheilt ist"ft. Vorst, wappenbuch, I. Band, Taf. 175. ff In den Lehnsakten Werda wird sie auch „v. Baumgarten" geschrieben, ft Rneschke, Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, VII. Bd., 5.296. ft vergl. über ihn Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 27; I- § eidemann, Überlieferungen zur Geschichte von Lschdorf, Dittersbach und Umgegend, 1860, 5. 157 ff. ft ft.-5t.-A. 1.00. 2400, Ncta Erhebungen in den Adelsstand betr. ao 1819, vol. III, Zol. 96. ft Ebenda. 33 ä 614 v. Rabenau. Ähnlich war das im Jahre 1792 dem Johann Gottfried C). bei seiner Nobilitierung verliehene Wappen, über das wir genaue Angaben nicht zu machen vermögen. v. Rabenau. Glieder des dem Meißnischen Uradel angehörigen Geschlechts v. Rabenau waren bereits zu Ende des 14. Jahrhunderts in der Gber- lausitz ansässig und zwar gehörte ihnen das Gut Rietschen von Rothenburg) nebst Werda und Hammerstadt (beide von Rietschen)*). Rietschen war bis zur Wende des 16. und 17. Jahrhunderts im Besitz von Angehörigen der Familie. Roch im Jahre 1678 wird ein Hans v. R. „und Riczschen" erwähnt, der am 4. Mai dieses Jahres 1800 Mark zu Lehn empfingt). Seifried v. R. verkaufte sein Gut Rietschen nebst Zubehörungen zu Daubitz (80 von Rietschen) und prauske (S'W von Rietschen) an Christoph Friedrich v. Canitz auf Fischbach. Vieser erhielt, Prag, den 19. Mai 1609, einen Lrbbrief von Kaiser Rudolph II. über die erkauften Güter I. Um das Jahr 1603 hatte Ziegsried einen Bauersmann entleibt; am 29. (Oktober 1609 wurden die Akten über diesen Fall inrotuliert und an die kaiserliche Appellationskammer nach Prag übersandt*). Aus Werda bei Rietschen saß im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts Christoph v. R. Gemeinsam mit Christoph Abraham v. Haug- witz zu Neukirch, der gleich ihm seit drei Jahren in kaiserlichen Kriegsdiensten unter dem Kommando des Fürsten Julius Heinrich von Sachsen- Lauenburg stand, und einem Bürger aus Hain in Schlesien, hatte er mit Gewalt am 9. Januar 1624 aus dem Klostervorwerk zu Marienthal vier Pferde weggenommen. Die Einbrecher wurden vom Klostervogt verfolgt, in Hirschselde aus dem Gebiete des Zittauer Rats angehalten, aber wieder losgelassen H. Vas Gut Werda verkaufte am 24. Februar 1663 Earl Magnus v. R. für 6 250 Taler an Caspar George v. Nostitz°). Carl Magnus v. R. „zu petersdors" vermählte sich mit Marianne geb. „Vebrain", seit 1656 Witwe Seyfrieds v. Metzradt. Line Anna geb. v. R. wird als Mutter Georges v. veupold und seiner unmündigen Brüder bezeichnet, als diese auf den Rat dieser ihrer Mutter dem Wolf v. veupold das Vorwerk zu Spree (IM^-V von Rothenburg) nebst Zubehör verkauften. Am 23. August 1681 empfing der Käufer die Belehnung H. y Rnothe, Geschichte der Gberlaus. Rdels, S. 431. H ks-- 5 t.-K. Boo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste, Fol. I3b. 3) Y.-St.-K. I_,oo. 9547, Drittes Buch Gberlaus. Lehens-Sachen 1651-67, S. 174. y Weinart, Rechte und Gewohnheiten der Gber- und Niederlausitz, III. Bd., 1795 S. 122. H H.-St.-R. I-oc. 9517, Gberlaus. Iustizsachen, vol. IV. b) Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften L>. I. 30 Rlspt., S. 39. H H.-St.-6. Boo. 9550, Registratur der Lehen w., Fol. 22. v. Rabenau. . 515 iV Linie Hammerstadt. Vas Gut Hammerstadt befindet sich noch im ersten Drittel des 17 . Jahrhunderts im Besitz von Angehörigen der Familie v. R. Adolph v. R. „und Hammerstadt" kaufte im Jahre 1627 das Gut Medewitz (>V8M von Bautzen) von Frau Sarah v. Bünau. Am 24. November des genannten Jahres wurde er belehnt. Lr war vermählt mit Anna Maria v. Bünau, Tochter Rudolfs v. B. auf Nedaschütz und pietzschwitz und seiner Gattin Sarah, geb. v. Schönberg. Sie hatte ihm 1000 Fl. Lhegeld mitgebracht, dafür ließ er sie am 20. April 1632 auf Medewitz verleibgedingen. Adolph geriet in Vermögensverfall, und seine Kreditoren verkauften das Gut Medewitz im Jahre 1637 an den kurfürstlich Sächsischen Rittmeister Caspar Münnich. In welchem Verwandtschastsverhältnis Adolph v. R. zu dem folgenden steht, ist nicht nachzuweisen. Heinrich v. R.h vertauschte den oberen Teil des Gutes Hammerstadt im Görlitzer Kreise an Siegmund v. Gersdorff gegen dessen Gut Ivendisch-Paulsdorf (KO von Löbau) und erhielt dieses am 26. April 1630 zu Lehn verreicht. Wenige Jahre später erhielt er das Amt eines Klostervogts von Marienthal, das er bis an sein Lebensende bekleidete^). Mit zahlreichen anderen Dberlausitzischen Adeligen Unterzeichnete er am 27. August 1654 das Lehnspaktumh. Lr starb am 25. Dezember 1661h. Vermählt war er mit Anna v. Briesenh, Tochter Johann Siegismunds v. V. aus Jerischke N.-L. Lr hinterließ vier Söhne (I —IV): I. Heinrich Lhristian. Siehe unten. II. Siegfried. Siehe S. 517. III. Joachim Siegmund. Siehe S. 518. IV. Hans George. Siehe S. 518. Rittersitz, Vorwerk und Dorsschast Wendisch-paulsdors und was davon in das Steueramt nach Görlitz auf l'/s Rauche zur Mitleidung lag, fiel an diese Söhne. I. Heinrich Lhristian v. R., geboren im Jahre 1623°), kaufte zu Michaelis 1655 von seiner Schwiegermutter, Frau Anna Llena v. Bock, geb. v. Klüx auf Nieder-Strahwalde, sechs Bauern, einen halb- >) Vas „Jahrbuch des Deutschen Rdels", III. Bd. 1899, 5. 307 bezeichnet diesen kseinrich mit dem Doppelnamen Christoph Heinrich nennt als seinen Vater Hans Siegfried, auf Rietschen und Hammerstadt, Rlostervogt des Stifts Marienstern, -f 1620. Lin Hans Sepfried als Rlostervogt von Marienstern zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist indessen nicht bekannt, wohl aber war hundert Iahre früher, im Jahre 1521, ein Sepfart v. R. Rlostervogt von Marienstern. Larpzov, Lhren-Tempel der Dberlausitz, 1719, I. Teil, S. 348! Chronik von Marienstern (anonym), 1894, S. 544. -) I- B. Schönfelder, Urkundliche Geschichte von Marienthal, 1834, S. 232. Gberlaus. Lollections-Werk, I, S. 1056. h Die Lehnsakten geben den 25. Dezember 1661 als Todestag an. Vas im Neuen Laus. Mag. Bd. 47, S. 316 angegebene Datum (25. Dktober 1661) ist unrichtig. h 3m Stammbaum v. R., H.-St.-kl. Gen. Uoo. 31773, wird sie Rnna v. Br., in I- G. Schutzes Rhnentafeln adeliger Familien, Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften U. I. 25, Mspt. Ursula v. Br., im Jahrbuch des Deutschen Rdels III, S. 307, Unna Ursula v. Br. genannt. o) Iahrbuch des Deutschen kldels III, S. 307. 33 * 616 v. Rabenau. Hübner und einen wüsten Garten in Uieder-Sohland am Rothstein (blO von Löbau) für 2000 Taler und 100 Taler Geschenkgeld. Um 1665 erscheint er als Besitzer des Gutes Uieder-Strahwalde (bl^V von Herrnhut). Heinrich Thristian war vermählt: I. seit dem 5. Februar 1653 mit Unna Rosina v. Bock, Tochter Hans Friedrichs v. Bock und seiner Gattin Unna Llena, geb. v. Rlüx a. d. h. Uiederstrahwalde. Die Lhegelder betrugen 2000 Taler, an Stelle deren er den angegebenen Unteil von Nieder-Sohland erwarb. Frau Unna Uosina starb am 21. Mai 1659 zu Uiederstrahwalde h. II. seit dem 16. Januar 1664 mit der Tochter Thristophs v. Temritz aus Geisa, Unna Latharina v. T., geboren am 19. Februar 1626, gestorben am 28. März 1694 ft. Heinrich Thristian ließ seine zweite Gattin gegen angenommene 1000 Taler Ehegeld aus die gleiche Summe, nebst 400 Talern Hausgeld, am 13. Februar 1665 aus sein Gut Uiederstrahwalde verleibgedingen. Un Paraphernalgeldern hatte sie ihm 3000 Taler zugebracht. Der „wohlgeborne Ritter und Herr, Herr Heinrich Thristian v. R." starb am 19. Gktober 1709 ft. Tr hinterließ zwei Söhne und eine Tochter (a —c): s) Thristoph Heinrich v. R., der ältere Sohn Heinrich Thristians aus seiner zweiten Ehe, geboren zu Uiederstrahwalde am 20. Upril 1665, gestorben im Jahre 1734 zu Wellmitzft, übernahm zufolge Vergleichs mit seinen Geschwistern Uiederstrahwalde und erhielt am 19. November 1718 den Lehnbrief über das Gut. Um 8. Upril 1721 verkaufte er Uiederstrahwalde an Uugust Leopold v. Rpaw. Thristoph Heinrich war vermählt seit dem 17. Dezember 1689 mit Unna Elisabeth v. Uechtritz, geboren am 13. September 1661, gestorben zu Löbau am 24. Juni (21. Juli) 1722, Tochter Hans Wilhelms v. U. auf paulsdors und seiner zweiten Gattin Unna Ursula Freiin v. Zedlitz''), von seinen Rindern sei erwähnt: Tarl Gottlob Leopold v. R.ft, geboren zu Strahwalde am 6. Dezember 1694, gestorben am 28. März 1759 aus Pechern, vermählt mit Johanna Henriette v. Bibran, geboren zu pechern am 31. Mai 1715, gestorben zu Linderode am 17. Januar 1766. Von Tarl Gottlob Leopolds Söhnen begründete Tarl Heinrich Udolph das Haus pechern (siehe unten S. 519), Heinrich Gottlob das Haus Linderode. b) Leuther Thristian v. R., der jüngere Sohn Heinrich Thristians aus seiner zweiten Ehe, geboren 1668, gestorben 1740. Während sein älterer Bruder Thristoph Heinrich in der brüderlichen Teilung das väterliche Gut Uiederstrahwalde erhalten hatte, waren an 0 Ebenda, s. 307. ft Nnna Latharina heißt sie in den Lehnsakten Nieder - Strahwalde. Vas Jahrbuch des Deutschen Ndels III, 5. 307, nennt sie Nnna Lhristiane Latharina v. T. ft Lehnsakten Nieder - Strahwalde. Vas „Jahrbuch" III, S. 307 gibt den 10. Gktober 1709 als Todestag an. ft „Jahrbuch" III, S. 307. ft ft.-St.-N. Gen. Noa. 31773, Rabenau, Stammtafel. Das eingeklammerte Datum gibt das „Jahrbuch" III, S. 307. ft Oie in der vorigen Nnmerkung angeführte Stammtafel nennt ihn nur Tarl Gottlobi im „Jahrbuch" III, S. 307 heißt er Tarl Gottlob Leopold. v. Rabenau. 517 Leuther Christian 4000 Taler aus dem Lehn gefallen, mit denen er am 19 . November 1718 belehnt wurde. Tr vermählte sich im Jahre 1712 mit Anna Sophia v. Nostitz, geboren am 23. April 1670, gestorben zu Löbau am 8. November 1736, Tochter Caspar Georges v. Nostitz aus Werda und seiner Gattin Latharina veronica geb. v. Klüx. Leuther Christians einziger Sohn starb frühzeitig ff. e) Anna Helena v. N-, die Tochter Heinrich Christians, vermählte sich in erster Ehe mit Hans Caspar v. Nechenberg aus Ober- Beiersdorf, der am 16. November 1695 starb, in zweiter mit Adolph Benjamin v. Berge. II. Siegfried v. N., der zweite Sohn Heinrichs, erhielt zufolge mit seinen Brüdern getroffenen Vergleichs gegen eine zu erlegende Kaufsumme von 5000 Talern das Gut wendisch-paulsdorf. Er verkaufte am 29. Mai 1687 dieses Gut an Carl Gottlob v. Nodewitz. Wegen des zu paulsdors angeblich angemaßten Bierschanks zu hundert Dukaten Strafe verurteilt, leistete er am 22. Februar 1687 das lluruinentum pur^atoi-iuinff. Schon zuvor hatte er Gber-Neundorf erworben. Dort starb er, 65 Jahre alt, im Jahre 1697 und dort fand er auch seine letzte Ruhestätte ff. von Siegfrieds Rindern vermählte sich eine Tochter „Madame Anna Helena v. R." im Jahre 1696 mit dem Sergeanten Gottfried Vornitzff. Eine andere Tochter, Eva Latharina, heiratete einen v. Schkopp, eine dritte, Johanna Susanna, einen v. Debschitz, eine vierte wird als Jungfrau Ursula Helena v. N. bezeichnet^). Siegfrieds Sohn, Gottlob Siegmund v. N., trat in kursächsische Militärdienste, wurde Leutnant im Gothaischen Regiment und kaufte am Walpurgistermin 1697 von seinem Schwiegervater Ferdinand v. pentzig auf Gber-Wanscha, Reutnitz, Nieda, das Gut Gber-Wanscha (l^lO von Gstritz) für 7000 Taler, verkaufte es aber schon am 22. Februar 1699 wieder an den Besitzer von Nieder-Wanscha, Christoph Ludwig v. pentzig. Dafür erwarb Gottlob Siegmund am 17. Januar 1699 von Frau Barbara Dorothea v. Tarpenter, geb. v. Ralckreuth, das Gut Nieder- Bellmannsdorf (blO von Seidenberg). Er bat den Kurfürsten um Erbverwandlung des Gutes und begründete sein Ansuchen damit, daß er neben seinem auch seines Eheweibes Vermögen zum Ankauf des Gutes verwendet habe, daß er keinen Sohn, sondern nur drei Töchter besitze, daß er endlich vierzehn Jahre lang treue Kriegsdienste geleistet habe. Sein Gesuch wurde bewilligt: Am 15. März 1706 wurde Nieder-Vell- mannsdorf aus Lehn in Erbe und Allod verwandelt. Am Walpurgistermin 1724 verkaufte er dieses Gut an Taspar Rudolph v. Gersdorff aus Nikolausdorf. Er starb im September 1726 in Seidenberg ff. ff k)--5t.-K. Gen. loo. 31773, Rabenau, Stammtafel, ff k)--§t.-R. Geneal. 1,06.31773, Rabenau. Niederlaus. Mitteilungen, VI. Band, 7. Heft, S. 384. ff Ebenda, S. 382. ff Staatsarchiv Breslau, Luratorien- und Tutorienbuch «) Rloß, Gen. Nachrichten, Mspt. Bd. XIII, Rabenau. 518 v. Rabenau. vermählt hatte er sich am 20. Dezember 1694h mit Helena Eleonore v. pentzig a. d. h. Wanscha. Folgende vier Töchter Gottlob Liegmunds sind bekannt (u —6): a) Helena Tugendreich, vermählt am 16. April 1715 mit dem Hauptmann Thristian Gottlob v. Gersdorff a. d. h. Mittel-Gerlachs- heim. Ihr Vater hatte ihr, seiner ältesten Tochter, einen Teil von Nieder-Bellmannsdorf, das sogenannte Miltitzsche Gütchen mittels Kaufs vom 20. April 1721 für 4000 Taler überlassen^). b) Johanna Juliana, * zu Wanscha, getauft am 28. August 1698^). c) Sophia Eleonore, im Jahre 1712 noch unvermählt. 6) Johanna Lharlotte, * 1704, ch am 3. Mai 1706 im Alter von 2 Jahren. III. Joachim Liegmund v. N., der dritte Lohn Heinrichs, kursächsischer Leutnant, kaufte im Jahre 1666 von Frau Anna Tatharina verw. v. Nechenberg das Gut Lauba (8^V von Löbaup im Jahre 1683 verkaufte er es wieder an Ludwig Gebhard v. hoym aus Droyßig. Im folgenden Jahre (1684) erwarb er von Thristoph Vitzthum v. Lckstädt das Erbgut Gber-Neundors (bl von Görlitz). Joachim Liegmund war vermählt mit Maria Lusanna, geb. v. Uechtritz. Gegen angenommene 1500 Taler Ehegelder ließ er seine Gattin mit 1500 Talern Gegenvermächtnis, 200 Talern zur Morgengabe, 500 Talern für Wohnung und wegen der weiblichen Gerechtigkeit, nach Inhalt der Ehestistung vom 13. Oktober 1677, am 27. November 1677 aus Lauba, am 13. Oktober 1685 aus Dber-Neundorfh verleibgedingen. IV. Hans George v. N., der vierte Lohn Heinrichs, kaufte am 10.Juli 1664 von Hans Nudolph v. Frizschkau dessen Gut Buda (blO von Löbau) für 2650 Taler. Zu Anfang des Jahres 1675 starb er mit Hinterlassung der^ Witwe Anna Helena geb. v. Gersdorff a. d. h. Gebelzig, geboren am 5. Dezember 1643, gestorben am 14. Januar 1713 zu Bellmannsdorf, Tochter Thristophs v. G. zu Gebelzig und seiner Gattin Lucretia v. Nechenberg a. d. h. Kleinwelkah. Zwei Kinder überlebten den Vater, eine Tochter Sophia Tugendreich v. N., die sich mit Ferdinand v. pentzig auf Wanscha als dessen dritte Gemahlin vermählte, und ein Sohn Thristoph Heinrich v. N., geboren am 31. Juli 1665, gestorben am 11. Februar 1693 zu Deutsch - Paulsdorf°). Am 11. Februar 1675 erhielt dieser einen Mutzettel wegen des Gutes 0 Ebenda. -) 3u diesem Gütchen gehörten zwei Bauern, drei Gärtner, drei Häusler u„j> ein Hausmann. Ts war früher nicht mit Bellmannsdorf verbunden, sondern hatte eigene Besitzer, deren letzter, Hans Nbraham v. Miltitz, es im Jahre 1658 an den damaligen Besitzer von Nieder-Bellmannsdorf, Martin Rlug v. Scharffeneck, verkaufte, tz Namen und Daten b, o und ä nach Kloß a. a. G. H Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 —17Id. °) Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Band XIII, Rabenau, h Nach der Inschrift seines ehedem auf dem Rirchhof zu Lohland a. R. befindlich gewesenen Leichensteines, vergl. Gurlitt, Bau- und Runstdenkmäler Sachsens, 34. Heft, S. 541. v. Rabenau. 519 Buda. Lein Vormund verkaufte dieses Gut am 11. September 1679 an Hans Siegismund v. Gersdorff auf Kittlitz und Klein - Kadmeritz. Im Kaufverträge wurde Hans Georges Witwe bis Weihnachten freie Herberge im Gute bewilligt, auch versprach der Käufer, sie bei ihrem Abzüge mit allen ihren Mobilien durch seine Pferde und sein Zugvieh auf drei Meilen Weges zu fahren, auch eine Magd zu ihrem Dienste ihr aus drei Jahre zu überlassen ft. - Auf Hammerstadt saß in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Glied des Geschlechts v. K., dessen Vorname nicht bekannt ist, der aber am 10. Oktober 1642 bereits verstorben war. Lr hinterließ die Zähne Balthasar, Heinrich Adolph, Caspar, sowie den ausländischen Christoph. Diese vereinigten sich dahin, daß Caspar die väterlichen Güter Hammerstadt und Linda von Hammerstadt), übernehmen solle. Dies geschah im Jahre 1652. Caspar beteiligte sich am 16./26. Juli 1657 an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen ft. Die übrigen drei Brüder hatten je eine Summe von 766 Talern erhalten; sie kamen im Jahre 1659 mit dem Gesuch ein, ihnen diese Summe in Lehn zu transferieren. Balthasar kaufte zu Walpurgis 1673 das Gut Ob er-Co sei von Kothenburg) von Hans Adolph v. Maxen und empfing es am 31. Mai desselben Jahres zu Lehn verreicht. Wohl sein Sohn ist der unmündige Heinrich Adolph v. K., dessen Vormund Wolf Caspar v. Gersdorff das überschuldete Gut Dber-Tosel zu Walpurgis 1694 an Adam Siegfried v. Loeben verkaufte. B. Linie pechern. Der bereits oben (vergl. S. 516) erwähnte Carl Gottlob (Leopold) v. K. auf pechern in Schlesien (KI'VV von priebus) war vermählt mit Johanna Henriette geb. v. Bibran und hatte folgende Kinder (1 —4): 1. Carl Heinrich Adolph auf pechern, königlich preußischer Landrat des Saganschen Kreises, gestorben im Alter von 50 Jahren am 12. März 1791, begraben am 18. d. M. zu pechern. vermählt war er seit dem 14. November 1764 mit Auguste Sophie Henriette v. Boms- dorff a. d. h. Tzschiegernft. Sein Sohn war: Carl Gottlob (August) v. K.ft auf pechern, königlich preußischer Leutnant. Die am 5. Dezember 1801 zu Dobers verstorbene Frau Charlotte Marie verwitwete Oberst v. Woiskp, geb. v. Bibran, vermachte diesem ihrem Großneffen die Güter Ober- und Kieder- Dobers (t>l von Kothenburg) im Werte von 48000 Talern. Am 17.Mai 1803 erhielt er den Erbbrief. Er verkaufte am 31. Januar 1822 Dobers an seinen Sohn Carl Friedrich August für 40000 Taler. 2. Henriette Tarolina v. K. auf Bohra. tz Lehnsakten Buda. 2) Bberlaus. Nachlese 1771, 5. 345. 3) Jahrbuch des Deutschen Ndels III, 5. 307. ft In den Lehnsakten Dobers ist er nur Larl Gottlob, im „Jahrbuch" III, §.307, ferner im Handbuch des preußischen Ndels II, §. 4dl, 501 Larl Gottlob Nugust genannt. 520 v. Rabenau. 3. Heinrich Gottlob v. R. ausNieder-Linderode, gestorben daselbst am 12. Juli 1791 im Alter von 46 Jahren, begraben am 17. d. M. vermählt war er mit Sophie Tugendreich v. Bomsdorsf und hinterließ zwei TöchterH: u. Kugusta Eleonore T h arlo tteTug endreich, vermählt mit RudolsSiegmundwilhelm v.Schollenstern,kurfürstlich Sächsischem Hauptmann. b. Tharlotte Eleonore Henriette Sophie, vermählt mit Moritz Traugott Llemens v. Steindel, königlich Sächsischem Hauptmann. 4. Auguste Tugendreich lvilhelmine, geboren zu pechern 13. Februar 1748, gestorben zu Deutsch - Paulsdorf 20. Mai 1794 als Witwe Ludolf Kugusts v. Ingenhaeff^). — Im 19. Jahrhundert sind folgende Glieder des Geschlechts v. R. in der Dberlausitz ansässig gewesen: I. Aus dem Hause Alt-Gassen: Richard Balthasar v. R. in Treschen bei Breslau kaufte von den Erben Johann Friedrichs v. Göttlich: Adolf Ferdinand Kölbing, Dr. msä. Alexander Levin Kölbing in Herrnhut und Dr. zur. Moritz Julius Kölbing in Zittau, am 6. Juni 1873 das Allodialrittergut Nieder-Strahwalde (blM von Herrnhut) für 97 000 Taler. Am 27. Oktober 1875 verkaufte er das Gut wieder an Ernst Julius Luder in Alt-Hörnitz. Ferdinand Bruno Lrdmann v. R. aus Brestau im Kreise Sorau, vermählt am 4. September 1832I mit Johanna Friederike Rosalie Steinkopff, kaufte im Jahre 1836 von seinem Schwiegervater Johann Friedrich Larl Lhristoph Steinkopff Königswartha und Taßlau (8^V von Königswartha) nebst pertinentien für den Preis von 135000 Talern,' am l6. Dezember 1836 wurde er belehnt. Er starb als königlich Sächsischer Kammerherr am 15. März 1870. Seine Gattin, geboren am 7. September 1814I, war ihm schon am 20. September 1861 im Tode vorangegangen. Seinem einzigen Sohne Johann Balthasar Ferdinand v. R. auf Adelsbach, Liebersdorf, hatte er das Gut Taßlau im Jahre 1858 erb- und eigentümlich abgetreten, nahm es aber im Jahre 1863 wieder zurück. Johann Balthasar Ferdinand kaufte im Jahre 1862 von den Gebrüdern Friedrich und Franz Grasen zur Lippe die Güter Nieder-Gurig mit Vriesing, Klein-Dubrau mit Vorwerk Lubas, ebenso Groß-Dubrau (sämtlich IMO von Bautzen) für 179000 Taler. In demselben Jahre erwarb er auch vom Grafen Friedrich zur Lippe das Rittergut Doberschütz (80 von Nieder-Gurig) für 60 000 Taler. Geboren am 20. November 1833, starb Johann Balthasar Ferdinand v. R. als Landesältester a. D. und Kreistagsabgeordneter, Herr auf Königswartha, Laminau, Truppen, Eutrich, Johnsdors - Neudorf bei Königswartha, Lommerau, Toblenz, Uhrfft, Mönau-Rauden, Lieske, Lippen am 2. März 1899 vormittags 11 Uhr aus Schloß Königswartha und wurde am 6. d. M. ebenda beerdigt. tz vergl. Handbuch Preußischen Kdels II, S. 504. Laus. Monatsschrift, I7S4, I, 5. 374. 3) G. Steinkopff, Stammtafel der Familie Steinkopff, 1905. tz Ebenda. v. Nackel. 621 II. Aus dem Hause Tzscheeren: Anton Balthasar v. B., königlich Sächsischer Premier-Leutnant, früher Besitzer des Bittergutes Gber- Zibelle (KO von Bluskau), kaufte am 20./24. September 1827 das Erb- und Allodialrittergut Wendisch-Paulsdors (KO von Löbau), ferner die gleichfalls Erb- und Allodialeigenschast habenden Wendisch-Tunners- dorser Stücke, in einem Bauergut und Garten bestehend, mit der Jurisdiktion über die beiden Freigärtner, für 54 300 Taler (46 300 Taler für Wendisch - Paulsdorf, 9000 Taler für die Wendisch - Tunnersdorfer Stücke). Am 24. Mai/14. Juli 1829 verkaufte er den Besitz an seine Gattin Taroline Friederike Eleonore geb. Gulde, für 64 000 Taler. Am 19. August 1829 erhielt sie den Erbbrief; am 6. Juli 1841 verkaufte sie das Gut an Hans Tarl Florian v. Nostitz-Drzewiecki. III. Aus dem Hause Bepten: Barl Hermann v. B. aus Groß- Jauer im Balauer Breise, königlich preußischer Leutnant a. v., kaufte am 2. September 1839 von Friedrich Wilhelm Bingei das Bittergut Jeßnitz im Gebirge (80 von Bautzen) für 15 600 Taler. Am 29. November 1839 erhielt er den Erbbrief. Schon am 1. September 1841 verkaufte er das Gut wieder an Philipp Moritz Eisemann. Wappen: Schild geteilt. Gben in Gold ein wachsender schwarzer Steinbock, unten rot ohne Bild. Helm mit rot-goldenen Decken. Bleinod: Ein schwarzer Babe, einen goldenen Bing im Schnabel haltend. Jahrbuch des Deutschen Adels, Hl, 1899, S. 293. v. Rackel. Das Geschlecht v. Backel führt wohl seinen Namen nach dem westnordwestlich vom Städtchen Weißenberg gelegenen Dorfe gleichen Namens. Schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts h sind Angehörige der Familie als in der Gberlausitz angesessen urkundlich nachweisbar. -V Linie Daubitz. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts saß auf Daubitz sWK^V von Rothenburg) Jakob v. B. Vas ihm auch zugehörige Gut Sänitz (KKO von Rothenburg) verkaufte er im Jahre 1576 an Adam v. Nostitz, der am Sonntag Laetare des genannten Jahres fl. Aprils mit diesem Gute belehnt wurde"). Vas Gut Daubitz selbst verkaufte Jakob am 6. April 1689 seinem Sohne BalthasarI. Dieser Balthasar v. B. „und Daubitz aus Rackelsdorf" verkaufte seinem Vetter Hans v. B. auf Neuhammer sein väterliches Stamm- und Lehngut Daubitz für 9 600 Taler, „sambt einem gülden panzerkettlin, achtmahl umb den halß, seinem lieben Weibe zur vorehrunge, sowohl seinen beyden Töchtern federen zehn Treuz Trohnen zu einem Armbendel, und dem eltisten Sohne ein 0 vergl. 6- Rnothe, Geschichte des Gberlausitzer Odels, t87y, s. 4ZZ. 2) ks.-5t.-K. ii.oe.y580, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, Hol. gd. h Staatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615 — 1689. 622 v. Rackel. Pferd oder fünfzig Thaler Geld"). 6m 11. Januar 1610 wurde der Käufer belehnt. Dieser Hans auf Neuhammer von Rothenburg) war der Sohn eines Balthasar v. R. Nach des letzteren Tode tat sein Sohn Hans v. R. „zum Neuhammer" am Freitag nach Trinitatis 1676 s3. Junis der Römischen Kaiserlichen Majestät und der Krone Böhmen Huldigung und Lehnspflicht und erhielt darauf die väterlichen Güter Neuhammer und Anteil von vaubitz zu Lehn verreicht ^). Hans starb im August 1613, woraus sein Sohn Hans Balthasar am 9. Januar 1614 vom Hauptmann zu Görlitz, Georg v. Nostitz, mit den ererbten Lehngütern zu Neuhammer und vaubitz belehnt wurde ^). Hans Balzer war vermählt: I. seit dem 1. September 1616 mit Barbara v. Gersdorfs, geboren im Jahre 1696 als Tochter Siegmunds v. G. auf See, gestorben nach einer The von 29 N). 4 T. am Sonnabend vor Palmarum 1616 s23. Märzs. Vas Leichenbegängnis fand in vaubitz statth. Hans Balzer war vermählt: II. mit Barbara v. pentzig. Tr ließ seine zweite Gattin zufolge Lheberedung vom 28. Februar 1618, am 10. April 1625 auf Neuhammer verleibgedingen^). von diesem ihrem „Vetter" Hans Balthasar v. R. kauften die Gebrüder Tonrad und Balthasar v. R. das Gut vaubitz und erhielten es am 6. Mai 1627 zu Lehn verreicht. Tonrad verkaufte daraus den halben Teil des Ober- und Niedervorwerks zu vaubitz seinem Bruder Balthasar. Vieser wurde am 14. Dezember 1628 belehnt^) und verkaufte das Gut später seinem Sohne Balthasar d. I., der am 28. Juli 1657 belehnt wurde. Ts ist dieser Balthasar d. I. vielleicht derselbe, dem im Jahre 1663 das in Konkurs geratene v. Bünausche Gut Nedaschütz (>V von Bautzen) adjudiziert wurde, der es aber im November desselben Jahres bereits wieder verkaufte an Frau Maria Luitgard Vitzthum v. Tckstädt, geb. v. Taube. Die vaubitzschen Güter gingen im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts dem Geschlecht v. R. verloren. Ls betagten sich nämlich auf dem kurfürstlichen Schloß zu Görlitz verschiedene Rackelsche, Neuhammersche und Daubitzsche Kreditoren nebst dem Kurator (Advokat Hans Thristoph Schmidt) des ausländischen Tarl Thristoph v. R. mit Adam Larl Ludwig v. pentzig wegen der Güter Neuhammer und vaubitz, woraus letzterer am 3. Juli 1674 mit diesen Gütern belehnt wurde'). 0 Ebenda. h fl.-St.-6. iLoo. 9550, Registratur der Lehen rc., Fol. 7. 3) fl.-St.-R. Geneal. Boo. 31773, Rackei. fl p. Schubert, Pfarrer zu Rothenburg, Leichenpredigt auf sie. Görlitz 1616. - Kus der Feder des berüchtigten Rbraham flosemann erschien im Jahre 1615 eine Festschrift! „Vsri ainoris incloiss in arctsnts laoula actuinbrata. Zu Ehren auf das Rdeliche Beplager fln. flanß Balthasar von Rackel auf Neuhammer und vaupitz rc. als Bräutigam und Frl. Barbara von Gersdorff als Braut, flr. Siegmund von Gers- dorff auf Sehe geliebten Jgfr. Tochter, ^n. 1615. Budissin. 4. Bogen", vergl. I. B. Larpzov, Lhren-Tempel der Gberlausitz, I7l9, I, S. 379. — Vtto, Gberlaus. Schriftsteller- und Künstler-Lexikon, II. Bd., S. 185. fl Staatsarchiv Breslau, Leibgedingsbuch 1619 — 1719. fl fl.-St.-6. Geneal. L,oo. 31792, Salza. fl Griginallehnbrief im fl.-St.-6. Dresden. v. Nackel. 523 L. Linie Rackel. Christoph v. R. d. I. aus Rackel war vermählt mit Esther v. Rechenberg, Tochter des Bautzner Landesältesten haug v. R. aus Gppach und seiner Gattin Anna v. Gersdorff a. d. h. Gber-Llllersdorsh. Christoph ließ seine Witwe und acht Rinder in sehr bedrängten Verhältnissen zurück. Frau Esther v. R. pachtete nach ihres Gatten Tode von ihrem Vetter und Vormund Rudolph v. Rechenberg das Gütlein Zieschütz (0 von Bautzen) und bat im Jahre 1620 den Rurfürsten, sie und ihr Gütlein in seinen Schutz zu nehmen h. von den acht Rindern Christophs sind uns bekannt zwei Töchter: Rnna Maria und Magdalena und zwei Löhne: Melchior Rlbrecht und Hans Christoph. Anna Maria vermählte sich mit Leifried v. Gersdorff aus Lipsa und hermsdors^), Magdalena mit Melchior Christoph v. Gersdorff aus pommritz und hochkirch. Melchior Rlbrecht v. R. war kurfürstlich Lächsischer Leutnant im Regiment v. Arnim. Cr kaufte von Caspar v. Rechenberg aus Uhna dessen Lehngut Rackel samt dem Mierischschen Gute. Rin l. Juni 1640 wurde ihm Rackel zu Mannlehn, das Mierischsche Gut zu Erbe verreicht. Ruf sein Ansuchen verwandelte der Rursürst am 16. September 1665 Rackel aus Lehn in Erbe, jedoch unbeschadet der Lehnssolge, Ritterdienste und anderer kurfürstlicher Rechte und Gerechtigkeiten. Am 14. September 1665 verkaufte Melchior Rlbrecht sein Erblehngut Rackel an Frau Anna Helena v. Nimptsch, geb. v. Berge und heißt im Jahre 1666 „Pachtshalter des Gutes Baruth". Nach dem am 3. Februar 1669 erfolgten söhnelosen Tode Leuther Christophs v. Rackel (vergl. 5. 524) siel dessen Gut Litschen (80 von Hoyerswerda) an seinen Lehnsvetter Melchior Rlbrecht. Vieser empfing die Lehn zu rechter, unversäumter Feit, gab aber wegen der aus dem Gute ruhenden Schuldenlast dieses wieder gerichtlich aus und losh. Um 1674 erscheint Melchior Rlbrecht als Pachtinhaber des Gutes Lichtenau von Lauban)^). Tr war vermählt mit Elisabeth Tugendreich Vitzthum v. Eckstädt a. d. h. Iahmen. Sie starb zu Baruth am Tage nach Jakobi 1666 f26. Julis im Alter von 39 Jahren. Ihre Tochter Maria Hedwig, geboren zu Bautzen am 23. Oktober 1645, vermählte sich am 6. Dezember 1663 mit Johann David v. Gppel aus Lampertswalde"). Melchior Rlbrechts Bruder, Hans Thristoph v. R. wurde im Jahre 1625 in Görlitz „von etlichen geworbenen Soldaten rückwerts und unvorsehenerweiß tödtlichen dermaßen verwundet . . ., daß er kalt us den 8. Tag hernach verstorben" h. tz v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten, VI. Teil, 1793, 5. 74. h ks.-St.-N. Gen. Uno. 31773, Nackel. h v. Uechtritz a. a. D. VI, 5. 74. ks.-St.-U. Uoc. 9547, Vas vierdte Buch Vberlaus. Lehens-Sachen, 1666-81, Fol. 77. r) kj.-St.-N. Gen. Uoo. 31773, Nackel. °) v. Uechtritz a. a. D. VI, S. 75. h.-St.-kl. Noc. 4517, Dberlaus. Fustizsachen, vol. V. 524 v. Nackel. 0. Linie Litschen. Heinrich Ernst v. N., über dessen Eltern vorläufig keine Auskunft erteilt werden kann, besaß das Gut Litschen (80 von Hoyerswerda) oder wenigstens einen Anteil. Er befand sich unter den Gberlausitzischen Ldelleuten, die am 27. August 1654 das Lehnspaktum unterschrieben'). Am 5./15. Dezember 1665 starb Heinrich Ernst, 55 Jahre „etliche Wochen und etliche Tage" alt, wie das Lohsaer Kirchenbuch angibt, das ihn als kaiserlichen Leutnant unter Butlers Dragonern bezeichnet. Er hinterließ die Witwe, Frau Katharina, geb. v. haugwitz, Tochter Leuthers v. h. auf Dahren, — als deren „erster Bräutigam" genannt wird George v. Lawalde^) —, einen Sohn Leuther Thristoph und vier Töchter, von diesen ist bekannt „Frau Esther Llisabetha v. Kostitz, Herrn Laspar Ottens von Nostitz aus Triebitz sDriewitzf, chursl. Durch!, zu Sachsen bei dero Hoffahne bestätigten Eorporals Lheliebste" ^). Leuther Thristoph übernahm das stark verschuldete Gut Litschen, starb aber schon am 5. Februar 1669 ohne männliche Erben. Litschen fiel nun, wie oben erwähnt (vergl. 5. 523), an den Lehnsvetter Melchior Albrecht v. L., der es aber wieder ausgab. Nun erbot sich gerichtlich Heinrich Ernsts Witwe im Jahre 1670 das Gut zu übernehmen, da sie 15 000 Taler in ihm zu fordern hätte und alle Schulden zu bezahlen versprach. Der Kurfürst genehmigte am 21. Juni 1670, daß ihr das Gut Litschen als Mannlehn verliehen würde. D. Linie Linderode —Ouolsdorf. Adolph v. N. aus Linderode im Kreise Sorau und anderen Gütern, Landesältester der Herrschaften Sorau und Triebe!, vermählt mit Margaretha Marianne v. Maxen a. d. h. Jeßnitz und Jaulitz im Kreise Guben, hatte neben anderen Kindern einen gleichnamigen Sohn Adolph II., geboren am 27. Oktober 1652, Herrn aus Linderode rc., gräflich promnitz- schen Amtsverweser und Hofrichter der Herrschaften Sorau, Triebei und Naumburg, der sich am 24. März 1677 vermählte mit Anna Sophia v. Nostitz a. d. h. Nieder - Spreeh. Dieser Adolph II. v. N. hatte drei Söhne (I —III): I. Isaak Adolph. Siehe unten. II. Maximilian Nudolph. Siehe unten 5. 525. III. Friedrich Erdmann. Siehe unten S. 525. I. Isaak Adolph v. N., geboren 1678, Landesältester des Kreises Guben, aus Wormlage im Kreise Kalau, war vermählt mit Eleonore Lrdmuthe v. Troschke^). von seinen Kindern seien erwähnt: u. Heinrich Adolph, kurfürstlich Sächsischer Oberst des Regiments Prinz Albrecht Lhevauxlegers, gestorben am 6. November 1780, tz Vberlaus. Lollections-tverk I, 5. 1056. 2) ks.-St.-6. Boa. 9547, Vas vierdte Buch rc., Zol. 77. h Ebenda, Zol. 77. — vie Trauung Laspar Gttos v. Nostitz mit Esther Elisabeth v. R. fand nach dem Kirchenbuch zu Lohsa am 27. Dezember 1662 statt, tz Laus. Magazin 1779, 5. 245; 1781, S. 54. h Laus. Magazin 1781, S. 55: v. Uechtritz a. a. D. VI, 5. 79. v. Rackel. 525 vermählt mit Tharlotte Lhristiane v. Wallwitz, die in erster The mit dem Kapitän im v. Römerschen Infanterie-Regiment Boguslav Martin Gustav v. Dzierzanowski verheiratet gewesen war. 5ie starb am 11 . November l783 als Besitzerin des Ritterguts Zschirla im Leipziger Kreise*). - Wichtiger ist ein anderer Sohn Isaak Adolphs: b. Leopold Gustav, geboren im Rugust 1719^), avancierte im kurfürstlich Sächsischen Militärdienst bis zum Range eines Oberstleutnants und wurde im Jahre 1775 am Landtage Elisabeth zum Assessor des Waisenamts zu Bautzen gewählt^). Er kaufte am 15. Juli 1749, damals noch Rittmeister, das Rittergut Loga von Bautzen) von Frau Henriette Sophie Maria Freifrau v. Braun und Wartenberg für 19 000 Taler. Rm 29. Oktober wurde er belehnt. Er verkaufte das Gut am 18./29. Juli 1754 an seinen Schwiegervater Gottlob Lhrenreich v. Ziegler und Klipphausen aus Nieder-Lunewalde, Rm 12. September 1782 starb Leopold Gustav zu Loga und wurde am 16. d. M. in Göda beerdigt. Im Jahre 1747 hatte er sich vermählt mit Sophia Magdalena v. Ziegler und Klipphausen. Sie erbte von ihrem Vater nach dessen im Jahre 1757 erfolgtem Tode das Gut Loga, erhielt es am 26. Rpril 1758 zu Lehn verreicht und verkaufte es hieraus am 14. August 1764 ihrem Gatten für 20000 Taler. Am 20. November 1785 starb sie in hoperswerdah. Leopold Gustav hinterließ drei Kinder (1—3): 1. Gottlob Adolph, Leutnant im Fanthierschen Regiment. 2. Gustave Margarethe Henriette, vermählt zu Loga am 28. März 178M) mit Johann Heinrich v. vambrowski, Premierleutnant bei der kurfürstlichen Garde du corps. 3. Thristiane Sophie Lrdmuth, geboren am 28. April 1750°), Stiftsdame zu Joachimstein, vermählt am 25. Oktober 1779 mit Albrecht Thristoph Grasen v. Grabowski, königlich preußischem Kornett*). II. Maximilian Rudolph aus Linderode, ein Sohn Adolphs II. v. R., hinterließ einen Sohn Balthasar Adolphs. III. Friedrich Erdmann, der dritte Sohn Adolphs II. v. R., kurfürstlich Sächsischer Leutnant, aus Schöneiche in der Niederlausitz, kaufte am 13. Juli 1737 von Johann Friedrich v. Ingenhaeff das Lehngut Ouolsdors (bl^V von Rothenburg) für 23 000 Rtlr. Am 26. September 1748 nachmittags */23 Uhr starb er und wurde am 29. d. M. in der Kirche zu hähnichen beigesetzt. Er war vermählt mit Thristiane Erdmuth, geb. v. Kracht, die am 6. Mai 1760 zu Ouolsdors starb"). -) H.-St.-R. Gen. Uoo. 31773, Racket. h viertel) ahrsschrift für Wappen-, Lieget- und Familienkunde, XXI (1893), 5. 116. -) Laus. Magazin, 1782, S. 344. h v. Uechtritz a. a. G. III, 5. 264; VI, 5. 81. h Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser (Brünn) 1888, 5. IIO. 2) Kloß, Genealog. Nachr. Bd. XIII, Rackel. ') Laus. Magazin 1779, L. 323. h v. Uechtritz a. a. D. VI, 5. 77. h Ebenda. 526 v. Rackel. Das pitzschkauer Kirchenbuch führt folgende vier Kinder Friedrich Erdmanns aus*): 1. Ernst Heinrich, * 18. September 1734. Siehe unten. 2. Friederika Margarethe, * 1737, später X mit dem Gbersthosmeister Lhristian Gottlob v. Steuben. 3. Laroline Elisabeth, * 23. August 1740, X mit dem kurfürstlich Sächsischen Leutnant Anton Ferdinand Gottlieb v. Roth; sie starb am 13. Februar 1783 zu GubenI. 4. HenrietteTugendreich,*1742,XmitAdolphGottliebv.Erchen. Zu diesen vier Geschwistern kommt noch eine Schwester: 5. Johanna Sophia Erdmuthe, die sich mit dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Rittmeister im Kürassier-Regiment 6 Lyrn George Wilhelm v. Steuben und nach seinem 1762 erfolgten Tode 1767 mit dem K. K. Oberleutnant I. PH. v. Herbst vermähltes. Der unter Nr. 1 erwähnte Ernst Heinrich v. R. besuchte das Gymnasium Tarolinum zu Braunschweig, dann das zu Görlitz, trat als Lstandart - Junker in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Dienste und zwar in die Kompagnie des Rittmeisters v. Steuben des v. Arnim- schen Kürassierregiments. Am 16. Dezember 1755 erhielt er den Lehn- bries über Ouolsdorf. Auf diesem seinem Gute starb er als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rittmeister am 23. April 1779 im Alter von 46 I. 2 M. 3 W. 4 L. Am 28. April wurde er in Hähnichen bestattet. Lr war seit dem 24. September 1755H vermählt mit Johanna Elisabeth v. Schönseldt, Tochter Heinrich Laspars v. S. aus Werben, die ihm folgende Kinder schenkte(a —Ir): a) Ernst Heinrich Friedrich. Siehe unten. b) Lhristiane Wilhelmine Lharlotte. Siehe unten S. 527. o) Juliane Johanna Dorothea, vermählte sich 1792 mit dem kurfürstlichen Premierleutnant im Regiment v. Boblick, Johann Samuel v. Ampach°). 6) Erdmuth Augustine, ch. e) Friedrich Heinrich Wilhelm, f 28. Mai 1760. k) Karl Moritz Maximilian, * 1762, -f 9. Februar 1764. §) Larl Ferdinand Lhristian, * 1764, ch 20. Juli 1765. Ir) Lharlotte Amalie, vermählt mit Hans Larl Wilhelm v. Jagemann. a) Ernst Heinrich Friedrich v. R., geboren den 7. Juli 1756, überlebte seinen Vater nur um wenige Tage. Lr starb als herzoglich tz vergl. Lehnsakten ipuolsdorf. 2) Laus. Magazin 1783, S. 116, 133. H Sie stellte, C-uolsdorf, den 27. September 1743, einen Revers ans, in dem sie sich verpflichtete, nach dem Tode Georg Wilhelms v. Steuben, mit dem sie sich in ein christliches Ehebündnis eingelassen habe, eine Pension nicht beanspruchen zu wollen. kf.-St.-kl. Den. L,oo. 31773, Rackel. tz Laus. Magazin 1779, S. 245. 5) Laus. Magazin 1779, S. 245; vergl. auch v. Uechtritz a. a. G. VI, S. 78 — 79. H Frau Johanna Elisabeth v. R., geb. v. Schönseldt, machte sich verbindlich, Tsuolsdorf, den 8. Kugust 1792, dieser ihrer mit Joh. Sam. v. Kmpach verlobten Tochter 4000 Taler in die Ehe mitzugeben. k)-°5t.-kl. Geneal. I^oo. 31773, Rackel. v. Nackel. 627 Lachsen -Xoburg-Meiningenscher Hosjunker am 30. Upril 1779 abends 11 Uhr zu Csuolsdorf im Ulter von 22 I. 8 M. 3 W. 3 T. 16^2 5t. Um 6. Mai wurde er zu Hähnichen begraben. Mit dem Gute Esuolsdorf wurde nun belehnt der 5ohn des inzwischen verstorbenen ersten Mitbelehnten, Wolf Heinrich Ernst v. Klüx. Er ließ indessen die Lehn aus zugunsten der Mutter Ernst Heinrich Friedrichs, Frau Johanna Elisabeth v. U., geb. v. Lchönfeldt. Um 10. Upril 1782 erhielt sie den Lehnbrief über Csuolsdors. Zehn Jahre später, am 10. September 1792 verkaufte sie das Gut an ihre Tochter, Frau Tharlotte Umalie v. Jagemann, geb. v. U. für 72 000 Mir. b) Thristiane Wilhelmine Tharlotte v. M kaufte unter Zuziehung ihres Bräutigams Johann Larl Daehnert, fürstlich Uudolstädtischen Hosrats, von Ehrenfried Wilhelm Günther v. Jagemann das Vaumannsche Vauergut zu Rieder-Burkau (bi von Bischofswerda) am 2. September 1794; im Jahre 1798 verkaufte sie dieses Gut „Mein-Burkau" wieder an Tarl Heinrich Friedrich v. Berge. Ls ist noch zu erwähnen eine Frau Katharina v. M, geb. v. Gersdorss, Witwe, die am 29. September 1644 ihr Gütlein Nappatsch (Zubehör von Ult-Liebel, von Rothenburg) für 300 Taler, „indem es ganz abgebrennet und verwüstet befunden", an Hans Friedrich v. Lüttichau verkaufte H. — Frau Unna Elisabeth v. M, geb. v. Zezschwitz, vermählt mit Günther Ehrenreich v. M, ist im Jahre 1672 Mitbesitzerin eines Hauses aus dem Burglehn zu Bautzen H. Günther Ehrenreich dürfte identisch sein mit dem Landesältesten des Fürstentums Sagan aus KochsdorsH. - Wappen: Schild geteilt von Rot und Blau, darin zwei silberne Jagdhörner, das Mundstück nach unten, mit der äußeren Krümmung an einander gestellt und durch ein schwarzes Band verbunden. Helm ungekrönt. Kleinod: rechts vier, links drei Hahnenfedern. Decken rot- silbern. Siebmacher I, Tas. 64, Rr. 1 unter den „Schleßingischen". Abweichend von dieser Darstellung ist die im primmerschen Stammbuches sich findende Zeichnung des Wappens eines „Benedich Rakl" vom Jahre 1628: In Rot zwei silberne Hörner neben einander, Mundstück nach oben, durch ein schwarzes Band verbunden. Helmkleinod: rechts fünf, links vier schwarze Hahnenfedern. Decken rot-silbern. tz Lehnsakten Muskau - Nappatsch. 2) Lehnsakten des Burglehns zu Bautzen. H Sinapius, Schlesische Luriositäten, I. Teil, l720, 5.745. tz Milichsche Bibliothek in Görlitz, vergl. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Fainilienkunde XXIII (1845), S. 580. 528 v. Rahden. v. Rahden (v. Rhaden). Angehörigen des alten pommerschen, auch aus Rügen und Mecklenburg ansässig gewesenen Geschlechts v. Rahden (v. Rhaden) begegnen wir zu Anfang des l8. Jahrhunderts in der Oberlausitz. Friedrich Nikolaus v. R., königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberstleutnant unter den reitenden Trabanten, der um das Jahr 1702 den Rammerherrn und Rittmeister . . . v. Lüttichau erschoßt, vermählte sich mit Johanna Louise v. Schönseldt, einer Tochter Johann Adams v. Sch. aus Petershain und dessen zweiter Gattin Louise geb. v. Loeben. Das Gut Petershain von Ramenz) kam nach Johann Adams v. Sch. im Jahre 1701 erfolgten Tode an seine sechs unvermählten Töchter, bis es schließlich Frau ^gha^im Louise v. R. und deren jüngste Schwester Johanna Lharlotte verm. v. Maxen allein besaßen. Letztere überließ am 24. Mai 1734 ihren Anteil am Gute Petershain ihrer älteren Schwester, der genannten Frau v. R., für 4500 Taler. Am 24. August 1735 erhielt diese den Lrbbries und starb aus der Feste peitz am 13. Oktober 1738. Friedrich Nicolaus v. R. hatte folgende Rinder: 1. Johann Friedrich, königlich preußischer Leutnant. 2. Tarl Nikolaus, königlich preußischer Rornett. 3. Christian Maximilian, geboren zu Hänchen bei Groß- Gaglow im Rreise Rottbus am 29. November 1721. 4. Sabina Louisa, vermählt mit dem Premierleutnant Franz Gottlob v. Sternstein. 5. Johanna Tharlotte. 6. Julius Augustus, geboren zu Hänchen am 17. November 1726 h. Johann Friedrich, Tarl Nikolaus, Sabina Louisa und Johanna Tharlotte erhielten am 5. Dezember 1739 den Lrbbries über ihre, durch Lrbgangsrecht an sie versälleten Anteile und Lrbportionen am Gute Petershain. Zufolge Lrbrezesses, Repten den 28. Oktober 1739, fiel Petershain per sortem an Tarl Nikolaus v. R., königlich preußischen kurfürstlich Brandenburgischen Rornett. Das Gut wurde zu 9000 Talern veranschlagt. Er erhielt am 5. Dezember 1739 den Lrbbries über Petershain. 3m Juni 1776 verkaufte er, damals Rittmeister, das Gut an Siegismund Lhrenreich v. Redern. 1769 wird Larl Nikolaus auch Herr aus Reinsdorf (blO von Muskau) genannth. vermählt war Larl Nicolaus seit dem Jahre 1750 mit Sophie Elisabeth geb. v. Tarlowitz, einer Tochter Ludwig Gustavs v. T. aus I) H.-St.-R. Gen. Iwo. ZI781, v. Rhade. h Gegen Julius klugust v. R., den Besitzer des Gutes Repten, klagte im Jahre 1749 sein ältester Bruder Johann Friedrich wegen ihm schuldiger Lquipagegelder und rückständiger Interessen von den Lrbegeldern aus dem Gute Repten in Höhe vm, 5000 Talern. Ebenda. h Ehr. G. Schümberg, Marggrafthum Vberlausitz, 1769, S. 52. Viehla. Sie war in erster Ehe verheiratet gewesen mit Christoph Erdmann v. Dyherrn aus Beinsdorf H. Lin Sohn des Tarl Nikolaus: Earl August v. N., geboren zu Petershain am 7. Januar 1768, studierte, vorgebildet aus dem Lyzeum zu Sorau, in Leipzig und Jena, wurde Lehrer der französischen Sprache zu Hof in Bayern, lebte dann einige Zeit in Frankreich und Brüssel, seit 1805 als französischer Sprachmeister in Dresden^). 1817 wurde er Diakonus zu Hartha bei Waldheim; am 26. Juni 1820 erfolgte seine Amtsenthebung H. Zu erwähnen ist noch Frau Johanna Eleonore verw. Nittmeister v. „Bade", die am 24. (Oktober 1797 im Alter von 58 I. 7 IN. in Zibelle starb, ferner Anna Sophie v. „Baden", gestorben zu Daubitz am 22. lNai 1755. Dieses Fräulein errichtete letztwillig eine Stiftung zu Gunsten armer Witwen und Waisen von AdelH. Wappen: Schild gespalten von Blau und Silber, darin ein grüner, mit roten Bosen besteckter Branz, vor dem zwei ins Andreaskreuz gelegte, schwarze Streithämmer liegen, deren nach oben gerichtete Spitzen einander zugekehrt sind. Helm mit Bausch. Kleinod: Silberner Köcher oder anderes Gesäß, in dem ein psauenschweis steckt, vor diesem die gekreuzten Hämmer. Decken blau-rot-silbern. Siebmacher V, Taf. 163, Nr. ll unter den „pommerischen". v. Raisky (v. Naysky, v. Raqski). Jakob Heinrich Gras v. Flemming verkaufte, Warschau, den 29. September 1725, die Erb- und Allodialrittergüter (Ober- und Nieder-Schwerta (880 von Marklissa) an den königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Geheimen Briegsrat Johann Tasimir v. Baysky für 60 000 Taler. Nur vier Jahre lang blieb dieser im Besitze der Güter, dann wurden sie vom Landesherrn eingezogen und im Jahre y Nus dem Nrchive der Familie v. Larlowitz, 1875, S. 164. H G. F. Gtto, Lexikon der Dberlaus. Schriftsteller und Künstler, III. Nd., 1803, S. 2: I. v. Schulze, Supplementband, 1821, S. 346. Daselbst sind die von Carl Nugust v. N. verfaßten Schriften aufgezählt. 3) Neue Sächsische Kirchengalerie, Lphorie Leisnig, Sp. 445. h Laus. Monatsschrift 1797, S. 702, 209. H Der König-Kurfürst verfügte Dresden, den 29. Dezember 1729: . . . „Nachdem in Johann Casimirs Nayski Untersuchung nunmehro durch Urthel und Recht soviel ausgemachet worden, daß des Nayski sämtliches vermögen zu völliger Lrsezung dessen, womit er Uns verhasstst verbleibet, nicht zureichet und U)ir dahero dessen in Marggraffthumb Aber-Lausitz gelegenes Nitter-Guth Schwerdta an Zahlungsstatt an Uns zunehmen Uns gemüssiget befunden: So sind Mir zwar vormahls solches auff diesen Fall vermittelst einer Subhastation an den Meistbiethenden verkauften zu lassen gemeynet gewesen: Alldieweil aber die Subhastation doch eine ziemliche Zeit erfordert, hingegen Mir bey Unserer LoatouUs zu dringenden Nusgaben einer besonder» Geld- Summe auff nechstbevorstehende Messen benöthiget sind: So haben Wir an Unser Cammer - Collegium unterm heutigen ästo allergnädigst rescribiret, bemeldtes Guth mit aller Zubehör und dem darinnen befindlichen ünventario ohne vorhergehende Subhastation an unser» Vbristen von Gersdorff vor und umb zwey und funffzig Tausend Thaler ganzer Haupt- und Kauft - Summe, zur Helffte auf Neujahrs Messe v. Naiskg. i ^ ln 530 1729 an den Oberst Wolf Adolph v. Gersdorff verkauft. Johann Tasimir v. R. starb 1749 zu Klein-Struppen'). - Johann Karl v. Rapskp, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberst der Kavallerie, Erb-, Sehn- und Gerichtsherr auf Klein-Struppen, Naundorf, Gber-Vogelgesang, sämtlich in der pirnaer pflege gelegenen Gütern, war vermählt mit Sophia Dorothea, geb. v. Soeben a. d. H. INengelsdorf, die in erster Ehe und zwar seit dem Jahre 1713 verheiratet gewesen war mit dem Oberstleutnant G. 5. v. Bose aus Nickern. Johann Karl v. N. starb am 15. Dezember 1748^) und hinterließ einen einzigen Sohn Johann Heinrich Adolph. Dieser trat in Sächsische Militärdienste und starb als Oberstleutnant und wirklicher Major der Oaräe 6 u oorps am 11 . Januar 1778 aus seinem Gute Struppen. Er war vermählt mit Lhristiane Sophie, geb. v. Seyser, der ältesten Tochter des kurfürstlich Sächsischen Kriegsrats v. L. auf . Gersdors und hinterließ sieben Kinder^): -flj-H 7.1 1. Johann Earl Adolph, * 7. März 1762. Siehe unten. ^ i Johann Earl, * 14. Juli (Juni) 1763. z Johann Friedrich August, * 20 . Juli 1764. ^ 4. Friederika Dorothea Thristiane, * 20. November 1765. ^ 4 . 1 ,, t 5- Johanna Ehristiane Sophia, * 14. Mai 1767. fl) ^ Johanna Eleonore Henrietta, * 5. November 1768. 0,, 7 Johanna Dorothea Wilhelmine, * 12. Juni 1770. 1. Johann Earl Adolph v. N., geboren am 7. März 1762, der älteste Sohn Johann Heinrich Adolphs, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Klein-Struppen, widmete sich dem Militärdienste und vermählte sich als königlich Sächsischer Hauptmann am 15. Oktober 1809 zu Lotta mit Frau Louise lvilhelmine geb. Freiin v. Friesen, Witwe George Augusts v. Egidp, königlich Sächsischen Majors im Generalstabe (fl 17. März 1807 vor Danzig). Louise Wilhelmine, geboren am 12 . Januar 1784, war eine Tochter Earl Augusts d. I. Freiherrn v. Friesen- Eotta und seiner Gattin Lharlotta Friederica, geb. Marschall v. Bieberstein und hatte, wie jedes ihrer fünf Geschwister, von ihrem Vater ein Sechstel der Güter Bretnig und Hauswalde (K^V von Bischofswerda) geerbt. Sie gelangte später, nachdem zwei ihrer Geschwister kinderlos gestorben waren, in den Besitz des vierten Teils der genannten beiden Güter und verkaufte mit Genehmigung ihres Gatten diesen ihren vierten Anteil am 20 . Dezember 1836 ihrem Bruder und Mitbesitzer der Güter, George Maximilian Freiherrn v. Friesen für 15 000 Taler. Johann Earl Adolph v. R. starb am 31. Januar 1840, seine Witwe wurde am 17. Juli 1849 in Dresden von der Eholera hingerafft. Beider Sohn, Otto v. R., geboren im Jahre 1810, starb als Rittmeister der Gardereiter und i und zur andern kfelffte auf Vster - Messe des nechst instehenden 1730sten Jahres zu V erlegen, zu überlassen" . . . Lehnsakten Schwerta. - fl, fl Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, 20. Heft, 1407, S. I. ! t H Dresdner wöchentliche Frag- und Anzeigen, 1767, Nr. N. tz k).-5t.-A. Geneal. Loa. 31775, Nagski; Dresdner wöchentliche Frag- und ! l ^ Anzeigen, 1778, Nr. IV. v. Namsop. 531 Besitzer des Gutes Gersdors bei Pirna am 31. April 1866. In (Ottendors wurde er beerdigt h. 2. Johann Larl v. R., der zweite Lohn Johann Heinrich Adolphs, geboren am 14. Juli (Juni) 1763, ging in Sächsische Militärdienste und starb Ende Januar 1813 zu Witebsk. Aus seiner im Jahre 1801 geschlossenen zweiten Ehe mit Eleonore Sophie Henriette Sichart v. Sichartshosen gingen drei Söhne und drei Töchter hervor. Zwei dieser Söhne, Heinrich Leo, geboren 1803, und Tarl Eugen, geboren 1808, widmeten sich der militärischen Laufbahn,- der dritte, Louis Ferdinand v. R., geboren zu Pegau am 23. (Oktober 1806, gestorben zu Dresden am 23. (Oktober 1890, ist der hervorragende Porträt- und Tiermalers. Wappen: Vas besprochene Geschlecht v. R., das aus Ungarn nach Böhmen und Schlesien und im 18. Jahrhundert nach Rursachsen gekommen sein soll und von zwei Familien nahezu gleichen Ramens, aber anderen Wappens, zu unterscheiden ist^), führt nach einem in den Vretniger Lehnsakten befindlichen Siegel folgendes Wappen: Im blauen Schilde mit silbernem Bande ein silberner Mühlstein. Helmkleinod: Neun wachsende Windhunde, deren einer in der Mitte, während je vier neben einander nach rechts und nach links von der Mitte befindlich sind. — Eine geringe Abweichungen zeigende Abbildung gibt A. Frh. v. Zedtwitz im Sächsischen Wappenbuch, 1899. v. Ramsoy (v. Ramsay). Der kurfürstlich Brandenburgische Rittmeister Georg v. Ramsoy auf Stolzenfelde und Görlsdorf kaufte am 22. Dezember 1685 von Ludwig Gebhard v. hoym das Rittergut Wurschen (0 von Bautzen) und erhielt am 10. März 1687 den Lehnbrief. Seine Schwiegermutter, die Ranzlerin Frau Elisabeth Barbara v. Langenthal, geb. v. Töbingh, hatte ihm zur Erkaufung des Gutes 13 000 Taler gegeben. Georg v. R. starb im Jahre 1690 und zwar offenbar kinderlos, denn das Gut Wurschen fiel an seine Mitbelehnten: Hans Wilhelm v. Bornstedt „auf Tüllgern und Gängern", den Schwager Georgs v. R., sowie Heinrich Wolf v. platen auf Giesenbrück und Breitenstein, Landesdirektor der Reumärkischen Regierung. 0 L. Frhr. v. Friesen, Geschichte der reichsfreiherrl. Familie v. Friesen, 1899, I, S. 265. 2) vergl. Ernst Sigismund, Ferdinand v. Rapski, ein biographischer versuch. Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, 2g. Heft, 1997 , S. 1 ff. — Line Ausstellung der Gemälde des Meisters fand im Sommer 1997 in Dresden statt. 2 ) vergl. Rn e schk> e, Neues allgemeines Deutsches Ndels-Lexikon, VII. Band, S. Z72. h Kn I. H. Büttners Genealogiae der Lüneburgischen kldelichen patricien- Geschlechter, 1794, (nicht paginiert) findet sich auf Bogen väää in der Genealogie des Geschlechts v. Töbing (mit dem Baum im Wappen) erwähnt als Tochter des gräflich Barbp scheu Hofrats und Ranzlers Heinrichs XII. v. T. (* 1595, -f 1669) und seiner Gattin Elisabeths Ionin: Elisabeth Barbara v. T., vermählt am 14. Juni 1652 mit Christoph Langen, 4. II. vr., 00 m. palat. Osesar., kursächsischem Vberamtmann in Thüringen, Vberbürgermeister zu Naumburg. 532 v. Raussendorf. In einem an den Landvogt gerichteten Schreiben Heinrich Wolfs v. platen vom 2. Januar 1693 heißt es mit Bezug aus Georg v. R.: . . . „Es ist aber der seel. Herr Bittmeister v. Ramsoi der Geburt nach ein Engelländer gewesen und durch Krieges Dienste in Deutschland kommen, also daß es es viel Mühe und Schwierigkeiten geben dörfte, ehe man von seinen Agnaten einige gründliche Information erhalten könnte" . . ?). Über das Wappen ist nichts bekannt. v. Raussendorf. Die v. Raussendorf sind bereits um die Wende des 14. und 16. Jahrhunderts als in der Gberlausitz angesessen nachzuweisen. Linie Spremberg. Aus Spremberg (8M von Löbau) saßen Glieder des Geschlechts bereits seit dem Ende des 14. Jahrhunderts^). Im Jahre 1488, am Mittwoch nach Aller heiligen f5. Novembers belehnte der Bischof von Meißen Johann VI. von Salhausen in Stolpen die Gebrüder Hans und Nickel v. N. mit Spremberg. Hans starb vor dem Frühjahr 1515, denn am Montag nach Trinitatis 1515 f4. Junis belehnte derselbe Bischof aufs neue mit dem Gute Spremberg Nickel v. N. und seine „Vettern": Hans, Taspar, Thristoph, George und Friedrich, „Hansen seel. Söhne". Nickel starb vor dem Jahre 1628, denn am Dienstag nach Epiphanias 1528 f7. Januars wurden nur die genannten Söhne Hansens mit Spremberg belehnt^). Im Jahre 1560 befinden sich im Besitze Sprembergs die Gebrüder Thristoph und Friedrich, die letzten jener fünf Brüder, die erstmalig im Jahre 1515 mit Spremberg belehnt wurden. Diesen beiden Gebrüdern Thristoph und Friedrich wurde am 8. Februar 1560 Spremberg zu Lehn verreicht, doch konnte Friedrich, wie er am 5. Februar 1560 bekennth, wegen hohen Alters und Schwachheit nicht persönlich dem Kurfürsten die Erbhuldigung leisten, er erteilte vielmehr seinem einzigen Sohne Hans v. N. Vollmacht hierzu. Friedrichs Bruder Thristoph, gleichfalls hochbetagt, übergab wegen Leibesschwachheit sein „Stückgut" Spremberg im Jahre 1560 seinen Söhnen heinecke (hennicke), Bastian und Hans. Diese drei Brüder scheinen sich dahin geeinigt zu haben, daß heinecke den väterlichen Besitz allein übernehmen sollte, wenigstens meldete dieser am 8. Juni 1563 dem Kurfürsten, daß er sein „Gut im Dorfe Spremberg" an Hans „von Bela" verkauft habe; es wird ferner in der Reihe der Spremberger Geistlichen aufgeführt (ohne Datum): „David, war bep Herrn hengken von Raußendorsf Informator"^). 0 Lehnsakten Märschen. vergl. Rnothe, Geschichte des Gberlausitzer Lldels, 5.441. 3) Gercken, Historie Stolpen, 1764, 5.464, 465. h Lehnsakten 5premberg. h Heckei, historische Beschreibung von Bischoffswerda, I7IZ, 5.585. v. Naussendors. 533 Hans v. R., der einzige 5ohn Friedrichs, der die andere Halste von Spremberg besaß, starb im Jahre 1597 ohne Leibeserben. Sein Lehngut Nieder-Spremberg fiel an seine nächsten Agnaten in Lohmen: Christoph, Hans, Friedrich, Siegmund Gebrüder und Gevettern v. N. Christoph und Hans waren Brüder. Dieser zuletzt genannte Hansv. R. war vermählt mit Anna Magdalena v. Gersdorff, Tochter Balzers v. G. zu Neukirch und seiner Gattin Anna Maria geb. v. Schwanitz H. Hans starb, wie diese seine Gattin im Januar 1636 dem Kurfürsten meldet, „nunmehr vor drey Jahren" und hinterließ einen Sohn Hans Heinrich und eine Tochter Anna Elisabeths). Hans Heinrich war Stallmeister beim Freiherrn Franz Wilhelm v. Talmberg in Böhmen. Hansens Bruder, Thristoph v. N., verglich sich mit seinem Vetter Friedrich v. N. dahin, daß dieser im Jahre 1605 seinen Anteil an Spremberg jenem für 400 Taler verkaufte. Christoph hatte zwei Söhne: Wilhelm und Wolf Ulrich v. N. Wilhelm begab sich in Schwedische Kriegsdienste, Wolf Ulrich wurde am 31. Dezember 1631 zu seinem Anteil am halben Gute Spremberg belehnt. Wilhelm war im Jahre 1658 zu Dobromeritz in Böhmen, „und als er katholisch worden, zu vorigem noch den Namen Franz erlanget" ^). Wolf Ulrich v. U?) aus Spremberg, kaufte am 12. Mai 1661 von Hans Caspar d. I. v. Haugwitz das Gut Loga (8 von Königswartha) und wurde am 11. Oktober 1661 belehnt. Dazu erwarb er zu Walpurgis 1663 die Kobaner Mühle zu Pannewitz (^V von Loga) von Tonrad Heinrich v. Theler. Wolf Ulrich starb am 24. November 1679. Cr war vermählt mit Magdalena, geb. v. Naussendors und hinterließ vier Söhne (I —IV): I. Thristoph Siegmund. Siehe unten. II. Heinrich Adolph. Siehe unten S. 537. III. August Friedrich. Siehe unten S. 538. IV. Maximilian Gottfried. Siehe unten S. 538. I. Thristoph Siegmund v. N., getauft zu Schandau am 14. Januar 1644 zugleich mit seinem wohl früh verstorbenen Zwillings- 0 H.-St.-N. Gen. Koe. 11273, Dersdorfs; Boo. 31775, Naussendors. H H.-5t.-N. Geneal. Itoo. 31775, Naussendors. tz Lehnsakten Spremberg. Huhns topographisches Lexikon, Bd. I, 1848, nennt zwei Drtschaften Dobromieritz, eine im Kreise Tabor, eine im Kreise Saaz. tz v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, VI. Bd., 5. 83 nennt als Vater Wolf Ulrichs nicht Christoph, sondern Heinrich v. R. auf Spremberg, vermählt mit Nlaria v. Kaplier „aus Salowitz in Böhmen". Lr gibt ferner als Todesjahr Ivolf Ulrichs nicht, wie die Lehnsakten von Spremberg, das Hahr 1679, sondern 1659 an und nennt ihn ferner angesessen auf Spremberg und weißig. Mit v. Uechtritz' Nngabe, Wolf Ulrichs Mutter sei Maria Kaplir v. Sulowitz, also eine Böhmin gewesen, würde die Nachricht des H.-St.-kl. (Geneal. L,oo. 31775, Naussendors) in Linklang zu bringen sein, wonach Wolf Ulrich sein mütterlicher Lrbteil im Leitmeritzer Kreise stehen hatte und der Kurfürst zu seinen Gunsten im Jahre 1637 beim Kaiser, ferner im Jahre 1648 beim Hofkammerrat, Kämmerer und obersten Münzmeister im Königreich Böhmen Ulrich Ndam Popel v. Lobkowitz auf Bilin und „Beskowitz" sBerzkowitzj wegen 1400 Schock intervenierte, welche der Vater des letzteren, Wilhelm Popel v. Lobkowitz, dem v. Naussendors schuldig geblieben war. — vielleicht gab es also gleichzeitig zwei verschiedene Träger de; Namens Wolf Ulrich v. Naussendors? 534 v. Baussendorf. bruder Wolf RbrahamH, war vermählt: l. mit Rnna Tatharina geb. v. Rnobloch, verwitwet gewesener v. Rechenberg, von dieser seiner Ehegattin kaufte er am 29. Rugust 1668 das Gut Weidlitz von Bautzen) und erhielt es am 16. Oktober 1669 zu Runkellehn verreicht. 2m Jahre 1677 verkaufte er das Gut an Tonrad Heinrich v. Theler. Dafür kaufte Lhristoph Siegmund am 15. Juni 1677 von seiner „Muhme", Frau Rnna Tatharina v. Dölau, geb. v. Salhausen, das Lrblehngut Grünewald von Hoyerswerda) mit dem Dorfe, sowie mit dem Dorfe S ella (^VL^V von Hoyerswerda) für 11600 Taler. Km 22. Juni 1685 verkaufte er die Güter an Ludwig Gebhard Freiherrn v. Hoym. von Friedrich Rdolph v. Gersdorff erwarb Thristoph Siegmund „aus Saßleben" am 27. September 1686 dessen Gut in Schmölln (0 von Bischofswerda) für 4500 Reichstaler Rausgeld einschließlich der Geschenkgelder. Rm 1. Rugust 1687 wurde er belehnt. Hierzu erkaufte er ferner zu Martini 1687 von Hans Wolf v. Thümmel dessen Gut in Schmölln für 6000 Taler, und am 15. Februar 1689 von Maximilian Ferdinand Hoe v. Hoenegg sein in Schmölln gelegenes Gut für 3000 Taler Raufsumme und 30 Taler Schlüsselgeld. Das Gber- und Niederteil von Schmölln verkaufte er zu Walpurgis 1698 seinem Sohne Wolf Tonrad, erwarb aber diese beiden Rnteile, ebenso den Thümmelschen Rnteil von Schmölln, den Wolf Tonrad im Jahre 1699 hinzugekauft hatte, im Jahre 1704 von seinem Sohn wieder zurück und veräußerte zu Walpurgis 1709 Ober-Schmölln an Friedrich Rdolph v. Gersdorff. Das Gut Thumitz (blO von Bischofswerda), bisher Thristian Nitzsche gehörig, wurde am 18. Dezember 1686 Thristoph Siegmund vor dem kurfürstlichen Hosgericht adjudiziert. Rm 20. Juli 1688 wurde er belehnt. Schon vor der Belehnung, am 31. Januar 1688, hatte er das Gut Thumitz seinem Bruder Heinrich Rdolph (vergl. S. 537) verkauft. Dann erwarb Thristoph Siegmund v. R. das Lrb- und Lehngericht zu Rückersdorf (0 von Stolpen) im Rmte Stolpen von Haubold v. Schönberg zu Verthelsdors und Nieder-(Mendorf für 3124 Fl. 2m Rpril 1696 beschwerte sich der Räufer beim Rurfürsten über den Rmt- mann zu Stolpen, der ihm das Gut nicht zu Lehn reichen wolle, da angeblich dergleichen Bauergüter an Personen des Rdels und Bürgerstandes nicht überlassen werden sollten^). Tine weitere Erwerbung Thristoph Siegmunds v. R. war Gber- Schönbach (blO von Neusalza). Rm 2. November 1697 verkaufte Rdam v. ponickau auf Schönfeld das Erbgut Gber-Schönbach, sowie das Haus, „so die Jungfer Luttitzin bewohnt", für 5000 Taler an Lhristoph Siegmund v. R. auf Schmölln und „Jeschen"^). Rm 10. September 1698 l) Der Deutsche Herold, 1907, s. l76. H h.-5t.-kl. Gen. 4,06. 31775, Raussendorf. 3) Zum Kaufobjekt gehörten zwei nach Vber - Lchönbach gehörige bespannte Bauern, ein unbespanntes Bauergut bei dem Luttitz schen Hause, zwei Halbhüfner mit landüblichen Hofdiensten, ein Großgärtner mit Diensten wie die halbhüfner, ein Häusler. 6n Beschwerungen des Gutes werden, aufgezählt (etwas abweichend von v. Naussendorf. 535 empfing er das Gut zu Lehn. Schon am 2t. März 1700 verkaufte er es wieder an Ludwig Gebhard Freiherrn v. Hopm. Wegen aus dem Hofe zu Lchönbach vorgenommener „Bierturbation" hatte Christoph Siegmund im Jahre 1702 hundert Dukaten Strafe an den Löbauer Kat zu zahlen H. Km Michaelistermin 1699 hatte Christoph Siegmund von Johann Christoph v. Gersdorff auf Herwigsdorf in Vormundschaft seines Neffen Ferdinand Ndolph v. Gersdorff das Lehngut Salga (140 von Lautzen) nebst der dazu geschlagenen halben Lrösaer Heide für 12 600 Ntlr. nebst 100 Clrn. Geschenksgeld erkauft. Nm 28. Juli 1700 wurde Christoph Liegmund belehnt,- schon am Walpurgistermin 1703 verkaufte er das Gut Salga an Caspar Christoph v. Nostitz für 15 000 Taler Kauf- und 100 Caler Schlüsselgeld. — Schmölln fiel in dem Konkurs, der zu Christoph Siegmunds vermögen entstand, im Jahre 1713 an die Grasen v. Hopm. Im Jahre 1717 offerierte sich Christoph Siegmund zur Neluition des Gutes voberschütz (8^ von Königswartha), das Gottlob Christian Vitzthum v. Cckstädt fuäicialiter erstanden hatte (vergl. 5. 538). Christoph Siegmund war vermählt: I. mit Nnna Tatharina, geb. v. Knobloch, verwitwet gewesener v. Nechenberg, wie bereits oben (vergl. S. 534) angegeben; II?) mit Nnna Sophia v. ponickau, gestorben am 30. Dezember 1717 zu Lischosswerda, Tochter des Llias v. p. aus Wohla und seiner Gattin Nnna Maria geb. v. Theler. Folgende Kinder Christoph Siegmunds sind bekannt^) (1—5): 1. Siegmund Ndolph, * Martini 1669. 2. Christoph Gottlob, * 12. Npril 1677. 3. Nnna (Johanna) Sophia, vermählt 20. Oktober 1698 mit dem kurfürstlich Sächsischen Leutnant Johann Friedrich v. Körbitz. 4. Wolf Conrad. Von ihm wird unten (S. 536) die Rede sein. 5. Maximilian Heinrich, ff im Mai 1709. Cr war vermählt seit dem 13. Npril 1708 mit Maria Susann« v. Chümmel. Sein Sohn, Maximilian Heinrich, postburmis, * 10. September 1709, blieb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann 1745 in der Schlacht bei Kesselsdorf. den Angaben der auf Gberamtsbefehl im Jahre 1678 vorgenommenen Taxierung): zwei Nagel Ritterdienste, an Rauchfteuern jedesmal II Gr. 8 Pf. wegen eines zugeschlagenen Bauergutes, an Mundgutsteuern jedesmal I Tlr. 23 Gr. II Pf., wozu aber die zwei Freibauern II Gr. 8 Pf. (jeder 5 Gr. 10 Pf.) geben müssen. Dem Pfarrer an vezem jährlich von dem Vorwerke nebst dazu geschlagenem Bauergute 4 Scheffel I viertel halb Korn, halb Hafer: dem Schulmeister I I Garben halb Born, halb Hafer, und zu walpurgis und zu Michaelis jedesmal II Brote, jedes von einem Mätzchen Mehl gebacken, ferner einen beliebigen Heiligenabend und Gründonnerstag. Lehnsakten SchSnbach. H H.-St.-kt. Geneal. L,oo. ZI775, Naussendorf. 2) v. Uechtritz a. a. G. Bd. VI, S. 85. -ff Die beiden ersten nach dem Gödaer Kirchenbuch (Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI, S. Ilb), die anderen nach Klotz, Geneal. Nachrichten Vd. XIII, Naussendorf. 536 v. Naussendorf. Wolf Tonrad v. R., der unter Nr. 4 angeführte Sohn Thristoph Siegmunds, besuchte von l6dl-l693 das Iittauer Gymnasium und ging dann aus die Universität Leipzigs. Thristoph Siegmund verkaufte seinem „nunmehro durch Haltung eigenen Heerdts außer der väterlichen Gewalt befindlichen Sohne" Wolf Tonrad das sogenannte Ober- und Niederteil zu Schmölln nebst der Brau- und Schankgerechtigkeit und der Schenke im Jahre l698 für l4 000 Taler. Wolf Lonrad rundete seinen Besitz ab, indem er hierzu am 3. März 1699 von Otto Siegmund v. Thümmel dessen Lehngütlein zu Schmölln für 1400 Taler hinzu- kauste. Zu Walpurgis 1704 verkaufte er seine drei Rittergüter zu Schmölln für 20 000 Taler an seinen Vater. Um 7. Rugust 1704 kaufte Wolf Tonrad von Friedrich v. Burkersroda d. I. dessen Lehn- und Rittergut Dber-Neukirch (80 von Bischofswerda) mit beiden Mahl- und Bret- mühlen, der Rnger- und Buschmühle, dem halben Rährwasser und dessen Lauf auf den Hof, dem ganzen Brauurbar in Dber-Neukirch, den beiden Schenken, dem Brau- und Malzhaus und der Braupsanne samt dem Vierzwang, daß nämlich die Gemeinde des Niederguts aus gedachten beiden Schenken ihr Bier entnehme, den Ober- und Nieder-Gerichten, dem halben Rirchlehn, der Bleiche nebst dem Bleichhause bei dem Rittersitz, hierzu erwarb der Räufer noch folgende pertinentien: ein Stück Holz vom sogenannten Gberwalde; die andere Hälfte des Rirchlehns, so daß er nunmehr die gesamte Rollatur hatte; endlich zwei Häusler samt deren Rindern und Häusern, weil sie ihre meisten Felder im Gbergute hatten. Der Raufpreis betrug 29 500 Taler. Mit seinem Nachbar Friedrich v. Burkersroda auf Nieder-Neukirch lebte Wolf Lonrad nicht immer im besten Einvernehmen; am 25. September 1708 beschwerte er sich beim Gberamtshauptmann, daß sein genannter Nachbar „über den ordentlichen Schulmeister und Organist Friedrich Wincklern, der von denen damaligen beyden hh. Lollatoribus aus Ober- und Nieder-Neukirch ordentlich vociret worden, noch einen besondern, neuen Schulmeister zu Neukirch bestelle"^. Wolf Lonrad war Landesbestallter. Tr starb im Jahre 1713. Dber-Neukirch wurde im Jahre 1715 subbasta verkauft. Wolf Tonrad vermählte sich: I?) am 17. November 1699 zu Schmölln mit Maria (Marianna) Sophia v. ponickau, geboren am 18. September 1671, gestorben am 4. November 1709, Tochter Rdams v. p. aus Schönfeld und seiner Gattin Rnna Beata geb. v. haugwitz; II. im Jahre 1711 mit Johanna Elisabeth v. ponickau, geboren am 24. September 1689, gestorben am 12. März 1765 in Dber-Sohland, Tochter Hans Fabians v. p. aus Luga und der Dorothea Ratharina geb. v. Ende. Rinderh (1-4): 1. Wolf Gottlob, geboren 27. Rpril 1704. tz Th. Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1782, S. 32. h k)-- 5 t.- 6 . Gen. I.oo. 21775, Naussendorf. tz v. Uechtritz a. a. G. Bd. VI, S. 86. y Die Geburtstage nach dem Kirchenbuch zu Neukirch. Nuszug von vr. PUK angefertigt. v. Naussendorf. 537 2. Tarl Friedrich, geboren 4. September 1705. 3. Tharlotte Sophia, geboren 3l. März 1708, gestorben in Bautzen 17. Mai 1751. Sie bat von Sohland aus im Jahre 1739 die Königin-Kursürstin um Gewährung einer Pension. Sie habe der Herzogin zu Sachsen-Merseburg, geb. Prinzessin von Nassau-Idstein, sechs Jahre lang als Hofdame gedient und sei jetzt kränklich h. 4. Johanna Dorothea, geboren 21. September 1712, gestorben 10. Upril 1751, vermählt am 3. Februar 1728 mit Mols Siegmund v. Uechtritz auf Ober-Sohland. II. Heinrich Udolph v. N., der zweite Sohn Wolf Ulrichs, geboren im Jahre 1646, gestorben 1723"), befand sich im Jahre 1680 als Kornett in kaiserlichen Diensten in Ungarn, wurde Leutnant, später Rittmeister. Um 31. Januar 1688 kaufte er von seinem Bruder Thristoph Siegmund dessen Gut Thumitz (vergl. S. 534) und erhielt es am 20. Juli zu Lehn verreicht. Er war vermählt mit Elisabeth Sophie v. „Niemitzsch" (Nimptsch). Laut Ehestistung vom 17. Februar 1687 und Quittung vom 22. Juli 1688 hatte sie ihm 1000 Taler Lhegeld mitgebracht. Um letztgenannten Tage ließ er sie mit 1000 Talern Gegenvermächtnis, 300 Talern zur Wohnung und °500 Talern zur weiblichen Gerechtigkeit aus sein Gut Thumitz verleibgedingen. Im Jahre 1695 erhielt er als Rittmeister den Befehl, nach Ungarn zu marschieren^). Im Feldlager zu Stuhlweißenburg übergab er am 16. Mai 1696 per äonationsin inter vivos seiner Gattin Elisabeth Sophie das Gut Thumitz h. Obgleich sie vor dem Regiment „und dahero gerichtlich geschehen" war, so wurde die Donation in Bezug aus ihre Richtigkeit von der Behörde doch in Zweifel gezogen. Frau Elisabeth Sophie leistete deshalb auf die Annahme der Schenkung im Jahre 1698 Verzicht. — Um 13. Uugust dieses Jahres (1698) verkaufte Heinrich Udolph das Gut Thumitz an Frau Eleonore Theresie v. ponickau, geb. v. Bachstedt. Earl Heinrich v. R., vermutlich ein Sohn Heinrich Udolphs, geboren 1684, diente dem Kurhause fünfzig Jahre lang und starb als kurfürstlich Sächsischer Oberstleutnant im Jahre 1756. Er hinterließ als Witwe Frau Gertraud Elisabeth, geb. v. pistoris und fünf Kinder, von diesen trat ein Sohn, Earl Rudolph v. R. 1763 vom königlichen Kadettenkorps als Sous - Leutnant in das Prinz Maximiliansche Infanterie-Regiment ein''). Ein anderer Sohn Tarl tz ks-°§t.-N. Gen. Noo. 31775, Naussendorf. h Ebenda. h Ebenda. 4) Er schreibt: . . . „Demnach ich . . . nunmehro wieder den Erbfeind Lhrist- lichen Nahmens zu Felde gehe und also nicht weiß, ob mich Gott wiederumb gesund zurückkommen lassen möchte, so habe nach vorhergehender reifser Überlegung und umb Verhütung künfftigen Streits ich meiner Lheliebstcn, Frauen Elisabeth Sophia v. R., gebohrne von Niemitzsch, alß von welcher ich mein vermögen mehrentheils erlanget, mein Guth Thumitz und Pertinentien zu schencken und eigenthümlich abzutreten bep mir beschlossen . . . und nichts mehr verlange, als daß dieselbe meine Schulden, wofern sie von übrigen vermögen nicht gäntzlich abgeführet werden könnten, abstatten und meinen Rindern, soviel deren am Leben, die väterliche NsZitima künfftig, wenn sie eß bedürften, nehmlich jeden 200 Thaler, abführen soll". Lehnsakten Thumitz. h H.-St.-N. Gen. Noe. 31775, Raussendorf. 638 v. RaussSüdorf. Heinrichs, Larl Gustav v. R., geboren 1722, gestorben am 9. Februar 1797 zu Wilsdruff, erhielt nach 55 Dienstjahren seinen Abschied als Kapitän beim Prinz Gothaischen Infanterie-Regiment mit einer Pension von monatlich 20 Talern. Lr war vermählt in erster Ehe mit Maria Erdmuthe aus dem Winckel, gestorben 1773H, in zweiter mit Auguste Wilhelmine aus dem Winckel, die am 22. April 1818 starb 2). III. Über August Friedrich v. R., den dritten Lohn Wolf Ulrichs, fehlen weitere Nachrichten. IV. Maximilian Gottfried v. R., der vierte Lohn Wolf Ulrichs, kaufte, damals Kornett, am 3. Februar 1684 das Rittergut Loga von seinen Brüdern und wurde am 16. März 1684 belehnt. Er verkaufte das Gut wieder am 25. Mai 1699 an Hans Thristoph v. Loeben. Wenige Jahre später, am 23. April 1703 erwarb er das Gut Doberschütz (8>V von Königswartha) von Frau Anna Eatharina Vitzthum v. Eckstädt für 5000 Taler und erhielt es am 10. Januar 1704 zu Lehn verreicht. Lr geriet in Zahlungsschwierigkeiten und das Gut wurde im Jahre 1717 subbasta verkauft. Seine Gattin Magdalena Hedwig, geb. . . ., erscheint in den Jahren 1689 und 1690 als Pate in den Gödaer Kirchenbüchern ^). 6. Linie Leippa. Tonrad v. R. auf Tillendors im Kreise Vunzlau starb gegen Ende des 16. Jahrhunderts und hinterließ die Güter Nikolschmiede und Birkenlache (8 von Halbau). Seine beiden Söhne Adam und Wolf Tonrad wurden am 23. Februar 1596 mit den genannten beiden väterlichen Gütern belehnt. Sie verkauften Nikolschmiede an Thristoph v. Schellendorff und Hartmannsdorf im Jahre 1596. Nach dessen Tode kaufte Wolf Tonrad im Jahre 1600 Nikolschmiede von den Vormündern der Erben des Verstorbenen wieder zurück. Vor dem Jahre 1603 war Wolf Tonrad bereits gestorben H. Wolf Tonrads Bruder, Adam v. R., besaß neben seinem Anteil an den väterlichen Gütern Nikolschmiede und Birkenlache auch das Gut Leippa (IMO von Rothenburg) und war Landesältester des Görlitzer Kreises. Er starb in Görlitz am 18. Januar 1606, nachdem er bei einem Goldschmied Taspar Eckhardt daselbst einige Zeit krank gelegen^), vermählt war er mit Tatharina v. promnitz. Diese seine Witwe, sowie die Kreditoren verkauften am 7. Oktober 1606 das überschuldete Gut Leippa an den kaiserlichen Rat Melchior v. Rechenberg für 13425 Taler. >) v. Uechtritz a. a. ) v. Uechtritz a. a. V. Band VI, 5. Y2. -) vergl. h. Heinrich B. Frhr. v. Reche»berg, Beiträge zu einer Geschichte der Familie Rechenberg, I90Z, S. IZ. 542 v. Rechenberg. Asmus, Caspar und haug v. N. Hans, Caspar und haug (Hugo) verkauften ihren Anteil am Dppacher Walde ihrem Bruder Lrnst zu Gppach (14^V von Neusalza), kaiserlichem Nat, später Amtshauptmann des Budissinschen Kreises und Landeshauptmanns. Dieser wurde am 17. Gktober 1564 vom Kurfürsten August mit dem Dppacher Walde belehnt, wie er und seine genannten Brüder ihn ehedem vom Bischof Johann zu Meißen und vom Stift daselbst zu Lehn inne gehabt hatten. Mitbelehnt wurden Hans Balthasar und Lrnst v. N. zu Beiersdorf und Gppach, ferner Balthasar, Ulrich, Wolf und Georg v. U. zu „Grauspick" und „Borsnitz"'), haug (Hugo) starb am Y./I9. Dezember 1693 und hinterließ fünf Söhne: Lrnst, Hans, Dtto, Christoph, Hans Georg und Hang. Am 26. November 1586 wurden mit dem Gute Beiersdorf nebst dem Sattelhof und dem Kirchlehn belehnt: I. Lrnst v. N.,- ferner „Hansens und Balthasars seligen nachhergelassene Söhne", Gevettern v. N., Nr. II —VI: II. Asmus. Siehe unten S. 549. III. Balthasar. Siehe unten S. 550. IV. Christoph. Siehe unten S. 553. V. Ernst. Siehe unten 5. 564. VI. Nikol. Siehe unten S. 556. I. Lrnst v. N. und seine Nachkommen. Lin Sohn Lrnsts v. N., des kaiserlichen Nats und Landeshauptmanns auf Lrostau ((MO von Schirgiswalde) war Nudolphb), dem außer Lrostau die Güter Kleinbautzen (140 von Bautzen), Nodewitz (14140 von Schirgiswalde), Baschütz und Zieschütz (0 von Bautzen), Dppach, preititz (140 von Bautzen) und Velgern (0140 von Bautzen) gehörten. Im Jahre 1617 bevollmächtigte Nudolph den Di-. Abraham Kaul zur Lmpfangung der Lehn über den Dppacher Waldh. Die beiden Güter Baschütz und Zieschütz verkaufte Nudolph an den v. ponickauschen Amtmann zu Hoyerswerda Hans Göllner, der im Jahre 1622 belehnt wurde 2). Über Hans Heinrich v. N., der das Dorf Callenberg (14 von Schirgiswalde) im Jahre 1628 an das Domkapitel in Bautzen verkauft H Räuffer, Kbriß der Dberlaus. Geschichte, III. Bd., 1804,5.563: IV.Bd.,S.6I. 2) Graupzig und porschnitz in der Amtshauptmannschaft Meißen, s) Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XIII, Rechenberg, tz „Rudolph v. Rechenbergs auf Lrostau nächste Agnaten und Mitbelehnte, so dem Lehnbriefe wegen des Spremberger Waldes, bei Gppach gelegen, neben den Balgen an der Bepersdorffer, zu inseriren und einzuverleiben: Hans Christoph v. R., Bruder; Christoph v. R. auf Schirgiswalde: Erasmus, Balzer und Nicol Gebrüder v. R. zu Bedersdorf; Christoph r>. R. zu Sohland, als Agnaten". (Lehnsakten Gppacher Wald.) Leichensteine zweier früh verstorbener Rinder Hans Christophs, des Bruders Rudolphs, befinden sich an der Rirchhofsmauer zu Lrostau: Johannes Asmus v.R., * 2. Juli, f-10. Gktober 1507; Johannes Carolus v. R., * 20. Juli, -f IZ. August 1508. K) Hans Göllner starb um die Jahreswende 16Z2/ZZ mit Hinterlassung dreier unmündiger Söhne: Johannes, Matthäus, Rudolphus. Lehnsakten Baschütz. v. Nechenberg. 543 hatte (vergl. 5.550), beschwerte sich Rudolph in demselben Jahre beim Kurfürsten i). von den Gebrüdern von Metzradt auf Jenkwitz kaufte er im Jahre 1628 eine Brand- und eine Gartenstelle auf dem Burglehn zu Bautzen. Rudolph war einer der beiden Deputierten, die dem König Matthias bei seiner Vermählung mit der Erzherzogin klnna im Dezember 16l l in Wien, im Ruftrage der Gberlausitzischen Stände ein präsent von 1500 Dukaten in einem Pokal überreichten^). Im Jahre 1619 unterschrieb er das Lehns- paktum^). Rudolph starb im November 1630. Er war in erster Ehe vermählt mit Barbara v. ponickau a. d. h. prietitzh, der Name seiner zweiten Gattin ist nicht genau bekannt. Es sind uns die Namen dreier Söhne und einer Tochter Rudolphs überliefert (1—4): 1. Johann (Hans) Ernst. Siehe unten. 2. Rudolph Ernst. Siehe unten S. 545. 3. Johann (Hans) Sebastian. Siehe unten S. 548. 4. Rnna Maria. Siehe unten S. 549. Die Söhne taten nach ihres Vaters Tode der Sehn über seine hinterlassenen und an sie gestammten sämtlichen Lehngüter Folge und teilten sich so, daß Hans Ernst Haus und Vorwerk Trostau, Bederwitz, Dber- und Nieder-Lulowitz (beide Idf von Trostau); Rudolph Ernst das Vorwerk Nieder-Sohland (8 von Schirgiswalde) und „Taube", die wüsten Güter zu Lllersdorf (bl von Sohland); Hans Sebastian das Gut Gppach, das Vorwerk zu picka (bl^V von Gppach), Dorf Wurbis (bl^ von Gppach) und Taubenheim auf der „pomrischen Seiten" (88^ von Gppach), sowie das Haus auf dem Burglehn erhielt. — Später erscheint indessen Rudolph Ernst als Besitzer von Gppach, Hans Sebastian als Besitzer von Sohland. Seiner lvitwe hatte Rudolph das Burglehnhaus zu Bautzen aus Lebenszeit zum Bewohnen angewiesen. l. Johann (Hans) Ernst v. R., Rudolphs ältester Sohn, wurde am 23. Januar 1595 geboren^), besuchte das Zittauer Gymnasium °) und wurde später Landesbestallter des Bautzner Kreises. Noch bei Lebzeiten seines Vaters hatte er von diesem das Gut Kleinbautzen samt Belgern (80 von Kleinbautzen) für 12 000 Taler gekauft und war am 19. Februar 1630 belehnt worden. Wie erwähnt, fiel ihm in der Erbteilung von den väterlichen Gütern zu Trostau und pertinentienh. l) Im IZahre 1658 fragte das Kapitel beim Kurfürsten an, ob es Lehnbriefe vonnöten habe, da doch Ferdinand I. das Bautzner Stift und andere Lausitzer Kirchen und Klöster dahin begnadet habe, daß die Kapitel- und Stiftsgüter aus der Natur der Lehen in die klrt und Natur der Nllodial- und erbeigentümlichen Güter verwandelt seien. -) Großer, Laus. Nlerckwürdigkeiten, 1714, I. Teil, S. 221 Nnm. ü. y Oberlauf. Lollektionswerk I, S. 1055. y Kloß a. a. V. b) D. F. Otto, Oberlauf. Schriftsteller-Lexikon III, Z. y. h Th. Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1785, S. 52. tz Hans Triüt v. N. auf Trostau schrieb am 16. Dezember 1651 an den Ober- amtsverwalter, es sei ihm bei jüngst gehaltener brüderlicher Teilung der väterlichen Güter auch ein Stück wiese, „so vorgehende Zeit nach Schirgiswalde und also unter die löbliche Lron Böhmen gehörig" zugefallen. . . . „wann dann aber in üoa turbu- 544 v. Rechenberg. Km 18. November 1631 wurde er belehnt mit Trostau und dem Kirch- lehn, dem freien Vierschank zu Weißig, dem freien Schank zu Trostau und Lulowitz und der Baustelle auf dem Vurglehn zu Bautzen, früher im Besitz Laspars v. N., nebst Lusthaus und Garten. Hans Ernst verkaufte im Jahre 1634 eine Brandstelle aus dem Burglehn an Seifried v. MetzradO), ferner an Ernst v. Metzradt zu lveißig (80 von Hoyerswerda) Christophs v. Knobloch Lehngut daselbst. Der Käufer wurde am 4. März 1641 belehnt. Hans Ernst starb am 7. März 1648. Er war ein vorzüglicher lateinischer Poet. Um die Kirche in Erostau machte er sich durch Stiftung einer Bibliothek verdient'). Hans Ernst war zweimal vermählt: I. mit Barbara v. ponickauh, Tochter Hans Fabians v. p. aus Elstra. Wegen eingebrachten Lhegeldes in höhe von 2000 Gulden Meißnisch wurde sie am 28. Juni 1633 auf Trostau verleibgedingh II. mit Kunigunde v. Uechtritz, Witwe des Oberstleutnants Georg Kbraham v. Metzradt aus Taubenheim. Besage der im Jahre 1634 aufqerichteten Eheberedung ließ er sie wegen eingebrachter 2000 Gulden am Id. März 1642 aus seine Güter Trostau, Kleinbautzen, Belgern ver- leibgedingen. Sie überlebte ihren Gatten und kaufte von den Kreditoren ihres Mannes am 31. Juli 1649 Kleinbautzen für 5000 Taler, um an ihrem eingebrachten Ehegelde keinen Schaden zu leiden. Da sie kinderlos und da Kleinbautzen ein neues, von ihr erkauftes Lehn war, so beabsichtigte sie den Kmtshauptmann Hans Kdolph v. haugwitz auf Nieder-Gurig und seine Lehnserben in die gesamte Hand und Mitbelehn- schast zu nehmen und erhielt, ungeachtet der Lehnssälligkeit der Güter, vom Kurfürsten, Kugustusburg, den 12. September 1651, die Genehmigung zu ihrem Vorhabens. Km 14. Kpril 1657 verkaufte sie Kleinbautzen an Wolf Christoph v. N. aus Gppach (vergl. 5. 546). Kunigunde v. N. starb im Jahre 1658 im Klter von 71 Jahren. Man rühmte ihre theologischen Kenntnisse und ihre religiöse Gesinnung. „Loelis 6i§na et loguebatur et t'aeiebut", sagte ein Geistlicher von ihr^). lento reruin statu ich nicht wissen kann, wo und an welchem Orte ich die Lehn über ermeldtes Stücklein wiese muthen und suchen solle und gleichwohl hierinne nichts gerne ns§Ii§iren noch verabsäumen wollte, als habe ich der Nothdurfft und vor rathsam erachtet, bei dem löblichen Dberamte dieses incorporirten Markgrafthums Gberlausitz mich derohalben in gebührender Rechtsfrist fudioialitsr anzugeben und de msa diliASntia st contra lapsum tataliuin hiermit und in Rraft dieses in der allerbesten und beständigsten Rechtsform quam solsinnissims zu protestiren" . . . Rm 18. Dezember I6ZI erhielt er denn eine Dberamtsrekognition über seine eingewendete Protestation. Lehnsakten. 0 H.-St.-R. Boe. 9546, Das zweite Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, IbZl-SO, Zol. 72. 2) G. Z. Dtto a. a. G. III, S. 9. b) I. B. Larpzov, Lhrentempel der Gber-Lausitz, 1719, II. Teil, Tab. Osusal. III. der Herren v. ponickau, nennt sie irrigerweise Rnna. Sie heißt Barbara in den Lehnsakten Trostau und in der Leichenpredigt S. haußdorfs auf ihre Tochter Ursula Sophia vermählte v. Dersdorfs v. 1681. tz h.-Lt.-R.Boo. 9546, Vas zweite Buch Gberlaus.Lehens-Sachen, 1631 — 50,Zol.196. tz Laus. Magazin 1773, S. 212. v. Rechenberg. 645 Johann Ernst hatte aus seiner ersten Ehe zwei Söhne hinterlassen: g) Hans Rudolph und b) Hans Ernst Gebrüder v. R. Diese muteten im Jahre l64y die Lehn an den väterlichen Gütern, die indessen den Gläubigern des verstorbenen Johann Ernst zufielen. Lrostau, Vederwitz und Eulorvitz erwarb lvols Lhristoph v. R. aus Dppach (vergl. S. 546). a) Hans Rudolph v. R., der ältere Sohn Johann Ernsts, kaufte von den Gläubigern das Gut Belgern und wurde am l2. September l650 mit dem säst ganz verwüsteten Gute belehnth. Er starb am 26. Juli l665 und hinterließ zwei Söhne Joachim Ernst und Gottlob Ernst. Diese waren stumm geboren und deshalb nicht lehnssähig, soweit Güter in Betracht kamen. Mit dem Gute Velgern wurde daher Hans Ernst v. R., der Bruder ihres Vaters Hans Rudolph, im Jahre 1666 belehnt, von Joachim Ernst hören wir nichts weiter,' sein jüngerer Bruder Gottlob Ernst v. R. wurde im Jahre 1697 mit dem Vurglehn- hause zu Bautzen belehnt. Dieses Haus, das wegen versehener Lehn heimgefallen war, hatte ihm der Rursürst geschenkt, auch aus sein Ansuchen, da er weder Geschwister, noch Rinder hatte, im Jahre 1701 aus Lehn in Erbe verwandelt 2). Gottlob Ernst starb am 14. (Oktober 1716, nachdem er das Haus Earl Gottlob v. Leubnitz vermacht hatte. b) Hans Ern stv. R., der jüngere Sohn Johann Ernsts, hatte nach dem Tode Hans Sebastians v. R. (vergl. S. 548) dessen Gut halbendors im Gebirge (blO von Schirgiswalde) im Jahre 1653 gekauft. Er verkaufte das Gut am 26. September 1676 wieder und zwar an Laspar Thristoph v. Gersdorfs auf Zschorna. Das Gut Belgern war, wie erwähnt, da Hans Ernsts beide stummen Neffen nicht lehnssähig waren, an ihn gefallen. Rm 4. Juli 1666 hatte er es zu Lehn verreicht erhalten; aber schon vor der Belehnung, am 5. Dezember 1665 hatte er Belgern an lvols Rudolph v. Ziegler und Rlipphausen verkauft. Während er Halbendorf besaß, wurden Hans Ernst zwei Rinder geboren, am 7. November 1656 ein Sohn Heinrich Gottlob, am 1. September 1667 eine Tochter Rnna Sophias. 2. Rudolph Ernst v. R., der zweite Sohn Rudolphs, hatte in der Erbteilung das Vorwerk Nieder-Sohland und die wüsten Güter zu tz Hans Rudolph r>. R. wurde belehnt mit Gut und Vorwerk Belgern, „zweien Lehnbauern, so wüste und kein Gebäude darbei stehet, auch vermöge der alten Taxa zwei Güter gehabt haben sollen, mit landüblichen Diensten, und schuldig gewesen, die Landfuhren mit 4 Pferden zu verrichten, neben noch einem wüsten Bauerngut, davon gleichergestalt kein Gebäude stehet, vier besetzten Gärtnern und einem wüsten Gärtner". Lehnsakten Belgern. 2) vordem Gottlob Trnst das Haus zu Lehn verreicht erhalten hatte, suchte einer seiner Vettern Ansprüche auf dasselbe zu erheben mit der Behauptung, ein Stummer könne überhaupt nicht belehnt werden. Ls wurde ihm jedoch amtlicherseits entgegnet, daß in derartigen tsuctis exi^uis, von denen Ritterdienste nicht geleistet zu werden brauchten, ein Stummer gar wohl sukzedieren könne; denn dieser Stumme sei von gutem verstände und von guter Leibeskonstitution, er habe eine Zeit lang als Soldat gedient, könne heiraten und Rinder zeugen. Burglehn-Akten. 3) Aus dem Lunewalder Kirchenbuch. Bibliothek der Oberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. R. I. 30, I. Teil, S. 513. 35 4 546 v. Rechenberg. Lllersdors, ebenso auch den Gppacher Wald erhalten. Wir finden ihn später als Besitzer von Gppach und preititz (140 von Bautzen). Er war Landesältester Budissinschen Preises und starb am 8./18. Januar l644. vermählt war er mit einer Tochter Heinrich Gttos v. Dersdorfs aus Mücka. Drei Söhne hinterließ er (a-e): a) Wolf Lhristoph. b) Heinrich Ernst, e) Den noch unmündigen Gottlob Lhrenreich. vor den hierzu verordneten Gberamtskommissarien teilten sich die Brüder am 10. März l645 in den väterlichen Nachlaß. a) Wols Lhristoph v. N., Nudolph Lrnsts ältester Sohn, geboren am 4. Juli l624h, erhielt in brüderlicher Teilung das Gut (Nieder-) Gppach und wurde am lO. März 1646 belehnt. Der „Spremberger Wald", der ihm gleichfalls zufiel, wurde ihm am >8. März 1646 in Dresden zu Lehn verreicht. Drei Jahre später kam es zwischen ihm und den Kreditoren seines im Jahre 1648 verstorbenen Gheims, des oben erwähnten Johann (Hans) Ernst v. N., zu einem Kaufvertrag (vergl. S. 545 oben). Wols Lhristoph erwarb von ihnen Lrostau, Nittersitz und Wohnhaus, das rote Vorwerk, Kirchlehn, einen Ganz-, einen Halbhüfner, sechs Gärtner, zehn Kleingärtner, ferner Bederwitz mit drei wüsten Bauergütern, einem wüsten Ganzhübner, sechs Großgärtnern, vier wüsten Gärtnern, fünf Kleingärtnern, ferner das Dorf Gber-Eulowitz mit einem halbhüsner, zwei wüsten halbhüsnern, einem besetzten und einem wüsten Gärtner, zwei besetzten Kleingärtnern, ferner das Vorwerk Nieder-Lulowitz mit seinen Untertanen für 10000 Taler. Nm 12. September 1650 wurde Wols Lhristoph belehnt und verkaufte, der letzte Nechenberg aus Lrostau, dieses Gut noch in demselben Jahre an Heinrich v. Seidlitz. Wolf Lhristoph erwarb am 22. November 1655 von den Gebrüdern v. Nostitz das Gut Lauba (8^V von Löbau). Nm 22. Dezember 1656 wurde er belehnt und verkaufte das Gut zu Weihnachten 1664 an seine Gattin, von Frau Kunigunde v. N., geb. v. Uechtritz, Johann (Hans) Ernsts v. N. Witwe (vergl. S. 544), kaufte er am 14. Npril 1657 Kleinbautzen und empfing es am 3. Mai 1658 zu Lehn. Sein Gut Gppach vertauschte er am 20. März 1660 gegen Kreckwitz (blO von Bautzen), bisher im Besitz seines jüngeren Bruders Heinrich Ernst. Nm 26. Npril 1661 mit Kreckwitz belehnt, verkaufte er das Gut bereits im Mai des nämlichen Jahres wieder an Hans d. I. v. Metzradt. Nm 22. Dezember 1664 veräußerte er auch sein Gut Kleinbautzen und zwar an seinen Bruder Heinrich Ernst (vergl. S. 547). Wols Lhristoph hatte im Jahre 1648 seinen Knecht entleibt und war deshalb zu sechsjähriger Landesverweisung verurteilt worden. Nach langen Verhandlungen bestimmte der Kurfürst im Juli 1660, „daß Wolf Lhristoph von Nechenbergs zu Gppach zuerkannte sechsjährige Landesverweisung durch eine Geldstrafe und zwar jedes Ihars 100 Thaler und also in allen mit 600 Thalern verbüßet und bezahlet werden solle". Im tz Sem Geburts- und Todestag nach der Aufschrift seines Epitaphs in der Kirche zu Kleinbautzen. v. Rechenberg. 547 September „moderirte" dann der Rursürst die Strafe auf 300 Taler, die zum Schloßbau in Bautzen verwendet werden sollten h. Wolf Christoph starb im Jahre 1665 am 6. März im Alter von 40 I. 35 W. Er war vermählt mit Anna Latharina v. Rnobloch. Sie hatte von ihrem Gatten zu Weihnachten 1664 das Gut Lauba erworben, verkaufte es aber bereits wieder im Januar 1666 und zwar an Joachim Siegmund v. Rabenau. Dafür kaufte sie am 25. Februar 1666 von Frau Sophia Helena v. Luttitz, geb. v. (Osterhausen, in Vormundschaft ihres Sohnes Hans Adolph v. L. das Gut Weidlitz (blV^ von Bautzen) als ein Runkellehn für 3450 Taler, verkaufte es aber am 29. August 1668 ihrem zweiten Gatten Christoph Siegmund v. Raussendors. b) Heinrich Ernst v. R., Rudolph Trusts zweiter Sohn, geboren am 21. Juli 1625h, hatte in brüderlicher Teilung das Gut preititz erhalten. Im Jahre 1655 kaufte er von den Geschwistern Frau Anna Magdalena v. Below, geb. v. Gersdorff und ihrem Bruder Nikol II. v. Gersdorff das Gut Rreckwitz, vertauschte es aber im Jahre 1660 gegen seines Bruders Wolf Thristoph Gut (Nieder-) (Oppach. Am 26. April 1661 mit (Oppach belehnt, verkaufte Heinrich Ernst das Gut im Jahre 1664 an seinen jüngeren Bruder Gottlob Lhrenreich. Heinrich Ernst erwarb am 22. Dezember 1664 von seinem Bruder Wolf Thristoph durch Rauf das Gut RIeinbautzenh und veräußerte es im Jahre 1675 wieder an Wolf Thristoph v. Nostitz. (Ober-tOttenhain (880 von Löbau) kaufte Heinrich Ernst im Jahre 1678 von den vier Söhnen der im Jahre 1677 verstorbenen Frau Helena Rosina v. Gersdorff, geb. v. Rqaw, um das Gut bereits am 5. August 1679 an George Wilhelm v. Ritscher zu veräußern. Im Jahre 1680 erwarb er von seiner Schwägerin Martha Sophia v. R., geb. v. Lindenau (vergl. S. 548), das Gut Groß- Radisch (IMO von Weißenberg), verkaufte es aber zu Walpurgis 1682 an Tarl Gottlob v. Nostitz und erstand dafür Nieder-Tosel (^Vbl^V von Rothenburg), das ihm von den hosgerichten adjudiziert und am 9. November 1683 zu Lehn gereicht wurde. Am 17. Mai 1687 verkaufte er auch dieses Gut wieder. Heinrich Ernst starb am 14. (Oktober 1693 im Alter von 68 I. zu Bautzen. Tr war zweimal vermählt: I. am 2. September 1649 mit Anna Elisabeth v. Rottwitz a. d. h. Sallgast. Sie starb zu Rreckwitz am 15. (Oktober 1659, eine Mutter von vier Rindern,- II. am I.März 1662 mit Helene Sophie v. Maxen a. d. h. Nechern. Sie schenkte ihrem Gatten elf Rinder und starb zu Bautzen am 23. September 1693 h. e) Gottlob Ehrenreich v. R., der jüngste Sohn Rudolph Trusts, 1) 6 -5t.-6. Gen. Iwe. 31775, Rechenberg. 2) I. L. Wagner, Budissinische Grab- und Gedächtnis - Wähle, 1697, 5.274. 3) Heinrich Ernst v. R. wurde am 13. Januar 1666 belehnt mit Rleinbautzen, Rittersitz und Wohnsitz, Fließfischerei von purschwitz bis preititz, dem halben Rirchlehn, zusamt der Heide, jo hinter der Rlicka sMückas gelegen und ins Rmt Görlitz gehört. Lehnsakten Rleinbautzen. H I- T- Wagner a. a. D. 5. 274. 35* 648 v. Hechenberg. war beim Tode seines Vaters noch unmündig. Km 28. April 1664 kaufte er von seinem älteren Bruder Heinrich Ernst das Gut (Nieder-) Gppach und erhielt es am 6. Nlai 1666 zu Lehn verreicht. Km 30. Juni 1667 wurde ihm auch Hans Wenzels v. Eberhardt Gütchen zu Gppach adjudiziert. Als der eben erwähnte Heinrich Ernst v. R. sein Gut Nieder-Tosel an Lhristoph Friedrich v. polenz verkauft hatte, trat Gottlob Ehrenreich in den Raus ein, nahm das Gut an und wurde am 12. August 1688 mit Nieder-Tosel belehnt. Am 18. Dezember 1694 schloß Gottlob Ehrenreich mit Johann Taspar v. Nostitz auf Jänkendors, Rödersdorf, Wiesa, Rleinbautzen, Raana einen Tauschvertrag ab: Letzterer überließ ihm das Rittergut Dau bau (IM'W von Weißenberg) und zahlte ihm die Summe von 18 600 Ntlrn., während jener dem v. Nostitz sein Rittergut Nieder-Gppach nebst dem oberen Vorwerk samt dem Dörflein Wurbis, auch picka und Lindenberg überließ. So kam Gppach, der alte Familienbesitz des Geschlechts v. R., in fremde Hände. Gottlob Lhrenreich verkaufte am 21. August 1703 Dauban an Ernst Friedrich v. Dölau. Gottlob Ehrenreich war zweimal vermählt: I. mit Anna Sabina v. Gersdorff, Tochter Hans Siegmunds v. G. aus Burkersdorf. Sie starb am 23. März 1667 mit Hinterlassung einer Tochter H; II. mit Martha Sophia geb. v. Lindenau^). Gegen angenommene und laut Guittung am 8. Juni 1678 empfangene 2500 Taler Ehegelder ließ er diese seine zweite Gattin nach den Bestimmungen der Lhestistung vom 8. Juni 1677 mit 2600 Talern Gegenvermächtnis, gewissem Hausgelde und der weiblichen Gerechtigkeit aus sein Gut Gppach verleibgedingen am 6. Oktober 1679. Gottlob Ehrenreich hatte außer einem Sohne gleichen Namens — an diesen Gottlob Lhrenreich d. I. fiel nach dem Tode Frau Martha Sophias v. R., geb. v. Lindenau, deren Bautzner Burglehnhaus im Werte von 200 Talern H — noch zwei Rinder: Balthasar Rudolph und Maria Sophia Geschwister v. R.H. Nach Maria Sophias Tode, um das Jahr 1727, erbte ihr Bruder Balthasar Rudolph v. R., kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, deren Haus aus dem Lurg- lehn. Dieser Balthasar Rudolph hatte im Mai 1715 das sogenannte „Rechenberg sche Teil" zu Lauba von Tarl Heinrich v.R. (vergl. S. 662) gekauft, aber schon zu Walpurgis 1716 an Joachim Heinrich v. Leubnitz wieder verkauft. Demselben Räuser hatte er auch zwei besetzte Bauern und zwei besetzte Häusler in Schönbach (8>V von Löbau) abgetreten. Im Jahre 1739 erscheint Balthasar Rudolph als Räufer eines „adelichen Hauses" aus dem Burglehn in Bautzen. Er starb am 4. April 1750. 3. Johann (Hans) Sebastian v. R., der dritte Sohn Rudolphs, erhielt von seinem Vater im Jahre 1630 eine Wiese bei Rodewitz, tz 5. Haußdorff d. I., Leichenpredigt auf Rnna Sabina v. R., geb. v. Gers- dorff, 1668. H Sie war die Witwe Taspar Rudolphs v. Gersdorff d. R. auf Rackel. H kf.-St.-R. Roo. 9549, Vas 13. Buch Dberlautznitzischer Lehens-Sachen 1696 bis 1704, Zol. 6. tz kf-°2t.-ki. Geneal. iLoo. 31776, Rechenberg. v. Hechenberg. 549 „welche unter das Königliche Schloß Budissin gehöret", nebst den beiden Vorwerken käuflich abgetreten. Nach seines Vaters Tode fiel ihm in brüderlichem vergleich vom Jahre 163l zu das Gut Gppach, Vorwerk picka, Dorf Wurbis und Taubenheim, sowie das Haus auf dem Vurglehn zu Bautzen. Im Jahre 1631 erhielt er die Belehnung mit Vorwerk Lohland, lvendisch-Lohland, Ellersdorf. Buch Halbendorf im Gebirge gehörte ihm, ebenso Nodewitz bei Lchirgiswalde. Im Jahre l640 erkaufte er hierzu von Thristoph v. N. auf Sohland zwei Untertanen zu Lohland. Rodewitz veräußerte er im Jahre 1650 an seine Schwester Rnna Maria v. Tuppau. Nm 18. Mai 1652 starb Johann Sebastian. Er war vermählt mit Ursula Tatharina v. Luttitz, Tochter Davids v. L. d. I. zu Sohland. Wegen eingebrachter 1300 Taler Ehegeld ließ Johann Sebastian seine Gattin am 8. September 1650 auf Sohland üer- leibgedingen. Zugleich ließ er ihr sein auf dem Burglehn zu Bautzen gelegenes Haus, das sich zwischen den Häusern seiner Brüder Hans Ernst auf Trostau und Nleinbautzen und Rudolph Ernst auf preititz und Gppach befand, „die Zeit ihres Lebens, dasern sie ihren Witw'enstand nicht verrückt, zum Logiament"h. Nach ihres Mannes Tode wurden die Gebrüder und Gevettern Hans Rudolph; dann Wolf Thristoph für sich und in Vormundschaft seines unmündigen Bruders Gottlob Ehrenreich; endlich Heinrich Ernst, sowie Hans Ernst, sämtlich v. R., am 7. Juni 1653 mit den hinterlassenen Gütern Sohland und halbendorf belehnt. Johann Sebastians Witwe, Frau Ursula Tatharina, kaufte im Jahre 1653 von den Lehnsvettern das Gut Nieder-Sohland, verkaufte es aber am 3. Rpril 1656 an Wolf Heinrich d. R. v. Rlüx. Zu Martini 1668 kaufte sie von den Töchtern der Frau Rnna Margarethe v. haugwitz das Gut Medewitz (blO von Bischofswerda) für 5300 Taler, verkaufte es aber im Jahre 1673 wieder mit einem Gewinn von 200 Talern. Hans Sebastians Tochter war Maria Sophia, vermählt mit Johann Georg v. Büchners. 4. Unna Maria v. R., die Tochter Rudolphs, war in erster Ehe vermählt mit Melchior II. v. Soeben aus Milkel, in zweiter mit dem im November 1631 verstorbenen Joachim v. Ziegler aus Lunewalde, in dritter mit Vohuslav Tarl v. Tuppau auf Wendisch-Tunnersdors. Nm 16. Februar 1650 kaufte sie von ihrem Bruder Johann Sebastian v. R. dessen Gut Rodewitz bei Lchirgiswalde, verkaufte es aber wieder am 11. Februar 1651 an Heinrich v. Seidlitz. II. Rsmus v. R. und seine Nachkommen. Wie zu Rnfang erwähnt (vergl. S. 542), wurde Rsmus v.R. nebst anderen Geschlechtsvettern am 26. November 1586 mit Beiersdorf belehnt; am 9. Juni 1602 fand seine abermalige Belehnung mit diesem Gute statt. Bei einer Wiederholung der Belehnung am 14. Juni 1624 war aber i) Lehnsakten Sohland. h h.-St.-kl. Geneal. L>oo. 1I2Z0, Büchner. 550 v. Rechenberg. Erasmus nicht mehr am Leben; am genannten Tage wurde sein hinter- lassener Lohn Hans Heinrich nebst anderen seines Geschlechts mit Beiersdorf belehnt. Hans Heinrich v. N. meldete am l6. September 1623 von Beiersdorf aus dem Kurfürsten, daß sein Vater Erasmus „kurtz abgelauffener Zeit" gestorben sei und außer ihm noch eine Witwe, seine Stiefmutter, sowie zwei Töchter, die Jungfrauen Dorothea und Elisabeth, hinterlassen habeh. Hans Heinrich erhielt am 22. Mai l624 den Lehnbrief über das von seinem Vater an ihn gestammte Gut und Dorf Lallenberg (14 von Schirgiswalde). Er verkaufte das Gut am 23. März 1628^) an das Domstift zu Bautzen. Bin Sonntag vor Johanni 1640 s2l. Juni) starb er in Beiersdorfs, von seinen Gläubigern kaufte im Jahre 1647 Nieder-Beiersdorf samt dem Sattelhose für 3600 Taler Johann Nikol v. Schwanitz. III. Balthasar v. N. und seine Nachkommen. Der am 26. November 1586 mit Beiersdorf belehnte Balthasar v. R. war bei einer erneuten Belehnung von Geschlechtsvettern mit diesem Gute am 14. Juni 1624 noch am Leben. Er beschwerte sich am 7. September 1620 beim Kurfürsten über die ihm zugesügten Unbilden durch herumstreisende Kriegshordenh. Bin 24. Juni 1638 fl 628?) starb er°). Er hinterließ seine zweite Gattin Dorothea geb. v. Metzradt a. d. h. Nlt-Liebel, die ihm am 23. Nugust 1657°) im Nlter von achtzig Jahren im Tode nachsolgte, sowie Kinder aus erster und zweiter Ehe. von diesen sind uns bekannt neben einer Tochter Nnna Mariah zwei Söhne: i) H.-St.-N. Gen. k,oo. 31775, Rechenberg. - Dorothea v. Lberhardt a. d. kp Rüpper, die sich mit Osmu; v. Rechenberg zu Beiersdorf vermählte und am 27. Februar 1616 daselbst starb, dürfte die erste Gemahlin klsmus' gewesen sein. Rloß, Geneal. Nachrichten, Bd. IV, Lberhardt. h vomstiftliche Akten. Boo. 384, Lallenberg. °) Vieser Datum geben die Beiersdorfer Lehnsakten. Rloß a. a. V. Bd. XIII, Rechenberg, gibt nach dem Beiersdorfer Kirchenbuch als Todestag den Id. Juli 1640 an. h Lr schreibt, „wie daß am nechsivergangenen Sonttage nach Mittage eine streiffende Rotte, über die 50 Mann zu Rosse, dem newen Röhnieg in Böheimb zustendiegk, gewaltsamer weise in meiner Behausungk zue Bepsrßdorff eingefallen, alle Thüren, Rüsten, Rasten und Schlösser eröffnet aufgeschlagen, aufgeschossen f? auf- geschlossens und dermaßen darinnen rumoret, daß es auch unser abgesagtter Feindt, der Türcke, kaum erger machen können, Olles waß sie gesunden an Weiberschmuck, Leingeräthe, Rlepdern, Röcken, Rriegß Rüstungk und dergleichen, das haben sie alles geraubet und mit sich hinweg genommen, also daß sie auch nicht meinem Weibe, meiner Tochter, meiner Schwester, das geringste ubriegk gelassen, die Thüren, die Fenster, die Rasten ic. haben sie gahr zerschmettert, daß einer seinen Jammer daran siehet, ja was noch mehr ist, so seindt wir noch bies dato unsers Lebens nicht sicher, sondern müssen alle mitteinander unstädt und flüchtiegk sein und mus alle Stunden und Augenblick gewartten, daß sie mir das Getreide auch wegnehmen, ich darf mich nicht in meiner Behausung blicken lassen" . . . Lr bittet den Rurfürsten um Schutz für das Dorf. H.-St.-A. Gen. Boo. 31775, Rechenberg. Ähnlich lautet seine Beschwerde vom November 1620 über plündernde „damahln zu Löbaw sich befindende Nlarggrauische Reuter und Soldaten". Lbenda. 5) Rloß, Geneal. Nachrichten, Bd. XIII, Rechenberg. °) Ebenda. ?) H.-St.-A. Gen. I^oe.31775, Rechenbnrg. v. Rechenberg. 651 a) Hans. b) Hans Caspar I. a) Hans v. R., aus der ersten Ehe Balthasars stammend, ging in Kriegsdienste und stieg bis zur Würde eines Gberstwachtmeisters in kaiserlichen Diensten. „Anno 1640 9. April/30. März am heiligen Ostermontage starb Johann von Bechenberg, Lehnsjuncker und Obrister Wachtmeister, in dem Städtlein und Marcktflecken Kremß, 18 Meilen hinter Prag, als sie wieder in Schlesien haben wollen marchiren, ist in die Kirche begraben und der Erden bepgesetzet worden" h. Nach Hansens Tode fiel Beiersdorf nebst den dazu gehörigen Untertanen in Schönbach und Lauba an seinen Stiefbruder Hans Caspar I. b) Hans Caspar I. v. R. wurde „acht Tage vor Pfingsten" im Jahre 1626 f21. Mais geboren. Seine Mutter Dorothea, geb. v. Metzradt, bat im Jahre 1641 den Kurfürsten um Gewährung von Indult für ihn zur Suchung der Lehn an seinem Anteil des Gutes Beiersdorf, da er sich als Page „außer Landes in Diensten bey (titul.) Herrn Gbristen Junck unter des heiligen Römischen Reichs Armee" befinde und wegen Unsicherheit der Straßen nicht reisen könne ^). Am 21. Februar 1641 erhielt sie hierauf einen Lehnsmutungsschein. Im Dezember 1641 bat Hans Caspar selbst den Kurfürsten um ein halbes Jahr Indult und Anstand wegen Suchung der Lehn „zu seines verstorbenen resp. Bruders und Vetters Hans und Hans Heinrich hinter- lassenen Antheilen" an Beiersdorf, da er „geraume Zeit vom Feinde gefänglich gehalten, auch aller Kleidung, Pferde und Mobilien gänzlich entblößet worden, auch anitzo bei dieser schweren, drangseligen Zeit aus meinem verlassenen väterlichen Gut so viel nicht zu nehmen wisse", um sich zu bekleiden b). Am 7. Mai 1642 wurde Hans Caspar mit dem halben Dorfe (Gber-Beiersdorf) mit Rittersitz und Kirchlehn belehnt; mitbelehnt wurde Hans Christoph v. R. zu Dppach und seine Deszendenz. Seine vier Bauern zu Schönbach und den einen zu Lauba mußte Hans Caspar im Jahre 1653 seinem Gläubiger Hans Caspar d. I. v. haug- witz abtreten. Einen dieser Bauern zu Schönbach kaufte Frau Anna Elisabeth v. R., seine Gattin, bereits am 30. Juli 1653 wieder zurück. Hans Caspar starb am 15./5. Dezember 1662. Wie seine Schwäger Carl Heinrich v. Nostitz auf Malschwitz und Uhsmannsdorf und Dtto Heinrich v. Nostitz auf Klein-Dehsa dem Vberamtshauptmann meldeten, war er von Siegmund v. Gersdorff auf Kittlitz „wider Gott und Recht, erbärmlicher und jämmerlicherweise erstochen und ableibig gemacht worden" h. 0 Nus dem Beiersdorfer Kirchenbuch, bei Klotz a. a. B. 2) Lehnsakten Beiersdorf. h Lehnsakten Beiersdorf. 4) Etwas abweichend von dieser Darstellung in den Lehnsakten Lauba ist der Bericht Hans Christophs v. R. an den Kurfürsten. Sein Vetter Hane Laspar v. R. sei am 16. Dezember 1662 in einem Duell mit Siegmund v. Gersdorff auf Kittlitz von diesem „mit einem gefehrlichen Stiche verwundet" worden und gestorben. Lehnsakten Beiersdorf. — Wieder ein anderes Datum gibt Heckel, Histor. Beschreibung von Bischoffswerda, I71Z, S. Z81: Das Duell habe am 18. November 1662 stattgefunden, 562 v. Rechenberg. Hans Laspar hinterließ neben seinem Gute Gber-Beiersdorf und den pertinenzstücken in Lauba eine Witwe Knna Elisabeth geb. v. Kostitz und mehrere Kinder, von diesen sind uns folgende bekannt: Hans Laspar II. und Dtto Heinrich, beide unmündig, Knna Elisabeth, geboren im Kpril 1652, vermählt mit Hans Dtto v. Bolberitz auf Groß-5eitschen, Eleonore Tugendreich, gestorben am 22. Juli 1679 im Klter von 22 Jahren h. Dtto Heinrich starb vor dem Jahre 1665, denn am 12./22. Mai dieses Jahres meldet Frau Knna Elisabeth v. R. dem Kurfürsten von fünf Töchtern und einem Sohne, den ihr Gatte ihr hinterlassen Habens. Dieser Sohn, Hans Laspar II. v. R., bat im Jahre 1676, damals angeblich 19 Jahre alt, den Kurfürsten um Indult zur Lehnssuchung an seinem Gute Gber-Beiersdorf. von der fiskalischen Klage wegen der zu rechter Zeit nicht gemuteten und gesuchten Lehn über zwei Bauern zu Schönbach und zwei Gärtner zu Lauba wurde er im November 1693 durch Urteil und Recht absolviert. Er starb am 16. November 1695, nachts zwischen 12 und 1 Uhr, 41 Jahre alt und wurde am 22. d. IN. in Beiersdorf beerdigt, vermählt war er mit Knna Helena v. Rabenau, die sich mit Kdolph Benjamin v. Berge wieder verheiratete. Hans Laspar II. hinterließ neben zwei Töchtern Johanna Lleonora und Helena Rosinah einen Sohn Tarl Heinrich. Tarl Heinrich v. R. war am XIV. Sonntag post Trinitatis 1687 s28. Kugustj geboren und am 7. September getauft worden. Km 23. Oktober 1696 wurde ihm, „der erst das neunte Jahr seines Klters erreichet" und unter Vormundschaft Friedrich Kdolphs v. Ziegler und Klipphausen stand, zur Lmpfangung der Lehn am Gute Gber-Beiers- dorf bis zu seiner Mündigkeit Indult erteilt. Gber-Beiersdorf kam zur Subhastation und Frau Knna Helena v. R., wiedervermählte v. Berge, erstand das Gut im Jahre 1698. - Tarl Heinrich stand im Frühjahr 1715 als Hauptmann in Warschau, im Dezember desselben Jahres befand er sich in Dresden, wohin die Thevalier-Garde, zu der er gehörte, kommandiert worden war. Km 7. Februar 1716 erfolgte die Belehnung mit dem ererbten väterlichen Gute Lauba nebst fünf Bauern zu Schönbach. Bereits im Mai 1715 hatte er das sogenannte „Rechenbergsche Teil" zu Lauba für 1100 Taler Kaufsumme an seinen Vetter Balthasar Rudolph v. R. a. d. h. Dppach (vergl. S- 548), wohlmeritierten Hauptmann, verkauft, von seinem Stiefbruder Wolf Kdolph v. Berge kaufte Tarl Heinrich das verschuldete Gut Wendisch-Paulsdorf (XO von Löbau) am 5. März 1725 für 10 500 Taler, hierzu erwarb er am „doch ist er sv. Rechenbergs nicht gleich geblieben, sondern hat noch wenige Zeit gelebet". h Rloß, Geneal. Nachrichten, Bd. XIII, Rechenberg. 2) H.-St.-R. Boo. 9547, Vas sechste Buch Dberlaus. Lehnssachen 1657 — 1674, Zol. 154. 3) In seinem Schreiben meldet er irrtümlicherweise, sein Vater sei im jZahre 1660, seine Mutter „etliche Iahre darauf" gestorben und habe ihn im dritten Lebensjahre nebst drei Schwestern hinterlassen. Lehnsakten Beiersdorf. tz kj.- 5 t.-R. Gen. Too. 31775, Rechenberg. v. Rechenberg. 553 21. April 1735 von Christoph Ernst v. Kottwitz aus Wendisch-Tunners- dors ein in Wendisch-Paulsdorf gelegenes Vauergut nebst einem Gärtner. Earl Heinrich verkaufte Wendisch-Paulsdors nebst diesem pertinenzstück am 17. März 1744 an seine Gattin, Frau Henriette Juliane, für 14000 Taler. Am 20. März 1744 belehnt, konnte sie wegen Kränklichkeit das Gut nicht halten und verkaufte es am 24. Oktober 1744 wieder ihrem Gatten für 14 000 Taler. Km 24. Februar 1745 wurde er belehnt. Larl Heinrich starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberst bei der Chevalier-Garde auf seinem Mttersitz Wendisch-Paulsdors am 11. März 1765 im Alter von 78 Jahren und wurde am 16. März in Kittlitz bestattet. Seine erste Gattin, Henriette Juliane geb. v. Nüdinger, verwitwet gewesene v. Berge, starb im Jahre 1747H; seine zweite Gattin war Johanna Carolina v. Gersdorss, Tochter Benno Siegismunds v. G., die im Jahre 1756 starb ^). Carl Heinrich hinterließ eine einzige Tochter, Henriette Caroline v. N., geboren am 3., getauft am 7. Oktober 1751, als Universalerbin. Sie erhielt am 24. Januar 1766 Indult wegen des Gutes Wendisch-Paulsdors, vermählte sich zu Pulsnitz am 28. Mai 1770^) mit Georg Heinrich v. Tarlowitz und erhielt am 29. März 1773 den Lrbbries über Wendisch-Paulsdors. Sie starb zu Dresden am 23. April 1823. IV. Christoph v. R. und seine Nachkommen. Christoph v. R. war im Jahre 1602 mit Beiersdorf mitbelehnt worden. Im Jahre 1624 wurde sein Sohn Hans Ernst mit diesem Gute mitbelehnt. Christoph kaufte von den Gerholdschen Erben das Gut Kleinwelka (blbl>V von Bautzen) und wurde am 31. März 1599 belehnt^). Er starb am 26. April 1624 in Lubachau, „ohngesähr 70 Iahre"'I, mit Hinterlassung der Witwe Adoletha v. N., geb. v. Haugwitz und dreier Kinder, nämlich des schon erwähnten Sohnes Hans Ernst, eines weiteren Sohnes Christoph und einer Tochter Maria Elisabeth. Die beiden Brüder erhielten nach des Vaters Tode einen Lehnsmutungsschein wegen des Gutes Kleinwelka. Christoph starb bald daraus, so daß im Jahre 1626 Hans Ernst allein mit Kleinwelka belehnt wurde. Aber auch Hans Ernst starb zu Beginn der dreißiger Jahre. Christophs Witwe, Frau Adoletha v. N. suchte nun wegen etlicher tausend Taler, die ihr und ihren Kindern aus Kleinwelka zustanden, im Jahre 1632 die Lehn über dieses Gut. Ls wurde ihr vom Gberamt adjudiziert und sie erhielt es im Jahre 1633 zu Lehn verreicht. Zwei Jahre später (1635) verkaufte sie Kleinwelka ihrem Schwiegersohn, dem Hosrichter Heinrich v. Zezschwitz auf Lubachau, dem Gatten ihrer Tochter Maria Elisabeth. r) Klotz, Geneal. Nachrichten, Bd. XIII, Rechenberg, tz Ebenda. 3) „Rus dem Rrchive der Familie von Tarlowitz", 1875, S. 125. tz vergl. der verf. „Zur Geschichte der (Ortschaften Großwelka und Kleinwelka". lvöchentl. Reilage zu den „Bautzner Nachrichten", 1893, Nr. 43. H Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI, S. 117. 654 v. Hechenberg. V. Lrnst v. N. und seine Nachkommen. Ernst v. N., der am 26. November 1586 mit Beiersdorf mitbelehnt worden war, starb vor dem Jahre 1602, denn am 9. Juni des letztgenannten Jahres werden seine nachgelassenen Löhne Ernst, Lhristoph und Hans Gebrüder v. N. zu Gppach, mit Beiersdorf belehnt. Ernst, der zuerst genannte der drei Brüder, kaufte am lO. Januar 1602 von seinen Brüdern sein und deren Ltammgut Gppach. Nachdem er und seine Brüder aber die väterlichen Lchulden unter sich geteilt, er auch erfahren hatte, wieviel ihm seine „vortraute" künftig als heiratsgut mitbringen würde, sah er wohl ein, daß er das Gut nicht würde halten können. Da er aber Gppach, als ein altes Ltammgut, nicht in fremde Hände kommen lassen wollte, so bot er es seinem Vetter Hans Ehristoph v. R. aus Trostau an, der es auch nach erstmaliger Weigerung am 15. Januar 1602 kaufte, und zwar für die Lumme von 10 000 Fl. Meißnisch und einen jährlichen Leibzins an Frau Sibylla verwitwete v. Metzradt in höhe von 15 Mark. Er zahlte außerdem noch an Ernst baar 227 Fl. 15 Gr. 6 Pf. „Ehristoph v. N. und Gppach, itzo zu Klitschdorff" — hiermit ist vermutlich der zweite der drei Brüder gemeint — kaufte von den Erben und Kreditoren des verstorbenen Ernst v. N. auf Lohland an der Lpree dessen Gut und erhielt vom Landvogt Udolph v. Gersdorff im Namen Friedrichs, Königs zu Böhmen, den Lehnbrief über „das ganze Gut und Vorwerk zum Lohland" (Gber-Sohland a. d. Lpree) am 26. Juni 1620. Lr verkaufte „sein ganzes Gut und Vorwerk zum Gbersohland" nebst Gber- und Niedergerichten und dem Kirchlehn, „soviel dieses Stücke Guts betrifft", im Jahre 1626 an Joachim Wisetzkp v. Wiskp. Im Jahre 1627, am 13. Upril, erhielt Ehristoph einen Lehnbries über den von Hans Ernst v. N. zu preititz erkauften Gutsanteil „zum Lohland" (Gber-Lohland). Hans v. N., der dritte jener drei Brüder, hatte auch einen Unteil von Gppach besessen, dazu ein Stück Holz im Umte Ltolpen. Schon vor dem Jahre 1621 war er gestorben, denn seine Witwe Ursula, geb. v. Falkenhain, erhielt am 8. November 1621 eine Lehnsmutungs- rekognition wegen ihrer unmündigen Söhne Hans Ehristoph und Hans Ernst über das väterliche Lehngut Gppach. Hans Ernst wurde am 19. Juni 1630 belehnt mit dem in brüderlicher Teilung ihm zu- gesallenen Unteil von Gppach, dem „Oberteil". Er und sein Knecht wurden im Jahre 1644 zweier Entleibungen, an zwei Bauern begangen, beschuldigt'). Nach Hans Christophs Tode kaufte von seinen Kreditoren sein Bruder Hans Ernst den Unteil des ersteren am väterlichen Gute Gppach und wurde am 22. Juni 1646 belehnt mit dem „Niederteil" von Gppach mit Nittersitz, Schäferei, einem Gärtner und Häusler zu Sohland, Gber- und Erbgerichten, soviel diesem Niederteil zufolge des Vertrages von 1585 zuständig, ferner mit dem zum Niederteil gehörigen Kirchlehn, einer halben Brot- und Mahlmühle, mit Hochwald, dem zu Meißen gehörigen Gppacher Walde. Hans Ernst wurde am 10. Juli 0 H.-Lt.-K. Den. 1.06.31775, Hechenberg. v. Bechenberg. 655 1646 „von einer Kaiserlichen Partei angerennet und niedergeschossen". Ein anderer Bericht besagt, er wurde „den 10. llulij ^nno 1646 bei Leydenberg morgens früh durch eine Kaiserliche Partei) Keuter angerennet und mit ein pistolschuß tödlichen verwundet, und also dadurch seinen Geist aufgeben müssen"). Zu seinem Andenken ließ seine Schwester Helene, vermählte v. Vitzthum, im Jahre 1662 einen Stein bei der Kirche in Gppach errichten ff. Hans Ernst war vermählt mit Anna Magdalena, geb. v. Gers- dorfsff und hinterließ einen einzigen Sohn Hans Christoph. Vieser verkaufte, in Schulden geraten, im Jahre 1655 verschiedene Lehnsstücke an Wenzel v. Metzradt, im Jahre l659 das obere Vorwerk an Hans Wenzel v. Eberhardt. Erst acht Jahre nach seines Vaters Tode hatte Hans Thristoph die Lehn über sein väterliches Gut Gppach gesucht. Der Kurfürst verzieh ihm, Moritzburg, den 19. November 1661, den Fehler, da „er das Werk wegen seiner damaligen Jugend nicht verstanden und die Lulpa, so eine vorhanden, nicht so sehr ihm, als denen, die ihn eines und andern erinnern sollen, zuzuschreiben"). So erfolgte denn am 8. März 1663 nachträglich seine Belehnung. Hans Thristoph vertauschte seinen Gutsanteil Gppach zufolge Vertrags vom 18. August 1671 gegen das Gut Klein-Seitschen von Bautzen), bis jetzt im Besitze Johann Thristophs v. Gersdorff. Vieser gab dem v. N. noch 3100 Taler bar zu, sowie seiner Gattin lOO Taler Verehrungsgelder. Er versprach auch dem Sohne Hans Thristophs, Christoph Heinrich v. N., sobald er mündig geworden, ein Pferd für 50 Taler, und Hans Thristophs beiden Töchtern, Martha Sophia und Anna Tatharina Eleonore v. N. zum bevorstehenden Weihnachtsfeste je 15 Taler zu einem paar Armbänder. Hans Thristoph behielt sich im Tauschvertrage das aus dem Gute Gppach stehende und der Jungfer Barbara v. N. zustehende Ausgedinge vor, da es nach dem Ausgedingebries nach ihrem Tode an ihn oder die Seinigen fallen sollte. Hans Thristoph erhielt am l9. Mai 1672 den Lehnbrief über Klein-Seitschen. Differenzen, die er mit Gottfried Moritz v. Bolberitz aus Groß-Seitschen wegen Anspannung des zu Groß-Seitschen gehörigen Mühlteiches und wegen der Grenzen gehabt hatte, wurden durch einen vergleich vom 28. März 1683 ausgeglichen. Hans Thristoph verkaufte zu Walpurgis 1687 Klein-Seitschen an seinen oben erwähnten Sohn Thristoph Heinrich v. N., der am 26. März 1688 belehnt wurde und am 20. September 1696 das Gut an Joachim Heinrich v. Leubnitz verkaufte. Thristoph Heinrich verkaufte drei zum Erbgut Spittwitz von Bautzen) gehörige Wiesen an Gräfin Christiane Lharlotte v. Flemming, die am 17. November 1716 mit ihnen belehnt wurde"'). Als Thristoph tz Lehnsakten Gppach. 2) Pfeiffer, Geschichte der Kirchgemeinde Gppach, I. T. o. ff., 5. II. tz kf.-5t.-6. Boo. Y547, Das 3. Buch Dberlaus. Lchnssachen 1651—67, Fol. 276. ff Lehnsakten Gppach. ff Original - Lehnbrief im H--5t.-6. Die Wiesen waren die große an der Bautzner Straße gelegene „Schenckenwiese", die lange Wiese und die gegenüber liegende Wiese. 556 o. Hechenberg. Heinrichs Gattin wird genannt Ngneta Tugendreich geb. v. pentzig'). Folgende Kinder ließ Christoph Heinrich in Göda taufen^): Hans Lrnst, getauft l8. Januar 1689. Tarl Heinrich, * 26. Februar, getauft 2. März 1690. Gottlob Benjamin, * 3., getauft 13. Mai 1691. Georg Friedrich, * 28., getauft 29. September 1695, begraben 6. Oktober 1695. VI. Nikol v. N. und seine Nachkommen. Nikol v. N. wurde in den Jahren 1586, 1602 und 1624 mit Beiersdorf mitbelehnt. Im Jahre 1600 war er Hofrichter zu Bautzen"). Lr kaufte im Jahre 1610 von Thristoph v. Haugwitz das obere Vorwerk zu Neukirch (80 von Bischofswerda), erwarb auch in den folgenden Jahren von anderen Besitzern einige benachbarte Stücke hinzu. Im Jahre 1618 verkaufte er einen Nnteil in Nieder - Neukirch an Gtto v. Starschedel, im Jahre 1622 einen andern an einen Kapitän Winckel- mannH. In erster Ehe war Nikol vermählt mit Nnna Margarethe, als deren Mutter sich im Jahre 1623 nennt Negina v. Nechenberg^). Nikol hatte aus seiner ersten Ehe eine Tochter, die die Namen ihrer Mutter Nnna Margarethe führte"). In zweiter Ehe war er vermählt mit Maria v. Haugwitz; aus dieser Ehe hatte er einen Sohn Balthasar, geboren im Jahre 1628H. Ls ist noch einiger Glieder des Geschlechts aus der Gberlausitzischen Linie zu gedenken, die nicht mit Sicherheit einer bestimmten Unterlinie zugeteilt werden können. Wir ordnen sie nach Häusern: Cunnersdorf (bl^V von Kamenz). Nudolph v. N. a. d. H. Cunnersdorf war seit dem Jahre 1616 vermählt mit Unna, geb. „Nimbschützin sv. Nimptschj aus dem Hause Tipsa"I. Sie war am II.Npril 1599 geboren und starb in Bautzen am 25. Mai 1665 im NIter von 66 I. 6 w. 6 T. Wir wissen nicht, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis zu Nudolph die drei Gebrüder Georg Balthasar, Ehrenfried und Hans Joseph v. R. standen. Die beiden erstgenannten, die Gebrüder Georg Balthasar und Ehrenfried v. N. baten im Jahre 1622 den Kurfürsten, daß ihnen als den nächsten Mitbelehnten das Gut Lunners- dorf überlassen werden möge und nicht dem Nat der Stadt Kamenz. Sie erboten sich auch zur Zahlung einer der von der Stadt Kamenz gebotenen gleichen Kaufsumme. Die Stadt Kamenz gelangte trotzdem 0 Klotz, Geneal. Nachrichten, INspt. Bd. XI, v. pentzig. H vierteljatzrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde, XXI, S. II7. tz Großer, Lausitzische INerckwürdigkeiten, 1714, III, S. 28. H D. Pilk, Neukirch am Hohwalde, iggy, § 28. H kp-5t.-N. Gen. Noo. 31775, Hechenberg. H Ebenda. ?) pilk a. a. tv. S. 29. H I- E. Wagner, Budissin. Grab- und Gcdächtnis-Nkahle, 1697, S. 36. o. Rechenberg. 557 in den Besitz des Gutes*). Georg Balthasar war später im Besitze des Oberguts Schmölln (O von Bischofswerda), das er von seiner Gattin erster Ehe, Rahel geb. v. Gersdorfs, geerbt hatte, von seinen Kreditoren kaufte im Jahre 1641 Siegmund v. Zezschwitz das Gut. Der dritte Bruder, Hans Joseph v. R. hatte sein Gut Tunners- dorf an Ehristoph v. Sommerfeld abgetreten und dafür dessen Gut Wawitz (080 von Bautzen) erhalten. Km 26. Rugust 1618 wurde Hans Joseph mit Wawitz belehnt. Von Georg d. I. v. Goeda kaufte er im Jahre 1641 dessen vier wüste Gärtner zu Weißig (80 von Hoyerswerda). Sm Jahre 1658 starb er. vermählt war er: I. mit Rgnesa v. Metz sch, Tochter Wolfs v. M. auf Reichenbach. Km 12. Juni 1626 ließ er sie auf Wawitz verleibgedingen. Hans Josephs zweite Gattin war Sophia, geb. Rühnin, seine dritte Helena v. ZezschwitzH. Hans Joseph hinterließ zwei Söhne: Hans Haubold und Johann Georg. Johann Georg v. R. wurde Montag den 1./11. Oktober 1610 aus dem Hause Tunnersdorf geboren. Im Jahre 1630 wurde er Leibpage, 1633 unternahm er eine Reise nach Frankreich, von der er 1636 zurückkehrte, im letztgenannten Jahre wurde er Kammerjunker beim Kurprinzen, 1641 Stallmeister und Gberkämmerer, 1656 kurfürstlicher Dberhofmarschall, und dann Oberstallmeister. Der Kaiser erhob ihn am 12. Februar 1656 in den Freiherrnstand"). „T^nno 1656, Sontag OuinguLAksimu den 17. Februarii wurde fers durch die aus dem Thurs. Schlosse zu Dresden öffentlich geschehene publication des Kaiserlichen Diplomutis in den Freyherrnstand erhoben"*). Rcht Jahre später starb er. „Rnno 1664, Montag nach llucliea, den 28. Nartii/7. ^.prilis frühe gegen 3 Viertel auf 8 Uhr ist Er in Gott seelig verschieden, seines Rlters 53 Jahre 5 Monat 27 Tage und Stunde, und Donnerstag nach Pfingsten, den 2. Iunii in der Treuczkirche begraben""). Er war dreimal vermählt: I. 21. Januar 1638 (Sonntag 8eptua- §6simue) mit Perpetua Juliana v. Tarlowitz, kurfürstlicher Kammerjungfer"). Sie stammte aus dem Hause Kriebstein und starb nach einer Ehe von 7 I. 22 W. im Rlter von 33 Jahren weniger 2 Wochen am 14. Juli 1645 früh zwischen ein und zwei Uhr. Km 20. Juli wurde sie bestattet*). II. Montag, den 2. November 1646 mit Magdalena Sophia v. Taube, Tochter des Stallmeisters Reinhard v. T?). Sie y Der Rat zu Ramenz bat 1623 den Rurfürsten „um Erlassung der geforderten Recompens wegen der Lehensfälle". Ruf kurfürstlichen Befehl vom Id. Dezember 1623 wird dem Rat nur die halbe Recompens, von jedem 1000 Taler Raufgeld 50 Taler abgefordert. Lehnsakten Tunnersdorf. kj.-5t.-R. I-oe. d520, Gberlaus. Iustizsachen, vol. XI. H k)--2t.-R. Boo. 10430, Geschlechts- und kjerrschaffts-Erhöhungen 1612 —1656, vol. I, Zol. 267. y k)--§t.-R. Gen. Boa. 31775, Rechenberg. H Ebenda. H kj -Lt.-R. Gen. I-oo. 31775, Rechenberg, tz Gettrich, RlonumenteundLpitaphia derLophienkirche zuvresden,1709, 5.79: vergl. Bruck, Oie 5ophienkirche in Dresden, Id12, 5. 70. «) H.-St.-R. Gen. Boo. 31775, Rechenberg. 558 v. Rechenberg. starb am 5. Februar 1656. III. Montag, den 18. Februar 1656 mit Rahe! v. Werthern, einziger Tochter Dietrichs v. ll)., kaiserlichen Lrb- kammertürhüters, kurfürstlichen Rammerdirektors, Berg- und Rppellations- rats. Sie starb am 17. Januar 1677 frühmorgens^). Johann Georg Frh. v. R. war ein reich begüterter Mann. Tr besaß die Güter Hermsdorf an der Röder, Lgthra, Hof bei Dschatz, Raitzen, Radeburg, Mausitz, Zschochau, Nehmitz, Tristewitz, Schmiedeberg bei Frauenstein, Droßdorf, Grünberg I. In der Vberlausitz erwarb er das Gut Reichenau (080 von Rönigsbrück). Im Jahre 1650 wurde es ihm adjudiziert. 1661 erwarb er Rrakau von Rönigsbrück) I. Seine an den Rurfürsten gerichtete Bitte, ihm die Güter, die er teils gekauft, teils von seiner Gattin Rahe! geb. v. Werthern und deren Vater erlangt, aus Mann- in lveiberlehn zu verwandeln, genehmigte der Rurfürst am 27. Rpril 1661 und bestimmtes, er wolle „seine Güter Reichenau, hermsdors, Mausitz, Tristewitz, Zschochau, Schmiedeberg, Lrakau, die Schnauderdörfer, den Teich, die Görtzschke genannt, mit allen zugehörigen Dörfern, Rechten und Gerechtigkeiten, auch allen und jeden pertinentien, wie die Namen haben mögen, ingleichen auch was er Mehreres durch Gottes Segen dazu erlangen, und wie dieselben dermaleins in seinem Munde «erlediget werden möchten, aus der Natur und Eigenschaft des Mannlehns in die Natur und Eigenschaft des Erb- und Iveiberlehns dergestalt verwandelt haben, daß er und seine Leibeserben, beides männ- und weiblichen Geschlechts, mit denen selben nach Erbgangsrecht, sowohl czuoacl actus mortis causa, als intor vivos zwar unter und gegen einander frei zu disponiren und zu gebahren haben mögen,- auf den Fall aber von seinem Leibesstamm und Nachkommen keines, so wenig weib- als männlichen Geschlechts mehr vorhanden wäre, vorbesagte seine Güter uns und unfern Nachkommen an der Thur gänzlichen heimsallen, mittlerzeit auch er und seine Dssecn- äcntcs mehr bemeldte Güter der bisherigen Schuldigkeit nach zu verdienen und auf begebende Fälle dem Lrblehn Folge zu thun verbunden sein sollen" ... Johann Georg hinterließ neben Töchtern zwei Söhne: Hans Dietrich und Hans Georg. Sie standen unter Vormundschaft ihrer Mutter Rahel, geb. v. Werthern und erhielten auf ihr Rnsuchen Indult zur Lehnsempfangung des Gutes Buchwalde von Weißenberg), — das nach Dietrichs v. Werthern Tode an seine Tochter Rahel gefallen war — sowie des Rnteils am Gute Reichenau''), haubold v. Miltitz aus Scharfenberg als Vormund Hans Dietrichs und Hans Georgs verkaufte Buchwalde, tz Ebenda. 2) kf- kf- B. Frhr. v. Rechenberg a. a. G. L. 78. h Schumann, Lexikon von Sachsen, V. Bd., S. 119. tz Lehnsakten Reichenau. °) kj.-St.-R. 1.00.9347, Vas vierte Buch Dberlaus. Lehnssachen 1666-81, Fol. 46. v. Hechenberg. 56Y weil überschuldet, im Jahre 1680 an Nikol II. Freiherrn v. Gersdorff auf Baruth für 15 629 Taler. — Zum Hause Tunnersdors gehörte auch Jungfrau Dorothea v. N.- „Lunnersdors", Schwester Taspars v. N. Sie wurde am 9. Juni 1651, 63 Jahre alt, zu Sacka begrabenh. - Uhna (bl^V von Bautzen). Laspar v. N. kaufte das Gut Nackel (NO von Bautzen) von Wolf v. Soeben und erhielt es am 6. Januar 1630 zu Sehn verreicht. Es wird dem Taspar auch „das Gütlein zum Sohland, so Christoph v. N. zu Schirgiswalde zugehörig gewesen, wegen vormundschastschuld aus vorgehenden Subhastationsprozeß adjudicirt". Er verkaufte dieses Gut alsbald an Hans Ernst v. Metz- radt, der am 29. Upril 1631 belehnt wurde. Im Jahre 1640 verkaufte Laspar Nackel an Melchior Nlbrecht v. Nackel. Lin Jahr zuvor, am 30. Juli 1639, hatte Taspar das Gut Uhna von Hans Ndolph v. haugwitz, dem Vormunde des unmündigen Hans Jobsts v. haugwitz, nachdem das oberamtliche veerotum alienatorium ergangen war, gekauft. Laspar kaufte ferner im Jahre 1646 einige Besitzungen in Sohland, verkaufte aber 1651 die Lberhardtschen Bauergüter daselbst an Lhristoph v. N. Im Jahre 1652 wurde Taspar hosrichter in Bautzenh, am 27. Nugust 1654 Unterzeichnete er das Lehnspaktumh. Er starb am 8. September 1666. vermählt war er mit Martha v. haugwitz, Tochter Hans Taspars v. h. aus Milkwitz. Nm 23. März 1645 ließ er sie gegen 2000 Taler eingebrachte Ehegelder auf Uhna verleibgedingen. Sein Gut Uhna fiel an seine drei unmündigen Söhne: Johann Udolph, kurfürstlich Sächsischen Uammerjunker, Larl Siegmund und Laspar Gottlob Gebrüder v. U., die am 15. März 1668 mit dem Gute belehnt wurden. Um 20. Juli 1671 verkauften die beiden älteren Brüder ihrem jüngsten Bruder Taspar Gottlob v. U. Uhna; er empfing am 25. Uugust 1672 die Belehnung. Seine Gattin Tatharina Elisabeth geb. v. ponickau, Tochter Hans Friedrichs v. p. aus Liebenau und vauban, die ihm 1000 Fl. Lhegeld und 1000 FI. Paraphernalia mitgebracht hatte, ließ er im Jahre 1682 aus Uhna verleibgedingen. Zu Walpurgis 1685 verkaufte er Uhna mit Söschau (M von Uhna) an Hans Heinrich v. Nostitz. Tine Schwester der drei Brüder, Eva Sophia v. N., vermählt mit Gottfried v. Gersdorff, starb am 18. Oktober 1681. Ihr Gut Mede- witz ((MO von Bischofswerda) hatte sie ihrem Bruder Taspar Gottlob vermacht. Um 18. November 1682 wurde ihm das Gut zu Erbe verreicht. Seine oben genannte Gattin ließ Laspar Gottlob am 2. Mai 1686 mit 1000 Fl. zum Gegenvermächtnis, 30 TIr. Hauszins, 500 TIr. für die weibliche Gerechtigkeit auf Medewitz verleibgedingen. Im Jahre 1687 verkaufte er Medewitz an George Lhristoph v. Minckwitz. tz r>. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Kdels, 1806, 5. 252. 2) Großer a. a. G. III, S. 28. h Dberlaus. Lollektions-IVerk I, 5. 1056. 560 v. Rechenberg^ 8. Die Schlesische Linie. Melchior v. 8., der Begründer der sreiherrlichen Linie zu Schlawa, geboren zu Großen-Bohrau im Jahre 1649 am Donnerstag vor Himmelfahrt s23. Mais, wurde kaiserlicher Rah Hauptmann zu Glatz und starb am 29. Januar 1625 h. Km l2. November l6l2 hatte ihn der Naher in den Freiherrnstand erhobenh. Melchior machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er am 7. Oktober l606 von den Kreditoren Rdams v. Raussendorf das Gut Leippa (IMO von Rothenburg) für 14 000 Taler erwarb. Im Jahre 1607 kaufte Melchior Rothenburgh. Melchiors Tochter Maria vermählte sich mit Taspar v. R. aus Klitschdors und primkenau, Hauptmann der Fürstentümer Jauer und Schweidnitz, der von Kaiser Rudolph II. am 3. Februar 1610 in den Freiherrnstand erhoben wurdeh. von Melchiors Söhnen Wolf- gang, Melchior und Balthasar verkaufte der zuletzt genannte um 1620 Rothenburg an Friedrich v. Salzas, Melchior war in Schlesien ansässig, während der älteste, Wolsgang Frh. v. R. in der Gberlausitz das Gut Lodenau (Idl von Rothenburg) besaß. Wolfgang starb im Jahre 1616. Rus seiner The mit Barbara v. Schkopph hinterließ er neben einer Tochter einen Sohn Johann Wolsgang Frhrn. v. R., geboren am 30. Dezember 1613 h, gestorben am 22. März 1655. Dieser besaß Lodenau und Gder-Beltsch im Kreise Guhrau. Tr war vermählt mit Rnna Latharina, geb. v. Zwecke und hinterließ neben drei Töchtern einen unmündigen Sohn Wolf Balthasar Frhrn. v. R. Für diesen mutete seine Mutter nach ihres Gatten Tode die Lehn wegen des väterlichen Gutes-Lodenau. Wolf Balthasar wurde nach beendigter Pere- grination und erlangter Mündigkeit im Jahre 1674 mit Lodenau belehnt. Tr starb am 3. November 1712 zu Gder-Beltsch. vermählt war er mit Dorothea Helena, geb. v. Nostitz a. d. h. Nieder-Neun- dorf, die in erster Ehe mit Hans Thristoph v. Gablenz aus hähnichen, Heidersdorf und Spree verheiratet gewesen war. Wolf Balthasar hinterließ als einzigen Lehnserben seinen Sohn Johann Wolsgang Frhrn. v. R. auf Lodenau, geboren 1688, der als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr am 17. September 1746 in Löbau, 58 V 2 Jahre alt, starb und am 22. d. M. in Schönberg beerdigt wurde. Das Städtchen Schönberg (080 von Görlitz) hatte er mit seiner Gattin Elisabeth Dttilie Friederike geb. v. Loeben a. d. h. Schönberg, geboren am 13. März 1705, einer Tochter Friedrich Ndolphs v. L., bekommen. Sie starb am 26. Juli 1735, woraus Johann Wolfgang >) Sinapius, Schlesische Luriositäten I, 1720, S. 1IY. ks- 6- 2. Zrhr. v. Rechenberg a. a. D. 5. 72. h Neues Laus. Mag. Bd. 6Z, 5. 133. h Wortlaut des Diploms bei ks- 2. Zrhr. v. Rechenberg a. a. D. S. 51; Bei v. voerr, Der Rdel der Böhmischen Rronländer, 1900, S. 83 findet sich eine abweichende Angabe. °) Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 133. ") Linapius a. a. G. I, S. Ild. h Ebenda. v. Hechenberg. 561 deren jüngere Schwester, Johanna Tugendreich v. L., geboren am 10. November 1708, gestorben am 11. Juli 1750, heiratete. Johann Wolfgang hinterließ vier Kinder (a —ä): a) Wolf Nudolph. Tr vermählte sich mit Henriette geb. v. Wangenheim und starb als Major im Prinz Nntonschen Infanterie- Regiment am 17. September 1770 aus dem Schlosse Schönberg mit Hinterlassung zweier Löhne und zweier Töchter h. b. Johanna Friederike, * zu Schönberg 3. Januar 1729, getauft 6. ej., vermählt: I. mit Hans Gottlob v. Gablenz,- II. mit Johann Wilhelm Traugott v. Lchönberg. e) Johann Wolf Albrecht, * zu Schönberg 27. Juni 1733, getauft I.Iuli. ä) Johann Thristian Friedrich, * zu Schönberg 18. September 1734, getauft 23. oj. Wolf Rudolph Frh. v. R. hatte nach des Vaters Tode all äivisionern des väterlichen Nachlasses provoziert. So wurden denn Lodenau, sowie das Gut Neusorge am 30. (Oktober 1748 für 28 000 Taler an Friedrich Laspar Reichsgrasen v. Gersdorff verkauft. Frau Johanna Friederike v. Schönberg, geb. Freiin v. R., verkaufte ihren dritten Nnteil am Städtchen Schönberg, sowie (Ober- und Nieder-Halbendors (0 undk4^VvonSchönberg) am 26.Februar 1752ihren beiden Brüdern Johann Wolf Albrecht und Johann Thristian Friedrich. Johann Thristian Friedrich Frhr. v. R., der jüngste Bruder, erhielt am 28. Mai 1754 vom Kurfürsten Veniain uetatis und kaufte am 20. Nugust 1754 von seinem älteren Bruder Johann Wolf Albrecht dessen Hälfte von Schönberg, (Ober- und Nieder-Halbendors. Nm 4. März 1758 bestätigte er Artikel von Handwerkern in Schönberg h. Er starb am 28. Juli 1818. vermählt war er mit Johanna Nmalie v. Ziegler und Klipphausen a. d. h. Niethen, Tochter des Klostervogts von Marienthal Wolf Rudolph v. Z. u. KI. Sie starb am 2. August 1791 zu Schönberg im 58. Lebensjahres. Johann Thristian Friedrich hatte folgende Kinder: a. Wolf George Friedrich, * 13. August 1760. d. Henriette Thristiane Amalie Taroline, * 2. August 1763, X mit Karl Wilhelm Ferdinand v. Ferentheil und Gruppenberg aus Bellmannsdors. e. Johanna Friederikawilhelmina,*31. Juni 1770 h. cl. Johann George, * 18. August 1771, 's 31. Januar 1772. Johann Thristian Friedrich hatte testamentarisch bestimmt, daß seine Tochter Johanna Friederika Wilhelmina die Güter Schönberg und Nieder-Halbendors übernehmen solle, das Erbgut Gber-Halben- h Laus. Magazin 1770, S. ZI4. 2 ) Verzeichnis Gberlaus. Urkunden, II. Band, s. 40d. h Laus. Magazin 1791, 5. 256. h Dieses Datum geben die Lehnsakten Heiderrdorf: im Laus. Magazin 1770, §. 262 ist als Geburtstag der ZI. Juli, als Tauftag der 2. Uugust 1770 angegeben. 36 ä 562 v. Rechenberg. dorf hatte er seinem Sohne Mols George Friedrich am 6. November 1782 für 18000 Taler verkauft. Wolf George Friedrich starb bereits am 18. Upril 1808 abends in der zehnten Stunde im Ulter von 47 I. 9 lN. 5 T. „an einem Schleim- und Nervenfieber" und wurde am 23. in Vell- mannsdorf beerdigt. Er war dreimal vermählt: I. 1783 mit Thristiane Eleonore Friederike geb. v. Heldreich a. d. H. Notitz. Sie starb zu Ober-Halbendorf am 8. Mai 1799; II. am 11. November 1799H mit Laroline Sophie Lharlotte Sidonie geb. Freiin v. Hardenberg, gestorben am 14. Upril 1801; III. am ll.Uugust 1802^) mit Wilhel- mine Louise Eleonore geb. Freiin v. Huldenberg a. d. H. Neukirch. Wolf George Friedrich Frhr. v. N. hatte nach den Schönberger Lehnsakten folgende Kinder: I. Larl George Friedrich, König!. Sachs. Nmtshauptmann, * 18. Oktober 1785. I. Johann Heinrich Ludwig, König!. Sachs. Leutnant im Husarenregiment, * 15. November 1787. I. Hermann Ulbert, König!. Sachs. Leutnant der Infanterie, * 18. Dezember 1791. II. Friedrich Erasmus, * 24. März 1801. III. Earoline Wilhelmine, * 6. Juni 1803. III. Louise Uuguste, * 4. Dezember 1804. III. Turt Hermann Friedrich, * 15. Mai 1806. Zufolge Lrbrezesses vom Oktober 1811 übernahm Frau Ivilhelmine Louise Eleonore Freifrau v. R., geb. Freiin v. Huldenberg, das Gut Gber-Halbendorf für 30000 Ntlr. Sie verkaufte es am 26. März 1819 an Georg v. Ferentheil und Gruppenberg. — Jener zu Beginn des Berichts über die Schlesische Linie als Schwiegersohn Melchiors v. N. erwähnte (vergl. S. 560), am 3. Februar 1610 in den Freiherrnstand erhobene L a sp a r v. N. aus Klitschdorf und primkenau, Hauptmann der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer, gestorben im Jahre 1612, hatte aus seiner Ehe mit Maria v. Nechenberg neben anderen Kindern auch einen Sohn Johann Ivolsgang Frhrn. v. N., der, vermählt mit Elisabeth, Tochter Tarolus Magnus' Freiherrn v. Schellendorss auf Königsbrück, im Jahre 1633 starb Sein gleichnamiger Sohn Johann Wolfgang Frhr. v. N. vermählte sich mit Ursula Brigitta Freiin v. Soeben a. d. H. SchönfeldH. Langjährige Streitigkeiten zwischen Ungehörigen der Familien v. Schellendorfs und v. N. wegen der Herrschaft Klitschdorf fanden endlich im Jahre 1654 einen Abschluß^). Johann 0 Laus. Monatsschrift, 1800, I, S. 78. 2) Laus. Monatsschrift 1803, I, S. Sd. 3) Sinapius a. a. G. I, 5. 117. 4) H.-St.-R. Gen. Iwc. 31775, Rechenberg. b) „Nachdem Herr Johann Wolfgang Frhr. v. R. auf der Herrschaft Guhraw f?s wider Herrn Wolf Frhrn. v. Schellendorff auf den Herrschaften Rlitschdorf und Rönigs- brück, auch auf Saaz, Ruhna und Halbau, wegen der ihm durch Gberamtsabschied zuerkannten 44348 Rtlr. 13 Gr. 6 Pf. zu dessen Vorwerken, Dörfern und pertinentien, soviel deren von der Herrschaft Rlitschdorf auf Dberlausitzischem Grund und Boden o. Rechenberg. 563 Wolfgang Unterzeichnete am 27. Bugust t654 das Lehnspaktumh und beteiligte sich an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. am l 6./26. Juli l 657 in Lautzen h. Die ihm und seinen Löhnen am Gute Lodenau (im Besitze Wolf Balthasars Frhrn. v. B.,vergl. 5.560) zufolge der gesamten Hand zustehende Anwartschaft trat Johann Wolfgang am 4. Bpril 1662 ab an den Landvogt Gurt Beinicke Frhrn. v. Callenberg ^). Bm 9. März 1668 starb Johann lvolfgang Frhr. v. B. auf der Herrschaft Primkenau, Freiwalde und Klitschdorf, kurfürstlich 5ächsischer Bat, des Johanniterordens Bitter, designierter Kommendator der Komturei Lupplinburg und hinterließ zwei Löhne: Leopold Friedrich und Ulrich Maximilian Frhrn. v. B. Ihre Vormünder muteten beim Bmtshauptmann wegen der Herrschaft Klitschdorf, Lipschau die Lehn. In brüderlicher Teilung fiel die Herrschaft Klitschdorf samt Pertinentien an Ulrich Maximilian. Leopold Friedrich Frhr. v. B. aus pläswitz, Zuckelnick und Johnsdors verkaufte im November 1687 seine Güter Lipschau und Dohms (80 von haibau) an seinen Bruder Ulrich Maximilian, Herrn der Herrschaft Klitschdors und Petersdorf, „zu dem Ende, daß er solche Güther an den hochwol- gebohrnen Herrn Herrn Johann Christofs Frepherrn von promnitz, Herrn auf Dittersbach, verkauften kann"h. Ulrich Maximilian verkaufte also die beiden Güter Lipschau und Dohms noch im November 1687 an den genannten Freiherrn v. promnitz, kaufte sie aber am 11. November 1689, jetzt genannt „aus Tieffenfurth", von der Witwe des Käufers, Bnna Elisabeth Freifrau v. promnitz, wieder zurück. Im Jahre 1719 wurden beide Güter, Lipschau und Dohms, durch Feuer zerstört. Ulrich Maximilian geriet durch dieses Unglück in Geldschwierigkeiten und sah sich genötigt, beide Güter am 5. Februar 1723 an Hans Wenzel v. Knobelsdorff aus hirschseldau zu verkaufen. Bm 2. Bugust 1689 hatte Ulrich Maximilian mit dem Görlitzer Bat einen vergleich über das Forstrecht rc. geschlossen^). Leopold Friedrich Frhr. v. R. wurde Wien, den 6. März 1703 in den Grasenstand erhoben °). gelegen, durch den ordentlichen Subhastationsproceß drei verschiedene Rufgebote erhalten, so werden ihm durch die Hofgerichte nachfolgende Drtschaften adjudicirt am 14. Juli 1654: Heiligen See, Schnellenfurth, Tiefenfurth, das weiße Vorwerk, Mühlbock, Tommendorf, lvehrau, Rlitschdorf oder das vörfel genannt, Baachen, primbsdorf, Schöndorf, Lippschau und Thomur". Lehnsakten Rlitschdorf. Die genannten Drtschaften — in der heutigen Schreibweise Heiligensee, Schnellenfurth, Tiefensurth, Weißes Vorwerk zu Tiefenfurth gehörig, Mühlbock, Thommendorf, wehrau mit dazu gehörigem Bachenvorwerk, Prinzdorf, Schöndorf, Lipschau, Vohms — liegen sämtlich auf dem linken Ufer des Dueis, bez. an der großen Tzschirne. ') Dberlaus. Lollektions-Werk I, S. 1055. h Dberlaus. Nachlese 1771, S. 345-347. h H.-St.-6. Noo. 9548, Vas neunte Buch Dberlaus. Lehnssachen, 1680 — 1704, Fol. 5. 9 Lehnsakten Lipschau und vohms. h Verzeichnis Dberlaus. Urkunden II, S. 346. o) v. voerr, ver Kdel der Böhm. Rronländer, 1900, S. 186. 36 * 564 v. Redern. Mit den Gebrüdern Leopold Friedrich und Ulrich Maximilian, deren Ehen kinderlos waren H, erlosch die Klitschdorfer Linie ^). Wappen: Das Liegei des Dtieoclerieus Neeliinderoli vom 26. Nugust l352 zeigt im Dreieckschilde den Widderkopf von der Stirnseite — Über der Haustüre des Uechenbergschen Hauses auf dem Burglehn zu Bautzen findet sich in Stein gehauen und farbig bemalt der schwarze nach rechts gerichtete Widderkopf mit goldenen Hörnern und goldener Krone, die mit 3 Straußenfedern besteckt ist. Gekrönter Helm. Kleinod: Die Schildfigur wachsend H. Siebmacher l, Taf. 52, Nr. l4 gibt das gleiche Schildbild und Kleinod, aber ohne Krone und Federn. Das freiherrliche Wappen ist geviert, l, 4: in Not der schwarze Widderkopf mit goldenen Hörnern, goldener Krone, besteckt mit drei Straußenfedern, gold, schwarz, silbern. 2, 3: in Gold halber schwarzer Ndler am Spalt. 2 gekrönte Helme, deren jeder einen nach außen gerichteten wachsenden schwarzen Widder mit Krone und Federn trägt. Decken: rechts schwarz-golden, links rot-silbern^). v. Redern, Grasen. Ein Glied des dem Märkischen Uradel angehörigen Geschlechts v. Nedern, das um die Mitte des 12. Jahrhunderts zuerst urkundlich erwähnt wird und dessen Stammsitz wahrscheinlich Nedere (jetzt Rieder) im Nnhaltschen in der Nähe von (Quedlinburg war"), machte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Der Sohn Erasmus Wilhelms v. N. (* 27. Dezember 1695, H Die Gattin der Freiherrn Ulrich Maximilian v. R., Louise Marie, geb. Freiin v. Uanne, klagte 1688 beim Vberkonsistorium gegen ihren Gemahl wegen verschiedener zwischen ihnen bestehender Mißhelligkeiten. Ferner erhob sie Beschwerde wegen der von ihm beabsichtigten Rlienation der Herrschaft Ulitschdorf. H.-5t.-5l. Noe. 9529, Vas 57. Buch Gberlaus. Iustizsachen 1687 —1696, Fol. 120. — Ulrich Maximilians 5chwägerin, Elisabeth Charlotte v. Nrnim, geb. Freiin v. Uanne, bat 1688 gegen diesen ihren 5chwager wegen ihrer sich auf I62Z8 Taler belaufenden Forderung nach Ivechselrecht zu prozedieren. Ebenda, Fol. 126. — In einem an den Uurfürsten gerichteten 5chr«iben vom 2. Rpril 1690 gibt Louise Marie Freiin v. U. eine „5peci- fication derer mir Endesbenannten zugehörigen Gerade- Ztücken und anderer Mobilien, so mein Gemahl theils verkauftet, theils verspiehlet, theils versezet und theils noch bep sich hat und mir vorenthält". Der wert dieser ihrer Geradestücke belief sich auf 11221 Taler 17 Gr. 5>/s Pf- Ebenda, Fol. 135. h H. H. B. Frhr" v. Rechenberg a. a. (v. 5. 42. 2 ) Ebenda, 5. 12. H Neben dem Wappen findet sich die Jahreszahl 1699, sowie der Name: „O. R. v. Rsoüsnbsr^", d. i. Gottlob Ernst v. R., fi 14. Oktober 1716. — 5ehr schön ist das v. Rechcnbergsche Wappen zur Darstellung gebracht auf dem Grabstein des im Jahre 1482 gestorbenen Melchior v. R. in der Uirche zur heiligen Dreifaltigkeit in Görlitz. Ziehe die klbbildung in der zur Wiedereinweihung der genannten Uirche herausgegebenen Festschrift N. Zobels, 1910, Taf. 1, sowie in noch größerer Rusführung auf der Uunstbeilage zum „Deutschen Herold", Nr. 10, 1911. 5) H. H. B. Frhr. v. Rechend erg a. a. G. 5. 53 und Tafel zwischen 55. 46 und 47. ") Gothaisches Genealogischer Taschenbuch der Rdeligen Häuser, I.Iahrgg. (1900).-» v. Redern. 565 -f 8. Kpril 1766) auf Schwante, Wolterslage, Königsmark, Görlsdors rc. und seiner Gattin Latharina Elisabeth v. Bredow (* I I. April 1696, X 16. November 1716, 's 18. Mai 1765)h: Siegmund Ehrenreich v. R., geboren am 10. September 1719^), stieg bis zur Würde eines königlich preußischen Kammerherrn, tvberhosmarschalls, Präsidenten der königlich preußischen Gstindischen Kompagnie und Kurators der königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin empor und wurde am 14. Januar 1757 von König Friedrich II. in den Grafenstand erhoben^). Gras Siegmund Lhrenreich v. R., Lrbherr auf Golssen, Landwehr, prierow, Liedekahle, sämtlich im Kreise Luckau; Staffelde im Kreise Dsthavelland,- Görlsdorf, Kerkow, Steinhösel, Friedrichsselde, sämtlich im Kreise Angermünde, kaufte am 6. Februar 1773 von den Geschwistern Johann Georg Friedrich und Lharlotte Henriette Lhristine v. Friesen die Herrschaft Königsbrück nebst den Gütern Lose! (bMO von K.), Steinborn von K.) und Grüngräbchen (M40 von K.) für 256000 Taler, am 27. März 1773 wurde er belehnt. Die Artikel der Innungen zu Königsbrück hatte er bereits am 19. November 1772 bestätigth. Lr kaufte hieraus am 5. Januar 1774 von Earl Gotthels Freiherrn v. Hundt und Alten-Grottkau das Lrbrittergut Lipsa (^V8^V von Hoyerswerda) für 20 000 Taler, doch behielt sich der Verkäufer aä dies vitae die Lehn „iä ost das bloße Dominium keudalo, Jagd, Wohnung, Garten" ausdrücklich vor nebst noch einigen Reservaten und Deputaten. Im folgenden Jahre (1775) am 1. Mai erwarb Graf Siegmund Ehrenreich das Mann- lehngut Bernsdors (>V8^V von Hoyerswerda, nahe der Sächsischen Grenze) für 19 000 Taler von Heinrich August v. Gersdorff. In demselben Jahre (1775) kaufte er ferner die Güter Brauna (V/KDV von Kamenz) nebst häslich (88^V von Brauna) und Nohrbach (Mbl'U von Brauna) von Johann Heinrich Grasen v. Geyersperg. Am 14. März 1777 wurde er belehnt, hierzu kaufte er das westlich an Brauna grenzende Gut Petershain im Juni 1776 für 13 500 Taler und brachte endlich im Jahre 1786 noch das Brauna benachbart liegende Liebenau (blO von Brauna) durch Kauf von Georg Wolf v. Tarlowitz zum Preise von 19 000 Talern und 400 Talern Schlüsselgeld an sich. Siegmund Ehrenreich Gras v. N. starb aus dem Schlosse Königsbrück in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1789, sein Bedienter fand ihn am 1. Juli früh um 7 Uhr tot im Bett liegend h. Unter dem Geleit von 24 Fackeln wurde er am 4. d. M. in der herrschaftlichen Gruft in der Kirche zu Königsbrück beigesetzt°). vermählt war er mit Maria Johanna y Ebenda. 2) Neue Sächsische Kirchengalerie, viöcese Kamenz, Sp. 375. -y Gritzner, Lhronolog. Matrikel der Brandenburgisch - preußischen Standeserhöhungen und Gnadenacte, 1873, S. 31. y Verzeichnis Gberlaus. Urkunden, II. Band, 5. 417. h H.-5t.-R. Gen. Boa. 31776, Redern. - Sein Porträt, das seiner Gattin, sowie das seines Sohnes Siegismund befinden sich im Herrenhause ^ Brauna. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 35. Heft, S. 340, 341, 342. °) Laus. Magazin 1784, S. 214. vergl. „Ncta die beg dem am 1. Iuli 1784 erfolgten Rbsterben Sr. des König!. Preuß. Vberhofmarschall; Herrn Sigismund Ehren- 566 o. Nedern. v. horguelin, die bereits am 1. Januar 1788 das Zeitliche gesegnet hatte. Tr hinterließ vier Kinder (l—4): 1. Wilhelm Jakob Gras v. N., * 2. Januar 1760, königlich preußischer Kammerherr und gewesener Gesandter in Dänemark. 2. Nmalie Sophie Henriette Gräfin v. K., * 8. Juni 1753. Sie vermählte sich mit dem Grasen Philipp v. Fontana, königlich Sar- dinischem Kammerjunker und früherem Knvo^s extraorclinairs am König!, preußischen Hofe zu Berlin, jetzt Nmbassadeur am königlich Spanischen Hose. 3. Johann Siegismund Lhrenreich Gras v. K., * 18. Juli 1761, kurfürstlich Sächsischer Geh. Legationsrat, Wnistre plenipoten- tiaii-e und Knvo^e extraoräinaire am königlich Spanischen Hose. 4. Sophie Tharlotte Eleonore Gräfin v. K., * 4. November 1765, getauft 27. November d. I. in der französischen Kirche in Berlin. Sie vermählte sich am 15. Februar 1790 zu Königsbrück mit Graf Friedrich Leopold zu Stolberg - Stolberg, königlich Dänischem Gesandten am preußischen Hofe in Berlin als dessen zweite Gattin. Er, der bekannte Deutsche Dichter und theologische Schriftsteller, trat im Jahre 1800 zur katholischen Kirche über. Ein fünftes Kind Siegmund Ehrenreichs, NIbertiue Eleonore Elisabeth Louise Gräfin v. N. erkrankte kurze Zeit nach dem Einzug ihrer Eltern in das Schloß Königsbrück und starb nach nur viertägigem Leiden in der Nacht zwischen dem 12. und 13. Februar 1773 im 13. Lebensjahr; am 15. d. M. wurde sie abends zwischen sieben und acht Uhr in der Stadtkirche zu Königsbrück beigesetzt h. Jacob v. horguelin h, der Schwiegervater des Grafen Siegmund Ehrenreich v. N., hatte am 16. Nugust 1768 testamentarisch die Summe von 200 000 Talern ausgesetzt zur Erwerbung von Gütern für die Kinder seiner einzigen Tochter Maria Johanna verm. Gräfin v. N?). Zur Erfüllung der Disposition ihres Vaters bezw. Schwiegervaters zedierten nun Gras Siegmund Lhrenreich und seine Gemahlin am 26. Januar 1780 ihren vier Kindern die Güter Tosel, Steinborn, Grüngräbchen, Lipsa, Bernsdorf, Vrauna, Nohrbach, Schwosdorf, häslich und Petershain, ebenso Golssen, prierow, Landwehr, Liedekahle und pertinentien. Nach dem Tode der Eltern kam es am 21. Mai 1790 zu einem vergleich zwischen den vier Geschwistern. Ls wurden veranschlagt die reich Grafens von Nedern Excellenz erfolgte Beerdigung und andere Anstalten betreffend". H.-Lt.-A. Gen. Noo. 31776, Nedern. h Laus. Magazin 1773, 5. 104. h Jacob v. Horguelin, Kommerzienrat in Berlin, geboren in Okalons in der Lhampagne, gestorben am 6. Januar 1779 im Alter von 79 Jahren, war am 2b. November 1748 in den preußischen Adelsstand erhoben worden. Oer Deutsche Herold, Jahrgang XNI (1910), Nr. 7, 5. 132. h . . . „rsoommanäant a ma äitte KIIs ä'emplozcsr oetts somms a I'aognisition ä'uns cm plusienrs teures a sa bisnssanos, pcmrvu oepsnäant czu'elles soisnt situsss en lisux, cm Iss reliAions rekormse cm protestsnte sont äominantes, äs guslles tsrres eile aura la zouissanes, savoir äs moitie sa vis äurants et cis l'autrs moitie ssnlsrnsnt zusgn'a es gus sss ciits snkants aient attsint Iss tillss I'aAs äs vinAt oincz ans st les Aargons eslui äs trsnte" ... Lehnsakten Brauna. v. Rehdiger. 567 Güter Standesherrschast Königsbrück, Tosel, Grüngräbchen, Lipsa, Berns- dors, Vrauna mit Kohrbach und Schwosdorf, häslich und Petershain, Liebenau, eine Wiese zu Kamenz, dann Golssen, Landwehr, Liedekahle, prierow, ferner die Märkischen Güter auf 476 780 Taler. l. Wilhelm Jacob Grafen v. K. fielen zu die Güter Tosel, Lipsa und Grüngräbchen; am 5. Kpril l79l erhielt er den Lehnbries. Er verkaufte, jetzt als hofmarschall des Prinzen Heinrich von Preußen und auf Görlsdorf bei Kngermünde gesessen bezeichnet, im Februar 1802 Lose! an Johann Friedrich Kugust v. Glauch; am 21. Juni 1802 Grüngräbchen an Johann Gottlieb v. Wolfs; am 10. März 1803 Lipsa an Daniel Gottlob v. Schmor!. 3. Johann Siegismund Ehrenreich Graf v. K. erhielt die Herrschaft Königsbrück, mit der er am 20. Kugust 1790 belehnt wurde. Er verkaufte sie am 13. Juni 1795 an den Grasen Georg Werner Kugust Dietrich zu Münster-Meinhövel; die Rittergüter Bulleritz, Großgrabe und Schwepnitz am 22. Kpril 1816 an den Grasen Hans Wilhelm Kdolph v. Kalckreuth für 117 500 Taler (35250, 29375, 52875 Tlr.); Bernsdors nebst dem Walde, genannt „die große (vtterschütz", den er am 16. (Oktober 1795 hinzugekaust hatte, am 6. (Oktober 1816 an Heinrich Friedrich Moritz Beyer. Gras I. S. T. v. K. starb am 7. Kpril 1841. 4. Frau Sophie Tharlotte Eleonore Gräfin Stolberg-Stolberg, geb. Gräfin v. K., fielen im vergleich vom 21. Mai 1790 zu die Güter Braun«, Kohrbach, Schwosdorf, häslich und Petershain im Werte von 60 000 Talern. Wappen: Schild geviert mit Mittelschild: in Kot ein silberner Schräglinksbalken mit drei goldenen Sternen. I und IV: Sn Blau ein silbernes Kad mit acht Speichen; ll und III: Gespalten; vorn in Gold ein halber, gekrönter schwarzer Kdler am Spalt, hinten in Kot ein silberner Balken mit zwei im Kndreaskreuz liegenden roten Ksten. Drei Helme, rechts: psauenschweis, belegt mit dem silbernen Kode; mitten: Wachsender geharnischter Mann, in jeder Hand eine von Silber und Kot viermal quergeteilte und mit einem goldenen Stern belegte Fahne haltend, während eine dritte solche auf seinem Helme steht; links: Sechs durch einander gesteckte, von Silber und Kot viermal quergeteilte Fahnen, von denen drei nach links, drei nach rechts gewendet sind. Decken rechts rot-silbern, links blau-silbern. Schildhalter: Zwei gekrönte schwarze Kdler, aus der Brust K K, auf den Flügeln den goldenen Kleestengel tragend. v. Nehdiger. Die v. Kehdiger — wohl zu unterscheiden von den v. Küdinger (Rüdiger) - sind ein altes, zum Patriziat der Stadt Breslau gehörendes Geschlecht, das iml 6.Iahrhundert in den Böhmischen Kdelsstand erhobenwurde h. h Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Rdelsgeschlechter, Brünn 1877, 5. 610. 568 v. Reibnitz. Zwischen 1555 und 1695 saßen die Brüder Nikolaus und Rdam im Nat zu Breslau*). Km 2. Gktober 1585 wurden die im Kreise Trebnitz gelegenen Güter Striese und Schebitz zu einem Familienfideikommiß bestimmt 2 ). Durch diese Stiftung ging die Familie in den Landadel über. Rdam v. R. war vermählt mit Torona^), Tochter Joachim Frentzels v. Königshain, die ihrem Gatten die Güter Lissa und Zodel (beide dl von Görlitz) zubrachte*). Rdam verkaufte beide Güter am 8. Rpril 1567 an den Rat zu Görlitz für 16 000 ganze Talers, von seinem Schwager Peter Frentzel v. Königshain erbte Rdam „Rödinger" zu Breslau das Dorf „Lüebestain" (Liebstein, KM von Görlitz) und einige Bauern sowie einen Hopfengarten zu Girbigsdorf (>V von Görlitz) und erhielt diesen Besitz am Sonnabend nach Trinitatis 1573 s23. Mais verreicht °). Nach dem Tode des Breslauer Ratsältesten Rdam „Rhedinger", der auch Schönbrunn (80 von Görlitz) besessen hatte, verglich sich sein Sohn Rdam d. I. v. R. mit seinem Schwager Joseph Fürst — der mit der damals bereits verstorbenen Rnna v. R. vermählt war - und dessen Sohn Rdam Fürst wegen des Dorfs Liebstem im Jahre 1595'). Das Geschlecht v. R. blüht noch, wenngleich nur in wenigen Gliedern. Wappen: Im schwarzen Schilde aus grünem Dreiberg ein goldgekrönter, rotgezungter, goldener Hirsch. Helm gekrönt. Kleinod: Der Hirsch des Schildes wachsend, vor einem schwarzen Flügel. Decken schwarz-golden. Siebmacher l, Taf. 63, Nr. 6 unter den „Schleßingischen"«). v. Reibnitz. Die v. Reibnitz gehören dem Schlesischen Uradel an, sie nennen sich nach dem Dorfe Reibnitz bei Hirschberg. In der Gberlausitz machen sich nur einzelne Glieder des Geschlechts ansässig. Der ausgestorbenen Linie Rreisau gehört an der Sohn Peters v. R. auf (Ober-Schreibendorf und seiner Gattin Barbara v. peters- h vergl. Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift, 42. Bericht, l87y, S. 348. H Genealogisches Taschenbuch ic., 1877, S. 610. 2) In den Lehnsakten von Liebstein wird sie auch Rnna (anstatt Torona) genannt. H Neues Laus. Nlag. Bd. 63, S. 137; Zritsch, 5llte Görlitzer Geschlechter sI841s, §. 14. 5) Verzeichnis Gberlaus. Urkunden, II. Band, S. 207. H k)-- 5 t.-kl. Boa. 4550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, 1572-84, Zol. 2. H 6--§t.-kl. Boa. 4550, Görlitzischen Trepses vol. IV der Lehnbriefe im Nlark- grafthum Gberlausitz, 1314-1615, Zol. 137. H Schön gemalt findet sich das Wappen neben einer Stammbucheintragung des bliool RbsäinAsr Vratisl. Lilss., Neiä.ssIbsrZ) 19. Isn. so s15s74 auf S. 134 (51) im Stammbuch des kldolph v. Glauburg, Berlin, Bibliothek des Kunstgewerbemuseums (Lipperheidesche Sammlung). v. Reibnitz. 669 wald: Christoph v. NI). Dieser besaß gegen Mitte des 17. Jahrhunderts einen Anteil des Meißnischen Gber-Neukirch (80 von Bischofswerda. Neukirch gehört teils zur Gberlausitz, teils zu Meißen)^). Er erwarb ferner, wie er am 22. Mai 1642 dem Gberamtshauptmann zu Bautzen, Heinrich v. Metzradt, meldet, von Joachim v. Bolberitz das Gütlein Nlein-Seitschen sV^8^V von Bautzen). Am 31. Mai 1642 erhielt er hierüber einen Lehnmutungsschein ausgefertigt. Im Jahre 1662 starb er"). vermählt war er mit Anna Margarethe v. Hermsdorf, die ihn überlebte und sich wiedervermählte mit ... v. Schillings). Christoph hinterließ einen Sohn Caspar Friedrich und eine im Jahre 1652 geborene Tochter Anna Lleonora. Frau Anna Margarethe Schillingin, geb- v. Hermsdorf, bat, Dresden den 6. März 1668, für ihren Sohn erster Che, den erwähnten Caspar Friedrich v. R., um Stellung eines Vormundes, damit dieser ihres Sohnes Ansprüche auf das Reibnitzsche Familien-Fideikommiß zu Vrieg in Schlesien anmelde''). Caspar Friedrich stand 1673 im Sächsischen Leibregiment. Er hinterließ keine Nachkommen"). Zu der ausgestorbenen Linie Iäschkittel gehört Johann Gottlob I. v. N.h, geboren am 13. Dezember 1662, gestorben am 22. Juli 1742. Cr besaß neben anderen Gütern auch Zilmsdorf (Enklave, 1M0 von Triebe! N.-L.). Sein aus seiner ersten Ehe mit Ursula Sophie v. Stolzenberg stammender ältester Sohn, Gottlob Ferdinand v. N., kursächsischer Leutnant, erbte das väterliche Gut Zilmsdorf, das er vor seinem im Jahre 1756 erfolgten Tode dem einzigen Lohne seines Bruders Hans Laspar, also seinem Neffen Johann Gottlob II. v. N. vermachte. Dieser, geboren am 12. Juni 1724, gestorben 1812, seit 1765 im Besitze von Zilmsdorf, war von 1762 bis 1787 hosrichter zu Muskau, 1787 Uonsistorialpräsident in Sorau. Aus Johann Gottlobs II. zweiter Ehe mit Philippine Tatharine 1) vergl. p. Frhr. v. Reibnitz, Geschichte der Herren und Freiherren v. Reibnitz, 1901, S. 290, Taf. III b. 2) H.-St.-R. Gen. Boa. 31776, v. Reibnitz; G. pilk, Neukirch am ksohwalde, Rostocker Dissertation 1889, 5. 31. tz H.-St.-R. Gen. Boa. 31776, v. Reibnitz. h Lhristoph v. R. war wohl zweimal verheiratet und Rnna Margarethe v. Hermsdorf seine zweite Gattin. Vas ergibt sich aus folgendem: Erbittet, Dresden den 18. Rpril 1629, in drei gleichlautenden Schreiben den Kurfürsten, die Kurfürstin und den Kurprinzen, der Taufe seiner jüngsten Tochter als Zeugen beizuwohnen. Die Taufe solle stattfinden Sonntag den 26. Rpril 1629 nachmittags drei Uhr in der Wohnung der Schwiegermutter Reibnitzens „Mechilten von Görszdorfin, ge- bornen von polenz", auf der Schreibergasse zu Dresden. H.-St.-R. a. a. V. Ruf dem einen Einladungsschreiben findet sich die Randbemerkung: „Wegen beiderseits churfl. Durch!. 1 Becher pro 20 Fl. 7 Gr. 6 Pf. uffs Bette, 12 Thlr. dem Kinde uff die wiege, item 12 Fl. 6 Gr. 9 Pf. 1 Becherlein wegen Herzogk Zahn Georg der Wöchnerin uffs Bette und 4 Gr. dem Kinde zum Eingebinde und wegen ieder Persohn 1 Rthlr. der Wehemutter, den 26. ^.prilis 1629". Ebenda. s) H.-St.-R. a. a. V. °) Frhr. v. Reibnitz a. a. D. S. 291, Tafel Illb. tz vergl. zu dem folgenden: Frhr. v. Reibnitz a. a. V. S. 272, Taf. Ila. 570 v. Reibold. v. Sternstein stammte u. a. Johann Hermann Christian v. R.H, geboren am t4. März 1774, gestorben am 9. März 1853, Herr aus Zilmsdorf. Km 16. Juni 1806 kaufte er von Johann Traugott Flemming das Gut Gber-Zodel (bi von Görlitz) für 20 000 Taler. Johann Hermann Christian vermählte sich am 1. Februar 1796 zu Schnellförtel mit Johanna Adolphine v. Meyer zu KnonowH. Seine Tochter Marie Antonie erbte 1853 Zilmsdorf. vermählt mit Robert Linke, hinterließ sie bei ihrem im Jahre 1881 erfolgten Tode das Gut ihrem Sohne. — Erwähnung verdient an dieser Stelle noch die evangelische Gattin des zur ausgestorbenen Linie Kreisau gehörenden, zur katholischen Konfession sich bekennenden Karl Gotthard v. R. auf Rohrlach und Dber- Schreibendorf, gestorben 1703 zu Lauban: Anna Magdalena geb. v. pusch a. d. h. Rohrlach, die, um ihren protestantischen Glauben vor den rücksichtslosen Vedrängungen von katholischer Seite zu sichern, aus Schlesien in die Dberlausitz floh und in Nieder-Wiesa gastliche Aufnahme fand. Später lebte sie zu Ansbach. Ihre, der „evangelischen Bekennerin" eigenen Auszeichnungen sind abgedruckt im Neuen Lausitzischen Magazin, Band XXIX, S. 65-81. - Den Böhmischen Freiherrnstand erhielten am 16. Juli 1724 die Gebrüder Johann Leopold und Christoph Friedrich v. R. a. d. k). Wederau^). Wappen: Im silbernen Schilde zwei rote Balken. Helm ungekrönt. Kleinod: Zwei Büffelhörner, das vordere rot, das Hintere silbern. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 166, Nr. 7 unter den Sächsischen,' Münchener Kalender 1812. v. Neibold. Das alte, ursprünglich vogtländische Adelsgeschlecht v. Reibold läßt sich seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts auch in der Dberlausitz als angesessen Nachweisen. Der polenzer Linie gehört an Hans Christoph d. A. v. R.H auf Rößnitz, Neundors, Straßberg, Kloschwitz, Gutensürst, Reinsdorf und polenz, geboren 1594, gestorben 1681. Aus seiner Che mit Agnes v. ponickau a. d. H. pomßen hatte er folgende Kinder (1-8): 1. Johanna Magdalena, vermählt zu Dresden am 22. Januar 1660 mit Georg Peter „v. d. Heydte-Kemnitz", Schwedischem Dbersten zu Roß^). 2. Thristina (Lhristiana) Dorothea, vermählte v. Wiedebach. 1) So nennen ihn die Lehnsakten von Zobel, bei Frhrn. v. Reibnitz a. a. ) Neues Laus. Mag. Bd. 22, S. 315. 2) H.-St.-R. Gen. Roo. 31777, v. Reibold, vol. III. ft Riegen ihrer Kenntnisse in der lateinischen und französischen Sprache, der deutschen Poesie und Historie wird Px unter den Hochadeligen gelehrten Gberlausitzischen Frauenzimmern mit aufgeführt. Laus. Magazin 1773, S. 103. H H.-St.-R. Gen. Noe. 31777, v. Reibold, vol. III. ft 3m Jahre 1728 hatte Riolf Rbraham v. R. Streitigkeiten mit den Bauern zu Mittel - Horba wegen der von diesen verweigerten Holzfuhren nach Görlitz. H.-St.-R. Gen. Noo. 31777, v. Reibold, vol. II. 574 v. Keibold. Er Kaufte ferner durch seinen Vormund Christoph v. Hohberg auf Verna am 14. September 1717 von Joachim Siegmund v. Ziegler auf Rad- meritz ic. das Gut Gber-Horka nebst dem zehnten Teil des Nirchlehns für 18800 Taler. Km 31. März 1727 erlangte Wolf Abraham v. R. Veniam aetatis. Er starb „nach einer kurtzen Niederlage an Maasern und drauf erfolgten Ausschlage an Fräse!" H am 3. Juni 1733 und wurde am Freitag darauf s5. Juni) in Horka bestattet. Mit ihm erlosch die polenzer Linie. vermählt hatte er sich am y. November 1729^) mit Johanna Friederica Auguste geb. v. Gersdorff, der Witwe Heinrichs v. Uechtritz auf Gsterholz, Nauenthal und Gebhardsdorf. Wolf Abrahams einziger Sohn starb wenige Wochen nach der Geburt. Frau Johanna Friederica Auguste vermählte sich wieder am 11. Mai 1735 mit Hans d. I. v. Reibold (siehe oben S. 572) und starb nach Nngabe der Gber-Gerlachs- heimer Lehnsakten am 28. November 1759. Sie kaufte am 3. August 1733 von Hans d. A. v. N. (vergl. S. 571), an den die Güter Wolf Abrahams v. N., seines Neffen, gefallen waren, das Mannlehngut Gber-Horka Zieglerschen Anteils, die Nunkellehngüter Mückenhain, Mittel-Horka Gersdorffschen Anteils, nebst Viehain und Naltwasser, endlich das Erb- und Allodialgut Mittel-Horka Neichwaldschen Anteils für 100 000 Taler. Am 17. Dezember 1733 wurde sie belehnt^). Am I.Mai 1751 verkaufte sie ihre Nunkellehngüter Mückenhain nebst Gber-Horka, ebenso Mittel-Horka, nämlich die Gersdorffschen beidSK Teile, samt Viehain und Naltwasser an Rudolph Ernst v. Gersdorff auf Meffersdors, ihren Schwiegersohn. — Im ersten viertel des 19. Jahrhunderts erwarb der königlich Sächsische Geheime Finanzrat Ferdinand v. R. von Frau Auguste Tharlotte Gräfin v. Nielmannsegg Gber- und Nieder-Spremberg nebst Neusalza (8VV von Löbau),- am 24. Mai 1822 wurde er mit den Besitzungen, die er für 62 200 Taler gekauft hatte, belehnt. Er starb in Dresden am 13. April 1858. Erben wurden seine Töchter: Agnes, vermählt mit dem Geheimen Regierungsrat Gustav Traugott v. Mangoldt, und Hedwig Auguste, vermählt mit dem Geheimen Finanzrat Gtto Julius v. Tschirschkp. - Im Jahre 1700 kam der Reichsgrafenstand in das Geschlecht, doch ist die gräfliche Linie erloschen. Wappen: Schild geteilt von Vlau und Silber; oben ein wachsender silberner Greis, unten ohne Bild. Helm mit blau-silbernem Bausch. Nleinod: Der wachsende silberne Greis. Decken blau-silbern. Siebmacher I, Taf. 165, Nr. 4 „Die Reupolt" unter den „Mepssnischen"I. 0 Lehnsakten Mückenhain. ^ Neues Laus. Mag. Bd. 22, 5. 339. 3) In die Mitbelehnschaft nahm sie prirno orclins ihren unmündigen Sohn erster Ehe Christoph Ernst v. Uechtritz auf Gebhardsdorf. Ihre übrigen Kinder erster Ehe waren Henriette Friederike, vermählte v. Kexin und Johanna Dorothea, vermählte v. Gersdorff, beide geb. v. Uechtritz, ferner einige jung verstorbene Kinder. H In unserem Besitz befindet sich ein antiquarisch erworbener Stammbuchblatt, dessen eine Seite eine sehr geschickt ausgeführte Aquarelle zeigt, während auf der anderen Seite sich das v. Keiboldsche Mappen (Schnabel und Klauen des silbernen v. Beichenbach-Goschütz. 575 v. Reichenbach - Goschütz, Graf. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist ein Angehöriger des Schlesischen uradeligen Geschlechts v. Reichenbach vorübergehend in der Oberlausitz angesessen. Die beiden Söhne des am 16. Januar 1678 in den Böhmischen Freiherrnstand erhobenen Heinrich v.R.: Heinrich Leopold und Christoph Heinrich waren von Kaiser Larl VI. am 10. März 1730 in den Böhmischen Grasenstand erhoben worden H. Im Jahre 1727 hatte Freiherr Heinrich Leopold die freie Standesherrschaft Goschütz (Kreis polnisch- lvartenberg) erworben und war dadurch Stifter derLinie zu Goschütz geworden. Zur Linie Goschütz gehört Heinrich Wilhelm Friedrich Gras v. R.-G?), geboren am 23. Oktober 1779, gestorben zu Schmiedeberg im Rlter von 77 Jahren 9 Monaten am 18. Juli 1857, begraben daselbst, königlich preußischer Major, Ritter des eisernen Kreuzes, Herr aus Eichberg, Wiesau, Neu-Schönseid. Er hatte sich dreimal vermählt: I. mit Luise Emilie Taroline geb. Reichsgräfin v. Reichenbach-Goschütz, geboren am 10. Januar 1784, gestorben am 18. März 1809! II- mit Georgette Friederike geb. Gräfin zu Solms-Varuth, geboren am 24. Dezember 1788, gestorben am 16. Mai 1817! HI- am 4. Januar 1823 mit Johanna Wilhelmine Gottliebe geb. Reichsgräfin v. Vressler, geboren am 3. Februar 1782, gestorben zu Dresden am 29. Oktober 1840, Tochter des Grasen Gottlieb Wilhelm v. B. aus Lauske rc. Gräfin Johanna Wilhelmine Gottliebe setzte zum Erben ein ihrer in der Amtshauptmannschaft Löbau gelegenen Güter Lauske mit Klein- Zschorna, Zschorna, Nostitz mit Trauschwitz, Spittel, Grube, Krappe und Anteil Wohla, sowie nach Höhe eines Vierteils an den im Hirschberger Kreise in Schlesien gelegenen Lrblehngütern Alt-Kemnitz, Reibnitz und Hindors — ihren Gatten, jedoch nur aus Lebenszeit und fideikommissarisch. Nach ihrem Tode sollte ihr Neffe Hans Wilhelm Earl Gras v. Bressler in den Besitz der Güter gelangen und von diesem Zeitpunkt an sollte den genannten Gberlausitzischen Gütern die Eigenschaft eines Familienkommisses zuteil werden. So erhielt denn ihr sie überlebender Gatte, Gras Heinrich Wilhelm Friedrich v. R.-G. am 31. März 1841 den Erbbries über die Güter Lauske, Nostitz rc. Zum alleinigen Erben ihrer übrigen Güter: Friedersdorf a. O. mit Neu-Warnsdors und Neu-Schweinitz, Vogelsdors mit Gieshübel und Neidberg, sowie eines Viertels von Alt-Kemnitz, Reibnitz und Hindors Greifen sind hier golden tingiert) in bunter Zeichnung befindet nebst folgenden Worten: ^mioitia inelioi- sst cliuitifs. 4 attsnt I'bsur. Trwartt das Glück. 51. U. 5i. v. G. 1600. Blase in psrpstuas amioitias ninoulnm nob. posssssori ^i-ASntinas posuit insnss 8bris ao nt supra. Iochim Reiboldt in vndsers und Vber Neündorff. 9 v. voerr, Oer 5Idel der Böhm. Grönländer, 1900, 5. 217. H vergl. Gothaisches Genealogischer Taschenbuch der Gräflichen Häuser, 576 Reichwald v. Rümpfe». ernannte Gräfin Johanna Wilhelmine Gottliebe ihren Neffen Hans Wilhelm Carl Grasen v. Bressler. Auch diese Güter sollten fideikommissarische Eigenschaft erhalten. Wappen. Stammwappen: Im blauen Schilde ein silberner Mühlstein, besteckt mit drei silbernen, im Dreipaß stehenden Mühleisen. Helm gekrönt. Kleinod: Wachsendes silbernes Maultier. Decken blau-silbern. Siebmacher I, Gas. 60, Nr. d unter den „Schleßingischen"; Münchener Kalender l906. — Das gräfliche Wappen siehe in Tyrosf's Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IX. Land, Taf. 4. Reichwald v. Rümpfen. Johann Reichwald wurde nach Ausweis des ihm in der Kirche zu Kemnitz errichteten Denkmals am 9. November 1609 zu „Semcaden" in Litauen geborenh. Sein Vater, Daniel R., starb im Jahre 1616, seine Mutter Anna, geb. Selig, ging nach ihres Gatten Tode eine zweite The einh. Johann R. begab sich im Jahre 1627 in Schwedische Dienste, dann in Französische, daraus wieder in Schwedische. In der Schlacht bei Wittstock, am 4. Dktober 1636, erlitt er eine Verwundung. Im Jahre 1637 wurde er Gberstwachtmeister, 1642 (Oberst. In diesem Jahre kam er als Kommandant nach Zittau, von den Kaiserlichen hart bedrängt, übergab er die Stadt nach heldenmütiger Verteidigung am 31. Dezember 1643 h. Im Jahre 1647 nahm er nach zwanzigjährigen Kriegsdiensten seinen Abschied und wurde, ungewiß, ob in diesem Jahre, von der Königin Thristina von Schweden in Anerkennung seiner Verdienste mit dem Beinamen „v. Kämpfen" in den Adelsstand erhoben. Johann R. v. K. machte sich nun in der Gberlausitz ansässig, kaufte im Jahre 1648 von Gottfried v. Sander das Gut Bischdorf (0 von Löbau) und wurde am 18. April belehnth. Zu Walpurgis 1648 erwarb er ferner von Frau Martha verw. v. Kpaw das Gut Kemnitz (80 von Löbau) mit zwei Rittersitzen und Kretschmarn für 18 000 Rtlr. und erhielt h Neues Laus. Mag. Bd. II, s. 76, 470. ft I- Thph. peschel, Geschichte von Remnitz, 1861, 5.35. ft Larpzov, ^nalscta last. 2ittav. V. 5.242 ff.; pescheck, Handbuch der Geschichte von Zittau, II, 1837, 5. 593. tz Ruf das Gesuch des Gbersten Iohann R. v. R., der Rurfürst von 5achsen wolle ihn in seinen 5chutz nehmen und gestatten, daß er sich in kurfürstlichen Landen setzhaft mache, erging folgende an den Landvogt gerichtete landesherrliche Verfügung, Dresden, den 29. Februar 1648: . . . „Nun würde solches nochmals kein sonderbares Bedencken haben, weil zumahl, wie von ihme angedeutet wirdt, er seine Kriegsdienste quittiret: Nachdem wir es aber biß anhero mit dergleichen Personen, wanns auch schon frembde und nicht unsere Unterthanen und Landkinder gewesen, also gehalten und sie dahin beschieden, daß vor allen Dingen sie ihr Fürgeben, daß sie nehmlich sich von der wiedrigen Reichs-feindlichen Kriegs Party ordentlich und genzlichen abgethan, in beglaubter Form bescheinigen müssen: Nitz ist hirmit unser gnedigst Begehren, Ihr wollet Ihm, Dbristen Reichwaldt, daß er der- gleicken beglaubten 5chein ebenermaßen förderlichst beybringe, andeuten" . . . h.-5t.-5l. Boe. 9536, Das andere Buch Dberlaußnitzischer Landes- und policey-5achen, so 1647-1670, Fol. 2. Reichwald v. Kämpfen. 677 es am 31. März 1649 zu Lehn verreicht. Mit den übrigen angesessenen Gberlausitzischen Edelleuten nahm er an der am 16./26. Juli 1657 in Bautzen veranstalteten huldigungsseier für den Kurfürsten Johann Georg II. teil'). Zu seinen beiden Gütern erwarb Johann N. v. K. noch ein drittes: Lr kaufte von den v. Kpawschen Kreditoren am 13. Myi 1660 das Gut Mittel-Berthelsdors (140 von Herrnhut). Km 17. November 1661 wurde er belehnt mit diesem Gute und dem Vorwerk Heuscheune (80 von Herrnhut), sowie mit dem am 19- Juli 1660 von Joachim v. Klüx erkauften Gütlein auf Nieder-Berthelsdorser Boden. Dies Gütlein wird bezeichnet als „eine freie, beständige, geraume Schaff- und viehtreibe auf 600 Schaff""). Zu früh für seine Untertanen, für deren Wohlergehen er stets eifrig besorgt gewesen war, starb Johann N. v. K. zu Kemnitz am 28. Februar 1662 früh um 5 Uhr im Klter von 52 I. 3 M. 19 T?). Johann N. v. K. hatte sich am 10. März 1643 vermählt mit Susanna, der jüngsten Tochter Kdams II. von Kyaw auf Kemnitzh. Drei Jahre nach dieses ihres ersten Gatten Tode, am 25. Februar 1665 vermählte sich Frau Susanna abermals mit Gustav Kdolph v. Gersdorff auf Estrichen und Neutnitz, verlor aber den zweiten Gatten schon am 26. Oktober 1667 wieder durch den Tod. Sie starb am 9. Juli 1701 in Görlitz und fand in Kemnitz ihre letzte Ruhestätte"). Johann N. v. K. hatte sieben Söhne und eine Tochter (1—8): 1. Kdam Friedrich. Siehe unten. 2. Johann Kdolph. Siehe unten S. 578. 3. Tonrad (Turt) Gottlob. Siehe unten S. 579. 4. Gottlob Ehrenfried. Siehe unten S. 579. 5. Johann Ernst. Siehe unten S. 579. 6., 7. Zwei jung verstorbene Söhne. 8. Johanna Susanna. Siehe unten S. 580. Die Söhne erhielten nach des Vaters Tode bis zu ihrer Mündigkeit Indult zur Suchung der Lehn an den väterlichen Gütern. Johann N. v. K. hatte nicht unbeträchtliche Schulden hinterlassen. Die Vormünder seiner Kinder suchten im Jahre 1666 um die Erlaubnis nach, das Gut Kemnitz verkaufen zu dürfen, um die väterlichen Schulden in höhe von 32 000 Talern bezahlen zu können. Der Kmtshauptmann genehmigte das Gesuch. Unter den aus den Gütern Kemnitz, Bischdors, Verthelsdors haftenden Schulden befand sich eine Summe von 11600 Talern, die die Witwe und die unmündigen Kinder zu beanspruchen hatten. Kemnitz erwarb der oben erwähnte Gustav Adolph v. Gersdorff. 1. Udam Friedrich N. v. K., der erste Sohn Johanns, studierte zu Kitdorf"). Lr erwarb eine Hälfte des väterlichen Gutes Bischdors, tz Dberlaus. Nachlese 1771, S. 345-347. ch Lehnsakten Berthelsdorf. tz Die Inschrift seines Leichensteins im Neuen Laus. Mag. Bd. 11, 5. 76, 471, ebenso in Gurlitts Bau- und Runstdenkmälern Sachsens, 34. Heft, Z. 239. 4) kf. N. v. Npaw, Familien - Chronik des Geschlechts v. Kpaw, 1870, S. 246. h Ebenda, S. 249. °) Neues Laus. Mag. Bd. II, S. 471, N. 37 X 578 Reichwald v. Kämpfen. verkaufte aber diesen seinen Anteil am Gute im Jahre 1692 seinem Bruder Lonrad Gottlob. Mit der niederen Hälfte von Verthelsdors war Adam Friedrich am 5. November 1666 belehnt worden. Er verkaufte diesen Besitz am 5. Mai 1672 an Heinrich Anshelm v. Ziegler und Klipphausen. Das „Klüxische Bauergut" zu Berthelsdorf hatte Adam Friedrich bereits am 20. April 1672 an den Pfarrer zu Sohland a. N., Christoph Rothe, für 300 Ntlr. verkauft h. vom Jahre 1692 an heißt Adam Friedrich „auf Zeitz" fwohl Zels in der Niederlausitzj. Folgende Kinder Adam Friedrichs sind bekannt^) (a —§): a. Johann Georg, Hauptmann. b. Gustav Gottlob, Hauptmann. Er ist wohl identisch mit dem gleichnamigen Besitzer des „alten Forsthauses" in Tolditz im Jahre 1712 h. c. Heinrich Adolph, Leutnant. ct. Friedrich Ferdinand, Fähnrich. e. Anna Susanna. k. Johanna Eleonore, vermählt mit Thristoph praetorius v. Nichthofen auf Ruppersdorf. §. Maria Magdalena, vermählt mit . . . v. Nichthofen aus hertwigswaldau. 2. Johann Adolph N. v. N., der zweite Lohn Johanns, wurde im Jahre 1646 geboren. Das Nindtauffest wurde in einem Gasthause in Zittau mit einem Aufwands von 160 Talern gefeierth. Am 5. November 1666 wurde Johann Adolph mit der oberen Hälfte von Berthelsdorf belehnt, verkaufte aber das Gut am 5. Mai 1672 an Heinrich Anshelm v. Ziegler und Klipphausen. In diesem Jahre (1672) erwarb er dafür das Gut Mittel-Horka (8V^ von Rothenburg). Er starb an der Ruhr am 2. September 1711 im Alter von 66 Jahren, vermählt war er mit Anna Latharina v. Neibnitz, die ihrem Gatten am 9. Mai 1702, 51 I. 32 N). alt, im Tode vorangegangen warh. Von 13 Rindern des Ehepaars starben 9 ganz jung. Folgende fünf erhielten am 5. April 1712 den Lrbbrief über Mittel-Horka °): Gustav Adolph, Leutnant. Susanna Eleonore, vermählt am 14. Mai 1704 mit dem Kornett Johann Earl v. Nostitz. Johanna Sophia. Kunigunde Elisabeth. Eleonore Tugendreich. tz kf.-St.-A. Geneal. 1.06.31778, Reichwald v. R. 2) Staatsarchiv Breslau, Testamentbuch 1711 — 1803. 2) lf.-5t.-kt. Gen. 1,06.31778, Reichwald v. R. pescheck a. a. D. II, S. 506. b) kfolscher, Oie parochie kforka, 1856, s. 41. h Bibliothek! der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, I,. I. 30, 1. Teil, Rlspt. 5.104,515. 3m Testamentbuch von 1711 —1803 (Staatsarchiv Breslau) sind sechs Rinder Johann Adolphs genannt, nämlich an zweiter Stelle noch ein Gottlob Lhren- reich. Vas erste Rind ist ferner im Testamentbuch Just Adolph, nicht Gustav Adolph genannt. Reichwald v. Kämpfen. 579 3. Tonrad (Tunrad, Turt) Gottlob R. v. K. war der dritte Lohn Johanns. Der Kurfürst von Sachsen empfahl ihn, der etliche Jahre bei ihm als Page ausgewartet, jetzt aber, „umb etwas mehr zu sehen und zu lernen", einen auswärtigen Dienst annehmen wolle, im Mai 1665 der verwitweten Königin von Schweden als Pagen h. Tr kaufte das Nieder- gut Bischdorf von seinem Bruder Hans Ernst und empfing es am 21. November 1674 zu Lehn; im Jahre 1692 erwarb er auch seines Bruders Adam Friedrich Anteil, das Gbergut Vischdorf. Nm 13. April 1695 wurde er mit beiden Gütern belehnt. Wegen einiger entlaufener Untertanen suchte Lonrad Gottlob am 26. Februar 1685 die Intervention des Kurfürsten bei der Negierung des Fürstentums Sagan nach^). Tr verkaufte Ober- und Nieder-Bischdors im Jahre 1701 an Thristian Friedrich v. Koch und Ludwigsdorf „auf Lupsdorf und vambrawe" für 26 400 Taler. Vieser trat ihm dafür sein im Herzogtum Schlesien, Fürstentum Brieg, Weichbild Strehlen gelegenes Gut „Lupsdors" jLouisdorsj ab und zahlte noch eine Lumme Geldes hinzu. Turt Gottlob war zweimal vermählt: I. mit Helena Tatharina v. Debschitz, gestorben 1678, Tochter Abrahams v. v. auf Nell-Kemnitz^), n ^ 16. April 1687 mit Elisabeth Eleonore v. Schindel a. d. h. Burkersdorf in Schlesien, geboren daselbst am 14. September 1659, gestorben zu Bischdors am 16. Februar 1696 h. Das Testamentbuch von 1711 — 1803 h nennt folgende Kinder Tonrad Gottlobs: Abraham Gottlob, Leutnant. Tunrad Ehrenreich, Fähnrich. Johann Wiglas. Susanna Helena. Lunigunde Elisabeth. Juliane Amalie. 4. Gottlob Ehrensried N. v. K., der vierte Sohn Johanns, starb bereits im Jahre 1671. 5. Johann (Hans) Ernst N. v. K., der fünfte Sohn Johanns, war geboren am 8. Juli 1658"). Im Jahre 1681 hielt er sich, wie er dem Kurfürsten meldet, „us der löblichen Universität Nostock Studierens halber" auf. Nach Johanns Disposition sollten seine beiden jüngsten Söhne, Gottlob Ehrensried und Johann Ernst, das Gut Bischdors erhalten. Ersterer starb aber, wie erwähnt, schon im Jahre 1671; Hans Ernst verkaufte seinen Anteil, das Niedergut Bischdors, an seinen Bruder Turt Gottlob. Hans Ernst starb am 7. August 1711. In der Frauenkirche in Görlitz wurde ihm ein Epitaph errichteth. 6., 7. Namen, Geburts- und Todesdaten der beiden jung verstorbenen Söhne Johanns N. v. K. find uns nicht bekannt. h k).-St.-6. Gen. Iwe. 31778. Reichwald v. R. 2 ) Ebenda. 3) wende, Genealogie Oöbschütz, 1748, S.70. ->) peschel a. a. D. 5.35; Gurlitt, Rau- und Runstdenbmäler 5achsens, 34. Heft, Z, 80. h 5taatsarchiv Breslau. In diesem Testamentbuch wird Lonrad Gottlob R. v. R. genannt „auf R1ittel-8teinsdorf". °) peschel a. a. O. S. 35. h Neues Laus. Mag. Bd. 11, 5. 173; peschel a. a. D. 5. 35. 37 * 680 v. Reiffenstein. ^ ^ ' - Z, 4 l»'>F ,, ^ 8. Johanna Susann« N. v. K., die einzige hinterlassene Tochter Johanns, vermählte sich am (9. Februar 1676 )mit Heinrich Gottlob v. (Oberländer aus Nieder-Neichenbach. Sie starb am l 8. Februar l 708 h. — Die zweite Gemahlin Carl Christophs v. Gersdorff ausLiebenau von Kamenz), Eleonore Sophia geb. v. Nostitz, vermählte sich nach dem im Jahre l697 erfolgten Tode ihres Gatten wieder mit einem Neichwald v. Kämpfen, nachdem sie im Jahre 1698 ihren Kindern das Gut Liebenau für 7000 Taler abgekrauft hatte. Wappen: Nus dem an der Nußenwand der Kirche zu Kemnitz angebrachten Epitaphium Johann Neichwalds v. Kämpfen befindet sich sein Wappen: Schild gespalten, rechts ein belaubter Baum, links ein geschwelltes Segel, überhöht von einer Krone. Helm mit Bausch. Kleinod: Zwischen je zwei rechts und links schräg nach außen stehenden Fähnlein ein wachsender, doppeltgeschwänzter Löwe, in der rechten Pranke einen Stab (?) haltend. v. Reiffenstein. Die v. Neiffenstein sind ein altes Fränkisches, im 16. Jahrhundert auch in Stolberg vorkommendes Ndelsgeschlechth. Ls ist wohl sicher ein Glied dieser Familie, das in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für kurze Zeit sich in der Gberlausitz ansässig macht. Lin Nbdruck seines Siegels findet sich leider nicht in den Lehnsakten von See. Der Hauptmann Nsche Nugust v. N. kaufte am 2. Npril 1670 von Hans Siegmund v. Kottwitz dessen Lehngütlein Sproitz (M von Nieskp) für 2500 Taler. Nur kurze Zeit besaß der v. N. das Gut; schon im Jahre 1675 wurde es der Frau Nnna Sophia v. Temritz, geb. v. Debschitz, adjudiziert. vermählt hatte sich Nsche Nugust: I. nach Nngabe der Lehnsakten von See mit Nnna Helena v. Nostitz. Ihr wurden in Sproitz folgende Kinder geboren ^): 1. Tharlotta Loncordia, geboren am 28. Februar 1672, getauft am 8. März. 2. Nnna Helena, geboren am 14. Februar 1674, getauft am 22. d. M. Nsche Nugust vermählte sich: II. mit Louise Hedwig v. Lrxleben. Diese schloß am 14. Juli 1708 eine zweite Ehe mit Ernst Thristian v. Lentzke auf Lentzkeh. Wappen. Nls Wappen des Geschlechts wird angegeben ein von einem (Querbalken überdeckter Schild, innerhalb eines Rosenkranzes von H Epitaph ihres Gatten in der Kirche zu Reichenbach. 2) Kneschke, Neues allgemeines Deutsches Rdels-Lexicon, VII. Bd., 5.427. — IniH.-5t.-6. Gen. Noa. 31778, Reiffenstein, finden sich einige Rkten aus den Jahren 1535 ff., betreffend die Klage Wilhelm Repffenstepns zu 5tolberg wider Heinrich v. „Lonritz" (Könneritz) zu „Liebschütz", Rmtmann zu 5t. Ioachimsthal, wegen einer 5chuld von 4400 Gulden. -tz I- G- Harter, Geschichte der parochie 5ee, 1858, 5. Ild. H G. R. v. Mülverstedt, 5ammlung von Ehestiftungen und Leibgedings- briefen, 1863, 5. 257. v. ReineL-o. Reinhardt. 581 perlen ein Steinbock H. (Im Dresdner Hauptstaatsarchiv H befindet sich das Fragment eines Brieses des Ernst Bartholomäus (?) Beiffenstein aus Naumburg vom 22. lNai 1635, gerichtet an Joachim v. Schleinitz auf Schieritz, kurfürstlichen Gber-Generalkommissarius. Dieses Schreiben trägt folgendes rotes Lacksiegel: Schild geteilt, oben dreifach schräglinks geteilt, unten ohne Bild. Helm gekrönt. Kleinod: Offener Flug ) v. Neineck. Die ehemals zu den adeligen Geschlechtern der Stadt Volkmarsen gehörige Familie v. Re in eck zerstreute sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Waldeck, Hessen und Frankfurt a. Nt?). Lonrad Valentin v. R., geboren 1657, gestorben 1721, hatte aus seiner Ehe mit Esther Maria Margaretha v. Lckardt zwei Söhne, deren jüngerer, Friedrich Ludwig, im Jahre 1707 geboren wurde und, Wien den 11. März 1729, eine Erneuerung des Adels und Vermehrung des Wappens erhieltH. Dieser Friedrich Ludwig v. R., königlich Schwedischer Hofrat, später königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer wirklicher Geheimer Rriegsrat, kaufte im Jahre 1755 von Hans Hermann v. Damnitz die Güter Guttau, Brösa, Gleina (sämtlich blO von Bautzen) und pertinentien für 128 000 Taler Raufgeld, unentgeltliche Übernahme von 810 Talern Kirchen- und Vorstandsgeld und freie Lieferung zweier Stücksaß Rheinwein aus den Jahren 1746 und 1748 bis Bautzen. Da der Käufer sich aber nicht an die Bestimmungen der Kaufspunktation hielt und keine Anzahlung leistete, so protestierte v. Damnitz gegen den verkauf und nahm die Güter wieder zurück. Wappen: Im grünen Schilde ein aufspringender silberner Fuchs. Gekrönter Helm. Kleinod: Wachsender Fuchs. Decken grün-silbern. v. Reinhardt. Tarl Friedrich Rugust Reinhardt, kurfürstlich Sächsischer Leutnant der Kavallerie, wurde von Kaiser Franz II. am 25. November 1803 in den Reichsadelsstand erhoben. Im Rdelsdiplom heißt es von ihm, daß er „gemäß einer in seiner Familie sich erhaltenen Tradition von adeligen Vorfahren abstamme, seine Mutter aber eine geborene v. Haugwitz gewesen sei" . . ?). Er kaufte am 4. April 1804 von Heinrich Earl Gantzert das Mannlehnrittergut Dber-Uhna nebst Löschau (beide blV/ von Bautzen), dem Nieder-Uhnaschen Anteil und anderen pertinentien für 45500 Taler. Am 24. August 1804 mit Uhna belehnt, verkaufte er den Besitz für 0 L. Frhr. v. Ledebur, Rdelslexicon der preußischen Monarchie, III. Bd., 5. 330. 2) Gen. L.oo.31778, v. Reiffenstein. H Rneschke, Neues allgemeines Deutsches Rdels-Lexicon, VII. 2d., 5.433. ff Ebenda. H p.-5t.-R. Noe. 3132, Rcta Reichs-Rdelstands-Trhebungen bstr. ao 1800 bis 1807, vol. VIII, Fol. 148 ff. 582 v. Renard. 68 150 Taler am 30. September 1806 an den kurfürstlich Sächsischen Amtsverwalter zu hohnstein Gottlob Hedenus. hierauf erwarb er von Moritz Thristian Friedrich v. Schweinitz Arnsdorf (8>V von Bautzen) mit Schlungwitz (140 von Arnsdorf). Am 1. Februar 1809 wurde er belehnt und bereits im Jahre 1811 veräußerte er die Güter wieder an Friedrich Benjamin Baumgarten. Am 27. April 1815 wurde dem v. R. das Lrb- und Allodialrittergut Wunscha von Rothenburg) adjudiziert für 4800 Taler. Schon am 30. Oktober 1815 verkaufte er das Gut an den königlich Sächsischen Leutnant der Kavallerie Wilhelm Ludwig Leißnig für 9500 Taler. Vermählt war Tarl Friedrich August v. R. mit Tharlotte Louise geb. Vietze. Sie und zwei Töchter, Tonstanze Amalie und Louise Adelaide überlebten ihn. Wappen: Kaiser Franz II. verlieh ihm bei der Nobilitation folgendes Wappen: . . . „einen silbernen Schild, worin drei) natürliche Teder- bäume aus grünem Grunde erscheinen, nebst einem schmalen blauen, mit drey silbernen Sternen belegten Schildeshaupte. Auf dem Schilde ruht rechtsgekehrt ein gekrönter, frei) adeliger, offener, blau angelosfen- und roth gefütterter, mit goldenem Halsschmucke und einer blau und silbernen Decke behängter Turniershelm, dessen Krone mit zwei) Büffels- Hörnern, einem blauen nemlich und einem silbernen gezieret ist" . . . v. Renard, Grasen. Der Sohn eines Hamburger Kaufmanns, der sich in Warschau angesiedelt hatte, Johann Baptista Nenard, trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste, kämpfte am Rhein, in Brabant, Pommern, Polen, Ungarn teils wider die Feinde des h. Römischen Reichs, „teils wider den Erbfeind des christlichen Glaubens", avancierte bis zum Generalleutnant und wurde am 16. August 1741 vom Kurfürsten Friedrich August II. als Reichsvikar in den Reichsgrasenstand mit dem Ehrenwort hoch- und Wohlgeboren erhoben*). Er starb in Dresden im Jahre 1746 mit Hinterlassung eines Sohnes Andreas. Vieser widmete sich, gleich seinem Vater, der militärischen Laufbahn und diente 21 Monate als Sous-Leutnant bei der Leibgarde zu Fuß, 44 Monate als Kapitän beim Niesemeuschelschen Infanterieregiment, 4 Monate als Adjutant mit Majors- und 82 Monate mit Gberstleutnantscharakter beim Generalstabe, dann 74 Monate als Generaladjutant, Oberst der Kavallerie und Kommandant eines Pulks Tatarischer hofsahnen, hieraus 53 Monate als Generalmajor und Kommandant des Prinz-Albrechtschen Thevaux- legers-Regiments, zuletzt als Generalleutnant und Lhef eines Regiments tz 6 - - 5 t. - 6 . IDL.81Y7, Acta die Erhebung des General-Lieutenants von der Infanterie Johann Baptista Frepherrns v. Renard in des H. R. Reichs Grasen-Ltand betr. anno 1741. — Johann Baptistas Schwester Henriette Rxirard war die Geliebte Rugusts des Starben und die Mutter der Gräfin Anna Drselsba (* 1707, h kurz nach 7. Vktober 1769). vergl. . Gersdorff auf Trebus und Friedrich r>. Wiedebach auf Rietschen und Beitzsch. h vergl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Rdeligsn Häuser, 4.^ahrgg. (1403): Stammtafel der Familie von Rex bez. der Grafen von Rex, zusammengestellt von Victor Larl Laspar Graf v. Rex. Rbgeschlossen Dresden im Rpril 1903. 590 v. Rex. in einer Urkunde des k. 5. Hauptstaatsarchivs vom t. April 1202I. In der Gberlausitz erscheint das Geschlecht landgesessen erst im l9. Jahrhundert. Carl v. U., geboren zu Kreischau am l. April l660, aus Blankenhain, Kreischau und Pobles, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Geheimrat, Oberhosmeister der Königin und Kursürstin Eberhardine gestorben zu Dresden am 9. Juni 1716, hatte aus seinen Ehen mit Latharina Elisabeth v. Muschwitz a. d. H. Wattersdorf und Christiane Elisabeth v. Neitschütz a. d. H. Börthen achtzehn KinderH, von denen wir Johann Caspar (I. Linie) aus seiner ersten, Georg Abraham (II. Linie) und Carl August aus seiner zweiten Ehe hervorzuheben haben. Carl August v. N?), um diesen gleich vorweg zu besprechen, geboren am 23. März l70l, starb als kurfürstlich Sächsischer Kabinettsund Konserenzminister und wirklicher Geheimrat am l5. September 1768 auf seinem Weinberge bei Dresden nach schmerzhafter Krankheit im Alter von 67 I. 5 M. 3 W. 2 C. und wurde begraben am l7. d. M. nachts in der Frauenkirche zu Dresden. Im Jahre l74l am 9. Dezembers war er vom Kurfürsten Friedrich August II. als Keichsvikar in den Grasenstand erhoben worden. vermählt hatte er sich am 20. Januar 1729 mit Johanna Sophia Freiin v. Meusebach, geboren am 19. Dezember 1711, gestorben zu Dresden am 22. Juli 1776, Tochter Ehristians v. M. auf Börthen. Eine einzige Tochter, Johanna Friederika Larolina v. N., geboren am 16. Dezember 1750, überlebte ihn. Sie vermählte sich am 2. November 1774 mit Peter Friedrich Freiherrn, später Grasen v. Hohenthal. l. Linie. Johann Laspar v. N., geboren am 12. Mai 1689, gestorben zu Uckro am 23. Mai 1737°), auf Uckro, passerin, Waltersdorf, Gberamts- regierungspräsident der Niederlausitz, vermählte sich: I. in Zieckau bei Luckau am 19. Oktober 1717 mit Johanna Sophia v. der Dham a. d. H. Zieckau, geboren am 27. September 1698, gestorben am 24. August 1734,- ll. zu Namsin am 20. Januar 1736°) mit Auguste Wilhelmine v. Vissing a. d. H. Löberitz, gestorben 1743. Johann Laspar hinterließ zwei Söhne und zwei Töchter. Die beiden Söhne sind: H Frhr. v. Zedtwitz, Sächsisches lvappenbuch, 1894. 2) i>. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, V. Teil, 1743, 5. 124 ff. ß Sein Nekrolog im Laus. Magazin 1768, S. 275. Larl Nugusts Schwester, Sophia Friederike Laroline v. R., geboren am 12. Dezember 1715, starb als Stiftshofmeisterin von Ioachimstein am 4. Nugust 1770. Laus. Magazin 1770, S. 256. H Gritzner, Ltandes-Lrhebungen und Gnaden-Ncte, II. Band, S. 702. ß Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen Häuser zygZ. H Nbweichend von diesem Datum gibt die Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XV (1887), S. 316 als Tag der Vermählung den 25. Ianuar 1735 an. v. Rex. 591 7^.. Liegmund Siegfried (Leifried). Siehe unten. B. Johann Caspar Gottlob, geboren zu Uckro am 31. Juli 17 Z 0 I, gestorben in Dresden nach sünfwöchentlichem Krankenlager am 28 . Rpril 1785, Herr aus Belgershain, Köhra, Baalsdors, hirschseid, kurfürstlich Sächsischer hofmarschall. Im Jahre 1764 wurde er in Frankfurt bei der Wahl und Krönung Josephs II. zum Ritter des heiligen Römischen Reichs geschlagen, am 18. Oktober desselben Jahres in den Reichsgrafenstand erhoben, vermählt hatte er sich am 27. November 1766 mit Johanna Elisabeth Wilhelmine geb. v. Schönberg a. d. h. pfaffroda, Witwe des am 11. Juni 1765 gestorbenen Moritz Rugust Freiherrn v. Spörcken. Nach des Grafen v. Rex Gode vermählte sie sich wieder und zwar am 25, Rpril 1787 mit dem Kanzler, seit dem Jahre 1790 Grasen Georg Wilhelm v. hopffgarten. Geboren zu Freiberg am 2. Juni 1743, starb sie zu Dresden am 31. Dezember 1823. Sie verkaufte am 9. Oktober 1775 die zur Hälfte ihr, zur Hälfte ihrer Tochter erster Ehe gehörigen Güter Reichwalde und Wunscha, Lselsberg nebst dem Dörfel „Backosnitz" spakosnitza, wendischer Name von Lchadendorsf und dem zugehörigen Teil von Boxberg (sämtliche Ortschaften von Rothenburg) für 54 000 Taler an Wolf Christian Klbrecht II. v. Soeben. Dafür kaufte sie von diesem am 10. Oktober 1775 die Erbgüter Ober- und Nieder-Schönbrunn (^V von Sauban)' für 102 000 Rtlr.,- am 6. Oktober 1780 veräußerte sie beide Güter an Ferdinand Otto v. Schindel und Dromsdors. Siegmund Siegfried v. R., der ältere Sohn Johann Caspars, geboren zu Nckro am 4. Mai 1722, gestorben zu Uckro am 16. Rpril 1782, Herr der Niederlausitzischen Güter Uckro, passerin, Pickel und pitschen, vermählte sich zu pritzen 1743 mit Eva Sophie v. Knoch, geboren am 3. Januar 1725, gestorben zu Uckro 1785 am 23. Februar, einer Tochter Christian Crnsts v. K. aus pritzen und dessen erster Gemahlin Tva Dorothea Tugendreich Schenk Freiin v. Sandsberg. Siegmund Siegfried hatte folgende Kinder^) (1—9): 1. Johann Ernst Siegmund, * zu Uckro 22. Rpril 1743, tz daselbst 6. November 1756. 2. Carl Wilhelm, * zu Uckro 27. Februar 1746, tz daselbst 4. Februar 1747. 3. Christian Friedrich. Siehe unten S. 592. 4. Johanna Thristiana Wilhelmina, * zu Uckro 8. Februar 1751, X mit Friedrich Rugust v. Winterseld, kurfürstlich Sächsischem hauptmanv^der Kavallerie. 5. Luroline Sophie Friederike, * 22. März 1752, ch 5. Februar 1755. tz Dieses Datum gibt v. Uechtritz a. a. D. V. Teil, 5. 128, ebenso das Gothaische Genealogische Taschenbuch der Ndeligen Häuser IdOZ; das Laus. Magazin 1785, 5. 145 nennt den ZI. Iuli 1724 als Johann Caspar Gottlobs Geburtstag. h Nach dem Schema genealogicum im 3. Bande der Lehnsakten von Reichenbach, zum Teil von uns korrigiert nach den Angaben der v. Rexschen Stammtafel. > 592 v. Rex. 6. Rugusta Caroline Sophie, * 20. Rugust 1755, H 7. September 1756. 7. Johanna Magdalena, * 8. November 1753, X mit Johann Christoph Traugott v. Hartmann, königlich preußischem Rrtillerie- kapitän. 8. Henriette Louise Sophie, * 9. Dezember 1757, X mit Christian Rdolph Edlem v. d. Planitz, vormals auf Uckro, passerin, Pickel, dann aus Pobles, Cümplingen und Neidschütz. 9. Eleonore Tonstantie Caroline, * 28. November 1760, ch im Nlter von sechs Jahren. Der unter 3. erwähnte Christian Friedrich v. N., geboren zu Uckro am 31. März 1747, aus Uckro, passerin, Pickel und pitschen, dann auf Luchholz, Lubochow und Lesko, kurfürstlich Sächsischer Leutnant des Leibkürassierregiments, wurde als Neffe Gottlob Ernst Ferdinands v. Unoch, mit dem am 5. Februar 1802 sein Geschlecht im Mannesstamm erlosch, der fünfte Majoratssukzessor der Unoch scheu Güter Elstra (880 von Uamenz), Reichenau, Reichenbach (beide 080 von Rönigsbrück), Roitsch (0 von Rönigsbrück), Gödlau (8 von Elstra) und pertinentien. Cr starb aber schon am 25. Rugust 1802, also wenige Monate nach dem letzten Unoch und zwar ohne Deszendenz, vermählt hatte er sich zu Riekebusch am 31. Dezember 1787 mit Johanna Elisabeth v. Ü)altersdorss, geboren zu Dubrau N.-L. am 8. Rugust 1749, der jüngsten Tochter Hans Christophs v. ll). aus Muckrow, königlich preußischen Leutnants der Infanterie und dessen Gemahlin Charlotte Caroline Tugendreich v. Rahlenberg H. Frau Johanna Elisabeth schloß eine zweite Che am 15. September 1803 zu Vuchholz mit Johann Friedrich Grasen v. Reust aus Neu-, Stadt- und Berg-Sulza. II. Linie. Georg Rbraham v. R., aus der zweiten Ehe Tarls stammend, gestorben zu Blankenhain am 19. Mai 175M), hatte aus seiner Ehe mit Christiane Elisabeth v. d. Sahla, Tochter Lhristoph Gottfrieds v. d. S. aus Schönfeld, sieben Rinder (5 S. 2 T.), von denen für uns in Betracht kommt der Sohn: Rbraham Gottlob v. R., geboren zu Blankenhain am 26. Rugust 1728, gestorben zu Oederan am 20. Juni 1781, königlich Sächsischer Oberst, vermählt mit Lrdmuth Susann« Elisabeth v. Gersdorsf, geboren zu Lautitz am 14. Rpril 1737 als Tochter Gottlob Rudolphs v. G. aus Lautitz und dessen Gattin Rahel Ernestine geb. v. Gersdorff. Frau Erdmuth Susann« Elisabeth v. R. schloß nach ihres ersten Gatten Tode eine zweite Ehe mit Tarl Moritz v. Hagen, Oberst und Unterkommandant der Festung Uönigstein. Sie starb zu Rumburg am 17. Juni 1813. H 2m Besitz des v. Rnochschen Majorats Elstra sukzedierte dem Christian Friedrich v. Rex der ältere Lohn seiner Schwester Johanna Magdalena v. Rex, vermählten v. kjartmann: Johann Heinrich Wilhelm Gustav v. kjartmann. H v. Uechtritz a. a. D. V. Teil, §. IZI. v. Rex. 593 Abraham Gottlobs Lohn, Ernst Earl Gottlob v. R., geboren irn März 1777, machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er am 24. Mai l800 von Philippina Gräfin zu Stolberg, geb. Gräfin v. Bolza, das Erb- und Allodialrittergut Zerna (0 von Ramenz) für 39 000 Taler und 500 Tlr. Lchlüsselgeld kaufte. Am l5. Mai l80l erhielt er den Lehnbrief. Ernst Earl Gottlob kaufte ferner am 14. Juni 1805 von Friederike Louise Ehristiane verw. v. Gersdorff das Rittergut Lautitz (kl von Löbau) mit Neu-Lunnewitz (KIO von Lautitz), Anteil von Mauschwitz (0 von Lautitz), sowie das Holz, genannt die „halbe harthe", nebst dem Förster in Rrischa (bl von Lautitz) für 87 200 Taler. Rm 29.Mai 1805 belehnt, verkaufte er dieBesitzungen bereits wieder am 10.Juni 1811 an Frau Friederike Louise Ehristiane verw. v. Gersdorff, wiedervermählte v. Thielau, zurück. Ernst Earl Gottlob v. R., erst Waisen- amtsdeputierter des Markgraftums Gberlausitz Bautzner Rreises, später Landesältester, starb am 4. Dezember 1833 in Bautzen, vermählt hatte er sich: I. zu Ralitz am 21. März 1805 mit Lharlotte Johanna Philippine geb. v. Münchhausen, geboren zu Ralitz am 7. (9.) September 1785, gestorben zu Lautitz am 27. März 1818,- II. zu Gröditz am 21. November 1819 mit Louise v. Warnsdorf, geboren zu Rodewitz am 10. Rugust 1789, am 12. Dezember 1838 als Ltiftshofmeisterin zu Joachimstein installiert^, gestorben daselbst am 4. Januar 1856. Ernst Earl Gottlob v. R. hatte folgende Rinder (1-10)^): 1. I. Lrdmuthe Eharlotte Louise, * zu Lautitz 20. Dezember 1805, getauft 16. Januar 1806, tz zu Dresden 18. Juli 1884, X zu Wurschen 31. Mai 1825 mit dem Rammerjunker und Rlostervogt Julius Gottlob v. Nostitz und Jänkendorf. 2. I. Adolph Ernst, * zu Lautitz 19. September 1809, getauft 17. Oktober, tz zu Rodewitz 17. Juni 1890 unvermählt. 3. I. Therese Marie, * zu Lautitz 20. November 1811, in der Rindheit ch. 4. I. Gtto Tarl, * zu Lautitz 28. Februar 1814, getauft 15. März, tz zu Pirna 20. Juni 1835, König!. Sächs. Leutnant. 5. I. Tiara Maria, * zu Lautitz 7. Dezember 1815, getauft 3. Januar 1816, ch zu Sonnenwalde 15. November 1886, X Zu Dresden 2. April 1837 mit Theodor Grasen zu Solms-Sonnenwalde. 6. I. Maria Lharlotte, * zu Lautitz 7.Januar 1818, getauft 11. d. M., in der Rindheit ch. 7. II. Ernst Ferdinand, * zu Lautitz 15. August 1820, Herr aus Rothvorwerk und Rlitzschen, tz zu Frankfurt a. d. G. 2. April 1889, X ZU Wenigenjena 18. August 1844 mit Wilhelmine Brückner. 8. II. Hermann Ernst, * zu Lautitz 12. September 1821, f zu Schandau 29. August 1901, Kgl. S. Generalleutnant, X Dresden 28. (Oktober 1850 mit Llotilde Elisabeth Edler v. d. Planitz. tz Neues Laus. Magazin Bd. 16, N, S. 147. h vergl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1902, sowie die v. Rexsche Stammtafel. 28 4. 594 v. Riaucour. 9. II. Earl Gustav Ernst, * zu Lautitz 19. Februar 1823, gefallen bei Gitschin am 29. Juni 1866, königl. 5. Hauptmann, X Frankfurt a. d. G. 29. Dezember 1862 mit Meta Niedhard. 10. II. Adelaide Louise, ch zu Dresden 9. Mai 1830, 1^2 Jahr alt. Die Geschwister verkauften das Gut Zerna am 26. März 1835 an den Rechtskandidaten Johann Friedrich Richter auf Milchen. Frau Friederike Louise Christiane geb. v. Murmgart, die in erster Ehe vermählt gewesen war mit Johann Ernst v. Gersdorss auf Lautitz, in zweiter mit Johann Erdmann v. Gersdorff, in dritter mit Friedrich Erdmann v. Thielau, adoptierte vermöge des am 7. August 1822 abgeschlossenen Vertrags die unter Nr. 1, 2, 4, 5 ausgezeichneten vier Rinder des Landesältesten Ernst Earl Gottlob v. R. aus seiner ersten Ehe und ernannte sie zu Universalerben. Dem Gatten ihrer ältesten Adoptivtochter, Julius Gottlob v. Nostitz, verkaufte sie 1828 Lautitz, ihre jüngste Adoptivtochter Tiara Maria v. Nex, gen. v. Thielau, setzte sie als Erbin ihrer Güter Wurschen, Nechern mit Rohlwesa, Neigern (sämtlich 0 von Bautzen) und pertinentien ein dergestalt, daß alle Güter, Parzellen und Gerechtigkeiten beisammen bleiben sollten. Vis zu ihrer Mündigkeit erhielt die Erbin Indult, am 6. Oktober 1837 wurde sie mit den Gütern belehnt. Der unter Nr. 2 erwähnte Adolph Ernst v. N.-Thielau kaufte von Eurt Heinrich Ernst Grasen v. Einsiedel am 31. Dezember 1838 das Gut Nodewitz (0 von Bautzen) für 37 000 Taler; am I.März 1839 erhielt er den Erbbrief. Wappen, adeliges: Im goldenen Schilde auf grünem Dreihügel drei neben einander stehende, nach oben divergierende grüne Baumstöcke, jeder mit fünf abgehauenen Asten. Der mittlere Stock ist oben beseitet von zwei roten Rosen. Rot-goldener Bausch. Kleinod: Die Schildfigur. Decken rot-golden. v. Maucour, Grasen. Peter RiaucourH, geboren zu Warschau im Jahre 1693 als Sohn eines Lothringers, der sich in Warschau ansässig gemacht und durch Handelsgeschäfte ein beträchtliches vermögen erworben hatte, übernahm das väterliche Geschäft und vermählte sich am 22. Mai 1718 mit Franziska Witthosf. Sie brachte ihrem Gatten ein bedeutendes vermögen mit und starb nach glücklicher Ehe am 26. Dezember 1727. Peter Riaucour, der in seiner Eigenschaft als Bankier auch die Geldgeschäfte des Hofes zu besorgen hatte, wurde zum königlisch polnischen kurfürstlich Sächsischen Rammerrat ernannt. Peter hinterließ einen einzigen Sohn Andreas, geboren 1721, der im Jesuitenkolleg in Lyon erzogen wurde und daraus die diplomatische Laufbahn ergriff. tz vergl. v. Weber, Kur vier Iahrhunderten, N. Z. I. Band, 1861, 5. 267, 268. v. Riaucour. 595 Peter und sein Lohn Andreas, damals kursächsischer Legationsrat, sowie Peters Bruderssohn namens Joseph wurden am 23. Juni 1745 vom Kurfürsten Friedrich August II. von Sachsen als Reichsvikar in den Adelsstand h, Andreas ferner als kursächsischer Geheimrat und außerordentlicher Gesandter am kurpfälzischen Hofe, Wien den I. Oktober 1754, in den Reichsgrasenstand erhoben. Peter „Freiherr" v. R., kursächsischer Rammerrat, legte den Grund zu den ausgedehnten Besitzungen des Geschlechts in der Gberlausitz, indem er am 18. Oktober 1766 von Heinrich Christian Grafen v. Keyserling die Güter Gaußig und Klein-Gaußig (8^V von Bautzen), Diehmen (080 von Gaußig), Golenz (0 von Gaußig), Medewitz von Gaußig), vrauschkowitz, Brösang, Katschwitz (sämtlich bMO von Gaußig), Birkenroda (VVbl^ von Gaußig) für 100000 Taler kaufte; am 25. November 1767 wurde er durch seinen Mandatar Carl Heinrich v. Zezschwitz auf pließkowitz mit diesen Gütern belehnt. Peter starb zu Warschau am 6. (7.) Januar 1768, 75 Jahre alt^). Andreas, geboren am 10. Januar 1722^), seit dem l. Oktober 1754 Reichsgraf v. R., war seit 1748 kursächsischer Geschäftsträger in Mannheim, 1750 wurde er als Minister am pfälzischen Hofe akkreditiert, 1752 ward er zum Geheimen Rat und außerordentlichen Gesandten ernannt. Dreißig Jahre lang verweilte Graf Andreas aus seinem Mannheimer Posten und machte 1778 die Übersiedelung des Hofes nach München mith. Leine an den kurfürstlich Sächsischen Hof nach Dresden gerichteten Gesandtschastsberichte, eine Ouelle zur Geschichte des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz-Bayern, befinden sich im K. S. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden. Als Voltaire nach dem Bruche mit Friedrich dem Großen zu Anfang August 1753 nach Schwetzingen an den kur- pfälzischen Hof kam, berichtete Gras Andreas dessen Enthüllungen über den Preußenkönig an den Grasen Brühls. Was seinen Güterbesitz anbetrifft, so war Andreas seit Beginn der y kf.-St.-kl. I.oe.5230, Octa die Erhebung des Tammer-Kaths Peter Maucours, dessen Lohns, auch Bruders Sohns, in des heil. Köm. Reichs Kdel-Stand betr. anno 1745. „Datum in oolls^io vioariorum rs§io insi^nis soolssias oollsAiatas st paroolnalis Varsavisnsis saneti üoannis baptistas anno clni inillssiino ssptin- Aentssimo ssxa^ssimo ootavo, äis 5tL msnsis IVlartii: Intra soriptus rsguisitus Os sxtraclsnäo autksntioo tsstimonio vitas clsosssus, iiluci s libro mortnorum aä sanüsm rsZio insiZnem soelssiam oolls^iatam asssrvato sxtraxi prout ssguitur: Vnno clomini inillssiino ssptinZsntssimo ssxagssimo ootavo, clis 7 m» msnsis üanuarii odiit in clomino ma^nitious üominus Bstrus Kiauoour baro annoruin 75, provisus omnibus saoramsntis sspultusgus ln rs^io insi^ni soelssia oollschata ante altsrs transtiAurationis äomini in tornios. Duocl ita rspsrtum tsstor ao in maforem ticlsm msa manu propria sudsorido si^illogus ooslsAÜ oommunio. Datum Varsavias anno st clis ut supra. blioolaus Lrrobiolci, vioarius Varsavisnsis, proourator oollschi mpp." Lehnsakiten Gaußig. tz Gretschel, Geschichte des Sächsischen Volkes und Staates, fortgesetzt von Bülau, III. Bd. 1853, S. IS5. y vergl. Festnummer der Mannheimer Geschichtsblätter, September 1007, S. 214 ff.: F. Malter, Kiaucours Gesandtschastsberichte als Tsuelle zur Geschichte des Kurfürsten Karl Theodor, h Ebenda, S. 222. 38 * 596 v. Biaucour. fünfziger Jahre des 18. Jahrhunderts im Besitz des pfälzischen Lehns Binau. hierzulande kaufte er folgende Güter: er erwarb am 22. Juni l75l das im Rmt Stolpen gelegene kanzleischristsässige Rittergut putz kau (80 von Bischofswerda) und erhielt es am 30. Juni desselben Jahres zu Lehn verreicht. Er erbte dann nach dem Tode seines Vaters dessen Güter Gaußig, Klein-Gaußig, viehmen, Golenz, Medewitz, vrauschkowitz, Lrösang, Ratschwitz, Birkenroda und wurde am 27. Juli 1768 mit ihnen belehnt. Rm 22./31. Januar 1770 kaufte Reichsgras Rndreas v. R. von Heinrich Lhristian Grasen v. Keyserling die Güter Trostau (0 von Schirgiswalde), Rodewitz, Nieder-Eulo- witz, Bederwitz (sämtlich blbiO von Schirgiswalde) für 60 500 Taler und erhielt am 24. Rugust 1770 den Lrbbries ausgesertigt. von Hans Rdolph v. Metzradt erwarb er am 6. Oktober 1773 die Lrbrittergüter Ober- und Nieder-Malschwitz (blO von Bautzen) nebst dem vorfe Rronsörstchen (bi von Bautzen) und den Guttauer Zustücken, der Heide bei Mücka (^V von Rothenburg, am schwarzen Zchöps) und dem Busch bei lvuischke mit dem llus putronatus bei Kirche und Schule zu Malsch- witz für 73 500 Taler und 500 Tlr. Schlüsselgeld. Rm 22. März 1774 erhielt er den Lrbbries über das Malschwitzer Gut, am 25. September 1775 über den Malschwitzer Lehngarten. Rndreas brachte ferner am 26. Iuni/1. Juli 1775 durch Kauf von Friedrich v. vamnitz für 27 000 Taler das Gut Brösa (biO von Bautzen) an sich und erhielt am 15. November 1775 den Lrbbries; ferner am 5./20. März 1776 durch Kauf von Johann Lhristian v. vamnitz das Gut Guttau (blO von Bautzen) mit dem Vorwerk Fleißig, dem vorfe Neudörfel (080 von Guttau), dem Vorwerk und Dorf Wartha (biO von Guttau) für 64 000 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld,- am 10. Januar 1777 erhielt er den Lrbbries. von Lhristoph Siegmund Wilhelm v. vamnitz kaufte Graf Rndreas endlich am 5./12. Rugust 1779 das Rllodialgut Gleina (8 von Guttau) und erhielt am 28. Februar 1780 den Lrbbries. Graf Rndreas ist der Begründer des durch Testament vom 27. Rugust 1765 und Fideikommiß- und Majorats-Disposition vom 28. Juni 1770 gestifteten, am 16. November 1770 bestätigten Familienfideikommisses. Lr bestimmtes die Güter putzkau, Gaußig, viehmen, Golenz, Medewitz, vrauschkowitz und Zubehörungen, ebenso Trostau, Rodewitz und Zubehör zu einem Fideikommiß und Majorat derart, daß solche zu ewigen Zeiten bei seiner Familie und den in der Sukzessionsordnung benannten in- und substituierten Lrben bleiben sollen. Seine sämtlichen Kinder sollen zur Sukzession berechtigt sein, da er jedoch sein Hauptaugenmerk aus den Flor seines Geschlechts und die Konservation der Familie richtet, so sollen, falls ihm Gott Söhne sckenkt, diese vor den Töchtern zur Sukzession gelangen und zwar unter den Söhnen der älteste und dessen rittermäßige Nachkommen. Ls soll dem Besitzer der Majoratsgüter, falls er mehrere Söhne habe, sreistehen, nach eigenem tz vergl. Lehnakten Brösa. v. Maucour. 697 Gutbefinden den fähigsten dieser Söhne in der Sukzession vorzuziehen und den ältesten zu exkludieren, jedoch nicht ohne triftige Ursache. Der zweite Sohn und dessen rittermäßige Nachkommenschaft soll die zweite Linie bilden. Sie soll ihren Sitz haben im Güte Binau in Baden und die Revenuen dieses Gutes beziehen; sie erhält ferner von der ersten, der administrierenden Linie, jährlich 4900 Gulden oder 3266 TIr. l6 Gr. aus den fructibus totius ticleieommissi, besonders aus den polnischen Revenuen. Stirbt die Deszendenz des ältesten Sohnes aus, so gelangen die männlichen Nachkommen des zweiten Sohnes zur Sukzession und formieren sofort wieder eine zweite Linie aus der männlichen Nachkommenschaft. Sollten bei seinem Tode keine Söhne am Leben sein, sondern nur seine beiden Töchter Henriette und Marianne (Marie Rnna), so sollen diese auf die angegebene Weise zur Sukzession gelangen, so daß also die ältere Tochter die Sächsischen und Gberlausitzischen Güter, die jüngere aber Vinau erhält. In diesem Falle hat der Mann der Tochter Namen und Wappen des Stifters anzunehmen und mit zu führen. Sollte der Stifter kinderlos sterben, so sukzediert sein Vetter Joseph v. R., Generalfeldwachtmeister in Litauen. Jeder Besitzer der Majoratsgüter darf seiner Gemahlin ein Wittum konstituieren, jedoch nicht über tausend Taler jährlich und nur aus den Nutzungen, nicht aus der Substanz selbst. Rm l6. Juli l774 fügte er wegen der neu erworbenen Güter Ober- und Nieder-Malschwitz und Kronsörstchen die Bestimmung hinzu, daß sie dem Fideikommiß einverleibt werden sollten, ebenso l776 wegen Brösa und Guttau, l?80 wegen Gleina. Graf Nndreas starb am 28. Oktober l794, nicht ohne zuvor den Rrmen seiner zahlreichen Güter beträchtliche Legate vermacht zu haben H. Rm 2. November wurde er in München in der Krypta der Kollegiat- und Parochialkirche uä D. virZincin beigesetzt. vermählt war er mit der im Januar 1793 in München gestorbenen'I Henriette Louise geb. Freiin v. Wrede, Tochter des kurpfälzischen Ministers v. W. und hinterließ zwei Töchter: 1. Henriette, vermählt am 28. Juni 1777I mit dem Grasen Tarl Theodor v. Schall. 2. Marianne, gestorben am 18. Januar 1811, vermählt mit dem großherzoglich Badischen Gberjägermeister TIemens Rugust Hermann Joseph Grasen v. Waldkirch, gestorben am 1. Rpril 1840H. Eine dritte Tochter des Grasen Rndreas, vermählt mit dem Freiherrn v. Wallbrunn, war schon vor ihrem Vater gestorben. Ls trat somit die Bestimmung in Kraft, wonach die älteste Tochter im Besitz der Sächsischen und Gberlausitzischen Güter sukzedierte und ihr l) Laus. Monatsschrift 1795, I, S. 304: 17yd, S. 688. 2> Laus. Monatsschrift 1793, I, S. 108. H Uneschke, Deutsche Grafenhäuser, II. Bd., 5. 369. tz Ebenda, II. Bd., S. 626. 598 Richter v. Lieska. Gatte Namen und Wappen des Stifters mit anzunehmen und zu führen hatte. Wappen, adeliges (1745): „Ein in der Mitte quer getheilter Schild, in dessen obern goldenen Keldung drei) rothe, goldbesamte süns- blätterigte volle Rosen, eine, zwei); in der untern grünen Keldung aber zweq quer durchgehende, etwas gekrümmte, silberfarbene Klüsse zu sehen. Ruf dem Schilde befindet sich ein frei) offener, adelicher Turnierhelm mit einem aus Roth, Gold, Grün und Silber gewundenem Wulste, dessen Decken zur Rechten roth und gold, zur lincken aber grün und silbern sind" >). Wappen, gräfliches (1754): Schild geteilt von Gold und Blau, obendrei fünfblätterige silberbesamte rote Rosen, unten zwei silberne Csuerströme. Grafenkrone mit drei gekrönten Helmen. Kleinod des I. Helms: Goldener Klügel, belegt mit den drei Rosen; des II. Helms: Drei Straußenfedern gold-rot-golden; des III. Helms: Blauer Klügel, belegt mit den Strömen. Decken rechts rot-golden, links blau-silbern. Schildhalter: Zwei vorwärts sehende goldene Löwen mit untergeschlagenen Schweifen. Siehe auch v. Schall-Riaucour, Grasen. Richter von Lieska^). Thristian Friedrich Ferdinand Richter, ein Sohn des Schulverwalters an der Kürstenschule zu Meißen, besuchte diese Schule, wurde dann Landwirt, pachtete einige Güter, besaß das Vorwerk Zscheila bei Meißen und kaufte am 30. Rpril 1804 von Krau Rnna Tatharina verehelichter Leutnant v. hake, geb. v. Ludewig, die Güter Lieske und Gßling (beide bMO von Kamenz) für 56 300 Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Rm 5. Rugust 1805 wurde er mit diesen Gütern belehnt. Er vermochte sie indessen nicht allzulange zu behaupten: am 18. Januar 1815 erstand sie beim Subhasta-Verkauf Friedrich Graf v. piatti. Christian Friedrich Ferdinand starb zu Görlitz als königlich l) H.-St.-R. voo. 5230, Rcta die Erhebung des Lämmer - Raths Peter Riaucours rc. — Für die Habilitierung berechnete „das Rönigl. pohln. und Lhurfürstl. Sachs. Reichs-Vicariats-Tax-Rmt" folgende Rosten: 6b Tlr. „ Taxa; 18 „ —„ —„ Subscriptions - Regal; 31 „ —„ —„ Tanzlep - Iura, diese drei Posten „wegen der Erhebung in den Rdel-Stand"; 20,, — ,, — ,, Taxa; 4„ —„ —„ Subscriptions - Regal; 6 „ —„ —„ Laiizlep-Iura, diese drei Posten „wegen des prädicats sich von zu schreiben". Summa 144 Tlr. — „ —„Hierüber, weil das viploma auf dessen gedachten Vetter als einen Oollatoralsin ausgefertiget wird, so kommen vermöge der Taxa diese Posten noch einmahl und also: 6b Tlr. — Taxa; 18,, — ,, — ,, Subscriptions - Regal; 31 „ —„ —„ Tanzlep-Iura; 20 Taxa; 4 Subscriptions-Regal; 6 Lanzlep-Iura. Ferner: 2 Tlr. 12„ —„ pro psr^smsno; 8„ —„ —„ pro munclo; i„ —„ —dem Blasonisten; 12,, — ,, — ,, das Wappen in das viploma zu mahlen; 1 „ 12 „ — „ vor Zeichnung des verbesserten Wappens; 4 „ — „ - „ vor Sammetbänder pp.; h,, — >,-„ das Libell zu binden; 3 vor die goldenen Schnüren; 2„ —„ —„ Siegelgebühren; 18 „-„ — „vor die silberne vergüldete Lapsul zum Siegel; 2„ —„ —„ vor die blecherne Oapsul zum viplomats; 2 „ —„ —„ dem Thürhüther: 345 Tlr. „ Summa." Ebenda. h Unrichtig findet man gelegentlich die Schreibweise: Richter von der Lieska. praetorius von Richthofen. 599 preußischer Hauptmann der Landwehr am 13. Januar 1825^). vermählt hatte er sich im (Oktober 1804 mit Taroline Henriette geb. Handrick, geboren am 26. Juli 1786, gestorben am 1. September 1870. Eine Tochter Christian Friedrich Ferdinands, Bertha Rgnes Elementine Julie Christiane R. v. L. vermählte sich am 6. Mai 1858 mit Earl Wilhelm v. Brescius als seine dritte Gattin. Der einzige Sohn Lhristian Friedrich Ferdinands, Julius R. v. L., geboren zu Lieske am 29. Januar 1808, starb zu Pirna am 19. September 1855 als königlich Sächsischer Regierungsrat. Er hatte sich vermählt: I. 1835 mit pauline Schade, gestorben 1837; II. am 11. Mai 1840 mit Marie Emilie Eckhardt aus Großenhain, geboren den 27. November 1819, gestorben den 19. September 1888. Julius hatte zwei Söhne: 1. Lurt R. v. L., geboren zu Dresden den 1. Januar 1837, gestorben zu Wien den 22. Januar 1857. 2. Georg Paul R. v. L., geboren zu Leipzig den 21. Juni 1848, gestorben daselbst den 15. November 1848. Mit Turt R. v. L. erlosch das Geschlecht im Mannesstamme. Von den drei Töchtern Julius' sind zwei verheiratet, Fräulein Toska R. v. L. in Dresden-N. ist die letzte Trägerin ihres Namens (1906). Ihr verdankt der Verfasser eine Rnzahl der mitgeteilten Daten. Wappen: Kaiser Franz II. hatte, Wien den 13. Rpril 1804, Lhristian Friedrich Ferdinand Richter mit dem Beinamen „von Lieska" in den Reichsadelsstand erhoben und ihm folgendes Wappen verliehen: . . . „einen blauen Schild mit einem goldenen (Querbalken, der von drei silbernen Sternen, oben zween und unten einem, begleitet ist. Ruf dem Schilde ruht rechtsgekehrt ein gekrönter, freiadliger, offener, blau angeloffen und rot gefütterter, mit goldenem Halsschmucke und blau und goldener Decke behängter Turniershelm, dessen Krone mit drei Straußenfedern, nemlich einer goldenen, blauen und silbernen besteckt ist" . . ?). praetorius von Richthofen, Freiherren. Paulus Schultheiß (praetorius)^, geboren zu Bernau am 24. Januar 1521, gestorben in der Moritzburg bei Halle am 16. Juni 1565, kaiserlicher und kurfürstlich Vrandenburgischer Rat, erzbischöflich Magdeburgischer und Halberstädter Geheimer Kammerrat, erhielt von Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1561 ein Wappen verliehen. Er adoptierte im Jahre 1562 den Sohn des Potsdamer Pfarrers Sebastian Schmidt (Faber): Samuel Schmidt oder Faber und übertrug ihm mit kaiserlicher Konfirmation seinen Namen und sein Wappen, so daß er also nunmehr Samuel praetorius hieß. Samuel p., geboren zu Bernau 1543, starb als Bürgermeister zu Frankfurt a. d. (Oder am 2. Oktober 1605. Rus seiner Ehe mit Barbara Müller hatte er neun Kinder. Sein Sohn Tobias, 1) Neues Laus. Mag. Bd. 4, s. 27Z. 2) Lehnsakten Lieske. tz vergl. Lmil Frhr. praetorius v. Richthofen, Geschichte der Familie p. v. R., Bd. I und II, Magdeburg 1884. 600 praetorius von Richthofen. geboren zu Frankfurt a. G. 1576, gestorben zu Schmiedeberg am 27. Februar 1644, verpflanzte das Geschlecht nach Schlesien. Dessen Sohn Johann p., geboren zu Schmiedeberg am 11. September 1611, gestorben zu Breslau am 28. Dezember 1664, ist für die Familie dadurch von besonderer Bedeutung, daß er am 29. Juli 1661 mit dem Prädikat v. Bichthofen in den erblichen Böhmischen Bitterstand erhoben wurdeh. Johanns Enkel Samuel p. v. B., geboren zu Bauske am 10. Mai 1700, gestorben zu Barzdors am 3. Februar 1754, wurde am 6. November 1741 von Bönig Friedrich dem Großen in den Freiherrnstand des Bönigreichs Preußen erhoben. Samuel begründete die Barzdorser Linie. Bus seiner Ehe mit Johanna Elisabeth v. heintze und Weissen- rode a. d. h. Neudorf (geb. 1707, gest. 1772) hatte er vierzehn Binder. Das fünfte Bind Wilhelm Diepperand Freiherr v. B. begründete den Malitscher Zweig. Geboren zu Barzdors am 11. Juni 1732, wurde er Kgl. preußischer Landrat, Landesältester und starb zu Sondershausen am 30. März 1808. Er besaß nach einander die Schlesischen Güter Bauske, Malitsch, Giersdors, Triebelwitz, Jägerdors, Groß- und Blein-Neudorf, Lhristianshöhe, Bonradswaldau, Sacherwitz, die Mecklenburgischen Güter Bit- und Neu-Hagebök und Lichholz, die Herrschaft Dobraslowitz in Desterreichisch-Schlesien. In der Oberlausitz machte er sich ansässig, indem er am 21. Januar 1786 das Erbrittergut Gber-Oertmannsdorf (8 von Lauban, am Oueis) von Hans Ernst Friedrich Freiherrn v. Posadowskp und Posteiwitz für 44 000 Btlr. nebst 100 Tlrn. Schlüsselgeld erwarb. Wilhelm Diepperand verkaufte das Gut wieder am 21.^23. Dezember 1797 für 88 000 Taler an Johann Thristian Lindner, Grossokaufmann und Handelsherrn in Marklissa, und besaß dann für kurze Zeit Brobnitz von Görlitz). Vermählt war Wilhelm Diepperand: I. seit dem 23. Oktober 1754 mit Ursula Ehristine Ernestine v. heintze und Weissenrode, gestorben am 26. Oktober 1779,' II. seit dem November 1780 mit Juliane Henriette Ehristiane Beller v. Schlaitheim, gestorben am 23. Juni 1798; III. seit dem 2. Bugust 1801 mit Blbertine Wilhelmine Blbrecht, verw. Schäfer. Mit seinem Sohn zweiter Ehe, Wilhelm Thristian Ernst Frhrn. v. B., geboren zu Malitsch am 3. Februar 1782, gestorben zu Görlitz am 4. Oktober 1813, erlosch der Malitscher Zweig. — Den preußischen Grafenstand nach dem Becht der Erstgeburt erhielt Friedrich Barl Gottlob Frhr. v. B. vom Bohlhöher Zweige am 19. Dezember 1846. „H. risinZ- nennt mit Fug und Becht ein zeitgenössischer Schriftsteller 2) das Geschlecht p. v. B., das uns eine Bnzahl hervorragender Männer geschenkt hat. Wappen, freiherrliches: Schild gespalten, vorn geteilt von Silber und Bot, oben ein roter Bdlerflügel, mit den Sachsen nach innen, unten tz v. voerr, Ver Ndel der Böhmischen Rronländer, 1900, S. 144. (Daselbst und ebenso in> Namens-Verzeichnis S. 246 ist der Name unrichtig geschrieben). 2) Esmmos Gsrotef, Die Richthofen, Line samiliengeschichtliche Studie, Görlitz, 1907. v. Ried. 601 aus drei Hügeln ein nach innen gewendeter Kranich in natürlicher Farbe, in der linken Klaue einen Stein haltend, hinten in Gold ein Richter ohne Kopfbedeckung, schwarz gekleidet, auf rotem Armsessel, den Stab in der Hand haltend. Freiherrnkrone, darüber zwei gekrönte Helme. Kleinod des rechten: Offener Flug, rechts rot, links silbern,' Kleinod des linken: Der Kranich des Schildes, nach innen gewendet, den Stein in der rechten Klaue haltend. Decken rechts rot-silbern, links schwarz- golden. Schildhalter: Zwei einwärts gekehrte goldene Löwen h. v. Nied, Freiherren. Angehörige der freiherrlichen Familie v. Ried machen sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Nähere Angaben über diese Familie, die ein anderes Wappen führt als das mittelrheinische freiheitliche Geschlecht v. Ried (v. Riedt), mit diesem also kaum in Zusammenhang zu bringen ist, vermögen wir leider nicht zu machen. Ls begegnen uns drei Brüder: 1. Llisrles Baron 6s R., „Bri^aäisr äos arinses äu Roz^". 2. Joseph Freiherr v. R., K. K. Generalfeldmarschall-Leutnant zu Dffenburg „im Reiche", Thef eines Regiments zu Fußh. 3. Louis Freiherr v. R., holländischer Oberstleutnant. Der unter 2. genannte Joseph Frhr. v. R. kaufte am 30. Oktober 1765 von dem königlich Preußischen Kammerherrn Gneomar Bernd Wilhelm v. Schack das Lrbrittergut Radibor (bl von Bautzen) nebst den Vorwerken Ouoos (bl^V von Radibor) und Bornitz (80 von Radibor) für 95 000 Taler und 100 Speziesdukaten Schlüsselgeld h. Am 9. Juni 1766 erhielt Joseph Frhr. v. R. den Lrbbrief. Lr starb zu Günzburg a. d. Donau am 12. Dezember 1779h. Vermählt war er mit Maria Anna geb. äe Livocla, die am 14. Mai 1768 in Dffenburg starbh. >) Über das älteste Abzeichen der Familie, über die Wappen der verschiedenen Linien vergl. „Der deutsche Herold", XDI. Iahrgg. <1410), Nr. 10, S. 183 ff. 2) Joseph Frhr. v. R. nennt sich im Jahre 1774: „Ihro Röm. Kapserl., auch Kapserl. König!, apostolisch. INajt. Majt. würcklicher Geheimder Nath und bevollmächtigter INinistre an denen hochlöblich Schwäb: und Fränckischen Lrepssen; Kapserl. Königl. General - Feldzeugmeister, König!, und des heil. Nöm. Reichs General - Feld- Narsotial-Disutsnsnt, Innhaber eines Regiments zu Fuß, des Höchen Militärischen Marias Ttisrssias Drdens Ritter und Generaldirector sämmtlicher Kapserl. Werbungen im Röm. Reich, Herr zu Bedernau." Lehnsabten Radibor. 3) Da das Kaufgeld nach Brandenburg transferiert werden sollte, so verlangte das Dberamt das übliche Rbzugsgeld von 10"/g und befahl dem Käufer, 100/g von der Kaufsumme vorläufig zurückzubehalten. H In dem von dem katholischen Pfarramt zu Günzburg ausgestellten Totenschein wird er genannt: „Illustrissimus ao ^snsrosissimus Dominus Dominus llosspllus Dibsr Laro äs Risct, 8. 6. N. psr oiroulos in 8usvia st Draneonia minister, inelzüss IsZionis sub ipsius nomins supremus prastsotus eastro- rumpus 4ustriaeorum spseislis ourator" ste. Lehnsakten Radibor. 3) Aufzeichnung in den Radiborer Akten des Oomstifts 5. Petri zu Bautzen. — In den katholischen Kirchenbüchern zu Dffenburg ist, wie uns mitgeteilt wurde, ihr Tod nicht verzeichnet. Die evangelische Gemeinde zu Dffenburg besteht erst seit Mitte des 14. Jahrhunderts. 602 v. Riesch. Sein Tochtermann war Frhr. Tarl v. Blittersdorf, fürstlich Taxisscher Geheimrat. Joseph hatte die Güter Radibor, Ouoos und Vornitz am 31. Juli 1779 für 90 000 Taler seinem Bruder, dem Baron Louis v. R., Oberstleutnant in holländischen Diensten, verkauft. Rm 13. Rpril 1780 erhielt dieser den Lrbbrief, verkaufte die Güter aber bereits am 17. Rpril 1783 an die Komtesse Johanna Repomucena v. Bolza. Wappen: Tin in den Lehnsakten von Radibor befindliches Siegel des Freiherrn Joseph, Fulda den 12. Rpril 1766, zeigt, soweit erkennbar, im goldenen Schilde auf grünem Boden ein nach rechts springendes Roß. Über dem Schilde eine neunperlige Krone. v. Riesch, Freiherren und Grasen. Kaiser Franz l. hatte den Bankier lvolsgang Riesch, der „von einer in der Reichs-Stadt Lindau angesessenen adelichen kamille" abstammte, Wien den 9. März 1747, in des heiligen Römischen Reichs Adel- und Ritterstand mit dem Prädikate „Edler von" erhoben, ihm auch am 29. Rugust desselben Jahres die Würde eines kaiserlichen Rates verliehen. Kaiser Joseph II. erhebt ihn, Wien den 7. Rugust 1766, in des h. Römischen Reichs Frei- und pannerherrenstand mit dem Prädikat und Ehrenwort Wohlgeboren. Im Freiherrndiplom heißt es: „Da nun er sWolsgang Edler v. R.f von dieser Zeit (1747) nicht weniger beflissen gewesen, seinen ausnehmenden Eifer zu Unserm und des Durchlauchtigsten Lrz-Hauses ersprießlichstem Besten, bevorab in Emporbringung derer Oesterreichischen Landes-Fabriquen und Tommercien in allen sich ergebenen Fällen mit vieler Mühe und Beeiferung zu bewähren und seine aller- unterthänigste Devotion hierunter am Tag zu legen: als bäte er Uns allergehorsamst, ihn in gnädigster Trwegung seiner vielfältig sich hierdurch erworbenen besonderen Verdiensten in des heiligen Römischen Reichs Frepherrnstand mildest zu erheben"h. Die kurfürstliche Anerkennung erfolgte Dresden, am 30. Dezember 1767. Im Ruftrage Wolfgangs Edlen Herrn v. R. kaufte der wirkliche geheime Kriegsrat Johann Heinrich Simonis am 3. Dezember 1757 vom Grasen Rlexander Joseph v. Sulkowski die Güter Reschwitz (14I4^V von Bautzen), Zescha (14 von Reschwitz), holscha (0 von Reschwitz), Jeßnitz mit Guhra (8^V von Reschwitz), Doberschütz (M von Reschwitz) und Puschwitz (8^V von Reschwitz) für die Summe von 220000 Talern und zedierte hierauf diese Güter seinem Ruftraggeber. Dieser wurde, Warschau den 30. November 1758, mit dem Indigenat der Gberlausitz begnadigt, woraus er, ohne daß ein öffentlicher Anschlag des Verkaufs der Güter vorausging oder von ihm die Ausstellung eines Reverses verlangt wurde, die Lehn empfing. Rm 12. Rpril 1764 wurden ihm die Güter verreicht. Wolsgang kaufte zu diesen Gütern am 25. September 1769 noch hinzu I) k).-5t.-6. I^oc. 3132, Rcta Reich; Zreicherrnstandes Erhebungen betr. uo 1767-1806, vol. II, Zol. 1 ff. v. Niesch. 603 von Frau Juliane Eleonore Ernestine v. Nostitz, geb. v. Niesenwetter das Erb-, Nunkel- und Spill-Lehngut Übigau (8 von Neschrvitz), das vors Nrinitz (8 von Übigau und von Neschrvitz) und das in der Noblenz- Nönigswarthaer Heide (Noblen; bl von Neschrvitz, 80 von Hoyerswerda) gelegene Stück Schwarzholz für 22 000 Taler (ü 24 Gr. Nonventional- münze). Wegen Sicherheit der Gewähr ließ er den geschlossenen Naus mittels öffentlichen Anschlags fünf Jahre lang publizieren. Nm 10. (Oktober 1770 erhielt er den Lehnbries. Wolfgang ließ durch den bekannten Dresdner Baumeister Lrubsacius das imposante neue Palais mit (Orangerie in Neschrvitz aussühren. Er starb als kaiserl. König!. Nat und kurfürstlich Sächsischer Geheimrat am 10. Juli 1776 in Wienh. Die solennen Exequien wurden am 21. Juli in Neschrvitz abgehaltenh. Ein von seinem Sohn Isaak Wolfgang ihm errichteter steinerner (Obelisk mit seinem lNedaillonportrait und einer Tafel mit lateinischer Inschrift im park zu Neschrvitz hält die Erinnerung an den kunstsinnigen Edelmann wach'ff. Wolfgang Freiherr v. N. hinterließ die Witwe Frau Helene geb. d'Grville Freiin v. Löwenclau, mit der er sich 1748 vermählt hatte, zwei Söhne und eine Tochter: Isaak Wolfgang. Siehe unten. B. Johann Siegismund. Siehe unten S. 605. L. Maria Helene Esther. Sie vermählte sich im Jahre 1771 mit Gustav Georg Baron v. Foelckersahm, kurfürstlich Sächsischem wirklichem Geheimrath. Isaak Wolfgang Freiherr v. N., kurfürstlich Sächsischer Legationsrat, geboren zu Wien am 2. März 1749h, erbte die väterlichen Güter und wurde am 14. März 1777 belehnt mit Neschwitz mit Neritz Dieses Datum ist den Lehnsaktcn von Doberschütz, Puschwitz u. a. entnommen; im Laus. Magazin, 1776, S. 244, in Tckardts Zittauer Monatlichem Tagebuch vom Jahre 1776, ferner in den Dresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1776, Nr. XXXIIl ist der 8. Juli 1776 als Todestag angegeben. 2) Laus. Magazin 1776, S. 244. tz Die Nisoellansa Laxonioa 1775, 5. 255 erwähnen unter den „Verschönerungen Dresdens seit dem Hubertsburger Frieden" u. a. auch „das Baron Mschische Haus, welches hauptsächlich seiner innern Einrichtung wegen in Absicht der außerordentlichen kostbaren Meublen, der Bilder-Gallerie, des Anticken-Tabinets und des daran stoßenden niedlichen Gartens sehenswerth ist"; ferner wird 5.256 hervorgehoben „der von dem Herrn Baron von Nisch vor dem 5eethore auf deu leeren Platz des ehemaligen Hoheiten-Garten angelegte ganz vortrefliche Garten" . . . tz Zeine drei Töchter sind: 5ophie Freiin v. F.; Helene Freiin v. F., später verm. v. Krüdener; Julie Freiin v. F., später verm. v. vietinghoff. In seinem Testament bestimmte Graf Isaak wolfgang, daß, wenn sein Bruder Johann Siegis- mund oder dessen Lohn Franz sein Lrbe nicht sein könnte oder wollte (wegen Todesfalls oder aus anderen Gründen), seine Nichten in Livland, Frau Julie v. vietinghoff und Frau Helene v. Krüdener, beide geb. v. Foelckersahm, substituiert werden sollten, „übrigens diese zugleich unter der Bedingung, daß von einer jeden meiner nurgedachten Nisosn ein Lohn den Namen v. Niesch führen und annehmen solle". Lehnsakten Neschwitz. -tz Otto, Gberlaus. Schriftsteller- und Künstler-Lexikon, III. Bd., 1805, S. 71. 604 v. Riesch. dors, Lomske, Lissahora und Siebitz, Zescha, holscha mit Lauskeh und Dubrau, Jeßnitz und Guhra, Voberschütz, Puschwitz und dem Veerwald scheu Stück Holz, gen. „der Brand" (Beerwalde 080 von Hoyerswerda, an der Spree), Ubigaus und Urinitz nebst Zubehör, von diesen Gütern verkaufte er am 16. September 1779 Puschwitz für 7000 Taler Uaus- und 350 Taler Schlüsselgeld an George Stiller; am 8. Nugust 1780 voberschütz für 9300 Taler an den Gberamtsadvokaten zu Bautzen Johann Gottlob Jeggle; zu Michaelis 1780 das Erb- und Nllodialgut Jeßnitz an Gottlob Friedrich Heinrich v. Briefen. Sogar Neschwitz nebst pertinentien verkaufte Isaak Wolfgang am 13. Dezember 1782 und zwar an Turt Friedrich v. Schönberg, kaufte es aber am 6. Mai 1783 wieder von ihm zurück und erhielt es am 18. November 1783 zu Lehn verreicht. Vas Gut Lauske veräußerte er im Jahre 1797 an L. W. G. v. Jagemann. Isaak Wolfgang kaufte am 16. September 1800 das Nllodial- rittergut Milkwitz (880 von Neschwitz, bDV von Bautzen), Groß- und Ulein-Brösern (8 von Milkwitz), ferner sechs Halbbauern, einen Freigärtner und zwei Häusler in Nieder-Uhna (8 von Milkwitz, biV/ von Bautzen), hierzu einen Halbbauer, zwei Häusler, einen Kretscham und dessen Verlag in Nadibor (80 von Neschwitz, bi von Bautzen) für 69 500 Taler und wurde am 29. Nugust 1801 belehnt. Isaak Wolfgang stiftete am 5. März 1800 ein Familiensideikommiß und Majorat, das anfänglich die Güter Neschwitz mit Neudorf, Lomske, Lissahora, Siebitz, ferner holscha mit Dubrau, Ubigau mit Krinitz, auch Milkwitz und Nieder-Uhna, Groß- und Klein-Vrosern und Nnteil von Nadibor umfaßte. Für die Nrmen seiner Güter sorgte er durch Nussetzen von Stiftungen und Vermächtnissen. Uber seine Reisen und über die schönen Künste schrieb er einige Nbhandlungen in französischer, über Gberlausitzische Landwirtschaft und verwandte Themata in deutscher Sprache. Die königliche Nkademie der Wissenschaften in Berlin verlieh ihm im Jahre 1805 die goldene Medaille'). Tr starb als kursächsischer Geheimrat im NIter von 61 Jahren am 25. März 1810 in Dresden am hitzigen Nervenfieber, Stick- und Schlagfluß. Freiherr Isaak Wolfgang war nebst seinem Bruder, dem Freiherrn Johann Siegismund vom Kurfürsten Friedrich Nugust III. als Neichs- vikar am 29. Juni 1792 in den Neichsgrafenstand erhoben wordenft. >) Freiherr Isaak Wolfgang beabsichtigte 1781 das pertinenzstück Lauske in „Ltsasrslibris" von Holscha und Dubrau separieren zu lassen. Der Gberamtshofrichter Christoph Liegmund Wilhelm v. Damnitz erhielt deshalb Auftrag, die genannten drei Güter zu taxieren. 2) Frhr. Isaak Wolfgang errichtete am 9. Februar 1779 ein Urbarium oder Lrbzins- und Robotregister für Ubigau „zu Erhaltung hinkünftiger guter Drdnung". -y Gtto a. a. G. III. Bd., 5. 71 1 Supplementband von I- D. Schulze, §. Z60. h Gritzner a. a. V. II. Dd., S. 742. v. Mesch. 605 vermählt hatte sich Isaak lvolfgcmg: I. am 17. Januar 1791 H in Dresden mit Henriette Friederike Tharlotte v. Klüx. Sie starb am ly. März 1803 in Dresden im 36. Lebensjahre an einem Blutsturz 2); II. am 26. September 1808^) mit Helene Louise Sophie geb. Baronesse d'Grville v. Löwenclau; 74 Jahre alt, starb sie am 22. Januar 1858 in Dresden. Kinder hatte Gras Isaak lvolfgang nicht hinterlassen,' im Besitz der Güter Neschwitz mit Lissahora und Neudorf, Holscha mit Dubrau, Zescha, Milkwitz, Übigau folgte ihm nunmehr sein Bruder: 8. Johann Siegismund Gras v. N. Geboren zu Wien am 2. Rugust 1750H, studierte er in Göttingen, diente von 1769 — 1771 bei der kurfürstlich Sächsischen Leibgarde als Fahnenjunker und Premier- Leutnant, dann in der neuerrichteten Oaräe än eorps, verließ hieraus die Sächsischen und trat in kaiserlich königliche Militärdienste, wohnte unter Laudon dem Bayrischen Trbsolgekrieg bei, wurde 1782 Major, 1786 Oberstleutnant im Regiment Nassau, unternahm nun eine größere Reise, wurde 1788 Oberst, zeichnete sich bei der Belagerung und Erstürmung der Festung Belgrad aus, zog 1792 mit gegen Frankreich, wurde 1808 General der Kavallerie, 1809 Generalkommandant im Königreich Böhmen. Er starb am 2. November 1821 aus Schloß Nesch- witz an Vrustwassersucht im Rlter von 71 I. 3 M. und wurde am 9. daselbst begraben. Wenige Monate vor seinem Tode hatte er von Ruguste Charlotte Gräfin v. Kielmannsegg, verw. Gräfin Lynar, geb. v. Schönberg das Erb- und Rllodialgut Schmochtitz (dlM von Bautzen) und das Mannlehneigenschaft habende sogenannte Hans Schustersche Vauergut daselbst für 24 000 Rtlr. und 100 Stück Dukaten gekauft. Der Kauf hatte am 19. Mai, die Belehnung am 20. Rugust 1821 stattgesunden. Daß Johann Siegismund am 29. Juni 1792 in den Reichsgrasenstand erhoben worden war, ist bereits oben (S. 604) erwähnt worden. Kaiser Franz II. verlieh ihm nach dem Treffen bei Neerwinden am 18. März 1793, in dem er durch seine kluge Führung den glücklichen Rusgang herbeigeführt, auch selbst eine Verwundung davongetragen hatte, am 22. Mai 1793 ein Reichsgrafendiplom ^). Johann Siegismund vermählte sich: I. 1792 mit Josepha Gräfin Kohary, die schon am 7. Oktober 1800 starb^H II. 1812 mit Rmalia Tunigunde Adelheid v. Schönberg, Tochter Johann Friedrich Heinrichs v. S. aus Luga, Weiß-Kollm und Tommerau. Sie starb zu Nesch- witz im Rlter von 75 I. 2 M. 17 T. am 19. Mai 1866 und wurde am 24. daselbst beerdigt. h Laus. Magazin 17dl, 5. 36. 2) Laus. Monatsschrift 1803, I, S. 314. o) Laus. Monatsschrift 1808, S. 643. H vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 1, §. 506. bs Neues Laus. Mag. Bd. 1, 5. 507; Gritzner a. a. V. II, S. 742. °) Neues Laus. Mag. Bd. 1, S. 507. 606 v. Riesch. Nus erster Ehe überlebten Johann Liegisrnund Grasen v. kl. von vier Kindern zwei, aus zweiter ein Kind (o —o): a. I. Franz Joseph Liegmund. Ziehe unten. b. I. Maria, geboren zu Wien, getauft am 29. Rpril 1796, vermählt zu Dresden am 3l. Mai 1824 mit Franciscus Fridericus Maximinus Gras v. peralta-klenaud, königlich Preußischem Rittmeister, Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn aus Wengelsdorf, Traslau und Leina im Weißenselser Kreise'), dem einzigen Lohne des Grasen Nikolaus Franz Tpprian v. P.-N. und seiner Gemahlin Friederike Johanna Lusanna geb. v. Bünau. o. II. Johann Wolsgang Ziegismund. Liehe unten 5. 607. a. Franz Joseph Liegmund Gras v. N., der Lohn Johann Siegis- munds aus seiner ersten Ehe, geboren den 1. Januar 1793 zu preßburg, war kaiserlich königlicher Rittmeister von der Rrmee. Gr übernahm nach seines Vaters Tode im Jahre 1821 das Neschwitzer Familienfidei- kommiß und erhielt am 3. Januar 1823 den Trbbries. Tr war auch literarisch tätig und gab zu Wien im Jahre 1821 vier Bände Bühnenspiele heraus2). Erst vierzig Jahre alt starb er in Dresden am 11. März 1833 und wurde am 13. d. M. aus dem Neuen Kirchhofe daselbst bestattet. vermählt hatte er sich zu Brünn am 16. Mai 1818 mit Maria Gräfin v. Klenau, Freiin v. Jannowitz, geboren am 17. Dezember 1800. Lie vermählte sich nach ihres ersten Gatten Tode wieder am 28. Dezember 1835 zu Wien mit dem königlich preußischen Generalmajor Gustav Rdols v. Bennigsen, wurde 1847 von ihm geschieden und starb zu Dresden am 21. März 1870 b). Gras Franz Joseph Liegmund hinterließ zwei Kinder: 1. Theodor Gras v. R., geboren zu Brünn am 8. Rpril 1819, erhielt, nachdem er seine Majorennität erlangt hatte, am 30. Mai 1840 den Trbbries über seine sideikommissarischen Besitzungen. Rm 10. Leptember 1841 erteilte er seinem Stief-Gheim, dem Grasen Johann Wolfgang Liegismund v. R. aus Lchmochtitz Vollmacht zu unbeschränkter H Nach dem Tode Johann Wolsgang Siegismunds Grafen v. R. sch 26. November l870) tritt der nächste Anwärter ans das Fideikommiß Neschwitz: Maximilian Franz Maria Joseph Graf v. P.-N., * zu Halle gm 8. März 1827, der ältere Sohn des oben erwähnten Franciscus Fridericus Maximinus Grafen v. P.-N. den Besitz an. Der König von Preußen gestattete ihm, Berlin den l. April l87l, seinem Namen den Namen v. Riesch beizusetzen, sobald er als Nachfolger in das gräflich v. Rieschsche Familienfideikommiß seitens des kompetenten Lehnshofs anerkannt sei. Am 22. Mai 1871 erfolgte seine Eintragung als fideikommissarischen Besitzers der Rittergüter Neschwitz, Holscha, Milkwitz, Ubigau und Zescha. vermählt mit Maria Louise geb. Schubert starb er am 10. April 1874 ohne alle Deszendenz. Sein Bruder, Franz Maria Anton Leopold Graf v. P.-R., * zu Halle am 29. Juli 1860, war nun zur Nachfolge im Fideikommiß berechtigt. 6m 8. Juli 1874 wurde ihm vom König von Preußen gestattet, seinem Namen den Namen o. Riesch hinzuzusetzen. Nach seinem Tode gelangte am Z. Mai 1887 Baron Arnold Julius vietinghoff v. Riesch in den fideikommissarischen Besitz von Neschwitz. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 14, S. 106. 3) Gothaisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, 1867: Handbuch des preußischen Adels, II. Bd., S. 57. v. Niesch. 607 Ausübung der Majoratsrechte. Km 17. Januar 1843 leistete Gras Theodor krankheitshalber aus die substantiellen Befugnisse des Majorats und Familienfideikommisses Neschwitz und pertinentien zugunsten seines genannten Oheims als des nächsten Fideikommißanwärters Verzicht und trat ihm diese vom 1. Januar 1843 an ausdrücklich und feierlich ab. Graf Theodor starb unvermählt am 13. Februar 1864 zu Wien im Alter von 43 I. 10 M. 5 T. und wurde am 24. Februar in Neschwitz bestattet. — 1851 erschien von ihm ein Band Gedichte. 2. Anna Maria Josepha Komtesse v. N., geboren zu Gedenburg am 6. Oktober 1820. Sie vermählte sich am 4. Juni 1840 mit Edmund Grafen v. hacke, König!, preußischem Rittmeister z. D. und wurde am 1. April 1859 Witwe. Am 18. November 1895 starb sie in Dresden h. c. Johann Wols(gang) Siegismund Gras v. R., geboren am 21. Februar 1815 zu Neschwitz, getauft am 2. März, der Sohn des Grasen Johann Siegismund aus seiner zweiten Ehe, erhielt, nachdem sein Stiesneffe Theodor Gras v. R., wie oben erwähnt, aus das Fidei- kommiß Verzicht geleistet hatte, am 22. Februar 1843 den Erbbrief über die Neschwitzer MajoratsgüterI. Sein Gut Schmochtitz, das er von seinem Vater geerbt hatte, verkaufte er am 19./24. November 1856 an den Advokaten Earl Ludwig Otto Weber zu Bautzen für 56 327 Taler 23 Ngr. 3 Pf. Graf Johann Wolsgang Siegismund starb in der Heilanstalt Sonnenstein bei Pirna am 25. November 1870 und wurde am 29. in Neschwitz beerdigt. Tr war unvermählt geblieben und so erlosch mit ihm der Mannesstamm der Grafen v. Riesch. Wappen, freiherrliches, nach dem Diplom vom 7. August 1766: Schild geviert mit Herzschild: In Silber ein wachsender goldgekrönter roter Löwe, einen goldenen Stern in der rechten Pranke haltend. 1,4: in Grün 3 goldene Linksschrägbalken,' 2, 3: geteilt, oben in Gold ein wachsender schwarzer, goldgehörnter Steinbock, unten in Gold zehn schwarze Rauten in zwei Reihen. Freiherrnkrone. Drei gekrönte Helme, rechts: der Löwe des Herzschildes; mitten: goldbewehrter, gekrönter schwarzer Adler; links: der schwarze Steinbock wachsend. Decken rechts rot-silbern, mitten: grün-golden, links schwarz-golden. Schildhalter: tz vergl. Stammtafel der Grafen v. Hacke (Beilagezum Deutschen Herold Nr. 3, ldll). Mit ihr erlosch die gräfliche Familie Niesch. Der Lohn der Gräfin Hacke ist der üonter-kldmiral Graf Friedrich Hacke, vermählt mit Adele Freiin v. Buddenbrock; die Tochter der Gräfin Hacke, Gräfin Anna Hacke, ist vermählt mit dem Konter- Admiral Bartholomäus v. Werner. 2) In dem zum Kllodialvermögen des verstorbenen Grafen Franz Joseph Siegmund v. R. ff ll. März 1833), des früheren Besitzers des Majorats Neschwitz entstandenen Schuld- und Kreditwesen wurde sein Lrb- und Allodialgut Zescha mit Ausnahme dreier an das Majorat Neschwitz vergleichsweise überlassener Parzellen in dem Subhastationstermin vom 24. Februar 1834 dem Ernst Gustav Hermann v. Kpaw zugesprochen. Dieser verkaufte zufolge Kaufkontrakits vom 23. Februar 1844 Zescha an das von Isaak Wolfgang Grafen v. N. vermöge der am 5. März 1800 errichteten Urkunde gestiftete Familienfideikommiß und Majorat für 60 000 Taler. 6m 27. November 1844 wird für das gräflich v. Nieschsche Familienfideikommiß der Lrbbrief ausgestellt. 608 v. Rindfleisch. 2 widersehende silberne Einhörner. Tpross, lvappenbuch der Sächsischen Staaten, III. Band, Tas. 43. Wappen, gräfliches, nach dem Diplom vom 29. Juni 1792: Schild geviert mit Herzschild wie oben, l, 4: in Grün 3 goldene Rechtsschrägbalken; 2: in Gold zwei schwarze sechsstrahlige Sterne neben einander,- 3: in Silber zwei schwarze Lilien neben einander. Grasenkrone. Drei gekrönte Helme, rechts: der Löwe des Herzschildes; mitten: goldgekrönter schwarzer Adler; links: schwarze Lilie neben schwarzem Stern. Decken und Schild- Halter wie oben. Tproff a. a. D. III. Bd. Tas. 5. v. Rindfleisch. Hans Rindfleisch, aus Schlesien stammend, seine Brüder und deren Erben erhielten von Kaiser Friedrich III., Linz, den 14. Rpril 1485, einen Wappenbrief. Sn den Adelsstand erhoben wurde Hans zugleich mit seinen Söhnen Lhristoph und Peter von Kaiser Maximilian, Ulm, den 19. Rpril 1511h. Ehristoph, Hansens älterer Sohn, besaß das Gut Strachwitz und starb 1534,- Peter war im Besitz von Rasselwitz und beschloß im Jahre 1535 sein Leben. Peters jüngster Sohn Joseph vermählte sich mit Magdalena v. Arzat und hinterließ die Söhne Friedrich und Jakob Gebrüder v. R.'h. Dieser Friedrich v. R. besaß das Gut Sohra (140 von Görlitz). Kaiser Rudolph II. verwandelte ihm am 9. Juni 1603 dieses Gut aus Lehn in Erb und Eigen, nachdem er „zu desto besser Fortstellung dessen aus Uns und unfern Landen anitzo hastenden schweren Türkenkrieges mit unabmahnlicher Auszahlung fünfhundert Thaler für diese ihme erwiesene gnedigiste Besrephung unterthenigste Reeornpens gethan"h. Friedrich verkaufte sein „Stückgut" Sohra am 5. März 1615 seinem Bruder Jakob für 12 000 Taler und 70 Dukaten zur Verehrung. Vermählt war Friedrich mit Anna, geb. o. Schachmannh. Friedrichs Bruder Jakob v. R., den wir den Ersten (I.) nennen wollen, war seit 1615, wie erwähnt, im Besitze des Gutes Sohra. Lr hatte schon zuvor das Gut Gber-Rudelsdors (^8^ von Lauban) von Wilhelm v. Liedlau erworben und war am 26. August 1614 mit diesem Gute belehnt wordenh. Lr besaß ferner noch Zwecka (IdM von Seidenberg) und Tundors (14 von Seidenberg). Am 24. April 1635 starb er. Er war dreimal vermählt: I. 1604 mit Magdalena v. Hossmann"). Sie starb schon am l.Iuni 1605; II. 13. November 1608 mit Tunigunda v. Pförtner; III. mit Anna Maria v. Nostitz, die erst tz Gberlaus. Nachlese 1772, 5. 365, 367; verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II. Bd., S. 8S. 2) Gberlaus. Nachlese 1772, S. 316. h Staatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615 — 1689. h Ebenda. h Ebenda. °) Zur Hochzeit erschien die vom Breslauer Stadtarzt Daniel Rindfleisch und von Laspar Lonradus verfaßte Festschrift: „bluptiis . . . On. Oaoobi Rinäklsisobii, pstr. Vrutisl. cum vir§. (Na^llalsira), Ör. 8sb. Nokkinaimi, oons. tZoi-Iiosvsis klia." Wratisl., 6. Baumav 1604. 4". v. Rindfleisch. 609 im Jahre 1657 starb H. von Jakobs I. Söhnen sind zu nennen: Jakob II. und Lrnst Jakob. Jakob II. v. N., Jakobs I. erster Sohn aus seiner zweiten Ehe, geboren im Jahre 1609, stand eine Zeitlang in kaiserlichen Kriegsdiensten. Km 31. März 1637 wurde er aus der Straße bei Löbau von Straßenräubern überfallen und samt seinem Bedienten erschlagen. In Seidenberg wurde er bestattet^). Jakobs I. zweiter Sohn aus seiner zweiten Ehe war Ernst Jakob v. N., geboren im Jahre 16l4. Er baute das im Kriege gänzlich zerstörte väterliche Stückgut Zwecka wieder an^). Km 12. November 1647 vermählte er sich zu Ebersdorf mit Knna Elisabeth v. Bindemann, Tochter Thristoph Karls v. B.H. Da er bis zum Jahre 1654 nur drei Töchter und noch keinen Sohn hatte, so bat er den Kurfürsten, ihm Zweck« samt dem pertinenzstück Tundorf aus Lehn in Erbe zu verwandeln. Km l4. September 1654 genehmigte der Kurfürst die Erbverwandlung des Gutes, jedoch dergestalt, „daß swennj solches nach seinem Kbsterben aus seine Leibeserben männlichen und weiblichen Geschlechts und so fort aus alle andere in linea llescenllente von diesen entsprießende Leibeserben männlichen und weiblichen Geschlechts nicht fallen, sondern wenn es auf die Seitenlinsain kommen oder von ihnen oder aus ihrer Hand ihrer erforderten Nothdurft nach, denen LoIIatkralidus oder Fremden verkauft würde, wiederum die Natur und Eigenschaft des INannlehns an sich nehmen und behalten solle"''). Im Jahre 1657 beteiligte sich Ernst Jakob an der dem Kurfürsten Johann Georg II. von dem Dberlausitzischen angesessenen Kdel geleisteten Huldigung °). Ernst Jakob starb am 2. Februar 1660. Seine Witwe, die erst im Jahre 1700 starb H, mutete im Jahre 1661 das Erbe an Zwecka und Tundorf als Vormünderin der hinterlassenen Kinder ^): 1. Knna Dorothea, * 23. November 1649, 's 14. Februar 1688, X 1684 mit Heinrich Kdolph v. Borau-Kessel auf Mittel- Neutnitz. 2. Knna Latharina, * 1652. 3. Knna Elisabeth, X am 26. Oktober l672 mit Kdam Tarl v. pentzig aus Trattlau, Neutnitz, Nieda. Sie starb am 23. Kugust 1683. 4. Ernst Gottlob v. N., geboren am 21. September 1654, erhielt nach erlangter Mündigkeit am 25. September 1677 den Lrbbries 0 «vberlaus. Nachlese 1772, 5. 316; fI- oo. 31773, Rochow, vol. I. ft v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Kdels, 18d6, S. 255. ft Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde XXI, S. 118. d. (v.) Rode. 61Z ZU Potsdam 2. März 1818, gestorben zu Dresden 5. Dezember 1877*). Er hinterließ fünf Kinder: 1. Tiara Helene, vermählt mit Emil v. Bülow. 2. Tiara Amelie, vermählt mit Emil v. Wolffersdorff. 3. Heinrich Bernhard Adolph, geboren 24. Mai 1831, gestorben zu Dresden 26. Mai 1899, Herr aus Schwepnitz. 4. Heinrich Bernhard Theodor, geboren 1835. 3. Heinrich Bernhard Lothar. d. Larl Friedrich Ludwig, geboren 10. März 1772, Geheimer Justizrat. c. Friederike Thristiane, geboren 22. November 1773, vermählt zu Strauch Exaudi 1798 s20. Mais mit August Wilhelm Gott- hels v. Leipzigers. Wappen. Stammwappen: Im silbernen Schilde drei (2, 1) schwarze Nochens. Helm gekrönt. Kleinod: Rechts springender, wachsender Steinoder Ziegenbock. Decken schwarz-silbern. — Das freiherrliche Wappen vom Jahre 1640 in Tproffs Sächsischem Wappenbuch, III. Bd, Tas. 44. de (v.) Rode. Der Engländer „Dboinus äe Roäe, Rsc>: von Rustiton in der Grafschaft LtaKoräsIiire", geboren am 12. August 1719, getauft am 17. d. M.h, kam um die Mitte des 18. Jahrhunderts nach Deutschland und kaufte zu Michaelis 1772 von Thristoph Friedrich Gottlob v. Gablenz das Lehngut (Ober- und Nieder-Spree von Rothenburg, am weißen Schöps) und zugleich mit diesem Gute auch den bei der kurfürstlich Sächsischen Stiftsregierung zu Wurzen zu Lehn gehenden Bischofszehnten zu Kunnersdors von Görlitz) in höhe von 16 Scheffeln Korn und 16 Scheffeln Hafer oder in Geld 38 Taler 16 Groschen jährlich. Der Kaufpreis betrug 41 400 Rtlr. und 600 Rtlr. Schlüsselgeld. Am 17. Januar 1774 erhielt der Käufer den Lehnbries über (Ober- und Nieder-Spree^). 0 Gothaisches Freiherrliches Taschenbuch 1900. 2) v. Feilitzsch a. a. G. S. 285. tz vergl. v. Mülverstedt, Der heraldische Schachroche, Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, I, 8. 47 ff. ff Der Taufschein lautet: „8t. I-sonarä in 8t>orsclitoü, bliäcllossx. Oürists- ninA Osrtitieats. Tüoinas Koils, 8on ot Lüristoptisr Rollo ot Ruskton in tbo Oount^ ok ZtaKorüslnrs Rsc>: null ok -^.nn bis wiko, was bapti^oll on tüo 17 tü. llaz? ok t^uAust 1719, as appsars bz? tko Resistor. Rxtraetell on tlio 21 tk. llazs ok bka^ 1773. Ronr^ Osborno, KsAistor". Lehnsakten Lpree. °) vor der Belehnung war an ihn die amtliche Rufforderung ergangen, seine „vierschildige Rdels-Rnkunft" zu dozieren und seine Ronsession anzugeben. Hierauf reichte Thomas de Rode am 25. November 1775 seinen Stammbaum mit Wappenschild ein, . . . „woraus zur Gnüge erhellen wird, daß ich aus einer uhralten engeländisch adelichen Familie entsprossen sei, immassen der Rsguiro-Titul und Stand, so ich von meinen Vorfahren biß zum Ur-Groß-Vater bepgebrachtermaßen ererbet, den mittelsten Grad des engeländischen niedrigern Rdels anzeiget und zwischen den Lili^Uts und Oontlornon mitten inne stehet. Ts ist auch bekannt, wie genau es in Engeland mit denen Wapen genommen werde und daß deswegen ein besonderes 614 de (v.) Rode. Thomas de R. starb zu Nieskp am 18. Juni 1790 früh Uhr im Mer von 70 I. 10 IN. 6 T. „nach einer langwierigen Krankheit, die sich in einer Brustwassersucht endigte", vermählt hatte er sich zu Herrnhut am 21. Juni 1754h mit Ueichssreiin Johanna Sophia Elisabeth v. Schell, geboren aus dem väterlichen Gute Bauschlott in Schwaben am 9. (Oktober 1722, gestorben zu Nieskp am 16. Februar 1800. Ihre Litern waren Johann Friedrich Reichsfreiherr v. Schell, geboren zu Stuttgart am 21. September 1694, Legationsrat in Hessen- Lassei, dann Ranzleidirektor am hessen-homburgischen Hofe, seit 1745 in Diensten der Vrüdergemeine, gestorben zu Herrnhut am 7. März 1767, vermählt am 21. September 1719 mit Eleonore Sophie geb. v. Uffel- mann, gestorben 1744 in Frankfurt a. lN., Witwe des 1710 verstorbenen halleschen Rechtsgelehrten Johann Samuel Strich. Thomas de R. hatte folgende Rinder (1—4): 1. Rnna Dorothea, geboren 6. September 1755, gestorben 4. Dezember 1825, vermählt 4. Februar 1777 mit Johannes v. Lutz, genannt Lucius. Rm 12. Dktober 1791 erhielt sie den Lehnbries über das väterliche Gut Spree. 2. Johann Friedrich, geboren zu Nieskp 15. Februar 1758, gestorben daselbst an den Blattern 31. Januar 1774. 3. Tharlotte Elisabeth, geboren zu Neudietendorf 27. Februar 1763, gestorben zu Nieskp 10. Dezember 1834, vermählt 1793 mit Johann Rndreas Sprecher v. Vernegg in Jenins. 4. Louise Sophie, geboren zu Nieskp 19. Rugust 1758, gestorben daselbst 30. INärz 1814 unvermählt. Wappen: Der Schild ist in seinem oberen Drittel schwarz ohne Bild, in den unteren zwei Dritteln silbern und zeigt hier zwei neben einander stehende schwarze vierblätterige Blumen mit je einem nach unten gehenden gewundenen Stiel. Helm und Decken fehlen. (Nach einer Zeichnung in den Lehnsakten Spree.) Königliches Gericht niedergesetzet sep, das öffentliche ^eta darüber hält, in welchen sud anno 1620 dieses Familien - Wapen bep dem Nahmen Rollo ok Okostiiro vorgezeichnet stehet und woraus ich selbst den Abriß, davon beiliegende Lopie genommen worden, erhalten habe. Hierbei aber muß ich mich darauf beruffen, was gemein bekannt ist, nähmlich: daß in England alle Frauen; - Personen, wenn sie gleich aus einem bürgerlichen Geschlechts herstammen, dennoch vor adelich geachtet werden, sobald sie sich an einen von Adel verheprathen. Daher kommt es, daß daselbst bei> denen Stamm - Bäumen die Ehegenossinnen und ihre Herkunfft nicht mit angemerckt werden und daß in Lngeland der vier-, acht- und sechzehn-schildige Adel im deutschen verstände unbekannt ist. Weil ich auch nunmehr schon über 20 Jahr aus England weg bin, so ist mir es nicht möglich gewesen, die Abstammungen von mütterlicher Seite mit bepzufügen" ... Lr schreibt ferner, er fei in der bischöflichen oder hohen Kirche getauft worden, gehöre der evangelisch-lutherischen Konfession an und habe sich bereits 1744 zur evangelischen Brüdergemeine bekannt. Mit dem Baron v. Wattewille sei er durch Frankreich und die Schweiz gereist, habe in Herrnhut, dann vierzehn Jahre in Nieskp gelebt, hierauf einige Zeit lang die Inspektion über das burggräflich vohnaische Gut Erebus gehabt. Lehnsakten Spree. H Line Anzahl von Daten verdanken wir der Auskunft de; Archivars der Evangelischen Brüdsr-Unität in Herrnhut, Herrn v. tkool. Müller. v. Rodewitz. 615 v. Nodewitz. Vas Geschlecht v. Rodewitz ist urkundlich mit Sicherheit seit der Mitte des 14. Jahrhunderts in der Gberlausitz nachzuweisen: Jakob v. R. war im Jahre 1354 Zeuge, als Gtto v. Luttitz das vors Liserode (bM von Löbau) dem Kloster Marienstern überwies. Sein Stammgut Rodewitz (wohl das von Löbau gelegene Gut dieses Ramens) hatte das Geschlecht schon zu Anfang der 15. Jahrhunderts an die v. Kopperitz verkauft*). I. Linie Friedersdors. „Heinze von Rodewiz auf Fredersdorf" ist der erste seines Geschlechts, der uns als aus Friedersdors (0 von Neusalza) gesessen urkundlich überliefert wird. Er verkaufte im Jahre 1469 Güter zu Klein-Radmeritz (1M0 von Löbau) und Baschkewitz^) für 240 Mark an Hans v. Gersdorfs zu Vischdorsh. heinzes Enkel, die sechs Gebrüder Bernhard, Heinrich, Taspar, Hans, Peter und Thristoph v. R. gelangten im Jahre 1532 in den Besitz des Gutes Friedersdorf*). Rm 14. Rugust 1559 belehnte Kurfürst August von diesen sechs Brüdern noch Bernhard, Heinrich, Hans und Thristoph mit dem Niederdorfe Friedersdorf „in der pflege zu Budissin"^). Und gegen Ende des 16. Jahrhunderts, am 31. März 1595, verreichte der Administrator Friedrich Wilhelm von Weimar den „Gevettern" Peter und Thristoph v. R. das Gut Nieder-Friedersdors. Thristoph war damals schon hochbetagt und vergaß der Lehn Folge zu leisten, fand jedoch für sein versehen Entschuldigung bei seinem Lehnsherrn°). Vieser Thristoph v. R. aus Friedersdorf hatte am 26. November 1592 als einer der Beisitzer des Landvogts an einer Ehrentafel („Ritterrecht") im königlichen Schlosse zu Bautzen teilgenommen'). Im Jahre 1600 erscheint „Thristoff von Gerßdorff alß die itzige Lrbsherrjschafft" von Nieder-Friedersdorsh, im Jahre 1601 wird als Erbherrschaft genannt Peter v. R. und Thristoph v. Gersdorffh. Wenige Jahre später, im April 1604, treten als Erbherren auf Rudloss v. R. und Peter v. R. „Gevettern"*°). Dieser Rudolph (oder Rudloff), dem der Beiname „der Altere" in den Lehnsakten von Friedersdorf zu teil 0 Ooä. äiplom. 8ax. rs§. II, I, 5. 102; Knothe, Geschichte des Dberlausitzer Rdels, 1879, S. 451. 2) paschkowitz, Ortsteil von Klein-Radmeritz, vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 7Z, 5.162. s) verzeichniß Gberlaus. Urkunden I, 5. —8. Heft, 5. 110. tz Knothe a. a. O. 5. 452. Lehnsakten Friedersdors. o) In einem Lchreiben des Administrators Friedrich Wilhelm von Weimar heißt es im Jahre 1598 von Thristoph v. R., ... „das er Rodewiz nicht aus vorsaz, sondern alß ein alter und fast kindischer Mann, auch aus Unwissenheit, den Lehen nicht gebührende volge gethan". Lehnsakten Friedersdorf. 0 Larpzov, Lhren-Tempel der Ober-Lausitz, 1719, I, 5. 165. s) „Der Lcheppen zu Friderschdorff Gerichts Memoriall, aufgerichtt im 1521. Iar" rc., Manuskript in unserem Uesitz, Fol. 111. 2) Ebenda, Fol. 113d. io) Ebenda, Fol. 118b. 616 o. Rodewitz. wird, entschuldigt sich in einem Schreiben an den Kurfürsten vom 16. März 1616, daß er die Lehn über Friedersdorf nicht habe suchen Könnens. Später hatte er viel unter den Unbilden des Krieges zu leiden. So meldete er am 22. November 1620 dem Kurfürsten, daß das Jägerndorssche Kriegsvolk, über 800 Mann stark, seine zwei Sitze und Vorwerke in Friedersdorf nebst dem Beigut im (Oberdorfs geplündert, 460 Schafe, 87 Stück Rindvieh, 5 Pferde mit Geschirr, 5 Wagen und 400 Schock Getreide geraubt habe, weil er ein kurfürstlicher Lehnsmann sei und sein ältester Sohn sich in kurfürstlichen Kriegsdiensten befinde. Gleichzeitig bat er um eine sulvu §uurclia^). Noch im Jahre 1621 im Mai führt ihn das Friedersdorf Schöppenbuch °) auf als „Rudolfsen von Rodewitz den eitern Lrbherrn alhier zu Friederstorff". Lin anderer Rudolph v. R. wird noch im Jahre 1637 als Erbherrschaft von Friedersdors bezeichnet^). Lr starb „im herbst 1640" und war vermählt mit Barbara v. Uechtritz aus Fuga°), die zu Rus- gang des Jahres 1643 starb. Lr hinterließ, soweit bekannt, zwei Söhne und eine Tochter (1—3): 1. Laspar Lhristoph. Siehe unten. 2. Peter Rbraham. Siehe unten S. 617. 3. Martha. Sie vermählte sich am 3. Rugust 1637°) mit Wolf Heinrich v. Leubnitz. Diesem seinem Schwiegersohn verkaufte Rudolph, wie er im Jahre 1631 dem Kurfürsten meldet, ein „Stücklein Gutt". Ls war dies das sogenannte „Vorwerk", das der v. Leubnitz für 2000 Taler erwarb h. 1. Laspar Lhristoph und sein Bruder Peter Rbraham in Gemeinschaft mit den gesamten Gläubigern ihres verschuldeten Vaters verkauften am 14. Rpril 1649 Nieder-Friedersdors an Lhristoph Volkmar v. Gersdorfs auf Baruth und See, Hans Lhristoph v. Nostitz aus Guttau und Bolbritz und (Oswald Nietsche, Bürger zu Bautzen. Lin den h In diesem Schreiben fährt er folgendermaßen fort . . . „vieweil aber nach Gottes gnedigen Willen eben zu solcher Zeit zwep Jhar nach einander nicht alleine in den angrentzenden nnd benachbarten Stedten und Dorffern die gifftige Seuche der Pestilenz hefftig grassiret, sondern auch in meinem vorffe nnd der ganzen zugethanen Rirchfart gar wenig Bawershöfe, sambt den kleineu Heußlein rein und unbefleckt gewesen, in maßen es denn mich auch selbsten auf meinem Hoffe betroffen und mir ein Rind neben etlichen vienstgesinde gestorben, so Hab ich dieser Ursach halben nirgents hinfliehen oder außreißen, viel weniger gemeldete meine Belehnung und andre mir angelegene Sachen der Notturfft nach befördern können, sondern Hab alles Roth- und Sterbensgefahr halben ahnstehen lassen und dem Rll- mechtigen Gott unter seiner väterlichen Ruten in Gedult daheim fußhalten müssen, welches nicht alleine in gemein fast landkündig, sondern auch viel ehrlichen Leutten insonderheit gnugsamb bewust ist". Tr bittet . . . „mir alten und fast verlebten Manne umb meiner meres teilß noch kleinen unerzogenen Söhne" einen Tag zur Belehnung zu bestimmen. Lehnsakten Friedersdorf. 2) H.-St.-R. Gen. Boo. 31783, Rodewitz, h Fol. ISIb. H Friedersdorfer Schöppenbuch vom Jahre 1521, Fol. 178. b) v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, V.Teil, 1793, S. 93. °) Ebenda, L. 93. Hier steht irrtümlich anstatt v. Rodewitz: „v. Rackwitz". H Mütze, Unser Wohn- und Heimatort Vberfriedersdorf, 1904, S. 41. v. Rodewitz. 617 Gebrüdern v. R. durch den Schösser von Stolpen, Andreas Becker, übersandtes Schreiben mit der Aufforderung die Lehn an Friedersdorf aufzulassen, nahmen sie nicht an, worauf im Jahre 1650 der kurfürstliche Befehl erging, der Schösser solle ihnen ihren Ungehorsam verweisen und bei einer namhaften Strafe auserlegen, das Schreiben anzunehmen. Im September 1650 wurden sie endlich, da sie immer noch nicht die Lehn ausließen, zu 50 Goldgulden Strafe verurteilt. Caspar Christoph scheint überhaupt eine eigenmächtige Natur gewesen zu sein: Lin dicker Band von 265 Blatts führt den Titel: „Martin Neitsch fName des Frieders- dorfer Richters) contra Caspar Christophen von Nodewitz zu Friedersdorf wegen verübter Gewaltthätigkeiten 1639 — 1668". Im Jahre 1650 schreibt sich Caspar Christoph „zu Rottmarsdorf" (^V von Herrnhut, 88^ von Löbau). Caspar Christoph v. N. hatte sich am 16. p. Trinität. 1643 (17. September) vermählt mit Unna Sabina v. Uechtritz, die am 30. März 1667 starb. Cr hatte folgende Rinder^) (a —ll): a) Rudolph Nbraham, * 27. Mai 1645. Cr hatte später (um 1674) Grundbesitz in Nieder-Dderwitz (K^V von Zittau) und starb im Alter von 86 Jahren am 14. Mai 1731. vermählt war er mit Anna Dorothea v. Gelsnitz, die durch einen unglücklichen Sturz am 5. Juli 1719, 72 Jahre alt, ihr Leben verlor. Lin Sohn Rudolph Abrahams, Caspar Gottlob, starb als Leutnant unvermählt am 22. März l708 im Alter von 36 Jahren^). b) Maria Elisabeth, * 25. August 1646 (1647?). c) Anna Tatharina, * 2. (7.) September 1650. 6) Anna Sabina, * 9. Februar 1654. e) Hans Caspar, 's 1656. t) Caspar Gottlob, * 24. (26.) Februar 1658. §) Hans Christoph, * 1660. li) Caspar Christoph, * 27. Oktober 1662, 'f a. o. 2. Peter Abraham, der jüngere Sohn Rudolphs, hatte sich, wie er am 2./12. Februar 1644 dem Rurfürsten meldetH, vor sechzehn Jahren unter die kaiserliche Armee begeben und bei ihr ununterbrochen gedient. Als kürzlich das Heer vor Zittau gerückt sei, habe er sich nach Friedersdorf begeben und daselbst erfahren, daß sein Vater Rudolph v. R. „im Herbst 1640", seine Mutter zu Ausgang des Jahres 1643 gestorben sei. Wegen seiner Abwesenheit habe er die Lehnspslicht nicht ablegen können und bitte, ihn „propter meain justain absentiain et ^uoll inilites potius arina c^uam Ie§es seine äebeant" zu entschuldigen. Am 6. Februar 1644 wurde er mit Friedersdorf belehnt. — Daß Peter Abraham gemeinsam mit seinem Bruder Caspar Christoph im Jahre 1649 Friedersdors verkaufte, ist bereits erwähnt worden (vergl. S. 616). Das Gut, tz H.-St.-R. Geneal. Too. 31783, Rodewitz. H Rloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Band XIV, v. Rodewitz. ») Neues Laus. Mag. Bd. 43, S. 401. tz Lehnsakten Zriederrdorf. 618 v. Rodewitz. das nachweislich an die 200 Jahre im Besitz des Geschlechts v. R. gewesen war, kam also nun in andere Hände. II. Linie Spremberg —Lawalde — Lauske —Zschorna. Heinrich v. R. — es läßt sich nicht ermitteln, ob er einer der Gebrüder v. R. ist, die im Jahre 1532, dann auch 1559 mit Friedersdors belehnt wurden (vergl. oben 5.615) — Heinrich v. R. starb im Jahre 1578 und hinterließ sein Gut Spremberg von Friedersdorf, blO von Neusalza) und dazu zwei 5öhne: 1. Friedrich zu „Schweikdorf" und Friedersdors. von ihm hören wir nichts mehr. 2. Peter. Km 13. (Oktober 1586 war er mit dem halben Dorfe Spremberg belehnt, am letzten März 1595 war ihm der Lehnbries erneuert worden. Gr wurde vor dem Fahre 1610 innerhalb des Gerichtsbezirks der 5tadt Bautzen ermordet H. Peter hatte zwei Löhne: I. Kd am. Liehe unten 1. Bst. II. Friedrich. Liehe 5. 621 2. Bst. 1. Rst. (Spremberg, Gbersdors.) I. Rdam v. R., Peters Lohn, erhielt im Fahre 1608 das väterliche Gut Spremberg. Den Schaden, den er vom markgräflich Fägern- dorsschen Kriegsvolk im Winter 1620/21 auf seinem Gute Spremberg erlitt, bezifferte er aus 10 000 Fl?). Hans Ernst v. Gersdorff zu Wilthen schloß mit Rdam v. R., fast gleichzeitig aber auch mit Rbraham v. pslugk einen Kaufvertrag über sein Gut Wilthen (88^V von Bautzen) ab. Hieraus entstanden für alle Teile große Weitläufigkeiten und Irrungen. Der Vertrag mit Rdam v. N. lautete vom 22. Funi neuen Kalenders des Fahre? 1619, der Kaufpreis betrug 22100 Fl. Meißnisch, worauf Rdam sofort 600 Fl. baar anzahlte,b). Schönbach (8^V von Löbau) gehörte Rdam ganz oder wenigstens zum Teil, denn er verkaufte ein Stückgut zu Schönbach an Caspar v. Rodewitz, der am 27. Mai 1615 hiermit ff Weinart, Rechte und Gewohnheiten der Rlarggrafthümer Ober- und Niederlausitz, 5. Teil. 1795, S. 145. ff ff.-St.-6. Roe. 9189, Dritter Buch Dberlaus. Sachen, snno 1621, Fol. 240. ff Der Rauf wurde abgeschlossen im Beisein der Ehrlichen von Rdel: Balzers v. Dersdorfs auf Sohland und Rudolphs v. Dersdorfs auf Lawalde. Oer Vertrag schloß mit den Worten: „Dessen zu wahrer stet fester adelicher und unwiderruflicher tzaltung haben sich beide, Verkäufer und Raufer, freiwillig wohlbedächtig vorwilliget bei adelicher Treue und Glauben: welch Theil zurückkommen und nicht halten wolle, das nicht haltende dem haltenden Theil 1000 Fl. Meißnisch zu erlegen schuldig sein soll und will, treulich sonder einige Gefährde". Der Rurfürst entschied in der peinlichen Rngelegenheit in einem an den ffauptmann zu Stolpen, ffans Georg v. wehse und den dortigen Schösser Hans Großmann gerichteten Schreiben vom 11. September 1619: . . . „Wir seinndt nunmehr gnedigst zufrieden, das Rdam von Rodewitz mit dem Dutte Wilthen, welches er von Hans Ernsten von Gerßdorff erkaufst, weil er vor Rbraham Pflügen ein besser Recht daran erlanget, beliehen und er in desselben würcklichen Possess und Besitz gebracht werde, begehren derowegen hiermit gnedigst, ihr wollet solches dem vorkeuffer und Reuffer unvorlengt zu erkennen geben, auch eines förderlichen Tages voreinigen, nach Wilthen begeben, gedachten von Rodewitz v. Rodewitz. 619 belehnt wurde *). Im Jahre 1620 hielt Rdam das Gut Schönbach, „eine Meile Weges von der Liebaw gelegen, in Furmundschafft meiner Freündin und Wapsen Tatharina Rodwitzin" und bat in dem genannten Jahre um eine salva §uarctia für das GE). Wenige Jahre später, 1625, finden wir Rdam als Besitzer des Gutes Duitzdors (^V8^V von Rothenburg, am schwarzen Schöps). Gr beklagte sich im Jahre 1628 beim Rurfürsten, es sei in seiner Rbwesen- heit auf Ansuchen Bernhards v. Jornitz die Hilfe in sein Gut Csuitzdors angestellt, Scheunen und Schüttböden seien zugeschlossen worden h. Als Besitzer Csuitzdorfs erscheint Rdam neben Heinrich v. Zezschwitz aus Lubachau als Zeuge bei der Belehnung seines Bruders Friedrich v. R. mit Lawalde am 8. Dezember 1629. Wenige Jahre später siedelt sich Rdam in der Herrschaft Friedland an. Gr erwirbt das Gut Ullersdorf (Rieder-Ullersdorf, 80 von Seidenberg) mit vier Gärtnern und erhält es im Jahre 1639 vom Grasen Matthias Gallas zu Lehn verreichth. Im Jahre 1648 starb Rdam. Cr hatte sich im Jahre 1624 verlobt mit Rnna Elisabeth geb. „Bambach",- auf den 10. Februar des genannten Jahres war die Hochzeit festgesetzt worden h. Rdam hinterließ folgende Söhne: 1. Johann (Hans) Ludwig. Siehe unten. 2. Georg Rdam. Siehe unten Z. 620. 3. Larl Heinrich. Siehe unten S. 621. Sie erhielten am 24. Juli 1649 Indult wegen ihres väterlichen Gutes Spremberg. 1. Johann Ludwig v. R. tauschte am 8. März 1651 Spremberg ein gegen das bisher im Besitz Gotthards v. Bindemann befindlich gewesene Gut Lbersdorf (8 von Seidenberg, an dieses grenzend) in der Herrschaft Friedland. Da Spremberg mit 8 800 Talern, Lbersdorf mit 5000 Tlrn. bewertet war, so erhielt Johann Ludwig noch die Differenz von 3 800 Tlrn. herausgezahlt°). Schon wenige Tage nach in dasselbe würcklich immittiren, die Leuthe und Unterthauen mit Pflicht und Diensten an ihn weisen und ihme darneben crafft dis aufferlegen, ein mehrers nicht alß die vorconsentirte Schulden, so itzo aufs dem Gutte wilthen hassten, außzahlen, die übrige Rauffsumma aber alß ein Lehen, in und auff dem Duth stehend, behalte, dem von tberßdorff jährlichen gebürlichen vorziusen, und bis er solches Deldt an ein ander Lehengutt wirdt angewendet und er, der von Rodewitz, der Rbfolgung halben von uns ausdrücklichen Befehl habe, nichts weiters abgeben" . . . Lehnsabten Mlthen. Rm 2. Dktober lbld erläßt der Rurfürst an den kjauptmann und Schösser zu Stolpen nochmals den Befehl, sie sollten „die Immission und gebührliche Anweisung der Unterthanen unverzüglich efsectuiren und zu Werk stellen", weitere derartige kurfürstliche Befehle ergehen am 4., 14. Dktober, 2. November lbld. 0 kj--5t.-kl. Boo. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Vber- lausitz oo. 31783, Rodewitz. fl Th. Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1783, S. 34. fl Ebenda, S. 34. 624 v. Rodewitz. Caspar Heinrich III. starb in Bautzen am 7. Mai 1755 im Filter von 60 I. weniger 16 T. und wurde am 10. d. M. in Hochkirch begraben. vermählt hatte er sich am 22. September 1716 mit Christiane Tugendreich v. Ziegler und Klipphausen, geboren zu Wurschen am 2. Februar 1698, gestorben am 26. Juli 1741, Tochter Friedrich Adolphs v. Z. u. Ul. auf Ivurschen und NechernH. Caspar Heinrich III. hatte folgende Kinder (a —k): a) Johann Friedrich Heinrich, * 8. September 1717, f 4. Juli 1722. b) Ferdinand Rudolph Gottlob, * und -f im Jahre 1719. e) Johann Rudolph August. Siehe unten. 6) Carl Gottlob Adolph, * 29. November 1722, ch 3. Dezember 1722. e) Caroline Sophie lvilhelmine, * 4. (7.?) Dezember 1723, vermählt 24. Mai 1756 mit dem kurfürstlich Sächsischen Kanzler Hans Georg v. poigk auf Ringethal; sie starb nach 23 jährigem Mitwen- stand zu Dresden am 7. Juli 1790"). k) Christiane Sibylle Henriette, * 23. Oktober 1725, f 27. März 1741. c) Johann Rudolph August v. R., der einzige seinen Vater Caspar Heinrich III. überlebende SohnH, geboren auf dem Hause Lauske am 19. Juni 1720, kam als Page an den Brandenburg-Ansbachschen Hof, wurde 1739 markgräslicher Hofjunker, unternahm eine Reise nach Holland und Frankreich, verließ 1744 als Kammerjunker die Ansbach- schen Dienste und ging in die Heimat zurück. Am Landtage Elisabeth 1744 ernannten ihn die Landstände zum Agenten am Dresdner Hofe, 1746 wurde er Mitglied des weiteren Ausschusses der Dberlausitzischen Stände, 1750 lvaisenamtsdeputierter und Beisitzer des lluäieiurn oräi- nai-iuin, 1756 königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, 1763 Landesältester. Cr starb zu Bautzen an einem auszehrenden Fieber am 15. Mai 1789 zur Mittagszeit im Alter von 69 I. weniger 6 lv. und wurde am 19. auf dem Taucherfriedhof bestattet. vermählt hatte er sich zu Lauske am 11. Juli 1748 mit Sophia Ernestine v. Kyaw a. d. H. Gießmannsdorf"), geboren am 8. Mai 1726, gestorben zu Neudorf am 3. November 1787 früh halb ein Uhr im Alter von 61 I. 5 M. 25 T. Am 7. November wurde sie in Klix begraben"). Frau Sophia Ernestine und ihre Schwester, Fräulein Johanna Henriette Eleonore v. Kyaw erbten von ihrem Vater Johann Ernst tz v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, III. Bd.. 5.259. 2) a, b, 6, k nach Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XIV, v. Rodewitz. H Zamiliengeschichtl. Blätter, 6. Iahrgg. 1908, 5. 55; Laus. Magazin 1790, 5. 254. 4) vergl. Laus. Magazin 1789, 5. 175. b) vergl. Laus. Magazin 1787, 5. 564. In Bd. I, 5. 945 dieser Rdelsgeschichte ist irrtümlich der 5. Dezember 1787 als ihr Todestag angegeben. ") Ihr Leichenstein befindet sich noch an der äußeren Mauer der Kirche zu Klix. v. Kodewitz. 625 v. Ryaw die Güter Gber-Ullersdorf und Sommerau (beide 80 von Zittau) und erhielten im Jahre 1751 den Erbbries über diese Güter. Die jüngere Schwester verkaufte am 6. April l762 ihren Anteil an Frau Sophia Ernestine für 28 500 Taler. Diese trat am l 3. Dezember 1753 ihrem Gatten Johann Rudolph August v. A. das Erbgut Sommerau für 6000 Taler käuflich ab; Gber-Ullersdorf veräußerte sie zu Michaelis 1773 an Johann Georg Friedrich Grafen v. Einsiedel, dem am nämlichen Tage Johann Rudolph August auch Sommerau verkaufte. Johann Rudolph August hatte zu Johanni 1745 von seinem Vater das Gut Zschorna für 10000 Taler gekauft und am 16. März 1746 den Erbbrief erhalten. Am 27. Mai 1748 nahm sein Vater Zschorna wieder an sich und überließ seinem Sohn dafür das auf 26 000 Taler geschätzte Erbgut Lauske. Am 26. März 1749 wurde Johann Rudolph August mit Lauske belehnt. Er verkaufte das Gut am 19. März 1776 an Gottlieb Wilhelm v. Bressler. Uber den Erwerb des Gutes Sommerau (1753) seitens Johann Rudolph Augusts, sowie über den verkauf dieses Besitzes an den Grafen Einsiedel (1773) ist soeben berichtet worden. Wegen des von Taspar Heinrich III. seinen Rindern hinterlassenen Gutes Zschorna fand am 28. August 1755 zwischen Johann Rudolph August und seiner Schwester ein Erbsonderungsrezeß statt, dem zufolge Laroline Sophie Wilhelmine ihrem Bruder das Gut zu der im väterlichen Testament angegebenen Summe überließ. Vieser verkaufte Zschorna am 19. März 1776 an Gottlieb Wilhelm v. Bressler und kaufte nun dafür am 19. August 1777 von Taspar Gottlob v. Schlieben das Rittergut Neudorf an der Spree (bUM von Bautzen) für 8700 Rtlr. und 100 Tlr. Schlüsselgeld. Am 18. November 1777 empfing er die Belehnung. Zufolge seiner letztwilligen Verfügung fiel das Gut nach seinem Ableben an seine Schwester Frau Laroline Sophie Wilhelmine v. poigk, geb. v. R. B. Tarl Gottlob v. R., der zweite Sohn Taspar Heinrichs I., geboren am 24. Juni 1646h, trat in kurfürstlich Sächsische Rriegsdienste. Als Hauptmann kaufte er am 29. Mai 1687 von Siegfried v. Rabenau das Gut Wendisch-Paulsdorf (KIO von Löbau) und erhielt am 30. März 1688 den Lehnbrief ausgefertigt. Er vermählte sich am 8. März 1684h mit Anna Sophia v. Nostitz, geboren am 16. Dezember 1663 als Tochter Tarl Christophs v. N. auf Döbschütz und Arnsdorf. Gegen angenommene 1500 Taler Ehegeld ließ Earl Gottlob seine Gattin am 28. Februar 1690 mit 1500 Talern Gegenvermächtnis, 400 Tlrn. für die weibliche Gerechtigkeit, 500 Tlrn. zum Hausgelds und 200 Tlrn. Morgengabe aus sein Gut Wendisch-Paulsdorf verleibgedingen, auch wegen zugebrachter 2374 Tlr. 18 Gr. Paraphernalien ihr einen Gberamtskonsens aus sein gedachtes Gut erteilen. tz Geburts- und Todesdatum nach Kloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Bd. XIV, v. Nodewitz. 2) Nach dem Kirchenbuch von Nielaune in Nlspt. B.I.30, I.Teil, S.S89, Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. 626 v. Rodewitz. Larl Gottlob starb als kurfürstlich Sächsischer Gberstwachtmeister, nachdem er in der Belagerung von Mainz verwundet worden, am 2l. Nugust 1691 zu Windsheim. Seine einzige Tochter Johanna Charlotte vermählte sich mit dem Kapitän Ndam Bruno v. Büchner. Larl Gottlobs Gut Wendisch - Paulsdorf gedieh an seine Brüder, deren ältester, Hans Friedrich v. N., es übernahm, wie bereits erwähnt (vergl. S. 622). 6. Laspar Heinrich II. v. R., der dritte Sohn Caspar Heinrichs I., geboren am 21. Dezember 1647, gestorben im März 1714h, kaufte am 11. November 1677, damals Kammerjunker und Rittmeister, von Christoph Gottlob v. Schwanitz das Gut Mittel-Herwigsdorf (80 von Löbau) für 8000 Taler und wurde am 8. Nugust 1678 belehnt. Der Kurfürst verwandelte ihm dieses Gütchen, das er, wie der v. R. am 18./28. Mai 1679 schreibt, „von meinem und meiner Lheliebsten absonderlichen psculio adquiriret", am 12./22. Mai 1680 aus Mannlehn in Nllodial- und Erblehnh. hierzu erwarb er das Lehngut Nieder-Mittel-Her- wigsdorf („Scharfsöderisch") zu Walpurgis 1683 von Larl Heinrich v. Schwanitz. Das Lehngut Mittel-Herwigsdorf ging nach Laspar Heinrichs II. Bestimmung nach seinem Tode an seinen Bruder Johann Friedrich und, wenn dieser nicht mehr am Leben sein sollte, an dessen Sohn Laspar Heinrich III. v. R., das Erbgut Mittel-Herwigsdorf dagegen an Johann Friedrichs Tochter Johanna Sophia (vergl. S. 623) über. Das väterliche Gut Nieder-Lawalde war nach Laspar Heinrichs I. Tode (h 11. März 1690) seinen vier Söhnen zugefallen. Bis von diesen der jüngste, Laspar Siegmund, der das Gut übernommen hatte, gestorben war (f 21. Januar 1702, siehe unten), fiel es an seine überlebenden Brüder Hans Friedrich und unfern Laspar Heinrich II. Vieser überließ zufolge Vergleichs vom 28. Februar 1702 seinen halben Nnteil an Lawalde seinem älteren Bruder Hans Friedrich für 4000 Taler (vergl. S. 622). Caspar Heinrich II. starb im März 1714. Lr war vermählt mit Nnna Sabina v. Klüx, Tochter Wolf Heinrichs d. N. v. Kl., der nachgelassenen Witwe Heinrichs v. Seidlitz auf Nodewitz. Gegen laut Lhestiftung vom 17. Oktober 1675 und (Quittung vom 25. Januar 1678 angenommene 2000 Tlr. Ehegeld ließ er sie am 8. Nugust 1678 mit 2000 Tlrn. Gegenvermächtnis auf sein Gut Mittel-Herwigsdorf verleibgedingen. Nm 14. Juni 1703 starb sieh. Die Lhe war kinderlos. v. Laspar Siegmund v. N., der vierte Sohn Laspar Heinrichs I., geboren am Tage Martini 1650 fl l. November), gestorben am 21. Januar 1702h, vermählte sich am 9. März 1693 mit Nnna Christin« geb. v. Naschke, verwitwet gewesener v. Soeben, die am 13. Juli 1701 starb h. Lr begab sich in kursächsische Kriegsdienste, rückte bis zum tz Kloß a. a. G. Bd. XIV, v. Rodewitz. 2 ) H.-Lt.-R. Ho. 9848, Vas achte Buch rc., Hol. 233, 273. s) Kloß, Gen. Nachrichten, Rlspt. Bd. XIV, v. Rodewitz. tz Dieses Sterbedatum geben die Lawalder Lehnsakten. Sein im Löbauer Rluseum befindliches hölzernes Epitaphium nennt als Todestag den 2. Januar 1701. Gurlitt, Bau- und Runstdenkmälsr Sachsens, 34. Heft, S. 301 (daselbst Abbildung des Epitaphs). h Rloß a. a. D. Bd. XIV, v. Rodewitz. v. Nodewitz. 627 Oberstleutnant aus und übernahm nach seines Vaters Tode das Gut Lawalde in brüderlicher Teilung. Km 22. Februar l69l wurde er belehnt. Nach seinem Tode fiel, wie erwähnt, Lawalde an seine ihn überlebenden Brüder Hans Friedrich und Laspar Heinrich II. In keine der angegebenen Linien einzureihen vermögen wir folgende Glieder des Geschlechts: Frau Ursula v. U., geb. v. Kalckreuth a. d. H. „Lypsche" (Lipschau im Kreise Sagan) starb am 2. Dezember . . . und wurde am 29. Dezember ... in Klix bestattet, ihres Alters 83 I. 4 M. und „etliche Tage"H. — Laspar v. R. hatte von seinem Vetter Adam v. U. — als „Vetter" wird er in den Schönbacher Lehnsakten bezeichnet — das Stückgut Schön- bach (8^V von Löbau) gekauft und war am 27. Mai 1615 belehnt worden'H. Taspar verkaufte zwei Bauern zu Schönbach im Jahre 1619 an Taspar v. Wolffersdorff. Tr starb im Jahre 1620 und hinterließ, soweit bekannt, nur eine Tochter Tatharina v. U., die unter Vormundschaft Adams v. U. auf Spremberg kam (vergl. 5. 619) und 1621 oder 1622 ihr Stückgut Schönbach an Lhristoph v. Luttitz auf Wartha verkaufte. Sie vermählte sich später mit lvtto d. I. v. Nostitz zu Ouitzdorf. — Tarl Ludwig v. N. besitzt im Jahre 1691 das Gut Lbersdorf (8 von Seidenberg) H. — Heinrich Wolf v. R. Ihm wird nach dem Kirchenbuch von Nieder-Gderwitz am 18. Januar 1681 ein Sohn Taspar Rudolph geborenH. — Wappen: Schild gespalten von Gold und Schwarz, belegt mit einem schrägrechts gestellten, oben und unten abgehauenen, aus jeder Seite je zweimal geästeten Baumstamm in verwechselten Farben. Helm gekrönt. Kleinod: Drei Straußenfedern, deren mittlere schwarz ist, deren äußere golden sind. Decken schwarz-golden. Zittauer Monatliches Tagebuch, 1780, S. 64 und Tafel. Abweichend von diesem ist das Wappen, das Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen als Reichsvikar am 11. September 1790 dem Tarl Leopold Rodewitz verlieh. Dieser, geboren am 10. Juli 1744 als natürlicher Sohn der Johanna Sophia v. R., trat in Sächsische Militärdienste und wurde Kapitän im Ingenieurkorps. Der Kurfürst legitimierte ihn am 20. Juli 1790 und erhob ihn am 11. September 1790 in den Adelsstand unter Verleihung folgenden Wappens: Im schwarzen Schilde ein an den beiden Enden und vier Asten verhauener linksschräger goldener Baumstamm, begleitet in der vorderen oberen und tz Leichenstein mit lebensgroßer weiblicher Gestalt in der Vorhalle der Kirche zu Klix. Die Daten sind leider nicht mehr leserlich (wohl Ende des lb. Jahrhunderts). 2) k).-5t.-N. Koo. 9545, Verzeichnis der Lehen rc., Fol. 245. H sI. D. Klotzs, Sammlung historischer Nachrichten von Seidenberg, l762, S. 359. «) Neues Laus. Mag. Bd. 43, S. 4M. 40 628 v. Roeder. Hinteren unteren Ecke von einer goldenen Rose. Kleinod: Drei Straußenfedern, golden, schwarz, golden, die mittlere schwarze ist mit einer goldenen Kose belegt. Decken schwarz-golden H. v. Noeder. Gegen Ende des l8. Jahrhunderts machten sich Glieder des alten Sächsischen Geschlechts v. Koeder, das namentlich im Oogtlande begütert war, auch in der Gberlausitz ansässig. Der Königlich polnische kurfürstlich Sächsische Gbersteuereinnehmer, fürstlich Sachsen-Weißenfels-Guerfurtsche Geheimrat und Vizekanzler Ludwig August v. K. auf Pähl bei Plauen im Vogtlands starb am 25. Gktober 1754 in Dresdens mit Hinterlassung der Witwe Christiane Henriette geb. v. Beneckendorfs"), einer Tochter Caspar Heinrichs v. B. auf pammin, Skassa, Naundorf rc. und dessen Gattin Cva geb. v. Schleinitz a. d. H. Grödel. von seinen Kindern sind folgende bekannt^): 1. Christiane INagdalene, * zu Kltenburg 13. Gktober 1725, getauft daselbst 15. d. Kl. Sie starb zu Medingen am 21. Februar 1788 an der Wassersucht als Witwe Gottlob Augusts v. Watzdorf, kurfürstlich Sächsischen Kreiskommissärs"). 2. Johann August Heinrich. Siehe unten. 3. Lleonora Johanna, * zu Zerbst 9. November 1727, getauft daselbst 10. d. IN. 4. Johanna Friederike Clisabeth, * zu Zerbst 8. November 1729, getauft daselbst 10. d. IN. 5. Christoph Wilhelm Ludwig, * auf dem Schlosse Pähl 3. INai 1741, getauft 6. d. IN. Der unter Nr. 2 erwähnte Johann August Heinrich v. K., geboren zu Zerbst am 6. Dezember 1726"), war nach seines Vaters Tode Vormund seines jüngeren Bruders Christoph Wilhelm Ludwig. Als wirklicher geheimer Kat und Konferenzminister starb Johann August Heinrich in Dresden am 27. April 1782 morgens gegen fünf UhrH. Cr war vermählt: I. mit Louise Freiin v. Hagen"),- sie starb kinderlos,- II. mit Johanna Amalie v. pannwitz, die sich in zweiter The am 14. INärz 1791") zu Dresden verheiratete mit Detlev Carl Grafen v. Einsiedel (er starb am 17. Dezember 1810), am 12. Gktober 1810 1) k).-5t.-N. Boa. 3128, Kcta Reichsvicariats - Lachen, Oi-stiosu, 1740-91, vol. IV, Fol. 50 ff. 2) k).-5t.-6. Gen. 1.06. 31784, Roeder. 3) v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, V. Teil, 5.7. H ks.-St.-N. Gen. Boo. 31784, Roeder. H v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit der Meißnischen Rdels, L. 257; Jahrbuch des Deutschen Rdels, III. Band (1894), 5.749. H ks- S- Macco, Ltammtafel der Familie v. Roeder zu pöhl, 1902. H ks.-Lt.-R. a. a. V. H Macco a. a. D. H Lausitzisches Magazin 1791, 5. 119. o. Roedern. 629 im Mer von 60 I. 9 M. ihr Leben beschloß und am 15. d. M. aus dem Lliaskirchhos in Dresden bestattet wurde. Sie kaufte am 24. April 1783 von Ferdinand Rudolph v. Ziegler und Klipphausen auf Gber- Lunewalde, preititz, Klein-Bautzen die Erbrittergüter vaubitz von Rothenburg, am weißen Schöps), Neuhammer (^V an vaubitz grenzend), auch das Mittelvorwerk zu vaubitz für 60 500 Taler und 500 Tlr. Schlüsselgeld. Rm 16. Dezember 1783 erhielt sie den Trbbrief. Friedrich Wilhelm Heinrich v. R., ihr einziger Sohn, war zu Wetzlar am 9. Mai 1775 geboren, während sein Vater daselbst kurfürstlich Sächsischer Subdelegierter am kaiserlichen Reichskammergericht war. Unter Vormundschaft Peter Rarl Wilhelms Freiherrn v. Hohenthal stehend, kaufte Friedrich Wilhelm Heinrich am 10. April 1783 von Ferdinand Rudolph v. Ziegler und Rlipphausen das Mannlehngut Teicha von Rothenburg) für 10000 Taler. Nach seiner Mutter Tode erbte er die Güter vaubitz und Neuhammer und erhielt am 6. Juni 1811 den Erbbrief. Er hatte sich dem Militärdienst gewidmet und stand als Sousleutnant im Regiment Prinz Tlemens Lhevaux-legers. Seit der Kampagne 1796 bis zum März 1801 war er zum Neutralitätskordon im Auslande kommandiert,- später war er Landrat des Rothenburger Kreises. vermählt hatte sich Friedrich Wilhelm Heinrich mit Louise Wilhelmine geb. v. Veltheim. Ihr verkaufte er, damals als königlich Sächsischer Major der Kavallerie bezeichnet, am 5. April 1813 sein Gut Teicha für 20 000 Taler, von ihr erwarb dieses Gut am 4./8. März 1823 der königlich preußische Rittmeister Ludwig Georg Gottlieb Graf v. Nostitz aus Rietschen und Mühlrädlitz. Wappen: Schild geteilt von Silber, Rot und Schwarz. Helm ungekrönt. Kleinod: Ein turmähnlicher Gegenstand mit der Farbenteilung des Schildes. Decken rot-silbern. v. Noedern (v. Raedern), Freiherren, auch Grafen. Lhristoph v. Bieberstein zu Sorau, Muskau, Beeskow, der letzte Besitzer der Herrschaft Friedland aus seinem Geschlecht, war nach dem Wortlaut der Grabschrist in der Kirche zu Friedland am Dienstag nach Lucie 1551 s15. Dezembers gestorbenH. Er war unvermählt geblieben und so fielen seine Güter an die Krone. Kaiser Ferdinand I. verkaufte, Linz, den 1. April 1558, dem Kaiserlichen Rat und „vitzthumb in Gber- und Niederschlesien" Friedrich v. Roedern zu Ruppersdorf erblicherweise die „Herrschaft Friedland zusambt den einvorleibten erblichen zugehörigen Städtlein, Kraysen und vörsfern, benenntlichen Reichenberg mit seiner Zugehör, das öde Schloß Hammerstain mitsambt seiner Zu- gehörung, welche sambt gemelter Herrschaft Fridtlandt in obberürter unser Tron Behaim, und dan das Städtlein Seidenbergk sambt den zugehorenden Krarzßlein in unserem Marggrafsthumb (Ober Lausnicz ge- tz kserrmann, Geschichte der Stadt Reichenberg, I. Bd., 1863, S. 167. 630 v. Nocdern. legen, umb viertzigtausend Taller, die er uns bar bezaldt und vergnüget hat"*). Friedrich wurde am l7. April 1562 in den Freiherrnstand erhoben ^). Er starb zu Breslau am 3. März 1564 als Herr aus Friedland, Tost, peiskretscham, kaiserlicher Rat und erster königlicher Kammerpräsident in Schlesiens, vermählt war er mit Salome v. Schönaich, die am Donnerstag nach Lucie 1556 s17. Dezember) starbH, nachdem sie ihm zehn Kinder geboren*"), von diesen überlebten ihn fünf Söhne und eine Tochter: Hans Georg, Sebastian, Fabian, Thristoph, Melchior und Anna. Diese vermählte sich im Jahre 1564 mit Stanislaus Freiherrn v. promnitz zu pleß"). Friedrichs Söhne besaßen anfangs die Herrschaft Friedland nebst Zubehör gemeinsam, bis zum Herbst des Jahres 1591 waren sie aber bis auf den jüngsten sämtlich und zwar ohne Kinder zu hinterlassen, gestorben, so daß Melchior nun alleiniger Herr wurde. Melchior Frhr. v. R. war am 6. Januar 1555 in Breslau geboren, erwarb sich auf der Fürstenschule zu St. Afra in Meißen, sowie aus der Universität Heidelberg eine gute Bildung, unternahm dann größere Reisen, trat hierauf in kaiserliche Kriegsdienste, kämpfte in Ungarn gegen die Türken, dann in den Niederlanden und in Polen, erfocht im Jahre 1593 den ruhmvollen Sieg bei Sissek an der Save über 20 000 Türken und rettete 1598 die Festung Groß-lvardein. Sm Jahre 1600 belagerte er die Festung Papa, erkrankte aber im Lager und starb auf seiner Rückreise am 20. September 1600 in Deutschbrod. Seine hervorragenden Verdienste hatte der Kaiser anerkannt, indem er ihn zum kaiserlichen Rat, Kriegsratspräsidenten und Generalfeldmarschall ernannte. Am 6. Januar 1601 wurde Melchior Frhr. v. R. mit großer Feierlichkeit in Friedland beigesetzt H. Seine lvitwe errichtete ihm ein prachtvolles Denkmal in der dortigen Pfarrkirche"), vermählt war er seit dem Tage Katharinä 1582 s25. November) mit Katharina Gräfin Schlick und hinterließ einen einzigen Sohn Thristoph, geboren im Jahre 1591. Bis zu seiner Mündigkeit verwaltete seine Mutter mit kräftiger Hand die ihm vererbte väterliche Herrschaft. Noch bei Lebzeiten ihres Gatten hatte sie am 14. August 1595 von Franz v. Schwanitz das zur Herrschaft Friedland gehörige Gut Neundors (blO von Kratzau) gekauft und wurde von ihrem Gemahl am 15. Juni des folgenden Jahres mit diesem Gute belehnt, von Franz v. Schwanitz erwarb sie auch das 1) Lehnsakten Seidenberg-Neibersdorf; verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II. Bd. S. 187. Den Kaufbrief siehe bei Herrmann a. a. D. I. Bd., 5. 195 ff. 2) kl. Schimon, Der kldel von Böhmen, S. 1Z3. H Sinapius, Schles. Luriositäten, I. Band, 1720, S. 125; vergl. auch klllgem. Deutsche Biographie, Bd. 27, S. 518 ff. 4) klbbildung des Epitaphs Friedrichs, seiner Gattin Salome und eines Sohnes, Friedrichs d. I., bei Metzger, historische Denkmäler im Friedländischen, 1410, Taf. XXVII. H Sinapius a. a. . Roedern. 633 7. Januar 1623 beim Dberamtsverwalter Adolph v. Gersdorff an, ob die Angaben Christophs v. R. wahr seien. Weitere Nachrichten fehlen. Zu Beginn des Jahres 1625 treffen wir Christoph in Sommerfeld, hoffnungsfreudig schreibt er von hier aus am 13. Januar 1625 an den Grasen Heinrich Matthes r>. Thurn . . . „weil ich nicht ohne sondere große Frewde vornehme, daß sich (ob Gott will) das Lüfttlein der Trlößung aller derer wegen der christlichen Religion bedrängten Herzen sich mercken und hören lest" . . ?). Bis zu Beginn des Sommers etwa blieb Christoph in Sommerfeld. Der Markgraf Georg Wilhelm von Brandenburg berichtete von Cölln a. d. Spree aus am 28. Juli 1625 dem Kaiser, der ihn aufgefordert hatte, sich Christophs Frhrn. v. N. zu bemächtigen, er habe Günther v. Kottwitz, der das Städtlein Sommerfeld von ihm zu Lehn trage, befohlen ihm anzuzeigen, ob Christoph Frhr. v. N. dort zu treffen sei. Günther v. Kottwitz erledigte den an ihn ergangenen Auftrag am 14. Juli 1625 durch die Antwort, der Herr „v. Rödern" habe sich wohl eine Zeitlang in Sommerfeld ausgehalten, sei aber vor einigen Wochen wieder ausgebrochen, unbekannt wohin, hieraus richtete Kaiser Ferdinand II., dem an der Ergreifung Christophs viel gelegen war, am 12. September 1625 einen geharnischten Befehl in dieser Sache an den Landvogt Carl hannibal Burggrafen zu Dohna"). — cislatioirss, da ie dergleichen bei) T: Lhurfl: Durch!: in meinem Rucken einkommen möchte, mich bei) continuirendem meinem hochbekümmertem Zustandt, hirunter ich biß anher ainig und allain meiner mißgünstigen Insiäias oder gewaltsame attsntata zue prasoavirsn mich außer meinen Herrschafften Güttern auffenthalten müssen, unterthänigst sudinittirsiiü und dieselbe zue des Rllerhöhesten Dbacht empfelendt. Datum Rottenburgk in Ober Lausitz den 23. Ososmbris ^nno l624. Lw: Thur. Zur. Durch, jederzeit trewer und gehorsamer Unterthan biß in Todt Thristoff Herr von Redernn rapp." Rufschrift: „Dem Durchlauchtigsten Hochgeborenen Fürsten undt Herrn Herrn Johann Georgen, Hertzogen zue Sachsen" . . . rc. von anderer Hand: „Herr Thristoff von Roedern rc." Vblatensiegel mit v. Roedernschem Wappen. — Lehnsakten Seidenberg-Reibersdorf. U H.-St.-R. Gen. Boo. 31776, Redern. 2) „Ferdinand der ander von Gottes Gnaden erwelter Römischer Kayser, auch zu Hungern und Böhaimb König rc. Wollgeborner lieber, getreuer, Du hast Dich guetermaßen zu erinnern, waß wir an Dich nechsthin vom 8. llunii wegen deß Rebellen Christophs von Rödern geschrieben und in Kapserlichen Gnaden anbefohlen, item waß wir deßwegen an der Lhurfürsten zue Sachsen Lbd. gnädigst gelangen lassen, vie- weiln Unß aber glaubwürdig vorkombt, daß dieser böse rebellische Mensch mit seinem beharlichen Beginnen, hin und wieder Reisen und gefährlich praatioisron ie länger ie mehr continuisrsn soll, auch waß des Lhurfürsten zu Brandenburg Lbd. Unß von ihme berichtet, das geben vir hierbepgefügte Rbschrifften mit mehrerm zu vernehmen, verowegen diesem allem mit Ernst abzuhelffen, so ist hiemit unser gnädigster Befehl und wollen, daß Du nunmehr unverlengt, wofern es nicht bereit geschehen, die Sachen unserm Gberlaußniczischem Lamerlisoal an die Handt gebest, damit er mit dem anbefohlenen proceß wieder sein, des Rödern, Persohn und deßen in Unserm Marg- graffthumb Gberlaußnicz haltende Gnetter schleunigst verfahre und ihne dem Landt- brauch nach, wie in dergleichen Fällen üblich, ordentlich citieren lasse, maßen Ihr Rechtens zuethuen und die Fortstellung zu Händen unserer Böheimbischen Hoffcanczlep in Gehorsamb zu berichten wissen werdet. Hieran wirdt auch vollbracht Unser gnädigster will und Meinung. Geben in unser Stadt Rewstadt den zwölfften Tag des Monats Lsptsindris im sechszehenhundert fünff und zwanzigsten, unserer Reiche des Römischen im siebenden, des Hungarischen im achten und des Böhaimbischen im neündten Jahr". Lehnsakten Leidenberg-Reibersdorf. 634 v. Roedern. Der Grafenstand kam in der zweiten Hälfte des l7. Jahrhunderts in das Geschlecht v. R. Georg Heinrich, Herr der Herrschaft Krappitz in Schlesien, vermählt mit Johanna Elisabeth geb. Gräfin v. Tolonna- Fels, wurde mit seinen Brüdern und Vettern vom Kaiser Leopold I. erst in den Grasen-, dann s. ä. 4. Rugust 1669 in den Reichsgrafenstand erhoben H. Lrdmann Reichsgraf v. R., Lrbherr der Herrschaft Krappitz und kaiserlicher Kämmerer, geboren 1687, gestorben 11. Januar 1729^), war seit dem 9. März l7l3 vermählt mit Johanna Margarethe geb. Gräfin Reuß zu Plauen, geboren zu Dresden am l8. Februar 1696, gestorben ebenda am 20. März 1766^). Ihr als einziger Universalerbin des Grasen Rnton v. Lützelburg eignete der König-Kurfürst am l2. September l747 die Güter Nieder-Gurig, Groß-Dubrau und Dober- schütz (sämtlich MO von Bautzen) erb- und eigentümlich zuH. Wohltätigen Sinnes gedachte sie der armen Untertanen auf ihren Nieder- Gurig schen Gütern in einem Kodizill vom 2l. Juli 1762 und vermachte ihnen die Summe von 250 Talern. Frau Johanna Margarethe Reichsgräfin v. R. hatte außer den genannten noch andere Güter in der Dber- lausitz besessen: von ihrer Mutter Frau Henriette Rmalie verw. Reuß, Gräfin und Frau zu Plauen, hatte sie die Güter preititz und Tannewitz (beide biO von Bautzen) geerbt und am 6. (Oktober 1733 den Lrbbrief erhalten. Über schon am 31. Januar 1737 verkaufte sie beide Güter an Tarl Gottlob d. I. v. Ziegler und Klipphausen für 48 000 Taler. Gräfin Johanna Margarethe starb am 20. März 1766 zu Dresden im RIter von 77 Jahren^). Ihr Sohn Heinrich Rdolph Reichsgraf v. R., Herr auf Krappitz rc., Thes-Präsident bei der Gberamtsregierung, dem Gberkonsistorium und Pupillenkollegium in Gberschlesien, war am 28. Oktober 1759 gestorben"), vermählt war er mit Helene Renate geb. Gräfin v. Hoym-Droyßig, geboren am 6. September 1733H, und hinterließ eine einzige Tochter Jeanette Juliane Henriette Gräfin v. R. als Erbin der Herrschaft Krappitz ic. Diese, am 12. Februar 1757 tz historisch - Heraldisches Handbuch der Gräflichen Häuser, 1855, S. 782 ff.; v. voerr, Der Udel der Böhm. Grönländer, 1400, S. 154. 2) Seine Schwester Lharlotte Philippine Gräfin v. R. vermählte sich im Jahre 1711 mit Christian Ulrich, Herzog zu Württemberg-Gels und wurde die Stammutter der herzöge zu Braunschweig. H B. Schmidt, Die Ueussen, 1Y0Z, Taf. y und S. 37. h In dem kurfürstlichen Reskript werden die in Frankreich lebenden unmündigen Grafen v. Lützelburg „fürs rstorsionis wegen des in besagtem Königreich mit dem größten ri^usur gegen ausländische, außer demselben geborne und sich aufhaltende Erben exercirenden juris albinachi vor unfähig erklärt", nach ihrem Ubleben ihr im Besitz der Dberlausitzischen Güter zu sukzedieren. — In einem am 23. Dezember 1744 zwischen Frau Johanna Margarethe Gräfin v. R. und Joseph Union Grafen v. Lützelburg auf Immlingen abgeschlossenen vergleich begab sich letzterer aller Unsprüche auf die Güter Nieder - Gurig und Doberschütz, wogegen die Gräfin ihm die Summe von 6000 Rtlrn. auszuzahlen versprach. — Lehnsakten der betr. Güter. ») Laus. Monatsschrift 1744, S. 661. Kneschke, Deutsche Grafenhäuser, II. Band, 1853, S. 244. h Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXI (1843), v. Roedern. 635 geboren, erhielt von ihrer Großmutter, der erwähnten Frau Johanna Margarethe Gräfin v. R. die Güter NiederGurig, Groß- und Klein- Dubrau, Briefing (blbiO von Nieder-Gurig), Doberschütz und das zu Nieder-Gurig gehörige Vorwerk Lubas per cionutionsm intsr vivos gegen eine jährliche Leibrente von 4400 Talern im Jahre 1764 zugeeignet. Nm 19. März 1765 wurde der jugendlichen Lrbin ein Indultschein wegen dieser Güter ausgestellt. Ferner kaufte Frau Helene Nenate verw. Gräfin v. N. in Vormundschaft ihrer Tochter Jeanette Juliane Henriette von Tarl Gotthels v. Hundt und Nlten-Grottkau das bisher zu Merzdors im Kreise Hoyerswerda gehörig gewesene Stück Heide, genannt „der Tollmank" für 5500 Taler am 21. Mai 1765. Nber schon am 23. Juli 1765 abends acht Uhr starb die reiche Erbin zu NiederGurig im Nlter von acht Jahren und wurde am 28. Juli in Bautzen beerdigt. Ihre erwähnten Gberlausitzischen Güter fielen an ihre Mutter, die am 5. Dezember 1765 mit ihnen belehnt wurde. Frau Helene Nenate verw. Gräfin v. N. vermählte sich wieder am 6. September 1769 h mit Ludwig Gottlob Grasen v. Lüttichau aus Weißig. Sie starb ohne Erben am 5. Dezember 1787 im Nlter von 64 I. 3 M. weniger 1 T. und wurde am 8. Dezember in Bautzen begraben. - Des Neichsgrasen Tarl Gustav v. N. Sohnh: Erdmann Tarl Neichsgras v. N., geboren am 13. Januar 1715, gestorben am 1. (Oktober 1782, war königlich preußischer Justizrat und Herr der Herrschaft Hohlstein in Schlesien. Nus seiner am 28. Januar 1739 geschlossenen Ehe mit Friederike Victoria Sophie Gräfin Schmettow aus pommerzig entsprossen sechs Söhne, von denen die vier mittleren den Stamm sort- pflanzten. Der fünfte Sohn NIbrecht Ludwig (Julius) Erdmann Reichsgraf v. N. kaufte am 16. Oktober 1784 von Wolf Lhristian NIbrecht II. v. Loeben das Gut Nieder-Lichtenau (^V8^ von Lauban) und Schreiberbach (pertinenz von Nieder-Lichtenau) für 21 500 Ntlr., dann am 1./6. Juli 1786 auch Gber-Lichtenau nebst Loebenslust und Nugustenthal (pertinentien von Gber-Lichtenau) für 57 500 Ntlr.,' am 12. Dezember 1786 erhielt er den Lehnbrief über die zuletzt genannten Güter. Schon zwei Jahre später verkaufte er Lichtenau seinem ältesten Bruder Tarl Wilhelm Lrdmann Neichsgrasen v. N., Freiherrn zu Nrappitz, Herrn zu „perg", aus Hohlstein, Kemnitz, Neibnitz, Spiller, der kombinierten Fürstentümer Schweidnitz und Jauer Landschastsdirektor, des Löwenbergschen und Bunzlau scheu Kreises Landrat. Der Kaufpreis für Gber-Lichtenau nebst pertinentien betrug 66 000 Ntlr., der für Nieder-Lichtenau nebst Zubehörungen 30 000 Ntlr. Nm 30. Dezember 1788 fand die Kaufhandlung statt. Earl Wilhelm Erdmann Neichsgras v. N. veräußerte im Jahre 1796 beide Güter und zwar am 29. Nugust Gber-Lichtenau für 70000 Ntlr. an Frau Nuguste Gottliebe Henriette v. Nostitz, geb. v. Polen;,' zu Michaelis Nieder-Lichtenau an Hans Sebastian Rudolph v. Johnston und Kroegeborn. >) Laus. Magazin 1769, S. 282; Uneschke a. a. V. II. Band, S. 64. historisch-herald. Handbuch der Gräflichen Häuser, 1865, 5. 782 ff. 636 v. könne. Wappen. Stammwappen (nach Angabe des Neuen Siebmachers, Böhmischer Adel, S. 160): Im roten Schilde ein silberner, mit drei goldenen Sternen belegter Schräglinksbalken. Gekrönter Helm. Kleinod: Geharnischter Mann, in jeder Hand eine rote, mit silbernen Balken durchzogene, mit einem goldenen Stern belegte Fahne haltend,- eine solche steht auch aus dem gekrönten Helm des Mannes. Decken rot- silbern. v. Rönne. Die v. Könne sind ein altes Niedersächsisches, Kehdingisches Geschlecht. In Livland tritt der Name schon im l4. Jahrhundert aus, in Kurland ist ein Klaus Nenne von l4l9 bis 1425 in der Gegend von Goldingen ansässig, während die Nönnes in Livland zu Ende des 16. Jahrhunderts verschwinden, sind sie in Kurland noch heutigen Tages ansässig H. In der Kurländischen Adelsmatrikel vom 20. Juli 1634 sind „die Könne" mit ausgezählt'H. In der Gberlausitz macht sich ein Glied der Familie v. K. in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts für ganz kurze Zeit ansässig, über seine Heimat und seine Litern vermögen wir nichts anzugeben. Christoph v. Niebelschütz, dem ein Lehngut zu Holtendorf sW von Görlitz) gehörte, war vermählt mit Hedwig geb. Blekta v. Audishorn und hinterließ sie als Witwe. Sie verheiratete sich wieder mit dem fürstlich Friedländischen Kriegshauptmann Dietrich v. K. Er Unterzeichnete sich im Jahre 1629: „Ditrich v. Nonne zu Osten und Ahrus, purig und aus Kanarywitz, Haubtman"^), seine Gattin in demselben Jahre: „Hedwig vom Nönn, geborne Bleckin von Audtigeshorn, Fraw aus Karnarawitz"H. Das v. Nönnesche Ehepaar verkaufte im Jahre 1629 den Garten zu Holtendorf für 450 Ntlr. an Augustin v. Heldreich, 1630 das Lehngut Holtendorf an den Görlitzer Bürger Gottfried Nickert aus Wengelsdorfs). Wappen: Dietrich v. N. siegelt im Jahre 1629 folgendermaßen: Im Schilde drei Wellenbalken (Ouerströme). Aus dem nicht gekrönten Helm ein Pfahl, von dessen oberem Ende vier pfähle in divergierender Nichtung ausgehen (Baumstamm mit vier Asten?). Das ganze Helmkleinod ist eingerahmt von einem Dreieck, dessen stark abgestumpfte Spitze aus dem Helme ruht^). tz Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik, 1904 (Mitau 1906), 5. 214. H N. W. Hupel, Kurlands alter 5idel. Nordische Nliscellaneen, 3. Stück, 1781. 5. 18. In der Nnmerkung daselbst heißt es: „Die von Rönne sind auch in Liefland immatrikuliert". 3) Lehnsakten Holtendorf. tz Ebenda. H Die v. k. verschwinden nun aus der Gberlausitz. — Rnmerkungsweise sei erwähnt, daß in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein junger v. R. sich am kursächsischen Hofe befindet: Kurfürst Johann Georg II. empfiehlt, Meißen den 22. Rugust 1661, dem Herzog Gustav Ndolph zu Mecklenburg den George Heinrich von „Renn", der nach achtjähriger Nufwartung als Jagdpage in den jüngsten Tagen den Degen erhalten habe. Herzog Gustav Rdolph nimmt ihn an. H.-St.-N. Gen. Noo. 31787, Rönne. H Siegel in den Lehnsakten Holtendorf. — Vas Wappen der kurländischen Freiherren v. R. ist ein halbgespaltener und geteilter Schild; oben rechts in Rot ein v. Rosenhagen. 637 v. Nosenhagen (v. Nosenhayn). Dem alten Gberlausitzischen Rdelsgeschlecht v. Rosenhagen (Rosen- hapu), das sich bis zum Ende des 14. Jahrhunderts zurückversolgen läßt, gehörte an Ludwig v. R. Er hatte vier Söhne, die im Jahre 1350 mit den väterlichen Besitzungen, einem Teil des Städtchens Ruhland und den Dörfern Grünewald (80 von Ruhland), Biehlen (HO von Ruh- land) und Jannowitz (8 von Ruhland) belehnt wurden. Diese Söhne waren: I. Ludwig, II. Heinrich, III. Siegmund, IV. Thristophh. I. Ludwig v. R. von ihm heißt es im Jahre 1562^): „Den 21. Rugusti ist Ludwig von Rosenhagen vormüge des Landes privilegii vorgeritten und gebetten, der Herr Landvogt 5. G. wolten die Lehen seiner Gutter von ime aufnehmen und Lasparn von Poster als seinem Rauffer gnedig leihen und reichen", hierauf wurde Caspar v. Puster mit den Ruhländischen Gütern Ludwigs belehnt. II. Heinrich v. R. überließ nach im Jahre 1564 getanem vorritt seinen Rnteil an Jannowitz seinem Bruder Siegmund^). III. Siegmund v. R. auf Jannowitz hatte einen Sohn Hans Ludwig, dem er dieses sein Gut abtrat,- am 26. November 1609 wurde Hans Ludwig mit Jannowitz belehnth. Er Unterzeichnete im Jahre 1619 das Lehnspaktum^) und starb 1635 ohne männliche Erben °). Vermählt war Hans Ludwig mit Brigitta v. Loß; am 28. Rpril 1615 ließ er sie auf sein Gut Jannowitz verleibgedingen I. Sie klagte im Jahre 1640, „anitzo Hans Bernhards von Bernstein Eheweib" beim Rurfürsten wegen Zurückhaltung ihres Eingebrachten im Gute Jannowitz seitens des neuen Besitzers Hans Christophs v. Rosenhagen ^). Um das Jahr 1645 ist sie vermählt mit Hans Georg v. Riesenwetter"). IV. Thristoph v. R. hatte in der brüderlichen Teilung das Gut Grünewald nebst Vorwerk erhalten und verlangte am 25. Juli 1565 die Belehnung mit diesem Gute, von Alexander v. d. Rosel kaufte er silberner, golden bewehrter, einköpfiger, nach links blickender Rdler; oben links in Silber eins goldene Lilie; unten in Gold zwei blaue Wellenbalken. Helm gekrönt. Kleinod: Drei Straußenfedern, rot, golden, silbern. Decken rechts rot - silbern, links blau-golden. Farbig ausgeführtes Titelblatt im Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik, 1898 (Rkitau 1899). H vergl.H.Rnothe.GeschichtedesGberlausitzerRdels,1879,5.455. Ruch Frauen- dorf (8M von Ruhland) gehörte um 1551 denen v. R. vergl. weinart, Rechte und Gewohnheiten, IV. Teil, S. 546. h H.-St.-R. I-oo. 9549, particularregister, Inhalts der Röm: Rap: IRt: genedigster Instruction rc., Fol. 7 b. tz Rnothe a. a. G. S. 455. 4) H.-St.-R. l-oo. 9545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in Dberlausitz äo ao 1604-1617, Fol. 84b. h Gberlaus. Lollections-Werk, I, S. 1055. h H.-St.-R. I-c>o. 9549, Da; 12. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1682 — 1706 Fol. 88. H H.-St.-R. I-oe. 9545, Verzeichnis der Lehen rc., Fol. 247. h H.-St.-R. I-oe. 9520, Gberlaus-Zustizsachen, vol. XI. h H.-Lt.-R. b,oo.9520, Gberlaus. Zustizsachen, vol. XII. 638 v. Rosenhagen. am 14. Kpril 1587 dessen Gut Zella (88^Vvon Grünewald)H. Christoph war vom Jahre 1585 an Kmtshauptmann des Bautzner Kreises ff. vermählt war er mit Ludomilla v. Krähe. Leine Tochter Martha, eine fromme und gelehrte Dame, die zum „Hochadeligen gelehrten Gber- lausitzischen Frauenzimmer" gerechnet wird, vermählte sich mit Christoph v. Gersdorfs aus Lippen. Sie starb im Jahre 1629 im Mer von 53 Jahren 3). Christoph v. K. hatte aber außer dieser Tochter noch zwei Söhne: Heinrich und Ludwigff. Ludwig erwarb das Gut Luppa (bl von Bautzen). Sein Bruder Heinrich als sein Bevollmächtigter ließ am 27. November 1609 die Lehn an Luppa und seinen Zubehörungen zugunsten Christophs v. Minckwitz zu Kadibor auf''). Dafür erwarb Ludwig von den Gebrüdern Thristoph und Gotthard Magnus v. Gers- dorsf etliche Stücke des Gutes Stannewisch (^Vbl^V von Kothenburg) und empfing sie am 9. November 1610 zu Lehn ff. Im Jahre 1616 war er bereits nicht mehr am Leben, vermählt war er mit Knna v. Gersdorfs; am 6. Juli 1607 ließ er seine Gattin wegen 1000 Fl. zugebrachten Chegeldes aus Luppa verleibgedingenff. Sie verkaufte, bereits Witwe, die beiden ausgekauften Bauergüter in Stannewisch, die früher ihr Bruder, der oben erwähnte Gotthard Magnus v. Gersdorfs besessen hatte, am 16. Mai 1616 an Thrysostomus v. Gersdorffff. Heinrich v. K., der Bruder Ludwigs, besaß Grünewald und Sella. Cr verkaufte den halben Teil am Dorfe Sella im Jahre 1606 Benno v. Helwigsdorff aus Lieskeff, die andere Hälfte von Sella nebst Grünewald veräußerte er am 25. Juni 1611 an Kudolph v. Bünau^ff. Heinrich erwarb von Gtto v. Nostitz das Gut Kolbitz (IblO von Königswartha) und erhielt es am 24. Mai 1617 zu Lehn verreicht"). Dazu kaufte er von Friedrich Balzer v. Metzradt aus Hermsdorf ein Stück Kcker von ungefähr vier Scheffeln samt anstoßender Hutung mit daraus stehendem Holze bis an die Litschener Grenze und zurück an die Herms- dorfer Wiesen und erhielt diesen Besitz am 22. Kpril 1625 zu Lehn ver- ff v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Übels, 1896, 5. 260. 2) Räuffer, Nbriß der Gberlaus. Geschichte, IV. Bd., S. 62. ff Laus. Magazin 1773, 5. 211. ff H.-5t.-N. Gen. Boa. 31788, Rosenhain, nennt als Lohn Christophs v. R. auf Grünewald und seiner Gattin „Graczin a. d. H. Wartha" (so anstatt Rrahin a. d. ff. Großharthau) Heinrich r>. R. auf Grünewald. — Und daß Heinrichs Bruder Ludwig war, geht hervor aus H.-St.-N. Boe. 9545, Verzeichnis rc., Fol. 84b. ff H.-Lt.-N. Boe. 9545, Verzeichnis rc., Fol. 84b. ff Ebenda, Fol. 116. ff Ebenda, Fol. 43. ff Ebenda, Fol. 277. ff Ebenda, Fol. 33b. iff v. Feilitzsch a. a. L>. 5.260. ") H.-St.-N. Boe. 9545, Verzeichnis rc., Fol. 317. - Heinrich v. R. bittet gemeinsam mit Lhristoph v. Minckwitz auf Radibor rc. und Nikol v. Metzradt auf Rollm, Neuhof rc. am I1./21. November 1620 den Rurfürsten um Lchutz, nachdem ihre Güter schon in furchtbarer weise vom Rriegsvolk verwüstet worden. H.-St.-N. I-oo. 9189, Die vom Ndel in Vber- und Nieder-Lausitz, so sich in Lchutz begeben betr., anno 1620, Fol. 171. v. Rosenhagen. 639 reicht. Heinrich vermählte sich am 30. Juni l60l mit Marie v. Runge) sie starb am 1. Januar 161 l im 33. Lebensjahre, nachdem sie ihm sechs Söhne und zwei Töchter geschenkt hatte h. Tine zweite Ehe ging Heinrich, jetzt zu Dttenhain (880 von Löbau) genannt, ein mit veronica v. Leipzig, Tochter des verstorbenen Georg v. L. aus Zwethau. Am 3. Januar 1614 fand die Ehestistung statt^) und am 10. Oktober 1617 ließ er sie gegen 700 Fl. zugebrachten Ehegeldes mit 1400 FI. aus Rolbitz verleibgedingen 3). Rach Heinrichs Tode fiel Rolbitz und der genannte Acker im Jahre 1628 an seinen Sohn Hans Thristoph und dessen unmündige Brüder. Hans Thristoph, der als kurfürstlicher Rriegshaupt- mann bezeichnet wird, verkaufte im Jahre 1630 Rolbitz an Joachim Friedrich v. Dölau. Wie oben erwähnt, war der unter Nr. III mit ausgesührte Hans Ludwig v. N. im Jahre 1635 ohne männliche Erben gestorben (vergl. S. 637). Sein hinterlassenes Gut Jannowitz nahm nun Hans Thristoph in Besitz, „weiln Niemand da war, hat jerj sich 1638 investiret"ft. Er wurde mit dem Gute belehnt, nachdem er auf die Aufforderung die alten Lehnbriese vorzuweisen, erklärt hatte, sie seien während der Schwedischen Unruhen abhanden gekommen °). Hans Thristoph besaß das Gut Jannowitz bis zu seinem Tode im Jahre 1668°). vermählt war er mit Anna v. Gersdorss, die am 17. Juli 1665 zu Nuhland starbh. von seinen Söhnen sind uns zwei bekannt: Wolf Heinrich und Hans Heinrich; letzterer wurde am 13. Mai 1641 zu Großenhain im Soldatenlogis getauft^). Wolf Heinrich, beim Tode seines Vaters noch nicht mündig, erhielt zunächst einen Mutzettel wegen des Gutes Jannowitz und verkaufte später, obwohl noch nicht belehnt, am 30. Januar 1673 Jannowitz an Hans Otto v. Polen; aus Linz für 8000 Meißnische Guldens. — Wolf Heinrich war etliche Jahre Rammerjunker am kurfürstlichen Hofe, dann Leutnant im Maltzan scheu Regiment. Im Jahre 1680 empfahl ihn der Rursürst dem Herzog Friedrich zu Sachsen-Gotha^). Auf das Gut Jannowitz erhob gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Glied der Böhmischen Linie v. R. nachträglich Anspruch. Wie ein Notariatszeugnis, Prag, den 12. Juni 1697 besagt"), hatte Hans (hanusch) Rosenhagen „von Jannowitz" ein Allodialgut Rocznowitz im Vunzlauer Rreise in Böhmen, „jedoch unweith von Laußnitzischer 1) v. Feilitzsch a. a. G. 5. 260. 2) ft.-5t.-R. Boe. 4544, Vas 12. Buch rc., Fol. 100 ff. ft ft.-5t.-R. Boe. 4545, Verzeichnis rc., Fol. 343. ft ft.-5t.-R. Geneal. Boo. 31788, Rosenhagen, ft ft.-5t.-R. Boo. 4549, Vas 12. Buch rc., Fol. 100 ff. ft Ebenda, Fol. 100 ff. ft ft.-5t.-R. Gen. Boo. 31788, Rosenhagen: v. Feilitzsch a. a. G. 5.260. ft v. Feilitzsch a. a. V. 5. 260. ft ft.-5t.-R. b,oo. 4544, Vas 12. Buch rc., Fol. 88, 100 ff. lft ft.-5t.-R. Gen. voo. 31788, Rosenhagen. ft.-5t.-R. Boe. 4544, Vas 12. Buch rc., Fol. 100 ff. 640 v. Rosenhagen. Stadt Zittau", im Jahre 1559 erkauft und bis zum Jahre 1603 gelebt. Cr hatte eine Tochter Tlischka, deren fteiratskontrakt mit Rudolph Rpch- nowsky von Reichenau am Tage Fabian und Sebastian 1603 f20. Januar) er als „Herr aus Rocznowitz" Unterzeichnete, — sowie zwei mündige Söhne Hans d. I. und Wenzel und einige unmündige. Trstere verkauften am Donnerstag nach Lxaudi 1603 sd. Junis das väterliche Gut Rocznowitz an Frau Rnna Budocotzin von Wartenberg. Einer der unmündigen Söhne Hansens R., also ein Bruder Hansens d. I. und Wenzels, soll nun der oben angeführte Hans Ludwig gewesen sein. Rus diese unrichtige Annahme stützte sich der gleich zu erwähnende Rudolf Ladislaw bei seinen Ansprüchen aus das Gut Jannowitz. Der soeben erwähnte Wenzel hatte einen Sohn Johann Georg R. „von Jannowitz", der im Jahre 1694 im Alter von 83 Jahren starb und zwei Söhne hinterließ: Rudolf Ladislaw und Johann Franz R. „von Jannowitz". Dieser Rudolf Ladislaw erhob nun Ansprüche aus das Gut Jannowitz „ut keuclum infuste et illieits alienatum". Er brachte aus dem R. und R. Ungarisch-Böhmischen Hof-, Lehn- und Rammergericht eine Bescheinigung bei, „daß er des hannussens von Rosenhagen . .. rechter Erbe und Descendente, Hanns von Rosenhagen aber Sigmunden von Rosenhagens zu Jannewiz als primi aeguii-entis leiblicher Bruder gewesen sei und condiciret nicht alleine das ganze Gutt Jannewicz, sondern sodert auch von dem v. Potenz und allen seinen ^ntaeessoribus zugleich, daß sie rationas cls fructibus porcoptis et psreipieuclis thun sollen" h. Rudolf Ladislaw wandte sich, Dresden den 27. Februar 1696, in dieser Angelegenheit an den Kurfürsten, ebenso im Jahre 1697 an den Kaisers. Seine Behauptung, auf die Rudolph Ladislaw sich stützt, Hans Ludwig v. R. (vergl. oben S. 637 unter III) wäre der Sohn Hansens gewesen und er, Rudolf Ladislaw könne somit Ansprüche aus das Gut Jannowitz 9 H.-Lt.-R. Gen. t,c>e.ZI788, Rosenhagen. h Rn den Rurfürsten von Lachsen schreibt er . . . „wasmaßen das in Vero Markgrafthum Vberlausitz liegende Rittergut Jannowitz von vorigen Leculis an ein rechtes uraltes Ltammgut unseres adelichen Geschlechtes derer von Rosenhagen jederzeit gewesen, welche sich auch (zu Unterscheid derer anderen) dahsro auf Jannowitz jederzeit geschrieben. Rllein ich muß gehorsamst Klagen, daß dieses Rosenhagische Ltammgut bei dem bekannten 30jährigen Kriege ganz auf eine andere Linie weniger denn mit Recht gerathen, sintemalen als anno 1635 der letzte Besitzer Hans Ludwig v. Rosenhagen ohne männliche Leibeslehnserben seel. Todes verfahren, so hat anno 1638, da mein seel. Vater Hans George Rosenhagen von Jannowitz tamczuarn proxi- mus gAnatus und der des verstorbenen leiblichen Bruders Lohn gewesen, sich gleich in Rriegesdiensten als Kaiserlicher Lapitainlieutenant unter den Türgkischen Regiment zu Pferde befunden und nichts von dem Lehnsfall gewußt, sich zugetragen, daß ein anderer und den verstorbenen gar nicht angehender Namen; Hans Christoph v. Rosen- hapn auf Rolbitz bep Ew. Lhurfl. vurchl. löblichem Rmte zu Budissin sich angemeldet und vorgegeben, „„er sei des verstorbenen Han; Ludwigs v. Rosenhagen nächster Lehnsvetter und consequenter dessen hinterlassenes Lehngut Jannowitz auf ihn ge- stammet und verfallet worden mit Bitte, bemeldtes Lehngut zu rechtem Mannlehn ihm zu reichen und verleihen"". Hans Christoph wurde denn auch belehnt, obwohl er die alten, angeblich bei der Schwedischen Unruhe verloren gegangenen Lehnbriefe nicht vorlegen konnte. H.-St.-6. 7oo. 9549, Vas 12. Buch rc., §ol. 88. v. Roth. 641 erheben, ist unrichtig. Hans Ludwig war vielmehr, wie oben dargestellt worden, der Lohn Siegmunds H. Mit wenigen Worten sei noch einer Gberlausitzischen bürgerlichen Familie Rosen ha in gedacht. Der Görlitzer Bürger Rndreas Rosenhain („Rosenhan") erhielt von Kaiser Karl V., Speyer, den 28. Mai 1544, ein Wappen und Kleinod verliehen ^): Schild gespalten, rechts in Rot ein silberner Balken, belegt mit einer roten Rose, links in Silber drei unter einander stehende rote Rosen. Stechhelm mit rot-silbernem Bausch. Kleinod: Lin Flügel mit der Teilung und den Farben des Schildes. Decken rot-silbernb). v. Roth. Über den Ursprung der Geschlechts v. Roth vermögen wir keine sicheren Rngaben zu machen, verschiedene Glieder der Familie standen in Sächsischen Militär-, namentlich RrtilleriedienstenH. 1) Vas geht aus dem Wortlaut folgender Eintragung hervor: Heinrich v. Rosenhagen zu Grünewald in Vollmacht Siegmunds v. R. zu Jannowitz hat die Lehn des Gutes Hannowitz aufgelassen „und seinem Sohne Hans Ludwigen v. Rosenhagen, deme er Siegmund v. Rosenhagen angeregtes Gut Janewiz . . . übergeben und abgetreten", verreichen lassen am 26. November 1609. H.-St.-6. Noo. 9545, verzeichnüss rc., Fol. 84b. — Ferner bestritt auch Hans Dtto v. Polenz, der Jannowitz im Jahre 1675 von Ivolf Heinrich v. R. gekauft hatte, die von Rudolf Ladislaw aufgestellte Genealogie mit den Worten, „daß des Johann Ludwigs v. R. auf Jannowitz Vater nicht Hanusch oder Hans v. R., sondern Siegmund v. R. zu Jannowitz gewesen, welcher Siegmund v. R. als der Vater annoch bei seinem Leben durch Heinrich v. R. zu Grünwalde gemelktem Johann Ludwigen als seinem, Siegmunds v. R. Sohne, das Gut Jannowitz so 1609 tradiret und zu Lehn verreichen lassen". H.-St.-kl. boo. 9549, Vas zwölfte Buch rc., Fol. 100 ff. 2) verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, S. 162: Vorst, wappenbuch, II. Band, S. 84, Taf. 205. 3) In Görlitz war, um nur einige hervorragende Vertreter der bürgerlichen Familie R. zu nennen, KI. Johann R. im Jahre 1465 Schulmeister in Görlitz. (Neumann, Geschichte von Görlitz, 1850, S. 455). Dnophrius R. saß vom Jahre 1548 bis zu seinem am 29. Dezember 1567 erfolgten Tode im Görlitzer Rate (Fritsch, Ulte Görlitzer Geschlechter, S. 45). ver Sohn des Dnophrius, victorin R., vermählte sich zu Markersdorf am 15. Februar 1550 mit Frau Juliane, der Witwe Laspar Stetzels, „eher und bevor H. Jacobi Henrichs, Magistri und General-Lommissarii zu Meissen Inhibition an sie beide angelanget". (Lcultetus, 8 libris rsrum Zsstsruiu Oorlio. Mspt. IV, 75, Milichsche Bibliothek, S. 519.) Christophsrus Rosenhan aus Görlitz wurde im Sommer 1574, Georgius Rosenhein ebendaher im Winter 1576 in Frankfurt immatrikuliert (Neues Laus. Mag. Bd. 62, S. 188, 189). — In Bautzen sitzt schon im Jahre 1510 ein Hans R. im Rat: Johann R. kauft im Jahre 1527 das östlich von Bautzen gelegene Gut Nadelwitz für 500 Rheinische Gulden. Rnton R. ist seit 1547 im Rat, ferner seit dem Jahre 1549 bis zum Jahre 1570 wiederholt Bürgermeister von Bautzen; er starb am 25. März 1572; ebenso saß ein am 29. Juni 1611 gestorbener Hieronymus R. wiederholt im Rat. Tin anderer klnton R. ist seit dem Jahre 1611 Ratsmitglied, er besaß das Rittergut Rlein-Raake bei Breslau, war seit dem Jahre 1638 Pfandinhaber des Gutes purschwitz (blO von Bautzen) und starb am 20. Dezember 1646. (vergl. H. Baumgärtel, Ratsoerfassung und Ratslinie der Stadt Bautzen, 1901. unter den betreffenden Jahren; Neue Sächsische Rirchen- galerie, viöcese Bautzen, Sp. 373). tz Zu diesem Geschlecht gehört auch Johann Friedrich v. R. Tr erlernte im Jahre 1736 bei dem Rapitän und Vberfeuerwerksmeister Gottfried Nugust Schmieden 415 . 642 v. Roth. Johann Heinrich v. R. war nach 47jähriger Dienstzeit bis zum Oberstleutnant im Thieleschen Regiment zu Kuß ausgerückt und erhielt am 15. Mai 1778 unter Ernennung zum Obersten der Infanterie seinen Abschied mit Pension H. In erster Ehe war er vermählt gewesen mit Louise Eleonore v. Nostitz, die am 27. August 1755 starb, in zweiter mit Thristiane Sophie v. Libran, Tochter des Landesältesten des priebuser Kreises Tarl Moritz v. B. aus Dobers und seiner Gattin Sabina Eleonore geb. v. Naussendors. An Thristiane Sophie war infolge Übereinkommens zwischen ihr und ihren Schwestern die Hälfte des Gutes Ober- und Nieder-Dobers (bl von Rothenburg) gefallen. Sie verkaufte, inzwischen vermählt mit dem Major Johann Heinrich v. R., diese ihre Hälfte an ihre Schwester Tharlotte Marie v. Libran am Termin Weihnachten 1757. Krau Thristiane Sophie v. R. starb, erst vierzig Jahre alt, am 9. September 1759. Johann Heinrich hinterließ vier Kinder (1—4): 1. I. Johann Moritz Thristian. Siehe unten. 2. I. Johanna Friederike Tharlotte, X mit Otto Rudolph v. Brause aus Villendorf in der Herrschaft Sorau. 3. II. Thristiane Eleonore Tharlotte, * zu voebern 24.August 1757, ch 8. November 1759 im Alter von 2 I. 10 W. 4. II. Henriette Sophia Eleonore, * 3. September 1759, ch 26. September 1759 im Alter von 3 W. Der unter 1. aufgeführte Johann Moritz Thristian v. R. widmete sich dem Dienst bei der Artillerie. Tr vermählte sich mit Tharlotte Louise v. Berge und gab, Kreiberg den 20. November 1797, damals Oberstleutnant, im Verein mit seiner Gattin seine Einwilligung zur Vermählung seiner einzigen Tochter Johanna Taroline Amalie mit dem kurfürstlich Sächsischen Sous-Leutnant Wolf Jakob Maximilian v. Muschwitz"). Der Sohn Johann Moritz Thristians, Johann Friedrich Moritz Benjamin v. R., war im Jahre 1804 Sousleutnant im Thevaux- legers - Regiment Prinz Johanns. Lr kaufte am 23. August/20. September 1806 von den Vormündern der Kinder Tarl Siegismund Alexanders v. Schkopp das Gut Steinitz und Kolbitz (80 von Hoyerswerda) für 44500 Rtlr. Im Jahre 1819 kam der Besitz in andere Hände. Johann Friedrich Moritz Benjamin hatte sich am 29. September 1808 in Steinitz vermählt mit „Th. H. Tm." MarcheH. „die löbliche klrtillerie und zwar die sechszehenpfündige Feuerwercksprobe". Johann Friedrich starb als Zeughauptmann, Dberst und Generaladjutant am l9. März t770 abends Uhr. Im Jahre 1729 suchte er um die Genehmigung nach zu seiner Vermählung mit Christiane Elisabeth, Tochter des Kommerzienrats HiMger. kj.-St.-R. Geneal. Boa. 31788, Roth, tz ks.-St.-R. a. a. G. 2) H.-St.-R. a. a. G. tz Ebenda. Hier ist er nur Johann Benjamin Moritz genannt, in den Lehnsakten von Kolbitz dagegen Johann Friedrich Moritz Benjamin, tz Laus. Monatsschrift 1808, S. 693. v. Rothe. 643 Wappen: Vas Geschlecht v. kl. führt im blauen Schilde ein Einhorn, das wachsend auch als Helmkleinod erscheint h. v. Nothe^). Glieder des alten Thüringischen kldelsgeschlechts v. klothe sind in der zweiten Hälfte des l 8. Jahrhunderts in der Vberlausitz ansässig gewesen. Wolf Heinrich v. kl., königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr und klmtshauptmann, gesessen aus Löbitz im Kreise Weißenfels, dem seit langen Jahren im Besitz der Familie befindlich gewesenen Gute, war dreimal vermählt ^): I. seit dem 9. Februar l708 mit klemilia Juliane v. Krackau a. d. h. Bechstedt; sie starb zu Löbitz am 5. September 1713; II. seit dem 16. September 1714 mit Johanna Elisabeth v. Landwüst a. d. h. Groß-Gestewitz; sie starb zu Löbitz am 11. September 1720; III. seit dem 14. klpril 1721 mit Lrdmuthe Eleonora Sophia v. Taubenheim a. d. h. plotha. Er hinterließ dreizehn Kinder. Einer seiner Söhne ist der in Löbitz geborene klugust Friedrich v. kl. Er ging in Sächsische Militärdienste, wurde 1731 Fähnrich im Leibregiment, in Dezember 1741 Sous-, im klugust 1742 Premierleutnant und erhielt im Juli 1755 den Kapitänscharakter bei den Grenadieren; im Jahre 1756 geriet er in preußische Kriegsgefangenschaft und nahm im Mai 1778 seinen ktbschiedh. klugust Friedrich kaufte am 21. März 1769 von Frau Sophia Lrdmuth v. Warnsdorf deren Lrbrittergut Wuischke (80 von Bautzen) für 25000 Taler und erhielt am 5. klpril 1770 den Lrbbrief. Er starb in Bautzen am 18. klugust 1785 im kllter von siebzig Jahren und wurde am 24. d. M. in hochkirch begraben, klugust Friedrich hatte sich vermählt: I. am 4. Februar 1766^) mit Johanna Louisa Sophia v. kkostitz a. d. h. vöbschütz, geboren zu Döbschütz am 31. Oktober 1743 als Tochter Lhristian Gottlobs v. lk. und seiner Gattin Sophie Eleonore v. Thielau. Sie tz Nach einer Anmerkung im kf.-St.-A. Geneal. Uoo. 31788, Roth. — Ein Einhorn führen verschiedene Familien v. R., so das Ulmer Patriziergeschlecht v. R.: Schild gespalten, vorn in Schwarz ein aufgerichtetes weißes Einhorn: hinten von Silber und Schwarz dreimal quergeteilt, v. Ledebur, Adelslexicon der preußischen Monarchie, II. Bd., 5.315; ferner v. R., genannt Pongplock, Reichsadelsdiplom vom Jahre 1616: Schild geteilt von Rot und Blau. 3m Schildesgrunde erhebt sich auf grünem Rasen eine Marmorsäule, welche rechts ein einwärts gekehrtes Einhorn, dessen Hals ein Pfeil durchbohrt und links ein gekrönter goldener Löwe mit den Vorderfüßen stützen. Rneschke, Neues allgemeines Deutsches Ndels-Lexikon, VII. Rand, S. 598; endlich die Freiherren R. von Schreckenstein: Schild geviert. 1 und 4: Gespalten; vorn in Schwarz ein silbernes Einhorn, hinten von Silber und Schwarz dreimal quergeteilt: 2 und 3: in Silber zwei ins Andreaskreuz gelegte, abgehauene rote Aste. 2) Ls findet sich auch die Schreibweise v. Rotha, z. B. Neue Laus. Monatsschrift 1800, I, S. 299 und anderwärts. s) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, II, 1791, S. 127. <) vergl. Laus. Magazin 1785, S. 276. °) Gberlaus. Nachlese 1768, 5.37; Bibliothek der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, I-. I. 30, Mspt. Teil I, S. 587-589. Bei v. Uechtritz a. a. 0 0--5t.-R. Gen. 1.00. 11292, Heldreich, Stammtafel. 2) Geburts- und Taufdaten von Nr. l-6 nach Rttesten des Pfarrers der vrei- faltigkeitskirche zu Striegau in den Liebsteiner Lehnsakten. ' s) Laus. Magazin 1788, S. 150. . h Laus. Magazin »788, S. 162. .1 .'. 'I .roA 648 v. Rückhardt. 6. Tarl Friedrich August Wilhelm v. R., geboren 29. September, getauft 3. (Oktober 1765, gestorben als königlich preußischer Hauptmann zu Belbitz 23. Januar 1821. 7. Benjamin Gottlob Ferdinand v. R., geboren zu Liebstein 10., getauft 15. Kugust 1768, diente im Husarenregiment Prinz von Württemberg unter dem Namen „Reymann" und starb als Leutnant im Lazarett zu Berlin am 17. März 1797. Wappen: Schild geteilt. (Oben in Silber ein roter Löwe, unten geteilt von Rot und weiß. Gekrönter Helm. Kleinod: Streithämmer („pusicanen") in Lisenfarbe, rot und silberne Hahnenfedern. Decken rot-silbern h. v. Rückhardt. Peter „Rickhard" erhielt von Kaiser Rudolph II., Regensburg den 20. Juli 1594, einen Wappenbrieft). Gottfried „Rickhart" wurde mit seinen beiden Schwestern Rnna Maria und Rosina, Wien den 4. August 1631, in den Böhmischen Adelsstand erhoben ^). Gottfried R. besaß die Güter Mengelsdorf (bl von Reichenbach) und Holtendorf (0 von Reichenbach, von Görlitz). In Mengelsdorf war er der Vesitznach- folger Hans Georgs v. Warnsdorf. Am Tage Philippi et Jacobi 1633 jl. Mais starb Gottfried v. R.h. Wir kennen zwei Söhne Gottfrieds (I —II): I. Georg v. R., kaiserlicher und kurfürstlich Sächsischer (Obersts, übernahm das im Kriege durch Brand und Plünderung sehr verwüstete Gut Mengelsdorf am 16. November 1638 zum Preise von 8500 Talern"). Er besaß auch Scheipelitz (vielleicht Scheiplitz im Kreise Weißenfels). Sein Stückgut zu Holtendorf verkaufte er im Jahre 1649 für 1050 Taler an Georg v. heldreich h. Dafür erwarb er nun von Hans Thristoph v. Temritz das unter der Herrschaft Seidenberg gelegene Gut viehsa (KO von Weißenberg) und erhielt es von Christian Freiherrn v. Nostitz, Herrn der Herrschaft Seidenberg, am 10. Juni 1650 zu Lrblehn verreicht. Georg starb in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre des 17. Jahrhunderts. vermählt war er mit Anna Emerentia „Fückerin", die am tz So beschreibt Sinapius a. a. G. I, 5. 762 in nicht recht anschaulicher Weise das Wappen des Geschlechts v. Rhopn. 2) verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II. Bd., S. 248. h v. voerr, Der Rdel der Böhmischen Rronländer, 1900, S. HZ. h Laus. Monatsschrift 1800, I, S. IZ8. h Georg v. R. meldete, Dresden den 8. Juni I6Z8, er habe mit Gefahr seines Lebens den Schwedischen Hauptmann Mell gefangen genommen und bitte um die von dem genannten Hauptmann bereits erlegte Ranzion. H.-St.-R. Gen. Boo. 31789, Rückhardt. °) Laus. Monatsschrift, 1800, I, S. 138. tz Vas Stückgut zu Holtendorf war ehedem nur ein von Bauersleuten bewohnter Garten gewesen. Erst später war es zu Lehn gemacht worden, h.-St.-R. I-oe. 9547, Vas 6. Buch Gberlaus. Lehnssachen, 1657 — 1674, Zol. 48. v. Uückhardt. 649 9. Dezember 1658 Diehsa zu Erblehn verreicht erhielt. Sie schloß später eine zweite Ehe mit Aschen Elaus v. Lützowh. II. Johann (Hans) Thristian v. R., der jüngere Lohn Gottfrieds, kaufte von Hans Siegmund v. Gersdorfs am 24. Juli 1655 das Gut Gppeln (IMO von Löbau) und erhielt es am 31. August 1656 zu Lehn verreicht! er kaufte ferner am 13. April 1662 von den v. Ralck- reuthschen Erben das zu Gppeln geschlagene, unter Jurisdiktion des Amtes zu Görlitz stehende sogenannte Ralckreuth sche Gut zum Preise von 1530 Talern. Johann Thristian starb am 28. Januar 1687. vermählt hatte er sich 1681 mit Anna Sophia v. haugwitz, Tochter Johann Laspars v. h. auf Milkwitz, Schmochtitz, Luga, die nach achtjährigem Witwenstand eine neue Ehe schloß mit Johann Taspar Benjamin v. Theler aus herwigsdors. Hans Thristians Sohn, Adam Gottlob v. R., geboren am 12. März 1683, stand unter Vormundschaft seines „Vetters" Earl v. R. auf Belbitz. Frau Anna Sophia v. Theler, geb. v. haugwitz, kaufte für diesen ihren minderjährigen Sohn erster Ehe am Johannistermin 1694 von den Geschwistern v. Gersdorfs und deren Mutter das Erbgut Rosenhain (KO von Löbau). Es wurde ferner dem Johann Adolph v. R. als Rurator seines unmündigen Vetters Adam Gottlob für diesen am 18. Februar 1701 das Rittergut Treba (^V von Rothenburg) für 42500 Rtlr. adjudiziert. Nach Erreichung seiner vogtbaren Jahre wurde Adam Gottlob am 24. Juli 1704 mit dem väterlichen Gute Gppeln, sowie mit Treba zu rechtem Mannlehn, mit Rosenhain zu Erbe und Allod belehnt. Rosenhain verkaufte er bereits am 12. Mai 1704 an Frau Latharina Elisabeth verw. v. Zezschwitz, geb. v. Roenneritz. Ungefähr ein Jahr später, am 16. April 1705 verkaufte er ihr auch die bisher nach Gppeln gehörig gewesene Niedermühle in Rosenhain. Das Gut Gppeln veräußerte Adam Gottlob am 21. März 1708 an Wolf Siegmund Gottlob v. Rlüx. So besaß er also nur noch das Gut Treba. Gegen Übernahme eines Rirchenstammes von 31 Talern 2 Groschen 8 Pfennig, der bisher aus Nieder-Tosel gehaftet hatte, erhielt er von Hans haubold v. Schönberg aus Tosel und Dauban einen Wiesenfleck, sonst „Ralbes Wiese" genannt, am Termin Walpurgis 1712 abgetreten. fl „Unna Emerentia von Lützauin, gebohrne Zückerin", schrieb am I7./7. fluni 1664 von Diehsa au; an den Kurfürsten flohann Georg II., es habe flohann Georg I. ihrem sei. Eheliebsten Georg v. U. auf Diehsa und INengelsdorf, Obersten, bewilligt, „daß in Abschlag seines restirenden Kriegsverdiensts ihme an allerhandt Gefällen auf seinen Güthern nach und nach 3000 Thaler oompensanüo zu gute gehen und innen gelassen werden sollen". Und nach ihres Gatten Tode habe Kurfürst flohann Georg II. an die Landeshauptmannschaft verfügt, daß diese 3000 Taler bis zu Ende an seine Witwe „continuiren" sollten, fletzt wolle nun die Landeshauptmannschaft Steuern und Gefälle von ihren Gütern einziehen und die Zurückgabe von Geld fordern. Sie bittet um landesherrliche Intervention. Über ihren sel. Eheliebsten Georg v. Uück- hardt berichtet sie in dem Schreiben, er habe . . . „aus seinen lang wiehrigen, trew geleisteten Krieges Diensten nicht nur allein ungesunden Leib, so endlich mir zum schweresten den Tobt causiret, gebracht, sondern auch darüber in wehrender Zeit alle das seinige zu Hause eingebüßet" . . . H.-St.-A. Gen. üoe. 11334, Lützow. 650 v. Rückhardt. „Nach ausgestandener damahls grassirender neuntägiger Masern- staupe"H starb Rdam Gottlob am l8. lNärz 1719. vermählt hatte er sich am 2. Februar 1708^) mit Ursula Eleonore v. Zezschwitz a. d. H. pließkowitz, Tochter Tonrad Heinrichs v. 3. Sie starb am 26. lNärz 1723, nachdem sie in ihrem am 13. März d. I. errichteten und am 24. Rpril publizierten Testament 500 Taler für Vautzner Rrme und Ivaisen ausgesetzt hatte °). Rdam Gottlob hinterließ nur eine Tochter unbekannten Namens. Vas Gut Treba fiel deshalb an die Lehnsvettern Johann Rdolph und Gottlob Lhrenreich Gebrüder v. Rückhardt.. — Rls ein „Vetter" Rdam Gottlobs wird bezeichnet der Leutnant Tarl v. R. Er besaß das Gut lvendisch-Tunnersdors (blO von Löbau) und kaufte 1676 von seinem Schwager Johann Magnus v. Gers- dorff Beibitz (lMO von Löbau) und zwar „das obere Vorwerk", den Rittersitz und die Untertanen zu Velbitz und Rottmarsdorf (88^V von Löbau) für 5000 Taler; er erwarb ferner 1688 auch den Rnteil Hansens v. Heldreich an Beibitz. Tarl v. R. hatte zwei Söhne (1 -2): l 1. Johann Rdolph v. R. stand in Militärdiensten und wird 1694 als Leutnant, 1719 als Major bezeichnet. Er kaufte von seinem Vater das „Stücke Gut" Velbitz, im Rausbriefe Nieder-Belbitz genannt, im Jahre 1694 für 8200 Taler und brachte ferner 1699 von seinem Bruder Gottlob Ehrenreich, an den Dber-Belbitz gefallen war, auch diesen Rnteil für 8875 Taler an sich, so daß er nunmehr das ganze Gut Velbitz in seinem Besitze hatte. Rm 7. Juni 1717 verkaufte er (Ober- und Nieder-Belbitz an Joachim Ernst v. Gersdorss aus Iverda. Johann Rdolph und seinem Bruder Gottlob Ehrenreich fiel nach dem Tode Rdam Gottlobs v. R. (ch 18. März 1719, siehe oben) dessen Gut Treba zu. Rm 17. Februar 1720 erhielten sie den Lrbbries über dieses Gut. Sie verkauften zu lvalpurgis 1724 den bisher bei Treba gewesenen, im Jahre 1618 von Petershain dazu erkauften Teich nebst dem dazu gehörigen Förster wieder an Petershain, dessen Besitzer damals (1724) lvols Gottlob v. Rlüx war, für 2500 Taler zurück. Johann Rdolph hatte sich dreimal vermählt: I. mit Helena Marianne Tugendreich geb.II. mit Johanna Erdmuth v. Uechtritz a. d. H. Nieder-Leuba^); III. zu Dresden am 4. Rpril 1709°) mit Dorothea Gottliebe v. pentzig, der jüngsten Tochter Heinrich Ludwigs v. p. aus Nieder-Rudelsdors und Nieda. Rm 21. März 1709 hatte Johann Rdolph mit dieser seiner dritten Gattin eine Ehestistung errichtet H. tz pfarramtliches kittest in den Lehnsakten Treba. 2) Mörbe, Grtschronik von Petershain, 1844, S. 138. 2) R. R. Hehler, Die milden Stiftungen der Stadt Budissin, 1850, S. 51. H H.-St.-kl. Gen. 1.00. 11273^76, Gersdorff, vol. IV. b) Staatsarchiv Breslau, Luratorien- und Tutorienbuch. ") v. Zeilitzsch, Jur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen kidels, 1806, S. 216. tz H.-St.-ki. Gen. Boo. 31780, Rückhardt. ... . v. Rüdiger. 651 Johann Kdolph hatte aus zweiter Ehe eine Tochter Johanna Dorothea. Diese erhielt l7l8 in Gottlob Ehrenreich v. R. auf Wendisch- Lunnersdorf, ihrem (Oheim, einen Kurator. Sie vermählte sich mit Johann Fabian Gottlob v. ponickau aus Luga als dessen erste Gattin und starb, 26 Jahre alt, am l8. März I729H. Aus seiner dritten Ehe hatte Johann Adolph eine Tochter Juliane Gottlieb v. R., getauft zu Lreba am 28. Januar 172l. Lreba kam 1730 zum notwendigen verkauf. 2. Gottlob Ehrenreich v. R., der jüngere Sohn Tarls, kaufte 1696 von seinem Vater (Ober-Belbitz für 7300 Taler, verkaufte das Gut aber 1699 seinem älteren Bruder Johann Adolph. Gottlob Ehrenreich erwarb ferner zu Walpurgis 1699 von seinem Vater das Gut Wendisch-Eunnersdors für 6000 Taler und erbte im Jahre 1719, wie erwähnt (vergl. S. 650), gemeinsam mit seinem Bruder das Gut Lreba. vermählt war Gottlob Ehrenreich seit dem 25. April 1703 mit Eleonore Tugendreich v. Kpaw, geboren am 13. September 1681, gestorben am 15. (Oktober 1716, Tochter Johann Wilhelms v. K. aus Gießmannsdors,, Friedersdors^). Gottlob Lhrenreichs Tochter Johanna Juliane v. R. vermählte sich mit Lhristoph Ernst v. Kottwitz. Dieser kaufte von seinem Schwiegervater am 7. September 1725 das Gut Wendisch-Tunnersdorf. Wappen: Schild geteilt. (Oben in Silber ein springendes Reh s?p unten in vier Reihen geschacht von Silber und Rot. Helm gekrönt. Kleinod: (Offener Flug, geteilt übereck von Rot und Silber Decken rot-silbern. Siebmacher III, Tas. 95, Nr. 1, „v. Rickhart" unter den Böhmischen. v. Rüdiger, Grasen. Ist auch der Zusammenhang der unten zur Besprechung gelangenden adeligen Familie v. Rüdinger mit der gräflichen Familie v. R. wahrscheinlich, so läßt er sich doch bis jetzt urkundlich nicht Nachweisen. Earl Joachim, königlich polnischer Kammerherr und sein Bruder Johann Heinrich, kursächsischer Geheimer Rat, die am 21. November 1780 den polnischen Freiherrnstand erlangt hattenH, wurden vom Kurfürsten Tarl Theodor von der Pfalz als Reichsvikar am 4. Juli 1792 in den Reichsgrasenstand erhoben''). von den drei Söhnen des Grafen Tarl Joachim: Tarl Heinrich, Johann David und Friedrich Wilhelm machten sich Tarl Heinrich und Friedrich Wilhelm in der (Ober- 0 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser, §. v. v. ponickau. 2) H. R. v. Kyaw, Familien - Chronik des Geschlechts v. Kgaw, 1870, S. 145, 146. H Tin in den Bautzner Lehnsakten befindliches v. Riickhardtsches Siegel zeigt außerdem zwischen dem offenen Fluge ein wachsendes Reh s?s. tz Bereits im Jahre 1552 hatte ein Bürger zu Thorn, Lucas Rüdiger, vom König von Polen Siegismund Rugustus den Rdelsstand erhalten. H.-St.-6. Boa. ZI28, Rcta Reichs-Vicariats-Sachen, Oratiosa, aa I740-Y1, vol. IV, Fol. 147. H Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-kicte, I, S. 206. 652 v. Rüdinger. lausitz ansäßig. Tarl Heinrich Reichsgraf v. R., Erb-, Lehn- und Gerichtsherr aus Hof mit Raitzen, kurfürstlich Sächsischer Rittmeister, erwarb am 17. Mai 1804 das Erbrittergut Techritz (8^V von Bautzen) von dem Rechtskandidaten Johann Ehristoph Gotthels Glöckner für 51000 Taler. Schon am 1. September 1806 verkaufte er das Gut wieder an Frau Or. Friederike Wilhelmine Rrickow, geb. Dreßler, für 61 500 Taler. Gras Tarl Heinrich war seit dem 10. Oktober 1801 vermählt mit Friederike Laroline Peperff. Tarl Heinrichs Bruder, Reichsgraf Friedrich Wilhelm v. R., kaufte am 25. Mai 1810 das Erb- und Rllodialrittergut Rlein-Seitschen (8^V von Bautzen) von Heinrich Siegismund Balthasar Freiherrn v. Niebel- schütz für 36000 Rtlr. Rm 8. Juni 1810 erhielt er den Erbbrief. Rm 5. März 1814 verkaufte er das Gut wieder an Johann Rar! Rünzel, königlich Sächsischen Finanzkalkulator, für 24000 Rtlr. Friedrich Wilhelm Graf v. R. hatte sich am 3. Februar 1801 vermählt mit Ruguste Friederike Helene v. Rabenaus. Rm 24. Dezember 1805 fand auf Rittergut Hof eine Lhestiftung statt zwischen Gras Friedrich Wilhelm v. R. auf Hof mit Raitzen und Demoiselle Rahel Wilhelmine Dorothea Schmorl, Tochter des kurfürstlich Sächsischen Generalakzisinspektors Ernst Gottlob Schmorl zu Gschatzff. Vas gräfliche Geschlecht v. R. ist erloschen. Wappen: Vas bei der Erhebung in den Grafenstand verliehene Wappen zeigt den Schild geviert mit goldenem Herzschild, darin ein schwarzer Stierkops, quer von einem Schwerte durchbohrt. 1,4: (Wappen Tornow) in Silber ein vor am Rußenrande stehenden grünen Bäumen auf grünem Boden, nach innen springendes rotes Einhorn. 2, 3: (Wappen Bülow) in Blau 14 (4, 4, 3, 2, 1) goldene Kugeln. Grasenkrone. Rechter Helm: Turm zwischen 2 von Rot und Silber geteilten Büffel- hörnern. Linker Helm: Vogel mit Ring zwischen 2 blauen, mit Kugeln besetzten Büffelhörnern, hinter welchen zwei silberne Flügel. Schildhalter: 2 widersehende rote Löwen ff. v. Rüdinger (v. Ridinger, v. Rüdiger). Michael Riedinger aus Prag, der des Glaubens wegen seine Heimat verlassen hatte, bat im Jahre 1627 um seine Aufnahme in Dresden, erhielt sie und wohnte seit dem 3. Februar 162Y mit Frau und zwei Kindern am Reumarktff. Im Jahre 1649 wurde eine Ehe- stistung abgeschlossen zwischen Michael „v. Riedinger" und seiner (zweitens Gattin Lva, geb. v. Kpaw a. d. H. Kemnitz, Witwe des kursächsischen Kriegshauptmanns Bernhard v. Schilling. Sie brachte ihm 1000 FI. ff ff.-St.-R. Een. 1.00. ZI789, Rüdiger. 2) Ebenda. 3) Ebenda. ff Rneschke, Deutsche Grafenhäuser, II. Bd., 5. ZI6. ff Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde XXX, S. 165. v. Rüdinger. 653 Ehegeld mitH. Michael erwarb durch gerichtliche Abjudikation das Gut Gber-Gurig (88W von Bautzen) im kurfürstlich Sächsischen Amt Stolpen für 2500 FI. am 9. August 1647. Zur Bezahlung der rückständigen Hausgelder dieses Guts liehen ihm im Jahre 1665 seine Töchter Helena und Anna Barbara v. N. Geld, aus ihrer mütterlichen Erbschaft stammend. Michael hatte das Unglück, daß ihm, als seine Leute im Jahre 1656 Holz fällten, ein Baumstamm auf den Schenkel fiel und diesen zerbrach. Km 4. Mai 1668 starb er^). Seine genannten beiden Töchter verkauften am 4. (Oktober 1668 das ihnen hinterlassene, stark verschuldete Gut Gber-Gurig an Sebastian Stephan, Uatsverwandten und Handelsmann in Bautzen für 6000 Fl. Sn welchem verwandtschaftlichen Verhältnis zu dem eben erwähnten Michael der jetzt zu besprechende Gründer der Gberlausitzischen Linie der Familie v. Nüdinger steht, vermögen wir nicht anzugeben: Felix v. R., kaiserlicher Appellationsrat und Ueichshosrat, seit dem Jahre 1638 auch kurfürstlich Sächsischer Geheimrat, erkaufte von Nikol v. Nostitz zu Tunewalde das Gut lveigsdors bei Tunewalde von Neusalza) und wurde am 1. Dezember 1621 belehnt. Schon im Jahre 1610 hatte Kaiser Nudolph II. die Anwartschaft aus Spitzkunners- dors (blW von Zittau), dessen Besitzer Friedrich v. lveigsdors unvermählt war, drei Männern verliehen: Felix von N., Dr. Johann Georg Gödelmann, kurfürstlich Sächsischem Nat und „Johann von Krnoldißdorff jArnsdorsj, Khausfer genannt, auf Zauschwitz und Zeutsch", Appellationsund Lehnsrat des Königreichs Böhmen. Als nun Friedrich v. lveigsdors am Sonntag Nogate 1620 s21. Maij ermordet worden war, fiel Spitzkunners- dorf an die genannten drei Exspektanten. Felix v. N. erwarb zu seinem einem Drittel von David, fürstlich Sächsischem Kammerdiener zu Toburg und Johann Friedrich Gödelmann, Diakonus zu Freiberg als Erben Johann Georg Gödelmanns, ein zweites Drittel, mit dem er am 7. August 1622 belehnt wurde ^). von Johann Kauffer aus Arnsdorf erwarb er im Jahre 1626 das letzte Drittel des Gutes Spitzkunnersdorf^. Felix tz Lehnsakten Vber-Gurig. — Bernhard v. Schilling starb um 1640. H.-St.-5l. Ten. Boo. ZI745, Schilling. 2) Lehnsakten Vber-Gurig. s) Im Lehnbrief, ausgestellt für Felix v. R., heißt es: . . . „und hat berichtet, wie daß er Kraft und Inhalts producirter Kaiserlicher Loncession und darauf gerichteter absonderlicher Kaufs- und Lessionsvergleichung auch denjenigen Rntheil oder ganzes Recht, welches durch sonderbare Begnadung der Rö: Kais:, auch zu Hungarn und Böheimben König!. Rlaj. Ruäolpüi sscmnäi höchstlöblichen Gedächtnisses der weiland edle, ehrenveste und hochgelahrte Herr Johann George Godellmann, der Rechte Doctor, Lomes pal. und churfürstlich Sächsischer Rath seliger um seiner treufleißigen Dienste willen und dabei gethane 3ubuß seines Vermögens zu einer Lrgötz- lichkeit am Lehngut Spitzkunnersdorf, so sich nach Rbsterben des auch weil, edlen, ehrenvesten Friedrich von weigsdorf auf Lunnersdorf in Mangel Leibeslehnserben vorlediget, erlanget und an seine hinterlassenen männlichen Lehnserben, als H. Daviden, fürstlich Sächsischen Kammerdiener zu Loburg und Johann Friedrich Gödelmannen, Viaconen zu Freqberg kommen .... käuflichen an sich gebracht". Lehnsakten Spitzkunnersdorf. tz Johann Kauffer nennt den Felix v. R. seinen „vielgeliebten Herrn Gefattern und hochvertrauten Freund als Bruder". Lehnsakten Spitzkunnersdorf. 664 v. Nüdinger. v. R. erwarb ferner laut Kaufbriefs vom 2l. März 1622 vom Domstist 5t. Petri zu Bautzen, bez. dem Inhaber der vikarie 5t. Johannis Evange- listae, dem die Nutzungen und Dienste des Dorfes zuständig gewesen, das vors 5chönberg (bi von Weigsdorf) für 3180 Fl. Meißnisch'). Km 4. Juni 1623 erhielt er eine Lehnsmutungsrekognition wegen gesuchter Lehn am Gute 5chönberg. Im Jahre 1637 erwarb Felix noch Mittel- Gderwitz von Zittau)-). Felix v. R. war ein gewandter Diplomat. Im Jahre 1610 gehörte er der Kommission an, die der Kaiser aus den außerordentlichen, für den Kpril ausgeschriebenen Landtag nach Bautzen sandte, um Geld bewilligt zu erhalten2); im Februar 1622 hatte er mit anderen Bevollmächtigten den Kurfürsten von Lachsen zu veranlassen, sein Kriegsvolk mit Rücksicht auf den Markgrafen von Jägerndorf noch länger in Lchlesien zu belassen 4); als kaiserlicher Gesandter erschien er ferner im Kugust 1624 aus dem Tage der Gbersächsischen Kreisstände zu Jüterbogs; er war ferner einer der kaiserlichen Kommissare bei der Tradition der Lausitzen an Kursachsen am 24. Kpril 1636 in Görlitz"). Felix war vermählt mit Knna Peifer, Tochter des kursächsischen Kanzlers und Geheimen Kats David peifer (Pfeiffer) I. 5ie brachte ihrem Gatten besage Thestiftung vom 16. Juni 1696 2000 FI. Meißnisch als heiratsgut und Thegeld mit; ferner hatte sie nach ihres Vaters Tode 26000 FI. erhalten, die sie ihrem Gatten zum Knkauf der Güter 5pitz- kunnersdorf und Weigsdorf zuwandte. Km 14. (Oktober 1628 erhielt sie einen Leibgedingebrief' samt Konsens über ihr eingebrachtes Geld"). Knna v. K., geb. peifer, starb im 60. Lebensjahre am 20. Mai 1632 und wurde in der 5t. Johanniskirche in Zittau bestattet"). Ihr Gatte folgte ,ihr im Jahre 1639 im Tode nach und wurde in der Frauenkirche in Görlitz beigesetzt. Daselbst befindet sich sein Epitaphium ^"). Eine gedrängte Übersicht über die politische Tätigkeit und die Familienverhältnisse dieses hervorragenden Mannes bietet uns ein an den Kurfürsten gerichtetes Lchreiben seiner Kinder, Dresden, den 3. Kugust 1640"), in dem sie hervorheben, daß ihr seliger Vater Felix v. K. . . . „bei 48 Jahren hero drepen Römischen Kapsern, alß Rudolphs, Matthias und Ferdinands 0 vomstiftl. Orchiv zu Bautzen, Abt. I. Boo. XBIX. Nr. 8. 2) Neues Laus. Mag.- Bd. 73, S. 17. ») Neues Laus. Mag. Bd. 56, S. 105. 0 Ebenda, S. 8d. b) Müller, ^nnsl. 8ax., S. 325. °) Großer, Laus. Merckwürdigkeiten, I. Teil, S. 254; Näuffer, Abriß der Dberlaus. Geschichte IV, S. 220, 226. tz David peifer starb am 2. Februar 1602. Lein und einiger Angehöriger Grabdenkmal war auf dem Frauenkirchhof in Dresden. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Nunstdenkmäler des Nönigr. Sachsen, 21. Heft, .1, 5.7g. 8) H.-St.-A. Boo. 9546, Vas zweite Buch Dberlaus. Lehnssachen 1631-50, Fol. 104. ") Larpzov, ^naleola käst. 2ittav., 1716, I, S. 77. 10) Neues Laus. Mag. Bd. II, S. 170 ist die Inschrift des Epitaphiums angegeben. i>) k).-St.-A. Boo. 9546, Das zweite Buch Dberlaus. Lehnssachen 1631—50, Fol. 101. v. Nüdinger. 655 dem Kndern bei der Appellation im Königreich Böheimb treülich gedienet, sowohln auch zum Reichshosfrath bestalt gewesen, wie er dan, ohne Rhum zu melden, bei) Ihr Kapß: und König!: Maytt: ein getreuer Diener bis an sein seel. Absterben verblieben. Als aber psalzgrasf Friedrich nacher Prag kommen, undt Er bep Ihme Bestallung anzunehmen gleichsam genötigt werden wollen, so hat Er lieber alles zu Prag verlassen, alß daß Er sich zu Ihrer Maytt. Feinden, wie oftmals begehret worden, gewendet hette. Daher» sich heimblich mit Weib und Kindern von dannen in die Gber Laußnicz begeben, daselbsten hernacher beide Gütter Spitzkunnersdorff und Weigsdorff erkaufst und fast alle Sein und seines lieben lveibes von Ihrem geehrten Datier, des wohl verdienten alten h. Eanzlers Dauidt peiffers 5eel. herrührenden ansehligen vermögen, so Unser Mutter seel: nach seinem Absterben ererbet, wie ingleichen waß Sie auß preissen nach Absterben ihres Brüdern Hansen Seel: erlanget, in diese beiden Güttere und waß hernacher an Erbgüttern Sie darzue erkauft habe, gewandt. Wie mit dem Leibgedingsbrieff und (vberambts- consens sud dato den 14. Gctob. 1628 aufgerichtet worden, zue bescheinigen ist, daß Unsere Mutter Seel, an Lhegelde, Kegenvormechtnüß und andern Lrbfellen,, so sie treuherzig in diese Gütter interii-et und Ihr davor b^potlioeiret seindt, über 30000 Fl. gebühreten, so iezige oder künftige Besizere aus diesem Lehen abzusühren schuldig seindt". Felix v. U. hatte folgende Kinder: I. Daniel. Siehe unten. II. Johann George. Siehe unten S. 658. III. Gertraud. Siehe unten S. 658. IV. Barbara Anna. Siehe unten S. 658. V. Sophia. Siehe unten S. 658. VI. Blandina'). Siehe unten 5. 658. I. Daniel v. U. ist der einzige überlebende Sohn Felixens. In den Lehnsakten schreibt er sich stets adelig. Uach seines Vaters Gode wird er am 8. Mai 1640 mit Spitzkunnersdors, Weigsdors, Schönberg belehnt, vermöge aufgerichteter Erbsonderung vom 26. März 1649 teilte er sich mit seinen Schwestern so, daß ihm Weigsdors zufiel. Am 5. November 1650 erhielt er über dieses Gut den Erblehnbries. Ein langjähriger Streit zwischen Daniel v. N. und seiner Schwester Blandina einerseits und Ehristoph v. Gersdorff und seinen Erben aus Hainewalde andererseits wegen des „Kreischen-Gutes" in Mittel-Gder- witz wurde endlich durch eine zu Bautzen aufgerichtete und vom Kurfürsten am 19. April 1667 bestätigte Transaktion beigelegt. Die beiden Geschwister erlangten das Eigentum an dem Kreischen - Gute, und der Kurfürst genehmigte am 9. November 1667, daß ihnen das Gut zu Lrblehn verreicht würde. Daniel war vermählt mit Anna Magdalena tz Die unter Nr. II und Nr. V aufgesührten Kinder sind im h.-St.-5l. Koe. 9546, Vas 2. Buch (Oberlauf. Lehnssachen, I6ZI —50, Hol. igz und in den Lehnsakten nicht mit aufgeführt: sie scheinen also vor ihrem Vater Helix v. R. gestorben zu sein. Nuf- geführt sind die beiden Kinder neben den vier anderen bei K. Iv. vornick, Die Herrschaften von hapnervalde und Spitzkunnersdors, S. 8. 656 v. Nüdinger. v. Rechenberg'). Er starb am 18. November 1675h und hinterließ folgende Rinder (1—4): 1. Hans Ernst. Liehe unten. 2. Heinrich Rdolph. Liehe unten 5. 657. 3. Rnna Sophia. Siehe unten S. 658. 4. Rnna Elisabeth. Siehe unten S. 658. Diesen Rindern vermachte er seine Rllodial- und Erbgüter Weigsdorf, Röblitz von Weigsdorf), Schönberg und die Hälfte von Mittel-Gderwitz. 1. Hans Ernst v. R. und seine drei Geschwister erhielten am 16. (Oktober 1676 den Lrbbrief über Weigsdorf. Sie hatten sich am 11. Rugust 1676 geteilt: Iveigsdors war an Hans Ernst gefallen. Er starb am 31. März 1684. vermählt war er mit Thristina Rgnes, geb. v. Temritz, die sich nach seinem Tode wiedervermählte mit Hans Nikol y. Lberhardt. Rus ihrer ersten Ehe hatte sie zwei Rinder (3 —b): a. Johann Larl, * 12., getauft 21. Rpril 1683. Siehe unten. b. Johanna Elisabeth. Sie starb bereits am I. September 1686. Nach deren Tode fiel ihre Hälfte von Weigsdorf an ihre Mutter, Frau Thristina Rgnes v. Eberhardt. Da diese unterlassen hatte, rechtzeitig die Sehn zu suchen, so konnte sie, nachdem der Rursürst ihren Lehnssehler kondoniert hatte, erst am 28. Rpril 1695 mit der ihr zugefallenen Hälfte von Weigsdorf belehnt werden. u. Johann Earl v. R., der einzige Sohn Hans Ernsts, geboren 12. Rpril 1683, besuchte im Jahre 1699 das Zittauer Gymnasiums und erhielt, mündig geworden, am 7. Mai 1704 den Erbbries über die Hälfte von Weigsdorf. Zufolge Vergleichs am Termin Johannis Vaptistae 1704 s24. Junis erhielt Johann Larl die seiner Mutter zugehörige Hälfte von Weigsdorf für 6500 Taler. Rm 20. Januar 1730 kaufte er von Hans Friedrich v. Schwanitz dessen Sehn- und Rittergut Sornßig von Löbau) für 9500 Taler Rausgeld und für 100 Taler Schlüsselgeld, zu entrichten an Fräulein Thristiane Henriette v. Nostitz a. d. h. RIein-Dehsa. Rm 9. Juni 1730 belehnt, verkaufte er das Gut zu Johanni 1736 an Heinrich Rdolph Ferdinand v. (Oberländer. Johann Tarl starb nach langwierigem Siechtum am 29. Dezember 1757 im Rlter von 74 Jahren 8 Monaten 2 Wochen und 4 Tagen, vermählt war er seit dem 17. September 1704h mit Rahel Tharlotte v. Lest. Sie starb am 17. Februar 1728. Folgende Rinder waren der Ehe entsprossen h (« —y): h Bibliothek der Gberl.Gesellschaftder Wissenschaften,INspt.B.1.30, 1.Teil,S.5I2. 2) Lehnsakten Weigsdorf. Sein in Gel auf Eisenblech gemaltes Porträt in der Kirche zu Nieder - Dderwitz nennt 1676 als Todesjahr. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 29. Heft, Nmtshauptmannschaft Zittau-Land, 1906, 5.131. b) Th. Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1783, S. 35. tz Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 34. Heft, S. 90, wo die Inschrift ihres in Lunewalde befindlichen Leichensteins angegeben ist. °) Nus dem Lunewalder Kirchenbuch in dem NIspt. der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, B. I. 30, 1. Teil, S. 512. v. Niidinger. 657 «. Johann Carl Gottlob, * 24.September 1705, f28.März 1708 im Alter von 2 I. 6 M. st. Johanna Lharlotte Agnes, * 23. August 1706, 28. November 1729 im Alter von 23 I. 3 M. 5 T., unvermählt. 7. Lrnst Friedrich Ludwig. Siehe unten. 8. Ferdinand Adolph (Nudolph?) Gottlob, * 1. April 1709, ch 31. Januar 1714 im Alter von 5 I. weniger 2 M. e. August Moritz Traugott, * 5. Mai 1710, 17. Mai 1715 im Alter von 5 I. 1 Ü>. r:. Johann Tarl Gotthelf, * 15. April 1712, ch in Kriegsdiensten in Polen am 22. Januar 1735 h. rj. Eleonore Amalie Tugendreich, * 14. Februar 1717, X 1736 mit Heinrich Adolph Ferdinand v. Oberländer aus Gber- Leutersdors. Der unter 7. erwähnte Ernst Friedrich' Ludwig v. N., geboren 1. Januar 1708, vermählte sich am 7. Mai 1736 mit Johanna Lharlotte v. Körbitz a. d. h. Doebschke und starb am 21. März 1752 im Alter von 44 I. 2 M. 20 T. Am 16. Juli 1738 wurde ihm eine Tochter geboren Johanna Taroline Friederike v. N. Sie vermählte sich am 12. Mai 1762 mit Heinrich Donat v. Frepwald, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Major der Garde du corps, ferner in zweiter Ehe mit Johann Friedrich v. Neitschütz'h. Mit Johann Tarl v. N. erlosch die Meigsdorfer Linie. 2. Heinrich Adolph v. N., der zweite Sohn Daniels, kaufte die Anteile seiner Geschwister an Mittel-Gderwitz und erhielt sie am 21. Dezember 1684 zu Erbe verreicht. Lr starb am 28. Dezember 1698. Aus seiner Ehe mit Helene Hedwig v. Nostitz, die am 16. Mai 1697 starb h, hinterließ er drei Kinder: Hans Adolph, * 29. Dezember st. novi 1687. Henriette Juliane, * 17. April st. n. 1689, X- 1- mit Hans Taspar v. Berge,- II. mit Tarl Heinrich v. Nechenberg. Gottlob Erdmann, * 10. August st. u. 1690,-f 8.Oktober 1699. Die Geschwister Hans Adolph und Henriette Juliane erhielten, mündig geworden, den Lrbbries über Mittel-Oderwitz, sonst auch das Kreischen-Gut genannt. Die Schwester verkaufte ihren Anteil für 5000 Taler ihrem Bruder am Termin Johannis Vaptistae 1709 s24. Junis. Am 8. August 1709 empfing er die Belehnung. Hans Adolph war in erster Ehe vermählt, und zwar seit dem 21. Oktober 1711, mit Thristiana Tugendreich v. Hundt und Alten-Grottkauh (* 23. September 1691, ch 31. Januar 1713), Tochter Joachim Hildebrands v. h. u. A. auf Unwürde, Kittlitz rc. In zweiter Ehe vermählte er sich mit Ivilhelmine Louise, geb. v. Brause und zwar am 2. pfingsttag 1714 s21. Maij h. 0 Kloß, Deneal. Nachrichten, NIspt. Bd. XIV, Rüdinger. h v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten V, 5. 32; VI, S. 51. h Neues Laus. Mag. Bd. 43, S. 402. h v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten V, S. 71. h v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 1846, 5. 34. 42 X 658 v. Rumohr. Johann Kdolph starb am 8. März 1730 und wurde am 13. es. in Gderwitz begraben. Leine Witwe beerbte ihn und wurde am 1. September 1730 mit Mittel - Gderwitz belehnt. Sie vermählte sich wieder am 28. Dezember 1735 mit Adolf Lrdmann v. Rlitzing. 3. Anna Sophia v. R., die eine Tochter Daniels, vermählte sich mit Georg Abraham v. Leubnitz auf Techritz als seine zweite Gattin. 4. Anna Elisabeth v. R., die andere Tochter Daniels, vermählte sich mit einem v. Rabenau. II. Johann George v. R., der zweite Sohn Felixens v. R., starb in pragH. III. Gertraud v. R., eine Tochter Felixens v. R., vermählte sich mit Henning v. Zeidler, genannt Hofmann, Sächsischem Residenten in Prag 2). IV. Barbara Anna v. R., eine Tochter Felixens v. R., vermählte sich mit Joachim Wisetzky v. Wisky auf Sohland. vor Mitte Dezember 1641 war sie bereits gestorben. V. Sophia v. R., eine Tochter Felixens v. R., vermählte sich mit Balthasar v. Schreibersdorfs aus Friedersdorf. Dieser erhält für die mit seiner Gattin erzeugten Rinder am 26. Februar 1642 einen Mutzettel wegen gesuchter Lrblehn an den v. Rüdingerschen Gütern Weigsdors und Spitzkunnersdors. VI. Blandina v. R., eine Tochter Felixens v. R., vermählte sich: I. mit Lrdmann v. Zechau; II. mit Joachim Heinrich v. Maxen a. d. H. Jeßnitz R.-L.; III. mit Lhristoph Ernst v. Gersdorff auf Hainewalde und Gderwitz; IV. mit Leuther v. Temritz aus Mücka, als dessen Gattin sie am 19. Juli 1683 starb, (vergl. über Blandina v. R. Band III bei v. Zechau, v. Temritz, ferner Band I S. 462 — 463, dann Band II S. 148. Wappen: Das Wappen der adeligen Familie v. R. zeigt nach Siegelabdrücken in den Lehnsakten einen Stierkops, schräg durchbohrt von einem Schwert. Das Rleinod bildet ein geharnischter Schwertarm. Dasselbe Wappen befindet sich auch aus dem Epitaphium Felixens v. R. in der Görlitzer Frauenkirche^). v. Numohr. Lin Glied des uradeligen Holsteinschen Geschlechts v. Rumohr, das mit Scacco de Rumore im Jahre 1245 zuerst urkundlich erscheint^, machte sich im ersten viertel des 18. Jahrhunderts vorübergehend in der Dberlausitz ansässig. 1) vornick a. a. G. 5. 8. 2) vie v. Zeidler, genannt Hofmann, sind eine Böhmische Exulantenfamilie, vergl. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXX, S. 240. Sein Siegel findet sich in den Lehnsakten Spitzkunnersdors: Schrägrechts ein Bär, auf einen Stamm kletternd. Helmkleinod: ver Bär zwischen zwei Hörnern. 3) Neues Laus. Nlag. Bd. ll, 5. 170. Oie in Rneschkes Neuem Nllgem. Deutschen Ndels-Lexicon, Bd. VII, S. 50Z, gegebene Beschreibung des Wappens der Dberlausitzischen Familie v. R. ist also eine unrichtige. tz Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen Häuser, 1901, II. Jahrgang, S. 769. v. Runckel. 669 Der fürstlich Sächsische Oberst „Schack Rumohr" kaufte im Jahre 1708 von George Bernhard d. I. v. Theler das Gut Neschwitz (itzbTW von Bautzen). Nach Beilegung verschiedener Irrungen zwischen Verkäufer und Käufers wurde letzterer am 30. November l709 mit Neschwitz und pertinentien belehnt. Nur vorübergehend hielt sich der neue Besitzer in Neschwitz auf, er lebte meist auf seinem Gute Nesselrode in Thüringens und verkaufte Neschwitz bereits am 28. Rpril l72l an den Herzog Friedrich Ludwig zu Württemberg. Lin anderes Gut, das Schack R. besaß, war Kauern im Vogtland. Lr erwarb es l7l6 von einem Geheimrat v. Naundorf und veräußerte es l738 an seinen Schwiegersohn Christian Ernst v. Vuttlertz. Genaue Nachrichten über die Rszendenz und Deszendenz Schacks R. sind nicht zu erlangen gewesen^). Im Lehnbries über Neschwitz vom 30. November l709 ist als sein Bruder genannt der Oberst Benedict Friedrich R. Wappen: Schild gespalten; vorn in Blau ein silberner Flügel, hinten in Silber zwei rote Balken. Man findet auch vorn die Balken, hinten den Flügel, z. B. auf einem Siegel vom Jahre l693 im H.-St.-R. Gen. Doo. 31789, v. Rumohr). Kleinod: Lin auf rotem Kissen sitzender Hund. v. Runckel. Die Familie v. Runckel, die als ein Seitenzweig des alten Rheinländischen Dpnastengeschlechts v. Runckel bezeichnet wird, machte sich in der ersten Hälfte des l8. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig^). 1) H.-St.-R. Noo. 9576, Rcta das Gut Neschwitz belangende und wie über dessen verkauffung zwischen dem Dbristen Schack Rumohr und George Bernhard Thelern Streitigkeit entstanden Rnno 1708 — 1712. 2) Lhronik des alten und neuen Schlosses zu Neschwitz in Sachsen, o. G. u. I-, privatdruck, S. 4. 3) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXII, S. 182,136: XXIII, S. 463. tz I- F. Gauhe, Rdels-Lexicon, I. Band, 1740, S. 1980, meint, Lajus Rumohr, königlich Dänischer Geheimer Rat, Gberhofmeister der Rurprinzessin zu Sachsen (Rnna Sophia von Dänemark, Gemahlin Iohann Georgs III.), später Dänischer Rxtra- orclinairs-Rnvozcs am königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Hofe und designierter Gberhofmarschall, sei der Vater Schacks R., der Besitzers von Neschwitz, gewesen. — Lin Delgemälde des „Rap" Rumohr aus dem Iahre 1711, ihn im 76. Lebensjahre darstellend, befindet sich im Schlosse zu Milkel. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Runsldenkmäler des Rönigr. Sachsen, XXXI. Heft, I. Teil, S. 166. tz Illustrierte Deutsche Rdelsrolle des Id. Iahrhunderts, 1859, S. 110. — Oie Vberlausitzische Familie v. R. ist nicht zu verwechseln mit der Rheinischen Familie Runkel, die am 15. Februar 1811 den herzoglich Nassauischen Rdelsstand und am 6. Rpril 1830 die preußische Nnerkennung erlangt hatte und ein dem Wappen der Dberlausitzischen Familie ähnlicher Wappen führt (Gritzner, Standes - Erhebungen und Gnaden-Ncte, II, S. 601): auch nicht mit der aus Friedberg in der Wetterau stammenden Familie R., die am 15. Rpril 1780 den Reichsadelsstand mit einem Wappen erhielt, das von dem der Gberlausitzischen v. R. ganz verschieden ist (Handbuch des preußischen Rdels, I. 8d., 1892, S. 490). — Line Rhnentafel in Schutzes Rlter- tümerwerk, Bd. I, S. 92 (Nlspt. Bibliothek der (Überlauf. Gesellschaft der Wissenschaften) nennt als Vater, Großvater rc. Friedrich Wilhelms v. R. folgende: 6. W. v. R. auf Rlühlrose, vermählt mit IN. T. v. Scharben aus der INittelmark: T. R. v. R., Rapitän- 42* 660 v. Nunckel. Der königlich polnische kurfürstlich Sächsische Hauptmann, später Oberstleutnant Friedrich Wilhelm v. R. vermählte sich l724 mit der im Jahre 1721 von ihrem ersten Gatten, dem Grafen Moritz von Sachsen, geschiedenen Frau Johanna Victoria Tugendreich geb. v. Soeben, Tochter Ferdinand Adolphs v. L. (f 6. Mai l706) und seiner Gattin Martha Tatharina Elisabeth geb. v. Soeben (ch l7. Mai 1724). Getauft zu Lichtenau am 8. Februar 1699, erbte Johanna Victoria Tugendreich die Güter ihres Vaters Burkersdorf (blblO von Zittau), Schwerta (8 von Lauban), Volkersdorf (880 von Lauban), Ober-Lichtenau (^V8^V von Lauban), Gber-Schönbrunn (80 von Görlitz), später auch das Gut ihrer Mutter Gber-Gerlachsheim (88^V von Sauban). 1709 erstand ihr Vormund für sie auch das sub basta zum Verkauf gelangende Nieder-Schönbrunn. Gber-Gerlachsheim verkaufte sie am 8. Januar 1727 an Wolf Adolph v. Gersdorff, die Güter Burkersdorf, Schwerta, volkersdors hatte sie schon im Jahre 1719 an Jakob Heinrich Grasen v. Flemming veräußert. So blieben ihr also Gber-Lichtenau und Schönbrunn. Sie starb am 26. Juni 1747 und wurde am 28. d. M. zu Schönbrunn bestattet. Ihr Gatte folgte ihr am 18. Februar 1769, 72 Jahre alt'). Folgende Kinder von ihm sind bekannt: 1. Friederike Henriette, geboren zu Schönbrunn am 19., getauft am 24. Oktober 1724, gestorben am 13. September 1748. 2. Friedrich August Ferdinand, gestorben im Alter von 1 I. 9 M. am 18. April 1728^). 3. Wolf Friedrich August. Siehe unten. 4. Wilhelm Eduard, gestorben im Alter von 3 I. 3 M. am 28. Februar 1731"). Der unter 3. erwähnte Wolf Friedrich August, geboren zu Schönbrunn am 16., getauft am 23. August 1729, ging in Sächsische Militärdienste, wurde Sous-Leutnant unter der Königin Regiment zu Fuß, später Hauptmann, nahm als solcher seinen Abschied, ging aus Reisen, hielt sich später über drei Jahre in Aachen aus und starb unvermählt zu Schönbrunn am 19. März 1770 abends sieben Uhr und wurde am 24. abends unter Fackelbegleitung daselbst beigesetzth. Am 9. August 1747 hatte er veniain ustatis erhalten. Er erbte zusammen mit seiner Schwester Friederike Henriette die mütterlichen Güter Ober- und Niederleutnant und Kommandant in der „Weber-Schantz", vermählt mit IN. O. v. Kröll und Grimmenstein aus der Schweiz: 6. 6. v. N., Hauptmann und Kommandant zu Peitz, vermählt mit T. N. Gräfin v. Berg aus den Niederlanden: L. v. R., geblieben auf der Muckroer Heide, vermählt mit N. v. „Nechel" aus der Niederlaufitz. >) Neues Laus. Mag. Bd. l7, S. 288. Interessant sind die in lateinischer Sprache abgefaßten, die damaligen Zustände am Sächsischen Hofe scharf beleuchtenden Nachrichten, die er 1752 in den Kirchturmknopf zu Lchönbrunn legen ließ, interessant ist auch die lateinische Inschrift, die er „eoZitans et aZsns virtutis et rsoti oultor, iirania titulorum st larvas konoris riäsns", 1752 an einem Wirtschaftsgebäude seiner Gutes Schönbrunn anbringen ließ, vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 17, S. 281 ff. 2) Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, Mspt. B. I. 30, 2. Teil, S. 120. b) Ebenda. tz Laus. Magazin 1770, S. 117. v. Runckel. 661 Schönbrunn und Db er-Lichtenau. Die Geschwister erhielten am 19. Juli 1748 den Erbbrief über beide Güter, und als die Schwester wenige Wochen später starb, fiel ihre Hälfte an diesen beiden Gütern ihrem Bruder Wolf Friedrich August zu. Und nach seinem Tode gelangten zufolge fideikommissarischer Disposition seiner Mutter beide Güter in den Besitz Wolf Thristian Albrechts II. v. Soeben aus Mengelsdors und Biesig. - Wir vermögen nicht mit Bestimmtheit anzugeben, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis zu Friedrich Wilhelm v. R. die gleich zu erwähnenden Glieder des Geschlechts stehen: Ferdinand Eduard v. U., Major im Frankenbergschen Insanterie- Uegiment, erbat sich 1744 Lizenz zur Vermählung mit Dorothea Henriette Rother, Tochter des Kommissionsrats Or. Johann Heinrich Rother in Leipzig. Im Jahre 1751 erhielt er vom Fürsten von Anhalt- Töthen den Antrag, den Erbprinzen ein Jahr lang in fremde Länder zu begleiten. Ferdinand Eduard starb als Dberstleutnant in der Kurprinzessin Grenadier-Regiment zu Schönbrunn am 6. August 1762 und wurde am 10. d. M. daselbst begraben h. — Adolph Ferdinand v. U. ging in Sächsische Militärdienste und wurde 1762, im Regiment Kursürstin stehend, in der Schlacht bei Luttern- berg gefährlich verwundet, indem ihm am linken Bein beide Röhrenknochen nebst der Kniescheibe zerschossen wurden. Die zurückbleibende Steifigkeit des Beines veranlaßte ihn im Jahre 1772 um seinen Abschied mit Kapitänscharakter „und einer mildesten Pension" zu bitten^). Er erhielt ihn und kaufte nun, als kurfürstlich Sächsischer Hauptmann der Kavallerie bezeichnet, von Wolf Ehristian Albrecht II. v. Soeben das Erbgut Biesig (14 von Reichenbach) am 26. Januar 1774 für 11 000 Taler. Am 16. November 1774 erhielt er den Erbbrief, zu Walpurgis 1778 veräußerte er das Gut an den Hauptmann Friedrich Heinrich Ludwig v. Goldschmid, Edlen Herrn v. Goldenberg. Adolph Ferdinand besaß ferner die Güter Nieder-Weigsdorf samt Neu-Gersdorf, Maxdorf und Friedreich (sämtlich KO von Zittau). Tr hatte sie zu Walpurgis 1778 von dem eben erwähnten Goldschmid v. Goldenberg für 30 000 Taler erworben und erhielt am 19. Juli 1779 den Erbbrief ausgefertigt. 1783 verkaufte er den Besitz an Johann Georg Friedrich Reichsgrasen v. Einsiedel. vermählt war Adolph Ferdinand mit Laroline Elisabeth v. Reitzenstein, Tochter Thristian Ernsts v. R. und seiner Gattin Taroline Friederike v. Maltitz. Frau Taroline Elisabeth v. R. besaß ein halbgut in Soculahora (80 von Bautzen). Dieses unter domstiftlicher Gerichtsbarkeit stehende, von aller Untertänigkeit und den vormals daraus lastenden Zugdiensten laut domstiftlicher Konzessionsurkunde vom 26. Mai 1769 befreite halbgut verkaufte sie am 24. Dezember 1789 an -) H.-St.-K. Gen. l.oe. 31784, «unckel. h Ebenda. 662 v. Nutt. Frau Sophie Juliane v. Dppell, geb. v. Siegroth, Gattin Heinrich Adolphs v. Dppell h. Folgende Rinder Adolph Ferdinands sind bekannt^): a. Henriette Friederike Elisabeth, geboren zu Dresden am 22. Februar 1771, gestorben am 25. Juni 1773 früh um drei Uhr, begraben am 27. Juni zu Ueichenbach. b. Wolf Ferdinand, geboren zu Mengelsdors am 23. Juni l773 früh um sieben Uhr, getauft am 28. d. Ul. Wappen: In Silber zwei rote pfähle mit einer blauen kleinen Vierung im rechten Dberwinkel. Auf dem Helm mit Bausch ein silbernes Uastell. Decken rot-silbern. Illustrierte Deutsche Adelsrolle, l859, Taf. XVI, Nr. l. V. Ruit (v. Ruth). Gleich zahlreichen anderen Familien mußten auch Angehörige des Böhmischen Adelsgeschlechts Ruth von Dirneho ihres protestantischen Glaubens wegen ihr Vaterland verlassen. Sie wandten sich nach Rur- sachsen. Der erste, den wir hier finden, ist Bohuslav der Altere N. v. D., der mit seiner Gattin und drei Rindern im Jahre 1629 in Pirna lebte und im Jahre 1630 starb b). — Lhristoph Gottlob v. „Nutt" war kursächsischer Gberstwacht- meister. Lr kaufte am 1. Juni 1695 das Gut Mittel-Sohra (XO von Görlitz) für 15 600 Taler, veräußerte es aber bereits wieder am 24. August 1700. Tin Jahr zuvor, im Jahre 1699, hatte er das nordwestlich von Großenhain gelegene Uittergütchen Roselitz sub bustu erstanden^). Lr vermählte sich im Jahre 1693 mit Johanna Lhristina, geb. Marsch all v. Bieberstein, die in erster Ehe mit dem im Jahre 1691 verstorbenen Tharles Dumosnier, Seigneur de Genevry auf Lubachau (X von Bautzen) verheiratet gewesen war. Da seine Ehe mit Johanna Lhristina, verw. de Genevry kinderlos war, so bat Lhristoph Gottlob v. N., Roselitz, den 22. Gktober 1729, den Rönig August II., ihm zu gestatten, die Söhne erster Ehe seiner bereits vor acht Jahren verstorbenen Gattin, Tarl Abraham und Tarl Gottlob Gebrüder v. Genevry zu adoptieren. Die landesherrliche Genehmigung erfolgte am 22. Dezember 1729: Die Brüder v. Genevry sollten in Zukunft den Nuthschen Namen und das Ruthsche Wappen führen und sich „Butt, sonst Genevry genannt" nennen^). „Tarl Abraham v. Nutt, sonst Genevry genannt", hatte, wie er am 16. August 1737 aus Roselitz dem Rurfürsten schreibt, 31 Jahre lang bei der Kavallerie, die letzten 8 Jahre als Major gedient, sei im Feld- y Vomstiftsarchiv in Bautzen, Nkten Soculahora und Temritz. 2) Laus. Magazin, 1773, S. 261. s) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde, XXX, S. 16d. y ks--§t.-K. Geneal. Boo. 31789, Ruth gen. vumonier. 5) ks.-St.-N. Boo. 30549, Nr. 1497, Lanzlepacta. Die von dem Vbristlieut. Lhristoph Gottlob v. Nutt erfolgte Nrrogation seiner Stiefsöhne rc. 1729. Sachsen. 663 zuge blessiert worden und bat, ihm die ihm im Jahre l735 eingezogene Pension von 25 Thalern wieder zu gewähren H. Er war vermählt mit Johanna Abigail, geb. v. d. Pforte. Sie überlebte ihren Gatten und starb, 69 Jahre alt, zu Großenhain am 18. Februar 1774. Am 22. Februar wurde sie zu 5t. Katharinen begraben^). Ihre Tochter Johanna Thristiane war vermählt mit August Friedrich Karl v. Geismar auf Koselitz b). „Tarl Gottlob v. Ruth du Monier de Genevry", der Bruder Larl Abrahams, erhielt am 28. Mai 1735 als Major seinen Abschied. Im Jahre 1744 ist er auf Groß-DölzigH. — Der königlich polnische kurfürstlich 5ächsische (Oberstleutnant Hans Ulrich v. Butt, der nicht den Beinamen du Mosnier de Genevry führt, kaufte am 5. Mai 1712 von Tarl Gottlob v. ponickau das Rittergut Zern a (0 von Kamenz) für 12800 Taler Kauf- und 200 Taler Schlüsselgeld. Am 12. April 1713 belehnt, verkaufte er das Gut schon am 24. Mai 1715 wieder. Tr starb als Kommandant von 5enftenberg am 11. März 1717 im Alter von 57 Jahren weniger 2 Wochen^), vermählt war er mit 5ophia Gertraud, geb. v. pflugk, die im Jahre 1718 noch lebte °). Mappen: Hans Ulrichs v. R. ziemlich undeutliches Ziegel zeigt einen Turm mit Zinnen. Aus dem gekrönten Helm der Turm zwischen 6, rechts und links je 3, Lanzen oder Fahnen H. vergl. auch Dumosnier, Vd. I, 5. 318. Sachsen. Der Lohn des Kurfürsten Friedrich Augusts I. von Lachsen und der Gräfin Maria Aurora v. Königsmarck (* um 1668, tz zu Ouedlinburg 16. Februar 1728), Graf Moritz von Lachsen, bekannter unter dem Kamen „Marschall von Sachsen", wurde nach Aussage des Registers der Haupt- und Marktkirche zu Goslars am 28. Oktober 1696 abends zwischen sieben und acht Uhr geboren und am 30. d. M. abends im Hause mit dem Kamen „Mauritius" getauft. Am 12. März 1714, also noch nicht achtzehn Jahre alt, vermählte er sich zu Moritzburg mit Johanna Victoria Tugendreich v. Soeben, der einzigen Tochter Ferdinand Adolphs v. L. aus Schwerin, Volkersdors rc. und dessen Gattin Martha Tatharina Elisabeth geb. v. Soeben. Getauft zu Lichtenau am 8. Februar 1699, kam sie, da ihr Vater bereits am 5. Mai 1706 starb, unter Vormundschaft Joachim Liegismunds v. Ziegler aus Radmeritz und l) H.-St.-6. Gen. 1.06. 31789, Ruth gen. vumonier. H v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Kdels, 1896, 5. 231. ») Ebenda, S. 80. t).-St.-6. Gen. Boo. 31789, Rutt, gen. vumonier. bj 3. Ü. Büttner, Kusrug aus der Lhronik von Senftenberg s18351, S. 11. °) v. Feilitzsch a. a. G. S. 229. H Lehnsakten Zerna. s) vergl. D. Posse, Die Ivettiner, 1897, S. 92: vergl. auch Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXXI (1903), S. 369. 664 Sachsen. wurde einige Jahre lang als v. Trützschlersche Pflegetochter in Berbisdorf erzogen*), vom König-Kurfürsten erhielt, Dresden am 3. März l7l4, also wenige Tage vor ihrer Hochzeit, „Unsers natürlichen Lohnes Grass Morizens von Lachsen Verlobte, victorie Tugendreich von Löben, wegen Ihrer uns selbst bekandten guten Aufführung voniain aetatis"^). Sie war reich begütert und besaß, teils durch Erbschaft von ihrem Vater, teils durch Kauf, die Güter Burkersdorf (KN40 von Zittau), Lchwerta (8 von Lauban), volkersdors (880 von Lauban), Dber- Lichtenau (W8^ von Lauban), Lchönbrunn (80 von Görlitz) und erhielt am 10. Oktober, bez. l4. November 1714 die Erbbriese über diese Güter vermittelst ihres Lehnskurators lvols Adolph v. Zezschwitz auf Laritsch. Am 14. Juni 1714 wandte sich Johanna Victoria Tugendreich Gräfin von Sachsen, geb. v. L. an den König-Kurfürsten mit der Meldung, . . . „wie daß ich aus allerhand bewegenden Uhrsachen entschlossen, meinen Herzgeliebtesten Gemahl, lit. Herr Morizen Graffen von Sachsen, auf Sköln rc., Tw. König!: May: Dbristen über ein Regiment Tuirassirer, die völlige Administration aller meiner in Dberlausitz habenden Güther dergestalt zu überlassen, daß Er selbige in seinem Nahmen entweder durch Verwalters bestellen oder verpachten, alle und iede Nuzungen hiervon erheben, mit denen Verwaltern oder Pachtern von Zeit zu Zeit Rechnung und Abrechnung pflegen, die Gerichte aus besagten meinen Güthern in seinem Nahmen exerciren und exerciren lassen . . . könne und möge, welches ich vor mich undt meine Erben iedesmahl gültig und genehm halten und erkennen will" . . ?). hieraus erging bereits am 16. Juni 1714 die entsprechende Verfügung an den Landesältesten des Bautzner Kreises seitens des Statthalters Egon Fürsten v. Fürstenberg. Frau Johanna Victoria Tugendreich verkaufte am 13. April 1719 die Güter Ober- und Nieder-Schwerta, Burkersdorf und volkersdors an Jakob Heinrich Grasen v. Flemming. Ihre Ehe mit dem Marschall von Sachsen wurde im Jahre 1721 wieder ausgelöst. Der Sohn dieser Ehe, August Adolph, geboren am 21. Januar 1715, starb bald wieder*). Sie vermählte sich im Jahre 1724 wieder mit Friedrich Wilhelm v. Runckel und starb am 25. Juni 1747. Gras Moritz starb bekanntlich als französischer Marschall am 30. November 1750 in Thambord und wurde in der Thomaskirche in Straßburg bestattet^). Seine Urenkelin ist die berühmte französische Schriftstellerin George Sand. vergl. auch v. Soeben und v. Runckel. tz v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Kdels, 18Y6, S. 160. h Lehnsakten Gber-Lichtenau. 3) Lehnsakten Schwert«. fl Gottfr. Weiner, Das ktndenken der Gber-Gerlachsheimschen Herrschaften, 1775, S. S: Laus. Magazin 1768, 5. 231 LI. fl vergl. über ihn u. v. Weber, Moritz Graf von Sachsen, Marschall von Frankreich, 2. 6ufl. 1870. v. Sack, auch Freiherren. Der alten Schlesischen Familie v. Sack und zwar dem Hause Raschütz-Thiergarten gehört an Johann Friedrich v. S. auf Thiergarten, der, vermählt mit Susann« Barbara v. Reichenbach a. d. h. Siebeneichen, einen Sohn hatteh: Heinrich Oswald, geboren aus dem Hause Thiergarten am 7. April 1666, gestorben am 7. Februar 1708^). Vieser, Herr aus Lübchen und Torangelwitz im Rreise Guhrau, Norigawe im Rreise Wohlau, machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er im Jahre 169t von Bernhard v. Schweinitz das Erbgut Liebstein von Görlitz) nebst einem Anteil von Girbigsdorf (^V von Görlitz) kaufte. Heinrich Oswald hatte sich vermählt: I. am 3. Juli 1680 mit Eva Marianna v. Stosch, gestorben am 13. April 1682, Tochter Hans Georgs v. St. auf Triebusch rc.s II. am 21. November 1685 mit Anna Maria v. Schweinitz und Trayn, geboren am 22. Dezember 1658, gestorben am 10. Februar 1716'h. Aus seiner ersten Ehe stammte eine Tochter Barbara Helena v. S.h, geboren am 6. April 1682, vermählt mit Julius Augustus Freiherrn v. Bothmer, Oberst zu Fuß des Herzogs Georg Wilhelm zu Lüneburg-Telle. Aus Heinrich Oswalds zweiter Ehe entsprossen neben mehreren Töchtern drei Söhne: Johann Oswald auf Lübchen und Torangelwitz, geboren im Oktober 1695, Georg Heinrich aus Norigawe, geboren 1697 und Lhristoph Siegismund, geboren im April 1699. Diese drei Gebrüder v. S. erhielten, Neustadt den 12. August 1724, den Böhmischen Freiherrnstand^). Der jüngste, Lhristoph Siegismund Frh. v. S. auf Hermsdorf und Girbigsdorf, Liebstein und Markersdorf, besaß auch das Erbgütchen Holtendorf von Görlitz). Holtendorf verkaufte er, nachdem nach erfolgtem Anschlag in Görlitz und Bautzen die Landstände ihm sreistellten, das Gütchen an eine bürgerliche Person zu veräußern, am 18. April 1725 für 2 800 Rtlr. an Zacharias Brotze, den Verwalter und Pächter seiner Gberlausitzischen Güter. Sein in Markersdorf von Görlitz) befindliches Vorwerk verkaufte Freiherr Lhristoph Siegismund am 8. September 1728 für 3 600 Taler an den Amtssekretär Heinrich Gottlob I. Modrach. — Der alte Böhmische Herrenstand war, Linz den 29. Juni 1684, dem Siegmund Leopold v. S. mit dem Zusatz „v. Vohuniowicz" verliehen worden, den Böhmischen Grafenstand erhielt am 14. Oktober 1721 Freiherr Leopold Anton S. v. B.°). i) vergl. Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Band, 1728, S. 943. 'h Line Stammbucheintragung von seiner Hand aus dem Zahre 1689 nebst Wappenzeichnung befindet sich im Stammbuch Andreas Knebels in der Ltadtbibliothek zu Zittau, vergl. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde, XXIV. Jahrgang, 1896, S. 206. tz Vierteljahrsschrift für Wappen- ic. -Kunde, XXXIII. Jahrgang, 1905, S. 297. tz Sinapius a. a. G. II, S. 943 nennt sie irrtümlich Barbara Elisabeth v. S., dagegen richtig Barbara Helena: n, 5 . Z20. — Lin Buszug aus ihrer Ahnentafel zu 16 Ahnen in der Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXXIII. Jahrgang, 1905, S. 297. 5) v. Ooerr, Der Adel der Böhmischen Kronländer, 1900, S. 208. h v. Voerr a. a. G. S. 167, 205. 666 v. d. Sahla. Wappen: Im roten Schilde vier silberne Lacke, ins Andreaskreuz gestellt, die Spitzen in der Mitte des Schildes. Helm gekrönt. Kleinod: wachsender Mohr (oder Mohrin) mit rot-silberner Kopfbinde. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Tas. l66, Nr. 4, „die Saecke" unter den „Sächsischen"; II, Tas. 50, Nr. 7 unter den „Schlesingischen". v. d. Sahla. Sprossen des alten Meißnischen und Thüringischen Adelsgeschlechtes von der Sahla breiteten sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in der (Oberlausitz aus. Georg Rudolph v. d. S. auf Schönfeld bei Großenhain, gestorben am 14. Februar 1649, hatte aus seiner Ehe mit Anna Brigitta v. ponickau a. d. h. Baselitz h drei Kinder: I. Nosina Patientin. II. Thristoph Abraham. III. Johann Thristoph. I. Nosina patientia v. d. S. war in erster The vermählt mit dem kurfürstlichen Nat und freiherrl. Nechenbergschen Gberamtmann Daniel v. Schweiske zu Zschochau, in zweiter und zwar seit dem 21. Juni 1678 mit David Gottlob v. Gersdorff auf Tauer rc. Dieser starb am 1. April 1695 ohne männliche Erben. Seine Witwe erwarb nach ihres Gatten Tode außer dem Gute Tauer (IMW von Weißenberg) auch Zimpel (^14^ von Tauer), sowie Geißlitz und halbendors an der Spree (beide von Tauer, HO von Bautzen), im Jahre 1704 auch das Gut Zoblitz (H von Rothenburg). Im Jahre 1710 errichtete sie ihr Testaments und am 13. Juli 1715 starb sie. III. Johann Thristoph v. d. S., posttiuinusI, Herr aus Schönfeld und Liega, geboren zu Alt-Dresden am 4. März 1649, nahm im Jahre 1666 kursächsische, 1671 niederländische Dienste, geriet 1672 in französische Gefangenschaft, ging daraus zum elsässischen unter dem Befehl Herzog Thristians von der Pfalz stehenden Regiment, nahm 1684 seinen Abschied und trat wieder in kursächsische Dienste. Im Jahre 1692 wurde er (Oberst und Kommandant der Festung Wittenberg, nahm 1699 seinen Abschied und starb am 14. Juli 1708 im Alter von 59 I. 18 W. 6 T. Am 6. Juli 1688 hatte er sich vermählt mit Louise v. Goetz, geboren am 1./11. Juli 1664 zu Dresden, gestorben im Jahre 1709, Tochter Friedrich Albrechts v. G. aus hohenbocka, Lippitsch und Litschen, kurfürstlichen (Oberstallmeisters und seiner ersten Gattin Johanna Dorothea, geb. v. Bünau a. d. h. Tulau in Böhmen. Johann Thristophs Ehe blieb kinderlos. II. Thristoph Abraham v. d. S. aus Schönseld und Lötzschen, der tz vergl. „^.stüiopsm Okristianum ctsalbatrim" rc. Leichenpredigt auf Iah. Christoph v. d. Sahla, von Gottl. van. Schlegel, l708. 2) Staatsarchiv Breslau, Testamentbuch 1711 — 1803. h Siehe Onmerkung 1; ferner Ioh. David Schroerdtner, Leichenpredigt auf Frau Louisa v. d. Sahla, geb. v. Goetz, 1704. v. d. Sahla. 667 ältere Sohn Georg Rudolphs, pflanzte den Stamm fort. Lr ging in kurfürstlich Sächsische Kriegsdienste, wurde (Oberst und Kommandant der pleißenburg, war am l. Oktober 1689 beim Leichenbegängnis des Herzogs Lhristian zu Sachsen-Weißensels, am 11. Dezember l6dl bei dem des Kurfürsten Johann Georgs III. beteiligt^). Lr kaufte im Jahre 1670 das zuvor im Besitz Wenzels v. Metzradt gewesene Gut (Vber-Sohland an der Spree (8 von Schirgiswalde) für 9000 Lhaler und wurde am 28. Kugust 1671 belehnt. Lr erwarb ferner am 22. Juli 1672 von Frau Anna Katharina v. Luppau deren Gütlein zu Sohland, das sogenannte Luttitz sche oder Schaffhirtsche Gut, und erhielt am 11. Januar 1674 die Belehnung. Endlich kaufte er noch am 29. März 1677 von Lhristian Felix v. Gersdorff dessen Lrbgut zu Sohland, das obere Gut und Vorwerk genannt, nebst einem Lehn- und Bauergut daselbst, für 4600 Taler Kauf- und 100 Taler Geschenk- und Verehrungsgeld an des Verkäufers Gattin. Am 16. Januar 1707 starb Lhristoph Abraham. Lr vermählte sich: I. am 5. Dezember 1668 zu Sohland mit Sophia Helene geb. v. Minckwitz^), geboren im Jahre 1644 als Tochter Laspar Christophs v. M. auf Malsitz und seiner Gattin Barbara Sophia geb. v. ponickau a. d. H. prietitz. Sophia Helene war in erster Lhe vermählt gewesen mit Wenzel v. Metzradt auf Sohland. Sie starb im Alter von 44 Jahren am 23. Januar 1689 gegen 2 Uhr nachmittags in Leipzig und wurde am 4. Februar daselbst bestattet. Lhristoph Abraham vermählte sich in zweiter Lhe mit Lucretia LIisabeth v. Wallwitz aus der Herrschaft Straupitz. Am 8. Dezember 1690 ließ er sie aus sein Gut Sohland ver- leibgedingen. Lr hatte folgende Kinder aus seiner ersten Lheb): 1. Anna Sophia, * 31. (Oktober 1669, X mit Hans Wolf v. Metzradt aus Malschwitz. 2. Lhristoph Gottfried, * zu Gschatz 21. Februar 1671. von ihm wird unten die Rede sein. Siehe S. 668. 3. Hans Friedrich I., * 1672, tz bald daraus. 4. August Adolph, * . . . Siehe unten S. 671. 5. Hans Friedrich II., * 1678. Siehe unten S. 672. 6. Johanna Thristiana, * 1681 in Alt-Dresden, getauft in Gegenwart des Kurfürsten Johann Georgs lll., X mit Eberhard v. „Lieffen"H. Lhristoph Abraham hatte, nachdem er eine frühere letztwillige Verfügung wieder ausgehoben hatte, am 5. November 1706 testamentarisch verordnet, daß seine gesamten Kinder seine Erben sein sollten, und zwar bestimmte er seinem ältesten Sohn Christoph Gottfried das Lehngut Schönfeld bei Großenhain mit den Dörfern Schönseld, Lötzschen und Thiendorf im Werte von 30 000 Meißnischen Gulden. Der zweite Sohn August Adolph sollte das Rittergut Ober- und Mittel-Sohland für 18 000 Gulden erhalten. Dem dritten Sohne Hans Friedrich II. sollte 1) I. 5. Müller, ^Iwal. Saxon. l700, s. 58d, 612. 2) I. B. Larpzov, Leichenpredigt auf Sophia Helene y d. Sahla. O Ebenda. H Lehnsakten Sohland. 668 v. d. Sahla. sein ältester Bruder aus dem Gute Schönfeld 14 000, August Adolph aus dem Gute Sohland 2000 Gulden bar auszahlen. Jeder der drei Söhne Christoph Abrahams sollte außerdem dem andern 12 000 Gulden zu Lehn zu lassen und damit an die gesamte Hand zu bringen schuldig sein, ferner sollte ihnen an beiden Gütern das Vorkaufsrecht zustehen. Der unter Nr. 2 ausgeführte Christoph Gottfried v. d. S., geboren zu Gschatz am 21. Februar 1671, Herr auf Schönseid, königlich Polnischer kurfürstlich Sächsischer Appellationsgerichtsrat, starb als Merse- burgischer Vize-Kanzler am 2. März 1722 zu Schkortleben im Kreise lveißen- sels im Alter von 51 Jahren, wurde auch daselbst begraben h. Er hatte im Jahre 1706 von dem Appellationsgerichtsrat Dr. Johann Ludwig Nicolai und Johann Georg v. poigk das Nittergut Dber- und Nieder-Beiersdorf (0 von Schirgiswalde) gekauft und wurde am 14. März 1707 belehnt^). Am 12. März 1714 verkaufte er das Gut wieder an Christian Schlenker. Christoph Gottfried war vermählt mit Maria Dorothea geb. v. Biesenroth. Am 6. Dezember 1700 hatte die Lhestiftung stattgesunden^). Sie starb am 8. Juli 1717 zu Schkortlebens. von Christoph Gottfrieds elf Kindern ist namentlich zu erwähnen: August Siegismund v. d. S. aus Schönseld und Lötzschen, geboren am 18. Mai 1708. Cr hatte von seines Vaters Bruder August Adolph v. d. S. Sohland geerbt und erhielt am 29. November 1742 den Lehn- und Lrbbrief über die Lehn- und Erbgüter daselbst. Vas Mannlehngut Mittel-Sohland kaufte er subtiustu für 8043 Taler 18 Groschen. Am 5. Dezember 1742 wurde es ihm von den Hofgerichten adjudiziert und am 14. Juli 1744 erhielt er es zu Lehn verreicht. Am 30. April 1745 bat er den Kurfürsten um Erbverwandlung des Teils von Gber-Sohland, der am 2. April 1644 nicht in Erbe verwandelt worden war, ebenso um Erbverwandlung seines Mannlehnguts Mittel- Sohland. Er hatte damals weder männliche Deszendenten, noch Agnaten intra septimuin §ruäuin und erklärte sich nötigenfalls bereit, den vorritt zu prästiren. Der Kurfürst verfügte hierauf, Dresden, den 28. Dezember 1746, es solle alles, was an August Siegismunds Gut Dber- Sohland noch Mannlehn sei, in Erbe verwandelt werden, „jedoch dieses Alles unter Vorbehalt sowohl der zeither darauf gehasteten Landes- und Lehnsherrlichen praestationen und Berechtigungen, als in specie der ferneren Muthung der Lehn, so oft die zu Falle kommt, der Erblichkeit ohne Abbruch, vor Uns und nachfolgende Markgrafen in Gberlausitz"^. H Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik nnd Genealogie, XV, S. 810: v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, II. Teil, I7dl, S. 132. e) Um 10. (Oktober 1710 wurde Christoph Gottfrieds „mittlerem" Bruder, dem Gberstwachtmeister Nugust Ndolph v. d. S., ferner seinem Schwager, Georg Lhristoph v. Breitenbauch auf St. Ulrich, endlich dem kldam Dietrich v. Schleinitz auf Glauschnitz, Rittmeister, die gesamte Hand an Dber- und Nieder-Beiersdorf bekannt. 3) Oresdn. wöchentl. Zrag- und klnzeigen 1778, Nr. XB. H Vierteljahrsschrift rc. XV, S. 810. h Lehnsakten Sohland. August Siegismund starb als Herr auf Schönfeld alten und neuen Teils, Liega, Lötzschen, Zschorna, Baselitz, Ober- und Mittel-Sohland nach mehrwöchentlicher Krankheit am l6. Mai 1768 im Alter von 60 Jahren und wurde in Schönseid begraben, vermählt war er seit dem 21. Juni 1735 mit Dorothea Magdalena Gräfin v. Leichlingen, Tochter Mols Dietrichs Grasen v. V. und dessen zweiter Gattin Dorothea Magdalena v. Miltitz. Frau Dorothea Magdalena v. d. 5. starb am 9. Januar 1758 zu Schönseld h. von seinen Kindern gingen ihm einige im Tode voran. Folgende überlebten ihn (a —b): a. Lharlotta Sophia, * 29. Dezember 1740, vermählt seit dem 21. Februar 1765 mit Tarl Friedrich v. Erdmannsdorffh auf Strauch und Hirschfeld. Sie starb in Schönseid an den Blattern am 27. Mai 1768 im Alter von 27 I. 5 M. weniger 2 T. und wurde am 29. d. M. in dem herrschaftlichen Erbbegräbnis daselbst beigesetzt. b. Friederike Henriette, * 31. August 1743, starb im 25. Lebensjahre an den Blattern am 22. Mai 1768, unvermählt s am 25. d. M. wurde sie in Schönfeld bestattet^. c. Thristoph August. Von ihm wird unten die Rede sein. 6. Erdmuth Magdalena, * 21. August 1750, vermählte sich am 17. Februar 1769 mit ihrem Schwager Tarl Friedrich v. Erdmannsdorff. Er starb am 12. September 1777, worauf seine lvitwe eine zweite Ehe am 22. Juni 1781 zu Strauch bei Großenhain einging mit Günther Grasen v. Bünau auf Dahlen, königlich französischem Obersten der Ravallerieh. e. Abraham Dietrich, * zu Schönseld 27. September 1751 °), starb an den Blattern am 15. Juni 1768 im 17. Jahre seines Alters. Sn der herrschaftlichen Gruft zu Schönfeld wurde er am 17. d. M. bestattet. k. Ehristiane Auguste, * 20. Juli 1754, 's 25. Oktober 1772°). §. Joachim Siegmund, * 10. November 1755, f in Dresden am 4. Februar 1774 an Leberverhärtung im Alter von 18 I. 2 M. 3 W. 4 T., begraben am 8. d. M. zu St. Johannis. Ii. Taroline Amalia, * 28. Oktober 1756, vermählt zu Dresden am 8. April 1776 mit Eurt Adolph Dietrich v. Schönberg auf Dörnthalh. Der unter e ausgeführte Sohn August Siegismunds, Thristoph August v. d. S., geboren zu Schönseld am 17. Juni 1749, besuchte das Lyzeum in Ramenz und hielt im Jahre 1767 daselbst eine Rede^). Am 9. Juli >) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, II. Teil, 1791, §. IZ4. 2) Dresdner wdchentl. Frag- und Nnzeigen 1781, Nr. XXVII. Ebenda, 1768, Nr. XXIII. y Ebenda, 1781, Nr. XXVII. h v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 1896, 5. 266. h Ebenda, §. 266. h Ebenda, 5. 297. h Gberlaus. Nachlese 1768, S. 70. 670 v. d. Sahla. 1768 hatte er vom Prinzen Xaver Veniam aetatis erhalten. Den Lrb- brief über das Erbgut Gber-Sohland zum sechsten Anteil erhielt er am 11. März 1769. Mit der Hälfte von Mittel-Lohland wurde er gleichfalls am ll. März l76d, und nachdem sein Bruder Joachim Liegmund im Februar 1774 gestorben war, am 2. Dezember 1777 auch mit dessen Hälfte am Gute belehnt. Zufolge Erbrezesses vom 12. September 1772 fiel das Rittergut Gber-Sohland vollständig an Christoph Rugusth. Km 2. und 4. Dezember 1777 erhielt er den Erbbrief über die von seinen Geschwistern teils ererbten, teils ihm abgetretenen Anteile an diesem Gute. Er starb am 13. Januar 1802 in Dresden auf der kleinen Schießgasse Nr. 664, am Schlagfluß und wurde am 16. d. M. auf dem Eliaskirchhof beerdigt. Er war vermählt seit dem 16. Januar 1791 mit Ernestine Gottlobe Philippine Sophie v. Burgsdorfs, Tochter des Sächsischen Ronferenzministers Thristoph Gottlob v. B. Sie kaufte am 30. (Oktober 1794 das Rittergut Pannewitz am Taucher (dlO von Bischofswerda) nebst der oberen Teichwiese von Maximilian Rudolph Hiob v. Uechtritz für 37 000 Taler und wurde am 2. Dezember desselben Jahres belehnt. Rm 5./7. Rugust 1805 verkaufte sie das Gut wieder an Tharlotte Friederike v. hornemann, geb. Tichorius. hochbetagt starb Frau E. G. PH. S. v. d. S. im Juni 1854 in Herrnhut. Zwei Rinder hatte sie ihrem Gatten geschenkt: Ernst Thristoph Rugust und Henriette Magdalene. Ernst Thristoph Rugust v. d. S., geboren am 10., getauft am 14. Dezember 1791 in Dresden, bekam nach seines Vaters frühem Tode in Gottlob Erasmus Lurt Freiherrn v. huldenberg einen Spezialvormund. Thristoph Rugust v. d. S. hatte testamentarisch bestimmt, daß sein Sohn Ernst Thristoph Rugust das Gut Gber-Sohland nebst Zubehörungen für 62000 Taler erhalten, auch überhaupt zwei Drittel des Nachlasses, seine Tochter Henriette Magdalene aber nur ein Drittel (jedoch zugleich vom Werte des Mannlehnrittergutes Mittel-Sohland) erben sollte. Da Ernst Thristoph Rugust am Tage seiner Volljährigkeit, am 10. Dezember 1812, nicht anwesend war, so wurde seine Mutter als Rbwesenheitsvormünderin vom Dberamtshauptmann ernannt. Zurückgekehrt, erhielt er am 2. Rugust 1814 den Lehnbrief über Mittel-Sohland und das Erbgut Gber- Sohland. Er trat diese seine beiden Güter laut Punktation, Herrnhut, den 19. Februar 1815, an seine Schwester ab, Gber-Sohland für 59000, Mittel-Sohland für 16000 Rtlr. Bekannt ist das traurige Geschick des edel veranlagten, von glühender Vaterlandsliebe beseelten, aber krankhaft überreizten und aus falsche Bahnen geleiteten Jünglings. Im Jahre 1811 ging er mit der Rbsicht, Napoleon zu vernichten, nach Paris, wurde aber vor Ausführung seines Plans verhaftet. Im Jahre 1814 wurde tz Gber-Sohland war nach Abzug aller Ausgaben und exkl. der Gebäude, Regalien und des Inventars geschätzt worden auf 32330 Taler, das Rlannlehngut Mittel - Sohland auf 10061 Taler l5 Gr. Thristoph Rugust nahm beide Güter an für 35000 Taler (Gber-Sohland für 27000, Mittel-Sohland für 8000 Tlr.). Lehns- abten Lohland. v. d. Sahla. 671 er freigelassen H und kehrte in die Gberlausitz zurück. Aber schon im folgenden Jahre reiste er wieder nach Paris, um seinen alten plan auszuführen. Im Gebäude des gesetzgebenden Körpers glitt er aus, durch die Wucht des Falles kam das Unallquecksilber, das er stets bei sich trug, zur Explosion und er wurde schwer verletzt. Km 28. Kugust 1815 starb er in Paris. Mit ihm erlosch das Geschlecht v. d. S. im Mannes- stamme^). Zeine Schwester, Henriette Magdalene v. d. S., geboren und getauft in Herrnhut am 6. Oktober 1793, erhielt als Zpezialtutor Heinrich Ludwig Burggrafen zu Dohna. Km 13. Mai 1815 erhielt sie den Lehnbrief über die Güter Ober- und Mittel-Sohland, die sie vyn ihrem Bruder gekauft hatte. Sie verkaufte am 9. Kpril 1842 Ober-Sohland an ihren Vetter Ludwig v. Burgsdorff, Mittel-Sohland am 30. Mai 1854 für 20000 Taler an Hermann v. Nostitz-Wallwitz. Km 11. Juni 1891 starb sie in Dresden, das letzte Glied ihres alten Geschlechts. — 4. Kugust Kdolph v. d. S., ein Sohn Christoph Kbrahams, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberstwachtmeister, erhielt am 7. Juni 1707 den Lehn- und Erbbrief über die Güter „zum Sohland". Er starb unvermählt als Erb-, Lehn- und Gerichtsherr aus Schönfeld, Lieg«, Sohland am 17. Februar 1742 zu Mittag um 12 Uhr aus seinem Gute Schönfeld „durch einen gählingen hefftigen Schlagsluß, jedoch sanfft und seelig"H. Sn seinem Testament vom 9. März 1739 hatte Kugust Kdolph bestimmt, daß sein „Vetter" Kugust Siegismund v. d. S., Erbherr aus Schönfeld und Lötzschen, seinen Leichnam, „christadeligem Brauche nach in das väterliche Erbbegräbniß allhier zu Schönseld einsenken, hieraus eine Gedächtnispredigt in Gegenwart derer nächsten Anverwandten und anderer benachbarten Freunde halten, auch zu meinem Andenken ein zierliches Epitaphium in der Kirche allhier zu Schönseid aufrichten lasse" H. Zu seinem Erben setzte er ein seinen Vetter Kugust Siegismund v. d. S. „als vorjetzo noch übrigen einzigen Stammhalter unseres adeligen Hauses Schönfeld". Seiner Muhme Frau Christiane Elisabeth v. Rex, geb. v. d. S., setzte er 3000 Fl. Meißnisch aus, dem einzigen hinterlassenen Sohne seiner verstorbenen Muhme Frau Maria Dorothea v. Geismar, geb. v. d. S., Kdolph Hans Dietrich v. Geismar, die gleiche Summe. Seinem „Hausfräulein", Fräulein Friederike Eleonore Sophia v. Freper legierte er 2000 Fl., seiner Muhme Fräulein Erdmuth Sophia v. Berbisdorfs a. d. H. Tuttendorf, „weil sie von ihren Litern um alle das Ihrige gebracht worden", 500 Fl. Meißnisch. Der Kirche zu Schönfeld stiftete 1) 6m 28. Juni 1814 schrieb er aus Mittel-Sohland an den Gberamtshaupt- mann . . . „Nachdem ich nun aus meiner mich in Frankreich betroffenen Staatsgefangenschaft freigelassen und in mein Vaterland zurückgekommen bin, so verfehle ich nicht die Lehn an dem bemeldeten Nittergute Mittel - Sohland ... zu muthen". Lehnrakten Sohland. 2) vergl. über Lrnst Lhristoph Rugust v. d. S. namentlich: Räumers historisches Taschenbuch, IV. Holge, I. Jahrgang; Briefe des Freiherrn v. Stein an den Freiherrn v. Gagern, Tübingen 1835, S. 275; Neues Laus. Mag. vd. 14, S. 201. H Lehnsakten Sohland. tz Lehnsakten Sohland. 672 v. d. Sahla. er 500 Fl. Meißnisch, ferner die Lumme von 200 Reichstalern, um für arme Rinder in Sohland Schulunterricht und Bücher zu bezahlen. 5. Hans Friedrich II. v. d. S., ein Sohn Christoph Rbrahams, geboren im Jahre 1678, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Gberst- wachtmeister, kaufte am 4. September 1709 von Ernst Friedrich v. Dölau auf Klein-Wolmsdors, Dauban rc., königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Kammer- und Landkammerrat, Rmtshauptmann der Rmter Radeberg, Moritzburg und Laußnitz, das Lehn- und Rittergut Dauban von Rothenburg) für 13 600 Rtlr. Kauf- und 200 Rtlr. Schlüsselgeld. Rm 20. September 1710 wurde er belehnt. Rm 15. Oktober 1711 vertauschte er Dauban an Johann haubold v. Schönberg gegen dessen Gut Ouolsdors (dlW von Rothenburg) und zahlte noch 15000 Taler nebst 400 Kaisergulden Schlüsselgeld zu. In die Mitbelehnschaft nahm er seine beiden Brüder Thristoph Gottfried und Rugust Rdolph v. d. S. Johann Friedrich geriet in Konkurs und am 12. Rpril 1715 erstand Ludolf Rlbrecht Heinrich v. Ingenhaeff das Gut Ouolsdorf. — Ls ist noch ein Mitglied der Familie zu erwähnen, das um die Mitte des 17. Jahrhunderts Pächter eines Gberlausitzischen Gutes ist. Johann Georg Frh. v. Rechenberg aus Reickenau bei Königsbrück, kurprinz- licher Gberkämmerer und Stallmeister, schloß am 24. März 1655 einen Pachtvertrag mit dem Pachtsinhaber des Ritterguts Vornitz, Rbraham v. d. S.h. - Wappen: Im schwarzen Schilde eine aus einer gestürzten goldenen Krone aussteigende, goldgekrönte Frauenbüste mit silbernem Schleier unter der Krone, dessen beide herabfallende Enden je einen goldenen Knopf tragen. Helmkleinod: Die Schildfigur. Decken schwarz-golden. Tprofs, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, V, Tas. 70. Rnhang: v. Schweiske. Rosina Patientin v. d. Sahla war, wie oben erwähnt (vergl. S. 666), in erster Ehe vermählt mit Daniel v. Schweiske. Die Seltenheit des Vorkommens des Namens v. S. in der Rdelsliteratur mag es gerechtfertigt erscheinen lassen, wenn wir mit wenigen Worten seiner gedenken. Daniel Schweiske, sreiherrlich Rechenbergscher Rat und Gberamtmann war vermählt mit Johanna Lhristina geb. Bieckin. Sie starb im RIter von 26 I. 7 M. im Jahre 1666 und wurde am 10. Rpril dieses Jahres in Dresden beerdigt^). Daniel schloß am 10. September 1667 eine zweite Ehe mit Rosina patientia v. d. Sahla a. d. h. Schönseid. Zu der >) kf.-St.-6. Gen. Iwe. 31775, Hechenberg. h I. D. Michaelis, vreßdn. Insoriptionss und bipitapliia, 1714, S. 370, wo irrtümlich David Schweiske anstatt Daniel S. steht. — lvffenbar ein naher verwandter, vielleicht der Vater Daniels war Christian Schweiske, kurfürstlich Sächsischer Bentkammerverwalter, vermählt mit Knna Sabina, Tochter des Bürgermeisters Johann kfillger. Sie war geboren am 1. 5lugust 1604, vermählte sich am 15. Juni 1624 und starb am 10. Mai 1634 im kllter von 29 I. 27 ll)., nachdem sie 5 Söhne und 2 Töchter geboren hatte, von denen 3 S. und 1 T. sie überlebten. Michaelis a. a. V. S. 184. v. Lahr. 673 Hochzeit, die auf dem freiherrlich Rechenbergschen Hofe am genannten Tage angesetzt war, beauftragte der Kurfürst Johann Georg II., Dresden, den 9. September 1667, den Rammerrat Johann Georg v. Schleinitz mit seiner Vertretung h. Daniel Schweiske war am 22. Dezember 1666 vom Kaiser Leopold I. in den Reichsadelsstand erhoben worden^). Sein im Januar 1670 an den Kurfürsten gerichtetes Gesuch um „eine wirkliche Function und Bestallung, auch also eine gewisse Stelle in jderj hoffordnung" fand eine warme Befürwortung in einem an den Kurfürsten gerichteten Schreiben aus Moritzburg a. d. Elster vom 19. Januar 1670. In diesem heißt es in Bezug auf den Rdel Daniels, . . . „daß unter andern von der Rom: Kayßerl: Mapt: umb der E. Lbd. gewesenen Gberhoffmarschalln, dem Frepherrn von Rechenberg sei. geleisteten nutzbaren Dienste willen er- wenter von Schweißke den Stand des Rdelß mit erlanget, hierauff auch sonder Zweiffel in eben der eonsillerution E. Lbd. Ihme nichts minder mit obgedachtem Rraeäieuto versehen'"). Daniel starb als Erbherr auf Zschochau, kurfürstlicher Rat, des Stifts und Domkapitels zu Meißen Rat und Domherr vor dem Jahre 1678. Rus seiner Ehe mit Rosina Patientin v. d. Sahla hatte er drei Kinder hinterlassenh: Rugust Friedrich, Thristina patientia und Gotthelf Daniel Geschwister v. S. Thristina patientia vermählte sich mit Ernst Gotthard Rdolph v. Warnsdorf auf Dber-SchreibersdorfI. Daniels Witwe, Frau Rosina patientia v. S., vermählte sich am 21. Juni 1678 mit David Gottlob v. Gersdorff auf Zimpel, Tauer, Geißlitz und Halbendorf. Wappen: Daniel v. S. siegelt im Jahre 1667 folgendermaßen°): Schild geviert. 1, 4: 3 (2, 1) Lilien,- 2, 3: doppelt geschwänzter Löwe, in 2 nach rechts, in 3 nach links blickend. Helmkleinod: Wachsender, doppelt geschwänzter Löwe, in der rechten Pranke einen Palmenzweig haltend. v. Sahr. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ungefähr lebte die Familie Sahr in Dresdens. Rm 2. Mai 1767 starb der kurfürstliche Kommerzienrat, Kauf- und Handelsmann in Dresden Benjamin Friedrich S. Seine Gattin war Johanna Sophia . . . Lr hinterließ folgende Kinder: Johanna Larolina, Johanna Rugusta, Johanna l) ks.-Lt.-6. Gen. Boo. 7744, Schweiske. h Frhr. v. Ledebur, Adelslexicon der preußischen Monarchie, II.Bd., S.426: Uneschke, Deutsches Kdels-Lexicon, VIII. Bd., S. 404 nennt ihn irrtümlich Schweiske. 3) ks.-St.-6. Gen. Boo. 7744, Schweiske. tz ks--5t.-6. Geneal. Boo. 11275, Gersdorf, vol. II. r>) vergl. Caspar Lange, Pastor in Schreibersdorf, „Vas seelige Gelingen gläubiger Christen", Leichenpredigt auf David Gottlob v. Gersdorff, 1645. s) ks-'Lt.-O. Een. Boo. 7744, Schweiske. D ks.-St.-6. Boo. 2548, 6cta, Erhebungen in den Adelsstand betr. ac> 1827 bis 1851, vol. V, Fol. 154 ff., 175 ff. 45 ^ 674 v. Lahr. Margaretha, Johanna Marianna, Benjamin Leopold, im Alter von 20, l7, 15, 15 und l4 Jahren stehend h. - Lin Gottlieb Benjamin 5. besaß im ersten viertel des l9.Jahrhunderts die Rittergüter Zscheckwitz mit Mohren und Rautzsch (sämtlich in der Amtshauptmannschast Dippoldiswalde), ferner Nöthnitz und Rosentitz bei Dresden. Die beiden Söhne zweiter Lhe dieses Besitzers: a. Johann Gottlieb S., vormals königlich Sächsischer Aktuar im Amt Chemnitz, Herr aus Zscheckwitz rc., b. Gottlieb Benjamin S., Raufmann und Premierleutnant bei der Bürgergendarmerie in Dresdens, wurden aus ihr Ansuchen von Rönig Anton von Sachsen, Dresden den 2l. April 1830, in den Adelsstand erhoben. a. Johann Gottlieb v. S., geboren am 20. Dezember 1780, gestorben am 21. Juli 1857, vermählt mit Taroline Dorothea geb. v. Linnenseid, geboren am 17. April 1788, gestorben am 13. Oktober 1857, hatte eine Tochter Juliane Sidonie, geboren Donnerstag den 23. September 1819 abends ^elO Uhr, getauft in Dresden am 29. d. M., gestorben am 7. Dezember 1897, vermählt mit Friedrich Bruno v. Gäch- hausen - Reichard, königlich Sächsischem Oberstleutnant, geboren am 24. Dezember 1810, gestorben am 6. April 1894^). d. Gottlieb Benjamin v. S., geboren am 9. Juli 1783, gestorben am 9. Juni 1855, erstand am 6. September 1844 im Subhastationswege das Rittergut Doebschke (^V von Bautzen) nebst der Benutzer Waldparzelle für 23020 Taler; am 6. Dezember 1844 erhielt er den Lrbbrief. vermählt mit Juliana Amalia Lehmann, hatte er folgende Rinder (l —3): 1. Julius Gottlieb Benjamin v. §., geboren zu Dresden am 22. April, getauft am 9. Mai 1823, kaufte von seinem Vater am 25. April/2. Juli 1850 das Allodialgut Doebschke nebst der Benutzer Waldparzelle für 32000 Taler. Julius Gottlob starb zu Dresden am 19. Juli 1902 morgens Ns8 Uhr nach zweitägiger Krankheit und wurde am 22. Juli in Göda bei Bautzen bestattet, vermählt war er mit Marie Taecilie geb. Becker, geboren am 12. Januar 1832, gestorben am 13. Februar 1885, begraben in Göda. Cr hinterließ folgende Rinder (-?-?): «. Julie Marie Elisabeth, geboren zu Doebschke am 29. Juli 1854, vermählt am 6. Oktober 1881 mit Gustav Hermann v. Döring, königlich Sächsischem Gber-Regierungsrat, als seine zweite Gattin. 0 H.-St.-N. Gen. Boo. 31790 v. Lahr. — Ebenda werden im Jahre 1774 als hinterlassene Erben des Kommerzienrats „Gottlieb Benjamin" S. in Dresden genannt Johanna Sophia Sahrin und Kons. - kluch die IVlisosIIaiiSL Laxomoa 1767, S. 162 führen unter den im Mai d. I. verstorbenen auf „Gottlieb Benjamin" S., Kurf. Kommerzienrat, Kauf- und Handelsherrn, Jahr alt. h Lin Stiefbruder dieser beiden Brüder war Larl Sahr, Kaufmann 1. Klasse in Dresden, vermählt mit einer Tochter des Stadtpredigers pöge. H.-St.-5l. Boo. 2398, Ncta, Erhebungen ic., vol. V. sf Olle diese vier unter s. genannten Personen sind auf dem Trinitatiskirchhof in Dresden-6. bestattet, vergl. Vierteljahrsschrift für Mappen-, Siegel- und Zamilien- kunde, XXXI. Jahrgang, 1903, S. 319, 317. — verschiedene Daten verdanken wir Herrn Dberstleutnant v. Hartmann, Niederlößnitz bei Dresden. Lahrer v. Lahr. 675 sl. Gertraude, geboren 26. Mai t856, vermählt mit General v. Schaumberg. 7 . Helene Marie Taecilie, geboren zu Doebschke am Z. Januar l863, vermählt zu Doebschke am 27. Mai 1890 mit Alexander Karl Ernst Wilhelm Erdmann v. Prosch, geschieden. 8 . Gustav, geboren am 30. April 1864, Herr auf Doebschke, vermählt zu Niederlößnitz am l 8 . April l895 mit Frida geb. Freiin v. Biedermann, Tochter Edgars Frhrn. v. V. und dessen Gattin Nosa geb. Scherz. 2. Gustav Gottlieb Benjamin v. 5., geboren am 3l. Oktober l824, getauft am l 2 . November, König!. Sächsischer Oberst. 3. Maria Amalia, geboren am l4. November l827, getauft am l. Dezember, vermählt mit Dr. Robert Feiler. Wappen: Den Gebrüdern Johann Gottlieb und Gottlieb Benjamin wurde bei der Nobilitierung am 2l. April l830 folgendes Wappen verliehen: . . . „ein die Länge herab getheilter, halb roth, halb silberner Schild, in dessen letztgedachtem Theile zwei blaue Ouerbalken sich befinden. Auf dem Schilde ruhet, gerade vorwärts gekehrt, ein blau an- gelaufener, roth gefütterter, mit goldener Halskette und daran befindlichem Kleinod, auch zur Rechten mit von Silber und Roth, zur Linken von Silber und Blau vermischt herabhangenden Decken gezierter, offener adeliger Turnierhelm, auf dessen goldener Krone zwei Büffelshörner erscheinen, deren rechtes silbern, das linke blau ist, zwischen welchen eine rothe, goldbesaamte, mit grünen Kelchblättchen versehene Rose schwebt"... Tyrosf, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, V. Band, Taf. 7l. Sahrer v. Sahr. Das Geschlecht Sahrer v. Sahr gehört dem Böhmischen Uradel an. 3ur älteren Linie ist zu zählen Florian Theodor ^äiärslr^ von 2äiär, der, Wien den 4. August l622, den Reichsfreiherrnstand erhielt. Dieser Freiherrnstand wurde, Wien den 22. Mai l627, auch aus das Königreich Böhmen und dessen inkorporierte Länder ausgedehnt. Der ^genannte Florian Theodor (betrieb), Herr auf Roth-Augezd, Kladno und 2diär, wurde ferner, Prag den lO. Juni l628, in den Reichs-, Wien den l3. November l628, in den Böhmischen Grasenstand erhoben. Mit seinem Sohne Franz Adam Eusebius erlosch die gräfliche Linie 1670 im Mannesstamme h. Die jüngere Linie mußte, ihrem evangelischen Bekenntnis treu bleibend, während der Religionsverfolgungen des l7. Jahrhunderts Heimat und Güter verlassen und wandte sich nach Sachsen, wo sie noch heutigen Tages blüht. Der Exulant Waczlav 5. v. 5. bat am 10./20. Februar 1623 den Kurfürsten um Ausnahme in Annaberg und erhielt am 14. Mai d. I. H vergl. Genealogisches Taschenbuch der Kdeligen Häuser, Vrünn, 1884; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der kldeligen Häuser, 1402: v. voerr, Der Kdel der Böhmischen Grönländer, 1400, S. 44, 45. 45 * 676 Sahrer v. Lahr. eine Genehmigung seines Gesuches*). - Sebastian 5. v. 5. auf Privlakp und Noth-Augezd, Lohn des lvenzeslaus und einer geb. v. Lahr, fand in Marienberg Ausnahme und starb hier „in exilio" am 25. Oktober 1628 im Alter von 66 I. 23 lv. vermählt war er mit Elisabeth geb. Vitzthum v. Apolda, geboren am Sonntag Laetare 1586 s13. März) zwischen zwei und drei Uhr, gestorben am 11. Dezember 1670 mittags zwölf Uhr im Alter von 85 I. weniger 14 lv?). Drei Löhne hatte das Ehepaar: 1. Johann Sebastian. Über ihn fehlen weitere Nachrichten. 2. Nikol. Siehe unten. 3. Leo. Siehe unten. 2. Nikol S. v. S. befand sich um das Jahr 1636 in Schwedischer Gefangenschaft h. Er erbte zufolge ihres Testaments vom 20. April 1670 die Hälfte des Nachlasses der Frau Anna Bibritschin geb. Urschebizkin von Modlischkowicz, einer in Sachsen lebenden Böhmischen Exulantinh. von dem Nammerjunker und Stückhauptmann Ferdinand Nudolph v. Ziegler und Nlipphausen kaufte er am 12. Oktober 1687 das Gut Nieder-Beiersdors (^V8V^ von Löbau, 0 von Schirgiswalde) und erhielt am 6. April 1688 die Belehnung. Am 10. Juli 1697 starb er ohne Nachkommen, vermählt war er mit Dorothea Tatharina v. Nechenberg, die im Jahre 1696 aus dem Leben schied. Ein Burg- lehnhaus in Bautzen, das sie 1695 von den v. Loeben-Holschaschen Erben gekauft hatte, fiel nach ihres Gatten Tode an den jüngsten Sohn ihrer leiblichen Schwester, nämlich an Adolph Moritz v. Bolberitz, den Sohn Hans Ottos v. B. auf Jauernick und der Anna Elisabeth geb. v. Nechenberg. 3. Leo S. v. S?), geboren am 28. Dezember 1624, studierte seit dem Sommer 1641 in Leipzig ^) und starb am 10. Dezember 1680. Er war Herr aus Nagewitz, Zschortau und Laue, fürstlich Holstein-Sonder- burgscher Hofmeister und Nammerjunker und hatte sich zu Grödel am 3. März 1663 vermählt mit Eva v. Schleinitz, geboren zu Dresden am 15./25. Mai, getauft am 1. Juni 1643 h, gestorben am 2. April 1696. Das Ehepaar hatte vier Söhne (u —ä): u. Thristoph. Siehe unten S. 678. b. Leo d. I. e. Adolph Nicolaus. Siehe unten S. 678. cl. Friedrich. Am 1. Juni 1683 wurde zu Brandis ein paktum ausgerichtet tz III. Jahrbuch des Vereins für Geschichte von Knnaberg, 1893, 5. 32; Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXX. Jahrgang, 1902, S. 171. 2) Die Epitaphien des Ehepaars befinden sich in der Vorhalle der Kirche zu Marienberg. 3) III. Jahrbuch rc. von klnnaberg, 1893, S. 43. h v. Doerr, Genealogische Daten über einige Böhmische Exulanten in Sachsen. Sitzungsberichte der bönigl. Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, Llasse für Philosophie rc., 1900, S.-5l. S. 22. h vergl. H.-St.-K. Gen. 1.06.31797, Sahrer v. Sahr, Stammtafel. h vergl. Erler, Die jüngere Matrikel der Universität Leipzig, II. Bd., S. 376. h v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit de; Meißnischen kldels, 1896, S. 277. Sahrer v. Sahr. 677 zwischen dem kinderlosen Nikol 5. v. 5. (siehe oben 2.) und diesen vier hinterlassenen Söhnen seines leiblichen Bruders Leo, die zum Teil noch unter Vormundschaft ihrer Mutter, der Frau Loa verw. S. v. S., geb. v. Schleinitz, standen h. Cs wurde bestimmt, daß nach dem Tode des Franz Ndam Eusebius Grasen S. v. S. sein Nachlaß in zwei Hälften zu teilen sei, deren eine dem Nikol, deren andere den Söhnen seines Bruders Leo zufallen sollte . . . „jedoch mit dieser Bescheidenheit, daß dasjenige, so sie an Gelds oder Gütern erheben möchten, einzig und allein zur Erhaltung der Sahrischen Familie distribuiret ferse, das Geldt wieder an Lehen-Güther gewendet, und iedes Theil das andere hiervon die Iura aAnationis genießen lassen, auch ratione mutuac sueccssicwis wieder in die Mitbelehnschafft nehmen, welche dann weder sie, ihre Erben und Erbnehmen und nachkommende Sahrer von Sahr per testa- mentuin vel aliarn dispositioircm inortis causa, noch auch pcr alienationein intcr vivos, wie die auch erdacht werden könnten, nicht verändern, auch nichts davon verkaufen, verpfänden oder mit der geringsten Schuldenlast in Perpetuum nicht graviren sollen" . . . Nachdem Nikol S. v. S. das Gut Beiersdorf erworben hatte, bat seine Schwägerin Eva S. v. S., geb. v. Schleinitz, den Kurfürsten um Indult für ihre Söhne, den bereits mündigen Christoph, sowie die unmündigen Ndolph Nicolaus und Friedrich zu Tmpsangung der gesamten Hand mit ihrem Gheim Nikol an dessen Gute Nieder-Beiersdorf. Wiederholt bat Frau Eva für ihre Kinder um die Mitbelehnschast an diesem Gute, Nikol weigerte sich aber beständig sie zu Mitbelehnten zu praesen- tieren^). Um nun den Bedingungen des oben angeführten paktums vom Jahre 1683 zu genügen, kaufte Frau Eva, wie sie l693 meldet, das Lehngut Dsfa^) und schlug ihren Schwager Nikol zur Mitbelehnschaft vor, um zu erreichen, daß dieser nunmehr auch ihre Söhne in die Mitbelehnschaft des Gutes Beiersdorf nehme. Nuf wiederholtes an den Kurfürsten gerichtetes Ersuchen Evas wurde endlich im Jahre l694 ihrem ältesten Sohn Lhristoph die gesamte Hand mit seiner Mutter und seinen Brüdern an Gssa (Lossen), ingleichen mit seinem Vetter Nikol an Beiersdorf bekannt, während den unmündigen Gebrüdern Ndolph Nicolaus und Friedrich zur Lmpfangung der gesamten Hand mit ihrem Gheim Nikol am Gute Nieder-Beiersdorf bis zur Mündigkeit Indult gegeben wurde. Nach dem Tode Nikols ('f lO. VII. 1697) wurden am 24. November 1697 Lhristoph und Ndolph Nicolaus mit Nieder-Beiersdorf belehnt, zugleich wurde jedem der beiden Brüder an diesem Gute sowohl, wie Lehnsakten Beiersdorf. h In einem an den Kurfürsten gerichteten Brief vom Iahre 1692 gibt Frau Eva als Grund der Weigerung ihres Schwagers Nikol an, daß er „gleichwie in anderen Bingen, also auch in diesem Stücke zur Naison nicht zu bringen". Nikol wiederum nennt seine Schwägerin in einem in demselben Iahre an den Kurfürsten gerichteten Schreiben „ein altes kindisches und unverständiges Weib, zumal in Lehnssachen". Lehnsakten Beiersdorf. 3) In den Beiersdorfer Lehnsakten wird das Gut gelegentlich auch Lossen genannt. 678 Sahrer v. Lahr. auch an Gssa, die gesamte Hand bekannt. Km 8. Nugust 1698 verkauften die beiden Gebrüder 5. v. 5. Nieder-Veiersdors an Krau Dorothea Emerentia v. Grünrod für 8050 Taler. von den unter u. bis cl. aufgeführten Löhnen Leos war Leo d. I., da er im Jahre 1689 nicht mehr erwähnt wird, sicher bereits gestorben, Friedrich starb im Jahre 1696h. Nur Christoph und Ndolph Nicolaus gründeten eine Familie. a. Christoph 5. v. 5. auf Zschortau, gestorben am 29. März 1702, war vermählt mit Ursula Magdalena v. Dieskau. Lein Lohn Heinrich Nugust, geboren am 29. Dezember 1700, gestorben am 10. Juni 1764, vermählte sich am 30. Januar 1736 mit Eleonore Susanna v. Schönberg, geboren 1715, gestorben 1738. Heinrich Nugusts Urenkel Tarl Heinrich Nugust 5. v. 5. wurde wieder in der Gberlausitz ansässig. Geboren am 28. November 1821, Herr aus Dahlen und Ehrenberg, vermählte er sich am 19. November 1851 mit Nuguste geb. Gräfin Einsiedel, die in erster Ehe verheiratet gewesen war mit Friedrich Freiherrn v. Friesen-Nötha, in zweiter mit dem Grasen Heinrich v. Bünau. Lie hatte von ihrer Mutter Johanna Friederike Louise Gräfin Einsiedel, geb. Gräfin v. d. Schulenburg, nach deren am 27. Januar 1832 erfolgtem Tode das Gut prietitz (bl von Elstra) geerbt. Frau Nuguste 5. v. S. starb in Dresden am 6. Januar 1871h, ihr Gatte, der prietitz von ihr geerbt hatte, zu Lhrenberg am 15. Nugust 1874. Universalerbe wurde sein Neffe Dietrich Nugust Leo 5. v. 2. prietitz aber fiel an die Gattin des Bruders Dietrich Nugust Leos, nämlich an Frau Helene Nnna 5. v. S., geb. Gräfin Einsiedel a. d. h. Nadibor, vermählt am 13. Npril 1874 mit Nlfred Georg 5. v. S. Dieser kaufte am 12. März 1875 von seiner Gattin das ideelle Viertel von prietitz für 20 000 Taler. e. Ndolph Nicolaus 5. v. 5.H, geboren zu Meißen am 4. Nugust 1674, gestorben zu Sapda am 23. Npril 1715, Herr aus Uötteritzsch und Zschortau, vermählt zu Leipzig in der Michaelismesse 1698 mit Johanna Erdmuth v. Berbisdorfs a. d. h. Nückerswalde, geboren am 16. Nugust 1679, gestorben zu Belgershain am 24. Npril 1763. Seine Linie ist erloschen. Tin Sohn des Ndolph Nicolaus, Carl Nugust S. v. 5., geboren am 23. Nugust 1711, gestorben zu Nönigsfeld im Nmte Rochlitz am 30. Npril 1779h, Herr aus Nönigsfeld, Nötteritzsch rc., kurfürstlicher Nreiskommissar, später Nreishauptmann, vermählte sich mit Martha Tatharina hübschh, Tochter des 1727 gestorbenen Bautzner Bürger- tz H.-St.-N. Gen. Noo. 31707, Sahrer v. Lahr. h Ihr Bildnis, Ölgemälde aus der zweiten Hälfte her 1820 er Jahre, befindet sich im Herrenhause zu prietitz. Gurlitt, Bau- und Nunstdenkmäler Sachsens, 25. Heft, 5. 288. h vergl. v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, II. Teil, 1701, S. 156. tz Ebenda, S. 127. b) Sie unterzeichnet sich in den Gutsakiten von Nieder-Naina (Archiv des Stadtrats zu Bautzen, Nsp: V, Lsot. III, s, Nr. 2) gewöhnlich als geborene von Hübsch sHübschs. . Schwester der Frau Martha Tatharina S. v. S. ist Christiane Margarethe vermählte Hofrätin v. Walther, geb. Hübsch. v. Salhausen. 679 Meisters Taspar Christian h. und dessen Gattin Tatharina Tugendreich geb. henrici, später wiedervermählter Bergmann. Frau Martha Tatharina S. v. 5., die nach ihres Vaters Tode den Gberhof, l766 auch den Nieder- hos zu Nieder-Baina (0 von Bautzen) geerbt hatte, verkaufte ganz Nieder-Baina am 15. Mai l78l an den Bat zu Bautzen für 30000 Taler und lOO Dukaten Schlüsselgeld. Km 28. Juni l786 folgte sie ihrem am 30. April 1779 zu Bönigsfeld verstorbenen Gatten im Tode nach. Wappen: Im blauen Schilde ein von Silber und Rot gespaltener Adler, belegt mit einem in Bleeblätter endigenden goldenen Halbmonde. Helm gekrönt. Bleinod: Offener Flug, rechts silbern, links rot, belegt mit dem goldenen Halbmonde des Schildes. Decken rechts blau-silbern, links rot-silbern. Tprosf, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, V. Band, Taf. 72. v. Salhausen. Tin Angehöriger des alten Meißnischen und Böhmischen Geschlechts v. Salhausen, Wolf v. S- befand sich unter den adeligen Exulanten, die um des Glaubens willen im 17. Jahrhundert ihre Böhmische Heimat verließen. Wolf v. S. aus Leipa, Bürgstein und Markersdorf, geboren zu Markersdorf am Dsterdienstag 1584 f21. Aprils ft, hatte nicht allein bedeutende Geldsummen durch Plünderung seitens der kaiserlichen Soldaten verloren, sondern es waren ihm auch seine Böhmischen Güter eingezogen worden ft. Tr wandte sich hierauf nach Sachsen und erhielt am 11. September 1628 die Erlaubnis sich in Alten-Dresden aufhalten zu dürfen. Wolf starb am 22. November 1642 in Dresden ft. vermählt war er in I. The seit dem Jahre 1614 mit Thristina v. Bünau a. d. h. Tulau in Böhmen, sie starb aus Schloß Leipa am Sonntag nach Vartholomäi 1621 s26. Augustsft; in II. mit Anna polyxena Baplir v. Sulewitz, am 17. Februar 1639 hatte die Theberedung stattgesunden; sie starb am 5. April 1643 ft. Wolf v. S. hinterließ drei Binder (1—3): 1. I. Maria Sibplla. Sie vermählte sich mit dem Rittmeister Augustus v. Bötteritz aus Broptewitz als seine erste Gattin und starb zu Jahnishausen am 22. Juli l 669 ft. 2. II. Wolf Christoph, starb am 21. März 1643ft. 3. II. Anna Tatharina, geboren zu Dresden am 31. Juli 1642, vermählte sich: I. am 3. März 1658 mit Johann Georg v. Dölau aus Ruppertsgrün, Steuereinnehmer des Meißnischen und Trzgebirgischen Breises, der am 3l. Januar 1677 starb; II. am 8. Januar 1692 mit h v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 18db, 5. 266. 2) Ermisch, Neues klrchiv für Sächsische Geschichte, XXII. Bd., S. 208. ft Den. Noo. 217dl, Salhausen. 4) v. Feilitzsch a. a. G. S. 266. ft k)--§t.-N. Den. Noo. 217dl, Salhausen. v) v. Feilitzsch a. a. G. S. 142. ft H.-St.-N. Den. Noo. 217dl, Salhausen. 680 v. Salhausen. Gotthelf Friedrich v. Schönberg-Bieberstein. Sie starb zu Dresden am 23. Dezember 1707*). Wolf v. 5. war ein sehr wohlhabender Mann. Als „die königliche Witwe von Schweden'") während ihres Aufenthalts in Dresden von dem dortigen Juwelier Ludwig de Munter am 3. Dezember 163l für 1643 Taler Juwelen gekauft und einen Wechsel über die Lumme ausgestellt hatte, bezahlte Wolf leihweise zu Michaelis 1637 dem Juwelier von dieser Lumme den Betrag von tausend Talern^). Dem Bat zu Pirna lieh Wolf eine beträchtliche Lumme Geldes und noch im Jahre 1643 schreibt sein Schwiegersohn v. Rötteritz und der Vormund der kleinen Anna Tatharina v. 5. . . . „daß der Rath zu Pirna Herrn Wolfs von Salhaußen, unfern respeotive Schwiegervater und Patron seel. mit einer ansehnlichen Post an Tapital und Interessen schuldig verblieben'"). Wolf v. §. hatte im Jahre 1629 für 16000 Btlr. das Rittergut Grünewald (V^8^V von Hoyerswerda) erkauft^). Seine Lrben erwarben hierzu am 1. August 1646 von Tarl v. Dieskau auf Hohenbocka das halbe Dorf Sella (8 von Grünewald, V^8W von Hoyerswerda), um aus diese Weise sich für eine Forderung, die sie an den Verkäufer hatten, schadlos zu halten. Das Gut Grünewald ist später im Besitz der Frau Anna Tatharina v. Dölau, geb. v. 5., Wolfs jüngster Tochter. Ihr verwandelte der Rurfürst am 10. Januar 1665 das Gut Grünewald samt dem zugehörigen Dorfe Sella aus Mann- in Erblehn. — Gottfried Lonstantin v. S. erhielt, Wien den 18. März 1662, den alten Herrenstand verliehen°). Um das Jahr 1646 hatte er sich vermählt mit Isabella, der einzigen Tochter Tarls Glich v. Milziz aus Leopoldshain (0 von Görlitz) und erbte nach dem Tode seines Schwiegervaters 13. April 1669) dieses Gut. Gottfried Lonstantin Freiherr v. S., kaiserlicher und königlicher Rat, Hof-, Lehn- und Bannersrichter und Beisitzer des Leitmeritzer Rreises, verkaufte Leopoldshain im Jahre 1674 an Martin Lufft für 20000 Taler H. Wappen: In Gold der Rops und Hals eines nach rechts gewendeten roten, feuerspeienden Drachen, auf dessen Hinterkops ein menschliches, nach links blickendes Antlitz mit ausgestreckter Zunge befindlich ist. Helm ohne Rrone. Kleinod: Kopf und Hals des Drachen, der aber weder Feuer speit, noch am Hinterkops das menschliche Gesicht trägt. Dafür ') v. Zeilitzsch a. a. G. s. 267. 2) Gemeint ist jedenfalls Maria Lleonora v. Brandenburg, Gattin des Bönigs Gustav Adolph von Schweden. Als sie die Iuwelen kaufte (1631), war sie noch nicht Mtroe, der Bericht über diese Angelegenheit ist aber niedergeschrieben worden, als sie bereits Witwe war. (Schlacht bei Lützen am 6./16. November 1632.) 3) k)'- 5 t.-N. Gen. Boo. 31791, Salhausen. tz Ebenda. °) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde, XXX (1902), S. 174. 6) v. voerr, Oer Adel der Böhmischen Bronländer, IdOO, S. 145. tz vergl. Unauthe, Geschichte von Leutholdshapn jLeopoldshainj, Mspt. in dem Sammelbande 4,. IV 153 der Vberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. v. Salisch. 681 ist der Kops von einem goldenen Pfeile schräg durchschossen, dessen Spitze aus dem Rachen hervorragt, während das Gefieder, das oberhalb des Schaftes rot, unterhalb golden ist, zum Hinterkops heraussteht. Decken rot-golden. Siebmacher I, Gas. 156, Nr. 15 unter den „Mepchsnischen". Ebenda III, Gas. 167, Nr. 5 unter den „preüssischen". hier fehlt die Feuerflamme und das INenschenantlitz dem Drachen des Schildes h. v. Salisch. Seit dem ersten viertel des 17. Jahrhunderts sind Ungehörige des Schlesischen uradeligen Geschlechts v. Salisch in der Dberlausitz ansässig. Der kurfürstlich Sächsische hofrat Hans v. Seidlitz hatte im Jahre 1596 testamentarisch bestimmt, daß bei lviedervermählung seiner Witwe seine beiden Güter Arnsdorf und Schlungwitz immer dem ältesten Sohne seiner drei Schwestern Zufällen sollten. Als nun Ernst v. Zedlitz, der als ältester unter den Söhnen der drei Schwestern Hansens v. Seidlitz im Jahre 1599 die genannten beiden Güter erhalten hatte, um 1621 gestorben war, hatte Christoph v. Salisch die Anwartschaft auf die Sukzession im Majorate. Lhristoph v. S. war der Sohn Friedrichs v. S. zu Wartenberg und seiner Gattin Anna v. Seidlitz, der ältesten Schwester Hansens v. Seidlitz, des erwähnten Majoratsstifters. Lhristoph v. S. „und Großgraben" auf Karchwitz im Gppelnschen wurde am 11. Juli 1622 belehnt mit Arnsdorf und Schlungwitz (beide 8^V von Bautzen), zwei im Amtsbezirk Stolpen liegenden kanzlei-schriftsässigen Gütern. Arnsdorf befand sich zu jener Zeit in einem durch die Unbilden des dreißigjährigen Krieges hervorgerusenen trostlosen Zustandes auch die Schlesische Besitzung Christophs dürfte nur geringe Erträge gebracht haben, so daß dieser in bedrängte Verhältnisse geriet. Er war nicht imstande, die ihm als Besitzer von Karchwitz von der kaiserlichen Konfiskationskommission in den Fürstentümern Oppeln und Uatibor auserlegten 2500 Utlr. „pönsall" zu bezahlen und wandte sich deshalb an den Kurfürsten Johann George I. von Sachsen, dem er ja wegen des Gutes Arnsdorf mit Pflichten verwandt war, mit dem Ersuchen, beim Kaiser für ihn um Erlaß dieser Strafsumme nachzusuchen, von seinem Hauptquartier Barby aus verwandte sich denn auch der Kurfürst am 15. September 1635 für „demselben Unterthaner in den Schlesischen Fürstenthümern Oppeln und Uattibar, Lhristoph v. Salisch" beim Kaiser, und nach wiederholten kurfürstlichen Interzessionen erhielt Lhristoph einen Erlaß der ihm auserlegten Strafgelderb). Im Jahre 1655 schreibt Lhristoph, er habe sein Gütlein h Vas prachtvolle, reich mit Wappen geschmückte, in Bensen^befindliche Epitaphium Wolfs v. S. A- 24. Februar 1584) auf Bensen und Markersdorf ist abgebildet in Fr. Bernau, Studien und Materialien in Böhmen und Mähren, 1400. 2) Lhristoph v. S. beschwerte sich im Februar 1623 beim Kurfürsten darüber, daß dem Gutshause in klrnsdorf alle Dächer, Dfen, Fenster fehlten und daß alle Mobilien entwendet seien. Lehnsakten Brnsdorf. ->) kf.-St.-6. Den. 1.06.31741, Salisch. 682 v. Salisch. Karchwitz, das er in die 40 Jahre besessen, Schulden halber jetzt abtreten müssen *). Bald daraus starb er: Sn einem Briese vom l. Februar 1656 schreibt sein Sohn Heinrich Siegmund, sein Vater sei „vor acht Wochen Todes verblichen" 2), und in einem von ihm am 23. September 1656 an den Kurfürsten gerichteten Schreiben meldet er diesem, sein Vater sei „fast vor Jahresfrist verstorben"^. Christoph v. S. war zweimal vermählt; der Name seiner ersten Gattin ist uns nicht bekannt, die zweite hieß Rosina . . ?). Er hinterließ zwei Söhne; aus erster Ehe Christoph Wilhelm, aus zweiter Heinrich Siegmund. Der erstere nennt sich im Jahre 1656 „auf Tharchwitz in Oberschlesien unter den Gplischen Fürstenthumb wohn- hafftig"°), der jüngere schreibt sich „aus Maassen""). Christoph Wilhelm, dem älteren Bruder, fiel Nrnsdors mit Schlungwitz zu; am 8. Juli 1657 wurde er belehnt. Er starb bereits am 15. September 1670 alten Kalenders zu Nrnsdors und hinterließ vier Söhne: Ferdinand, Heinrich, Wilhelm und Karl, Gebrüder v. S. Nach den Bestimmungen des Majoratsstifters hätte der älteste unter diesen vier Brüdern, Ferdinand, das Gut erhalten müssen. Nus verschiedenen Gründen, namentlich auch wegen der bedeutenden Kosten, die ein Wiederaufbau der durch Feindeshand gänzlich verbrannten Gutsgebäude verursachen mußte, baten die vier Brüder im Jahre 1671 den Kurfürsten darum, das Gut Nrnsdors seiner Eigenschaft als Majorat zu entkleiden und es in Nllod zu verwandeln. Der Kurfürst entsprach den Wünschen und hob am 22. Dezember 1675 das Majorat aus. Die vier Brüder v. S. verkauften nun Nrnsdors am 18. Januar 1676 an Rudolph v. Neitschütz für 5000 Taler. Heinrich Siegmund v. S., Christophs jüngerer Sohn aus seiner zweiten Ehe, scheint von jeher seinem älteren Bruder Christoph Wilhelm und dessen Söhnen gegenüber Ansprüche auf Nrnsdors geltend gemacht zu haben, bis beide Parteien sich endlich dahin einigten, daß Nrnsdors der Deszendenz Christoph Wilhelms verbleiben solle. Heinrich Siegmund wird im Jahre 1649 fürstlich Sächsischer Kammerjunker genannt'). Cr scheint, wenigstens um die Mitte des 17. Jahrhunderts, dauernd in Nrnsdors gelebt zu haben. 3m Jahre 1648 vermählte er sich mit Elisabeth, geb. aus dem WinckellI. Zwei Kinder wurden ihm in Nrnsdors geboren: Christoph Oswald und Rosina Sabina; letztere, am 14. Februar 1652 geboren, „bald nach der Tausfe gestorben", wurde am 2. März 1652 begraben. Sie hatte ein Nlter von nur 13 T. 5 St. 30 Min. erreicht I. 0 Ebenda. h Ebenda. tz Lehnsakten Arnsdorf. tz H.-St.-A. Gen. I.oo. 31791, Salisch. h Lehnsakten Arnsdorf. 0) Massen, nordöstlich von Finsterwalde. H.-St.-A. Gen. l.oo. 31791, Salisch. ») Ebenda. h Gaußiger Kirchenbuch. v. Lalisch. 683 Die Geburt seines Lohnes Christoph Oswald meldete Heinrich Siegmund am 8. September l649 aus Arnsdorf dem Kurfürsten und bat gleichzeitig darum, da er wegen der vielen Kontributionen nicht bei Gelde sei, auch von seinem Gute und den Untertanen nur geringe Einnahmen habe, ihm 200 oder 300 FI. als Abschlagszahlung seiner oder seiner Gattin Besoldung zukommen zu lassen'). Christoph Oswald wurde am 5. Oktober 1649 getauft^. Er erhielt im April 1656 vom Kurfürsten ein pro- Kuratur-Benefizium in Höhe von jährlich 50 Fl. bewilligt und wurde zuerst in Finsterwalde, später, mit einem kurfürstlichen Venefizium ausgestattet, in der Fürstenschule zu Meißen erzogen. Im Jahre 1669 sandte ihn sein Vater auf die Universität Wittenberg, zwei Jahre später nach Leipzigs). Heinrich Siegmund hatte vom Herzog Lhristian von Sachsen-Merseburg zwei wüste Bauergüter im Dorfe Massen (Amt Finsterwalde) erb- und eigentümlich verehrt erhalten. Nachdem er aber eine zweite nicht standesgemäße Ehe eingegangen war, wurde bestimmt, daß er über seinen Tod hinaus über diese beiden Güter nicht verfügen dürsech. Er hinterließ aus dieser seiner zweiten The einen Sohn, der vor dem Fahre 1713 als Fähnrich in Polen geblieben war, ferner eine Tochter, Frau Hedwig Helena Gebelin, geb. v. S. Diese bat den Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen im Fahre 1713, er möge die beiden Güter in Massen, die sich jetzt im Besitze ihres kinderlosen Stiefbruders Christoph Oswald befänden, nach dessen Tode an sie fallen lassen. Sie starb als Ehefrau des Zacharias Gebe! auf Falkenberg am 23. Fanuar 1723 daselbstH. — In die Familie v. 2. kam der Freiherrn- und Grafenstand. Ernst Heinrich v. S. und Großgraben wurde am 9. Fanuar 1728 in den Böhmischen Freiherrn-F, am 6. November 1741H in den preußischen Grafenstand erhoben. Die Erhebung in den preußischen Grasenstand erfuhr auch am 15. Oktober 1786ch Earl Ernst v. S.-Nassengries, Fustiz- rat und Kurländischer Landeshauptmann. Wappen: Die v. 2. führen im gespaltenen Schilde rechts in Silber einen mit den Sachsen nach innen gekehrten schwarzen Adlerslügel, links in Not die linke Stange eines silbernen Hirschgeweihes. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: 9 rote, an goldenen Stangen befestigte, je mit einer silbernen Nose belegte Fähnlein, von denen 4 nach rechts, >) H.-St.-V. a. a. G. 2) Gaußiger Kirchenbuch. ») H.-St.-V. a. a. L. tz Vus einem Schreiben der Zrau Hedwig Helena tbebelin, geb. v. S., Heinrich Siegmundr Tochter zweiter The, an Herzog Moritz Wilhelm, Uckro, den 13. Mai 1713, in Betreff der Bauergüter zu Massen: . . . „Selbige Güter aber Hernachmahls, weiln sich mein seel. Vater anderwerts verheurathet und zwar also, daß er sich aus seinem Stande begeben, durch ein abermahliges Kescript nur auf seine Lebenszeit sind restringiret worden" ... H. St.-51. a. a. G. H Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XI (1883), S. 36. Hier ist sie nur mit dem einen Vornamen Helena benannt. o) v. voerr, Oer 5Idel der Böhmischen Kronländer, IdOO, S. 213. h Gritzner, Lhronol. Matrikel der Brandenburgisch - preußischen Standeserhöhungen, S. 24. H Ebenda, S. 46. 684 v. Zalmour. 5 nach links wehen, vor den Fahnenstangen zwei leicht nach außen gewendete ovale rote Schilde mit silbernem Buckel. Decken: rechts schwarz-silbern, links rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 68, Nr. 15 unter den „Schleßingischen". — Frh. v. Krane u. Hildebrandt, Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Rdels, Taf. 90. v. Salmour, Grafen, und v. Wackerbarth - Salmour, Grasen. Der piemontesische Marquis Michael Gabaleon v. Salmour fiel im Jahre l690 bei der Belagerung von Luneo. vermählt war er mit Tatharina paolina Maria Marquise de Balbiano, geboren im Jahre 1670H. Sie schloß nach ihres Gatten Tode eine zweite The am 29. Mai 1695 aus dem Lustschloß Da Vonaria bei Turin mit Tarl Philipp Markgrafen von Brandenburg — einem Sohne des Großen Kurfürsten aus seiner zweiten Ehe —, der, am 26. Dezember 1672/6. Januar 1673 geboren, die vier Brandenburgschen Bataillone befehligte, die sein Stiefbruder, Kurfürst Friedrich III., dem Herzog von Savoyen gegen Ludwig XIV. gesendet hatte. In seinem Tsuartier S. Germano bei Tasale starb Markgraf Tarl Philipp bereits am 13./23. Juli 1695^). Die Rechtmäßigkeit seiner The ist vom preußischen Hose nie anerkannt worden. Tine dritte The ging Latkerins Balbian, Nar^rave llo Branäedour^, wie sie sich nannte, im Jahre 1707 ein mit dem Grasen Rugust Lhristoph v. Wackerbarth. Dieser, geboren 1662 aus dem Familiengute Kogel bei Ratzeburg, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Generalfeldmarschall, Geheimer Kabinetts- und Staatsminister, starb zu Dresden am 14. Rugust 1734 und wurde aus seinem Gute Zabeltitz bei Großenhain begraben^). Seine Gattin war bereits im Jahre 1719 gestorben und in Mariaschein in Böhmen bestattet worden. Sie hatte nur aus ihrer ersten The Kinder gehabt und zwar eine Tochter, die am 6. Rugust 1706 in Prag an den Pocken starb und zwei SöhneH: I. Franciscus Hyacinth Rmadeus Gabaleon, gestorben h vergl. Allgemeine Deutsche Biographie, Band XD, 5.449: v. Weber, Aus vier Jahrhunderten, Neue Folge, I. Band, 1861, 5. 196 nennt sie Anna Tatharina Gräfin Balbiani. 2) vergl. I. Friedländer, Markgraf Tarl Philipp von Brandenburg und die Gräfin 5almour, 1881. Die Arbeit erschien bereits in den preußischen Jahrbüchern, Band XXXIX (1877), 8. 48-66. I- Hübner, Genealogische Tabellen, I. Teil, 1767, Taf. 180, nennt den Markgrafen irrtümlich Tarl Wilhelm. H August Lhristoph v. Wackerbarth, General-Intendant der Zivil- und Militärgebäude, wurde, Wien den 16. Juni 1705, in den Reichsgrafenstand mit dem Prädikat „hoch- und Wohlgeboren" erhoben. Oie kurfürstlich Zächsische Bekanntmachung erfolgte am 24. August 1705. H.-51.-A. Doe. I046I, Geschlechts- und herrschafts-Lrhöhungen, vol. IV, Fol. 177. Ihm gehörte Groß - Zedlitz bei Dresden, dessen park er anlegte, ebenso Zabeltitz bei Großenhain, sowie dar Landhaus „Wackerbarths Ruhe" in der Lößnitz bei Dresden. Tr erbaute das „Rurländer Palais" in Dresden. — Über Zabeltitz siehe V. T. Zchmidt, Rursächsische Ztreifzüge, III. Band, 1906, 5. 202 — 267. h v. Weber a. a. V. N. F., Bd. I, 5. 196 ff., bes. 5. 197, 201. v. Salmour. 685 als Direktor der königlichen Akademie in Turin, vermählt mit Maria Irene Salome del Borgo. II. Joseph Anton Gabaleon. Da Gras Wackerbarths Ehe, wie erwähnt, kinderlos war, so adoptierte er den jüngeren Sohn erster Ehe seiner Gattin. Dieser, Joseph Anton Gabaleon Neichsgraf v. Ivackerbarth-Salmour war 1685 geboren. Er wurde 1733 Sächsischer Kabinettsminister, 1747 Dbersthosmeister des Kurprinzen. Am 8. April 1757 wurde er in Dresden als verdächtig den Sächsischen Hof gegen Preußen ausgestachelt zu haben, verhaftet und nach Küstrin gebracht! am 8. Januar 1758 erfolgte seine Freilassung, worauf er nach Dresden zurückkehrte h. Unvermählt starb er zu Npmphenburg bei München am 2. Juni 1761^). von seinem Adoptivvater hatte er das Gut Zabeltitz geerbt. „Lin Bruderssohn Se. Excellenz Herrn Joseph Anton Gabaleon Grasens v. Ivackerbarth-Salmour, königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Tabinetsministers"2), also sein Neffe, war Joseph Anton Lhristian Gabaleon Neichsgras v. S., ein Sohn des oben unter I. genannten FraNciscus hyacinth Amadeus Gabaleon h. Dieser Joseph Anton Lhristian Gabaleon Gras S. starb im 40. Lebensjahre zu Warschau am 6. August 1759 als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr. Von seinem Dheim Joseph Anton Gabaleon Neichsgrafen v. Iv.-S. j-f 2. VI. 1761) hatte er das Gut Zabeltitz am 19. April 1752 als eine clonatio inten vivos erhalten^). Er war vermählt mit Helena Isabella Gräfin Lubienska°). Sie war geboren als zweite Tochter des Kastellans von Sendomir Boguslaw Lubienski und dessen Gattin Theresia Bielinska, wurde Hofdame, später Kammersräulein der Königin Maria Josephs von Polen, Kurfürstin von Sachsen (Gemahlin König Augusts III. von Polen), erhielt 1735 den Sternkreuzorden, fand 1763 Anstellung als Gbersthofmeisterin der Erzherzogin Marianne in Wien und starb zu Dresden am 27. Februar 1792 im 76. Jahre ihres Alters h. Joseph Anton Lhristian Gabaleon Gras S. hatte drei Kinder (1—3): 1. August Joseph Nicolaus Tolentinus Johannes Tantius, getauft in Dresden am 11. September 1753^), gestorben daselbst am 24. Januar 1755. >) N). Lippert, Kaiserin INaria Theresia und Kurfürstin INaria Antonia von Sachsen, Briefwechsel 1747-1772. 1908, 5. BIX; S. II, 6nm. 1; 5. 30, Anm. 6. h Lrmisch' Neuer Archiv für Sächsische Geschichte, XX. Bd., S. 127, Anm. 41. h Oresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1759, Nr. XXXVIII. h Lin anderer Sohn der Franciscus kfyacinth Amadeus Gabaleon Grafen S., namens Lasimir Graf 5. war Sardinischer Artilleriehauptmann. v. Weber a. a. D. N. F., Bd. I, S. 197, Anm. °) w. Lippert a. a. V. S. 260, Anm. 2. h Oie Ehepakten wurden am 28. INai 1752 vollzogen. 2n ihnen wird sie nicht nur Isabella, sondern kfelena Isabella a Lubno Lubienrka genannt. h.-5t.-A. Gen. Boo. 31792, Salmour. h Laus. Magazin 1792, 5. 105. Die Lehnsakten von Gebelzig geben den 29. Februar 1792 als ihren Todestag an. h Paten waren König August III. von Polen und seine Gemahlin Maria Joseph«. 686 v. Salmour. 2. Christian Rnton Joseph Petrus Johannes Tantius, getauft in Dresden am 22. Februar 1756*), vermählt zu Gaußig am 7. Rugust 1798 mit Henriette Louise geb. Gräfin Schall-Riaucourh. 3. Maria Isabella Esther Francisca Josepha Hedwig, getauft in Dresden am 18. Oktober 1756, vermählt mit Rugust Rnton Grafen v. Rttems de St. Troix, K. K. Kammerherrn. Vormünderin der Kinder war, wie dies schon die Ehepakten vom 28. Mai 1752 festgesetzt hatten, ihre Mutter. Sie kaufte in dieser ihrer Eigenschaft am 7. Rpril 1769 von Earl Gotthelf v. Hundt und Rlten- Grottkau die Güter Ober- und Nieder-Ki ttlitz (bl von Löbau) samt pertinentien für 37 000 Taler und 225 Taler Schlüsselgeld, ferner an dem nämlichen Tage von demselben das Rittergut Unwürde (bl von Löbau, 8 von Kittlitz) für 36000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld, sowie die Rittergüter Ober- und Nieder-Gebelzig (bl von Weißenberg), Jerchwitz (blO von Gebelzig) nebst den dazu geschlagenen Ortschaften Groß-Saubernitz (bl>V von Weißenberg), Förstgen (Sandförstgen, blbIM von Gebelzig) und der Wuischker Mühle (Wuischke, blblM von Weißenberg) für 52000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld. Der König-Kurfürst verwandelte, Dresden den 22. November 1771, das Kunkel-, Spill- und Weiberlehngut Ober-Gebelzig nebst Förstgen, Jerchwitz, der Wuischker Mühle und pertinentien, ebenso das Mannlehngut Nieder-Gebelzig mit Saubernitz in pures Erbe. Frau Helena Isabella Gräfin v. S., geb. Gräfin Lubienska, kaufte ferner am 11. Rugust 1771 von Larl Rugust v. Gersdorff auf Gröditz das Lehngut und Vorwerk prauske (bl von Gebelzig) für 5600 Taler und 50 Taler „statt derer von Walpurgis bis zu Schließung des Kaufs gefälligen Revenüen"^). Rm 26. März 1784 verkaufte sie prauske an Gottlieb Wilhelm v. Dressier aus Lauske. Der unter 2. erwähnte Sohn der Gräfin Helena Isabella v. S., geb. Gräfin Lubienska, Christian Rnton Joseph Petrus Johannes Tantius Graf S.h erhielt, mündig geworden, am 29. November 1776 den Erbbries über die Hälfte der Güter Unwürde, Kittlitz und pertinentien, am 12. Mai 1777 auch über die Hälfte von Ober- und Nieder- Gebelzigs seine Schwester Maria Isabella Esther Francisca Josepha Hedwig am 25. Rugust 1778, bez. 19. Oktober 1779, 19. März 1782. Letztere verkaufte ihre Hälfte an den genannten Gütern am 15. November 1781 ihrem Bruder, so daß dieser nunmehr Alleinbesitzer war. Er veräußerte nunmehr die Güter Ober- und Nieder-Gebelzig nebst pertinentien am 10. März 1784 an den erwähnten Gottlieb Wilhelm v. Dressier, während er seine Erb- und Rllodialrittergüter Unwürde nebst Laucha, Dolgowitz, Georgewitz (diese für 100 000 Taler), Ober- und Nieder- Kittlitz nebst Tarlsbrunn (diese für 110 000 Taler), endlich die sogenannte tz Paten waren der tturprinz von Sachsen Friedrich Christian und seine Gemahlin Maria klntonia. 2 ) Laus. Monatsschrift 1748, II, S. 188. h Ihr Lehnskurator war Wolf Christian v. Schönberg auf weicha, kurfürstlich Sächsischer Landeshauptmann. tz In den Lehnsakten wird er auch Ioseph Gabaleon Graf S. genannt. „Hartha" bei Gebelzig (diese für 6000 Taler) zum Gesamtpreise von 2l6 000 Taler am 29. Kugust l80l seiner Gattin Henriette Louise geb. Gräfin Schall-Riaucour, käuflich abtrat. Km 12. Mai, 23. Juni, 29. Kugust 1810 verkaufte sie Unwürde und Rittlitz, ebenso das Stück Holz, die Hartha, ihrem Gatten für 180 000 Taler zurück,' am 7. Januar 1811 erhielt er den Lehnbrief. Tr verkaufte Uittlitz und Unwürde am 25./26. September 1819 an Heinrich Kdolph v. Gablenz. Wappen v. Salmour: Kuf dem doppelköpfigen Reichsadler ruht ein Schild, in dessen oberem Teil ein Hahn, begleitet von zwei Uugeln, darunter in Blau ein gekrönter Löwe sich befindet, v. Ledebur, Kdels- lexikon der preußischen Monarchie, II. Band, S. 336. v. Salza und Lichtenau, auch Freiherren. Zu der wiederholt aufgeworfenen Frage nach dem Ursprung der Gberlausitzischen Familie v. Salzafl nahm auch h. Unothe Stellung, indem er „jede Spur irgend welchen tatsächlichen Zusammenhanges zwischen jenen Thüringischen Dynasten und diesen Görlitzer Bürgern" jv. Salzaj in Kbrede stellte, indem er ferner den Stammvater der Gberlausitzischen v. Salza zwar für gebürtig hielt aus der Stadt Langensalza, aber ihm nur den bürgerlichen Stand zuerkannte und seine Zugehörigkeit zu einer ritterlichen Familie, geschweige denn zu dem Thüringischen vynastengeschlecht v. Salza durchaus leugnete fl. Zu ganz entgegengesetzten Resultaten gelangte neuerdings G. Posse. Ruf Grund seiner ausgedehnten Forschungen und an der Hand des ältesten Görlitzer Stadtbuchs vom Jahre 1305 vermochte er den Beweis zu führen, daß die v. S., die 1298 im Görlitzer Rate vertreten waren, uradeliger Kbkunft sind fl. Wir greifen in unserer Darstellung zurück bis aus Rikol v. S. auf Schreibersdorf von Lauban) und Lichtenau von Lauban). Tr starb um das Jahr 1485 und hinterließ von seiner Gattin Barbara v. hock a. d. h. Thomaswaldau fünf Söhne, von denen zwei dem geistlichen Stande sich gewidmet hatten: Wigand starb 1520 als Domherr zu Breslau, Jacob 1539 als Fürstbischof zu Breslaufl. Die drei übrigen Söhne Rikols pflanzten den Stamm fort und zwar begründete fl vergl. ^.nalsota Zuxoniou 1765. S. 110 ff. h vergl. kf- Unothe, Geschichte des Gberlausitzer Adels, 1879, 5,462. fl Die Familie v. Salza und Lichtenau, S.-A. ans dem Merke „Die Siegel des Adels der Wettiner Lande bis zum Jahrs 1500", 1908. vie Beweisführung wolle man im Driginal Nachlesen, es seien hier nur folgende von Posse hervorgehobenen Tatsachen erwähnt: Die Görlitzer v. S. führen im Görlitzer Stadtbuche von 1505 den Ehrentitel „sr", „tisr" vor dem Personennamen, sie verheirateten ihre Töchter in notorisch adelige Familien, ein Peter v. S. wird in einer Urkunde des Görlitzer Rats vom Jahre 1580 als „srbnrsr Mann" bezeichnet. — vergl. dagegen G. Frhr. v. Düngern, der in seinem soeben erschienenen Werke „Der flerrenstand im Mittel- alter", I. Bd. 1908, S. 190, 271 die Identifikation der niederadeligen Familie v. Salza mit gleichnamigen Dynasten — trotz gleichen Wappens — durchaus in Abrede stellt, fl Unothe a. a. A. S. 467: Salzasche Regesten, Tafel auf S. 269. 688 v. Salza und Lichtenau. I. Gpitz: die Linie Schreibersdorf. Siehe unten. II. Günther: die Linie Lichtenau. Siehe unten. III. Matthias: die Linie Linda. Siehe S. 698. I. Linie Schreibersdorf. Gpitz v. S. auf Schreibersdorf, gestorben im Jahre 1514H, hinterließ einen einzigen Sohn Dpitz. Und dieser Dpitz d. I. auf Schreibersdorf, gestorben 1561, dem auch das Bolkenhainsche Burglehn pfandweise gehörte, hatte fünf Söhne: Heinrich, Uikol, Melchior, Christoph und Gpitz'H. Sie verkauften ihre Unteile am väterlichen Gute Schreibersdorf; so veräußerte z. B. Melchior an Hieronymus v. Schönaich zu Siegersdorf den alten Rittersitz samt Vorwerk und zwei Gärtnern zu Schreibersdorf im Jahre 1578, Dpitz im Jahre 1584 ein Stück Gut zu Schreibersdorf an Blasius v. „Biebernn" sLibranf^). Die Linie Schreibersdorf verschwindet nach dem verkaufe des Gutes, nach dem sie sich nannte, aus der Gberlausitz. Sie erlosch im Jahre 1640 mit einem Sohne Opitzens, Christoph v. S., der in Wien als Rittmeister starb H. II. Linie Lichtenau. Günther v. S., der zweite Sohn Nikols, erhielt in der brüderlichen Teilung und Crbsonderung am Dienstag nach Gregorii 1509 s13. März) die Dörfer Lichtenau, Lichtenberg (0 von Görlitz) und Gersdorf (14 von Lauban)°). Cr starb zu Lichtenau am Übend Jacobi 1519 s24. Juli) und wurde daselbst begraben^, vermählt mit Katharina v. promnitz a. d. H. Wachsdorf, hinterließ er vier Söhne: Hermann. Siehe I. Rst. Siehe unten. Günther. Siehe II. Rst. Siehe unten S. 697. Jacob. Siehe III. Rst. Siehe unten S. 697. Hans. Siehe IV. Rst. Siehe unten S. 697. I. Rst. Hermann v. S. besaß Lichtenau. Cr und seine Geschlechtsvettern erhielten, Prag am Tage Philippi und Jacobi 1528 sl. Mai) vom König Ferdinand die Gesamtlehen über die Güter Schreibersdorf, Lichtenau, Linda rc.H. Rn Hermann als an den ältesten nächstgesippten Schwertmagen fiel nach dem Tode seines Vetters Gpitz (tz 1561, siehe oben) das tz Vpitzens jüngerer Bruder, der auf voriger Leite bereits erwähnte Migand v. 5., * 1460, -f 1520, 4. V. Or., Domherr zu Breslau, ist „der erste Humanist der Vberlausitz". vergl. über ihn Förster im Neuen Laus. Mag. Bd. 87, 5. 1 ff. s) Rnothe a. a. ") verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, S. 227. ") Salzasche Regesten Nr. 399 Nnm. -2) Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 140. ^.nalseta Laxonioa I, S. 145. 44 ä 690 v. Salza und Lichtenau. 1. I. Hans Hermann, starb am 14. Dezember 1618 im Lager von Budweis und wurde in der Kirche zu Nudolphstadt bestattet H. 2. I. Günther. Liehe unten. 3. II. Hans Wilhelm, gestorben am 17. Januar 1624^). 2. Günther v. 5., der zweite Lohn des Prokopius aus dessen erster Ehe, setzte die Linie fort und wurde der Stammvater der noch heute in der Dberlausitz blühenden v. Salza. Er war, da er 1658 im Alter von 60 Jahren starb"), im Jahre 1598 geboren. Kn ihn fielen die väterlichen Güter Nieder-Lichtenau und Schreibersdorf. Dber- Lichtenau kaufte er im Jahre 1636 von Frau Knna Helena v. Eberhardt, geb. v. Nostitz, hinzuH und besaß somit das ganze Gut Lichtenau. (Ober-Lichtenau verkaufte er gemeinsam mit Knna Sidonia v. Debschitz, geb. v. Lberhardt an den INann der letzteren, (Heinrichs Siegmund v. Debschitz am 21. Npril 1651 für 10621 Talers. Günther starb am 25. Npril 1658. vermählt hatte er sich mit Helene Eleonore v. Debschitz, Tochter Heinrichs v. D. aus Neu-Kemnitz und Gertmannsdors. Sie starb im NIter von 57 Jahren am 17. Npril 1657"). Günther hatte neben zwei früh verstorbenen Söhnen drei, die das INannesalter erreichten (u —c): u. Johann Heinrich, geboren am 1. September 1623H, wurde im Nlter von 17 Jahren von seinem Vater im Jahre 1640 in die Niederlande gesandt, um eine Stelle als Page beim Prinzen von Dramen zu erhalten,- sie ward ihm indessen nicht zuteil"). Er starb schon am 30. November 1647, also noch vor seinem Vater, vermählt hatte er sich mit Nnna Sabina v. Hock a. d. H. Thomaswaldau, Witwe Gttos v. Nostitz aus „Berthelsdorf". Tine Tochter Eleonora (postkuina) wurde ihm am 20. Dezember 1647 geboren. b. Günther d. I. Siehe unten. o. Hermann, geboren am 10. Dktober 1630, wurde Leutnant in Schwedischen Diensten und starb am 3. Nugust 1657 zu INölln im Lauenburgschen; am 10. Januar 1660 wurde er in Lichtenau bestattet"). b. Günther d. I. v. S. pflanzte den Stamm fort. Geboren am 11. Juli 1626, erbte er die väterlichen Güter Nieder-Lichtenau und Schreibersdorf. Tr verkaufte Nieder-Schreibersdorf im Jahre 1678 an Georg Taspar d. N. v. Warnsdorf. Elf Jahre vor diesem Verkauf hatte 0 Ebenda, I, S. 145. -) ^naleota Laxonioa I, S. 144. H v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, III. Teil, 1742, S. 186. ->) ks.-St.-N. L>oo. 4520, Vberlaus. Zustizsachen, vol. XII. H Nach dem von Prof. vr. Zecht mir freundlich mitgeteilten Regest der Be- lehnungsurkunde Debschitz', Görlitz, den 16. Januar 1652. °) Z. L. vehmel, Lhronik von Lichtenau bei Lauban, 1747, S. 18. H v. Uechtritz a. a. . III, S. 187 geben den 22. Dktober 1682; die Salzaschen Negesten Nr. 425 5Inm. den 25. Nugust 1682 als Todestag an. I. L. Vehmel a. a. o) vergl. Weinart, Rechte und Gewohnheiten, I. Teil, 5. 98. 700 v. Salza und Lichtenau. bei, die am 26. November 1592 aus dem königlichen Schlosse zu Bautzen abgehalten wurde H. Nu ihn war das väterliche Gut Nieder-Rengersdors gefallen; Montag vor Fastnachten 1584 s2. Märzs veräußerte er es an die Gebrüder v. Nostitz aus Ullersdorf, brachte Groß-Nrauscha, das früher seinem Bruder Friedrich v. 5. gehört hatte, an sich und kaufte von den Gläubigern Hansens und Siegmunds v. Bischosswerder das Gut Lbers- bach (bl'W von Görlitz); 1584 wurde er belehnt H. Mit den erkauften Grb-Untertanen, Inwohnern und Lingehörigen des Dörsleins, „die Siebenhusen" genannt sbl von Gbersbachj, vereinigte er sich wegen ihrer Dienste am 10. Juni 1610. Hiob stiftete am 2. September 1613 das Naplanat zu Ebersbach und sorgte durch eine Dotation für dessen Unterhaltung H. von Hans v. Ivarnsdors aus Nuhna kaufte er sieben Hüfner zu Nunners- dors (bl von Ebersbach), die zum Hospital in Neichenbach mit Zinsen an Geld und Getreide, sowie Diensten gewidmet waren und erhielt am 18. Mai 1609 die BelehnungH. Infolge Zession der Geschlechtsvettern nahm Hiob im Jahre 1612 das vom Bischof Jacob v. 5. (ch 1539) gestiftete Majoratsgeld auf sein Gut Ebersbach mit Siebenhusen H. Hiob gewährte der Stadt Görlitz am 4. Dezember 1615 die Summe von 20 000 Talern als Darlehn und erhielt dafür die Dörfer Langenau, Schützenhain (beide blO von Görlitz), Zentendorf (blblO von Görlitz, an der Neisse) und Lauterbach (080 von Görlitz) zum pfände"). >) Tarpzov, Ehren-Tempel der Vber-Lausitz, 1719, I, S. 162. H Laus. Magazin 1773, S. 156. H verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 277; Käuffer, Rbriß der Dberlaus. Geschichte, IV. Bd., S. 144! Laus. Magazin 1776, S. 340. tz H.-St.-R. Boa. 9545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in Vberlausitz äs ao 1604-1617, Fol. 74. i verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, 5. 276. H Der Rat der Stadt Görlitz verkaufte am 4. Dezember 1615 Hiob v. 5. „zu einem rechten, beständigen und immerwährenden und ewigen Erbzins ... zwölfhundert Thaler, jeder vor 72 Rr. gerechnet . . . vor solche jährliche Pension und Erbzinse aber hat uns jetzt wohlermeldter Herr Hiob v. 5. baarüber und in einer Summa ausgezahlet, bezahlet und entrichtet zwanzigtausend Thaler obberührten werthes . . . Damit aber solches alles von uns und unseren Nachkommenden standhaftig und feste zu ewigen Zeiten gehalten und die angezogene Pension und Erbzinse alle Jahr ZU den bestimmten Terminen Michaelis und IValpurgis unsäumlich und unabbrüchlich gereichet und abgeführet werden sollen, so setzen wir ermeldtem Herrn Hioben v. S. und seinen Nachkommenden zu einem rechten und wahren Unterpfand ein, hppothe- ciren auch und verpfänden hiermit und in Kraft dieses unsers Briefes wissentlich alle und jede unserer gemeinen Stadt Güter und liegende Gründe, woran dieselben itzo sein, stehen und liegen und in künftigen Zeiten sein oder gefunden werden möchten, insonderheit aber und in spseis diejenigen Güter, so seider deren von weil, dem durchlauchtigen, hochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn Georg Friedrichen, Markgrafen zu Brandenburg, Hochlobseeligen Rndenkes, gemeiner Stadt allhier Vorgesetzten Geldern und darüber erlangten kaiserlichen Loncession zur Stadt erkauft und bracht worden, als nemblichen Langenau, Schützenhain, Zentendorf und Lauterbach sammt allen derselben pertinentien, Lin- und Zugehörungen". . . — Kaiser Matthias, Prag den 7. Dezember 1615, bewilligt, „daß solche Summe der 20 000 Thaler von jetzo an zu raitsn, zu ewigen Zeiten bei denen von Görlitz stehen und bleihen sollen und o. Salza und Lichtenau. 701 Hiob starb zu Ebersbach am 24. Juni 1619. In der dortigen Kirche ist seine Ahnentafel al krosco gemalt. Testamentarisch I hatte er jene eben erwähnte Summe von 20 000 Talern zu einem Majoratsstamm bestimmt^). vermählt war er mit Latharina v. Frankenberg, Tochter Lasimirs v. F. a. d. h. Proschlitz. Ls überlebten ihn von zahlreichen Kindern 3 Söhne und 3 Töchter, die in seinem Testament namentlich ausgesührt werden h (1-6): 1. Hiob d. I. Siehe unten S. 702. 2. Friedrich, zog im Juli 1618 nach Schlesiens, erwarb dann von dem ererbten väterliche^ (beide die Güter Kothenburg und Gehege von Kothenburg) und erscheint seit 1620 in ihrem Besitzt). 1652 wurden die Güter seinem Schwager Samüel v. Horn adjudiziert"). Friedrichs Tochter Anna Tatharina vermählte sich mit ihrem Vetter Christoph Friedrich v. S. aus Spremberg (vergl. S. 703). 3. Fabian. Über ihn besitzen wir keine Nachricht. 4. Latharina, gestorben am 27. März 1632, vermählte sich mit Hans Georg d. A. v. Warnsdorf aus Schreibersdorf. 5. Anna („Jungfraw Knnlein" im Testament genannt), später vermählte Achill v. Stierling. daß bemeldte von Görlitz um berührte 20 000 Thaler ihre, der Stadt, Habs und Güter als ein verpfänd hppotheciren, verpfänden und einsetzen mögen, deren er, von Saltza, seine Erben und Executoren feiner Fundation, vermöge ihrer, derer von Görlitz, ihm hierüber insonderheit gegebener Verschreibung, derer Datum stehet am 4. Tag des Monats Oecembr. des gegenwärtigen 1615. Wahres, in Kraft deroselben, im Fall die obbeschriebene, erkaufte Zinsen nicht erleget würden, inne zu haben und als seines verschriebenen Unterpfands zu unterfahen und sich also inhalts derselben Verschreibung allermaßen zu verhalten, gut Fug, Macht und Recht haben soll und mag" . . . Lehnsakten Spremberg. tz Sn Johann Tmerichs Diarium oonsulars (Neues Laus. Mag. Bd. 74, S. 185) heißt es am 7. Juli 1618: „H. Hiob von Saltza auf Tbersbach leget sein besiegelt Testament aufs Rathhaus". — Mit dem Rat der Stadt Görlitz stand er auf gutem Fuße: so heißt es in dem Diarium am 4. Januar 1618 (Neues Laus. Mag. Bd. 74, S. 165): „H. Hiob von Saltza auf Ebersbach lest bietten umb des Rathes grossen wagen, wil darauf einen Trog führen lassen: seiner bist wird deferiret". 2) Er verordnete, daß nach seinem Tode die Zinsen der 20 000 Taler auf seinen Sohn Hiob d. I. und den jedesmal ältesten Sohn kommen sollten. Sollte Hiob d. I. sterben, so fallen die Zinsen an Hiobs d. R. Sohn Friedrich, und wenn dieser kinderlos wäre, an Hiobs d. R. Sohn Fabian. Sollte der männliche Stamm Hiobs d. R. gänzlich erlöschen, jo sollen die Zinsen auf die Linie Gottfrieds v. S. zu Nicolausdorf (vergl. S. 708) übergehen. Sollte dieser ohne männliche Erben sterben, so fallen die Zinsen an Günther v. S. (vergl. S. 708), Matthesens Sohn, „nach deren Rufhörung aber auf das Haus Lichtenau allewege an den ältesten voriger Grdnung gemäß". Die Zinsen- empsänger sollten gehalten sein „davon einem armen, wohlverhaltenden und tugendlichen Gesellen der Geschlechts und Namens v. Salza, der da studiert, wann er seine zwanzig Jahr erreichet, bis zum 25. Jahr jährlichen 100 Thaler zu entrichten". In Ermangelung eines studierenden v. S. sollen die 100 Taler einem in Kriegsdiensten stehenden v. S. zufallen; in Ermangelung auch eines solchen sollen die 100 Taler an arme, ehrliche Eheleute in dem Geschlechts v. S. ausgezahlt werden. Lehnsakten Spremberg. 3) Salzasche Regesten Nr. 417. H Neues Laus. Mag. Bd. 74, S. 186. b) Holscher, Kurze Topographie und Geschichte der Kreisstadt Rothenburg, 1844, S. 35. °) H.-St.-R. Doo. 9547, DrittesBuchVberlaus.Lehens-Sachen165I—67, Fol. 121. 702 v. Salza und Lichtenau. 6. Christiane, vermählt mit Samuel v. Horn aus psaffen- dorf und lveißbachI. l. Hiob d. I. v. S., der älteste Sohn Hiobs d. B., von dem er die Güter Ebersbach') und Groß-Krauscha erbte, war geboren 1586. vom Jahre 1624 an war er 30 Jahre lang Bmtshauptmann zu Görlitz 2). Er kaufte von den Gebrüdern Hans Georg d. I. und Hans Siegmund d. A. v. lvarnsdors aus Kuhna und Schönbrunn deren Gut Gersdors samt dem dazu gehörigen Gute Markersdorf (beide von Görlitz) mit zwei Kirchlehen und erhielt den neuen Besitz am 15. März 1638 zu Erb und Eigen verreicht. Bus sein Besuchen, Gersdors wieder in Mannlehn zu verwandeln h, wurde er am 3. September 1647 mit beiden Gütern als mit einem Mannlehn belehnt. Die Nöte des dreißigjährigen Kriegs veranlaßten ihn, den Kurfürsten am 3./13. Juni 1641 um eine 8alva Auaräia für seine vier Güter Lbersbach, Gersdors, Markersdorf und Groß-Krauscha zu bitten^). Hiob verkaufte mit Einwilligung seiner Geschlechtsvettern Groß- Krauscha für 7000 Taler am 20. Bugust 1653 an Bbel v. Fürstenau"). Hiob starb am 21. Juli 1654. vermählt war er: I. mit einer v. Sommerfeld; II. seit dem Jahre 1647 mit Magdalena Elisabeth v. Gersdorsf a. d. h. Brnsdorfh. Er hinterließ vier Söhne, auch eine Tochter von ihm ist bekannt (I-V): H Salzasche Regesten, S. 282. Daselbst ist als Lhristianens Mutter irrtümlich Magdalena Elisabeth v. Gersdorff anstatt Tatharina v. Frankenberg angegeben. Magdalena Elisabeth v. G. war die Gattin Hiobs z, ^ y 5 Er verwilligte die Unterhaltung des Diakons zu Lbersbach und Kunners- dorf zu Walvurgis 1646. Verzeichnis Gberlaus. Urkunden II, S. 313. tz Großer a. a. V von Löbau) am 4. Dezember 1668 für 18 000 Taler; am 23. März 1670 wurde er belehnt. Der Kurfürst genehmigte am 24. März 1670 die Übertragung des Majoratskapitals von 20 000 Talern aus Spremberg. Lhristoph Friedrich begann im Jahre 1669 mit dem Anbau von Häusern auf den Fluren des Kitterguts Spremberg, die zunächst zur Aufnahme Böhmischer Exulanten bestimmt waren. Nachdem er am 12. Januar 1670 die kurfürstliche Genehmigung zur Erbauung eines Landstädtchens bei seinem Gute Spremberg erhalten hatte, wurde die Verfassung der Stadt „Neu- salza" durch einen Kezeß zwischen Christoph Friedrich und den neuen Ansiedlern am 15. Januar 1673 festgesetzt. Dieser Kezeß fand am 12. Juni 1673 die landesherrliche Bestätigung^). Sein Gut Lbersbach nebst dem Dorfe Siebenhufen verkaufte Lhristoph Friedrich am 17. September 1671 für 25 000 Taler an Hiob v. Uechtritz auf Logaub). Markersdorf, das nach dem Tode seines Bruders Abraham Ernst (vergl. S. 705) in seinen Besitz gelangt war, hatte er schon am 3. November 1668 für 6 500 Taler an Bernhard Ldlen v. d. Planitz veräußert^). Lhristoph Friedrich war kurfürstlich Sächsischer Kat und Landes- tz Leine in Gel gemalte Ahnentafel befindet sich im Schlosse zu Nluischke. 2) vergl. Geschichtliche Nachrichten über die Stadt Neu - Salza, Festgabe zum 200jährigen Bestehen der Stadt Neusalza, o. I. h Der eine Geschlechtsvetter Günther v. S. auf Lichtenau protestierte gegen den Kauf unter Berufung auf das Salzasche Geschlechtspaktum, verglich sich aber mit dem Käufer, der dem v. S. „pro roUiineriäa rixa, umb allein die Ineommoäa des Broesssus zu evitiren", 200 Taler zu geben versprach. Lehnsakten Lbersbach. tz klm 2l. klugust 1668 verwandelte der Kurfürst Nlarkersdorf nebst den darin befindlichen zwei v. kMsenschen Bauern aus Nlann- in Spill- und Kunkel-Lehn. ks.-St.-A. Noo. 0547, Das 6. Buch Gberlaus. Lehnssachen, 1657 — 74, Lrbverwand- lungen, Fol. 154. 704 v. Salza und Lichtenau. ältester Görlitzer Kreises. Er nahm am l6./26. Juli 1657 an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen teilh. Er starb am 31. März 1673. vermählt war er mit Anna Tatha- rina geb. v. Salza, seiner Lousine, der Tochter Friedrichs v. 5. auf Rothenburg und Gehege (vergl. 5. 70l). Sein einziger Sohn Hiob Friedrich folgte bereits 1674 seinem Vater im Tode nach. Lhristoph Friedrichs lvitwe, Frau Anna Latharina, erstand nun im Jahre 1675 für 24 000 Taler das stark verschuldete Gut (Ober- und Nieder-Spremberg nebst dem Städtlein Neusalza. Sie hatte früher fast ihr ganzes vermögen „zu Anrichtung des Städtleins Neusalza hergegeben". Nm 2. August 1675 wurde sie mit Spremberg belehnt-). Sie verkaufte (Ober-Spremberg 1675 an Friedrich Adolph v. haugwitz, den ehemaligen Besitzer des Gutes. Nieder-Spremberg erwarb Ludwig Gebhard Freiherr v. hopm. Frau Nnna Latharina starb am 21. Juni 1682°). Ihre einzige Tochter Lucretia Hedwig vermählte sich: I. im Januar 1685 mit Gotthard Heinrich v. Nostitz; II. mit Thristoph Siegismund v. Gersdorffh und starb am 11. Januar 1701 im Alter von 37 Jahren in Bautzen. Im Jahre 1698 hatte sie die von ihrem Vater gegründete Stadt Neusalza an den Besitzer von Spremberg, Ludwig Gebhard Freiherrn v. hopm verkauft. II. Ndolph Georg v. S., der zweite Sohn Hiobs d. I., war am 18. Januar 1635 mittags drei Uhr geboren"), erhielt zufolge brüderlicher Teilung vom 22. März 1656 die väterlichen Güter Gers- dorf und Markersdorf und zwar gemeinsam mit seinem Bruder Hans Jacob. Nm 27. September 1662 kam es zwischen beiden Brüdern zu einer neuen Teilung, wodurch Adolph Georg das Gut Gersdorf für sich allein erhielt. Adolph Georg beteiligte sich an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. am 16./26. Juli 1657 in Bautzen"). Tr starb im Alter von 34 Jahren am 3. Februar 1669. vermählt war er mit Anna Margarethe v. Debschitz, geboren im Jahre 1640, gestorben 1693, Tochter Lhristophs v. D. auf hart- mannsdorfh. Am 21. (Oktober 1658 fand die Lheberedung statt; am 20. Juni 1662 ließ er sie aus halb Gersdorf und halb Markersdorf verleibgedingen°). Sie kaufte von dem Vormund ihres gleich zu erwähnenden Sohnes Hiob Friedrich das Gut Gersdorf für 15500 Taler. Nach dem Tode ihres Vaters (ch 13. Januar 1674) erbte sie dessen Gut hartmannsdors (8 von Marklissa) und erhielt am 30. April 1674 den tz Dberlaus. Nachlese 1771, S. 345-347. 2) Der Nurfürst verwandelte ihr am 8. Mai 1676 ihr Lehn- und Rittergut Spremberg samt dem Städtlein Neusalza aus Mann- in Lrblehn. tz Salzasche Regesten Nr. 2 Nnm. s d. 0 Ebenda. b) Nach der Nufschrift der Gedächtnisfahne in der Kirche zu Gersdorf? Neues Laus. Mag. Bd. 71, S. 231. °) Dberlaus. Nachlese 1771, S. 345-347. ') Wende, Genealogie des Hauses vöbschütz, 1745, S. 57. 2) Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. (Die andere Hälft« beider Güter gehörte damals noch seinem Bruder Hans Jacob). v. Salza und Lichtenau. 705 Erblehnbries. Sie vermählte sich wieder mit Christoph Gottlob v. Schwanitz, verkaufte ihm Gersdors am 23. Dezember 1678 und starb am l. Oktober 1693. Adolph Georg hatte folgende Kinder (1-3)h: 1. Christoph Adolph, * 29. Mai 1660, ch vor dem Vater. 2. Hiob Friedrich, * 22. August l66l, erbte das mütterliche Gut Hartmannsdorf, mit dem er am 10. September 1694 belehnt wurde. Er starb daselbst am 31. März 1700 ohne männliche Erben und wurde zu Marklissa bestattet, vermählt hatte er sich mit Helena 5 ab in a v. Salza (vergl. S. 691), Tochter Günthers d. I. v. S. a. d. h. Lichtenau und dessen Gattin Sabina v. Nostitz. Nach der Eheberedung vom 19. Januar 1695 brachte sie ihm 1500 Taler in die Che mit. Am 15. Juli 1699 ließ er sie auf Hartmannsdorf verleibgedingen h. Nach ihres ersten Gatten Tode verheiratete sie sich wieder mit dem Freiherrn . . . v. Eben, woraus das Gut hartmannsdors wieder an das Geschlecht v. vebschitz fiel. 3. Elisabeth Tugendreich, * 18. Juli 1664. III. Hans Jacob v. 5., der dritte Sohn Hiobs d. I., erhielt, wie erwähnt (vergl. S. 704), in der brüderlichen Teilung vom 22. März 1656 die Güter Gersdors und Markersdorf zusammen mit seinem Bruder Adolph Georg und in einer abermaligen Teilung vom 27. September 1662 das Gut Markersdorf allein. Hans Jacob starb nach einer Krankheit von 17 Wochen am 21. Oktober 1664^). IV. Abraham Ernst v. 5., der vierte und jüngste Sohn Hiobs d. I., erhielt in der Teilung vom 22. März 1656 bares Geld. Nach dem Tode seines älteren Bruders Hans Jacob (ch21. Oktober 1664) fiel dessen Gut Markersdorf an ihn und seine Brüder Christoph Friedrich und Adolph Georg, von diesen erwarb Abraham Ernst Markersdorf am 18. Oktober 1665. Abraham Ernst geriet, als er im Dezember 1666 mit Adolph Ernst v. Schachmann aus der Stadt Görlitz nach Hause ritt, mit diesem ins „Unvernehmen", „darauff denn der v. Salza den v. Schachmann ausgefordert haben soll, Schachmann aber denselbigen mit einem Pistol-Schuß entleibet und sich anfangs in die Stadt Görlitz begeben, etzliche Tage darinnen verwarttet und hernach in Schlesien sich gewendet haben soll, worbei nun dieses vorsället, daß zwar die Stadt-Gerichte zu Görlitz die Leiche gehoben, aber den Thäter nicht handtfeste gemacht haben" h. Aus Bitten seiner Brüder, ihn mittels eines ehrlichen Begräbnisses zu tz vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 7l, S. 2Zl. 2) Tr versprach ihr 1500 Taler zum Gegenvermächtnis, 500 Taler zu einem ksausgelde, jährlich mit 30 Talern zu verzinsen, 500 Taler für die weibliche Gerechtigkeit, 200 Taler zur Morgengabe. h Diese Nachricht entnehmen wir den Lehnsakten Markersdorf. In den Salzaschen Regesten Nr. 423 Nnm. findet sich die unrichtige Rngabe, die auch in das Neue Laus. Mag. Bd. 7l, S. 2Zl übergegangen ist, Hans Jacob sei im Duell mit einem v. Schachmann am 15. Dezember 1666 gefallen. Nicht ksans Jacob, sondern dessen jüngerer Bruder Rbraham Trust fand am genannten Tage ein gewaltsames Lnde. tz Bericht des Rammerprokurators Benjamin Leuber an den Rurfürsten. H.-St.-R. Noo. 0557, Lntleibungen im Marggraffthum Dberlaußitz, vol. II. 454 706 v. Salza und Lichtenau. seinen Eltern bestatten zu dürfen und aus ihr Ansuchen, ihnen die durch ihres Bruders Tod eröffnete Lehnsportion zu verleihen, erfolgte die Genehmigung des Kurfürsten am lO. April 1667 h. Markersdorf erhielt sein Bruder Lhristoph Friedrich (vergl. 5. 703). V. Elisabeth Eleonore v. 5., Tochter Hiobs d. I., vermählte sich am 4. Juli l64l mit Friedrich v. Hülsen, genannt Eicheln, aus Gruna rc. Sie starb am 25. April 1656 h. Friedrich v. Hülsen kaufte 1643 mit dem von seiner Gattin zugebrachten Ehegelde von seinem Schwiegervater Hiob d. I. v. S. zwei Bauer zu Markersdorfh. II. Ast. Jacob v. S., geboren im Jahre 1526, der vierte Sohn des Matthias, war kaiserlicher Rat, Landeshauptmann der Niederlausitz und seit dem Jahre 1582h Amtshauptmann des Görlitzer Kreises. Er besaß Heidersdorf und Dber-Nicolausdorf (>V8^V von Lauban) und stiftete die Nebenlinie heidersdors. Auf Heidersdorf starb er am 11. März 1589 h. vermählt war erh: I. mit Eatharina v. Gersdorss a. d. h. Dürrhennersdorf, die ihm dreizehn Kinder schenkte; II. mit Sabina v. Nostitz a. d. h. Neundors, von der er eine Tochter hatte. Seine zweite Gattin, die in erster Ehe mit Balthasar v. haugwitz verheiratet gewesen war, ließ Jacob v. S. am 20. August 1579 auf heidersdors verleibgedingen h. von Jacobs Söhnen seien erwähnt (I —V): I. Matthias (Matthäus), geboren am 5. Februar 1552, Herr aus Nicolausdorf, begab sich in Kriegsdienste, führte 150 Gberlausitzische Reiter im Jahre 1596 nach Ungarn und blieb vor Großwardein h. von Lhristoph v. Gersdorff und dessen Brüdern kaufte er das Gut Guhra (OblO vom Kloster St. Marienstern) und erhielt es am 13. Oktober 1606 1) In dem Erlaß des Kurfürsten an den Landvogt in dieser Nngelegenheit heißt es . . . „wann wir dann aus bewegenden Ursachen, iedoch daß ihrem gethanen unterthenigsten Lrbiethen gemeß es ohne sonderbares Gepränge geschehe, auch keine frembde oder sonst viel Personen, sondern nur die nechsten verwandten darzu eingeladen werden, die ssprrltur zu gestatten gemeinet, auch die unterthänigst gebetene Belehnung aus Gnaden bewilliget, als ist unser gnedigstes Begehren, ihr wollet des Begräbnis halber die Gebrüder v. Salza dessen also bescheiden". . . H.-St.-N. Boo. 9547, Vas vierdte Buch Dberlaus. Lehnssachen 1666 — 81, Zol. 42. 2) Nachrichten über Gruna. INspt. V. 28, klrchiv der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. h Diese wurden 1655 in Erb- und weiberlehn, 1668 in Spill- und Kunkel-Lehn verwandelt. H.-St.-N. voo. 9547, Drittes Buch rc., S. 56; voo. 9547, Vas fünfte Buch -c., S. 278; Boe. 9547, Var sechste Buch ,c., S. 154. h Großer a. a. aw,1870, S.109. h H>- 5 t.- 6 . Boa. 9549, Vas 15. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1695 — 1704, Fol. 47. 714 v. Schachmann. Vettern, auch Herr Vätern, des Marggrasen zu Vareuth Lbd. völligen Pardon und Landes-Sicherung ertheilet" h. Maximilian Ernst d. I. starb am 10. Januar 1704. Er war vermählt mit Maria Sidonia v. pentzig. Sie starb nach Ausweis ihres an der Außenmauer der Seidenberger Kirche befindlichen Epitaphs im Alter von 34 I. 24 W. am 11. Juli 1704, nachdem vier Tage vor ihr ihr neugeborenes Söhnchen Maximilian Ernst posttivinus, dreizehn Stunden alt, verschieden war. Laspar Ernst, * 13. November 1656, ein älterer Bruder des vorigen, trat in Militärdienste, wurde Leutnant und kaufte im Jahre 1691 von Frau Agneta Juliana „Mermettin" (v. Mermeth), geb. „Gppeln" das Gütchen Nicolausdorf (^V8^V von Lauban). Zu Michaelis 1692 verkaufte er es wieder. Wappen: Das in der Kirche zu Neichenbach an einem Epitaph und an der Kanzel angebrachte Wappen zeigt einen Schild geteilt von Silber und Schwarz, oben ohne Bild, unten eine goldene Eule. Helm- Kleinod: Schwarzer offener Flug, auf jedem Flügel die goldene Lule. v. Schachmann. Aus Danzig, wo im Arturhofe noch ihr Wappen zu sehen ist, kam die Familie Schachmann nach Schlesien und saß von 1557 bis 1586 im Breslauer Nat^). Jacob S. d. A., Ältester des Nats zu Breslau, vermählte sich am Montag nach Trinitatis 1571 (11. Juni) mit Jungfrau Anna, Tochter weiland Joachim Frentzels aus Königshain^), Pflegetochter und Mündel Pauls v. Liedlau, Adam Nehdingers und Peter Frentzels. Diese luden den Görlitzer Nat am 28. April 1571 zur Hochzeit einh. Joachim Frentzel, gestorben am 13. Dezember 1565, hatte ein Jahr vor seinem Tode seine zahlreichen Erbgüter unter seine Kinder verteilt; an seine Tochter Anna waren dabei hermsdors (080 von Görlitz) und Girbigsdorf (M von Görlitz) gefallen^). Nach dem Tode Peter Frentzels, eines Bruders der Frau Anna v. S., fiel an sie noch das halbe Gut Markersdorf (>V von Görlitz). Mit diesem neuen Besitze wurde ihr Gatte Jacob S. d. A. „zu hermanßdorfs undt des Nadts zu Breßlaw" am Sonnabend nach Trinitatis 1573 f23. Mais belehnt"). Jacob S. d. A. hinterließ vier Söhne: Johannes, Joachim, Lucas und Taspar. Diese, sowie Paul v. Liedlau auf Schönberg und Königshain und Adam Nehdinger aus Schönbrunn (beides Schwiegersöhne Joachim Frentzels), wurden, Wurzen den 25. Mai 1587, mit dem Vischoss- tz Gen. 1.06.31793, Sander. Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift, 42. Bericht, 1879, S. 400. tz Kaiser Karl V. hatte Joachim Frentzel, Speyer den 19. Illai 1544, in den Udelsstand erhoben, verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II. Bd., S. 162. . tz Manuskript der Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, B. I. 30, I. Teil, S. 475. '>) vergl. Fritsch, Ulte Görlitzer Geschlechter s1891s, S. 19. kf'-§t.-U. Uoo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen -c., 1572-84, Fol. 2. v. Schachmann. 715 zehnt zu Xunnersdorf (blblO von Görlitz), je zwei Malter Korn und Hafer jährlich, belehnt. von Taspar hören wir nichts mehr. Die übrigen drei Brüder Johannes, Joachim und Lucas erhielten am 23. September 1604 einen Lehnbries über die Güter ihrer Mutter: hermsdors, das zugehörige Stück Markersdorf und Girbigsdorffl. Wenige Jahre später fand eine Teilung statt: Ls überreichten nämlich am 22. Mai 1609 Hans und Joachim ihrem Bruder Lucas das Gut Hermsdorf, ferner Hans und Lucas ihrem Bruder Joachim das Gut Girbigsdorfs. Dieser Joachim besaß später Xöslitz (8 von Görlitz) und erhielt zu Michaelis 1617 Amtsgunst auf die Güter Schönberg, Ober- und Nieder-Halbendors wegen einer Summe von 4000 Talern, die er aus halbjährige Bussage seinem Anverwandten Wilhelm v. Liedlau vorgestreckt hatte"). Joachims Sohn Jacob d. I. v. S. aus Xöslitz, Xunnersdorf, Girbigsdorf beteiligte sich an der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen am 16./26. Juli 1657h. Er starb am 13. Mai 1672 mit Hinterlassung der Witwe Anna Sophia geb. v. haberland („haserland") und einer einzigen Tochter Anna Dorothea, die sich mit Franz Tarl v. Schachmann (siehe unten S. 717) vermählte. Der an dritter Stelle genannte Sohn Jacobs d. K.: Lucas v. 2. auf hermsdors vermählte sich mit Susanns geb. Pförtner v. d. Hölle und ließ sie am 22. Mai 1609 aus Hermsdorf verleibgedingenh. Sie starb am 22. August 1634°). von Lucas' Kindern kennen wir drei, zwei Töchter und einen Sohn (I —III): I. Marianne (Marie), gestorben am 4. November 1655 im Alter von 35 Jahren weniger 10 Wochen als erste Gattin Hans Georgs v. Nostitz aus Ouolsdors. II. Anna Susann«, eine andere Tochter Lucas', wurde die zweite Gattin Laspars v. Nostitz a. d. h. Tormersdors, auf Bellmannsdors. III. Trust Moritz, der Sohn Lucas', pflanzte den Stamm fort. Geboren am 24. Dezember 1615, starb er am 22. August 1681, nachdem ihm seine Gattin Susann« geb. v. Nostitz a. d. h. Ouolsdors drei Tage zuvor im Tode vorangegangen war'). Ernst Moritz besaß das väterliche Gut Hermsdorf, ferner Mittel-Sohra (KMO von Görlitz) und Xönigshain (I4M von Görlitz). Letzteres Gut, das er im Jahre 1660 von den Gevettern v. Liedlau käuflich erworben hatte"), blieb im Besitze des Geschlechts v. S. bis zu dessen Aussterben. 0 fl.-5t.-N. Noo. 0545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Dber- lausitz äs uo 1604 — 47, Lol. 12. 2) fl.-5t.-N. Noo. 0545, verzeichnüss der Lehen -c., Lol. 74b. fl Ebenda, Lol. 353 b. fl Gberlaus. Nachlese 1771, 5. 345-347. Daselbst wird er als Leutnant bezeichnet. fl IH.-5t.-N. L,oo. 0545, verzeichnüss der Lehen ic., Lol. 75 b. fl vergl. die Nhnentafel zu 1b Nhnen Caspar Gottliebs v. Nostitz im Ztieber- INuseum zu Bautzen. fl Kloß, Genealog. Nachrichten, Nlspt. Bd. XV, v. 5chachmann. fl Christian 5amuel Lchmidt, Beschreibung von liönigshain, 1707, 5. 36—37. 716 v. 5chachmann. Nls Herr auf Lohra beteiligte sich Ernst Moritz an der dem Kurfürsten Johann Georg II. geleisteten Huldigung des Dberlausitzischen angesessenen Ndels am 16./26. Juli 1657 in Bautzen h. Folgende fünf Kinder Ernst Moritzens v. 5. sind uns bekannt: 1. Helena Sophia, vermählte sich am 22. Mai 1680 mit Hans Laspar v. Nostitz aus Nrnsdors, vöbschütz, Dittmannsdorf als dessen erste Gattin und starb am 14. November 1687. 2. Ndolph Ernst"), geboren zu Görlitz am 24. Januar 1642, ging 1657 an den Hof eines polnischen Magnaten, dann nach Baden- Durlach, wo er bis 1662 blieb. 1663 begab er sich nach Venedig, Nom, Neapel, Frankreich, Gens, trat dann in kaiserliche, daraus in markgräf- lich Bayreuth sche, später in kursächsische Dienste und avancierte bis zum Generalmajor. Mit dem Bischosszehnten in Kunnersdorf wurde er am 18. Mai 1682, dann 1692, 1695 belehnth. Leine beiden jüngeren Brüder Hans Laspar Ferdinand und Franz Earl überließen ihm das Gut Königshain für 17370 Taler und am 12. Mai 1689 wurde er mit diesem Gute belehnth. Nm 14. Dktober 1718 wurde Ndolph Ernst das weiland Tarl Magnus v. Nechtritz gehörig gewesene Gut Dber- Linda (88M von Lauban) für 17100 Ntlr. adjudiziert. Ndolph Ernst starb zu Königshain nach einer kurzen Niederlage am Sonnabend vor Palmarum 1728 j20. Märzj im 87. Lebensjahr und wurde daselbst am Karfreitag j26. Märzj bestattet; die Funeralien fanden statt am Tage vor Himmelfahrt s5. Maij. Im Dezember 1666 hatte Ndolph Ernst v. S. den Nbraham Ernst v. Salza durch einen Pistolenschuß entleibt^). vermählt war Ndolph Ernst seit dem 24. Februar 1686 in kinderloser Ehe mit Nnna Sibylla v. Vünau, geboren zu Pillnitz am 18. Mai 1643, gestorben zu Königshain am 17. Januar 1703, Tochter Günthers v. B. auf Pillnitz und Witwe Hans Heinrichs v. Nohr auf Elsterwerda 6). Sn seinem Testament vom 19. Dezember 1721 bestimmte Ndolph Ernst Königshain nebst pertinentien zu einem Schachmann-hermsdorf- schen Familien-Fideikommiß und Majoratsgut eurn annexo jure primo- Aeniturae. Ober-Linda solle an seines Bruders Franz Earl v. S. auf hermsdors „anderen" Sohn, Ernst Moritz v. S. fallen (vergl. S. 718). 3. Hans Taspar Ferdinand. Über ihn fehlen alle genauen Nachrichten h. tz Gberlaus. Nachlese 1771, S. Z45-Z47. h vergl. Xnaleota Laxoniea 1766, 5. 75 ff., bes. 5. 78 ff. h Lehnbriefe des Rittergutsarchivs zu Rönigshain, regestiert von Jecht. h Ebenda. h ks. - 5t. - R. Boo. 9547, Vas vierdte Buch Dberlaus. Lehnssachen 1666 — 81,5. 42. °) 5inapius, 5chlesische Luriositäten, II. Band, 1728, 5. 952; Kloß a. a. D. Bd. XV, v. 5chachmann. tz vielleicht ist er es, vielleicht auch der unter 4. aufgeführte Ferdinand Moritz v. 5., der in kjohnstein inhaftiert war. Ernst Moritz v. 5. auf Rönigshain schreibt am 27. Rugust 1680 an den Rurfürsten, dankt ihm, daß er seinem 5ohn, dem Rapitän- leutnant, jährlich ein Gnadengeld bewilligt und bittet um fernere Gewährung desselben. v. Schachmann. 717 4. Ferdinand Moritz. Er kaufte von seinem Vater einen Teil des Stückgutes Mittel-Sohra und bat am 1. Dezember 1679 den Amtshauptmann, es ihm zu verreichen. Ferdinand Moritz starb am 12. März 1695 und hinterließ sechs unerzogene Kinder: Susanna Eleonore, Ernst Moritz Gottlob, Dorothea Hedwig, Lharlotte Sophiah, Ferdinand Adolph und Magdalena Tugendreich. Diese kamen unter Vormundschaft ihres Oheims, des kurfürstlich Sächsischen Obersten zu Koß Adolph Lrnsts v. S. auf Königshain. Er verkaufte als ihr Vormund Mittel-Sohra am 1. Juni 1695 an Lhristoph Gottlob v. Kutt. 6. Franz Tarl. Er besuchte im Jahre 1664 die prima des Zittauer Gymnasiums^). Er war Herr aus hermsdors und erwarb 1679 von seiner gleich zu erwähnenden ersten Gattin deren Güter Kunnersdors und Liebstein von Görlitz). Er kaufte ferner am 30. Dezember 1693 von den Gebrüdern Joachim Siegmund und Heinrich Anshelm d. I. v. Ziegler und Klipphausen das Lehngut Nieder- Linda (8^V von Lauban) nebst einem kleinen Gütlein daselbst. Kunnersdors veräußerte er 1706 seinem Sohn Franz Adolph, Nieder- Linda 1719 seinem anderen Sohn Ernst Moritz. Franz Tarl, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kat und Landesältester des Görlitzer Kreises, starb am 29. Februar 1720^). Vermählt hatte er sich: l. mit Anna Dorothea v. Schachmann, der einzigen Tochter Jacobs d. I. v. S. aus Köslitz, Kunnersdors und Girbigsdorf (vergl. S. 715). Sie überließ ihrem Gatten ihr väterliches Gut Kunn ers- dorf, ebenso auch Liebstein; II. mit Katharina Elisabeth v. Spiller a. d. h. Mittel-Linda, die gleich ihrem Gatten im Jahre 1720 starbh. Franz Tarl hatte folgende Kinder (a-ct; ob die Reihenfolge chronologisch richtig, steht dahin): a. Anna Dorothea, vermählt mit Hieronymus Thristoph v. Gablenz auf Spree. Sie starb am 9. November 1713^). b. Franz Adolph, kaufte von seinem Vater im Jahre 1706 das Erbgut Kunnersdors für 15000 Ktlr. und starb zu hermsdors als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr am 23. Februar 1719. vermählt war er mit Johanna Eleonore v. Schönberg a. d. h. psaffroda und hinterließ zwei unmündige Kinder: Tr berichtet, „daß gedachter mein Sohn zum Hohenstein, alwo er wegen seines turbirten Gemüthes, so ihme durch großen Kummer und von außgestandenen unbeschreiblichen Schmertzen deß gehabten Beinbruchs halber, da ihme die Schenckel wegen übeler Heylung zwsymahl wieder gebrochen werden müssen und er fast ohne Schlaff gantzer 4 Wochen zugebracht, zugestoßen, annoch in Nrrest gehalten wird". H.-St.-5l. Gen. Loe. ZI793, Schachmann. H Vas Grabdenkmal der Lharlotte Sophia v. S., geboren 1689, befindet sich auf dem Taucherkirchhof in Bautzen. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königr. Sachsen, 33. Heft, S. 164. 2) Th. Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1783, S. ZS. h IN. Lindner, Grts- unb kirchengeschichtliche Nachrichten aus der parochie Linda fI890f, S. SS. H Ebenda. h v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, IV. Teil, 1792, S. 55. 718 v. Schachmann. «. Johanna Eleonore, geboren am l. Januar 1714, getauft am 2. d?Mts.,"gestorben am 16. November 1772, vermählt mit dem am 2. Juni 1767 verstorbenen königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kammerherrn Joachim Philipp v. Süstedt*). Sie erbte von ihrem Bruder Franz Ernst (ff 29. Januar 1740) das Gut Kunnersdorf und Mittel-Königshain. Franz Ernst, geboren am 12. Februar 1717, getauft „bald darauf'"), erhielt zugleich mit seiner unter «. genannten Schwester am 25. November 1719 einen Indultschein wegen des Erbgutes Kunners- dorf. Er trat in kursächsische Dienste und erhielt, nachdem er 37 Monate als Kornett bei den Karabiniers und 28 Monate als Rittmeister bei dem Bestenborstelschen Regiment Kürassiere gedient, am 18. März 1738 krankheitshalber als Rittmeister seinen Abschieds. In dem Erb- und Separationsrezeß, 6 ä. Königshain 11. Oktober 1734, trat ihm seine Schwester das väterliche Gut Kunnersdorf für 23000 Taler ab. Rm 13. Dezember 1736 wurde er mit dem Majoratsgut Königshain sowie mit dem Gute Mittel-Königshain, das er am 26. März 1736 von Larl Benjamin Kölbing erkauft hatte, belehnt. Franz Ernst starb unvermählt am 29. Januar 1740 zu Dresden auf der kleinen Vrüdergasse im Rlter von 23 Jahren an „voinieu pulmonum" und wurde am 2. Februar in Kunnersdorf begraben. Kunnersdorf fiel an seine Schwester Frau Johanna Eleonore v. Gustedt. e. Johanna Sophia (ul. Susanna Sophia), vermählt mit Maximilian v. Mauschwitz auf vätzdorf bei Bolkenhain. cl. Ernst Moritz, königlich Großbritanischer Hauptmann, dann königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Major bei den reitenden Trabanten, kaufte von seinem Vater das Gut Nieder-Linda zu Michaelis 1719 für 20000 Taler und erbte von seinem Oheim Rdolph Ernst v. S. (vergl. S. 716) das Gut Dber-Linda; über letzteres erhielt er am 15. Dezember 1728 den Erbbrief. Er verkaufte Nieder-Linda am 26. Februar 1734 an Joachim Siegmund v. Ziegler und Klipphausen. Nach dem Tode seines Neffen Franz Ernst v. 5. (ff 29. Januar 1740) wurde Ernst Moritz zufolge des vom Generalmajor Rdolph Ernst v. S. errichteten Testaments (vergl. S.716) mit dem Majoratsgute Königshain am 21. Oktober 1740 belehnt. Rm 29. November 1752 starb Ernst Moritz h. vermählt war er mit Sophia Magdalena geb. Freiin v. Nostitz, Tochter Otto Siegmunds Freiherrn v. N. aus Laasans. Sie starb zu Herrendyk in Holland am 19. März 1740 und wurde in der Hauptkirche zu psselstein bestattet°). Ernst Moritz hatte folgende Kinder (1—2): 1. Susanna Sophia, getauft am 19. Dezember 1720, gestorben y Laus. Magazin 1772, s. 350: 1773, s. 4Y. 2) Sein und seiner Schwester Geburtsdatum nach Attesten des Superintendenten Lehmann zu Zrepberg in den Uunnersdorfer Lehnsakten, s) ff -5t.-6. Gen. L>oe. 31793, Schachmann, h Lhr. Sam. Schmidt a. a. D. S. 36-37. b) Sinapius a. a. G. II, S. 163. °) Laus. Magazin 1789, S. 35. v. Schachmann. 719 zu Herrnhut 1784. Sie wurde am 19. Dezember 1742 belehnt mit der Halste des Gutes Hermsdors, das ihr und ihrem Bruder nach dem Tode ihrer Mutter zugesallen war. 2. Tarl Adolph GottlobH, geboren zu Hermsdors am 28., getauft am 30. November 1725, wurde in der Brüdergemeine erzogen^), unternahm Neisen durch Deutschland, Holland, Frankreich, England, Dänemark und Schweden. Cr war ein hervorragender Kunstfreund und Kunstkenner, der selbst in Gel malte und radierte, ein guter Numismatiker, ein Verfasser anerkennenswerter naturwissenschaftlicher Abhandlungen und besaß eine ausgewählte Bibliothek und Kupferstichsammlung. Mit Adolph Traugott v. Gersdorsf und vr. Karl Gottlob Anton war er der Gründer der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und von ihm, dem Künstler und zugleich Gelehrten, rührt das schöne Symbol der Gesellschaft her, ein blühender Grangenzweig mit zwei Früchten ^). Er starb zu Herrnhut am 28. Januar 1789 und wurde am 4. Februar daselbst bestattetH, der letzte seines Geschlechts. vermählt hatte er sich: I. zu Marienborn in der Wetterau am 25. Februar 1748 mit Nosina Salome v. Sassau, geboren zu Stuttgart am 17. März 1725, gestorben an der Auszehrung zu Herrnhut am 10. Mai 1751 ^)s II. am 28. November 1763 mit Antoinette Sophia Emilia v. Damnitz, geboren zu Rudolstadt am 26. August 1732, gestorben zu Herrnhut am 10. Gktober 1798, begraben daselbst, Tochter Hans Hermanns v. D. auf Guttau rc.°). Beide Ehen waren kinderlos. Was den Güterbesitz Tarl Adolph Gottlobs anbetrifft, so verkaufte sein Vater ihm und seiner Schwester Susanna Sophia das Gut Gber- Linda am 5. August 1734 für 16 500 Ntlr. Mündig geworden, erhielt er von dieser seiner Schwester die ihr zustehende Hälfte abgetreten,- am 10. April 1747 wurde ihm der Erbbrief über das ganze Gut Gber- Linda ausgefertigt. Mit Königshain wurde er nach seines Vaters Tode (f 29. November 1752) am 22. August 1753, mit Mittel-Königshain, das er von den Erben der Frau Johanna Eleonore v. Gustedt, geb. v. Schachmann, erworben hatte, am 17. Januar 1774 belehnt. Frau Antoinette Sophia Emilia wurde nach ihres Gatten Tode seine Erbin. Gber-Linda verkaufte sie ihrem Neffen Tarl Heinrich H vergl. Denkschrift auf ihn in der Laus. Monatsschrift 1793, I, 5. 200 ff., 257 ff.: ferner Laus. Magazin 1789, 5. 56, 132: Vtto, Lexikon der Dberlaus. Schriftsteller und Künstler, III. Band, 1803, 5. 125: lernst wotisl. wilh. v. wobesers, Nsmorias viri Asnsrosissirni dsroli ^.clolpUi a Lokaoünran saorum: Allgemeine Deutsche Biographie, XXX, 5. 482. -tz Zeitschrift für Brüdergeschichte, II. Jahrgang (1908) Heft 2, 5. 57, 59, 62. ») Neues Laus. Mag. Bd. 11, S. 227. H Lein Grabstein befindet sich noch auf dem Gottesacker zu Herrnhut. Im herrschaftlichen Garten zu Königshain befindet sich ein von seiner zweiten Gattin ihm errichtetes, von einer Urne gekröntes Denkmal, gewidmet „dem letzten der Ldlen von Lchachmann, einem Menschenfreunde und Vater seiner Unterthanen". Ghr. Lam. Schmidt a. a. V. S. 42 — 43. H Sie verfaßte einige geistliche Gesänge. Gtto a. a. . II, S. 67-69: Lin kleines Fräulein v. Schack starb in Radibor am 5. September 1761 und wurde in Neschwitz begraben, pfarr- archiv Radibor. 46 * 724 v. 5chall-Niaucour. rat und Gesandten am kursächsischen Hose. Da Graf Andreas v. Niaucour aus seiner Ehe mit Henriette Louise geb. Freiin v. Wrede nur zwei Töchter, keine Söhne hinterlassen hatte, so trat mit seinem Todestage die von ihm in seiner Majorats- und Fideikommißstistung vom 28. Juni l770 getroffene Bestimmung in Kraft, wonach die ältere Tochter Henriette im Besitz der Sächsischen und (Oberlausitzischen Güter sukzedierte und ihr Gatte den Namen und das Wappen des Stifters mit anzunehmen und zu führen hatte. Henriette Gräfin v. Schall-Riaucour wurde sonach nach ihres Vaters Tode (ff 28. (Oktober l794) im (Oktober 1795 belehnt mit den Gütern Brösa, Lrostau, Golenz, Gaußig, viehmen, vrausch- kowitz, Medewitz, Nodewitz, Guttau, Wartha, Fleißig, Neudörfel, putzkau, Malschwitz, Gleina, und Zubehörungen, sämtlich in der Nmtshauptmannschaft Bautzen gelegen, ferner mit der Guttauischen Heide bei Zimpel im Kreise Nothenburg. Sie starb in Dresden am 18. Juni 1831, ihr Gatte am 13. März 1832 in parish. Ihr einziger Sohn, der Majoratsherr Neichsgras Tarl August Andreas v. Sch.-N., geboren zu Dresden am 27. (Oktober 1793, gestorben daselbst am 31. Dezember 1869, vermählte sich zu Sünching am 4. September 1828 mit Amalia Taecilia Maria geb. Neichsgräfin v. Seinsheim-Sünching, geboren zu München am 22. November 1808, gestorben zu Dresden am 17. Februar 1845. Tr hinterließ vier Töchter und drei Söhne. Der älteste Sohn Tarl Borromäus August Andreas Michael Hermann Tlemens Graf v. Sch.-N., königlich Sächsischer Kammerherr, geboren zu Gaußig am 29. September 1834, wurde Majoratserbe. Sein Vater hatte ihm bereits im Jahre 1856 das Gut Medewitz zum stiftungsmäßigen fideikommissarischen Besitz abgetreten laut Abtretungsund Agnitionsurkunde vom 16. August 1836. Graf Tarl Borromäus starb zu Gaußig am 20. Dezember 1889 und wurde in Gaußig bestattet. In erster The hatte er sich vermählt zu Dresden am 20. März 1878 mit Hermine geb. Freiin v. Palm, geboren am 1. August 1847, die am 5. März 1879 zu Gaußig kinderlos stärkt); seine zweite ihn überlebende Gattin ist Maria geb. Neichsfreiin v. Fürstenberg, geboren zu Muffendorf am 25. November 1852. Am 5. Juli 1881 fand zu Muffendorf die Vermählung statt. Jetziger Majoratsherr ist Adam Ferdinand Tarl Borromäus (Otto Joseph Maria Graf v. Sch.-N., geboren zu Gaußig am 28. Juli 1883, vermählt zu Prag am 30. September 1907 mit Maria Nosa Prinzessin v. Lobkowitz. Wappen: Schild gespalten, vorn das gräflich Schallsche Wappen: in Blau zwei rot-silbern geschachte Sparren, hinten das gräflich Niaucour- sche: geteilt von Gold und Blau, oben drei (2, 1) rote Rosen, unten zwei silberne Cjuerströme. vier gräflich gekrönte Helme: I. mit blau- tz Neue Lächsische Nirchengalerie, Oiöcese Bautzen, 5p. 88. h Gothaisches Gräfliches Taschenbuch 1YI2. v. Scheibner. 726 rot-silberner Decke, ein offener Flug in Farbe und Zeichnung des vorderen Feldes (v. Schall); II. mit rechts rot-goldener, links blau-silberner Decke, ein goldener Flügel mit drei (2, l) roten Rosen; III. mit rechts rotgoldener, links blau-silberner Decke, drei Straußenfedern gold-rot-golden; IV. mit blau-rot-silberner Decke, ein blauer Flügel, belegt mit den zwei silbernen Ouerslrömen. Schildhalter: Zwei vorwärts sehende goldene Löwen mit niedergeschlagenen Schweifen, auf silberner Konsole. Siehe auch v. Riaucour, Grasen. v. Scheibner. Christian Friedrich Scheibner wurde als Sohn des Kaufmanns Christian Friedrich Scheibner H in Chemnitz in Sachsen am 3. Oktober 1744 geboren, erhielt zunächst den Unterricht von Hauslehrern, besuchte dann die öffentliche Schule, studierte von 1760 bis 1766 in Halle und Leipzig, wurde am 16. Juni 1765 in Wittenberg Magister, habilitierte sich und fungierte als Assessor oräinarius der philosophischen Fakultät. 1771 wurde er einstimmig zum Pastor von Friedeberg am Oueis erwählt und trat, nachdem er in Breslau am 26. Juli ordiniert worden, am 26. Uugust sein Rmt an. Um 29. November/28. Dezember 1787 kaufte er die Rittergüter Ober- und Nieder - Beerberg (8 von Lauban, am rechten Oueisuser) von Johann George Freiherrn v. Hohberg und verkaufte sie wieder am 7. Rugust 1800 an Johann Carl Gottlob v. Nostitz für 78 000 Rtlr. 1793 hatte er sein geistliches Rmt in Friedeberg resigniert und von seinem Nachfolger eine Pension von 100 Rtlr. erhalten. Cr wurde nun Feuerbürgermeister (Zeugleutnant der Feuerwehr) in Gottesberg und starb in Landeshut in Schlesien in ärmlichen Verhältnissen am 10. Januar 1813 im Rlter von 68 I. 3 M. 7 T.; am 14. d. M. wurde er aus dem alten Friedhof daselbst beerdigt^), vermählt war er mit Johanna Lhristiana geb. Müller. Sein gleichnamiger Sohn, Christian Friedrich d. I. v. S., geboren zu Friedeberg am 16. Januar 1774, getauft am 17. d. M?), kaufte am 29. März 1798 von Joachim Crnst v. Maltitz die Rittergüter Niederes In seinem an den Kurfürsten von Lachsen als Reichrvikar gerichteten Gesuch um Erhebung in den Adelsstand, Gber-Beerberg den 2. August 1790, schreibt Christian Friedrich von seinem gleichnamigen Vater, er „war ein Kaufmann und besaß zu Lhemniz im Gebürgischen Lreise eine ansehnliche Handlung. Cr starb im Jahre 1785 und er hatte den Nachruhm eines treuen Unterthans und eines rechtschaffenen Mannes, der sich mit Thätigkeit beflissen, dem Ltaate und seinen Mitbürgern durch den Vertrieb Sächsischer Maaren nüzlich zu sepn, sich erworben". H.-St.-A. Noe. 3128, Acta Neichs-Vicariats-Sachen, Oratiosa, ac> 1790 — 91, vol. IV, Fol. 43. 2) Joh. Heinrich Georgp, Kurzer versuch einer Kirchengeschichte von Friedeberg am Csveis sl79Is, S. 37-38 enthält biographische Nachrichten über ihn. - weitere Mitteilungen verdanken wir den Pfarrämtern zu Friedeberg a. lflu. und Landeshut in Schlesien. tz Freundliche Mitteilung des Pfarramts zu Friedeberg. Paten waren u. a. Johann Christoph Müller, Neä. vr. und Praktikus in Marklissa, ferner Christian Friedrich Scheibner, Kauf- und Handelsmann in Chemnitz, wohl die Großväter des Täuflings. 726 v. Schellendorff. horka und Uhsmannsdorf (ersteres 8>v, letzteres von Rothenburg) samt Anteil an dem benachbarten Spreehammer für 70000 Rtlr. und 100 Stück Kaiserdukaten Schlüsselgeld,- am 8. August 1798 erhielt er den Lehnbries. Die Güter gelangten zum zwangsweisen verkauf und es erstand sie am l4. Juli l801 vr. Karl Gottlob Anton. — Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen als Reichsvikar erhob, Dresden den ll. September l790, den N. Christian Friedrich Scheibner, der berichtet hatte . . . „wie er in Unfern Landen, wo sein Vater zu Chemnitz eine ansehnliche Handlung besessen habe, geboren,- jetzt aber in Schlesien mit zwepen Rittergüthern Ober- und Nieder-Beerberg ansässig sei) und zur Erweiterung seines und seiner Nachkommen Glücks die Erhebung in den Adelstand wünsche" ... in des heiligen Römischen Reichs Adelsstand und verlieh ihm folgendes Wappen . . . „einen in vier gleiche Theile getheilten oder quadrirten Schild, in dessen vorderm obern und hinterm untern blau oder lasurfarbenen Felde ein goldenes Maltheser Kreuz, im vordem untern rothen Felde drei) silberne rechtsschräge Balcken, im hintern obern goldenen Felde aber ein grünes mit Blumen gefülltes Füllhorn erscheinet. Auf dem Schilde ruhet ein frei; offener, rechts gekehrter, blau angelausener, rothgefütterter, mit goldenem Kleinod und rechts mit von Gold und Blau, links von Silber und Roth vermischt herabhangenden Decken gezierter, goldgekrönter adelicher Turniershelm, über dessen Krone das goldene lNaltheserkreuz zwischen einem ausgebreiteten schwarzen Adlerfluge schwebet".. h. Abbildung des Wappens in Tpross, wappenbuch der Sächsischen Staaten, V. Band, 1857, Taf. 76. Am l7. INärz 1796 erhielt Christian Friedrich v. 5. aus Beerberg auch den preußischen Adel mit demselben Wappen, das er bereits vom kursächsischen Reichsvikar empfangen Haltes. — Das Geschlecht blüht. v. Schellendorff, auch Freiherren. Das Schlesische Geschlecht v. Schellendorsf war namentlich im Kreise Goldberg-haynau verbreitet; eine südlich von haynau gelegene Ortschaft führt den Namen Schellendorsb). Im Jahre 1600 machten sich Angehörige des Geschlechts, wenn auch nur für ganz kurze Zeit, auch in der Gberlausitz ansässig: Ls kauften nämlich die Gebrüder Georg und Balthasar v. S. aus Göllschau bei hapnau im Jahre 1500 das Dorf Tschirne (bMO von Lauban)h, doch schon im folgenden Jahre am Dienstag nach Gculi 1501 s16. lNärzj trat Georg den Besitz für 1600 Ungarische Gulden an die Stadt Lauban ab^). Christoph v. S. und Adelsdorf, auf Saatz und Kunau im Sagan- tz Abschrift des Adelsdiploms in den Lehnsakten von Nieder-Horka. 2) Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Stander- Erhöhungen und Gnadenacte, 1875, 5. 62. s) E. wernicke, Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XIV (1886), S. 5l4. tz Ebenda, S. 517. 5) verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 56. v. Schellendorff. 727 schen, dem auch das Gberlausitzische Gut halbau (blO von Görlitz, an der Tschirne) gehörte, Römischer kaiserlicher Majestät Uriegsr.at, „des Landesbergischen Lundes bestallter Oberst über 1200 deutsche gerüstete Pferde" und Landeshauptmann der Grafschaft Glatz, kaufte am 25. September 1579 von seinem Schwager Caspar Burggrafen zu Dohna die Herrschaft Uönigsbrück sW von Uamenz) zugleich mit dem Dresdner Brückenzolls für 50 000 Taler. Er vergrößerte den Umfang der Herrschaft, indem er 1579 das Dorf Bulleritz (blO von Uönigsbrück) von Benno v. helwigsdors, 1580 das Gut Zeisholz und einen Teil von Cosel (beide bl von Uönigsbrück), 1581 Unteile von Iveißbach und Zietsch (beide bl von Uönigsbrück) hinzuerwarb h. Christoph v. S. starb am 11. Nugust 1583^). vermählt hatte er sich: I. zu Tzschocha am 7. Januar 1560 mit Jungfrau Barbara, Tochter Hansens v. Nostitz auf Tzschocha; II. am 7. November 1575 mit Jungfrau Latharina, Tochter des verstorbenen Burggrafen Heinrich zu Dohna auf Massel („Masslau")h. Nus Christophs erster Che stammte folgender Sohn: Carolus Magnus v. S. Cr erbte die väterlichen Herrschaften und Güter Saatz, Uunau, Uönigsbrück, halbau — mit halbau wurde er vom Landvogt Hans Herrn v. Schleinitz am 22. Dezember 1593 be- lehnt^) — und war auch Herr der Herrschaft Ulitschdorf im heutigen Ureise Bunzlau. Uaiser Nudolph II. erhob ihn, Prag den 7. März 1602, in den Ireiherrnstand"). Cr gehörte zu den im Jahre 1619 gewählten „Defensoren" der Gberlausitzh. Nm 7. Juni desselben Jahres (1619) Unterzeichnete er mit das Lehnspaktum^). Nn den Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen richtete er am 1. Oktober 1620 die Bitte, er wolle ihn gleich anderen Landständen der Oberlausitz in seinen Schutz auf- und annehmen, Nlter und Schwachheit verhindere ihn, persönlich zu erscheinen o). Im Jahre 1621 starb Carolus Magnus. Vermählt war er mit Margaretha v. Schönfeldt a. d. h. Wachau^). Er hinterließ neben Töchtern, deren eine, Barbara, h Über den Brückenzoll zu Dresden siehe Larpzov, Ehren-Tempel der Ober- lausitz, 1719, II, S. 21 ff.; ferner Schiffner im Neuen Laus. Mag. Bd. 39, S. 230ff.i Rnothe in v. Webers Nrchiv für die Sächsische Geschichte, I. Bd., S. 425 ff-! über die Streitigkeiten Lhristophs v. S. und seines Sohnes Larolur Magnus mit dem Dresdner Rat wegen dieses Zolles, Ebenda, S. 435 ff. 2) Neue Sächsische Rirchengalerie, Oiöcese Ramenz, Sp. 361. 2) Sinapius, Schlesische Luriositäten, II. Teil, 1728, S. 430. Thristophs v. Sch. Bildnis, in Gel auf kjolz gemalt, befindet sich im Nrchiv des Schlosses zu Rönigsbrück. Gurlitt, Bau- und Runstdenkmäler Sachsens, 35 . kjeft, S. 359. 4) Vierteljahrsschrift für Mappen-, Siegel- und Zamilienkunde XXX (1902), S. 373, Nr. 223; S. 358, Nr. 52. '>) verzeichniß Oberlauf. Urkunden, II, S. 247. °) Ebenda, II, S. 260. h Räuffer, Nbriß der Oberlaus. Geschichte, IV. Teil, S. 153. ch Oberlauf. Lollections-Werk, I, S. 1055. ") kj.-St.-5I. Deneal. Boo. 31795, Schellendorff. w) Sinapius a. a. O. II, S. 430. In der Neuen Sächsischen Rirchengalerie, Diöcese Ramenz, Sp. 362 findet sich die irrtümliche Nngabe, Lhristoph v. S. habe 728 v. Schellendorff. sich mit Wolf v. ponickau auf Frankenthal vermählte, vier Zähne (I-IV): I. Christoph Frh. v. 5., wurde am d. September l62l zu seinem Anteil mit der Herrschaft Königsbrück belehnt. An dem nämlichen Tage empfing er vom Gberamtsverwalter Adolph v. Dersdorfs die Belehnung mit dem Dorfe halb au und dem Bauer zu Klix (8 von halbau)h. Am 8. Mai 1625 kam es zu einem brüderlichen vergleich und einer Teilung der Güter. Der Kaiser genehmigte nicht allein dieses Baetum suceessionis, sondern bestimmte auch am 4. März 1627, daß die Brüder und Vettern v. Z. in Zukunft wegen der gesamten Hand und des Lehnspaktums bei Absterben des regierenden Königs als obersten Lehnsherrn nicht bei den Ämtern im Lande absonderlich, sondern bei der Böhmischen hoskanzlei die Konfirmation suchen sollten,' und am 8. Mai 1631^): daß aus des obersten Lehnsherrn Todesfall durch solche vorhergehende Konfirmation den Bosssssoribus ihre verliehenen Lehen, gleich als den Mitbelehnten die simultuiwu, zugleich mit bestätigt seien und es weiter keiner absonderlichen Lehnssuchung bedürfen solle; jedoch wenn der eine oder der andere aus dem Geschlecht v. 5. ein Trb- oder erkauftes Lehn von neuem an sich brächte, so solle derselbe (und nicht zugleich die Mitbelehnten) die Lehn beim Amt zu suchen schuldig und befugt seinb). Nach dem Tode seiner beiden jüngsten Brüder Siegismund und Conrad (siehe unten Hl und IV Z. 734) fiel die gesamte Herrschaft Königsbrück an Christoph und seinen Bruder Wolf. Diese muteten nun wegen dieser Lehnsherrschaft die Lehn beim Kaiser und König als oberstem Lehnsherrn und erhielten aus der Böhmischen Hofkanzlei, nach Übergang der Gberlausitz in kursächsische Herrschaft auch vom Gberamt in Bautzen 1636 eine Lehnsrekognitiou über geschehene Mutung an der Herrschaft Königsbrück. 1638 erhielten die Gebrüder Christoph und lvolf den Lehnbrief über die Herrschaft Königsbrück. Christoph Frhr. v. Z. auf den Herrschaften Königsbrück und Klitschdorf, Zaatz, Kunau und halb au, Römischer kaiserlicher Majestät Rat, Kammerpräsident in Gber- und Rieder-Schlesien, Landeshauptmann des Fürstentums Sagau h, starb zu Breslau am 23. Juli 1647^). Cr 1614 von Kaiser Matthias nach erfolgtem päpstlichen Dispens die Genehmigung erhalten, seine Lchwägerin, die Witwe Caspars v. Rechenberg, Freiherrn zu Klitsch- dorf, Helena Freiin v. Zedlitz und Neukirch, zu ehelichen. Christoph war aber bereits 1583 gestorben. Ls könnte sich die Rngabe also nur auf Larolus Magnus, den Lohn Christophs, beziehen, der — die Richtigkeit der Rngabe vorausgesetzt — also zweimal vermählt war. 1) verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II, 5. 290. 2) Ebenda, II, S. 304. weitere kaiserliche und kurfürstliche Restätigungen des Schellendorffschen Sukzessionspaktums erfolgten in den Fahren 1637, 1638, 1658, 1659, 1670. verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II, S. 309, 310, 323, 324, 331. s) Lehnsakten Rönigsbrück. h Christoph Frhr. v. S. war neben vr. Felix Rüdinger angeblich als kaiserlicher Kommissar bei der Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs I. als Erbherrn im Dktober 1637 in Görlitz anwesend. Großer, Laus. Merckwürdigkeiten, 1714, I, L. 260, Rnm. o. h Sinapius a. a. D. II, S. 430. v. Schellendorff. 729 hatte, wie sein Bruder Wolf dem Kurfürsten meldete, „eine ziemblich große Schuldenlast verlassen". Christophs Witwe, Elisabeth Constantia geb. Freiin v. poetting, vermählte sich 1648 mit Gras Georg III. v. (Oppersdorfs i). II. Wolf Frhr. v. 5. erhielt neben seinen beiden damals gleichfalls noch unmündigen jüngeren Brüdern Siegismund und Conrad am y. September 1621 eine Lehnsmutungsrekognition wegen der Herrschaft Königsbrück. Nach dem Tode dieser beiden eben genannten Brüder und während der Abwesenheit seines älteren Bruders Christophs Frhrn. v. S., der sich in kaiserlichen Kammerdiensten in Breslau befand, hatte der Gberamtsverwalter Adolph v. Gersdorff, als auch Wolf Frhr. v. S. in kaiserlichen Kriegsdiensten außer Sandes war, am 10. Juni 1634 die Herrschaft Königsbrück eingenommen „mit vorgeben, daß männiglich zu seinen Rechten selbige bestes Fleißes versorget und in Acht genommen werden möge". Cr schaffte die Bedienten, Amtleute und Verwalter ab und ließ seinen verwandten Christoph v. Kalckreuth als Verwalter immittieren, der denn auch vom 10. Juni 1634 bis zum April 1637 die Verwaltung führte. Wolf Frhr. v. 5. verlangte nun im Fahre 1665 von den Erben Adolphs v. Gersdorff wegen angemaßter dreijähriger Administration der Herrschaft Königsbrück Rechnungsablage"). — Nach dem Absterben seines Bruders Christoph (ff 1647) erhielt Wolf am 13. März 1653 über die an ihn gestammte halbe Herrschaft Königs brück und perti- nentien den Lehnbriesb). Cr war nun außer aus Königsbrück auch Herr auf KlitschdorfH, Kunau, Saatz, Groß-Hartmannsdors, Halbau^). Mit den Halbauschen Gütern war Wolf am 13. Juli 1651 belehnt worden. Wegen des Gebiets seiner Zollgerechtigkeit hatte Wolf mehrfach Streitigkeiten mit seinen Nachbarn. So beschwerte er sich 1651 beim Kurfürsten, daß er aus die von seinen Nachbarn, den Adeligen des 1) Ebenda, II, S. 430. 2) 6-- 5 t--6- Den. Boa. 31795, Schellendorff. H Wolf Frhr. v. S. beschwerte sich 1655 beim Gberamtshauptmann, daß es in seinem Lehnbriefe heiße, er habe „ambtsgehorsamlich" um Erteilung des Lehnbriefes nachgesucht, während es bei ihm, der doch zum Herrenstande gehöre, heißen müsse: „besondern Fleißes bittende". Leknsakten Königsbrück. ff Rm 24. März 1653 erhielt er Rekognition wegen verhinderter Lehns- empfangung über die Herrschaft Wilschdorf. H „Frepherr von Schöllendorff" hatte sich erboten, sein Gut Königsbrück gegen die Böhmischen Güter der Frau klnna Elisabeth Lolonna zu vels, Gräfin zu „Lratzen", Scharfenstein zu vertauschen. Sie schreibt, Regensburg den 2. Januar 1654, an den Kurfürsten . . . „welchergestalt ich nun wegen der Religion und indem ich in meinem Gewissen nicht befinden kann, mich von der unveränderten Rugsburgischen Tonfession ab-, zu der papistischen Religion zu wenden, gezwungen bin, meine in dem Königreich Böhmen habende Güter, weiln mir auch allbereit unterschiedliche ernstliche Befehl zukommen, das Land zu räumen, zu verkaufen" . . ., so habe Frhr. v. Schellendorff sich zum Gütertausch erboten. Zunächst aber fragt sie beim Kurfürsten an, ob er geneigt sei, Königsbrück aus Mann- in Weiber- oder Kunkellehn zu verwandeln, da nur sie und ihre Tochter noch am Leben seien, während ihre leiblichen Brüder Johann Georg und Wolf Leonhard Lolonna Freiherren v. Bels ihr Leben in kurfürstlichen und Schwedischen Diensten geendet hätten. H.-St.-R. Koa. 9547, Drittes Buch Gber- laus. Lehnssachen, 1651—67, Fol. 68. — Der Gütertausch kam nicht zu Stande. 730 o. Schellendorff. Kuhländer Kreises, wider seine Zollgerechtigkeit zu Schwepnitz, Nohna und Dtterschütz (sämtlich zur Standesherrschaft königsbrück gehörig) im Gberamt erhobene Klage und ausgewirkte Inhibition mit seiner Gegennotdurst nicht gebührlich gehört worden, sondern ihm anbefohlen sei, anfänglich bei Strafe Ungehorsams, nachher bei Strafe von 100 Talern, die Zölle an jenen Orten einzustellen ft. Wolf hatte ferner Streitigkeiten mit Frau Ursula Margarethe v. Taubadel auf lDiednitz, geb. v. Schönberg, wegen des Zolls zu Dtterschütz, mit dem er und sein Vater belehnt worden seift. Wolf starb am 3. Mai 1666. vermählt war er seit dem Jahre 1643 mit Sophia Elisabeth, der 1622 geborenen Tochter Johann Georgs Ueichsgrasen v. Solms- Baruth und dessen Gattin Unna Maria Ueichsgräfin v. Lrbachft. von seinen Kindern sind bekannt zwei Töchter und zwei Söhne (1—4): 1. Sophia, vermählt mit Otto v. Hohberg aus Vuchwald. Die Tochter dieses Ehepaars, Fräulein Magdalena Sophie v. H. vermählte sich 1683 mit Johann lvols (Grafen) v. Frankenberg, Landeshauptmann des Fürstentums Glogau. Diesem wurde, nachdem im Jahre 1703 Maximilian Frhr. v. 5. ohne männliche Erben gestorben war (siehe unten 3), die Herrschaft Klitschdorf im Prozeßwege zuerkannt. Der Kaiser genehmigte, Wien den 4. Juli 1714 ft, daß dieser Johann lvols Gras v. Frankenberg und seine Nachkommen sich Grafen v. Frankenberg und Freiherren v. Schellendorff schreiben und beide Wappen vereinigen. 2. Unna Margarethe, vermählte sich mit Gustav Grasen v. Tolonnaft. Um l l. Upril 1662 fand die Ehestiftung statt. 3. Maximilian, geboren zu königsbrück am 13. Uugust 1645, erhielt zufolge testamentarischer Verfügung seines Vaters von dessen Dber- lausitzischen Besitzungen das Gut Haibau, den Schulzen mit freiem Schank (den die Erbherrschaft mit Bier verlegen mag), zwei Bauern zu klix, die Fischerei in der Tschirne, den Wehrzins aus der Holzmühle und der Saatzer Mühle, auch den Wehrgraben „zum Saatz", dann das Dörflein Birkenlache im Görlitzer Weichbilde. Um 21. Upril 1669 verwandelte ihm der Kurfürst das Gut Haibau und pertinentien in Erbe"). Nachdem sein Bruder Friedrich Magnus (siehe unten S. 734, 4.) am 8. Mai 1667 gestorben war, fiel ihm auch die Herrschaft königsbrück zu ft. Um . ft ft. - St. - 0. I.oe. 9520, Dberlaus. Justizsachen, vol. XIII. ft Frau v. Taubadel weigerte sich, als sie Mobilien aus lDiednitz in das Land Meißen durch Dtterschütz durchführte, Zoll zu entrichten. Um 9. Mai 1665 erging vom kurfürstlichen Gberamt zu Bautzen in dieser Ungelegenheit der Bescheid, lvolf Frhr. v. S. sei nicht befugt, von den Besitzern des Gutes lDiednitz einen Zoll zu fordern. H.-St.-U. Gen. Boe. 51795, Schellendorff. ft Hübner, Genealogische Tabellen, II. Teil, 1727, Taf. 400. ft v. voerr, Der Udel der Böhmischen Rronländer, 1900, S. 198. ft ft. Hübner a. a. D. III. Teil, 1728, Taf. 987. ft H.-St.-U. Boo. 9548, Vas 8. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen 1672 — 81, Lrb- verwandlungen, S. 71. ft klm Tage Lichtmeß 1671 s2. Februars bestätigte er die Urtikel der Büttner, Dlagner, Seiler, Glaser zu Uönigsbrück. verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, S. 552. v. Schellendorff. 731 8. März 1669 erhielt er den Erbverwandlungsbries über Königsbrück, Losei u. a. Güter H. Um 20. November 1668 erteilte ihm Kursürst Johann Georg II. „den goldenen Schlüssel und das praedikat Lammer- herr"2). Im Dezember 1672 gab ihm, der sich „zu allerunterthänigster Aufwartung" an den kaiserlichen Hof begeben wollte, der Kurfürst von Sachsen Empfehlungsschreiben an dm Fürsten Wenzel v. Lobkowitz und den Grafen v. Sambergs). Maximilian, der außer den genannten Dberlausitzischen Gütern auch die freie Erb- und Standesherrschaft Klitschdorf H, ferner Groß-Hart- mannsdors besaß, kaufte am 6. April 1684 von Hans Julius v. Vurkers- roda das Gut Grüngräbchen (IMO von Königsbrück) für 13 500 Taler Meißner Währung! am 30. Juni 1684 erhielt er den LehnbriesI. von Earl Ernst v. Goldstein erwarb Maximilian am 3./13. August 1696 das Lehn- und Rittergut Steinborn (IM^ von Königsbrück) nebst perti- nentien und der Emporkirche zu Krakau für 8200 Taler Meißner Währung (den Taler zu 24 guten Groschen, den Groschen zu 12 Pfennigen gerechnet) nebst 200 Talern an des Verkäufers Gattin zum sogenannten Herd- oder Schlüsselgeld bei wirklicher Einräumung und Übergabe des Gutes! am 12. Juni 1697 wurde Maximilian mit Steinborn belehnt"). Da er ohne Leibeserben war, so bat Maximilian den Kurfürsten ihm den vorritt zu gestatten. Am 13. August 1670 erteilte dieser ihm die Erlaubnis, und der Landvogt Eurt Neinicke v. Eallenberg bestimmte den 7. März 1671 neuen Kalenders zum vorritt. Nachdem er geschehen, berichtete der Landvogt dem Kurfürsten, daß Freiherr Maximilian v. S. . . . „zu selbiger Zeit aus Lw. Ehurfl. Durch!. Schloß allhier erschienen fseis und in seinem Küriss (den ich vorher mit einem Pistolen - Schuß probiretH und tüchtig befunden) von der Erden auf ein hengstmäßiges H verzeichniß Vberlaus. Urkunden II, 5. 331. H H.-St.-R. Gen. Noe. 31745, Schellendorff. Zugleich wurde bestimmt, daß er hinter dem Uammerherrn und Vbersteuereinnehmer Ludwig Gebhard v. hopm rangiere. 2) H.-St.-N. Geneal. Noo. 31795, Schellendorff. H Zwischen Maximilian Frhrn. v. Sch. und Ulrich Maximilian Frhrn. v. Rechen- berg war am 29. November 1689 ein Rezeß zustande gekommen, dem zufolge sämtliche freiherrlich Schellendorffsche Untertanen des ganzen Ulitschdorfer Bezirks dem Herkommen nach von aller Zollexaktion von ihren Uonsumptibilien und Seilschaften, die sie in die umliegenden Städte zu Markte und zu feilem Rauf führten und wenn sie dabei nach Gelegenheit des Weges den freiherrlich Rechenbergschen Grund und Boden berührten, verschont bleiben sollten. Nuf Grund der Bestimmungen dieses Rezesse; erhob Maximilian Frhr. v. Sch. 1699 gegen den Grafen Balthasar Lrdmann v. promnitz wegen des vom promnitz schen klmtmann zu Tiefenfurt den Ulitschdorfer Schellendorffschen Untertanen zu Thommendorf abgeforderten Zolles Ulage. H.-St.-R. Noo. 9533, Vas 78. Buch Vberlaus. Iustizsachen 1699-1703, Fol. 21 ff. b) In die gesamte Hand nahm er Rudolph v. Neitschütz auf Rrnsdorf und Oiehmen, kurfürstlichen Generalmajor und Dberst der Leibgarde, ferner den kurfürstlich Sächsischen Uammerherrn Heinrich Freiherrn v. Friesen auf Schönfeld, i ") Zu Lehnsfolgern gab er an Heinrich Freiherrn v. Friesen auf Schönfeld und Rudolph v. Neitschütz auf Daußig. H Nm 11. März 1671 erging eine oberamtliche Rekognition über die land- ständische Protestation wider die Probe des Uürasses bei dem v. Schellendorffschen vorritt, verzeichniß Vberlaus. Urkunden, II, S. 332. 732 v. Schellendorff. Pferd vor mir und in Gegenwart der damals anwesenden Ständen sich gesezet und dergestalt den vorritt exerciret und dadurch nunmehr die Gewalt und Libertät bekommen jhabej, seine herrschafft und Güter nach Belieben zu veräußern" h. hierauf verwandelte Kurfürst Johann Georg II. am 8. März l67l dem Freiherrn v. 5. die Herrschaft Königsbrück, die er stark verschuldet übernommen und auf deren Erhaltung er viel Geld verwendet habe, ebenso auch das dazu erkaufte Kittergut Losel, aus Mannlehn in Kllod und Lrbeh. Maximilian Frhr. v. S., kaiserlicher Majestät wirklicher Kammerherr, starb als der letzte seiner Linie am 3l. März 1703; am 22. Kpril wurde er zu Königsbrück bestattet. Sein aus Holz geschnitztes Epitaph befindet sich noch jetzt in der Kirche zu Königsbrück^). vermählt hatte er sich am 10. November 1668h mit Johanna Margarethe Freiin v. Friesen, Tochter Heinrichs d. I. Freiherrn v. F., kursächsischen Geheimen Kats Direktors. In der Lhestiftung vom 5./15. März 1668 hatte Maximilian seiner Braut wegen des Lhegeldes, Gegenvermächtnisses, der weiblichen Gerechtigkeit, alle seine Lehn- und Erbgüter, besonders aber die Herrschaft Königsbrück verschrieben. Maximilian schenkte seiner Gattin am heiligen Lhristabend 1669 j24. vezemberj sein Kittergut halb au und die im Fürstentum Sagan gelegenen Güter Saatz und Kunau, ebenso überwies er ihr auch Zehrbeutel (bl von halbau). Sie verkaufte am 2. Juni 1678 mit Konsens ihres Eheherrn diese ihre Kllodialgüter halbau, Nikolschmiede (080 von haibau) und Zehrbeutel ihrer Mutter, Frau Maria Margarethe Freifrau v. Friesen, geb. Freiin v. Lützelburg. 1671 kaufte Freifrau Johanna Margarethe v. S. das Gut Tosel (blblO von Königsbrück) oder wenigstens einen Nnteil desselben. Nach dem Tode ihres Gatten (ff 31. März 1703) wurde sie Lrbin seiner Güter. Er hatte ihr testamentarisch 1682 die Herrschaft Königsbrück und pertinentien, ebenso das Gut Tosel ver- H vergl. über diesen vorritt: Larpzov, Ehren-Tempel der Gber - Lausitz, 1719, I, 5.157; L. IV. 0. Hering, über einige Lehns-Privilegia des Nlarggrafthums Gberlausitz, des. über das Privilegium des Vorritts, 1777, 5.22; B. G. Iveinart, Lehnrecht des Nlarkgrafthums Dberlausitz, I. Teil, 1785, 5. 155; II. Teil, 1788, 5. 240; Neues Laus. Nlag. Bd. 57, 5. 578 und anderwärts, v. 5chellendorffs Rüstung befindet sich nebst einigen anderen noch heute im 5itzungssaale des Bautzner Landhauses. h Der Rurfürst gestattete ihm, daß er Rönigsbrück „verkaufen, vertauschen, verpfänden, verwenden, vermindern, verbessern, vermehren, davon testiren, disponiren, damit frei umgehen, der Lehn deswegen auch bei Uns und Unsern Nachkommen jetzo und künftig auf alle begebenden Fälle keine Folge thun, sondern es, ohne derselben 5uchung und verneuerung sx testamsnto oder ab intestato und wie es sonsten zu Recht geschehen kann, vererben, Verfällen und verwenden möge, wie es auch in allen Gerichten, Gedingen und Rechten vor Erbgut geachtet, geschähet und erkennet, auch also vererbet und jederzeit verfällst werden und daran nichts als Unsere Ritterdienste und landesfürstliche Hoheit Vorbehalten, die darauf bishero gehaftete Lehnsqualität, Recht und Befugniß aber gänzlich alieniret, abgethan und aufgehoben sein soll". Lehnsakten Rönigsbrück. h Rbgebildet in der Neuen 5ächsischen Rirchengalerie, viöcese Ramenz, 5p. 561-562, besser und deutlicher von Gurlitt a. a. L>., 55. Heft, Taf. bei 5. 101. tz L. Frhr. v. Friesen, Geschichte der reichsfreiherrlichen Familie v. Friesen, 1899, I. Band, 5.120. v. Schellendorff. 733 macht; er hatte sie ferner als Erbin der Herrschaft Nlitschdorf im Fürstentum Jauer und des Gutes Groß-Hartmannsdors im Löwenberger Weichbilds eingesetzt mit der Bedingung, daß sie seiner Schwester, der Frau Gräfin v. Tolonna oder deren Erben 200 Taler, ebenso der Tochter seiner verstorbenen Schwester, Fräulein Magdalena Sophie v. Hohberg aus Warthau, 200 Taler auszahlen solle'). Km 1. April 1703 nahm im Namen der Freifrau Johanna Margarethe v. 5. ihr Amtmann posseß von Schloß und Stadt Nönigs- brück^), Vorwerk und Dorf Steinborn, Schmorkau, lveißbach, Neukirch, Gottschdorf, Bulleritz, Großgrabe, Grüngräbchen, Losei, Zeisholz, Gtterschützh. Nursürst Friedrich August I. befahl am 3. Npril 1703 dem Amtshauptmann Taspar Lhristoph v. Nostitz, die Witwe in ihrem Besitz zu schützen. Der Nursürst verwandelte ferner aus ihr Bitten, da ihre Herrschaft Nönigsbrück pures Erbe sei, auch die Güter Grüngräbchen und Steindors am 18. Februar 1721 in Erbetz. Freifrau v. S. war eine energische Herrin, die streng daraus achtete, daß ihre Rechte nicht „durchlöchert" würden. So hatte sie wiederholt Streitigkeiten mit dem Pfarrer Berghold von Großgrabe, mit der Bürgerschaft Nönigsbrücks, mit dem Gberamt, so schwebte ferner zwischen ihr und Adam Dietrich v. Schleinitz zu Glauschnitz eine Injurienklage, die 1718 eine Urteilseinholung vom Leipziger Schöppenstuhl erforderlich machte 5). Sie starb am 10. April 1726°). In ihrem Testament vom 12. Fetz Kurz vor seinem Tode bestimmte Maximilian noch, und zwar am 13. Januar 1703, daß in seiner Schlesischen Herrschaft Klitschdorf und Groß-Hartmannsdorf nicht seine Gattin, sondern Hans Wolfgang Graf v. Frankenberg und Ludwigsdorf, Herr der Herrschaft Buchelsdorf, Warthau, Gber- und Nieder-panthenau, pfandesinhaber des königlichen Nmtes Vröditzberg, kaiserlicher Geheimer Kat, wirklicher Kämmerer und des Königreichs Böhmen verordneter Vize - Kanzler, weil er mit vielen Kindern gesegnet sei, sukzedieren solle. Nach dem Nbsterben des Grafen Hans Ivolfgang v. F. sollten seine Lrben an dieser Herrschaft verbunden sein, beim Kaiser auszuwirken, „wormit sie zu einem danckbaren und perennirenden Nndencken dieser meiner ihnen zugedachten ivohlthat, sowohl meinen frepherrlichen Nahmen Schellendorff, als auch das Wappen, weiln sonsten das Baron Schellendorffische Geschlecht mit mir eingehet, nebst dem ihrigen Grass Francksnbergischen Nahmen und Wappen zugleich mit führen mögen". Lehnsakten königsbrück. — vergl. auch S. 730 unter 1. tz Nm 14. Nlai 1710 bestätigte sie die Nrtikel der Schuhmacher zu königsbrück, verzeichniß Dberlaus. Urkunden II, S. 364. tz Zu Mitbelehnten ernannte sie ihren Bruder, den Generalfeldmarschalleutnant und Kommandant der Festung Landau Heinrich Grafen v. Friesen und die Gebrüder Heinrich I. und II. Grafen Neuß ä. L. tz 1721 erhoben die Gebrüder Nudolph Heinrich und Lhristoph Ndolph v. Neit- schütz Nnsprüche auf die Güter Grüngräbchen und Steinborn wegen der ihrem seligen Vater Nudolph v. N. auf Gaußig im Jahre 1607 von Maximilian Frhrn. v. S. bei Erwerbung dieser Güter erteilten Mitbelehnschaft. Va aber die Freifrau verw. v. S. inzwischen diese Güter als Lrbe verreicht erhalten hatte, so hatte es mit dem Protest der Gebrüder v. Neitschütz sein Bewenden. tz vergl. Neue Sächsische Kirchengalerie, Viöcese kamenz, Sp. 133 ff., 371; H.-St.-6. Geneal. I-oo. 31795, Schellendorff. tz Lin Trauergedicht auf ihren Tod ließ ein ihr „annoch in der Grufft verpflichteter Diener aus Lamentz" am Tage ihres solennen Leichenbegängnisses am 734 v. Lchellendorff. bruar 1726') vermachte sie die Erb- und Standesherrschaft Königsbrück nebst den Dörfern Grüngräbchen und Steinborn ihrem „Vetter" Heinrich Friedrich Grasen v. Friesen aus Schönfeld. Daneben setzte sie zahlreiche Legate aus für verwandte, Kirchen, Gemeinden, Arme. Die drei sämtlich früh verstorbenen Kinder Maximilians waren ^): a. Totgeborner Sohn, geboren zu Dresden am l l. September 1675, begraben in der Kirche zu Königsbrück zur linken Seite des hohen Altars. b. Heinrich Maximilian, geboren zu Dresden am 24. April 1677, gestorben am 8. September a. e., begraben am 11. September in der Kirche zu Königsbrück. c. Earl Magnus, geboren zu Dresden am 15. September 1685, gestorben daselbst am 16./26. November 1685 früh zwischen 7 und 8 Uhr, begraben am 28. November zu Königsbrück. 4. Friedrich Magnus. Ihm hatte sein Vater Wolf Frhr. v. S testamentarisch die Herrschaft Königsbrück bestimmt. Da aber Friedrich Magnus bereits am 8. Mai 1667 im Alter von zehn Jahren starb, so fiel die Herrschaft Königsbrück, wie oben ausgeführt (vergl. S. 730), an seinen Bruder Maximilian. III. Siegismund Frhr. v. S., fiel im Jahre 1633 bei Misses. IV. Lonrad Frhr. v. S., blieb am 13. Mai 1634, auf Seiten der Kaiserlichen kämpfend, im Treffen vor Liegnitz. In der St. Peter- und Paulkirche daselbst wurde ihm ein steinernes Denkmal errichtet, das ihn in kriegerischer Rüstung darstelltH. Nach dem Tode der Gebrüder Siegismund und Tonrad, denen nach dem Willen ihres Vaters Larolus Magnus Frhrn. v. S. die Herrschaft Königsbrück zufallen sollte, gedieh diese nun, wie schon oben erwähnt (vergl. 5. 728), an die beiden älteren Brüder Christoph und Wolf. - Ls sind noch einige vereinzelte, in der Gberlausitz und dem benachbarten Böhmen sich findende, wohl zu anderen Linien gehörige Glieder des Geschlechts v. S. auszuführen: Georg v. S. und Georg v. Wiese schlossen wegen „entstandener Irrungen" bezüglich des zur Herrschaft Friedland gehörigen Gutes Bunzen- dorf (8^V von Seidenberg, blbl^V von Friedland) am 6. und 15. März 1574 einen vergleich zu Friedland. Am 19. November 1580 verglich sich Georg v. S. zu Bunzendorf mit Jacob v. Holz aus Breslaus über 16. INai 1726 im Druck erscheinen. Lin Exemplar befindet sich im H.-5t.-R. Doe. 14346, Standesherrschaft Rönigsbrück, vermischtes, 1517 — 1816. tz Gedruckt bei B. G. lveinart, Rechte und Gewohnheiten der bepden Marggrafthümer Gber- und Niederlausitz, IV. Teil, 1798, S. 516 ff. 2) L.Frhr.v. Friesen, Geschichte der Familie v.Friesen, I, S.120; v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Rdels, 1896, S. 269. 3) Neue Sächsische Rirchengalerie, viöcese Ramenz, Sp. 562. Die lateinische Inschrift an dem Denkmal gibt Sinapius a. a. G. I, S. 813. H Lin Jacob v. Holz war 1558 fürstlicher Rat bei Herzogs Friedrichs III. zu Liegnitz Gemahlin. Sinapius a. a. V. I, S. 475. v. Schickfus und Neudorff. 735 Ansprüche anläßlich der Vermietung des Gutes „Gräditz". Und am 29. Mai l583 wurde Georg aus Verlangen zahlreicher adeliger Bürgen beauftragt, seine Schulden in höhe von 2050 Talern am Michaelistermin d. I. zu bezahlen; er leistet schriftlicher Injurien wegen dem Jacob v. Salza zu Heidersdorf Abbitte. 1593 ist Bunzendors im Besitz Raspars v. Uechtritzh. — Thristoph v. S. „und Hartmannsdorf" kaust von Adam und Wolf Lonrad Gebrüdern v. Uaussendorff deren Gut Nikolschmiede (080 von halbau) und erhält es am 2l- Mai l596 zu Lehn verreicht. Die Vormünder seiner hinterlassenen Söhne verkaufen Nikolschmiede im Jahre 1600 an lvols Tonrad v. Uaussendorff^). — Hans Thristoph v. S. erwirbt käuflich im Jahre 1670 von dem Vautzner Bürger Georg hun das unter Jurisdiktion des Bautzner Domkapitels stehende Velschwitzer Gütlein (Beischwitz — Ebendörsel, 880 von Bautzen) für 500 Taler und veräußert es wieder am Tage lvalpurgis l676 fl. Mais an Peter v. pentzig^). — Frau Anna Margaretha v. haugwitz, lvitwe, geb. v. Luttitz, kaust am Termin Johannis l653 s24. Junij von dem kurfürstlichen hausmarschall Siegfried v. Metzradt das Rittergut Rolbitz (80 von Hoyerswerda, blO von Rönigswartha) für 4000 Taler. Sie vermählte sich wieder mit . . . v. Schellendors und verkaufte Rolbitz am 9. April l665 an den Landeshauptmann Johann Adolph v. haugwitz aus Rönigswartha für 4600 Taler Rauf- und 100 Taler Verehrungsgeldh. — Mappen: Schild geviert, l, 4: Geweckt von Blau und Silber mit einem darüber gezogenen roten Balken. 2,3: In Schwarz ein nach rechts gewendeter, gekrönter, doppelt geschweifter goldener Löwe. Zwei gekrönte Helme. Rleinod des rechten: Zwei Büffelhörner, geweckt von Blau und Silber mit darüber gezogenem roten Balken, zwischen ihnen ein psauen- schweis. Rleinod des linken: Gekrönter goldener Löwe, in jeder Pranke eine schräg stehende, von Schwarz und Gold geteilte Fahne haltend. Decken rechts blau-silbern, links schwatz-golden. Siebmacher III, Tas. 55, Nr. I unter den „Desterreichischen". (Ts finden sich verschiedene Abweichungen.) v. Schickfus und Neudorff. Der aus dem in Schlesien begüterten Geschlecht Schickfus hervorgegangene kaiserliche Rat und Gberfiskal in Schlesien Jacob S., Verfasser einer Schlesischen Thronik, geboren zu Schwiebus am 21. Januar >) Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 121, Nr. 503, 504; S. 100, Nr. 361, 362; S. Nb, Nr. 468. 2) Staatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615-1689. tz vergl. v. Boetticher, Zur älteren Geschichte der Drtschaft Ebendörsel. wöchentliche Beilage zu den Bautzner Nachrichten, 1897, Nr. 18. tz ks.-St.-N. Boa. 9547, Vas 5. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1643 — 67, Lrb- verwandlungen, S. 164, 169. 736 v. 5chickfus und Neudorff. 1574, gestorben zu Breslau am 15. September 1637'), erlangte für sich und seinen Bruder David 5. den Böhmischen Adelsstand mit dem Prädikat v. Neudorffh. Zu diesem Geschlecht und zwar zum Hause Nieder-Iäntschdors im Kreise Gels gehört Ferdinand Christian Sylvius v. S.h, geboren am 3. April 1793, königlich preußischer Leutnant, später Bürgermeister zu Namslau. Cr kaufte am 4. Juli 1818 von August Wilhelm Christoph v. Linnenfeld das Erbrittergut Kunnerwitz (8^V von Görlitz) für 43 000 Ntlr. von seiner ersten Gattin Emilie Schräder wurde er geschieden; sie vermählte sich wieder mit dem Obersten v. Struensee. Der Name der zweiten Gattin Ferdinand Christian Sylvins' v. S. ist nicht bekannt. Eine Tochter erster Che, Agnes Marie Cmilie Ferdinande v. S., geboren zu Kunnerwitz am 26. November 1818, gestorben zu Breslau am 13. Dezember 1843, vermählte sich am 10. Oktober 1840 mit dem königlich preußischen Negierungsassessor v. Gellhorn. Lin Sohn zweiter Che, Alfons veodat v. S. starb 1878 als königlich preußischer Leutnant a. D. Des oben genannten Ferdinand Bruder, Gustav Moritz v. 5?), geboren zu Schwanowitz am 5. Dezember 1794, gestorben zu Gels am 28. Januar 1860, Landesältester des Fürstentums Gels, Herr aus Allerheiligen bei Gels, vermählte sich zu Breslau am 10. Juni 1819 mit Ernestine Wilhelmine v. Kleist, geboren zu Berlin am 5. Februar 1794, gestorben zu Gels am 18. Juli 1865, verw. Frau v. Siegroth und Schlawikau, Tochter des königlich preußischen Gberforstmeisters Ferdinand Alexander v. Kleist. Sein Sohn Emil Eonrad v. S., geboren zu Allerheiligen am 5. Dezember 1824, königlich preußischer Oberst a. D., besaß von etwa 1877 bis zum Sommer 1885 das Gut Wilka (KlM von Seidenberg) h. Wappen: 3m silbernen Schilde ein schwarzer, goldgekrönter, in der rechten Vorderpranke einen goldenen Stern haltender Löwe. Gekrönter Helm. Kleinod: Offener Flug, von Schwarz und Silber übereck geteilt; zwischen den Flügeln ein gestürzter Greisensuß (Vogelklaue), einen goldenen Stern haltend. Decken schwarz-silbern. Frh. v. Krane und Ad. M. Hildebrandt, Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Adels, 1901 — 1904, S. 115, Tas. 93. tz 5inapius, 5chlesische Turiositäten, II. Teil, 1728, 5.954. h Kneschke, Deutsches Ndelslexikon VIII, 5. 155; v. Ooerr, Der Ndel der Böhmischen Kronländer, I960, führt das Geschlecht nicht auf. 2) vergl. Genealogisches Taschenbuch derNdeligen Häuser, Brünn 1882, 5.450 ff. tz Ebenda. h In Kunnerwitz wurden, wie anmerkungsweise erwähnt sei, am 24. Juni 1845 getraut Gustav Wilhelm Larl Ernst v. 5., 5econdeleutnant in der 1. 5chützen- abteilung aus Görlitz, 5ohn weil. Christian Wilhelm Heinrichs v. 5. auf 5eifersdorf bei Liegnitz, 34 Jahre alt, mit Ulrike Wilhelmine Natalie v. platen, 24 Jahre alt, Tochter des Hauptmanns a. v. und Geheimsekretärs im Kriegsministerium Johann Georg Wilhelm v. p. Kirchenbuch zu Kunnerwitz. Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Ndels-Geschlechter, Brünn 1881, 5. 462. v. Schiebe!!. 737 v. Schiebell. Adam Burchard Christoph v. SchiebellH, von polnischer Abstammung, geboren zu Warschau im Jahre 1719^), ging in Sächsischpolnische Militärdienste, zeichnete sich im zweiten Schlesischen Kriege unter dem Kommando des Generalleutnants v. Sibilski aus und wurde 1781 Kommandant des adeligen Kadettenkorps. Km 5. November 1790 erfolgte seine Ernennung zum General der Kavallerie^). Gr starb als kurfürstlich Sächsischer Kabinettsminister und Staatssekretär in Militärangelegenheiten am 13. März 1796 in Dresden im Alter von 77 Jahren. Der Leichnam wurde am 16. d. M. abends unter Fackelbegleitung aus sein Gut Drebkau N.-L. übergeführt H. Adam Burchard Ehristoph v. S. machte sich in der Oberlausitz ansässig, indem er, damals kurfürstlich Sächsischer Oberst und Generaladjutant, am 1. Oktober 1764 von Johann Friedrich v. Eheler die Mannlehngüter Wohl« (80 von Kamenz)^ und Nieder-Gersdorf (8^V von Kamen;) samt der Dammühle, mit allen Freiheiten, Rechten und Gerechtigkeiten, Nutzungen und Beschwerungen, landesherrlichen Anlagen, Mundgütern, Steuern und Kontributionen, auch Militär- praestationen, ferner den hergebrachten Korndezimen in Dresdner Matz an die Geistlichen zu prietitz und Elstra, für die Summe von 41000 Talern erwarb; am 10. September 1765 erhielt er den Lehnbrief °). Er verkaufte die Güter am 23. April 1783 an David Jacob v. Poncet. — In Lieberose starb am 4. Juni 1759 der kurfürstlich Sächsische Major Johann Adam v. S.I. Er besaß das Gut Hirschsprung im Erzgebirge seit dem Jahre 1731. Seine Gattin war Christiane Sophie geb. v. Stutterheim. Kinder dieses Ehepaars waren der kurfürstlich Sächsische Oberst und Generaladjutant Abraham und Hedwig Friederike Johanna v. S. Wappen: A. B. T. v. S. siegelt 1766 folgendermaßen^): In Blau ein nach rechts gewendeter Greif, in den Vorderpranken ein Gefäß haltend. Gekrönter Helm. Kleinod: Wachsende Schildfigur. vergl. Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 54, 5. 7. H Schumann-Schiffner, Lexikon von Sachsen, 2. Supplementband, !828, S. 504. 3) H.-St.-A. Geneal. iLoo. 31795, Schiebell. H p. G.Hilscher, Chronik von Dresden, I.Band, 1837, S.542; In Schumann- Schiffners Lexikon a. a. G. S. 304 ist der 12. März als sein Todestag angeführt. Ebenda ist erwähnt, daß er sich um das Städtchen Drebkau sehr verdient gemacht, daß er das Gut zunächst der Familie v. Arenstorff und bei deren Aussterben einer von den Landständen zu begründenden Anstalt für verdiente Krieger aus der Niederlausitz ausgesetzt habe. H v. Schiebell ist der Erbauer des Schlosses zu Ivohla. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 35. Heft, 5. 334. H Zu Mitbelehnten ernannte er Hans Lhrenreich v. viepow auf Drebkau, Dbersten unter dem Graf Nenardscheu Regiment Lhevaux - legers und Larl Friedrich Ivilhelm Freiherrn v. Braun und lvartenberg auf Dber-Burkau. H H.-St.-A. Gen. Lao. 31795, Schiebell. H Ebenda. 47 ä 738 v. Schilling. v. Schilling. Welcher von den verschiedenen Familien v. Schilling der folgende angehört, läßt sich, da sein Wappen nicht bekannt ist, nicht angeben. Joachim v. S. vermählte sich mit Anna Margarethe v. Klüx, Tochter Caspars v. X. auf Strahwalde, Kottmarsdorf, Groß-Hennersdorf, der infolge einer am Himmelfahrtstage 1635 f7. Maif von den Kroaten ihm zugefügten Verwundung starb. 3m Jahre 1635 war Joachim bereits verheiratet, lebte aber anscheinend in ungünstigen Vermögensverhältnissen, denn er und seine Gattin Anna Margarethe entliehen in diesem Jahre (1635) von Frau Anna v. Gersdorff, geb. v. Nodewitz auf Verthelsdorf fünfzig Ntlr.H. Km 15. Februar 1645 erwarb Frau Knna Margarethe v. S. wegen ihrer Kusstattung und Abfindung aus dem väterlichen Lehngut Groß - Hennersdorf von ihrem Bruder Hans Laspar v. Klüx daselbst das Gut Gber-Strahwalde (bl^V von Herrnhut). Sie konnte nicht zur Lehnsempfangung gelangen, da ihr Gatte und Lehnsträger im Jahre 1643 in Trauschwitz (bl von Löbau) ein Ltuprurn violsntum begangen hatte und des Landes verwiesen worden war^). Noch während der Dauer des Prozesses starb seine Gattin mit Hinterlassung mehrerer unmündiger Kinder, darunter dreier Söhne. Kuf die ihm zuerkannte Strafe bezieht sich Joachim zweifellos, wenn er in einem am 6. Juli 1653 an den Gberamtshauptmann gerichteten Schreiben diesen, da er „hier im Lande verkaufen und räumen müsse", um ein Deoreturn alienatoriurn für sein Gut Gber-Strahwalde bittet, denn er wolle seinen Kindern zu ihrem Mutterteil an diesem Gute verhelfen H. Nachdem ihm das erbetene Dekret zuteil geworden, verkaufte der Vormund des „ausländischen" Joachim und seiner Kinder Gber-Strahwalde am 17. Juli 1653H an Heinrich Kdolph I. v. Kpaw. — Die zweite Gattin Joachims v. S. war Dorothea v. Nabenau, Witwe Hans Tarls v. Koch. Sie starb 1686?). — Die Angabe °), der erste Gatte Evas v. Kyaw a. d. H. Kemnitz sei Joachim v. 5. gewesen, ist unrichtig. Er hieß vielmehr Bernhard v. S., war kurfürstlich Sächsischer Kriegshauptmann und starb um das Jahr 1640I. kf.-St.-N. Gen. Boc. 317SS, Schilling. H „^.rticuli inguisitionalcs contra Joachim v. Schillingen" ohne Datum. „1. Ab nicht wahr, daß Inquisit am 8. Nodruarii ao 1643 uf den Nbend und als es finster worden, vor die Schmiede zu Trauschwitz nebenst Peter Rudolffen von Görßdorff geritten, von den Pferden abgestiegen, den IDirth oder Schmid auf das eine Pferd zu sitzen genötiget, sodann in die Schmiede gegangen, die Stubenthür ver- tretten, daß niemand heraus kommen können" . . . w. Ebenda. tz Lehnsakten Gber-Strahwalde. tz kf--5t.-5I. Boc. 4547, Das vierdte Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1666 — 81, Fol. 20. H Kloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Bd. XIII, s. v. v. Nabenau. H I. Tr. Flösse!, Genealogie des Nyaw - Nemnitzischen Stammhauses, Görlitz s1768s, S. 4; nach ihm v. Nyaw, Familien-Lhronik des Geschlechts v. Nyaw, 1870, S. 238. Lehnsakten Aber - Gurig. — Der Sächsische kf^uptmann Bernhard v. S. hatte im Jahre 1634 5l»na Sophia Sagitschke, die Tochter des bei der Eroberung v. Schindel und vromsdorf. 739 v. Schindel und vromsdorf. Die im 18. Jahrhundert in der Gberlausitz angesessenen Glieder des alten Zchlesischen Geschlechts v. Schindel gehören der Hauptlinie vromsdorf (Kreis Striegau) an und nennen sich deshalb vielfach v. Schindel und vromsdorf. Schon im letzten viertel des l6. Jahrhunderts erwirbt ein Glied des Geschlechts ein Dberlausitzisches Gut: Melchior v. 5. kaufte von dem Görlitzer Bürger Georg hilderichh dessen Vorwerk zu Holtendorf (^V von Görlitz) samt drei Gärtnern und erhielt es am l. Npril 1678 zu Sehn verreichth. Der Stammvater der Gberlausitzischen v. S. ist folgender: Gottfried v. S. auf Hermsdorf und Weistritz war vermählt mit Nnna Maria v. Vorwitz, geboren 1602 zu Hartenstein im Fürstentum Liegnitz. Nach dem Tode ihres ersten Gatten schloß sie 1627 eine zweite Ehe mit Nbraham hildebrand v. Nostitz auf Seisersdors und Linda. Sie starb zu Sohland am 21. März 1676 im Nlter von 74 Jahren^). Gottfried hatte einen gleichnamigen Sohn: Dieser Gottfried d. I. v. S.h aus Gber-Hermsdorf in Schlesien kaufte am 15. Januar 1652 von seinem Schwiegervater Christoph Nbraham v. Sommerfeld das Gut Nieder-Küpper (0 von Seidenberg). Da er aber in Zahlungsschwierigkeiten geriet, verkaufte er das Gut schon zu Johanni 1653 wieder an den v. Sommerfeld. Gottfried d. I., geboren im Jahre 1629, starb im Jahre 1665^). vermählt war er: I. mit . . . v. Sommerfeld,- II. mit Nnna Sophia v. Uechtritz a. d. h. Nieder-Steinkirch"). Sein Sohn Carl Nbraham v. S. aus Gber-Hermsdorf und Nieder-Steinkirch pflanzte das Geschlecht fort. Er war geboren im Jahre 1664 und starb im Juni 1720. Nus seiner im Jahre 1691 ge- der Stadt Nimburg in Böhmen durch die Sächsische Nrmee umgekommenen Nikolaus Sagitschke als Gefangene mit fortgeführt und verlangte als Nanzion und für Beköstigung des Mädchens 500 Rtlr. Vie Mutter des Mädchens, Frau Loa Margarethe geb. v. Bepschowa veranlaßte Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1658 zu einer Intervention beim Kurfürsten von Sachsen in dieser Nngelegenheit. H.-St.-N. Geneal. Noe. 31745, Schilling. — vergl. auch S. 781. tz Ls ist dies der spätere Bürgermeister von Görlitz, der, Prag den 27. März 1598, von Kaiser Rudolph II. einen Ndels- und Wappenbrief erhielt. Seine Nachkommen schrieben sich v. Heldreich. verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 255. 2) H.-St.-6. Noo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Dünste im Görlitzischen rc., Fol. 12. tz Nach derInschriftdesinSohlanda.R.befindlichenLeichensteins. Thr.Knauthe, Nostitriana, Mspt. N. III, 55, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. tz In den Lehnsakten von Küpper wird Nbraham Hildebrand y Nostitz auf Nieder-Linda (8^V von Lauban) ausdrücklich als Stiefvater Gottfrieds d. I. v. S. bezeichnet. — „Oer v. Schindel auf Linde" beteiligte sich am 16./26. Juli 1657 an der Huldigung hxz Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen; vergl. Dberlaus. Nachlese 1771, S. 545 ff. Gemeint sein kann wohl nur Gottfried d. I. v. S., der wahrscheinlich damals auf dem Gute Linda seines Stiefvaters Nbraham Hildebrand v. Nostitz wohnte, denn besessen hat unseres Wissens niemals ein v. S. Linda. b) vergl. Stammtafel in der Neuen Laus. Monatsschrift 1803, II, bei S. II. ") I. G. Schulzes Nhnentafeln adelicher Familien, Mspt. N. I. 25, Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. 740 v. Schindel und vromsdorf. schlossenen Ehe mit Barbara Elisabeth v. Geißler a. d. H. Nieder- Hermsdorf, geboren 1670, gestorben im Juni 1742, hatte er folgende Rinder H (I-IV): I. Wiglas Gtto. Siehe unten. II. Hartwig, geboren 1699, gestorben 1727, Leutnant in kaiserlichen Diensten. III. Earl Friedrich, aus Ober- und Nieder-Hermsdorf in Schlesien, geboren am 17. Juli 1702, gestorben zu Hermsdorf am 24. Juli 1760. IV. Siegismund, Premierleutnant im kurfürstlich Sächsischen Haxthausen schen Infanterieregiment, gestorben in der Kampagne in Ungarn (1737-39). I. Wiglas Gtto v. S. u. D?), geboren am 1. Januar 1697, studierte von 1715 an aus dem Lyzeum zu Lauban, bezog 1718 die Universität Leipzig, übernahm nach seines Vaters Tode das Gut Nieder- Steinkirch und wurde 1732 Lanonieus «Zesi^natus beim Domkapitel zu Magdeburg. Um 7. März 1747 kaufte er von Johann Uikol v. Maxen aus Liebesitz und dessen Schwägerin Friederike Eleonore v. Ryaw das Erbgut Gruna (ObiO von Görlitz) für 28 000 Utlr. Raus- und 100 Utlr. Schlüsselgeld. 1757 verkaufte er Gruna seinem ältesten Sohn Ferdinand Gtto. Von seinem Bruder Earl Friedrich erbte Wiglas Gtto die Güter Gber- und Nieder-Hermsdorf im Goldberger Rreise und besaß als Senior seines Geschlechts auch die Schlesischen Majoratsgüter Wabnitz, Naucke und Runzendors im Bernstädter Weichbilds. Nachdem er mehrere Jahre hindurch blind gewesen, starb Wiglas Gtto auf seinem Gute Nieder-Steinkirch am 25. Juni 1776 abends halb neun Uhr und wurde am 1. Juli in der Uieder-Steinkircher Gruft bei der Kirche zu Mittel-Steinkirch beigesetzt. vermählt hatte er sich: I. zu Wingendorf am 14. November 1731 mit Lharlotte Sophie v. Uechtritz a. d. H. Rlein-Neundors, gestorben 1735 im Wochenbetts II. zu Wilkau am 22. Oktober 1738 mit Maria (Marianna) Tharlotte v. Debschitz, der ältesten Tochter Nikolaus Ferdinands v. D. auf Nackschütz, Marklissa. Geboren zu Marklissa 1719, starb sie auf dem Hause Nieder-Steinkirch am 17. Oktober 1781 vormittags nach neun Uhr nach längerem Kranksein im Ulter von 62 I. 7 M. 22 T. und wurde am 23. Oktober in der Gruft zu Steinkirch beigesetztH. Wiglas Gtto hatte folgende Rinder"') (1—7): 1. I. Tarl Heinrich Gtto, geboren am 30. September 1735, gestorben im Dezember e. n. 2. II. Elisabeth Johanna Marianna, geboren am 5. September 1739, gestorben am 27. September e. n. tz Ebenda: Laus. Monatsschrift, 1803, II, Stammtafel. -) Nekrolog im Laus. Magazin 1776, S. 198. H Laus. Monatsschrift 1803, II, Tafel bei S. II. 0 Laus. Magazin 1781, S. 326. H vergl. Stammtafel in der Laus. Monatsschrift 1803, II, bei S. II. v. Schindel nnd Dromsdorf. 741 3. II. Ferdinand Otto. Ziehe unten. 4. II. Tharlotte Juliane, geboren am 17. Juni 1742, vermählt mit Andreas Gottlob v. Licke aus Wenig-Rackwitz, Resselsdorf. Sie starb an den Blattern am 13. November 1767 im Alter von 23 I. 4 M. 27 T.H. 5. II. Henriette Marianne, geboren am 23. Februar 1744, vermählt 1762 mit dem Braunschweigischen Hauptmann Johann Thristian Rudolph v. Ponickau und Pilgram. 5ie starb zu Retschdors bei Hirschberg am 30. März 1807 im Alter von 64 Jahren^). 6. II. Tarl Ziegmund, geboren am 11. Juni 1745, gestorben am 7. November e. a. 7. II. Friedrich August, geboren am 11. Oktober 1747, gestorben auf dem Lyzeum zu Lauban am 14. Januar 1765 an den Blattern. 3. Ferdinand Otto v. §. u. v?), der einzige seinen Vater überlebende Sohn, geboren zu Nieder-Zteinkirch am 5. Oktober 1740, getauft zwei Tage später zu Wingendorf, besuchte, vorgebildet in Lauban, die Universitäten Leipzig, Altdors, Erlangen, kaufte von seinem Vater am 18. November 1757 das Gut Gruna für 24 000 Rtlr. und erhielt am 13. März 1758 den Erbbries. Am 29. Juli 1786 verkaufte Ferdinand Otto das Lrbrittergut Gruna für 44 000 Rtlr. an Frau Marianne Friederike v. Zchweinitz, geb. v. vamnitz. Vas Gut Ober- und Nieder- Hermsdors im Goldbergischen Rreise ließ wiglas Otto seinem Sohne Ferdinand Otto v. S. titulo Oonationis verreichen; dieser erbte auch das väterliche Gut Nieder-Zteinkirch. 1765 kaufte Ferdinand Otto das Gut Tzschocha (8 von Lauban, (MO von Marklissa) nebst den benachbarten Gütern Rengersdors, Goldentraum, Hagendors für 89000 Taler, sah sich indessen, da ein früherer Besitzer Johann Hartwig August v. Uechtritz den Verkauf der Tzschochaischen Güter, außer an Glieder des Geschlechts v. Uechtritz, untersagt hatte, genötigt, den Besitz nach längerem Prozeß im Jahre 1782 an Friedrich August Lhristoph v. Uechtritz abzu- tretenH. Dafür hatte Ferdinand Otto am 5. Oktober 1780 von Johanna Elisabeth Wilhelmine Gräfin Rex, geb. v. Zchönberg, die Erb- und Rittergüter Ober- und Nieder-Zchönbrunn (80 von Görlitz) für 120 000 Rtlr. gekauft. Ferdinand Otto, erst Mitglied des weiteren Ausschusses"), dann Assessor fuäioii oräinarü, seit 1784 Landesältester des Görlitzer Rreises, starb zu Zchönbrunn am 24. Dezember 1805 "/«3 Uhr nachmittags und wurde am 29. daselbst bestattet"). vermählt hatte er sich zu Massel am 29. Oktober 1766 mit 0 Laus. Magazin 1768, S. 29 klnm. 2) Laus. Monatsschrift 1807, S. 157. H Denkschrift auf ihn in der Neuen Laus. Monatsschrift 1806, II, S. 145 ff. ») Neues Laus. Mag. Bd. 8, S. 529-551. H Laus. Magazin 1768, S. 29. '>) Seine sechzehn Nhnen siehe Nachlese Gberlaus. Nachrichten 1768, S. 67. 742 v. Schindel und vromsdorf. Johanna Maria v. Köckritz. Sie starb zu Massel am 5. Rpril 1790h. von den sieben Kindern (4 5. 3 T.), die sie ihm schenkte, verschieden 2 Söhne und l Tochter frühzeitig. Ls folgen die Kinder (u —^): и. Tharlotte Friederike Ferdinande, geboren zu Tzschocha am 23. Mai l768 nachts zehn Uhr, getauft am 30. d. M.h, gestorben am 19. Rpril l8ll zu Militsch, vermählt, am 14. Mai 1798 mit Tarl Heinrich Gottlob v. Uechtritz, königlich preußischem Rittmeister der Kavallerie 2). b. Rugusta Laroline Rmalie, geboren zu Tzschocha am 25. Rugust 1769, getauft am 28. d. M., gestorben am 28. Januar (ul. 4. Februar) 1770 h. c. Tarl Rugust Gtto Ferdinand, geboren zu Tzschocha am 13. Januar 1772 früh, getauft am 20. d. M., gestorben am 7. Rpril 6. u.h. ä. Lharlotte Juliane Ulbertine Louise, geboren zu Tzschocha am 10. September 1773 nachts halb elf Uhr, getauft in der Schloßkapelle daselbst am 14. d. M., vermählt am 13. Oktober 1803 mit Gtto Rudolph Tarl v. ponickau, königlich preußischem Dberamtsregierungs- Rssessorh. e. Tarl Gtto Rugust (ul. Ferdinand Gtto Rugust), geboren zu Tzschocha am 10. Dezember 1774 vormittags zehn Uhr, getauft zu Rengersdorf am 13. d. M., gestorben in der Nacht vom 1. zum 2. Rpril 1775 zwischen zwölf und ein Uhr, begraben am 6. d. M. zu Rengersdorf h. к. Tarl Wilhelm Otto Rugusth, geboren zu Tzschocha in der Nacht vom 21. zum 22. Rpril 1776, getauft am 24. d. M., besuchte das Görlitzer Gymnasium, bezog 1795 die Universität Leipzig, um die Rechte zu studieren und kehrte 1798 in die Dberlausitz zurück, hier widmete er sich der Bewirtschaftung seiner Güter, besonders aber geschichtlichen und literarhistorischen Studien und der Vermehrung seiner Bibliothek, die, wie er letztwillig bestimmte, für immer bei dem Gute Schönbrunn bleiben sollte. Im Jahre 1819 wurde er zum Präsidenten der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften gewählt h und bekleidete dieses Rmt bis zu seinem Tode. Rm 21. November 1830 starb er als Landesältester des Markgrafentums Dberlausitz königlich preußischen Rnteils^h an einer Vrustkrankheit und wurde am 24. d. M. in Schönbrunn bestattet"). 9 Laus. Magazin I7Y0, S. 152. h Laus. Magazin 1768, S. 170. h Laus. Monatsschrift 1806, II, S. 149; I. G. Schulze a. a. G. h Laus. Magazin 1769, S. 265, 298; 1770, S. 45. h Laus. Magazin 1772, S. 18, 135. h Laus. Magazin 1773, S. 310; Laus. Monatsschrift 1804, S. 50. h Laus. Magazin 1774, S. 371; 1775, S. 118. ch Gedenkschrift auf ihn Neues Laus. Mag. Bd. 9, s. 392 ff.; in der Anzeige seiner Geburt im Laus. Magazin 1776, S. 147 werden als seine Vornamen irrtümlich genannt Ferdinand Gtto August. ") Neues Laus. Mag. Bd. 12, S. 239; Sein Porträt befindet sich im Sitzungssaal der Gesellschaft in Görlitz, eine Reproduktion im Neuen Laus. Mag. Bd. 80. >o) Am 28. März 1822 war er hierzu gewählt worden. Neues Laus. Mag. Bd. I, S. 514. ") Seine Schriften verzeichnet Gtto, Lexikon der Dberlaus. Schriftsteller und v. Schindel und vromsdorf. 743 was seinen Güterbesitz anbetrifft, so kaufte Larl Wilhelm Gtto August gemeinsam mit seinem Bruder Larl Gtto Gustav, beide genannt „auf Ligda und 2ackerschöwe"I, von Johannes v. Lutz, genannt Lucius, die Mannlehnrittergüter Zrvecka und Lundors.(I^^V und bl von Leidenberg) am l6. Februar 1802, ersteres für 45000 Taler und 500 Taler Lchlüsselgeld, Tundorf für 14000 Taler; am 27. Februar 1811 kaufte Larl Wilhelm Gtto August von seinem Bruder noch dessen Anteil an beiden Gütern für 26000, resp. 8500 Taler. Nach seines Vaters Tode (-f 24. Dezember 1805) erhielt Tarl Wilhelm Gtto August v. 5. zufolge testamentarischer Verfügung die Güter Gber- und Nieder-Lchönbrunn zum Werte von 100000 Ntlrn. Tr kaufte ferner am 8. Dezember 1812 von Friedrich Christian v. Fromberg das Erb- und Allodialrittergut holzkirch (8 von Lauban) für 81 500 Ntlr. und 600 Taler Lchlüsselgeld. Am 20. März 1816 erwarb er hierauf von seinem Bruder Tarl Gtto Gustav v. 5. das Rittergut Jauernick (blM von Löbau) für 8500 Taler, verkaufte es ihm aber 1821 wieder zurück. Dafür erwarb Larl Wilhelm Gtto August nun von Johann Leberecht v. Jänichen am 15. August 1821 das Rittergut Techritz (8^V von Bautzen) für 40500Rtlr. und 500 Rtlr. Lchlüsselgeld; am 27. August 1821 erhielt er den Erbbries. vermählt hatte er sich: I. am 2. November 1802^) mit Thristiane Louise Julie (Juliane) v. Nechtritz a. d. k). Lohland, geboren am 22. Oktober 1776, gestorben am 22. Juli 1818^); II. am 2. August 181Y mit Adelheid Therese Amalie v. Gersdorsf a. d. k). Biesig. Ihr setzte er die Lumme von 72000 Talern aus und überließ es ihr testamentarisch, auf ihr Erbteil entweder das Gut holzkirch oder die Güter Zrvecka und Tundors anzunehmen. Lie wählte ersteres. Tine zweite Ehe ging sie ein mit Julius Heinrich v. Reibnitz. Tarl Wilhelm Gtto August hatte in der ersten Ehe keine Rinder, in der zweiten wurde ihm am 19. Juli 1825 ein Lohn geboren Ferdinand Gtto August Theodor, der mit zwei Jahren am 6. August 1827 in Dresden starb; die Bestattung fand in Lchönbrunn statt^). Die Geburt des Lohnes hatte ihm Veranlassung gegeben zur Errichtung der „Augustus- Theresien - Stiftung" mit dem Zweck, jungfräuliche Tugend und Sittlichkeit in der Gemeinde Schönbrunn auszumuntern H. §. Tarl Gtto Gustav, geboren zu Tzschocha am 17. August Künstler, III. Land 1803, S-I 41 : Schulze, Supplementband, 1821, S. 370: Heues Laus. Mag. Bd. 0, S. 402: seine im Neuen Laus. Mag. veröffentlichten Nrbeiten verzeichnet der Index: Neues Laus. Mag. Bd. 76, S. 132: Besprechungen von ihm erschienener Schriften im Neuen Laus. Mag. Bd. 2, S. 111: Bd. 4, S. 306. tz Diese beiden Schlesischen Güter waren ein Erbteil ihres mütterlichen Großvaters Johann Gtto v. Köckritz. 2) Laus. Monatsschrift 1803, I, S. 50. tz v. Nechtritz, Diplomatische Nachrichten adeliche Familien betreffend, I. Teil, 1700, S. 188: Neues Laus. Mag. Bd. 0, S. 307. tz kf--5t.-N. Gen. Boo. 31705, Schindel. b) Neues Laus. Mag. Bd. 0, S. 308. vis Stiftungsurkunde ist abgedruckt im Neuen Laus. Mag. Bd. 5, S. 421 ff. 744 v. Schindel und vroinsdorf. 1777, getauft in der Schloßkapelle daselbst am 21. d. M.h, kaufte, wie erwähnt, gemeinsam mit seinem älteren Bruder Larl Wilhelm Gtto Bugust v. 5. am 16. Februar 1802 die Mannlehngüter Zroecka und Lundors, verkaufte letzterem auch am 27. Februar 1811 seinen Anteil. Larl Gtto Gustav besaß ferner die Schlesischen Güter Nieder - Steinkirch und Eckersdorf. Er kaufte, damals Assessor am Hofgericht des Amts Görlitz und Waisenamtsbeisitzer, am 10. September 1806 die Rittergüter Lehn (blW von Löbau) und Jauernick von Johann Gottlob Erdmann v. Nostitz für 83000 Taler und 300 Taler Schlüsselgeld und wurde am II. März 1807 belehnt. Am 20. März 1816 veräußerte er Jauernick für 8500 Taler an seinen Bruder Larl Wilhelm Gtto August, nahm das Gut aber am 31. August 1821 zu demselben Preise wieder zurück; am 7. September 1821 wurde er belehnt. Tarl Gtto Gustav, damals Domherr am Kollegiatstist Wurzen und großherzoglich Sächsischer Kammer- Herr, verkaufte die Güter Lehn und Jauernick am 29. Dezember 1838/ 5. Januar 1839 an die Stadt Löbau für 45 500 Taler. Am 28. September 1807 erwarb Larl Gtto Gustav v. S. von Johann Gottlob Erdmann v. Nostitz das Gut Niethen (bl>V von Löbau) für 30000 Taler. Am 7. November 1808 belehnt, verkaufte er das Gut im Jahre 1810 an Johann Ferdinand v. Metzradt, königlich Sächsischen Kammerjunker. Tarl Gtto Gustav kaufte ferner am 30. November 1812 von Friedrich Ludwig v. Tschirschkp und Vögendorff das Erb- rittergut Nieda (I4M von Seidenberg) für 6000 Ntlr., verkaufte aber dem v. Tschirschkp am 9. März 1824 den preußischen Anteil, ferner am 10. Februar 1827 den Anteil des Rittergutes Nieda, der zufolge des Friedenstraktats vom 18. Mai 1815 unter Sächsischer Landeshoheit verblieben war, wieder zurück. 1828 kaufte er von Gtto Heinrich v. Gablenz Kröppen bei Grtrand^). Nach dem Tode seines Bruders Tarl Wilhelm Gtto August (ft 21. November 1830) erhielt Larl Gtto Gustav zufolge testamentarischer Verfügung die Güter Gber- und Nieder-Schönbrunn zum Werte von 100000 Talern, ferner auch Techritz. Letzteres Gut veräußerte er am 30. April 1832 an Louis Thilo v. Trotha. Tarl Gtto Gustav war großherzoglich Weimarscher Kammerherr. Er hatte sich vermählt^): I. am 24.Januar 1804 mit Amalie Erdmuth Tugendreich v. Uechtritz a. d. h. Sohland. Die Ehe wurde im Jahre 1811 geschieden; II. 1817 mit Thristiane Lharlotte geb. Hermann; III. mit Johanna Friederika Zuschke. Aus seiner zweiten Ehe gingen zwei Töchter hervor: Agnes und Gttonie. Letztere, geboren zu Dresden am 23. August 1825, gestorben zu Görlitz am 20. Februar 1903, Herrin aus Gber- und Nieder-Schönbrunn, vermählte sich: I. Dresden den 15. April 1846 mit Adolf Heinrich v. haugk, gestorben ft Laus. Magazin 1777, S. 336. ft Om 11. April 1830 schenkte v. Schindel der Kirche zu Krappen einen prachtvollen Pokal in getriebener Arbeit nebst patene. ft Laus. Monatsschrift 1806, II, S. 160: ft.-St.-A. Gen. I.oo. 3I7YS, Schindel. v. Schirnding. 745 zu Meran am 29. Januar 1860; II. Schönbrunn den 15. Mai 1865 mit Edles Johann Just v. Einem, R. R. Rittmeister a. D.ft. Die dritte Gattin Larl Otto Gustavs schenkte ihm am 16. Februar 1833 einen Sohn, der am 2. Rpril zu Schönbrunn getauft wurde Gtto Rugust Ferdinand Wiglas. - Wir vermögen nicht anzugeben, welcher Linie der folgende angehört: Georg Rudolph v. Sch. sucht, Lauba den 11. Juli 1645, beim Rurfürsten nach, dieser wolle „so lange, biß ich meine Unschuld! Ihrer Röm. Rais. Mt. und der ganzen Welt sonnenklar und meine verleumbder zu schänden machen kan, in dero Marggraffthumb Gber-Lausiz Ruffenthalt gnädigst mir vergönnen, denn ich in willens bin, das Guth Siegersdorfs (blO von Lauban), da meine Liebste etwas von Gelds stehen hat, pachtweise an mich zu bringen" ft. Das Geschlecht v. S. ist im Mannesstamm erloschen. Wappen: Sm roten Schilde drei silberne im Dreipaß stehende Schindeln. Helm gekrönt. Rleinod: Zwischen offenem roten Fluge ein grüner Lorbeerkranz, in dem die drei silbernen Schindeln wie im Schilde angeordnet sind. Decken rot-silbern. Siebmacher l, Taf. 50, Rr. 13 unter den „Schleßingischen"; Tpross, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, V. Sand, 1857, Taf. 80. v. Schirnding. Das Glied des alten ursprünglich Fränkischen und vogtländischen Rdelsgeschlechts v. Schirnding, das nur zwei Jahre lang in der Dber- lausitz ansässig gewesen ist, gehört der Linie an, die aus Böhmen in das Vogtland gekommen war und sich hier in Brambach angesiedelt hatte. Carl Siegmunds v. S. auf Brambach und Schönlind, kurfürstlich Sächsischen Gberhofjägermeisters, Direktors und Oberinspektors der Flöße, dritter Sohn: Rugust Larl Friedrich v. S. auf Brambach und Schönlind, kurfürstlich Sächsischer Rammer- und Jagdjunker, vermählte sich zu Muskau am 24. Januar 1782, Donnerstag post llom. II. post Rpipbanias, abends um 7 Uhrft mit der Tomtesse Jeanne Etienne pauline d'ftuc de Bethusp, geboren zu Paris am 8. Februar 1764 als einzige Tochter des späteren kursächsischen Geheimrats Paul d'ftuc Grafen v.Bethusp auf See und Sproitz. Die beiden Rinder dieses Grafen Paul d'ftuc de Vethusp: Lrneste Philippe Elizabeth und die erwähnte Jeanne Etienne pauline hatten ihre Erbrittergüter See und Sproitz (beide von Rothenburg) am tz Genealogisches Taschenbuch der Ndeligen Häuser, Z892, S. 68; Gothaisches Briefadeliges Taschenbuch, 1908, S. 436. Der genannte v. Einem erhielt die königlich preußische Erlaubnis zur Vereinigung des Namens und Wappens der im Mannes- stamme erloschenen Familie v. Schindel mit dem seinigen, ü. cl. Schloß Babelsberg den ZI. Nugust 1867. 2) H.-St.-N. Noo. 9536, Erstes Buch Gberlaus. Landes- und Policep - Sachen ao 1633-57, Fol. 225. ft H.-St.-5l. Gen. Noe. 31796, Schirnding: Laus. Magazin 1782, S. 33. 746 v. Sckikopp. y. Januar 1782 ihrem zukünftigen Schwager bezw. Ehegatten Uugust Earl Friedrich v. 5. für 67 000 Tlr. verkauft. Schon am 1. Mai 1784 veräußerte er beide Güter an Johann Heinrich Gottfried v. Nostitz- Drzewiecki und Jänkendorf. Uugust Earl Friedrich starb am 11. Juni 1812 nachmittags fünf Uhr als königlich Sächsischer Kammerjunker, Gberforst- und Wildmeister, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr aus Gber- und Unter-Brambach, im noch nicht vollendeten 69. Lebensjahre. Er war der geistige Urheber des „Jänickeschen evangelischen Missions-Seminars" in Berlin, das am 1. Februar 1800 eröffnet wurde und von ihm auch materielle Unterstützung empfing H. Seine Gattin lebte über zwanzig Jahre im Witwenstande: sie starb in Dobrilugk am 4. Uugust 1822 und wurde am 8. d. M. daselbst begraben^). Es überlebten sie drei Töchter^): 1. Marie Uuguste pauline Juliane Elisabeth verehelichte Helmricht. 2. Juliane Taroline Jeanette Elisabeth verehelichte v. Seckendorfs. 3. Taecilie Udelaide. Line vierte Tochter, Elementine Henriette Louise v. S. war in Dobrilugk am 8. Dezember 1797 im Ulter von 6 I. 5 M. gestorben H. Wappen: Schild geviert von Schwarz und Gold. 1,4: einwärts gekehrter, wachsender, gekrönter, doppeltgeschwänzter goldener Löwe,- 2, 3: Drei über einander liegende schwarze Baumstämme mit je drei Ustenden an der oberen Längsseite, aus denen ebenso wie aus dem nach innen gelegenen Vaumstammende Flammen hervorschießen. Zwei gekrönte Helme. Kleinod des rechten: Der wachsende goldene Löwe,- Kleinod des linken: Die drei Feuerbrände des Schildes aufrecht stehend, neben einander. Decken schwarz-golden. Siebmacher, 6. Supplement, Taf. 26, Nr. 12. v. Schkopp. vorübergehend machten sich Ungehörige des dem Böhmischen Ur- adel") angehörigen Geschlechts v. Schkopp, das sich besonders in Schlesien ausbreitete, auch in der Gberlausitz ansässig. Um 13. Dezember 1731 verkaufte Earl Heinrich v. Vibran sein Gut Zoblitz (bl von Kothenburg) für 14 600 Taler an Friedrich Ulexander v. S. aus Gber-Nüstern im Kreise Liegnitz. Dieser hätte im königlich polnischen Leibkürassierregiment 3 Monate als Kornett, 37 Monate als >) vergl. I. T. Harter, Geschichte der parochie See, 1858, S. 105. -) H.-St.-kl. Geneal. I^oo. 31706, Schirnding. ch Ebenda. H Laus. Monatsschrift 1798, I, S. 102. H vergl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch für adelige Häuser, 1906, 7. Jahrgang, v. Schkopp. Die beiden im Text erwähnten Glieder de; Geschlechts, die in der Gberlausitz ansässig waren, sind übrigens im genannten Gothaischen Taschenbuch nicht namhaft gemacht. v. Schkopp. 747 Sous-Leutnant und 34 Monate als Premier-Leutnant, zusammen also 74 Monate gedient und wurde am ll. April l74l als Premier-Leutnant entlassen'). Lr geriet in Vermögensverfall und vermochte Zoblitz nicht zu behaupten. So wurde denn dieses Gut am 8. Juli 1756 Hans Hermann v. Damnitz adjudiziert. Aus dem Hause Zoblitz stammte Johann Georg August v. S. Lr stand im Jahre 1780 als Premier-Leutnant im Regiment Thevaux- legers in Löbau und starb in Frohburg am 21. Juli 1790 im 54. Lebensjahre als gewesener Premier-Leutnant im Prinz Rarlschen Dragoner- Regiment. vermählt war er mit Helene Friederike Marianne geb. v. Dallwitz, die ihn überlebte"). — Tarl Heinrich v. S., Rapitän-Major im v. Gersdorffschen Thevaux- legers-Regiment, wurde, nachdem er durch Pferdesturz einen Leibesschaden erlitten, am 25.Januar 1797 pensioniert^). vermählt war er seit demIahre 1766 mit Johanna Lhristiana v. Schollenstern. Sie starb am 9.September 1821 nachmittags '/tz5 Uhr im Alter von 80 Jahren uud wurde am 12. auf dem Lliaskirchhof in Dresden bestatteth. Lin Sohn dieses Ehepaars, Larl Siegismund Alexander v. L. war vermählt mit Henriette Laroline v. Schönberg, einer Tochter des am 29. August 1801 verstorbenen Heinrich Siegfried Traugott v. Schönberg aus Steinitz und Rolbitz und seiner Gattin Laroline Albertine geb. v. Lomsdorsf a. d. h. Weissagk R.-L. Frau Henriette Laroline v. Schkopp und ihre ältere Schwester wilhelmine Augustine Elisabeth v. Schmieden, geb. v. Schönberg, verkauften ihr Lrbrittergut Rolbitz (80 von Hoyerswerda) an ihren Gatten bezw. Schwager Larl Siegismund Alexander v. Schkopp am 14. April 1803 für 41 500 Rtlr. Lr starb altz Besitzer von Steinitz mit Rolbitz am 9. Februar 1805 im Alter von 34 Jahren in Bautzen am Scharlachfieber und wurde auf dem Tauchersriedhof bestattet''). Lr hinterließ zwei Rinder: Larl Heinrich Anton Albert und Marianne Agnes Llisa, letztere geboren zu Steinitz am 29. Februar 1804°). Die Vormünder dieser Rinder verkauften Rolbitz und Zubehör am 23. August/ 20. September 1806 an den kurfürstlich Sächsischen Leutnant Johann Friedrich Moritz Benjamin v. Roth für 44 500 Rtlr. Mappen: Im goldenen Schilde ein in jeder Vorderpranke eine rote Rugel haltender, mit schwarzer (brauner) Mönchskutte bekleideter, doppeltgeschwänzter, gekrönter roter Löwe. Helm gekrönt. Rleinod: wachsender Löwe. Decken rot-golden. Siebmacher II, Taf. 48, Nr. 10. tz 6 -- 5 t.-K. Gen. L>oo. 51797, Schkopp. h Laus. Magazin 1780, 5. 290; 1790, 5. 265. Dem Johann Georg Nugust v. 5. wurde am 9. September 1780 in Löbau eine Tochter geboren und am 15. getauft Ernestine Friederike Erdmuthe. 18 Taufzeugen waren gebeten. Laus. Magazin 1780, S. 296. 3) kf-°5t.-6. Geneal. 6oo. Z1797, Schkopp. tz Ebenda. tz Lauf. Monatsschrift 1805, I, S. 299: Budissinische wöchentliche Nachrichten 1805, Nr. VII. °) Laus. Monatsschrift 1804, I, 5. 243. 748 v. Schleinitz. v. Schleinitz. Ms Stammsitz des in Sachsen erloschenen, einst so berühmten und hoch angesehenen, reich begüterten Geschlechts v. Schleinitz, das bereits um die Mitte des l 3.Jahrhunderts urkundlich nachweisbar erscheint, dürfte das Schloß Schleinitz bei Lommatzsch anzusprechen seinI. Der Grundbesitz des Geschlechts war zu Anfang des l6. Jahrhunderts ein so bedeutender, daß man mit Fug und Recht von einem „Schleinitzer Ländchen" sprechen konnte, das die beiden großen Böhmischen Herrschaften Tollenstein und Schluckenau, die Herrschaft hohnstein und eine Anzahl Gberlausitzischer Güter, insgesamt einen Flächeninhalt von gegen 13^2 Csuadratmeilen, umfaßtes, von den Gberlausitzischen Gütern war zu Anfang des l7. Jahrhunderts nur noch Gderwitz von Zittau) im Besitz der Familie. Zur Linie Seerhausen (im Amte Gschatz) gehört Ritter Hans v. S. aus Schieritz, Zehren, Jahna, geboren 1540, gestorben am 8. Februar 1613, vermählt mit Maria v. Sundhausen, gestorben am 3. April 1613, wenige Wochen nach ihrem Gatten^). Hans hinterließ fünf Söhne (I-V): I. Heinrich, kurfürstlick Sächsischer Oberst zu Roß, geboren zu Schieritz am 22. Juni 1573, gestorben kinderlos am 31. Mai 1654, erhielt nach dem Tode seines Bruders Joachim (siehe III) dessen Gut Jahnishausen im Meißner Rreise, sowie gemeinsam mit seinem Bruder Christoph Vischdorf (0 von Löbau). Er war zweimal verheiratet: I. mit Elisabeth v. holtzendorss, gestorben am 11. Februar 1640,- II. mit Dorothea v. d. Pforte, gestorben am 6. April 1656. II. Christoph, kurfürstlich Sächsischer Rammerjunker, geboren zu Schieritz am 2. Januar 1576, gestorben 1654h. Rach dem Code seines Bruders Joachim (siehe III) siel an ihn das Gut Schieritz (KlVV von Meißen). Schon lange zuvor hatte sich Christoph in der Gber- lausitz ansässig gemacht, indem er das im Konkurs befindliche, zuvor den v. haugwitz gehörig gewesene Gut putz kau (80 von Bischofswerda) im Jahre 1615 erwarb"). Auf kurfürstlichen Befehl kam er am 12. Juni 0 Auch im östlichen Teil der Lommatzscher pflege waren im 1Z. Jahrhundert die v. Schleinitz angesessen. Bei Ausgrabungen in der ehemaligen Klosterkirche zu Seußlitz auf dem rechten Llbufer (bl von Meißen) fand man zu Lnde des Jahres 1902 eine Sandsteinplatte, auf der sich die ritterliche Gestalt eines im September 1288 daselbst bestatteten Oominus Oonrsäus . . . befindet. Der von ihm in der linken ksand gehaltene Schild zeigt die drei Schleinitzschen fünfblätterigen Rosen, vergl. G. L. Schmidt, Neues Archiv für Sächsische Geschichte, herausgegeben von Lrmisch, XXV. Band (1904), S. 149 ff., sowie desselben Verfassers „Rursächsische Streifzüge", III. Band, 1906, S. 72 ff., bes. S. 79-80. 2) vergl. Rnothe, Geschichte des Schleinitzer Ländchens, Neues Laus. Mag. Bd. 39, S. 401 ff. 3) vergl. die nicht immer zuverlässige „Geschichte des Schleinitzschen Geschlechts von Einem Mitglieds des Geschlechts", 1897, S. 218 und Taf. 4. Hansens Söhne sind besprochen ebenda S. 228, 231, 232, 257. tz Vas Jahr 1654 als Todesjahr nennen die putzkauer Lehnsakten. Geschichte v. Schleinitz gibt — wohl nicht richtig — 1651 als Jahr des Todes an. h Er kam darum ein, seine Vettern Andreas Dietrich, Hans George, haubold, Friedrich und Abraham Gebrüder v. S. auf Seerhausen, Graupzig und Böhlen, dann o. Schleinitz. 749 1631, wohl zum Landtag, mit sechs Pferden nach Dresden und blieb hier 31 Tage, bis zum 13. Juli*). Lhristoph hatte außer einer Tochter, die ihm am 16. August 1630 geboren wurde und am 1. September getauft werden sollte^), zwei Löhne: Hans Lhristoph und Joachim Heinrich. Sie verkauften das verschuldete väterliche Gut putzkau im Jahre 1666 an Heinrich v. Friesen d. I. III. Joachims, geboren zu Lchieritz am 6.Juli 1677, kurfürstlich Sächsischer Gberkriegskommissar und Oberst zu Roß und zu Fuß, kapitulierte als Kommandant von Leipzig im Jahre 1642 vor Torstenson. Früher der höchsten Gunst seines Landesherrn sich erfreuend, fiel er nun in Ungnade. Noch vor Ahschluß des gegen ihn anhängig gemachten Prozesses starb er am 21./31. Juli 1644 in Dresden und wurde ohne Zeremonien in Lchieritz bestattet. Nur seine Lehngüter fielen an seine Erben, sein übriger Besitz wurde konfisziert, vermählt mit Margarethe v. Pflugk a. d. h. Gauernitz hinterließ er keine Erben. Joachim besaß die Meißnischen Güter Lchieritz und Jahnishausen. Im Jahre 1622 hatte ihn der Oberst zu Fuß Heinrich v. Bünau in die gesamte Hand an dem Gute Bischdorf (0 von Löbau) genommen. Nach dem Nbsterben v. Bünaus fiel Bischdorf an Joachim, aus dessen Ansuchen seinen beiden Brüdern Heinrich und Lhristoph v. S. 1636 die gesamte Hand an diesem Gute bekannt wurde. Nach Joachims Tode wurde seinen beiden Brüdern, dem Obersten Heinrich und dem Kammerjunker Lhristoph v. S. (siehe oben I und II) Vischdorf aus Gnaden überlassen h; am 27. März 1645 wurden sie belehnt. Es hatte unterdessen Sarah v. Bünau, geb. v. pslugk, die Witwe jenes oben erwähnten Heinrich v. B., aus ihres Gatten Nachlaß eine Forderung von über 15 000 Talern an Kapital und Leibzinsen den Erben Joachims v. S. gegenüber geltend gemacht, wofür ihr im Jahre 1646 das Gut Bischdorf zuerkannt wurde I. IV. Ehrenfried, geboren am 3. Oktober 1583, gestorben 1614. V. Hans, geboren am 5. Juni 1586, gestorben vor 1614. — Dietrich v. S. auf Hof, Bornitz und Jahnishausen, dann Lhristoph Haubold und Rbraham v. S. auf Ragewitz und Stauchitz in die Rtitbelehnschaft zu nehmen. tz Gleichzeitig ritten nach Dresden Hans Bastian v. S. mit vier Pferden, Dietrich v. S., tvolf Dietrich v. S. mit vier, Hans Dietrich mit vier Pferden, u. a. H.-St.-6. Geneal. Boa. Z1798, v. Schleinitz, vol. I. 2) Ihr Name ist uns nicht bekannt. Lhristoph v. S. meldet die Geburt „der durchlauchtigen, hochgebornen, gnedigsten Fürstin und Freulein" und ebenso „dem durchlauchtigsten, hochgebornen gnedigsten Fürsten und Herrn" und ladet zur Taufe ein. H.-St.-N. Gen. Boe. 31799, v. Schleinitz, vol. IV. tz vergl. Gebauer, Joachim v. S. zc., Neues Krchiv für Sächsische Geschichte, herausgegeben von Lrmisch, Band XXVIII, S. 187 ff. tz Joachim v. S., des Verbrechens der beleidigten Majestät für schuldig befunden, wurde, da er „in rsatn" gestorben, seiner Güter für verlustig erklärt. Lehnsakten Bischdorf. ") Heinrich und Lhristoph v. S. verglichen sich mit Sarah v. Bünau dahin, das; Bischdorf, ehemals in die 17000 Taler geschätzt, jetzt aber kaum 9500 Taler wert, ihr eigentümlich gehören und 8500 Taler den Gebrüdern v. S. als Rückfall verbleiben solle: diese Summe solle nach Sarahs Tode ihnen zufallen. 750 v. Schleinitz. Der Zeitenlinie Kreinitz-Saathain und zwar der Nebenlinie halb-Dahlen gehört an der im Jahre 1632 gestorbene Oberstleutnant zu Fuß und Kommandant von Senstenberg haubold v. S.h. Dessen Sohn John (Jahn) Philipp Dietrich v. S., kaiserlicher Hauptmann, erhielt vom Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen das an diesen als apertes Lehn heimgesallene Gut Diehmen (8>V von Bautzen) abgetreten und verkaufte es am 20. Oktober 1653 an Helena Sabina v. Maxen, geb. v. Gersdorff. vermählt war John Philipp Dietrich mit Maria v. Günderode, einer der sechs Töchter des Hofrichters Georg v. G. und dessen Gattin Brigitta geb. v. d. Gabelentz. Zu der Nebenlinie von Skassa alten Teils ist zu zählen Hans Bastian II. v. S. aus Zschaiten, Döbritzchen und Zottewitz, gestorben 1635^). Dessen jüngster Sohn haubold, kurfürstlich Sächsischer Kriegskommissar, Herr aus Zottewitz, kaufte 1637 von den Lehnserben Nikols v. Lüttichau Königswartha (bll^M von Bautzenh am 7. November 1637 wurde er belehnth. vermählt war hauboldh: I. mit Unna Margaretha v. Schönfeldh II. mit Tatharina Margaretha v. Schönberg. Um 20. Dezember 1653 erhielt diese einen Leibgedingebries über Königswartha"). Sie ging nach ihres Gatten Tode eine zweite The ein mit . . . v. ponickau"). haubold starb zu Bautzen am 17. Januar 1657 und wurde am 21. in Königswartha beigesetzt h. Tr war stark verschuldet. Um das väterliche Leichenbegängnis veranstalten zu können, baten im Mai 1657 drei seiner Söhne den Kurfürsten, es mögen ihnen zu diesem Zweck die Einkünfte des Gutes auf ein Jahr gewährt werden,- denn Königswartha war noch vor haubolds Tode vom Rittmeister Siegfried v. Lüttichau wegen 1000 FI. Kapital und der rückständigen Zinsen sequestriert worden b). haubold hinterließ vier Söhne (1—4): 1. Johann Georg. Siehe S. 751. 2. Hans lvolf. Siehe S. 751. 0 Geschichte v. Schleinitz, S. 410. h Ebenda, 5. 450, 455. ch schon damals waren, wie heutzutage, die Königswarthaer Teiche sehr fischreich. So hatte Haubold v. S. im Jahre 1640 an den kursächsischen Hof eine Forderung von 27S Talern für gelieferte 46>/., Zentner Karpfen. H.-St.-kl. Gen.L,oa. 31708, v. Schleinitz, vol. I. tz Körnig, Lhronik von Königswartha, Mspt. V, L, 172, Krchiv der Vber- laus. Gesellschaft der Wissenschaften. 5) Sie hatte auf Grund der Lheberedung vom 11. März 1640 2000 Fl. Meißnisch als Lhegeld zugebracht. Hierfür wurden ihr zugesichert eine Hypothek von 2000 Fl. auf Königswartha, verzinslich zu 10°/^, ferner 200 Fl. Leibzinsen jährlich wegen des Gegenvermächtnisses in Höhe von 2000 Fl. was die weibliche Gerechtigkeit anbetrifft, so sollten ihr für dieselbe von den Erben 2000 FI. Meißnisch ausgezahlt werden, sie sollte ferner erhalten „die beste Laretha sambt zwepen Stangenpferden"- Lehnsakten Königswartha. o) Körnig a. a. D. H Ebenda. h H.-St.-K. Gberlaus. Justizsachen, I.oe. 0521, vol. XIV. v. Schleinitz. 761 3. Hans Joachim. Siehe S. 752. 4. Hans Rsmus. Siehe S. 752. 1. Johann Georg v. S. aus Vlattersleben, kaufte am 10. Rpril 1673 von seinem Bruder Hans Rsmus das Gut Lauske von Löbau, 0 von Bautzen). Rm y. November 1673 belehnt, verkaufte er das Gut schon am 11. November des nämlichen Jahres für 12400 Taler an Hans Friedrich v. Nodewitz'). Johann Georg starb als Gberstall- meister und Geheimrat am 11. Juni 1703 zu Dresden und wurde am ly. in der Sophienkirche daselbst bestatteth. vermählt hatte er sich: I. damals Unterstallmeister und Nammerjunker, am 2Y. Februar 1660 auf dem kurfürstlichen Schlosse zu Dresden mit Susanna Elisabeth v. Oppersdorfs, Nammerfräulein der Nursürstin^); II. zu Dresden am 30. Juni 1672 mit Benedicta Christiane v. Luchwald, gestorben zu Dresden am 2. September 1696h. Johann Georgs jüngster Sohn aus seiner zweiten Ehe: Hans haubold v. 5., geboren am 2. Februar 1681h, gestorben vor 1720, Nammerherr, war vermählt mit Lharlotte Sophie v. pflugk. Sie ging im Jahre 1720 eine zweite Ehe ein mit Friedrich Gottlob v. Maxen aus Jehser und Bischheim, Nammerjunker"). Hans haubold hatte drei Töchter hinterlassen: Tharlotte Sophie; Johanna Ruguste, vermählt mit dem kursächsischen Leutnant Heinrich Dietrich v. polenz; ferner Sophia Lhristina. Lharlotte Sophie vermählte sich mit Balthasar Lrdmann v. d. hepde. Sie kaufte, damals noch unverheiratet, von den Neffen Friedrich Gottlobs o. Maxen, Johann Nikolaus und Johann Georg v. Maxen, am 2./4. Rugust 1752 das Gut Bischheim (8>V von Namenz) und schenkte es 1779 ihrem Vetter Wilhelm Siegismund Julius v. pflugk aus Strehla. 2. Hans Wolf v. S. aus Zottewitz, kaufte am 1I./21. Januar 1661 von dem Rate zu Namenz das Rittergut Lunnersdorf von Namenz). Er starb am 26. September 1665. vermählt war er mit Barbara v. Lüttichau a. d. h. NmehlenI. Er hinterließ einen Sohn Wolf haubold, der unter Vormundschaft Johann Georgs v. S., seines Oheims, kam. Rm 20. September 1680 wurde Wolf haubold mit dem väterlichen Gute Lunnersdorf belehnt. Ruf sein Rnsuchen verwandelte 0 Boo. 9548, Das 8. Buch Dberlaus. Lehens-Lachen, 1672 —8I,Trb- verwandlungen, Fol. 185. h Geschichte v. Lchleinitz, 5.464; v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen kidels, 1896, S. 281. ks.-St.-6. Gen. Boe. 51799, v. Lchleinitz, vol. III. tz v. Feilitzsch a. a. V. S. 281. °) Geschichte v. Schleinitz, Z. 470. ") Oie Eheberedung hatte am 29. Juni 1720 stattgefunden. Lehnsakten Bischheim. Oer Pfarrer N. Georg Bierling zu Bönigswartha und die Kirchväter klagten gegen die Trben der Frau Barbara v. §., geb. v. Lüttichau, da diese das von Frau Barbara in ihrem am 25. März 1656 aufgerichteten, ani 24. September 1666 vor dem kurfürstlichen Gberamt zu Bautzen publizierten Testament der Kirche zu Königswartha ausgesetzte Kapital von 200 Ktlrn. nicht auszahlten. ks-'M.-kl. Geneal. Boo. 51799, v. Schleinitz, vol. IV. 752 v. Schleinitz. der Kurfürst am 20. Dezember 1696 Tunnersdorf aus Mannlehn in Erbe und Allod. Mols haubold starb am 3. August 1704 als Hof-, Justiz- und Appellationsrat'), .vermählt war er mit Johanna Lophia v. ponickau, die eine zweite Ehe einging mit Daniel Erasmus v. huldenbergh. Wolf haubold hinterließ nur eine Tochter: Susanna Salome, getauft zu Dresden am 22. August 1687^), vermählt: I. mit Heinrich v. Nostitz,- II. mit Johann Ludwig v. lvangenheim. Am 2. April 1708 wurde sie mit Lunnersdors belehnt. 3. Hans Joachim v. 5., kaufte gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Hans Asmus (siehe 4.) am 20. November 1658 von Hans Adolph v. haugwitz das Gut Lauske (I414>V von Löbau, 0 von Bautzen), den Nittersitz nebst dem Lehngut und dem früher nach Nechern (14bM von Lauske) gehörigen Vorwerk. Am 31. Juli 1659 wurden sie belehnt. 1667 erhielten beide noch einen Lehnbrief über drei bei der Zschornaischen Mühle (8 von Lauske) gelegene Gärtner und ein Stück dazu geschlagenes Holz-'). Beide Brüder verglichen sich im Jahre 1668 dahin, daß derjenige, „weme das von uns bißhero in coinmunions gehabte Gutt Laußig durchs Loß zukommen wurde", dieses erb- und eigentümlich behalten solle. Das Los entschied für Hans Joachim. Dieser starb jedoch im nächsten Jahre (1669), nachdem er Lauske am 6. Mai 1669 seinem Bruder Hans Asmus verkauft hatte. 4. Hans Asmus v. S. wurde nunmehr am 6. November 1669 mit Lauske belehnt. Am 10. April 1673 verkaufte er, wie erwähnt (vergl. S. 751), Lauske seinem älteren Bruder Johann Georg. — Die Linie Saathain-Mückenberg begründete der Amtmann zu Hain Friedrich v. S. auf Saathain, der 1519 Mückenberg (^V von Nuhland, 14 von Grtrand) von denen v. Köckritz erwarb^). Sein Urenkel lvols Heinrich v. S. auf Saathain und Mückenberg, gestorben zu Großenhain am 10. März 1616, hinterließ neben diesen Gütern auch ein zu Mückenberg gehöriges Stück Holz in der Gberlausitz, „zwischen der polßnitz und Elster gelegen", genannt „der Mchliczsch" (Mielitzsch)°). Wolf Heinrich hatte drei Söhne h: h Geschichte v. Schleinitz, S. 46d. 2 ) Oie Geschichte v. Schleinitz, S. 469 macht die irrtümliche Angabe, die Tochter lvolf Haubolds, Susanna Salome v. S. habe sich mit Daniel Erasmus v. Huldenberg vermählt. H.-St.-A. Boo. 9548, Vas 10. Buch Gberlaus. Lehenssachen, Lrbverwand- lungen betr., 1682-1708, Fol. 495. 4) Line Lehnsversäumnis, die sich die Gebrüder Hans Joachim und Hans klsmus zu „Laußigk" wegen dieser Lehnsstücke hatten zu Schulden kommen lassen, wurde ihnen vom Kurfürsten am 30. (Oktober 1667 verziehen. H.-St.-A. Noe. 9547, Vas vierdte Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1666-81, Fol. 44. 5) Geschichte v. Schleinitz, S. 400. °) H.-St.-A. Noo. 9546, Vas zweite Buch Gberlaus. Lehenssachen 1651-50, Fol. 22. H Die Geschichte v. Schleinitz, S. 486 nennt auch zwei Töchter lvolf Heinrichs: Latharine Margarethe, vermählt mit Friedrich v. Schleinitz auf Neudeck, und Latharine, vermählt mit Heinrich v. Ziegesar. vielleicht war eine dritte Tochter: „Jungfrau Ursula, Tochter des ch lvolf Heinrich von Schleinitz auf Zschaiten und Mückenberg", o. Schleinitz. 753 a. Mols Dietrich. b. Heinrich. e. Hans Mols, der beim Tode des Vaters abwesend war. a. Mols Dietrich v. 5., mit dem wir uns hier allein zu beschäftigen haben, geboren l5yy, gestorben 1638 h, erhielt in der brüderlichen Teilung das Gut Mückenberg mit dem in der Gberlausitz gelegenen Gehölz „Mielitzsch". Dieses wurde ihm in Bautzen am 26. Rugust 1617 zu Lehn verreicht. Tr war dreimal vermählt: I. mit Anna Maria v. Einsiedel; II. mit Brigitta v. Ende; III. mit Christine . . . Mols Dietrich hinterließ einen unmündigen Lohn Mols Heinrich II., geboren zu Mückenberg am 28. Juli 1619h, der unter Vormundschaft seiner Oheime, der Gebrüder Hans Mols und Heinrich v. 5. stand. Tr erbte das väterliche Gut Mückenberg nebst dem „Mielitzsch" und starb am 16. September 1669. vermählt mit Rnna Elisabeth v. d. Pforte hinterließ er neben Töchtern einen Sohn Hans Dietrich v. §. Dieser erbte von seinem Vater Mückenberg nebst dem „Mielitzsch", von seinem kinderlos gestorbenen Gheim Mols Dietrich III. Saathain, vermählt war er in kinderloser Ehe mit Elise Sophie v. Dacheröden. Bin 4. Mai 1716 starb er als letzter der Linie Saathain-Mückenberg. Den von den Mannlehn- und Rittergütern Mückenberg und Saathain nebst dem „Mielitzsch" ihnen bevorstehenden Lehnsansall und das Sukzessionsrecht überließen die vier Gebrüder bez. Vettern v. S.: Thristian Wilhelm aus Zetteritz, Ihrer Großzarischen Majestät Oberstleutnant, Adolph Gotthelf Rudolph, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rittmeister, Christoph Heinrich, Polnisch-Sächsischer Hauptmann, und Heinrich Ernst, Polnisch-Sächsischer Major, für 65 000 Gulden am 6. März 1716 dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Dberhos- marschall, Rabinettsminister, wirklichen Geheimrat und Kammerpräsidenten Woldemar I. Freiherrn v. Löwendal aus Elsterwerda. — Die Gebrüder Ernst und Georg v. S. aus Tollenstein, Sühne Heinrichs, sowie die Söhne seines Bruders hugold, Hans und Simon Iudae aus Schleinitz und Hof erhielten eine Bestätigung der Böhmischen Freiherrnwürde am 1., bez. 12. Mai 1532. Rm 20. Oktober 1560 wurde die Führung des Freiherrnstandes für das Deutsche Reich bestätigt. — Der königlich preußische Staatsminister und Minister des königlichen Hauses, Alexander, wurde am 15. Juni 1879 in den preußischen Grafenstand erhoben b). Mappen: Schild gespalten von Silber und Rot; vorn in der Mitte des Feldes eine sünsblätterige rote Rose, hinten zwei fünfblätterige silberne Rosen über einander. Helm gekrönt. Kleinod: Zwei Hörner, das rechte silbern, das linke rot. Decken rot-silbern. Tpross, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Band, 1855, Taf. 71. deren Hochzeit mit Joachim v. Loh am 14. September 1618 stattfand. (Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXX. Jahrgang, 1902, S. 369). Sie starb im Jahre 1632. (v. Illinckwitz, Geschichte von Pillnitz, 1893, S. 114). tz Geschichte v. Schleinitz, S. 488. ft Ebenda, S. 489. ft Geschichte v. Schleinitz, S. 29, 30. 48 ä 754 v. 5chlieben. v. Lchlieben. Vas erstmalige Auftreten von Gliedern des Geschlechts v. Schlieben in der Gberlausitz fällt in das Jahr 1329. Km 16. August dieses Jahres erscheint in einer aus dem Grasenstein bei Grottau in Böhmen von den Gebrüdern v. Donpn ausgestellten Urkunde unter den Zeugen an zweiter Stelle .laroslaus äe 2IibsnH. Vieser Jaroslaus war vom Jahre 1332 an Lurgvogt zu Uohnau, nördlich von Hirschselde („lloroslaus cts 8Ii- boin, castollanus in Nanozv"). Seine Gemahlin hieß Elisabeths). Ein Nptze v. Slawen und sein Sohn Wolfram traten im Jahre 1366 der Abtissin von Ularienthal Anna v. Gppal Zins zu Gstritz ab, den sie von den Burggrafen von Donpn besaßen^). Endlich urkundet am 18. Juni 1422 zu Hirschfelde oder Zittau ein Albrecht Wepker von Sliben zu Uohnau, ein Stiefsohn des Matthis Lappatsch, über Zins- verkaus an einen Zittauer Bürgers. Soviel in Uürze über das erste urkundliche Erscheinen von Angehörigen des v. Schliebenschen Geschlechts in der Gberlausitz aus Grund der neuesten Forschungen. Die fernere Geschichte des Geschlechts in der Gberlausitz bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts siehe bei Unothe, Geschichte des Gberlausitzer Adels und seiner Güter, 1879, S. 480 — 482. Aus jener Zeit sei zunächst hier nur jener Glieder des Geschlechts gedacht, die das Meißnische Gut Arnsdorf besaßen. Eustachius, Easpar, Balthasar und Hans Gebrüder v. S. hatten im Jahre 1523 das Gut Pulsnitz von den Gebrüdern v. Schleinitz erkauft. Bis zum Jahre 1580 blieb es im Besitze ihrer Nachkommen"). Der oben erwähnte Balthasar, der Begründer des pulsnitzer Zweiges, der später auch der Ulein-Milkauer Zweig genannt wird, hatte zu seinem Anteil von Pulsnitz noch die Meißnischen Güter Arnsdorf (88^V von Bautzen) und Schlungwitz (blblO von Arnsdorf, 8^V von Bautzen) im Amte Stolpen erworben, daneben besaß er seit dem Jahre 1541") halb Spohla und halb Brieschko (bl und 0 von Wittichenau). Nach seinem Tode saßen seine Söhne Jorge, Eustachius, Balthasar Gebrüder v. S. aus Pulsnitz, ebenso deren ausländischer Bruder vietz zunächst aus den ungeteilten väterlichen Lehngütern. Im Jahre 1565I aber verkauften sie ihre Dörfer Arnsdorf und Schlungwitz ihrem Bruder Hans v. S. und ließen, Pulsnitz den 19. Dktober 1565, die Lehn an diesen Dörfern aus. Kurfürst Augustus belehnte nun am 20. Oktober 1565 den neuen Besitzer Hans v. S. zu Pulsnitz mit Schlungwitz, Dorf und Wald; Arnsdorf, Dorf und Wald und sechs Teichen; einem Malter Uorn und einem Malter tz voehler im Oiplomatarium Vallis 8. Nariss, Neues Laus. Ntag. Bd. 78, 5. 34. -) Köhler, ooä. Uiploiv. Nusat. sup. I, 5. 247; voehler a. a. V. 5. 35. H voehler a. a. V. 5. 51, 58, 54. ->) Lbenda, S. 66. H §. G. Nichter, Geschichte und Topographie von Pulsnitz, 1804, 5. 8. ") Nnothe, Geschichte des Gberlausitzer Lidels, 5.481. -) Lehnsakten klrnsdorf. Vas zunächst folgende ist von »ns bereits ansgefiihrt im Neuen Laus. Nkag. Bd. 76, 5. 230. v. Schliebsn. 756 Hafer Vischofszehnt zu „Vreßaw"; vier Scheffeln Weizen und sechs Scheffeln Korn zu Krobnitz, mit Zinsen, Ackern, Wiesen, Fronen rc. zu rechtem Wannlehn. Zugleich erteilt der Kurfürst die Mitbelehnung an folgende verwandte Hansens: „Georgen, Eustachien, vietterichen undt Balthasarn, seine brudere, Eustachien den eltteren zur Zossenn, undt Hansen von Schlieben, auch den eitern zur pulßnicz gebruedere, undt Albrechten, Ehristoffen und Ditterichen von Schlieben auf Gordauen in Preußen, undt Hansen undt Georgen von Schlieben aus Nordenburg in Preußen, undt Veiten Michaeln undt Eustachien von Schlieben auf Baruth in Sachsen ire vettern" und deren Erbenh. Hans v. S. befand sich in ungünstigen Vermögensverhältnissen, so daß ihm sein Bruder Eustachius die Summe von 3637 FI., sein Bruder Balthasar 809 FI. vorstrecken mußte. Der Kurfürst genehmigte am 8. März 1580 h, daß die ausgenommenen Kapitalien aus Arnsdorf, Schlungwitz und Günthersdors hypothekarisch eingetragen würden. Als Ersatz für eine ihr schuldige Summe Geldes trat Balthasar seine hypothekarischen Ansprüche an Arnsdorf am 4. Juli 1582 seiner Schwester Jungfrau Margarethe v. S. ab. Um das Jahr 1588 erwarb Hans v. Seidlitz das Gut Arnsdorf. - Einen Leonhard Schlieben, der uns im 17. Jahrhundert in der Gberlausitz begegnet, besprechen wir in einer Anmerkung h. — H Lehnsakten klrnsdorf. 2) Leonhard Schlieben hatte, wie er im Jahre 1653 dem Kurfürsten schreibt... „hiebevor in gewisser Kriegesbestallung bepdes unter weplandt Herrn General Lieutenant von klrnimb p. und dann dem Gbristen Lhristoffen von vitzthumb vor einen Hauptman gedienet, und waß einen redlichen Soldaten zustehet, ohne ungebiihrenden Nuhm treulich versehen, aber nachdem letztbesagtes Regiment untergestecket worden, meinen ehrlichen klbscheidt genommen undt einen Haußwirth zu geben mich entschlossen, zu welchen Ende ich dann ein schlechtes Lehngütlein, Klein-Schweidnitz genant, in El Lhurfl: vurchl: Marggraffthumb Gber Lausitz gelegen, den Frepherrn von Nostitz umb 4000 Thlr. ab erkaufst undt bißher der Haußhaltung darauff, weills von weniger Nutzung, kümmerlich gepflogen". (Lehnsakten Klein - Schweidnitz). Leonhard Schlieben war am 16. März 1638 mit Klein-Schweidnitz (8 von Löbau) belehnt worden. Er hatte neben einigen Töchtern nur einen Sohn: um nun auch die Töchter gut versorgen zu können, bat er im Jahre 1653 den Kurfürsten, ihm sein Gut Klein - Schweidnitz, das fast keine Untertanen habe, aus Lehn in Erbe zu verwandeln. Oer Landesherr erfüllte, Nnnaburg den 10. Npril 1654, seine Bitte. Die Gattin Leonhards war klnna Margarethe Schönborn. (Wagner, Budissinsche Grab- und Gedächtnis-Mahle, 1607, 2. 305.) Oer Name seines Sohnes ist uns unbekannt. von Leonhards Töchtern kennen wir drei: klnna Margaretha, die sich mit dem Duartiermeister Hans Heinrich Goldbach vermählte. Vieser wurde, nachdem er den Dienst als Proviantschreiber und Duartiermeister in der kurbrandenburgschen Feldartillerie aufgegeben hatte, Pachter des seinem Schwiegervater Leonhard Schlieben gehörigen Gutes Klein-Schweidnitz und kaufte dann am 20. klugust 1664 das Gütchen Jauernick (bNV von Löbau) für 1450 Ntlr. (H.-St.-5l. Boo. 9547, Vas 6. Buch Dberlaus. Lehnssachen, 1657 — 74, Fol. 139.) klnna Margaretha vermählte sich nach ihres ersten Gatten Tode wieder mit Gtto Siegmund v. Haas (Haß). Line zweite Tochter Leonhard.s, klnna Dorothea, verheiratete sich mit LarlNudolf v. „Llssnitz" und kaufte am 28. Mä z 1672 von ihrem Vater das Gut Klein-Schweidnitz. Line dritte Tochter, Eleonore, starb 1675 unvermählt. (Dtto, Dberlaus. Schriftsteller- Lexikon, III. Band, S. 527, Nr. 9.) - Leonhard Schlieben schreibt sich nicht adelig: er unterzeichnet sich im Jahre 1653 „Leonhnrdt Schliewen", ebenso 1654 (Lehnsakten 766 v. Schlieben. Die Linie Beicherskreutz (Kreis Lübben), die später auch die Sänitzer Linie genanntwird, begründete Zacharias v. 5. vermählt war er angeblich mit Magdalena v. Maltitz a. d. h. Falkenbergh. Von seinen zwei Söhnen pflanzte der jüngere, Caspar Loth v. S. aus Beicherskreutz den Stamm fort. Er war verheiratet mit Barbara Dorothea v. Loeben a. d. h. Bölzig, die ihm zwei Söhne schenkte: Caspar Christoph und Bdam Friedrich. Dieser hinterließ nur Töchter, während Caspar Christoph der Vater mehrerer Söhne wurde. Caspar Christoph vermählte sich mit Krina Elisabeth v. Schönermarck a. d. h. Ullersdorf. Cr starb im Jahre 1736 h und hinterließ vier Söhne (1—4): 1. Hans Caspar, von ihm wird unten (S. 767) die Bede sein. 2. Caspar Loth. Er fiel im Jahre 1762 als kursächsischer Generalmajor in der Schlacht bei Lutternbergh. 3. Caspar Gottlob. Cr trat in Sächsische Kriegsdienste, wurde Oberst und Geheimer Kriegsrat. Sm Jahre 1771 erstand er das zuletzt im Besitze des eunä. insä. Friedrich Lhrenhold Uicius befindlich gewesene Gut Neudors a. d. Spree (blO von Bautzen) im Bdjudikationstermin und wurde am 31. Bugust 1772 belehnt. Im Jahre 1777 verkaufte er, jetzt aus Iähschen genannt, Neudors an Johann Budolph Bugust v. Bodewitz. Caspar Gottlob starb aus Dubraucke im Kreise Spremberg am 23. November 1792 im 72. Lebensjahre an der Wassersucht^), vermählt hatte er sich auf Iähschen am 21. Oktober 1763 mit Johanna Charlotte v. Mühlen"), die in der Nacht vom 24. zum 26. Januar 1795 aus Dubraucke entschlief"). Folgende Kinder des Ehepaars find bekannt: Caspar Friedrich Gottlob, * 3. September 1764h. Bntonia Louise Charlotte, * zu Türchau (080 von Hirschfelde) 1. Juli 1769, getauft am 6. d. M.h. Caspar BIbert, * zu Iähschen N.-L. 31. Bugust 1774. 4. Carl Friedrich. Riem-Schweidnitz). Im Lehnbrief vom 16. März 1638 wird ihm die Titulatur gegeben: „Dem Lhrenvesten und Mannhafften Leonhardt Schlieben, Haubtmann". (Ebenda.) Sein in den Lehnsakten von Klein - Schweidnitz befindliches Lacksiegel ist so klein und so undeutlich, daß das Siegelbild sich nicht erkennen läßt. H Nach einer am 18. April 17YZ in Bautzen beglaubigten Ahnentafel zu sechzehn Ahnen für Friederika Auguste v. Schlieben. (Stiebermuseum in Bautzen.) In dem Merk „Nachricht von einigen Häusern des Geschlechts von Schlieffen oder Schlieben", Kassel 1784, S. 441 und Stammtafel nach S. 454 wird seine Gattin Anna v. Leipziger aus Beerwalde genannt. '-) „Nachricht von einigen Häusern" w., Tafel nach S. 454. u) Ebenda. H Laus. Magazin 1792, S. 389. h vierteljahrsschrist für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XI (1883), S. 37. Sie wird auch Laroline Lharlotte v. M. genannt, so im Laus. Magazin 1769, S. 238, auch in der „Nachricht", Tafel nach S. 454; auch mit den Vornamen Lharlotte Lonise wird sie bezeichnet, so im Laus. Magazin 1774, S. 325. '-) Laus. Monatsschrift 1795, I, S. 120. H Vierteljahrsschrift für Heraldik ic., XI, S. 37. h Laus. Magazin 1769, S. 238. v. Schlieben. 757 1. Hans Taspar v. 5., der älteste Lohn Taspar Christophs, war geboren am d. März 1694 zu Mochlitzh bei Lieberose N.-L. Mit 14 Jahren kam er zum adeligen Kadettenkorps nach Dresden, wurde am I.Mai 1718 Leutnant im kurfürstlich Lächsischen Infanterieregiment v. Dresky, 1723 Kapitän. 1727 wurde er als Kapitän zum Marchischen Infanterieregiment versetzt, wurde 1730 Major in der Leibgrenadiergarde, 1739 Oberstleutnant, 1745 Oberst, 1753 Generalmajor und nahm nach dem Ende des siebenjährigen Krieges seinen Abschied. Cr starb im Alter von 80 I. 17 C. am 28. März 1774 vormittags um elf Uhr auf dem Rittergut Länitz bei Rothenburg und wurde am 2. April in der dortigen herrschaftlichen Gruft beigesetzt. Cr war dreimal vermählt-): I. mit Johanna Elisabeth v. Schindler; II. mit ... v. Oppen; III. seit dem 22. Februar 1752^) mit Magdalena Juliane Eleonore v. Klüx a. d. h. Petershain. Lie war in erster Ehe verheiratet gewesen mit dem Hauptmann Taspar Rudolph v. hertzberg auf Länitz, der am 15. September 1746 starbh. Am Termin Michaelis.1755 kaufte sie von den Vormündern ihrer Kinder erster The deren zwei vritteile am Erbguts Länitz (14 von Rothenburg) für 14000 Thaler. Lie verkaufte Länitz am 1. Mai 1787 an Jakob d. I. v. Lalza und Lichtenau aus Zoblitz. An einem bösartigen Fieber starb sie im 70. Lebensjahre am 23. November 1791 bei einem Besuche in Hoyerswerda aus dem dortigen Schlosse, von den sechs Kindern (u —k), die sie ihrem zweiten Gatten schenkte, überlebten sie vier^): a. Juliane Eleonore Henriette, * 2. November 1752 (1753), vermählt 2. November 1767 mit Tarl Ludwig v. Leubnitz auf Kuppritz und hochkirch als seine zweite Gattin. b. Hans Taspar Loth, * zu Görlitz 22. Dezember 1753, kurfürstlich Sächsischer Leutnant im Thieleschen Infanterieregiment, 's zu Dresden am 12. November 1772. e. Friederike Auguste, * zu Görlitz 6. März 1755. Sie vermählte sich mit Ferdinand Rudolph v. Ziegler und Klipphausen auf preititz, Tunewalde, Kleinbautzen und nach dessen am 7. September 1791 erfolgtem Tode am 7. April 1793 mit Ludwig Gottlob Grafen v. Lüttichau. ä. Amalie Tharlotte Taroline, * zu Görlitz 20. Juli 1756, vermählt mit . . . Freiherrn v. IVechmar zu Brieg. e. Henriette Tharlotte Elisabeth, * 12. September 1759, vermählt mit dem Oberforstmeister . . . v. ploetz in Hoyerswerda. k. Taspar Thristoph, * 24. April 1762, der einzige seinen Vater überlebende Sohn, Leutnant im v. hartitzschscheu Infanterieregiment. Am 31. März 1802 kaufte er, damals Hauptmann, das Mannlehngut y Laus. Magazin 1774, 5. 117, 154, dem wir die biographischen Notizen entnehmen, gibt „Mochholz" bei Lieberose irrtümlich als Geburtsort an. 2) „Nachricht" rc., S. 442. ") Laus. Magazin 1774, S. 154. y Nus ihrer ersten The hatte sie drei Kinder, die Land I, 5. 720 namentlich aufgeführt sind. h Laus. Magazin 1774, S. 154. 758 o. Schlicken. Gber-Sohland am Nächstem (0 von Löbau), genannt „die Hermannsgüter" für 15 000 Taler Kauf- und 100 Taler Schlüsselgeld. Am 12. Oktober 1802 belehnt, verkaufte er das Gut bereits wieder am 13. Januar 1804 an Adolph Gottlob v. Uechtritz. Km 1. April 1803 hatte er von den Erben des am 16. November 1801 verstorbenen Tarl Gottlob lvittich das Gut Nieder-Neundors (l^s von Görlitz) für 50 000 Rtlr. Rauf- und 400 Ntlr. Schlüsselgeld erworben. Taspar Thristoph machte den Russischen Feldzug mit. Sein Bevollmächtigter schloß während seiner Abwesenheit am 10. Oktober 1810 mit Johann Gottfried Vogler eine Raufspunktation über das Rittergut Nieder-Neun- dorf samt Inventar zum Preise von 56 000 Rtlrn. ab. Rus Russischer Gefangenschaft im Jahre 1814 in die Heimat zurückgekehrt, genehmigte Taspar Thristoph diese Punktation. Er vermählte sich als Leutnant zu Dggrosen am 28. Oktober 1792 mit Johanna Tharlotte v. Soeben, der einzigen Tochter des Gbersteuereinnehmers Rudolph Leopold v. L. auf Dggrosen, Bolschwitz, Wiesendorf und Rackrow. Sie starb am 4. Oktober 1795 im Alter von 24 I. 3 M., nachdem sie ihm folgende Rinder geschenkt hatte: Taspar Rudolph, * 6. August 1793. Johanna Mathilde, f 7. März 1796 im Alter von 1 I. 5 W.h. Eine zweite Ehe ging Taspar Thristoph ein mit Henriette Earoline Albertine geb. Baronin v. Rottwitz. Am 6. Oktober 1802 wurde ihm in Görlitz ein Sohn Taspar Albert geboren, der am 2. November desselben Jahres stärkt); es wurde ihm ferner am 5. Juli 1804 in Nieder-Neundorf ein Sohn Robert Thristoph geboren^). Frau Marie Sophie Wilhelmine v. Rratz, geb. Löscher, aus Petershain von Rothenburg), gestorben am 5. Februar 1801, hatte ihren „Vetter", den Schwestersohn ihres verstorbenen Gatten Johann Gotthils Gebhards v. Rratz: den Premierleutnant im Regiment Herzog von Rurland Thevaux-legers Tarl Friedrich v. Schlicken zum Universalerben eingesetzt. Er starb indessen geraume Zeit vor der Testatrix und zwar zu Gber-Lunnersdorf am 29. März 1777 im Alter von 45 Jahren. Seine Gattin Earoline Maria geb. Anger war bereits am 13. Dezember 1775 zu Gber-Tunnersdorf im Alter von 33 I. 2 M. gestorben und am 18. daselbst begraben worden. Es sukzedierten also im Besitz des Gutes Petershain die Töchter Tarl Friedrichs: 1. Eberhardine Tharlotte Justine v. §., geboren zu Lübben am 4., getauft am 9. September 1763, verehelichte „v. Trechsel". 2. Eleonore Earoline Friederike v. S., geboren Montag h Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik and Genealogie, VIII. (18801, S. 177. h Laus. Monatsschrift 1803, I, S. 62. h Laus. Monatsschrift 1804, II, S. 230. v. Schlieffen. 752 den 18. Mai 1767, getauft Sonntag den 24. d. M. im Standquartier Alt-Löbaü. Sie vermählte sich mit dem Major Friedrich Wilhelm v. Bardeleben. Diese beiden Schwestern verkauften Petershain im Jahre 1802 an Gottlieb Wilhelm Reichsgrasen v. Vressler. In neuerer Zeit ist das Geschlecht v. S. wieder in der Oberlausitz ansässig geworden. Die Witwe Johann August Ludwigs v. Leubnitz aus Nieder-Friedersdorf, Frau Auguste Sophie Friederike v. L., geb. v. Polenz, starb am 30. Mai 1843 und hinterließ ihrer Tochter Frau Emilie Auguste v. S., geb. v. Leubnitz, aus Nackith, Gattin des Majors Friedrich August v. S., das Gut Nieder-Friedersdorf (80 von Neusalza) nebst Nnteil Gber-Friedersdors. Nm y. Februar 1844 erhielt die neue Besitzerin den Erbbrief ausgestellt. Frau Emilie Auguste v. S., geb. v. Leubnitz, verkaufte ihrem Sohne Hans Anton Nugust v. §. das Gut Nieder-Friedersdorf nebst Anteil Gber-Friedersdors am 2. Juli 1845 für 60 000 Taler. Er starb am 25. Oktober 1873 und hinterließ die Witwe Adelheid geb. v. Beust, sowie sieben Ninder: Joachim, Premier-Leutnant im königlich Sächsischen 1. Reiterregiment, Richard, Referendar bei der königlichen Polizeidirektion, Marie, Stiftsdame in Radmeritz, Olga, vermählt mit dem Assessor Earl v. Maqer, Egon, Portepeesähnrich im königlich Sächsischen Schützenregiment, Gabriele und Adele. von den Erben Hans Anton Augusts v. S. kaufte Nieder-Friedersdorf nebst Anteil Gber-Friedersdors am 1. August 1874 Earl Friedrich Eduard Müller. — Der Grafenstand kam in den Jahren 1660 (Reichsgrafenstand) h, 1704, 1718 und 1786 (preußischer Grafenstand) in das Geschlecht zugleich mit Wappenvermehrung. Wappen: In Gold ein von Blau und Silber in drei Reihen geschachter Balken. Helm gekrönt. Rleinod: Zwei goldene mit dem Schach des Schildes belegte Büffelhörner. Decken blau-golden. v. Schlieffen. Die v. Schlieffen sind ein altes Rolberger Patrizier- und Salz- junkergeschlecht. Urkundlich tritt das Geschlecht zuerst 1365 auf mit Henning Sles, der von genanntem Jahre an wiederholt im Rolberger Stadtbuch genannt wird. Er soll früher Groß-Mölln ganz oder zum Teil besessen Habens. Henning Sief starb 1377 oder 1378. Sein Sohn Hans d. A. vermehrte den väterlichen Wohlstand und erwarb neben 1) Kaiser Leopold erhob am ll. Iuni 1660 den königlich polnischen Kämmerer und Oberst der Leibgarde Iohann Dietrich v. Schlieben in den Keichsgrafenstand mit dem Prädikat Hoch- und lvohlgeboren. 6 ^t.-kl. Doo. 10450, Geschlechts- und kserrschaffts-Grhöhungen 1657 — 1676, vol. II, Fol. 50. 2) vergl. Geschichte der Familie Schlieffen, 1Y0?, 5. 5 ff. 760 v. Schliefsen. Ackern, Gütern, Wiesen namentlich acht bis zehn pfannstätten auf dem Salzberg. Die Geschlechter der Lülzgilde waren die herrschenden Geschlechter,' in die Sülzgilde konnte nur ausgenommen werden, wer Jahr und Tag Kolberger Bürger war, ein gewisses vermögen und ein Haus in der Stadt besaß, vor allem aber mußte er frei und adelig seinh. Hansens d. A. Sohn, Hans d. I. war dreißig Jahre hindurch, 1435 — 1466, Bürgermeister von Dolberg. Fünfhundert Jahre lang haben Angehörige des Geschlechts in hohem Ansehen in Kolberg gesessen. Der eben genannte Hans d. I. Schliesf, sein Bruder und deren Erben erhielten von Thristoph III., König der vereinigten skandinavischen Reiche, Kalmar am Samstag vor Margarethentag 1444 sl l. Julis einen Wappenbries ausgestellt'h. Und König Sigismund Augustus von Polen verlieh aus dem Reichstag zu petrikau lovia quarta post kostum corporis Lkristi proxima 1555 sld. Junis dem Abt des Zisterzienserklosters zu Gliva Limbrecht Schliesf und seinen drei Brüdern Wickbold, Georg und Jacob das Indigenat in Polen und eine Vermehrung des Wappens b). Der Grasenstand kam im Jahre 1812 in das Geschlecht. Die drei Gebrüder Heinrich Wilhelm, Oberst, Johann Ernst Ludwig, Rittergutsbesitzer und Earl Friedrich, Oberst a. D. wurden am 1. März 1812 in den preußischen Grasenstand erhobenh. Einige Angehörige des Geschlechts sind in der Gberlausitz ansässig gewesen: Zur Linie Limbrechts, gestorben 1482, des ältesten der ihren Väter Hans d. I. überlebenden Söhne, gehört Zacharias v. S., herzoglich Trog scher Gberstallmeister und Schloßhauptmann zu Gülzow, kurbrandenburgscher Rat, Herr auf Soldekow und Leickow in Pommern, geboren im Jahre 1615, gestorben am 12. Februar 1669. Er vermählte sich: I. im Jahre 1640 mit Dorothea v. Storkow (Storkau); II. 1665 mit Scholastica v. Flemming aus Zebbin und Böck'h. Er hatte sieben Söhne und sechs Töchter, von den Söhnen kommt für uns in Betracht sein ältester Sohn Ernst, geboren zu Gülzow am II. April 1645. Er besuchte vom 31. Mai 1659 bis zum 5. Dezember 1661 die Fürstenschule zu Meißen") und wurde hierauf Fähnrich in Sächsischen Diensten. Ernst v. „Schliff" vermählte sich: I. mit Sabina Rosina Masslöhnerin („Massierin", „Maschlerin"), der Tochter des kaiserlichen Feldobersten H Ebenda, 5. 5. h Martin Ernst v. Schliefsens, Nachricht von einigen Häusern des Geschlechts der von Schliefsen oder Schrieben, 1784, Neilage S. 36, Nr. 28! Geschichte der Familie Schliefsen, S. 11. h Nachricht von einigen Häusern -c. Neilage S. IIS, Nr. 73: Geschichte der Familie Schliefsen, S. 22. tz Gritzner, Thronol. Nlatribel der Nrandenbnrgisch - preußischen Standes- erhichungen, 1873, S. 76. I) Nachricht von einigen Häusern rc. S. 338, Tafel nach S. 344! Geschichte der Familie rc. S. 22 und Stammtafel IV. h Nreyssig, Nfraner-Nlbum, S. 160. Hier heißt es von ihm: „bixolusus sst proptsr vstsranismum st malitiam«. Gb Vstsranisrnus vielleicht dasselbe ist wie Nsvvalismus, Mißhandlung der jungen, neu eintretenden Schüler durch»ihre älteren Mitschüler? v. Schlieffen. 761 Andreas Masslehner und der Rosina geb. v. Lrettin. Frau Labina Nosina wurde am 27. Juli 1670 mit dem Erbteil ihrer Mutter, wiedervermählter Büchner, nämlich dem Gute Struppen und der Mühle zu Königstein belehnt*). Nahezu ein Jahr später, am 14. Februar 1671 kaufte sie von Hans Thristoph v. Gersdorff das Gut NiederTauben- heim von Neusalza). Sie starb am Palmsonntag 1677") sll. April) und hinterließ einen Sohn Ernst Wilhelm v. S., der bereits am 22. September 1681 in jungen Jahren starb. Aus ihn war nach seiner Mutter Tode Nieder-Taubenheim versället worden. Nach seinem frühen hinscheiden fiel dieses Gut nun an seinen Vater, der am 12. Januar 1682 mit Nieder-Taubenheim belehnt wurde. Ernst v. S. hatte sich unterdessen vermählt: II. mit Anna Margarethe v. Gers- dorffft, der Tochter Melchiors v. G. auf Taubenheim und dessen Gattin Sabina v. ponickau a. d. h. Königswarthaft. Sie brachte ihm inhalts der am 1. November 1677 aufgerichteten Ehestiftung 500 Fl. als heirats- gut oder Ehegeld mit, wofür er sie am 13. Juni 1686 aus Nieder- Taubenheim verleibgedingen ließ. Aus dieser seiner zweiten Ehe hatte Ernst einen Sohn Johann Adolf, geboren um 1678, der 1691 kursächsischer Kadett war. Ernst „v. Schlieff", der „aus Kobel" ft genannt wird, verkaufte Nieder-Taubenheim am 10. Mai 1688 an Hans Fabian v. ponickau. — Aus der längst ausgestorbenen Linie Jaspers Schlieff, gestorben 1489, eines weiteren Sohnes Hansens d. I., kam auch ein Glied für wenige Jahre nach der Oberlausitz. Lin Ur-Ureirkel Jaspers, Michael Schliesfft, geboren am 25. September 1597, gestorben zu Saalhausen bei Oschatz am 22. August 1636, begraben zu Niesa, Pächter von Saalhausen, vermählte sich zu Niesa am 25. Oktober 1631 ft mit Eva Ficker, der Stieftochter Thristophs v. Felgenhauer aus Niesa und Hirschstein. Tin Sohn Michaels, George Heinrich v. S., geboren am 14. August 1632, erwarb das Gut Jerchwitz von Rothenburg, IMO von Weißenberg), das wir im Jahre 1667 in seinem Besitz finden. Sn seinem Aufträge und von ihm bevollmächtigt suchte Aschen Tlaus v. Lützow auf viehsa im genannten Jahre um die Lehnsverreichung nach. tz Lehnshof Dresden. ft Dies das Datum nach dem Gregorianischen Kalender, nach dem Iulianischen fällt der Palmsonntag 1677 auf den 8. April. 3) vergl. v. Gersdorff, ft. Hauptlinie Bischdorf - Herwigsdorf, III. Nebenlinie Taubenheim (Bd. I, S. SI2 dieses Werks). In der „Nachricht von einigen Häusern" rc. S. 339 und Tafel nach S. 344 wird sie Iohanna Margarethe v. Gersdorff genannt, ebenso in der „Geschichte der Familie" rc. Stammtafel IV. tz Tine fernere Allianz Schlieffen - Gersdorff ist folgende: Eine Enkeltochter Melchiors v. Gersdorff, eine Tochter seines Sohnes Johann Thristoph v. G. auf Taubenheim und dessen Gattin Negina Helena v. Bornstädt: Sabina Tugendreich v. G. vermählte sich 1702 mit Ernst Vetlaf v. Schlieffen auf Soldekow, einem Bruderssohn des im Text genannten Ernst v. Schl, vergl. Geschichte der Familie Schlieffen, Stammtafel I V. Gemeint ist wohl Label im Kreise Kalau. ") vergl. Geschichte der Familie Schlieffen, Stammtafel II, V. tz v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Adels, 1896, S. 292. 762 Schmeiß v. Ehrenpreißberg. Nach Kaum fünf Jahren verkaufte George Heinrich das Gut Jerchwitz an Maximilian Heinrich v. Klinge. Der verkauf wurde am 26. Januar 1672 abgeschlossen, der Kaufpreis betrug 2 900 Taler. — vermählt war George Heinrich mit Anna Dorothea v. Schönseldt aus Leesen f?s in Lachsen, die ihm folgende Kinder schenkteh: Anna Sophia, Wulf Heinrich, Anna Emerentia, Earl Alexander und Dorothea Elisabeth. — Zur Jasper-Linie gehört auch folgender: Antonius Schliefs von und aus Dreesow, kaiserlicher Kriegshauptmann, wurde am 21. November 1617 belehnt mit dem von Earl hannibal I. Burggrafen zu Dohna erkauften Gute Ubigau von Bautzen, 8 von Königswartha) und dem Dorfe Krinitz (8 von Ubigau)h. Geboren um 1546, starb er in Moskaus. Wappen vom Jahre 1444: Im silbernen Schilde der Numpf eines nach rechts sehenden bärtigen Mannes in rotem Gewände, mit roter, mit Hermelin verbrämter Zipfelmütze. Helm ungekrönt. Kleinod: Die Schildfigur. Decken rot-silbern. Wappen vom Jahre 1555: Schild geteilt. (Oben in Blau ein grüner Hügel, aus dem ein nach rechts sehender, wachsender goldener Löwe sich erhebt,' unten in Silber der Mannesrumpf, wie oben beschrieben. Decken rechts blau-golden, links rot-silbern. Bei der Erhebung der oben genannten (vergl. 2. 760) drei Glieder des Geschlechts in den Grasenstand im Jahre 1812 erfuhr das Wappen eine Vermehrung insofern, als der Schild geviert wurde mit Herzschild: Der Mannesrumps. 1, 4: Der Löwe aus dem Hügel wachsend. 2, 3: in Gold der v. Schliebensche, von Not und Silber in drei Neihen geschachte Balken. Drei Helme, der rechte mit dem Mannesrumps, der linke mit dem aus dem Hügel wachsenden Löwen, der mittlere mit dem mit einer Grafenkrone gekrönten schwarzen Adler. Decken rechts rot-silbern, mitten schwarz-silbern, links blau-golden. Schmeiß v. Ehrenpreißberg. Die Gebrüder Johann und Lhristian Schmeiß, ersterer „Jubilir", letzterer „bürgerlicher haubtmann" in der herzoglichen Hauptstadt Breslau, deren Vater und Großvater, „beyde George Schmeissen genandt", Bürger und Handelsleute in Bautzen waren, wurden von Kaiser Ferdinand III., Wien den 27. Mai 1645, mit dem Prädikat v. Ehren- preißberg in den Neichsadelsstand erhoben h. In der (Oberlausitz ist zuerst ansässig Gustav Friedrich Schm, v. L. Er war kurfürstlich Sächsischer (Oberst im Leibregiment zu Fuß, besaß die Güter (Ober-Ullersdorf, Sommerau und poritsch (sämtlich 80 von Zittau) und fand am 18. November 1691 in der Leonhards- ') vergl. Geschichte -c., Stammtafel V. 2) ks>- 5 t.-kl. hoa. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Gberlausitz äs ao 1604-1617, Fol. ZZ8d. 'ch vergl. Geschichte rc., Stammtafel II. tz Königliche öfsentl. Bibliothek in Dresden, INspt. K. 15 b, Nachrichten zur Geschichte adeliger Familien, S. 557 ff., klbschrift des kldelsdiploms. Schmeiß v. Lhrenpreißberg. 763 Kirche in Stuttgart seine letzte Ruhestätte, vermählt war er mit Rnna Margaretha, geb. Eichler v. Ruritz, Witwe Melchior Taspar Wincklers (ch 4. Juli l677) aus Gber-Ullersdorf und Sommerau. Sie starb am 15. Dezember 1695 und wurde in der Kirche zu S. S. Petri und Pauli in Zittau beigesetzt, von Gustav Friedrichs Söhnen ging der älteste, Johann Friedrich, seinen Eltern im Tode voran. Er fand am 18. Juni 1680 in der petri-paulikirche in Zittau, wie später auch seine Mutter, seine Ruhestätte'). Der jüngere Sohn Gustav Friedrichs, Johann Rdolph Schm. v. L. besuchte das Gymnasium zu Zittau'I und wurde später königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Landkammerrat. Er erbte die väterlichen Güter Ober-Ullersdorf, Sommerau und poritsch,' am 2. November 1708 wurde er mit poritsch belehnt. Rm 7. Juni 1721 kaufte er das Rittergut Nostitz nebst Trauschwitz, Grube, Spittel, Krappe, Wohla (sämtlich bl von Löbau) samt der Heide und dem dazu gehörigen Försterhause, Gber- und Niedergerichten, Ius patrormtus „nebst dem chursürstlichen allergnädigsten Kirchen- Grnat"), Mühle, Röhrwasser, Steinbruch usw. Der Kaufpreis betrug 52 000 Taler, die Belehnung erfolgte am 13. Januar 1723. von diesem Besitz verkaufte er am 11. Oktober 1727 den mitten im Gppelnschen Grund und Boden gelegenen, nach Nostitz gehörigen Teich an Wolf Siegmund Gottlob v. Klüx aus Oppeln und herwigsdorf für 450 Taler. Johann Rdolph erstand ferner das Rittergut Wilthen (88LV von Bautzen), früher im Besitz der Frau Magdalena Sibylla Freifrau v. Miltitz, geb. Gräfin v. Taube, sub basta für das höchste Lizitum von 36 410 Fl. oder 31 858 TIr. 18 Gr. Rm 17. Oktober 1721 wurde ihm das Gut „im Namen Gottes adjudicirt, er auch in dessen geruhige possess und Genuß von dato an nunmehr» gesetzet derogestalt, daß er das ihm adjudicirte Gut als sein wohlerlangtes Eigenthum unter Gottes Segen ungehindert inne haben, besitzen und gebrauchen möge"h. Johann Rdolph Schm. v. E. starb am 7. Februar 1729. Er hatte sich vermählt am 10. Februar 1707 in Gber-Lichstedt in der Inspektion Freiburg mit Johanna Rosina Schilling, ältester Tochter Thristoph Schillings, vornehmen Kauf- und Handelsmanns in Halle. Sie folgte ihrem Gatten bereits am 6. Juli 1729 im Tode nach. Folgende Kinder überlebten die Eltern (1—6: 1. Lrdmuth Tugendreich, * 16. Oktober 1710I. Sie vermählte sich mit Friedrich Rugust Marschall v. Bieberstein, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Kapitän im Goldackerschen Dragoner- tz Lin Epitaph aus Messing in der genannten Kirche gibt die Daten an. Tarpzov, ^.ualsota last. Ättav., t7t6, I, S. 96. -) Th. Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1386-1783, S. 36. h Lehnsakten Nostitz. tz Lehnsakten wilthen. h Da die Kinder Johann kldolphs ordentliche Taufzeugnisse nicht zu beschaffen vermochten, so berief der Gerichtshalter der Schmeißschen Güter am 20. September 1729 vier Zeugen vor sich an Gerichtsstelle, von denen drei „ihrer Unterthänigkeit und Pflicht, damit denen gesamten Schmeißischen Erben sie verwand und zugethan sind, czuoncl bune actum erlassen" wurden. Darauf hatten sie zunächst einen Zeugeneid abzulegen „aotu oorporali, mit entblößten Häuptern und aufgereckten drep 764 Schmeiß v. Ehrenpreißberg. Regiment. Schon nach vierteljähriger Ehe starb sie an den Blattern am 30. März 1730 in Sangerhausen und wurde am 1. April in der Sankt Ulrichskirche daselbst beigesetzt. 2. Christiane Sophie, * 1. Juni 1712, vermählt mit Larl Heinrich Marschall v. Bieberstein. 3. Dorothea Amalia, * 19. Februar 1716. 4. Erdmann Friedrich, * 8. April 1717. Cr stand im Jahre 1733 in der polnischen Kampagne als Fähnrich im Infanterie- Regiment des Generalmajors Barons v. Rochow, leitete 1735 proviant- und Fouragetransporte an die Schlesische Grenze und nahm im Jahre 1736 seinen Abschied. 1742 bat er den Herzog von Sachsen- Ouersurt und Iveißensels, sich mit dem Hauptmann v. Lorck vom Infanterie-Regiment Königin wegen Überlassung seiner Kompagnie in Verbindung setzen zu dürfen h. 5. Gustav Adolph, * 13. Januar 1719. Er erhielt im Jahre 1741 seinen Abschied aus kursächsischen Militärdiensten, nachdem er bei dem haudringschen Kürassier-Regiment 70 Monate als Kornett gestanden 2). 6. Ernst Ludwig, * 23. November 1720. Das Gut Grotz-Poritsch erwarb 1745 Thristoph Traugott v. Burgsdorff,- Mühen kaufte im Jahre 1731 Frau Thristiane Sophie v. Below für ihre Söhne! Nostitz wurde 1732 an Tarl Heinrich Marschall v. Bieberstein verkauft, von den drei Söhnen Johann Adolphs provozierte der älteste, Lrdmann Friedrich, nachdem er seine vogtbaren Jahre erreicht hatte, auf Teilung der beiden Erb- und Allodialrittergüler Ober- Ullersdorf und Sommerau nebst pertinentien, die er bisher mit seinen beiden jüngeren Brüdern in Gemeinschaft besessen hatte. Da aber keiner der Brüder imstande war, sie zu behaupten, so erwarb sie am 4. Juni 1738 Johann Ernst v. Kyaw auf Gießmannsdorf. — Eine Schwester des zu Anfang erwähnten kursächsischen Obersten Gustav Friedrich, Dorothea Juliane Schm. v. E., vermählte sich mit dem Zittauer Bürgermeister Albert Gierisch (ch 18. Dezember 1699) als seine zweite ihn überlebende Gattin! daraus mit dem dortigen?. xmirn. Johann Ernst Herzog. Sie war geboren zu Breslau am 24. Dezember 1661 und starb zu Zittau am 7. März 1723^). Wappen: Kaiser Ferdinand III. verlieh folgendes Wappenh: . .. „einen quartierten Schild, dessen hinter unter roth oder rubinsarb, darin Förderfingern, prasviu äs svitaircio perjurlo aömonitions". Die Zeugen bejahten hierauf die vorgelegten Fragen, z. B.: „Wahr, daß die älteste Tochter, Fräulein Trdmuth Tugendreich den l6. Gctober 1710 geboren?" . . . (Lehnsakten Wilthen). >) H.-St.-N. Gen. Ooo. 3I80I, Schmeiß v. Threnpreißberg. 2) Ebenda. tz Larpzon a. a. G. I, S. Y6: Gurlitt, Bau- und Nunstdcnkmäler Sachsens, 30. Heft, §. 55-56; Neue Sächsische Nirchengalerie, viöcese Zittau, Spalte 73. — Tine andere Unverwandte war wohl Johanna Maria Schm. v. L., * in Zittau 25. Januar 1650, ch in Namenz 1732, vermählt mit dem Bürgermeister von llamenz Gottfried Hillmann. Ihr Grabdenkmal in Namenz ist abgebildet bei Gurlitt, Bau und Nunst- denkmäler Sachsens, 36. Heft, S. 117. tz Nönigl. öffentl. Bibliothek in Dresden, Mspt. X. 13d, S. 357 ff. v. Schmettow. 765 in Mitte desselben ein runder, langer brauner Immen-Korb, vorder Gbertheil aber weiß oder silberfarb ist, in welchem ein vriangelsweis zugestutzter, hocher grüner Berg, auf dessen Güpffel ein grünes Ehrenpreis-Steidlein, über welchem etliche blaue Wolken schweben, vorder unter und hinter obere veldung gelbe oder goldsarb, in jeder Abtheilung auswärts ein halber aufgethaner schwarzer Adler mit offenem Schnabel, roth anschlagender Zungen und ausstreckender Waffen; aus dem Schild ein freier, offener, adelicher Thurniershelm, zur linken mit roth und weißer, szurj rechten Seiten gelb und schwartzer helmb-Decken und darob einer goldfarben königlichen Tron gezieret, auf der(en) zwischen zwepen ausgethanen, mit den Sachsen einwärtsgekehrten und jede inmitten also abgetheileten Adlerssliigeln, deren die Hintere unten schwarz, oben gelb, vordere unten roth und oben weiß ist, erscheinet fürwärts ein geharnischter Mannesarm, in der Faust ein bloßes Schwert mit verguldtem Treutz und Knopf führendt" . . . vergl. Siebmacher III, Taf. 94 Nr. 12 unter den „Schlesingischen"; IV, Taf. 163 Nr. 5 unter den „Geadelten". Siehe auch die Abbildung des Wappens vom Grabdenkmal in der Petri-paulikirche in Zittau h. v. Schmettow, Grasen. Ein Angehöriger des angeblich ursprünglich Ungarischen Geschlechts v. Schmettow (Schmettau), das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nach Schlesien kam und von hier aus sich weiter ausbreitete, den erneuerten Neichsadelsstand, Neichs- und Böhmischen Freiherrn-, sowie den Neichsgrafenstand erlangte, war für kurze Zeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Georg v. 2?), geboren 1535, gestorben 1605, Nat des Erzherzogs Karl, vermählt mit Thristiane v. Bielitz, hatte vier Söhne, von denen wir zwei, Gottfried und Ernst, besonders zu erwähnen haben. Lrsterer begründete die Tschanscher (Tschansch im Kreise Breslau), letzterer die Dremlinger (Dremling im Kreise Dhlau) Linie. Gottfried v. S. auf Tschansch, Hauptmann in kaiserlichen Diensten, geboren 1599, gestorben 6. Februar 1688, vermählt mit Maria Elisabeth v. Rindfleisch, hatte u. a. einen Sohn Friedrich Gottfried Freiherrn v. S. aus Tschansch. Dieser, kaiserlicher Rittmeister, wirklicher Geheimrat, geboren 22. März 1652, gestorben 17. Februar 1703, war vermählt mit Margarethe v. „Riese". Dessen Sohn Gottfried Wilhelm Frhr. v. 5., Majoratsherr auf pommerzig im Kreise Krossen, Erbherr aus Vlumberg, Kunersdorf und Sorge in demselben Kreise, königlich Dänischer (Oberstleutnant, geboren 4. Mai 1682, gestorben 6. Juli 1728, vermählt mit Thristiane v. Rosenberg, hatte u. a. folgende Söhne: Gottfried Heinrich, Tarl Leopold Friedrich und Vern- >) Gurlitt a. a. V., 30. Heft, (Stadt Zittau), S. 47, Nr. 48. -) Die folgenden Namen nnd Daten nach H.-St.-N. Gen. Nno. 7780, Schmettau, Stammtafel. 766 v. Schmidt. hard Wilhelm Gottfried, die am 24. Februar 1742 in den Neichs- grafenstand erhoben wurden h. Ernst v. S., der jüngere Sohn Georgs, geboren 9. September 1600, gestorben 1672, Herr auf Ober- und Nieder-Dremling, vermählt mit Elisabeth v. Nüsser, hatte u. a. einen Sohn Gottlob Frhrn. v. 5. auf Heckendorf und Großenhos in Mecklenburg, geboren 1665, gestorben zu Dresden 23. Januar 1723, königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Generalleutnant der Kavallerie, (Oberst eines Dragoner-Regiments. Gottlob Frhr. v. S., vermählt mit Nnna Ehristiane v. Schmettow, hatte eine Tochter und einen Sohn (1-2): 1. Theodora Eugenie, geboren 6. Dezember 1705, gestorben zu Dresden 5. (Oktober 1768, vermählt mit Waldemar II. Grasen v. Löwendal. 2. Friedrich Nmadeus, geboren 8. November 1711, gestorben 19. Oktober 1738, Herr aus heckendors und Großenhos. Frau Theodora Eugenie Gräfin v. Löwendal, geb. v. 5., Frau aus Lipsa, setzte 1768 testamentarisch zum Universalerben ihren „Vetter" (richtiger: Neffen) den oben erwähnten Bernhard Wilhelm Gottfried Grafen v. 5. auf Langenöls, oder wenn er vor ihr stürbe, dessen ältesten Bruder Tarl Leopold Grasen v. S. auf Braunau ein. Gras Bernhard Wilhelm Gottfried v. 5., geboren 6. Juni 1724, erbte also das Gut Lipsa (880 von Nuhland). Nm 12. September 1769 erhielt er den Erbbrief und schon am 29. September desselben Jahres verkaufte er das Gut an Tarl Gotthelf v. Hundt und Nlten- Grottkau. Wappen: Schild geviert mit Herzschild — in Gold der zweiköpfige schwarze Ndler mit einem von Silber und Blau gerauteten Brustschilde — und eingepsropster rubinfarbener Spitze, in der eine Pyramide von 15 Granaten, deren oberste brennt. 1 und 4: In Silber schwarzer Doggenkops mit rotem Pfeil im Nachen; 2 und 3 (Stammwappen): In Schwarz silberner Balken, begleitet von (2, 1) goldenen Sternen. Drei Helme, deren rechter drei silberne Straußenfedern, deren mittlerer den Ndler des Mittelschildes trägt, während der linke einen offenen schwarzen Flug zeigt, belegt mit silbernem Balken; zwischen den Flügeln ein goldener Stern. v. Schmidt. Thristian Gottfried Schmidts, Kaufmann in Dresden, erwarb von dem Grafen Thristian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode am 14. Juli 1804 die Mannlehnrittergüter Krischa und Groß-Tetta (0 und 080 von Weißenberg) samt pertinentien für 110 000 Ntlr. Nm 24. Npril 1805 belehnt, verkaufte er die beiden Güter bereits am tz Gritzner, Standes - Erhebungen und Gnaden-Kcte, I. Band, 1880, 5.94. 2) Ein Thristian Gottfried Schmidt, aus Mühlhausen in Thüringen gebürtig, wurde am 19. April 1817 „auf die Ansässigkeit mit Br. 408 Zrauengasse" als Dresdner Bürger aufgenommen. Stadtarchiv Dresden, Bürgerbuch 1818-1837, 0. XXI. 19 I. Zol. 88 b. v. Schmiede». 767 29. Mai 1805 an Tarl Friedrich v. hake für 118 000 Rtlr. und 500 Tlr. Schlüsselgeld. Kaiser Franz II. erhob Christian Gottfried §., Wien den 20. August 1804, in den Reichsadelsstand und verlieh ihm folgendes Wappenh: . . . „einen nach der Länge und zur Linken quergetheilten Schild mit einem aufgerichteten, einwärts gekehrten Hirsche von natürlicher Farbe in der rechten silbernen Hälfte; einem goldenen Triangel in der schwarzen oberen Hälfte zur Linken und einem rechtsschräg gelehnten blanken Schwerte mit goldenem Griffe in der unteren blauen. Auf dem Schilde ruht rechtsgekehrt ein gekrönter, frei adelicher, offener, blau angeloffen- und rothgesütterter, mit goldenem Halsschmucks und einer zur Rechten blau und silbernen, zur Linken aber schwarz und goldenen Decke behängter Turniershelm, auf dessen Krone ein umgekehrter Anker zwischen zween ausgebreiteten Adlersflügeln erscheint, wovon der zur Rechten blau und mit dem vorbesagten blanken Schwerte, der zur Linken aber schwarz mit dem ebenfalls obbenannten goldenen Triangel belegt ist" . . . v. Schmieden. Das aus der Schweiz stammende Geschlecht v. Schmieden tritt um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Sachsen auf. Franz Rudolph v. Sch., Leutnant auf der Festung Königstein, dankt, Dresden den 20. Januar 1677, für seine Anstellung als solcher und nennt sich einen „wegen Religion sxpuissii'ten Lliovalisi-"^. Friedrich Heinrich Ludwig Dittmar v. Sch?), geboren zu Zahna als Sohn des kurfürstlich Sächsischen Obersten Hans Rdam v. Sch?) im Jahre 1732, wurde kurfürstlich Sächsischer Kapitän im Infanterie-Regiment Prinz Larl, später Oberstleutnant im reichsgräflich Rnhaltschen Infanterie-Regiment und erhielt am 19. November 1789 als Oberst im hartitzschschen Infanterie-Regiment nach vierzigjähriger Dienstzeit mit Pension den Abschieds. Der älteste Sohn aus seiner The mit Rahel Friederike geb. v. Vurgsdorff: Karl Friedrich Ludwig v. Sch. wurde zu Torgau im Jahre 1767 oder 1768 geboren, trat am I. Juni 1784 in das Kadettenkorps zu Dresden, wo er bis zum II. April 1787 verblieb, um darauf dem Infanterie-Regiment v. Brühl (später genannt v. hartitzsch, v. Wiedemann, v. Niesemeuschel) zugeteilt zu werden. Am 5. September 1793 wurde er Sous-, am 27. Juni 1800 Premierleutnant, am 16. September 1806 erhielt er im Standquartier zu Zittau den Abschied als Kapitän. Nachdem er am 13. Juni 1800 die Genehmigung zu seiner Vermählung mit Wilhelm ine Augustine >) Obschrift des Diploms in den Lehnsakten tlrischa. -) H.-Lt.-O. Gen. D>oe. 7780, v. Schmieden. -h Freundlicher Mitteilung aus der Familie v. Schmieden verdanken wir eine Anzahl von Namen und Daten aus der Geschichte des Geschlechts, vergl. auch Laus. Magazin 1783, S. 340. h ksans Adam Dittmar v. Sch., geboren 1703, stark am 26. November 1767 in Zahna als kursächsischer Dberst und Herr aus Zahna. Deutscher kserold, 42. Jahrgang (1011), S. 44. h k)'- 2 t.- 0 . Den. Doo. 7780, v. Schmieden. 768 v. Schmiskal. Elisabeth v. Schönberg, einer Tochter Heinrich Siegfried Traugotts v. Schönberg auf Steinitz und Kolbitz erhalten hatte, fand die Hochzeit am 7. November l800 zu Steinitz statt H. Karl Friedrich Ludwig v. Sch. machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er am l8. September l803 das Mannlehnrittergut Werda (K^V von Rothenburg, am weißen Schöps) von Gottlob Adolph Ernst v. Nostitz für 42 500 Taler Rauf- und 500 Taler Schlüsselgeld käuflich erwarb. Bereits am 6. Juni l805 verkaufte er Werda wieder und zwar an Johann Gottlieb Kleeberg zum Preise von 55 855 Ntlrn. Karl Friedrich Ludwigs Gattin, Frau Wilhelmine Augustine Elisabeth erbte gemeinsam mit ihren beiden Schwestern, Frau Henriette Taroline v. Schkopp, geb. v. Schönberg, und Juliane Amalie Eleonore v. Schönberg nach dem Tode ihres Vaters^) Steinitz und Kolbitz (140 von Königswartha). 1803 gingen diese Güter über in den Besitz Tarl Siegismund Alexanders v. Schkopp, des Gatten der zweiten Schwester. Karl Friedrich Ludwigs Sohn, Karl Wilhelm Ludwig v. Sch., geboren zu Zittau am 5. November 1803, besuchte vom (Oktober 1817 bis zum 16. November 1821 das Kadettenkorps in Dresden, trat in königlich preußische Dienste und erhielt am 18. Dezember 1833 als Sekondeleutnant im 8. Infanterie-Regiment (Leib-Inf.-Rgt.) seinen Abschied. Er lebte noch im Juni 1839. Wappen: Schild geteilt durch einen roten Balken; oben in Gold ein schwarzer Rabe, in der rechten Klaue einen goldenen Ring haltend, unten in Blau drei (2, 1) goldene Lilien. Helm gekrönt. Kleinod: Drei Straußenfedern, blau, golden, blau. Decken rot-golden. Frh. v. Zedt- witz, Sächsisches Wappenbuch, 1899. v. Schmiskal (v. Schmeskal). Die v. Schmiskal gehören zu den angesehenen Geschlechtern im Fürstentum Teschen und (Oppelns. In der Gberlausitz werden sie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts besitzlich. Wir begegnen drei Brüdern: Gottlieb. Siehe unten. L. George Erdmann. Von ihm hören wir nichts mehr. L. Tarl Joachim. Siehe unten S. 769. Gottlieb v. S., königlich Polnischer kurfürstlich Sächsischer Gberst im Infanterie-Leibregiment, kaufte am 26. April 1735 von den vier Töchtern Adolph Gottlobs v. pentzig das Gut Jeßnitz bei Neschwitz (14^V von Bautzen, 080 von Kamenz) für 19000 Taler einschließlich des Schlüsselgeldes,- am 1. Juli 1735 wurde er belehnt. Er erstand ferner am 13. April 1737 aus dem Konkurs der v. Staupitzschen Güter Nieder-Burkau (14 von Bischofswerda) für 16200, Gber-Burkau für 10 600 Taler. Da die Reluition intiu unnuin nicht gesucht wurde, >) Budissiner wöchentliche Nachrichten 1800, Nr. 48. -) Heinrich Siegfried Traugott v. Schönberg starb am 20. Nugust 1801. H vergl. Sinapius, Schles. Luriositäten, II. Band, 1728, 5. 21S. v. Schmiskal. 769 so erhielt der Käufer am 8. September 1738 den Lehnbries über die Kunkel- und Spill-Lehngüter Burkau. Gottlieb v. S. nahm sich in Bautzen am 23. September 1738 das Leben*), vermählt hatte er sich am l. November 1733^) mit Henriette Sophie Marie v. Wobeser, geboren am 2. Februar 1720, Tochter Jacob Eckarts v. W. aus seiner ersten Ehe mit Erdmuth Sophia v. ponickau. Nachdem ihr Gatte, wie erwähnt, „auf eine fatale Weise sein Leben geendiget" °), wurde Frau Henriette Sophie Marie am 12. Dezember 1739 mit Jeßnitz belehnt, verkaufte es aber schon am 7. April 1740 an Alexander Joseph Grafen v. Sulkowski. Mit Ober- und Nieder-Burkau wurde sie am 7. Dezember 1740 belehnt*). Sie verkaufte Burkau im Jahre 1746 ihrem zweiten Gatten Larl Friedrich Wilhelm Freiherrn v. Braun und Wartenberg, mit dem sie sich am 19. April 1740 verheiratet hatte. Am 24. Mai 1753 starb sie zu Bautzen °). Gottlieb v. S. hatte zwei Kinder: 1. Jacobina Maria Johanna v. S., die sich am 23. Januar 1756 vermählte mit Gottfried Anshelm d. I. v. Lindenau auf Niethen bei Löbau, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Kapitän im Rutowski- schen Regiment. Sie starb zu Dschatz am 13. März 1796°). 2. Larl Gottlieb v. S. vermutlich ist dies der am 29. Juni 1738 in Jeßnitz geborene Sohn Gottliebs, der Sonntag den 6. Juli daselbst getauft werden sollte. Larl Gottlieb starb vor seiner Mutter*). L. Larl Joachim v. S. „und Domanowitz" war königlich Polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann im Regiment Königin. Er bat im Jahre 1744 um Lizenz zu seiner Vermählung mit der einzigen, hinter- lassenen Tochter des im Jahre 1743 verstorbenen Landesältesten Johann Rudolph v. Schönberg a. d. h. Neundorf, Thristiane Erdmuth v. Sch., 9 In dem Buche „Leben und Lharakter des Grafen v. Brühl", 1760, heißt es S. 109-NO, Brühl habe nach dem Fall des Grafen Sulkowski dessen Günstling, den Oberst v. Schmiskal verhaften lassen „und da derselbe vermuthlich melancholischen Temperaments war und sich und seinen Gönnern ohne Rettung vor verlohren hielt, so ließ er sich von der verzweiffelung Hinreißen und erschoß sich selbst in seinem Arrest". Siehe auch v. Weber, Aus vier Jahrhunderten, I. Band, 1857, S. 269. h Nachrichten von dem adeligen Geschlecht der v. Wobeser, Breslau 1893, S. 20. h Lehnsakten Jeßnitz. 4) Die Abtissin von INarienstern, Kordula Symmer, bat den König - Kurfürsten am 4. April 1740 um Genehmigung zur Lrkaufung des Schmiskalschen Anteils im Dorfe Burkau und Einverleibung desselben in das Kloster, besonders da schon früher im Dorfe Burkau ein Nlariensternsches Klostergut befindlich gewesen sei. Am 8. Juni 1740 wurde ihre Bitte genehmigt. h Die in Burkau befindliche v. Braunsche Gruft ist abgebildet in Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 31. Heft, S. 4b. h v. Uechtrih, Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, II. Teil, 1791, S. 65; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, zyo4, 5. Jahrgang, s. v. v. Lindenau. h H.-St.-A. Gen. Bno. 31803, v. Schmiskal. — Daß Tarl Gottlieb seine INutter nicht überlebte, geht aus ihrer Grabsteininschrift hervor. Gurlitt n. a. 01. 31. Heft, S. 47. 49 ä 770 v. Schmarl. die ein vermögen von 8000 Talern besaßt). Gemeinsam mit ihrem Bruder Johann Gottlob v. Schönberg verkaufte sie ihrem Gatten am 23. Npril 1745 das Erbgut Gber-Neundors (blblO von Görlitz) für 28000 Taler. Erst am 13. September 1746 konnte Tarl Joachim mit Gber-Neundors belehnt werden, da er in der Schlacht bei Nesselsdorf am 15. Dezember 1745 eine schwere Blessur am rechten Schenkel erhalten hatte, die ihn noch im Juni 1746 zwang an Krücken zu gehen. Tarl Joachim starb am 5. November 1757 und wurde am 11. d. M. in Ludwigsdorf bestattet I. Seine Gattin erbte das Gut Gber-Neundors. Geboren am d. November 1709 zu Ludwigsdors, starb sie am 21. Februar 1762 und fand am 26. d. IN. an ihrem Geburtsort ihre letzte Nuhestätte. Ihr - Mappen: Lin Siegel Gottliebs v. S. aus dem Jahre 1732 zeigt ^ im Schilde einen nach der rechten Seite springenden Gchsen. Helm gekrönt. Kleinod: Drei Straußenfedern (?). h.-§t.-5l. Gen. Koo. 31803, Daniel Gottlob Schmorl, kurfürstlich Sächsischer Nmtsverwalter zu Schulz bei Dobrilugk N.-L., erwarb, nachdem er sich, Mien den 2. Dezember 1802, von Kaiser Franz II. hatte in den Neichsadelsstand erheben lassen, am 10. März 1803 von Milhelm Jacob Grasen v. Nedern das Nllodialgut Lipsa (880 von Nuhland) für 51000 Taler und befand sich bis 1821 in seinem Besitz. Später besaß er das Freigut Falkenberg (Soculahora, 80 von Bautzen) und starb im Nlter von 72 I. 10 M. 30 T. am 19. Dezember 1827 in Meißenberg als privatisierender Gekonom. vermählt war er mit Christiane Florentine Natusch, die im Jahre 1834 noch in Meißenberg lebteI. von Daniel Gottlobs Söhnen war der ältere, Friedrich Gottlob, Verwalter aus dem v. Schmidtschen Gute Kunnersdors, dann aus dem v. Gersdorffschen Gute Mückenhain. Daniel Gottlobs jüngerer Sohn, Tarl Milhelm, geboren zu Schulz bei Dobrilugk, war seiner Nngabe nach^ im Jahre 1834 47 Jahre alt (also um 1787 geboren), vermählte sich mit 32 Jahren mit Nmalie Sophie Florentine Nothe aus Lissa bei Görlitz und besaß im Jahre 1834 von neun Kindern noch fünf am tz Geneal. Uoo. 31803, v. Schmiskal. — v. Uechtritz a. a. tö. IV, 5. 3b gibt an, Tarl Joachim v. 5. sei vermählt gewesen mit Eleonore Sophie v. Gablenz, gestorben zu Dresden im Jahre 1739. Diese wäre dann, die Richtigkeit der Angabe vorausgesetzt, die erste Gattin Tarl Joachims gewesen. Lehnsakten Gber-Neundorf. v. Uechtritz a. a. G. IV, S. 56 gibt an, Tarl Joachim habe sich als Dberst am II. November 1759 erschossen. 3) v. Doerr, Der Adel der Böhmischen Uronländer, 1900, S. 200. h ks'-bt.-kl. Gxn. Uoe. 31803, Schmorl. h Ebenda. " .L' Bruder Johann Gottlob v. Schönberg erbte das Gut Gber-Neundorf. - ^ ^ Der Böhmische Grasenstand kam, Mien den 1. Oktober 1716, in das § Geschlechts. v. Schmiskal. v. Schmorl. v. Schönaich. 771 Leben: Ida, Robert, Aurora, Bertha, (Oswald. Carl Wilhelm kaufte am Z. Juli 1820 das Gut Nieder-Beutnitz (8 von Görlitz, von Leidenberg) für 19700 Taler fl 8 200 Tlr. für das Erbgut Nieder-Beutnitz, 1500 Tlr. für die 15 Scheffel Lehnsacker) von Frau Lhristiane Friederike Ernestine verw. Apotheker Thieme, geb. Bauernstein. Am 21. August 1820 wurde er belehnt. Er geriet in Bonkurs, und das Gut Nieder-Beutnitz erstand am 24. September 1835 im Sub- hastationstermin Thristian Friedrich Neumann, Bretschambesitzer aus Bosenthal, für das Höchstgebot von 12400 Talern. Wappen: Folgendes Wappen hatte Baiser Franz II. Daniel Gottlob Schmor! am 2. Dezember 1802 verliehen: . . . „einen blauen Schild mit einem silbernen linksschrägen, nach der Länge getheilten Balken, wovon die linke Hälfte erhöht, die rechte erniedrigt ist, beide Ende aber einander berühren. Auf dem Schilde ruht rechtsgekehrt ein gekrönter, frey adeliger, offener, blau angeloffen- und roth gefütterter, mit goldenem Halsschmucke und einer blau und silbernen Decke behängter Turniershelm, auf dessen Brone ein blauer, geschlossener Adlersflug erscheint, wovon jeder Flügel mit einem silbernen linksschrägen Balken belegt ist" ... v. Schönaich» Freiherren. Ls sei zunächst eines Gliedes aus dem uradeligen Schlesischen Geschlecht v. Schönaich gedacht, das um die Mitte des 16. Jahrhunderts zum Lehnsadel der Herrschaft Seidenberg-Friedland gehörte. Hans v. S. zu Sorau erhielt zu Friedland am 12. August 1550 von den Gebrüdern Johann V. und Thristoph v. Bieberstein das Dorf Güntersdorf von Lauban), Afterlehn der Herrschaft Friedland, als Erbe verreicht; sie benahmen gleichzeitig dem Gute alle Eigenschaft und Natur des Lehnsh. Der erste aus dem Geschlecht v. S., der sich in der Gberlausitz ansässig machte, war Hieronymus Bitter v. 5. von den Gütern, die die Stadt Lauban im Pönsall verloren hatte, brachte er um 1558 Siegersdorf (dMO von Lauban, am Meis) an sichh. Lr erwarb ferner das Gut Waldau (>V von Siegersdors): Sein Vetter Franz v. S., der Waldau 1576 von der Stadt Lauban gekauft hattet, veräußerte dieses Gut nebst dem dazu gehörigen Dorfe „aus vetterlicher treuer Liebe und Vewegnüss, um seines besten Nuz und Gelegenheit willen" tz Neues Laus. Mag. Bd. 73, 5. ION — Tin Philipp v. 5. zu Hassel (Kreis Lorau) war 1570 — 1573 Hauptmann zu Friedland. kl. Nessel, Geschichte des Friedländer Bezirkes, 1002, S. 426. h Vberlaus. Nachlese 1771, S. 70 ff. ") Bürgermeister und Natmauueu von Lauban hatten das Gut Waldau einige Jahre zuvor erkauft. Sie waren „weil sie die Kaufgelde mehrertheils entleihen und auf Interesse nehmen müssen, in großen Lchuldenlast dardurch geratten, welche sie von dem Einkommen dieses Guetts abzuelegen nicht vermöchten" und mußten deshalb das Gut verkaufen. Franz v. 5. wurde mit Waldau belehnt, Bautzen „Dienstags nach Inventioms orueis, war der siebende Tagk des Monats Map" 1577. H.-§t.-N. Nne. 0550, Gürlitzischer Lrepss, Bol. V der Lehen - Brieffe im Marggraffthum Dber- lausitz, 1410-1615, Fol. 275. 40 * 772 v. Lchönaich. an Hieronymus, der am 30. März 1583 zu Neundors durch den Hauptmann Hieronymus v. Nostitz belehnt wurde h. Hieronymus v. 5. kaufte ferner von Melchior v. Salza einen Anteil von Schreibersdorf (I4>V von Lauban) und erhielt ihn, nämlich den alten Nittersitz samt Vorwerk und zwei Gärtnern am 3. August 1578 zu Lehn verreicht"). Hieronymus v. S. „und Tzschecheln" (Kreis Sorau) verkaufte sein Gut und Vorwerk zu Schreibersdorf im Görlitzischen lveichbilde samt den dazu erkauften drei Bauergütern, mit dem dazu gehörigen Bauer, sieben Lrbgärtnern, dem Nittersitz, Vorwerk rc. im Jahre 1586 an Taspar v. Kopisch auf Hohlstein I. Zugleich mit Friedrich v. Tschirnhaus zu Nieslingswalde erscheint Hieronymus v. S. im Jahre 1575 als Vormund der Söhne des kaiserlichen Nats Christoph v. Tschirnhaus zu haugsdorfh. Hieronymus' ältester Sohn, Christoph v. S., besuchte das Gymnasium zu Görlitz, dann die Universität Heidelberg. Nach Hause zurückgekehrt wurde er bei einem Streit mit Heinrich v. Nöckritz im Gasthause zum goldenen Adler zu Görlitz am 3. Oktober 1590 abends um neun Uhr am linken Handgelenk verwundet und starb, wohl infolge des Blutverlustes, noch in der nämlichen Nacht auf der Straßes. Hieronymus' jüngerer Sohn, Fabian v. S., wurde am 24. April 1592 mit Siegersdors, Waldau und pertinentien belehnt"). Wegen des Landgeschosses zu Siegersdorf und Neudorf und wegen des Fahrens von Salz u. a. Waren über die Heide kam es zwischen ihm und dem Nate zu Lauban am 10. April 1607 zu. einem Vertrages. Im Jahre 1600 hatte er von Hans v. Eberhardt dessen Stückgut Taubenheim (SO von Schirgiswalde) käuflich erworben"). 1619 pachtete Fabian von Heinrich v. Wierandt, genannt Voigt, das Gut Gber-Gurig (88W von Bautzen) auf sieben Jahre"). Fabian v. S. war Landesältester des Görlitzer Kreises und wurde 1619 zu einem der Defensoren der Gberlausitz ernannt"'). Am 8. November 1627 starb er"). Vermählt hatte er sich mit Helena ') Ebenda, Fol. 278. kf.-5t.-N. 7oo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Dunste im Görlitzischen, 1572 — 84, Fol. 130. -y 7oo.9550, Görlitzischer Lrepss, vol. V der Lehen - Brieffe rc. 1419-1615, Fol. 402. y kf.-5t.-N. 7oo. 9550, Registratur der Lehen rc., Fol. bb. h Meisters r^nnulss Oorlioonsss in lhoffmanns Loriptorss rorunr 7usa- tioarum, II. Teil, 5.50; Gberlaus. Nachlese 1771, 5.79. kf.-5t.-5l. 7oo. 9550, Görlitzischer Lrepss, vol. V rc., Fol. 280. tz verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II. Sand, 5.266; Räuffer, Nbriß der Gberlaus. Geschichte, I-V. Teil, 5. 82. h Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 145. h Um 30. Npril 1623 wird Fabian, am 2. Dktober 1623 Hans Fabian v. 5chönaich auf Dber - Durig als Pate im Gödaer Kirchenbuch erwähnt. Vierteljahrsschrift für Wappen-, 5iegel- und Familienkunde, XXI. Jahrgang, 5. 119. -«) Käusfer a. a. D. IV. Teil, 5. 153. n) Gberlaus. Nachlese 1771, 5. 79 ff. v. Schönaich. 773 v. Zedlitz, die er am 23. September 1626 aus seine Güter verleib- gedingen ließH. Die große Schuldenlast, die Fabian v. S. hinterlassen hatte, ver- anlaßte die Vormünder seiner Kinder, die Güter Siegersdors nebst Tschirne (>V von Siegersdorf), Bienitz und Neudors spertinentien von Siegersdorf) an Fabians Sohn, Hieronymus v. Schönaichs) für 33000 Taler und 150 Ungarische Dukaten Verehrungsgeld am 14. Februar 1628 zu veräußern, von dem neuen Besitzer kaufte Johann Christoph v. Nostitz auf Berthelsdorf am (Hueis Siegersdorf am 2. Juni 1632 für 33000 Rtlr. und 100 Fl. Schlüsselgeld I. Ls war wohl ein Nachkomme Fabians jener Hans Freiherr v. S. (ein Sohn Sebastians), der sein Gut Nietschen von Nothenburg, am weißen Schöps) unter dem Nmt Görlitz am 30. Juni 1653 an Georg v. Wiedebach zu Beitzsch für >7 000 Taler verkauftes. Hans, geboren 1623, gestorben am 16. November 1675, war Herr der Nlajoratsherr- schaften Larolath und BeuthenI. — Lin anderer Fabian v. 5., ein Sohn des am 8. Februar 1558 zu Breslau verstorbenen Ritters Hans v. 5.I aus Sprottau, Freystadt rc., war im Jahre 1508 geboren, nahm teil an der Schlacht bei Mühlberg am 24. April 1547, wurde Hauptmann zu Sagan, Kriegsoberst Kaiser Ferdinands I. in Ungarn, kaiserlicher Rat. Lr erwarb die Herrschaften Larolath und Leuthen und legte dadurch den Grund zur Bedeutung und Größe seines Hauses. Fabian war ferner Pfandesherr der Herrschaft parchwitz. In der Dberlausitz machte er sich ansässig, indem er im Jahre 1558 die Herrschaft Muskau von Kaiser Ferdinand I., dem sie nach dem Tode Christophs v. Bieberstein heimgesallen war, für die Summe von 60000 Talern kaufte. Im Jahre 1548 war er in den Freiherrnstand erhoben worden'). Lr starb zu Beuthen am 23. September 1591 im Alter von 83 Jahren, vermählt war er mit Elisabeth v. Landskron. Kinder hinterließ er nicht, so daß mit ihm der Sprottauer Ast seines Geschlechts erlosch. Fabians Zwillingsbruder Sebastian Frhr. v. §?), Ritter, Herr auf Sprottau, Ullersdorf rc., kaiserlicher Rat, starb 1557. vermählt mit Anna Freiin v. Silberberg, hinterließ er einen Sohn Johann tz Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch I6IY —17IY. Nach der Dberlaus. Nachlese 1771, S. 79 ff. war seine zweite Gattin Hedwig v. Mühlheim. va er aber schon 7627 starb, nachdem er 1626 Helena geb. v. Zedlitz hatte verleibgedingen lassen, so war die v. Mühlheim — wenn überhaupt — wohl seine erste Gemahlin. 2) Daß dieser Hieronymus ein Sohn Fabians war, ist angegeben in N. I. 85, Mspt. der Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, Beiträge zur Geschichte nnd Topographie einzelner Vrtschaften, Bd. II unter Siegersdorf. H Dberlaus. Nachlese 1771, S. 7Y ff. y H.-St.-N. Noo.9547, DrittesBuchDberlaus.Leheus-Sachen165I-67, Fol. 160. 5) Sinapius, Schlesische Turiositäten, I. Teil, 1720, S. I5Z. H Sinapius n. a. G. I. Teil, S. ISO; II. Teil, S. 216. H v. Ledebur, Ndelslexicon der preußischen Monarchie, II. Bd., S. Z94. H Sinapius a. a. D. I, S. 151. 774 v. Schönaich. Georg. Diesem hatte sein Gheim Fabian schon zu Lebzeiten die Herrschaft Mus kau abgetreten, denn Johann Georg erhielt sie am 20. Dezember 1583 vom Nmtshauptmann zu Görlitz zu Lehn verreicht. Nach Johann Georgs erblosem Tode zog Kaiser Nudolph II. die Herrschaft Muskau ein h und verkaufte sie am 17. November 1597 an Wilhelm Burggrafen zu Dohnas. - Ein Lasse! v. 5. „und Hasel" (haasel im Kreise Sorau) verkaufte sein Gut Gber-Bellmannsdorf (8M von Lauban), wie er es von Nikol v. Grißlau an sich gebracht, an Ernst v. Sommerfeld „und Wartta", der es am 23. September 1602 zu Lehn verreicht erhielt ^). — Im 18. Jahrhundert gelangte Zibelle (blO von Muskau) durch Heirat an das Geschlecht v. S. Sebastians v. S. a. d. h. haasel und seiner Gattin Salome geb. v. Schönaich a. d. h. Bademeusel Sohn: Erdmann v. 5. auf Kalke, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann a. D. im herzoglich Weitzenselser Dragonerregiment, war vermählt mit Nnna Elisabeth v. Stöffel a. d. h. Kose! und Lanken. Ein Sohn dieses Ehepaars, George Adolph v. S., geboren zu Kalke am 31. Dezember 1724, wurde, nachdem er seit 1740 das Kadettenkorps zu Dresden besucht, 1742 Fähnrich im NInpeckschen Infanterieregiment, dann Leutnant im Infanterieregiment der Kurfürstin (später Neitzenstein- schen) und nahm 1756 seinen Abschied. In eben diesem Jahre, am 30. November, vermählte er sich mit Sophie Friederike Louise v. Briefen, die ihm das Gut Nieder-Zibelle mit in die Ehe brachte. Er starb auf seinem Gute Kalke am 6. Nugust 1787 nachmittags '/^4 Uhr und wurde am 9. in Triebe! bestattet. Don seinen fünfzehn Kindern (6 2. 9 T.) überlebten ihn zwei Söhne und vier Töchterh. — Der oben genannte Fabian v. Schönaich, gestorben am 23. September 0 Diese Einziehung der Herrschaft Muskan als eines heimgefallenen Lehns erfolgte im Widerspruch mit den vestimmungen Fabians v. 5. vom Jahre 1562: „Wofern Herr Fabian von Schönaich, ritter, ohne menliche leibes lehenßerben, dergleichen seines bruders vastianß seligen sohn Hanß Georg, ohne menliche leibes lehenßerben mit thodt abgingen, als hat auf diesen fahl obgemeldter her Fabian seinen vettern, nemlich Hieronpmo, Sigmunden, Philippen, Jacoben, Hansen und Balthasarn, allen gebrudern und vettern von Schönaich, vor allen andern seinen gevettern von Schönaich die lehen aller seiner und gemeltes Hansen Georgens guttere in diesen, marggrafstumb Gber Lausitz gelegen, appropriirt und zugeeigt, sie auch, die obgedachten von Schönaich dem Hern lantvogt s. g. anstadt der Nom: Kap: M: -c. die geburliche huldung und aidespflichtung vollzogen und auf den obberurten fahl die lehen gesucht und gemuttet, welches dan also von roolgedachtem Hern landtvogt s. g. vor billich erkant und angenohmen und uff s. g. bevehlich hiemit zu lmnfftiger nachrichtung acl notam genohmen und vorzeichnet worden. Uctnm Ludissin den 20. ^uAusti des 62. Die zeugen der lehens muttung seindt Hanß von Schlieben, Haugl, von Maxsen, haubtleutte, Hieronymus von Nostiz, Lafpar von Nostiz zum Famen". H.-Lt.-N. Uoo. 9549, particularregister, Inhalts der Röm: Nay: Mt: genedigster Instruction, auff den wolgebornen Hern Joachimen Schlicken, Graffen und Hern p., des Marggrafftumbs Dber Lausitz Landtvogt ,c. die vollzogene Lehen, Leib- gcdinge und Gunste . . . betreffende, 1552, Fol. IOb-11. 2) verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II. vd., S. 254. F H.-St.-kl. Noo. 9550, Görlitzischer Lreyss, vol. V w., Fol. 285. h Laus. Magazin 1786, S. 268: 1787, S. 565. v. Schönberg. 775 1591, wurde, wie erwähnt, 1548 in den Freiherrnstand erhoben, das ganze Geschlecht v. 5. am 28. Juni 1616. Hans Georg Frhr. v. 5. erhielt am 5. Februar 1700 den Reichs- grasenstand mit dem Prädikat Hoch- und WohlgeborenH. Hans Carl Graf v. 5. wurde am 6. November 1741 in den preußischen Fürstenstand nach dem Rechte der Erstgeburt erhoben unter Erhebung der Ztandesherrschast Tarolath-Leuthen zum Fürstentum (Fürst zu Larolath- Schönaich). Rm 18. Januar 1753 wurde der Fürstenstand auf die gesamte Nachkommenschaft ausgedehnt. Wappen, freiherrliches: Schild geteilt; oben in Gold ein grüner Eichenkranz mit vier roten Bändern umwunden, unten in Not ein goldener Löwe. Zwei Helme. Der rechte, mit Bausch, trägt als NIeinod den Eichenkranz, der linke, gekrönt, eine goldene, ein Schwert schwingende, Löwenpranke. Decken rechts grün-golden, links rot-golden. Siebmacher II, Taf. 38, Nr. 6 unter den „Frepherrn und Herrn". v. Schönberg, auch Freiherren. Glieder des Meißnischen uradeligen Geschlechts v. Schönberg machten sich im ersten viertel des 16. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Hanns v. Sch., dem jüngeren (Zschochauer) Stamm angehörig, ein Sohn Nikols, erwarb Reichenau (080 von Rönigsbrück) und erscheint sicher im Jahre 1420 als Besitzer des Gutes. Er brachte ferner noch Reichenbach (80 von Reichenau), sowie Lichtenau (8 von Reichenbach) an sich und begründete den Reichenauer Hauptzweig I. Reichenauer Seitenzweig. Jakob v. Sch.3), der dritte Sohn Bernhards aus seiner ersten Ehe, geboren am 10. Februar 1533, gestorben am 25. Februar 1601, besaß die Güter Reichenau, Gber-Lichtenau, Reichenbach und Roitzsch (RI von Reichenau, 0 von Rönigsbrück). Reichenbach verkaufte er an Joseph Benno v. Theler. Jakob hinterließ je zwei Söhne aus erster und zweiter EheH (^ —D): /r. I. Jakob Bernhard. Siehe unten S. 776. 6. I. Georg Rudolph. Siehe unten §. 776. 0. II. Wolf Friedrich. Siehe unten S. 777. v. II. Thristian Ehrensried. Siehe unten S. 777. tz.-St.-5l. Boa. I04ZI, Geschlechts- und kserrschafftserhöhungen I6S2-174I, vol. IV, Fol. 48. 2) vergl. 6. Fraustadt, Geschichte des Geschlechts v. Schönberg Meißnischen Stammes, I. Bd. klbt. 7^, 1878, S. 180. wir folgen im allgemeinen seiner Einteilung in Linien -c., wenn sie auch für die Gberlausitz mitunter nicht recht zutreffend ist. tz Jakob v. Sch. zu Reichenau und sein Bruder Ernst suchten am 20. Rpril 1587 beim Kurfürsten die Lehn an den von ihrem verstorbenen Bruder Philipp hinter- lassenen Gütern Reichenbach und Gräfenhain. Ein vierter, schon verstorbener Bruder war „Shon" v. Sch. — Lehnsakten Bautzen. tz Fraustadt a. a. G. I. Bd. Rbt. S, 1878, S. 461 ff. 776 v. Schönberg. -V. Jakob Bernhard v. Sch., besaß das Gut Nohrbachh (0140 von Königsbrück), verkaufte es aber an Wolf Georg v. Schönberg aus Pulsnitz (vergl. 5.787), der am l 9. Januar l 605 mit dem Gute belehnt wurde h. Dafür erwarb er das Gut Iiedlitz (I4I40 von Bischofswerda), als dessen Besitzer er im Jahre 1614h erwähnt wird. 3m Jahre 1623 erscheint Jakob Bernhard auch als Pachter des Gutes Burkau (dl von Bischofswerda). Gr starb im Jahre 1633. von seinen Söhnen sind uns zwei bekannt: Hans Wolf, der am 12. November 1614 im Alter von 10 I. 37 W 6 T. verschied^), und Christian Ghrensried. Dieser überlebte den Vater. Gleichwohl mutete Jakob Bernhards jüngerer Bruder, Wolf Friedrich v.Sch., „bei so gefährlichen Sterbensläusen" die Lehn des Gutes. Thristian Ghrensried erhielt das väterliche Gut Iiedlitz am 20. Dezember 1633 zu Mannlehn verreicht. Er vermochte das überschuldete Gut nicht zu behaupten: von seinen Kreditoren erwarb es im Jahre 1646 Johann Friedrich v. Vrettin. Christian Ghrensried, der am 2. August 1613 geboren war, starb am 1. Juni 1675, seines Alters 62 I. weniger 8 W.h. vermählt war er mit Anna Magdalena v. Bolberitz, die am 7. Mai 1645 in den Kirchenbüchern von Göda als Pate erwähnt wirdh. Frau Anna Magdalena kaufte am 31. März 1650 von Hans Christoph v. Nostitz zu Guttau das Gut Bolbritz (dNV von Bautzen) für 6 300 Talerh. Am 29. April 1651 wurde sie mit dem Gute belehnt. In einem an den Kurfürsten gerichteten Gesuch vom 6. Iuni/27. Mai 1651 bat sie, es möge ihr verstattet werden, daß sie, „Christian Ehrenfried v. Schönbergs Ehefrau, so keine Kinder mit ihme gezeuget", ihren Bruder Wolf Wilhelm v. Bolberitz zu Hähnchen und dessen Leibeslehnserben „aus schwesterlicher Affection und mehr anderer Ursachen willen" in die gesamte Hand und Mitbelehnschast des Gutes Bolbritz nehmen dürfe, — was ihr gewährt wurde. Frau Anna Magdalena v. Sch., geb. v. Bolberitz, starb am 1. November 1675 h. B. Georg Nudolph v. Sch., der zweite Sohn erster Che Jakobs, übernahm von den Gütern des Vaters Neichenau. hierzu kaufte er im Jahre 1624 von Carl hannibal I. Burggrafen zu Dohna das Kunkellehngut holscha (0 von Neschwitz, 880 von Königswartha) nebst dem Dorfe Caßlau (dl^V von Neschwitz, 8^V von Königswartha) für 0 Mit Rahrbach war am 12. Mai 1362 bereits Jacob Bernhards Großvater Bernhard v. Sch. belehnt worden. k)-°2t.-5l. Boo. 9549, particularregister, Inhalts der Nöm: Rag: Mt: genedigster Instruction rc., 1562, Fol. 3. -) H.-St.-O. Boo. 9545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in Gber- lausitz cio ao 1604 — 17, Fol. 7. h Kirchenbuch zu Göda. vergl. vierteljahrsschrift für Mappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI (1893), S. 120. 4) Ebenda, S. 120. h Sein Totenschild ist in der Kirche zu Göda. vergl. lvöchentl. Beilage zu den Bautzner Nachrichten, Nr. 46 vom 12. November 1892. o) Vierteljahrsschrift für Wappen- -c. -Kunde, XXI, S. 120. ") ks-- §t. - N. Noo. 9547, Drittes Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1651-67, Fol. 30. h Lehnsakten Bolbritz. — Das v. Schönberg-Bolberitzsche kllliancewappen befindet sich an der äußeren wand der Kirche zu Göda. vergl. auch Neues Laus. Mag. Bd. 68, S. 245. v. Lchönberg. 777 4000 Taler. Er starb am 3. Februar 1624. vermählt war er mit Margaretha geb.v. Runge. Lein gleichnamiger Lohn Georg Rudolph d. I., beim Tode des Vaters erst dreizehn Jahre alt, stand unter Vormundschaft Jakob Bernhards v. Lchönberg aufIiedlitz und Wolf Friedrichs v. Lchönberg auf Roitzsch, seiner Oheime. Diese verkauften im Jahre 1626 das Gut holscha an Erasmus v. Gersdorff. 2o besaß Georg Rudolph d. I. also noch das väterliche Gut Reichenau. Er starb in jungen Jahren: Hans Heinrich v. Lchönberg auf Glauschnitz meldete am 17. November 1634 dem Kurfürsten, daß Georg Rudolph d. I. „für etzlichen Wochen in Böhmen durch einen unglückhafften Fall Todes verblichen" ff. Ln ähnlicher Weise berichtete Lhristoph v. Minckwitz auf Radibor im Jahre 1636 dem Oberamte, daß „vor dieser Zeit Georg Rudolph v. Lch. aus Reichenau leider Gottes entleibet und also seinen seeligen hintritt aus dieser Welt genommen, sein verlassenes vors Tassel sLaßlauj aber, welches Runkellehn ist, an seine drei Schwestern als meine Jungfrauen Pflegetöchter, verfällst""). Ln Reichenbach wurde Georg Rudolph d. I. beerdigtff. Lhristoph v. Minckwitz bat gleichzeitig als Lehnsträger dieser drei Schwestern — Rnna Sophia, später vermählte v. Gersdorff, Maria Elisabeth und Rnna Dorothea -- den Hofrichter Heinrich v. Zezschwitz zu bestätigen. Lm Jahre 1635 wurden diese drei Schwestern belehnt mit dem Runkel- und Spindellehngut Taßlau samt vier besetzten Bauern, zwei Gärtnern, zwei Häuslern; 1643 verkauften sie das Gut an Heinrich v. Zezschwitz. L. Wolf Friedrich v. Sch., der erste Sohn Jakobs zweiter Ehe, erhielt das Gut Roitzsch. Rm 22. Januar 1643 starb er stark verschuldet. Seine nächsten Lehnsfolger waren seine Reffen Thristian Ehrenfried v. Sch. und Hans Lhrenfried v. Sch., die Söhne seiner Brüder Jakob Bernhard und Thristian Ehrenfried. v. Thristian Ehrenfried v. Sch., der zweite Sohn Jakobs zweiter Ehe, erhielt von den väterlichen Gütern Lichtenau. Er „vermietete" im Jahre 1613 Nieder-Lichtenau an Siegmund v. Nostitz „und Gehege"ff. Rm 21. Januar 1643 starb Thristian Lhrenfriedff. Dreimal war er vermählt gewesen: I. mit Rgnes v. Gränsing; II. mit Ursula, Witwe Heinrichs v. Schleinitz zu Grödel; III. mit Rnna Maria v. Tschammerff. Sein Sohn Hans Lhrenfried v. Sch. aus Ober- Lichtenau und Reichenau folgte dem Vater bald ins Grab: er starb am 14. November 1645. Um 1649 besitzt Lichtenau Johann George v. Gppel. Zu Ende des 17. Jahrhunderts ist das Gut wieder im Besitz eines Gliedes des ff Lehnsakten Reichenau. 2) Lehnsakten Laßlau. ff Neue Sächsische Rirchengalerie, viöcese Ramenz, Sp. 322. hier wird er nur mit dein einen Vornamen Rudolf genannt. ff kf.-St.-R. Roo. Y517, Gberlaus. Iusttzsachen, vol. I. ff Hraustadt a. a. G. I. 8. S. 472. ff Ebenda. v. Schönbergschen Geschlechts: Georg Rudolph v. Sch. hatte sich seinen Mitbelehnten gegenüber verpflichtet, sobald er sein Gut Nieder-Reinsberg verkaufen würde, das Geld wieder in einem Lehngut anzulegen und seine Mitbelehnten in die gesamte Hand zu bringen. 1696 verkaufte er Rieder-Reinsberg an seinen Bruder Heinrich Friedrich v. Sch. und erhandelte Ober- und Nieder-Lichtenau für 22 857 Fl. 3 Gr. Gr bat den Landvogt, dem Gute Ober- und Nieder-Lichtenau die tzualitgtem t'euOalem zu erteilen und machte sich verbindlich in dem Gute einen Lehnsstamm von 14 000 Fl. zu konstituieren und für den Fall, daß er ohne Löhne verstürbe, seinen Mitbelehnten das Gut zu eben dem Preise zu überlassen, zu dem er es erhandelt habe. Zu Beginn des Jahres 1697 wurde Georg Rudolph belehnt und starb als Vize-Rammerpräsident am 14. Januar stil. vst. 1697. Leine Witwe war Helena Gugendreich geb. v. Warnsdorff. Lein Bruder Heinrich Friedrich aus Reinsberg, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hof-Justitien- und Bergrat, wurde, da er im Frühjahr 1698 von einem Lchlagfluß befallen und linksseitig gelähmt worden war, am 10. Mai 1698 per IVlanOatarium mit Lichtenau belehnt. Rm 25. Nugust 1698 starb er in Dresden ohne Leibeslehnserben mit Hinterlassung der Witwe Lusanna Lrdmuth geb. v. ponickau a. d. h. Milkel. Leine Lehngüter fielen an seine nächsten Mitbelehnten, .die drei Brüder Hans Heinrich v. Sch. zu Lchönberg und Tanneberg, Rammer- junker, Hans Wolf v. Sch. zu Bornitz, Rammerrat, Hans Dietrich v. Sch. zu Wilsdruff und Limbach, Rammer- herr, sowie an Hans Heinrich v. Sch. zu Maxen und Tunnersdors, Hof- und Iustizrat, Rreissteuereinnehmer. Die Gattin des zuletzt genannten, Frau Lva Elisabeth geb. v. Ginsiedel a. d. h. Wolkenburg, erkaufte Ober- und Nieder- Lichtenau am 4.N4. November 1698 für 19000 Taler von ihrem Gemahl und dessen Vettern, denen als Mitbelehnten das Gut nach Rbgang der Reinsberger Linie zugefallcn war. Rm 28. Juli 1700 wurde sie belehnth. Sie starb zu Dresden am 15. Juni 1718. Thristian Gottlieb v. holtzendorff erbte das Gut von ihr^). >) Zu Mitbelehnten gab sie an ihren Ehemann Hans Heinrich v. Sch. zu Maxen und seine männliche Deszendenz, nach deren Nbgang ihre beiden Enkel und Tochterkinder Hans Liegmund und Thristian Gottlieb Gebrüder v. Holtzendorff zu Thallwitz, nach deren Nbgang ihren Eidam Christoph Liegmund v. Holtzendorff zu Thallwitz und seine männliche Deszendenz, nach deren Nbgang ihre drei Vettern Hans Haubold zu Löset, Hauptmann, Wolf Christian zu Zimpel, Nammerjunker uud Hans Rudolph, Rammerjunker, sämtlich Gebrüder v. Lchönberg. -) In der zweiten Hälfte des ly. Jahrhunderts kam Lichtenau nochmals an das Geschlecht v. Sch.: Elisabeth v. Sch. auf Nieder - Zrvönitz, Witwe Nugust Laspar Ferdinand vams v. Sch., eine geborne v. Pfister, kaufte 1865 von Nugust Wilhelm Bader Gber-Lichtenau für 84 000 Taler, verkaufte es aber 1866 wieder. v. Schöuberg. 779 Falkenberg — Glauschnitz —Klix —Stein itzer Zeiten zweig. Ein Lohn des Hofmarschalls Jakob v. 5ch. auf Reichenaus, Heinrich v. Sch., kurfürstlich Sächsischer hosmarschall, erhielt im Jahre 1541 vom Kurfürsten die Lehn über das Dorf Falkenberg und besaß seit 1562 Glauschnitz (M von Königsbrück) mit Stenz (0 von Glauschnitz, von Königsbrück), dem Dorfe Lohra (bl^V von Königsbrück) und dem Dorfe und Vorwerke Schmorkau (K von Königsbrück). Gr starb am 9. Kugust 1575h und hinterließ aus zwei Ehen eine zahlreiche Nachkommenschaft. Heinrichs zweiter Sohn erster Ehe, um diesen vorweg zu nehmen, Johann Friedrich hatte neben anderen Kindern aus seiner Ehe mit Libplla v. Earlowitz einen Sohn lvols v. Sch. „und Petershain" a. d. h. Falkenberg. Dieser kaufte von Thristoph v. Luttitz auf Wartha dessen Gut Schönbach (8^V von Löbau) und wurde am 11. April 1623 belehnt. Gr starb am 26. April a. St. 1642 als „des pfortischen Regiments gewehsener Dbrister Leutnant" h. Seine nächsten Agnaten waren seine Vettern Hans Wolf und Hans Heinrich Gebrüder v. Sch. auf Klix, Glauschnitz und Lchmorkau (vergl. S. 784), die am 14. Juli 1643 mit Schönbach belehnt wurden und im Jahre 1649 das Gut an Hans v. Kottwitz verkauften. Wolf hatte keine männlichen Erben, sondern nur drei Töchter hinterlassen: Frau Anna Latharina, vermählte v. Schlicken. Frau Johanna Maria, vermählt mit Hans v. Kottwitz. Jungfer Sibplla Rosine v. Schönberg. Jeder dieser Töchter hatte Wolf zu ihrer „adelichen Ausstattung" 3000 Taler aus dem Gute Falkenberg zugesichert. — Heinrichs ältester gleichnamiger Sohn, Heinrich d. I. v. Sch. wird im Jahre 1590 zugleich mit seinen Brüdern Hans Friedrich und hildebrand als zu Volbritz von Bautzen), Übigau an der schwarzen Elster und Glauschnitz gesessen bezeichnet^). Heinrich d. I. und Hans Friedrich besaßen auch Anteile am Rittergut Schmorkau, die von ihren verstorbenen Brüdern August und Wolf aus sie waren verfället worden. Heinrich d. I. wohnte als Beisitzer am 26. November 1592 einer Ehrentafel (Ritterrecht) aus dem königlichen Schloß in Bautzen bei^). Er starb 9 Vieser Jakob v. Sch., Hofmarschall des Herzogs G^rg, war der Großvater des za Beginn der Besprechung des Keichenauer Leitenzweigs erwähnten Jakob v. Sch. zu Reichenau (vergl. L. 775). 2) Fraustadt a. a. G. I. 8., S. 443. h Lehnsakten Schönbach. Sn seinem Testament vom 13. Dezember Ib4l hatte lvols v. Sch. der Kirche zu Falkenberg (5Imt Liebenwerda) 24 Lot Silber zu einem Kelche und „12 vomos Butlrsri", sowie zur ktltar- und Taufsteinbekleidung „alle lederne Tapezerepen, so zu Torgaw in der langen Laden liegende, vorhanden", vermacht. Ebenda. h Lehnsakten Schmorkau. h Tarpzov, Thren-Tempel der Gber-Lausitz, 1719, I, S. 162. 780 v. Schönberg. am 31. Januar 1611 im Ulter von 69 I. weniger 5 W.h. Zein wohlerhaltenes Epitaph, das ihn in Ritterrüstung darstellt, befindet sich in der Kirche zu Göda. Heinrich d. I. war vermählt mit Unna v. Theler a. d. h. Höckendorf, am 21. Mai 1577 schloß er mit ihr die Lhestistung ab"). Zie überlebte ihn und erscheint noch am 24. Oktober 1622 im Gödaer Kirchenbuch als Pate aufgeführt^). Heinrich d. I. hinterließ neben Töchtern drei Zöhne: 7V Hans Wolf. Ziehe unten. L. Hans Heinrich. Ziehe unten 5. 784. 0. Hans Georg. Ziehe unten 5. 786. Hans Wolf v. Sch., der älteste Sohn Heinrichs d. I., wurde am 3. September 1616 belehnt mit dem in brüderlicher Teilung ihm zugefallenen Gute Lolbritz samt den Untertanen zu Bolbritz, Uh na (blO von Bolbritz), Vloaschütz (80 von Boibritz), Hähnchen (>V von Bautzen), einer Mühle zu Muschelwitz (bUV von Bolbritz) ins Umt Stolpen gehörig, dann mit dem Gut Döbschke (8^V von Bolbritz, von Bautzen) nebst dem „Theilwald" zu Ueukirch u. a. Zubehörungen h. Hans Wolf vertauschte am 20. Juli 1626 sein Gut Bolbritz gegen das Gut Klix (bMO von Bautzen, an der Spree), das bis jetzt Frau Unna verw. v. Uostitz, geb. v. Gersdorff besessen hatte. Hans Wolf unterschrieb im Jahre 1619 das Lehnspaktum^). Lr wurde im Jahre 1637 als Landeshauptmann der Oberlausitz installiert, bat aber, Bautzen den 8. Februar neuen Kalenders 1640, den Kurfürsten, ihn aus diesem Umt zu entlassen"). Um 28. Juli 1645 starb er in Pirna und wurde in der dortigen Ztadtkirche beigesetzth. vermählt war er mit Magdalena v. ponickau, Tochter Hans Fabians v. p. auf Elstra und prietitz. Zufolge Ehestiftung vom 19. Februar 1613 hatte sie ihm 2000 Gulden Meißnisch, jeden zu 21 ar^. oder 63 Kr. „geraittet", zum heiratsgelde mitgebracht, worauf er sie am 21. September 1616 auf die in brüderlicher Teilung ihm zugefallenen Güter Bolbritz und Döbschke hatte verleibgedingen lassen. Um 21. Januar 1627 wurde das Leibgedinge auf Klix überschrieben ^). . H Das bei Fraustadt a. a. G. I. L. 5. 478 angegebene Datum seines Todes: 18. Februar 1611 ist nicht zutreffend. Im Gödaer Kirchenbuch heißt es: „Henrich von Schonberg zu Lolbritz. Ist im Herrn selig entschlaffen, Donnerstag uf 5>bend umb 8 Uhr. Den 31. Osnuarif 1611. Leines Liters 69 Fahr minus 5 Wochen. Ligt zu Göda in der Kirche begraben, beim hoh. Nltar". vergl. Neues Laus. Klag. Ld. 68, §. 232. Lehnsakten Lchmorkau. h Neues Laus. Mag. Bd. 68, S. 232. H H.-St.-N. Noo. 9545, vcrzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Dber- lausitz cts ao 1604-1617, Fol. 2896; Neues Laus. Mag. Ld. 48, S. 292. ch Dberlaus. Lollections-Werk, I, L. 1055. h H.-St.-L. Gen. Noo. 31804 ff., Schönberg, vol. X; Käuffcr, Nbriß der (Dberlaus. Geschichte, IV. Bd., S. 311. tz verzeichniß der älteren von Schönbergschen Familienbegräbnisse und Denkmäler, S.-L., S. 13. — Die Lehnsakten von Klix geben nach anderem Kalender als Todestag den 8. Juli 1645 an. ch Lehnsakten Klix; vergl. auch H.-St.-N. Noo. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 295. o. Zchönberg. 781 Folgende Kinder Hans Wolfs sind bekannt und zwar sind nach Ausweis des Kirchenbuchs von Göda die unter u. bis e. verzeichnten vom Pfarrer zu Göda getauft'): и. Margarethe, geboren am Tage Johannis Vaptistae 1614 Julianischen Kalenders f24. Juni), getauft Sonntag hierauf s26. Junis, gestorben am Sonntag vor Petri Pauli 1614 s26. Junis. b. Anna Dorothea, geboren am Montag nach Trinitatis 1616 s6. Junis, vermählt mit Hans Thristoph v. Kostitz auf Leichnam. e. Hans Heinrich, geboren am 12. Dezember 1616. 6. Anna Magdalena, geboren am 23. Mai 1619, vermählte sich im Jahre 1638 h mit Georg Nudolph v. Tarlowitz aus Krischa und nach dessen am 16. April 1665 erfolgtem Tode mit Wolf Philipp v. Kessel. e. Heinrich, geboren am 26., getauft am 30. März 1626. к. Hans Wolf d. I., erbte nach seines Vaters Tode das Gut Klix und wurde am 7. August 1646 belehnt. Tr besaß auch Klein- Struppen. Am 31. Dezember 1662 starb er. vermählt war er mit Anna Sophia v. Zagitschke, Tochter des „Nicol Zagitschke von hoschtialkowicz auf Auresenoschicz und Antschischilicz, Herr!. Wallenstein- schen gewesenen Gberhauptmanns"h. Sie hatte ihm 1000 Fl. in die The gebracht und er ließ sie aus die gleiche Summe nebst 500 Fl. zum Hausgelds und zur weiblichen Gerechtigkeit an Gerade, Morgengabe und Mußteil auf Klix verleibgedingen am 29. August 1647. Hans Wolf d. I. hinterließ neben einer Tochter Eva Dorothea, geboren im Jahre 1642h, die sich mit Johann Thristian l. v. Schönberg auf Lohsa und Tommerau (vergl. S. 797) vermählte, einen Sohn Wolf Heinrich. Wolf Heinrich v. Sch. wurde am 23. November 1647 geboren"). Nachdem er seine Mündigkeit erlangt hatte, erfolgte seine Belehnung mit dem Gute Klix am 18. August 1668. Tr vertauschte am 8. Oktober 1686 Klix nebst dem nordwestlich davon gelegenen Gute Tommerau an Frau Agnes Dorothea v. Schönberg geb. v. Einsiedel (vergl. 2.789 — 790) gegen deren Gut Nattwitz von Bautzen). Am 28. März 1686 empfing er dieses Gut nebst Zubehör zu Lehn verreicht, verkaufte es aber zugleich mit dem Meißnischen Gute Muschelwitz (bl^V von Nattwitz) bereits am 1. Mai 1693 an Hans Taspar v. Schönberg auf Limbach rc., kurfürstlichen Kammer- und Vergrat, auch Gbersteuereinnehmer, zum Preise von 17 000 Talern Kauf- und 200 Tlrn. Schlüsselgeld. Wolf Heinrich hatte am 16. März 1676 das an Klix angrenzende Gut Salga (880 von Klix, IMO von Bautzen) nebst pertinentien von tz Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI (1893), S. 119. -) „Aus dem Archive der Familie v. Tarlowitz", Dresden 1875, L. 44. tz Lehnsakten Ulix. Sie wird daselbst an einer anderen Stelle auch „geborene Seietzen" genannt, vergl. auch oben S. 738, 5lnm. 7. - Sinapius, Schlesische Lnriositäten, II. Teil, 1728, S. 1126 erwähnt die „v. Zagiczek" als zu Ende des 1b. Jahrhunderts im Troppauschen angesessen. Deutscher Herold v. I. 1905, S. 120. h Epitaph in Uönigswartha. vergl. (burlitt, Vau- und Uunstdenkmäler Sachsens, 31. Heft, S. 135. 782 v. Lchönberg. Wolf Christoph v. Nostitz erworben und am 29. Rpril 1677 zu Lehn verreicht erhalten. Rm 6. Oktober 1693 vertauschte Wolf Heinrich Salga gegen die bis dahin in Hansens v. Dallwitz Besitz gewesenen Güter Steinitz und Rolbitz (beide 80 von Hoperswerda) und zahlte letzterem noch 10 350 Taler heraus. Rm 24. März 1694 wurde Wolf Heinrich mit den beiden neuerworbenen Gütern belehnt. Tr starb am 17. Juli 1711 und fand in RönigswarthaH seine letzte Ruhestätte, vermählt war er seit dem 9. Juni 1669I mit Johanna Magdalena v. Boms- dorss a. d. H. Medingens. Sie kaufte am 6. Mai 1693 von den Erben Caspar Rudolphs v. ponickau das Gut Luga (blbl^V von Bautzen) für 15 600 Taler, doch trat schon wenige Tage später, am 21. Mai 1693, in den Raus ein Johann Fabian v. ponickau, einer der Vormünder der Söhne Taspar Rudolphs v. ponickau. Wolf Heinrich hinterließ neben Töchtern einen Sohn: Tarl Heinrich v. Sch., geboren am 30. Oktober 1682 zu RlixH, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann. Lr erbte die väterlichen Güter Steinitz und Rolbitz und starb am 10. Januar 1744°). Tr war vermählt mit Dorothea Elisabeth v. Rothenburg a. d. H. Nißmenau im Rreise Sorau, die ihm im Jahre 1739 im Tode voranging, nachdem sie ihm zehn Rinder geschenkt hatte, von denen ein Sohn und fünf Töchter den Vater überlebten"): 1. Magdalena Henriette Eleonore, vermählt mit Christian Friedrich v. Schönberg (vergl. S. 785). 2. Trdmuth Friederike Wilhelmine. 3. Johanna Maximiliane, geboren am 31. Oktober 1720 auf dem Hause Steinitz, gestorben zu Bautzen am 10. März 1786 nach langer Rrankheit an der „Geschwulst". Rm 14. d. M. wurde sie aus dem Tauchersriedhof bestattetI. 4. Ruguste Rmalie, vermählt mit Johann Rbraham v. Dpherrn. 5. Sophie Louise Charlotte, vermählt mit Rnton Rdolph v. Radeloff. 6. Heinrich Siegfried Traugott, geboren zu Steinitz am 4. Oktober 1725^), erbte die väterlichen Güter Steinitz und Rolbitz. tz Körnig, Chronik von Königswartha, Mspt. Archiv der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, V. 6. l72. 2) Familiengeschichtliche Blätter, V. Iahrgg., Nr. 7-8, S. 229. 2) Körnig a. a. G. nennt als Wolf Heinrichs Gattin Lrdmuthe Zophie Helena v. Luttitz, die am 7. November 7732 im Alter von 70 I. 8 M. 6 T. in Bautzen verstorben sei. Biese wäre dann also seine zweite Gattin gewesen. H Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1904: Fraustadt a. a. G. I. S., S. SOI. H Dieses Datum geben die Lehnsakten Kolbitz, das Jahr 1644 auch Körnig a. a. G. NIspt.: Fraustadt a. a. G. I. ö., 5. 602 und wohl nach ihm das Gothaische Taschenbuch -c. 1904 nennen als Todestag den 9. Februar 1743. o) Laus. Magazin 1786, 5. 102 und Lehnsakten Kolbitz. H Laus. Magazin 1786, S. 102. Dieses Datum geben übereinstimmend die Lehnsakten von Kolbitz und Körnig in seinem angeführten Manuskript: Fraustadt a. a. M. I, S. 303 und das v. Schönberg. 783 Er war dreimal vermählt*): I. 1754 mit Johanna Louise Thümmel, gestorben am 1. Mai 1758,' II. mit Dorothea Elisabeth v. Börnsdorfs „a. d. h. Malschnitz", gestorben am 6. Uugust 1767; III. am 24. September 1771 mit Taroline Ulbertine v. Bomsdorff a. d. h. Weissagk. Da Heinrich Siegfried Traugott keine männlichen Lehnserben hatte, so machte er von dem Privileg König Ferdinands I. vom 21. Februar 1544 Gebrauch und unternahm am 3. Upril 1780 vormittags zehn Uhr aus dem kurfürstlichen Schloßhos zu Bautzen den vorritt, den letzten, der gehalten wurde. Er erhielt somit die Befugnis, sein Mannlehngut Steinitz ungehindert zu verkaufen'h. Er starb zu Steinitz am 29. Uugust 1801 nachmittags Uhr im Ulter von 75 I. 10 M. 3 W. 4 T. und wurde am 2. September begraben. Heinrich Siegfried Traugott hatte nur aus seiner dritten Ehe Kinder ^): Wilhelm Gottlob Heinrich, * 17. Mai 1773, ch 13. Juli 1773. wilhelmine Uuguste (Uugustine) Elisabeth, * 20. Oktober 1775, vermählt 7. November 1800 mit dem Premierleutnant Karl Friedrich Ludwig v. Schmieden. Henriette Taroline, * 10. November 1776, vermählt mit dem Premierleutnant Tarl Siegismund Ulexander v. Schkopp. Juliane Eleonore Umalie, * 2. Uugust 1778, später vermählt mit dem kurfürstlich Sächsischen Leutnant Tarl Friedrich Ludwig Wilhelm v. Nothmalerh. Ludowike Philippine, 1 Drillinge, l ch 15. Dezember 1780 Ulbertine Ernestine, *11.Dezem- , ch 30. Dezember 1780, Marie Louise, j ber 1780, ^ ch 12. Dezember 1780; die Drillinge wurden in Königswartha beigesetzt. Die Gattin Heinrich Siegfried Traugotts, Frau Taroline Ulbertine, erhielt im Jahre 1782 von ihrem Gemahl ein Haus aus dem Burglehn zu Bautzen, das er von Wolf Heinrich Uugust v. Muschwitz gekauft hatte, zum Geschenk mit der Bedingung, daß sie es ausbaue. Sie scheint indessen nicht dazu gelangt zu sein, diese Bedingung zu erfüllen, denn im Jahre 1789 veräußerte sie das Haus, „dessen gäntzlicher Einsturz drohet", für 800 Taler an Frau Christiane Dorothea Lindner, geb. Vetter. Frau Taroline Ulbertine und deren jüngste Tochter Juliane Eleonore Umalie kauften am 14. Uugust 1802 von Martin Miethe dessen Erb- und Ullodial- rittergut Steinölsa von Rothenburg) für 29000 Taler und 200 Tlr. Schlüsselgeld. Die Tochter, mit Herrn v. Nothmaler vermählt, Gothaische Taschenbuch rc. 1904 nennen als seinen Geburtstag den 30. Gktober 1725. Dem Geburtsdatum des 4. Gktober 1725 entspricht das bis auf den Tag berechnete Lebensalter Heinrich Siegfried Traugotts. Siehe oben im Text. H Gothaisches Taschenbuch ,c. 1904. -) Über seinen vorritt vergl. Iveinart, Lehnrecht des Illarkgrafthums Gber- lausitz, I. Teil, 1785, S. 135, 143; II. Teil, 1788, S. 241, und besonders auch Laus. Magazin 1781, S. 20: 1786, S. 119. Laus. Magazin 1781, S. 20. H Oer Pfarrer von Trostau, N. Thristian Gottlieb Unruh, der das paar am 2. Mai 1804 getraut hatte „ohne daß . . . selbst das einmalige klufgebot der üdeligen vorhergegangen", erhielt auf vom Uammerprokurator Behrnauer erhobene Beschwerde einen Strafbefehl in Höhe von zehn Talern. H.-St.-kl. Gen. Uoa. 31809, Schönberg, vol. XVI. 784 v. Schönberg. verkaufte ihren Anteil am Gute ihrer Mutter für 16 000 Taler zu Malpur- gis l 805. Ihren Anteil an Kolbitz, nämlich ein Drittel des Gutes, verkaufte die genannte Frau v. Kothmaler am 9. Oktober l80l ihren beiden Schwestern und diese veräußern Kolbitz am l4. April 1803 für 41500 Rtlr. an Tarl Siegismund Alexander v. Schkopp. Mit Heinrich Siegfried Traugott v. Sch. erlosch der Mannesstamm des unter ausgeführten Hans Mols v. Sch. 8. Hans Heinrich v. Sch., der zweite Sohn Heinrichs d. I., geboren am 9. Juli 1588 h, erhielt in der brüderlichen Teilung vom Jahre 1616 das Gut Schmorkau. Er hatte seinem jüngsten Bruder Hans Georg 1424 Fl. herauszuzahlen, die bis zum Jahre 1620 auf diesem Gute stehen bleiben sollten. Wegen Mutung der gesamten Hand an den ihrem ältesten Bruder Hans Wolf zugesallenen Gütern Volbritz und Döbschke erhielt Hans Heinrich für sich und in Vollmacht des jüngsten Bruders Hans Georg am 24. Mai 1617 klekognitionh. Nach dem Tode des Oberstleutnants Wolf v. Sch. aus Falkenberg h hf 26. April a. St. 1642) fiel sein Gut Schönbach (8>V von Löbau) an Hans Heinrich und seinen älteren Bruder Hans lvolsh. Am 14. Juli 1643 wurden beide belehnt, verkauften aber schon 1649 das Gut Schönbach an Hans v. Kottwitz. Hans Heinrich starb im Alter von 69 I. 1 M. 17 T. zu Glauschnitz und wurde am 29. August 1657 in der Kirche zu Königsbrück begrabenh. Tr war vermählt mit Sophie v. Osterhausen, Tochter des kurfürstlichen Kriegsobersten Hans v. O.°). Hans Heinrich hinterließ Kinder und Kindeskinder, „namentlich die auch hochedlen respektive gestrengen, vesten und vielehrentugendreichen: Herrn Henrich Lhristian v. Sch. aus Glauschnitz und Schmorkau, dann Frauen Agnes v. Einsiedel, Mittwen, zu Molkenburg und Löbichau,' Herrn Laspars v. ponickau aus Keichenbach mit Frauen Annen Sophien geborenen v. Sch. seel. erzeugten Sohn Hansen v. ponickau; und Herrn Joachim Friedrichs v. Dölau aus Tiefenau und Ziegra, churfürstlich Sächsischen Oberstleutnants mit Frauen Dorotheen geborenen v. Sch. erzeugte zwei Töchterlein, namentlich Even Sophien und Johannen Dorotheen v. Dölau" h. Ls waren also bei Hans Heinrichs Tode nur die älteste Tochter Agnes v. Einsiedel und der Sohn Heinrich Lhristian am Leben. Am 24. September 1657 >) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnische» Kdels, 1896, S. 298. -) H.-Lt.-kl. Boa. 954 g, verzeichniiss der Lehen ic., Fol. 8166. h Lohn Johann Friedrichs v. Sch., vergl. oben S. 779. h Die drei bereits früher namentlich aufgeführten Töchter Wolfs (vergl. L. 779) baten 1642 den Kurfürsten, er möge, da ihr Vater arm und ohne Löhne gestorben sei, befehlen, daß Hans Wolf und Hans Heinrich v. Sch. auf Klix, Glauschnitz und Schmorkau 200 bis 300 Taler Beerdigungskosten zahlten „in sonder- bahrer gnedigster Lrwegung, daß an Lehn über etzliche 20000 Fl. sie von unser» Vater ererben". H.-St.-B. Boa. 9520, Vberlaus. Iustizsachen, vol. XI. h v. Feilitzsch a. a. G. L. 295. h Fraustadt a. a. ) v. Feilitzsch a. a. D. S. 295. h Ebenda, S. 295. ») Ebenda, S. 295. 4) Fraustadt a. a. D. I. 6., 5. 500. H Fraustadt a. a. G. I. 2., S. 502. 50 ä. 786 v. 5chönberg. L. Hans Georg v. Sch., der dritte Sohn Heinrichs d. I., starb im Jahre 1619. Nachkommen sind nicht bekannt. Der Dber-Schönauer Hauptlinie gehört an Wolf v. Sch., geboren im Jahre 1500, gestorben am 16. Januar 1568, Herr aus Dber- Schönau, kurfürstlich Sächsischer Rat, Feldmarschall und Hauptmann von Rochlitzh. Sein ältester Sohn, Hans Wolf d. R. v. Sch., geboren am Sonntag Cantate 1539 s4. Maij h, Französischer Oberst, seit 1586 kurfürstlich Sächsischer hofmarschall, dann Oberst der Reiterei, 1589 Hauptmann der Ämter Stolpen und Radeberg ^), übernahm das väterliche Gut Schönau. Rm 4. Februar 1580 h kaufte Hans Wolf d. R. von den Gebrüdern v. Schlieben die Herrschaft Pulsnitz mit ihren zahlreichen pertinenz- gütern Ohorn, Bretnig, Brauna, Rohrbach, Schwosdorf, häs- lich. Mit seinen Untertanen in Pulsnitz und Umgegend lebte er in jahrelangem Streit und Hader wegen der ungewohnt hohen Ansprüche, die er an sie erhob h. Rm 17. März 1595 konfirmierte er die Privilegien des Städtchens Pulsnitz"). — Ruch das Gut Nieder-Gurig (blO von Bautzen) hatte Hans Wolf an sich gebracht. Rm 8. Dezember 1603 starb erh. vermählt war er mit Ursula v. Tarlowitz, der jüngsten Tochter Georgs v. T. aus Rriebstein und seiner Gattin Rnna v. pflugk. Frau Ursula, geboren im Jahre 1545, starb 1618 in Dresden"), von 17 Rindern, die sie ihrem Gatten geschenkt hatte, überlebten ihn vier Söhne und fünf Töchter"). Erstere hießen: I. Wolf Georg d. R. Siehe unten S. 787. II. Caspar. Siehe unten. III. Hans Wolf II. Siehe unten S. 801. IV. Christian. Siehe unten S. 787. von diesen Söhnen trat der unter II. genannte Caspar v. Sch., geboren am 13. Rpril 1570^'h, in den Sächsischen Staatsdienst, wurde Geheimrat, 9 Fraustadt, I. Bd. S. 333; Gothaisches Taschenbuch rc. 1904. -) F. G. Richter, Geschichte und Topographie von Pulsnitz, 1804, 5. 10. 9 L. Lhr. Dercken, kMorie von Stolpen, 1764, 5.304. 9 Richter a. a. V. 5. 9. 9 Entscheide zwischen ihm und der Gemeinde zu Pulsnitz wegen Baufronen und wachen am 10. 5eptember 1688: verzeichniß Lberlaus. Urkunden, II, 5.239; Vertrag zwischen beiden am 18. Dezember 1692: Ebenda, II, 5. 245; Achtung und verfestung der rebellischen Untertanen zu Pulsnitz durch den Landvogt am 2b. IRärz 1594: Ebenda, II, 5. 247. Eine Unzahl von Rezessen w. siehe bei Richter a. a. G. 5. 146 ff. ») Richter a. a. D. 5. 168. 9 Ebenda, 5. 10. h „Kus dem Rrchiv der Familie v. Tarlowitz", 1875, 5. 24. o) Zur Vermählung seiner Tochter Katharina mit 5iegmund v. kfaugwitz auf 5chwarznaußlitz, die Rlontag vor Martini 1602 s8. Novembers in Pulsnitz stattfinden sollte, lud er die Rurfürstin von 5achsen ein und bat um etwas Mldpret zu diesem Tage. k)--M.-5l. Gen. Boa. 31804 ff., 5chönberg, vol. X. G. Gettrich, Rlonumenta und Epitaphia in der 5ophienkirche, 1709, 5. 124. v. Schönberg. 787 Präsident des Kppellationsgerichts, Direktor des geheimen Rats. Er erreichte es, daß Rurfürst Lhristian II. im Jahre 1610 mit den erledigten Fürstentümern Jülich, Cleve und Berg belehnt wurde, daß Rursürst Johann Georg I. im Jahre 1620 sich verpflichtete, dem Raiser Beistand zu leisten, woraus die Sächsischen Truppen in die Lausitzen und nach Schlesien rückten. - Laspar besaß das Gut Nieder-Gurig (RO von Bautzen). Seine Brüder Wolf Georg und Hans Wolf ließen ihm am 12. Oktober 1605 die Lehn des Gutes aufH. Km 9. Juni 1629 alten Ralenders zwischen zwölf und ein Uhr mittags starb er in Dresden „nach harter, eine lange Zeit ausgestandener Leibeskrankheit" H ohne Rinder zu hinterlassen. In der Sophienkirche wurde er bestattet. Km 10. September 1605 hatte er sich in seines Bruders Behausung in Pulsnitz vermählt mit Kgnesa v. Haug- witz, Tochter Johann Trusts v. H. aus putzkauI. IV. Thristian v. Sch., der jüngste der vier Söhne Hans Wolfs d. K., starb schon am 20. Kugust 1605 „in neunzehnter Iahresblüth der best" und wurde am 29. in der Sophienkirche zu Dresden bestattetH. Wols Georg d. K. begründete die Linie Brauna —Lohsa-Weiß-Rollm (siehe unten), Hans Wolf II. die Linie Pulsnitz (siehe 5. 801). Linie Brauna-Lohsa-Weiß-Rollm. I. Wols Georg d. K. v. Sch., der älteste der ihn überlebenden Söhne Hans Wolfs, erhielt Pulsnitz nebst zwölf Dörfern. Hierzu kaufte er am Tage Michaelis 1608 s29. Septembers von der Rirche zu Pulsnitz das Dorf Friedersdorf^) (ldl von Pulsnitz). Im Jahre 1604 verkaufte er Hennersdorf (KIO von Pulsnitz) an Hans Wols v. ponickau auf prietitz, 1605 Brauna (^VR>V vonRamenz), Häslich(^V8^VvonRamenz) und Rohrbach (H^V von Ramenz), 1610 Weißbach (KI von Pulsnitz), 1612 auch Pulsnitz mit den anderen Dörfern an seinen jüngeren Bruder Hans Wols, der ihm nun Brauna, Häslich und Rohrbach zurückgab. Wolf Georg lebte in noch ärgeren Zwistigkeiten als sein Vater, mit seinen Untertanen, die er hart bedrückte °). Km 31. Mai 1610 bestätigte Wolf Georg die Privilegien der Lchützenbrüderschast in Pulsnitz '). Lr starb am 16. November 1619. vermählt war er mit Margarethe v. Dieskau, Tochter Jakobs v. D. aus Lochau. Zur Hochzeit, die am 2. Februar stil. vet. 1601, am Tage Mariä Lichtmeß, in Finsterwalde stattfinden sollte, lud Hans wols v. Sch., der Vater des Bräutigams, die Rursürstin Sophie einch. Von seiner Gattin hatte Wols Georg wohl eine beträchtliche Mitgift erhalten, denn am Leipziger Ostermarkt 1603 lieh er Laspar >) H.-Lt.-K. Uoe. 0545, Verzeichnis der Lehen rc., Zol. 16b. -) Gen. Uoa. 31805, Schönberg, vol. VI; Ls existieren gedruckte Gedichte auf ihn in verschiedenen Sprachen. Ebenda Uoa. 31804, Schönberg, vol. I. h Schreiben Laspars an die Uurfürstin in dieser Angelegenheit: ks--5t.-K. Deneal. Uoo. 31805, Schönberg, vol. VI. Vettrich a. a. G. S. 3, 105. Urkunde über die Besitznahme Zriedersdorfs siehe bei Uichter a. a. D. S. 162. vergl. Uichter a. a. G. S. II. Ebenda, 3. 166; verzeichniß Gberlaus. Urkunden II, S. 271. H ks.-St.-U. Gen. Iwe. 31804 ff., Schönberg, vol. X. 50 788 v. Schönberg. v. haugwitz auf putzkau, dem vompropst des Stifts Zeitz, Johann Ernst v. haugwitz und Caspar v. Nostitz aus Iahmen und Uhyst 2000 FI. zu 6°/o und halbjähriger Kündigung zum Michaelis- oder Gsterterminh. Wolf Georg transferierte das auf dem Gute Brauna hastende Leibgedinge seiner Gattin aus die Güter Pulsnitz, Bretnig und Ghorn und erhielt am 6. September 1605 die neuen Leibgedingsbriefe vom Gber- amte^). Später geriet er in mißliche Vermögensverhältnisse, die ihn zu den oben angegebenen umfänglichen Güterverkäusen veranlaßten. Seine Ehe war mit Söhnen und Töchtern gesegnet, zu deren Taufe wiederholt Glieder der landesherrlichen Familie als Paten gebeten wurden; so ersuchte Wolf Georg im Jahre 1608 den Kurfürsten, 1611 die Kursürstin zur Taufe eines Sohnes zu erscheinen^). Lr hinterließ drei Söhne: 5V Christian Johann. Siehe unten. L. Hans lvols III. Siehe unten S. 801. 6. Mols Georg d. I. Siehe unten S. 801. 5^. Thristian Johann v. Sch., am 15./25. Juni 1608 geboren, hatte als Taufpaten den Kurfürsten Thristian II. von Sachsen. Vieser gedachte „solch christlich Wergk vorrichten zu lassen" durch den Herzog Ulbrecht zu Holstein und bestimmte, dem Kinde sollten zehn Ungarische Gulden eingebunden, ein Becher für 70 Gulden gekauft und der Wehe- mutter zwei Taler gegeben werdenh. Thristian Johann besaß Brauna, Uohrbach, Schwosdorf und Lohsa (80 von Hoyerswerda). Lr unterschrieb am 27. Uugust 1654 das Lehnspaktum^) und nahm am 28. Mai 1663 teil an dem auf Schloß Grtenburg stattfindenden Mannlehngericht °). Wegen einer Forderung in dem Gute Schorbus im Kott- >) 2m Fall der Nichtzahlung geloben auf schriftliches oder mündliches Erfordern des Gläubigers die Schuldner . . . „bep unfern adelichen Ehren, Trawen und gutten Glauben, ein jeder mit dreien leistbahren Pferden in eigener perfohn oder aus vorfallenden gnugsamer Lhehafft durch einen tüchtigen von Ndell an eines jeden stadt, in eine Stadt in Böheim oder aber in (Über Laußnicz, do man leisten? zulassen, und miß jvonj unfern Gleubiger angekündigt wird, zu vorrucken, daselbst in einen offenen Gasthoffe einreiten und einschicken und von unvordingten Mahlen zu Mahlen, von Knechten zu Knechten, von Pferden zu Pferden rechte Leistunge, wie Leistungs Nlt- herkommen und Gewonheit ist, halten, auch darauß uns nicht kehren oder wenden, es sep dann unser freundlicher geliebter Vheim und Schwager, feine Erben und Lrb- nehmen oder wießendtlich Briefs Inhaber beides an Hauptsumma, 3inß, Schaden und Interesse, do derer einige darauf ergangen, zu vanck bezahlet und befriediget, inmaßen dann wir ungesondert und in soliflum hafftende Principal und Burgen nicht ehe dieser adelichen Verpflichtung wollen los seyn, es sey dann daß wir unser diß Brief und Siegel erbarlich an unß wiederumb, wie obstehet, gelöfet und gebracht haben" . . . H.-St.-N. Geneal. Boa. 31808, Schönberg, vol. XIV. -) H.-St.-51. Boa. 9345, verzeichnüss der Lehen -c., Fol. 18. -h Wolf Georg meldete, Pulsnitz den 26. Nov. alten Kal. 1611 der Kurfürstin Sophie, feine Gattin sei von einem Sohn entbunden worden, der am 8. Dezember alten Kal. früh neun Uhr in Pulsnitz getauft werden solle. Lr bittet sie zur Taufe zu erscheinen oder sich durch seinen Bruder Hans Wolf v. Sch. auf Brauna und Gurig vertreten zu lassen. H.-St.-N. Gen. Boa. 31805, Schönberg, vol. VI. h H.-Lt.-N. Gen. Boa. 31805, Schönberg, vol. VI. h (Überlauf. Lollektions-Werk, I, S. 1056. h weinart, Lehnrecht des Markgrafthums Gberlausitz, II, S. 305. v. Schönberg. 789 buser Weichbilde, die er seit 29 Jahren hatte, intervenierte der Kurfürst von Sachsen zu seinen Gunsten am 7. Februar 1663 beim Kurfürsten von Brandenburg'). Christian Johann starb am 19. Januar 1672 als Kat und Landesältester Budissinschen Kreises, vermählt war er mit Knna Sophia v. Vomsdorss, Tochter Jobs v. B. Geboren zu Seitwann in der Niederlausitz am 7. November 1614, starb sie zu Lohsa am 25. Dezember 1655 und wurde am 2. Sonntag p. Kpipbanias daselbst bei- gesetzt"). Das ,,adeliche Begängnüß mit Leichenpredigt und Abdankung" fand am 14. März zu Kamenz statt. Christian Johann hinterließ drei Söhne (^1, ^,2, ^3): ^ 1. Hans Wolf IV. Siehe unten. -4. 2. Johann Christian I. Siehe unten 5. 797. 3. Wolf Georg. Siehe unten S. 800. Diese betagten sich am 11. April 1672 aus dem adeligen Stammhause Brauna zusammen: Das väterliche Lrbe, darunter das Haus in Kamenz und das Vieh und Getreide aus den Gütern wurde zu 3186 Tlr. 10 Gr. 2 Pf. angeschlagen; Brauna mit Kohrbach und Schwosdorf zu 20362 Tlr. 12 Gr.; Lohsa samt Dorf und Vorwerk Mortke und Laßke zu 20000 Tlr. Ls betrug also das vermögen an Lehn und Lrbe 43 548 Tlr. 22 Gr. 2 Pf., die Schulden machten 29125 Tlr. 7 Gr. 8 Pf. Die hiernach zu verteilende Summe von 14423 Tlr. 14 Gr. 6 Pf. erhöhte sich aber aus 20561 Tlr. 2 Gr. 6 Pf., so daß also aus jeden Bruder der Betrag von 6853 Tlr. 16 Gr. 10 Pf. entfiel. Das Los entschied, daß der älteste Bruder Hans Wolf bares Geld, Johann Christian Lohsa samt Mortke und Laßke, Wolf Georg Brauna samt Kohrbach und Schwosdorf erhielt, „worzu sie einander Gottes reichen Seegen gewünfchet" H. -V 1. Hans Wolf IV. v. Sch., der älteste Sohn Christian Johanns, Kittmeister, kaufte am 10. April 1671 von den Landständen beider Kreise des Markgraftums Gberlausitz das Lrblehngut Kattwitz (>V von Bautzen), sowie Dorf und Mühle zu Muschelwitz (I4>V von Kattwitz und von Bautzen) für 10000 Ktlr. Am 25. Juni 1671 wurde ihm Kattwitz zu Erblehn verreicht. Cr bat am 30. Januar 1674 den Kurfürst um die Erlaubnis, wegen der weiten Entfernung seines Gutes von der Gödaer Kirche und anderer Umstände halber aus seinem Gute Kattwitz eine Kirche zu erbauenH. Am 10. Oktober 1675 starb Hans Wolf IV. vermählt mit Agnes Dorothea v. Einsiedel fauch Anna Dorothea genannt), hinterließ er drei unmündige Kinder («, ft, H: «. Hans Haubold. Siehe unten S. 790. ft. Wolf Christian. Siehe unten S. 795. Hans Kudolph. Siehe unten S. 796, die unter Vormundschaft ihres Oheims Johann Christians I., des Bruders l) k)>- 5 t.- 6 . Een. Boo. 31806, Schönberg, Bol. VIII. 2hr und ihres Gatten Epitaph ist in Lohsa an der Ilirchenmauer. ks.-5t.-R. Boo. 9552, Des Gberlandjägermeisters v. Schönberg hinterlassene Güter Schwosdorf und Rohrbach belangend ;c. 1707 —08; vergl. auch Lehnsakten Brauna. tz Siehe die urkundlichen Beilagen am Schluß des Werks. 790 v. Lchönbcrg. ihres verstorbenen Vaters, standen. Frau Kgnes Dorothea kaufte am 8. Oktober 1685 von diesen ihren Söhnen das Gut Rattwitz und erhielt es am 28. März 1686 zu Lrblehn verreicht. Kn demselben Tage, an dem sie es gekauft hatte (8. Oktober 1685), veräußerte sie Rattwitz an Wolf Heinrich v. Schönberg (vergl. Falkenberg-Glauschnitz-Mix —Steinitzer Seitenzweig S. 781). Sie selbst erwarb dafür von dem Käufer die Güter Klix und Tommerau. Mit diesen beiden Gütern wurde sie am 28. März 1686 belehnt. Sie starb am 10. Mai 1698, nachdem sie in der mütterlichen Disposition vom 30. Mai 1697 Mix nebst Tommerau ihrem Sohne lvolf Christian bestimmt hatte. «. Hans haubold v. Sch., getauft am 19. Oktober 1666h, der älteste Sohn Hans lvolfs IV., besaß Markersdorf und kaufte am 21. Januar 1696 von Joachim Heinrich v. Leubnitz dessen Güter Mittelund Nieder-Tosel von Rothenburg) für 12000 Tlr. Kauf-und 25 Dukaten Schlüsselgeld. Km 19. Juni desselben Jahres wurde er belehnt. Wenige Tage nach der Erwerbung von Mittel- und Nieder- Tosel brachte er auch Gber-Tosel an sich: Tr tauschte am 28. Januar 1696 sein Lrb- und Rittergut Markersdorf gegen das auf 6000 Taler taxierte Gut Gber-Tosel und erhielt von dem bisherigen Besitzer Kdam Siegfried v. Soeben noch 15700 Tlr. Kauf- und 200 Tlr. Schlüsselgeld ausgezahlt. Km 19. Juni 1696 wurde Hans haubold mit Gber-Tosel belehnt. Seine zu Sproitz von Rothenburg) gelegene Mühle verkaufte er am 5. Juli 1699 an Johann Hartwig Kugust v. Uechtritz auf See und Sproitz für 424 Taler. Hans haubold erwarb am 18. Juni 1702 von Rudolph Freiherrn v. Gersdorff d. I. das Gut Ouolsdorf (bl^V von Rothenburg, am weißen Schöps) für 27000 Taler Kauf- und 100 Tlr. Schlüsselgeld. Zufolge Tauschkontrakts vom 15. Oktober 1711 trat Hans haubold das Gut Ouolsdorf dem Gberstwachtmeister Johann Friedrich ll. von der Sahla ab und erhielt dafür dessen Gut Dauban von IDeißenberg). Da aber Ouolsdorf das Gut Dauban bedeutend an Wert übertraf, so zahlte der v. d. Sahla dem Hans haubold v. Sch. noch 15 000 Taler aus und übergab dessen Gattin ein Schlüsselgeld von 400 Kaisergulden. Km 18. März 1712 erhielt Hans haubold den Lehnbrief über Dauban. Lange Zeit blieb er aber nicht im Besitze dieses Gutes: Tr tauschte am 5. November 1714 Dauban gegen das Gut Kleinbautzen (blO von Bautzen), bisher im Besitze Johann Lhristians v. heldreich, und erhielt es am 9. März 1715 zu Lehn verreicht. Sein Lehn- und Rittergut Mittel- und Nieder- Tosel verkaufte Hans haubold im Jahre 1719 an seinen ältesten Sohn erster Ehe Wolf Rudolph. Hans haubold war kurfürstlich Sächsischer Hauptmann und Landes- kommissar des Bautzner Kreises. Er starb am 4. Kugust 1725 zu Bautzenh. Zweimal hatte er sich vermählt: I. mit Barbara Elisabeth v. ponickau a. d. h. prietitz, geboren 4. Kpril1672, gestorben 1. Februar 0 Nach dem Lohsaer Kirchenbuch, h Laus. Magazin 1786, S. 367. v. Schönberg. 791 1698*); II. mit Agnes Sophie v. Dieskau. Diese starb am 15. Mai 1727. Hans Haubolds Söhne waren (« 1—«4): « 1. Wolf Rudolph, erster Ehe. Siehe unten. « 2. Tarl Friedrich, erster Ehe. Siehe unten S. 794. « 3. Heinrich Maximilian, zweiter Ehe. Siehe unten §. 795. « 4. Johann Anton, zweiter Ehe. Siehe unten S. 795. Sie wurden am 3. Dezember 1725 mit Rleinbautzen belehnt und zedierten das Gut am 26. Dezember 1725 ihrer Mutter wegen des von ihr ein- gebrachten Ehegeldes für 25 615 Taler, nachdem der Schwager der Mutter, Wolf Lhristian v. Sch. aus Zimpel, seinen eingereichten Protest gegen die Veräußerung des Gutes an die Witwe zurückgezogen hatte. Das v. Schönberg sche Haus auf dem Lurglehn zu Lautzen kam nicht mit in den Raus. Sie überließ es dem ältesten Sohn erster Ehe, Wols Rudolph. Dem zweiten Sohn Tarl Friedrich versprach sie ein „Douceur" an hundert Dukaten oder 266 Tlr. 16 Gr., ihren beiden leiblichen Söhnen, Heinrich Maximilian und Johann Anton zahlte sie je 800 Taler. Die älteste Tochter, Frau Majorin Thristiane Eleonore v. pflugk (vermählt mit Hans Siegmund v. pflugk) und Fräulein Henriette v. Sch. erhielten je 500 Taler. « 1. Wols Rudolph v. Sch., der erste Sohn erster Ehe Hans Haubolds, kaufte, damals königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, von seinem Vater dessen Lehn- und Rittergut Mittel- und Nieder-Tosel am Termin Johannis 1719 zum Preise von 12000 Talern Rauf- und 200 Tlrn. Schlüsselgeld. Am 6. Juli 1719 belehnt, verkaufte er das Gut am 19. Juni 1724 an Johann August Adolph v. Warnsdorf. Dafür erwarb er einige Jahre später, am 26. April 1729 das Erb- und Allodialgut Ober- und Rieder-Weicha von Weißenberg) für 25 000 Taler (ä 24 gute Meißner Groschen) und erhielt am 9. Mai 1729 den Erbbries. Am 17. Juni 1754 verkaufte er das Gut an Ernst Gottlob v. Riesenwetter. Die zum Gute Weicha gehörigen, aber in Rackei von Weicha) wohnhaften Untertanen hatte Wolf Rudolph bereits am 4. Juni 1729 an Gottlob Friedrich Freiherrn v. Gersdorff aus Ruchwalde, Rackel rc. für 3 800 Taler verkauft. Wols Rudolph starb als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Geheimer Rriegsrat am 4. Februar 1763 zu Hoyerswerda im Alter von 72 Jahren^), vermählt war er mit Henriette Louise v. Ziegler und Rlipphausen, die wenige Monate später ihrem Gatten im Tode folgte: sie starb am 16. Oktober 1763 in Dresden I, Von Wols Rudolphs Rindern sind folgende bekannt: Wolf ThristianH. Siehe unten S. 792. >) Ebenda. Ihr Denkmal befindet sich an der Vstwand der prietitzer Kirche vergl. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, ZS. Heft, S. 279. 2) vresdn. wöchentl. Frag- und klnzeigen 1763, Nr. VII. y Laus. Magazin 1786, S. 367. H Nicht zu verwechseln mit dem unten, S. 795 unter ji, zu erwähnenden gleichnamigen Sohne Hans Wolfs IV. 792 v. Schönberg. Zwillingstöchter, geboren am l. März 1734, gestorben bald nach der Rotläufe H. Alexander Joseph, geboren am 18. September 1737"). Henriette Louise, geboren am 12. Dezember 1741, vermählt mit dem Kammerherrn und Oberstleutnant Ernst Haubold v. Miltitz, am Landtag 1778 zur Stiftshosmeisterin von Joachimstein erwählt"). Carl Heinrich, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, starb einige Jahre vor dem Vater in Dresdens. Peter August. Siehe unten S. 793. Earl Adolph. Siehe unten S. 794. Wolf Christian v. Sch., der an erster Stelle erwähnte Sohn Wolf Rudolphs, war am 2. März 1727 zu Lautzen geboren, trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Kriegsdienste, wurde Leutnant im Prinz Taverschen Regiment und nahm daraus den Abschied. 1753 wurde er Kriegsrat, 1756 Geheimer Kriegsrat und Kriegskommissar in der Oberlausitz, 1760 Kammerherr, 1763 Landeshauptmann des Markgraftums Gberlausitz"). Was seinen Güterbesitz anbetrifft, so kaufte er, nachdem eine Kaufsunterhandlung wegen des Gutes Klein-Zschorna (88^V von Weißenberg) mit Johann Rudolph August v. Rodewitz im Jahre 1755 ergebnislos verlausen war, von Friedrich Gottlob Rießner das Rittergut Arnsdorf (88^V von Bautzen) und Schlungwitz (blblO von Arnsdorf, 88>V von Bautzen) und wurde am 25. August 1756 belehnt. Im Jahre 1767 veräußerte er diesen Besitz an seinen Bruder Peter August, kaufte ihn aber fünf Jahre später wieder zurück, wurde am 4. September 1772 damit belehnt und verkaufte ihn im Jahre 1778 an Moritz Lhristian Friedrich v. Schweinitz. Von Caroline Auguste v. Loeben erwarb Wolf Christian im Jahre 1763 Luppa (ldl von Bautzen, 80 von Königswartha) mit Bocka (Vorwerk, ldlblO von Luppa) und vubrau (bl>V von Luppa) für 26 000 Taler. Am 13. Juli 1763 belehnt, verkaufte er diese Güter im Jahre 1764 an seinen Bruder Peter August. Dafür erwarb er am 3. Mai des letztgenannten Jahres von Ernst Gottlob v. Kiesenwetter das Gut Weicha (bl^V von Weißenberg) für 29500 Taler und 100 Tlr. Schlüsselgeld,' am 5. September 1764 erhielt er den Crbbries. Die Untertanen von Jenkwitz (080 von Bautzen) wählten Wolf Thristian im Jahre 1777 zu ihrem Schutzherrn. Cr starb, auf einer Amtsreise begriffen, in Zittau in dem am Markt gelegenen Gasthof zur goldenen Sonne am 26. Oktober 1786 nachts dreiviertel aus zehn Uhr und wurde am 31. Oktober in der Kreuzkirche daselbst beigesetzt"). i) 6ns dem Kirchenbuch von Gröditz (bei weicha): Bibliothek der Merlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, B. I. 30, Mspt. I. Teil, S. 533. ?) Ebenda. ») Laus. Magazin 1778, S. 318, 334. H Dresdner wöchentl. Frag- und 6nzeigen 1763, Nr. VII. H Laus. Magazin 1786, S. 347, 366. H vergl. Laus. Magazin 1786, S. 366; die Beisetzungsfeierlichkeiten ebenda, L. 348. Erwähnt ist Wolf Lhristian auch in Käuffers 6briß der Gberlaus. Geschichte, IV. Bd., S. 678 und in Dttos Gberlaus. Schriftsteller-Lexikon, III. Bd., S. 198. Sein Denkmal in der Krenzkirche zu Zittau führt auf Gurlitt in der Beschreibenden Var- v. Schönberg. 793 vermählt hatte er sich am 4. Mai 1756 in Dresden mit Wilhelm ine Sophie Thristiane v. Broizem, der einzigen Tochter Ulrich Tonrads v. V., königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen General-Ukzisrats auf Lbersbach, Siebenhufen, Groß-Krauscheh. Sie erhielt am 27. März 1787 den Lrbbries über das Gut Weicha. Um 30. März 1799 verkaufte sie es ihrem Neffen Tarl Friedrich v. Broizem. Peter Uugust v. Sch., ein anderer Sohn Wolf Nudolphs, wurde am 7. November 1732 auf dem väterlichen Gute weicha geboren. Im 11. Lebensjahre kam er als Page nach Dresden, folgte beim Uusbruch des siebenjährigen Krieges dem Hose nach Warschau, wurde Kammer- junker, Kammerherr und begleitete den Herzog Tarl von Kurland als hosmarschall nach Mitau. 1763 kehrte er nach Sachsen zurück, der Kurfürst Friedrich Lhristian ernannte ihn zum Haus-Marschall und Gber- aufseher der Llsterwerdaer Neugraben- und Kanalslösse^). Peter Uugust kaufte am 1. Juni 1763 von Joachim Ernst v. Manteuffel das Rittergut Schmochtitz (bl>V von Bautzen) für 24000 Ntlr. und 100 Dukaten Schlüsselgeld; am 25. Uugust 1763 erhielt er den Erb- und Lehnbries. Durch Unlage von Bauten und Gärten verschönerte er das Gut außerordentlich. von seinem Bruder Wolf Thristian kaufte er 1764 dessen Gut Luppa mit Bocka und Dubrau, wurde am 5. September 1764 belehnt, verkaufte aber diese Güter im Jahre 1771 an Johann Georg Friedrich Grafen v. Einsiedel, von demselben Bruder erwarb Peter Uugust im Jahre 1767 das Gut Urnsdorf mit Schlungwitz, trat es aber 1772 dem früheren Besitzer wieder ab. Im Jahre 1768 brachte er von Gliedern der gräflichen Familie v. hopm die Güter Gber- und Nieder-Dürrhennersdorf (88^V von Löbau), Ober- und Nieder- Schönbach, Ober- und Nieder-Lauba (beide 8Vi^ von Löbau) für 45000 Taler, ebenso auch die Güter Gber- und Nieder-Spremberg mit dem Städtlein Neusalza (8^V von Löbau) an sich^). von diesen Gütern veräußerte er Ober- und Nieder-Lauba im Jahre 1783 an Samuel Benjamin Mühle auf Dber-Lawalde für 20400 Taler. Peter Uugust starb am 24. September 1791 zu Schmochtitz und wurde am 29. d. M. in Klix beerdigth. vermählt hatte er sich am 19. Uugust 1764 zu Guteborn^ mit Tharlotte Dorothea Gräfin hopm a. d. h. Guteborn. Geboren am 5. Januar 1743 als Tochter Karl Gotthelfs Grafen hopm, starb sie am 6. November 1789 nachmittags stellung der älteren Bau- und Nunstdenlnnäler Sachsens, 30. Heft, Stadt Zittau, S. 145. >) Laus. Magazin 1786, S. 368. ch Laus. Magazin 1741, S. 3IY. ch Sn die Mitbelehnschaft nahm er den Amtshauptmann und Kppellationsrat Johann Wilhelm Traugott v. Schönberg auf Nollm, Tarl Gottlob v. Gersdorff auf Techritz, Landesbommissar und»Hiob v. Salza auf Wingendorf. h Sein Bildnis, in Gel gemalt, befindet sich im Schloß zu Bautzen. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Runstdenkmäler Sachsens, 33. Heft, S. 182. ö) Dresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1764, Nr. XL, VI; Laus. Magazin 1775, S. 244. v. Schönberg. 724 *,H4 Uhr auf Schloß Hermsdorf*) und wurde am 12. d. M. auf dem Kirchhof zu Laufs bestattet. Peter Nugust hinterließ zwei unmündige Töchter: Nuguste Tharlotte v. Sch., geboren am 18. Mai 1777, am ersten pfingsttag, aus Schloß Hermsdors bei Lausa, getauft am 23. d. M. Sie vermählte sich: I. am 13. Mai 1796^) mit Rochus Nugust Grafen zu Lpnar,- II. am 10. Oktober 1802 mit Ferdinand Hans Ludolph Grasen v. Kielmannsegg. Marie (Marianne) Nmalie, geboren am 10. Nugust 1779 auf Schloß Hermsdorf, getauft am 14. d. M. Sie vermählte sich mit Heinrich Ludwig Burggrafen zu Dohna. Peter Nugust hatte die Meißnischen Bittergüter Ober- und Nieder- Spremberg samt Städtlein Neusalza, dann die Oberlausitzischen Dürr- hennersdors und Schmochtitz, sowie ein Haus auf der Seegasse in Dresden hinterlassen. Testamentarisch schätzte er die genannten Meißnischen Güter nebst Neusalza aus 52000 TIr., Dürrhennersdorf auf 38000 Tlr., Schmochtitz nebst Mobiliar auf 18 000 Taler, das Haus in Dresden nebst Mobiliar auf 14000 Tlr?). Seine beiden Töchter waren Erbinnen des Nachlasses. Zufolge Traditionsrezesses vom 19. März^2. Npril 1801 überließ Marianne Nmalie ihren Nnteil an Dürrhennersdorf, Schmochtitz, Spremberg, Neusalza rc. ihrer älteren Schwester Nuguste Lharlotte. Tarl Ndolph v. Sch., ein weiterer Sohn Wolf Rudolphs, wurde Hof- und Justizrat, Domherr zu Meißen und Propst zu Bautzen. Er kaufte im Jahre 1777 von seinem Schwiegervater Maximilian Robert Frhrn. v. Fletcher das Rittergut Nieder-Sohland am Rothstein (0140 von Löbau) für 9000 Taler. Nm 19. März 1778 belehnt, verkaufte er das Gut noch im nämlichen Jahre an Johann Georg Schmidt, Thirurg in Schönau, für 10500 TIr. Kauf- und 50 Tlr. Schlüsselgeld. Tarl Ndolph starb in Dresden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1790 nach elstägigerKrankheit im 44. Lebensjahre*). DermähltwarermitIohanna Friederike Freiin v. Fletcher. Sie kaufte am 28. Juni 1791 von Friedrich Wilhelm v. Ferber die Rittergüter Jänkendors und Kaana (beide 8>V von Rothenburg) für 68000 Rtlr. und 300 Rtlr. Schlüsselgeld. Nm 14. Dezember 1791 erhielt sie den Lehnbries. Einige Lehnsstücke Wald und Wiesen kaufte sie am Termin Walpurgis 1797 für 3000 Rtlr. von Frau Henriette Dorothea v. Nostitz, geb. v. Miltitz aus Ullersdorf und Vaarsdors hinzu. Frau Johanna Friederike vermählte sich wieder am 13. Februar 1792 mit Heinrich XXXVIII. jüng. Reuß, Grafen und Herrn zu Plauen, aus Stahnsdorf*'). « 2. Tarl Friedrich v. Sch., der zweite Sohn erster Ehe Hans Haubolds, befand sich als kaiserlicher Hauptmann im Jahre 1725 in Freiburg im Breisgau. Er beabsichtigte sich mit seiner Muhme Thristiane Eleonore v. Schönberg a. d. H. Zimpel (vergl. S. 795 unter l) Laus. Magazin 1789, s. 368. 2) Laus. Monatsschrift 1796, I, s. 351 . ') H.-St.-K. Gen. ü,oo. 31804, Schönberg, vol. I. H Laus. Magazin 1790, S. 364. H Peschecks Laus. Monatsschrift 1792, Februarheft. v. Schönberg. 795 st 2), der Tochter Wolf Lhristians v. 5ch. zu vermählen. Da aber „ihre Väter leiblich und volbürtige Krüder gewesen", so bat er im Jahre 1732 um ein Deeretum äispensationish. « 3. Heinrich Maximilian v. Sch., der erste Sohn Hans haubolds aus seiner zweiten Ehe, wurde nach dem Tode seiner Mutter Agnes Sophie geb. v. Dieskau (1° l5. Mai 1727) am 28. November 1727 mit Kleinbautzen belehnt. 1738 verkaufte er das Gut an Tarl Adolph v. Tarlowitz. Am 14. Juni 1740 kaufte er, als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker bezeichnet, vocka (8 vom Kloster Marienstern) und prautitz (0 von Marienstern) von Johann Gottlob v. Lindenau für 2000 Taler; am 8. September 1741 wurde er belehnt. Sein am 2. Dezember 1747 an den Kurfürsten gerichtetes Gesuch, den von ihm geplanten verkauf des Gutes Bocka an einen Kürgerlichen namens Mucke zum Preise von 1600 Talern zu gestatten, fand am 4. Dezember 1747 landesherrliche Genehmigung. Sin Jahre 1747 wird Heinrich Maximilian Dber-Küchenmeister und Gberhofmarschall genannt. « 4. Johann Anton v. Sch., der zweite Sohn Hans haubolds aus seiner zweiten Ehe. Über ihn fehlen alle Nachrichten. st. Wolf Thristian v. Sch., getauft am 26. Dezember 1667h, der zweite Sohn Hans Wolfs IV., hatte zufolge der Disposition seiner Mutter die Güter Klix nebst Tommerau erhalten. Am 23. September 1698 empfing er sie zu Lehn verreicht. Sm Lehnbrief wird er genannt „auf Katzen" (0 von Lohsa) und als der verwitweten Kursürstin Kammerjunker bezeichnet. Er trat am 22. Juni 1700 die Güter Klix und Tommerau seiner Schwiegermutter Frau Kosina patientia v. Gers- dorff, geb. v. d. Sahla für 40 000 Taler ab, während sie ihm die Güter Tauer, Zimpel (beide ^Vlds'VV von Niesky) Geißlitz und halbendors von Weißenberg) für 32 000 Taler überließ. Wolf Thristian starb am 12. September 1731 mittags zwölf Uhr und wurde am 20. d. M. in der Kirche zu Mitten bestatteth. vermählt war er: I. mit Johanna Kosina v.Gersdorff, Tochter David Gottlobs v. G. Der Name seiner zweiten Gattin ist nicht erwähnt. Als seine Kinder werden genannt: st 1. Johanna Dorothea patientia. Geboren 1700, starb sie am 22. Februar 1733, nachdem sie sich am 23. Februar 1732 mit dem kursächsischen Hauptmann Valentin Earl v. Lützow vermählt hatteh. st 2. Thristiane Eleonore, st 3. Hans Wolf, st 4. Erdmuth Susanna. st 5. Johann Thristian II. Siehe unten S. 796. st 6. Laspar Kudolph. Siehe unten S. 796. >) H.-St.-N. Gen. Boo. 51805, Schönberg, vol. VI. h Nach dem Lohsaer Kirchenbuch. Wolf Thristian v. Sch. wurde wegen eines Duells mit dem Nittmeister v. Schleinitz im Jahre I70Z zu 50 Talern Strafe oder einem vierzehntägigen Nrrest auf dem Schlosse zu Bautzen bestraft. ks.-5t.-5l. Boo. 9555, Das 87. Buch Vberlaus. Iustiz-Sachen ao 1702-6, Zol. 250 ff. tz Ihr Grabdenkmal in der Kamenzer Hauptkirche ist abgebildet bei Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 56. Heft, S. 119. 796 v. Schönberg. von seinen Söhnen überlebten Wolf Christian nur die beiden zuletzt genannten, an sie fielen die Güter Zimpel und Tauer rc. ft 5. Johann Christian II. v. Sch., geboren am 14. Juni 1703, vermählt mit Henriette Johanna Lharlotte geb. v. Klüx, Tochter Wolf Gottlobs v. K. aus Geisa und Petershain, verkaufte dieser seiner Gattin die Güter Zimpel, Tauer, Geißlitz und Halbendorf für 42 500 Taler am 18. Dezember 1739. Johann Christian II., Rittmeister, starb am 28. Februar 1742h. Seine Tochter Henriette Johanna Christiane v. Sch., geboren am 2. November 1739, starb bereits am 16. März 1741 und wurde zu Mitten begraben. Johann Christians Witwe ging eine zweite Ehe ein mit Friedrich Gottlob v. Wolffersdorff und ihm verkaufte sie die Güter Tauer, Zimpel, Geißlitz und Halbendorf am 20. Mai 1744; eine dritte Che schloß sie mit Johann Larl v. Metzradt. s! 6. Caspar Rudolph v. Sch., der an letzter Stelle erwähnte Sohn Wolf Christians, war am 7. Rpril 1711 geboren, am 13. getauft worden, er wird als der jüngste Sohn seines Vaters aus dessen zweiter Ehe bezeichnet. Caspar Rudolph trat seinen Rnteil an Zimpel und Tauer w. seinem Bruder Johann Christian II. zufolge Rezesses vom 13. März 1736 ab. 7. Hans (Johann) Rudolph v. Sch., der dritte Sohn Hans Wolfs IV., vermählte sich mit Sophia Eleonore v. Gersdorfs, einer Tochter David Gottlobs v. G. und seiner Gattin Rosina Patientin geb. v. d. Sahla und kaufte im Jahre 1704 von dieser seiner Schwiegermutter das Gut Gber-Neundorf (14140 von Görlitz) für 18000 Taler und 200 Tlr. Schlüsselgeld. Hans Rudolph, Rammerjunker der Königin- Witwe und Landesältester Görlitzischen Kreises, starb am 25. Januar 1743 und wurde am 31. zu Ludwigsdorf begraben. Frau Sophia Eleonore v. Sch. als einzige ihre Mutter, Frau Rosina patientia v. Gers- dorff (ff 13. Juli 1715) überlebende Tochter erbte deren Gut Zoblitz (14 von Rothenburg, an der Neiße). Rm 1. März 1730 veräußerte sie das Gut an Carl Heinrich v. Bibran für 14 000 Taler. Folgende Kinder Hans Rudolphs sind bekannt: 7 1. Johanna Eleonore. 7 2. Christiane Erdmuth. (Ruch Christine Lrdmuth geschrieben.) 7 3. Johann Gottlob. Die beiden zuletzt genannten überlebten ihren Vater. 7 2. Christiane Erdmuth v. Sch., geboren am 9. November 1709, vermählte sich mit Carl Joachim v. Schmiskal und Domanowitz und ihm verkauften Christiane Erdmuth und ihr Bruder Johann Gottlob am 23. Rpril 1745 das Gut Gber-Neundorf. Nach v. Schmiskals und seiner Gattin Tode — sie starb am 21. Februar 1762h — fiel Gber-Neun- dors an Johann Gottlob v. Schönberg zurück. 7 3. Johann Gottlob v. Sch., Hans Rudolphs Sohn, wurde zu Gber-Neundorf am 24. Rpril 1712 geboren und am 26. d. M. in h Staatsarchiv TZreslau, Testamentbuch 7777 — 7803. h Laus. Magazin 7768, S. 278. v. Schönberg. 797 Ludwigsdorf getauft, er besuchte das Gymnasium zu Bautzen, trat 1733 in das haxthausensche Regiment, ging 1734 mit nach Polen, 1737 nach Ungarn und kehrte 1740 nach Sachsen und zwar in sein Standquartier Zwickau zurück. Im Jahre 1745 wurde er in der Schlacht bei Striegau verwundet, machte im November das Gefecht bei Katholisch-hennersdorf, im Dezember das bei Kesselsdorf mit, geriet 1756 bei Struppen in preußische Gefangenschaft und nahm 1764 seinen Rbschied. Im Jahre 1765 ernannten ihn die Landstände zum Landeskommissar. Nach längerem Kränkeln starb er am 30. Juni 1768 im RIter von 56 I. 2 IN. 6 T. und wurde am 4. Juli in Ludwigsdorf bestatteth. von seinem Regiment hatte er sich bei seinem Rbgang in einem Gedicht, das auch im Druck erschien, verabschiedet"). Das Gut Gber-Neundors, das ihm nach dem Tode seines Schwagers und seiner Schwester zugefallen war, erbte Heinrich Siegismund v. Schollenstern. ^ 2. Johann Thristian I. v. Sch., der zweite Sohn Christian Johanns, wurde zu Dresden am 3. Januar 1640 geboren"). Rm 30. Juni 1672 wurde er mit Lohsa (80 von Hoyerswerda) und pertinentien belehnt. Im Jahre 1685 kaufte er von Larl v. ponickau das Gut Lommerau (bttFW von Rönigswartha) mit dem Luttitz schen und Rönigswarthischen Rnteil für 16 500 Taler nebst 50 Tlr. Herd- oder Geschenkgeld. Im Jahre 1691 veräußerte er Tommerau an Christoph v. Uechtritz. von seinem Gheim Hans Wolf III. v. Sch. (vergl. S. 801) kaufte Johann Thristian I. am 30. Mai 1685 die Güter häslich (W8^V von Ramenz) und Roitzsch (bIM von häslich, 0 von Königsbrück) für 18 000 Fl. Rm 23. Juni 1685 wurde er belehnt. Rm 6./16. November desselben Jahres verkaufte Johann Thristian I. diese beiden Güter seinem Bruder Wolf Georg auf Brauna (vergl. S. 800) für 20 000 Fl.h. Im Jahre 1689 wurde Johann Christian I., kurfürstlicher Rat, vom Görlitzer Rmtshaupt- mann v. Soeben als kurfürstlichem Kommissar als Landeshauptmann ein- gewiesenh. Er starb am 17./27. Januar 1692"). vermählt war er seit dem 13. Mai 1670 mit Eva Dorothea v. Schönberg, geboren im Jahre 1642 h, der Tochter Hans Wolfs d. I. v. Sch. (ch 31. Dezember 1662, vergl. S. 781) vom Falkenberg-Glauschnitzer rc. Seitenzweig. Sie kaufte am 24. November 1695 das Gut Driewitz (80 von Hoyerswerda) von Heinrich Dtto von Bibran für 8000 Rtlr. und 300 Rtlr. Herd- oder Schlüsselgeld. Ihren Bruder Wolf Heinrich v. Sch. auf Steinitz ernannte sie zum Mitbelehnten. Frau Eva Dorothea starb am 31. März 1702 ') Laus. Magazin 1768, 5. 201, 216 ff. h Otto, Oberlaus. Schriftsteller-Lexikon, III. Bd., S. 148. h Epitaph zu Lohsa. tz H.-St.-kl. 8oo. 4548, Vas zehnte Buch Gberlaus. Lehenssachen, Lrbver- wandlungen betr., 1682 — 1708, Fol. 143. h Uäuffer, Kbriß der Dberlaus. Geschichte, IV. Bd., S. 344. ch Lehnsakten Driewitz; Uäuffer a. a. D. IV, S. 344, ebenso I- Iacobäi, von der hohen würde eines Landeshauptmanns, 1787, geben als Todestag den 12. Februar 1642 an. tz Fraustadt n. a. 0). I. 8. S. 448; Deutscher Herold 1405, S. 120. 798 v. Schönberg. und hinterließ von 13 Kindern (4 5., 9 T.) zwei Söhne und fünf Töchter ft: a. Hans George, getauft zu Lohsa am l4. Juli 1683. b. Friedrich Wilhelm, getauft zu Lohsa am 17. Januar 1685. Siehe unten. e. Susanna Helena, getauft zu Lohsa am 23. August 1688. ct. Lva Sophia, vermählt: I. mit Georg Friedrich d. A. v. Soeben; II. mit . . . v. Kosen. e. Johanna Thristiane, später vermählte v. Metzradt. ft Johanna Eleonore. §. Lrdmuth Dorothea, später vermählt mit Joachim Bernhard o. Kyawft, dem sie Lohsa zubrachte. Die Schwestern überließen ihre Anteile an Driewitz ihren beiden Brüdern. 3m brüderlichen Teilungsrezeß fiel das Erbgut Driewitz an Friedrich Wilhelm. b. Friedrich Wilhelm v. Sch., ein Sohn Johann Thristians I., getauft zu Lohsa am 17. Januar 1685, verkaufte Driewitz am 25. Februar 1706, besaß Weiß-Kollm (080 von Hoyerswerda, an der kleinen Spree) und Neuhos (Vorwerk von Weiß-Kollm) und starb am 6. März 1762. vermählt war er mit Anna Maria v. Rosen, Tochter Gttos v. R., Generals und Kommandeurs von Wittenberg; sie war 1689 geboren und starb im Jahre 1766ft. Friedrich Wilhelms Sohn: Johann Wilhelm Traugott v. Sch., geboren am 24. April 1721, wurde königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Appellationsrat. Der Landvogt und Konserenzminister v. Stammer installierte ihn am 11. April 1764 als Amtshauptmann zu Bautzen. Nach v. Stammers Tode im Jahre 1777 erhielt er vom Kurfürsten den Auftrag zur Oberamtsverwaltung und führte den Titel Dber- amtsverwalter bis zum Jahre 1801, wo ihm das Prädikat Gberamts- hauptmann beigelegt wurde ft. Johann Wilhelm Traugott hatte die Güter Weiß-Kollm und Neuhos geerbt, hierzu kaufte er am 25. Juni 1762 von seiner ersten Gattin deren Gut Berna (0 von Seidenberg) für 36 000 Taler und erhielt am 2. Mai 1763 den Lrbbrief. Schon am 20. September 1764 verkaufte er das Erbgut Berna für 30 000 Taler an Wolf Abraham v. Gablenz. Am 19. Juni 1781 erwarb er, indem er sich des Vorkaufsrechts bediente, das Gut Luga (ftldl'W von Bautzen) für 34200 Taler. Am 17. September 1781 wurde er belehntft. Nach dem 0 von früh verstorbenen Kindern Johann Thristians I. v. Sch. seien nach dem Lohsaer Kirchenbuch erwähnt: eine am II. Juni 1676 geborene, am 14. Juni getaufte, ungenannte Tochter; Beata Tugendreich, * 22. Dezember 1679 nachmittags 6 Uhr, getauft 26. d. Ul.; Ugnisa Brigitte, * 21. Januar 1681, getauft 26. d. Ul. -) k). U. v. Kpaw, Familien-Lhronik des Geschlechts v. Kparo, 1870, S. 361. ft Gothaisches Genealogisches Taschenbuch rc. 1904; I. G. Schulze, klhnen- tafeln adeliger Familien. Ulspt. ft. I. 25, Bibliothek der (Oberlauf. Gesellschaft der Wissenschaften. y vergl. Käuffer a. a. D. IV, S. 679. ft Im-Jahre 1782 befreite er Luga von den auf diesem Gute liegenden, dem vomstift zu zahlenden Zinsen von 8 Tlr. 7 Sgr. 6 Pf. durch Erlegung eines Kapitals von 207 Tlr. 19 Sgr. 6 Pf. v. Schönberg. 799 Tode seiner zweiten Gattin fiel Johann Wilhelm Traugott das Gut Trattlau (0 von Dstritz) nebst Bnteil Beutnitz von Trattlau) zu. Über diese Besitzung erhielt er am 31. Mai 1785 den Lrbbries. Km 27. Dezember 1799 verkaufte er Trattlau seinem Schwiegersohn Eckart Ludwig v. Goetz. Lin Jahr zuvor (1798) hatte er Tommerau für 50400 TIr. von David Jacob v. Poncet gekauft, um es 1799 seinem jüngsten Sohn, dem hofrat George Friedrich Traugott für 50 000 Taler abzutreten. — Bus dem Burglehn zu Bautzen besaß Johann Wilhelm Traugott von 1766 bis 1774 eine Baustelle. Johann Wilhelm Traugott starb am 14. Bpril 1804 in Bautzen im Blter von 83 I. weniger 10 T. an Entkräftung ft. Er war zweimal vermählt gewesen: I. seit dem 29. November 175l mit Frau Johanna Friederike, geb. Freiin v. Nechenberg a. d. h. Schönberg, Witwe Hans Gottlobs v. Gablenz aus Berna. Sie war geboren zu Schönberg am 3. Januar 1729 und starb am 21. Bugust 1768 in Weiß-Bollm. Shrem zweiten Gatten hatte sie sieben Söhne und vier Töchter geschenktft. Daß sie diesem das Gut Berna im Jahre 1762 verkauft hatte, ist oben bereits erwähnt worden; II. seit dem 10. Bpril 1769 zu Trattlau mit Frau Friederike Eleonore geb. v. Byaw, einer Tochter Nudolph Wilhelms v. B. aus Trattlau. Sie war geboren am 18. Oktober 1727 und seit dem 24. Oktober 1747 vermählt gewesen mit Thristoph Ernst v. Uechtritz aus Gebhardsdors, der am 1. März 1767 starb ft. Frau Friederike Eleonore hatte im Jahre 1762 von ihrem ersten Gatten das Gut Trattlau mit Bnteil Beutnitz gekauft. Nach der mit ihrem zweiten Gatten am 29. März 1770 abgeschlossenen Eheberedung sollte diesem das seitdem in Erbe verwandelte Gut Trattlau mit pertinentien nach ihrem Bbleben zufallen. Sie starb am 13. Bpril 1785 in Bautzen im Blter von 57 I. und wurde am 16. aus dem Taucherfriedhos bestattet. Johann Wilhelm Traugott erhielt nun am 31. Mai 1785 den Erbbrief über Trattlau und pertinentien. Es überlebten ihn vier Binder: Johann Friedrich Heinrich. Siehe unten S. 800. George Friedrich Traugott. Siehe unten. Marianne Friederike Wilhelmine, lebte in Herrnhut. Marie Ottilie Wilhelmine, vermählt mit David Heinrich Freiherrn v. Bibran und Modlau. Es überlebten den Johann Wilhelm Traugott ferner vier Binderft seiner ' bereits verstorbenen Tochter, Frau Johanna Tarolina Friederika v. Goetz, geb. v. Sch. aus deren Ehe mit Lckart Ludwig v. Goetz aus Trattlau. George Friedrich Traugott v. Sch., der zweite Sohn Johann 1) Ein seiner Erinnerung gewidmetes Denkmal aus Sandstein befindet sich unweit von holscha, im Walde, nahe von der Straße. -> Laus. Wagazin 1768, S. 27d. ') Laus. Magazin 176Y, S. 12l: v. Rgaw, Familien-Lhronik, S.23I. tz Hermann, Llementine, Gtto, Ferdinand v. Goetz. 800 v. Schönberg. Wilhelm Traugotts, geboren am 4. Februar 1760 h, Hof- und Justizrat, erwarb von seinem Vater das Gut Tommerau im Jahre 1799 zum Preise von 60 000 Talern und wurde am 18. November 1799 belehnt. Tr starb unvermählt in Dresden am 2. Dezember 1813, nachdem er seinen älteren Bruder zum Universalerben ernannt hatte. Dieser, Johann Friedrich Heinrich v. Sch., geboren am 28. März 1756h, erhielt zufolge testamentarischer Bestimmung seines Vaters das Gut Luga zum Preise von 34000 Talern und wurde am 28. März 1805 mit ihm belehnt. Von seinem jüngeren Bruder erbte Johann Friedrich Heinrich, wie oben erwähnt, das Gut Lommerau und erhielt es am 30. November 1814 zu Lehn verreicht. Johann Friedrich Heinrich, seit 1795 lilostervogt von Marienstern h, starb am 11. Januar 1826. vermählt hatte er sich, damals kurfürstlich Sächsischer Leutnant der Kavallerie, zu Kröppen bei Nuhland am 5. Npril 1790h mit wilhelmine Laroline Louise Gräfin v. Schönfeldt a. d. h. Wachau. Johann Friedrich Heinrich hinterließ neben Töchtern einen einzigen Sohn Egon Heinrich Gustav v. Sch., geboren am 5. Nugust 1800h, gestorben am 1. Februar 1870 infolge eines perforierenden Magengeschwürs, begraben am 6. Februar in Gießmannsdorf in Schlesien, Herrn auf Luga und Ouoos (dlO von Luga, von Bautzen), sowie Weiß-Kollm und pertinentien. Das eben genannte Gut Ouoos hatte er am 31. Dezember 1836 für 36000 Taler erkauft. Nm 10. Mai 1824 vermählte sich Tgon Heinrich Gustav mit Ottilie Benigna Freiin v. Bibran und Modlau, Tochter David Heinrichs Freiherrn v. B. u. M. und der Marie Ottilie Wilhelmine geb. v. Schönberg a. d. h. Weiß- Kollm. NIs Schwiegersohn des letzten Freiherrn v. Libran erhielt er am 16. Januar 1836 h vom König von Preußen den Freiherrnstand und die Erlaubnis zur Namen- und Wappenvereinigung. ^ 3. Wolf Georg v. Sch., der dritte Sohn Thristian Johanns, wurde am Feste Trinitatis im Jahre 1642 s5. Junij geboren h. Bei der brüderlichen Vereinbarung am 11. Npril 1672 waren Wolf Georg, der damals Kammer- und Jagdjunker war, die Güter Brauna mit Nohr- bach und Schwosdorf zugesallen und zwar zum Werte von 21193 Tlr. 5 Gr. 6 pf.h. Nm 30. Juni 1672 wurde er mit diesen Gütern belehnt, von seinem Bruder, dem Landeshauptmann Johann Thristian I. v. Sch. (vergl. 5. 797) kaufte er im November 1685 die Güter häslich nebst Koitzsch für 20 000 Fl. Koitzsch veräußerte er im Jahre 1687 an den Oberhos- >) I. G. Schulze, Ahnentafeln, Mspt. Ebenda. ->) Laus. Monatsschrift 1795, II, S. HZ. h Laus. Magazin 1790, S. 1Z5. h Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Kdeligen Häuser, 1904. o) Gritzner, Lhronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standes- Lrhöhungen, S. 99; Gritzner, Standes-Lrhebungen und Gnaden-klcte, II, S. 771. 0 Sein Epitaph befindet sich in der Hauptkirche zu Uamenz. h H.-St.-K. Poe. 9548, Vas zehnte Buch -c., Zol. 145; H.-St.-6. I.oe. 9552, Oes Gberlandjägerineisters v. Schönberg hinterlassene Güter Schwosdorf und llohr- bach, 1707-1708. v. Schönberg. 801 marschall Friedrich Adolph v. haugwitz auf Lichteuau. Wolf Georg wird in den Lehnsakten im Jahre 1685 kurfürstlich Lächsischer Kammerjunker und (Obersorstmeister zu Alt-Dresden genannt, 1693 Landjägermeister. Er starb am 8. Dezember 1706 im Alter von 64 I. 27 W. 3 T. und wurde in Kamen; begraben, vermählt war er mit Latharina Salome v. haugwitz, geboren am 23. Juli 1661, gestorben zu Brauna am 13. (Oktober 1714 im Alter von 53 I. 3 M.h; sie wurde am 17. in der Hauptkirche zu Kamen; bestattet. Wolf Georg hinterließ eine Tochter Trdmuth Salome, geboren am 12. August 1692, gestorben am 1. Mai 1755, die sich mit dem Kammerherrn und Landeshauptmann Johann Casimir v. Dallwitz im Jahre 1707 vermählte. An sie fiel nach ihres Vaters Tode Braun a^). Auch das Erbgut häslich gedieh an sie. Da aber Frau Latharina Salome v. Sch. Lhegelder, Paraphernalien, Darlehen, Donativgelder, weibliche Gerechtigkeit u. a. zu fordern hatte, so verglich sie sich im Jahre 1708 mit ihrer Tochter dahin, daß sie wegen ihrer Ansprüche das Erbgut häslich samt pertinentien für 12 000 Taler annahm; am 23. März 1709 erhielt sie hierüber den Erbbrief. 6. Hans Wolf III. v. Sch., Wolf Georgs d. A. zweiter Sohn, wurde am 24. November 1637 belehnt mit dem väterlichen Gute und Vorwerk häslich, mit der Gerechtigkeit aus dem Schwosdorfer breiten Berge zu hüten und Bier fürs Haus zu brauen. Durch die Hof- und Landgerichte wurde er aus (Oberamtsverordnung in den Besitz des Gutes Koitzsch gesetzt gegen Erlegung der Kaussumme von 3000 Talern; am 17. September 1649 erfolgte die Belehnung. Er verkaufte die Güter häslich und Koitzsch am 30. Mai 1685 seinem Neffen Johann Lhristian I. aus Lohsa und Lommerau für 18 000 Gulden (vergl. S. 797). 6. Wolf Georg d. I. v. Sch., Wolf Georgs d. A. dritter Sohn, soll im Jahre 1612 geboren und 1673 gestorben sein^). Linie Pulsnitz. III. Hans Wolf II. v. Sch., der dritte Sohn Hans Wolfs d. A., kaufte, wie oben erwähnt, im Jahre 1612 Pulsnitz, Bretnig, (Ohorn u. a. pertinentien von seinem älteren Bruder Wolf Georg (vergl. S. 787, Linie Brauna - Lohsa — Weiß-Kollm) und gab ihm dafür Brauna, häslich und Nohrbach. Das an ihn gefallene väterliche Gut Nieder-Gurig verkaufte Hans Wolf II. im Jahre 1622 an Tunrad v. Theler auf Pottschapplitz. Sm Jahre 1619 unterschrieb er das Lehnspaktumh. Er starb am 12. November 1629. vermählt war er Mit Ursula v. Tschammer'h. h Die Epitaphien des Ehepaars befinden sich in der Hauptkirche zu Kamenz. Daselbst ist auch ein Denkmal einer Tochter des Ehepaars: Johanna Susanna v. Sch., * zu Dresden IS.,5. Juli 1684, ch zu Brauna 28. Id. Dezember desselben Jahres. Gurlitt a. a. E>. 36. Heft, S. Y4. h Der Kurfürst hatte auf Wolf Georgs Ansuchen am 13. September 16d3 Brauna aus Lehn in Erbe verwandelt. h Hraustadt a. a. E>. I. H.. S. 411. h Gberlaus. Lollections-Iverk, I, S. 1055. h Hans Wolf II. meldete, Pulsnitz den 8. Illai 1612, der Kurfürstin Sophie seine Verlobung mit Ursula, der Tochter des verstorbenen Hans v. T. auf Petershain und zeigte ihr an, daß er sich am 15./2S. Juni in Pulsnitz vermählen wolle. Gleichzeitig bat er zur Hochzeit den Hauptmann der Ämter Stolpen und Radeberg, Hans 51 X 802 v. Schönberg. Sie meldete, Pulsnitz, den 1. Dezember l629 dem Kurfürsten, Gott habe ihren Lhejunker am l2./22. November 1629 in Bautzen „durch ein plötzliches, iedoch christliches Sterbstündlein ganz unversehens von dieser betrübten Weldt abgesorderet und gewißlich zu sich in das ewig wehrende, freudenreiche paradis transkeriret und vorsetzet, dessen Seelen Göttl. Allmacht gnedigk sein wolle". Am 4. Januar alten Kalenders 1630 solle in Pulsnitz die Beisetzung stattfinden, zu der sie einen Abgeordneten zu entsenden bittet h; am 12. März 1630 meldete sie dem Kurfürsten, ihr Gatte sei „kurtzverrückter Zeit" gestorben und habe sie „alß seine hochbetrübte Witbe mit schwängern Leib neben drei) unmündigen Söhnen und drepen Töchtern" hinterlassen^). Vormund der Witwe war Rudolph v. Bünau auf Nedaschütz und pietzschwitz: Die ihn überlebenden Söhne Hans Wolfs II. waren (^ —O): Hans Georg. Siehe unten. 8. Hans Wolf. Siehe unten S. 803. 0. Wolf Georg. Siehe unten S. 803. v. Laspar Rudolph (postbumus). Siehe unten S. 803. Der früher, unter Nr. II. erwähnte (vergl. S. 786), am 9./19. Juni 1629 verstorbene kurfürstlich Sächsische geheimen Rats Direktor und Präsident des Appellationsgerichts Taspar v. Sch. hatte sein verledigtes Lehn an Barschaft rc. an seinen Bruder Hans Wolf II. verfällt. Nachdem dieser nun, wie oben angegeben, wenige Monate nach seinem Bruder ihm in die Ewigkeit nachgefolgt war, fiel neben der väterlichen Erbschaft auch die ihres Oheims an die soeben genannten vier Söhne Hans Wolfs II. 7V Hans Georg v. Sch., der älteste Sohn Hans Wolfs II., geboren am 8. Juni 1613, tat nach erlangter Mündigkeit über die hinterlassenen väterlichen Güter Pulsnitz, Dorf Weißbach rc. und über die zu Lehn gemachten Gelder und die Barschaft pro sua guota in Person gebührlich Folge und erhielt am 24. November 1637 den Lehnbrief über seinen väterlichen und den durch den frühen Tod seines Bruders Hans Wolf (vergl. S. 803) ihm zugefallenen brüderlichen Anteil an diesen Gütern. Am 31. Oktober 1640 kam es zur Erbteilung zwischen Hans Georg, Wolf Georg und dem Vormunde des noch unmündigen Taspar Rudolph. Durch das Los fiel an Hans Georg „das halbe und hinter Schloß Pulsnitz und das Vorwerk Ghorn"h. Am 26. August 1642 erhielt er den Lehnbrief Georg v. wehse auf Burkersdorf zu entsenden und ersuchte um Überlassung von etwas Mld. Gen. Boo. 31805, Lchönberg, vol. VI. 0 6 -- 5 t.- 6 . Boo. 9191, 10. Buch Gbsrlaus. Kriegs-Sachen cis ac> 1628-30, Fol. 229. Der Kurfürst ordnete den Landeshauptmann zur Bestattung ab. 2) kf.-Lt.-O. Gen. Roo. 31805, Schönberg, vol. VI. h Der pulsnitzsche Anteil wurde veranschlagt auf 35463 Fl. 11 Gr. y Pf., Gut Dhorn auf 20 601 Fl. 10 Gr. — Pf., Gut Bretnig auf 24942 Fl. 1 Gr. 3 Pf., allerseits nach abgezogenenBeschwerungen. Von der Gesamtsumme von 90007 Fl. 2 Gr. — Pf. fiel demnach an jeden der drei Brüder der Betrag von 30002 Fl. 7 Gr. 8 Pf. IVolf Georg erhielt demnach am pulsnitzer Anteil zuviel 5461 Fl. 4 Gr. 1 Pf., während ksans Georg am Vhornschen Anteil 400 Fl. 18 Gr. 8 Pf. ermangelten und Laspar Rudolph an Bretnig noch 5060 Fl. 6 Gr. 5 Pf. Da sich nun aus den Rechnungen ergab, daß ksims aus der Erbschaft zu seinem Unterhalt und zur peregrination 10 710 Fl. 15 Gr. 3 Pf. empfangen hatte, so wurden hiervon die ihm an seinen v. Zchönberg. 803 über beide Lehnstücke. Er verkaufte seinen Anteil am Schlosse Pulsnitz am 12. Januar 1666 für 2000 Fl. an Wolf v. Werthern. Hans Georg starb zu Ghorn am 20. Juni 1674. vermählt war er mit Christine geb. v. Friesen, ohne Kinder zu hinterlassen. Ghorn siel seinem Bruder Wolf Georg zu, sowie den beiden Löhnen seines verstorbenen Bruders Caspar Rudolph. Am 13. Februar 1675 traten sie Ghorn der Witwe, Frau Christine, in solutuin ab. Am 11. Juni desselben Jahres belehnt, verkaufte sie Ghorn im Jahre 1680 an Gottlob v. lverthern. Frau Christine fand am 3. Februar 1681 in der Kirche zu §t. Afra in Meißen ihre letzte Ruhestätte, ihr Gatte war in der pulsnitzer Kirche bestattet worden h. B. Hans Wolf v. Sch., der zweite Lohn Hans Wolfs II., geboren im Jahre 1614, starb am 29. September 1636 zu Sienah. 6. Wolf Georg v. Sch., der dritte Sohn Hans Wolfs II., geboren im Juni stil. vot. 1621h, hatte in der Erbteilung vom 31. Oktober 1640 „das halbe und förder Schloß Pulsnitz mit dessen Zubehörungen" erhalten. Der Lehnbrief über Pulsnitz und pertinentien, sowie über die zu Lehn gemachten Gelder und Barschaft wurde am 26. August 1642 ausgefertigt. Am 19./29. Januar 1652 verkaufte er Pulsnitz nebst Zubehör seinem Schwager Wolf v. Werthern und dieser trat ihm dafür ab Berthelsdorf nebst Nieder-Gttendorf bei Neustadt. Wolf Georg, jetzt aus Wartha (bl von Königswartha) h genannt, erbte gemeinsam mit den Söhnen seines jüngeren Bruders Caspar Rudolph nach dem Code seines älteren Bruders Hans Georg dessen Gut Ghorn. Am 11. Juni 1675 wurden sie mit Ghorn und den Lehngeldern belehnt, nachdem sie schon am 13. Februar desselben Jahres das Gut an Hans Georgs Witwe, Frau Christine geb. v. Friesen abgetreten hatten. Wolf Georg starb zu Wartha am ... im Alter von 67 I. 46 W. 6 T.h. Vermählt war Wolf Georg mit Ursula Margarethe v. Ponickau, Tochter des Landesältesten Wolf v. p. aus prietitz. Sie war geboren am 21. August . . . und starb in Bautzen am 17. März 1699 im Alter von 70 I. 29 W.h. Cs überlebten Wolf Georg vier Söhne: Hans Wolf, Wolf Rudolph, Hans haubold, Heinrich Gebhard. v. Caspar Rudolph v. Sch. (postbnmus), der jüngste Sohn Hans Wolfs II., geboren im Jahre 1630 h, stand unter Vormundschaft seiner Mutter Frau Ursula geb. v. Tschammer und Rudolphs v. Bünau auf pietzschwitz und Nedaschütz. In brüderlicher Teilung vom 31. Gkto- Z0002 Fl. 7 Gr. 8 Pf. noch ermangelnden 400 Fl. 18 Gr. 8 Pf. gekürzt und „verbleibt an demjenigen, jo er voraus bekommen, noch 10 309 Fl. 17 Gr. 7 Pf." — Lehnsakten Pulsnitz. tz v. Feilitzsch a. a. G. 5.298: Gurlitt a. a. D. 36 . Heft, §. 243. h Fraustadt a. a. V. I. 5. 413; Deutscher Herold XXXI (1900), 5. 105. h Körnig a. a. G. Illspt. gibt die Daten nach 5arginschristen. Lr nennt ihn nur Georg. tz Wartha in der preußischen Gberlausitz, bl von Königswartha, vergl. Alte Dberlaus. Kirchengalerie, 5.102. Die Angabe bei Fraustadt a. a. G. I. H.. 5. 415, daß es sich um das „Rittergut Wartha bei Baruth" handle, ist nicht richtig. h Körnig a. a. D. Rlspt. h Körnig a. a. G. Rlspt. tz Fraustadt a. a. G. I. 5. 416. 51 * 804 v. Schönberg. ber 1640 fiel ihm das Gut Bretnig (80 von Pulsnitz, blM von Bischofswerda) zu. Nach erlangter Mündigkeit bat er 1652 um die Lehnsver- reichung dieses Gutes. So wurde er denn am 14. März dieses Jahres belehnt mit dem Gute Bretnig nebst dem Schlosse daselbst und Vorwerk, dem Dorfe Bretnig und Hauswalde, mit der Braugerechtigkeit, den Mahl-, Brot- und Gelmühlen, wenige Jahre darauf starb er. vermählt war er mit Sidonia geb. v. Ende, der Witwe Bernhards v. Uechtritz auf Lützschena h. Sie vermählte sich wieder im Spätjahre 1660 mit Johann Ernst v. Staupitz auf Burkau. Zwei Söhne überlebten Caspar Nudolph: Hans Wolf und Caspar Nudolph d. I. Line Tochter Caspar Rudolphs, Latharina Sidonie, vermählte sich mit Hans Lrnst v. Sepdewitz auf Rammenau und pommlitz. Caspar Rudolphs Witwe vertauschte im Jahre 1660 in Vormundschaft ihrer Söhne dringender Schulden wegen das väterliche Gut Bretnig gegen Dber- und Nieder-Burkau (bl von Bischofswerda), das sich seit Walpurgis 1659 im Besitze Nikols v. Gersdorff befand. Hans Wolf und Caspar Rudolph d. I. baten am 29. Rugust 1672 den Kurfürsten, er möge ihrem gesamten vermögen, dem liegenden und fahrenden, außenstehenden Schulden und sonstigem jetzigem und zukünftigem, die Natur und Eigenschaft des freien Erbes benehmen und es in rechtes, wahres Mannlehn verwandeln^. Sie behielten sich jedoch vor, damit nach ihrem Willen tum ilitsr vivos, quam mortis causa und sonstwie zu disponieren und es zu veralienieren; auch möge der Kurfürst, wenn sie es für nötig erachteten, diesem vermögen die Natur und Eigenschaft des Lehns benehmen und es wieder in Rllod und Crbe verwandeln. Nach längeren Berichten und Gutachten des Landvogts in dieser Angelegenheit wurden am 13. Juli 1673 den mündig gewordenen Gebrüdern Hans Wolf und Caspar Rudolph d. I. v. Sch., einem jeden nach seinem Anteil, die Güter Gber- und Nieder-Burkau zu Kunkel- oder Spill-Lehn verreicht. Caspar Rudolph d. I. v. Sch. stand in kursächsischen Militärdiensten; als Oberstwachtmeister im Regiment des Herzogs Christian zu Sachsen-Halle starb er unverhofft am 22. Oktober 1686 zu Prag, aus dem Rückmarsch vom Feldzug in Ungarn. Cr hinterließ die Witwe Sophie Agnes geb. v. Osterhausen nebst zwei unerzogenen Kindernh. Ls sind noch einige Glieder des v. Schönbergschen Geschlechts aus verschiedenen Linien aufzuzählen, die nur vorübergehend in der Gber- lausitz ansässig gewesen sind. Zur Neusorgaer Hauptlinie gehört der kurfürstlich Sächsische Verg- hauptmann Christoph v. Sch., geboren 1554, gestorben am 4. Oktober >) Ebenda, S. 417. 2) Nach Auskunft Hans Wolfs v. Sch. zugleich auch wegen seines abwesenden Bruders Laspar Rudolphs d. I. wollten sie zu Lehn machen 5600 Fl. aus ihrem verkauften Lehngut Burkau, ferner 23486 Fl. 15 Gr. 5 Pf. von ihrem sel. Lehnsvetter Caspar v. Sch., weiland kurfürstlich Sächsischem Geheimrat und Präsidenten des Nppellationsgerichts herrührend. — Lehnsakten Burkau. s) H.-St.-R. Gen. Boo. 51806, Schönberg, vol. VIII. v. Schönberg. 805 1608'). vermählt war er mit Anna v. Schönberg, Tochter des hof- marschalls Hans Wolf v. Sch. auf Pulsnitz. Sie verkaufte ihr Gut Petershain von Ramenz) im Jahre 1655 ihrem Eidam Rudolph v. Bünau. — Lin Rndreas v. Sch. — vielleicht identisch mit des Berghauptmanns Lhristoph im Jahre 1600 geborenem Sohne Andreas^) — hatte Petershain von Ramenz) gekauft von Hans Wolf v. Sch. aus Pulsnitz, Rudolph v. Vünau aus pietzschwitz und Redaschütz und Rudolph v. Vünau aus Grübchen und Grünewald „in ehelicher, kriegischer, auch anderer vor- mundtschast ermeltes des v. Schönbergks hausfraw und derer Jungfrau Schwester als hinterlassener Erben des Gutes Petershain" 1624 war Rndreas belehnt worden. — Rntonius v. Sch., ein Sohn des Rntonius aus Schönberg, Seligstadt, Schmiedewalde, Blankenstein rc., wurde vom Kurfürsten Rugust, Torgau den I I. Rpril 1561, belehnt mit folgenden Gütern in der Stolpner pflege: dem Sitz und Vorwerk pietzschwitz von Bautzen), den Dörfern Semmichau (^VL^V von Bautzen), Hähnchen (blO von Bischofswerda), Zockau (OblO von Bischofswerda), wie sie Taspar v. haugwitz zu putzkau vom Bischof Johannes und nach getroffener Auswechselung des Rmtes Stolpen vom Herzog August zu Lehn hatte. Mitbelehnt wurden seine Brüder Nickel, Georg und Wolf v. Sch., ebenso alle Vettern v. Sch.h. Am 21. Juni 1586 wurde Rntonius belehnt vom Herzog Thristian mit den genannten Gütern, ferner mit dem Gehölz, genannt „der Tautewald". Nach dem Tode des Antonius siel pietzschwitz an Hans Heinrich, Nikol, Friedrich und Hans Dietrich Ge- vettern und Gebrüder v. Sch. zu Maxen, Mühlau und Schönberg; sie verkauften das Gut 1598 an Lhristoph v. Minckwitz. — Antonius war am 20. Dezember 1591 im Alter von 63 I. gestorben, seine Witwe Ursula verschied zu Radibor am l8. Oktober 16l1 im Alter von 76 Jahren 5). - Hans Taspar v. Sch., geboren zu Limbach am 16. September 1640 als Sohn Taspar Dietrichs aus Schönberg, Limbach, Bornitz, kaufte, wie oben erwähnt (vergl. S. 781), von Wolf Heinrich v. Sch. das Gut Rattwitz nebst Muschelwitz und wurde am 21. Juli 1693 belehnt, vermöge landesherrlichen Reskripts vom 9. März 1695 wurde nach Angabe der Rattwitzer Lehnsakten dem Hans Taspar v. Sch. ein jährliches Wildpretsdeputat von zwei Hirschen, zwei Stück Wild, zwei Bachen und zwei Rehen bewilligt, das auch seinen Besitznachsolgern bis zum Jahre 1814 verabreicht wurde. Hans Taspar war kurfürstlicher Zraustadt a. a. V. I. S. 585. 2 ) Ebenda, 5. 5d8. h Lehnsakten Petershain. tz Im Jahre 1576 verglichen sich Nikol, Wolf und Nntonius Gebrüder v. Schönberg zu Maxen und pietzschwitz mit der Witwe ihres Bruders Georg, die sich wieder mit Melchior v. Breitenbach vermählte, dahin, daß sie ihr jährlich während ihres Lebens auf zwei Termine, nämlich zum Leipziger Michaelis- und Vstermarkt, je 250 Zl. als Leibzins geben wollten. Lehnsakten pietzschwitz. h Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde, XXI (1843), S. 120. 806 v. Schönberg. Geheimrat und Kammerpräsident. Er starb am 29. Kugust 1695 „aus der Pfarre (Göda) in der Unterstube" h und wurde am 3. September nach Limbach ins Erbbegräbnis gebracht. Hans Caspar war seit 1678 vermählt mit Helena Tugendreich v. Warnsdorf und erlangte durch sie die Güter Thielitz, Kuhna und Wendisch-Gssig (sämlich 880 von Görlitz). Sie ging eine zweite Che ein mit dem Gberkonsistorialpräsidenten Hans Ernst v. Knoch. Hans Caspar hinterließ drei Töchter: u. Unna Elisabeth, geboren am 20., getauft in Limbach am 25. Juni 1680, vermählt mit Gtto Konrad v. Hohberg aus Ober- und Nieder-Prausnitz. b. Maria Sophia, geboren und getauft in Schönbrunn am 3. Kugust 1682, vermählt zu Dresden am 25. Mai 1697^) mit Thristoph Friedrich v. Gersdorff aus Kauppa, kurfürstlichem Legationsrat. e. Helena Tugendreich, getauft in Dresden am 23. Februar 1685. Sie vermählte sich zu Dresden am 20. November 1703^ mit dem kursächsischen Kammerjunker und Kppellationsrat Ernst Ferdinand v. Knoch. Im Teilungsrezeß, Dresden den 19. Februar 1697, erhielt die Witwe, Frau Helena Tugendreich v. Sch., das Gut Kuhna, während Kattwitz an die mittlere Tochter Maria Sophia für 21000 Taler fiel. — Hans Tarl v. Sch. aus dem Zschochau —Schwetaer Stammhause, Sohn Taspar Joachims, wohlmeritierter Hauptmann, kaufte von Johann Thristian v. heldreich das Lehngut Pannewitz am Taucher (bMO von Bischofswerda, ldsO von Uhyst) am 6. Juni 1719, jedoch exklusive der bereits an Nikolaus König zu pietzschwitz verkauften drei Wiesensiecke und des Försterhauses daselbst, für 13 000 Tlr. Kauf- und 200 TIr. Schlüsselgeld h. Hans Tarl, am 17. Kugust 1720 belehnt, starb am 17. Kpril 1738 und wurde am 25. in Uhpst begraben. Hans Tarl war in erster Ehe vermählt mit Eleonore Dorothea Sophia v. Warnsdorfs. Bus dieser Ehe gingen hervor ein Sohn Tarl Thristian Gottlob und eine Tochter Johanna Thristiana Sophia. Diese war seit 1750 Stistsdame in Kadmeritz und vermählte sich am 27. November 1762 mit Tarl Gotthels v. Milkau, Hauptmann im Brühlschen Regiments. In zweiter Ehe war Hans Tarl vermählt mit Friederike Sophie v. Loeben. Sie erwarb nach ihres Mannes Tode das Gut Pannewitz von den Kreditoren für 13 200 Taler h. Km 26. Mai 1739 starb sie tz Ebenda, S. 120. h v. Zeilitzsch a. a. D. 5. 296. >') Ebenda, 5. 296. tz Zu Mitbelehnten ernannte er seine Brüder kfans Taspar v. Sch. auf Schweta und Taspar Joachim v. Sch., Kapitän, sowie seine Vettern Gotthelf Friedrich v. Sch. auf Bieberstein, königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kammerjunker und Taspar v. Sch. auf Lockwitz w., Kammerherrn. h Kloß, Genealog. Nachrichten, Mspt. Bd. XVI, v. Schönberg. °) Laus. Magazin 1778, S. ZZZ. tz Sie ernannte in Ermangelung von Leibeserben zu Mitbelehnten ihren Vetter Tarl Gotthelf Neichsgrafen v. kfopni Guteborn und Ruhland, Wolf Thristian Nlbrecht v. Loeben auf Mengelsdorf, Landeshauptmann und Kammerherrn, in dritter Drdnung ihren Stiefsohn Tarl Thristian Gottlob v. Sch. v. Schönberg. 807 und wurde am 1. Juni in Uhpst begraben. Der erste Mitbelehnte Karl Gotthels Gras hopm trat das Gut Pannewitz zufolge Rezesses den beiden Schwestern der Verstorbenen, Dorothea Sophia Gräfin hopin und Fräulein Martha Eleonore v. Soeben ab. — Hans Michael Ludwig v. Sch. aus Wilsdruff und Limbach, königlich Französischer Oberst, kurfürstlich Sächsischer Rammerherr, war vermählt mit Henriette Sophie v. Tarlowitz, Tochter Earl Adolphs v. E. zu Pulsnitz und seiner zweiten Gattin Justina Elisabeth geb. v. Maxen h, die ihrem Gatten die Güter Hennersdorf und Gelenau (elfteres 8, letzteres 88^ von Ramenz) zugebracht hatte. Frau Henriette Sophie übernahm nach ihrer Mutter Tode (ff 2. November 177l) deren Güter Hennersdorf und Gelenau zum Preise von 24 000 Talern und erhielt am 4. September l?72 den Erbbries. Sie war am l9. April 1743 zu Röhrs- dorf geboren und hatte sich daselbst am 26. November l764 mit Hans Michael Ludwig v. Sch. vermählt, ließ sich aber von ihm scheiden, heiratete daraus den Major Rudolph August v. Büchner und starb aus Hennersdorf am 31. März 1796. Aus erster Ehe hatte sie drei Rinder: Justina Louise, Hans Earl Heinrich, Hans Ferdinand Taesar. Der erste Gatte der Frau Henriette Sophie starb zu Fontainebleau am 9. April 1803. Nachdem auch ihr zweiter Gemahl, der aä dies vitas den Usumsruktum von Hennersdorf gehabt hatte, im Jahre 1816 gestorben war, fiel Hennersdorf an ihre älteste Tochter erster Ehe Justina Louise v. Sch. für die Summe von 24 000 Talern. Am 23. November 1816 wurde sie mit Hennersdorf belehnt. Unvermählt starb sie zu Wilsdruff am 19. März 1817 im Alter von 51 I. 4 M. 2 W. 4 T. Ihr Bruder Hans Tarl Heinrich v. Sch. auf Wilsdruff und Limbach, Premierleutnant, ergriff an demselben Tage (19. März 1817) förmlich und feierlich Besitz vom Gute, erhielt vom Gberamtshauptmann ein Manutenenz- dekret und am 3. Mai 1817 den Lehnbrief über die Güter Hennersdorf mit Gelenau. Er starb zu Hennersdorf am 30. April 1819 im Alter von 51 I. und wurde am 4. Mai in Ramenz begraben. Er hinterließ die Witwe Emilie geb. Mellp, sowie ein einziges Rind Henriette Juliane, geboren am 7., getauft um 11. Februar 1800 in Dresden. Sie erhielt am 16. September 1824 den Erbbrief über Hennersdorf und Gelenau und starb kinderlos zu Rothnaußlitz am 19. November 1842 als Gattin Tarl Wilhelms v. Brescius- Hans Ferdinand Taesar v. Sch., der dritte Sohn Hans Michael Ludwigs, königlich Sächsischer Premierleutnant, starb am 13. Dezember 1813 am Nervenfieber im Dresden im Alter von 45 I. vermählt war er mit Adelheid v. Burgsdorss, die am 1. März 1819 starb. Er hinterließ drei Töchter: 1. Adelaide, * 1. Juli 1809, vermählte sich mit dem Rreis- Gbersorstmeister Tarl Heinrich Adolph Anton v. Leipziger. tz „Our dem klrchive der Familie v. Larlowitz", 5. N2, N4. (v.) Schönborn. 809 Lurt Friedrich v. Sch. auf Hof und Raitzen, kaufte im Jahre 1782 von Isaak Molsgang Freiherrn v. Mesch das GutNeschwitz nebst Neudorf (beide von Bautzen, 8 von Königswartha), Lomske, Lissahora (beide von Neschwitz), Siebitz (80 von Marienstern) für 80 000 Taler, erhielt am 3. Mai l783 den Erbbrief, verkaufte die Besitzungen aber am 6. Mai des nämlichen Jahres dem v. Mesch wieder zurück. — Taspar Heinrich v. Sch., Leutnant, kaufte am 25. März 1806 von Johann August von der Ahee das Erb- und Allodialgut Schmorkau (bl von Königsbrück), um es bereits am 27. März 1807 wieder an August Siegmund v. Berbisdorfs zu verkaufen. — Mappen: Das Stammwappen zeigt im goldenen Schilde einen von Rot und Grün geteilten Löwen. Helm gekrönt. Kleinod: Kops und hals eines roten Löwen. Decken: rot-golden. (v.) Schönborn. Die alte angesehene Bautzner Bürgerfamilie Schönborn soll der Tradition nach, die von Angehörigen verschwägerter Familien bis zum heutigen Tage aufrecht erhalten wird h, von Kaiser Rudolph II. in den Adelsstand erhoben worden sein. Urkundliche Nachweise können freilich bis jetzt noch nicht beigebracht werden^). Augustin Sch?), gestorben am 14. Juni 1502, war vermählt mit Dorothea Lauterbach, gestorben am 9. September 1542, achtzig Jahre alt, Tochter des Bürgermeisters zu Stolpen Matthäus L?). Der Sohn Augustins, Valentin Sch., Baccalaureus und Handelsmann, geboren 1499 am Tage valentini f14. Februars, gestorben am 3. Juli 1575, war vermählt mit Elisabeth puschinger, gestorben am 7. Oktober 1558 im Alter von 53 Jahren, Tochter des Mols p. zu Leipzig. Dieser Valentin Sch., im Jahre 1521 in Wittenberg immatrikuliert"), wurde später in den Rat der Stadt Bautzen ausgenommen und gehörte ihm zur Zeit des pönsalles (1547) an°). Er errichtete 1570 sein Testament und h Namentlich auch von Edwin Bormann (* zu Leipzig 14. Npril 1851, 4 in der Nacht zum 3. Mai 1dI2), dem bekannten Leipziger vialektdichter und Shakespeare (Bacon) -Forscher. h v. Ledebur, Ndelslexicon der preußischen Monarchie, II. Bd., S. 598, führt ein ausgestorbenes Geschlecht Schönborn an, das im 14. Jahrhundert das Gut Schönbrunn (80 von Görlitz) besessen habe und dem von Kaiser Nudolph II. 1598 ein IVappenbrief verliehen worden sei: „es scheint dies aber nur ein Zweig derer v. Gersdorff zu sein". ») vergl. L. Schulze, Neues Laus. Mag. Bd. 72, S. 221 Bnm. tz Matthäus Lauterbach war im Iahre 1500 Bürgermeister von Stolpen — vergl. Gercken, Historie h^r Stadt und Bergvestung Stolpen, 1764, S. 567 —, nicht „kurfürstlicher Nmtmann", wie im Neuen Laus. Mag. Bd. 72, S. 221, Nnm. angegeben. h „Valentinas 8oüonborn äs Luäissin N sisn.s iBPoe.j Neues Laus. Mag. Bd. 71, S. 156. h k). Baumgürtel, Nathsverfassuug und Nathsliuie der Stadt Bautzen, s!901s, S. 10. 810 (v.) Schönborn. bestimmte nicht unbeträchtliche Summen zu Gunsten bedürftiger Leute Bautzens. Als Valentins Erben werden im Jahre 1576 genannt^): I. Valentin Sch. in Nürnberg. Gr ist wohl der Valentinus Schonborn, der ohne Angabe seiner Heimat 1542 in Wittenberg im- ^ 2 schmidt in Bautzen und starb als seine Witwe am 9. November 1589H, nachdem sie am 2. (Oktober 1584 milde Vermächtnisse ausgesetzt hatteft. - II. Johann (Hanns) Sch., geboren am 29. August l537, gestorben ^ L '5 am 25. August 1607, war in den Jahren 1592, 1595, 1598, 1601 und > ^ 1604 Bürgermeister von Bautzen. Er ist wohl identisch mit jenem ohne Vornamen aufgeführten Schönborn, der vom Jahre 1578 ununterbrochen bis 1688, dann auch 1590 und 1591 im Bautzner Nate saß"). Hanns kaufte 1598 Losel (880 von Bautzen, blblO von Schirgiswalde) und verkaufte dafür 1599 sein bisheriges Gut Gehna (bl von Bautzen), das er nach dem pönsall erworben hatte"). Er erscheint auch als Besitzer von Teichnitz (bl von Bautzen) und kaufte 1607 Nadelwitz (0 von Bautzen) H. Johann Sch. war in erster Ehe seit dem 20. Februar 1566 vermählt mit Elisabeth Stolzin, in zweiter und zwar seit 1588 mit Martha v. Rohlo, geboren am Tage vor Exaudi 1557 f29. Mai), Tochter des Zittauer Bürgermeisters Valentin v. Rohlo. Sie war in erster Ehe verheiratet gewesen seit Michaelis 1584 mit vr. für. Johann v. vornspach, der am 7. Februar 1586 gestorben war. Folgende Kinder Johanus Sch. sind uns bekannt: Sie verkauften, hier ausdrücklich als „von 1. Hans (Johann), Zchönborn" bezeichnet, am Tage Dorotheas 2. Samuel, 1613 s6. Februar) ihr Gut Teichnitz an 5. Martha, vermählt am 15. November 1610 mit dem Bürgermeister Martin Zeidler in Lauban. Sie starb am 31. Mai 1617"). H vergl. N. N. Hehler, Die milden Stiftungen der Stadt Budissin, 5. Heft, 1850, S. 285 ff., besonders auch S. 284 unten: daselbst wird unter den Erben auch erwähnt Siegmund Scheidenreisser, Bürger zu Budissin. H Neues Lauf. Mag. Bd. 71, S. 161. H Ihre schöne Grabplatte aus Messing befindet sich im Ltiebermuseum in Bautzen. h Hehler a. a. G. 5. Heft, S. 285. H Baumgärtel a. a. G. S. 36, 37, 38, 39. ch Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 148: Bd. 5, S. 130. ') Baumgärtel a. a. D. S. 38 Nnm. H H.-St.-N. Noo. 9545, verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Dber- lausitz äs ao 1604-1617, Fol. 201. H Neues Laus. Mag. Bd. 72, S. 221, 226. matrikuliert wurdeH. /-j,' II. Hanns Sch. Siehe unten. III. Juliana Sch., vermählte sich mit vr. für. Nicolaus Rrotten- 3. Philipp 4. August, den kaiserlichen Rat Taspar v. Metzradt auf voberschütz, Landeshauptmann und GberamtsverwalterH. v. Schönburg. 811 Von den soeben genannten Brüdern saß der zuerst erwähnte, Johann Sch. im Jahre t610 im Bautzner Bat. Er ist es wohl auch, der von diesem Termin an bis znm Jahre t62I alljährlich („Schönborn", ohne Vorname) unter den Mitgliedern des Bats verzeichnet wirdH. Der zuletzt genannte der Brüder, Bugust (Bugustinus) kaufte gemeinsam mit dem Bautzner Bürger Caspar Hübsch vom Bat der Stadt Bautzen „an stat und wegen Bugusti Starckens, Verkäufern an einem" im Jahre 1613 das Gut Nieder-Baina (OBO von Bautzen)^. Lr wird bezeichnet als „vornehmer alter Geschlechts-Bürger allhier in Budissin" und starb am 3. Oktober 16.5 im Blter von 72 I. 4 M. mit Hinterlassung von fünf Bindern und zwölf Bindeskindern^). vermählt war er mit Ursula geb. Heinrich. Sie, „des Ldlen, Ehrenvesten, Wohlbeuambten Herrn Bugustini Schönborns auf Niederkeyna, vornehmen Bürgers in Budissin seel. nachgelassene lvittib", geb. 1589, starb am Tage Himmelfahrt 1661 s23. Mais im Blter von 72 I. und 20 M.H. Mir begegnen ferner einem Peter Sch. auf Bieder-Baina, gestorben am 11. Mai 1657 im 41. Lebensjahre. Lr hatte in seiner Ehe 2 Binder (1 S. 1 T.)^). vermutlich war Peter ein Sohn Bugusts, des Besitzers von Bieder-Baina. Peters früh verstorbener älterer Bruder war wohl jener Bntonius Sch., der am 28. Mai 1609 im Blter von zwei Jahren sein kurzes Dasein beschloßt). Mappen: Die erwähnte messingene Grabplatte für Juliane Brotten- schmidt geb. Schönborn, zeigt folgendes Blliancewappen: Bechter Schild geteilt; oben ein lateinisches V, dessen Spitze die Teilungslinie berührt, im inneren Minkel dieses V eine Bose; unten eine Bose. Linker Schild, ohne Teilung, zeigt ein lateinisches darüber eine Lilie. Beide Schilde bedeckt ein Helm mit Bausch. Bleinod: Offener Flug, jeder Flügel belegt mit den Schildfiguren des rechten Schildes, doch ohne Teilung. v. Schönburg, Grafen. Die Herren v. Schönburg, ein Gbersächsisches dynastisches Geschlecht, waren schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der Gberlausitz angesessen. Noch vor dem Jahre 1245 hatte ihnen der Bischof von Meißen den Eigenschen Breis (die Vernstädter pflege in der Bmtshaupt- mannschast Löbau) zu Lrb und Eigen übergeben, von dem sie aber kaum sechzig Jahre später nicht das geringste mehr besaßen, da im Jahre 1317 0 Baumgärtel a. a. D. 5. 54, 40. -) vergl. Akten von Nieder-Naina im Bautzner Ratsarchiv (Nsp. V, Lsot. III, lit. a Nr. I). Am 15. Dezember 1615 teilten beide Besitzer sich in das Gut. Hübsch erhielt die Hofreite, Wohnungen und Stallungen, Ackerbau, Wiesewachs rc., drei Gärtner, drei Häusler; Schönborn bekam den Schafstall nebst Scheune rc., drei Gärtner und drei Häusler. H I. L. Wagner, Budissinsche Grab- und Gedächtnis-Nlahle, 1647, S. 44. Die vorletzte Ziffer der Jahreszahl ist nicht mit Sicherheit zu lesen, vielleicht ist es eine 5. H I. L. Wagner a. a. D. S. 44. H Ebenda, S. 520. H Ebenda, S. 144. 812 v. Lchönburg. auch das letzte ihrer Gberlausitzischen Erbgüter in den Besitz des Klosters Marienstern übergegangen war*). In den vierziger Jahren des 15. Jahrhunderts brachte Wilhelm v. Sch. von der Böhmischen Linie die Herrschaft Hoyerswerda an sich^). Im Besitz des Geschlechts verblieb sie bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Ls war wieder ein Wilhelm v. Sch., der, in Vermögensver- sall geraten, sich genötigt sah, verschiedene Güter der Herrschaft an Fabian v. Schönaich auf Muskau zu versetzen °), andere zu verkaufen, so am 27. Mai 1562 Skaska (88^V von Hoyerswerda) an Hans v. helwigs- dorf zu Wiednitz h. Buch fremdes Geld mußte er ausnehmen: Wilhelm Herr v. Sch. erhielt am 22. Januar 1562 Gunst aus 2000 Taler gegen Balten v. hennickaw zu Weißig (Weissag) bis aus Walpurgis dieses Jahres,' in demselben Jahre Gunst über 4000 Taler gegen Haugold v. Schönburg auf Glauchau und Waldenburg, ferner über 3095 Taler gegen Hans v. Schlicken,- dann am Dienstag nach Dreikönigstag 1563 fl 2. Januars Gunst aus 1429 Taler Heiratsgeld gegen Dietrich v. Schwendi bis Weihnachten 1564°). Wilhelm starb am 19. Mai 1567°). 1571 wurde die Herrschaft Hoyerswerda schuldenhalber an Heinrich v. Maltitz verkauft, und 1582 überließ Wilhelms Sohn, Hans Wilhelm v. Sch., auch die letzten Güter, die er noch in der Gberlausitz besaß, an Seyfried Herrn v. promnitz h. — Zum dritten Male machte sich das Geschlecht und zwar die jüngere oder untere Hauptlinie des Hauses Schönburg im 18. Jahrhundert in der Gberlausitz ansässig: Albert Thristian Ernst Gras zu Hinterglauchau, der Speziallinie Schönburg-Glauchau mit Schönburg-Bochsburg angehörend, geboren am 22. Januar 1722, gestorben am 9. März 1799°), vermählte sich zum zweiten Male am 19. Juli 1757 mit Magdalena Franziska Elisabeth Gräfin Schönburg-Wechselburg, geboren am 30. Januar 1727, gestorben am 1. Januar 1772. Sein Sohn Gottlob Tarl Ludwig Christian Ernst, Beichsgras und Herr zu Sch.-Glauchau, geboren am 27. August 1762, gestorben am 1. Mai 1842, Herr der Herrschaft Hinterglauchau und Mitbesitzer von Rochsburg, nahm seinen Abschied als psalzbayrischer Major. Lr kaufte am 13. Dezember 1792 von Frau Lharlotte Amalie v. Jagemann, geb. v. Backel, deren Mannlehn- y vergl. Knothe, Geschichte des Dberlausitzer Ndels, 1879, 5.484; desselben Vers. Urkundliche Geschichte des Jungfrauenklosters Ularienstern, 1871, 5. 21 ff.; ferner seine Urkundliche Geschichte des Tigenschen Kreises, Neues Laus. Mag. Bd. 47, 5.4 ff. 'Y Knothe, Ndelsgeschichte, 5. 486. h 51. E. 5chuster, versuch einer Geschichte der 5tadt Hoyerswerda, 1842, 5. 37. tz H.-5t.-5l. Uov. 9549, particularregister, Inhalts der Nöm: Kay: Mt: genedigster Instruction auf den wolgebornen Hern, Hern Joachimen 5chlicken . . . betreffende, 1562, Fol. 4. h Ebenda, Fol. 24, 25, 27. ") 5chuster a. a. D. 5. 37. tz Knothe, Ndelsgeschichte, 5.487. h vergl. zu den Namen und Daten der folgenden: Neues Genealogisches Reichs- und 5taatshandbuch, 1796, I, 5.310 ff.; Kneschke, Deutsche Grafenhäuser, II. Band, 5. 409 ff., sowie die Gothaischen Genealogischen Hofkalender. v. Schönburg. 813 rittergut Ouolsdors (blV? von Rothenburg, am weißen Schöps) für 72000 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld. Rm 6. Juni 1797 verkaufte er das Gut wieder, und ebenso auch jährlichen, an seinen Schwager, den Reichsgrasen Hans Heinrich VI. Grasen v. jochberg-Fürstenstein. Gras Gottlob Tarl Ludwig Thristian Ernst war vermählt seit dem 31. Juli 1789 mit Ferdinand Henriette, geboren am 24. Februar 1767, gestorben am 26. Dezember 1836, Tochter des Grasen Heinrichs V. v. Hochberg aus Rohnstock. In Ouolsdors wurde ihm am 7. Februar 1796 ein Sohn geboren: Hermann Rlbert Heinrich Ernst Graf Sch.H. Dessen älterer Bruder, Gras Heinrich Gottlob Otto Ernst Graf Sch., geboren am 14. September 1794, folgte seinem Vater, dem Grasen Gottlob Tarl Ludwig Thristian Ernst am 1. Mai 1842 im alleinigen Besitz der Rezeßherrschast Hinterglauchau und, zur Hälfte, der Lehnsherrschast Rochsburg. — Zur Speziallinie Schönburg-Glauchau, penig und Wechselburg gehört Graf Tarl Heinrich, Herr zu Wechselburg, penig und der vorderen Herrschaft Glauchau, kursächsischer Geheimer Rat, geboren am 23. (Oktober 1729, gestorben am 4. Juni 1800. Rus seiner am 21. Juni 1756 geschlossenen Ehe mit Thristina Wilhelmine Gräfin Einsiedel, geboren am 24. September 1726, gestorben am 13. Dezember 1798, hatte er neben anderen Rindern einen Sohn Tarl Heinrich, Reichsgrafen und Herrn v. Sch.-Vorderglauchau. Dieser, geboren am 17. März 1757, kursächsischer Hos- und Justizrat, dann Geheimrat und Rämmerer, vermählte sich am 28. Rpril 1782 mit Juliane Eleonore Ruguste v. Lüttichau, geboren am 31. März 1764, Tochter des kursächsischen Obersten Tarl Rugust v. L. Sie brachte einen ansehnlichen Güterbesitz in der Gberlausitz in ihre Hand und zwar erwarb sie von ihrem Oheim Ludwig Gottlob Grasen v. Lüttichau am 1. Juni 1795 die Güter Nieder- Gurig, Groß-Dubrau samt RIein-Dubrau, Briefing, Nieder- Guriger Rnteils (sämtlich bMO von Bautzen), sowie das zu Nieder- Gurig gehörige Vorwerk Lubas für 170000 Taler, ferner das ehemals zu Merzdorf gehörige Stück Holz, den „Tollmank" (Rallmangk) für 6000 Taler. Gräfin Sch. erbte ferner von ihrem genannten Oheim, dem Grafen Ludwig Gottlob v. Lüttichau (ch 15. Oktober 1813) das Gut Doberschütz (blblO von Bautzen) und erhielt es am 1. Dezember 1814 zu Lehn verreicht. Sie verkaufte am 1. Mai 1800 ihre Erb- und Rllodialritter- güter Nieder-Gurig, Groß- und Rlein-Dubrau, Briefing Niederguriger Rnteils, Lubas, nebst dem Tollmank an den Grafen Franz Peter v. potocki für 259 000 Taler. Rlle diese Besitzungen wurden ihr aber wegen Zahlungsunfähigkeit des Räusers am 6. Januar 1808 für das Gebot von 170 000 Taler adjudiziert. Dem Grafen potocki stand das jus relüsnlli intra unnurn et äiein et okkerenlli pin^uiorem erntorern zu. Tr machte jedoch von diesem Rechte keinen Gebrauch und so wurde Gräfin Sch. am 15. März 1809 mit den Gütern belehnt. Sie verkaufte sie am 18. September 1818 zugleich mit den Gütern Doberschütz mit Briefing >) Laus. Monatsschrift 17Y6, I, 5. N5. 814 v. Schönfeldt. und Rieschen voberschützer Anteils, ferner mit der im königlich preußischen Herzogtum Sachsen und unter dem Gberlandesgericht Frankfurt stehenden Rallmangkheide, sowie mit der zu Dobersckütz gehörigen, aber unter dem Gberlandesgericht Glogau stehenden Märschen Heide an Christian Friedrich d. I. Freiherrn v. Gregory. - Die ältere oder obere Hauptlinie des Hauses erhielt am 9. Dktober 1790 die Reichsfürstenwürde. Wappen: Schild von Rot und Silber dreimal schrägrechts geteilt. Gekrönter Helm. Kleinod: (Offener Flug, der rechte Flügel schräglinks, der linke schrägrechts geteilt, wie der Schild. Decken rot-silbern. — Das fürstliche Wappen umgibt ein Hermelinmantel, den ein Fürstenhut bedeckt. Tyroff, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, I. Geil, Tas. 44 (gräflich), Taf. 9 (fürstlich). v. Schönfeldt, auch Grasen. Das alte uradelige Meißnische Geschlecht v. Schönfeldt ist in der Gberlausitz schon im 14. Jahrhundert urkundlich nachzuweisen. Um die Mitte dieses Jahrhunderts besaß es Rönigsbrück sowohl, als auch die Herrschaft Hoyerswerda.« Wohl wegen von ihnen verübten Straßenraubs verfielen die Dberlausitzischen v. S. der Acht der Sechsstädte und der „Schönselder Hof" in Rönigsbrück wurde im Jahre 1355 von Zittau und anderen Städten zerstört. Im Jahre 1357 verkauften die v. S. Hoyerswerda an die Gebrüder Johann und Günther Grafen von Schwarz- burgh. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts saß auf Neukirch (ORiO von Rönigsbrück) Balzer v. S. Land und Städte verhandelten im Frühjahr 1422 aus einem Tage zu Löbau auch darüber . . . „als sie Balczar Schoneselde seinen hoff Ruekirche abgelauffen hatten"^). von Wachau, dem alten, nördlich von Radeberg gelegenen Meißnischen Besitztum des Geschlechts aus machen sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Glieder desselben wieder in der Gberlausitz ansässig ^): Melchior v. S. aus Wachau kauft im Jahre 1525 das Gut Steinborn (bIM von Rönigsbrück) h. Um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts befindet sich Steinborn im Besitz Johns v. S. Dieser starb wohl im Jahre 1610 und hinterließ fünf Söhne: Seisried, Nikol, Ernst, Hans Laspar und Tham Friedrich. Rin 2. Dezember des genannten Jahres (1610) wurde mit dem väterlichen Gute Steinborn belehnt Seisried'I, zugleich auch in Vollmacht seines Bruders Nikol, die beide als zu Grün- tz Unothe in v. Webers Archiv für die Sächsische Geschichte, X. Bd. (1872), S. 240; Unothe, Geschichte des Gberlaus. Adels, 1879, S. 488. 2) Iecht, Loäsx äiploin. Busat. sup. II, 1. Bd., S. 83: vergl. S. 84, 3. 31. s) Schon im ersten Drittel des 15. Iahrhunderts traten die v. S. auf Ivachau in Verbindung zur Gberlausitz: „Ureäsriob von Lobonlslt zu tvachaw" beherbergt einmal um das Jahr 1430 nach dem Bekenntnis Nickil Lzigelheyms den Straßen- räuber Sgbeke Meczinrode. Iecht, Ooäox äiploin. Bus. sup. II, 2. Bd., L. 726. 4) Unothe, Adelsgeschichte, S. 489. °) Seifried v. S. zu Grünberg war vermählt mit Anna Maria v. Theler. If.-5t.-A. Boe. 9520, Gberlaus. Iustizsachen, vol. XII: Tr hatte einen Sohn Leuther August. kf.-St.-A. Gen. Boa. 7790, Schönfeldt, vol. I. v. Schönfeldt. 815 berg (bei Radeberg) gesessen bezeichnet werden. Von den drei noch unmündigen Löhnen Johns starb Tham Friedrich noch vor dem Dezember 1610*) und Hans Taspar „auf Lomnitz" (bei Radeberg) zu Rnfang des Jahres 1618^). Ln brüderlicher Teilung war das Gut Lteinborn Ernst zugesallen, der es am 8. November 1617 zu Lehn verreicht erhielt"). Seinen Bruder Nikol nahm er in die gesamte Hand*). Ernst aus Steinborn starb am 5. September 1631 im RIter von 37 Jahren") und hinterließ die Witwe Sarah, sowie neben zwei Töchtern einen unmündigen Sohn Hans Ernst, für den seine Mutter am 21. Mai 1632 einen Lehnsmutungsschein erlangte. Die beiden Töchter standen unter Vormundschaft Dippolds v. Gränsing"). Die eine, Rgnise, vermählte sich später mit einem v. Grünrod und war um das Jahr 1651 bereits Witwe, die andere, die den Namen der Mutter, Sarah, führte, wird um ebendiese Zeit als Hausfrau Rndreas Goerners bezeichnet*). Nikol v. S., der Bruder Trusts, im Jahre 1622 als auf Lomnitz (bei Radeberg) gesessen bezeichnet, suchte in diesem Jahre die Lehn wegen der gesamten Hand an seines Bruders Gute Steinborn. Nikol hatte unterdessen von Dietrich v. Haugwitz sein „Stücke Rittergut Th um itz (klO von Bischofswerda) sammt den drei Bauern zu Wölkau und Pottschapplitz" (beide kl von Thumitz) nebst (Ober- und Niedergerichten („außer der Bauern zu Pottschapplitz und Wölkau, da die Gbergerichte ins Rmt Stolpen gehörig") gekauft und war, damals genannt „auf Rennersdorf", am 24. November 1617 belehnt worden. Im Jahre 1622 veräußerte er dieses Besitztum an Rudolph v. Rarras, kaufte es aber im Jahre 1625 wieder von ihm zurück und erhielt es am 10. Juni dieses Jahres zu Lehn verreicht"). Dieses Gut Thumitz samt pertinentien vertauschte Nikol „aus Liegau und Thumitz" am 27. Juli 1638 gegen das Gut Holscha (0 von Neschwitz) tz tz.-St.-5I. I-oo. 4545, Verzeichnüss der Lehen und Leibgedinge in Dber- lausitz, 1504-1617, Fol. I16b. 2) tz.-St.-6. Deneal. I-oo. 7740, Schönfeldt, vol. I. tz tz.-Zt.-6. I-oe.4545, verzeichnüss ic., Fol. 5378; Ernsts Vetter, Melchior r>. 5. „zu Ligaw", sowie tzeinrich v. 5. auf Zehista suchten im Februar 1622 die Lehn wegen der gesamten tzand am Gute Lteinborn, Lehnsakten Lteinborn. 4) tz.-5t.-5l. I-oo. 4545, verzeichnüss ic., Fol. 341. H I. G. Michaelis, vresdn. Lnscript. und Lpitaphia, 1714, 5.40. ") Dieser beklagte sich beim Kurfürsten, daß seinen pflegverwandten, den beiden nachgelassenen Töchtern Ernsts v. S. zu Lteinborn zum Präjudiz, sich Seifried v. S. zu Grünberg unterstanden habe, im Gberamt zu Budissin die gesamte tzand nicht allein am Gute Lteinborn, sondern auch an der Varschaft, die sein Bruder, gedachter Ernst v. L. im Markgraftum Dberlausitz stehen haben möchte, zu suchen. Darauf erwidert der Kurfürst in einem am 1. Februar 1640 an den Nmtshauptmann zu Bautzen gerichteten Schreiben: wenn Ernst v. S. keine Barschaft zn Lehn gemacht habe, . . . „uff solchen Fall könnten wir sein jv. Gränsingsj Suchen vor unbillich nicht befinden, und Ihr werdet demselben mit Linderung des neuen Muthzettels und Ertheilung des gebetenen Scheins zu deferiren und hierdurch das den Schonfeldischen Töchtern besorgendes praezuäioiuiii abzuwenden wissen". Lehnsakten Lteinborn. tz tz.-St.-5I. Geneal. I-oo. 7740, Schönfeldt, vol. I. 8) tz.-St.-6. 1-00.4552, Vas Nitzische Guth Thumitz, ingl. das darzu gehörige Bauerguth zu Welckau, 1684 — 1646. 816 v. Lchönfeldt. und zahlte den bisherigen Besitzern Holschas, den sechs Töchtern des am 4. November 1634 verstorbenen Erasmus v. Gersdorff noch 9 500 Taler heraus. Nikol zu Liegau (bei Radeberg) war in erster Ehe vermählt mit der Tochter Georgs v. Lawalde und hatte aus dieser Ehe ein Söhnchen „Ionu"H. Der Name seiner zweiten Gattin ist nicht bekannt. Nikol starb im Jahre 1638. Von seinen Rindern sind außer dem erwähnten „Ionn" bekannt ein Sohn: Hans Georg, und drei Töchter: Maria Elisabeth, Barbara Margarethe und Sophia. Hans Georg starb „in militiu"^) und zwar auch im Jahre 1638^). Seine drei Schwestern erbten das Gut Holscha von ihrem Bruder. Die älteste, Maria Elisabeth, vermählt mit Georg Wilhelm v. Tarlowitz, kaufte Holscha von ihren beiden Schwestern, erhielt am 7. September 1648 den Lehnbrief über das Gut und starb bereits am 31. Juli 1649. — Zum Stamm Wachau —Groß-Rochberg gehört Hans Moritz v. S. auf Wachau und Liegau, geboren am Mittwoch nach Nikolai 1548 s12. Dezember), gestorben am 18. Dezember 1596, der aus seiner zweiten Ehe mit Thristine v. Värenstein a. d. H. Polen; zwei Söhne Hinterlist): Hans Magnus und Seyfried. Seyfried auf Groß-Rochberg und Rühfraß, mit dem wir uns nicht weiter zu beschäftigen haben, hinterließ einen Sohn Hans Dippolt, für den im Jahre 1628 sein Gheim Hans Magnus vom Kurfürsten als Vormund bestellt wurde. Hans Magnus erhielt für seiu Mündel einen Mutungsschein über die gesuchte Lehn wegen der gesamten Hand an Nikols und Ernsts Gütern Steinborn und Thumitz. Dieser Hans Magnus v. S., Seyfrieds älterer Bruder, geboren am 15. Rpril 1575, gestorben im Mai 1643, Herr auf Wachau und Rudolstadt, war in erster Ehe vermählt mit Maria v. Schleinitz, geboren im Jahre 1588, gestorben am 24. September 1614, in zweiter mit Martha v. Schönberg a. d. H. Mylau. Rus seiner ersten Ehe stammt Johann Nikol v. S., geboren am 18. Juni 1613, gestorben am 6. Rpril 1679I, Herr auf Wachau, Liegau und Dohma, kursächsischer Kammer-, Hof-, Berg- und Justizrat, Dbersteuereinnehmer, Rmtshaupt- mann von Moritzburg und Giebichenstein, Dberausseher und Statthalter der gefürsteten Grafschaft Henneberg. In erster Ehe war er seit dem 2. Januar 1638 vermählt mit Eva Elisabeth v. Metzsch a. d. H. Reichenbach, geboren 1619, gestorben am 7. Mai 1670, in zweiter mit H H.-St.-R. 7,00.9520, Gberlaus. Zustizsachen, vol. X. 2) Lehnsakten Holscha. ft Diese Jahreszahl ergiebt sich aus H.-St.-R. 7oe. 9546, Vas zweite Buch Dberlaus. Lehnssachen, 1651 — 1650, Fol. 210. ft Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Rdeligen Häuser, 1904, 5. sZahrgg. Hier ist angegeben, Hans Moritz habe diese seine zweite Ehe am Mittwoch nach Trinitatis 1568 s16. Junis geschlosseni danach wäre er also mit noch nicht zwanzig Jahren bereits Witwer seiner ersten Gattin, die im Goth. Taschenbuch Margarethe r>. Schönberg a. d. H. Pulsnitz genannt wird, gewesen. s?s. Übrigens besaßen die v. Schönberg erst seit dem Jahre 1580 Pulsnitz, vergl. F. G. Richter, Geschichte von Pulsnitz, 1804, S. 9. ft Die gedruckte Leichenpredigt auf Johann Nikol v. S. im H.-St.-R. Gen. 7oo. 7790, Lchönfeldt, vol. II. v. Schönfeldt. 817 Anna Sophia v. Günderode, die ihn überlebtes. Johann Nikol hinterließ neben einer Tochter Eva Elisabeth, die sich mit Alexander v. Miltitz aus Ober- und Niederau und ,,Gölitz" vermählte, einen Sohn Johann Ndam^). Nus seines Vaters erster Ehe stammend, war er am 22. Januar 1643 geboren °) und machte sich später in der Gberlausitz ansässig, indem er zu den väterlichen Gütern Wachau, Liegau, Dohma am 31. Dezember 1682 das Gut petershainh von Namenz) von Hans Wolf v. ponickau hinzuerwarb. Nm 29. Npril 1683 wurde er belehnt. hierzu kaufte er im Jahre 1684 von Esaias II. v. Luttitz die beiden Güter Lieske und Gßling (ersteres 14, letzteres I4bsO von Namenz) zum Preise von 10 000 und 5 400 Talern. Nm 12. Npril 1685 empfing er die Belehnung. Da er damals zwar mehrere Töchter, aber nur einen Sohn am Leben hatte, so bat er den Nurfürsten, ihm die Güter Lieske und Gßling aus Lehn in Erbe zu verwandeln. Nm 30. Npril/10. INai 1695 wurde ihm dieses sein Ansuchen gewährt. Johann Ndam starb am 18. INai 1701 als kurfürstlicher Nat und Gbersteuereinnehmer, aus Wachau, Liegau, Petershain, Lieske, Gßling und Döllingen. vermählt war er: I. mit Maria Brigitta v. Theler a. d. h. Neschwitz. Sie brachte ihm 1500 FI. Ehe-, 3000 Fl. Paraphernalgeld und 225 Fl. an Barschaft in die Ehe mit,- II. mit Louise v. Loeben a. d. h. Wiesendors. von Johann Ndams Söhnen war der eine, Johann Ndam d. I. schon vor seinem Vater gestorben. Es überlebten Johann Ndam d. N. nach Angabe der Petershainer Lehnsakten somit nur ein Sohn und sieben Töchter (a —Ii): a. I. Johann Siegfried. Siehe unten S. 818. b. I. Johanna Eleonore, vermählte „v. Stettin". e. I. Eva Dorothea, später vermählte v. Wahren. 6. I. Johanna Brigitta, später vermählt: I. mit Ehristoph Lonrad v. Nostitz aus Weißigs II. mit Wolf Gottfried v. Raussendorf. e. I. Johanna Erdmuthe, später vermählt mit Wolsgang haubold v. polenz. k. I. Johanna Ehristiana, vermählt am 12. Februar 1704 mit Heinrich Ferdinand v. haugwitz^). II. Johanna Luise, später vermählt mit Friedrich Nikolaus v. Nahden. k. II. Johanna Lharlotte, vermählt am 8. November 1708°) mit Earl Maximilian v. Maxen. 0 Oer Name der ersten Gattin Johann Nikols nach dem Gothaischen Geneal. Taschenbuch der Ndeligen Häuser, ryg4, 5. Iahrgg.; der seiner zweiten, im Gothaischen Geneal. Taschenbuch nicht aufgeführten Gattin nach der Leichenpredigt auf Johann Nikol. -) vergl. Leichenpredigt auf Johann Nikol v. S. h Gothaisches Geneal. Taschenbuch a. a. D. tz Nngehörige des Geschlechts v. S. besaßen bereits im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts ein Petershapn, aber nicht das im Text angegebene Gberlausitzische, sondern das NZV von Spremberg gelegene Niederlausitzische. So wird 1426 Paul Schönfeld zu petershain als Landesbeschädiger bezichtigt. Jecht, Loäsx äiplorn. Nus. sup. II, 1. Band, S. 316, Zeile 5. vergl. hierzu Band 2, S. 813 s. v. Petershapn. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI (1893), S.97. °) Laus. Magazin 1778, S. 119. 52 L 818 v. Schönfeldt. Zufolge väterlicher Disposition fielen die Güter Lieske und Gßling, ebenso Petershain an Johann Adams sechs unverheiratete Töchter (e —k). Noch im Jahre 170l verkauften die Schwestern Lieske und Gßling an Wolf Friedrich v. Luttitz. Mit Petershain, dessen Nutznießung Johann Adam seiner Witwe bis zu ihrem Tode Vorbehalten hatte, wurden die sechs unverheirateten Schwestern am 17. November 1701 belehnt. Die vier Töchter erster The (e —k) überließen nach dem Tode der zweiten Gattin ihres Vaters ihren beiden Stiefschwestern (§ und k) Johanna Louise und Johanna Lharlotte das Erbgut Petershain zu dem in der väterlichen Disposition festgesetzten Preise von 6000 Fl. Meißnisch am 4. Juli 1730. Am 1. September 1730 erhielten diese beiden Schwestern den Lrbbrief über Petershain. An Johann Adams Sohn, Johann Siegfried, waren die väterlichen Lehngüter Wachau und Liegau gefallen. Johann Siegfried wurde im Jahre 1704 in den Neichsgrafenstand erhoben h. Er starb am 2. November 1718 auf Schloß Wachau als des fürstlichen hochstists Bamberg Erbtruchseß, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer, auch kurfürstlich pfälzischer Rammerherr, auch heidelbergischer Regierungs- und Gberhosgerichtsrat. vermählt war er seit dem 3. Gstertag 1716 s14. Aprils mit Magdalena Sophia Elisabeth geb. Gräfin v. Werthern, verwitweter Gräfin Lynar, der ältesten Tochter des Grasen Georg v. W. aus Beichlingen rc., des heiligen Römischen Reichs Lrb-Rammertürhüters, Sächsischen Rabinettsministers und seiner Gattin Rahel Helena geb. v. Miltitz. Gras Johann Siegfried errichtete am 7. März 1716 die Lhe- stiftung^). Sein einziger Sohn, Gras Johann George, geboren am 19., getauft am 24. September 1718, starb am II. Oktober 1770 als Herr aus Wachau und Liegau, Erbtruchseß des Hochstifts Bamberg, kurfürstlich Sächsischer Supernumerar, Hof- und Justizrat und Mecklenburgischer Landkammerrat. Seit dem 26. November 1759 war er vermählt mit Sophie Sabine Juliane v. pflugk a. d. h. Strehla, geboren am 14. August 1734, gestorben am 8. November 1796^). Gras Johann George hinterließ drei Töchter, aber keinen Sohn und so erlosch mit ihm seine Linie im Mannesstamm. Seine drei Töchter waren h: 1. Johanna Julia Sophia Gräfin v. S., * 1. August 1765. 2. Auguste Tugendreich Amalie Gräfin v. S., * 10. April 1769. 3. Wilhelmine Taroline Louise Gräfin v. S., * 1. Dezember 1770. — Der erloschenen Linie Guhrow gehört an Karl Friedrich August v. S. Geboren zu Tornitz N.-L. im Jahre 1751 als Sohn Jobst Adams v. 5. (* 4. März 1727, 16. März 1782) und seiner Gattin Tharlotte Elisabeth geb. v. Ziegler und Rlipphausen a. d. h. Gber-Tunewalde 0 Die heutigen Grafen v. 5. stammen ab von Johann Minar Rdolph v. 5. von der Löbnitzer Linie, der am 6. Dezember 1788 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Rneschke, Deutsche Grafenhäuser, II. Bd., I85Z, S. 415. h kf.- 5 t.-R. Geneal. Roo. 7790, Schönfeldt, vol. I. ch Gothaisches Genealog. Taschenbuch der Rdeligen käuser, 1904, 3. Zahrgg. kf.-St.-R. Gen. Roo. 7790, Schönfeldt, vol. I. v. Schönfeldt. 819 (tz nach 1784)1), er in Sächsische Militärdienste und wurde Premierleutnant im v. hartitzsch scheu Infanterieregiment. Mn 19. November 1792 kaufte er von Wolf Christian Albrecht II. v. Soeben das Erb- und Allodialrittergut Zschillichau (blblO von Bautzen) für 15 000 Ealer Kauf- und 200 Ealer Schlüsselgeld,' am 4. Dezember 1792 wurde ihm der Erbbrief ausgestellt. Am 10. März 1795 verkaufte er bereits wieder das Gut an Gottlob Adolph Ernst v. Nostitz und Jänkendorf. Am 51. Januar 1792 erwarb Karl Friedrich August v. S. ferner von Frau Gberpostmeister Johanna Friederike Brescius, geb. Nüde, das Vorwerk zu Preuschwitz (88^V von Bautzen). 1822 verkaufte er, damals königlich Sächsischer Hauptmann, dieses Vorwerk an Michael Pfuhls. Am 9. Januar 1835 starb Karl Friedrich August v. §. in Bautzen. — Es sind noch einige Glieder des Geschlechts v. S. zu erwähnen, die wir nicht mit Sicherheit einzureihen vermögen: Hans Asmus v. §. auf Döben^) war vermählt mit Anna v. Lüttichau a. d. h. Kmehlen. Am 27. Juli 1646 war ihr das Gut Döben adjudiziert worden h. verwitwet kaufte sie am 24. April 1662 von Heinrich Christian v. Schönberg auf Glauschnitz das Nitter- und Mannlehngut Schmor kau (bl von Königsbrück) für 7000 Guldens. Frau Anna v. S. hinterließ drei Kinder (2 S. und 1 T.): Hans Nudolph, haubold Heinrich und Tatharina Sophia. Letztere war vermählt mit Ludwig Gebhard v. hoym. Dieser verkaufte im Jahre 1674 in Vollmacht seiner beiden Schwäger Hans Nudolph und haubold Heinrich v. 5. das Gut Schmorkau an Gottfried hoffmann, ll. LI. B., an dessen Gattin Sophia Elisabeth h., geb. Winter und deren Schwester Tuphrosina Winter für 5300 Gulden. — — Der kurfürstlich Sächsische Oberstleutnant im kurprinzlichen Regiment zu Fuß George Nudolph v. S. kaufte am 7./17. April 1695 vom Landesältesten Wolf Heinrich v. Muschwitz auf Gppach dessen beide Güter Wuischke und hochkirch (beide I4HV von Löbau) für 18000 Taler Kauf- und Schlüsselgeld. Am 25. Juni 1695 wurde er mit den Gütern belehnt, hochkirch veräußerte er am 14. Juni 1711 an Gottlob Heinrich v. Schwanitz. George Nudolph starb am 18. Mai 1720. Gr scheint dreimal vermählt gewesen zu sein: Ts fand am 6. September 1690 zu Basel eine Eheberedung statt zwischen ihm, der als Witwer bezeichnet wird und Fräulein Lhristina Elisabeth v. Löwenstern, Tochter des h Neues Laus. Mag. Bd. 13, N. S. 31. hier wird er als „der letzte seiner Stammes" bezeichnet: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1904, S. 765. 2) H.-St.-N. Geneal. Noe. 7790, Schönfeldt, vol. II. h Als seine Brüder werden genannt: Wolf Christoph, ff 10. August 1655 und Lrnst Dietrich. H.-St.-N. Gen. Doo. 7790, Schönfeldt, vol. I. h Ebenda, vol. I. h In dem Kaufpreis einbegriffen waren zwanzig Kühe, „oder wieviel deren ermangeln, für jede sechs Gülden", drei Absatzkälber, elf Scheffel Heidekorn und die Abgaben der Untertanen des halben Dorfs Schmorkau, nämlich jährlich 25hg Scheffel Korn, I 2 H 4 Scheffel Hafer Kamenzer Matzes, 50 alte, 48 Züllhühner, 4 Schock 10 Stück Tier, 14 §l. 9 Gr. an Geld. Lehnsakten Schmorkau. 52 * 820 Scholz v. Schollenstern. weil. Johann Llsseuers Freiherrn v. Löwenstern, Reichspfennigmeisters des heiligen Römischen Reichs und seiner Gattin Rnna polyxena geb. Böhringer v. Königshofen. Zu einer „Lhesteuer und Heirathgut" versprach ihm seine Braut 4000 Fl. Rheinisch, während George Rudolph zusagte, diese 5umme mit 4000 Fl. Hauptguts zu widerlegen, auch solche Widerlage aus seine Güter zu versichern, so daß sie nach 5"/v jährlich 200 Fl. zu genießen habe. Rm Tage nach dem ehelichen Beilager will er sie ferner „zu einer rechten freien Morgengabe" mit 500 FI. baren Geldes und einer güldenen Rette von ungefähr 100 Dukaten Wert beschenken. Diese Morgengabe soll, wenn die Hochzeiterin darüber nicht anders disponiere und keine Rinder hinterlasse, an den Hochzeiter oder seine Erben zurücksallen rc.H. Wir finden ferner als Gattin George Rudolphs Rnna Tatharina „v. pleß"H. Sie hatte ihrem Gatten 3000 Taler in die Ehe gebracht und begab sich ihres hypothekarischen Rnrechts an Hochkirch wegen dieser Gelder, als dieses Gut im Jahre l7Il an Gottlob Heinrich v. Schwanitz verkauft wurde und hielt sich an das Gut Wuischke. George Rudolph v. S. hinterließ drei Söhne: Friedrich Ferdinand Thristoph, Johann Rudolph und Carl Rugust Gottlieb. Letzterer war am 3. Rugust 1698 in Wuischke geboren und am 10. d. M. getauft worden. Die beiden ältesten Söhne waren schon vierzehn Jahre vor dem Tode ihres Vaters in Württembergische Kriegsdienste getreten, Tarl Rugust Gottlieb befand sich in Brüssel in Diensten des Grasen v. Gailenberg. Rm 30. Dezember 1720 erhielten die drei Brüder den Lehnbries über Wuischke; am 9. Januar 1721 verkauften sie das Gut an Barbara Elisabeth v. Schwanitz, geb. v. Dallwitz. — Wappen: Das Stammwappen ist ein goldener Schild, in dem sich ein schwarzer, schräg gestellter Baumstamm befindet, an der oberen Seite mit zwei, an der unteren mit drei abgehauenen Rsten. Gekrönter Helm. Kleinod: Neun - rechts vier, links fünf — schwarze Hahnenfedern. Decken schwarzgolden. Tyrosf, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, V. Band, Tas. 85.— Bezüglich der Stellung des Baumstammes, der Rnzahl der abgehauenen Rste und der Hahnenfedern finden sich mehrfache Varianten: Scholz v. Schollenstern. Bartholomäus Scultetus (Scholz), der hervorragende Mathematiker und Rstronom, der auch mehrmals Bürgermeister seiner Vaterstadt Görlitz war^, ^hgren am 14. Mai 1540, gestorben am 21. Juni 0 Lehnsakten Hochkirch und wuischke. H Lehnsakten Hochkirch. tz vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 76, Register, §. 89 und unter den dort aufgeführten ihn betreffenden Nussätzen namentlich seine Biographie und Würdigung seiner Verdienste: Neues Laus. Mag. Bd. 3, 5. 465 ff.; Dtto, Gberlaus. Lchriftsteller- Lexicon, III. Bd., S. 260: Schäffersche Tabellen, Zol. 208, Mspt. in Görlitz. (Super- intendentur.) vaselbst eine genaue und ausführliche Genealogie. Neuerdings erschien „Moskowiter in der Dberlausitz und N. Bartholomäus Lcultetus in Görlitz" von T- Roch, Neues Laus. Mag. Bd. 83, 84, 85, 86. Im 83. Bande befindet sich ein Bildnis Scultets. Scholz v. Schollenstern. 821 1614, war zweimal vermählt und hatte aus seiner im Jahre 1573 geschlossenen zweiten Ehe mit Helene Räber sechs Rinder. Die ihn überlebenden beiden Löhne Emanuel Friedrich und Nathanael Gebrüder Scholz erhielten vom Kaiser Ferdinand II-, Dedenburg, den 30. Oktober 1625, einen Adels- und lvappenbrief mit dem Zunamen v. Lchollen- sternh. Emanuel Friedrich, Lchulkollege, später Senator in Görlitz, war am 6. März 1580 geboren, vermählte sich dreimal und hatte aus jeder der drei Ehen Rinder^). Nathanael, sein jüngerer Bruder, ist seiner Nachkommenschaft wegen für uns wichtiger. Er war am 2. August 1589 geboren und starb am 4. März 1634 im Alter von 444/2 Jahren. Am Tage Egidii des Jahres 1619 jl. Septemberj war er in den Görlitzer Nat aufgenommen worden und wird im Jahre 1629 „einer der befreundetsten und begütertsten"in Görlitz genannt. Er besaß Deutsch- Ossig (8 von Görlitz). Dreimal war er vermählt: I. mit Martha Bergerin, die am 29. November 1616 starb; II. mit Anna Schnitter inI; III. am 16. Dezember 1622 mit Elisabeth Tunradin. Sein erstes und einziges Rind aus erster Ehe wurde totgeboren; sein einziges Rind zweiter Ehe, eine Tochter Anna Maria, starb in früher Jugend im Jahre 1629. Aus dritter Ehe hatte er neben drei Töchtern einen Sohn Lhristian Friedrich. Dieser, am 12. August 1632 geboren, starb am 15. März 1674 in Görlitz, wurde am 18. d. M. nach Deutsch-(Ossig gebracht und daselbst bestattet, vermählt war Lhristian Friedrich: I. seit dem 11. Oktober 1656 mit Anna Thristiana Friesinh, die am >) verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II. vd., 5. 298. Daselbst ist irrtümlich Emanuel und Friedrich durch ein Komma getrennt, als ob es sich um zwei Personen handelte; vergl. aber Neues Laus. Mag. Bd. 3, S. 493; vd. 35, S. 135; vd. 86, S. 78. Nach I. G. L. Dorst, Wappenbuch, II. vand, 5. 61 erhalten neben den beiden Löhnen gleichzeitig die 3 Töchter des Bartholomäus: Helena, Zghma und Nosina den Ndelsbrief. 2) Schäffersche Tabellen, denen auch die folgenden Daten entnommen sind. tz H.-St.-K. Noo. 9517, Dberlaus. Justizsachen, vol. VII. Nathanael, noch nicht vierzig Jahre alt, bat im Jahre 1629 den Kurfürsten, ihn wegen großer Leibesbeschwerung, „proptsr sumirium oalouli äolorsm" aus dem Natstuhl in Görlitz zu entlassen. Nach einem in dem genannten Jahre an den Kurfürsten gerichteten Bericht des Görlitzer Rats in dieser Angelegenheit verfügte Johann Georg I. . . . „Wann dann daraus soviel zu vernehmen, daß Scholzens Leibesbeschwerung sich nunmehr verloren und er dergestalt wieder zur Gesundheit gelangt, daß er demjenigen, so im Nathstuhl zu vorrichten, wohl abwarten kann, auch sonsten keine erhebliche Ursach, worumb ihme aus demselben zu verlauben angeführt wird, als können Ihro Thurfl. Durch!, seinem Luchen nicht stadt sgebens, sondern lassen ihme hiermit befehlen, dem Nathstuhl wie bishero, also hinfüro bepzuwohnen. Signatum Dresden, am 23. Juni 1629". Nathanael brachte aber Ntteste zweier Arzte bei, worauf der Kurfürst am 20. Juli 1629 bewilligte, . . . „daß ihme, Schulzen, der gesuchte Verlaub aus dem Nathstuel erteilt werden möge" . . . Ebenda. tz Über Ndelung von Angehörigen der Görlitzer Familie Schnitter in den Jahren 1536 und 1562 siehe verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 148 und 197. vergl. auch Neues Laus. Mag. Bd. 66, S. 133 ff. Auch der Görlitzer Familie Lonrad, der Nathanaels dritte Gattin angehört, war im Jahre 1562 Wappen und Kleinod verliehen worden, verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 195. b) Lin gut ausgeführtes Alliance-Wappen v. Schollenstern und Friese befindet sich auf einem keine Inschrift tragenden Gedenkstein an der Außenmauer der Kirche zu Deutsch-Dssig. Hellas Friess erhielt am 18. Mai 1541 einen Wappenbrief, verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 156; Vorst, Wappenbuch, I. Bd., S. 133, Taf. 107. 822 Scholz v. Schollenstern. 22. Oktober 1668 starb; II. seit dem 15. Februar 1672 mit Dorothea Elisabeth Neumann. Christian Friedrich hatte aus erster Ehe acht Kinder, aus zweiter eines. Sein zweiter Sohn aus erster Ehe, der den Namen seines berühmten Nhnen, Bartholomäus, führte, wurde am 18. Februar 1658 geboren, vermählte sich am 14. Februar 1679 mit Nuna Nlärtha Sibeth, Tochter des Pfarrers Siegmund S. zu probst- hain im Kreise Goldberg, verkaufte im Jahre 1705 das Gut Deutsch- Ossig, das sein Großvater Nathanael erworben hatte, und zog in die Niederlausitz I. hier kaufte er die Güter Tschechein und Tzschacksdorf, beide im Kreise Sorau, und starb um das Jahr 1725'). von sieben Kindern (3 S. 4 T.), die ihm geboren wurden, war das zweite, ein Sohn namens Thristian Siegmund, am 29. September 1682 geboren. Lr besaß die väterlichen Güter Tschecheln und Tzschacksdorf und starb um das Jahr 1726. vermählt war er: I. mit Erdmuth Sophia v. Nostitz a. d. h. Nlalschwitz, die am 18. Nugust 1718 starb; II. mit Margarethe Sophie v. lvaltersdorff a. d. h. Kölzig^). Nus seiner ersten Ehe stammen zwei Kinder: 1. Lhristiana Sophia, geboren am 5. Nugust 1717, vermählt mit dem Leutnant Johann Benjamin v. Grawerl. 2. Heinrich Siegmund, geboren am 18. Nugust 1718. Seine Geburt kostete seiner Mutter das Leben und sein Vater starb, als der Sohn noch nicht neun Jahre alt war. Sein Vormund, ein Herr v. Felden auf Wellersdorsh, gab ihn nach Sorau auf die Schule und schickte ihn dann auf die Universität Wittenberg. Lr übernahm hieraus die väterlichen Güter Tschecheln und Tzschacksdorf und wurde nach dem Tode des Kapitäns Johann Gottlob v. Schönberg auf Gber-Neundors (ch 30. Juni 1768) dessen Universalerbe. So erhielt er denn auch am 26. Juli 1769 den Erbbrief über das Gut Gber-Neundorf (IdlldlO von Görlitz). Nm 24. Juni 1780 verkaufte er das Gut für 32 723 Taler 8 Groschen an Friedrich Gottlob v. Wiedebach aus Beitzsch. Heinrich Siegmund starb am 15. Mai 1792 zu Tschecheln. Er war seit dem 2. Nugust 1740 vermählt mit Johanna Gottliebe v. Stutterheim a. d. h. Wüstenhain, geboren daselbst am 19. Mai 1715, gestorben nach 48 jähriger Ehe am 31. Juli 1788 zu Sorau, begraben am 3. Nugust^). von neun Kindern (5 S. tz Schäffersche Tabellen. 2) Laus. Magazin 1792, S. ISO. h Ebenda, S. 189. Die Schäfserschen Tabellen führen als dritte Gemahlin Christian Siegmunds und zwar feit dem November 1726 an „. . . v. Gersdorff von Walda". Beruht die Nngabe auf Richtigkeit, so könnte Thristian Siegmund nur ganz kurze Zeit mit ihr vermählt gewesen sein, denn im Nekrolog seines am 18. Nugust 1718 geborenen Sohnes Heinrich Zjegmund heißt es von diesem! „Nls er noch nicht 9 Jahre alt war, starb sein Vater, so wie das Jahr vorher sein Großvater Hr. Barthol. Scholz v. Schollenstern". Laus. Magazin 1792, S. 189. Hieraus ergibt sich als ungefähres Todesjahr Thristian Siegmunds das Jahr 1726, als ungefähres Todesjahr des Bartholomäus das Jahr 1725. H lvellersdorf im Kreise Sorau. Im Laus. Magazin 1792, S. 190 steht irrtümlich lvaltersdorf. ") Ihr Nekrolog im Laus. Magazin 1788, S. 250. Scholz v. Schollenstern. 823 4 T.), die sie ihrem Gatten schenkte, gingen ihr drei Löhne und zwei Töchter im Tode voran. Folgende Rinder zählen die Lehnsakten von Gber-Neundors auf (a —t): a. Johanna Thristiana v. 5., geboren zu Tschecheln am 29. Dezember 1742, getauft am l. Januar 1743. vermählt mit Tarl Heinrich v. Lchkopp, königlich preußischem Leutnant*). b. Trdmann Liegismund v. 5., aus Tzschacksdors, geboren zu Tschecheln am l5., getauft am l7. Juli 1743, gestorben zu Muskau am 26. Dezember 1809. Er war vermählt mit Rudolphine Güntherine Henriette geb. v. Bünau a. d. H. Gassen N.-L. und zwar, wie sie aus Muskau im Jahre 1798 schreibt^, „seit einigen 20 Jahren". Drei Kinder gingen aus der Ehe hervor (1—3): 1. Rudolf Liegmund Wilhelm, getauft in Zibelle am 17. Rpril 1774. Er begab sich in Sächsische Militärdienste und war im Jahre 1798H Fähnrich im Längerschen Infanterie-Regiment, vermählt war er mit Rugusta Eleonore Tharlotte Tugendreich geb. v. Rabenau. 2. Tlemens Tarl Wilhelm Hermann, geboren in Muskau am 3., getauft am 9. September 1795H. 3. Henriette, im Jahre 1798 einundzwanzig Jahre alt, litt an Melancholie H. e. Johann Gotthels v. 5., auf Tschecheln, Leutnant, geboren zu Tschecheln am 22., getauft am 24. Juni 1749. ct. Taroline Gottliebe v. 5., geboren . . ., vermählt mit dem Leutnant Tarl Victor v. Rochtitzki im Thieleschen Infanterie-Regiment. Ihre Eltern erteilten, Gber-Neundors, den 6. März 1776, ihre Genehmigung zu dieser Ehe und bekannten, daß das vermögen ihrer Tochter 4000 Taler betrage °). 6. Thristian Friedrich v. 5., geboren ... k. Erdmuth Tharlotte v. 5., geboren zu Tschecheln am 15., getauft am 18. Februar 1752. vermählt mit Heinrich Ignatius v. Mazanp. Ferner findet sich als Lohn Heinrich Siegmunds erwähnt*): A. Rugust Ferdinand v. 5., geboren am 31.Mai1755, gestorben als kursächsischer Leutnant im Infanterie-Regiment Sachsen-Gotha am 27. Februar 1777 zu Gber-Neundors an den Blattern, begraben am 2. März in Ludwigsdorf. Wappen: Blauer Schild mit Schildesfuß. In letzterem ein silberfarbenes fließendes Wasser, aus dem sich ein zugespitzter silberner, aus einzelnen Schollen sich zusammensetzender Steinsels erhebt, dessen Spitze bis zur H Die Vermählung fand statt am 4. Februar 1766. Vresdn. rvöchentl. Frag- und Anzeigen 1766, Nr. XV. hier ist sie irrtümlich Johanna Friederike genannt. -) h.-St.-5l. Gen. Noe. 7795, Schollenstern. H Lbenda. h Laus. Monatsschrift 1795, II, S. 174. °) h.-St.-kl. Geneal. Noo. 7795, Schollenstern. Lbenda. H Laus. Magazin 1777, S. 85. 824 v. Schreibersdorfs. Mitte des blauen Feldes reichend, einen sechsstrahligen goldenen Stern trägt. Helm gekrönt, Nleinod: Der silberne Steinfels mit dem goldenen Ltern. Decken blau-silbern. Dorst, Wappenbuch, 2. Band, 5. 6l und Taf. l8d. v. Schreibersdorff. Die v. Schreibersdorfs, die sich schon im l3. Jahrhundert in der Gberlausitz urkundlich Nachweisen lassen, die dann im Besitz der Herrschaften Neschwitz und Nönigswartha warenh und reich und angesehen dastanden, haben im 17. Jahrhundert ihren Wohlstand längst eingebüßt, nehmen an Zahl ab und verschwinden endlich aus der Gberlausitz. Zur Linie Lohsa gehört Christoph v. S. „zum Löss" (Lohsa 80 von Hoyerswerda). Cr besaß nach der Mitte des l6. Jahrhunderts einen Anteil des Gutes Lohsa, einen anderen hatten Angehörige des Geschlechts v. Gersdorff inne^). Christoph, in den Lehnbüchern wiederholt als „Nöm: Ray: Mt: Zol Commissarius" bezeichnet ^), erwarb von den Gebrüdern Siegmund und Albrecht v. Goeda („Gedaw"), sowie von deren unmündigen Brüdern, die unter Vormundschaft Bernhards v. Goeda zu Neuwiese von Hoyerswerda) standen, die zu Litschen (8 von Lohsa, 80 von Hoyerswerda) gelegene Mühle und etliche Bauern daselbst und wurde am l2. Mai 1562 h mit diesen Stücken vom Hauptmann belehnt, von Franz v. Schreibersdorff erkaufte Christoph das Stückgut zu Steinitz (88^V von Lohsa, 80 von Hoyerswerda) und erhielt es am 23. Januar 1563 zu Lehn verreicht h. Wegen einer Forderung in höhe von 4063 Calern, die er an die Gebrüder Balthasar und Joachim v. Gersdorff geltend zu machen hatte, räumten ihm diese aus ihren Gütern Döbschütz, Arnsdorf, Neichenbach, Leschwitz am 24. Juni 1573 eine Hypothek einh. Seine Gattin, deren Name nicht genannt wird, ließ Christoph am 25. Juli 1562 in Gegenwart des Landvogts verleibgedingen h. Aus Steinitz saß im Jahre 1620 ein Christoph v. S., der den Nurfürsten in eben diesem Jahre um Erteilung einer 8alvu bittet h. Er kann wohl nicht mit dem eben erwähnten Christoph identisch sein, vielleicht war er aber sein Sohn. — Aus dem Hause Steinitz stammen ferner Erasmus Balthasar, y vergl. ks- Rnothe, Geschichte des Gberlausitzer Rdels, 1879, S. 489. 2) Bei einer am 29. Dktober 1562 stattfindenden Belehnung erscheinen als Lehnszeugen: Christoph v. Schreibersdorff „zum Löss", die „Gebrudere v. Gersdorff zum Löss". ks-°5t.-K. Boo. 9549, particularregister, Inhalts der Röm: Rap: Mt: genedigster Instruction rc., 1562, Fol. 9. 3) Ebenda, Fol. Zb, 21. y Ebenda, Fol. Zb: (Driginallehnbrief von 1562 im Y.-St.-R.) b) Ebenda, Fol. 1Z. v) ks. - St. - 6. Boo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen rc., 1572-84, Fol. 47. ") Y.-St.-R. Bc>o. 9549, particularregister rc., Fol. 21. Ihre Vormünder waren Lhristoph v. Oebschitz zu purschwitz, Christoph v. Gersdorff auf Baruth: Einweiser: „valten v. ksennickaw zur tveissagb": Leibgedingszeugen: ksauptmann kscnig v. Maxen, Lhristoph v. Gersdorff auf Baruth, ksans Thomas v. Zedtwitz. 8) y.-St.-kl. Gen. Boe. 7795, Schreibersdorff. v. Schreibersdorfs. 825 geboren im Jahre 1700, der von 1719—1720s sowie Johann Earl, geboren 1711, der im Jahre 1731 Zögling der Ritter-Akademie zu Liegnitz war'). Zur Linie Lohsa sind ferner zu rechnen die Besitzer des Gutes vriewitz (80 von Lohsa, 80 von Hoyerswerda), die Gebrüder^) Wilhelm und Albrecht v. 5. Wilhelm v. S. zu vriewitz verkaufte im Jahre 1605 an Wolf Friedrich v. Lüttichau „zum Löss" ein Stück Heide b) und ging mit ihm am 27. April 1613 einen Tauschvertrag ein dahin lautend, daß er dem v. Lüttichau seine Gerechtigkeit der freien Jagd, dieser aber dem v. 5. „die Gerechtigkeit der freien Axt" aus der Neuhammerschen Heide abtratH. Wilhelm, der auch einen Anteil von „Neuenhoff" (Neuhos, Vorwerk von Weiß-Rollm, 14 von Lohsa, 080 von Hoyerswerda) besaß, verkaufte im Jahre 1614 seine Hälfte von Neuhos, auch den halben Teil am Hammer und an der Mühle an Siegmund v. Falkenhain und erwarb dafür in demselben Jahre von Thristoph v. Ralckreuth das Gut vreiweibern (IMO von Lohsa, 080 von Hoyerswerda, an der kleinen Sprecht). Albrecht v. S. „zum Neuenhof", der Bruder Wilhelms, verkaufte alle seine Wiesen und Acker zu Lohsa samt der Försterei, sowie das Häuslein, in dem er gewohnt, auch seiner Frau Mutter Haus, das sie nebst einem Stücklein (Wiese) und zwei Stücklein Acker auf Lebenszeit zur Benutzung hatte, im Jahre 1609 an Wolf Friedrich v. Lüttichau H. Lr verkaufte ferner sein Gütlein zu vriewitz an Hans v. Luttitz zu Wartha und Litschen, der am 27. August 1615 belehnt wurde H. Albrecht erwarb daraus von Hans Bernhard v. Falkenhain das Gut „Rattendors" (Nadgendors, bMO von Zittau) und erhielt am 24. Februar 1617 Nekognition wegen erfolgter Lehnssuchung dieses Gutes"). B. Zur Linie Neschwitz gehören die Gebrüder Abraham und Albrecht v. S. Abraham hatte zu Walpurgis 1586 in ehelicher Vormundschaft seines Weibes Frau Sibylla geb. v. Metzradt a. d. H. Schmochtitz das Gut Schmach titz (bl^V von Bautzen) zu Lehn verreicht erhalten. Im Jahre 1589 erwarb Abraham Anteile von Radibor (14 von Bautzen)"). Er starb am 21. Oktober 1605'"). Seine Witwe wurde am 23. Oktober 1609 mit dem Gute Schmochtitz belehnt. Am 18- März tz D. lvendt, Geschichte der »önigl. Nitter - Akademie zu Liegnitz, I. Teil, 1708-l840. Programm, Liegnitz, 1803. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 150. b) H.-St.-A. Noe. 0545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in Gberlausitz Ü6 ao 1604-1617, Fol. 10. y Ebenda, Fol. 203b. H Ebenda, Fol. 220; H.-St.-A. boo. 0540, vol. I der edirten Lehnbriefe im Mkgft. Gberlausitz, Budiss. »reifes, 1547-1615, S. 80. i H.-St.-A. voe. 0545, verzeichntes der Lehen und Leibgedinge :c., Fol. 85 b. ') Ebenda, Fol. 250. ») Ebenda, Fol. 312. ") Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, VIII (1880), S. 274. >") vierteljahrsfchrist für Ivappeu-, Siegel- und Familienkunde, XXI (1803), 826 v. Schreibersdorfs. 162s starb sie*). Testamentarisch hatte sie Hans Caspar v. haugwitz zu Milkwitz zum Erben eingesetzt. — Albrecht v. 5. wurde nach seines Bruders Abraham Ableben belehnt mit dem Lehnmann zu Zescha (8 von Königswartha), einer Wiese bei der Übigauer Brücke, einem Gärtner zu Neschwitz und der halben Heide hinter Kalbitz (Vorwerk von Steinitz, 80 von Hoyerswerda) am 23. Oktober 1609^)- Albrecht ließ 16l2 die Lehn über drei Bauern in Zescha, die er Hans Christoph v. Goeda verkauft hatte, aufff. Albrecht v. S. war wohl im Jahre l6l6 nicht mehr am Leben, denn seine Söhne Hans Heinrich, Leuther und Hieronymus, sowie der unmündige Hans Christoph traten Zescha ihrem ältesten Bruder Hans Heinrich ab, der am 13. April 1616 mit Zescha belehnt wurdeh. hierzu kaufte Hans Heinrich am 25. September 1619 von Frau Sarah v. Goeda, geb. v. pentzig ihr und ihrer Kinder Gütlein zu Zescha. Erst am 24. August 1624 erhielt er den Lehnbrief. Nach seinem Tode verkauften seine Kreditoren Zescha an Wolf Conrad v. Theler auf Neschwitz im Jahre 1646. 0. Zu Kauppa (blblO von Bautzen) treffen wir ferner eine Gruppe von Gliedern des Geschlechts v. S. Ein Joachim v. S. „auf Jetscheba zur Kauppe" (Jetscheba bl von Kauppa) läßt seine Gattin Martha geb. v. Gersdorff wegen 2000 Caler ihm zugebrachten Ehegeldes am 17. Dezember 1616 auf Jetscheba dergestalt verleibgedingen, „daß sie nemblich solch Gutt in Mangel ehelichen Leibes-Lehens-Erben zue ihren Lebetagen ohne mennigliches Eintrag und Hindernus genießen und gebrauchen, und do auch gleich Gott sie beiderseits mit Lehens-Erben segenen, dieselben aber zu ihren unmündigen Jahren mit Tode abgehen wuerden, dasselbe ihr nichtes wenigers zue ihren Lebenszeiten undt mit vollem Nuz gelassen, und do jo Lehens-Erben vorhanden, so ihre mündige Jahr erreichet, es alß dan mit ihrer der Frauen Abstattung, des Ehegeldes und Kegenvermechtnus, alß wohl anderer weiblichen Gerechtigkeit halben, dem Landesbrauch nach gehallten und gebühret werden solle" ^). Sm Jahre 1620 bat Joachim den Kurfürsten um Schutz und Geleit^). Wie ein Hans v. S., ein Bruder Joachims, am 16. Februar 1621 (für sich und sein Mündel Hans Heinrich v. S.) dem Kurfürsten schreibt ff, hatte er im vergangenenIahre vom Dekan zu Bautzen das Gut Sdier nebstDubrau und y Ebenda, S. 121. ff H.-St.-kl. Boe. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 81. 3) H.-St.-N. Boe. 9549, vol. I der edirten Lehnbriefe rc., S. IZ1. ff H.-St.-N. Noo. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 275; 1620 begab sich neben zahlreichen anderen Vberlausitzischen Ndeligen in kurfürstlichen Schutz „Leuter von Schreibersdorff zu Zfchöschau" fZefchaf, H.-St.-N. Noo. 9189, Die vom Ndel in Dber- und Nieder Lausitz, so sich in Schutz begeben betr., anno 1620, Fol. 8. °) H.-St.-kl. Noo. 9545, verzeichnüss rc., Fol. 297k. ff H.-St.-kl. Geneal. Noe. 7795, Schreibersdorff. Unter kurfürstlichen Schutz hatten sich 1620 begeben Joachim v. L. zu Kauppa, Joseph v. S. zu Kauppa, die Erben Josephs v. S. zu Kauppa, Hanns v. S. zu Vubrau. vergl. H.-St.-N. Noe. 9189, Die vom Ndel in Vber- und Nieder - Lausitz, so sich in Schutz begeben betr., 1620, Fol. 28, 52, 61. y H.-St.-N. Noe. 9190, vierdte Buch Gberlaus. Sachen ao 1620 und 1621, Fol. 92. v. Schreibersdorff. 827 Vrehmen (sämtlich bMO von Bautzen) gekauft, aber noch nicht bezahlt, war auch noch nicht belehnt worden und wollte daher auf den Besitz verzichten. Lr war, wie er meldet, von den kurfürstlichen Soldaten dort so spoliiert worden, „das ich alleine mein Leben darvon gebracht und mich ku§a salviren müssen. Bin auch durch solch plötzliches Überfällen und spoliren dermaßen als ein alter, vorlebter siebentzigihäriger von Adel erschrocken, das ich fast ein viertel Ihar gentzlichen darnieder gelegen und mit harter Leibesschwachheit beladen gewesen". Hans v. 5. auf Kauppa und Jetscheba, wohl identisch mit dem eben genannten Hans, hatte eine Witwe hinterlassen: Barbara geb. v. Loeben, die am 2. Februar 1647 morgens zwischen fünf und sechs Uhr im Alter von 65 Jahren starb ft. Bis Besitzer des Gutes Kauppa treffen wir ferner einen Joseph v. §., der nach Ausweis des Leichensteins in NNIKelft im November 1608 starb, während seine Gattin Tatharina v. Luttitz ihm am 11. Juni 1604 im Tode vorangegangen warft. Joseph war ein Vetter des oben erwähnten Joachim auf Jetschebaft. Joseph hinterließ einen Sohn Hans Heinrich, der nach erlangter Mündigkeit am 4. November 1621 mit dem väterlichen Gute Kauppa belehnt wurde. Die Gläubiger seines Vaters verkauften ihm auch das Gut Jetscheba. Hans Heinrich starb schon am 18. Februar 1628. Nus seiner The mit Esther veronica v. Gersdorfs a. d. h. Mückaft hatte er zwei Söhne Christian Gottlob und Abraham, von letzterem besitzen wir keine weiteren Nachrichten. Christian Gottlob wurde Kammerpage des Kurfürsten Johann Georgs I. Vieser empfahl ihn, der sich im Neiten ausbilden wollte, am 3. November 1648 dem Herzog Friedrich zu Holstein, da wegen der Kriegsnot „die Stuterepen hierumb sin Sachsens in ziemliches Abnehmen gerathen". Christian Gottlob diente bei genanntem Herzog etliche Jahre als Kammerpage mit Fleiß, so daß, wie der Herzog von Gottorp aus im September 1651 dem Kurfürsten von Sachsen schreibt, . . . „Wir uns sothane seine geführte Bedienung zu gnädigster Wohlgefälligkeit und zwarten dahin geraichen lassen, daß Wir ihn, alß eines Degens wirdig, damit in Gnaden nervlich versehen". Herzog Friedrich hatte im Jahre 1649 Christian Gottlob seinem hofmarschall und Gberstallmeister Ernst Christoph v. Günderode „zu Erlernung der Bereiter-Kunst" übergeben ft. Unter den „churfürstlichen Dfficirern und Tammer-Iunckern" tz I. T. Wagner, Budissinsche Grab- und Gedächtnis - Mahle, 1697, S. 12. Frau Barbara v. 5. wurde am II. März 1647 in der Petrikirche zu Bautzen bestattet. Ihr Grabstein wurde 1908 daselbst aufgedeckt, vergl. Bautzener Geschichtsblätter, 1. Jahrgang 1909, 5. 19. 2 ) Bibliothek der Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, B. I. 30. Mspt. 2. Teil, S. 123, 130. - h Ihr Denkmal befindet sich in Milkel. Gurlitt, Bau- und üunstdenkmäler Sachsens, zt. Heft, Bmtshauptmannschaft Bautzen, 5. 157. 0 Lehnsakten Kauppa. ft Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, B. I. 30, Mspt. 2. Teil, S. 123, 130. ") h.-St.-6. Geneal. Boa. 7795 Schreibersdorff. 828 v. Schreibersdorfs. nahm Christian Gottlob teil an der am ll. Dezember l6dl in Freiberg stattfindenden Bestattung des Kurfürsten Johann Georgs III'). Km y. Juli 1663 hatte er sich zu Dresden, als Kammerjunker und aus Steinitz bezeichnet, vermählt mit Euphrospna Maria v. GppeN). D. In keine Linie einzureihen ist Balthasar v. 5., der „viel lange Jahr sich in Thur-Sächsischen Diensten von Jugend aus befunden, darinnen von Unfang als ein Mußquetirer gedienet, biß er endlich zur Lapitänschafft sich qualificirt gemacht und befördert worden". Er war vermählt mit Susann« geb. v. Deupold, die von Jonas v. Gersdorff zu Tosel das Erbgütlein Friedersdorf (8 von Lohsa) für 700 Taler am 23. Juli 1638 gekauft hatte. Bis ihre Tochter wird genannt Ursula Helena v. 5?). Wohl die zweite Gattin Balthasars war Sophia v. Rüdinger, Tochter Felixens v. R. auf Spitzkunnersdorf. Für seine mit ihr erzeugten Kinder erhielt Balthasar am 26. Februar 1642 einen Mutzettel wegen gesuchter Lrblehn der v. Uüdingerschen Güter Weigsdorf und Spitzkunnersdorf. Tine dritte Ehe ging Balthasar ein im Jahre 1656 mit Ursula Sophia v. Uechenberg a. d. h. Lrostau, er starb aber schon 5 Wochen und 3 Tage nach der Hochzeith. Ursula Sophia, geboren am 22. Dezember 1625, starb im Jahre 1681 als Gattin Hans Siegmunds v. Gersdorff und Lautitz auf Heuscheuneh. — — Eine Ugnesa v. S. geb. „Kalbschossin", die sich in äußerster Not befand, bat im Jahre 1670 den Kurfürsten von Sachsen um eine jährliche Unterstützung. Sie hat eine Tochter Unna Sophia v. S., während ihre beiden Söhne „vorn Jahre" — also 1669 - unter des Hauptmanns v. Gustedt („Juhstädt") Kompagnie stehend, „einander jämmerlicher- und erbärmlicherweise umb ihr Leben gebracht, indem der älteste den jüngsten erstochen und Tr Hernachmahls durch gehaltenes Kriegs-Necht hinwieder sein Leben aufgeben und beschließen müssen"h. — — Jungfer Unna Leata v. S. übergab 1688 dem Umt Bautzen ein Testament, in dem sie dem Pfarrer zu Neukirch Gottfried Metzner ihr Freihäusel zu Neukirch (L'W von Bautzen) nebst dem dazu gehörigen Großgärtner und zwei Häuslern, wie sie diesen Besitz von ihrer sel. Mutter ererbt hatte, vermachte. Sie starb am 25. Oktober 1701. Gegen die Bestimmung ihres Testaments erhob Frau Unna Beata v. ponickau, geb. v. haugwitz (Schwester des wohlmeritierten Rittmeisters Hans Christoph v. haugwitz) nebst Genossen Klage"). tz I. 5. Müller, ^.nnalss Laxon. 1700, 5. 007. -) v. Feilitzfch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen kldels, 1806, S. 212 1 Familiengeschichtl. Blätter, V. Iahrg. Nr. 1, 5. 141 b. h kf.-St.-N. I-oo. 9547, Das 6. Buch Gberlaus. Lehnssachen, 1657 —74, Fol. ZOO: 1-00.9546, Erstes Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1657 — 73, beim Jahre 1638. ff S. kfautzdorf d. I., Pastor in Vernstadt, Leichenpredigt auf Ursula Sophia v. Gersdorff, 1681. — L. G. Morawek, Geschichte von Radgendorf, 1873, S. 22 N. erwähnt einen Balthasar v. S. als Besitzer eines Gutes in Mittel - Gderwitz, der am 5. Mai 1651 den dortigen Richter und Rretschambesitzer kfcins priebs erstach, b) tf--5t.-6. Gen. I-oo. 7795, Schreibersdorfs. h ks'-bt.-R. Boo. 9535, Vas 85. Buch Gberlaus. Justizsachen a» 1701 — 05, Fol. 164. v. Schrickell. 82Y Wappen: Schild gespalten, vorn in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt, hinten in Rot ein silberner Balken. Helm gekrönt. Kleinod: Offener Flug, rechts geteilt von Gold und Schwarz, links rot mit dem silbernen Balken. Decken rechts schwarz-golden, links rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 60 Rr. l2 unter den Schleßingischen. — Das Wappen des Rlbertus v. 5. vom Jahre 1575 im Stammbuche Johann Lmerichs in der Milich scheu Bibliothek in Görlitz entspricht mit geringen Ab- weichungen dem von Ziebmacher gegebenen Wappenh. v. Schrickell. Der Sohn des Magdeburger Bürgers, Raus- und Handelsherrn Jakob Dietrich Christian Schrickell und seiner Gattin Rgnese Elisabeth Seidel: Johann Christian S?) wurde zu Magdeburg am 23. Oktober 1723 geboren, lernte in Leipzig die Kaufmannschaft, trat 1750 in Görlitz in das handlungshaus des Kaufmanns Schlegel, wurde sein Kompagnon und endlich der Inhaber des Geschäfts und erfreute sich allgemeinen Ansehens. Er starb am 14. Dezember 1775 im Alter von 52 I. 1 M. 3 W.; am 19. d. M. wurde er beerdigt. Er hatte sich dreimal vermählt: I. am 1. Mai 1753 mit der Tochter seines Kompagnons, Christiane wilhelmine Schlegel, gestorben am 12. Dezember 1759; II. am 31. März 1761 mit Christiane Maximiliane Straphinus, dritter Tochter Johann Samuel Straphinus' auf Lissa, gestorben zu Görlitz am 27. Mai 1770 im 34. Lebensjahrs; III. am 17. Juli 1771 mit Ernestine Friederike verw. Frenzei, geb. Grohmann. Johann Christian S. hatte folgende Kinderh (1—3): 1. I. Johann Christian, geboren 29. April 1756, gestorben 4. September 1757. 2. I. Johann Friedrich, geboren 15. Mai 1757, gestorben 27. Juni 1757. 3. II. Christian Friedrich. Siehe unten. 4. II. Paul Friedrich, geboren 13. April 1766, gestorben „im Ausgang des Jännermonats" 1768^). 5. II. Johann Samuel, geboren 13. Februar 1769. Christian Friedrich S., das unter 3. aufgeführte erste Kind zweiter Ehe Johann Christians, geboren am 3. Mai 1762, übernahm die väterliche Handlung in Görlitz und kaufte 1796 von Josepha Amalia Reichsgräfin v. Brühl, geb. Reichsgräfin v. Schafsgotsch die Güter Rothenburg und Gehege (8^ von Rothenburg), Ober- und Nieder-Noes (dl von Rothenburg) nebst pertinentien. Am 1. Dezember 1804 verkaufte er den 1) vergl. Vierteljahrsschrift für Mappen-, Ziegel- und Familienkunde, XXIII (1895), S. 595. 2) Laus. Magazin 1775, §. 582; Nekrolog im Laus. Magazin 1776, 5. 120. b) Laus. Magazin 1770, §. 175. Der Mitwer verfaßte eine Lrinnerungsschrift an diese seine zweite Gattin. Liehe die Besprechung im Laus. Magazin 1771, L. 44. 4) vergl. Laus. Magazin 1776, S. 120, 121. h Laus. Magazin 1768, 5. 60. Daselbst sind einige auf diesen Todesfall gedruckte Leichenschristen erwähnt. 830 v. Schütz. Besitz an Frau Friederike Henriette verw. v. Koelichen, geb. v. Krockow, aus Beisicht. Er starb ohne Nachkommen am 15. Mai 1835 als Privatmann in Görlitz h, nachdem er beträchtliche Summen für Kirchen und Schulen ausgesetzt hatte. Christian Friedrich S. war, Wien am 24. November 1795, in den Neichsadelsstand erhoben worden^). Vermählt war er mit Therese hirschseid, geboren am 24. April 1763, gestorben am 14. Dezember 1830. Wappen: Vor der Nobilitierung führte Thristian Friedrich S. folgendes Wappen: Im schwarzen Schilde ein silberner Totenkops über zwei kreuzweise gelegten silbernen Knochen, darunter eine silberne Schmetterlingspuppe. Helm ungekrönt. Kleinod: Offener schwarzer Flug, zwischen ihm ein blankes Schwert mit goldenem Griff, auf dessen Spitze eine goldene Wage mit zwei Wagschalen. Decken schwarz-silbern. I. G. L. Dorst, Wappenbuch, I. Band, S. 161, Tafel 132. Am 24. November 1795 wurde ihm bei der Nobilitierung folgendes Wappen verliehen: Schild von Gold und Schwarz durch einen schmalen roten Balken geteilt. Oben ein liegender natürlicher Hirsch (Anspielung aus den Namen seiner Gattin, einer geb. hirschseld), unten über zwei gekreuzten Knochen ein Totenkops, halb bedeckt durch einen weißen Schleier, aus dem ein Schmetterling sitzt (der Geadelte war Freimaurer). Helm gekrönt. Kleinod: Nusgerichtetes Schwert mit goldenem Griffe. Decken rechts rot-golden, links schwarz-golden. Dorst a. a. G. I, 5. 40, Tas. 33. v. Schütz. Ernst Earl Gottlob v. Schütz, königlich Sächsischer Premierleutnant v. d. N?) vermählte sich mit Lhristiane Dorothea geb. Klemm, der Tochter des Bürgers und Barettmachers zu Bautzen Thristian Friedrich Klemm. In erster Ehe war sie vermählt gewesen mit dem Strumps- warenfabrikanten Friedrich Gottlob Kästner. Frau Lhristiane Dorothea v. S. kaufte am 31. Dezember 1819 von Christian Gottlieb Wielisch das Nittergut Dehna (KblO von Bautzen) für 45 000 Taler; am 18. Februar 1820 wurde sie belehnt. Sie starb am 19. Januar 1825. Erben waren ihr Gatte und ihre beiden Kinder erster Ehe: Lhristiane Emilie Mathildes und Friedrich Adolph Geschwister Kästner. Der Witwer Ernst Earl Gottlob v. §. erhielt am 17. April 1826 tz Neues Laus. Mag. Bd. 13, N. 5. 84. Sein Grabstein befindet sich ebenso wie der seiner Gattin auf dem Görlitzer Kirchhof, vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegelund Familienkunde, XXIV, S. 252. — Die „Schrickell - Eiche" in Görlitz erinnert an ihn. Sie stammt aus seinem schönen park in Görlitz, zwischen der Unterkahle und dem Schützenwege gelegen, vergl. T. Wallis, Görlitzer Inschriften, 1912, S. 89. h vergl. Fritsch, Ulte Görlitzer Geschlechter sI891s, S. 48. tz In der Stamm- und Rang-Liste der königl. Lachs. Urmee vom Jahre 1819 S. 112 steht er verzeichnet als Premierleutnant im Linienregiment Prinz Union mit Patent vom 10. Dktober 1813. In der Liste von 1820 ist er nicht mehr aufgeführt. ff Geboren am 20. Februar 1810, vermählte sie sich mit Nobert Maximilian v. Schwarz. v. d. Schulenburg. 831 den Lrbbries über ein Drittel von Gehna. Nachdem er sich mit dem Vormund seiner beiden Stiefkinder am 4./5. Oktober 1828 dahin verglichen hatte, daß er das Rittergut Gehna, das einen Taxwert von 20845 Tlr. 1 Gr. 3 Pf. hatte, zum Preise von 28000 Talern übernahm, wurde er am 26. November 1828 mit den übrigen zwei Dritteln von Gehna belehnt. 1846 verkaufte er dieses Gut an Nlbin Bernhard v. Krieger. Wappen: Lin Ziegelabdruck Lrnst Tarl Gottlobs v. 5?) zeigt im Schilde ein Schach, darin einen Kranz oder Ring, Helmkleinod: Zwei Hörner. v. d. Schulenburg, Grasen. Nur wenige Glieder des altmärkischen uradeligen Geschlechts von der Schulenburg sind in der Gberlausitz ansässig gewesen und zwar erst zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts^). Graf Rlbrecht Ludwig v. d. Sch., von der weißen Linie, Sohn des Grafen Adolf Friedrich und seiner Gattin Anna Adelheid Katharine v. Bartensleben, war geboren zu Wolfsburg am 4. April 1741, stand von 1761 — 1768 in französischen Diensten, wurde 1769 kursächsischer Kammerherr, 1772 Geheimer Kammer- und Bergrat, zog sich 1779 aus das ihm in brüderlicher Teilung zugesallene Gut Klosterrode zurück und starb hier am 5. Juli 1784. Er hatte sich vermählt zu Dresden am 29. Juli 1771 mit Auguste Friederike Magdalene v. Stammer, geboren am 3. Juni 1751, Tochter des letzten Landvogts der Gberlausitz Hieronymus Friedrich v. St. Sie starb auf dem gräflich Linsiedelschen Weinberg in Loschwitz am 31. Nlärz 1809 und wurde in prietitz bei Elstra bestattet^). Aus dieser Ehe hatte Gras Albrecht Ludwig zwei Kinder: 1. Graf Friedrich Albrecht, geboren am 18. Juni 1772, gestorben am 12. September 1853, Herr auf Klosterrode und Vlankenhayn, kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, Gesandter in Kopenhagen, dann in St. Petersburg, darauf am Österreichischen Hose, 1814 und 1815 bevollmächtigter Minister am Wiener Kongreß, seit 1828 Sächsischer Konferenz- minister, war in kinderloser Ehe vermählt mit Armgard geb. Gräfin v. d. Sch., die ihrem Gatten am 16. August 1883 im Tode nachfolgte. Nach dem am 8. Januar 1802 erfolgten Tode seines Gheims (des Bruders seiner Mutter) Friedrich Adam v. Stammer fiel dessen Gut prietitz (bl von Elstra) an ihn als an den nächsten Mitbelehnten. Am 27. März 1802 mit diesem Gute belehnt, trat er es an seine Mutter, Frau tz ch.-St.-N. Geneal. Noo. 7796, Schütz. 2 ) Neben dem vorzüglichen älteren Werke I. §. vanneils, Vas Geschlecht der v. d. Schulenburg, 2 Bände und I Bd. Stammtafeln, 1847, vergl. namentlich Georg Schmidts „Vas Geschlecht v. d. Schulenburg", II. Teil, vie Stammreihe, 1849, bes. S. 525, 586, 658, 643, 644, 655, 710. ch kluf Leinwand in Gel gemalte Bildnisse des Grafen NIbrecht Ludwig, seiner Gattin und seiner Tochter sind im cherrenhause zu Prietitz. vergl. Gurlitt, Bau- und Nunsldenkmüler Sachsens, 55. Heft, S. 286 ff. 832 v. d. Lchulenburg. Auguste Friederike Magdalene Gräfin v. d. Sch. geb. v. Stammer, ab. Nach ihrem Tode (tz 31. März 1809) wurde Graf Friedrich Albrecht am 13. Februar 1810 wieder mit prietitz belehnt, überließ es aber alsbald seiner Schwester, der gleich zu erwähnenden Gräfin Einsiedel. 2. Johanna Friederike Louise, geboren am 26. August 1773, gestorben am 27. Januar 1832, vermählte sich am 10. Oktober 1800 mit dem Grasen Detlev v. Einsiedel, kurfürstlich Sächsischem Kabi- nettsminister aus lvolkenburg. Am 4. April 1810 wurde sie mit dem von ihrem Bruder ihr abgetretenen Gute prietitz belehnt. — Zur weißen Linie gehört ferner der Sohn des am 2. Oktober 1786 von König Friedrich dem Großen in den Grafenstand erhobenen Alexander Friedrich Georg: Gras Thristian Larl Albrecht Alexander v. d. Sch., geboren zu Vlumberg am 26. Oktober 1773, gestorben am 31. Januar 1860, General-Direktor der Feuersozietät und Ritterschastsdirektor. Seine Gattin Henriette Auguste v. Ziegler und Klipphausen, mit der er sich zu preititz am 25. November 1800 vermählt hatte, wurde am 30. November 1801 mit einem Sechstel und einem Dreißigstel des väterlichen Gutes Kleinbautzen (140 von Bautzen), am 4. Februar 1802 mit ihrem Anteil an Ober- und Mittel- Lunewalde (0140 von Schirgiswalde) belehnt, ebenso war ihr ein Sechstel von preititz und Lannewitz (beide 140 von Bautzen) zugesallen. - Liner der Söhne des am 7./26. August 1786 in den Reichsgrafen- stand erhobenen Levin Friedrich v. d. Sch. a. d. H. Burgscheidungen (geboren zu Vurgscheidungen am 23. Juni 1738, gestorben am 20. März 1801) und seiner Gattin Marianne Wilhelmine Gräfin v. Bose (geb. am 8. September 1749, gest. zu Dresden am 22. Dezember 1816) war: Ludwig August Graf v. d. Sch., geboren am 8. Dezember 1777, gestorben zu Iahmen am 29. Mai 1826H, königlich Sächsischer Kammerherr. Er kaufte von dem Großkausmann Johann Wilhelm prenzel in Bautzen als Vormund des unmündigen Friedrich Eduard Freiherrn prenzel v. pentzig am 27. Mai 1805 dessen Erb- und Allodialrittergüter Iahmen und Dürrbach samt den pertinenzgütern Kütten, Kaschel, Geisa, Thomaswalde, Kringelsdors, einem Teil von Eselsberg, ingleichen am 28. September 1807 das Lrb- und Allodialrittergut Boxberg (sämtlich im Kreise Nothenburg) für 146 000 Ntlr. Gras Ludwig August erwarb ferner am 2. Oktober 1817 von Heinrich Ludwig Burggrafen und Grasen zu Dohna die Rittergüter Beerwalde und Merzdors (beide 0 von Hoyerswerda, an der Spree) für 40 000 Rtlr. Aus Förderung des Schulwesens auf seinen Besitzungen war Graf Ludwig August sehr bedacht^). Er hinterließ aus seiner Ehe mit Auguste Gräfin v. Bünau (geb. am 9. August y Ein vom Landesbestallten v. Tschirschky auf den Grafen Ludwig Nugust v. d. 5ch. in der Dberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften am 5. Juli 1825 verlesener Nekrolog ist abgedruckt im Neuen Laus. Mag. Bd. 5, S. 258 ff. Hier wird er übrigens Ludwig Nugust Levin genannt. H Neues Laus. Mag. Bd. 4, S. 5dZ. v. Schulz. 833 1782, vermählt zu Schönfeld am 14. August 1805*), gestorben am 10. Mai 1826) vier Kinder: Therese, geboren 10. Juni 1806. Gras Malte Albrecht, geboren 16. Oktober 1807 s ..... Gras Edmund, geboren 30. Oktober 1810 j unvermahll. Agnes, geboren 14. Dezember 1812. Wappen: Das Stammwappen zeigt in Silber drei (2, 1) rechtsgekehrte rote Raubvogelklauen. Dieses wurde vermehrt (Erbküchenmeisteramt) durch den im goldenen Felde nach rechts schreitenden, von Rot und Weiß gevierten Stier mit zwei weiß-roten Fähnchen zwischen den Hörnern. — Das Wappen erfuhr bei den zahlreichen Standeserhöhungen von Gliedern des Geschlechts mehrfache Veränderungen, aus die hier einzugehen zu weit führen würde. v. Schulz (v. Schulze). Johann Georg Schulze, geboren im Jahre 1734, dessen Vater George S. und dessen Großvater gleichen Namens „der Land-Gekonomie mittelst Pachtung ansehnlicher Rittergüther in der Dber-Lausitz von jeher obgelegen" 2), begleitete in seiner Jugend aus Anhänglichkeit an den Pachtherrn seines Vaters, den Herrn v. Gersdorfs aus Horka, diesen für etliche Jahre auf die Universität Leipzig und wandte sich dann der Landwirtschaft zuH. Er wurde zunächst Pächter des Rittergutes Mücka und besaß dann seit 1779 Hähnichen (VVblW von Rothenburg, am weißen Schöps)H. In den zwischen ihm und Hans Ernst Friedrich Freiherrn v. Posadowskp als Verkäufer am 28. Mai 1789 verabredeten Kauf über die Güter Nieder-Horka (8^ von Rothenburg) nebst Anteilen Uhsmannsdors und Spreehammer (beide von Rothenburg) trat während der Aushängung des Kaufanschlags Gottlob Ehrenreich v. Herkberg als adeliger Käufer am 2. März 1790 ein. Nach seiner Nobilitierung kaufte Johann Georg v. S. am 1. November 1790 von Wigand Ernst Traugott v. Gersdorff die Kunkellehngüter Mittel-Horka (8^V von Rothenburg) oberen und niederen Teils, sowie das Erbrittergut in Mittel-Horka, sonst das Reichwaldsche genannt, für 60000 Taler. Am 22. Juni 1791 erhielt er den Kunkellehn- und Erbbrief. Er starb am 19. August 1806 an einem Stick- und Schlagfluß im 0 Laus. Monatsschrift 1806, I, 5.50: v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen kldels, 1806, 5. 502. 2) k)--5t.-6. Doo. 4670, Intimationes und viplomata derer von Lhro Lhur- Fürstl. Durch!, in Lachsen als hohen Reichs-Vicario in den Rdelstand erhobenen Personen. 1700. vol. II. Bl. 25 ff. H ks--5t.-B. Doo. 3128, Reichs - vicariats - Lachen, dratiosa, ao 1700 — 01, vol. IV, Fol. 52 ff. L. kl. Th. ksolscher, Geschichte der parochie ksorba, 1856, 5. 57. 53/r 834 v. Schulz. Alter von 72 I. 7 M. l3 T. und wurde am 22. d. M. zu Horka begraben. Zweimal hatte er sich vermählt: I. mit Gertrud Böhmer; II. mit Johanna Eleonore Kutzsch, die ihn überlebte. Johann Georg 5. war vom Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen als Reichsvikar, Dresden den 1l. September 1790, in den Reichs- adelsstand erhoben worden. Er hatte nach Angabe der Lehnsakten von Mittel-Horka aus erster Ehe zwei, aus zweiter neun Kinder (1-11): 1. I. George v.S., kurfürstlich Sächsischer Leutnant im Regiment Prinz Llemens, gestorben als Major zu Horka am 5. Januar l817 im Alter von 4l Jahren, unvermählt. 2. I. Johann Gottlob v. S., kurfürstlich Sächsischer Leutnant im Regiment Prinz Johann, später Major. 3. II. lDilhelmine Eleonore Auguste v. S. 4. II. Eleonore Amalie Tonstantine v. S., geboren am 21. August 1784, gestorben am 22. Juni 1808, vermählt mit dem Diakonus Jeremias zu Klix. 5. II. Juliane Friederike Sophie v. S., geboren am 4. Februar 1786, gestorben am 18. November 1812. 6. II. Taroline Ehristiane Friederike v. S., geboren am 30. Mai 1789. 7. II. Heinrich Adolph Ludwig v. 5., geboren am 2. Januar 1791, kurfürstlich Sächsischer Kadett zu Dresden. 8. II. Marianne Tharlotte Tugendreich v. S., geboren am 14. Mai 1792. 9. II. Jeanette Beate Taritas v.S., geboren am 24.Juni 1795. 10. II. Ernestine Louise Emilie v.S., gestorben am 3.April 1806. 11. II. Friedrich August Eduard v.S., geboren am 20.Juli 1800. Die Kunkellehnrittergüter Mittel-Horka oberen und niederen Teils samt dem kleinen Vorwerk oder Erbgütel, das in vorigen Zeiten Hans Jrmgarth besessen, erbten Johann Georgs beide Söhne aus erster Ehe: George und Johann Gottlob v. 8., während das Reichwaldsche Erbrittergut an die Witwe und die übrigen Kinder fiel. Am 9. Januar 1808 erhielten die Gebrüder George und Johann Gottlob den Kunkellehnbrief über ihren Anteil. Mittel-Horka ging 1832 über in den Besitz Earl August Meusels. Das Geschlecht v. S. blüht. Wappen: Kurfürst Friedrich August III. verlieh bei der Nobilitierung am 11. September 1790 folgendes Wappen . . . „als einen blauen oder lasurfarbenen Schild, darinnen drei) goldene Kornähren aus einem goldenen drelchüblichen Berge aufwachsen. Auf dem Schilde ruht ein frey offener, rechts gekehrter, blau angelausener, roth gefütterter, mit anhangendem goldenem Kleinod und beiderseits von Gold und Blau vermischt herabhangenden Decken gezierter adelicher Turniershelm, aus welchem sich drei) Strausfedern mit abhängenden Dolden erheben, von welchen die mittlere golden, die andern beiden blau sind" . . . v. Schwauitz. 835 v. Schwanitz h. Dem Ursprung des Geschlechts v. Schwanitz nachzugehen, liegt unserer Ausgabe fern. Er sei nur erwähnt, daß v. hefnerh die v. 5. < als „eine der ältesten, wohl von den Wenden abstammende Lausitz sche Familie" bezeichnet, während v. Mülverstedt sie unter den zum autochthonen Gberlausitzischen Adel gehörigen Familien nicht mit auf- zähltfl. Ziehen wir hier nur den Wappentppus als eines der Hauptkriterien zur Entscheidung der Frage heran, so vermögen wir allerdings der Ansicht v. hefners nicht beizupflichten. Zu Ende des l5. Jahrhunderts sind Angehörige des Geschlechts in der Niederlausitz angesessen^). Ulrich V. v. Biberstein auf Friedland belehnte am Tage llulianae vir^inis i486 fl6. Februars heinze v. „Schwantz" mit dem dritten Teil des Dorfes Lauthin (Leuthen im Kreise Sorau). heinze erwarb hierauf in der Herrschaft Friedland Güter und zwar Arnsdorf (bl von Friedland) um das Jahr l49l, Wustung (bl^V von Friedland) im Jahre 1498. Wustung hatte heinze von Hans v. Weigsdorf erkauft. Mit heinze zu ungeteilter Hand wird sein Bruder Nikol am Abend Nikolai 1498 f5. Dezembers mit Wustung belehnt. Zu diesen beiden Gütern kaufte heinze von seiner Muhme Elisabeth Neder das Gut Neundorf (blO von Kratzau) und erhielt es am Montag nach Thomae 1498 (24. Dezembers von Ulrich V. v. Biberstein zu Lehn verreicht. Im Jahre 1521 am Sonntag Laetare (10. Märzs erhielt Heinrich (Heinz) v. S. die wichtige Konzession zur Errichtung eines Eisenhammers 4 in Naspenau (80 von Friedland) und erwarb im Jahre 1530 das 1 Gut Weigsdorf (0 von Hirschseide, bl^V von Friedland) von Wolf ! v. Weigsdorf, indem er ihm sein Gut Lngelsdorf (blbiflV von Friedland) abtrat^). Es war jedenfalls unser Heinz, der als „heintz Swantz" im Mai 1497 in Prag im Gefolge der Vettern Ulrich und Matthias v. Biberstein als Zeuge in einer von diesen ausgestellten Urkunde erscheint °). Heinz starb vor dem Jahre 1537. Über seine sonstigen Verhältnisse wissen wir, daß er mit dem Friedländer Bürgermeister Hans Hammer (1493 — 1505) verschwägert war, daß er in den Jahren 1527 und 1528 die Würde eines Hauptmanns der Herrschaft Friedland bekleidete (auch 1529 wird er „Amtmann" genannt), sowie daß er im Jahre 1528 ein Haus in Friedland besaß h. 0 Unter den Regesten zur Geschichte des Lehnsadels der Herrschaften Zriedland und Seidenberg, die I- Helbig im 75. und 77. Bande des Neuen Laus. Mag. veröffentlicht hat, bezieht sich eine nicht unbeträchtliche Unzahl auf das Geschlecht v. Schwanitz. Vieser Umstand wird es gerechtfertigt erscheinen lassen, wenn wir, diese Nuszüge aus den Zriedländer Lehnbüchern benutzend, in unserer Darstellung der Geschichte des Geschlechts v. S. ausnahmsweise bis zum Nusgang des 15. Jahrhunderts zurückgehen. . fl Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Ndels, III. Bd., 1865, S. 562. fl Neues Laus. Mag. Bd. 67, S. 171 ff., 185 ff. i fl Zu dem folgenden vergl. die Helbigscheu Regesten im Neuen Laus. Mag. ^ Bd. 75, S. 101 ff. fl vergl. Ressel, Geschichte des Zriedländer Bezirks, IYÜ2, S. 265, 545. fl Neues Laus. Mag. Bd. 46, S. 110. fl Neues Laus. Mag. Bd. 77, S. 141, 142, Nr. 4, 12, 15, 14. 55 836 v. Schwanitz. heinzes Sohn war wohl Hans v. 5. zu lDustung. Joachim II. v. Viberstein konfirmierte am Tage Jakobi 1537 >25. Julis die Belehnung Hansens und zugleich zu gesamter Hand die seiner „Vettern, Brüder und Söhne" Hans, Nickel, Merten, Simon, Kaspar und Balthasar v. S. mit den hinterlassenen Gütern Heinrichs (heinzes) v. S. Hans war vermählt mit Margarethe v. Breitenbach und ließ sie am Sonnabend nach Bartholomäi Npost. l 541 s27. Nugusts mit dem Dorfe lvustung und dem Vorwerk „ober der Kirche" zu lveigsdors verleibgedingen. Hansens Söhne: 7^. Heinrich. Siehe unten Linie hermsdors —Lbersdorf. L. Franz. Siehe S. 838 Linie Neundors—Gppelsdors. 0. Hans d. I. Siehe S. 838 Linie herwigsdors — Kuppritz. D. Thristoph. Siehe S. 848 Linie lvustung-Dornhennersdors. N. Joachim. Siehe S. 849 Linie lveigsdors. N. Siegmund, dieser noch unmündig, siehe S. 852 werden Dienstag nach Ouasimodogeniti l559 s4. Nprils von Friedrich v. Noedern belehnt mit lDustung, Neundorf, lveigsdors, Naspenau. Die sechs Brüder teilten sich im Jahre 1563 in die väterlichen Erbgüter lveigsdors, Neundorf und Naspenau h. I. Linie Hermsdorf—Lbersdorf. Heinrich v. S., der älteste Sohn Hansens, war noch vor der Teilung von Friedrich v. Noedern am 31. Oktober 1559 mit dem Vorwerk zu hermsdors (8^ von Friedland), das er von Joachim v. Biberstein gekauft hatte, belehnt worden. Er besaß aber auch Neundorf oder wenigstens einen Nnteil davon, denn er verpfändete dieses sein Gut am 12. Oktober 1565 an verschiedene Gläubiger. Heinrich starb um das Jahr 1587, denn am 8. Oktober dieses Jahres kommt ein Lrbvergleich zwischen seinen drei Söhnen a. Friedrich, b. Nikol, c. Hans zustande. a. Friedrich v. S. überließ am 8. Oktober 1587 zufolge dieses Vergleichs seinen Nnteil am väterlichen Gute hermsdors seinen Brüdern Nikol und Hans für 700 Taler 39 Schock 30 Groschen, von Melchior v. Bindemann erlangte Friedrich im Jahre 1592 tauschweise das Gut Lbersdorf (bl von Friedland, an Seidenberg grenzend^). Friedrich war Hauptmann zu Friedland und Seidenberg im Jahre 1606 h und starb vor dem Juli 1614. Er hinterließ die lvitwe Sabina v. Jornitz, zwei Söhne: Thristoph und Gottfried und sechs Töchter: Sabina, Barbara, Maria Magdalena, Nosina, Helena und Nnna Maria in sehr bedrängten Verhältnissen. Gottfried, der zweite Sohn Friedrichs, erhielt 150 Taler und 40 Taler zum Nnkaus eines Pferdes, sobald er sich „als ein Nittermäßiger von Ndel" in Kriegsdienste begeben würde. Gottfried fand ein frühes Ende: Nm 27. Mai 1631 wurde er, als Herr zu Lbersdorf bezeichnet, zu Neichenbach erstochen und am 4. Juni in Seidenberg begrabenh. Seinen sechs Schwestern war im Jahre 1614 l) Neues Laus. Mag. Bd. 73, s. 102 ff., Nr. 374-378. h Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 103 ff., Nr. 377, 399, 384, 394, 398. sI. G. Nlotzs, Sammlung einiger historischer Nachrichten von Seidenberg, 1762, S. 338. >>) Neues Laus.Mag. Vd. 73, S. 108, Nr.416; sZ.G.Nlosjs a. a. G. S. 339, 351. v. Zchwanitz. 837 ein Naturalausgedinge und die Lumme von je dreißig Talern bei ihren Vermählungen zugesichert worden. — Christoph, der ältere Bruder Gottfrieds und der sechs Schwestern, übernahm am 5. Juli 1614 das Gut Ebersdorf. Am 20. Juni 1615 wurde er zugleich mit seinem Bruder Gottfried und seinen Vettern Karl und Hans Georg, Söhnen Hansens v. S. (siehe unten e) von Lhristoph II. v. Noedern zu Friedland mit Lbers- dorf belehnt. Lhristoph starb im Jahre 1621H und hinterließ die Witwe Barbara . . ., die ihm im Jahre 1627 im Tode nachfolgte, sowie einen Sohn Hans Heinrich, geboren im Jahre 1619^), der von 1639 bis 1652 als Herr zu Lbersdorf genannt wird. b. Nikol v. S., der zweite Sohn Heinrichs, hatte zugleich mit seinem Bruder Hans den Anteil ihres ältesten Bruders Friedrich am väterlichen Gute Hermsdorf am 8. (Oktober 1587 gekauft und trat am 10. Juli 1591 seine Hälfte dieses Gutes dem jüngsten Bruder Hans ab. Nach Hansens Tode übernahm Nikol das ganze Gut Hermsdorf im Jahre 1595. Nikol war im Jahre 1591 Hauptmann zu Neichenberg, er lebte noch im Jahre 1624^). e. Hans v. S., der dritte Sohn Heinrichs, besaß also beim Tode seines Vaters ein Drittel, seit 1587 die Hälfte, seit 1591 das ganze Lehngut Hermsdorf und wurde am Tage Natharinä 1592 s25. Novembers mit diesem Gute belehnt. Er starb vor dem Jahre 1595 und hinterließ die Witwe Ursula v. Veupold. Sein überschuldetes Gut Hermsdorf übernahm sein älterer Bruder Nikol am 26. Januar 1595 für 2225 Taler. Hans hatte zwei Söhne hinterlassen: Karl und Hans Georg, die am 20. Juni 1615 mit dem Gute Ebersdorf mitbelehnt wurden. Ls war wohl dieser Hans Georg, der in der Schlacht am weißen Berge am 8. November 1620 blieb H. Dann dürfte sein Bruder Karl der Vater eines Vrüderpaars gewesen sein, dem wir um die Mitte des 17. Jahrhunderts aus Hermsdors begegnen: Lhristoph Friedrich und Hans Heinrich Gebrüder v. S. wurden am 23. April 1650 mit dem Gute Hermsdors belehnt. Aus die, wie an alle begüterten Standespersonen, so auch an diese beiden Brüder ergangene Aufforderung, zur katholischen Konfession überzutreten oder die Güter an Katholiken zu verkaufen und das Land zu verlassen, entschied sich Hans Heinrich für das letztere und trat am 12. Oktober 1651 seinen Anteil an Hermsdorf seinem Bruder Lhristoph Friedrich für 800 Taler ab. Christoph Friedrich, der also katholisch geworden war, starb im Mai 1668. Er hinterließ keine Söhne, denn sein Bruder Hans Heinrich beanspruchte nun die Belehnung mit dem Gute Hermsdors. Da er aber früher nicht mitbelehnt worden war, so fiel das Gut heim und er erhielt nur eine Geldentschädigung für seine sonstigen Ansprüche I. 0 Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. MS, Nr. 417: sZ.G.Nloßs a. a. V. S. 3ZY. 2) sI. G. Uloßl a. a. ) Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 104 ff., Nr. 414, 420, 423. 838 v. Schwanitz. II. Linie Neundorf —Dppelsdorf. L. Franz v. 5. zu Neundors, der zweite Sohn Hansens, kaufte am II. November 1563 von Friedrich v. Loblitz das zur Herrschaft Seidenberg gehörige Lehngut Dppelsdorf (080 von Zittau) und erhielt es am 12. Juni 1564 zu Friedland zu Lehn verreicht. Linen Nnteil von Dppelsdorf besaß wohl noch John v. Boblitz, der sich am 17. Januar 1575 verpflichtete, das Gut mit allen seinen Habseligkeiten zu räumen. Franz war seit dem Jahre 1577 Klostervogt von Marienthal,- er starb am 25. Dezember 1582 und wurde in weigsdors begrabenh. vermählt war er mit Margarethe v. Belbitz, die nach seinem Tode wegen ihres Heiratsguts von 2000 Schock und 150 FI. Ungarisch Ansprüche erhob, das Gut Neundorf gemeinsam mit ihrem jüngsten Sohn im Jahre 1585 übernahm und bis zum Frühjahr 1589 behielt. Frau Margarethe starb am I.März 1591h. Franz hatte drei Kinder hinterlassen: Hans, Lhristoph und Franz d. I. Über die beiden ersteren besitzen wir keinerlei Nachrichten. Franz d. I. übernahm im Jahre 1589 am 12. April das Gut Neundors und behielt es bis zum 14. August 1595; an diesem Tage erwarb es Frau Katharina v. Noedern käuflich. Franz vermählte sich mit Katharina geb. v. Kyaw, Witwe Fabians v. Unwürde zu Nieder-Arnsdorf (bl von Friedland),- sie verglich sich im Jahre 1597 mit den Vormündern ihres Sohnes erster Ehe, Heinrichs v. Unwürde, wegen der Benutzung des Gutes h. — Franz v. 5. befand sich unter den sechzehn adeligen Lehnsmännern, die den Leichnam des am 20. September 1600 verstorbenen Freiherrn Melchior v. Noedern bei seiner Bestattung in Friedland am 6. Januar 1601 trugen. Franz lebte bis zu seinem Lebensende in Arnsdorf, verschuldet starb er im Jahre 1620h. III. Linie herwigsdors —Kuppritz. 6. Hans d. I. v. S., der dritte Sohn Hansens, suchte im Jahre 1565 die Lehnssolge an weigsdors. wegen des Kirchlehns daselbst kam es zu Prag am 23. September 1575 zwischen Hans d. I., seinem Bruder Joachim und Lhristoph und Melchior v. Noedern aus Friedland zu einem kommissarischen Vertrags). Hans d. I. starb im Jahre 1601 mit Hinterlassung dreier SöhneH: td. Hans Georg. Siehe unten. OL. Hans Friedrich. Siehe unten S. 848. 00. Hans Heinrich. Siehe unten S. 848. (d. Hans Georg v. S.. der älteste dieser drei Brüder, suchte im Jahre 1601 die Belehnung mit dem Vorwerk zu weigsdors. Im tz Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 103 ff., Nr. 37d, 380; Schönfelder, Urkundl. Geschichte von Marienthal, 1834, S. 22d. fl Schönfelder ä. a. G. S. 230. fl Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 105 ff., Nr. 3S0, 308; S. 106 R. 2, Nr. 402. fl I. G. Herrmann, Geschichte der Stadt Reichenberg, 1863, I, S. 256. Unter den Trägern waren außer Franz v. S. noch drei Glieder des Geschlechts: Hans Georg v. S. zu weigsdorf, Nikol v. S. auf Hermsdorf, Heinrich v. S. zu Vornhennersdorf. Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 109, Nr. 418a. fl Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 104, Nr. 382; Verzeichnis; Dberlnus. Urkunden II, S. 218. fl Neues Laus. Mag. Bd. 75, S. 23. v. Schwanitz. 839 Jahre 1610 trat er dieses tauschweise ab an Christoph v. Gersdorff und übernahm dafür herwigsdors (80 von Löbau) h. vermählt war er mit Dorothea v. Temritz a. d. h. Geisas, die am 29. November 1636 verwitwet im NIter von 68 Jahren zu Löbau starb"). Hans Georg - hinterließ drei Söhneh: I. Siegmund. Siehe unten. '< --e4 II. Gottlob. Siehe unten S. 842. Z III. Bernhard. Siehe unten S. 845. I. Siegmund, der teils als „aus Nosenhain im Görlitzschen""), teils als aus Gerlachsheim") (88>V von Lauban) gesessen bezeichnet wird, hatte in Verbindung mit anderen Spießgesellen verschiedene Näubereien und namentlich auch den Zittauer Stadtbrand vom Jahre 1608 per- schuldet. Nus Nnsuchen Jakobs v. Knobloch aus Gerlachsheim, dessen hosreite sie auch in Brand gesteckt hatten, ließ der Landeshauptmann im Jahre 1623 Siegmund v. 5. in hast nehmen. Nachdem er „in ' scharfer Frage" seine Beteiligung an verschiedenen Näubereien bekannt, sollte er nach dem Spruch der kurfürstlich Sächsischen Schöppen zu Leipzig „von wegen solcher seiner begangenen und bebauten grausamen und unmenschlichen Thaten und Verbrechungen ansengklichen zur Fepmstadt geschleisft und solgends alß ein rechter Nlordtbrenner mit dem Feuer vom Leben zum Tode gerichtet und gestrasfet werden" h. Nm 26. Nugust 1624 wurde das Urteil an ihm in Bautzen vollzogen"), vermählt war er mit Hedwig v. Warnsdorf. Sie kaufte am 5. Nugust 1631 von Laspar v. Gersdorff dessen Gütlein zu Kottmarsdorf (88M von Löbau) für 2000 Taler. Sie hatte die Lehn zu gebührender Zeit durch ihren kriegischen Vormund Jakob Ladebach suchen lassen. Wegen der damals in Bautzen grassierenden Pest und weil sich aus diesem Grunde das Gberamt nach „Nönigsborgk" gewendet hatte, auch wegen der Kriegs- unruhen konnte der Verkäufer die Lehn nicht rechtzeitig auslassen, die Käuferin nicht belehnt werden. Nus kurfürstlichen Befehl vom 23. Nugust 0 Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 107, Nr. 407; S. 62, Nr. 138; Bd. 63, S. 151. 2 ) Sie bat, herwigsdors den 2Y. November 1620, den Kurfürsten um 8nlvn ! ^uarllin für ihr Gut Herwigsdorf. Sie klagt, „wasmaßen das im Lande gewesene ; Kriegesvolck mihr armen Wittiben, die ich mit großen Schulden meines lieben Mannes ^ fehl. Gütter meinen kleinen unerzogenen Kinderlein zum besten pachtweise annehmen , müssen, nicht allein aller Vorrath und Mobilien in Kisten und Kästen, welche sie zerschlagen und zerhawen, genommen und spoliret, sondern auch alles vorhandenes Ge- , treydicht, Nindtviehe und Schafe mit Gewalt hinweg getrieben, zu geschweigen fernerer - plünderungk, damit ich armes IVeib teglichen bedräwet werde". H.-St.-N. L,oc. 9189, Die vom Ndel in Vber- und Nieder - Lausitz, so sich in Schutz begeben betr., anno 1620, Zol. 208. ch Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt., Bd. X VI, v. Schwanitz und Bd. X VII, v. Temritz. h Knothe,Neues Laus.Mag. Bd.63,5.151 verzeichnetnurSiegmundund Gottlob als Söhne Hans Georgs; in den Gberlausitzischen Justizsachen, h.-St.-kl. Boo. 9517, vol. III, wird als Bruder Siegmunds auch Bernhard genannt. °) H.-St.-N. Boa. 9517, Gberlaus. Justizsachen, vol. III. ») Laus. Magazin 1776, S. 338. h h.-St.-5l. i^oo. 9517, Gberlaus. Justizsachen, vol. III. ch I. B. Larpzov, Vnalsota instar. 2ittnviens., 1716, V. Teil, Z. 256; pescheck, Handbuch der Geschichte von Zittau, II. Teil, 1837, S. 428. 840 v. Lckwanitz. 1638 wurde ihr endlich das Gütchen verreicht h. Frau Hedwig erwarb ferner im Jahre 1637 von Frau Anna v. Klüx ein Lehngut zu Kott- marsdors samt zwei Bauern und drei Gärtnern^). Sie starb am y. März 1640 mit Hinterlassung von Rindern. — Der Landvogt Gurt Beinicke v. Callenberg meldete am 26. Oktober 1646 dem Kurfürsten I... ,,Ihrer, der Schwanzischen Kinder wären sechs Geschwister zusammen, zween Brüder und vier Schwestern, davon der jüngste anfangs unter dem Herrn Landvoigt v. Taube geritten, Hernachmals aber, weil er einen Bauer erschossen, unter die Schwedischen kommen wäre, dagegen der älteste, Hans Valzer v. Schwanitz, weil er sehen thäte, daß er der Schulden wegen doch nichts von diesem Gütlein bekommen würde, alles liegen und hangen ließe; die andern drei Schwestern wären alle in Soldatenwesen, wollten zwar gern ihre Ausstattung haben, aber es wäre wenig dazu vorhanden" . . ?) von Siegmunds Kindern sind uns bekannt eine Tochter Helena Barbara, vermählt mit dem Leutnant Sebastian v. Geisth und zwei Söhne: 1. Hans Balthasar. 2. Hans Heinrich. sNur vermutungsweise nennen wir diesen einen Sohn Siegmunds.j 1. Hans Balthasar v. S., der ältere Sohn Siegmunds, war vermählt: I. mit Helena Marianne v. Kostitz. Sie kaufte im Jahre 1666 von der Gattin des Landvogts Turt Keinicke v. Tallenberg das Gut Leippa (bMO von Kothenburg) und starb wenige Jahre darauf, denn im Februar 1669 meldete sich Hans Balthasar als Erbe seiner verstorbenen Gattin zur Lehnsreichung des Gutes Leippa °). Hans Balthasar verheiratete sich II.: mit Salome Elisabeth v. Gersdorff, Tochter Siegmunds v. G. auf Kittlitz und Klein-Kadmeritz. Am 29. Mai 1669 fand die Eheberedung statt und am 25. September 1670 wurde sie auf Leippa verleibgedingt. Sie vermählte sich nach ihres Gatten Tode wieder mit . . . v. vpherrnh. Zwei Töchter Hans Balthasars sind bekannt: l) H.-St.-kl. Boe. 9846, Erstes Buch Vberlaus. Lehens-Sachen, I6Z7-73, Fol. 8. h Ebenda, beim Zähre 1687. h Ebenda, Fol. 21. 4) Oer Kammerprokurator Elias Zeetsch meldete aus Bautzen am 26. Npril 1641 dem Kurfürsten, Frau Hedwig y § habe zwei Löhne hinterlassen, „deren einer vor ein paar Zähren Ltraßenraubs halber allhier in verhasst gewesen, der andere aber besagter Ursach halben aus Lhurfl. Ourchl. Kriegesdiensten unter deroselben hochlöbl. Leibregiment zu Roß entritten" . . . H.-Lt.-6. Boo. 9546, Erstes Buch ic., Fol. 8. 3) Ebenda, Fol. 17. ") Nachdem im Zahre 1668 die evangelischen Geistlichen aus priebus vertrieben worden waren und nach dem Vberlausitzischen Marktflecken podrosche, der zu ihrer parochie priebus gehörte, sich gewandt hatten, war es namentlich Zohann Balthasar v. Lchwanitz im Verein mit Heinrich v. Oeupold und Karl Liegmund v. Bibran, auf deren Betreiben der Kurfürst von Lachsen im Zahre 1668 die Genehmigung zur Erbauung einer Kirche in podrosche erteilte, vergl. M. Oeutschmann, Geschichte des Kirchspiels podrosche G.-L. s1907s, S. 24 ff. H Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619 — 1719. v. Schwanitz. 841 Helene Marianna, vermählt mit Tarl Leyfried v. Kiesenwetter, und Salome Elisabeth, von diesen beiden kaufte Tarl Seyfried v. Kiesenwetter am 4. März 1691 das Gut Leippa. 2. Der jüngere Sohn Siegmunds war vermutungsweise Hans Heinrich v. S. Hans Heinrich ließ sich, wie unten näher auseinandergesetzt werden wird (vergl. S. 846), mit den drei Söhnen seines verstorbenen Vetters Bernhard v. Schwanitz, deren Vormund er war, am l l. September 1648 in einen vergleich ein dahin gehend, daß sie ihm anstatt einer ihm schuldigen Geldsumme ihr väterliches Gut Nosenhairi (KIO von Löbau) abtraten. Hans Heinrichs Guthaben betrug 4958 Taler 7 arg. Tr übernahm nun das Gut Nosenhain für 5937 Taler und gab den Verkäufern eine Anweisung über 1348 Taler an die Erben weiland Elias' v. Nostitz auf Ullersdorf. Hans Heinrich, Dberstwachtmeister unter dem Leibregiment zu Uoß, bat im Jahre 1657, da er damals keine männlichen Erben hatte, den Kurfürsten, das Gut Uosenhain in Erbe zu verwandeln, „mir zur Erquickung in meinem Alter" h. Lr berichtete dem Kurfürsten in seinem Bittgesuch, daß er „von ao 1630 her bis zur jüngsten Abdankung in die 20 Jahr in continuirlichen und sonder Uuhm zu melden, in treufleißigen Kriegsdiensten gewesen, also daß dahero mir noch viel tausend Gülden restiren, derowegen aber vor diesmal nichts zu suchen" . . .h. Nachdem ihm der Kurfürst am 6. Dezember 1659 Nosen- hain aus Lehn in Erbe verwandelt hatte, erhielt er am 22. September 1661 den Erbbrief über dieses Gut. — Hans Heinrich starb am 4. Mai 1680. vermählt war er mit Dorothea Tatharina v.Schwanitz (vergl. S. 843), Tochter Gottlobs v. S. auf herwigsdors. Zufolge Eheberedung vom 29. Dezember 1649 hatte sie ihm 1500 Taler Lhegeld mitgebracht. Hans Heinrich ließ seine Gattin am 6. März 1659 aus Uosenhain ver- leibgedingen. Hans Heinrich hinterließ nach Angabe der Uosenhainer Lehnsakten folgende Kinder: Heinrich Gottlob. h Lehnsakten Rosenhain. -) Seinem Schreiben an den Kurfürsten legt Hans Heinrich bei folgendes: ,Memorials, wie lange und unter welchen Regimenter» ich unten benannter in Ihrer churfl. Durch!, zu Sachsen Kriegesdiensten continuirlich verharret: I. Trstlichen unter Ihrer Lhurf. Durch!, ersten Leibregiment unter tit. Herrn Dbristen von Tauben Tommando bei den Herrn Rittmeisters IRoßkoloß und hernach bei des Herrn von warbergk Lompagnie vor ein Wachtmeister gedienet und solange darunter verblieben bis zu Richtung des tit. Herrn Dbersten von Rochoisch Regiments. 2. Unter welchem Rochoischen Regiment vor einen Rittmeister (solange als besage des von dem Herrn Dbersten Roch» ertheilten Restzettels, und gemelktes Regiment von höchstgedachter Lhurf. Durch!, in etzliche Lompagnien reduciret geworden) gedienet. 3. Unter dem Ihrer Lhurf. Durch!, andern Leibregiment bei Tommando des tit. Herrn Dbersten Leutenambts v. Knoches, auch hernacher unter dem tit. Herrn Gbersten v. Gersdorffs vor einen Dbersten Wachmeister so lange bis zur letzten Abdankung continuirlich gedienet und verblieben. Und derogestalt von dem Fürstlichen anno 1630 zu Leipzig gehaltenen Lonvent - Tage an in Ihrer churfürstlichen Durch!, zu Sachsen Kriegesdiensten bis zu der letzten Abdankung und also ungefähr in die zwanzig Jahr- lang unter obgemeldten Regimentern gedienet". Lehnsakten Rosenhain. 842 o. Schwanitz. Helene Tatharina, vermählt am 15. Gktober 1698 mit Johann Adolph v. Kpaw auf Mücka, Neundorf. Sie starb am 8. September 1719h. Anna Marianne. Dorothea Gottliebe. Die drei Schwestern wählten als Kurator ihren „Vetter" Christoph Gottlob v. Schwanitz auf Gersdorf (vergl. S. 844). Die vier Kinder Hans Heinrichs wurden am 13. November l680 mit Rosenhain belehnt und verkauften das Gut am l 2. Februar l 682 ihrer Mutter für 6000 Taler. Deren kriegischer Vormund war Hans George v. Schwanitz auf Kuppritz und hochkirch (vergl. S. 843). Nm 24. Februar 1683 erhielt sie den Lrbbrief über Rosenhain und verkaufte das Gut am 11. August 1685 an Caspar Christoph v. Gersdorsf. II. Gottlob v. S., Hans Georgs zweiter Sohn, wurde nach erlangter Mündigkeit am 16. Juni 1633 mit „herwigsdorf" belehnt, hierzu kaufte er das Lehngut Nieder-Herwigsdorf von Hans v. Gersdorsf für 7800 Taler am 12. März 1644 und erhielt es am 18. Mai 1645 zu Lehn verreicht. Endlich erwarb er am 2. August 1669 noch das Lehngut Gber-Herwigsdors für 2000 Taler von Hans Magnus v. Gersdorsf und wurde am 19. April 1670 belehnt. Gottlob hatte durch das damals übliche Entlaufen der Untertanen viel zu leiden, er bat deshalb im März 1655 den Kurfürsten um ein Patent, damit ihm seine entwichenen Untertanen aus den Lrblanden wieder ausgeliesert würden'h. Gottlob war Kornett. Cr starb am 27. Februar 1673. vermählt war er: I. mit Marianne geb. v. Gersdorsf a. d. h. Hainewalde; seine II. Gattin war eine geb. v. Vitzthums. von Gottlobs Kindern sind folgende bekannt (1—8): 1. Hans George. Siehe unten S. 843. 2. Christoph Gottlob. Siehe unten 5. 844. 3. Carl Heinrich. Siehe unten S. 845. 4. Hans Christoph. Siehe unten S. 845. 5. Susanns Elisabeth, aus erster Ehe, geboren am 12. September 1647, vermählt: I. mit Heinrich Anshelm v. Ziegler und Klipphausen auf Radmeritz, Linda und probsthain; II. mit Christoph Friedrich d.I. v. Schwanitz aus Nieder-lveigsdorsh (vergl. S. 850). 6. Anna Margarethe, vermählt: I. 11. Dezember 1657 mit Ivolf Abraham v. Lberhardt auf Nieder-Rennersdorf; II. mit Hans Caspar Benjamin v. Theler aus herwigsdorf. 7. Anna Sophia, vermählt mit Hans Heinrich v. Lberhardt. i) v. Npaw, Familien-Chronik des Geschlechts v. Nyaw, 1870, 5. 125. h ks.-St.-kl. Gen. I.oe. 7798, Schwanitz. h Venn als Patin Christoph Gottlobs d. I., geboren am 15. Vktober 1680, des unten zu erwähnenden (vergl. S. 845, unter a) früh verstorbenen Sohnes Christoph Dottlobs v. S. (Nr. 3) auf Gersdorf, wird genannt: „Frau v. Schwanitz, geb. v. Vitzthum, des hiesigen hochadeligen Herrn Frau Stiefmutter". Neues Laus. Mag. vd. 71, S. 232. tz v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten III, S. 247. v. 5chwanitz. 843 8. Dorothea Eatharina, vermählt mit Hans Heinrich v. Schwanitz (vergl. 5. 84l). 1. Hans George v. 5., ein Sohn Gottlobs, hatte in brüderlicher Teilung vom l. Juni 1674h das Gut Gber-Herwigsdors für 3l74 Taler angenommen. Schon am 25. Oktober desselben Jahres vertauschte er dieses Gut an Christoph Abraham I. v. haugwitz gegen dessen Gut Kuppritz von Löbau). Km 25. November 1675 empfing er die' Belehnung. Er starb am 29. Dezember 1687 mit Hinterlassung zweier Söhne (a-d): a. Gottlob Heinrich. b. Hans Friedrich. Beide erhielten 1692 Indult zur Lehnsablegung wegen ihrer Güter bis zu ihrer Mündigkeit. a. Gottlob Heinrich, geboren am 25. März 1672, trat in Militärdienste, wurde Leutnant und empfing am 21. August 1692 die Belehnung mit dem väterlichen Gute Kuppritz zu seinem Anteil. In demselben Jahre verglich er sich mit seinem jüngeren Bruder und übernahm auch dessen Hälfte von Kuppritz. Gottlob Heinrich kaufte am 14. Juni 1711 das Gut hochkirch s'W von Kuppritz, von Löbau) von George Rudolph v. Schönfeldt für 4000 Taler, verkaufte aber sowohl hochkirch, als auch Kuppritz im Jahre 1730 an Joachim Ernst v. Gersdorff. Gottlob Heinrich starb am 22. Februar 1737h. vermählt war er mit Barbara Elisabeth v. Dallwitz. Sie war als Tochter Johann Adolphs v. D. aus Starzeddel ic. und seiner ersten Gattin Barbara Elisabeth v. Schönberg am 9. Juni 1674 geboren, vermählte sich am 11. März 1696 und starb zu lvuischke am 4. März 1743 h. Sie kaufte am 9. Januar 1721 von den Gebrüdern v. Schönfeldt das Lehngut Lvuischke (88W von Kuppritz, 80 von Bautzen) nebst dem Klein-Dehsaer lvalde für 12 600 Taler und erhielt am 12. November 1721 den Lehnbrief. Als Kinder Gottlob Heinrichs sind uns bekannt ein Sohn und eine Tochter: Larl Gottlob und Margarethe Eleonore Elisabeth. Geboren am 11. Oktober 1697, vermählte sie sich am 30. Dezember 1715 mit Georg Ernst II. v. Gersdorff aus Reichenbach, als dessen lvitwe sie am 23. Juni 1745 starb h. Sie kaufte am 19- November 1725 von ihrer Mutter das Gut Wuischke. b. Hans Friedrich v. S., der jüngere Sohn Hans Georges, geboren am 27. September 1675 h, stand unter Vormundschaft Peter Rudolphs v. pentzig. Rm 14. April 1695 kaufte er, damals kurfürstlich Sächsischer Fähnrich und noch unmündig, von Frau Salome v. Uechtritz tz H. - 5t. -R. Boo. Y548, Vas 8. Buch Gberlaus. Lehens-Bachen, 1672 - 81, Fol. 44. h Bloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Bd. III, v. Dallwitz. h Ebenda. h Epitaph in der Kirche zu Reichenbach. h Lehnsakten Hochkirch uird Ruppritz. Eine andere Mitteilung in den Lehnsakten besagt, Hans Friedrich v. 5. wäre in Ruppritz geboren Freitag nach dem 13. 5onntag Trinitatis 1675 sI7./27. 5eptembers und getauft am 17. Lonntag Trinitatis s26. 5eptember/6. (Oktobers. 844 v. Lchwanitz. das kittergut Sornßig von Löbau). Am 19. April 1695 erhielt er auf sein Ansuchen Venium Letalis*) und zugleich auch den Lehnbrief über Sornßig. Tr verkaufte Sornßig am 20. Januar 1730 an Johann Carl v. küdinger aus Weigsdorf. Daß Hans Friedrich seinen Anteil an kuppritz seinem älteren Bruder Gottlob Heinrich im Jahre 1692 abtrat, ist bereits oben erwähnt worden. Und dieser hatte, wie gleichfalls oben mitgeteilt, kuppritz und Hochkirch im Jahre 1730 an Joachim Ernst v. Gersdorff verkauft. Nach v. Gersdorffs Tode erwarb Hans Friedrich im Jahre 1732 wieder das Gut kuppritz und erhielt es am 14. August 1733 zu Lehn «erreicht^. In diesem Jahre, am 16. April 1733, wurde dem Hans Friedrich v. 5. auch das bisher den Gebrüdern v. Gersdorff gehörig gewesene Gut Hochkirch im Subhastationstermin adjudiziert. Tr verkaufte die Hochkircher Vorwerksgebäude und Grundstücke im Jahre 1737 für 7050 Taler an Martin Schwiedam^) und behielt sich nur drei Gärten mit ihren Wirten zurück, sowie die sogenannte „Schaaf- Sahan". 1739 verkaufte er kuppritz und Hochkirch an seine „Frau Muhme" Margarethe Eleonore Elisabeth v. Gersdorff, geb. v. S. (vergl. 5. 843). Hans Friedrich hatte im Jahre l715 ein Burglehnhaus in Bautzen für 500 Taler erworben und verkaufte es im Jahre 1738 für 350 Taler an Thristian Friedrich v. Kostitz. 2. Thristoph Gottlob v. 5., ein Lohn Gottlobs, erhielt nach seines Vaters Tode Mittel-Herwigsdors und wurde am 4. März 1675 mit diesem Gute belehnt. Tr verkaufte es im Jahre 1677 an Laspar Heinrich II. v. Kodewitz für 8000 TalerH und erwarb dafür am 23. Dezember des folgenden Jahres (1678) das Gut Gersdors (80 von keichenbach) von seiner Gattin. Viesen neuen Besitz veräußerte er im Jahre 1684 an Thristoph Gottlob v. Gersdorff). Der Verkäufer, Thristoph Gottlob v. S. war vermählt mit Anna Margarethe geb. v. vebschitz, der Witwe des am 3. Februar 1669 verstorbenen Adolph Georg v. Lalza auf Gersdorf. Am 23. Dezember 1678 verkaufte sie, wie eben erwähnt, ihr Gut Gersdorf ihrem zweiten Gatten und zwar für den Preis von 13 500 Talern, von ihrem im Jahre 1674 verstorbenen Vater Thristoph >) In seinem an den Landvogt gerichteten Gesuch um Erteilung der Venia aetatis schreibt er . . . „So bin sichs dennoch im Kriege bereits soweit kommen, daß unter tot. tit. des Herrn Gbristen von Benckendorffs Regiment zu Fuß einen Fendrichs- platz erhalten. Und wie nun bei) solchen Umbständen, da ich nemblich bereits ein Gber Dfficier bin, wenn mir sowohl zu Rblegung der unterthänigsten Erbhuldigungsund Lehnspflicht, als auch Lmpfahung der Lehn über das erkaufte Gut Sornsig und pertinentien Vsniain astatis zu verstatten hoffentlich kein Bedenken haben wird absonderlich weil ich vorjetzo wieder mit ins Feld gehen muß, so ersuche" . . . rc' Lehnsakten Sornßig. Zu Ulitbelehnten nahm er an in primo oräins seinen Bruder Gottlob Heinrich und dessen Sohn Earl Gottlob. tz Da es sich um einen bürgerlichen Käufer handelte, so erfolgte die Rffixion des Kaufpatents in Bautzen und Görlitz. Rls sich in der dreimonatlichen Frist ein Käufer von Rdel und uraltem Ritterstande nicht gefunden hatte, so wurde Rl. Schwiedam am lö. Dezember l7Z7 mit den erkauften Stücken belehnt. H H.-St.-K. Roo. 4548, Das 8. Buch -c., Fol. 2ZZ. 5) Käufer und Verkäufer führen also dieselben Vornamen. v. Lchwanitz. 845 v. Debschitz hatte Frau Rnna Margarethe das Gut Hartmannsdorf (88^V von Lauban) geerbt, das nach ihrem Tode — sie starb am 1. (Oktober 1693 — an ihren Lohn erster The Hiob Friedrich v. 5alza fiel. Dem Thristoph Gottlob wurden in Gersdorf folgende Kinder geboren h: a. Margaretha Gottliebe, * 30. Mai 1677. Sie erscheint im Jahre 1717 als Margaretha Gottliebin Metzschin, geb. v. Lchwanitz aus Rittergut Gersdorf im Rmt Pirnas. b. Johanna Sophia, * 14. September 1678. c. Thristoph Gottlob, * 15. (Oktober 1680, tz zu Gersdorf 13. Rugust 1684. 3. Tarl Heinrich v. S., ein Sohn Gottlobs, erhielt, damals noch unmündig, nach seines Vaters Tod das Gut Nieder-Mittel-Herwigs- dors, das sogenannte „Scharssöderisch Gut". Rm 17. Juni 1679 belehnt, verkaufte er das Gut zu Walpurgis 1683 an Taspar Heinrich II. v. Rodewitz, von seiner Gattin kaufte er am 17. Dezember 1700 die Güter Nieder- (velsa (^8^V von Rothenburg) und Förstgen,- von Johann Lhristian v. heldreich am 9. Juni 1701 das Erbgut Gber-Gelsa und Leipgen (^V8>V von Rothenburg), hierzu erwarb er noch von seiner Schwägerin Frau Elisabeth Tugendreich v. Muschwitz auf Stein-Geisa am 5. Mai 1706 das Vorwerk genannt „die Dubrau" (880 von Förstgen). Die Güter Gber-Gelsa und Leipgen verkaufte er am 5. Mai 1708 für 15100 Taler an seinen Eidam George Heinrich v. Briefen: Nieder-Geisa und Förstgen am 30. Mai 1718 für 35000 Taler an Samuel Gottlob v. Soeben. Tarl Heinrich war kurfürstlich Sächsischer (Oberstleutnant und wird unter den hervorragenden Gberlausitzischen Rriegsleuten mit aufgezähltb). vermählt war er mit Barbara Margarethe v. Temritz, geboren am 24. Rugust 1664, Tochter Taspar Ehrenreichs v. T. Die Lhestiftung hatte zu Tollm am 30. März 1687 stattgefunden: Dem Bräutigam wurden 2000 Taler zugesichert, „ob nun wohl der Herr Bräutigam, der von Schwanitz, nicht Geld und Guth, sondern vielmehr eheliche Liebe und Treue gemeinet und verlanget" h. Rm 15. März 1703 ließ er seine Gattin auf Oberund Nieder-Gelsa verleibgedingen. Frau Barbara Margarethe verkaufte ihrem Gatten das in geschwisterlicher Teilung ihr zugefallene Gut Nieder- Gelsa und Förstgen, wie erwähnt, am 17. Dezember 1700. Daß Tarl Heinrichs Tochter, deren Vorname nicht bekannt ist, mit George Heinrich v. Briefen sich vermählte, ist gleichfalls schon erwähnt worden. 4. Hans Thristoph v. S., ein Sohn Gottlobs, hatte in der brüderlichen Teilung vom 1. Juni 1674 das Gut Nieder-Herwigsdorf erhalten und wurde am 4. März 1675 belehnt. Lr war Leutnant im kurfürstlichen Leibregiment. Rm 4. Oktober 1675 verkaufte er das Gut seiner Schwester Frau Rnna Margarethe verm. v. Theler. III. Bernhard v. S., der jüngste Sohn Hans Georgs, besaß das h Brückner, Neues Laus. Mag. Bd. 71, S. 2Z2. 2) k) -5t.-N. Gen. I^oo. 7798, v. Lchwanitz. h Großer, Laus. Merckwürdigkeiten, IV, S. 164. h Lehnsakten Dber-Gelsa. 846 v. Schwanitz. Gut Belbitz (KO von Löbau), das er im Jahre 1617 an Kaspar v. Kottwitz verkauftes. Im Jahre 1619 kaufte Bernhard v. 5. „zue Rosenhan" (Bosenhain) von seinem Schwager Erasmus v. Gersdorff Bittersitz und Vorwerk zu Maltitz (80 von Weißenberg) und Klein- Tettau (0 von Maltitz) samt Dörslein prachenau (0 von Weißen- berg) mit allen und jeden dazu gehörigen Untertanen und vollen land- üblichen Diensten, „wann und wozu man ihnen gebeut, doch wie es im Markgrasthum Oberlausitz gebräuchlich", Ober- und Niedergerichten rc. und wurde am 18. Dezember 1619 belehnt. Im Jahre 1626 verkaufte er den Besitz an Ferdinand v. Gersdorff. Bernhard aus Rosenhain^) wurde am 13. Dezember 1640^) „durch den zeitlichen natürlichen Tod von dieser Welt abgesordert". Er hinterließ eine Witwe veronica geb. v. Gersdorff und als Lehnserben drei Söhne: a. Hans Nikol. b. Hans Wenzel. c. Taspar Lhristianh, sowie eine Tochter ä. Bnna Maria, die sich mit Siegmund v. Gersdorff auf Kitt- litz und Radmeritz vermählte. Die beiden jüngeren Brüder waren noch unmündig, Hans Nikol war mündig, wurde „aber noch bis dato f1641j unter Ihrer Lhurf. Durch!, zu Sachsen Brmee unter dem hochlöblich Bochauischen Regiment für einen Eorparal unterhalten" Frau veronica erhielt wegen gesuchter Lehnsmutung am 10. Juni 1641 einen Mutzettel über Bosenhain. Mit diesen drei Söhnen Bernhards einigte sich am 11. September 1648 „zu Löbau im Gasthofe" der Gberstwachtmeister unter dem Leibregiment zu Roß Hans Heinrich v. Schwanitz dahin, „daß" — wie er dem Landvogt schreibt") — „sie mir eine hohe starke Post zu bezahlen schuldig verblieben und zur Abführung solcher keine andere Mittel gehabt, als daß sie mir ihr väterlich Gut Rosenhain cediren und einräumen wollten, welchen Vorschlag ich nolons volens wiewohl mit höchstem Schaden acceptiren müssen". So ließen denn Hans Nikol und Hans Wenzel, aus kaiserlichen, bezw. kurfürstlichen Kriegsdiensten in die Heimat zurückgekehrt, im Jahre 1649 für sich und im Namen ihres abwesenden, kranken und noch unmündigen Bruders Taspar Thristian die Lehn auf 0 h.-St.-R. Boa. 9545, verzeichntes der Lehen und Leibgedinge in Gber- lausitz äs so 1604-1617, Fol. 327. 2) Bernhard v. S. auf Maltitz und Bosenhain quittiert am Michaelistermin 1624 über den Empfang von 1900 Talern und 56 Tlr. 12 Gr. Zinsen, die er von Matthes Schlenker, der ihm Rosenhain abgekauft, erhalten habe. H.-St.-N. Gen. Boo. 7798, Schwanitz. — Bernhard v. S., der bei seinem Tode im Jahre 1640 das Gut Rosenhain hinterläßt, muß es also von M. Schlenker wiedergekauft haben oder er hatte ihm nur einen Rnteil des Gutes verkauft. h Lehnsakten Rosenhain. — In einem Briefe Hans Nikols an den Dberamts- hauptmann vom Jahre 1641 gibt er als Todestag seines Vaters den 15. Dezember 1641 an. Ebenda. 0 In den Lehnsakten Rosenhain findet sich einigemal ein Hans Taspar als Sohn Bernhards erwähnt, vermutlich starb er frühzeitig, b) Lehnsakten Rosenhain, o) Ebenda. v. Schwanitz. 847 über Rosenhain zu Gunsten ihres Vormunds Hans Heinrich v. 5., der am 7. September 1649 mit diesem Gute belehnt wurde (vergl. S. 841). u. Hans (Johann) Nikol v. S., der älteste Sohn Bernhards, erstand am 8./18. Januar 1647 das Gut Nieder-Beiersdorf (8>V von Löbau) mit dem Sattelhos von den Kreditoren des verstorbenen Hans Heinrich v. Nechenberg für 3600 Taler. Km 9. September 1651 wurde er belehnt mit dem halben Dorfe Beiersdorf, mit dem Sattelhof und dem Kirchlehn. Seine beiden Brüder nahm er in die Mitbelehnschast. Tr starb im Jahre 1662 ohne männliche Lrben und wurde am 24. Juni dieses Jahres beigesetzth. vermählt war er: l. seit dem 16. November 1648 mit Nnna Tatharina v. Gersdorff, Tochter Hansens v. G. aus Kittlitz. Sie starb am 27. Nugust 1655 h. Nach Nusweis des Beiers- dorfer Kirchenbuchs h schloß Johann Nikol am 12. Januar 1659 eine zweite Ehe mit Nnna Sophia v. Gersdorff a. d. h. Gebelzig und Groß-Nadisch. d. Hans Wenzel o. S., der mittlere Sohn Bernhards, wurde nach seines älteren Bruders Hans Nikol Tode, zugleich mit seinem jüngeren Bruder Taspar Lhristian am 23. September 1663 mit Nieder-Beiers- dorf nebst dem Sattelhose belehnt. Hans Wenzel kaufte von Taspar Lhristian im Jahre 1663 dessen Gütlein hochkirch für 2575 Taler Kauf- und 25 Taler Verehrungsgeld und wurde am 11. September 1664 belehnt. Er behielt das Gut bis zum Jahre 1677, wo es Wolf Nudolph v. Ziegler und Klipphausen adjudiziert wurde. Hans Wenzel wurde am 10. Februar 1652 in der Behausung seines Bruders Hans Nikol zu Beiersdorf kopuliert mit Nnna Margarethe v. Nostitz a. d. h. Friedersdorfh. o. Taspar Lhristian v. S. „und Rosenhapn", der jüngste Sohn Bernhards, kaufte am 2. Mai 1651 von Frau Barbara v. Nostitz geb. v. Gersdorff deren Gut zu Gppeln (blO von Löbau) samt zwei Groß- und einem Kleingärtner nebst zwei Stück Ncker für 1470 Taler (je zu 24 guten Silbergroschen oder 72 Kreuzern gerechnet). Da es aber Taspar Lhristian an Geld zur Zahlung gebrach, so übergab er der Verkäuferin am 22. Npril 1654 das Gut wieder. Taspar Lhristian kaufte 1654 von Melchior Christoph v. Gersdorff das Gut hochkirch (ldl^ von Löbau) und erhielt am 12. Nugust 1655 den Lehnbries. hochkirch blieb nicht lange in seinem Besitz: Er hatte im Jahre 1663 seinem älteren Bruder Hans Wenzel dessen Nnteil am väterlichen Gute Beiersdorf im Werte von 1800 Talern „mit seinem zu hochkirch in der Gberlausitz gehabten Güthchen vergnüget". Taspar Lhristian bat zu Walpurgis 1668 den Kurfürsten um Konsens dazu, daß er wegen der seiner Schwester Frau Nnna Maria verm. v. Gersdorff zu zahlenden Summe in höhe von tausend Talern ihr sein Gut Nieder- Beiersdorf verpfände. Nm 21. Februar 1670 starb Taspar Lhristian mit ( 0 Kloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Bd. XVI, v. Schwanitz. h Kloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Bd. VI, v. Gersdorff. 3) Kloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Bd. XVI, v. Schwanitz, ff Ebenda. 848 v. Lchwanitz. Hinterlassung zweier Söhne und, soweit bekannt, einer Tochter Namens Martha Sophia, die am 22. Februar 1664 in Beiersdorf getauft wurde. Seine beiden Söhne Hans Nikol, der im Jahre l67l im achtzehnten, und Lhristoph Gottlob, der im 11. Lebensjahre stand, befanden sich unter Vormundschaft ihres Gheims Hans Wenzels v. S. Vieser bat im Februar 1671 seinen beiden Neffen zur Gmpsangung der Lehn an Nieder-Beiersdorf bis zu ihrer Mündigkeit Indult zu gewähren, mußte aber, da das Gut subhastiert wurde, die Lehn auflassen. OB. Hans Friedrich v. S., Hansens d. I. Sohn, kaufte von seinem Bruder Hans Georg dessen Nnteil an Weigsdorf, starb aber kinderlos vor dem Jahre 1610, so daß sein Nnteil an letzteren zurückfiel h. 00. Hans Heinrich v. S. war der dritte Sohn Hansens d. I. Über ihn stehen uns keine Nachrichten zu Gebote. IV. Linie Wustung —Vornhennersdorf. v. Thristoph v. S., der vierte Sohn Hansens, suchte gemeinsam mit seinem Bruder Franz am 1. September 1572 für sich und ihre vier Brüder die Lehnfolge über das Gut Wustung (bl^V von Friedland), das ehemalige Leibgedinge ihrer Mutter Margarethe v. 5., geb. v. Breitenbach I. Thristoph erhielt im Jahre 1576 die Befugnis, in seinem Kretscham zu Wustung Zittauer Bier auszuschenken. Tr bekleidete eine Zeit lang, jedenfalls seit 1583, das Nmt eines Klostervogts von Marienthal, wurde aber im März 1594 abgesetzt"). Unter ihm, und zwar im Jahre 1584, wurden die Emporkirchen in der Kirche zu Königshain bei Dstritz erbauth. Thristoph starb im NIter von 64 Jahren am 31. Juli 1594 und wurde in Weigsdorf beerdigt^). vermählt war er mit veronica v. Gersdorff, wie ein alter Leichenstein in Weigsdorf dies besagte"). Jedenfalls seine Söhne waren die Gebrüder Franz und Heinrich v. S. Diese suchten am 22. Juni 1600 nach um die Belehnung mit dem Gute Wustung. Beide Brüder kauften am 9. Februar 1601 das Stückgut Vornhennersdorf (0 von Hirschfelde) in der Herrschaft Seidenberg von Tatharina v. Noedern für 5000 Taler und suchten am folgenden Tage um die Belehnung nach, hierbei wird auch Ernst als Bruder Franzens und Heinrichs genannt. Franz zu Wustung wurde am 5. September 1594 als Klosteroogt zu Marienthal introduziert, aber bereits im folgenden Jahre wieder seines Nmts entsetzt h. Er starb um das Jahr 1620, denn am 24. Februar dieses Jahres errichtete er sein Testament, vermählt war Franz seit dem 13. Juni 1595") mit Martha v. Gersdorff, die ihm 2000 0 Neues Laus. Mag. Bd. 63, 5. 151. -) Zu dem folgenden vergl. Neues Laus. Mag. Nd. 73, 5. 104 ff. Lchönfelder a. a. G. 5. 230. h Lperrhaken, Geschichte von Uönigshain bei Dstritz, 1858, 8. 14. 5) Lchönfelder a. a. D. 8.230. h Unvollständige Grabsteininschrift bei Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Nd.VI, v. Gersdorff. Lchönfelder a. a. D. 8. 230. h Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. VI, v. Gersdorff. v. Schwanitz. 849 Taler in die The mitbrachte. Tr hinterließ einen Lohn Christoph, der nach seiner Mutter Tode das Gut Wustung erben sollte. Heinrich v. 5., Franzens Bruder, saß aus Dornhennersdors. Er kaufte am 6. Dezember 1609 das Stückgut zu Reibersdorf (0 von Zittau) für 2180 Taler, am 6. Mai 1610 das halbe Rirchlehn und den halben Teil der Gerichte daselbst für 445 Taler und wurde am Tage Michaelis 1612 f29. September) gemeinsam mit seinem Bruder Franz mit diesen Lehnstücken in Friedland belehnt. — - Ruf Vornhennersdorf saß auch ein Hans Christoph v. S. Wessen Sohn er war (ob Heinrichs?), vermögen wir nicht anzugeben. Er vermählte sich am 15. Mai 1652 mit Maria Helena v. UnwürdeH. Hans Thristoph v. 5. „und Dürren-Heinersdorff" kaufte am 10. Juli 1652 das Vorwerk zu Gerlachsheim (88>V von Lauban) für tausend Taler von Frau Eva v. vebschitz, geb. v. Gersdorff. Seine Gattin, Frau Maria Helena, „Rittmeisterin", verkaufte am 19. «Oktober 1661 das Gut Mittel-Gerlachsheim an Hans Rbraham v. Miltitz. Sie mußte es am 11. Juli 1676 wegen rückständiger Rausgelder wieder annehmen und erhielt es für 750 Taler adjudiziert. Sm Jahre 1680 verkaufte sie das Gut ihrem Bruder Wigand Rdolph v. Unwürde. V. Linie Weigsdors. R. Joachim v. S., der fünfte Sohn Hansens, wurde von Friedrich v. Roedern im Jahre 1559 am Dienstag nach Esuasimodogeniti s4. Rprilj gemeinsam mit seinen fünf Brüdern belehnt mit Wustung, Neundorf, dem Vorwerk zu Weigsdors und dem Erbe zu Raspenau. Weiter hören wir nichts von ihm^). vielleicht war sein Enkel der folgende: Thristoph Friedrich d. R. aus Rieder-Weigsdors vermählte sich: I. am 24. Juni 1654^) mit Helena Maria v. Ryaw, einer Tochter Wilrichs II. v. R. aus Gießmannsdors. Sie starb während der Geburt eines Rindes am 28. Rugust 1667 und wurde erst am 24. November in Weigsdors begrabenH. Er vermählte sich: II. am 26. November 1668 mit Rnna Helena v. Vorau-Ressel. Sie wurde am 19. Dezember 1643 zu Nieder-Berzdors bei Friedland als Tochter Hans Heinrichs v. B.-R. und der Rnna Helena v. Hohberg a. d. H. Wiese geboren. Rus Rnna Helenens Ehe mit Thristoph Friedrich d. R. v.S. gingen zehn Rinder hervor. Christoph Friedrich d. R. starb am 8. Mai 1681 mit zwei Töchtern Johanna Sophia und Juliana Elisabeth, „da eins vor, das andere Töchterlein nach dem Herrn Vater gestorben""). Frau Rnna Helena überlebte diesen ihren Gatten über dreißig Jahre; nach einem achtzehnjährigen Witwenstande schloß sie im Jahre 1699 eine zweite Ehe mit Heinrich Ludwig v. Pentzig aus Nieder-Rudelsdors, der im tz sJ. G. Kloßs, Sammlung einiger historischer Nachrichten von Seidenberg, 1762, S. dl. 2) Neuer Laus. Mag. Nd. 73, S. 103. tz v. Kgaw, Familienchronik des Geschlechts v. Kgaw, 1870, S. 116. tz Kirchenbuch zu lveigrdorf. H Ebenda. 54 ä 850 v. 5chwanitz. Jahre 1701 starb. Sie lebte hieraus in Görlitz, wo sie auch im Jahre 1714 starb. In Iveigsdors wurde sie S unts 6. postlvmitutis s6./16. Julis dieses Jahres begraben. Sie ist die Stisterin bedeutender Legate in Seideuberg und Weigsdorsh. von Christoph Friedrichs Kindern sind uns folgende bekannt^): 1. I. Lhristoph Gottlob, getauft 1. März 1655. 2. I. Lhristoph Friedrich d. I. Siehe unten. 3. I. Latharina Sophia, getauft 31. Dezember 1657 „zu Hause, weil es sdas Kinds übel aufs". 4. I. Helena Latharina, getauft 8. Oktober 1660, vermählt 15. Oktober 1698 mit Johann Adolph v. Kpaw aus Spitzkunnersdors. Sie starb am 8. September 1719h. 5. I. Helena Sophia, geboren am 9., getauft am 29. März 1665, gestorben zu Spitzkunnersdors bei ihrem Schwager Johann Adolph v. Kpaw am 18. Dezember 1701, begraben zu Gber-Leutersdorfh. 6. II. Juliane Eleonore, getauft am 24. Oktober 1669. 7. II. Anna Helena, getaust19. November1670, gestorben1673. 8. II. Hans Lhristoph, getauft 1. Juni 1672. 9. II. Maria Sophia, getauft 29. August 1673, gestorben 1673. 10. II. Helena Maria, getauft 5. Februar 1675. 11. II. Johann Gottlieb, getauft 16. Januar 1676. 12. II. Georg Adolph, getauft 4. März 1677. 13. II. Johanna Sophia, getauft21 .April1678, gestorben 1681. 14. II. Juliane Elisabeth, geboren 23., getauft 27. August 1679, gestorben 1681. 15. II. Victoria Tugendreich, getauft 21. Oktober 1680. Der unter Nr. 2 ausgesührte Sohn Lhristoph Friedrichs d. A. v. S.: Lhristoph Friedrich d. I. pflanzte den Stamm fort. Lr wurde am 19. Juni 1656 h getauft, wurde Kornett, bekleidete auch das Amt eines Kriegskommissars des Görlitzer Kreises und starb als Herr aus lveigs- dors vor Dom. Dueturs 1716 und zwar „? zuvor, war der erste große Bußtag" s20. Märzs. Sein Leichenbegängnis fand am Sonntag Dustuvs s22. Märzs statth. Lhristoph Friedrich d. I. vermählte sich: I. mit Sophia Elisabeth v. Vischofswerder, Tochter Hans Thristophs v. B. 9 Ebenda: sI-G.KIoßs, 5eidenberger Nachrichten, 5.328, 329: F.N). L.Nlend e, Lhronik von 5eidenberg, 1887, 5.127, 128: Alte Dberlausitzische Itirchengalerie, 5.237: Neue 5ächstsche Itirchengalerie, Diöcese Zittau, 5p. 730: ihr Grabdenkmal ist in Gurlitt, Bau- und Itunstdenkmäler des Königreichs 5achsen, 29. Heft, Zittau —Land, 5.253 abgebildet, ebenso in Nletzger; Historischen Denkmälern im Zriedländischen, 1910, Taf. XXIX. ft tveigsdorfer Kirchenbuch, ft v. Kparo a. a. G. 5. 128. ft Ihr Delbild ist in der Kirche zu Leutersdorf, Gurlitt a. a. V. 29. Heft, 5.105. ft Gurlitt a. a. D. 29. Heft, 5. 251 gibt irrtümlicherweise als seinen Geburtstag den 9. Januar 1650: die bei Tageslicht etwas schwer erkennbare Inschrift des Denkmals läßt aber bei künstlicher Beleuchtung deutlich das Datum: 9. Juni 1656 als Geburtstag erkennen. - Line Abbildung des Denkmals gibt Nletzger, Historische Denkmäler im Zriedländischen, 1910, Taf. XIX. ft Wsigsdorfer Kirchenbuch. v. Schwanitz. 851 aus Treba. Sie starb an den Blattern am 11. Juni 1688, ein Sohn Johannes Franz am 13., ein anderer Sohn Hans Rudolph am 25. Juni desselben Jahres. Um dieselbe seit, am 10. Juni, wurde auch die Schwester der Frau Sophia Elisabeth v. S., Maria Tugendreich v. Bischofswerder, in Weigsdorf ein Gpfer der Blattern h. Lhristoph Friedrich vermählte sich: II. am 15.Juli 1689 mit Frau Susanna Elisabeth verwitw. v. Ziegler und Rlipphausen, geb. v. Schwanitz, einer Tochter Gottlobs v. S. aus herwigsdors (vergl. S. 842). Sie war in erster Ehe verheiratet gewesen mit Heinrich Rnshelm v. Ziegler und Ulipphausen aus Radmeritz, Sind« und probsthain (tz 11. Rugust 1684)ch. Frau Susanna Elisabeth starb im Jahre 1712 und wurde am 4. Mai begraben 3)' Thristoph Friedrich d. I. hatte außer den beiden oben erwähnten im Jahre 1688 verstorbenen Söhnen erster Ehe Johannes Franz und Hans Rudolph drei Rinder: a. Johann Lhristoph, von dem gleich die Rede sein wird. b. Johanna Eleonore, * 23. Februar 1691, 's 3. Juni 1746 als Gattin Hieronymus Thristophs v. Gablenz aus Schreibersdorfs). e. Lharlotte Elisabeth, * 7. Juli 1692, vermählt 22. Februar 1714 zu Weigsdorf mit Laspar Dtto d. I. v. Rostitz auf Reundorf. Der unter a. angeführte Johann Lhristoph v. S., ein Sohn erster Ehe des Uriegskommissars des Görlitzer Ureises Lhristoph Friedrichs d. I., wurde am 28. September 1682 in IVeigsdorf getauft. Er besaß Rieder-Weigsdors und war kurfürstlich Sächsischer Hauptmann. Rm 2. September 1717 kaufte er das Erbgut E)uitzdors von Rothenburg, am schwarzen Schöps) von Georg Friedrich v. Rostitz. Johann Thristoph starb, vierzig Jahre alt, am Sonnabend vor Esuinquagesimä 1722 s14. Februars und wurde am Sonntag Snvocavit s22. Februars in IVeigsdorf beerdigt, vermählt war er mit Sophia Elisabeth v. pentzig. Sie erbte seine Güter Rieder-IVeigsdors und Esuitzdorf. Esuitzdorf verkaufte sie am 14. Rugust 1722 an Johann Theobald Uölbing aus Mittel-Uönigshain und Uesselsdors, fürstlich Württemberg-Gelsischen wittümlichen Hof- und Uammerrat, für 14 000 Taler, doch trat Frau Helene Henriette v. Tzettritz, geb. v. Wehlen, aus viehsa für den bürgerlichen Uäufer in den Raus ein. Frau Sophia Elisabeth v. 5. vermählte sich am 20. Mai 1723 wieder mit Earl Gottlob v. Gersdorff^), der durch sie in den Besitz des Gutes Weigsdorf gelangte. Nur zwei früh verstorbene Rinder Johann Thristophs sind uns bekannt: Thristoph Friedrich, * 19. Februar 1717, getauft am tz Ebenda: vergl. auch I G. Schuberts Leichenpredigt auf Maria Tugendreich v. Bischoffswerder, l688. h v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, III. Bd., S. 247. tz Meigsdorfer Kirchenbuch, tz Ebenda. h lVeigsdorfer Kirchenbuch: Über L. G. v. Gersdorf siehe v. Gersdorf Linie R, Vber-Rennersdorf, Bd. I, S. 598. 54 852 v. Schwarz. 25. d. M. Km Sonntag Dueturs 1717 s7. Märzj wurde ihm schon die Leichenpredigt gehalten H. Lrdmuth Elisabeth wurde zu Michaelis 1720 s29. September) mit einer Leichenpredigt bestattet"). K. Siegmund v. S., auch „Stpbitz" genannt, der sechste und jüngste Sohn Hansens, ein Stiefbruder Heinrichs, Franzens und Christophs, stand zunächst unter Vormundschaft Joachims v. Lberhardt zu Küpper, der im Jahre 1564 für sein Mündel um die Belehnung mit Weigs- dorf nachsuchte^). Siegmund kaufte später das Gut Nieder-Nenners- dorf (0 von Herrnhut) und wurde am 4. Dezember 1572 mit dem neuen Besitz belehntH. Er starb zwischen dem 6. Januar und 1. Npril 1579 5) mit Hinterlassung von Kindern, deren Namen unbekannt sind. Ihre Vormünder verkauften Nieder-Nennersdorf an Joachim v. Klüx zu Strahwalde, der am 27. Juni 1584 belehnt wurde°). Nicht in eine der Linien einzureihen vermögen wir Frau Helena Sophia v. S., geb. v. Hohberg. Sie kaufte im Jahre 1687 Nieder- Gerlachsheim (88^V von Lauban) von Magnus Ndolph v. pentzig und veräußerte das Gut am 5. Januar 1694 an Georg Nlbrecht v. Warnsdorf. Nach KloßH war sie in erster Ehe mit einem v. Loeben, in zweiter mit Nikol v. S. vermählt gewesen. Dieser starb mit 68 Jahren im Jahre 1709, seine Witwe im Jahre 1714 und zwar in Seidenberg. — Valentin Schwanitz besaß im Jahre 1708 das Schnittersche Haus in Görlitz ch. — Wappen: Ein in den Lehnsakten von Beiersdorf befindlicher Siegelabdruck zeigt im Schilde den nach rechts gewendeten Kopf und Hals eines Schwans. Nuf dem Helme wiederholt sich die Schildfigur zwischen zwei Federn. v. Schwarz. Georg Gottlieb Schwarz, geboren in Bautzen als Sohn des Bürgers und Meisters Johann Gottfried S., erlangte am 6. November 1789 in seiner Vaterstadt das Bürger- und Meisterrecht als Tuchmacher und war Inhaber der Handlung G. G. Schwarz L To. daselbst. Cr kaufte am 30. November 1814 von Wilhelm Carl Grasen v. Wartens- l) weigsdorfer Kirchenbuch. H Ebenda. s) Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 104, Nr. 381. 4) H.-St.-R. Roe. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Dünste im Dörlitzischen rc., 1572 — 84, §ol. 1. b) v. Mücke, Das Rittergut zu Nieder-Rennersdorf, 1843, S. 10. k).-St.-R. Roe. 9550, Registratur der Lehen ic., Zol. 31. Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Rd. XVI, v. Schwanitz. Neues Laus. Mag. Bd. 74, S. 135 R. 2. v. Schwarz. 853 leben das Mannlehngut Gppeln (blblO von Löbau) und das Kalck- reuthsche Mannlehngut daselbst für 24 500 Taler und l50 Taler Schlüsselgeld. vermählt war er seit dem 17. Rpril 1798 mit Taroline Thristiane Lrdmuth geb. petschke, geboren am 13. Januar 1775, gestorben zu Dresden am 10. März 1847 h, einer Tochter des im Jahre 1803 gestorbenen Bautzner Bürgermeisters Friedrich Gottlob p. Georg Gottliebs Sohn Robert Maximilian v. S., geboren zu Bautzen am 15. Juli 1800, starb daselbst am 12. Oktober 1832h. vermählt hatte er sich mit Thristiane Emilie Mathilde geb. Kästner, geboren am 20. Februar 1810 als Tochter des Bautzner Bürgers und Strumpfwarenfabrikanten Friedrich Gottlob K. und seiner Gattin Thristiane Dorothea geb. Klemm h. Frau Thristiane Emilie Mathilde v. S. kaufte am 17. Oktober 1828 von Johann Gotthelf v. hornemann das Rittergut Pannewitz am Taucher (blO von Bischofswerda) für 34 500 Tlr. und 300 Tlr. Schlüsselgeld; am 17. Rugust 1831 erhielt sie den Erbbrief. Sie verkaufte Pannewitz am 9. Oktober 1835 an Hermann Friedrich v. Damnitz. Emma Ruguste v. §., eine Tochter Georg Gottliebs, vermählte sich am 18. Mai 1820 mit dem Hauptmann Turt v. Einsiedel. Sie kaufte von ihrem Vater das Gut Gppeln am 12./16. September 1828 und veräußerte es wieder am 15. Oktober 1841 an den Großkaufmann in Zittau Friedrich Wilhelm Demisch. König Maximilian Joseph von Bayern hatte, München den 22. September 1814, den Großkauf- und Handelsherrn in Bautzen Georg Gottlieb Schwarz in den Adelsstand erhobenh und ihm ein Wappen verliehen, „bestehend in einem der Länge nach in zwo gleiche Hälften gespaltenen, nach unten zu in eine stumpfe Spitze auslaufenden deutschen Schilde, dessen rechte Seite oben von Blau, unten von Roth quergetheilt, und in dem blauen Theile mit einem liegenden goldenen Halbmonde, in dem rothen aber mit einem achteckig silbernen Sterne belegt ist. In der linken goldenen Feldung befinden sich zween mit dem Rücken gegen einander gekehrte, aufrechts gestellte Salme mit silbernen Schuppen und bläulichten Flossen. Ruf dem Schild, den zu beiden Seiten blau und goldene helmdecken umgeben, ruht ein offen adelich gold gekrönter 0 Grabstein an der Außenseite der Kirche zu Kittlitz. h Grabstein ebenda. ff Frau Thristiane Dorothea Kästner ging nach ihres ersten Gatten Tode eine zweite The ein mit Trust Larl Gottlob v. Schütz, Premier-Leutnant von der Sächsischen Armee. Sie kaufte I8td das Kittergut Vehna bei Bautzen. ff Der König von Sachsen ließ, Dresden den 21. Gktober 1815, folgende Verordnung an das Vberkonsistorium ergehen . . . „Wir wollen auf das von dem Großhändler Georg Gottlieb Schwarz zu Nudistin angebrachte unterthänigste Suchen geschehen lassen, daß sich des ihm von dem Könige von Baiern (vermöge einer Suppli- canten unterm 22. September v. ff. ertheilten Adels - Diploms, in welchem unter andern derselbe und alle seine ehelichen Nachkommen als kldeliche des Königreichs Baiern erklärt uud von Schwarz benennet worden) verliehenen Adelsstandes auch in Unfern Landen bedient werden möge" . . . H.-St.-A. Geneal. I-oc. 77Y8, Schwarz. 854 v. Schweinach. Turniershelm, wo über der Krone desselben zwischen zween mit den Lachsen einwärts gekehrten ausgespannten schwarzen Adlers-Schwingen der im Schild beschriebene achteckigt silberne Stern ausschwebt"*). v. -Schweinach. Angehörige des alten Schlesischen ursprünglich aus Böhmens stammenden Adelsgeschlechts v. Schweinichen (Schweinach) machen sich seit dem Anfänge des 17. Jahrhunderts auch in der Herrschaft Friedland ansässig. Die Herrin dieser Herrschaft, Katharina v. Noedernch, verkaufte in Vormundschaft ihres Sohnes Christoph am 19. August 1603 das nach dem Tode Friedrichs v. vebschitz heimgefallene Gut und vors Tngels- dorf (blbl'W von Friedland) nebst der eingängigen Mühle zu Zahna (8 von Tngelsdorf), zwei Wiesen und einem Bauer in Wiese (blO von Tngelsdors, dicht an der preußischen Grenze) für 6000 Taler an Adam v. Schweinichen und Kolmitzh. Am 1. November suchte er nach um die Belehnung mit Gut und vors Tngelsdors. vor dem Mai 1610 muß er gestorben seinh. Tr hinterließ vier Söhne: Abraham, Georg, Adam und David, sowie zwei Töchter: Helena und Magdalena. Am 7. Mai 1610 suchte Adams Sohn Abraham für sich und seine drei unmündigen Brüder Georg, Adam und David um die Belehnung nach mit dem von ihrem Vater hinterlassenen Gute und Dorf Engelsdorf. Thristoph II. v. Noedern belehnte sie am Tage Michaelis 1612 s29. Septembers. Die Brüder v. S. verglichen sich am 3. Juni 1614 dahin, daß Georg das Gut Tngelsdors übernahm; er verkaufte es indessen im folgenden Jahre an seinen Bruder Abraham. Der jüngste der vier Brüder, David v. S. erwarb später, unbekannt wann, Tschernhausen (8 von Seidenberg) von Hans v. Gersdorffch. David war vermählt mit Marianne, geb. v. haugwitz, Tochter Abrahams v. h. aus Alt-Seiden- berg und Mostrichen*). Das Ehepaar errichtete zu Friedland am 28. Oktober 1631 für den Todesfall eine gegenseitige Donation des Vermögens. Marianne vermachte Legate ihrem Bruder Abraham v. haugwitz aus Alt-Seidenberg und Mostrichen und ihren Schwestern Susanna v. Zedlitz zu Mauer, Helene v. Miltitz zu Tschernhausen und Maria v. Schweinichen zu Tngelsdors, sämtlich geborenen v. haugwitz. Am >) Nach der Abschrift des Adelsdiploms in den Lehnsakten von Dppeln. h vergl. v. Schweinichen, Zur Geschichte des Geschlechts derer v. Schweinichen, 1903, S. 3 und ll. Der Verfasser bezeichnet das Geschlecht v. S. als eines Stammes mit dem ausgestorbenen polnischen Geschlecht der Swinkas. 3) vergl. zu dem folgenden Helbig, Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. III, II2, Negest Nr. 428-437. tz Wohl richtiger Uolbnitz. Uolbnitz im Iauerschen ist ein Stammhaus der v. S. 5) Sein in Tngelsdorf befindliches Epitaph, das Metzger, Historische Denkmäler im Friedländischen, 1910, Taf. XIV abbildet, gibt in der undeutlich gewordenen Umschrift des Steins den 4. April 1610 als Todestag an. «) Neues Laus. Mag. Sd. 73, S. HO, Nr. 424. tz ssZ. G. Uloßs, Sammlung einiger historischer Nachrichten von Seidenberg, 1762, S. 322, 386. v. Lchweinach. 855 11. September 1637 verkaufte David sein Gut Tschernhauseu für 900 Taler an Balthasar v. SchwartzH, kaufte es aber jedenfalls sehr bald wieder zurück, denn am 6. Februar 1639 wurde David v. Schweinach wieder mit Tschernhauseu vom Grasen Matthias Gallas belehnt. David v. §. hatte nach dem im Jahre 1636 erfolgten Tode seines Schwiegervaters Nbraham v. Haugwitz dessen Gut tllt-Seidenberg übernommen. Tr besaß es aber nur kurze Zeit: Km 2. Kpril 1639 wurde er in einemDuell erstochen. Seine Witwe starb im Jahre 1647 in Seidenberg ^). — Jene oben (vergl. S. 854) erwähnte Maria v. 5. zu Lngelsdors, geb. v. Haugwitz (also wohl Witwe Kbrahams v. S., der im Jahre 1615, wie oben angegeben, Tngelsdorf von seinem Bruder Georg erkauft hatte) lebte noch im Jahre 1651 in Tngelsdorf zugleich mit ihrem Sohne Johann Georg v. S.H. Die Gegenreformation trieb diesen im Jahre 1651 aus der Heimat. Tr wandte sich in die Gberlausitz. Sein Gut Tngelsdorf verkaufte er am 19. November 1670 an die Herrschaft Friedland für 2000 Fl. Rheinisch H. Johann (Hans) Georg v. S. machte sich in der Gberlausitz ansässig, indem er am 17. Kugust 1653 „das Niedertheil und Nittersitz des Gutes pommritz" (080 von Bautzen) von Melchior Thristoph v. Gers- dorff aus Hochkirch erkaufte. Nach Beilegung des Streites mit den v. Gersdorffschen Lehnsvettern wegen des Ous protimiseos wurde der neue Besitzer am 22. Juni 1655 belehnt, vom Jahre 1658 an lag er in Streit mit Taspar Thristian v. Schwanitz auf Hochkirch wegen der aus dem Gute pommritz haftenden Nauchsänge. Noch im Jahre 1675 wurde der Streit von den Trben des letzteren sortgesührtI. Johann Georg v. 5. starb am 28. Npril 1681. Tr war vermählt seit 14. Februar 1645 mit Helena Lhristina v. Gersdorfs, gestorben XVI. p. Drinit. tz Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. NO, Nr. 424. H II- G. Nloßj a. a. D. S. 322, 356. 3) N. Nessel, Geschichte des Friedländer Bezirkes, l?02, §.346. tz Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. N2, Nr. 437. °) 6--2t.-K. Gen. Boa. 7799, Lchweinach. — ksans Georg v. 5. beabsichtigte 1674 pommritz zu verkaufen und bat am 5. Juli d. I. den Nurfürsten, es möge ihm „als einem armen Exulanten und Religionsvertriebenen" gestattet werden, sein Nitter- gütlein zu pommritz, t>as vormals von etlichen Bauergütern zusammengekauft sei, an Land- oder Bauersleute zu verkaufen. Die §tände protestierten hiergegen. Über den Bittsteller, der das Gütchen p. für 3000 und etliche Taler erworben habe und es für 7000 Taler verkaufen wolle, sprechen sie sich u. a. am 23. März 1675 dahin aus: . . . „Wir lassen zwahr vors dritte dahin gestellet sepn, daß Zupplicant amors rsliAiovis NvuriAsIieus aus dem Königreich Böhmen gewichen ist, wir haben ihn auch willig und gerne ins Land ausgenommen und ankauffen lassen, ihm auch alle angenehme Freundschafft und ukksotiov erwiesen und seind solches noch ferner zu thun erbötig. Daß aber solch einem entwichenen Exulanten derjenigen Landes, von dem er ausgenommen und tovirst wirdt, alte wohlhergebrachte Gewohnheiten, Landesverfassung und privilsZiu impuvs zu kräncken und dadurch einen unzulässigen Gewinn zu suchen nachgelassen sepn solte, solches können wir in denen Gesetzen der Schriftlichen Liebe gegründet nicht befinden" . . . Boo. 9546, Nndere Buch Irrungen zwischen den Land - Ltänden und Ltädten im Marggraffthum Gberlausitz, die Lrkauffung der Nittergüther betr. uo 1667-1721, Fol. 92 ff. 856 v. Schweinach. 1691 f27. Septembers Tochter Lhristophs v. G. auf Weigsdorsh und hinterließ drei Söhne: George Kdam, Christoph Gottlob und Hans Bernhard Gebrüder v. 5., die am 19. März 1682 mit pommritz belehnt wurden. Sn brüderlicher Teilung vom 19. August 1681 war pommritz an George Adam gefallen. Km 19. März 1682 erhielt er das Gut zu Lehn verreicht, vermählt war er mit Zachariette Elisabeth v. Brandshagen, Tochter des königlich Schwedischen (Obersten Zacharias v. V. auf Maltitz. Bin 29. Juli 1687 ließ er sie gegen laut Ehestiftung vom 3. (Oktober 1686 angenommene 1500 Taler Ehegeld, mit 1500 Taler Gegenvermächtnis, einem gewissen Hausgeld und einer Summe für die weibliche Gerechtigkeit auf pommritz verleibgedingen. Frau Zachariette Elisabeth kaufte am 16. März 1693 das Gut pommritz von ihrem Gatten und gab als Mitbelehnte an ihren Gatten, dann dessen Bruder Christoph Gottlob v. S. und ihren Bruder, den Hauptmann Adam Friedrich v. Brandshagen auf Maltitz. Am 12. Juni 1693 wurde sie vermittelst ihres Lehnträgers, des hofrichters Peter Kudolph v. pentzig aus pielitz, mit pommritz belehnt. Sie starb am 30. April 1695 ohne männliche Erben und wurde am 13. Mai begraben. Ihr Ehemann und nächster Mitbelehnter wurde am 13. März 1696 mit Nieder-Pommritz belehnt. George Adam starb am 18. September 1700 und wurde am 28. September bestattet, von seinen Brüdern überlebte ihn Thristoph Gottlob v. S. Dieser verkaufte das Gut pommritz am 8. Mai 1705 an Johann Ehristian v. heldreich. höchst wahrscheinlich war es jener oben erwähnte, aus Engelsdors in die (vberlausitz exulierte Johann Georg v. S., der außer den angegebenen drei Söhnen noch fünf Töchter besaß. Diese, mit Namen Maria Elisabeth, Barbara Helena, Anna Tatharina, Juliana Sophia, Sabina Eleonore v. S. lebten in äußerst bedrängten Verhältnissen und schrieben am 11. November 1695 aus Bautzen an den Kurfürsten, dankten ihm, daß er „Unfern miserablen Vater- und Mutterlosen lvapsenstandt und dem Unß und unfern Litern umb der Evangelischen Lehre willen zugestoßenen gänzlichen Verlust unsers zeitlichen Vermögens dergestalt Landesväterlich beherziget und zu unserer Alimentation aus dem löblichen Nmbte dero Gberlausizischen Landeshauptmannschast unß drepßig Thaler aus Lhurfürstl: hoher Milde nechstverwichenen Johannis reichen zu lassen gnädigst geruhen wollen"^). Sie bitten gleichzeitig noch um jene 60 Taler Gnadengeld, die durch Absterben der Jungfrau Buna Katharina v. Kottwitz erledigt seien und berufen sich darauf, . . . „welcher- gestalt unser seel. Vater Key damahliger harter Neligionsverfolgung in Böhmen nicht allein sein aus die 30 000 Taler geschätztes Gutt Lngels- berg, sondern auch sein übriges haab und vermögen mit dem Kücken O Weigsdorfer Kirchenbuch, klm Id. November 1645 wurde ihm ein Sohn geboren, der am 30. November Laspar Thristoph getauft wurde und seinen Vater nicht überlebte; am 27. September 1652 wurde dem kfan; Georg, „itzo im Exilio bep seinem kj. Schwiegervater ks. Lhristoff v. Gersdorff" eine Tochter getauft: Nnna Latharina. Ebenda. 2) kf--5t.-6. Gen. Noo. 7790, Schweinach. v. Schweinitz. 857 ansehen und nebst 8 unerzogenen Kindern in die 30 Jahr das bittere Elend bauen, wir die Tächter zeithero auch uns ganz kümmerlich durch unsere saure Mühe und Handarbeit leider hinbringen müssen" In den Lehnsakten von pommritz wird eine Frau Dorothea Sophia v. S., geb. „v. vittingshoffen" im Jahre l705 erwähnt. Wessen Gemahlin sie war, ist nicht ersichtlich ^). Wappen: Die Schlesischen v. Schweinichen führen im roten Schilde einen silbernen Lber. Gekrönter Helm. Kleinod: Der silberne Eber wachsend. Decken rot-silbern^). v. Schweinitz. Oie v. Schweinitz gehören dem Schlesischen Uradel an; ihr Stammhaus ist Klein-Schweinitz („Swencz") im Kreise Liegnitz. Das erste urkundlich beglaubigte Glied des Geschlechts istdacobus de L^vent?, der als Kat der Herzogin Anna zu Liegnitz und Krieg im Jahre l320 am Tage Allerheiligen erscheint^. Gegen Ende des l7. Jahrhunderts siedeln sich Angehörige des Geschlechts auch in der Gberlausitz an. Hauptlinie Petersdorf. Georg v. S., Sohn des Thristophorus^), auf Petersdorf, Liebenau, Stelzenberg und Mühlrädlitz, starb am 3. Februar l567. vermählt war er mit Margarethe v. haugwitz a. d. h. Klein-Gbisch. Drei Söhne pflanzten den Stamm fort: I. Hans auf Liebenau und Seisersdorf. Liehe unten: Linie Liebenau — Seifersdorf. II. Georg auf petersdors. Siehe S. 858 Linie Petersdorf — Lrapn — Friedersdorf — Leuba. III. Friedrich auf Mühlrädlitz. Siehe S. 862 Linie Mühlrädlitz. I. Linie Liebenau —Seifersdors. Der unter I. erwähnte Hans v. S. und Petersdorf auf Liebenau und Seisersdorf, des Fürstentums Liegnitz Landeshauptmann, gestorben im Jahre 1589, hatte sechs Söhne. Sein vierter Sohn, Thristoph v. §. aus Seifersdors, gestorben I62l, war der Vater Davids. Dieser, als Landeshauptmann des Fürstentums Liegnitz am 27. März 1667 im Alter von 67 Jahren gestorben, bekannt als Herausgeber einer Genealogie seines Geschlechts, hatte aus seiner zweiten Ehe mit Marianne v. Nostitz ') Ebenda. 2) Sie dürfte identisch sein mit Dorothea Sophia v. vietinghoff, geboren zu Thammenhain am 10. März 1656 als Tochter Ruperts v. v. und vermählt an „Herrn von Schweinichen in Schlesien". Sie starb zu Löbau. v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, I. Bd., 1790, S. 202. 3) v. Schweinichen a. a. D. S. II. ->) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Rdeligen Häuser, 1904 (5. Iahrg.). 5) Namen und Daten der Voreltern der Dberlausitzischen v. Schweinitz nach Sinapius, Schlesische Luriositäten, I. Teil, 1720, S. 846 ff.: II. Teil, 1728, S. 436 ff. 858 v. Schweinitz. a. d. H. Teschwitz als jüngstes, zwölftes Kind einen Lohn (den vierten) Namens Georg Nudolph, der, am 3. Ndvent 1649 fl6. Dezember) geboren, als königlich preußischer kurfürstlich Brandenburgischer Geheimer Justiz- und Dberhofgerichtsrat, Domherr und Subsenior des Hochstists zu Magdeburg und Herr aus Seifersdorf, Sorge, Mönchhos im Jahre 1708 starb H. Nm 29. Npril l683 war er in den Böhmischen Freiherrnstand erhoben worden H. Georg Nudolph war zweimal vermählt: I?) in Dresden am 18. Nugust 1682 mit Magdalena Sibplla Freiin v. Friesen, geboren in Dresden am 14. Februar 1652, Tochter Tarls Freiherrn v. F. aus Nötha. In erster The war sie vermählt gewesen mit dem im Jahre 1677 verstorbenen kurbrandenburgischen Kammerherrn Bernd Hildebrand v. BurgsdorffH. Sie starb mit Hinterlassung einer Tochter Dorothea Philippina Sophia v. S. zu Berlin am 1. September 1693. Zwei andere Kinder, Friedrich Wilhelm (ch 6. Dezember 1691) und Elisabeth v. S. waren ihr im Tode vorangegangen^). Nm 7./17. Juli 1690 hatte sie, in den Lehnsakten als „Frau auf Torgo und Ziethen" bezeichnet, das Lehngut Gber-Gppach (V^LVi von Löbau) und pertinentien für 10000 Taler gekauft. Nus ihr Ansuchen verwandelte der Kurfürst am 6. November 1690 ihr Gütlein Gppach aus Mannlehn in Erbe und Nllodium, ebenso das zu Dppach gehörige, im Meißnischen gelegene Holz°). Nm 8. Dezember 1690 erhielt sie das Gut verreicht. Schon im Jahre 1693 verkaufte sie Gber-Gppach für 11000 Taler an Wolf Heinrich v. Muschwitz, starb aber, ehe sie den Kaufkontrakt vollziehen konnte. Georg Rudolph vermählte sich: II. mit Maria Elisabeth geb. Freiin v. Zedlitz und Neussendorf, Witwe Franz Nlberts o. Sommerfeld auf Schmochwitz. II. Linie Petersdorf —Lrapn-Friedersdorf-Leuba. Der unter Nr. II. angeführte Georg v. S. aus Lrapn (Kreis Liegnitz), Kauder (Kreis Bolkenhain) und Petersdorf (Kreis Bolkenhain), Landrat Herzogs Friedrichs IV. zu Liegnitz, starb vor dem Jahre 1596. Er war vermählt in erster Ehe mit Margarethe v. Kreckwitz, in zweiter mit Nnna v. Schier a. d. H. Koitz im Kreise Liegnitz, Witwe Lhristophs v. Nonau zu Dürschwitz. Der älteste Sohn zweiter Ehe war: Georg d. I. v. S. auf Gber- und Nieder-Trapn. Er starb im Jahre 1607 und hinterließ als Witwe Susanna v. Tzettritz a. d. H. Schatzlar in Böhmen, die, über neunzig Jahre alt, am 9. Juli 1670 starb und in der St. Johanniskirche in Liegnitz bestattet wurde. Sie 0 Sinapius a. a. D. I, s. 882, 833: II, s. 438. H v. voerr, Der Kdel der Böhmischen Grönländer, 1900, S. 166. b) vergl. PH. I- 5pener, Leichenpredigt auf Frau Magdalena Sibplla v. Schweinitz, Berlin s1693s. 4) klls Binder ihrer ersten The werden in den Dppacher Lehnsakten genannt Theodora Hedwig, Tarl Lhrenreich, George Lhristoph, Christian Friedrich Geschwister v. Burgsdorff. °) L. Frhr. v. Friesen, Geschichte der reichsfreiherrl. Familie v. Friesen, I. Bd., 1899, S. 181. o) H.-St.-5l. Boa. 9548, Oas 9. Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1680 — 1704, Fol. 307. v. Schweinitz. 859 hatte fünf Löhne und zwei Töchter, von denen wir drei Söhne L und 6 erwähnen. 7V Georg Hermann v. S., geboren zu Trapn am 24. Februar 1602 st. n., kaiserlicher und kurfürstlicher Oberst zu Fuß, Kriegsrat und Kammerherr, zeichnete sich 1642/43 bei der Verteidigung der Stadt Freiberg gegen die Schweden aus, wurde Rmtshauptmann zu Stolpen, hohnstein und Radeberg, 1663 Kommandant der Stadt Breslau, starb daselbst am 30. Rpril 1667h. vermählt war er: I. seit dem Fahre 1627 mit Elisabeth v. Schliebitz und Gutschdorf; II. seit 1645 mit Anna Eatharina v. Ende, Tochter Hans Wolfs v. E. auf Ehrenberg, kurfürstlich Sächsischen Rittmeisters, Rus beiden Ehen hatte Georg Hermann Kinder. Er errichtete aus drei zusammengekauften Bauerngütern das Freigut Langenwolmsdorf bei Stolpen (0 davon), besaß ferner Heeselicht (8 von Stolpen), sowie in Schlesien die Güter Trapn und Romnitz'). Die ihn überlebenden Kinder warenh: aus erster Ehe: Hans Thristoph, Hedwig, Rnna Maria; aus zweiter Ehe: Hans Wolf, Hans Friedrich, Johanna Susanna. Eine Tochter zweiter Ehe, Rnna Eatharina, starb in Stolpen im 7. Lebensjahre am 30. September 1654 und wurde in der dortigen Stadtkirche vor dem Rltar bestatteth. B. Hans Thristoph v. S., ein weiterer Sohn Georgs d. I., ist seiner Nachkommenschaft wegen, die sich in der Gberlausitz ansässig machte, von besonderer Bedeutung für uns. Geboren am 9. März 1606, Herr aus Trapn, Rudelsdors (Kreis Nimptsch), Hänchen (Kreis Jauer), erlangte er, nachdem er zuvor die Stelle eines kurfürstlich Sächsischen Hauptmanns bekleidet hatte, die Würde eines fürstlich Liegnitzschen Rats und Landesältesten und starb am 28. Mai 1668. vermählt war er mit Loa v. polsnitz, der einzigen Tochter des Georg v. Dachs, gen. pols- nitz, auf Rudelsdorf, Landesbestallten der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer. Frau Eva starb am 24. November 1683. Rcht Söhne und drei Töchter hatte sie ihrem Gatten geschenkt°); die Söhne waren: I. Georg Hermann, aus Trapn und Hänchen. II. Hans Thristoph d. I. Siehe unten §. 860. III. Friedrich, auf Rudelsdorf und Kunzendors, * 26. Februar 1647, ch 15. Januar 1712. Lr lebte im Jahre 1709 zu Rheinefeld in Holland und hatte zwei Söhne: Hans Friedrich und Georg Wilhelm"). IV. Heinrich, auf Trapn, kursächsischer Oberstleutnant zu Fuß, * 4. Januar 1648, tz 8. Rugust 1686 in Morea. V. Siegismund, fürstlich Braunschweigisch-Lüneburgischer Grenadierhauptmann, zuletzt fürstlich Sachsen-Weimarscher Rmtshaupt- mann zu Eckartsberge, * . . . Februar 1650, tz 20. Februar 1720. VI. Hans, auf Trapn und Hänchen, fürstlich Braunschweigisch- H.-St.-K. Gen.Iwc.77yy, Schweinitz. 2) Gercken, kMorie der Stadt und Bergvestung Stolpen, 1764, S. 285, 481, 778. tz k)--Lt.-6. Gen. Iwo. 7799, Schweinitz, h Gercken a. a. V. S. 289. 5) Sinapius a. a. D. I, S. 855: II, §> 440. ") Lehnscckten Nieder-Leuba. 860 v. Schweinitz. Lüneburgischer (Oberst zu Fuß, 's- 6. Juli 1725. Im Jahre 1709 wird als sein Sohn genannt: Hans Juliush. VII. Bernhard, auf pohlsdors, fürstlich Braunschweigisch- Lüneburgischer Leutnant, * 4. November 1654 zu Nudelsdors, ch daselbst 27. Januar 1715 im NIter von 60 I. 3 IN. In den Lehnsakten von Leuba wird er bezeichnet als Leutnant und „Bestandes-Inhaber der Güter Nudelsdors und Luntzendors". Er vermählte sich am 9. November 1687 mit Helena v. Festenberg genannt packisch a. d. h. Nreibau. Die Ehe war kinderlos. Bernhard v. 5., als kurfürstlich Sächsischer Leutnant bezeichnet, kaufte am 5. (Oktober 1690 das Gut Iiedlitz (dMO von Bischofswerda) von Hans Gtto v. ponickau. 1704 verkaufte er das Gut wieder an Johann Christian v. heldreich. Bernhard gehörte auch das Gut Liebstein (KIM von Görlitz), das er nebst dem Nnteil von Girbigsdorf (80 von Liebstein, >l>V von Görlitz) im Jahre 1691 an Heinrich Oswald v. Sack verkauftes. VIII. Ludwig v. S., aus Ober- und Mittel-Nleinkrichen im Liegnitzschen und Musternick im Glogauschen. II. Hans Thristoph d. I. v. S. und Trayn, Herr aus Friedersdorf, Wiesenthal, Gieshübel, Ludwigs-, Johns- und vogelsdorf, Nieder- Leuba^), zweiter Sohn Hans Thristophs, wurde am 1. Februar 1645 zu Trayn geboren, studierte in Straßburg, Leyden und Paris, unternahm große Neisen, wurde kurfürstlich Sächsischer Nammerherr und Landesältester des Fürstentums Görlitz. Er vermählte sich dreimal: I. am 3. Dezember 1670 aus - dem Hause Friedersdors mit Theodora v. Festenberg, gen. packisch, der jüngsten Tochter Hans Siegismunds v. F., gen. p., aus Friedersdorf, Wiesenthal, Gieshübel, Ludwigs-, Johns- und Vogelsdorf. Sie starb am 22. Dezember 1690,- II. nach anderthalbjährigem Witwerstande vermählte sich Hans Thristoph wieder am 31.Npril1692 zu Friedersdorf mit Ursula Margarethe v. Walters- dors, ältester Tochter Thristoph Ndolphs v. W. auf Wadelsdors. Sie starb am 15. November 1713,- III. am dritten (Osterfeiertag 1715 j23. Nprilj zu Leuba mit Elisabeth Eleonore v. Waltersdors, einer verwandten seiner zweiten Gattin. Bereits am 22. Juli 1719 starb Hans Thristophs dritte Gattin h. Lr folgte ihr am 10. November 1722 im NIter von tz Ebenda. h Im v. Schweinitzschen Geschlecht kommt ungefähr um dieselbe Zeit noch ein anderer Bernhard vor, Sohn des Georgius v. S. auf Gber- und Nieder - Nauder. Dieser Bernhard auf Nauder und Hohen - Petersdorf war geboren am 3. Juni 1670. (Sinapius a. a. D. II. Teil, S. 442). Es ist also nicht anzunehmen, daß dieser Bernhard mit zwanzig Jahren sollte das Gut Iiedlitz gekauft haben. °) Gottfried Tollmann, Pfarrer „zur Leube", Leichenpredigt auf Hans Thristoph v. Schweinitz „und Kran", 1722. h Ihr Grabdenkmal befindet sich in Leuba, siehe Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Nunsldenkmäler Sachsens, 29. Heft, S. 102. Hier wird als ihr Geburtsjahr 1676 genannt. - In Leuba befindet sich auch das Denkmal eines als Kind gestorbenen Friedrich Nlexanders v. S., * zu Friedersdorf 30. Juli 1722, tz zu Leuba 10. März 1723. Gurlitt a. a. G. 29. Heft, S. 103. v. Schweinitz. 861 77 I. und wurde am 17. in Friedersdors begraben. Hans Christoph d. I. war ein gelehrter und frommer Mann, dem wir auch einige in das Bautzner und Zittauer Gesangbuch aufgenommene religiöse Lieder zu verdanken haben H. Was seinen Gberlausitzischen Güterbesitz anbetrifft, so kaufte Hans Christoph d. I. am d. November 1672 von seiner ersten Gattin Theodora ihr im Kunkel-, Spill- und Spindellehngut Friedersdorf am Oueis (80 von Lauban) liegendes Vorwerks. Cr sowie seine Schwägerin, Jungfrau Elisabeth v. Festenberg, gen. packisch, befinden sich im Jahre 1678 im Besitz des ganzen Gutes Friedersdorf. Der Kurfürst verwandelte ihm das Gut am 28. Februar 1678 in recht Nllodial- und Erbgut, namentlich „in Lrwegung der von Supplicantens Vätern und dessen Brüdern, dem Gbristen George Hermannen von Schweiniz im Teutschen Kriege, sonderlich auch unter andern vermittelst tapfferer vertheidigung unserer Bergkstadt Frepberg unserm Lhurfürstlichen Hause zu Sachsen erwiesener treuen Dienste" H. Die Ngnaten Wigand Gottlobs v. Uechtritz überließen Hans Christoph v. 5. das Gut Nieder-Leuba (bMO von Ostritz) für 11 000 Taler. Nm 12. Januar 1690 empfing er die Belehnung. Paul Theobald Klug v. Scharffeneck auf Nieder-Lellmannsdorf immittierte den neuen Besitzer in das Gut. Im Jahre 1709 bat Hans Thristoph „nach denen bey 40 Jahren her, seit dem unter dem Schatten des durchlauchtigsten Nauten- Stockes Ich meine Hütte auffgeschlagen, vielfach genossenen Gnaden- Blicken"H den Kurfürsten, ihm Nieder-Leuba aus Lehn in Nllod und Erbe zu verwandeln. Mit der Gemeinde traf er am 24. Mai 1713 wegen eines Stückes Viehweg einen vergleich, der am 30. Juni die oberamtliche Bestätigung erlangtes. Hans Thristoph d. I. hatte aus erster Che zwei Söhne und zwei Töchter, von denen ein Sohn und eine Tochter in der Kindheit starben, während der zweite Sohn, Hans Siegismund, schon erwachsen, dem Vater im Tode voranging. Nus zweiter Che hatte Hans Thristoph d. I. einen Sohn und eine Tochter "tz: 1. I. Hans Siegismund, geboren nach neunjähriger Che seiner Eltern als deren erstes Kind am 20. Mai 1679, studierte, unternahm Neisen, wohnte seit dem Jahre 1706 als Volontär zuerst bei den preußischen, dann bei den Sächsischen Truppen den Kampagnen in Flandern bei, kehrte im Jahre 1710 nach Hause zurück und starb bald darauf, 0 vergl. Otto, Oberlauf. Schriftsteller- und llünstler-Lexikon, III, S. 257. — Zwei Stammbucheintraguugen Hans Christophs, je eine seiner Brüder Friedrich, Siegismund und Bernhard sind abgedruckt in der Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegelund Familienkunde, XXIV, S. 209 — 211. H 0--2t.-O. Noo. 9547, Vas 6.Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1657 — 74, Fol. 320. H tz.-St.-kl. Boo. 9548, Vas 8.Buch Dberlaus.Lehens-Sachen 1672 —81, Fol. 181 und 254. tz Lehnsakten Nieder-Leuba. H verzeichniß Oberlauf. Urkunden, II. Band, S. 367. H vergl. Sinapius a. a. D. II, S. 440. 862 v. Schweinitz. am 27. Januar 1710 im Nlter von 30 I. 8 m. an einem hitzigen Fieber zu Friedersdors. 2. I. Eva Nnna Helena, * 11. Mai 1680, seit 1710 Besitzerin von Nieder-Leuba, vermählt mit Moritz Christian v. Schweinitz. Siehe unten Linie Mühlrädlitz. 3. I. Susanns Elisabeth, * 24. Mai 1684, tz 26. Januar 1690. 4. II. Hans Christoph, *28.September 1693,ch24.Nugust 1694. 5. II. Johanna Margaretha, * 22. November 1695, tz 8. Februar 1696. 6. Friedrich v. S., ein weiterer Sohn Georgs d. I., blieb als kaiserlicher und kurfürstlich Sächsischer Oberstleutnant bei der Belagerung von Görlitz H. III. Linie Mühlrädlitz. Der oben (vergl. 5. 857) unter III. genannte Friedrichv. S. auf Mühlrädlitz (Kreis Lüben), der dritte Sohn Georgs (tz 3. Februar 1567) aus petersdors, Liebenau, Stelzenberg und Mühlrädlitz, hatte aus seiner zweiten Che mit Margaretha v. Kreckwitz a. d. H. Würchwitz einen Sohn Nbraham. Dieser Nbraham v. S. hatte aus seiner ersten Che mit Nnna Maria v. Portugal zu Kutscheborwitz zwei Söhne, deren jüngerer, Nlexander, den Nst Kutscheborwitz abzweigt. Nst Kutscheborwitz. Nlexander v. S. aus Hengwitz, der Sohn Nbrahams, geboren zu Kutscheborwitz am 25. Mai 1625, stand in kaiserlichen Kriegsdiensten, starb am 21. November 1688. Er war vermählt seit 1661 mit Maria Elisabeth, Tochter des gräflich promnitzschen Hofmeisters und Hauptmanns der Sorauschen Herrschaft in der Niederlausitz, Carl Christoph v. Rothenburg a. d. H. Schöneiche, von seinen zahlreichen Söhnen und Töchtern haben wir zu erwähnen den zweiten Sohn: Moritz Christian v. S., geboren zu Hengwitz am 14. Februar 1676, wurde Markgraf Christian Ludwigs zu Brandenburg Stallmeister und starb am 2. Mai 1739H. Cr war seit dem 25. Januar 1702 vermählt mit Lva Nnna Helena v. Schweinitz, Tochter Hans Christophs d. I. v. S. aus Friedersdors, Wiesenthal, Leuba rc. und seiner ersten Gemahlin Theodora v. Festenberg, genannt packisch (Siehe oben Linie Petersdorf —Lrapn — Friedersdorf —Leuba und zwar S. 860). Geboren am 11. Mai 1680, war sie das einzige ihren Vater überlebende Kind. Im Jahre 1710 verkaufte Hans Christoph d. I. dieser seiner Tochter das Lehngut Nieder-Leuba für 12 000 Taler und behielt sich nur die freie Beurbarung und Benutzung des Gutes auf Lebenszeit vor. Frau Eva Nnna Helena verkaufte das Gut im Jahre 1737 ihrem ältesten Sohne Hans Christian v. S. Neben Leuba besaß sie noch die Güter Friedersdors, Neu-Schweinitz (per- tinenz von Friedersdorf), vogelsdors, Gieshübel, Wiesenthal, Ludwigsdorf, Johnsdorf, die sie von ihrem Vater geerbt hatte. Sie starb am Linapius a. a. D. I, S. 857: II, 5. 459. 2) Laus. Magazin 1770, S. 185 6.; 1776, 5. 152, 155. v. Schweinitz. 863 28. Juni 1747 und fand in Herrnhut ihre letzte Ruhestätte. Ihrem Gatten hatte sie zehn Rinder geschenkt*) (1-10): 1. Hans Christoph, * zu Wiesenthal 3. Februar 1704, ff daselbst 25. Februar 1704. 2. Theodora Margarethe, * zu Friedersdorf 18. Juli 1705, ff zu Nieder - Gotschdorf, vermählt 1728 mit Hans Heinrich v. Seidlitz und Ludwigsdors aus Gotschdorf. 3. Hans Christian. Siehe unten 1. Haus. 4. Christian Alexander, * zu Friedersdorf 11. September 1708, ff zu Pohlwitz 27. Januar 1750. vermählt: I. 15. Januar 1732 mit Johanna Elisabeth Freiin v. Bibran und Modlau, ff 8. März 1733; II. 1740 mit Sophie Charlotte v. Pfeil und Lllguth, ff 7. Dezember 1792. 5. Cva Maria, * zu Friedersdorf, vermählt mit dem Baron Karl Siegmund v. Seidlitz und Gohlau aus Kurtwitz. 6. Hans Siegmund. Siehe unten S. 865 2. Haus. 7. David Christian, aus Lauterbach, vermählt 1737 mit Marie Juliane Friederike Freiin v. Libran und Modlau. 8. Helene Eleonore, 's im Alter von 4 I. 39 Iv. 9. Christian Ludwig. Siehe unten 5. 867 3. Haus. 10. Christian Abraham, aus Seisersdors, königlich preußischer kurfürstlich Lrandenburgischer Justizrat, Kreisdeputierter und Marschkommissar, starb nach einer kaum 24ständigen Krankheit im 57. Lebensjahr zu Seifersdorf im Fürstentum Liegnitz am 16. April 1776 und wurde am 19. daselbst beigesetzt, vermählt war er mit Sophia Charlotte v. „Bibra". Seine älteste Tochter Juliane Lharlotte Christiane starb zu Seisersdors am 13. Januar 1770 im Alter von 20 I. 10 Iv?). 1. Haus. Hans Christian v. S., der unter Nr. 3 aufgeführte Sohn Moritz Christians, geboren zu Leuba am 30. März 1707, kaufte von seiner Mutter im Jahre 1737 das Gut Nieder-Leuba für 12000 Taler und wurde am 18. Dezember 1737 belehnt. Bei Beginn der Kriegsunruhen begab er sich nach Herrnhut; daselbst starb er am 1. November 1750 und wurde auch dort am 4. d. M. bestattet. Hans Christian, der eine ausgezeichnete Erziehung genossen und durch weite Reisen seine Bildung vervollständigt hatte, war ein gelehrter Herr, dessen Lieblingsstudium die Genealogie war*). Am 4. Juli 1736 hatte er sich vermählt mit Johanna Sophia v. Seydlitz a. d. h. Pfaffendorf, geboren zu Laasan am 2. Dezember 1710, gestorben zu Herrnhut im lvitwenhause am 15. Oktober 1761. Sie hatte als Vormünderin ihrer Kinder aus ihr Ansuchen ein voorstum 0 Laus. Magazin 1776, S. 133 6.; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Kdeligen Häuser, zyg4, s. v. r>. Schweinitz. 2) Laus. Magazin 1776, S. 132; 1770, S. 203. h Laus. Magazin 1770, S. 183 kl.; Dtto a. a. G. III, S. 256. — Sein Grabstein befindet sich auf dem Gottesacker in Herrnhut. 864 v. Schweinitz. alienan^i erhalten und verkaufte nun im Jahre 1759 das Gut Nieder- Leuba an Frau Christiane Sophie v. Heynitz, geb. v. vamnitz. Neben mehreren Töchtern — unter ihnen Beata Charlotte Christiane, geboren am 6. Rugust 1738 zu Nieder-Leuba, vermählt am 6. Oktober 1765 mit Ernst Siegmund v. Gersdorff aus Rlt-Seidenberg,- sie starb am 3. Januar 1785 zu herrnhuth — hinterließ Hans Christian drei Löhne: a. Moritz Christian Friedrich, geboren zu Leuba am 3. September 1739, getauft am 4. d- M., gestorben zu Rleinwelka am 11. Januar 1822^), kaufte im Jahre 1778 das Gut Rrnsdorf (8^V von Bautzen) mit Lchlungwitz (>10 von Rrnsdorf) von Wolf Christian v. Schönberg, verkaufte es 1792 an Frau Johanna Elisabeth Rettner, geb. Bacheracht, erwarb es aber von ihr wieder zurück und empfing es am 16. Rpril 1795 zu Lehn verreicht. Nun behielt er das Gut bis zum Jahre 1804. Rm 4. Rpril dieses Jahres veräußerte er Rrnsdorf mit Lchlungwitz an den Leutnant Carl Friedrich Rugust v. Reinhardt und zog nach Rleinwelka. Mit einem Mannlehnsqualität habenden Ltück Wiesewachs am Tauerteich (Tauer, M von Rothenburg) war Moritz Christian Friedrich am 19. Januar 1802 belehnt worden^). vermählt hatte er sich am 26. Juli 1768 mit Benigna Charlotte v. Gersdorff, geboren zu Herrenhaag am 3. Februar 1741, gestorben zu Rleinwelka am 30. November 1797h. Beider Lohn Ludwig Christian Friedrich, geboren und getauft zu Rleinwelka am 26. März 1778, wurde Rrchivar und Bibliothekar der Brüderunität in Herrnhut und starb daselbst am 4. Rugust 1859 h. Eine der Töchter Moritz Thristian Friedrichs, Sophie Marie Beate v. Schw., vermählte sich 1808 mit George v. pannach aus Gehna bei Bautzen. b. Hans Christian Alexander"), geboren zu Nieder-Leuba am 17. Oktober 1740, ging, vorgebildet aus dem Pädagogium zu Urschkau, später zu Großhennersdors und Barby, im Rustrage der Brüdergemeine im Jahre 1770 nach Bethlehem in Nordamerika, um die äußeren Angelegenheiten der dortigen Gemeine zu verwalten, kehrte 1798 nach Europa zurück, wurde Mitglied der Rltestenkonserenz der Brüdergemeine in Lerthelsdorf. Er starb nach zehntägiger Rrankheit am 26. Februar 1802 abends gegen sechs Uhr im 62. Lebensjahre in Lerthelsdorf und liegt auf dem Gottesacker in Herrnhut begraben. vermählt war er: I. seit dem 28. Juni 1770 mit Maria Theresie v. Marschall, einer Tochter Friedrich Wilhelms v. M. und herrengosser- stedt und seiner Gattin Hedwig Elisabeth geb. v. Schweinitz. Nach fünfjährigem Ehestand verwitwet, vermählte er sich: II. 27. Rpril 1779 mit Rnna Dorothea Elisabeth Baronesse v. IDattewille. Sie starb zu Niesky am 10. Mai 1813 und wurde am 16. daselbst begraben. y Laus. Magazin 1788, S. 17. 2 ) Grabstein auf dem Friedhof zu Rleinwelka. s) Laus. Monatsschrift 1803, II, S. 218. y Grabstein auf dem Friedhof zu Rleinwelka. ft Allgemeine Deutsche Biographie, Band XXXIII, S. 363. °) Laus. Monatsschrift 1802, I, S. 307; II, S. 24. o. Schweinitz. 865 Folgende Rinder, sämtlich in Bethlehem (Pennsylvania, Nordamerika) geboren, hatte Hans Christian Alexander'): «. I. Johanna Elisabeth, vermählt mit Johann Friedrich Früauff, Prediger der evangelischen Brüdergemeine in Philadelphia, N.-A. ß. I. Friedrich Thristian, geboren am 31. Mai 1774, gestorben zu Gnadenfeld am 25. September 1823, vermählt 23. Juni 1807 mit Antonie (Antoinette) Theresie Freiin v. Wattewille. 7. II. Ludwig David, geboren am 13. Februar 1780, ausgebildet in Nazareth (pennsylvanien) und Niesky, wurde 1801 Lehrer an der Rnabenanstalt in Niesky. Lr starb als Senior civilis der Gemeine zu Bethlehem am 8. Februar 1834. Im Jahre 1805 gab er ein Werk über die bei Nieski) vorkommenden Pilze heraus^). 8. II. Rarl Heinrich, trat in die kurfürstliche Leibgrenadiergarde in Dresden ein. II. Justina Dorothea, starb im Alter von drei Wochen. Lt. II. Christian Nenatus, zuerst im Pädagogium zu Barby, nachher Sekretär im Bureau der landrätlichen Geschäfte in Görlitz. Cr kaufte von seiner Tante Frau Charlotte Marie Eleonore verw. Freifrau v. Wattewille, geb. Gräfin Pfeil, am 29. April 1814 das Rittergut Mittel-Reutnitz (biO von Gstritz) für 10000 Talers, wurde am 28. April 1817 belehnt, verkaufte aber das Gut bereits wieder am 18. Mai 1818 an den Erb- und Gerichtsscholzen Johann Andreas Flacke zu Radmeritz für 9850 Taler. y. II. Auguste Sophie, vermählte sich mit Georg Caspar Maximilian v. heuthausen auf Groß-Rrausche. t>. II. Marianne Elisabeth, vermählte sich mit dem Ordinarius Friedrich Samuel Rnothe in Görlitz. e. Ludwig Christian David, der jüngste Sohn Hans Christians, wurde geboren und getauft in Herrnhut am 20. Mai 1748. 2. Haus. Hans Siegmund v. S., der oben (vergl. S. 863) unter Nr. 6 aufgeführte Sohn Moritz Christiansh, geboren zu Friedersdorf am 19. März 1712, gestorben zu Rudelstadt am 25. August 1760, Herr auf Gotschdorf, kurfürstlich Sächsischer Rürassierleutnant, hatte aus seiner zweiten Che mit Hedwig Magdalena v. Schweinitz einen Sohn: Hans Carl Gottlob, geboren zu Rudelstadt am 7. Februar 1757, tz Laus. Monatsschrift 1802, II, 5. 28. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 12, S. 269. (Hier ist Ludwig Davids Vater irrtümlich Hans Karl Alexander genannt): I- D. Schulze, Supplementband zu Gttos Gber- laus. Schriftsteller- und Künstlerlexikon, 1821, S. 40Z. h Bei dem Kauf wurde bestimmt: Die Erb- und Niedergerichte werden dem Käufer überlassen, dis Gbergerichte verbleiben dem jedesmaligen Besitzer des Gutes Nieda. Oer Käufer soll seine Gerichtsbarkeit nach beständigem Herkommen den alten Erbgerichten zu Nieda ausüben und ist nicht befugt, sich eine eigene Gerichtsstätte aufzurichten. Lehnsakten Mittel-Reutnitz. tz Gothaisches Gen. Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1904, 8. v. v. Schweinitz. 866 v. Schweinitz. gestorben zu Iveißig am tO. April 1804 h. Er vermählte sich: I. 1785 mit Marianne (Maria) Friederike v. Damnitz, geboren am 6. Juli 1755 als jüngste Tochter Hans Hermanns v. D. auf Guttau rc. und seiner Gattin Maria Sophia v. Mülich. Frau Marianne Friederike starb im Kindbett zu Uiesky am II. Dezember 1786 und wurde am 3. Advent (17. Dezember) daselbst beerdigt"); II. im Juli 1788 h mit Johanna Lhristiane Louise Meyer v. Knonow, der zweiten Tochter Thristian Andreas' M. v. K. Sie starb zu Iveißig am 21. April 1812 früh fünf Uhr im Alter von 45 I. 5 M. Die erste Gattin Hans Tarl Gottlobs, Frau Marianne Friederike geb. v. Damnitz kaufte am 29. Juli 1786 das Erbgut Gruna (140 von Görlitz) von Ferdinand Otto v. Schindel für 44000 Taler. Ihr Gatte wurde nach ihrem Tode nach höhe von drei vierteln von Gruna am 15. Januar 1788 belehnt. Durch Vergleich mit dem Vormund seines Lohnes erster Ehe übernahm er auch den diesem zustehenden Teil und wurde am 14. Februar 1791 noch mit diesem einen Viertel belehnt. Am 15. Februar 1791 verkaufte er sein Erbgut Gruna an Tarl Leopold v. Tempsky und erwarb dafür am 14. Oktober 1791 das Allodialritter- gut Moholz fiW8^V von Uothenburg) von Gottlob Adolph Ernst v. Uostitz und Jänkendorf für 36 000 Taler, verkaufte es aber bereits wieder am 15. Dezember 1800 an Ehrenfried Wilhelm Günther v. Jagemann. — Hans Tarl Gottlobs zweite Gattin, Frau Johanna Lhristiane Louise geb. Meyer v. Knonow, kaufte am 19. Februar 1801 von Johann Friedrich v. prenzel die Güter Uieder-Uengersdorf (88^V von Rothenburg, am weißen Schöps) und Klein-Krauscha (140 von Rieder-Rengers- dorf) für 105 000 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld, um sie schon am 14. Oktober desselben Jahres wieder zu verkaufen an Frau Taroline Auguste Henriette v. Uechtritz, geb. v. polenz. Dafür erwarb sie von dieser Frau v. Uechtritz an dem nämlichen Tage (14. Oktober 1801) deren Rittergut weißig (140 von Königswartha) für 40000 Taler. Rach dem Tode der Frau Johanna Lhristiane Louise v. S. (ch 21. April 1812) fiel das Gut Iveißig an ihre fünf Kinder. Hans Tarl Gottlob hatte nach den Lehnsakten von Gruna und Iveißig folgende Kinder: a. I. Hans Tarl Adolph, > Zwillinge *10.Dezember 1786 d, , -,nst WNH.Im, s а. II. Lhristiane Henriette Taroline. б. II. Hans Tarl Gustav, * 18., getauft 22. Oktober 1792. s. II. Adolphine Louise, * 31. Dezember 1793, getauft 3. Januar 1794. k. II. Hans August Ferdinand, * 12., getauft 14. Juni 1795. §. II. Emma Julia, * 5. Januar 1801 zu Nieder-Rengers- dorf, getauft 9. d. M. st Körnig, Lhronik von Königswartha, Mspt. V, 8, 172, Krchiv der Dber- laus. Gesellschaft der Wissenschaften 2) Laus. Magazin 1787, S. 5, 55. tz Laus. Magazin 1788, S. 227. v. Schweinitz. 867 Zwei der fünf Kinder Hans Carl Gottlobs aus seiner zweiten Ehe, nämlich Hans August Ferdinand und Adolphine Louise verkauften ihre zwei Fünftel an Weißig laut Kauskontrakts vom 30. August und 24. September l8l6 an D. zur. Tarl Friedrich puscher, den Gatten ihrer älteren Schwester Christiane Henriette Caroline, für zusammen 6600 Taler. 3. Haus. Christian Ludwig v. S. auf Friedersdorf, Neu-W arnsdors (Kolonie von Friedersdors), Neuschweinitz, vogelsdors, Gieshübel, Langenau, Flachenseiffen, der oben (vergl. S. 863) unter Nr. 9 aufgeführte Sohn lNoritz Christians, starb am 26. Dezember (an seinem Geburtstage) l764 im Alter von 46IahrenH. Lrwar vermählt mitHenriette Sophie Freiin v. Glaubitz. Sie starb nach fünftägiger Krankheit zu Langenau am 20.November 1774. Cs überlebten sie von elfKindern folgende sünfH (a —o): a. Helena Christians Sophia, * 18. April 1744, vermählt >766 mit Friedrich Wilhelm Heinrich v. packisch auf Kreibau. b. Christoph Heinrich Ludwig, * 19. Juni 1746, Herr auf Friedersdorf und pertinentien, vermählte sich zu Friedersdorf am 19. Juni 1770 (an seinem Geburtstage) mit Sophie Lrnestina v. Ticke a. d. H. Nackwitz, Tochter Christian Ferdinands v. L. und seiner Gattin Eleonore Sophie Elisabeth v. Gablenz^). Am 30. April 1790 kaufte Christoph Heinrich Ludwig, „auf Braunau" genannt, das Nittergut Särka (IN4>V von Löbau) für 16000 Taler, wurde am l. Juni 1790 belehnt, verkaufte es aber schon wieder am 6. September 1794 an den früheren Besitzer Gottlieb Wilhelm v. Bressler. von Christoph Heinrich Ludwigs Kindern sind bekannt: Christian Ludwig, 'f zu Friedersdors an den Blattern im Alter von 9 I. 9 IN. 20 T. am 22. Februar 1781H. Eva Theodore Ernestine, * in Friedersdorf 6. Juli 1773, getauft 8 d. IN?). Helene Christiane Louise, * in Friedersdorf 5. April 1776 (Karfreitag), getauft 9. d. NI., ch 7. Januar 1781 an den BlatternO). Sophie Eleonore Louise, * in Friedersdorf 26. Dezember 1779 früh halb sieben Uhr, getauft 30. d. IN?). Henriette Christiane Juliane^). ' c. Hans Christian Alexander, * 10. INärz 1750, königlich Preußischer Leutnant, vermählt 11. Juni 1777 zu Massel mit Christiane Amalie v. Köckritz a. d. H. Masseio). 1) Laus. Magazin 1770, S. 182; 1776, S. 133, 134; 1777, S. 200: Dberlaus. Nachlese 1767, S. 177. 2) Laus. Magazin 1774, 5. 338: Dberlaus. Nachlese 1767, S. 177. H Laus. Magazin 1770, S. 182. tz Laus. Magazin 1781, S. 70. s) Laus. Magazin 1773, S. 261. °) Laus. Magazin 1776, S. 110; 1781, S. 70. H Laus. Magazin 1780, S. 23. ») Laus. Magazin 1781, 5. 70. °) Laus. Magazin 1777, 5. 200. 868 v. Schwind. 6. Helene Louise Henriette, * in Friedersdorf im Jahre 1755, gestorben am 25. März 1788 zu Nieder-Leisersdors in Schlesien als Gattin Bernhard Siegmunds v. Mauschwitz auf Nieder-Leisersdors, königlich preußischen Hauptmanns, mit dem sie sich am 8. Oktober 1783 zu Lobendau vermählt hatte. Rm 28. März 1788 wurde sie zu Rdelsdors beigesetztH. s. Earl Moritz Wilhelm, * 23. Juni 1759. Wappen: Schild geteilt von Rot, Schwarz und Silber. Helmkleinod: Zwei Büffelhörner mit der nämlichen Teilung. Decken rot-schwarz-silbern. Frh. v. Rrane u. Hildebrandt, Schlesisches Wappenbuch, Taf. 97. Die gräfliche Linie führt ein vermehrtes Wappen. Der preußische Grafenstand gelangte am 6. November 1741, 13. September 1748 und 2. Juni 1797 in das Geschlecht. v. Schwind. Joachim Heinrich v. Leubnitz auf Dauban hatte von seinem Schwager, dem Hauptmann Balthasar Rudolph v. Rechenberg^) a. d. H. Gppach einige besetzte Untertanen und Lauern in Schönbach (8>V von Löbau) erworben und verkaufte nun diese, nämlich zwei besetzte Bauern und zwei besetzte Häusler mit ihren Diensten und Rbgaben, ihren Gebäuden und Feldern am 21. Rpril 1717 für 1240 Rtlr. an Georg Philipp v. Schwind. Der König-Rursürst genehmigte am 25. Juni 1718, daß die zwei Bauergüter dem neuen Besitzer zu Lehn verreicht würden, „jedoch ohne Lonsequenz" und wies auf seine Erlasse vom 29. Juli und 20. November 1716 hin, . . . „daß in Zukunft keine weitere Linzelung ein und andern Lehnsstücks von dem Hauptgute ohne Unserm vorbewußt und ausdrückliche Einwilligung gestattet werde" I. So wurde denn Georg Philipp v. S. am 8. September 1718 vom Gberamtshauptmann mit den Vauer- gütern zu Schönbach, auch mit den Ober- und Niedergerichten, der Jagd und dem Vogelfang belehnt. Nber nur kurze Zeit vermochte er sich auf seinem Besitztum zu behaupten: schon am 10. Rpril 1720 wurde sein Gut — gegenwärtig „Rechenbergs" oder „Jährigs Rnteil" von Schönbach genannt — dem Johann Christian v. Heldreich aus Rotitz adjudiziert. Über die weiteren Schicksale der Familie v. §. in der Dberlausitz, über das von ihr geführte Wappen, über ihren etwaigen Zusammenhang mit den im Jahre 1652 in den Reichsadelsstand erhobenen Gebrüdern Johann und Johann Eberhard SchwindH haben wir nichts in Erfahrung bringen Könnens. 9 Laus. Magazin 1788, S. 99. 9 Joachim Heinrich v. Leubnitz war vermählt mit Rnna Sophia v. Rechenberg. 9 Lehnsakten Schönbach. 9 v. Hefner, Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Rdels in Deutschland, III. Bd., 1863, S. 368. 9 Im Dresdner H.-St.-kl. Gen. Roll. 7799, Schwind, findet sich ein zufolge des archivalischen Vermerks aus Neusalza stammendes Bruchstück eines Briefes ohne Knrede und ohne Datum, unterschrieben „Georg Philipp von Schwind", in dem es heißt: . . . „in deine ich und die Meinigen, seitdem ich das Gut besitze,'in höchster Lebenß- und Seelengefahr gewesen, allermasen wier auch durch die angethane tägliche v. Lebottendorff. 869 v. Sebottenöorff. Zur Lorzendorfschen Linie des Geschlechts v. Lebottendorff gehört Siegismund v. 5. auf Rottwerndorf, Krietzschwitz und Naundorf („Neudorf"), sämtlich in der gegenwärtigen Amtshauptmannschaft Pirna gelegenen Gütern, sowie auf Kauern in Schlesien. Er starb am 27. Nugust 1681, sechzig Jahre.alp), von drei Kindern, die ihm seine Gemahlin Ehristina v. Tarlowitz a. d. h. Zuschendorf geschenkt hatte, war das älteste ein Lohn Namens Hans Abraham. Wie dieser am 20.November 1676 dem Kurfürsten von Lachsen schrieb, hatte er sich vier Jahre zuvor mit kurfürstlicher Erlaubnis in kurkölnische Dienste begeben und zwei Jahre lang eine Kompagnie zu Fuß kommandiert, um dann „aus publi- cirte ^voeatoria" die kurkölnische Kriegskondition auszugeben. Er bat nun um eine Bestallung in Kursachsen"). Hans Abraham starb im Jahre 1708 als königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Major aus Rottwerndorf, Krietzschwitz, Naundorf, Kauernb). vermählt war er: I. mit Maria v. Liebenau a. d. h. Zehista,- II. seit dem 25. Rpril 1677h — er war damals kursächsischer Kammerjunker — mit Rnna Tatharina v. Blanckenseld, Tochter des hosrichters Hans Henning v. B. aus Gehna. Diese erbte zugleich mit ihren beiden unverheirateten Schwestern im Jahre 1689 das väterliche Gut Gehna (IMO von Rautzen), kaufte am 14. September desselben Jahres von ihren Schwestern deren Anteile am Gute und wurde am 13. Januar 1690 mit dem gesamten Erb- und Kunkellehngute Gehna belehnt. Rm 17. Rpril 1698 verkaufte sie das Gut an Franz Adolph v. Nostitz. Sie starb als Witwe im Jahre 1715 in Pirna. Ruf Ansuchen der Frau Johanna Ehristina v. Ruth (Rutt), geb. Marschall v. Bieberstein, genehmigte der König-Kurfürst, Dresden, den 28. Oktober 1715, daß die Leiche der „letzthin" verstorbenen Frau Anna Tatharina v. S. abends, jedoch ohne Läutung der Glocken beigesetzt und eine gewöhnliche parentation im Hause, sowie nachher eine Gedächtnispredigt, aber ohne Gepränge, gehalten werdeh. Der Sohn Hans Abrahams aus seiner zweiten Ehe mit Anna Eatharina v. Blanckenseld, Earl Heinrick v. S., verkaufte seine Meißnischen Güter, behielt nur das Schlesische Kauern und lebte mit überhäuffte Torten und veruhrsachte Troublen sambtlich gar leicht umb Leib und Leel kommen können, wenn nicht der barmhertzige Gott durch seinen gütigen Beistand alleß Uhnglückh abgewendet, überdis von denen Neligionsfeinden verlassen und die gar wenig salvirte Mittel, woran doch mein und der meinigen zeitliche Wohlfahrt gelegen, an die proosss zu wenden nicht willenß bin, so dann auch meine Frau bey solchen Unrichtigkeiten und Strittigkeithen (welche Herrn verkäuffern mehr alß zu wohl vorhero bewust) ihre völlige Gesundheit alß daß alleredelste Kleinod unter den zeitlichen Güthern zugesetzet und verlohren" . . . 0 I- Linapius, Schles. Luriositäten, I. Band, 1720, S. 870, 87l. h H.-Lt.-N. Gen. Boo. 77YY, Lebottendorff. h Sinapius a. a. G. S. 87l. tz v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen kldels, I8Y6, 5. 30Z. Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt., Bd. II, Blanckenseld, gibt nach der Metznerschen Leichenpredigt auf Hans Henning v. B. als vermählungstag seiner Tochter klnna Tatharina v. B. den 27. klpril 1677 an. h H.-5t.-N. Gen. Noo. 77dd, Lebottendorff. 870 v. Seelen. seiner Gattin Lhristiana Sophia geb. v. Bose a. d. h. Elsterberg, in Ghlauh. Wappen: Schild von Bot und Silber schräglinks geteilt mit einem auf der Teilungslinie liegenden, oben und unten abgehauenen, an jeder Seite zweimal geästeten schwarzen Stamm, der rechts und links je ein schwarzes Blatt hat. Helm ohne Krone. Kleinod: Zwei nach einwärts gebogene Bosenstiele, der rechte weiß, der linke rot, die an ihrer Spitze je eine, rechts rote, links weiße Bose tragen. Decken: rot-schwarz-silbern. Siebmacher I, Taf. 70, Nr. 4 unter den „Schleßingischen". — Geringe Abweichungen zeigt das ebenda, V, Taf. 74 Nr. l abgebildete Wappen v. Sebottendorsf: Schild von Silber und Bot schrägrechts geteilt. Der aus der Teilungslinie liegende Stamm trägt anstatt eines Blattes rechts und links je eine Frucht. Die Bosenstengel des Kleinods sind mit zahlreichen Blättern besetzt. v. Seelen (v. Selen). Heinrich I. v. Selen, Handelsmann, verließ wegen des durch den Herzog von BIba ausgeübten Gewissenszwanges Antwerpen, zog nach Frankenthal und starb im Jahre l626. verheiratet war er mit Anna Nassemann (Nassmann), die l622 aus dem Leben schied. Sein gleichnamiger Sohn Heinrich II. v. S?), geboren zu Frankenthal am l I. August 1612, gestorben zu Leipzig am 19., begraben am 24. INai 1674, Bürger, Handelsmann und Kramermeister in Leipzig, verheiratete sich am 27. Januar 1640 mit Gttilia geb. Trainer, geboren zu Leipzig am 20. April 1602, gestorben am 4., begraben am 10. Januar 1675, Witwe (seit 1638) des Leipziger Handelsmanns David INörlin. Heinrich II. v. S. hatte zwei Söhne und zwei Töchter, von denen wir den älteren Sohn zu erwähnen haben. Dieser, Johann Heinrich I. v. Seelen^), geboren zu Leipzig am 3. November 1642 „zur Nacht gegen ein Uhr", trat in die väterliche Handlung, ging 1660 nach Holland, kehrte nach Leipzig zurück, wurde hier Bürger und Handelsherr und starb am 4. Februar 1694 morgens fünf Uhr im Alter von 51 I. 3 IN. 1 T. 4 St. vermählt hatte er sich: 1. am 9. Februar 1674 mit Maria Magdalena Kleinau, gestorben am 28. Juni 1684, der dritten Tochter des Handelsmanns Matthias Kleinau; II. am 10. November 1685 mit Lhristina Elisabeth Bechtenbach, Tochter des N. Polpcarp Leonhard R., Gberpfarrers zu Thomasbrücken und ^.ch'uncti priinarii der Superintendentur Salza. Aus erster Ehe hatte er vier Töchter und einen Sohn, aus zweiter zwei Töchter. Sein Sohn hieß Johann Heinrich II. v. S. Vieser Johann Heinrich II. war der Vater Friedrich Augusts v. 5?). >1 Gauhe, Genealogisch-Historisches kldels-Lexicon, I. Bd., l740, 5.22dl. -) Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte, 2. Heft, iggtz, 5 . log, Md. 3) Joh. Ben. Larpzov, Leichenpredigt auf Johann Heinrich r>. Leelen, I6d4. h Oer Bibliothekar der Zittauer Ltadtbibliothek, Konrektor prof.Or.T h.Gärtner, teilt uns aus den Kirchenbüchern mit, daß Friedrich Llugust v. 5. der Lohn des Leipziger Handelsherrn Johann Heinrich v. 5. war. — Das kann nur Johann Heinrich II. sein. v. 5eherr-Thoß. 871 Vieser Friedrich August v. 5. wandte sich dem Berufe seiner Vorfahren, dem Kaufmannsstande zu, wurde 1746 Mitglied der Kaufmannssozietät in Zittaus, erhielt den Titel eines königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kommerzienrates und starb zu Zittau am 25. Juni 1773 an der Auszehrung; am 2. Juli wurde er in seinem Erbbegräbnis bei der petri-paulikirche beigesetztch. Da er im Alter von 54 Jahren starb b), so ist 1719 sein Geburtsjahr. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts war ihm der Reichsadel verliehen worden I. von 1767 an besaß Friedrich August v. 5. das Gut Groß-Poritsch (80 von Zittau)^), das, ebenso wie sein Haus in Zittau, unter den Unbilden des siebenjährigen Krieges sehr zu leiden hatte. vermählt war Friedrich August mit Christiane Friederike Möller (Müller). Sie starb am 26. Januar 1758 und wurde am 31. d. M. auf dem petri-paulikirchhof in Zittau bestattet. Seine einzige Tochter Thristiane Henriette Friederike v. S. lebte verheiratet in Dresden. Mappen: Line Familie v. Seelen führt einen gevierten Schild. 1, 4: (Querbalken mit drei Vögeln belegt; 2, 3: Mond und darüber ein Stern. L. Frh. v. Ledebur, Adelslexikon der preußischen Monarchie, 2. öd., 2. 433. Mir vermögen indessen nicht anzugeben, ob die in der Gberlausitz ansässig gewesene Familie v. §. dasselbe Mappen führt. v. Seherr-Thotz. Lin Glied des Schlesischen uradeligen Geschlechts v. Seherr-Thoß und zwar jener Linie, die sich nach Polen gewandt hatte, war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vorübergehend in der Gberlausitz ansässig. Der königlich Schwedische Oberst Lrnest v. 2.-TH. hatte, un- kannt in welchem Jahre, das Gut Schnellförtel (8 von halbau, XXO von Görlitz, an der kleinen Tschirne) von einem Rittmeister öalzer Maper erkauft, wurde aber in seinem Besitze von Übelwollenden turbiert und wandte sich, um zu seinem Rechte zu gelangen, an König Thristian V. von Dänemark. Dieser intervenierte zu seinen Gunsten am 17. Februar 1672; auch von König Karl XI. von Schweden erging im Dezember 1673 ein Schreiben im Interesse Lrnests v. S.-TH.I. — tz pescheck, Handbuch der Geschichte von Zittau, II. Teil, 1857, 5.796. 2) Laus. Magazin 1775, 5. 282; Gberlaus. Nachlese 1775, 5. 179; Zittauer Tagebuch 1775, 5. 109. s) Nach freundlicher Mitteilung des Konrektors Prof. Or. Gärtner in Zittau, tz Laus. Magazin 1775, 5. 282; Kneschke, Neues allgemeine; Deutsches Ndelslexikon, VIII. Band, 5.454. Vas h.-5t.-kl. enthält keine Nachrichten über Nnerkennung seines Ndels in den kursächsischsn Landen. o) vergl. L. G. Morawek, Geschichte von Groß-Poritsch bei Zittau, I87Z, 5. 54. °) h.-5t.-N. Noo. 9525, Vas 55. Buch Gberlaus. Iustiz-5achen ao 1675 — 1680, Zol. 76 ff. Lrnest v. 5.-Th. meldet dem König Thristian V. von Dänemark ohne Angabe des Drts und Datums . . . „wie daß, nachdeme ich durch vielfältigst schädt- liche Zufälle alß nicht minder große Neligionsverfolgungen, welche umbstandtlich zu 872 v. Seidel. In das Geschlecht v. 5.-Th. gelangte am lO. Dezember 1721 der Böhmische Alte Herrenstand, am 2. April 1734 der Böhmische Freiherrnstand, am 2. September 1775 und 15. Oktober 1840 der preußische Grasenstand'). Wappen (Osti^eiv): Schild geviert. 1,4: In Rot ein mit den Sachsen nach innen gekehrter goldener Flügel; 2, 3: In Gold ein schräg- links gelegter roter Baumstamm mit rechts einem, links zwei gestümmelten Asten. Zwei Helme. Kleinode: Je ein mit den Sachsen nach innen gekehrter goldener Flügel, belegt mit dem roten Baumstamm (konvergierend). Decken rot-golden. Frh. v. Krane u. Hildebrandt, Schlesisches Wappenbuch, Gas. 97. v. Seidel, Edle. Die Familie v. Seidel stammt der Tradition nach aus der Schweiz, siedelte nach Deutschland über und nahm im Jahre 1544 mit kaiserlicher Genehmigung das Wappen einer Ahnin mütterlicherseits, einer geborenen Münzmeister, der letzten ihres Geschlechts an. Den Gebrüdern Taspar, Wolfgang und Erasmus Seidel von St. Annaberg wurde aus dem Reichstage zu Augsburg am 11. Oktober 1550 von Kaiser Karl V. dieses Wappen bestätigt, „dieweil der genannten drepen Brüder Taspar, Wolff- gangen und Lraßmussen Sepdel Grosmueter ain Münzmaisterin und die lezte von demselben Geschlecht gewesen", zugleich wurden sie mit dem rittermäßigen Reichsadelsstand begnadet"). Die Gebrüder Johann Georg Gottfried, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kommerzienrat, Georg Christoph und Georg Heinrich Seidel, angeblich Nachkommen jener im Jahre 1550 in den Adelsstand erhobenen Brüder, erhielten, Wien den 22. Dezember 1721 den Reichsritterstand nebst Konfirmation des Adels und das Prädikat „Edle von". Die kurfürstlich Sächsische Anerkennung erfolgte am 14. März 1728^). In der Gberlausitz waren Angehörige des Geschlechts v. S. nur kurze Zeit ansässig. Der Kommerzienrat Johann Georg Gottfried Edler v. S. kaufte von den Erben Tarl Gottlobs v. Nostitz h das Gut berühren unnötig achte, meiner in Pohlen erblichen Güter gantz verlustig worden und in eujersten Ruin gerathen, unter Ihr: Lhurfürstb Ourchl: zu Lachsen pp. Ruhe und sicherern Glaubens-Exercitii halber Zuflucht suchend, ein wüstes Gütchen Lnellefiertel benahmt, erkaufset und dasselbe vieler appsrtinsntisn und Freiheiten, ja gar die Gräntzsteine eracliairst, so auch den darauf epgenthümlich belegenen Eisenhammer abgebrochen und entführet befunden". . . Er bittet den Rönig, beim Rurfürsten zu intervenieren, daß er anstatt des Eisenhammers eine Riehl- und Brettmühle erbaue. tz v. voerr, Oer Rdel der Böhmischen Rronländer, I960, 5. 206, 221: Gritzner, Thronst. Rlatribel der Brandenburgisch - preußischen Ltandeserhöhungen, 1873, S. 38, 108. 2) Boa. 10430, Geschlechts-und kjerrschaffts-Erhöhungen 1612 —1656, Bol. I, Fol. 8 ff. vergl. auch George Gottfried Rüster, Geschichte des Rlt-Rdel. Geschlechts derer v. Seidel, 1751, S. 2, 16. tz kj.-Lt.-R. Boa. 10431, blotitiaatioiras und Oiplomsta derer in kldelstand erhobenen Personen uo 1645, 44 — 1736, vol. I, Fol. 277. tz E. G. v. Nostitz starb am 25. Rtärz 1727. v. Seidel. 873 Lomnitz (880 von Görlitz) und erwarb dazu von Johann Christoph v. pentzig am l l. Februar l732 das Erbgut Lohra (880 von Görlitz, 88^V von Lomnitz) für 8500 Mir. Er erstand ferner aus dem Konkurse Johann Christophs v. pentzig am 21. Mai 1745 das Erbgut Milka (880 von Görlitz, 80 von Lohra) für 19 500 Taler. Im Jahre 1750 starb erh. Nach seinem Tode kam es zum Konkurs über sein vermögen, und am 22. August 1753 wurden die Güter Milka und Lohra dem Rudolph Ernst v. Kpaw adjudiziert. Johann Georg Gottfrieds Bruder, Georg Heinrich Edler v. 5. hatte im Niesemeuschelschen Infanterie-Regiment 53 Monate als Fähnrich, 35 Monate als Sous-Leutnant und 132 Monate als Premier-Leutnant gestanden. Rm 11. September 1747 erhielt er als Kapitän seinen Abschied. Er starb in Erumpa als Hauptmann unter dem Kreisregiment am 18. Juli 1763 und wurde am 20. beerdigt. Leine Gattin Tharlotte Sophie Dorothea, geb. v. Hagen, überlebte ihn^). Das Rittergut Köslitz (8 von Görlitz) besaß gegen Ende des 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts Friedrich George Earl Edler v. 5., königlich Sächsischer Rittmeister. Er starb am 14. August 1809 im Alter von 69 I. 7 M. 8 T. an Magenschwäche und wurde am 18. in Mendisch-Dssig begraben^). Seine Gattin und eine in Thüringen verheiratete Tochter überlebten ihn. Diese seine Gattin, Friederike Sophie Tharlotte, geb. v. Fromberg, eine Tochter Friedrich Augusts v. F. auf Kieslingswalde und der Eharlotte Ehristiane, geb. v. Gersdorff, wurde im Jahre 1801 mit Köslitz belehnth. Im Jahre 1817 verkaufte sie Köslitz. — vor dem Jahre 1770 vermählte sich Milhelmine Victoria Louise Edle v. S. mit Ernst Rudolph v. Mühlen, Hauptmann im kursächsischen Ehieleschen Infanterie-Regiments. Wappen: Eproff, Mappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Taf. 77 gibt das bei der Nobilitierung am 11. Oktober 1550 bestätigte und verbessertes Münzmeistersche Wappen: Schild gespalten von Silber und Rot, darin ein gebildeter blauer, die Hörner nach oben kehrender Mond. Helm mit Bausch, rot-silbern. Kleinod: Offener Flug, rechts rot, links silbern,- zwischen beiden Flügeln und zum Teil auf ihnen ruhend, der >) Neues Laus. Mag. Bd. 38, S. 263. 2) ks -2t.-N. Gen. Boo. 7801, Seidel. 3) Sterberegister des Pfarramts zu Wendisch-Vssig. Die Lehnsakten von Nöslitz sind leider im Breslauer Staatsarchiv nicht vorhanden. 0 Neue Laus. Monatsschrift 1802, I, §. 305. Laus. Magazin 1770, S. 158. h Vas alte Wappen zeigte auf dem Schilde den Stechhelm mit Bausch, „darauf ein weinpfal, oben zusammengespizt und überzwerchs in vier gleiche Teil geteilt, das unter und dritt roth und die andern zwep Teil weiß, zu dem obern rothen Teil vornen und hinten iedesorts zwo Straußenfedern von einander gekehrt und mit ihren Melen aus dem weinpfal gehend". Vas viplom vom II. Dktober 1550 verwandelt nun . . . „den Stech- in einen Torniershelm, darauf aus dem pausch anstatt des weinpfals erscheinend gegen einander zwe aufgethane Ndlersflügel, der hinder weiß und vörder roth, darinnen ein blauer halber Mondschein mit den Spitzen über sich gekehret". ks-°2t.-N. Boa. 10430, Geschlechts- und kserrschafftserhöhungen, vol. I, 1612-1656, Zol. 8 ff. 874 Seidel v. Rosenthal. Mond wie im Schilde. Decken rot-silbern. Tafel 78 gibt das Wappen nach dein Diplom vom 22. Dezember 172l: 1, 4 schräggeteilt von Rot und Gold, aus der Teilungslinie schräg liegend eine Lilie mit verwechselten Tinkturen. 2, 3 gespalten von Silber und Rot, darin ein steigender blauer Mond. Zwei gekrönte Helme; rechts die von einer Kaiserkrone überhöhten verschlungenen Initialen 6 V und OVI zwischen dem offenen auf grünem Hügel befindlichen Fluge, belegt wie Feld l; links der blaue Mond vor offenem Fluge, rechts silbern, links rot. Decken rechts: rot-golden, links: rot-silbern. Seidel v. Rosenthal. Johann SeidelH, vornehmer Bürger und Rpotheker in Zittau, geboren zu Bunzlau 26. Rpril 1592, gestorben zu Zittau 8. Mai 1631, hatte aus der am 2. November 1615 geschlossenen Ehe mit der Tochter David Heinos, damals Hauptmanns der Herrschaft Reichenberg, Rnna Maria, geb. Heino v. LöwenthaN), einen Sohn Johann Georg Seidels. Dieser, geboren in Zittau am 22. September 1622, studierte in Wittenberg und Leipzig und verwaltete vom Jahre 1653 bis 1661 die den Gebrüdern Wolf Rlbrecht und George Rdolph v. Loeben gehörigen Güter Schönberg, Halbendors und Krischa. Im Jahre 1661 wurde er von den Landständen zum Land-Steuer-Einnehmer ernannt, 1672 wurde er Skabin in Bautzen, 1673 Unter- und 1682 Gber-Kämmerer. Er vermählte sich: I. am 3. Dezember 1647 mit Susanna Richter, der einzigen Tochter des Zittauer Bürgers Taspar Richter. Sie starb am 7. Rpril 1661; II. am 6. November 1662 mit Martha, verw. Stoltz, geb. Schley, die am 1. Februar 1678 entschlief; III. im Jahre 1681 mit Ursula, verw. Schertz, geb. Wunderlich. Don dem Dermögen seiner Gattin kaufte er am 22. Mai 1669 von den Kreditoren Rudolfs v. Bünau, nämlich dem Rittmeister Hans Wolf v. Schönberg aus Brauna und Lohsa und Wolf Moritz v. Kauffungen auf Forstwolfersdorf, „das Vauerlehngütlein zu Bocka" (80 von Kamenz) für 1000 Fl. Meißnisch. Nachdem der Kurfürst das Gut am 8. Juli 1669 aus Mannlehn in Erbe und Rllod verwandelt hatte, erhielt der neue Besitzer am 28. Februar 1670 den Erblehnbrief. Johann Georg S. v. R. starb am Sonntag Cluasimodogeniti 1692 s13. Rpril st. n.f nachts V»1 Uhr und wurde am 17. sf. aus dem Tauchersriedhos in Bautzen bestattet. Sein Spmbolum war: ^ekovus Orutiu 8ulvut. Don seinen Kindern sind folgende bekannt: l) vergl. N. Rbraham Mencelius, Leichenpredigt auf ihn s1631s. -) Sinapius, Schlesische Luriositäten, Band II, S. 340 erwähnt die „v. Hayn und Löwenthal" als eine in Schlesien bekannte vornehme Familie. Sie soll ihren Beinamen von dem Städtlein Löwenlhal, d. i. Liebenthal im Kreise Löwenberg führen. — Über die heino v. Löwenthal vergl. auch Münch, lvappenbuch Zittauer Geschlechter, Mspt. in der Stadtbibliothek Zittau. — Lin David Hayn v. Löwenthal war 1624-1626 Hauptmann der Herrschaft Friedland, vergl. Ressel, Geschichte des Friedländer Bezirkes, 1902, S. 252. 3) vergl. h. B. Zeidler, Leichenpredigt auf Ioh. Georg S. v. R., Budissin 1692; Tarpzov, ^nal. tust 2ittav. Ilf, S. 131. v. Leidlitz. 875 1. Martha Maria 5. v. N-, aus erster Ehe. vermählt: I. mit N. Schwartzbach, Schulrektor zu Laubans II. mit N. Salomo Hausbars, Pfarrer zu Vernstadt. 2. Johann Laspar 5. v. N., aus der ersten Ehe des Vaters, Notarius publicus, Rats-Steuer-Einnehmer in Bautzen, geboren in Zittau am 4. März 1652, gestorben am 29. August 1690 h. Er war seit dem 5. Dezember 1684 vermählt mit Maria Elisabeth Keulig (Keyling) aus Königsbrücks sie schloß nach ihres Gatten Tode eine neue Ehe mit einem des Namens Saltzwedel. Johann Laspar hatte drei Kinder, von diesen starb der älteste Sohn, Johann Heinrich, frühzeitig! es überlebten Johann Laspar nur die beiden jüngeren Kinder: Susann« Sophia und Lhristian Larl, beide unmündig. Susanna Sophia vermählte sich: I. mit einem Schneidewein,' II. mit einem v. Trachenberg. Als Frau Schneidewein wurde Susanna Sophia am 9. November 1715 mit dem Lrbgütel zu Vocka zu ihrem Nnteil belehnt. Lhristian Tarl, das jüngste Kind Johann Laspars, wurde am 28. Juni 1688 getauft und war 1710 „Hausdiener" in Berlin. Nach Erlangung seiner vogtbaren Jahre wurde er im Jahre 1711 mit dem Gute Locka belehnt. Lr erwarb später das Erbrittergut Nübenau in der Amtshauptmannschast Marienberg, als dessen Besitzer er am 1. November 1746 nachmittags gegen 3 Uhr an einem Schlagansall starb h. 3. Johanna Helena S. v. N., die einzige Johann Georg S. v. N. überlebende Tochter zweiter Ehe, vermählte sich mit Daniel Lhristian Kreß, Gberamtsadvokaten in Bautzen. Die Erben Johann Georgs 5. v. N. hatten Vocka gemeinsam besessen bis zum Jahre 1695. Am 25. April dieses Jahres verkauften sie das Gut an die Geschwister Susanna Sophia und Lhristian Tarl S. v. R. für 1200 Meißnische Gulden, von ihnen erwarb das Gut Vocka am 30. September 1719 Hans Gottlob v. Lindenau für 2500 Laler. Das Datum der Nobilitierung der Familie ist uns nicht bekannt. Mappen: Nach Kneschke^) führt das Geschlecht im Schilde 3 (2, 1) Blumentöpfe mit Nosen. Lin Siegel der Familie ist uns nicht begegnet. Ein ganz anderes Mappen, als das angegebene, führt Johann Lsaias Seidel von Nosenthall, Kommerzienrat in Sulzbach, der „aus grund nachgewiesenen unfürdenklichen Adelsbesitzstandes" am 7. September 1821 in die Ndelsmatrikel des Königreichs Bayern ausgenommen wurdeh. v. Seidlitz (v. Seydlitz). Bereits im ersten viertel des 14. Jahrhunderts treten Angehörige des alten Schlesischen Geschlechts v. Seidlitz in der Gberlausitz aus: Herzog Heinrich von Jauer überwies, Prag den 30. Mai 1321, dem 0 Wagner, Budiss. Grab- und Gedächtnis-Mahle, 1697, 5.181. h k).-5t.-kl. Geneal. Boa. 31788, 5sidel v. Rosenthal. 4 Neues Rllgeni. Deutsches kldels-Lexicon, VIII, 5. 447. tz Gritzner, 5tandes - Erhebungen und Gnaden-klcte, I. Band, 5.438. 876 v. 5eidlitz. Blsm-ieus cie 8zAic? den ihm von dem Dorfe Tonradisdorph bei Lauban (-Holzkirch am E)ueis) schuldigen Dienst mit einem Rosses. Zu Beginn des Jahres 1561 treffen wir Adam v. 5. als Besitzer des Gutes Gaußig (L^V von Bautzen). Am 14. Januar dieses IahresH beauftragt ihn der Kurfürst von Sachsen, in Angelegenheit der Ersetzung des katholischen Pfarrers zu Gaußig durch einen evangelischen mit dem Dekan Johann Leisentritt persönlich zu verhandeln. Einige Jahre später ist Jakob v. 5. im Besitze des Gutes Gaußig. Am 31. August 1564 erscheint er als Zeuge, als Siegmund v. Bosenhagen den vorritt tatH. Im Verzeichnis derjenigen Landstände, die die Gber- gerichtsbarkeit bereits vor der Dbergerichtskonzession gehabt hatten, finden sich auch ausgezeichnet „die von Seidlitz zu Gausig"H. Im Jahre 1563 wird ein Brüderpaar Isaak und Jakob v. 5. erwähnt"). Wenige Jahrzehnte später treffen wir ein anderes Glied des Geschlechts v. §. in der Vberlausitz angesessen: Hans v. S.°), kurfürstlich Sächsischer Hosrat, aus dem Hause Schönfeld im Fürstentum Schweidnitz stammend, geboren am Sonntag Kxaulli 1549 s2. Junij als Sohn des kaiserlichen Einnehmers Florianus v. S. und dessen Gattin Margarethe geb. v. Schaffgotsch auf Kpnast und Greiffenstein, erwarb im Jahre 1588 das Gut Arnsdorf (8^V von Bautzen, I4W von Schirgiswalde) nebst Schlungwitz (bldlO von Arnsdorf, 88^V von Bautzen) unter dem Amt Stolpen und erhielt vom Kurfürsten Lhristian, Pirna den 27. Juni 1588, die Genehmigung, dieses Gut bei Mangel von Leibeslehnserben auf seine Töchter zu vererben, über dasselbige unter den Lebendigen und auf den Todesfall zu disponieren, von diesem Gute als Schriftsasse angesehen zu werden und die bisher dem Amt Stolpen zuständige Gber- gerichtsbarkeit selbst auszuüben H. Am 3. August 1588, dann am 20. April 1592 wurde er belehnt mit Arnsdorf und Schlungwitz, am 29. August 1593 mit dem Stück Holz bei Tautewalde, das vorher zum tz Köhler, ooä. cliplom. Busat. sup., 1856, 5.246. 9 Topial 310, Bl. 33 b, 34a; von uns bereits behandelt im Neuen Laus. Mag. Bd. 76, 5. 20Y. H Neues Laus. Mag. Sd. 58, 5. 439. 9 Iveinart, Rechte und Gewohnheiten, III. Teil, 1795, 5.49. 9 „Isaacs und Iacobs gebrudere von 5eidelitz gunst über 2000 Fl. gegen Ivolfen von Tiefstetter p. biß auf den schirstkunfftigen Leipzigischen jarmargkt des 63. jars, den sonnabent nach palmarum slO. Aprils anvo rc. im Ixfff". 6--M.-A. I-oo. 9549, particularregister, Inhalts der Nöin: Nag: Mt: genedigster Instruction rc., 1562, Fol. 28. — Der hier genannte Wolf v. Tiefstädter, 5ohn eines Messerschmieds, wurde kursächsischer Dberst, Amtshauptmann über Grünhain und 5chellenberg, Gbcrhaupt- mann des Kurkreises. Tr stand bei den Kurfürsten Moritz und August von 5achsen in großer Gunst und war in den Adelsstand erhoben und zum Ritter geschlagen worden. Gauhe, Adels-Lexikon, II. Teil, 1747, 5. 1165. o) von uns bereits behandelt im Neuen Laus. Mag. Bd. 76, 5. 230 ff. vergl. auch Friedrich Fischer, Pastor in Bautzen, Leichenpredigt auf Hans ^ Budissin 1596. i ^ ^,, c-f F Z ^ ^ A ' 9 Lehnsakten Arnsdorf/ vol. I. ' Vorwerk Doberschau gehörte und er von Georg v. Zscherttwitz erkauft hatte^. Hans v. S. war ein wohlhabender Mann. Gr kaufte 1589 das Niederweidwerk und die Jagden auf den bei Gaußig gelegenen drei Dörfern Gnaschwitz, vretschen und Gössern, sowie ein Stück Holz bei Weißnaußlitz, ehedem im Besitz Hieronymus' v- Baudissin. Im Jahre 1590 2 ) pachtete er nebst zwei anderen Edelleuten die vier wendischen Gbedienzdörfer mit den Diensten und dem Mühlzwang gegen Erlegung eines jährlichen Laßzinses. Zu welchem Zwecke Hans v. S. im Jahre 1590 vom Kurfürsten Christian die Summe von 5000 Fl. ohne Verzinsung entlieh, nur mit der Verpflichtung, jährlich 500 Fl. zurückzuzahlen ^), ist uns unbekannt. Zu Nnsang des Jahres 1596 stellte Hans v. S. dem damals in bedrängten Verhältnissen befindlichen Domstift zu Bautzen seine reichen Mittel zur Verfügung und lieh ihm 1500 Taler, wofür er vom Domstift die Stiftsuntertanen zu Singwitz und die vier Bauern zu Schwarznaußlitz (beide 88M von Bautzen) mit allem Zubehör und der ortszuständigen wilden Fischerei in der Spree zum Unterpfand erhielt. Der Administrator Friedrich Wilhelm, Herzog zu Sachsen, genehmigte den Vertrag, Dresden, den 2. März 1596h. Hans v. S. starb im Jahre 1596 am 25. August alten Kalenders zwischen 11 und 12 Uhr nachts und wurde am 7. September in der petrikirche zu Bautzen bestattet. HV/-/ t»/ »NL vermählt hatte er sich im Jahre 1581 mit Anna v. Gersdorff a. d. h. Buchwalde, Tochter Christophs v. G., in kinderloser Ehe. Lr bestimmte deshalb in seinem Testament vom 16. März 1596, daß von seinen drei Schwestern erhalten solle Anna, vermählt mit Friedrich v. Salisch zu Wartenberg, 1000 FI.; Margarethe, vermählt mit Siegmund v. Zedlitz zu haugsdorf, und Sabina, vermählt: I. mit Albrecht v. Stange, II. mit Heinrich v. Schindel zu Lrdmannsdorf, je 2000 Fl. Außerdem solle den drei Schwestern seine große goldene Kette von 214 Gliedern nebst einem haken und dem Bildnis des Herzogs Johann von Holstein zufallen und in drei Teile geteilt werden, an deren einem das Bildnis des Herzogs Johann zu Sachsen, an deren anderem das des Herzogs Johann zu Mecklenburg zu befestigen sei. Sein Gut Arnsdorf verwandelte er in ein Majorat und verfügte letztwillig folgendes^): Seine Witwe sollte, so lange sie sich nicht wieder verheiraten würde, das Gut Arnsdorf samt pertinentien „gebrauchen". Im Fall ihrer nochmaligen Vermählung solle das Gut immer dem ältesten unter den Söhnen seiner Schwestern eingeräumt werden, „welcher es uff sein lebetage zu gebrauchen undt förder wiederumb auff den jenigen, welcher under den l) H.-St.-O. Gen. Boa. 3l7Sl, Salisch. y Neues Laus. Mag. Sd. 70, S. 180. ') ks--§t.-N. Geneal. Noe. 7803, Segdlitz. Nrchiv des Oomstifts zu Bautzen, I. Nbt. Noo. XBVII, Nr. 2. 5) ven Wortlaut der testamentarischen Verfügungen (nach den klrnsdorfer Lehnsakten) siehe im Neuen Laus. Mag. Bd. 76, 5.231—232. 878 v. Seidlitz. drehen schwester-söhnen der eiteste ist, Vorfällen, undt einer auff den andern der eiteste, nach todesabsterben bringen soll" h. Hans v. 5. setzte ferner Stipendien aus für Universitätsstudien und bestimmte, daß eine Kette von 37i Gliedern, geschmückt mit Kurfürst Christians Bildnis, immer in Urnsdorf bleiben und von einem Besitzer auf den andern vererbt werden solle,- ebenso drei vergoldete „Mörselbecher", sechs kleinere silberne Becher, ein großer vergoldeter Kredenzbecher, ferner die Rüstungen, Harnische, Büchsen und Schwerter. In einem Kodizill vom Jahre 1596 ernannte Hans v. S. zu einem Testamentarius seinen Vetter Udam v. S. und Burkersdorf zu Grunau und setzte ihm für seine Mühewaltung lOO Dukaten Ungarisch aus. Da Frau Unna, die Witwe Hansens, „ihren lvitwenstuhl verrückte", so erhielt Ernst v. Zedlitz, damals unter den Söhnen der drei Schwestern des Majoratsstisters der älteste, am 30. September l5dy Urnsdorf und Schlungwitz. Frau Unna hatte sich nämlich am 9. Dezember 1597 wiedervermählt mit dem eben genannten Udam v. Seidlitz und Burkersdorf auf Grunau, geboren am Tage der unschuldigen Kindlein 1564 s28. Dezembers, gestorben am 1. September 1610, Landesbestalltem der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer, Sandesältestem und Gber-Sand-Recht-Sitzer^). Das Todesjahr der Frau Unna ist nicht bekannt. Ihr Grabdenkmal befindet sich in der katholischen Kirche zu Striegau^). — Um die Mitte des 17. Jahrhunderts begegnet uns in der Dber- lausitz ein Ungehöriger des Hauses Niclasdorf im Kreise Grottkau. Paulus v. S. und Gohlau auf Künsdorf im Kreise Nimptsch (ein Sohn Melchiors v. S., Umtsverwalters der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer und der Elisabeth v. pogrell), vermählt mit Katharina v. Uiemitz und Groß-lvilkau, hatte einen Sohn Heinrich v. 5. aus Kunsdorsh, der in zarter Kindheit verwaiste, Mündel Thristophs v. Pfeil wurde, mit acht Jahren zu einem Obersten als Page kam, dann 30 Jahre lang mit großer Tapferkeit diente und königlich Schwedischer Oberstleutnant wurde^). Heinrich v. S. kaufte am 6. Upril 1650 von Wolf Christoph v. Rechenberg auf Gppach das Gut Trostau (0 von Schirgiswalde) und am folgenden Tage von Frau Unna Maria v. Tuppau, geb. v. Rechenberg, aus Radmeritz das Gut Rodewitz (ldl von Schirgis- 0 Den Söhnen der hinterlassenen Schwestern Hansens r>. S. wurde am 24. Mai 1597 zur Lmpfangung der Lehn am Gute Arnsdorf bis zum 14. Lebensjahre Indult und Ausstand gegeben. H.-St.-A. Gen. Roo. 3I79I, Salisch. 2) Biographische Daten und die Aufschrift seines Epitaphiums bringt Sinapius, Schlesische Luriositäten, I. Teil, 1720, S. 885; II. Teil, 1728, S. 1005. - Die erste Gattin Adams war seit dem 18. Februar 1589 gewesen Anna r>. Gellhorn und Berthels- dorf, Witwe Hans Georgs v. Lzirn auf Geppersdorf. Adams Eltern waren Adam v. S. auf Burkersdorf und Katharina v. Reichenbach a. d. h. Klettendorf. Ebenda. 2) Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XI (1883), S. 259. h H.-St.-A. Gen. Roe. 7803, Seidlitz; Sinapius a. a. 2>. II, S. 1000. h Bei seinem Abschied vom Regiment im Iahre 1643 blieb Heinrich v. S. dem königlich Schwedischen General, R.eichsfeldherrn Grafen Earl Gustav wrangel tausend Taler schuldig; er zahlte den Betrag nicht zurück, worauf die Gläubiger im Iahre 1668 beim Dberamt zu Bautzen klagten. h.-St.-6. Roe. 9523, Gberlaus. Iustiz- sachen, vol. XXV. v. Seidlitz. 879 walde). Km 9. Juni 1651 erhielt er die Belehnung mit Trostau, am 17. Mai 1652 die mit Rodewitz. Heinrich bat am 5. Januar 1657 den Kurfürsten, da er, „ein Frembder und Rxtraneus", die Güter Trostau und Rodewitz zum großen Teil von dem vermögen seiner Frau erkauft habe, da ihm „der höchste Gott . . . unterschiedene in Gnaden bescherte Löhne durch den zeitlichen Tod wieder zu sich genommen", so daß nach seinem Tode die Güter an seine Schlesischen Rgnaten fallen müßten, da aber Gott ihm und seiner Ehefrau „ein kleines Töchterlein bescheeret und annoch am Leben gelassen" — ihm die genannten beiden Güter aus dem Mann- in Weiber- und Kunkellehn zu verwandeln. Rm 17. Dezember 1657 wurde seine Bitte gewährt Hs am 18. Januar 1659 erhielt er den Erbbrief. Seinem Schwiegersohn Thristian Wilhelm v. Watzdorf trat Heinrich am 1. Rugust 1657 das Gut Rodewitz ab, verkaufte ihm auch am 17. Juli 1668 sein Rittergut Trostau und bedang sich anstatt des Kauf- schillings die Rückgabe von Rodewitz aus. Dieses geschah und Heinrich erhielt am 6. September 1669 den Lehnbrief über dieses Kunkellehngut. Heinrich v. 5. starb am 12. Juli 1670. In der Kirche zu Trostau, deren Erweiterungsbau er gefördert und die er mit einem Kelch und einer patene bedacht hatte, fand er seine letzte Ruhestätte ^). vermählt hatte sich Heinrich v. S. zweimal: I. mit Sabina v. Gers- dorff, Tochter des Landeshauptmanns und Gberamtsverwalters Rdolph v. G.h. Wegen eingebrachten Ehegeldes in höhe von 4000 FI. ließ er sie 1653 aus Trostau und Rodewitz verleibgedingenh; II. mit Rnna Sabina v. Klüx, Tochter Wolf Heinrichs d. R. v. K., die sich in zweiter Ehe mit Taspar Heinrich II. v. Rodewitz auf Mittel-Herwigsdors verheiratete. Heinrichs Tochter Lva Latharina v. S. vermählte sich am 15. Mai 1665 mit Thristian Wilhelm v. Watzdorf, kurfürstlich Sächsischem Kammerjunker, Rmtshauptmann und Vber-Landfischmeister. Daß er Rodewitz und Trostau von seinem Schwiegervater erwarb, ist oben bereits erwähnt worden. — Noch ist einer Ursula verw. v. 5., geb. v. Grabisch, auf Hermsdorf, zu gedenken. Sie erbte von ihrer Schwester Margarethe v. Warnsdorf, geb. v. Grabisch, das Gut Mittel-Horka von Rothenburg) tz In der kurfürstlichen Genehmigung heißt es, „daß er oder seine Leibeserben durch Testament oder sonst mit obbenannten diesen Gütern Trostau und Rodewitz sammt pertinentien Grdnung zu machen und damit nach willen frei zu disponiren befugt sein solle". Lehnsakten Trostau. — vergl. auch H.-St.-6. Boa. 9547, Vas S. Buch Vberlaus. Lehens-Sachen, 1645 — 67, Lrbverwandlungen, Fol. 279, sowie Boa. 9547, Vas 6. Buch rc., 1657-74, Fol. I. 2) Rite Vberlaus. Rirchengalerie, s. 219; Neue Sächsische Rirchengalerie, Oiöcese Bautzen, Sp. 86. h H.-St.-R. Boa. 9547, Vas 6. Buch Vberlaus. Lehenssachen, 1657-1674, Lrbverwandlungen, S. 1. tz Tr verleibgedingte sie auf 4000 Fl., verzinsbar zu 10°/^, 1000 Fl. zum Hausgelds und 1600 Fl. für Morgengabe, Gerade und Mußteil. 880 v. Seilern und Kspang. zum Preise von 4000 Talern, verkaufte es aber am 10. September 1638 an Hieronymus v. Uechtritzh. In das Geschlecht v. Seidlitz gelangte im 18. Jahrhundert der Böhmische Alte Herren-, der Böhmische und preußische Freiherrnstand, im 19. Jahrhundert auch der preußische Grafenstand. Wappen: Im silbernen Schilde drei rote Fische wagerecht über einander, die Köpfe nach rechts gekehrt. Helm mit rot-silbernem Bausch. Kleinod: Zwei Büffelhörner, das rechte rot, das linke silbern, hinter ihnen zwei schräg gestellte, gekreuzte Lanzen, das Fähnlein der linken silbern, das der rechten rot. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 56 Kr. 7 unter den „Schleßingischen"; Frhr. v. Krane und A. IN. Hildebrandt, Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Adels, 1901-1904, Taf. 99. v. Seilern und slspang, Grafen. von dem alten, aus St. Gallen in der Schweiz stammenden Geschlechts v. Seilern und Aspang, das sich nach Nürnberg wandte und dort den Patrizierstand erlangte, 1430 nach der Pfalz, darauf nach Österreich sich begab, 1684 den Neichsritter-, 1693 den Freiherrn- und am 4. November 1713 den Reichsgrafenstand erlangte, machten sich einige Glieder zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Friedrich Eberhard Graf zuSolms hatte im Juni 1750 das INannlehn- gut Wendisch-Sohland sowie Nieder-Sohland (8 von Schirgiswalde) erworben und in die NNtbelehnschaft in primo oräins Johann (Hans) Laspar II. v. Gersdorff auf Gröditz genommen. Die männliche Nachkommenschaft des Grasen Friedrich Eberhard war mit seinem am 9. Dezember 1803 verstorbenen Sohne Franz Xaver erloschen. Die Enkel Johann Laspars II. v. Gersdorff, des ersten Ntitbelehnten: Friedrich Rugust Gottlob und Johann Erdmann Ehristian, Söhne Tarl Rugusts v. Gersdorff,- sowie Tarl Heinrich Traugott und Ernst Gustav, Söhne Heinrich Rudolphs v. Gersdorff, traten nun nach dem Tode Franz Xavers Grasen Solms ihre Ansprüche an Wendisch- und Nieder-Sohland gemäß dem von ihrem Großvater ausgestellten Lehnrevers den nächsten Verwandten des Grasen zu Solms ab, den Grasen v. Seilern und Rspang. Es hatte sich nämlich eine Tochter des oben erwähnten Grafen Friedrich Eberhard zu Solms, Marie Tharlotte geb. Gräfin zu Solms vermählt mit Ehristian Rugust Grasen v. S. u. R. auf Luckow, Litschau, Kralitz, Zieranowitz, Przilepp und RIt-Titschein. Sie starb zu Wien am 27. INärz 1783 und wurde am 29. in der Familiengruft bei den Franziskanern bestattet. Zwei Söhne hinterließ sie nach Angabe der Sohländer Lehnsakten: I. Georg Ludwig Johann Ignaz Joseph Gras v. S. u. A., getauft am 25. August 1752, K. K. wirklicher Reichshosrat. II. Tarl Ntaria Fridolin Jacob Graf v. S. u. A., geboren am 6., getauft am 7. INärz 1758, Sekretär bei der Hofkammer. h Hölscher, Die parochie Horka, 1856, S. 40. v. Seilern und Rspang. 881 Diese beiden Grasen v. 5. u. A. waren, da die übrigen Kinder des Grasen Friedrich Eberhard zu Lolms beim Tode seines jüngsten Lohnes Franz Xaver (ch 9. Dezember 1803) keine Nachkommen mehr besaßen, somit die allein berechtigten Erben der Güter Wendisch-Lohland und Nieder-Lohland. 5o wurden denn am 19. November 1808 Georg Ludwig Johann Ignaz Joseph Gras v. 5. u. A. und die Löhne seines inzwischen verstorbenen Bruders Tarl Maria Fridolin Jacob in den Besitz von Wendisch-Lohland gesetzt. I. Georg Ludwig Johann Ignaz Joseph Gras v. S. u. A., K. K. Kämmerer, Geheimrat und oberster Erblandküchenmeister im Herzogtum Kärnten, Herr der Herrschaft Kralitz, wurde am 8. Juni 1810 mit der Hälfte (drei Lechstein) von Wendisch- und NiederLohland belehnt. Er starb, nachdem er in seinen letzten Lebensjahren geisteskrank gewesen, am 26. März 1838 in Wien ohne männliche Erben. II. Larl Maria Fridolin Jacob Graf v. S. u. A. — doch wohl identisch mit dem in den Lehnsakten von Lohland auch Tarl Jacob August genannten Grafen v. 5. u. A. — starb als K. K. Kammerherr und Gberstwachtmeister am 6. Mai 1806 „gähen Todes in einer Brustkrankheit im 49. Jahre seines Alters" und wurde am 7. nach Lchtip in Mähren zur Beisetzung in die Familiengruft gebracht h. Tarl Jacob August war vermählt seit dem 26.Juli 1787mit Marie Maximiliane geb.Gräfin Wurmbrand — die sich am 2. Februar 1834 wiedervermählte mit Gundaccar Heinrich Grasen v. Wurmbrand-Ltuppach - und hatte folgende Kinder: 1. Christian August Tarl honorius Johann Nepomuk, getauft am 3. März 1789 von dem Pfarrer der später ausgehobenen Franziskanerpfarre in Wien^), gestorben in „Grätz" unvermählt am 8. Februar 1812. 2. Joseph August Thomas Johann Nepomuk Thaddäus, getauft am 22. Juni 1793 in der Kirche zu Mariä Himmelfahrt bei der Dekanalpfarre in Holleschau in Mährens. 3. Franz Xaver Gtto August Tarl Maximilian, getauft am 23. März 1796 in der Metropolitanpsarrkirche zum heiligen Wenzel in Glmützh, gestorben als kaiserlich Österreichischer Leutnant in Nosen- bergs Lbevaux-IkAors-Regiment in Wien am 24. Juli 1815 unvermählt. 4. Johanna Nepomucena Juliana Tarolina, geboren am 9. Juli 1797, getauft zu „Maiwaldau in Schlesien, einem zu hirschberg eingepfarrten Dorfe" in der dortigen katholischen Kirche^), 1822 vermählt mit Anton Freiherrn v. Fahnenberg. >) Zeugnis vom Vlmützer sürsterzbischöflichen Konsistorium. kst-M.-R. Geneal. Roo. 7801, Seilern und Rspang. 'tz Rttest vom Rektor der St. Stephans Metropolitan- und ksauptpfarrkirche in Wien. ks -bt.-R. a. a. D. °) ks -St.-R. a. a. G. tz ks.-St.-K. a. a. D. b) k).-5t.-R. Gen. Roo. 780t, Seilern und Rspang. 56 x 882 v. Seydewitz. 5. Maria Lrescentia Larolina Maximiliana Johanna, getauft am 13. Mai 1799 in der Stadtpfarrkirche zum heiligen Npostel Jacob in Brünnh, vermählt: I. 1819 mit Tarl Grasen Zichy; II. 1836 mit Stephan Grasen Szechenyi. Der älteste Bruder dieser Geschwister, Graf Christian Nugust Tarl honorius Johann Nepomuk wurde am 8. Juni 1810 mit einem Sechstel von Wendisch- und Nieder-Sohland belehnt. Vor seinem Tode (ff 8. Februar 1812) hatte er seinen nächstjüngeren Bruder Joseph Nugust Thomas Johann Nepomuk Thaddäus zum Universalerben eingesetzt. Ls wurde somit dieser am 20. Dezember 1815 mit zwei Sechsteln von Wendisch- und Nieder-Sohland belehnt. Mit dem Sechstel des dritten Bruders Franz Xaver Gtto Nugust Tarl Maximilian wurden nach seinem Tode (ff 24. Juli 1815) belehnt seine Mutter Frau Maria Maximiliane Gräfin v. S. u. N. geb. Gräfin v. Wurmbrand am 21. März 1818. Sie verkaufte dieses ihr Sechstel am 4. Februar 1836 ihrem Sohne Joseph Nugust Th. I. N. Th. für 8000 Fl. dergestalt, daß er ihr an Stelle des Kausgeldes eine Jahresrate von 1000 Fl. 20 Kreuzer zahlen sollte. Joseph Nugust Th. 3. N. Th., der mit zwei Sechsteln, wie erwähnt, am 20. Dezember 1815, mit dem Sechstel seiner Mutter am 29. Nugust 1838, endlich mit der Hälfte (drei Sechsteln) nach dem Tode seines Gheims Georg Ludwig Johann Ignaz Joseph (ff 26. März 1838) am 24. Juni 1842 belehnt worden war, hatte nun Wendisch- und Nieder-Sohland in seinem alleinigen Besitz. Er verkaufte die Güter am 29. Oktober 1842 an Gustav v. Nostitz-Wallwitz. Wappen: Schild geviert mit Mittelschild, darin ein goldener, doppelt geschweifter Löwe in Blau. I, IV: In Gold ein gekrönter schwarzer Ndler, einwärts gekehrt; II, III: In Not zwei gekreuzte silberne Schwerter mit goldenen Griffen. Nus dem Schilde die Grafenkrone. Zwei gekrönte Helme. Kleinod des rechten: Der gekrönte schwarze Ndler; Kleinod des linken: Die gekreuzten Schwerter zwischen zwei von Blau und Gold übereck geteilten Vüffelhörnern. Decken rechts schwarz-golden, links rot-silbern. Schildhalter rechts ein widersehender schwarzer Ndler, links ein goldener, doppelt geschweifter, widersehender Löwe. v. Seydewitz. Das Geschlecht v. Seydewitz gehört zum Uradel des Meißner Landes, kommt zuerst urkundlich im 13. Jahrhundert vor und besaß in ältester Zeit die Güter Seydewitz und plotha in der Mühlberger pflege^). In der Gberlausitz machen sich Glieder des Geschlechts seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ansässig und zwar gehören diese der Linie Martinskirchen (Kreis Liebenwerda) an. Der Enkel Nikols v. S., des um das Jahr 1583 gestorbenen Begründers dieser Linie, Hans Georg v. S. aus Martinskirchen, gestorben im Jahre 1638, vermählte sich am 3. Februar 1625 mit Ngnes Elisabeth v. Güntherod a. d. h. >) H.-St.-K. a. a. D. 2) vergl. Beiträge zur Geschichte der Familie von Seydewitz, den Zeitraum von l2dd bis 1875 umfassend, o. D. u. I. v. Sepdewitz. 883 Ziegra. Er hinterließ neben einer Tochter zwei Löhne: Georg Heinrich und Hans Ernst. Diese einigten sich dahin, daß Martinskirchen dem älteren Bruder Georg Heinrich zufielH. Vieser Georg Heinrich, geboren am 14. Leptember 1631, verkaufte das Gut Martinskirchen am 22. April 1669 für 5400 FI. an Hans Lhristoph v. Riesenwetter auf Dittersbach H. Dafür hatte er das v. Ltaupitzsche Gut Rammenau (bl>V von Bischofswerda) erworben. Er kaufte zunächst am 2. Mai 1668 von Heinrich Otto v. Köckritz auf Heyda und Wormlage die diesem adjudizierten Rammenauschen Teiche für 3600 Taler, dann am 12. September 1668 von Frau Margarethe v. Rottwitz, geb. v. Ltaupitz, deren vierten Anteil am Gute Rammenau für 4000 Fl. Meißnisch, während er schon zu Ostern 1668 von Johann Thristian v. Rottwitz gleichfalls dessen vierten Anteil am Gute erworben hatte. Da Häns Ernst v. Staupitz den verkauf dieses Anteils seitens Johann Lhristians v. Rottwitz an Georg Heinrich v. S. beständig „impug- nirte", so konnte letzterer erst am 18. September 1670 über die Rammenau- schen Teiche und die erkauften zwei vierteile von Rammenau den Lehnbrief erhalten. Am Tage der Belehnung wurde ihm vom Hofgericht ferner die andere Hälfte des Gutes adjudiziert, so daß er nun alleiniger Erb-, Lehn- und Gerichtsherr des gesamten Gutes Rammenau war^). Georg Heinrich starb als kurfürstlich Sächsischer Rammerjunker am 2. März 1678 im Alter von 47 Hs Jahren, vermählt war er: I. mit Johanna Margarethe geb. Ghlschlägel, Tochter des kurfürstlich Sächsischen Hofsekretärs lvolsgang G. Am 4. April 1669 ließ er seine Gattin gegen empfangene Lhegelder in Höhe von 1500 Talern laut Lhestiftung vom 27. Oktober 1668, auf die gleiche Summe nebst der weiblichen Gerechtigkeit an Gerade, Morgengabe und Mußteil — wofür jedoch der lvitwe freistehen solle 700 fl. zu nehmen - wie auch einer Wohnung auf dem Gute Rammenau oder 600 Tlr., aus Rammenau verleibgedingen. Frau Johanna Margarethe starb bereits am 9. Oktober 1670H. Georg Heinrich vermählte sich: II. am 4./14. Juni 1672") zu Leipzig mit Susanna Elisabeth v. Adlershelm"), einer Tochter des k. k. Rats, kursächsischen Rammerrats und Bürgermeisters der Stadt Leipzig Thristian Lorenz v. AI). Der Rursürst Johann Georg II., zur Hochzeit eingeladen, entsandte den Rammerherrn Thristian Siegmund tz Ebenda, S. IX. H Ebenda, S. IX, X. H Unsere Darstellung beruht auf den Ungaben der Lehnsakten von Uammenau. Ls ist also die in den Beiträgen zur Geschichte rc. 5. X gebrachte Mitteilung, Georg Heinrich v. S. habe Rammenau von seiner Gemahlin Johanna Margarethe Ghlschlägel gekauft, nicht zutreffend. tz Beiträge rc. 5. X. H H.-St.-R. Gen. Boo. 7802, Sepdewitz, Bol. II. H In den Beiträgen ic. 5. X ist sie irrtümlich Sus. Lucretie Elisab. von Rdlers- weiler genannt. H Im Jahre 1648 erhielt Matthias Lorentz, Senator der Stadt Leipzig, ein Reichsadelsdiplom. Mit seinem Sohn Thristian Lorenz v. 51., ff 7. Februar 1684, erlosch das Geschlecht wieder im Mannesstamme. Rneschke, Deutsches Rdels-Lexikon, I. Bd., S. 18. 56 * 884 v. Seydewitz. v. holtzendorff mit einem präsent*). Georg Heinrich hatte zwei Kinder, eine Tochter Johanna veronica und einen Sohn Christian Heinrich. Vieser starb, noch nicht zu seinen mündigen Jahren gelangt, am 9./19. Februar 1692; Johanna veronica vermählte sich in Leipzig am 3. Januar 1701 mit Hans Taspar v. Leßgewang auf Rlmenhausen^). Vas Gut Rammenau ging nun zu zwei vritteilen an Georg Heinrichs Bruder, Hans Ernst v. S. über; ein vritteil, das ihr verstorbener Bruder Christian Heinrich ihr vermacht hatte, behielt Johanna veronica. Hans Ernst v. 5., der auch das Gut pommlitz im Rmte Grimma besaß, wurde am 13. März 1696 mit zwei vritteilen von Rammenau belehnt. Mit seiner Richte Johanna Veronica lag er wegen des von ihr beanspruchten vrittels in längerem Prozeß ^), der zu seinen Gunsten entschieden wurde, so daß er am 10. September 1698 auch mit dem letzten Drittel belehnt wurde und nun alleiniger Besitzer von Rammenau war. Hans Ernst starb am 14. Dezember 1712. vermählt war er mit Eatharina Sidonie v. Schönberg a. d. h. Bretnig und hinterließ folgende Kinder: 1. Larl Heinrich. Siehe unten S. 885. 2. Hans Rudolph. Siehe unten 5. 884. 3. Gottlob Ernst Ehrenreich. Siehe unten S. 885. 4. veronica Elisabeth, vermählt mit Christoph Gottlob I. v. Carlowitz aus Pannewitz, Niethen, Neustädtel. 5. Lharlotte Henriette. Hans Ernst hatte testamentarisch am 28. Juni 1712 seine Kinder sämtlich zu Erben eingesetzt und zwar sollte Tarl Heinrich das Gut pommlitz und die Untertanen in Crumbach, Hans Rudolph und Gottlob Ernst Ehrenreich Rammenau erhalten. Mit diesen beiden haben wir uns zunächst zu beschäftigen. 2. Hans Rudolph v. S., geboren am 13. Mai 1693, gestorben am 22. Dezember 1780, beim Tode seines Vaters Kornett, später königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Hauptmann, überließ zufolge Vergleichs vom 15. März 1713 seine Hälfte des Gutes Rammenau seinem Bruder Gottlob Ernst Ehrenreichh. Sn eben diesem Jahre (1713) ließ sich Hans ') 6--St.-6. Gen. Boo. 7802, Sepdewitz, vol. II. 2) Familiengeschichtliche Blätter, II. Band (1907), Nr. 22, S. 259. 3) Hans Ernst v. L. klagte im Jahre 1692 gegen seine Muhme Jungfer Johanna veronica, da sie in Gegenwart Theophili Lessing, Not. pudl. Ouosur. und Ltadt- schreibers in Ramenz, am 5. März 1692 die Untertanen von Rammenau unter dem Vorwände einen hierauf bezüglichen Dberamtsbefehl zu haben, auf den dritten Teil des Gutes hatte schwören und ihr huldigen lassen. Im Jahre 1695 wird wegen Ruinierung des Holzes m Rammenau verhandelt. Hans Ernst nennt in diesem Jahre seine Nichte Johanna veronica „meine unruhige Muhme". H.-St.-R. Den. Boo. 7802, Lepdewitz, vol. II. — Wegen restierender Dezimen vom Jahre 1690 klagte gegen Hans Ernst v. S. Theodorus Grohmann, bis 1690 Pfarrer in Rammenau, dann in Burkau. H.-Lt.-R. Boo. 9532, Das 70. Buch (Überlauf. Justizsachen 1696 — 1702, Fol. 111. H In den Beiträgen ic. L. XI steht irrtümlich, Gottlob Ernst Lhrenreich habe seinen klnteil an Rammenau seinem jüngeren Bruder Hans Rudolph abgetreten. Das Umgekehrte ist richtig nach Rusweis der Lehnsakten. v. Sepdewitz. 885 Rudolph mit seinem Schwager Christoph Gottlob I. v. Tarlowitz in Kaufs- verhandlung über das Gut Niethen (I4>V von Löbau) ein. Der Kaufpreis sollte 7600 Taler betragen. Der Kauf scheint jedoch nicht zustande gekommen oder, wenn doch, sofort wieder rückgängig gemacht worden zu sein. 3. Gottlob Ernst Ehrenreich v. 5. war am 10. November 1692 in Rammenau geboren. Nach seines Vaters Tode (fl 14. Dezember 1712) bat er um Veniarn uotatish. Lein Bruder Hans Rudolph hatte ihm, wie oben erwähnt (vergl. 5. 884), seinen Rnteil an Rammenau zufolge Vergleichs vom 15. März 1713 abgetreten und so befand sich denn Gottlob Ernst Ehrenreich im alleinigen Besitze des Gutes und wurde am 15. Juli 1713 belehnt. Schon zwei Tage später, am 17. Juli 1713, verkaufte er Rammenau seinem Rruder Tarl Heinrich. Dafür erwarb er in demselben Jahre von Johann Thristian v. heldreich das Gut Pannewitz von Bautzen), das Dorf Großhühnchen (80 von Pannewitz, von Bautzen) nebst den Pietzschwitzer Wiesen (pietzschwitz blO von Großhähnchen, von Bautzen). Das Dorf Großhähnchen verkaufte er bald daraus wieder an seinen früheren Besitzer v. heldreich, das Freigut Ruschkowitz (blblO von Pannewitz), ein pertinenzstück von Pannewitz, trat er am 25. Oktober 1713 Rndreas Katzer aus Uhyst für 1500 Taler ab, zugleich mit der Freiheit sich einen Lchutzherrn nach seinem Belieben, jedoch einen von Rdel, zu erwählen. 3m Jahre 1714 schlug er ein Stück Holz im Werte von 500 Talern von Rammenau nach Pannewitz. Rm 11. März 1716 verkaufte er das Gut Pannewitz an Johann Thristian v. heldreich, den ehemaligen Besitzer. Gottlob Ernst Ehrenreich hatte sich am 21. Mai 1714 mit Maria Sophia v. Gersdorss a. d. h. Hermsdorf vermählt, starb aber kinderlos^. 1. Tarl Heinrich v. S., der älteste Sohn Hans Ernsts, an den das Gut pommlitz und die Untertanen in Trumbach gefallen waren, kaufte, wie oben erwähnt, am 17. Juli 1713 das Gut Rammenau von seinem Bruder Gottlob Ernst Ehrenreich zum Preise von 32 500 Talern und wurde am 6. Februar 17l4 belehnt. Über nur wenige Jahre vermochte er das Gut zu behaupten: am 17. Februar 1717 wurde Rammenau Ernst Ferdinand v. Knoch aus Elstra ic. zugeschlagen. Tarl Heinrich war vermählt mit Henriette Elisabeth v. vietinghofs. Sie starb in bedrängten Verhältnissen in Elstra am 24. Januar 1777 am Schlagfluß im Rlter von 88 I. 3 M. 1 T. und wurde am 28. d. M. daselbst beerdigt^). Sie hatte ihrem Gatten Söhne und Töchter geschenkt, von 0 Der Dberstleutnant Joachim Friedrich v. Lriegern bescheinigte dem Gottlob Trnst Threnreich v. S., daß dieser in der Ndministrierung des Gutes erfahren sei, ferner daß er „alle adelichen Tugenden von sich leuchten lassen, auch sich sonst dergestalt aufgeführet, daß bei ihm ein reifer verstand und gute Geschicklichkeit abzunehmen gewesen und man sich also, er werde seinen Sachen nützlich und wohl vorstehen, mithin sich bei allen fürfallenden Angelegenheiten vorsichtig aufführen, von ihm versprechen kann". Lehnsakten Rammenau. Johann Christian v. kseldreich bescheinigte dasselbe. h v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, I. Teil, S. 88. h Laus. Magazin 1777, S. Z4. 886 v. Leydewitz. ersteren überlebten sie zwei: Carl Friedrich d. R. und Christoph Heinrich. Christoph Heinrich, geboren am l6. Oktober 1720, vermählt mit Lrdmuthe Constantia v. Bünau aus Lannewitz bei Grimma, starb kinderlos am l6. Mai 1795H. Carl Friedrich v. 5. d. R?), der ältere Lohn Carl Heinrichs, geboren auf dem Hause Rammenau am 28. März l7ll, wurde im Jahre 1733 im damaligen Leibregiment, nachher Regiment Königin genannt, Fähnrich, 1734 Sous-, 1735 Premier-Leutnant, beteiligte sich an den Feldzügen in Polen, avancierte im September 1745 zum Stabs-, im März 1746 zum wirklichen Hauptmann mit Kompagnie und nahm als solcher teil an den Feldzügen in Böhmen, Mähren und Sachsen. Rls Kapitän im Thieleschen Regiment bat er, 64 Jahre alt, nach 49jähriger Dienstzeit im Jahre 1776 um seinen Rbschied"). Cr starb am 14. Rpril 1791 früh halb ein Uhr in Lauban nach längerem gichtischen Leiden an Entkräftung H. Vermählt hatte sich Carl Friedrich: I. mit Johanna Juliane Günther, der Tochter des verstorbenen Rechtskonsulenten Dr. Gottfried Günther in Zittau. Im Jahre 1744 hielt er, damals Premier-Leutnant im Regiment Königin, bei seiner Vorgesetzten Behörde um die Genehmigung zur Verheiratung mit dieser seiner Braut an"). Nach dem Tode seiner ersten Gattin vermählte er sich: II. am 10. Januar 1764 zu Kroptewitz (Rmtshauptmannschaft Döbeln)") mit Rmalia Friederika v. vietinghoff, geboren am 5. Februar 1720 daselbst. Sie starb im Rlter von 85 Jahren am 18. Januar 1806 in Lauban H. Carl Friedrich d. R. hatte aus erster Che drei Kinder: a. Carl Friedrich d. I., geboren am 31. Dezember 1744 zu Lauban, getauft am 3. Januar 1745, kurfürstlich Sächsischer Hofrat, vermählt mit Caroline Marie Christiane geb. Hengeveldtch. b. Rmalia Juliana, getauft am 18. Juli 1746 in Zittau, vermählt am 16. Februar 1773 in Dresden mit dem Leutnant Carl Rugust v. Helldorf im Thieleschen Infanterieregiment. Sie starb in Görlitz am 3. März 1774 früh halb zwei Uhr im Wochenbett"). e. Carl Rugust, getauft am 30. Rugust 1751 in Fittau, ging in Sächsische Militärdienste, diente 202 Monate als Sous-Leutnant, 15 Monate als Regimentsquartiermeister mit Premier-Leutnantscharakter, endlich 92 Monate als wirklicher Premier-Leutnant und Rdjutant im tz 3n den Beiträgen rc. 5. X steht irrtümlich- L. L. v. Bunan aus „Lonnewitz": vergl. dagegen v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, V. Teil, 5.12: Lrdmuthe Lon- stantia, Tochter Heinrichs y V. auf Lannewitz. H vergl. Laus. Magazin I7dl, S. IZ7. H H.-5t.-6. Geneal. Boa. 7802, Leydewitz, vol. I. H Laus. Magazin 1701, S. 137. H H.-5t.-N. Geneal. Boa. 7802, Leydewitz, vol. I. H In den Beiträgen rc. S. X steht irrtümlich „Grostewitz". tz Laus. Monatsschrift 1806, I, S. 58. H H.-Lt.-N. Geneal. Boa. 7802, Leydewitz, vol. I. H Laus. Magazin 1774, S. 66. o. Letzdewitz. 887 Bomsdorffschen Infanterieregiment, zusammen also 26 Jahre und erhielt als Premier-Leutnant am t5. Oktober l794 seinen Abschied'). Tarl Friedrichs d. A. v. S. Schwiegermutter, Frau Maria Magdalena verw. vr. Günther, Besitzerin der Güter Maltitz (880 von Meißenberg) samt Rlein-Tettau und Thräna (blblO von Weißenberg), hinterließ bei ihrem am 27. März 1768 erfolgten Tode diese Güter halb ihrem Lohne, halb ihren drei Enkeln, den eben genannten Geschwistern v. 5., Larl Friedrich d. I., Amalia Juliana und Tarl August. Sie wurden im Jahre 1768 je zu einem Sechstel mit diesen Gütern belehnt und verkauften ihre Anteile im Jahre 1769 an Frau Anna Elisabeth Edle v. Lossa. Der Linie des Georg v. S. auf Puschwitz und pülswerda (beide im Kreise Torgau)^) gehört an Tarl Friedrich Eurt v. S., geboren am 13. Januar 1780, gestorben zu Tharandt am 23. Juni 1853. Er erwarb im Jahre 1830 das Rittergut Rrischa mit Tetta (>Vbl>V von Görlitz) und besaß es bis zum Jahre 1841. Neben Töchtern hinterließ er drei Söhne: Gurt Friedrich Emil auf Lauterbach bei Leipzig, Otto Theodor und Rudolf Woldemar auf Rraunsdorf bei Tharandt. Diese drei Brüder erwarben im Jahre 1856 das Rittergut Gber- Sohland H. a. R. (0 von Löbau) für 82 000 Taler und zwar ein jeder zu einem ideellen Drittel. Turt Friedrich Emil, geboren am 9. Juli 1814, erwarb ferner am 24. April 1857 das Rittergut Mittel-Sohland a. R. (OblO von Löbau) für 105000 Taler. Tr starb am 27. Juni 1863 mit Hinterlassung der Witwe Helene Elisabeth v. Riesenwetter und von elf Rindern. Mittel-Sohland wurde am 13. Oktober 1863 für 141200 Taler (inkl. 30 200 Taler für das Inventar) an Tarl Gotthard Edgar Martini verkauft. Otto Theodor, der zweite Sohn Tarl Friedrich Turts, geboren am 11. September 1818, gestorben in der Nacht vom 11. zum 12. November 1898, wirklicher Geheimrat, Gberpräsident der Provinz Schlesien, erwarb im Jahre 1843 das Rittergut Viesig (bl von ReichenbachH. Am 7. März 1844 vermählte er sich mit Hedwig Marie Henriette v. Riesenwetter. Sein ältester Sohn Turt Friedrich Ernst Otto Damm v. 5., geboren am 26. Mai 1845, starb als Landeshauptmann und Landesällester der preußischen Gberlausitz am 18. Januar 1899 zu Baruth i. Sa.H. Nach dem Tode seiner Mutter trat er im Jahre 1886 in den Besitz der Fideikommißherrschaft Reichenbach. Im Jahre 1892 kaufte er das Gut Goßwitz von Reichenbach) mit noch anderen Grundstücken und dem Inventar für 300000 Mark. Rudolf Woldemar, der dritte Sohn Larl Friedrich Lurts, geboren am 29. Oktober 1820, war Erbherr auf Braunsdorf. — H Gen. Noo. 7802, Letzdewitz, vol. I. H Georg v. S. wurde im Jahre 1884 mit Puschwitz belehnt. Beiträge rc. S. XI. H Nekrolog im Neuen Laus. Mag. Bd. 78, §. 806 ff. h Nekrolog ebenda S. 810 ff. 888 v. Sepfsertitz. In der ersten Hälfte des l8. Jahrhunderts gelangte in die Linie zu pülswerda die sreiherrliche und gräfliche Würde. Der Reichshosrat August Friedrich v. 5. wurde am lO. Juli l73l in den Reichssrei- herrn-, am 23. Februar 1743 in den Reichsgrafenstaud erhoben. Da er unvermählt starb, ging die Reichsgrafeuwürde am lO. Juli 1775 aus seinen Neffen Eurt Gottlob über. Wappen (nicht gräfliches): Schild gespalten, rechts in Gold 3 (2, 1) vorwärts gewendete Mohreuköpse, hinten schwarz ohne Bild. Helm gekrönt. RIeinod:DerINohreurumps. Decken schwarz-golden. Frh.v.Rrane u. Hildebrandt, Schlesisches Wappenbuch, Gas. 100. v. Seyffertitz, Freiherren. Bodo Willibald v. Sepffertitzh auf Strauch bei Großenhain, war ein Sohn des markgräslich Brandenburgschen Feldmarschalls Hans v. S. aus Rrieschow und Goldbach, welch letzterer sich nach Lachsen gewandt und im Jahre 1583 Jahna bei Gschatz erworben hatte. Bodo Willibalds Bruder, Hans Albrecht v. S. aus Goldhausen bei Gschatz, pflanzte den Stamm fort. Dessen Enkel, George Rudolph v. S. aus Staucha bei Lommatzsch, Goldhausen ic., vermählt mit Sabina Ehristina v. Röckeritz, hinterließ fünf Söhne - Hans Adam, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Generalleutnant, Herr auf Strauch, Glaubitz, Hirschfeld; Adolph, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rammer- herr und Gberküchenmeister, auf Weistropp bei Wilsdruff; Rudolph Gottlob, siehe unten; George Rudolph d. I., Hessen-Rasselscher Gberst der Infanterie und Gberschenk; George haubold, kurfürstlich Sächsischer Rammerhsrr und Oberstleutnant, auf Cunnersdorf -, die von Rursürst Friedrich August I. als Reichsvikar, Dresden den 9. September 1711, in den Reichsfreiherrnstand erhoben wurden °). Rudolph Gottlob Frhr. v. 5?), einer der fünf Söhne George Rudolphs, machte sich in der Gberlausitz ansässig. 1680 wurde er kurfürstlicher Silberpage, dann Rammerjunker des Prinzen Friedrich August, 1697 Rammerherr, 1712 Erabantenhauptmann, 1725 Gberschenkft. Er starb zu Dresden am 9. INärz 1740 im Alter von 75 I. 3 IN. und wurde in Augustusberg bei Nossen bestattet^), vermählt hatte er sich: I. mit . . . Freiin v. Born; II. 1719 mit Sophie Eleonore geb. v. RIengeft), geboren 1674, gestorben zu Dresden 1755 im 81.Lebens- 9 vergl. v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, III. Teil, 1792, S. 221 fs.: Gothaischss Freiherrliches Taschenbuch 1853. 2) 3n v. Uechtritz a. a. G. III, 5. 221 ist das freiherrliche Diplom abgedruckt, h vergl. ks.-§t.-N. Gen. Boo. 7803, Seyffertitz, vol. I, II ^ v. Uechtritz a. a. G. III. Band, S. 232. Uudolph Gottlob wurde am 5. Ulärz 1722 „gegen gewöhnliches Ungelöbnis, gemeiner Stadt hold zu seyn und selbe bey ihren Rechten und Gerechtigkeiten, soviel an ihm, schützen und erhalten zu helffen" als Bürger von Dresden ausgenommen. Stadtarchiv Dresden, Bürgerbuch 1714-69, 0. XXI, 18 r, Fol. 41. b) Ulittheilungen des Königlich Sächsischen Ultertumsvereins, 22. Heft, zg72, S. 48. h Ebenda, ist, abweichend von v. Uechtritz a. a. D. III. Band, S. 232, dem wir folgen, 1714 als Jahr ihrer Vermählung mit Rudolph Gottlob v. S. angegeben. v. Leliffertitz. 889 jahre, begraben am 12. Oktober auf dem Iohanniskirchhof daselbst, Witwe des Dberküchenmeisters Hans Adolph v. Haugwitz. Sie behielt sich zufolge Rezesses vom 17. November 1719 die Administration und Usufruierung ihres gesamten Vermögens vor und zahlte ihrem Gatten anstatt des Ususfruktus jährlich 3000 Taler Kurant, halb Ostern, halb Michaelis. Zur Sicherung ihres Versprechens verpflichtete sie sich, ihrem Gatten ihre Güter Döbra und Skaska (beide blblO von Kamenz) als ein ihm abgetretenes Eigentum zu überlassen, jedoch so, daß er während der Lebenszeit seiner Gattin mehr nicht als die ihm jährlich verschriebenen 3000 Taler aus den Gütern genieße, diese auch nicht beschwere. Sollte sie vor ihrem Manne sterben, so soll er anstatt der bisher bezogenen 3000 Taler den völligen Nießbrauch und die Administration der beiden Güter auf Lebenszeit haben. Nach seinem Tode fallen beide Güter an ihre Erben, während seine Erben 15000 Taler erhalten. Nachdem er seine Ahnen nachgewiesen hatte, wurde Rudolph Gottlob am Landtag Elisabeth 1719 unter die Landstände aufgenommen und erhielt am 23. August 1720 den Erbbrief über die Güter Döbra und Skaska. Der Rezeß vom 17. November 1719 wurde später aufgehoben und am 24. Januar 1726 ein neuer ausgerichtet: Frau Sophie Eleonore übernahm wieder das Eigentumsrecht an beiden Gütern und erhielt am 12. Februar 1726 die Belehnung. Sie verkaufte am 30. April 1730 Döbra, Skaska nebst ihren anderen Gütern Lieske, Gßling und perti- nentien an den Reichsgrafen Rar! Heinrich v. Hopm. Aus erster Ehe Rudolph Gottlobs starb ein Töchterchen Albertine Elisabeth Henriette im Alter von vier Jahren am 8. Oktober 1695, ein nicht genanntes Söhnlein am 21. Januar 1704H. Es überlebte ihn ein gleichnamiger Sohn Rudolph Gottlob, geboren zu Dresden am 17. April 1701H. Wappen (nach dem Freiherrndiplom vom 9. September 1711): Schild gespalten mit geteiltem silbernem Mittelschild, in dem oben drei rote Balken, unten eine goldene Lilie, vorn geteilt von Gold und Blau; oben ein gekrönter, doppeltgeschweifter schwarzer Löwe, unten drei (2, 1) sechsstrahlige silberne Sterne. Hinten gespalten von Blau und Silber, darin drei (2, 1) goldene Lilien. Auf dem Schilde eine fünfperlige Krone, darüber drei gekrönte Helme. Kleinod des rechten: Wachsender, gekrönter schwarzer Löwe zwischen offenem Fluge, rechts golden, links schwarz; des mittleren: Nackter Mohrenrumpf, goldgekrönt, aus der Krone geht hervor nach unten ein rechts rotes, links silbernes Band, nach oben ein Busch von sechs abwechselnd roten und silbernen Straußenfedern; des linken: Zwei Büffelhörner, rechts silbern, links blau. Decken: schwarz-golden, rot-silbern, blau-silbern. Tpross, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, III. Band, Taf. 46. h G. Gettrich, Blonumenta und Epitaphia der Lophienkirche (Dresden), I70S, S. 33, 37. 2) v. Uechtritz a. a. G. III. Band, S. 232. u I 890 zu Solms. ZU Solms, Grafen. Angehörige verschiedener Linien des uralten, vormals reichsständischen, jetzt standesherrlichen Grasenhauses Solms haben sich im 18. und 19. Jahrhundert in der Dberlausitz ansässig gemacht'). I. Ast zu Baruth. Zweig zu Baruth. Friedrich Liegismund I., Gras zu 5., geboren am 28. Juni 1627, starb „nach ausgestandener langwieriger Krankheit" am 7. Januar 1696") mit Hinterlassung der Witwe Lrnesta (Lrnestina) geb. Frau v. Schönburg, die ihm zwölf Kinder geschenkt hatte. Lein ältester Lohn Friedrich Liegismund II. Gras zu 5., geboren am 6. August 1669, gestorben am 14. Juli 1737, war vermählt: I. seit dem 29. April 1692 mit Amalie Christiane Freiin v. Lützelburg, einer Tochter Wigands Frhrn. v. L. Geboren am 23. August 1675 (1677), starb sie am 13. Dezember 1721. von ihrem in Paris am 24. September/4. Oktober 1699 gestorbenen, noch minderjährigen Bruder Wigand Frhrn. v. Lützelburg erbte sie die Güter Nieder-Gurig, Briefing, Klein-Dubrau, Ouatitz, Dorf Groß-Vubrau (sämtlich KMO von Bautzen), Doberschütz (blO von Bautzen); am 17. November 1701 wurde sie mit diesen Gütern belehnt, hierzu kaufte sie am I. März 1701 von Tarl Gottlob v. Nostitz die Güter preititz und Tannewitz (HO von Bautzen) für 47 000 Taler und erhielt gleichfalls am 17. November 1701 den Lehnbries. Sie überließ ihrem Vetter Anton Frhrn. v. Lützelburg per äonationern inter vivos am 14. Dezember 1703 die Güter preititz und Tannewitz, sie eignete ihm ferner am 10. September 1705 Nieder-Gurig und Doberschütz zu. Graf Friedrich Liegismund II. vermählte sich: II. am 6. September 1722 mit Trnestina Elisabeth Gräfin zu Solms-Pouch, geboren am 12. Dezember 1695, gestorben am 5. Juni 1730; III. am 22. November 1732 mit Juliana Dorothea v. Stutterheim aus Golßen, die am 22. November 1749 starb. Der Zweig blüht. B. Zweig zu Klitschdors. Tin Bruder des eben erwähnten Friedrich Siegismunds II.: Gras Johann Christian I., geboren am 8. Oktober 1670, gestorben am 17. Oktober 1726, hatte aus seiner am 24. Februar 1697 geschlossenen The mit Helena Lonstantia Gräfin v. Henckel-Gderberg, geboren am 11. Februar 1677, gestorben am 22. Mai 1753, u. a. einen Sohn Johann Tarl, geboren am 19. Januar 1702, gestorben am 3. August 1735, vermählt am 7. Januar 1729 mit Henriette Louise Wilhelmine Gräfin zur Lippe-Biesterfeld, geboren am 26. Januar 1711, gestorben am 28. September 1752. Johann Tarls Sohn: Johann Christian II. Gras zu S.-Tecklenburg, geboren am 29. Juni 1733, begründete den Zweig zu Klitschdorf. Tr 0 vergl. die betreffenden Lehnsakten, dann das Genealogische Reichs- und Staatshandbuch 1796, I. Teil, S. 327 fff: 1804, S. 336 ff.: Rneschke, Deutsche Grafenhäuser, II. Band, S. 475 ff. -) ks.-St.-5I. Gen. Boo. 7805, zu Solms. zu Solms. 891 starb zu Klitschdorf als K. K. Kämmerer am 7. Oktober 1800 und wurde am d. nach Baruth zur Beisetzung in das Familienbegräbnis übergeführt. Er hatte sich vermählt: I. am 30. Januar 1764 mit Wilhelmine Louise Tonstantia, Gräfin zur Lippe-Biesterfeld, Witwe und Haupterbin Zeisrieds v. promnitz zu Vrehna. Geboren am 15. Juli 1733, starb sie zu Klitschdorf am 20. Februar 1766, nachdem sie testamentarisch bestimmt hatte, daß ihr Vater Friedrich Larl August Graf und Edler Herr zur Lippe-Biesterfeld-Sternberg und Schwalenberg anstatt des Pflichtteils die Summe von 60000 Talern in Geld, ihr Gatte die gesamte übrige verlassenschaft erhalte. Vieser empfing also am 17. Dezember 1766 den Lrbbries über die Herrschaft Klitschdorf (bi von Lauban, am rechten Ufer des Oueis; doch gehören zur Herrschaft auch eine Anzahl von Ortschaften auf dem linken, Dberlausitzischen Ufer). Johann Christian II. vermählte sich: II. zu Berlin am 10. März 1767 mit Friederike Louise Sophie Gräfin Ueuß j. L., geboren zu Kopenhagen am 15. Februar 1748, gestorben zu Klitschdorf am 5. Februar 1798, begraben zu Baruth H. Lr hinterließ neben Töchtern einen Sohn: Johann Heinrich Friedrich Grafen zu S. und Tecklenburg, geboren am 18. April 1770. Vieser wurde von seinem Vater bestimmt zum Besitzer der beiden Herrschaften: 1. der Schlesischen Allodialherrschaft Klitschdorf mit Zubehör, wozu er noch das Dominium Kosel gekauft hatte; 2. der Dberlausitzischen Erblehnherrschaft Wehrau (bl von Lauban, am linken Oueisufer). Am 24. März 1801 erhielt er den Erbbrief über die Herrschaft Klitschdorf. Graf Johann Heinrich Friedrich hatte noch zu Lebzeiten seines Vaters von Hans Gottlob v. Heldreich am 12. April 1796 die Mannlehnrittergüter Ober-, Mittel- und Nieder- Heidersdorf von Lauban) nebst dem pertinenzstück Hohberg (bl von Heidersdorf) und dem mit Heidersdors wieder konsolidierten Auenhäusler für 141000 Utlr. Kauf- und 600 Utlr. Schlüsselgeld erworben; am 12. Mai 1796 empfing er den Lehnbrief. Ferner kaufte Graf Johann Heinrich Friedrich am 18. Dezember 1797 von Wolf George Friedrich v. Kechenberg auf Ober-Halbendors das Lrbrittergut Gber- NicolausdorssW von Heidersdors) für 11 800 Ktlr. und 200 Ktlr. Schlüsselgeld. Am 20. Mai 1806 verkaufte er ganz Heidersdors, am 16. April 1807 auch Gber-Mcolausdors an Friedrich Joseph Peter v. Uechtritz. Gras Johann Heinrich Friedrich erwarb endlich am 14. Oktober 1805 von Tarl Immanuel v. Lindenau die Güter Siegersdorf, Tschirne und Zubehör, Neudors, Bienitz, Altenhain, Neugersdorf und Sophienwalde (sämtlich blblO von Lauban) für 300000 Ktlr. und 1100 Ktlr. Schlüsselgeld. Graf zu S. starb zu Klitschdorf am 1. Februar 1810 abends in der fünften Stunde. Er hinterließ die Witwe Henriette Aemilie geb. Gräfin Keichenbach-Goschütz, geboren am 11. November 1776, sowie zwei Kinder: 1. Johann Thristian Heinrich Hermann, geboren am 2. Dezember 1799 auf dem Schlosse zu Wehrau, getauft am 4. d. M., vermählt am 21. Januar 1827 mit Marie v. Kaven. -) B. Schmidt, Oie Reussen, 1903, Tafel 13. 892 zu Solms. 2. Nmalie Theresia Helene Bertha, geboren und getauft am 23. Npril l80l, gestorben am 20. Nugust 1832, vermählt am 3. Mai 1820 mit dem Grafen Friedrich Heinrich Ludwig zu Solms-Baruth. Diese beiden Geschwister verglichen sich am 2./12. Npril 1821 dahin, daß Graf Johann Christian Heinrich Hermann die Güter, nämlich die Herrschaft Klitschdors im Werte von 175000 Ntlrn., die Herrschaft Wehrau im Werte von 440000 Ntlrn., Langenöls und Welkersdors im Werte von 223000 Ntlrn. allein übernehme. II. Sonnenwaldische Unterlinie. Diese Unterlinie stiftete der im Jahre 1632 gestorbene Graf Heinrich Wilhelm. Lein Urenkel Graf Friedrich Eberhard zu S.- pouch, geboren am 17. Mai 1691, erbte von seinem im Jahre 1718 gestorbenen Gheim Grasen Heinrich Wilhelm, Lonnenwalde. Dieser Neichsgras Friedrich Eberhard zu Lolms, Braunfels und Tecklenburg, Herr zu Münzenberg, Wildensels, Sonnenwalde, Laubach, Uödelheim, Baruth, hilmersdors und Pouch, kaiserlicher und königlicher Ungarischer und Böhmischer Uat, kaufte am 22. Juni 1750 von Johann Tarl v. Metzradt auf Iahmen ic. das Uittergut Uieder-Sohland an der Spree (8 von Schirgiswalde) für 26500 Taler Kauf- und 200 Taler Schlüsselgeld; am 21. November 1750 wurde er belehnt. Wenige Tage zuvor, am 19. Juni 1750, hatte Graf Friedrich Eberhard von Tarl Heinrich v. Klüx das Mannlehngut Wendisch-Sohland (8 von Schirgiswalde) samt „Taubadels Gut", dem Vorwerk zu Ellersdorf (blO von Wendisch-Sohland) und dem 1690 dazu erkauften Erbstück Holz für 34500 TIr. käuflich erworben; am 21. November 1750 wurde der Lehnbrief ausgestellt. Graf Friedrich Eberhard starb am 3. Mai 1752 zu Leipzig und wurde in der Kirche zu Wittichenau (8 von Hoyerswerda) bestattet'), vermählt war er seit dem 25. Juli 1724 mit Maria Tharlotte Nloysia geb. Gräfin v. Schärssenberg, geboren am 4. November 1699, gestorben zu Dresden am 16. Mai 1780, bestattet zu Wittichenau. Die vom Grasen Friedrich Eberhard hinterlassenen Gberlausitzischen Güter: Wendisch-Sohland, Lllersdors und Zubehör, dann Nieder-Sohland Nlt-Metzradt-Tberhardt-Engelscharschen Teils fielen zufolge testamentarischer Bestimmungen vom 29. Juni 1750 an seinen jüngsten Sohn Fran- cisus Xaverius. Kinder des Grasen Friedrich Eberhard nach den Sohländer Lehnsakten (1—6): 1. Marie Lharlotteh, vermählt mit Thristian Nugust Grasen v. Seilern und Nspang, auf Luckow, Litschau, Kralitz, Ziranowitz, Przilepp und Nlttitschein; Sternkreuzordensdame. Sie starb zu Wien am 27. März 1783 und wurde am 29. d. M. bei den Franziskanern in der Familiengruft bestattet. Daselbst befindet sich noch heute sein, seiner Gattin und seines Lohnes Friedrich Joseph Epitaph. h vergl. Laus. Magazin 1785, §. 145. zu Solms. 893 2. Friederike Tharlotte, vermählt mit Tajetan Reichsgrasen v. Fugger aus Zinneberg am 30. April 1752. Sie starb schon im nächsten Fahre und wurde am 21. März 1753 in München bestattet. Ihre einzige Tochter Maria Anna wurde, sechs Fahre alt, am 31. März 1759 in der Pfarrkirche zu Glon bei Zinneberg bestattet. Tajetan Graf Fugger vermählte sich wieder mit Maria Fohanna geb. Gräfin Haimhausen. 3. Eberhardine, vermählt: I. mit dem kurfürstlichen Generalmajor v. Vagge,' II. mit Paul Georg v. Wengen, gen. v. Lamsdors, kurfürstlich Sächsischem Generalmajor. Sie starb als seine Witwe zu Dresden am 12. Dezember 1799. 4. Friedrich Foseph Eberhard Franz, geboren am 7. April 1732, vermählt am 3. Februar 1754 mit Marie Wilhelmine Freiin v. Schirnding. Er starb am 20. Oktober 1758 und wurde am 24. d. M. zur Bestattung nach Wittichenau abgeführt. Tr hatte zwei Rinder: u. August Foseph Friedrich Franz Fohann, geboren am 31. Fanuar 1755, gestorben am 6. Fanuar 1761. d. Marie Antonie Friederike Tberhardine Tatharina Fosephe Monica, geboren am 17. August 1766, gestorben am 9. März 1802 als verwitwete Freifrau v. Ledebur-Wicheln, ohne Rinder. 5. Friedrich Lhristian Alexander Florianus Eberhard, geboren am 7. März 1735, gefallen am 15. August 1760 in der Schlacht bei Liegnitz. 6. Friedrich Franz Xaver Antonius Facobus Atheno- genes Eberhard, geboren am 11., getauft am 15. Fanuar 1739, stand zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter. Am 10. Dezember 1761 wurde er mit den väterlichen Sohländer Gütern belehnt. Am 9. Dezember 1803 starb er zu Ronneburg unvermählt als R. R. Rämmerer, ' der letzte seiner Linie F. Am 19. d. M. wurde er nach Wittichenau zur Bestattung abgeführt. So waren denn im Fahre 1805 von des Reichsgrafen Friedrich Eberhard zu §. Deszendenz nur noch am Leben die Söhne seiner unter 1. aufgeführten Tochter, die Gebrüder Georg Ludwig Fohann Ignaz Foseph und Earl Maria Fridolin Facob Grasen v. Seilern. Sie waren also die allein berechtigten Erben der Güter Wendisch-Sohland und Nieder-Lohland. Lin in den Sohländer Lehnsakten enthaltenes kittest des reichsgräflich Solmschen bestallten klmtsrats des klmts Sonnenwalde vom 15. Februar 1804 besagt, . . . „daß mit dem am d. Dezember vorigen Jahres zu Ronneburg erfolgten klbleben Herrn Franz Tavers Grafen zu Solms, Besitzers der Herrschaft Sonnewalde, wie auch der Rittergüter Hillmersdorf und proßmarke, ingleichen Wendisch- und Nieder- Lohland, als jüngsten Lohnes des Herrn Geheimderaths Friedrich Eberhards Grafen zu Solms, ehemaligen Besitzers nurberührten Herrschaft und Güter, die männliche Nachkommenschaft des Letzteren ausgegangen; immaaßen der älteste Lohn desselben, Herr Friedrich Joseph am 20. Vctober 1758 zu Sonnewalde gestorben, und der zweite Lohn, Herr Friedrich Lhristian als Raiserl. Rönigl. Hauptmann im Baden-Badenschen Regiments am 15. Kugust 1760 in einer Schlacht bei Liegnitz geblieben, endlich Herrn Friedrich Josephs einziger Sohn und Herrn Geheimderaths Enkel, Rugust Friedrich Joseph klnton am 6. Fanuar 1761 in einem kllter von 6 Jahren verblichen und außer vorerwähnten 5 Söhnen und 1 Enkelsohne des Herrn Geheimderaths Friedrich Eberhard Grafen zu Solms ein männlicher Oescendent von diesem weiter nicht vorhanden" ... 894 zu Lolms. Sonnenwalde —Alt-Pouch. Gras Wilhelm Earl Peter Theodor zu S.-5onnenwalde, geboren am 29. Oktober 1787 als Sohn des Grasen Christian Wilhelm Ludwig Lmil Earl, königlich preußischer Kammerherr und Major, vermählte sich zu Lauske am 31. Juli 1809 mit Llementine Tonstantia Gottliebe geb. Gräfin Bressler, geboren am 4. August 1790. Sie kaufte im Jahre 1811 von ihrem Vater Gottlieb Wilhelm Grasen v. B. das Gut Gber-Kotitz (8^V von Weißenberg, von Löbau) samt dem Kirchlehn, im Jahre 1812 von demselben die Güter Vischdors (0 von Löbau), Särka (88>V von Weißenberg), ferner am 20. April desselben Jahres auch das Erb- und Allodialrittergut Ohorn (0 von Pulsnitz) nebst Gber-Steina (blO von Pulsnitz) unter der ihm zugestandenen Bedingung des Wieder- kauss, aus vorkaus- und Ketraktrechts. Der Preis der beiden zuletzt genannten Güter betrug 95 000 Ktlr. Km 12. Mai 1812 belehnt, verkaufte sie Ghorn mit Gber-Steina am 6. Juni 1828 an den pulsnitzer Kaufmann Friedrich August Hempel für 81050 Taler Kauf- und 500 Taler Schlüsselgeld. Gräfin Llementine Tonstantia Gottliebe zu S. erbte von ihrer am 10. Februar 1829 gestorbenen Schwester, Johanna Victoria Gottliebe verw. Gräfin Loeben, geb. Gräfin Bressler, das Gut Maltitz (80 von Weißenberg) nebst Zubehör; am 29. Juli 1829 erhielt sie den Erbbrief. Über ihr vermögen brach später der Konkurs aus: Vischdors kaufte für 48 800 Taler am 23. Oktober 1836 von der gräflich Solm- schen Gläubigerschast Christian Friedrich Simon in Dresden; Särka erstand am 27. Oktober 1836 der Justitiar Johann Christian Adler für 24150 Taler; Kotitz erwarb iu demselben Jahre Ernst Gottlob v. Heynitz. » Den Kittersitz Maltitz nebst dem Vorwerk Klein-Tettau, vors Maltitz mit Wasserkretscham, pertinenzgut und Dorf Thräna erstand am 28. Oktober 1836 für 72100 Tlr. (65 000 Tlr. für Maltitz, 7100 Tlr. für Thräna) das weltadelige Fräuleinstist Joachimstein. Der zweite der Söhne des Grafen Wilhelm Earl Peter Theodor: Gras Friedrich Franz Alexander Theodor, geboren am 6. Februar 1814, vermählte sich zu Dresden am 2. April 1837 mit Elara Maria v. Kex-Thielau, geboren zu Lautitz am 7. Dezember 1815. Sie wurde am 6. Oktober 1837 mit den von ihrer Adoptivmutter Friederike Louise Christiane verw. v. Thielau ererbten Gütern Wurschen, Kechern und Belgern (0 von Bautzen) belehnt. III. Ast zu Wildenfels. Kebenzweig zu Sachsenfeld. Thristoph Heinrich Friedrich Graf zu S. und Tecklenburg — Sohn des Grafen Friedrich Ludwig und der Louise Dorothea geb. Gräfin Münnich — geboren am 26. Dezember 1741, kurfürstlicher Kammerherr, vermählte sich am 30. August 1770 mit Wilhelmine Tharlotte geb. Freiin v. vieting- hoff, die als Lrbfrau zu Zehista bei Pirna und Groß-Noop in Livland am 15. September 1790 starb. Es überlebten sie vier Söhne und drei Töchter. Der älteste Sohn Carl Alexander, geboren am 21. April v. Sommerfeld. 895 1778, trat 1795 bei der Garde du corps ein, quittierte 1800 den Dienst und übernahm das väterliche Gut Saathain. Gr vermählte sich am 14. Kpril 1800 mit Charlotte Marianne Auguste Freiin v. Friesen. Geboren in Dresden am 8. Januar 1783, erbte sie mit ihren fünf Geschwistern die väterlichen Güter Bretnig und Hauswalde von Bischofswerda) und wurde am 22. März 1803 mit ihrem Sechstel belehnt. Sie erbte ferner nach dem Tode ihrer Großmutter Frau Taroline Wilhelmine Freifrau v. Friesen, geb. v. Ivangenheim (fl 16. II. 1799) deren Gut Cunnersdorf von Kamenz), erhielt es am 22. März 1803 zu Lehn verreicht, verkaufte es aber bereits am 12. Januar 1804 an Johann Carl Adolph v. Metzradt. Gräfin zu §., geb. Freiin v. Friesen, starb an der Auszehrung am 24. Juli 1807 in Dresden, kinderlos. Der Witwer vermählte sich wieder am 15. September 1816 mit Friederike Amalie v. Geusau, verw. v. Wasmer. — Fürstendiplome gelangten in das Geschlecht am 22. März 1742 und 14. Juli 1792. Wappen: Stammwappen. In Gold ein blauer rechtsschreitender Löwe. (Grafschaft Solms.) Helm ungekrönt. Meinod: Zwischen zwei goldenen Flügeln ein sitzender blauer Löwe. Decken blau-golden. Münchener Kalender 1897. v. Sommerfeld. Angehörige der Schlesischen Familie v. Sommerfeld machten sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Ernst v. S. aus Warthau im Bunzlauer Kreisch erwarb von Lasse! v. Schönaich das Gut Gber-Bellmannsdors (8^V von Lauban), mit dem er am 23. September 1602 belehnt wurdeh. hierzu kaufte er imIahre1607 nochRieder-Bellmannsdorsh. Im Dezember 1612wurde er als Klostervogt von Marienthal vom Domdechanten zu Bautzen eingesührt, aber schon nach anderthalb Jahren starb er am Schlage in der Nacht aus den 17. Juni 1614 in Marienthalh. Gr hinterließ ein unmündiges Söhnchen, dessen Vorname nicht erwähnt ist. Sein Vormund, Melchior v. Gersdorsf aus horka, mutete am 4. Mai 1615 für sein Mündel die Lehnh. Fast um dieselbe Zeit erscheint ein Christoph v. S., vielleicht ein » Sohn Grnsts, in der Gberlausitz. Christoph v. S. „und Falkenhain" besaß ein Stückgut Sohra (blO von Görlitz), das er um 1603 Friedrich v. Rindfleisch verkaufte"). Christoph besaß ferner das Gut holscha (IM^V von Bautzen, 0 von Neschwitz), befand sich aber in ungünstigen Vermögensverhältnissen, denn er erhielt am 7. Mai 1614 Amtskonsens über sein Gut holscha und sein vermögen, speziell über das von Georg q wernicke, Vierteljahrsschrift für Heraldik, Zphragjstik and Genealogie, XVI. (1888), S. 360. 2 ) H.-Lt.-kl. Noo. 9545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in Gberlausitz äs ao 1604-17, Fol. 20. h Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 152. H H. B. Lchänfelder, Urkundl. Geschichte von Marienthal, 1834, §. 231. °) H.-St.-kl. L,os. 9545, Verzeichnis der Lehen ic., Fol. 253. h H.-St.-N. Nos. 9550, Görlitzischer Lregss, vol. V der Lehenbrieffe im Marg- graffthum Gberlausitz, 1419 — 1615, Fol. 140. 896 v. Sommerfeld. Rudolph v. ponickau aus Neschwitz erkaufte Stück Holz wegen der diesem schuldig gebliebenen Raufsumme in höhe von dreihundert Calernp. Drei Jahre später vertauschte er sein Gut holscha gegen das bisher im Besitze Caspars v. Rlüx aus Strahwalde befindlich gewesene Gut Ivawitz (080 von Bautzen) und wurde am 26. Januar 1617 mit diesem belehnt^). Christoph erwarb von Hans Joseph v. Rechenberg, indem er diesem sein Gut Wawitz überließ, das Gut Cunnersdorf von Ramenz); am 24. August 1618 wurde er belehnt^). Ausgeschlossen von der Belehnung war nur ein unter dem Rloster lRarienstern gelegenes Bauergut. Christoph floh als Anhänger des Böhmischen Rönigs Friedrich von der Pfalz im Jahre 1620 noch vor dem Cinfall des Rurfürsten Johann Georgs I. in die Gberlausitz, von seinem Gute und gehörte zu denjenigen Cdelleuten, denen der Rurfürst von Sachsen als kaiserlicher Rommissarius im Dresdner Akkord vom 21. Februar 1621 den Pardon versagtes. Cr wurde zur Zahlung einer Summe von 10 000 Talern an Raiser Ferdinand II. verurteilt^). Wohl um sie aufzubringen, verkaufte er sein Gut Cunnersdorf „ein Jahr nach dem Landtage"fl an die Stadt Ramenz. Christoph war vermählt mit Anna geb. v. Gersdorfffl. Christoph, der jetzt „aus Bellmannsdorf" genannt wird, starb am 4. Januar fl 6-- 5 t.-6. Boe. 9545, Verzeichnis rc., Fol. 223 b. 2 ) Ebenda, Fol. 310. -fl I. G. Bönisch, Topographie der Stadt Lamenz, 1825, S. 2dd gibt irrtümlich an, Christoph v. Sommerfeld habe Cunnersdorf im Jahre 1641 erworben. fl Großer, Laus. Merckwürdigkeiten, 1714, I, S. 235 Nnm. ^v. — ver Dberst v. Schlicken verwandte sich beim Kurfürsten, Bautzen, den II. Januar 1621, für Christoph v. S. auf Cunnersdorf, der anfangs „unter des von Lüttichs Lompagni unterhalten gewesen, nunmehr aber vor einer beraumen Zeit abgedancket und sich Ihr. Lhurf. Gn. unterthenigst untergeben und umb 8slvs Ousrclis unterthänigst anhalten wolle". fl.-St.-N. Boa. 9189, Drittes Buch Vberlaus. Sachen anno 1621, Fol. 28. fl Neues Laus. Mag. Bd. 56, S. 80. fl Bönisch a. a. C>. S. 299. Da der Kamenzer Landtag im Juli 1621 stattfand, so fällt also der verkauf von Cunnersdorf an die Stadt Kamenz in das Jahr 1622. fl 6m 3./13. (Oktober 1620 wandte sie sich von Cunnersdorf aus brieflich an den Kurfürsten und meldete ihm, daß ihr Gatte . . . „bereit vor ettlichen Wochen in seinen angelegenen Lachen und ausstehenden Schuldforderung zu seinen Freunden und Brüdersns inß Görlitzsche verreiset und daß mir gantz kümmerlichen vorkommet, daß ich mittler Zeit nicht allein kein Schreiben seines Zustandes von ihme erlanget, sondern auch in denen Gedancken stehen mueß, samb gedachter mein Man im Görlitzschen etwa vorarrestiret und -stricket". Sie bittet den Kurfürsten, ihr und ihren Kindern und ihrem flab und Gut 8slvs Znsrdis zu erteilen . . . „nicht zweifelnde, mein geliebter Jungker werde sich zu seiner stündlich szus gewarttenden Nnkunfft, gleich andern von 6del des Lamentzschen Lraiß, alles unterthänigsten schuldigsten Gchorsambs zu bequemen wissen" ... fl.-St.-6. Geneal. Boo. 7806, Sommerfeld; vergl. auch fl.-Lt.-N. Boo. 9189, Die vom 6del in Gber- und Nieder - Lausitz, so sich in Schutz begeben betr., anno 1620, Fol. 8. - Die ihr erteilte 8slvs Zusrdis war aber unwirksam, da der Kurfürst sie nicht unterzeichnet hatte, und so nahm ihr, wie sie am 5. Dezember 1620 dem Kurfürsten meldet, das kurfürstliche Volk alles Vieh und Getreide weg, „davon neben meinen 10 kleinen unerzogenen Kinderlein ich mich mit Lummer erhalten uud des flungers erwehren muß". fl.-St.-N. Boe. 9190, vierdte Buch Dberlaus. Sachen so 1620 und 1621, Fol. 100. - Frau Nnna v. S., geb. v. Gersdorff, hatte aus dem Gute Cunnersdorf ihr Eingebrachtes zu fordern, nämlich 2200 Stück Reichstaler, 375 Dukaten, 60 Kronen. fl.-St.-N. Boa. 9546, Erstes Bnch Irrungen zwischen den Land-Ständen und Städten rc., 1622-66, Fol. 146. v. Sommerfeld. 897 1627, Frau Anna, seine Witwe, folgte ihm um 3. März 1633 im Tode nachH. Lin Bruder Christophs ist Rbraham v. 5. auf Warthas. Lr legte Protest dagegen ein, daß Thristoph das Gut Tunnersdorf ohne sein vorwissen, Konsens und Loszählung, da ihm, Rbraham, ja jure a^nationis das jus protirnisoos zustehe, der Stadt Kamenz verkauft habe^). Die Gebrüder v. 5.: I. Christoph Rbraham (siehe unten), II. George Caspar (siehe unten 5. 898), III. Christoph Lrnst (siehe unten S. 898) waren wohl zweifellos Christophs Söhne. Line Tochter Christophs, Juliana v. S., geboren am 1. Oktober 1604, gestorben am 6. März 1673, vermählte sich am 5. Februar 1629 mit Thristoph IV. v. Hohberg, dem späteren Görlitzer Rmtshauptmann, aus BernaH. Die eben genannten drei Gebrüder v. S. verkauften am 31. Dezember 1641 unter Veihülse des vom kurfürstlichen Rmt dazu verordneten Landesältesten Görlitzer Kreises Thristoph v. Loeben auf Berna ihr väterliches Gut Dber-Bellmannsdors an Hans Wolf v. Loeben für 7 500 Taler nebst 50 Talern, die zur Hälfte Frau Rnna Margaretha v. S., geb. v. Hohberg (vergl. 5. 898), zur Hälfte der Jungfrau Barbara v. S. zufallen sollten. I. Christoph Rbraham v. S., der älteste der drei oben genannten Söhne Thristophs, besaß seit dem Jahre 1647 das Gut Rieder-Küpper (8^V von Lauban, 0 von Seidenberg). Frau Ursula Helena v. Lber- hardt, geb. v. Debschitz, Gattin Rdams v. L., hatte genanntes Gut von ihres Ehemanns Gläubigern am 10. Rpril 1646 an sich gebracht, konnte es aber wegen Geldmangels nicht behaupten und trat es alsbald an Thristoph Rbraham v. §. ab, der es am 2. Mai 1647 in Görlitz zu Lehn empfingt). Um 15. Januar 1652 verkaufte Thristoph Rbraham Uieder-Küpper seinem Schwiegersohn Gottfried d. I. v. Schindel, nahm es aber am Termin Johannis 1653, da der neue Besitzer zahlungsunfähig war, wieder zurück. Thristoph Rbraham war am 1. September 1641, während der Anwesenheit der Schweden in Görlitz, als er sich aus dem Ratsturm hatte umsehen wollen, in den rechten Rrm gefährlich geschossen worden °). Line andere Verwundung, achtzehn Jahre später, brachte ihm den Tod. Um 13. Juli 1659 ist er von Hans Wenzel v. Lberhardt aus Gppach auf dem Dberhof zu Ober-Küpper „durch tödtliche Läsion vom Leben zum Tode bracht worden" I. >) Kloß, Genealog. Nachrichten, Ntspt. Bd. XVI, v. Sommerfeld. H H.-St.-N. Noo. 9546, Erstes Buch Irrungen zwischen den Land-Ständen und Städten im Marggraffthum Dberlausitz, 1622 — 66, Fol. 54. h Ebenda, Fol. 146. 4) Kloß a. a. G. Bd. V, v. Hohberg. H Doehler, Neues Laus. Nlag. Bd. 81, S. 157. «) Zecht, Neues Laus. Mag. Bd. 66, S. 49. H Lehnsabten Küpper: H.-St.-kl. Boo. 9557, Lntleibungen im Marggraffthum Dberlausitz, vol. I, Fol. 88. 57 L 898 v. Sommerfeld. Christoph Kbraham war vermählt mit Krina Margaretha v. Hohberg und hinterließ zwei Löhne und zwei Töchter,- erstere waren im Jahre 1662 säst achtzehn, bez. etwa vierzehn Jahre alth. von den Töchtern war die eine, wie erwähnt, mit Gottfried d. I. v. Schindel vermählt, der von seinem Schwiegervater das Gut Nieder-Küpper gekauft, aber nur kurze Zeit besessen hatte. Die beiden Söhne Christoph Kbrahams waren: 1. George Kbraham. Siehe unten. 2. Caspar Heinrich. Siehe unten. 1. George Kbraham v. S. erreichte am 3. Juni 1664 das 21.Iahrh. Er verkaufte seinem jüngeren Bruder das väterliche Gut Nieder-Küpper am 27. Juli 1673. Mit Genehmigung des letzteren verkaufte er ferner am 9. März 1674 Hans Gttens Bauergut zu Nieder- Küpper an Christoph Kbraham v. Hohberg aus Berna. 2. Caspar Heinrich v. S. wurde im Jahre 1671 mündig. Km 28. September 1674 wurde er mit dem von seinem Bruder George Kbraham für 7000 Taler erkauften Gute Nieder-Küpper belehnth, geriet aber bald in Zahlungsschwierigkeiten, so daß das Gut schon am 22. Juli 1675 dem Wolf Klbrecht v. Soeben aus Schönberg rc. für 5 800 Taler Kauf- und 200 Tlr. Verehrungsgelder adjudiziert wurde. Taspar Heinrich war vermählt mit Knna Maria v. Gersdorfs, Tochter des Johann Nikolaus v. G. aus Kit-Seidenbergh. Er starb im Jahre 1706, seine Gattin im Jahre 1709h. Ihr Sohn George Heinrich v. S., geboren im September 1675, ging in Sächsische Militärdienste und starb in Seidenberg am 25. September 1760 im KIter von 85 Jahren. Seine Gattin Helena Sophia v. Gersdorfs, Tochter Lhristoph Siegmunds v. G. aus Dittmannsdorf, starb im Mai 1737 im KIter von 44 Jahren. Deren Sohn Ernst Gottlob v. §., im Jahre 1716 geboren, begab sich in Sächsische Militärdienste h. II. Über George Taspar v. S. besitzen wir keine Nachrichten. III. Lhristoph Ernst v. S., der jüngste der drei Gebrüder v. S., vermählte sich, und zwar am 12. Februar 1641h, mit Knna Helena v. haugwitz, Tochter Kbrahams v. h. auf Klt-Seidenberg und besaß eine Zeitlang den Knteil seines Schwiegervaters an diesem Gute. Zusammen mit George hoffkuntze, Iur. utr. eancl. war Christoph Ernst Kurator der unmündigen v. haugwitz schen Erben und verkaufte deren Gut Gstrichen am 16. Juli 1642 an Gtto Heinrich v. Gersdorfs aus Linda. Christoph Ernst besaß später Boberau im Kreise Liegnitz h. Lehnsakten Küpper. -) Ebenda. ») Neues Laus. Mag. Sd. 81, S. 151. sKloßs, Sammlung historischer Nachrichten der Stadt Leidenberg, 1762, S. 325. h Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XVI, v. Sommerfeld, o) Ebenda. sKloßs, Sammlung histor. Nachrichten von Leidenberg, 1762, S. 322. h Sinapius, Schlesische Luriositäten, Bd. II, 1728, S. 1020. v. Spiegel. 8YY Wappen: In Blau drei wagerecht über einander liegende silberne Fische, den Kops nach links gerichtet. Helm ungekrönt. Kleinod: Der kopflose silberne Fisch senkrecht, Schwanz nach oben. Decken blau-silbern. Siebmacher I, Taf. 60, Nr. 14 unter den „Schleßingischen". v. Spiegel. Bei der Eroberung von Ofen im Jahre 1686 wurde ein junges Türkisches Mädchen namens Fatime erbeutet. Diese Türkin erhielt den christlichen Namen Maria Aurora und wurde eine der Favoritinnen des Kurfürsten Friedrich Augusts I. von Sachsen (König Nugusts II. von Polen), dem sie zwei Kinder schenkte: 1. Friedrich August, geboren am 19. Juni 1702, gestorben zu Pillnitz am 16. März 1764, am 30. September 1724 unter dem gräflichen Titel Nutowski legitimiert*), stieg empor bis zur Würde eines kursächsischen Generalfeldmarschallsh. Er vermählte sich mit Louise Amalie geb. Fürstin Lubomirska; die Lhestiftung fand statt am 8. September 1738. Sie verheiratete sich nach dieses ihres ersten Gatten Tode am 6. Juli 1764 wieder mit dem Kapitän Aloysius Peter d'Agdollo und starb in Dresden am 27. Juli 1778 h. 2. Line Tochter Maria Nurora'*), geboren 1706, die sich zuerst mit dem Grasen Michael Bielinski, nach der Trennung von ihm mit dem Grafen Tlaude Marie v. Bellegarde vermählte. Fatime, später Maria Aurora genannt, die Mutter dieses Geschwisterpaars, war mit dem königlichen Kammerdiener, späteren Akzisrat Johann Georg Spiegels verheiratet worden. Sie kaufte am 3. Juli 1705 für die Summe von 20 000 Talern von der Fürstin Ursula Latharina v. Teschen das zur Standesherrschast Hoyerswerda gehörige Gut und Vorwerk Lärchen (880 von Hoyerswerda), wie es vom Kurfürsten dem damaligen Kroatenoberst Sajatowitz auf seine Lebenszeit laut Vegnadigungsbrieses ä. ä. Torgau den 31. März 1691 und später eingeräumt gewesen war. Am 19. September 1715- erhielt sie den Erbbries über Särchen, verkaufte aber das Gut schon am 25. Februar 1717 wieder an die Fürstin von Teschen für 15 000 Taler. — Frau Maria Aurora (v.) Spiegel schreibt sich sowohl mit als ohne Adelspartikel und fügt im Jahre 1705 ihrer Unterschrift den Zusatz bei: y D. Posse, Die Wettiner, I8Y7, S. 92. h Siehe über ihn Z. 6. Zrhr. ö Byrn in v. Webers Archiv für die Sächsische Geschichte, N. Z. II. Bd., S. 317-350; Allgemeine Deutsche Biographie XXX, S. 51; Die Geheimnisse des Sächsischen Tabinets 1745 — 1756, I.Bd. 1866, S.7I ff.; W. Lippert, Kaiserin Maria Theresia und Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen, Briefwechsel 1747-1772, 1908, passim. 2) v. Webers Archiv ic. N. F. II, s. 349. h So nennt sie v. Webers Archiv N. Z. II, S. 328; L. vehse, Geschichte der Höfe des Hauses Sachsen, V. Teil, 1854, S. 133 nennt sie Latharina. h Über Spiegels Habilitierung ist nichts aufzufinden. 57 yoo v. Spiller. „geborne von Kahrimann"h. Ihr Siegel zeigt einen oben offenen Halbmond. Das Kleinod scheint, soweit erkennbar, einen Turban vorzustellen ^). v. Spiller. Linie Wiese. Im zweiten Jahrzehnt des l7. Jahrhunderts treten Angehörige des alten Schlesischen Adelsgeschlechts v. Spiller als Vasallen der Böhmischen Herrschaft Seidenberg auf. Christoph v. 5. auf Schosdorf im Kreise Löwenberg hatte seine Tochter Ursula vermählt mit dem Hauptmann der Herrschaften Friedland und Leidenberg, Ernst v. Voran, genannt Kessel, aus Wiese (8^V von Seidenberg). Nachdem dieser, stark verschuldet, am 6. September 1616 mit Hinterlassung der Witwe und sechs unmündiger Kinder gestorben war, mußte das Lehngut Wiese verkauft werden. Christoph v. S. erstand es für 12 500 Taler am 16. September 1617 und wurde am 29. September 1619 zugleich mit seinen Söhnen Peter, Kaspar und Heinrich von Thristoph II. v. Noedern, ferner am 20. Juni 1626 von Albrecht, Herzog von Friedland belehnt mit dem Gute Wiese samt dem Kirchlehn, und der Filiale und vier Bauern in Engelsdorf (8^V von Wieseft). Nach Thristophs Tode verkaufte sein Sohn Peter aus Schosdorf das väterliche Gut Wiese nach der vom Herzog von Friedland am 30. April 1630 erteilten Erlaubnis an Friedrich v. Uechtritz auf Alt-Seidenberg um 6000 Talerh. L. Linie horscha —Sproitz. von drei Brüdern Caspar, Hans Thristoph und Joachim Friedrich v. S?), deren Vater uns nicht bekannt ist, ist der zuletzt genannte seiner Nachkommenschaft wegen wichtig. Joachim Friedrich auf Bober-Nöhrsdors kaufte das v. Tallenbergsche Gut horscha nebst den pertinenzstücken zu Sproitz (beide >V8>V von Nothenburg) für 7000 Taler von dem Administrator des Nachlasses des Landvogts Turt -Neinicke Frhrn. v. Lallenberg am 18. Juni 1672. Am 6. Juli 1673 wurde er belehnt. Joachim Friedrich hatte im Jahre 1655 ein Nencontre mit einem kaiserlichen Neiter gehabt. Um etwaigen unangenehmen Folgen dieses Begebnisses vorzubeugen, hatte sich der Kurfürst Johann Georg für ihn beim kaiserlichen Generalfeldmarschall-Leutnant Freiherrn v. Sporck in einem Schreiben, Dresden, den 28. Januar 1656, verwandt"). >) Lehnsakten Lärchen. -) Ebenda. ft Helbig, N^es Laus. Mag. Sd. 73, S. 47, 114; Sd. 8b, S. 241. ft Neues Laus. Mag. Bd. 7Z, S. 117. ft Staatsarchiv Breslau, Testamentbuch 1711 — 1803. o) H.-St.-R. Gen. Boa. 7808, Spiller. Oer Nurfürst schreibt, aus der Supplikation v. Spillers sei zu ersehen, „wie das Unglück, welches er im verwichenen Jahre mit einem des Herrn Reutern bei Harpersdorf gehabet, von ihme, dem v. Spiller keines weges feg veruhrsachet, sondern vielmehr er von dem Reuter auf freper öffentlicher Straße freventlich sep angesprenget, und wie es die acta und der Zeugen o. Spiller. 901 Joachim Friedrich starb am 4. Bpril 1674') und hinterließ neben der Witwe Buna Dorothea v. Ende a. d. h. Bornitz, die sich im Jahre 1677 wiedervermählte mit Erasmus v. Gersdorff auf Weigsdors und am 14. März 1688 2) starb, vier Kinder: 1. Wolf Heinrich"). Siehe unten. 2. Joachim Siegmund. 3. Hans Ernst, ch als Hauptmann zu Görlitz am 19. Dezember 1738. 4. Magdalena Dorothea, * 3. Mai 1669 „zu Gber-Röhrs- dors, getauft zu Pilgersdorf im Fürstentum Liegnitz", ch am Tage Matthei, 21. September 1676^). Die drei Söhne Joachim Friedrichs besaßen zunächst horscha mit Sproitz gemeinsam, bis Wolf Heinrich am 22. Juni 1688 den Güterbesitz von seinen Brüdern käuflich für 7000 Rtlr. erwarb. Die Schenke und fünf Bauern zu Sproitz verkaufte er am 22. Januar 1692 an Johann Hartwig Bugust v. Uechtritz auf Lee. Dieser gab Wolf Heinrich zufolge des Rezesses vom 20. Februar 1694 die Schenke und vier Bauern zurück und behielt nur das Pinkausche Bauergut zu Sproitz als wahres Erbe. Wolf Heinrich verkaufte nun seinen klnteil an Sproitz (die Schenke und vier Bauergüter) am 17. Dezember 1693 für 3300 Taler an Johann Caspar v. Nostitz auf Jänkendorf. Wolf Heinrich, geboren am 16. September 1660"), starb am 3. Npril 1710. Er war vermählt seit 1687 mitNnna Florentine, Enkelin des von Kaiser Leopold geadelten herzoglich Merseburgischen Nmtskammerrats und Salzhauptmanns zu Guben Jakob Klinckebeil v. Grünwald"), die er als Witwe hinterließ neben sechs unmündigen Kindern. Deren Namen sind nach den Lehnsakten von horscha: 1. Johanna Helena Dorothea, * am 17. und getauft am 20. Nugust 1688. 2. Wolf Heinrich d. I., * 1. Dezember 1689- Siehe unten. 3. Earl Siegismund, * 13. März 1695. 4. Johanna Nahe! Tharlotte, * 7. März 1696. 3. Nnna Dorothea, * 4. Nugust 1702, später vermählt mit . . . v. Lieberoth (?). 6. Thristiane Beate, * 1. Oktober 1708, später vermählt mit dem Nkzisinspektor Gottfried Scheffer. Wolf Heinrich d. I. kaufte das väterliche Gut horscha von den Aussagen mit mehrem erweisen, er wider allen bösen Fürsatz zu solcher abgetrungenen Gegenwehr äußerstens genötiget worden". tz Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, Mspt. N. I. 50, l. Teil, 5. 540. ch Klotz, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XVI, Spiller. ch Vas Stammbuch eines Wolf Heinrich v. S. in horscha mit Eintragungen von 1607 —1641 und zahlreichen Wappenmalereien, wurde 1YI2 für 2000 Mark zum verkauf ausgeboten, vergl. Deutscher Herold 1012, S. 184. tz Bibliothek der Gberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften, N. I. 80, 1. Teil, Mspt. S. 540, ebenso auch in T. harter, Geschichte der parochie See, 1858, S. 110. — Lin am 18. März 1674 geborener, am 20. Ourolus Nsopoläus getaufter Sohn Joachim Friedrichs scheint jung gestorben zu sein. I- T. harter a. a. D. S. 110. ch I. T. harter a. a. G. S. 122. ch v. Iedlitz, Neues preutz. Ndels-Lexikon, Supplementband (V. Band), L. 198. 902 v. Spiller. Miterben für 6187 Mir. am Termin Walpurgis 1713. Er war vermählt: I. mit Marianne Elisabeth, geb. v. Temritz. Sie starb, 28 Jahre alt, am 20. April 1714 um 11 Uhr zu Mittage und wurde am 23. es. begraben. Um 24. April desselben Jahres um 6 Uhr nachmittags starb auch ihr einziges Töchterchen Erdmuth Tugendreich im Alter von 3 Wochen und 3 Tagen und wurde am 23. es. in der Gruft der Mutter bestattet*). Wegen versprochener Ehegelder und des seiner verstorbenen Gattin zukommenden Mutterteils strengte Wolf Heinrich d. I. im Jahre 1718 gegen seinen Schwiegervater Hans Thristoph v. Temritz, Leutnant, in Hoyerswerda, einen Prozeß an. — In zweiter Ehe vermählte sich Wolf Heinrich d. I. mit Barbara Elisabeth v. Gersdorfs a. d. h. Gber- Uennersdorf, die in erster Ehe verheiratet gewesen war mit Ernst Julius v. Kyaw a. d. h. Friedersdorf^). Wolf Heinrich d. I. starb am 6. Oktober 1732 mit Hinterlassung von vier Kindern aus seiner zweiten Ehe; seine Witwe Barbara Elisabeth folgte ihm am 21. November 1765^) im Tode nach. Wolf Heinrich hatte nach den horschaer Lehnsakten folgende Kinder: Johanna Sophia Elisabeth, * 18., getauft 23. Januar 1716. Lhristiane Tharlotte, * 15., getauft 17. März 1717. Johanna Helene Erdmuth, * 23., getauft 28. Juni 1718, später vermählt mit Adam Jakob v. hartig auf Hörnitz. Anna Barbara Louise, * 16., getauft 18. Mai 1725, später vermählt mit Tarl Lhrenreich v. Kottwitz. Am 1. Januar 1766 verkaufen ihre drei Schwestern der verwitweten Frau Johanna Helene Erdmuth v. hartig, geb. v. S., ihre Anteile am Kittergute horscha. 6. Linie Linda. Söhne eines uns unbekannten Vaters sind die drei Gebrüder: Lonrad und Laspar v. S. zu Schönseld und Langenöls und Hans Thristoph zu Mittel-Linda. Lonrad v. S. auf Linda (8^V von Lauban) war vermählt mit Marianne-Elisabeth v. Bibran, Enkelin Blasius' v. V. aus heidersdors und Mittel-Linda. von zwei Söhnen des Ehepaars, Hans Thristoph und Ernst sind weitere Nachrichten nicht vorhanden, eine Tochter, Katharina Elisabeth, vermählte sich mit Franz Tarl v. Schachmann aus Nieder-Lindah. - Hans Thristoph v. S., Lonrads Bruder, kaufte Nieder-Linda. An Tarl Gotthard v. Gersdorff auf Dber-Linda verkaufte er zu Martini 1666 das „hob- stock-Gut" in Mittel-Linda, ein Erbgut, für 220 Taler. Hans Thristoph gehörte mit zu den ersten Assessoren des im Jahre 1659 errichteten Waisenamts und zwar vertrat er nebst einem anderen Edelmann den Kreis Lauban^). Tr war vermählt mit Anna v. Debschitz a. d. h. Grt- tz k)-°§t.-kl. Gen. I.oe.7808, Spiller. h Dberlaus. Nachlese 1766, S. 55. 3) H. R. v. liqaw, Zamilien-Lhronik des Geschlechts v. N>iaro, 1870, S. 166. IN. Lindner, Drts- und kirchengesch. Nachrichten aus der parochie Linda s1800s, S. 60. >') Thr. G. Näuffer, Nbriß der Dberlaus. Geschichte, IV. Bd., S. 352 N. v. Spillner. doz mannsdorf, die im Jahre 1674 starb, während er bereits ein Jahr zuvor aus dem Leben geschieden war*), vier Söhne überlebten ihn nach Ausweis der Lehnsakten von Mittel-Linda: Caspar Conrads. Abraham Gottlob. Hans Hertwig. Carl Heinrich. Zur Rettung des väterlichen Kredits verkauften sie nach des Vaters Code das Gut Mittel-Linda im Jahre 1673 an Bernhard Klug v. Scharffeneck. Mappen: Die v. Spiller führen im roten Schilde eine silberne Lilie, darunter eine silberne Rose. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: Silberner Mühlstein, besteckt mit sechs Straußenfedern, von denen die drei rechten rot, die drei linken silbern sind. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Tas. 68 Rr. 13 unter den „Schleßingischen". v. Spillner. Der kurfürstlich Sächsische Geheime Finanzrat Johann George Spillner, Dr. für., dessen Vater das im Meißnischen gelegene Gut Hausdorf besessen hatte, wurde, Wien den 5. April 1784, in den Reichsadelsstand erhoben. Zu künftigem besserem Fortkommen seiner beiden Söhne suchte Johann George v. Sp. um die Erhebung in den Freiherrnstand nach und seinem Ansuchen wurde vom Kurfürsten Friedrich August III. als Reichsvikar, Dresden den 18. September 1790, entsprochen^). Am 6./IO. Mai 1784 kaufte Johann George v. Sp. von den Erben Leopold Gustavs v. Rackel das Rittergut Loga von Bautzen) für 24 000 Taler und 300 Taler Schlüsselgeld. Am 23. August 1784 wurde ihm der Erbbrief ausgestellt. Er starb in Dresden im Alter von 83 Jahren am 4. Juni 1811 als Herr auf Loga und Pretzschendorf, königlich Sächsischer Geheimer Rat und Vize-Präsident, Direktor des ersten Departements des geheimen Finanz-Kollegiums, vermählt mit Christiane Sophie geb. Kretzschmar, hinterließ er zwei Söhne: George Christoph August, verabschiedeten königlich Sächsischen Premierleutnant, und Johann Carl Friedrich, königlich Sächsischen Geheimen Finanzrat und seit 1814 Floßmeister bei den Meißeritzflößen. Der ältere Sohn erhielt nach dem Tode des Vaters Gber- und Niederpretzschendorf, der jüngere, Johann Carl Friedrich wurde am 10. August 0 v^nsleotu Laxonioa 1766, 3. 82 ff.; NI. Lindner a. a. G. S. 69. ft Caspar Lonrad v. 5. besucht im Jahre 1666 das Zittauer Gymnasium. Th. Gärtner, Schüler des Gymnasiums von 1586 —I78Z, S. 41 in Friedrichs Rlbum des Gymnasiums zu Zittau, 1886. ft ks.-Lt.-O. lwo. 3132, ^.eta Reichs-Kdelstands-Erhebungen betr. uo 1784 ssg., Fol. 32 ff.; Iwe. 4764, ^.eta die blotiüoatioirss und Oiplomutu derer in kldelstand erhobenen Personen betr. vol. IV ab anno 1777, Fol. 275 ff.; I-oo. 3128, vol. II, -Iota Reichs - vicariats - Sachen, Oratiosu, uo 1790-41, Fol. 151 ff.; I-oo. 4768, Intimutionss und viplomatu derer von Ihro Lhurfürstl. vurchl. zu Sachsen als hohen Reichs-Vicario in den Grafen- und Freyherren - Stand erhobenen Personen so 1790, Fol. 170 ff. 904 v. Spörcken. 1811 mit Loga belehnt. Er starb am 7. (9.) September 1820 in Dresden mit Hinterlassung der Gattin Henriette Eleonore, geb. v. haugk und zweier minderjähriger Kinder: Louisa Emma, * 23. Dezember 1801, und Sophie Natalie, die im Alter von 17 Jahren und 3 Monaten am 19. Oktober 1820 verstarb. Die ihrer verstorbenen Tochter gehörig gewesene Hälfte von Loga erbte die Mutter und erhielt am 20. August 1821 den Lrbbrief. Diese verkaufte gemeinsam mit ihrer Tochter Louisa Emma, die sich mit Ludwig Ernst v. Brandenstein, Kammerjunker, Leutnant und Adjutant, vermählt hatte, das Rittergut Loga am 19. April 1826 an Wilhelm Eduard v. Gottschalck und Otto Heinrich Schenck. Das Geschlecht v. Spillner ist erloschen. Wappen: Das Adelsdiplom vom 5. April 1784 beschreibt das Wappen als . . . „einen goldenen Schild, worinnen ein mit entblößtem Haupte vorwärts stehender, blau mit gelben Umschlägen und rothem Schurz römisch gekleideter, den linken Arm in die Hüfte spreizender, in der rechten Hand aber einen mit dem Spitz abwärts gekehrten Wurfspieß haltender Jüngling zu ersehen. Auf dem Schild ruhet ein rechtsgekehrter, blau angelaufener, roth gefütterter, mit goldenem Kleinod und rechts mit Gold und Blau, links aber mit Gold und Noth vermischt herabhangenden Decken gezierter, goldgekrönter, adelicher Turniershelm, auf dessen Krone der im Schild beschriebene Jüngling wachsend erscheinet", hierzu kam bei der Erhebung in den Freiherrnstand am 18. September 1790 die Verleihung einer Krone und zweier Helme anstatt des bisher geführten einen, sowie zweier Schildhalter: . . . „Den Schild bedecket eine mit Edelsteinen und fünf perlen gezierte srepherrliche Krone, auf derselben ruhen zwei) frei) offene, gegen einander gekehrte, blau angelaufene, roth gefütterte, mit goldenem Kleinod und rechts mit von Gold und Blau, links von Gold und Roth vermischt herabhangenden Decken gezierte, goldgekrönte Turniershelme, wo aus der Krone des vordern der im Schilde beschriebene Jüngling bis über den halben Leib herfür wüchset, aus der Krone des hintern aber erhebet sich eine goldene zwischen zwepen rothen Strausfedern. Als Schildhalter stehet zu bepden Seiten ein rother Löwe". Tpross, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, V. Band, Taf. 25 h. v. Spörcken» Freiherren. Dem alten Lüneburgschen Adelsgeschlecht v. Spörcken gehört an der kurhannöversche Geheime Rat und Landschaftsdirektor Ernst Wilhelm v. Sp., der am 16. September 1717 mit Verleihung des Prädikats „Wohl- h Vas Dresdner Antiquariat von v. Zahn und Iaensch bot im Jahre 1902 in seinem Katalog Nr. 132 unter Nr. 1946 aus: „Spillner. — Adels- .und wappen- diplom für Johann Georg von Spillner, kursächs. roirkl. geh. Finanzrath. Pergamenturkunde. Eigenhändig unterzeichnet: Joseph II. Lontrasignirt: Fürst Lolloredo. Men 1784. 5. April. M. prachtv. blattgrotzen in Silber, Gold und Farben gemalten, Mappen. 8 Blatt. Gr. Foj. Nother Sammetband. Sehr schönes Stück. ZO NIark — v. Spor. 905 geboren" in den Reichsfreiherrnstand erhoben wurde und am 27. März 1719 seitens seines Landesherrn eine Anerkennung der Standeserhebung erhielt'). In der Oberlausitz siedelte sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts an Moritz August Baron v. 5p. Im Jahre 1746 erhielt er, der bis dahin Generaladjutant beim Herzog von Sachsen-Weißenfels gewesen war, vom König von Polen Kurfürsten von Sachsen die Ernennung zum Generaladjutanten und Obersten"). Am 21. September 1752 kaufte Moritz August von Johann August Adolph v. Warnsdorf die Erbgüter Reich- walde, Wunscha, Eselsberg, Schadendors (sämtlich von Rothenburg) nebst dem zum Gute Lselsberg gehörigen Anteil von Boxberg (bl^V von Reichwalde) für 54 000 Taler. Er starb als Generalleutnant der Infanterie und Kommandant der Festung Königstein auf dem v. Schönbergschen Herrenhofe pfaffroda, wohin er sich mit seiner Gattin in Lrbschaftsangelegenheiten begeben hatte, nach einem viertägigen hitzigen Katarrhalfieber am 11. Juni 1765 früh zehn Uhr im Alter von 53 I. 9 M. 1 T.; am 14. d. M. wurde er daselbst in der Gruft seiner seligen Schwiegereltern bestattet. vermählt hatte sich Freiherr Moritz August aus der Festung Königstein am 16. November 1762 mit Johanna Elisabeth Wilhelmine geb. v. Schönberg, geboren am 2. Juni 1743. Sie schloß am 27. November 1766 eine zweite Ehe mit Johann Taspar Gottlob Grafen v. Rex, kurfürstlichem Kammerherrn und Reisemarschall, am 25. April 1787 eine dritte mit Georg Wilhelm Grasen v. hopffgarter>b). Frhr. Moritz August hinterließ eine einzige Tochter: Auguste (Augustine) Antonie Wilhelmine, geboren aus dem Königstein am 19., getauft am 25. November 1764. Seine Witwe und seine Tochter erbten je die Hälfte des Nachlasses und verkauften die oben genannten Gberlausitzischen Güter am 9. Oktober 1775 für 54000 Taler an Wolf Thristian Albrecht II. v. Soeben. Ein Bruder des Freiherrn Moritz August war Feldmarschall in kurfürstlich hannöverschen Diensten, seine Schwestern waren Juliane Ernestine Sophia v. Weiche, geb. v. Sp. und Lhristina Anna Barbara verw. und geb. v. Sp.; letztere war vor ihrem Bruder Moritz August gestorben. Wappen: Im goldenen Schilde eine schräg liegende schwarze Türhaspe (ursprünglich Sporn). Gekrönter Helm. Kleinod: Offener Flug, gezeichnet wie der Schild. Schildhalter: zwei goldene Löwen. v. Spor (v. Spohr). Der erste Angehörige des alten Meißnischen Adelsgeschlechts v. Spor, der sich in der Oberlausitz ansässig machte, war Wolf Heinrich v. S. tz 111. Gritzner, Ztandes-Lrhebungen und Gnaden-Acte, II. Ld., 1881,5.488. -) k)--§t.-6. Een. I^oe. 7808, Zpörcken. ff vcrgl. Gothaisches Genealog. Taschenbuch der Adelige» Hliuser, xyoZ, s. v. v. Ilex. 906 v. Spor. Geboren am 6. November 1612 h, trat er in kursächsische Kriegsdienste und rückte aus bis zum Rittmeisters. Er besaß Nöhrsdors (ldM von Königsbrück) und Medingen (80 von Radeburg), hierzu kaufte er im Jahre t64y von Wolf Heinrich v. ponickau das Gut lviednitz (8Mvon Hogerswerda) und wurde am 30. November desselben Jahres belehnt, von Mols Freiherrn v. Lchellendorff aus Königsbrück erwarb er am l7. Mai 1653 vier Halbhüfner, sowie einen Gärtner im Dorfe lviednitz, wogegen er dem Freiherrn v. Schellendorff den Gärtner in Großgrabe (8 von lviednitz) überließ. Ivols Heinrich Unterzeichnete am 27. Rugust 1654 nebst zahlreichen anderen Vberlausitzischen Ldelleuten das Lehns- paktumh. Er starb als kursächsischer Kammerjunker und „Hofrittmeister" am 29. März 1661 und wurde am 18. Rpril in der Sophienkirche in Dresden bestattet. Er war vermählt gewesen mit Ursula Margarethe v. Schönberg a. d. h. Pulsnitz. Sie war geboren auf Pulsnitz am 11. Rugust 1615 zwischen 10 und 11 Uhr und starb am 1. September 1686 zwischen 9 und 10 Uhr „zu Mittage" im RIter von 70 Jahren 11 M. 13 T.h. Nach ihres ersten Gatten Tode ging sie am 2. Juli 1662 h in Dresden eine zweite The ein mit dem Gberstwachtmeister Balthasar Rbraham d. I. v. Taubadel. Ivols Heinrich v. S. hatte nach Rngabe der Miednitzer Lehnsakten drei Söhne hinterlassen: Hans Christoph. Siehe unten. Ivols Heinrich d. I. und Georg Rudolph Gebrüder v. S. Siehe unten S. 907. Ihres Vaters Bruder, Hans Christoph v. S., kurfürstlicher Kammerherr, Rat und Hauptmann zu Ouedlinburg, wurde Vormund der drei Brüder. Dieser verkaufte am 18. Oktober 1669 das verschuldete Gut seiner Neffen und Mündel, lviednitz, an ihren Stiefvater Balthasar Rbraham d.I. v. Taubadel. Der neue Besitzer starb schon im Rugust 1674. von Ivols Heinrichs Söhnen blieb der älteste, Hans Thristoph v. 5., nicht in der Dberlausitz, auch nicht der zweite Sohn, Ivols Heinrich d. I. v. S. Dieser wurde im Jahre 1662 vom Kurfürsten von Sachsen dem Herzog Friedrich Wilhelm von Rltenburg, im folgenden Jahre dem Herzog Thristian zu Sachsen als Page empfohlen h. Wolf Heinrich d. I. fiel in Geisteskrankheit. Im Jahre 1699 heißt es von ihm: g G. Dettrich, Monumente und Lpitaphia der Sophienkirche, 1709, S. 26, 130. 2) Wolf Heinrich v. S., Rittmeister bei der kurfürstlichen Leibkompagnie zu Roß, erhielt am 16. Februar 1667 eine „Bestallungsnotul" als solcher. Ls wurde ihm zugesagt ein monatlicher Gehalt von 60 Talern, ferner für vier Pferde und das Gesinde „das gewöhnliche Reutertractament, benantlich auf jedes Pferd acht Thaler des Monats", also jährlich 1104 Taler. Lr erhielt ferner jährlich ein Ehrenkleid und sein Gesinde, gleich andern Unterreutern bei der Kompagnie, „Leberep" jLivreej und Kleidung. H.-St.-R. Gen. Roo. 7808, Spor. tz Gberlaus. Lollektions-Werk, I, S. 1056. h I. G. Michaelis, Oresdn. Dnscriptiones und Lpitaphia, 1714, S. 90. h v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Rdels, 1896, S. 313. v) H.-St.-R. Gen. Roo. 7808, Spor. . . . „so nicht eompos montis ist und zum Hohnstein deswegen sitzt" H. Er starb im Jahre 1721. vier Kinder, einen Sohn und drei Töchter, hatte er: Georg Wilhelm, Elisabeth violanthe („vielanthe"), Margarethe Eleonore und Floriane Tharlotte. Der Sohn scheint frühzeitig gestorben zu sein, ebenso Elisabeth violanthe, die am 24. November 1711 in Wiednitz ihr Testament macht^). Die beiden anderen Töchter überlebten ihren Vater; Floriane Tharlotte vermählte sich mit Friedrich Wilhelm Hoffmann. Georg Rudolph v. S., der dritte Sohn Wolf Heinrichs d. A., war von seinem Stiefvater Balthasar Abraham d. I. v. Taubadel in die Mitbelehn- schast des Gutes Wiednitz genommen worden. Im August 1674 starb, wie erwähnt, der letztere. Die nach seinem Tode ausbrechenden Streitigkeiten zwischen Georg Rudolph v. S. und den Gevettern v. Taubadel wegen der Sukzession im Gute Wiednitz wurden endlich, nachdem Gutachten der juristischen Fakultäten von Wittenberg und Jena eingeholt worden waren H, im Mai 1690 durch einen vergleich beigelegt, in dem das Gut Georg Rudolph zugesprochen wurde. Am 13. Juni 1690 erhielt er es verreicht. Daneben besaß er noch Röhrsdorf. — Georg Rudolph wurde kursächsischer Kammerjunker,- als solcher nahm er teil an dem prunkvollen Leichenbegängnis des Kurfürsten Johann Georgs III. in Freiberg am 11. Dezember 1691H. Später wurde er kurfürstlicher Rat und Gegenhändler im Markgraftum Gberlausitz°). Patronatsstreitigkeiten, die er mit seiner Nachbarin Johanna Margarethe Freifrau v. Schellendorfs auf Königsbrück hatte, führten zum Erlaß eines landesherrlichen Reskripts vom 28. Oktober 1709°). Georg Rudolph vermählte sich am 24. November 1692 im Residenzschloß zu Dresden mit Ida Hedwig v. Rumohr, Kammerjungfer der verwitweten KurfürstinH. Er starb zu Anfang des Jahres 1711 und hinterließ einen einzigen Sohn Tajus („Tay") Rudolph v. S., geboren am 24. Februar 1696 zu Dresden, getauft im Hause am 28. ej. Im Jahre 1712 finden wir ihn als Primaner des Zittauer Gymnasiums^). >) Lehnsakten Mednitz. H H.-St.-N. Gen. L,oa.7808, Spor. ^1 vergl. weinart, Lehnrecht des Markgrasthums Gberlausitz, II. Bd., 1788, 5. 205 ff. tz I- §- Müller, banales Laxon., 1700, S. 614. H „In Ansehung seiner Unserem Lhurhause geleisteten treuen Dienste" erhielt er am 21./ZI. März 1698 vom Kurfürsten eine Strafe von 40 Tlrn. erlassen, die ihm das Dberamt zu Bautzen auserlegt hatte, da er sich in ein Duell eingelassen hatte, v. Spor war nämlich gelegentlich des Landtages Bartholomäi 1696 von Wolf Uudolph v. Ziegler und Ulipphausen auf Nechern „heimtückischer weise angegriffen und befehdet worden", worauf er sich veranlaßt gefühlt hatte, „solchen akkront ... an obgedachten Ziegler auf öffentlichen placze mit Degen und Pistolen zu retten und abzulehnen". kf--5t.-kl. 7oo. 9498, Das zehende Buch sDberlaus.s Lammer-Sachen äs ao 1688-1708, Zol. 94. H vergl. weinart, Rechte und Gewohnheiten der Vber- und Niederlausitz, II. Teil, 1794, S. 5. 0 k).-5t.-N. Gen. 7oe. 7808, Spor. H Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1785, S. 41. kfier ist er nur als Rudolph, nicht als Lajns Rudolph bezeichnet. 908 Sprecher v. vernegg. Später übernahm er das väterliche Gut Wiednitz, verkaufte es aber schon am 4. Rpril 1725 für 28 000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld an den kurfürstlich Sächsischen Kriegsrat Johann Heinrich Simonis. Tajus Rudolph starb zu Dresden als Geheimer Kriegs- und Rppellationsrat am 5. Mai 1750, abends zwischen 6 und 7 Uhrh. Wappen: Tajus Rudolph v. S. siegelt folgendermaßen: Im goldenen Schilde ein schwarzer Rdlerflügel, die Sachsen nach rechts gekehrt, belegt mit einem Sporn, dessen Rädchen nach oben steht. Helm gekrönt. Kleinod: (Offener schwarzer Flug, jeder Flügel belegt mit dem Sporn. Decken schwarz-golden h. — Siebmacher I, Taf. 154 Nr. 5 gibt das gleiche Wappen unter den „Mepchsnischen", nur daß der Helm anstatt der Helmkrone einen Bausch hat. Sprecher v. Vernegg. Die Sprecher v. Vernegg sind ein altadeliges Rhätisches Rittergeschlecht, in das eine Rdelsbestätigung, Paris im Dezember 1582, der Reichsfreiherrnstand im Jahre 1758, der königlich Niederländische Freiherrnstand am 7. Juni 18l8 gelangtes. Diesem Geschlecht gehört an Johannes S. v. V.h, geboren zu Luzein im prättigau am 11. Rpril 1734, Bundes-Landammann, gestorben zu Jenins am 9. Rpril 1778, vermählt am 26. November 1760 mit der aus einem andern Zweige der Familie stammenden Täcilie geb. S. v. B., gestorben zu Jenins am 29. Dezember 1814. Der dritte der sechs Löhne dieses Ehepaars war Johann Rndreas S. v. B., geboren zu Luzein am 24. Januar 1764. Tr vermählte sich zu Niesky am 28. Rpril 1793 mit Tharlotte Elisabeth v. Rode, geboren zu Neudietendorf am 27. Februar 1763, gestorben zu Niesky am 10. Dezember 1834. Das Ehepaar lebte von 1793-1797 in Jenins in der Schweiz und zog 1797 wegen der Kriegsunruhen nach Nieskp. Johann Rndreas kaufte am 23. Juni 1803 von Johann Heinrich Gottfried v. Nostitz-Drzewiecki das Gut (Ober- und Nieder-Spree von Rothenburg, am weißen Schöps) für 100000 Taler. Lr geriet in Konkurs und das subhastierte Gut Spree wurde am 20. Januar 1813 von dem Häusler und Weber in Ebersbach Johann Gottfried Wünsche für 51 800 Taler erstanden. Johann Rndreas starb zu Jenins am 26. Rugust 1841. Seine Tochter Sophie Täcilie Tharlotte §. v. B., geboren in Jenins am 12. Juli 1795, heiratete im Februar 1826 einen Leutnant hentschel, Besitzer des Ritterguts Tosei von Nieskp). Dieser starb zu Tosel am 8. Rpril 1837, seine Witwe beschloß erst im Mai 1872 in Jenins ihr Leben. Ein jüngerer Bruder des Johann Rndreas: Jakob Ulrich S. v. B., 0 6 '- 2 t.-K. Een. Iwe. 7808, Lpor. -) Ebenda. ch vergl. Gothaisches Freiherrliches Taschenbuch, 1858, S. 725. «) verschiedene Daten verdanken wir der freundlichen kluskunst des Archivars der Evangelischen Briider-Unität in kserrnhut I). tlrsol. Müller. v. Main zum Rechtenstein. 909 geboren zu Luzein in Graubünden am 5. Juli 1765, wurde Lchweizer Gesandter in Paris unter Napoleon I., dann Bundespräsident in Bern. Wappen, sreiherrliches: Schild geviert, l, 4: In Blau zwei in Form eines Andreaskreuzes gestellte goldene Pfeile, die Spitzen nach oben; 2, 3: in Gold eine schwarze Bärentatze mit goldenen Klauen. Über der Freiherrnkrone der gekrönte Helm. Kleinod: Die Bärentatze. Decken blau-golden. v. Stain zum Rechtenstein, Freiherren. Glieder des alten Dber-Schwäbischen Nittergeschlechts v. Stain, dessen Stammschloß Stain oberhalb Marchthals an der Donau lag, machten sich zu Ende des l8. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Dominicus Wolsgang Freiherr v. St?), ein Sohn Marquard Alexander Josephs Frhrn. v. St. zu Jettingen und seiner im Jahre 1709 ihm vermählten Gattin Anna Maria Francisco Maximiliane v. Guttenberg, trat am lZ. Dezember 1737 als Premierleutnant bei der Leibgrenadiergarde in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Dienste, wurde am 19. Juni 1740 Kapitän im Sulkowskischen, später Minckwitz- schen Infanterie - Regiment, am 2. Februar 1747 Kammerjunker, am 22. Oktober 1748 Oberstleutnant, am 12. September 1749 wirklicher Kammerherr, am 12. Dezember 1757 Generalmajor. Am 14. Oktober 1763 kaufte er das Mannlehngut Kottmarsdors (LL'VV von Löbau) von Johann Erdmann v. Gersdorff für 33000 Ealer'^). Er starb zu Dresden am 5. August 1783^) im Alter von 65 Jahren^), vermählt war er mit Earoline v. Berlepsch, die ihn überlebte. >) Nekrolog im Laus. Magazin 1783, 5. 340. 2) In den Jahren 176d-l77l verkaufte Dominicus tvolfgang Frhr. v. 5t. sämtliche Bauer- und Gärtnernahrungen, die bis dahin Laßnahrungen gewesen waren, an deren Inhaber, kllte Gberlaus. Kirchengalerie, 5. 282; Neue 5ächsische Kirchen- galerie, Oiöcese Löbau, 5p. 316. 3) Dieses Datum geben die Lehnsakten Kottmarsdors, dar Laus. Magazin 1783, 5. 340 bezeichnet den 6. Nugust 1783 als seinen Todestag, nennt auch seine Gattin irrtümlich Lharlotte v. Berlepsch. 4) von den Geschwistern des Freiherrn Dominicus Ivolfgang sei erwähnt der eine Bruder Franciscus Theodor Baron v. 5t., der am 25. März 1751 als Gberst die Entlassung aus kursächsischen Diensten nahm und sich hierauf der Goldmacherkunst zugewandt zu haben scheint. Lr übermittelte am 13. Juni 1754 der „Excellenz" (Graf Brühl) einen 5tcin, „welcher pures Gold enthält, wenn man weiß, wie man ihn tractiren soll, dahingegen ein andrer nichts daraus bekommen wird". Wenn der König ihm vertrauen schenke, so will er die „Kabrigus" übernehmen und zn dessen Nutzen aussühren unter der Bedingung, daß, „weil der Mein an Tag bricht", niemand in die Gegend kommen darf. Für sich selbst beansprucht er: 1. den zehnten Teil von dem nach Nbzug aller Unkosten verbleibenden Überschuß: 2. „von Niemand als von Lw. Excellenz imrnecliats zu dependiren und wenn ich hierbei; 3. Ihro König!. Mast, eine Tonne Goldes profitiret, die Mirvivanos auf das Prinz Lubomirskische vragoner- Negiment: 4. für meine Eltern die Einräumung eines Gutes, das jährlich 3000 Ntlr. einträgt und zwar nur auf deren Lebenszeit. Übrigens aber prsstsirdire von allem diesem und sonst nichts, als bis ich prasstanda praestirt und für Ihr» Majt. 100 000 Ntlr. abgeliefert". Durch ein vom Grafen Brühl am 14. Juni 1754 ausgefertigtes Kammerdekret erhielt er die Genehmigung. k).-5t.-N. Gen. Noo. 7809, Main. v. Stammer. 910 Testamentarisch hatte er das Gut Kottmarsdorf seinem einzigen Sohn Friedrich Anton zugeeignet, während seine Witwe und seine Töchter Marianne und Amalie den Nießbrauch haben sollten h. Friedrich Anton Frhr. v. St., kursächsischer Kammerjunker, wurde am 26. Nugust 1784 belehnt mit dem väterlichen Gute Kottmarsdorf und den daselbst befindlichen fünf Frenzelschen Häuslern. Tr trat noch in demselben Jahre das Gut seiner Mutter, Frau Taroline Freifrau v. St., geb. v. Berlepsch, ab, da sie ihr ganzes vermögen, 5500 Stück Dukaten, zum Ankauf von Kottmarsdorf hergegeben und damit den halben Kaufpreis bestritten habe. Friedrich Anton verzichtete ferner am 9. September 1784 auf die Sukzession im Mannlehngute Kottmars- dorf und auf die Erbschaft seiner Eltern. Frau Taroline verw. Baronin v. St. wurde am 9. September 1784 mit Nottmarsdorf belehnt. Sie verkaufte das Gut im Jahre 1793 an Frau Johanna Elisabeth verehelichte Mehlhose, geb. Nudolph und an Johann Lhristian Nudolph für 39 500 Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Wappen: Das Stammwappen zeigt im goldenen Schilde drei über einander liegende, mit den haken abwärts gekehrte schwarze Wolfsangeln. Kleinod: Eine mit den haken aufwärts gekehrte schwarze Wolfsangel, deren haken je mit einem pfauensederbusch besteckt sind. Decken schwarz-golden. Siebmacher I, Taf.111, Nr.9 unter den „Schwäbischen". v. Stammer. Das alte Sächsische Geschlecht v. Stammer, das aus dem Anhaltischen stammen soll, machte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Hieronymus Friedrich v. St?), Sohn des Wolfenbüttel scheu Kammerjunkers und Hauptmanns Hans Adam v. St. und dessen Gattin geb. v. pflugk, wurde am 23. Juni 1712 zu Wolfenbüttel geboren, studierte in Wittenbergs), wurde Assessor der Landesregierung in Dresden, wirklicher Hof- und Justizrat, 1752 Vizekanzler, 1755 Kanzler, dann Konferenzminister und wirklicher Geheimer Nat, 1764 Landvogt der Gberlausitz h, 1773 Dompropst des hochstifts Meißen. Er h ImKirchenbuchderkatholischenHoskirchezuvresdenfindetsichunterdenOopuIati zum 13. Npril 1785! „Illustrissimus üoininns lloannss llosspüus äs Orisst äs Korsjl, slsotoraiium prastorianorum Nsivstioruin ospitansns, inarssokaius Laxonioi psclsstris sxsroitus st äorninus aursas oiavis aä aularn lillsstoris Saxonias — llllnstrissiina bsrnla Naria -Vinalia Nranoisoa libsra baronns äs Ltain, ästunotas ssrsnissiinas prinoipis Larolinas Antonias a nobilibus aula obssguiis, Is^itima tiiia cietuneti iliustrissimi üornini Ooininioi ZVoIt§an§i libsri dsronis äs Ltain, rnarsssbali Laxonioi psässtris sxsroitus st sguitis oum maiors oruos orclinis Lavarioi sanoti ktioüaslis". sZreundliche Mitteilung des Herrn Itegierungsrats Or. Lippert.) Nekrolog im Laus. Magazin 1778, S. 13, 65; vergl. auch Näuffer, Nbriß der Gberlaus. Geschichte, I V. Teil, S. 675. h Seine Wittenberger Dissertation verzeichnet Gtto, Lexikon der Gberlaus. Schriftsteller und Künstler, III. Bd., 1803, S. 320. h vergl. Nachricht von der Instnllirung H. §. v. Stammers als Landvogt in Bautzen, Gberlaus. Nachlese 1764, S. 51. v. Stammer. 911 starb am 26. Dezember 1777 als der letzte Landvogt der Oberlausitz'); am 28. d. M. wurde er in der Gruft zu prietitz beigesetzth. Hieronymus Friedrich kaufte am 26. Oktober 1761 von seiner Schwiegermutter, der verwitweten Rppellationsrätin Sophie Ruguste v. ponickau, geb. v. Heynitz, das Gut prietitz (bi von Elstra) samt pertinentien für 26000 Taler; am 18. November 1751 erhielt er den Lehnbries. Zufolge Konvention vom 6. Oktober 1757 wurde der Kaufpreis aus 20 000 Taler herabgesetzt. vermählt hatte sich Hieronymus Friedrich am 20. September 1745 mit Johanna Ruguste geb. v. ponickauh, geboren am 3. Oktober 1720 als Tochter Johann Georgs III. v. p. aus prietitz und dessen Gattin Sophie Ruguste geb. v. Heynitz. Sie starb am 17. Juli 1781 aus der Rückreise von einem Besuch bei ihrer Tochter, der Gräfin v. d. Schulenburg, „an einem kränklichen Zufälle in Merseburg" und wurde am 23. in prietitz bestattet. Hieronymus Friedrich hinterließ drei Kinder: 1. Rmalie Sibylle Eleonore v. St.ft, geboren zu Dresden am 8. Januar 1749, gestorben ebenda am 14. Dezember 1796, vermählt am 30. Oktober 1775 mit Ludwig Siegfried Neichsgrafen Vitzthum v. Eckstädt, kurfürstlich Sächsischem Oberkammerherrn. 2. Ruguste Friederike Magdalene v. St., geboren am 3. Juni 1751, vermählt am 29. Juli 1771 mit Rlbrecht Ludwig Reichs- grasen v. d. Schulenburg aus Klosterrode, Blankenstein und Delitz, Kammerherrnh. 3. Friedrich Rdam v. St?), geboren zu Dresden am 24. März 1764, Herr aus hermsdors und Hartmannsdorf, besuchte das Gymnasium zu Bautzen, die Universität Wittenberg, erlangte 1778 die unterste präbende im hochstift Meißen und 1798 die Prälatur eines Kustos daselbst, wurde 1780 kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, 1797 Propst am Kollegiatstift zu Bautzen, starb zu Dresden am 8. Januar 1802 ohne Deszendenz, vermählt hatte er sich zu RIt-Gassen N.-L. am 21. Februar 1786h mit Henriette Tharlotte Philippine v. Rabenau, geboren zu Matzdorf am 16. März 1768, gestorben zu Dresden am 21.Rpril 1819, Tochter Rbraham Gottfried Philipps v. R. zu Gassen und seiner Gattin Magdalena Sophie Henriette geb. v. haugwitz. >) Eine kurze Lharakteristik dieses ausgezeichneten Mannes befindet sich in v. Webers Archiv für die Sächsische Geschichte, VIII. Band, 1870, S. ZI. — Nach v. Stammers Tode versahen die Bberamtshauptleute die Gberamtsverwaltung. 'y Im Altarraum der Kirche zu prietitz befindet sich sein Epitaph, ebenso das seiner Gattin. — Zu dem am I. Februar 1778 in Bautzen stattfindenden Trauerakt veröffentlichte der Bautzner Rektor Rost eine lateinische Gedenkschrift, die im Laus. Magazin 1778, S. 74 angezeigt und besprochen ist. Nekrolog im Laus. Magazin 1781, S. 276: ihre Ahnen ebenda S. Z27. ft Nekrolog in der Laus. Monatsschrift 1746, I, S. 102. h vresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1784, Nr. 30. v) Nekrolog in der Neuen Laus. Monatsschrift 1802, I, S. 224. y vergl. Lhronik derer von Rabenau, bearbeitet von Kurt v. Rabenau. Autogrnphischer Umdruck, 1843, S. 47. 912 v. Standfest. Friedrich Adam kaufte im Jahre 1777, damals kurfürstlich Sächsischer Landesregierungs-Assessor zu Dresden, von Earl Gottlob d. A. v. held- reich das Gut Nieder-Kotitz (bl von Löbau, 8^V von Weißenberg) für 7000 Taler; am 18. November 1777 wurde er belehnt. Km 29. August 1782 kaufte der v. heldreich das Gut wieder zurück. Nach seines Vaters Tode wurde Friedrich Adam am 6. April 1778 mit prietitz belehnt. Am 24. tvktober 1778 verkaufte er prietitz seiner Mutter für 24000 Taler. Nach deren Tode (ft 17. VII. 1781) wurde er mit dem Gute am 9. September 1782 belehnt. Schon am 20. April dieses Jahres hatte er prietitz seiner Schwester Amalie Sibylle Eleonore verw. Gräfin Vitzthum verkauft. Nach ihrem Tode (ft 14. XII. 1795) fiel das Gut wieder an ihn, der gleichzeitig der erste Mitbelehnte seiner Schwester gewesen war; am 26. Februar 1796 empfing er die Belehnung. Sein Absterben (ft 8. I. 1802) brachte prietitz in den Besitz des nächsten Gesamthänders, des Grafen Friedrich Albrecht v. d. Schulenburg. Mappen: Im roten Schilde ein schräger, silberner Wellenbalken. Kleinod: fünf Kosen, abwechselnd rot und weiß, besteckt mit neun Fähnlein, die in Kot den schrägen silbernen Balken zeigen und von denen die vier rechten nach rechts, die fünf linken nach links flattern. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Tas. 169, Nr. 9 unter den Sächsischen. v. Standfest. Dem früher aus den gräflich hoym scheu und v. Schönberg schen Kittergütern angestellt gewesenen Gkonomieinspektor Johann Gotthelf Standfest wurde aus sein Ansuchen vom König Friedrich August I. von Sachsen, Dresden den 20. Februar 1813, die zum Behufs der Akquisition eines Kittergutes in der Gberlausitz gebotene Erhebung in den Adelsstand unter Erteilung des privilegii des unschädlichen Nichtgebrauchs bewilligt. Johann Gotthelf v. St. kaufte am 24. Juni 1813 von Heinrich Ludwig Burggrafen und Grasen zu Dohna das Erb- und Allodialritter- gut Kauppa mit Jetscheba (beide XXO von Bautzen) nebst dem ebenfalls Allodialeigenschaft habenden, ehemals zum Kittergut Klix gehörig gewesenen Dorfe und Vorwerk Tommerau (0 von Kauppa) für 45 000 Taler; am 24. Februar 1814 erhielt den Lehnbrief. — Zu Anfang der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts befand sich auch Hermsdorf (80 von Hoyerswerda) in v. Standfestschem Besitzh. Johann Gotthelf v. St., geboren am 10. Februar 1759, gestorben am 14. September 1825, war vermählt mit Anna Kosina geb. Hausmann aus Dobra, geboren daselbst am 1. November 1765, gestorben zu Kauppa am 31. August 1857^). Vier Kinder überlebten das Ehepaar^). h Das Archiv zu Hermsdorf enthält nach Mitteilung des Herrn Theodor Opel auf Hermsdorf zwei Gerichtsfaszikel aus den Jahren 1821-1822 der Adelig v. Stand- festschen patrimonialgcrichte zu Hermsdorf. 2) Die Daten nach den Aufschriften der Grabsteine auf dem Kirchhof zu Klix. y Die Geburtsdaten der Kinder Johann Gotthelss nach H.-St.-A. Boo. 2400, Band II, Erhebungen in den Adelsstand 1813 —1818, 5. II ff. Die Mutter der unter v. Ltarschedel. 913 1. Johanna Christians, geboren am Donnerstag nach Dom. 3. Rdvent 1788 s18. Dezembers abends h»9 Uhr, getauft zu Zscheila am 22. d. M., später verehelichte pauly. 2. Henriette Juliana, geboren zu Pulsnitz — wo Johann Gotthels 5t. damals als Pachtinhaber des dortigen Rittergutes lebte — am 1. März 1793 nachmittags 4 Uhr, getauft am 4. d. M., später verehelichte Messerschmidt. 3. Carl Wilhelm. Ziehe unten. 4. Rgnese Renate, geboren zu Pulsnitz am 22. Januar 1802 nachts 12 Uhr, getauft am 28. d. M., später verehelicht mit Rar! Moritz v. Otto. 3. Carl Wilhelm v. 5t., geboren zu Pulsnitz am 17. Dezember 1795 früh 2 Uhr, getauft am 18. d. M., erhielt zufolge Testaments die väterlichen Güter Rauppa und Jetscheba zur Rnnahmesumme von 45 000 Talern; am 28. November 1825 wurde er belehnt. Er starb am 20. Oktober 1856. vermählt war er mit Marie Ruguste geb. v. Metz- radt, geboren zu Drehsa am 12. 5eptember 1802, gestorben zu Rauppa am 6. Mai 1851h. 5eine 5öhne Ernst Wilhelm, königlich 5ächsischer Rittmeister im 1. Reiterregiment, und Johann Rdolph, königlich 5ächsischer Oberleutnant im 1. Reiterregiment, Gebrüder v. 5t., erbten die Güter Rauppa mit Jetscheba und Lommerau, jeder zur Hälfte. Um 18. Februar 1863 verkauften sie die Güter zusammen für 143 500 Taler, wovon 87 000 Taler auf Rauppa und 7000 Taler aus das bei diesem Gute befindliche lebende und tote Inventar, 46 500 Taler aus Jetscheba und 3000 Taler aus das dabei befindliche Inventar gerechnet wurden, an Rdolph Leberecht Richter. Wappen: Lei der Nobilitierung am 20. Februar 1813 verlieh der Rönig folgendes Wappenh: . . . „Einen rothen 5child, worinne eine rechtsschräg gelegte, mit grünem Laubwerk dreimal umwundene, weiß alabasterne 5äule befindlich. Ruf dem 5childe ruhet ein frei offener, rechts gekehrter, blau angelaufener, rothgefütterter, mit goldenem Rleinod und beiderseits von 5ilber und Roth gemischt herabhangenden Decken gezierter adelicher Turniershelm. Denselben bedecket ein von den Farben der helmdecke gewundener Rausch, aus welchem drei Rornähren ihrer natürlichen Farbe erscheinen" . . . Tproff, Wappenbuch der 5ächsischen 5taaten, IX. Band, Taf. 75. v. Starschedel. Folgende Glieder des alten Meißnischen Rdelsgeschlechts v. 5t arschedel sind hier zu erwähnen: Dietrich v. 5t. zu Mutzschen, kurfürstlich 2, 3, 4 genannten, in Pulsnitz geborenen Kinder wird daselbst genannt: „Johanna Rosina geb. Hauschild aus Dobrig". ') Die Grabsteine des Ehepaars sind auf dem Kirchhof zu Klix. h Line Abschrift des Adelsdiploins befindet sich in den Lehnsabten von Kauppa. 914 v. Starschedel. Sächsischer Kat, starb im Jahre 1561 h. von seinen vier Söhnen starben haubold im Jahre 1581, Innocentius, zu Borna, vor 1602, Heinrich, hofmarschall des Kurfürsten Nugust, noch vor seinem Vater. Der vierte Sohn Dietrichs, Georg d. N. v. St., wurde, Dresden den 28. November 1586, vom Kurfürsten Christian l. belehnt mit Dorf, Sitz und Vorwerk Steinigtwolmsdorf von Schirgiswalde), ebenso mit drei Bauergütern, der Mühle, die lvolf v. haugwitz kaufweise an sich gebracht, mit dem halben Dorfe Ningenhain (^ von Schirgiswalde, von Steinigtwolmsdorf) „Kegen der lveffe (lveifa, 0 an Ningenhain grenzend) wardts gelegen", mit Gber- und Niedergerichten und dem kirchlehn^). Nach dem Tode des Kurfürsten Christians II. sucht Georg d. N. am 25. Npril 1612 die Sehn wegen seiner Güter Steinigtwolmsdorf, des halben Dorfes Ningenhain und Zubehörungen, seiner Barschaft von 26200 FI., ferner wegen des halben „Schutthauses" zu Schandau, der Schiffgerechtigkeit u. a. Befreiungen. Georg d. A. war vermählt mit Elisabeths) ^ Zchleinitz. Seinem Schwiegervater Ehristoph v. Schleinitz hatte er über 20000 Fl. zur Bezahlung seiner Herrschaft hainspach geliehen und das Geld nicht zurück erhalten, nachdem diese 1602 in den Besitz Radislaws Freiherrn von Kinski) und Tettau gelangt war. Er bat deshalb den Kurfürsten von Sachsen im Jahre 1604 um seine Interzession h. Georg d. N. starb wohl im Jahre 1616 mit Hinterlassung zweier Söhne: I. Ehristoph Dietrich. Siehe unten 5. 915. II. Georg d. I. Siehe unten S. 915. Nach Nbsterben Georgs d. N. erhielten am 23. März 1617 seine Vettern E)tto v. St. auf ködern (bei Nadeburg) und Gotha (im Nmte Lilenburg), landgräflich hessischer Präsident, sowie haubold v. St. auf „pennsen" (^ Bensen in Nordböhmen) anstatt und im Namen der -) H.-St.-R. Geneal. Noo. 7810, v. Starschedel, vol. I-III. -) Rls Mitbelehnte nennt der Lehnbrief vom 28. November 1586: „Innocentium, seinen Bruder, auch seiner verstorbenen Brüder Heinrichs und Hauboldts v. Star- schedellsSöhne, alß Dieterich, Gtto, Mauritius und Friederichen Gebrüder, Heinrichen seligen Söhne; und Laspar, Hauboltt, vitterich, Heinrich, Inno- centius, Rbraham, Bernhardten und Rugustus und derselben rechte, ehelich geborne Leibeslehnserben, und dann die andern von Starschedel!, seine Vettern, alß Heinrich, Trust, Oitterichen, Hans, Wolf und Balthasern von Starschedel! zu Lannewitz, Hauboldts seligen Söhne". Oer Lehnbrief vom 31. Nlai 1602 nennt folgende Mitbelehnte: „Innocentii von Starschedells nachgelassene Söhne, Dietrichen zue Born, Heinrichen, Innocentium und Hauboldten; item Heinrichen v. Starschedells Söhne Vtten zu Rödern und Friederichen: auch Morizens zwene Söhne, Heinrichen und Moriz Oittrichen zu Rlebergk. Item Ha ubolden von Starschedells Söhne Hauwolden zue Bensen, Dittrichen und Heinrichen, Bernhardten zue Schweinsburgk und Rugusten; auch Caspars sehligen Sohn Haubolten, seiner Brüder Söhne und Vettern, und die andern v. Starschedel! seine Vettern, als Heinrichen, Trust, Vittrichen, Hanss Wolffen und Balthasern v. Starschedel! zu Tannewitz und derselben rechte, ehelich gebohrne Leibeslehnserben". Lehnsakten Ringenhain und Steinigtwolmsdorf. 3) Georg v. St. und seine Frau Elisabeth (ohne Zunamen) sind am 13. (Oktober 1605 Paten in Ltrehla. v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 1806, S. 315. h H.-St.-R. Geneal. Noo. 7810, v. Starschedel. v. Starschedel. Y15 beiden genannten Söhne und ebenso auch für ihre Person die Lehn über Georgs d. 6. hinterlassene Güter in der DberlausitzI. Der eben erwähnte Otto v. St., als „Ritter" bezeichnet, Herr auf Schluckenau, Rödern und Gotha, Präsident des Geheimen Rats zu Tassel, kaufte von Nikol v. Rechenberg einen Rnteil von Neukirch (080 von Bischofswerda) und empfing am 22. November l6l7 die Belehnung I. Er starb um das Jahr 1623, woraus sein Sohn Christian die Lehn an den Gütern Rödern und Gotha, sowie die NNtbelehnschast an seiner Vettern Gut Steinigtwolmsdors suchte. l639 bemächtigte sich Thristian unter Schwedischem Schutz wieder der Herrschaft Schluckenau, die seinem Vater konfisziert worden warh. vorübergehend befand sich Thristian in einem geisteskranken Zustand und war deshalb unter Ruratel gestellt wordenh. vermählt war er mit Maria Elisabeth geb. v. hartitzsch, seine einzige Tochter hieß Rnna Barbara Elisabeths. I. Christoph Dietrich v. St., Georgs d. R. Sohn, war geistesschwach. Gemeinsam mit seinem Bruder Georg d. I. wurde er am 2l. November l6l7 belehnt mit Steinigtwolmsdors und dem halben Dorfe Ringenhain°). Im Jahre 1636 wurde nach Rngabe der Ringen- hainer Lehnsakten „der blöde Ehristoph Dieterich v. St. bei) des Feindes Einsall von Eroaten entleibet", woraus sein Rnteil an diesen Gütern seinem Bruder Georg d. I. zufiel. II. Georg d. I. v. St., Georgs d. R. Sohn, war beim Tode seines Vaters außer Landes h. Seit dem Jahre 1624ch saß er, unbekannt aus welchem Grunde, als Gefangener aus dem hohnstein. Nach seines H H.-St.-6. Noo. 4545, Verzeichnis der Lehen und Leibgedinge in (über- lausitz äs uo 1604-7617, 5ol. 313b. 2) Ebenda, Zol. 334. 3) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Ziegel- und Zamilienkunde, XXX. Jahrgg., 1402, S. 145. tz Christian schreibt an den Kurfürsten, Neukirch den 31. Januar 1657: .. .„Nlß vor vielen Jahren ich so schmertzlich umb meine väterliche Herrschafft Lchluckenaw (zu geschweige» ist anders mein vermögen, so darneben mit aufgangen) kommen bin, habe darob ich mich also entsetzet, daß endlich durch verhängnütz meines lieben Gottes ich in so schwere Gedancken und darauff folgende Blödigkeit meines Hertzens und Gemüthes gerathen, ja dergestaldt, daß ich solche Zeit über vor Rngst nicht gewust, waß von mir zu thuen oder zu lassen sep". Jetzt, wo er wieder gesund sei, bittet er die über ihn verhängte Kuratel aufzuheben. H.-5t.-R. Noo. 4521, Gber- laus. Justizsachen, vol. XIV. h Ebenda. os „Georgen v. Ltarschedells zu Zteinichtwolmßdorff undt dessen blöden Bruders Lhristoff Viterichen v. Ltarschedells INitbelehnte: Snnocentii v. Ltarschedells nachgelassene Söhne Viterichen zu Borna, Heinrichen, Innocentien undt Hau- boldten. Ltem Haubolden v. Ltarschedells Söhne, Haubolden zu Pensen, Heinrichen, Bernhardten zu Schweinßburgk und Rugusten. Ruch Laspars seeligen Sohn Hauboldten. Dtten von Starschedel! auf Rödern und Gotha seelig und nunmehr dessen Sohn Thristian. Ruch Morizen zwene Söhne Heinrichen und Nloriz Dieterichen zu Klebergk. Undt die andern v. Starschedell seine Vettern als Balthasar v. Starschedelln und Hansen v. Ltarschedells Söhne, Oiterichen, Heinrichen und Hansen zu Tannewitz". Lehnsakten von Steinigtwolmsdors und Ringenhain. tz H.-St.-R. Noo. 4545, verzeichnüss der Lehen rc., §ol. 313b. «) vergl. v. Weber, Rus vier Jahrhunderten, II. Band, 1858, S. 347. 58 * 916 v. Ltarschedel. Bruders Christoph Dietrich Tode fiel dessen Besitz an Steinigtwolmsdorf und Bingenhain an den „custodirten" Georg d. I. Dessen Burator, der Notarius publicus Gabriel Steinberg, wurde 1635 mit den Gütern belehnt. Georg d. I. starb, wie die Bingenhainer Lehnsakten melden, „nach ausgestandener Leibesschwachheit" am 17. März 1646 „uffm Hause hohnstein" ohne Leibeserben. Georgs d. I. „Vetter" Heinrich v. St. „cle Borna, Innocentii Sohn", geboren in Dresden am 17. März 1584, zehn Uhr vormittagsh, erhielt Indult wegen Ringenhain und pertinentien am 18. Februar 1647 2), starb aber bereits am 12. Mai 1647 im BIter von 63 I. 2 M. Bis Lehnsfolger gaben sich an: Heinrich v. St. auf Mölbis für sich und in Vormundschaft Dietrichs und haubolds v. St. Gebrüder zu Borna und Merzdorf nachgelassener Söhne, als Hansen Georgens und Innocentii, auch Bdam Heinrichs; ferner Friedrich v. St. a. d. h. Bensen, jetzt zu Schandaus, für sich; haubold Heinrich v. St. für sich und nebst Frau Maria Elisabeth geb. v. Weiler samt ihrem kriegischen Vormund Innocentius v. St. aus Syhra und hopsgarten, kurfürstl. Bppellationsrat in Dresden, Bernhardt v. St. sel. hinterlassene Söhne Friedrich und haubold Magnus v. St., Gebrüder, desgleichen in Vollmacht Heinrichs v. St. des Busländischen. Hans Georg und Innocentius Gebrüder v. St., ferner Dam pflugk in Vormundschaft Bdam Heinrichs v. St. verkauften 1654 Steinigtwolmsdorf an Christian Hartmann. — Hans Georg, geboren zu Borna am 10. Mai 1627, gestorben im Blter von 44 Jahren am 6. März 1672; Innocentius, geboren zu Borna am 13. Januar 1629, gestorben mit 45 Jahren am 8. Mai 1674, waren Söhne Dietrichs v. St. auf Borna, Mölbis und Droßdorf, kurfürstlichen Obersten zu Fuß und der' Tatharina Margaretha geb. v. Schleinitz a. d. h. Hof und Bornitz h. — Wir erwähnen noch einige in den Lehnsakten unter den Mitbelehnten und verwandten genannte Geschlechtsangehörige: Bernhard v. St., kurfürstlich Sächsischer hofmarschall, dessen nicht mit Namen aufgeführte Gattin in Dresden am 19. November 1628 starb und am 11. Dezember in der Sophienkirche bestattet wurde I, hatte einen Sohn Bernhard d. I. Dieser, als Oberstleutnant in Französischen >) I- G. Michaelis, Oresdn. Insariptionss und Kpitupkia, 1714, 5.25. h Nach einem Bericht des Kammerprokurators Benjamin Lenker an den Kurfürsten vom 30. November 1672 hatte Georg d. I. v. 5t. auf 5teinigtwolmsdorf nicht allein das Dorf Ningenhain, sondern daneben noch 8000 Taler Barschaft zu Lehn getragen und war damit vom Gberamt belehnt worden. Nach seinem im Fahre 1646 erfolgten Tode taten seine Lehnserben zwar der Lehn am Gute Ningenhain Folge und wurden damit belehnt, an der Lehnbarschaft suchten sie indessen die Lehn im Gberamt nicht nach. Nm 20. Juni 1655 hatte deshalb der Kurfürst verordnet, diese Lehnbarschaft zur Laudeshauptmannschaft zu bringen und da zu verrechnen. kf.-Lt.-N. Noo. 9546, Erstes Buch Dberlaus. Lehens-Lachen, 1637 — 73, Fol. 303. 9 Über Friedrich v. 5t. vergl. Vierteljahrsschrift für Mappen- rc. -Kunde, XXX. Jahrgang, 1902, 5. 195: Ermisch' Neues Krchiv für Lächsische Geschichte, XXII. Baud, 1901, 5. 304. 9 kj--bt.-N. Geneal. Noo. 7810, v. Ltarschedsl. h Tbendn. v. Ltaupitz. 917 Diensten stehend, fiel im Jahre 1645 im Treffen bei herbsthausen, unweit von Mergentheim, vermählt war Bernhard d. I. mit Maria Elisabeth v. Weiler, Tochter des fürstlich Württembergischen Rats, Hofrichters zu Tübingen und Dbervogts zu Schorndorf,- am 3. August 1639 hatte in Straßburg die Eheberedung stattgefunden. Rinder Bernhards d. I. waren Friedrich, haubold Magnus, Bernhardine und Maria Elisabeths, haubold Magnus war viele Jahre lang Page bei Herzog Eberhard von Württemberg. — In der Feldschlacht vor Leipzig 1631 fiel „ritterlichen Todes" der Gberstwachtmeister haubold v. 5t. Seine Gattin Maria Magdalena, einzige Tochter Bernhards v. Starschedel, schenkte einem Bostliumus das Leben, der am Freitag nach Ostern 1632 s6. Aprils getauft werden sollte. Rurfürst und Rursürstin waren zur Taufe geladen"). — Ein haubold v. St. starb 1626. Seine Söhne Friedrich und Dietrich v. St. baten um Mitbelehnung mit ihrer Vettern Güter Steinigt- wolmsdorf und Ringenhain. Ihr Stiefbruder haubold v. St. stand in Dänischen Diensten und war angeblich um diese Zeit von Tillps Truppen gefangen o). — Der Rriegshauptmann Heinrich v. St. starb zu Ende 1654 oder Anfang 1655. Seine Witwe Thristina geb. v. d. Oelsnitz lebte zu Ende 1655 in Dschatz. Beider Sohn war haubold Heinrich v. St.h — Endlich sei noch erwähnt Frau Ursula Margarethe v. ponickau, geb. Starschedelin a. d. h. Steinigtwolmsdorf, gestorben am 26. November 1626 abends zwischen sieben und acht Uhr im Alter von 40 Jahren I. Wappen: Schild schrägrechts geteilt von Rot, Silber, Schwarz. Gekrönter Helm. Rleinod: Offener Flug, geteilt wie der Schild, und zwar der rechte Flügel schräglinks, der linke schrägrechts. Decken rechts schwarz-silbern, links rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 160, Nr. 2 unter den „Mepssnischen". v. Staupitz. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts machen sich Angehörige des alten Meißnischen Adelsgeschlechts v. Staupitz auch in der Gberlausitz ansässig. Der erste, dem wir hier begegnen, ist Lhristoph v. S. Lr hatte von den Vettern des verstorbenen Dr. Andreas Paul das Gut Groh-harthau (^V8>V von Bischofswerda) gekauft. 2000 Gulden der von ihm zu erlegenden Raufsumme hatte Lhristoph von seinem Schwager Hartmann pistoris zu Seußlitz und Hirschstein ausgenommen und aus harthau eintragen lassen. Am 4. Juni 1597 wurde Christoph mit Großharthau belehnt. Mitbelehnt wurden Christophs Bruder Günther, sowie seine „Vettern" Ramseld und Heinrich Günther v. S. Günther l) Ebenda. ch Ebenda. Lehnsabten Steinigtwolmsdorf und Mngenhain. tz Ebenda. 5) 3 . G. Michaelis, vreßdnische Inseriptiones und Rpitapliia, 1714, S. 244. 918 v. Staupitz. war Pachtsinhaber des Gutes „Diessen"h im Anhalt-Zerbstschen. Gr wurde im Jahre 1602 zugleich mit seinem Bruder Christoph und den genannten beiden Vettern Namfeld und Heinrich Günther mit 4000 FI., die sonst im Gute Groß-harthau standen - ausgenommen 600 Fl., die Günthers Stiefvater Hans Günther v. Kitscher, kurfürstlich Sächsischer Appellationsrat, „bei sich hat" — vom Kurfürsten Christian II. belehnt. Namfeld und Heinrich Günther waren im Jahre 1613 bereits nicht mehr am Leben, Nachkommen hatten sie nicht hinterlassen. Christoph verkaufte sein Gut Groß-harthau im Jahre 1622 für 31000 Fl. an Dietrich v. Taube. Dafür erwarb er nun am 28. Juni 1622 von Tobias v. ponickau das Gut Nammenau (bl'W von Bischofswerda) und das Dorf Schönbrunn (0 von Nammenau). Christoph starb zu Vartholomäi 1634 f24. August) mit Hinterlassung von zwei Söhnen und zwei Töchtern: 1. Hans Hartmann. 2. Joachim Ernst. 3. MagdalenaAgnise, vermählt mit Hans Christian v. Kottwitz. 4. Margarethe, vermählt mit Balthasar Hieronymus v. Kottwitz auf Gödlau, einem Bruder Hans Christophs v. K?). Der unter 2. genannte Joachim Ernst war Fähnrich in kursächsischen Diensten. Sein älterer Bruder Hans Hartmann pflanzte den Stamm fort: Hans Hartmann kaufte am 26. Juli 1634 von seinem Schwager Elias v. ponickau dessen Gut Nieder-Vurkau (14 von Bischofswerda) und brachte von den Kreditoren seines Vaters das stark verschuldete Gut Nammenau durch Kauf vom 16. Mai 1640 in seinen Besitz. Da die Verkäufer die Auflassung der Lehn in die Länge ,zogen, so wurde er erst am 15. Juni 1646 mit Nammenau belehnt. Das zugleich mit Nammenau erworbene Gut Schönbrunn veräußerte er am 16. Februar 1649 an August Friedrich v. Kötteritz. Hans Hartmann Unterzeichnete am 27. August 1654 mit das Lehnspaktum^) und starb am 30. Juni 1657. vermählt war er mit Anna Magdalena v. ponickau a. d. h. Frankenthalh. Er hinterließ zwei Söhne: Mols Christoph und Hans Ernst, sowie zwei Töchter: Anna Dorothea, geboren 1. Oktober 1634, gestorben 1702, vermählt mit Elias v. ponickau auf Mohla; ferner Maria Elisabeth, geboren 1. Oktober 1636, gestorben 1699, vermählt mit Johann Albrecht v. Pilgram auf DubrauckeI. Die genannten beiden Brüder v. St. wurden am 5. März 1660 mit ihrem Anteil an Nammenau belehnt. Schon vorher, am 30. Juli 1659, hatten sie sich mit den hinterlassenen beiden Schwestern ihres Vaters, Frau Magdalena Agnise und Frau Margarethe, beide vermählte v. Kottwitz, dergestalt verglichen, daß diese beiden Schwestern das halbe Gut Nammenau y Gemeint ist jedenfalls Thiessen iin Nmt Koswig. Über diese Gebrüder v. Kottwitz stehe Bd. I, S. 022, v. Kottwitz. y Gberlaus. Lollectionr-IVerk, I, 5. 1055. y Kloß, Geneal. Nachrichten, INspt., Bd. XVI, v. Ltaupitz. h Ihr Grabdenkmal ist in Oubraucke. vergl. H- Vetter, Bus vergangenen Tagen, versuch einer Lhronik von vubraucke, 1005, S. 77. v. Staupitz. 919 für ihre Forderungen annahmen. Die Rammenauschen Teiche erhielt wegen einer Schuldforderung Heinrich Otto v. Köckritz adjudiziert. von lvols Christoph hören wir nichts weiter. Hans (Johann) Ernst, der zweite Sohn Hans Hartmanns, vermählte sich im Spätjahr 1660 mit Frau Sidonia, geb. v. Ende, Witwe Caspar Rudolphs v. Schönberg aus Bretnig. von seinen Stiefsöhnen Hans Wolf und Laspar Rudolph d. I. v. Schönberg kaufte Hans Ernst im Jahre 1672 die Güter Gber- und Rieder-Burkau für 13000 Fl. und ließ den Raus „der Gewähr halber" am Schloßtor zu Bautzen anschlagen. Rm 13. Juli 1673 wurde er vom Rurprinzen Johann Georg mit dem Runkellehngut Burkau belehnt. Streitigkeiten Hans Ernsts mit dem RIoster Marien- stern wegen der Jagdgerechtigkeit wurden am I I. September 1676 beigelegt h. Hans Ernst kaufte am 4. Oktober 1695 von Johann Heinrich v. Zezschwitz das Gut RIeinhähnchen samt Reraditz (beide KMO von Bischofswerda) für 12 500 Taler und wurde am 13. Rlärz 1696 belehnt. Rieder-Burkau hatte Hans Ernst bereits im Jahre 1695 seinem Sohne Günther Ernst verkauft, RIeinhähnchen veräußerte er im Jahre 1705 seinem Sohne Johann Gottlob, Ober - Burkau im Jahre 1710 seinem Enkel Gottlob Ernst. Hans Ernst starb „gegen Michael" 1711^). Seine Gattin war ihm bereits am 23. Rpril 1704 im RIter von 74 Jahren im Tode voraiiqeqanqenff. Johann Ernst hinterließ zwei Söhne: I. Günther Ernst. Siehe S. 920. II. Johann Gottlob. Um zunächst II. Johann Gottlob zu besprechen, so war dieser im Jahre 1695 Rornetth. Er kaufte zu Walpurgis 1705 von seinem Vater das Gut RIeinhähnchen für 12500 Taler und wurde am 27. Rugust dieses Jahres belehnt. Mit seinem Rachbar Johann Wigand v. pentzig aus Iiedlitz vereinbarte er am 17. Juli 1713 zum Zweck der Grenzregulierung einen Tauschvertrag, dem zufolge einer dem andern bestimmte Feldstücke überließ. Line nicht unbeträchtliche Schuldenlast nötigte Johann Gottlob sein Gut RIeinhähnchen mit pertinentien auszugeben. Nachdem er „von einigen seiner Öreäitorum dergestalt gedruckst worden, daß auch solch sein Guth sRleinhähnchenj mit allem Zugehör öffentlich subhastiret und mehr nicht als 8200 Rthlr. unlängst daraus gebothen worden; nachdem nun der Herr v. Staupitz, um sich nicht ruiniren oder um das seinige bringen zu lassen, in Gottes Nahmen tz Weinart, Rechte und Gewohnheiten der Ober- und Nieder-Lausitz, I. Bd., S. 120. -) Lehnsakten Burkau. — Sein Denkmal, sowie das Gottlob Ernsts befinden sich in Burkau, vergl. Gurlitt. Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Rmtshauptmannschaft Bautzen, I. S. 47. 48. 3) Klotz, Geneal. Nachrichten. Mspt. Bd. XVI. v. Staupitz. tz Er war wohl jener Gottlob v. St., den die Abtissin von Marienstern Latharina Benadin in einer Beschwerde vom Jahre 1606 wegen von ihm verübter Gewalttätigkeit am Klosterschützen auf Klosters Grund und Boden, als Kornett in kurfürstlichen Kriegsdiensten unter des Obersten v. Schachmann Regiment zu Roß stehend, der „im Rmbte Kemnitz sein Duartier haben soll", bezeichnet. kj.-St.-R. Boe. 9532. Vas 71. Buch Vberlaus. Justiz-Sachen 1690-1708, Fol. 34. 920 v. Staupitz. besagtes sein Nitterguth cum psrtiiwntiis zu Declinirung der schmählichen ferneren Subhastation zu verkaufen sich resolviret"I ... so veräußerte er mit Zustimmung seiner Gattin seine Güter Uleinhähnchen, Neraditz und Neuhähnchen am 10. Dezember 1716 an den königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kammerprokurator im Markgraftum Gberlausitz Nugust Magnus Prinz für 16000 Taler. Johann Gottlob erbaute nun das Gütchen Neu-Schmölln^) (0 von Bischofswerda) und erlangte für dieses im Jahre 1720 die (Qualität als Erb- und Nllodial- gutb). Er verkaufte zu Walpurgis 1726 sein „Erb-, Lehn- und Rittergut" Neu-Schmölln an seinen „Vetter" (richtiger Neffen, den Sohn seines Bruders Günther Ernst) Larl Heinrich v. S. auf Nieder - Burkau für 4600 Taler, vermählt war Johann Gottlob mit Katharina Juliane geb. v. Kpaw a. d. h. Steinkirch, Mitwe Gottlob Ernsts v. Sander; wohl die zweite Gattin Johann Gottlobs war Thristiane Juliette (Iuditha) v. Larlowitz, geboren am 1. Dezember 1684h. I. Günther Ernst v. S., der ältere Sohn Hans Lrnsts, pflanzte den Stamm fort. Er war am 7. Januar 1671h geboren und kaufte, wie oben erwähnt (vergl. S. 919), am 3. Oktober 1696 mit Zustimmung seines Bruders Johann Gottlob von seinem Vater Hans Ernst v. S. das Gut Nieder-Burkau für 11 500 Taler und empfing es am 13. März 1696 zu Lehn verreicht. Günther Ernst starb schon am 12. Februar 1707. vermählt hatte er sich mit Eva Maria v. pannwitz. Sie erwarb wenige Jahre vor ihrem Tode das Gütchen Neu-Schmölln (vergl. S. 922) und erhielt am 31. Nugust fl Lehnsakten Kleinhähnchen. h Nuf manchen Karten, so auf der vom Kgl. Sächsischen Generalstab 1Y02 bearbeiteten „Garnisonnmgebungskarte Bautzen" findet sich die Bezeichnung „Neuschmölln od. Staupitz". o) Nm ly. November 1720 schreibt der Kurfürst an den Landes- und Gber- amtshauptmann zu Bautzen in Betreff des von Johann Gottlob v. S. neuerbauten Gütchens Neu-Schmölln . . . „Kllermaßen ermeldter der v. S. bei diesem gleichsam aus rauher Wurzel errichteten neuen Dorfe vielen Fleiß, Mühe und Unkosten angewendet, auch noch weiter anzuwenden verspricht: überhaupt aber dergleichen Nn- bauung wüster nnd unnützbarer Felder sowohl Unserem landesherrlichen Interesse, als auch dem Bublioo in viele Wege zuträglich ist, als haben wir uns in Betracht dessen in Gnaden entschlossen, nicht allein ofterwähntem v. S. sein neuerbautes Gütchen Neu-Schmölln in Erbe als ein Lrb- und Nllodialgut . . . verreichen zu lassen, sondern ihm auch seinen eigenen Brauurbar gegen Erlegung der gewöhnlichen Tranksteuer vor seine Person und Bedienten, desgl. vor die neu angesetzten und ferner anzusetzenden Unterthanen, so viel in dem neuerbauten Dorfe consumirt wird, jedoch mit Bxelusion des Bierverschenkens außer dem Grte, zu verstatten, folglich ihm die Lr- bauung einer neuen Schenke, wie nicht minder das Schlachten und Lacken zu erlauben" ... Ferner sollten die Stände „ihm wenigstens 300 Thaler zum Beitrag bewilligen, dahingegen der v. S. auf sein neues Dörfchen jährlich 4 oder zum wenigsten 3 Bauche und die anderen onsra nach Proportion seines Gütchens zu übernehmen sich nicht entbrechen wird. Sollte aber der v. S. diesen Beitrag von denen Ständen nicht erhalten können, so sind ihm sodann etzliche Freijahre zu concediren" . . . Lehnsakten Neu-Schmölln. fl vergl. Laus. Magazin l777 , S. 21; v. Kpaw, Familien-Lhronik des Geschlechts v. Kpaw, 1870, S. 10Y; „Nus dem Archive der Familie v. Larlowitz", 1875, S. 165, hier ist Johann Gottlob irrtümlich Julius genannt. fl Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XVI, v. Staupitz. v. Staupitz. 921 1740 den Lrbbrief über dieses. Nahezu vierzig Jahre hatte sie ihren Gatten überlebt, als sie am 23. Juli 1745 in Vohsdorf (Rreis Spremberg) starb. In dem benachbarten horno wurde sie am 25. d. IN. beigesetzt. Neu-Lchmölln fiel an ihre gleich zu erwähnende Tochter Frau v. Mandelsloh und ihre beiden Enkel, die Vettern Johann Ernst und Earl Johann Friedrich v. 2. von Günther Ernsts Rindern sind uns bekannt zwei Söhne und zwei Töcher (1—4): 1. Helena Lidonia, vermählt mit dem Landesältesten Gottlob Herbord v. Mandelsloh. 2. Maria Lharlotte, geboren am 8. Npril 1693, gestorben am 21. Juni 1743, besaß das Gut Neu-Schmöllnh. 3. Gottlob Ernst d. N., der ältere Lohn Günther Ernsts, war geboren am 26. Nugust 1696. Lein Großvater Hans Ernst verkaufte diesem seinem Enkel am 20. Oktober 1710 das Gut Gber-Burkau für 9500 Taler. Nm 19. November 1717 wurde Gottlob Ernst mit diesem Gute, sowie mit der Hälfte von Nieder-Burkau belehnt. Er einigte sich mit seinem jüngeren Bruder Earl Heinrich am 16. Januar 1720 dahin, daß Gottlob Ernst seine Nnsprüche an Nieder-Burkau Earl Heinrich für die Lumme von 11 500 Talern überließ. Gottlob Ernst d. N. starb am 6. Nugust 1726. Nus seiner Ehe mit Ursula Louisa v. Dehn- Nothfelser a. d. h. helfenberg und Nockau hatte er zwei Söhne (a-b): a. Johann Ernst. d. Gottlob Ernst d. I. Vieser, geboren am 21. Npril 1726, war vor Ende des Jahres 1731 bereits wieder gestorben. Diese beiden Löhne Gottlob Ernsts d. N. erhielten im Jahre 1727 einen Indultschein wegen der. väterlichen Güter. a. Johann Ernst, der ältere Lohn Gottlob Ernsts, war geboren am 31. Juli 1724. Nach dem Tode seiner Großmutter, Frau Eva Maria v. 5. geb. v. pannwitz (tz 23. Juli 1745) fiel deren Gut Neu-Lchmölln an ihre Tochter Frau Helena Lidonia v. Mandelsloh und ihre beiden Enkel Johann Ernst und Tarl Johann Friedrich (dieser war der Lohn Tarl Heinrichs v. 5. vergl. 5. 922). Johann Ernst, damals Fähnrich bei der zweiten Garde, wurde zugleich mit seiner Tante, Frau v. Mandelsloh, am 29. März 1746 mit je einem Drittel von Neu-Lchmölln belehnt. Schon am 7. Februar 1747 ging dieses Gut für 3400 Taler in die Hände des königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Posthalters in Rothkretscham Johann Lhristian Ruhne über. Johann Ernst kaufte nun am 14. Juli 1748 von Thristian Gottlob Ndolph v. Nostitz auf Groß-Nadisch und lveigersdorf das Rittergut Neu-Liebel (^VI4^V von Rothenburg) für 5900 Rtlr. und 50 Taler Schlüsselgeld, verkaufte es aber am 3. Nugust 1757 wieder an den Oberstleutnant Hans Thristoph v. Beschwitz für 7300 Rtlr. 4. Tarl Heinrich v. S., der jüngere Sohn Günther Ernsts, war am 11. Oktober 1699 geboren. Nm 22. Oktober 1720 wurde er, kurpfälzischer Leutnant, mit ganz Nieder-Burkau belehnt. Zufolge 9 Ebenda. 922 v. Stein zum Altenstein. Rezesses vom 16. Juli 1729 erwarb er nach seines Bruders Gottlob Ernst Tode (tz 6. August 1726) auch Gber-Lurkau. Im Jahre 1737 kam Burkau in fremden Besitz. Zu Walpurgis 1726 kaufte Tarl Heinrich, jetzt Kammerjunker genannt, von seinem Gheim Johann Gottlob v. 5. das Gut Neu-Schmölln für 4500 Taler und erhielt am 6. November 1731 den Lrbbrief. Rm 6. Februar 1734 starb er. vermählt war Tarl Heinrich: I. mit Thristiane Margarethe v. Theler, geboren zu Sollschwitz am 6. März 1685, Tochter Tonrad Heinrichs v. Th. aus Lolischwitz und der Anna Margarethe v. Klüx. Thristiane Margarethe war in erster Ehe vermählt gewesen mit dem Hauptmann Hans Rudolph v. pentzig. Sie starb im Jahre 1727h. II. mit Friederike Sibylla v. Leubnitz. Sie überlebte ihren Gatten und erhielt am 24. November 1735 den Lehnbrief über Gber- und Nieder-Lurkau. Diese beiden Güter wurden in dem zu ihrer Rdjudikation anberaumten Termin am 13. Rpril 1737 Gottlieb v. Schmiskal zugeschlagen. Über ihres verstorbenen Gatten Gut Neu-Schmölln hatte Frau Friederike Sibylla am 24. November 1735 den Erbbrief erhalten. Lie konnte das Gütchen nicht halten. Rm 29. Rpril 1737 wurde es für 2025 Taler adjudiziert dem Johann George Benada aus Schmölln. Nun hatte aber Tarl Heinrich einen unmündigen Sohn hinterlassen: Tarl Johann Friedrich. Dessen Vormund reluierte auf Rnraten seiner Großmutter väterlicherseits, Frau Eva Maria v. S., geb. v. pannwitz, das Gütchen und überließ es ihr. Sie erhielt dann, wie oben erwähnt fvergl. 5. 920), am 31. Rugust 1740 den Lrbbrief über Neu-Schmölln. Wappen: In Silber ein schwarzes Jagdhorn mit goldenen Beschlägen und rotem Bande. Helm gekrönt. Kleinod: Lin nach links aufspringender Hirsch. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 151, Nr. 14 unter den „Meyßnischen". v. Stein zum Altenstein» Freiherren. Lin Angehöriger des alten Fränkischen Rdelsgeschlechts v. Stein zum Rltenstein machte sich im ersten viertel des 18. Jahrhunderts in der Gberlausitz ansässig. Johann Lasimirh, 1694 in den Freiherrnstand erhoben, Geheimrat des Markgrafen zu Brandenburg - Bayreuth und Dberjägermeister, geboren 1643, gestorben 1703, vermählte sich 1683 mit Regina Polyxena geb. Freiin v. Händel a. d. h. Gobelsburg und hinterließ u. a. einen Sohn Ernst Ludwig, des heiligen Römischen Reichs Bannerund Freiherrn v. St. zum R., Herrn zum Ritenstein, Allertshausen, Lckards- hausen. Dieser, geboren zu Bayreuth am 5. März 1684, wurde kaiserlicher wirklicher Rat, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammer- Herr, des kaiserlichen hochstifts Bamberg Edler Lehn- Gerichtsassessor. Rm 30. November 1710 vermählte er sich mit Sidonia Lrdmuth tz Abschrift des zu Burbau befindlichen Epitaphs bei Bloh, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XI, v. pentzig. 2) vergl. Zedler, Universallexikon, Band Zy, S. IS74 ff., des. §. ISdy. v. Stein zum Nlteiistein. 923 v. Burkersroda, geboren am 1. Februar 1690, Tochter Friedrichs d. I. v. B. aus Neukirch. Dieser hatte seiner eben genannten Tochter das Gut Nieder-Neukirch (80 von Bischofswerda) am 27. September 1708 verkauft und sie trat es für 22 000 Taler am 1. (Oktober 1711 käuflich ab ihrem Gatten Ernst Ludwig Frhrn. v. St. z. A., der damals das Amt eines Kammerjunkers der Königin von Polen, Kurfürstin von Sachsen und das eines fürstlich Meiningenschen Neisestallmeisters bekleidete. Km I.Mai 1715 wurde er mit Nieder-Neukirch belehnt. Hierzu erwarb er auch das benachbarte Gber-Neukirch: Ts wurde ihm nämlich dieses ehemals Naussendorssche, sud basta zum verkauf gelangende Gut am 4. Juli 1715 für 35000 Taler adjudiziert; für das Inventar entrichtete er außerdem 2000 Taler; am 9. September 1716 wurde er mit Gber-Neukirch belehnt. Er veräußerte Gber- und Nieder- Neukirch im Juli 1723 an Daniel Lrasmus Freiherrn v. Huldenberg. Freiherr Ernst Ludwig kaufte nunmehr am 19. Juli 1723 von Johann Moritz v. Warnsdorf die Nittergüter Krischa und Groß- Tetta (beide 0 von Weißenberg) für 34280 Taler inkl. 500 Tlr. Schlüsselgeld und 1500 Tlr. für Inventar und Ernte. 1733 verkaufte er die Güter an seine Tochter Christiane Louise. Frhr. Ernst Ludwig hatte folgende Kinder H (1—7): 1. Thristiane Louise, geboren am 20. Oktober 1711, gestorben zu Krischa am 9. Dezember 1767H, vermählt: I. am 17. April 1731 mit Johann Ndolph v. Gersdorff auf Lehn ic., königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Kammerherrn und Verweser des hochadeligen Stifts Joachimstein, der am 13. Mai 1753 starb; II. zu Krischa am 20. September 1756 mit dem Landesältesten des Fürstentums Görlitz Larl Heinrich Wilhelm v. Uechtritz auf Krobnitz; er verschied am 2. November 1764. Frau Christiane Louise kaufte am 3. Juni 1733 von ihrem Vater die Güter Krischa und Groß-Tetta für 40000 Taler. 2. Friederike Antoinette, geboren am 27. Februar 1713, gestorben am 25. Juni e. u. 3. Ernst Wilhelm, geboren am 17. April 1714, gestorben am 6. Februar 1715. 4. Johann Friedrich, geboren am 5. Januar 1716, gestorben am 26. Oktober 1739, begraben zu Wien. 5. Juliane Auguste, geboren zu Neukirch am 12. Mai 1717. 6. Elisabeth Johanna, geboren am 6. September 1718. 7. Gottlob, geboren am 17. Juli 1720. Wappen. Stammwappen: Im roten Schilde drei (2, 1) silberne Hämmer. Kleinod: Zwei rote Büffelhörner, jedes an seiner Außenseite besteckt mit vier silbernen, bis kurz vor dem Gefieder abgebrochenen pfeilenden. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 100, Nr. 10 unter den „Frenckischen". >) vergl. Zedler, vd. ZS a. a. V. -) Nachlese Bberlausitzischer Nachrichten, 1768, 5. 33. 924 v. Lteinbach. v. Sleinbach. Gottfried Lteinbach'), geboren zu Rötha im Leipziger Kreise am 23. Rpril 1721 als Lohn eines Rasch- und Zeugwebers, lernte die Kaufmannschaft, wurde Kauf- und Handelsherr in Lauban, Inhaber der Handlung Fischer sen. daselbst, 1758 königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerrat, 1764 Mitglied der Leipziger ökonomischen Sozietät. Er starb zu Lauban am 30. Juli 1786 '/ 2 I 2 Uhr nachts an einem Steck- und Schlagfluß,' am 3. Rugust wurde er bestattet. Dreimal hatte er sich verheiratet: I. am 16. Mai 1752 mit Christiane Friederike Fischer, Tochter des Laubaner Lkabins Daniel Rndreas F.,- II. am 9. September 1760 mit der verwitweten Frau Ratsskabin Friederike Eleonore prenzel, geb. Kirchhof, geboren am 16. Januar 1729 als Tochter des Laubaner Kauf- und Handelsherrn Johann Gottfried K. Sie starb zu Lauban am 16. März 1770 vormittags VRO Uhr nach langer Krankheit III. zu Plagwitz in Schlesien auf dem freiherrlich hohbergschen Hause am 26. des „Rerntemonds" 1777 mit Rahel Dorothea Thar- lotte v. Burgsdorff a. d. h. Rieder-Strahwalde, geboren zu Toswig am 3. November 1741, gestorben am 31. Dezember 1805, Tochter des kurfürstlichen Hauptmanns Lhristoph Traugott v. B. auf Strahwalde^). Gottfried Steinbach kaufte 1756 das Gut Mittel-Schreibersdorf (bl^V von Lauban), 1771 Ober-, 1774 auch Nieder-Schreibersdorf. Rm 7. Mai 1771 wurde ihm das Gut Wingendorf (880 von Lauban, am Oueis) für 18000 Taler adjudiziert. Gottfried St. hatte aus seiner ersten Ehe zwei Kinder, die bald nach der Geburt starben, aus der zweiten fünf Kinder, von denen ein Sohn und eine Tochter früh entschliefen, aus seiner dritten Ehe keine Nachkommen. Die fünf Kinder zweiter Ehe sind (I-V): I. Earl Friedrich St., geboren am 8. Rpril 1762, gestorben zu Lauban am 28. Mai 1781 mittags in der 12. Stunde an den Blattern, stuä. pbil. in Leipzig'). II. Ferdinand Rugust St. Siehe unten 5. 925. III. Tharlotte Friederike St., geboren am 17. Mai 1766, gestorben am 19. September 1824, vermählt zu Schreibersdorf 1793 mit Earl Friedrich Leopold v. hüllesheim, königlich preußischem Infanterie- leutnant. Vieser starb kinderlos am 29. Oktober 1813. Frau Tharlotte Friederike gelangte nach dem Tode ihrer Schwester Henriette Ruguste (tz 11. Dezember 1823, siehe unten IV.), als Intestaterbin in den Besitz des Nachlasses und trat solchen cum bemekicio inveutarii an. Es entspannen sich jedoch mehrfache Differenzen über den Besitz dieses Nachlasses, deren Beendigung Frau v. hüllesheim nicht erlebte. Vielmehr übertrug tz Nekrolog im Laus. Magazin 1786, L. 2Z6. h Nekrolog im Laus. Magazin 1770, 5. 05. Ihr erster Gatte, mit dem sie sich am 2. Dezember 1740 vermählt hatte, war der lOtus und Natsskabin zu Lauban Christ. Gottl. prenzel, geboren zu Lauban am 25. Mai 1724, gestorben am 6. Funi 1756. ch Laus. Magazin 1777, S. 200: 1780, S. 52Y. tz Laus. Magazin 1781, 5. 168. Tine Gedächtnisschrist auf ihn ist angezeigt ebenda S. 337. v. Lteinbach. 925 sie ihre Gesamtansprüche an diesen Nachlaß gleichfalls durch Intestaterbfolge aus ihres Bruders Kinder, die acht Geschwister von Steinbach. Diese schlossen am 18. Nugust 1827 einen Kaufvertrag über Glossen (bl von Löbau) nebst Goßwitz (080 von Glossen, ^Vbi^V von Neichenbach) und Nlauschwitz (biblO von Glossen) ab mit Johann Friedrich Schmaltz, vormals Pachtbesitzer von Mbernhau, für die Summe von 86 500 Talern. IV. Henriette Nuguste St., geboren zu Lauban am 21. September 1767, gestorben daselbst am l l. Dezember 1823, vermählt 1788 mit dem Hauptmann Karl Adolph Siegfried v. Gersdorsf zu Glossen. Sie hinterließen keine Nachkommen. 1801 kaufte Frau Henriette Nuguste von ihrem Schwager Hans Rudolph Nugust v. Gersdorsf das Gut Klein-Dehsa (W von Löbau), das nach ihrem Tode an ihres Bruders Kinder, die acht Geschwister v. Steinbach, fällt (vergl. 5.925-926). V. Tharlotte Wilhelmine St., geboren am 27. Nugust 1769, gestorben am 3l.lNai 1776. II. Ferdinand Nugust St., geboren zu Lauban am 19. September 1763, trat in Sächsische Militärdienste, avancierte 1781 zum Sous-Leutnant in dem Thevaux-legers-Negiment Herzog von Kurlands am 20. März 1790 nahm er den Abschied h. Ferdinand Nugust St. erhielt, Semlin den 14. Mai 1788, von Kaiser Joseph II. den Reichsadelsstand verliehen; die kursächsische Anerkennung erfolgte am 13. November desselben Jahres h. Von seiner Stiefmutter und seinen Geschwistern übernahm Ferdinand Nugust zufolge Trbrezesses vom 22. Juli 1788 die Güter Ober-, Mittelund Nieder-Schreibersdorf für 95000 Taler. Seine beiden Schwestern Lharlotte Friederike und Henriette Nuguste, die zufolge desselben Rezesses das Gut Wingendorf für 32400 Taler angenommen hatten, verkauften es ihrem Bruder am 1. Oktober 1788 für 36000 Taler. Ferdinand Nugust veräußerte Wingendorf am 8. September 1795 an den Laubaner Senator, Kauf- und Handelsherrn Christian David Weiner für 60 000 Taler und 500 Taler Schlüsselgeld. Ferdinand Nugust starb zu Schreibersdorf am 15. Juli 1808. vermählt hatte er sich zu Grimma am 2. November 1788 mit henrica (Henriette) Christiane v. Doering, geboren zu Klein - Liebenau am 7. November 1762h, gestorben am 4. Februar 1825. Der The entsprossen acht Kinder (1—8): 1. Nmalie Adelheid, geboren am 12., getauft am 16. November 1789, vermählt am 26. April 1818 mit Heinrich Ludwig Baron v. Zollikoferh; nach dessen Tode wiedervermählt am 11. Nugust 1823 mit dem Landgerichtsrat Johann Gotthelf Richter. 9 Laus. Magazin 1781, 5. 374. -) H.-S1.-5I. Geneal. Boo. 7812, Lteinbach. tz H.-5t.-B. Boe. 553, Bcta Beichs-tldelstands-Trhebungen betr. ao 1784 sscz. vol. VI, Zol. 214 ff. 9 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser, 1909 , L. 146. 9 Tine Tochter dieser The, Henriette Bianca v. Zollikofer, starb schon im Jahre 1819. 926 v. Lteindel. 2. Adolph Ferdinand, geboren am 18., getauft am 24. Oktober 1790, königlich preußischer Leutnant. 3. Wilhelmine Laura, geboren am 10., getauft am 12. November 1791, vermählt am 9. November 1821 mit dem Faktor Ferdinand Wilhelm Eusebius Nitsche in Wehrau. 4. Agnes Henriette, geboren am 25., getauft am 29. August 1793, vermählt am 27. August 1822 mit dem Leutnant Earl Friedrich Ferdinand v. 5ackh. 5. Bruno Julius, geboren am 25. Dezember 1796, getauft am 4. Januar 1797, Portepee-Fähnrich im 25. Linien-Insanterie-Negiment. 6. Nobert Eduard, geboren am 18., getauft am 29. Juli 1798, Leutnant der Landwehr. 7. Albert Otto, geboren am 5., getauft am 15. Januar (Februar?) 1800, Leutnant im Kaiser Alexander Grenadier-Negiment. 8. Emilie Mathilde, geboren am 16., getauft am 28. Dezember 1803. Diese acht Geschwister v. 5t. besaßen die väterlichen Güter Ober-, Mittel- und Nieder-Lchreibersdorf gemeinsam, bis Frau hütten- faktor „Minna" Laura Nitsche, geb. v. 5t. und deren Bruder, der Leutnant Nobert Eduard v. 5t. sich mit ihren Geschwistern auseinander setzten und die Güter für 106000 Taler am 30. Januar 1826 übernahmen. Die acht Geschwister wurden ferner am 12. Juni 1826 mit dem Gute ihrer verstorbenen Tante, Frau Henriette Auguste v. Gersdorff, geb. v. 5t., Klein-Dehsa, zu je einem Achtel belehnt. 5ie verkauften es in demselben Jahre an den Dekonom Earl Ferdinand Kläbisch für 38000 Taler. Wappen: Kaiser Joseph II. verlieh bei der Nobilitierung 1788... „einen blauen 5child mit einem linksschrägen silbernen Flusse. Auf dem 5childe ruhet ein srep offener, rechts gekehrter, blau angelaufener, roth gefütterter, mit umhabendem goldenem Kleinode und zu beyden 5eiten mit 5ilber und Blau vermischt herabhangenden helmdecken gezierter goldgekrönter, adelicher Turniershelm, woraus drey 5traußensedern, deren mittlere, silbern, die andern zwei; aber blau sind, erscheinen". v. Sleindel. Die Heimat des adeligen 5tammvaters der Familie v. 5teindel ist aller Wahrscheinlichkeit nach in Thüringen zu suchen^). In der Gber- lausitz machten sich Glieder des Geschlechts gegen Lude des 18. Jahrhunderts ansässig. Die zunächst zu erwähnenden Angehörigen der Linie, in deren Besitz das Gut halbendors gelangte, nannten sich „aus dem Hause 5teinsdors". Friedrich 5imons v. 5t., Französischen Kapitäns ältester 5ohn l) Km 27. Juli 1823 wurden dem Ehepaar Zwillinge geboren: ksmnrich Ferdinand Richard und Tarl Ferdinand Guido v. Lack. h Nach handschriftlicher Mitteilung eines Familiengliedes. v. 5teindel. 927 Karl Heinrich GottlobH, war Kapitänleutnant im kursächsischen Regiment Prinz Clemens und starb zu Annaburg am 8. März 1757; am 11. März wurde er daselbst begraben, vermählt hatte er sich zu Annaburg am 4. April 1747 mit Henrica Luysa (Henriette Louise) v. Minckwitz, gestorben 1786^), der jüngsten Tochter des Landrats Christoph Heinrich v. M?). folgende Kinder des Ehepaars sind uns bekannt (1—5): 1. Larolina Heinrica, vermählt zu Torgau am ZO. März 1769 mit Johann August v. Dallwitz, ehemals Kapitän in Württem- bergischen Dienstenft. 2. Johann Karl, geboren zu Annaburg am 12. Oktober 1749, gestorben an Blattern am 19. September 1751 im Alter von 2 I. weniger 3 lv., begraben zu Annaburg am 21. September"'). 3. Wilhelmine Thristiane, geboren zu Annaburg am 18., getauft am 20. November 1751, gestorben zu Dresden am 23. Januar 1788, begraben in Tauscha, vermählt am 14. August 1769 mit dem kurfürstlich Sächsischen Geheimen Finanzrat Larl Friedrich Frhrn. v. Nochow aus Tauscha"). 4. Friedrich Gottlob, geboren zu Annaburg am 17., getauft am 19. Juli 1754, vermählte sich als Sous-Leutnant im Infanterie- Regiment des Kurfürsten mit Laroline Florentine v. Wolfsersdorfs'). Er verließ den Dienst am 18. Mai 1813 als Generalleutnant"). 5. Hans August, geboren zu Annaburg am 21., getauft am 23. Oktober 1755, trat in kursächsische Militärdienste und erhielt, nachdem er zwölf Jahre als Sous-Leutnant im Regiment Prinz Gotha zu Fuß gestanden, seinen Abschied als Premier-Leutnant am 29. Juni 1788"). In dem nämlichen Jahre (1788) wurde er als Zolleinnehmer in Ebersbach bei Löbau angestellt. 1794 kaufte er ein Gut daselbst (jetzt „Gast- 0 v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Adels, 1896, S. 317. 3m H.-51.-A. Gen. I-oe. 7812, v. Steindel, vol. I, II, wird er Larl Gottlob v. 5t. genannt. 2 ) Dresdner Frag- und Anzeigen 1788, Nr. 6. tz Frau Henriette Louise v. 5t. lebte als Witwe um 1766 bei ihrer Mutter, der Landrätin v. Minckwitz, auf 5chloß Hartenfels bei Torgau. H.-5t.-A. Deneal. Noo. 7812, v. Lteindel. ft H.-5t.-5l. Gen. Noo. 11242, Dallwitz. Es ist also die Angabe v. Uechtritz', Diplomat. Nachrichten adelicher Familien, IV. Teil, 1792, 5. 9, der die Braut Larolina Friederica v. 5t. nennt und als ihren Hochzeitstag den 6. April 1769 bezeichnet, wohl eine irrige. H Die Geburts- und Taufdaten der von 2-6 aufgeführten Binder nach v. Feilitzsch a. a. T>. 5.318. «) Dresdn. Frag- und Anzeigen 1788, Nr. 6. ') Der Vater der Braut, Heinrich Friedrich v. W., genehmigte, Leubnitz den 14. Mai 1785, deren Vermählung, vis Braut besaß ein mütterliches vermögen von 5000 Talern und hatte noch 3000 Taler zu erwarten. H.-5t.-6. Gen. Noo. 7850 ff., v. Wolffersdorff, 2) A. Frhr. v. Zedtwitz, 5ächsisches Wappenbuch, 1899, s. v. ») H.-5t.-A. Geneal. Noo. 7812, v. 5teindel. 928 v. 5teindel. Hof zur Stadt Leipzig")'). Km t. Oktober 1795 erwarb Hans kugust durch Kauf von Carl Gottlob Ferdinand v. Nostitz „und Kottenburg" auf Weigsdorf das Mannlehngut Halbendorf im Gebirge (1X0 von Schirgisroalde) für 28 000 Taler und 150 Taler Schlüsselgeld,' am 23. November 1795 empfing er die Belehnung. Schon am 2. Mai 1796 verkaufte er Halbendorf wieder und zwar an Frau Friederike Gttonie verw. Majorin v. Nothmaler, geb. v. Gablenz, für 30000 Taler. vermählt hatte sich Hans Kugust: I. mit Thristiane Helene Henriette v. Minckwitz a. d. h. Zöpen bei Leipzig, gestorben zu Lbers- dach als Sechswöchnerin am 15. Dezember 1789h; II. mit Johanna Sophia kugusta v. Schütz. Wir kennen folgende Kinder Hans Kugusts (a —6): a. I. Henriette, geboren zu Tbersbach am 16. November 1789, gestorben daselbst am 20. Februar 1790. b. II. Mathilde Kuguste, geboren zu Tbersbach am 22.Juli 1794, getauft am 25. d. M. o. II. Ernestine Helene, geboren zu Tbersbach am 6. September 1795, getauft am 10. d. M. ä. II. Friederike Henriette, geboren am 20. Mai 1800h.— Line andere Linie des Geschlechts v. St., die mit der eben besprochenen in verwandtschaftlichem, wenn auch zur Zeit noch nicht nachweisbarem Zusammenhang steht, ist die gleich zu erwähnende, von der ein Glied für ganz kurze Zeit das Gut Holtendorf besaß: Friedrich Maximilian v. St., geboren im Jahre 1720h, ging in kursächsische Militärdienste. Kls Oberstleutnant im herzoglich Kurländischen Lhevaux-legers-Negiment kaufte er am 28. Januar 177! von Frau Johanna Elisabeth Lange, geb. Brotze, Gattin des Pfarrers zu Zodel Johann Gottlob Lange, sowie von dem oan6. für. Thristian Gottlob Brotze das Gut Nieder-Holtendorf von Görlitz) für 4300 Ntlr. und 50 Ntlr. Schlüsselgeld,' am 23. Kugust 1771 erhielt er den Trbbrief. Schon am 16. September 1772 verkaufte er das Gut an Frau Friederike verw. v. Bolberitz, geb. Baronesse Nosen. Friedrich Maximilian stand viele Jahre in Görlitz in Garnison, zuletzt war er Oberst im Dragoner-Regiment v. Rößler. Tr starb am 3. Mai 1793h. vermählt war er mit Lrdmuth Milhelmine v. Schöne rmarck. Neben zwei Töchtern Friedrich Maximilians: Maxi- h 6. Weise, Nachrichten aus der Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde Ebersbach, 1888, 5.12?: 6. Weise, Geschichtsbilder von Ebersbach und Umgegend, Heft 3, 1904, 5. 71; Heft 5, 1904, 5. 144. h Ihr Todestag, sowie die Geburtsdaten ihrer Kinder a-o nach v. Feilitzsch a. a. G. 5. 318. — Ihr Grabdenkmal außen am Thor der Kirche zu Ebersbach, dessen Inschrift Gurlitt in der Beschreibenden Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler 5achsens, 34. Heft, 5. 114 mittsilt, nennt als ihren Todestag den 16. Dezember 1789. h Vierteljahrsschrift für Heraldik, Zphragistik und Genealogie, XV. Jahrgang, 1887, 8. 322. h Der Geburtstag nach Mitteilung aus der Familie, h h.-5t.-kl. Geneal. Boo. 7812, v. 5teindel. v. Sternstein. 929 miliane Tharlotte Eleonore und Friederike Juliane Henriette kennen wir einen Sohn desselben: Johann Friedrich Gotthelf v. St. Dieser verlobte sich im Jahre 1797 mit Louise Adolphine Henriette Gxenius, der einzigen Tochter des Amtssekretärs Hieronymus Christoph T>. zu (Oldisleben und seiner Gattin Christiane Auguste Wilhelmine geb. Schindler H. — In der Niederlausitz besaßen, wie beiläufig erwähnt sein mag, Angehörige des Geschlechts durch Einheiratung die Güter Linderode und Brestau bei Sorau. Dies waren Traugott Tlemens Moritz und Nudolph Friedrich Ernst v. St. Traugott Tlemens Moritz, damals Premier-Leutnant, später Hauptmann im kurfürstlich Sächsischen Infanterie- Negiment v. Saenger, vermählte sich zu Linderode am l. November 1801 mit Charlotte Eleonore Henriette Sophie v. Nabenau, geboren zu Nieder-Linderode am 18. Januar 1780, gestorben daselbst am 31. Juli 1827, der zweiten Tochter Heinrich Gottlobs v. N. aus Nieder-Linderode (ch zu Nieder-Linderode 12. VII. 1791) und dessen Gattin Sophie Tugendreich v. Vomsdorff a. d. H. Tschiegern (ch zu Nieder-Linderode 10. X. 1801). Traugott Tlemens Moritz v. St. heiratete später ein Fräulein v. Utten- hosenH. Als seine Kinder erster The werden genannt^) (u —e): u. Emilie, geboren 1802, vermählt mit Hans Wilhelm Eduard v. Schönermarck. b. Emma, geboren 1803, vermählt mit Karl Friedrich August Seidel (Seydel). e. Robert, 1804-1806. ä. Mathilde, gestorben 1806. 6. Erdmann Robert, 1807 — 1815. — Rudolph v. St., königlich Sächsischer Hauptmann d. A., starb zu Brestau bei Sorau am 2. September 1822H. — Die Erhebung des Geschlechts in den Reichsadelsstand erfolgte vermutlich um die Mitte des 18. Jahrhunderts H. Wappen: Schild gespalten; vorn in Silber ein blauer Löwe, hinten in Blau ein silberner Adler. Helm gekrönt. Kleinod: Drei Rosen auf fe mit zwei grünen Blättern versehenen Stielen, die beiden äußeren Rosen blau, die mittlere silbern. Decken blau-silbern. A. Frhr. v. Zedtwitz, Sächsisches Wappenbuch, 1899. v. Sternstein ). Nach dem ohne Erben erfolgten Tode des kurfürstlich Sächsischen Majors Franz Lhristian v. Troilo (fi 17. Januar 1740) fiel sein Gut Gber-Tosel von Rothenburg) an die Gebrüder: u. Franz 0 Ebenda. H vergl. Kurt v. Rabenau, Lhronik derer v. Rabenau, 1893, Rutographischer Umdruck. H Ebenda. ») Neues Laus. Mag. Bd. 2, S. 130. H Zrhr. v. Zedtwitz a. a. . Ltiebitz. 1. Christoph Ludwig, * 22. März 1748 zu Ouolsdorf, Premierleutnant, ff zu Waldheim 28. November 1822. vermählt: I. mit Johanna Henriette Pappenhagen,' II. mit Henriette Eleonore Billig, ff 14. November 1828h. 2. Hans Lrdmann, * 15. Dezember 1753. 3. Gottlob Uugust, * 25. Oktober 1755 zu Neudorf, ff zu Nömhild 30. Juni 1836, herzoglich Lachsen - Nömhildscher Gberkammer- herr und Gberjägermeister. vermählt mit Maria Henriette Gassert, * 28. Juni 1765, ff zu Nömhild 25. Dezember 1840 h. 4. Carl Hans Ernst, * 10. November 1762. 5. Friederike Thristiana, * . . . 6. Henriette Crdmuth lvilhelmine, * 7. November 1757. Die Kinder standen nach ihres Vaters Tode unter Vormundschaft Ernst Heinrichs v. Nackel auf Ouolsdors, des Bruders ihrer Mutter. Wappen: Gespalten von Blau und Silber, belegt mit einem schrägrechten roten Balken. Helm mit rot-silbernem Wulst. Kleinod: Zwei Büffelhörner, von Not und Silber übereck geteilt. Decken blau- rot-silbern. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, 1906, 7. Jahrgang. - Tprosf, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, V. Band, Taf. 92, stellt den Wulst des Helmes blau-silbern dar. Kleinod: Zwei Hörner, das rechte silbern, das linke blau, jedes belegt mit einem schrägrechten roten Balken. Decken rechts rot-silbern, links blau-silbern. v. Stiebitz. Die v. Stiebitz sind möglicherweise mit dem Dorfe Stiebitz (>V8^ von Bautzen) in Zusammenhang zu bringen, vor Mitte des 13. Jahrhunderts tritt das Geschlecht zum ersten Male urkundlich beglaubigt auf: Lin Martinus de Stewitz erscheint neben anderen Dber- lausitzischen Edelleuten in einer den Besitzstand des Klosters Marienthal betreffenden Urkunde des Königs Wenzel, ausgestellt im Juni 1242 zu pragh. In Leuba (bl von Dstritz) waren Ungehörige des Geschlechts als Lehnsleute der Herren v. Baruth im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts ansässig h, in Zittau selbst und in der Zittauer Gegend (Großhennersdorf, Wittgendorf) finden sich Glieder der Familie von 1350 an bis 1408h. vom Jahre 1407 an erscheinen die „v. Stewitz" im Kreise Bunzlau und lassen sich daselbst bis 1620 Nachweisen"). Zu Ende des 16.'Jahrhunderts tritt ein Ungehöriger des Geschlechts wieder in der Gberlausitz auf: Balzer v. Kopisch „und holstain" (Hohlstein im Kreise Löwenberg) verkauft sein Gut und Unteil Schreibersdorf 0 H.-Lt.-N. Gen. Iwe. 7813, Lteuben. -) Gothaisches Geneal. Taschenbuch 1906, 7. Iahrgg. '') voehler, INarienthaler viplomatarium, Neues Laus. Mag. Bd. 78, 5. 16. 4) Doehler, Geschichte des Dorfes Leuba, 1907, S. 7. h Nnothe, Geschichte des Gberlausitzer Kdels, 1879, §. 609. h tvernicke, Vierteljahrsschrift für Heraldik, ZphrV von Lauban, am Meis) für 39000 Taler und 100 Tlr. Schlüsselgeld. hierzu erwarb er von Nikol (Otto Ferdinand v. Debschitz am 8./10. September 1785 das Mannlehngut und Städtchen Marklissa (8 von Lauban, am Meis) samt dem angrenzenden Klein-Beerberg u. a. pertinentien für 25 500 Taler und 50 Dukaten Schlüsselgeld und erhielt diesen Besitz am 1. Juni 1786 zu Lehn verreicht. Er starb am 4. (Oktober 1795 im Alter von 57 I. 5 M. 8 T. und wurde am 8. d. M. in Marklissa beerdigt. Er war vermählt mit Johanna Sophia geb. Hofmann, die 1813 noch lebte, und hatte nach Ausweis der Mark- lissaer Lehnsakten zwei Söhne: H H.-St.-N. Noe. 4550, Görlitzischer Lrerffs, vol. V der Lehen - vrieffe r c. 141 d -1615, Zol. 408. 404, 415. 2) Der ponickausche Nmtmann zu Hoyerswerda Hans Gölner klagte 1626 beim Kurfürsten, „daß Hanns Nsmns v. Stiebitz ihn uf öffentlicher Landstraßen, am Tnde des Dorffs Schleffe, angefallen, sein, des Gölners Pistol aus der Talesch gezogen, den Han aufgestrichen, auf ihn, nachdem das Pistol nicht losgehen wollen, zugeschlagen, und als er von der Laleß entsprungen, sein eigen Pistol gezuckt, ben Han gleicher gestalt aufgestrichen, aber nicht gelöst worden, sondern versagt", ic. Endlich habe Stiebitz, nachdem er vom Pferde gestiegen, noch weitere Tätlichbeiten verübt. H.-St.-N. Noe. 4517, Lberlaus. Iustizsachen, vol. VI. 3) Knothe, Neues Laus. Mag. Bd. 67, S. 21 und Taf. V, Nr. 65. H Die Verschiedenheit der beiden Wappen könnte die Annahme rechtfertigen, daß die Gberlausitzischen v. Stewitz und die Schlesischen v. Stiebitz nicht eines Stammes seien. Ls ist indessen nicht ausgeschlossen, daß aus den beiden pfahlweise stehenden Wappenbildern der v. Stewitz sich im taufe, der Zeit die beiden pfähle der v. Stiebitz entwickelt haben. 934 v. Stöltzer. Lhristian August, geboren zu Marklissa am 15., getauft am 16. März 1770, und Wilhelm Adolph, geboren am 9., getauft am 11.November 1774. Diesen fielen die väterlichen Güter je zur Hälfte zu. Wilhelm Adolph trat seinen Anteil an Marklissa und Nlein-Veerberg, Schadewalde und Altstadt, sowie Prettin (pertinenzort von Schadewalde) seinem älteren Bruder am 15. September 1796 ab. Vieser, Lhristian August St. hatte nach dem Besuch des Görlitzer Gymnasiums in Leipzig studiert, 1791 daselbst zum vr. für. promoviert, dann als Sächsischer Akzis-Assistenz-Inspektor in Seidenberg und Schönberg ohne Besoldung gewirkt und trat nach dem Jahre 1804 in das Natskollegium in Görlitz, wurde Senator und Skabin, dann, nachdem er sich als Mitglied des Zentralausschusses des Markgraftums Gber- lausitz um die Landesangelegenheiten verdient gemacht hatte, im Jahre 1814 Nriegsrath, 1817 königlich preußischer hofrat und starb am 11. Oktober 1827 in Dresden. Seit dem Jahre 1792 gehörte er, besonders dem Gebiete der Mineralogie Interesse entgegenbringend, der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz als Mitglied an^). Was seinen Güterbesitz anbetrifft, so verkaufte Dr. Lhristian August St. die väterlichen Güter, Rittergut und Städtchen Marklissa mit NIein-Beerberg, Schadewalde und Altstadt am 24. Mai 1805 an Or. insä. Andreas v. Nitsche. Am 10,/I I.Mai 1798 hatte er von Georg Friedrich Wolf v. Ziegler und Nlipphausen das Lrbrittergut Nieder- Oertmannsdorf (88V/ von Lauban, am Oueis) für 35000 Taler und 300 Taler Schlüsselgeld gekauft; er veräußerte dieses Gut wieder am 15. Februar 1800 für 36 500 Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld an den Gekonomie-Inspektor zu Gebhardsdors Lhristian Gottlieb Wolf. Am 17. März 1809 kaufte ferner Lhristian August St., damals Skabin in Görlitz, das Erbgut Nieder - Holtendorf (W von Görlitz) für 14500 Ntlr.; hierzu erwarb er von Johann Daniel Vrase auf Dber- holtendors im Jahre 1811 ungefähr dreißig Scheffel Land, 1812 ca. einen Scheffel Acker und einen Teil der Wiese, des „Lichgrundes". Durch diesen Rauf kam ungefähr der dritte Teil des Löbenschen Gütchens zu Holtendorf an Lhristian August St.; am 12. November 1823 kaufte er noch die übrigen zwei Drittel des Löbenschen Gütchens von Gottlob Friedrich Siegis- mund v. Britzke auf Dber-Holtendorf. Endlich erwarb er noch von seinem Schwiegervater Johann Lhristian Lindner in Marklissa dessen Lrb- und Allodialrittergut Gber-Gertmannsdorf (8 von Nieder-Gertmannsdorf) am 30. Oktober 1813 für 42000 Ntlr., verkaufte es aber schon am 14. Oktober 1814 an Wolf Lhristian Ludwig v. Gersdorff auf Nies- lingswalde. vr. Lhristian August St. hatte sich am 19. Juni 1792 vermählt mit Friederike Dorothea Lindner, geboren am 23. Juli 1769 als >) ks.-St.-N. Gen. L,oe. 7815, v. Stöltzer. -) Sein Nekrolog: Neues Laus. Mag. Bd. 6, 5. 594 ff.; vergl. ferner Neues Laus. Mag. Bd. ll, L. 238. Seine Schriften verzeichnet Gtto, Gberlaus. Schriftsteller- und Nünstlerlexikon, III. Land, S. 537; Schulze, Supplementband, S. 425. zu Stolberg. 935 Tochter des angesehenen Grossokausmanns, später auch königlich preußischen Kommerzienrats Johann Christian L. zu Marklissah. 5ie starb am 30. April 1820. Die Ehe blieb kinderlos. Km 24. (Oktober 1824 verheiratete er sich zum zweiten Male und zwar mit Johanna Christiane Werner aus Seidenberg, von den beiden Kindern dieser The starb die Tochter, Selma, frühzeitig, während der Sohn, Fingal, den Vater überlebte. König Friedrich August I. von Sachsen hatte am 21. August 1813 dem Or. Christian August St. die von diesem erbetene Erhebung in den Adelsstand bewilligt und ihm folgendes Wappen verliehen^): „Linen gespaltenen Schild, dessen rechte Hälfte wiederum quer- getheilt ist; in dem oberen goldenen Felde derselben befinden sich zwei; aufrecht neben einander gestellte blaue Stelzen, in dem unteren blauen Felde aber erscheint ein goldener fünfeckiger Stern, aus dessen oberer Spitze ein mit den hörnern unterwärts gekehrter, goldener halber Mond ruht. In der linken silbernen Hälfte des Schildes steht aus grünem Rasen ein Baum in seiner natürlichen Farbe. Ruf dem Schilde ruhet ein blau angelausener, roth gefütterter, mit goldener Kette und daran befindlichem goldenem Kleinod gezierter, auch beiderseits mit von Gold und Blau gemischten Decken behangener, frep offener, adelicher Turnier- Helm. Denselben bedecket eine Krone, woraus zwep in der Gestalt eines Andreaskreuzes über einander gelegte Stelzen stehen, davon die zur Rechten blau, die zur linken aber golden ist". Tpross, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Vd., Tas. 81. vr. Christian August v. St. wurde im Jahre 1821 von seinem Schwiegervater als Sohn adoptiert und testamentarisch als Universalerbe eingesetzt und nahm nun „mit Genehmigung der höchsten Behörde" den Namen Lindner v. Stöltzer an^). zu Stolberg, Grasen. Aus der Hauptlinie Wernigerode des alten harzer Grafenhauses Stolberg machte sich ein Glied in der Gberlausitz ansässig. Heinrich Ernst Gras zu St.-Wernigerodeh, geboren am 7. Dezember 1716, gestorben am 24. Oktober 1778, hinterließ aus seiner am 12. Juli 1742 geschlossenen zweiten Ehe mit Thristiana Anna Agnes, geboren am 5. Dezember 1726, Tochter August Ludwigs Fürsten zu Anhalt-Köthen, einen Sohn Christian Friedrich, geboren am 8. Januar 1746, vermählt mit Auguste Eleonore Gräfin zu Stolberg- Stolberg. Vieser Graf Christian Friedrich, Domherr zu Halberstadt und Propst zu waldeck, kaufte am 12. Mai 1798 von Rudolph Siegismund tz Den Nekrolog dieses ausgezeichneten Ntannes siehe im Neuen Laus. INag. Bd. 3, S. 424 ff. 2 ) vergl. h.-St.-5l. L,oe. 2400, vd. II, Erhebungen in den Ndelsstand I8IZ bis 1818, 5ol- 47 ff. l>) Neues Laus. INag. Bd. 6. 5. 505. h vergl. Genealogisches Neichs- und Staatshandbuch 1746, I. Teil. s. v. 936 zu Stolberg. v. Larlowitz die Mannlehngüter Krischa und Groß-Tetta (0 und O80 von Weißenberg) samt pertinentien für 110 000 Ntlr.,' am 8. Mai l 799 erhielt er den Lehnbries. Er verkaufte den gesamten Besitz am 14. Juli 1804 für 110000 Ntlr.'an Christian Gottfried Schmidt, Klausmann in Dresden. — Der Hauptlinie Stolberg-Stolberg, und zwar dem älteren Zweige, gehören die folgenden an: Christoph Ludwig II?), geboren am 14. März 1703, gestorben am 20. August 1761, vermählt am 4. März 1737 mit Louise Charlotte Gräfin zu Stolberg-Noßla, geboren am 6. Juni 1716, gestorben am 15. Juni 1796, hatte neben anderen Kindern einen Sohn Georg, kursächsischen Hauptmann der Grenadiergarde, geboren am 14. Juli 1750, gestorben am 20. Februar 1830, der sich am 16. Februar 1784 mit Maria Philippina Joseph« Johanna Elisabeth Gräfin Volza, der zweiten Tochter des am 15. August 1782 verstorbenen kurfürstlich Sächsischen Geheimen Kats Joseph Neichsgrafen v. B. vermählte. Geboren am 2. November 1765, wurde sie in der katholischen hoskirche zu Dresden am 3. November getauft^). Friedrich Ludwig v. Wurmb, kurfürstlich Sächsischer Konserenzminister und wirklicher Geheimrat, kaufte als ihr Vormund für sie am 10. Februar 1784 von den sieben Kindern Friedrich Albrechts d. I. v. Goetz das Gut Zern a (Odl0 von Kamenz) für 17 500 Ntlr.,- am 19. Dezember 1786 erhielt sie den Erbbrief. Km nämlichen Tage kaufte v. Wurmb für sie auch das Gut Näckelwitz (080 von Kamenz, 8 von Zerna) für 59 500 Taler. Zerna verkaufte sie am 24. Mai 1800 an Ernst Carl Gottlob v. Nex. Nus ihrem Gute Näckelwitz starb sie am 20. April 1846. Als einzigen Intestaterben hinterließ sie ihren Sohn Hermann Grafen zu St.-St., geboren am 10. Juli 1795, K. K. Oberleutnant. Dieser, am 22. Juli 1846 mit Näckelwitz belehnt, verkaufte das Gut nebst pertinentien am 1. Mai 1869 an Franz Joseph Grafen zu St.-St., dem jüngeren Zweige angehörig (vergl. S. 939), für 107 500 Taler, wovon 7500 Taler auf den Veilaß gerechnet wurden. — Dem jüngeren Zweige der Hauptlinie Stolberg-Stolberg sind folgende hinzuzuzählen: Lhristian Günthers, ein jüngerer Bruder des Grafen Christoph Ludwigs II. (siehe oben den älteren Zweig), geboren am 29. Juni 1714, gestorben am 22. Juni 1765, königlich Dänischer Geheimrat, Gberhos- meister der Königin Sophia Magdalena v. Dänemark, vermählte sich am 26. Mai 1745 mit Christiane Charlotte Friederike Gräfin zu Castell-Nemlingen. Lhristian Günther ist der Vater der beiden Dichter, der Grasen Lhristian, geboren zu Hamburg am 15. Oktober >) Ebenda, s. v. 'h 3n ihrem Taufschein heißt ex . . . „Rar6nts8 srant sxesllentissimus äominus 4osspliu8 8. R. 4 . eoms8 äs 8ol?a a eonsiliis intimis ssrsvissimi slsstoris 8axonias, st sxesllsntissirna clomina -loanria blspomuesna, nata ooms8 8. R. 4 . blartinit?, lsZitimi eonfu^ss. Ratrini srant lVlaria Llisabstü Rsisksl st ,loann68 Rubinßssr, amdo paupsrss" . . . Lehnsakten Näckelwitz. ") Genealogisches Reichs- und Ltaatshandbuch l796, I. Teil, 8. v. zu Stolberg. 957 1748, gestorben am 18. Januar 1821 aus seinem Gute wiedebye im Schleswigschen, und Friedrich Leopolds^), geboren zu Lramstedt am 7. November 1750, gestorben auf der hannöverschen Domäne Sondermühlen im Gsnabrückschen am 5. Dezember 1819. Dieser legte sein Nmt als Präsident der fürstbischöflichen Negierung zu Lutin im Jahre l800 nieder und trat am 1. Juni dieses Jahres in der Hauskapelle der Fürstin Galizin zu Münster mit seiner Gemahlin und seinen Rindern, die älteste Tochter ausgenommen, zum Katholizismus über. Gras Friedrich Leopold vermählte sich: l. am ll.Iuni 1782 mit Henriette Eleonore Ngnes v. lvitzleben, geboren am 9. Oktober 1761, gestorben am 15. November 1788, Tochter Ndam Levins v. lv.; II. zu Rönigsbrück am 15. Februar 1790 mit Sophie Lharlotte Eleonore Gräfin v. Nedern, geboren am 4. November 1765, der zweiten Tochter des am l. Juli 1789 gestorbenen königlich preußischen Gberhofmarschalls Grasen Siegmund Ehrenreich v. N. aus Rönigsbrück und der Maria Johanna v. horguelin. In dem am 2l. Mai 1790 getroffenen vergleich der gräflich Nedern- schen Rinder waren an Sophie Lharlotte Eleonore die Güter Brauna, Nohrbach (beide von Ramenz), Schwosdorf (M von Ramenz), häslich (>V8^ von Ramenz), ebenso Petershain (^V von Brauna) und Liebenau (bl^V von Ramenz) zugesallen,' am 5. Npril 1791 empfing sie die Belehnung, hierzu kaufte sie am 17. Mai 1817 von Hans Wilhelm Ndolph Grasen v. Ralckreuth die Güter Großgrabe und Bulleritz (beide von Ramenz, blO von Rönigsbrück). Liebenau verkaufte sie 1822 an ihren Sohn Tajus Neichsgrasen zu St. für 19000 Taler und 400 Taler Schlüsselgeld. Gräfin Sophie Lharlotte Eleonore starb zu Rumillies bei Tournay in Belgien am 8. Januar 1842, nachdem sie einen großen Teil ihres Nachlasses zu einem in ihrer Nachkommenschaft forterbenden männlichen Primogenitur-Fideikommiß bestimmt hatte h. tz vergl. über beide die Deutschen Literaturgeschichten und die Allgemeine Deutsche Biographie, Band 36, s. v.i Ruf Leinwald in Gel gemalte Bildnisse des Oichter- paares befinden sich im Schlosse zu Brauna. vergl. Gurlitt, Bau- und Runstdenkmäler Sachsens, 38. Heft, S. 341, 342. Ebenda sind ferner Gemälde auch anderer Glieder des Stolbergschen Geschlechts verzeichnet. 2) In dieser Verfügung hatte Sophie Lharlotte Eleonore „Reichsgräfin zu Stolberg-Stolberg, Gräfin zu Rönigstein, Rochefort, Wernigerode und Hohnstein, Herrin zu Eppstein, Rlünzenberg, Lora, Rlettenberg, Brauberg und Rgimont, Erb- und Gerichtsherrin auf Brauna mit Rohrbach. Schwosdorf und Häslich, Petershain, Großgrabe und Bulleritz" folgendes bestimmt: Den Gegenstand des Fideikommisses bilden Brauna mit Rohrbach, Schwosdorf, Häslich, Petershain, Liebenau. Vas zu begründende Primogenitur-Fideikommiß vererbt sich zunächst nach dem Rechte der Erstgeburt in der ehelichen männlichen Deszendenz des von der Stifterin zum ersten Besitzer bestimmten Grafen Johannes Petrus Lajus zu St.-St. Sollte dieser ohne männliche Deszendenz sterben oder seine eheliche männliche Deszendenz erlöschen, so soll Graf Franz Joseph zu St.-St., einziger Sohn des am y. Rugust 1840 verstorbenen Franz Friedrich Leopold Grafen zu St.-St. oder seine männliche Deszendenz nach dem Rechte der Erstgeburt im Besitze des Fideikommisses folgen, würde auch Franz Joseph ohne Deszendenz sterben, so soll Graf Bernhard Joseph: sollte auch dieser ohne eheliche männliche Deszendenz sterben, so hat Graf Joseph Theodor in dessen Rechte zu treten, würden alle Söhne der Stifterin und auch 938 zu Stolberg. Gras Friedrich Leopold hatte folgende Kinder (1 — 12): 1. I. Christian Ernst, geboren am 30. Juli 1783, gestorben am 22. Mai 1846, K. K. Feldmarschall-Leutnant. 2. I. Marie Agnes Caroline, geboren am 4. Mai 1785, vermählt am 25. Mai 1802 mit Ferdinand Grafen Stolberg-Mernigerode. 3. I. Andreas (Otto Henning, geboren am 6. November 1786, getauft am 14. d. M. zu Zetel im Großherzogtum (Oldenburg*), königlich hannöverscher Rat, aus Lüderode, Nienhagen und Söder in Hannover. 4. I. Henriette Louise Juliane, geboren am 20. Februar 1788, vermählt am 5. April 1812 mit Karl Freiherrn v. Hardenberg. 5. II. Johannes Petrus Cajus, geboren zu Lutin am 27.Iuli 1797, vermählt am 9. Mai 1829 mit Maria Sophia LIementine Huberts Freiin v. Loe a. d. h. Wissen, geboren am 26. Mai 1804. Er erhielt am 6. November 1822 den Lehnbries über das Gut Liebenau, das er, wie erwähnt (vergl. S. 937), von seiner Mutter gekauft hatte. Zufolge Lrbrezesses vom 23. Juni 1842 überließen ihm seine Miterben die Güter Großgrabe und Lulleritz für 57650 Taler,- am 1. Mai 1844 erhielt er den Lrbbries über beide Güter. Den Lrbbries über die Fideikommiß- güter Lrauna, Rohrbach, Schwosdorf, Petershain rc. erhielt er am 8. September 1845. Cr starb am 7. April 1874. Folgende Rinder hatte er (a —§): a. Alfred Friedrich Leopold Nicolaus Julius. Siehe unten S. 939. b. Sophia Henriette Alexandrine pauline Maria, geboren am 20. März 1837. e. LIementine Auguste Alexandrine Maria Louise, geboren am 2. Februar 1840, ist die „Schwester Leata" vom heiligen Franciscus zu Kaiserswerth. 6. Julia Ludovica Maria Anna, vermählte v. Rochow, geboren am 3. Januar 1842. deren Enkel, der einzige hinterlassene Lohn des am d. August 1840 verstorbenen Grafen Franz Friedrich Leopold: der Graf Franz Joseph zu St.-St. ohne Hinterlassung ehelicher männlicher Nachkommen sterben oder ihr NIannesstamm erlöschen, so wird das Fideikommiß in der Hand des letzten Fideikommissars freies Eigentum, jedoch so, daß er nur von Todes wegen und nur zu Gunsten seiner Töchter und deren Nachkommen und in deren Ermangelung zu Gunsten eines seiner Blutsverwandten väterlicherseits darüber verfügen kann. Stirbt er ohne Töchter zu hinterlassen, so soll das Fideikommißvermögen den Töchtern der Ltifterin oder deren Nachkommen zu vier gleichen Teilen nach den Stämmen der Töchter anfallen, würde der Fall, daß der letzte Fideikommißbesitzer dieser Stiftung ohne Töchter und ohne letztwillige Verfügung stürbe, sich erst nach dem Ableben der Töchter der Stifterin und der Kinder derselben ereignen, so soll das Fideikommißvermögen als freies Eigentum dem nächsten ehelichen Blutsverwandten väterlicherseits des letzten Fideikommißbesitzers zufallen. Vas römisch - katholische Glaubensbekenntnis ist Bedingung des Besitzes des Fideikommisses und der Nachfolge darin. h Graf Friedrich Leopold war damals Landvoat der Landvogtei Neuenburq in Oldenburg. zu Stolberg. 939 6 . Elisabeth Helene Maria Theresia, vermählte Gräfin praschma, geboren am 28. September l843. k. Maria Agnes pauline Ludovica Benedicta, vermählte Gräfin Hompesch, geboren am 26. Januar l849. 2. Anna, ist die „Schwester Leopold«" vom heiligen Fran- ciscus zu Toblenz. u. Gras Alfred zu St.-St., geboren zu Brauna am l8. November 1836, folgte im Genüsse der aus der Grafschaft Stolberg ihm zustehenden Apanage und im Besitze der Fideikommitzgüter Brauna mit Nohrbach, Schwosdorf, Häslich, Petershain und Liebenau, sowie der zur Entschädigung für die von diesen Gütern durch gesetzliche Ablösungen und Expropriationen veräußerten nützlichen Rechte und Freiheiten bestimmten Güter Großgrabe und Bulleritz. Graf Alfreds Schwestern Alexandrine und Anna (e und §) entsagten, weil in geistliche Genossenschaften ausgenommen, dem Besitz irdischer Güter. Gras Alfred starb ohne Hinterlassung eines Testaments aus dem Schiff während der Reise von Bordeaux nach Madeira am l. Oktober 1880. In Brauna wurde er bestattet. Aus seiner Ehe mit Anna Christian« Renata Irena Gräfin Arco-Zinnenberg, geboren am 28. Februar 1844, hatte er vier Rinder (« — 8): «. Friedrich Leopold Christian Petrus Maria, geboren am I.Iuli 1868. ß. M aria Pia Paula Georgia Elisabeth Huberta, geboren am 14. August 1870. 7. Walpurga Leopoldine Francisco Maria Pia Huberta, geboren am 13. September 1872. 8. Sophia Maria Pia Friderica Adolphina Huberta, geboren am 31. Mai 1874. Der unter «. genannte Gras Friedrich Leopold zu St.-St. wurde am 16. Dezember 1880 als Inhaber der Gberlausitzischen Güter eingetragen. 6. II. Franz Friedrich Leopold, geboren am 24. Februar 1799, gestorben zu Montsort bei Salzburg als R. R. Hosrat und Rreis- hauptmann am 9. August 1840, vermählte sich am 15. September 1838 mit der am 21. Dezember 1840 gestorbenen Lhristiana Maria, Tochter des Grasen Franz v. Sternberg-Manderscheid, R. R. Kämmerers und der Gräfin Franziska Schönborn. Sein Sohn Franz Joseph Friedrich Leopold Karl Gras zu St.-St., geboren am 19. Dezember 1840 (postbumus), kaufte von Hermann Grasen zu St.-St. (vergl. S. 936), das Gut Räckelwitz nebst pertinentien am I.Nai 1869 für 107 600 Taler, wovon 7500 Taler auf den Beilaß gerechnet wurden, ferner am 8. Juli 1872 vom Amtshauptmann Hermann Frhrn. v. Salza und Lichtenau das Gut Jeßnitz (88^V von Rönigs- wartha) für 168000 Taler. Er starb am 9. März 1878 zu Ll Biar in Algier während seines vorübergehenden Aufenthalts daselbst und hinterließ die Witwe Maria Magdalena geb. Gräfin von und zu Hoensbroech, geboren zu Schloß Haag bei Geldern als Tochter Franz 940 v. Sulkowski. Egons Grasen v. H. und der Mathilde geb. Freiin v. Loe, gestorben zu Näckelwitz am 23. Juli 1878 im Alter von 28 I. und 1 T. Das einzige Kind des Grasen Franz Joseph, Maria Monica Mathilde Gräfin zu St.-5t., geboren am 9. November 1877, erbte drei viertel des Gutes Näckelwitz von ihrem Vater, ein viertel von ihrer Mutter, die dieses viertel von ihrem Ehegatten geerbt hatte. 7. II. Bernhard Joseph, geboren am 30. April 1803, auf Schönwitz bei Schurgast in Schlesien. . 8. II. Joseph Theodor, geboren am 12. August 1804, aus Westheim bei Stadt Berge in Westfalen. 9. II. Kgnes Julia Emilie, vermählt mit Franz Xaver Grafen Schmising-Kerssenbrock. 10. II. Maria Theresia Amalia, geboren am 24. Dezember 1805, vermählt am 4. Mai 1825 mit Karl Maria Franz Grasen v. Robiano. 11. II. Maria Amalia Tlementine, geboren am 12. April 1807, vermählt am 19. September 1826 mit Ludwig Franz Maria Joseph Grasen v. Robiano v. Borsbeek. 12. II. pauline Sophia Franziska Magdalene, geboren am 18. September 1810, vermählt: I. am 10. September 1828 mit Werner Freiherrn v. Nagel zu Sttlingen,- II. am 2. Juni 1838 mit Wilderich Freiherrn v. Kettler. — Den Neichssürstenstand erlangte Friedrich Karl Graf zu Stolberg- Gedern am 18. Februar 1742. Die preußische Genehmigung zur Führung des Fürstentitels mit dem Prädikat „Durchlaucht" an das dem Mannesstamm des Lhristian Ernst Grasen zu Stolberg-Wernigerode entsprossene Haupt des Hauses 5t.-W. erfolgte am 22. Oktober 1890, an das Haupt des Hauses St.-St. am 22. März 1893. Wappen: Das älteste Wappen ist ein goldener Schild, in dem sich ein schwarzer Hirsch von zwölf Enden befindet. Gekrönter Helm. Kleinod: Grüner Psauenspiegel zwischen zwei silbernen Straußenfedern. Decken schwarz-golden. Münchener Kalender 1896. v. Zulkowski, Grasen, auch Fürsten. Der aus einem alten vornehmen polnischen Hause stammende Alexander Joseph v. SulkowskiH, geboren am 15. März 1695, gestorben zu Lissa am 22. Mai 1762^), war zuerst Page am Sächsisches vergl. in genealogischer Hinsicht: Jacobi, Europäisches Genealogisches Handbuch, 1794, I, S. 440: Zittauer Tagebuch 1779, S. 223. - Über Sulkowskis Stellung im Staate vergl. namentlich den Bericht über den von Philipp am 1. Npril Idl2 im k. S. Rltertumsverein gehaltenen Vortrag: „Die sächsischen Minister Sulkowski und Brühl und die Entstehung des premierministeramts in Sachsen". (Dresdner Tageszeitungen vom 3. 5lpril 1012.) — vergl. ferner kl. Brabant, Vas Heilige Römische Reich teutscher Nation im Rampf mit Friedrich dem Großen, II. Bd., 1911, S. 124 ff. 2) Sein Porträt befindet sich auf dem Gemälde von Bouis cio Lilvsstrs la .ssuus in der königlichen Gemäldegalerie zu Dresden: „Die Familienbegegnung zu v. Sulkowski. 941 polnischen Hofe, dann Kammerjunker und Direktor der Jagd, stieg dann rasch empor zum königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kabinettsminister, General der Infanterie, Gberkämmerer und Gberstallmeisterh. Der Kaiser erhob ihn, Neustadt den 22. Nugust 1733, in den Grasenstand mit dem Prädikat „Illustris" und ,Ma§nikieus" ^). Nicht aus politischen Ursachen, sondern wohl aus persönlichen Gründen fiel er 1738 in Ungnade und wurde seiner Ämter entsetzt. Gr begab sich nach Polen und nahm die Güter des Königs Stanislaus Leszcinski, darunter die Grafschaften Lissa und Reisen, 1738 in Besitz. Er erwarb dann die Standesherrschast Bielitz in Gesterreichisch-Schlesien und wurde nun vom Kaiser, Wien den 18. März 1752, in den Böhmischen Fürstenstand mit dem Prädikat „hochgeboren" erhoben; am 2. November 1754 erfolgte ferner durch den Kaiser die Erhebung des Fürstentums Bielitz zu einem Herzogtum und Fürstenstand für die Fürst Sulkowskische Deszendenz beiderlei Geschlechts^). vermählt hatte sich Alexander Joseph h: I. am 31. Oktober 1728 mit Maria Anna Francisca Freiin v. Stain, Tochter Franz Marquards Freiherrn v. St. zu Jettingen. Geboren am 2. Februar 1712, starb sie zu Dresden am 16. November 1741 ^); II. im Jahre 1742 mit Unna Gräfin przebendowska, geboren 1721, Tochter des lvoiwoden von Marienburg und seiner Gattin, einer geborenen Gräfin potocka. Von seinen Kindern sukzedierte: 1. Nugust, geboren am 15. November 1729, gestorben am 7. Januar 1786, am 22. Mai 1762 als Herzog zu Bielitz. vermählt hatte er sich am 15. Juni 1766 mit Louise, Tochter des Grafen Johannes v. Mniszech, Großkammerherrn von Litauen. 2. Alexander, geboren am 15. Oktober 1730, gestorben zu Wien am 21. September 1786, sukzedierte nach seines Bruders Nugust Tode als Herzog zu Bielitz. 3. Franz, geboren am 29. Januar 1733, gestorben am 22. Npril 1812, sukzedierte als Herzog zu Bielitz am 21. September 1786. 4. Nnton, geboren am 11. Juni 1734, wurde nach dem Tode seines Bruders, des Fürsten Nugust, Grdinat von Reisen, regierender Graf zu Lissa, Woiwode von Kalisch rc. Was den Gberlausitzischen Güterbesitz Alexander Josephs Grafen v. S. anbetrifft, so kaufte er am 2. November 1735 von Wolf Heinrich Neuhaus am 24. Mai 1737 zwischen der Kaiserin Nmalie, ihrer Tochter Maria Josepha und deren Gemahl König Nugust III". tz Bei König Nugust II. und III. von Polen, Kurfürsten von Sachsen, in großer Gunst stehend, wurde N. I- v. S- „in Nnsehung derer ihm beiwohnenden besonders rühmlichen und tapffern (Dualitäten" am 8. Nugust 1732 zum Dbersten der Kavallerie, am 20. Mai 1733 zum Generalleutnant ernannt. H.-St.-N. Geneal. Boa. 7816, Sulkowski. 2) Ebenda. s) v. voerr, Der Ndel der Böhmischen Kronländer, 1400, S. 236, 238. 4) Jacobi a. a. G. I, S. 440. b) Ihr Grabdenkmal befindet sich zu Marienstern. Nbgebildet in Gurlitts Bau- und Kunstdenkmälern Sachsens, 36. Heft, S. 212. Y42 v. Sulkowski. v. Theler die Güter holscha nebst Dubrau (beide 880 von Königswartha, 0 von Neschwitz) und Lauske (88^V von Königswartha, 0 vom Kloster Marienstern) für 39000 Taler Kauf- und l 00 Dukaten Schlüsselgeld; ferner im Jahre 1737 Neschwitz (8 von Königswartha) von der Herzogin Ursula Tatharina von Württemberg für 70000 Taler, am 3. Dezember 1738 wurde er belehnt; dann am 7. Januar 1738 von den Erben des 1731 gestorbenen Adolph Gottlob v. pentzig das Kunkel-, Erb- und Spill-Lehngut Zescha (bl von Neschwitz) für 28000 Taler, am 3. Dezember 1738 erhielt er den Erbbrief; hierauf am 29. Oktober 1739 das Gut Doberschütz (^V von Neschwitz) von Wolf Gottlob v. Muschwitz für 10000 Taler und 50 Taler Schlüsselgeld; ferner am 7. April 1740 das Gut Jeßnitz (8^V von Neschwitz) von Frau verw. Oberst Henriette Sophie Marie v. Schmiskal für 21000 Taler; endlich erwarb Gras Alexander Joseph am 24. Juni 1740 das Lehngut pusch - witz (8>V von Neschwitz, 0 von Jeßnitz) von Friedrich August v. Luttitz für 11 000 Taler, am 20. Juli 1747 erhielt er den Lehnbrief über Jeßnitz und Puschwitz h. Um 3. Dezember 1757 verkaufte Fürst Alexander Joseph v. S. seine Dberlausitzischen Güter, nämlich 1. Neschwitz mit Neudorf, Lomske, Lissahora und Siebitz; 2. Zescha; 3. holscha mit Lauske und Dubrau; 4. Jeßnitz mit Guhra; 5. Doberschütz; 6. Puschwitz, für 220000 Taler an den wirklichen Geheimrat Johann Heinrich Simonis. (Der eigentliche Käufer war Wolfgang Edler Herr v. Niesch, Simonis nur sein Mandatar). Fürst Alexander Joseph schenkte das nach Abzug der auf diesen Gütern an 64800 Talern hastenden Schulden übrige Ouantum von 155200 Talern seinem ältesten Sohn, dem Fürsten August v. S., kaiserlich wirklichem Geheimrat und Kämmerer, am 3. Dezember 1757 dergestalt, daß letzterer den Betrag dieses Kapitals sich bei künftiger väterlicher Erbteilung mit seinen Geschwistern anrechnen zu lassen habe^). — Fürst Anton Stanislaus, geboren zu Neisen am 6. Februar 1844, starb zu München am 16. Juni 1909. Er stammte aus der II. Linie des fürstlichen Geschlechts S., die mit ihm im eigenen Stamm erloschen ist- Da seine Witwe nicht erbberechtigt ist, so fiel seine Herrschaft Neisen 9 Der König - Kurfürst genehmigte am 18. Juli 1740, daß Graf Alexander Joseph v. S. wegen der erkauften Güter Doberschütz, Jeßnitz und Puschwitz zu Ablegung der Lehnspflicht durch einen Bevollmächtigten admittiert werden möge. h In der Schenkungsurkunde für seinen Sohn, „geben auf Unserm fürstlichen Residenz - Schloß zu Reußen f— Reisens in Großpohlen den Z. Oöasiribr. 1757" sagt Fürst Alexander Joseph: „wir thun mit diesem offenen Briefe kund, daß Wir Unsers ältesten prinzens Liebden, Herr August Fürst von Lulkowski, Römisch - Kayser- licher Majestät würcklichen Geheimden Rathe und Lämmerern, aus sonderbarer Propension und zu einem Fürstväterlichen ^.äjuto Sr. Liebden besondern Hofhaltung, die aus Unsern Dber-Lausiczer Ritter-Gütern bey dem würcklichem Geheimden Kriegs- Rathe, Herrn Johann Heinrich Simonis auf wiednicz und pannewicz, vermöge Kaufbriefs 6. ä. Reußen den Z. Oaosmbr. 1757, nach Abzug derer Ihm assignirten benannten hypothekarischen Schulden zu fordern habenden 155 200 Rthlr. erb- und eigenthümlich gejchencket haben" . . . Lehnsakten Neschwitz. v. Taubadel. 943 in der Provinz Posen im Werte von zwölf Millionen an den preußischen Fiskus als Nachfolger der „polnischen Ldukationskommission" h. Oberhaupt der älteren, der I. Linie, und somit des ganzen Geschlechts ist Joseph Maria Ludwig Fürst 5., Herzog zu Bielitz, Durchlaucht, geboren zu Wien am 2. Februar l848. Wappen: Luliina. Schild geteilt, oben in Gold ein wachsender schwarzer Adler, unten in Not drei (2, l) silberne kreuzförmige Steine. Kleinod: Wachsender schwarzer Ndler. bliesiselri. Nei-bai'? Nolslri, VII. Bd., S. 566^). Das gräfliche Wappen im Neuen Siebmacher I. Vd., III. Nbt., III 7^, S. 237 und Gas. v. Taubadel. Das alte Meißnische Geschlecht v. Taubadel tritt in der Oberlausitz urkundlich zuerst mit Otto v. Tupadil auf, der im Jahre 1374 als Zeuge in einer Urkunde des Klosters St. Marienstern erscheint,' im 16. Jahrhundert besaßen Ungehörige des Geschlechts Anteile von Sohland an der Spree (8 von Schirgiswalde); so wurde 1558, Sonnabend nach Mariä Geburt flO. September) Caspar v. T. nach seines Vaters Tode mit seinem Anteil an Sohland belehnth. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts macht sich die Familie wieder in der Oberlausitz ansässig: Balthasar Abraham d. A. aus Nieder- und Ober-Promnitz (bei Niesa a. d. Elbe), gestorben im Jahre 1638, vermählt mit Sabine Winklerin, hatte drei Söhne, die ein höheres Alter erreichten: Balthasar Abraham d. I., Hans Christoph und Ernst Gottfried. Die beiden letzteren fielen im Jahre 1674 in der Schlacht bei Sinzheim gegen die Franzosenh. Balthasar Abraham d. I., getauft zu Zeithain am 30. April 1626°), diente zunächst zugleich mit seinem Vater von 1635—1638, dem Todesjahre des Vaters, im Wolsschen Regiment °), stand dann in Französischen und kaiserlichen Kriegsdiensten und wurde später kurfürstlich 9 Meldungen der Tageszeitungen vom Juni 1909. 2) In der „Wapen - Loncessiou vor den Geheimen Tabinets - Ministre Grafen von Lulkowski" (Konzept) bekennt Kurfürst Friedrich August II., König von Polen, Dresden den 2. September 1734, daß die ihm und dem königlichen Knrhause vom Geheimen Kabinettsminister, Gberstallmeister, Kämmerer, Generalmajor der Infanterie, Oberst über das Leibregiment zu Fuß Alexander Joseph Reichsgrafen v. Lulkowski, Ritter des weißen Adlerordens, geleisteten Dienste ihn „aus selbsteigener Bewegniß" veranlaßt hätten, den Grafen v. S. mit folgendem Wappen zu begnadigen. — Ls ist aber das Wappen weder gemalt, noch blasoniert. k).-St.-A. p.oo. ZIZI, Reichs-Adel- Standes-Lrhebuugen ao 1731 ssg. vol. II, Fol. 196b. ») Knothe, Geschichte des Dberlausitzer Adels, 1879, 5. 512; kf.-St.-6. 7,00.9549, Lehen im Budissinschen, 1520 — 60, Fol. 57 b. 9 Th. Löschke, Geschichte der Familie v. Taubadel, 1877, S. 37 und Taf. II. Trust Gottfrieds kfolzepitaph zft in der Kirche zu Krakau i. Sa. °) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Adels, 1896, S. 326. of kf.-Zt.-A. Geneal. 7oe. 7819, v. Taubadel. 944 v. Taubadel. Sächsischer Gberstwachtmeister und Kammerjunker. Km 18. Oktober 1669 kaufte er von Hans Christoph v. Spor, dem Vormund der drei Söhne des am 29. März 1661 verstorbenen Wolf Heinrich v. Spor, das Kittergut Wiednitz (8>V von Hoyerswerda) für 10562 TIr. 12 Gr. Km 22. Kugust 1674 starb Balthasar Kbraham d. I.h. vermählt war er in kinderloser Ehe seit dem 2. Juli 1662 h mit Ursula Margarethe v. Schönberg a. d. h. Pulsnitz, der Witwe Wolf Heinrichs v. Spor aus Wiednitz, der, wie erwähnt, am 29. März 1661 starb h. Frau Ursula Margarethe, geboren zu Pulsnitz am 11. Kugust 1615 zwischen 10 und 11 Uhr, starb am 1. September 1686 zwischen 9 und 10 Uhr „zu Mittage" im KIter von 70 I. 11 M. 15 T. und wurde in Dresden bestattet h. Sie hatte ihrem Gatten zur Erkaufung, Bezahlung und Knbauung des Kittergutes Wiednitz 10000 Fl. geliehen, wofür er ihr am 23. Juli 1674 das Gut zu einem Unterpfands einsetzte h. Nach Balthasar Kbrahams d.I.Tode meldeten sich als nächste Kgnaten die Söhne seines im Jahre 1674 im Treffen bei Sinzheim gefallenen Bruders, des Kittmeisters Hans Christoph v. T.: Georg Hermann, Hans Christoph und die unmündigen Balzer Kbraham, Ernst Gottfried, Johann Gotthard, Georg Siegismund und Ferdinand Kdolph Gebrüder v. T. Die beiden ältesten dieser Brüder, Georg Hermann und Hans Christoph waren, wie sie schreiben"), „wider den gemeinen Feind des Vaterlandes, den Franzosen, unter unsers seligen Vaters, Kittmeisters Hanns Christophs v. Taupadel, welcher in uc> 1674 im Treffen bey Sinßheimb geblieben, Tompagnie geritten". Hans Thristoph gedachte am 22. Kugust 1676 mit dem Kurprinzen gegen den Khein zu marschieren. Kuf kurfürstlichen Befehl vom 21./31. März 1677 h wurde Georg Hermann v. T. die Lehn über das Gut Wiednitz bekannt und seinen teils abwesenden, teils minderjährigen Brüdern Indult und Mutzettel erteilt. Balzer Kbraham war, wie er 1682 aus Liegnitz schreibt"), im genannten Jahre im ersten Jahre seiner Mündigkeit. Kus Kuhnern (bMO von Striegau) meldet er am 22. Januar 1686 h, er könne seine Erb- und Lehnspflicht jetzt nicht ablegen „wegen meiner durch einen meuchlerischen Schuß zugestoßenen Leibesunpäsligkeit", er vermöge auch nicht anzugeben, „wann der verletzte Schenckel der zugeschlagenen Schwindung entledigt werden dürfte". fl Nach der Inschrift seines Holzepitaphs ^ ^ Kirche zu Krakau, vergl. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Sachsens, 38. Heft, S. lZO. h v. Feilitzsch a. a. V. S. ZIZ. h Wolf Heinrich v.Spor hinterließ drei Söhne: Hans Thristoph, Wolf Heinrich d.I. und Georg Rudolph Gebrüder r>. Spor, die unter der Vormundschaft ihres Gheims Hans Christoph v. Spor standen. fl I. G. Michaelis, vreßdnische Inscriptiones und Epitaphia, 1714, S. 90. fl H.-St.-R. Roo.d347, Das vierte Buch Dberlausitzischer Lehens-Sachen, 1666 — 81, Fol. 125. fl Lehnsakten Wiednitz. fl H.-St.-6. Roo. 9548, Vas neunte Buch (Dberlausitzischer Lehens-Sachen, 1680-1704, Fol. 40. fl Lehnsakten wiednitz. 'fl Ebenda. v. Taube. 945 Ernst Gottfried auf hulm, platschkau und Fichtenberg, kittmeister im Sächsisch-Polnischen kürassier-kegiment v. keuß, geboren im Januar 1662, starb in Polen im Feldlager an einer Blessur am 22. September 1697 h. Johann Gotthard, kittmeister im kürassier-kegiment Gras Trautmannsdorff, starb in Breslau am 24. Februar 1706 h. Mit Wilhelm Klbert Gustav Ludwig Ernst Erdmann Gottlieb v. T., der, vermählt mit Katharina Klexandrine Natalie v. koberti, am 20. Februar l871 zu koschkoroitz kinderlos starb, erlosch das Geschlecht v.T. im Mannesstamm. Seine Schwester Katharina Erdmuth Gottliebe v. T., geboren am 7. Juni l834, vermählt: I. l853 mit Paul Ehristoph Heinrich v. Berg; II.: 1860 mit Friedrich v. Tramon, hat einen Sohn Bertram v. Eramon, der als Inhaber des von Frau Katharina v. T., geb. v. koberti am 21. Juli 1874 gestifteten Fideikommisses koschkowitz im Keg.-Bez. Dppeln, am 4. Mai 1896 die königlich preußische Genehmigung erhielt zur Vereinigung seines Namens und Wappens mit denen seiner Mutter, der letzten des Geschlechts v. T.h. Wappen: In Blau zwei schräg gelegte, oben und unten je dreimal geästete schwarze Stämme über einander. Helm mit Bausch (mitunter auch gekrönt); das visier des Helms ist schräg nach rechts unten durchbohrt von einem Schwert mit goldenem Griff. Kleinod: Lin Busch schwarzer Hahnenfedern. Decken schwarz-blau. Siebmacherl, Tas. 157 Nr. 4 unter den „Mepßnischen". v. Taube, auch Freiherren und Grasen. Das Kittergeschlecht v. Taube stammt aus Estland, tritt im Jahre 1373 zum ersten Male urkundlich in den Estnischen Landen harrien und Wierland aus und ist seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Stift Dorpat und Erzstift kiga nachweisbar. Kus dem Lstländischen Stammhause Maart und hallinap stammt der nach Sachsen gekommene Zweigh. h Nach der Inschrift seines Denkmals in der Kirche zu Koiskau in Schlesien, Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XI. (1883) S. 203. 2) Ebenda. >) Th. Löschke a. a. V. S. 92, Taf. Hl; Frh. v. Krane u. Hildebrandt, Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Rdels, 1901 — 1904, S. 22. tz vergl. Michael Frh. v. Taube, Stammtafel des freiherrlichen Zweiges der Familie v. Taube (1899): ferner (Mitauer) Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik, 1902, S. I ff., wo der verf. u. a. zu dem Resultat kommt (S. 21), daß die direkte Stammheimat der Baltischen v. T. Rnhalt war, von wo das Geschlecht in die Baltischen Lande einwanderte. Siehe auch (Mitauer) Jahrbuch für Genealogie rc. 1903 und 1906, S. 161 ff. — Während des Druckes erschien von dem groß angelegten „klrchiv des uradeligen Geschlechts Taube, sonst Tuve genannt" der I. Band der I. Rbteilung, enthaltend „Oer Ursprung des Geschlechts", ein auf den eingehendsten Forschungen beruhendes, mit Rbbildungen im Text, 8 Tafeln und 3 Übersichtskarten ausgestattetes Werk (St. Petersburg, 1911). Der Verfasser Prof. Or. Michael Frh. v. Taube kommt zu dem Ergebnis, daß das altlivländische Geschlecht Taube — Tuve, das nach alter Überlieferung aus Westfalen stammen soll, in Wirklichkeit einer Ritter- und Ministerialenfamilie des Unterharzes (vupe) entsprossen ist (S. VIII, 104, 183 und passim). Die Familie blüht gegenwärtig in Rußland, Deutschland und Schweden (1 adelige, 5 freiherrliche, 2 gräfliche Linien). 60-r 946 v. Taube. Johann v. T. kaufte im Jahre 1529 Maart nebst hallinap in harrienh. Sein gleichnamiger Enkel Johann, Sohn Dietrichs, gestorben im Jahre 1603, vermählt mit Rnna v. Rosen, hatte vier Söhne, die nach Rursachsen gingen: Lü-In.hpz' I- Hans. Siehe unten. — II. Llaus. Siehe S. 950. III. Dietrich. Siehe 5. 951. IV. Reinhard. Siehe S. 952. I. Hans v. T., geboren im Jahre 1591^), begab sich in kursächsische Dienste, war im Jahre 1614 Truchseß („Truxsas") und befand sich nach Rusweis des „Fourier-Zedduls" als solcher im Gefolge des Rurfürsten Johann Georgs I., als dieser am Lrbverbrüderungstage zu Naumburg zwischen Sachsen, Hessen und Brandenburg am 30. März 1614 teilnahm 2). Rm 9. September 1620 erhielt er seine Bestallung als kurfürstlicher Rriegshauptmann mit monatlich 250 Fl. Besoldung, am 6. März 1622 wurde er bestallt als Hauptmann „über ein Freysendlein hochteuzscher Knechte von dreyhundert Mann starck"ft. Wenige Jahre zuvor, im Jahre 1615 hatte er Urlaub zu einer Reise nach Livland und zugleich vom Rurfürsten den Rustrag erhalten, dem Rönig Gustav Rdolph von Schweden ein Schreiben mit dem Ersuchen um Übersendung einiger Renntiere zu übergeben. Hans geriet in russische Gefangenschaft und kehrte erst im Jahre 1617 nach Sachsen zurück^). Hans kaufte im Jahre 1623 von Hans Lhristoph v. ponickau das Ober- lausitzische Gut Rothnaußlitz") (I>lO von Bischofswerda), ebenso drei Gärtner und einen Halbhäusler in Pottschapplitz (dI>V von Rothnauß- litz) und die Mühle zu Wölkau (8^V von Rothnaußlitz). Mit den Meißnischen, vom Rurfürsten zu Lehn rührenden Stücken in Pottschapplitz und Wölkau wurde er am 14. Dezember 1624 in Dresden belehnt h. hierbei wird er kurfürstlicher Rammerjunker und Rriegskapitän genannt. Hans starb im Rugust 1629. vermählt hatte er sich am 2. Januar 1620 auf dem Schlosse zu Dresden mit Rgnes v. MinckwitzI. Lr hinterließ einen Sohn, den Begründer der Rlteren, Sächsisch-Lstländischen Linie, Johann (Hans) Georg I. v. T. auf hallinap bei Reval. Vieser stand unter Vormundschaft seines Oheims Dietrich v. T., kurfürstlichen Stallmeisters und Oberstleutnants der Artillerie (vergl. 5. 951). Er erhielt am 9. Rugust 1630 Indult zur Lehnsempfangung seiner Güter, bis er das 14.Jahr ft v. Taube, Stammtafel S. 5. 2) Lbenda S. 7. ft Müller, ^.nnalss Saxoirioi, 1700, S. 278. ft k).-St.-A. Geneal. Noo. 7818, Taube, vol. I. h «.Webers Archiv für Sächsische Geschichte, VIII. Bd. (1870), S. 416. ft An Ritterdiensten lagen auf Rothnaußlitz im Jahre 1626 zwei Züße und sieben Nägel, l).-St.-A. Noe. 9517, Dberlausitzische Iustizsachen, vol. VI. ft H.-St.-A. Noe. 9552, Vas Nitzische Gut Thumitz, ingl. das darzugehörige Bauerguth zu Welckaw rc. 1684—1696. ft v. Taube a. a. V. S. 7. v. Taube. 947 seines Alters erfüllt und das 15. erreicht habe*). Dietrich übergab am 16. Juli a. 5t. 1632 das verschuldete Gut Rothnaußlitz Tobias v. ponickau dem 6. Nach dessen Tode kaufte Johann Georg das Gut von den Kreditoren am 13. April 1651. Zu Gstern 1652 kam er aus Livland in die Gberlausitz und wurde am 26. INai 1653 mit dem väterlichen Gute Rothnaußlitz belehnt. Er verkaufte dieses Gut, unbekannt wann, an den Landeshauptmann Hans Adolph v. haugwitz^). Johann Georg starb im Jahre 1665 im 39. Lebensjahre und wurde am 10. August d. I. in Nädern beerdigt b). vermählt war er mit 5ophia v. INecksh. Im Jahre 1638 am 19. Juni erhob Kaiser Ferdinand III. Johann Georg v. T. zugleich mit seines Vaters Brüdern Tlaus, Dietrich und Reinhard in den edlen Banner- und Freiherrnstand °). Johann Georg I. hatte folgende Löhne: 1. Tlaus Johann. 2. Gtto Neinhold. Liehe unten 5. 948. 3. Georg Dietrich. 4. Gustavus Friedrich. 5. Johann Georg II. Siehe unten 5. 948. 6. Heinrich Adolphs). Gtto Neinhold, Johann Georg II. und Heinrich Adolph hatten die Lehn und Mitbelehnschaft an eines jeden Nate an 22000 Fl. Lehnsbarschast bei der kurfürstlichen Kammer, ebenso am Gute Neukirchen und harthau. Ihr Vetter Ernst Dietrich Graf T. (vergl. S. 954) hatte erklärt, sie als seine nächsten Agnaten zur Konservierung der gräflichen und sreiherrlichen Familie v. T. in die gesamte Hand und Mitbelehnschast seiner übrigen Güter Nadeburg, Nädern, höckericht, Leuben, lvilthen, Frankenthal und h H.-3t.-6. I-oo. 9552. Vas Nitzische Gut rc. 2) Vieser veräußerte im Jahre 1666 das Gut weiter. Lehnsakten Rothnaußlitz. 3) v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Ndels, 1896, 8. 524. tz Ebenda. 3) Im Diplom heißt es von dem Geschlecht v. T.: ... „Vas uralte, herrliche, rittermäßige Geschlecht derer v. Taube, aus welchem noch vor drittehalb hundert Jahren einer unter den zwölf Rittern, so damals in Livland kommen, gewesen und das Panner allda erworben, welches folgends dessen Nachkommen bei damaligen Rriegszeiten viel lange Iahre, bis sich die Lchwedischen Kriege entspannen, ritterlich geführet" . . . Rbschrift des Diploms in den Lehnsakten Frankenthal. h Nach den Lehnsakten Großharthau; v. Taube a. a. G. 8. 9 fügt zwischen Nr. 4 und Nr. 5 noch ein: Tlaus Reinhard. Und er ist wohl im Recht, denn Frau 8ophia Taubin, geb. Mecksin, die sich wegen ihrer Rrmut im Jahre 1667 bittweise an den Rurfürsten wendet, spricht von ihren sieben 3öhnen, von denen einige schon aus dem Hause waren (einer war Leibpage, zwei waren in 8chulpforta). — Frau 8ophia v. Taube war so arm, wie sie in ihrem Bittschreiben erwähnt, „daß ich nunmehro etliche Jahr her mit 3 Rindern und meines Mannes 8chwestern mich mit Butter und Brodt und etwas wenigen dünnen Biere erbärmlich habe erhalten müssen." H.-Bt.-R. Boo. 9497, Drittes Buch Tammer-Bachen im Marggraffthum Gberlausitz. Begnadigungen 1635-79, Fol. 140 ff. 60 * 948 v. Taube. Kloster-Güldenstern zu nehmen. Im Jahre 1692 baten sie, mit den genannten Stücken sie zu belehnen I. Von den genannten Brüdern blieben in Sachsen nur Gtto Beinhold und Johann Georg II. Nur mit ihnen haben wir uns zu beschäftigen. 2. Gtto Beinhold Freiherr v. T., geboren zu Beval am 4. Januar 1648, gestorben zu Dresden am 1. März 1703^) unvermählt, war kurfürstlich Sächsischer Bittmeister. Nach seines Vetters, des Grasen Ernst Dietrich v. T. (vergl. S. 954) Tode fiel dessen Gut Frankenthal (>V von Bischofswerda) an ihn und seinen Bruder Johann Georg II. Im Bpril 1695 wurden beide Brüder mit Frankenthal belehnt. Gtto Beinhold überließ seine Hälfte im Mai desselben Jahres käuflich seinem Bruder Johann Georg II. 5. Johann Georg II. Freiherr v. T. pflanzte den Stamm fort. Er wurde geboren zu Dresden am 13. November 1654, trat in Sächsische Militärdienste und wurde Gberstwachtmeister. Bm 15. Juni 1697 wurde er mit dem Gute Frankenthal belehnt, dessen eine Hälfte er, wie erwähnt, von seinem Bruder erworben hatte und zwar für 10000 Gulden. Neben diesem Dberlausitzischen Gute fielen an ihn auch die erbländischen Güter seines Vetters, des Grasen Ernst Dietrich v. T.: Neukirchen, höckericht, Zadel. Johann Georg II. starb am 4. Januar 1709. vermählt hatte er sich, nachdem die Lhestiftung am 21. Mai 1698 zu Leipzig stattgesunden hatte, am 19. Juni 1698^) zu Braunsdorf mit Eva Maria ^ v. Meusebach a. d. h. herbsleben. Sie schloß nach ihres ersten Gatten Tode eine zweite Ehe mit Thristian Vitzthum v. Lckstädt aus Röhrsdorf, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Oberst der Kavallerie und starb am 9. Dezember 1720h. Testamentarisch beschied sie ihr Gut Nieder-Pöll- nitz am 11. November 1712 ihren beiden Söhnen erster Ehe, Johann Georg III. und Ernst Dietrich Freiherren v. T. für 21000 Fl. Meißnisch. Johann Georg II. Frh. v. T. hinterließ fünf Kinder: H Bereits am 9. November 1681 hatten die Gebrüder Gtto Reinhold und Gustavus Friedrich, sowie ihr unmündiger Bruder Heinrich Ndolph den Rurfürsten gebeten, ihnen die gesamte Hand und INitbelehnschaft an den Gütern Ernst Dietrichs Grafen v. T. zu bekennen. Sie schreiben u. a.,weil diese Güter von dem Taubeschen aus Livland in dieses Rurfürstenthum transportirten vermögen herrühren und die sämmtliche Taubesche Familie gegen das churfürstliche hohe Haus Sachsen sowohl in Rrieges- als Friedenszeiten sich tapfer und getreu verhalten, wie auch vor desselben und Tw. Lhurf. vurchl. Wohlfahrt dergleichen zu thun und Gut und Blut aufzusetzen so schuldigst als willigst sepn" . . . Lehnsakten Wilthen. Die alte Dberlausitzische Rirchengalerie S. 405 nennt als seinen Todestag den 4. Rlärz 1703, ebenso auch v. Taube a. a. G. S. 9: Oie neue Sächsische Rirchengalerie, viöcese Ramenz, S. 113, bezeichnet den 1. März 1703 als Gtto Reinholds Todestag. Oer Frankenthaler Pfarrer Rleeberg teilt uns auf unsere Nnfrage schriftlich mit: „Im hiesigen Sterberegister vom Iahre 1703 steht klar und deutlich als Sterbetag des H. v. Taube der 1. März 1703". — Gtto Reinhold wurde in der Rirche zu Frankenthal beigesetzt. ch v. Feilitzsch a. a. G. S. 324. H Dieses Datum ist den Lehnsakten Frankenthal entnommen: Vas Iahr 1740 als ihr Todesjahr gibt irrtümlich v. Taube a. a. G. S. 13 an. - Nus Frau Eva Marias zweiter Ehe hinterließ sie nach den Frankenthaler Lehnsakten Lmannel, Thristian, Friederike Marie, Thristiane Geschwister Vitzthum v. Tckstädt. v. Taube. 949 a. Johann Georg III. Liehe unten. b. Ernst Dietrich. Siehe unten 5. 950. e. Rahe! Sophie, vor 1726 schon gestorben. 6 . Johanna Dorothea, später vermählte Vitzthum v. Lckstädt. e. Charlotte Lhristiane, später vermählte v. pflugk. Johann Georg III. und Ernst Dietrich standen zuerst unter Vormundschaft des königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kammerherrn und Nkzisrats Earl Ernst v. Schwan; nach dessen Tode waren ihre Vormünder ihr Stiefvater Christian Vitzthum v. Lckstädt und der k. polnische Kurs. Sächsische Hof- und Lergrat Philipp Friedrich Trier seit dem 9. Gktober 1723. Johann Georg III. und sein Bruder Ernst Dietrich Freiherren v. T. erhielten am 28. November 1709 Indult zur Lehnsverreichung ihres Gberlausitzischen Gutes Frankenthal. Nm 28. Nugust 1726 verkauften sie das Gut an den Rittmeister Heinrich v. Vünau für 23000 Thaler. Zweiglinie Neukirchen. a. Johann Georg III. Frh. v. T., geboren in Dresden am 11 . Juni 1705 abends V 28 Uhr, getauft am 12 . d. IN., wurde Herr der väterlichen Güter Neukirchen, höckericht und Zadel. Er vermählte sich im Jahre 1727 mit Marianne v. Schönberg, geboren zu Frankfurt a. M. am 4. Januar 1703, gestorben zu Neukirchen am 14. Januar 1768, Tochter des Nntonius v. 5. aus Schönau, Grüna, Neichenbrand, Pfalz-Zweibrückschen Obersten und Thess eines Regiments zu Fußh. Johann Georgs III. gleichnamiger Sohn, Johann Georg IV. Frh. v. T., geboren am 29. Juni 1729^), Herr auf Neukirchen und höckericht, starb am 17. September 1777 und hinterließ die Witwe Johanna Wilhel- mine v. d. Schulenburg a. d. h. Burgscheidungen, sowie folgende Kinder 3): Reinhard Friedrich, * 25. Gktober 1757. . Tlaus Moritz, * 1 . Npril 1769. Wilhelm Rugust, * 18. März 1771. Marianne Henriette, * 18. Januar 1759. Johanna wilhelmine, * 22. Npril 1761. Friederike Nuguste, * 25. Gktober 1762. Henriette Nntonie, * 15. März 1764. Laroline Elisabeth, * 4. Januar 1766. Juliane wilhelmine, * 17. Januar 1777. Mit des an zweiter Stelle genannten Freiherrn Tlaus Moritz Sohn Gskar Hermann, Edlem Banner- und Reichsfreiherrn v. T., geboren zu Neukirchen am 7. Februar 1814, gestorben am 25. September 1873, erlosch die Linie Johann Georgs III. aus Neukirchen. tz Dresdner wöchentliche Frag- und Anzeigen 1768 Nr. V. 2 ) v. Taube a. a. 0). 5. 13. ") h.-§t.-N. Gen. Ooe. 7818, Taube, vol. I. 950 v. Taube. Zweiglinie Nieder-Poellnitz. b. Ernst Dietrich Freiherr v. T., der zweite Lohn Johann Georgs II., getauft in Weimar am 6. November 1706 ft, erbte gemeinsam mit seinem Bruder Johann Georg III. das Gut Frankenthal, das dann im Jahre 1726, wie erwähnt (vergl. S. 949), in andere Hände gelangte. Er war Herr aus Nieder-Poellnitz (Sachsen-Weimar) und starb am 2. Mai 1764ft. vermählt war er mit Rahe! Sophia Manitius, der Tochter des Pfarrers zu Burkhardswalde (Inspektion Pirna) N. Joseph Gottlob M. Die Lhepakta wurden am 21. Februar 1735 unterzeichnet ft. Ernst Dietrichs blinder ft: Christiane Sophie Friederika, * 21. Juni 1737, getauft 25. Juni. Gotthels Lrnst Friedrich, imIahre l765 15Iahre alt,ft26.Juni 1825, vermählt am 4.Iunil770 mit Äuguste Magdalene v. Lichelberg. Friederika Lrnestina, * 26. Äpril 1746, getauft 29. d. M. zu Nieder-Poellnitz. Des eben genannten Gotthels Ernst Friedrich Sohn, Earl Ernst Dietrich Frh. v. T., geboren 17. Februar 1775 auf Nieder-Poellnitz, gestorben zu Triptis 1. Juni 1837, vermählte sich zu Wetzdors am 31. (Oktober 1803 mit Thristiane Erdmuthe Louise v. Bolberitz, gestorben zu Triptis am 15. November 1817ft. Deren Enkel Wolde- mar Frh. v. T. ist der letzte männliche Vertreter dieser Linie in Deutschland. — II. Tlaus v. T., der zweite Sohn Johanns, geboren zu „haltnop in Livland" am 7. Äpril 1593 ft, widmete sich dem Kriegsdienst in Kursachsen, wurde Gberst der Festung und Residenzstadt Dresden, auch Hauptmann der Ämter Themnitz, Äugustusburg, Lichtenwalde, Frankenberg, Sachsenburg, Neusorge. Km 19. Juni 1638 wurde er in den Neichssreiherrnstand erhoben. Tlaus, sowie der kurfürstliche Gber- kämmerer und Hauptmann der Ämter Torgau und Lilenburg Heinrich v. Taube auf Reichstädt wurden aus ihr Ansuchen am 16. März 1639 vom Kurfürsten mit einem Lxspektanzschein auf die Lehngüter Kaspars III. v. Fürstenau aus Döbschütz, die auf dem Fall ständen, begnadigt. Nachdem dieser nun am 25. Januar 1649 gestorben war, baten beide, da ft Oer fürstlich Sachsen-Iveimarsche tvberhofprediger Lairiz bescheinigt, daß Johann Georg Frh. v. T. „bei seiner damaligen Retirade in alhiesige fürstlich Sächsische Residenz Weimar" am 6. November 1706 seinen Sohn „mit dem Nahmen Trnst Ditrich der Gläubigen Latalo^o einzeichnen lassen". Paten waren Frau Vbermarschall v. Schwarzenfels, Geheimrat und hofmarschall v. Nheinbaben, Dberjägermeister v. Göch- hausen. Lehnsakten Frankenthal. h H.-St.-N. Gen. Noo. 7818, Taube, vol. I. 3) Ebenda, ft Ebenda. Das vermählungs- und Todesdatum Gotthelf Ernst Friedrichs nach Goth. Frhrl. Taschenbuch 1857. ft vergl. Gothaische Freiherrliche Taschenbücher 1856, 1857, 1865. ft Glob. Dettrich, Monumente und Epitaphien in der Sophienkirche zu Dresden, 1709, S. 25, 125; Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunst- denkmäler des Königreichs Sachsen, 21. Heft, I, S. 104. hier wird er Hans Tlaus v. T. genannt. v. Taube. 951 Llaus überhaupt kinderlos war, während der Lohn Heinrichs bereits gestorben war, den Kurfürsten, ihnen die Fürstenauschen Güter Döbschütz (VVHW von Görlitz), Gruna (blO von Görlitz), Neundors (dlblO von Görlitz), Hilbersdorf, Biesig und Dittmannsdorf (sämtlich von Görlitz) in Erblehn zu verwandeln. Km 16. Juli 1649 verwandelte denn auch der Kurfürst die genannten Güter in rechtes Erbe, jedoch lehnsweise H. Im Jahre 1647 waren Llaus nach dem Tode Johann Dietrichs v. T. (1' 18. Februar 1647, vergl. 5. 952), des Sohnes seines Bruders Dietrich, die Güter Frankenthal, Harthau (Großharthau 8W von Bischofswerda) nebst Goldbach (0 von Großharthau) zugefallenH. Llaus Frh. v. T. starb in Dresden am 3. August 1654 an der Wassersucht^) im Alter von 61 I. 10 M. und wurde am 15. August in der Sophienkirche daselbst bestattetH. Zu seinem Gedächtnis wurde nach seinem Tode in Goldbach sechs Wochen lang täglich eine Stunde lang mit allen Glocken geläutet"). Llaus vermählte sich, damals Oberstleutnant: I. am 6. März 1634 im Schlosse zu Dresden mit der Kammerjungfrau der Sophie Agnes Radzivil, Herzogin zu Birze und Dubinki: Anna Ludomilla v. vol- stedt"). Sie starb am 10. August 1642H; II. am 21. Oktober 1644 mit Maria Luitgard v. Laube, geboren am 29. Dezember 1627 als Tochter des späteren Gberhofmarschalls Heinrich v. T. und seiner Gattin Llara v. Schützt) (vergl. 5. 955-956). Nach ihres Gatten Tode schloß Frau Maria Luitgard am 11. November 1656 eine zweite Ehe mit Lhristoph III. Vitzthum v. Lckstädt aus Wölkau; am 18. Mai 1667 starb sie im Kindbett"). Llaus hinterließ keine Nachkommen; es wurde ihm am 18. Juli 1641 eine Tochter geboren^"), die wahrscheinlich bald wieder starb. III. Dietrich v. T., der dritte Sohn Johanns, geboren 1594 zu „Marit in Livland"") swohl Maart in Estland?), begab sich 1603 in kursächsische Dienste, wurde Kapitän bei der Artillerie, Kämmerer des Herzogs Johann Georgs I., nach dessen Regierungsantritt im Jahre 1611 Oberstleutnant der Artillerie und Reisestallmeister, 1617 Gberstallmeister, daraus Gberhofmarschall. Im Jahre 1630 richtete er ein Regiment >) k).- 5 t.-K. Boo. 9547, Vas 7. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1639-71, Zol. 1. 2) Llaus verehrte der Kirche zu Goldbach im Jahre 1648 35 Taler zum Bau des Kirchturms und der Schule, legierte ihr auch 1654 200 Taler. kf^el, Hjstor. Beschreibung der Stadt Bischoffswerda, 1713, S. 59, 60. H H.-St.-U. Geneal. Boo. 7818, Taube, Bol. I. Gettrich a. a. D. S. 25, 125. H §. L. Prasser, Lhronik von Großröhrsdorf rc. 1869, S. 127. o) H.-Zt.-kl. Gen. Boo. 7818, Taube, Bol. I. — Die volgstädt, Volckstedt, Ballstädt sind ein altes Thüringer Udelsgeschlecht. 7) Gettrich a. a. G. S. 21. H v. Leilitzsch a. a. D. S. 323. 2) Ebenda. >°) H.-St.-U. Gen. Boo. 7818, Taube, Bol. I. n) Käuffer, Ubriß der Dberlaus. Geschichte, IV. Bd., S. 305. Unrichtig ist daselbst die Ungabe, Unna Ludomilla v. volstedt sei seine erste Gattin gewesen, sie war vielmehr Clausens erste Gattin. Liehe oben im Text. 952 v. Taube. Reiter und drei Fähnlein Infanterie aus, wurde später Dberkämmerer und Generalmajor, 1637 auch Landvogt der Dberlausitz. Rls solcher erließ er am ll. Dezember l638 ein Gberamts-Patent wider das räuberische Gesindes). Rm 19. Juni 1638 wurde er in den Reichsfreiherrnstand erhoben. Er starb bald daraus, und zwar am 29. Januar 1639 in Dresden im RIter von 45 Jahren. Zu seinem Gedächtnis wurden in der Dresdner Rreuzkirche Schild und Fahnen aufgehängt fl. Was seinen Dberlausitzischen Güterbesitz anlangt, so kaufte Dietrich im Jahre 1622 von Christoph v. Staupitz „die harta, in Stolpischer pflege gelegen" (Großharthau 8^V von Bischofswerda) fl. hierzu erwarb er im Jahre 1627 noch das benachbarte Goldbach, sowie in demselben Jahre die drei Goldbacher Dotalen spsarrbauernj für 200 Fl?). Rm l6. Rugust 1636 kaufte Dietrich von Wolf v. ponickau das Gut Frankenthal (^V von Bischofswerda). Neben diesen Gütern besaß Dietrich auch Neukirchen und höckericht. Rm 19. Juni 1638 wurde er in den Reichssreiherrnstand erhoben fl. Schon zu Ende des ersten INonats des folgenden Jahrs war er nicht mehr am Leben. Lr hinterließ als Witwe Veronica geb. v. Lützelburg, Tochter Werners v. L. Im Jahre 1616 wurde Dietrich eine Tochter geboren, die am Sonntag nach Bartholomäi f25. Rugustj getauft werden sollte. Zu Paten bat er die Rursürstin Sophie, sowie Dorothea „aus chursürstlichem Stamm Sachsen", Rbtissin des weltlichen Stifts Cfuedlinburgfl. Dietrichs Sohn war Johann Dietrich Frh. v. T. Während seiner Unmündigkeit stand er unter Vormundschaft seines Dheims Llaus. Lr erbte die väterlichen Güter und wurde im Jahre 1641 mit Großharthau belehnt. Im Jahre 1644 begab er sich seiner Studien halber auf die Universität Rltdorf. Der Rurfürst rekommandierte ihn bei dieser Gelegenheit dem Markgrafen Lhristian zu Brandenburg, Schloß Lhemnitz den 29. Juni 1644 fl. Schon am 19. Februar 1647 starb Johann Dietrich in Rltdorffl. Seine Güter fielen an seine Dheime Tlaus und Reinhard. IV. Reinhard v. T., der vierte Sohn Johanns, wurde im Jahre fl Oberlaus. Eollections-Werk, I. Bd., S. 727. fl Seine verwandten erhoben im Iahre 1691 beim Kurfürsten Beschwerde darüber, daß die im Iahre 1639 in der Kreuzkirche aufgehängten Schild und Zahnen Dietrichs Freiherrn v. T. wegen des Projekts der Erbauung einer Emporkirche entfernt worden feien. kf.-St.-5I. Gen. Boa. 7818, Taube, vol. II. fl Besage des Lehnbriefs vom 2. Oktober 1622 nahm Dietrich in die gesamte kfand am Kittergut kfarthau den Obersten Llaus v. T., dessen Bruder Reinhard auf lvilthen und kfansens v. T. Sohn Iohann Georg I. fl kfeckel a. a. G. S. 59. fl Die Notifikation dieser Standeserhebung an die Kanzleien und Gerichte erfolgte am 9. Oktober 1638. kf.-St.-5l. Boo. I04Z0, Geschlechts- und kferrschafts- erhöhungen, vol. I, 1612—1656. fl Dorothea, Schwester des Kurfürsten Iohann Georgs I., geboren am 7. Januar 1591, starb bereits am 17. Nov. 1617. Posse, Die Wettiner, 1897, Taf. 29. fl kf.-St.-5I. Gen. I.oe.7818, Taube, vol. I. fl Ebenda. - In den Lehnsakten Großharthau ist der 18. Februar 1647 als Todestag angegeben. v. Taube. 953 1595 geboren. Er war zuerst Page beim Schwedischen Feldmarschall Horn, dann beim Grasen Philipp v. Mansfeld, hieraus bei einem Grasen v. Isenburg, endlich Page am kursächsischen Hose. Er stieg rasch empor bis zur Würde eines Vize-Stallmeisters, Oberstallmeisters, Rmtshaupt- manns zu Ehemnitz und Rugustusburg rc.H. Beim Kurfürsten von Sachsen stand er in großer Gunst. Bin Tage Michaelis 1623 f29. Septembers erteilte dieser seinem Rammerjunker Reinhard v. T. eine Vegnadigungsverschreibung über das Gut wilthen (88^V von Bautzen) „um seiner bishero uns treu geleisteten Dienste willen, und die er Uns und den Unfern zu thun versprochen und zugesagt" ^). Ferner fielen nach dem Tode Johann Dietrichs Frhrn. v. T. (ch 18. (19.) Februar 1647, vergl. 5.952) dessen Güter an die Gebrüder Reinhard und Tlaus. Sn brüderlicher Teilung vom 27. September 1647 erhielt Reinhard, der bereits als auf Rödern, Wilthen und Leuben gesessen bezeichnet wird, die Güter Reukirchen und das Erblehngut Höckericht. Und als sein Bruder Llaus ohne Erben gestorben war (ch 3. Rugust 1654, vergl. S. 950 f.), fiel Franken- thal auch an Reinhard. Rm 19. Juli 1655 wurde er belehnt. Er starb am 12. Januar 1662 in Dresden im Rlter von 66 I. und wurde am 31. d. M. in Rödern bestattet^). Reinhard vermählte sich mit der Rammerjungfrau Barbara Sibplla v. Tarlowitz. Rm 10. Februar 1624 fand die Hochzeit aus dem Schlosse zu Dresden stattH. Sie starb am 5. September 1655°). von Rindern Reinhards sind folgende zu nennen (ohne chronologische Ordnung, da die Geburtstage nicht bekannt sind): Söhnlein, ß 31. März 1626°). Reinhard Dietrich. Siehe unten S. 954. Söhnlein, ß 25. November 1634H. Magdalena Sophia, die älteste Tochter Reinhards, vermählte sich zu Dresden am 2. November st. vet. 1646 mit Johann Georg v. Rechenberg, Herzog Johann Georgs Stallmeisters. Sie starb am 5. Februar 1655°). tz Zittauer Monatliches Tagebuch 1786, S. 133. H Lehnsakten lvilthen. ») v. Zeilitzsch a. a. G. S. Z2Z. tz H.-St.-K. Gen. lOoc:. 78t8, Taube, vol. I. H H.-St.-R. Gen. 1,00.7832, Vitzthum v. Lckstädt. H Dettrich a. a. G. S. II. tz Ebenda, 5. 16. H H.-St.-R. Gen. loa. 7818, Taube, vol. I. H ks--5t.-51. Gen. Ino. 7832, Vitzthum. — Über ihren Tod meldet Reinhard, Dresden den 10. Februar 1655, dem Kurfürsten, daß „die §rau Rechenbergerin, alß solche nebenst ihrem Mann zu dem Herrn Graffen von Sonnewalda zur Gevatterschafft erbethen, im Hinreisen mit Kranckheit befallet und unpaß dahin bracht worden, also gar, daß sie das christliche Merck persöhnlich nicht verrichten können und auch darauf plözlichen Todes verfahren, welches ich meiner Liebsten bep ihrer noch anhaltenden Leibesbeschwerung noch nicht hinterbringen dörffen, mihr auch noch bis dato, weil man des großen lvassers halber nicht füglichen hin und wieder kommen kann, nicht eigentlich wissent, was vor Zufälle sich bep ihr ereignet und also diesen unverhofften Lall verursachet haben möge". . . H.-St.-R. Geneal. Ino. 7818, Taube, vol. l. 954 o. Taube. Tochter, * zu Dresden 24. August 164t. Reinhard bittet den Kurfürsten und die Kurfürstin zu Paten,- am 13. September soll die Taufe sein*). Dorothea Agnes, vermählt mit Taspar Heinrich v. Schönberg auf purschenstein. Sie starb am 30. September 1691. Anna Thristina. Reinhard meldet am 22. (Oktober 1653 dem postulierten Administrator des Lrzstifts Magdeburg August, daß er seine Tochter Anna Thristina dem Hof- und Justizrat Thristoph Vitzthum v. Tckstädt aus Iahmen und Dürrbach versprochen habe. Am 29. November solle die Hochzeit in Dresden in „herzogk Augusti zu Sachsen rc. Hochseeligen Andenckens hinterlassener Behausung" stattfinden, zu der er seine „hochfürstliche Stelle- oder platz-vertrettung" erbittet^). Am 24. Februar 1657 wurde sie in Rödern beigesetzt^). Elisabeth Sibylla, * 11. November 1637, vermählt 8. Dezember 1656 als erste Gattin Ludwig Gebhards v. hoym aus Droyßig. Sie starb am 25. Juli 1659^). Jüngere reichsgräsliche Linie. Der oben erwähnte Sohn Reinhards, Reinhard Dietrich Frh. v. T., geboren im Jahre 1627, wurde Geheimer Rat, Kanzler und Gbersteuerdirektor unter dem Kurfürsten Johann Georg II. Als einziger seinen Vater überlebender Sohn erbte Reinhard Dietrich seine Güter. Erbherr zu Rödern, Neukirchen, Wilthen, höckericht und Leuben, wurde er am 8. März 1663 auch mit Frankenthal belehnt. Reinhard Dietrich wurde von Kaiser Leopold I., Neustadt den 25. Juni 1667, in den Reichsgrafenstand mit dem Titel „hoch- und lvohlgeboren" erhoben^). Tr starb am 6./16. Januar 1681 in Bautzen und wurde zu Rödern begraben. vermählt war er in erster Ehe mit Rahel v. Friesen. Am 7. April 1657 wurde sie in Rödern begraben. Sie hinterließ keine Kinder^,- in zweiter Ehe seit dem Jahre 1658 mit Ursula Latharina Freiin v. Lützelburg^). von seinen Kindern sind bekannt (a —o): a. Tochter, im Alter von 18 Wochen am 12. Januar 1664 in Rödern begraben ch. b. Magdalena Sibylla, vermählt mit Moritz Heinrich Freiherrn v. Miltitz auf Batzdorf. e. Ernst Dietrich Gras v. T., geboren am 2. Mai 1661, der tz Ebenda. 2) Ebenda. tz v. Feilitzsch a. a. G. S. 323. tz Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI (1893), S. 400. °) kf.-Lt.-K. 1i,oe. 10430, Geschlechts- und kjerrschafftserhöhungen, vol. III, Fol. 3. o) v. Feilitzsch a. a. ) v. Feilitzsch a. a. V. S. 323. °) Vberlaus. Nachlese 1771, S. 345. Nach der auf sie gehaltenen Leichenpredigt. Siehe k).-St.-N. Den. Boo. 7818, Taube, vol. I. 8) Ebenda. h I. G. Michaelis, vresdn. Insoriptionss und Bpitupbia, 1714, S. 27. 956 v. Tauschwitz. 5. Maria Luitgard, vermählt 1644 mit Tlaus v. Taube auf harthau, Frankenthal, Goldbach rc. in kinderloser Ehe (vergl. 5. 950 s.). 6. Dorothea Libqlla, vermählt 1645 mit dem Gberküchen- meister Rudolph v. Bünau auf Gttendors und Nenntmannsdors. 7. Hans Heinrich, starb mit 7 Jahren. 8. Tiara Sophia, starb mit 10 Wochen. Der unter 3. erwähnte Laspar Heinrich v. T. auf Reichstädt und Berreuth h, geboren am Sonntag Jubilate 1623 s4. Mais, studierte in Leipzig und Wittenberg, vermählte sich am 23. Februar 1646 auf dem Schloß zu Dresden mit Magdalena Sophia, geb. v. Ranne, Tochter des fürstlich Vrandenburgschen Geheimrats Moritz v. R?). Taspar Heinrich starb schon am 23. Mai 1646 zu Dresden und wurde am 16. Juni zu Reichstädt begraben. Mit ihm erlosch seine Linie. Wappens: Das Stammwappen zeigt einen entwurzelten schwarzen Baumstamm mit zwei grünen Lindenblättern im goldenen Felde. Helmkleinod: Tin psauenwedel zwischen zwei Baumästen mit Blättern. Decken schwarz-golden oder grün-goldenft. v. Tauschwitz. Das Geschlecht v. Tauschwitz, das in den landläufigen genealogischen Handbüchern nicht erwähnt wird, erscheint urkundlich nachweisbar bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts"). Im Lehnbuch des Markgrafen Friedrichs des Strengen wird ein Nsniriannus äs Duseb- ^vio 2 erwähnt, der in Potschappel und Burgk bei Dresden, sowie in Naundorf bei Rötzschenbroda besitzlich war"). Um die Mitte des 17. Jahrhunderts begegnet uns ein Ungehöriger des Geschlechts in der Gberlausitz: Heinrich Günther v. Tauschwitzh kaufte 1649 von seines Schwiegervaters weiland Hans Bernhards v. Rlüx zu Gleina (blO von Bautzen) Rreditoren das Gut Jauernick von Lübau); am 26. Januar 1650 empfing er die Belehnung. Die Gläubiger vertrat Wolf Heinrich d. Ü. v.Rlüx; dessen Schwester, Unna Helena v. Rlüx, 0 Gedruckte Leichenpredigt auf ihn, H.-St.-A. Gen. Boo. 7818, Taube, vol. I. 2) Moritz v. Kanne war 1623 — 162? fiat und Hofmeister des Fürsten Janusius Radzivil, Herzogs zu Birze und vubinki, später bei dessen Witwe. ft Über den Taubeschen Baumstamm als redendes Wappen (Tune — Ltuve, Stumpf, Baumstumpf) vergl. Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik, 1905 und 1906, Mitau 1908, S. 260. vergl. ferner in dem während des Druckes erschienenen „Archiv des uradeligen Geschlechts Taube, sonst Tuve genannt", I. Abt., I. Bd., 1911, die Auseinandersetzungen Michaels Frhrn. v. Taube über Name, Wappen und Ursprung der Anhaltischen vupe, S. 107 ff. ft Sm Stadtmuseum im neuen Rathause iu Dresden befindet sich ein aus Holz geschnitzter Totenschild mit dem Taubeschen Wappen, v. Taubesche Wappen finden sich ferner an Grabsteinen in der Sophienkirche zu Dresden, vergl. R. Bruck, Die Sophienkirche in Dresden, 1912, S. 62, 72, 75. ft Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkuude, XX. Jahrgang (1892), S. 124. ft W. Lippert und H. Beschorner, Vas Lehubuch Friedrichs des Strengen, 1903, S. 44, Nr. 51; S. 48, Nr. 81. ft So unterschreibt er sich selbst iu den Lehnsakten von Jauernick; von dritter Seite wird er ebendaselbst geschrieben teils Tauschwitz, teils auch Trauschwitz. v. Tempsky. 957 war Heinrich Günthers Gattin. Dieser seiner Gemahlin verkaufte Heinrich Günther am 20. (Oktober 1659 Jauernick. Km 3. Rugust 1661 belehnt, verkaufte sie das Gut am 20. Rugust 1664, damals bereits Witwe, an Hans Heinrich Goldbach für 1450 Taler H. Vas Wappen ist uns nicht bekannt. v. Teinpsky. Rls Stammsitz des Geschlechts v. Tempsky gilt Tempcz in Pommerellen. Von da soll ein Zweig im 17. Jahrhundert nach Schlesien eingewandert sein. Christoph Rudolph v. T. erwarb das Gut Csuicken- dorf im Kreise Frankenstein und vermählte sich um 1670 mit einer v. NostitzH. Sein Sohn Carl Joseph machte sich zuerst in der Gberlausitz ansässig, indem er am Rlichaelistermin 1700 das Gut Gber-Schreibers- dorf (bi^V von Sauban) von Ernst Gotthard Adolph v. Warnsdorf kaufte. Ruf dem Landtage im Januar 1701 wurde er in das INittel der Landstände aufgenommen. Tarl Joseph geriet in ungünstige Vermögensverhältnisse und das Gut Gber-Schreibersdorf wurde am 22. Februar 1732 Wigand Gottlob v. Gersdorfs adjudiziert. vermählt hatte sich Tarl IosephH: I. am 4. November 1700 mit Elisabeth Erd- muth v. Tschirnhaus a. d. H. Kieslingswalde, geboren zu Hässlich am 30. Juli 1680, gestorben am 2. Juli 1714; II. 1715 mit Eleonore Lharlotte v. Tschirnhaus a. d. H. Kieslingswalde, gestorben 1735. Er starb zu Großhennersdorf bei Herrnhut am 23. September 1739 nachts ftel Uhr im Rlter von 63 Jahren und wurde am 27. d. IN. mit einer parentation über 2. Timoth. 4, 7 — 8 in der Kirche daselbst bestattetft. von seinen neun Kindern überlebten ihn sieben^ (1-7): 1. Tarl Erdmann. 2. Johann Rudolph, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Rppellationsrat, kaufte 1737 von Christiane Gottliebe Freifrau v. Fletcher Nieder-Sohland II. am Rothstein (0 von Löbau) für 9500 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld, verkaufte es aber schon im folgenden H H.-St.-N. Boo. 9547, Das 6. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1657 — 74, Lrb- verwandlungen, Fol. 139. — Im H.-Lt.-N. Gen. I-oo. 7819, v. Tauschwitz, finden sich aus der Zeit des Endes des 16. und des ersten Drittels des 17. Jahrhunderts folgende Ungehörige des Geschlechts v. T. erwähnt: 1587 ist in Drünhain ein Vber- forstnieister Hermann y. G.; von da schreibt er im Jahre 1588 an Paul Gröbell auf Neunkirchen und Rödern, kurfürstlich Sächsischen Hof- und Landjägermeister, seinen Schwager und Gevatter. 1597 ist ein Hans Georg v. T. in Grünhain. Rin 12. Juli alten Kalenders 1631 wurde der königlich Schwedische Rittmeister Hans Laspar v. T. am Tor vor der Stadt Lübben vom kurfürstlich Sächsischen Major Lhristoph v. Klitzing durch eine tödliche Verwundung ums Leben gebracht. Lein Bruder, der bereits verstorbene Hans George v. T. hatte noch zwei Söhne am Leben, beide unmündig: der eine, Hans Heinrich v. T. befand sich in Peitz, der andere, nicht benannte, in Böhmen. H Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Ndels-Geschlechter, 1877, s. v. ch Ebenda: Sinapius, Schlesische Luriositäten, I. Band, S. 997. H Freundliche Mitteilung des Pfarramts zu Großhennersdorf. b) Kloß, Geneal. Nachrichten, Mjpt., Bd. XVII, v. Tempsky. Y58 v. Tempski). Jahre (1738) an sie zurück. Lr starb zu Dresden im Juni 1745 im Nlter von 40 Jahren, vermählt hatte er sich 1737 mit Lrdmuth Sophie v. Dose a. d. H. Nickern. Sie kaufte im Jahre 1737, noch vor ihrer Verheiratung, das GutGroßwelka (bN4W von Bautzen) von den hinterlassenen Lehmannschen Kindern für 18500 Taler (a 24 Gr., ä 12 Meißnische Pf.),- am 11. Dezember 1737 wurde sie belehnt. 1745 verkaufte sie das'Gut an Nugust Ndolph v. Below. 3. (Otto Friedrich, preußischer (Oberst und Kommandeur des v. Kowalski)schen Garnison-Regiments, geboren am 19. November 1706, gestorben am 19. November 1773 zu Schildberg bei Soldin, vermählt: I. mit Helene Tugendreich v. Rothenburg, gestorben im Oktober 1756) II. am 20. Juni 1764 mit Friederike Taroline Rose^. Nus zweiter The stammte eine Tochter Friderica Dorothea Taroline, geboren am 31. Juli 1767H. 4. Gottlob Sebald. 5. Hertwig Ernst, gestorben am Begräbnistage seiner Mutter. 6. Lhristian Benjamin, geboren 1714) nach seiner Geburt starb seine Mutter. 7. Johanna Elisabeth Tugendreich, geboren im Februar 1709, gestorben zu Gertmannsdors bei Lauban am 28. Dezember 1764, unvermählt 2). Über die Verwandtschaft der beiden gleich zu nennenden mit den bereits erwähnten vermögen wir keine Nuskunft zu erteilen: Tarl Leopold v. T. aus Rothlach, Uttig (Kreis Bunzlau) und Zubehör kaufte von Hans Tarl Gottlob v. Schweinitz am 15. Februar 1791 das Erbrittergut Gruna (OblO von Görlitz) für 48700 Rtlr. und 100 Speziesdukaten Schlüsselgeld) am 10. Nugust 1791 erhielt er den Lrbbries. Er verkaufte das Gut am 22. November 1802 an Ernst Gottlob v. Kiesenwetter auf Ober- und Nieder-lvaldau. Georg Friedrich v. T. aus Gttendors und Thiergarten rc. kaufte am I. Mai 1791 von Ernst Heinrich Ndolph v. Warnsdorf für 46400 Rtlr. und 500 Rtlr. Schlüsselgeld das Gut Mittel-Gerlachsheim (^V von Marklissa) samt dem Unwürdeschen Gütchen, ferner von Gottlob Samuel Reichel am 2./4. Npril 1792 Nieder-Gerlachsheim für 15000 Rtlr. und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Über ersteres Gut erhielt er am 15. Februar, über letzteres am 16. September 1792 den Erbbrief. Nieder- Gerlachsheim verkaufte er am 20. Juni 1796 für 20000 Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld an Frau Trdmuthe Tharlotte v. Warnsdorf, geb. v. Leubnitz, Mittel-Gerlachsheim am 30. Dezember 1796 an Frau Sophia Eleonore v. Krackenhos, geb. v. Metzradt, für 65000 Taler Kaufund 40 Stück Friedrichsdor Schlüsselgeld. Wappen: Im blauen Schilde ein gestürzter, gebildeter, goldener Halbmond, darunter links ein goldener Stern) im Schildessuß eine silberne Schüssel mit dem Haupte Johannis. Helm gekrönt. Kleinod: Drei h Nach Mitteilungen aus der Familie v. Tempskyi vergl. auch Oer Deutsche Herold 1912, S. 290. H Vresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1765, Nr. VIII. v. Temritz. 959 gestürzte silberne Pfeile. Decken blau-golden. R. Frh. ». Krane und R. M. Hildebrandt, Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Rdels, 1901-l 904, Taf. 107. v. Temritz. Die v. Temritz, wohl nach der nordwestlich von Bautzen gelegenen (Ortschaft Temritz sich nennend, sind schon im 13. Jahrhundert in der (Oberlausitz urkundlich nachweisbarh. verhältnismäßig frühzeitig hatte das Geschlecht sich der Vergünstigung einer Gesamtbelehnung zu erfreuen: So wurden die ungesonderten Gebrüder Heinrich und Rpcze v. T. zugleich mit Gtto und Hans Gleyne zu Winckmannsdorf (d. i. Weigersdorf) am Montag nach Tantate 1419^) sl6. Mai) von König Wenzel zu gesamter Hand mit ihren Gütern Geisa (^V8^V von Rothenburg), Förstgeri (dlM von Geisa), Leipgen (8 von Gelsa) und Weigersdorf (8M von Gelsa, nahe der Sächsischen Grenze) belehnt. Line Erneuerung und Bestätigung dieser Gesamtbelehnung gewährte König Wladislaus, Prag, am Donnerstag vor viti 1497 s8. Juni) den Gebrüdern Heinrich, Michel und Georg und ihren Vettern Hans und Nikol zu Groß- Velsab). Diese von den Königen Wenzel und Wladislaus erteilten Privilegien konfirmierte König Ferdinand, Bautzen, am 24. Mai 1538, dem Geschlecht und bestätigte gleichzeitig den ungesonderten Gebrüdern Hans, Heinrich und Thristoph v. T. zu Gelsa die Gesamtlehn ihrer Güter h. Buch Kaiser Maximilian II. konfirmierte die alten Briefe des Geschlechts am 22. Rpril 1567^). Line weitere Bestätigung ihrer Privilegien wegen der gesamten Lehn erlangten die v. T. von Rudolf II., Görlitz, am 18. Mai 1577 und von Matthias, Breslau, am 26. September 1611"). Rach dem Übergang der Lausitzen an Kursachsen baten die Gebrüder und Vettern v. T. a. d. hh. Gelsa, Diehsa, Särichen, Reichwalde und Tollm im Jahre 1637 den Kurfürsten um Indult zu Suchung der Konfirmation ihrer Spezial-Privilegien und Freiheiten^. Rm 13. Dktober 1662 erhielt das Geschlecht v. T. von neuem eine Kon- 9 vergl. Knothe, Geschichte der Vberlaus. kldels, 1874, 5. 514. 2) H.-St.-kl. Boo. 4550, Görlitzischer Trepss, vol. V der Lehenbrieffe im Rtarg- graffthumb Gberlausitz I4I4-I6I5, Fol. 305^ Verzeichnis Gberlaus. Urkunden I, 3. und 4. Heft, S. 147. ch H. - St. - kl. Boo. 4550, a. a. G. Fol. 307. tz H.-St.-R. i^oe. 4550, a. a. G. Fol. 314. -'Die drei Brüder Hans, Heinrich und Thristoph v. T. hatten König Ferdinand die genannten Briefe Wenzels und Wladislaus' vorgelegt . . . „in sich haltend, daß hochbenannte unsere Vorfahren unter andern klrtikeln und Freiheiten etwan ihren Vorfahren und ihnen als Leibs- Lehenserben gesummte Lehen verliehen und gegeben haben", worauf König Ferdinand ... „gemelkten Brüdern v. Temritz, sie sundern sich mit ihren Gütern, Feuer und Rauch, oder nit, und ihren ehelichen Leiber-Lehnserben unvorscheidentlich dieselben gesammten Lehen sammt allen und jeglichen ihren Gütern, benannt und unbenannt, aufs neu sämmtlich verliehen und ihnen denselben dreien vorangezeigten Briefen alle und jegliche Freiheiten, Punkt und klrtikeln zugelassen, bestätiget und confirmiret". H.-St.-kl. Boa. 4546, Vas zweite Buch Gberlaus. Lehens-Sachen 1631—50, Fol. 63. s) H.St.-kl. Boo. 4550, a. a. G. Fol. 315. °) Ebenda, Fol. 317, 321. tz H.-St.-kl. Boo. 4546, Vas zweite Buch rc., Fol. 63. 960 v. Temritz. firmation über die Gesamtbelehnung u. a. Privilegien (doppelte Sächsische Frist zur Auswirkung des gesamten Lehnbrieses) h. Heinrich v. T. hatte drei Söhne hinterlassen, die im Jahre 1529 mit den väterlichen Gütern belehnt, die Stifter dreier Linien wurden: I. Hans. Tr stiftete die Linie Diehsa —Särichen (ersteres 8^V, letzteres 88V/ von Rothenburg, am weißen Schöps). Siehe unten. II. Heinrich II. Lr stiftete die Linie Lollm (W8^V von Rothenburg). Siehe unten S. 962. III. Christoph. Lr stiftete die Linie Geisa (W8W von Rothenburg)^). Siehe unten S. 964. I. Linie Viehsa-Särichen. Hans v. T. hatte Diehsa, ein vasallengut der Herrschaft Friedland, erworben und wird 1573 als Mitbesitzer von Gber-Horka (8^V von Rothenburg) bezeichnet"). Im Jahre 1560, am Mittwoch nach Iudica s3. Rprih war er mit Särichen (88W von Rothenburg) und Zentendorf (I4I40 von Görlitz, an der Neiße) belehnt worden. Lr hatte diese Güter von Franz Grafen und Freiherrn von Thurn („Turna") zu „Rrenitz", Ritter, der fürstlichen Durchlauchtigkeit oberstem Hofmeister, erkausth. Hans war vermählt mit Gertrud geb. v. Gersdorss, die er am Donnerstag nach Martini 1569 s17. November) aus Särichen, Zentendorf und den Bauer zu Lollm verleibgedingen ließ''). Hans hinterließ zwei Söhne: Heinrich und Georg. Heinrich empfing am 18. Juli 1583 die Lehn über die hinterlassenen Lehngüter seines Vaters, die Dörfer Särichen und Zentendorf") nebst dem Lauer zu Lollm (^V8W von Rothenburg),- an demselben Tage erhielt Georg 3600 Taler, die ihm zufolge brüderlicher Teilung aus den väterlichen Gütern Diehsa, Särichen, Zentendorf zugefallen waren, zu Lehn verreicht h. von Georg hören wir nichts weiter. Heinrich, sein Bruder, der neben den angegebenen Gütern namentlich auch Diehsa als Afterlehn der Herrschaft Friedland und zwar seit dem Jahre 1597 besaß"), starb in der Woche nach Gstern 1612°) sGstersonntag — 12. April). Drei Söhne hatte er, sowie eine Tochter: a. Heinrich d. I. Siehe unten S. 961. b. Christoph. Siehe unten 5. 961. h H.-St.-N. L. 06 . 9500, Tonfirmationes über der Stände von Herren und Rdel im Marggraffthum Gberlausitz Privilegien so 1657-95, Fol. 48 ff. — Sämtliche v. Temritzsche Lehnbriefe waren beim großen Brande Bautzens 1634 in der Behausung vr. Rauls, der sie aufbewahrte, in Flammen ausgegangen. Lbenda. -) Rnothe a. a. V. S. 514; Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 154. h L. kl. Th. holscher, Oie parochie Horba, 1856, S. 16. h H.-St.-N. Boe. 9550, Görlitzischer Trerffs, Bol. V rc., Fol. 324. h H.-St.-N. Boo. 9549, Lehen im Budissinschen äs anno 1562 — 70, Fol. 72. h Zentendorf gelangte bald hierauf in den Besitz der Stadt Görlitz, die am 16. Ianuar 1596 mit dem Gute belehnt wurde. Laus. Magazin 1774, 5. 164. h H.-St.-N. Boo. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, 1572 — 84, Fol. 28. h Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. 115. h Staatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615-1689; H.-St.-R. Boo.9550, Görlitzischer Treiffs, Bol. V der Lehenbrieffe 1419 — 1615, Fol. 330. v. Temritz. 961 c. Hans. Liehe unten. ä. Sophia, vermählte sich mit Nikol v. Nostitz aus Nieder- Lunewalde und brachte ihrem Gatten laut Ehestiftung vom 19. Oktober 1613 2000 Taler in die Ehe mit. Zwischen diesen drei Gebrüdern v. T. „und Diehsau" kam es am 11. Mai 1615 zu einer Erbsonderung und Teilung, und es erhielt Heinrich das väterliche Gut Diehsa, „so sonsten in der Herrschaft Fried- land zue Lehen rühret" nebst zwei Wiesen zu Sproitz von Rothenburg) und Horscha (blVV von Sproitz),' Thristoph das Gut Särichen samt einem Bauer zu Lollm, etlichen Häusern und Teichlein daselbst; Hans, der jüngste Bruder, die Summe von 16500 Talern barft. a. Heinrich d. I. v. T. wurde gemeinsam mit seinen beiden Brüdern, sowie mit.Gevettern, am 24. Nugust 1612 zu Friedland von Thristoph II. v. Noedern mit Diehsa belehntft. Heinrich kaufte am 10. Mai 1616 mit Nonsens des mitbelehnten Bruders Hans von seinem Bruder Thristoph dessen Bauer, sowie Häusler zu Tollm für 800 Taler. Nm 22. März 1650 starb er zu Mückenhain, 63 Jahre alt, und wurde in Horka begraben^, vermählt war Heinrich mit Nnna Sabina v. Minckwitz, Tochter Thristophs v. M. aus Nadibor. Das Ehegelöbnis fand am 13. November 1612 zu Nadibor statt, Thristoph v. Minckwitz versprach seiner Tochter „über ihren Schmuck an Netten und adelichen gebührenden Kleidern, zu Heprathguth oder Mitgifft drei) tausendt Gülden Meißnisch, jeden zu 21 arZi gerechnet, in Jahr und Tagk nach gehalttenem ehelichen Verftager mittzugeben". Der Bräutigam sicherte dagegen seiner Braut 2000 Fl. zu anstatt des Gegenvermächtnisses aus seinen bereitesten Gütern, 600 Fl. zur Erkausung eines Hauses rc.H. Frau Nnna Sabina starb, 45 Jahre alt, am 24. November 1639 in Bautzens. b. Thristoph v. T., der zweite Sohn Heinrichs, hatte in der brüderlichen Teilung das Gut Särichen nebst pertinentien in Tollm erhalten und mutete beim königlichen Nmt zu Görlitz zugleich mit seinen Brüdern die Lehn über diese Stücke am 5. März 1613°). Thristoph, „auf Diehsa" bezeichnet, vermählte sich am 17. November 1615 mit Nnna Margarethe v. Nostitz a. d. H. Lunewaldeft. c. Hans v. T., der dritte Sohn Heinrichs, der in der brüderlichen Teilung mit Geld abgesunden worden war, war im Jahre 1612 noch unmündig und stand unter Vormundschaft der Gebrüder Dtto und Georg ft H.-St.-N. 1-oo. 9545, verzeichntes der Lehen und Leibgedinge in Gber- lausitz äo LO 1604 — 1617, Fol. 2515. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 75, S. 115. ft Nach dem Horkaer Kirchenbuch, bei Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XVII, v. Temritz. ft ft.-St.-N. 1-oe. 9520, Vberlaus. ftustizsachen, vol. XI. H I. L. Wagner, Budiss. Grab- und Gedächtnis-Mahle, 1697, S. 18. Ihr Grabdenkmal ist in der Petrikirche zu Bautzen. o) kj.-St.-5l. 1-06.9545, Verzeichnis der Lehen rc., Fol. 1685. ft Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XVII, v. Temritz. 61 ä 962 v. Temritz. v. Nostitz 1). Hans fand ein frühes Ende: Km 12. Rpril 1620 fiel er mit anderen jungen Leuten von der Ritterschaft in der Schlacht, vier Meilen von „polnick" 2 ). Über die Nachkommen Heinrichs d. I. und Lhristophs ist etwas genaues nicht bekannt. Ein Hans Thristoph v. T., der als königlich Schwedischer Oberstleutnant und als auf Diehsa und Tollm gesessen bezeichnet wird, mag wohl ein Sohn Heinrichs d. I. oder Lhristophs sein 2). Er verkaufte im Jahre 1660 das Gut viehsa an Georg v. Rückhardt auf Mengelsdorf. Rm 16./26. Juli 1667 beteiligte er sich, als auf „Tulmen" gesessen, an der Huldigung des Nurfürsten Johann Georgs II. in BautzenI. Sm Jahre 1667 kaufte er, „weiland auf Kollm", ein Haus auf dem Burglehn zu Bautzen und schenkte es folgenden Tages juclieialitci' per äonationem mortis causa seiner Wirtin. Bis nach seinem Tode die Wirtin das Haus beanspruchte, verweigerten die Erben die Herausgabe, denn Burglehnhäuser seien Lehn,' nicht Erbe, könnten daher nicht verschenkt werden. Der weitere Verlauf der Nngelegenheit ist nicht bekannt °). Hans Thristoph starb am 22. Rpril 1668 zu Bautzen. Das Gut Tollm fiel an die Gebrüder Lleuther und Taspar Lhrenreich v. T. auf Mücka und Oelsa und ihren ausländischen jüngeren Bruder Peter Rudolph (vergl. S. 969, 970, 972) zufolge der ihnen am 13. Oktober 1662 erteilten Konfirmation über die gesamte Hand. II. Linie Tollm. Heinrich II. v. T., der zweite Sohn Heinrichs, besaß seit vor 1638 Tollm und hinterließ zwei Söhne: Taspar und den ausländischen Peter, die am Tage Galli 1667 j16. Oktobers mit Tollm belehnt wurden °). Peter ließ 2300 Taler, die er aus dem väterlichen Lehngut Tollm erhielt, zur Erhaltung der gesamten Lehn, die er mit seinem Bruder und Vetter hatte, aus der Natur des Erbes in die des Lehns setzen und empfing diese Summe am 3. November 1672 zu Lehnh. Taspar erwarb zu Tollm noch etliche Stücke von Reichwalde von Rothenburg, am schwarzen Schöps) hinzu, die er von Seifried v. Metzradt „in unterschiedlichen drepen Käuffen" erworben hatte. Rm 19. Mai h Neues Laus. Mag. Bd. 73, S. NS. 2) Neues Lauj. Mag. Bd. 16, S. 92. b) Nls seinen Geburtstag gibt Kloß a. a. G. den 12. Februar 1612 an. Vieser Geburtstag würde allerdings — die Richtigkeit der Nngabe vorausgesetzt - mit den oben (vergl.S.961) angegebenenvaten dervermählung Heinrichs d.I. und Lhristophs nicht in Einklang zu bringen sein. — Wegen in jugendlichem Übermut begangener Nusschreitungen in Bautzen im Frühjahr und Herbst 1639 wurde Hans Thristoph v. T. auf Viehsa, Leutnant, in Bestrickung genommen und zu 500 Talern Strafe verurteilt. vergl. H.-St.-N. Boe. 9562, Hannß Lhristophs von Temritz zu viesa verübten Frevel zu Budissin und daher ihme dictirtes Strafs-Geld betreffende, 1639-53 (Band von 98 Bll.). H Gberlaus. Nachlese 1771, S. 345-347. °) Vomstift zu Bautzen: ^.ata IX, 775. h H.-St.-6. Boa. 9550, Görlitzischer Lreyss, vol. V der Lehenbrieffe im Marg- graffthumb Dberlausitz 1419 —1615, Fol. 333. H H.-St.-N. Baa. 9550, Registratur der Lehen w., Fol. 1. v. Temritz. 963 1691 empfing er die Belehnung'). Er war bei der am 26. November 1592 im königlichen Schloß zu Bautzen stattfindenden Ehrentafel einer der Beisitzer des Landvogtsh. vermählt war er, unbekannt ob in erster oder zweiter Ehe, mit Barbara v. Nackei a. d. h. Neuhammer und starb am 3. Dezember 1604 h. Er hinterließ drei Söhne und, soweit bekannt, eine Tochter (1—4): 1. Peter. Siehe unten. Rls seine Stiefbrüder h werden die beiden folgenden bezeichnet: 2. Christoph. Siehe unten. 3. Hans Caspar. Siehe unten S. 964. 4. Dorothea. Sie vermählte sich am Dienstag vor Pfingsten 1615 f23. INaif zu Neuhammer mit Hieronymus d. I. v. Nostitz auf Neundors und Raltwasser, der am 11. Juli 1619 in Görlitz erstochen wurde h. 1. Peter v. T., Caspars erstem Sohn, fiel in der brüderlichen Teilung das Gut Lollm zu. Er kaufte auch gemeinsam mit Hieronymus v. Rabenau das Gut Hammer st adt (kl'W von Rothenburg, am weißen Schöps) und wurde am 12. Dezember 1612 mit seinem Rnteil belehnt"). Peter „auf Rulman" (Eollm) verpfändete sein „Stück Und Rntheil Gutes zu Hammerstadt" noch an demselben Tage, am 12. Dezember 1612 an seine Schwiegermutter Frau Rnna v. Rabenau geb. v. Nostitz auf Hammerstadt wegen einer Summe von tausend Talern, die er ihr schuldig war. Ruch von seinem Bruder Christoph aus Reichwalde entlieh Peter Geld. So erhielt Christoph am 22. November 1616 Rmtsgunst gegen seinen Bruder Peter v. T. aus Lollm wegen eines Darlehns von zweitausend Talern h. Peter Unterzeichnete am 7. Juni 1619 mit das Lehnspaktumh. vermählt war er mit . . . v. Rabenau a. d. h. Hammerstadt. Rls sein Schwager wird bezeichnet Hieronymus v. Rabenau, der am 13. Juli l616 mit dem von Peter v. T. wieder an sich gekauften väterlichen Stückgut zu Hammerstadt belehnt wird"). Peters Tochter Sophia vermählte sich mit Georg Rudolph v. pentzig aus pielitz, lNücka rc?"). 2. Christoph v. T., Taspars zweitem Sohne, war das väterliche Gut Reichwalde mit zwei Ritterfitzen zugefallen, am 20. September 1608 wurde er belehnt"), hierzu hatte er das Gut Ivunscha (bl von Reichwalde, von Rothenburg, am weißen Schöps) erworben. Rm 7. Juni 1619 Unterzeichnete er das Lehnspaktum"). Er starb um das 0 6 -- 5 t.- 6 . 7c>6. 9550, Görlitzischer Tretzss, vol. V der Lehenbrieffe rc. 1419 bis 1615, BI. 300. h Tarpzov, Ehren-Tempel der Ober - Lausitz, 1719, I. 5.163. h Ltaatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615-1689. y Ebenda. h p. Zchubert, Pastor in Rothenburg, Leichenpredigt auf ihn. 3) kf--5t.-kl. Boe.9550, Görlitzischer Trepss, vol. V rc., Fol. 337. tz 6--5t.-kl. 7,06. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 306b. h Vberlaus. Lollections-tverk, I, 5. 1055. h kf.-5t.-6. 7c>o. 9545, verzeichnüss rc., Fol. 302b. '0) Kloß, Genealog. Nachrichten, IRspt. Bd. XVII, v. Temritz. kf.-5t.-6. 706.9550, Görlitzischer Lreyss, vol. V rc., Bl. 302. urs Gberlaus. Tollektions-lverk, I, 5. 1055. 61 * 964 v. Temritz. Jahr 1648 und zwar arg verschuldet, denn seine Güter Reichwalde und Wunscha wurden nach seinem Tode sämtlichen Kreditoren am 16. Sep- tember 1648 „eingethan" und von ihnen durch einen Sequester geurbart und bestellt. Da aber aus diese Weise die Einkünfte nicht zur Bezahlung auch nur einiger Kreditoren reichten, infolgedessen auch die Schuloen Zunahmen und mit Hinzurechnung der Zinsen die höhe von 30000 Talern erreichten, während die Güter bei der angeordneten Taxation vom 15. Juni 1649 aus 15183 Taler 12 Groschen äoäuetis orwribus geschätzt worden waren, so verkauften die Kreditoren h die Güter Reichwalde und Wunscha an Lurt Reinicke v. Lallenberg aus der Herrschaft Rluskau am 9. Rpril 1650 für 15000 Taler in Bausch und Vogens.— vermählt war Thristoph mit Brigitta v. Luttitz, die ihn überlebte. Er hinterließ eine Tochter Ludomilla, die sich mit Joachim v. Bolberitz aus Seitschen vermählte, und einen Lohn Nikol, der im Jahre 1649 beim Rmtshauptmann anhielt um Rekognition seiner Lehnssuchung und Folge über die väterlichen Güter Reichwalde und Wunscha. Nikol hatte sich in Kottbus aus Provokation Otto Wigands v. hacke aus Briesen mit diesem in ein „Fußduell" einlassen müssen, in dem dieser den Tod fand. Nikol wurde verhaftet, nach peitz gebracht und sollte nach Lüstrin über- gesührt werden, da intervenierte der Kursürst von Sachsen beim Markgrafen Ernst zu Brandenburg am 29. Juli 1642 zu Gunsten des verhafteten, und ein zweites Mal am 23. Juni 1643, um die auf 3000 Taler festgesetzte Kaution für Freilassung des Gefangenen auf 400 bis 300 Taler zu ermäßigen ^). 3. Hans Taspar v. T-, Taspars dritter Lohn, lebte wahrscheinlich im Jahre 1619 nicht mehr, da in der Leichenpredigt auf seinen Schwager Hieronymus v. Nostitz I I. Juli 1619)h wohl seine Geschwister Peter, Thristoph, Dorothea erwähnt werden, nicht aber Hans Taspar. III. Linie Oelsa. Thristoph v. T., der dritte Sohn Heinrichs, auf Oelsa, wurde am 21. Juli 1563 belehnt mit einem Gärtner zu Förstgen von Geisa), „negst der Schule gelegen", nebst einem Stück Heide „in der Forstischen Fibige", erkauft von Heinrich v. Temritz zu Tollm^). Thristoph hinterließ zwei Söhne: Hans und Georg"). Hans zu >) von den Kreditoren werden namentlich genannt: Frau Brigitta v. Temritz, geb. v. Lnttitz, Witwe auf Reichwalde, Nikol v. T. anf Reichwalde, Christophs Sohn, dann als nächster Rgnat der Gberstleutnant Hans Christoph v. T. auf Lollm; ferner Hieronymus v. Gablenz auf Heidersdorf für sich und als Kurator der Frau Katharina v. Kottwitz, geb. v. Nostitz, Witwe und Fran auf Lissa und Zodel, Michael Schramm, Bürger und Handelsmann in Bautzen, George Gumprecht, Bürger und Materialist in Bautzen u. a. 2) H.-St.-N. Noo. 9547, Das 5. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1645-67, Lrbverwandlungen, Fol. 90. ") H.-St.-R. Gen. Noo. 7820, Temritz. H p. Schubert a. a. G. 5) H.-St.-N. Noo. 9549, Lehen im Budissinschen cis anno lS62 —70, Fol. l2. ") Knothe a. a. G. S. 516. v. Temritz. 965 Geisa war am 26. November i592 in der zu Bautzen abgehaltenen Ehrentafel, an der auch sein Vetter Caspar aus Tollm, wie oben erwähnt (vergl. 5. 963), mitwirkte, einer der Beisitzer des Ehrenmarschalls *). Hans starb jedenfalls im Jahre 1597, denn am 22. November dieses Jahres (1597) wurden seine Löhne mit den von ihm hinter- lassenen Gütern Gelsa, Förstgen und Leipgen belehnt. Diese Löhne waren: Hans d. I. Siehe unten. B. Christoph. Siehe unten S. 966. 6. Siegmund. Siehe unten S. 972. Hans d. I. v. T., der älteste Sohn Hansens, Herr aus Gelsa, starb, wie sein Bruder Christoph am 13. September 1621 dem Landeshauptmann meldet, „vor etlichen Wochen" und hinterließ zwei Söhne^), sowitz, soweit bekannt, eine Tochter (1-3): 1. Hans Georg. Siehe unten. 2. Christoph Siegmund. Dieser war „ein kleines Waiselein, den man damals noch tragen müssen"^). Er fand ein frühes Ende: Lin Trompeter erstach ihn am 14. Mai 1639 in der Behausung seines Vetters Hans Lhristoph v. T. aus DiehsaH. 3. Tochter,vermähltmitHans Friedrich I.v.Luttitz aufFriedersdorf. 1. Hans Georg v. T. vereinigte somit den väterlichen Besitz in seiner Hand. Nm 30. Juli 1639 wurde er belehnt mit den Gütern Gber-Gelsa, Nlein-Gelsa und Leipgen. Er verkaufte am 18. Januar 1661 sein Gut Gber-Gelsa nebst dem Dorfe Leipgen und Nlein-Gelsa an seinen „Vetter", Caspar Lhrenreich v. T. (vergl. 5. 970). Hans Georg unterschrieb am 27. Nugust 1654 das Lehnspaktum") und lebte noch, wie ausdrücklich bemerkt wird, im Jahre 1679"). Hans Georg war vermählt mit Esther v. Nackel. Sie hatte ihm laut Cheberedung vom 5. September 1639 tausend Taler als Lhegeld zugebracht und er ließ sie am 10. Nugust 1646 aus Geisa verleibgedingen. Frau Esther kaufte zu Walpurgis 1661 von Lhristoph Nbraham v. Metzradt das Gut Weißig (80 von Hoyerswerda). Ihr Gatte war ihr Lehnsträger; ihn, sowie ihren Sohn nahm sie in die Mitbelehnschast. Hans Georg verkaufte das Gut Weißig am 13. Mai 1676 an Hans Siegmund v. Luttitz. Hans Georg hinterließ einen Sohn und mehrere Töchter (a-6): u. Hans Lhristoph. Siehe unten S. 966. b. Barbara Magdalena, e. Tatharina Elisabeth, vermählte v. Minckwitz. ä. Esther Salome. tz Tarpzov a. a. D. I, 5. 162. 2 ) Lehnsakten Geisa. 'y Ebenda. H kf.-St.-6. L,oo. 9567, Lntleibungen im Marggraffthum Gberlausitz, vol. I, Fol. 146. — von diesem vergehen ist auch die Rede in dem oben (vergl. S. 962, Knm. 3) erwähnten Aktenstück des kf.-St.-kl. Loo. 9562, kfannß Christophs von Temritz zu viesa verübten Frevel rc. 1639-53. Da heißt es, der Trompeter habe den Lhristoph Siegmund an dem genannten Tage getötet, indem er „ihn nicht nur in untern Leibe weidwundt, sondern auch die Durgel mitten entzwep gestochen, das er baldt darauf sterben müssen". H Dberlaus. Lollektions-lverk I, S. 1056. ") H.-St.-A. voo. 9548, Das achte Buch Dberlaus. Lehnssachen, 1672 — 81, Fol. 126. 966 v. Temritz. a. Hans Lhristoph v. T., kurfürstlich Sächsischer Leutnant, erhob zufolge des seinem Vater und dessen Vettern am 13. Oktober 1662 konfirmierten Lehnspakti Ansprüche aus die Güter Delsa, Lollm, Teichnitz nebst Förstgen, Leipgen, Klein-Delsa, vubrau undSproitz den fünf Töchtern Taspar Threnreichs v. T. (vergl. 5. 970 s.) gegenüber und trat seine Ansprüche am 1. März 1710 dem königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Generalleutnant Robert Taparelle Grasen v. Lagnasco gegen eine Summe von 6000 Talern, die dieser ihm zedierte, ab h. Hans Thristoph v. T. lebte in Hoyerswerda in, wie es scheint, bedrängten Verhältnissen. So lieh er im Jahre 1683 von seinen drei Schwestern hundert Taler, so wurde er im Jahre 1701 von seiner Schwester Barbara Magdalena wegen rückständiger hauskaussgelder in Hoyerswerda verklagt h. Hans Lhristoph starb im Jahre 1719^). vermählt war er mit Helena Sophia v. Soeben, geboren zu Greifenhain im Jahre 1664 als Tochter Taspar Tonrads v. L. aus Greifenhain und seiner Gattin Anna Margaretha v. lvaltersdorf auf IDaltersdorf. Frau Helena Sophia starb nach fünfzehnjährigem Mtwenstande am 19. September 1734, „nachdem sie sich als eine Mutter gegen die Armen erwiesen" h. Hans Thristoph hatte eine Tochter Marianne Elisabeth, die als erste Gattin Wolf Heinrichs d. I. v. Spiller am 20. April 1714 starb ^). B. Lhristoph v. T. auf Geisa, der zweite Sohn Hansens, kaufte von Joachim v. Gersdorff zu Rrischa drei Bauern, einen Gärtner und drei Häusler zu Förstgen „bey der Gisse" und erhielt sie am 4. Juni 1603 zu Lehn verreicht I. Im Jahre 1615 kaufte er ein Burglehnhaus zu Bautzen für 210 Talerh. Er starb am 11. Dezember 1640 und hinterließ seinen Hinterbliebenen das niedere Lehngut zu Delsa samt dem Vorwerk zu Förstgen und vubrau sowie ein Haus auf dem Burglehn zu Bautzen, vermählt war er mit Anna Barbara v. haugwitz, Tochter Leuthers v. h. auf Dahren. Sie überlebte ihn. Thristoph hinterließ vier Söhne und zwei Töchter (1—6): 1. Hans Thristoph. Siehe unten S. 967. 2. Leuth er. Siehe unten S. 969. 3. Taspar Lhrenreich. Siehe unten S. 970. 4. Peter Rudolph. Siehe unten S. 972. h Lehnsakten Lollm. h H.-St.-K. Gen. 4,00.7820, Temritz. h Sal. Dlob. §rentzel, histor. Schau-Platz oder Lhronike von Hoyerswerda, 1744, S. 189. — Dieser Hans Thristoph ist es zweifelsohne, den Großer meint, wenn er in den im Jahre 1714 erschienenen „Laus. INerckwürdigkeiten" im III. Teil S. 53 schreibt: „Thämmritz. Dieses Kdeliche Geschlechts war vor diesem sehr begütert: allein der männliche Stamm ist gäntzlich abgestorben, außer einem einigen, so sich lange in auswärtigen Krieges - Diensten aufgehalten und bereits vor todt geschähet worden, ietzo aber in der herrschafft Hoyerswerda lebt", h Zrentze.l a. a. G. S. 189. h H.-St.-6. Gen. 4oe. 7808, Spiller. o) H.-St.-K. 4oe. 9545, Verzeichnis der Lehen rc., Zol. 10b. tz Sein „am Lck, beim Schwibbogen" gelegenes Haus brannte zweimal innerhalb weniger Jahre, 1620 und 1634, ab. v. Temritz. 967 5. Buna LatharinaI. Sie vermählte sich mit Heinrich Christian v. Rabenau aus Nieder-Strahwalde. 6. Maria Elisabeth. Sie vermählte sich mit Joachim Lern- hard v. Gersdorff aus (Ober - Nennersdors. Der Lhevertrag fand statt am l. Mai 1652. l. Hans Christoph v. T., ein Sohn Christophs, kaufte am 14. Mai 1653 von den Georg und Martin Breunig scheu Lrben das Gut Ceichnitz (bl von Bautzen) für 5900 Taler und wurde am 24. klpril l654 belehnt. Nm 27. Nugust l654 Unterzeichnete er das Lehnspaktum^). Cr starb, nachdem er „wegen seines Unglücks in Cntlepbung seines Unechtes am 5. Septembris l667 in die Gber-Ucht erklähret und also pro civiliter inortuo gehalten wirbt""), um das Jahr l671. vermählt tz Nnna Latharina heißt sie in den Lehnsakten von Nieder - Strahwalde; im Jahrbuch des Deutschen Ndels, III. Bd. (1899), S. 307 wird sie Nnna Lhristiane Latharina genannt und als ihr Geburts- und Todestag der 19. Februar 1626 und 28. INärz 1694 bezeichnet. Vberlaus. Lollektions Werk I, 5. 1066. 3) Lehnsakten Lollm. Über den Verlauf der Angelegenheit ist nach den Lehnsakten Teichnitz folgendes zu bemerken: Hans ThUstophs Bruder, Leuther v. T. schreibt am 2. Dezember 1665 an den Landvogt: Da der Kurfürst „auf meines abwesenden Bruders ks- Hans Christophs v. T. unerzogener kleiner Kinder demüthigstes, flehentlichstes Bitten sich dahin gnädigst resolvirt, daß, wofern gleich ihr Vater zu Nusführung seiner Unschuld wegen der an seinem Knechte begangenen Tntleibung sam 5.,15. März 1664s nicht wiederum ins Land kommen mochte, dennoch sein Gütchen Teichnitz in keinen Nnspruch genommen, sondern seinen armen Kindern eigen- thümlich gelassen werden sollte" . . ., so bitte er um eine Vberamtsrekognition. — Nm 22. Mai 1665 hatten sich von Bautzen an den Kurfürsten gewendet „Lhristina Ngnisa vor mich und meiner abwesenden Schwester Johanna Tleonora gebohrner Temritzin, Sophia Tugendreich vor mich und meiner kleinern Schwester Barbara Lliesabethen gebohrner Temritzin": „Tw. Lhurfl. Durch!, können Wir arme unschuldige Kinder mit wehmüthigsten Thränen zu Klagen nicht unterlassen, wie daß der Heplige Gott nach seinem gerechtesten Wohlgefallen vor 2H^ Jahren unsere liebe Mutter von dieser Welt durch den zeidtlichen Todt abgefordert/unser lieber Vater aber, k)-Hanns Christoph von Temritz im verwichenen 1664. Jahre mit seinem Knechte verunglückt und nach ergriffener Flucht unlängsthin vor hiesigem peinlichen Gerichte in die Ncht erkläret, auch dannenhero, weil er dergestalt pro oivilitsr irrortuo gehalten wird, wir bep unseren zarten Jahren in den elenden Waisen-Stand gesetzt worden, weil wir nun nicht wissen können, ob unser Vater noch am Leben und wo er hin kommen ist, auch ob er wiederumb zurückgelangen und seine Unschuld ausführen werde, und aber inmittels besorgen müssen, es dörffe der Klsoal unsers abwesenden Vaters Stückchen Guths, Teichnicz genant, welches er vor 5000 und etliche hundert Thaler erkaufst, darauf) aber noch über 2000 Thaler Kaufsgelder schuldig ist, als wovon wir inmittels unsere nothdürfftige Lebensmittel suchen müssen, im Fall seines ferneren Ausbleibens angreiffen und uns arme Waisen an den jämmerlichen Bettelstab bringen, so fallen T. Lhnrfl. Durch!, wir hiermit wehmütigest zu Fus und bitten demütigest, Sie walten unser Gott auf Erden seyn und an uns armen unschuldigen Waisen die Mißethat unsers vatters nicht straffen, noch uns ohne dis unglückseelige Mutter- und Vater-Waisen weiter betrüben lassen. Sondern vielmehr mit Ihrer in denen Nuge» der ganzen Welt herumleuchtenden Gnade und Müdigkeit auch uns arme Waisen gnädigst begütigen. Und hierauf diese gnädigste Verordnung thun, daß, wofern gleich unser abwesender Vater nicht wiederumb zu erlangen sepn mochte, dennoch sein zurückgelassenes Gütchen Teichnicz von dem Kisoslir nicht angesprochen, sondern uns armen Kindern (die wir sonst nichts haben, wovon wir unser Leben erhalten und auferzogen werden krönten) eigenthümblich gelassen werden solle. Solche churfürstl. Y68 v. Temritz. war Hans Christoph mit Ngnes v. Lünau a. d. h. Nedaschütz. Sie starb am t4. Februar t663, ihr Söhnlein LIeuther Rudolph am 12. Februar desselben Jahres I. Ls überlebten Hans Christoph vier Töchter (a —6): a. Lhristina Rgnisa (Ngnes), vermählt: I. mit Hans Ernst v. Nüdinger aus Weigsdorsj II. 17. März 1688 mit Hans Nikol v. Eberhardt aus Nieder-Nennersdors. b. Johanna Eleonore, vermählte sich mit dem fürstlich Sachsen-Naumburgischen Nammerjunker zu Zeitz Christian Lhrenfried v. Ziegesar^). Sie starb zu Weihnachten 1680 mit Hinterlassung zweier Töchter 2). e. Sophia Tugendreich, heiratete in erster Ehe Samuel v. Loeben aus Gber-Horka, in zweiter Gottlob Heinrich v. Löss aus Teichnitz. ä. Barbara Elisabeth, vermählt mit Heinrich Erhard v. Oberland (Oberländer) aus Nieder-Neichenbach und Ober-Leutersdorf, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem Oberstwachtmeister. Über die Geburtstage dieser vier Schwestern ist nichts genaues bekannt^). Die drei damals noch unverheirateten v. Temritzschen Töchter hohe Gnade und Güte wollen wir an jenem Tage vor dem heiligen Angesichte Gottes zu rühmen wissen, inmittels aber vor T. Lhurfürstl. vurchl. und dero weltberühmten Hauses stets wehrende Erhöhung und glückseligste Verewigung Zeit unsers Lebens zu behten nicht ermüden", hierauf verfügte der Kurfürst Johann Georg II., Bautzen am I8./28. Mai 1665 an den Landvogt Frhrn. v. Tallenberg mit Bezug auf diesen Brief . . . „Nun seindt wir zwar nicht gemeinet, die Ausübung des peinlichen Processus aufzuheben, sondern wollen vielmehr, daß derselbe förderlichst vollendts fort- gesezet werden möge: vieweil wir aber wahr genommen, daß die ermelten Kinder noch ganz unerzogen und ihrem Anführen nach auch Mutterlose Waisen: Als seindt wir gnedigst zufrieden, daß die aufn Fall erfolgende Heimfälligkeit obernandten Gutts Teichnicz erlassen, solches denen Kindern eigenthümblich vorbleiben, jedoch die » auf den Proceß gewendeten Unkosten daraus entrichtet werden mögen, dessen Ihr sie also zu bescheiden". . . Am 16. Juli 1667 erhielten die vier Schwestern v. T. Gber- amtsrekognition darüber, daß ihnen zu ihrem Unterhalt ihr väterliches Gut Teichnitz gelassen morden sei. h Nach dem Kirchenbuch zu Förstgen, oergl. Kloß, Gen. Nachrichten, Mspt. Bd. XVII, v. Temritz. 2) H.-St.-A. Boc. 9548, Vas 8. Buch rc., Fol. 188 b. — Vas Gothaische Geneal. Taschenbuch für Adelige Häuser, 1906 (VII. Iahrgg.), s. v. v. Ziegesar gibt als vermählungstag den 12. Juli 1675 und nennt den Bräutigam Christian Lhrenfried Anton v. 3. Lr schloß eine zweite The mit Anna Margarethe v. Schlammersdorf. — Leuther v. Temritz schreibt über seine Nichte und Mündel Johanna Lleonora geb. v. T. . . . „So ist die Frau Ziegeserin von zarter Kindtheit an niemahls einheimisch und biß zu ihrer verheyrathung in fürstl. Magdeburgischen Aufwartung zu Halle... gewesen". h.-St.-6. Noc. 9548, Vas 8. Buch Vberlaus. Lehens-Sachen, 1672 — 81, Lrbverwand- lungen, Fol. 189. 3) Lehnsakten des Burglehns zu Bautzen. h ver Vormund und Gheim der vier Schwestern v. T., Leuther v. T. schreibt, Mücka, den 18. vezember 1675, dem Dberamtsverwalter, . . . „wie deren verstorbener Vater, hr. Hanns Lhristoph v. T. seel. weiland auf Teichnitz, ihrer Alter und Geburtstunde, auch wo sie geboren und getaufet worden, nichts schriftlichen aufzeichnende hinter ihme verlassen", so daß er nicht wisse, wie alt seine Mündel eigentlich seien. Seines Erachtens seien die beiden ältesten, Igfr. Lhristina Agnes und Frau Johanna v. Temritz. 969 Ehristina Agnisa, Sophia Tugendreich, Barbara Elisabeth kauften am 3./13. August 1677 von ihrer bereits vermählten Schwester Johanna Eleonore v. Ziegesar deren vierten Anteil an Teichnitz und erhielten am 13. April 1680 den Lrbbries. Ihr Gesuch um Lrbverroandlung des Gutes Teichnitz, unterstützt durch die Fürbitte des Herzogs Moritz zu Sachsen, Moritzburg a. d. Elster, am 16. November 1678, war ihnen am 10./20. Dezember 1679 vom Kurfürsten gewährt worden. Frau Sophia Tugendreich v. Löss kaufte im Jahre 1688 von ihren Schwestern deren Anteile am Gute Teichnitz. Das im Besitz ihres Vaters gewesene und auf 400 Mark geschätzte Bautzner Burglehnhaus in Besitz zu nehmen war den vier Schwestern v. T. bereits im Jahre 1671 vom Kurfürsten genehmigt worden I. 2. Leuther (Eleuther) v. T., ein Sohn Lhristophs, erwarb zumeist aus dem vermögen seiner Gattinnen oder durch Erbschaft von ihnen einen beträchtlichen Güterbesitz. Es seien deshalb zunächst seine drei Ehefrauen erwähnt. Leuther vermählte sich: I. mit Tatharina Margarethe v. Gersdorff, einer Tochter des Generalkriegskommissars und Landeshauptmanns der Gberlausitz, Hans Wolf v. G?) auf Gröditz. Sie starb am 30. August 1671 II. mit Blandina geb. v. Nüdinger, die in erster Ehe mit Erdmann v. Zechau, in zweiter mit Heinrich Joachim v. Maxen, in dritter mit Christoph Ernst v. Gersdorff aus Hainewalde und Vderwitz vermählt gewesen war und nun mit Leuther v. T. eine vierte Ehe einging. Am 19. Juli 1683 starb sie; III. mit Victoria Tugendreich v. Kpaw, einer Tochter Joachim Lrnsts I. v. K. aus Gießmannsdorf. Geboren am 25. Mai 1657, vermählte sie sich am 22. Januar 1685 mit Leuther. Nach einer wenig über ein Jahr dauernden Ehe mit ihm ging sie eine zweite Ehe ein mit Johann Georg v. Wehlen, Amtshauptmann v. Torgau, und nachdem diese im Jahre 1699 geschieden worden, eine dritte im Jahre 1700 mit Gtto Ludwig v. Tanitzh. Leuther nahm am 2./12. Februar 1684 an einer Ehrentafel im Schlosse zu Bautzen als einer der zwölf Assessoren an der landvogteilichen Tafel teM). Er starb am 20. Februar 1686. Sein einziges Kind, eine Tochter, Tatharina Blandina Tugendreich, postbumu, geboren am 20. März 1686, starb bereits am 29. August desselben Jahres^) und Eleonore verheiratete „Ziegeserin" nahe dem zwanzigsten, wo nicht ein und zwanzigsten Jahre, weshalb ihm obliege, für diese beiden ältesten Töchter die Lehn über ihren Anteil an Teichnitz zu empfangen. Lehnsakten Teichnitz. >) H.-St.-A. I-oo.9547, Vas vierdte Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1666 —1681, Fol. 95. 2) vergl. Bd. I, 5. 544, v. Gersdorff, Hauptlinie Ruhland —Gröditz. 'ch Iohs. Mürbe, Grts-Thronik von Petershain, 1844, S. 156. ->) v. Upaw, Familienchronik des Geschlechts v. Upaw, 1870, S. 131. 2) Larpzov a. a. G. I, S. 174. ") vornick, Herrschaften von hapnewalde und Spitzkunnersdorf, S. y gibt als Geburtstag der Tatharina Blandina Tugendreich den 20. März 1686 an, v. Uy aw a. a. G. S. 152 den 26. März. Als ihren Todestag bezeichnen übereinstimmend die Lehnsakten und H.-St.-A. Gen. Boo. 7820, Temritz, den 29. August 1686: v. tlpaw a. a. T>. S. 132 gibt irrtümlich den 29. August 1687 als Todestag an. 970 v. Temritz. so fielen denn die Güter Hainewalde, Spitzkunnersdorf, Gderwitz und Mücka an Leuthers Witwe. Leuther kaufte am 10. Oktober 1665 das Mannlehngut Mücka (^V8>V von Rothenburg) und zwar, wie angegeben wirdh, zum großen Teil von dem ihm zugebrachten vermögen seiner ersten Frau. Km 21. September 1666 wurde er belehnt. Da er kinderlos war, so verwandelte ihm der Kurfürst am 24. April 1667 das Gut aus Mann- in Erblehn. Leuthers zweite Gattin Blandina geb. v. Rüdinger (ch 19. Juli 1683) brachte die Güter Hainewalde von Zittau), Spitzkunners- dorf (bl^V von Zittau), Oderwitz von Zittau) und das sogenannte „Kreischengut" ihrem Mann mit in die Ehe. Sie hatte auch im Jahre 1671 ein halbes Haus aus dem Burglehn in Bautzen für 525 Rtlr. erworben „zu einem benöthigten Busenthalt, wenn ich oder mein Mann in selbiger Stadt einige Verrichtungen haben" h. Leuthers dritte Gattin erbte, wie erwähnt, von ihm bez. von ihrer frühverstorbenen Tochter die Güter Hainewalde, Spitzkunnersdors, Oderwitz und Mücka,' am 13. September 1686 wurden ihr die Güter zu Erbe verreicht. Bus das Gut Mücka erhob zwar ihr Schwager Taspar Lhrenreich v. T. Anspruch, jedoch ohne Erfolg, ebenso wurde nach seinem Tode eines Vetters Sohn, der als nächster Agnat das Gut beanspruchte, abgewiesen h. 3. Taspar Ehrenreich v. T., ein Sohn Christophs und jüngerer Bruder Leuthers, wurde am 22. September 1628 geboren h. Lr nahm in brüderlicher Teilung vom 8. April 1649 das Gut Rieder-Geisa nebst Förstgen und Dubrau für 9000 Taler an. Am 11. September 1659 kaufte er für 740 Taler das Nostitzsche Haus auf dem Burglehn zu Bautzen, nachdem ihm bereits 1657 die Reichwaldsche Brandstelle daselbst zu Lehn verreicht worden war'h. Tr erhandelte ferner das Gut Ober- und Klein-Delsa und Leipgen am 18.Ianuar1661 von Hans Georg v. Temritz (vergl. S. 965) für 7 500 Taler Kaussumme, 400 Taler als Geschenk an des Verkäufers Kinder und 200 Taler Herdgeld an dessen Ehefrau. Es überließen dem Caspar Ehrenreich ferner die Lehnserben des Oberstes ks.-5t.-K. Gen. Boa. 7820, Temritz. ks.-5t.-K. Boa. 9547, Vas vierdte Buch -c., Fol. 175. h Taspar Lhrenreich v. T. beanspruchte das Gut unter dein Vorwand, „weil Ihro Lhurf. Ourchl. oftgedacht Gut aus dem Lehn in Trblehn versetzt, so wäre solches nicht von der Tochter auf die leibliche Mutter, sondern auf ihn als nächsten Agnaten verfallet worden, indem unter den Worten Trblehn und Lrbe ein Unterschied zu machen". Ls kam zum Prozeß und der endgültige Entscheid erfolgte, daß . . . „unter Trblehn und Lrbe einiger Unterscheid nicht gemachet werden könnte, indem solche Worte in hiesigen Ämtern (nach Inhalt der Beilage sud 0.) stets pr-omisous gebrauchet, auch alhier das Gut zu unterschiedenen Malen ins Lrbe verreichet, als avvo 1667, 1680 und 1686 geschehen und die in der gnädigsten Verwandlung befindlichen Worte Lrblehn solchergestalt iuterpretirt worden". ks.-St.-A. Geneal. Boa. 7820, Temritz. — vergl. auch das langatmige Responsum in dieser Angelegenheit bei Weinart, Lehnrecht der Vberlausitz, II. Teil, 1788, S. 67 ff. >) Deutscher kserold, Juni 1905, 5. 120. ks--5t.-K. Boo. 9548, Vas 8. Buch Oberlaus. Lehens-Lachen 1672 — 81, Lrb- verwandlungen, Fol. 158. v. Temritz. 971 leutncmts Hans Christoph v. T. (vergl. 5. 962) das Gut To Ilm für 9000 Taler H. Seiner Ansprüche an das Gut Mücka seines verstorbenen Bruders Leuther ist bereits gedacht worden^). Taspar Threnreich starb am l./l l.April 1696 „zwischen 11 und 12 Uhren", vermählt war er: I. mit Barbara Margarethe v. Dallwitz, Tochter Johann Maximilians v. D. aus Starzeddel. Die Theberedung fand statt am 5. Juni 1663 in Bautzen, die Vermählung am 10. Juni desselben Jahres. Am 9. Mai 1654 ließ er seine Gattin wegen ihres eingebrachten Heiratsguts in Höhe von 1600 Gulden aus Delsa und Förstgen verleibgedingen. Sie starb schon am 6. November 1654 im Alter von 27 Jahren b); II. seit dem 1. Mai 1656 mit Anna Sophia v. Debschitz, geboren 1637, Tochter Thristophs v. D. auf Hartmannsdors. Zufolge Theberedung vom 5. Dezember 1655 brachte sie ihm 2000 FI. zum Ehegeld mit. Am 8. November 1657 ließ er sie aus Geisa und Förstgen verleibgedingen. Am 11. Mai 1675 wurde ihr das sublwsta zum verkauf gelangende Gut Sproitz (8>V von Nothenburg) für 2500 Taler Kauf- und 200 Taler Geschenkgelder adjudiziert. Sie starb am 16. Mai 1698. Taspar Threnreich hinterließ fünf Töchter, sämtlich aus zweiter The. Da er keinen Sohn hatte, so bat er den Kurfürsten, „ihm seine durch Gottes Seegen vermittelst zweyer nach einander getroffenen Heyrathen und seines embsigen Fleißes an sich gebrachte Gütter Glsa sammt seinen pertinentien Lulmen und Sproiz in Lrbgutt zu verwandeln" H. Der Kurfürst genehmigte, Schneeberg, den 10./20. August 1678 das Gesuch und verwandelte die genannten drei Güter aus Mannlehn in Trbe. Daß den fünf Töchtern Taspar Lhren- reichs gegenüber Hans Thristoph v. T. (ff 1719 in Hoyerswerda, vergl. S. 966) Ansprüche auf die Güter Förstgen, Leipgen, Klein-Gelsa, Dubrau und Sproitz erhob, ist bereits oben erwähnt worden''). Die fünf Töchter Taspar Threnreichs waren: a. Anna Sophia, * 22. Dezember 1658, vermählt mit Gottlob Threnreich v. Klüx aus lverda re. 1) H.-St.-kl. Boo. 9548, Vas achte Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1672 — 1681 Fol. 126. 2) Taspar Threnreich hatte schon gegen die am 24. klpril 1667 erfolgte Verwandlung des Gutes Mücka aus Mann- in Lrblehn Protest eingelegt, weil durch solche Verwandlung das am 13. Dktober 1662 konfirmierte Geschlechtspaktum verletzt würde, in dem es heiße: . . . „daß alle unsere Güter, die wir damals innegehabt oder inskünftige erkaufen, ererben oder sonst rechtmäßig an uns bringen würden, Lehen seien und dergestalt von uns darinnen succedirt werden solle". H.-St.-N. Boe. 9547, Vas sechste Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1657-1674, Zol. 167. y Itloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XVII, v. Temritz. H Lehnsakten Lollm. °) In dem Streit über den Besitz der Güter wurden Responsa der Schöppenstühle zu Jena, Leipzig, Wittenberg, der Furistenfakultät zu Halle eingeholt. Nppella- tionen, die die Temritzschen Nllodialerben und Besitzer der Temritzschen Güter gegen die Lehnsreichung des Gutes Lollm ic. an den Leutnant Hans Thristoph v. T. erhoben, wurden vom Nurfürsten zurückgewiesen und letzterer am 3. Juni 1712 mit Delsa belehnt. Infolge eines Vergleichs vom 1. Juni 1716 wurde wieder „alles in vorigen Stand gesetzet". Lehnsakten Lollm. - Vas Nesponsum der Iuristenfakultät zu Halle siehe in weinarts Lehnrecht der Gberlausitz, I, S. 205 ff. 972 v. Temritz. b. Elisabeth Tugendreich, * 10. März 1662, vermählt mit Jakob Heinrich v. Muschwitz auf Petershain. o. Barbara Margarethe, * 24. August 1664, vermählt mit Earl Heinrich v. Schwanitz, Gberstwachtmeister. 6. Maria Susanna, * 29. Februar 1668, vermählt mit Wolf Ernst v. Gersdorff auf Techritz und Hermsdorf. e. Johanna Tharlotte, * 19. September 1674, vermählt mit Abraham Bernhard v. Uechtritz auf Deutsch-Paulsdorf'). Die fünf Schwestern teilten sich am 21. Juli 1695 folgendermaßen in die ihnen hinterlassenen Güter: Lollm samt pertinentien, taxiert auf 13496 Mir. 12 Gr. siel an Anna Sophia,' Nieder-Gelsa und Förstgen, taxiert aus 13648 Mlr. 8 Gr. (Meder-Geisa: 9666 Mir., Förstgen: 3982 Mir. 8 Gr.) an Barbara Margarethe,' Gber-Delsa und Leipgen, taxiert aus 7900 Mlr. (Dber-Geisa: 6615 Mir., Leipgen: 1285 Mir.) an Johanna Tharlotte: Stein- oder Klein-Gelsa und Vorwerk Dubrau, dazu Haus und Baustelle auf dem Burglehn, taxiert auf 3034 Mlr. (2004, 250, 800 Mir.) fiel an Elisabeth Tugendreich: Sproitz mit pertinentien, taxiert auf 2952 Taler, an Maria Susanna. 4. Peter Rudolph v. T., ein Sohn Lhristophs. von ihm heißt es bei Erwähnung der Söhne Ehristophs in den Lehnsakten von Tollm, . . . „der jüngste Bruder Peter Rudolph aber 1650 in hispanische Krieges-Dienste unter toto tit. dem Herren Graffen von Küntzkp sich begeben, und alß gedachter Grass bei) den hispanischen völckern abge- dancket und nacher Hause gangen, ist solch sein Regiment in unterscheidliche Regimenter reduciret und in fremde entfernete Lender verschicket geworden, dahero pimesumirlich unser Bruder annoch wohl am Leben sein kan" . . . weitere Nachrichten über Peter Rudolph fehlen. L. Siegmund v. T., der jüngste Sohn Hansens, von ihm ist keine Nachricht aus uns gekommen. — — Wir haben noch drei Glieder des Geschlechts v. T. zu erwähnen, die mit Sicherheit nicht in der Stammreihe untergebracht werden können: Elisabeth v. T., vermählt mit Joachim v. Gersdorff zu Döbschütz, wurde am 23. Februar 1578 von ihm auf Döbschütz, Biesig („Bisagk") und Hilbersdorf, sämtlich im Kreise Görlitz gelegenen Gütern, verleibgedingt. Und am 8. Oktober 1581 ließ er sie anderweit aus dem benachbarten Arnsdorf verleibgedingen h. Dorothea v. T. a. d. h. Gelsa, vermählte sich zu Anfang des 17. Jahrhunderts mit Johann Georg v. Schwanitz aus herwigsdors und starb zu Löbau am 29. November 1635 h. Heinrich v. T. zu Diehsa starb am 26. April 1712^). Wappen: In Blau ein goldener Mond, Hörner nach oben, aus dem ein sechsstrahliger goldner Stern steht. Helm ohne Krone. Kleinod: 0 Oie Geburtsdaten der fünf Töchter nach Kloß a. a. O. -) H.-St.-N. Noo. 9550, Registratur der Lehen rc., Zol. 38 d, 42. h Kloß, Geneal. Nachrichten, Nlspt. Bd. XVII, v. Temritz, ff Nach dem Nieder - Seifersdorfer Kirchenbuche, erwähnt in N. I. 30, Nlspt. I. Teil, §. 519, Nibliothek der Oberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften. Teschen. Y73 Drei Straußenfedern, blau, gold, blau, zu beiden Seiten der mittleren goldenen je ein schräg gestelltes Fähnchen mit blau-goldenem Wimpel. Decken blau-golden. Siebmacher I, Taf. 70, Nr. lZ „v. Demritz" unter den „Schleßingischen". Teschen, Fürstin von —. Heinrich v. Böckum, Untertruchseß im Großherzogtum Litauen, hatte neben einem Sohn namens Johann, der später Bischof von przemysl und Kronkanzler wurde, mehrere Töchter hinterlassen. Tine von diesen, Ursula Tatharina, geboren am 25. November 1680, vermählte sich mit dem Fürsten Georg Dominicus Lubomirski, Kron-Gber- kammerherrnH. Die The wurde später getrennt. Ursula Tatharina wurde eine der Favoritinnen des Königs Augusts II. von Polen (Kur- fürsts Friedrich Augusts I. von Sachsen) und gebar ihm am 21. (?) Nugust 1704 2) einen Sohn, den späteren Generalseidmarschall Johann George, bekannt unter dem Namen „Llwvuliei- äs Zaxs"^). Wenige Tage später, Wien am 26. Nugust 1704, erhob sie Kaiser Leopold I. zur Neichs- fürstin von TeschenH. Der König-Kursürst übergab ihr für 250000 Speziestaler, die sie ihm angeblich geliehen, die Herrschaft Hoyerswerda am 17. Februar 1705 pfandweise, am 20. Juli desselben Jahres erb- und eigentümlich"). Noch in demselben Jahre nahm sie, nachdem die Neigung des Königs-Kurfürsten zu ihr erkaltet war, ihren Wohnsitz in Breslau. Sie vermählte sich zu Dresden am 22. Oktober 1722") mit dem Prinzen Friedrich Ludwig von Württemberg, einem jüngeren Bruder des regierenden Herzogs Larl Alexander von Württemberg. Anfangs in Sächsischen, später in kaiserlichen Diensten stehend, fiel der Prinz am 19. September 1734 in dem Treffen bei Guastalla. H vergl. F. A. Frhr. o-Byrn, Johann George, Oksvalisr äs Laxe, 1876, 5. 5 ff. — Lin Bruder des Fürsten Georg Dominicus, Fürst Hieronymus August L. war mit Ursula Latharinas älterer Schwester, Unna Victoria geb. v. Böckum, vermählt. 2) D. Posse, Die Wettiner, 1897, S. 92. H Der Otrsvalisr cts 8axs starb zu Dresden am 25. Februar 1774 morgens >/,6 Uhr an Gelb- und Wassersucht und wurde auf dem katholischen Friedhof zu Friedrichstadt-Dresden bestattet. ö-Byrn a. a. G. S. 162; Posse a. a. G. S. 92. H Sn dem ihr ausgestellten, lateinisch geschriebenen Diplom heißt es:... „ttrsulam cls Booun in vsrairr 8aori Uoirrani Impsrii prinoipsm tsoirmrs, oreavimus st sxtuliinus atczus aä tituluin st diZnitatsm prinoipatus Impsrii srsximns, sxaltavlinus atgus sudlimavimus" . . . Zugleich wird ihr die Gnade verliehen, .nt clsinssps ipsa guoaä vixerit . . . titulo prineipis Dssotnnsnsis tarn scripta guarn viva voos intra st extra suäioiurn in guidusonngus aotidus pro rsi nsosssitats st voluntatis suas arbitrio libsrs st oitra ouinsoungus irnps- cliinsntuin uti, trui atgus Zanders possit st valsat" . . . Nach der Abschrift des Diploms in den Lehnsakten von Lärchen. °) 5. G. Frentzel, Historischer Schau-Platz oder Lhronike von Hoyerswerda, 1744, S. 55. o) In der Abschrift des Uopulationsscheins in den Lehnsakten von Neschwitz ist abweichend von den sonstigen Angaben fz. B. Hübners Genealog. Tabellen, I, Taf. 203; 5-Byrn a. a. G. S. 42, Anm. 44) der 20. Oktober 1722 als vermählungstag angegeben. Y74 v. Theiz und Güldenstern. Seine Besitzungen Neschwitz (KMM von Bautzen, 8 von Königs- wartha) und Zubehör fielen an seine Witwe. Bin 24. Bugust 1735 belehnt, verkaufte sie die ganze Herrschaft Neschwitz im Jahre 1737 an den Grasen v. Sulkowski. Nach dem Tode ihres Gemahls nahm Ursula Latharina, die bis dahin den ihr verliehenen Namen einer Fürstin von Teschen geführt hatte ft, Namen und Wappen ihres verstorbenen Gatten an ft. Was ihre Herrschaft Hoyerswerda anbetrisft, so hatte sie das zu dieser gehörige Gut Särchen (880 von Hoyerswerda) an Maria Burora v. Spiegel, geb. „v. Kahrimann" am 3. Juli 1705 verkauft, kaufte es aber am 25. Februar 1717 wieder von ihr zurück. Ihrer Erbhuldigungs- pslicht beim Regierungsantritt des Kurfürsten Friedrich Rugusts II. von Sachsen durfte sie auf ihr Bnsuchen 1734 durch einen Stellvertreter Genüge leisten ft: Der Generalmajor Nudolph Heinrich v. Neitschütz auf Gaußig erhielt von ihr Vollmacht zur Leistung des Erbhuldigungseides. Rm I.Rugust 1737 trat sie dem König-Kurfürsten die Herrschaft Hoyerswerda nebst dem Gut und Vorwerk Särchen käuflich ab ft. Sie starb zu Dresden am 4. Mai 1743 und wurde in der Jesuitenkirche zu Leitmeritz bestattet. Siehe auch Württemberg. v. Theiz und Güldenstern. Kaiser Leopold I. erhebt, Wien den 5. März 1666, Balthasar Theiz in den Reichsadelsstand ft. Über seiner Vorfahren und seine eigenen Verdienste heißt es in dem Rdelsbriefe, daß . . . „seines Gros Vaters Valor und Grosmütigkeit von anno fünfzehnhundert und neünzigk in dem damahligen grausamen Türckenkrieg bis uo sechzehnhundert und zwanzig gnugsamb und so lang erschienen, bis er endlich bey der in ft So Unterzeichnete sie sich noch einige Monate vor ihres Gatten Tode im Jahre 1734: „V. Ouotrssss cts Dssolrsn" in großen kräftigen Zügen. Lehnsakten Hoyerswerda. — Ihr im Jahre 1717, also noch vor ihrer Vermählung mit dem Prinzen von Württemberg gestelltes Unsinnen, „Herzogin" genannt zu werden, worüber der Dberamtshauptmann zu Bautzen an den Landesherrn berichtete, wurde abgelehnt. Der König - Rursürst verfügte, Dresden den 26. Juni 1717, an den Gber- amtshauptmann . . . „Nachdem nun derselben eurem Rnführen nach in dem Kayserlichen viplomats nur das praedicat von des Heil. Köm. Reichs Fürstin von Teschen beygeleget worden, so lassen wir es auch dabey bewenden und habt ihr euch gleichfalls darnach gehorsamst zu achten" . . . Lehnsakten Särchen. ft 6-By rn a. a. D. S. Y2. ft Frau Ursula Latharina, des heil. Römischen Reichs Fürstin von Teschen, auf der Herrschaft Hoyerswerda, „Okatiborsoli" und Lärchen, schrieb dem Kurfürsten, daß es ihr „als einer Dame nicht erlaubet gewesen, vor dero Throne persönlich zu erscheinen" und bat zur Rblegung der Lrbhuldigungspflicht wegen der Herrschaft Hoyerswerda per manÜLtuvium admittiert zu werden. Lehnsakten Hoyerswerda. ft Die Güter wurden nun mit der Rentkammer „als ein darvon fürohin zu keiner Zeit alienables Oomainen- und Tammer-Guth gänzlich und auf ewige Zeiten consolidiret". Lehnsakten Hoyerswerda. ft H.-St.-R. Boa. 9536, Das dritte Buch Dberlaus. Landes- und Policey-Sachen, 1663 — 79, Fol. 173 ff.: verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II. Bd., S. 328; Gritzner, Standes-Erhebungen »nd Gnaden-Ücte, II. Bd., S. 672. v. Theiz und Güldensten 976 unserin Königreich Ungarn gelegenen Vestung und annun Türckischen Lränitzhauß Ofen sehr gefährlichen Belegerung als damahls gewester haubtmann sein Leben für die allgemeine Christenheit treueyserigst gelassen, nicht weniger auch weiland sein Vater von anno sechzehnhundert und achtzehen bei) der alsdann entstandenen Böhmischen Unruhe in unterschiedlichen Treffen und Lcharmüzeln, insonderheit aber in der darauf beschehenen blutigen Schlacht am lveißenberg riechst seiner berühmbten Tapferkeit solchen verstand und Trfahrnüs, den Feind mit Vortheil und Ltrategematen anzugreiffen, erwiesen, daß er nachgehends, auch sowohl von den höhern Gfficirern als dem gewesten General-Lieutenanten Grasen Tchlli selbsten in vielen wichtigen Tommissionen gebraucht worden, deren Fuesstapfen dann er, Balthasar Theiz, also rühmlich nachgesolget, daß er in jüngsten Pohlen: und podolnerischen Uriegen als dazumahl gewester Fendrich in mannichsaltigen harten und blutigen Kriegs-Oecasionibus, auch vielen ihme ausgetragenen gefährlichen Verschickungen zu der Generalität, seinen gegen dem heil. Böm. Ueich und Unserm Trzhause Oesterreich tragenden treuen Lufer jederzeit ganz rühmlich erwiesen" . . . Bus Balthasars Gesuch an den Uurfürsten von Lachsen, es möge seine Adelserhebung der Landschaft des Markgraftums Gberlausitz, auch der Ltadt Görlitz intimiert werden, erging ein ablehnender Bescheid h. Tine weitere Auszeichnung erfuhr Balthasar v. Th. u. G. dadurch, daß Uaiser Leopold I. ihn, „Unsers lieben Gheimbs des Thurfürsten zu Lachsen Lbd. des Oberhoffmarschalls, des INarggraffthumbs Gberlausnicz gevollmächtigten Landvoigts^), des Görliczischen Trepses Benth-Schösser" Wien den 6. August l666, „mit einer güldenen Uetten und daran Hangendem Gnadenpsennig, so er aller Orten ohne männliches lvieder- sprechen und hindernüß tragen mag und kann", begnadete und zum kaiserlichen Bat ernanntes. — Am 22. Februar 1679 verlieh ihm der Kurfürst einen Lxspektanzschein auf die Stelle eines Unter-Viersteuerein- nehmers in Görlitz h. h Die geheime Kanzlei entschied, Dresden den d. Februar 1666, folgendermaßen . . . „Wie nun Ihre Lhurf. Durch!. Supplicanten das ienige, was von allerhöchst gedacht Ihrer Kaiser!. INajt. er erlanget, ihme in Gnaden gönnen können, als tragen dieselbe solcher Nobilitation halber eine absonderliche Intimation ins Nlarg- grafsthumb ergehen zu lassen desto mehr Bedencken, ie weniger daß ein solches hiebe- vor iemahls beschehen were, sich einziges praszuclioium finden wollen: daß die getreuen Stände und die Stadt Görlitz auf sein Nnsuchen sich von selbst dem alten Key ihnen eingeführten Herkommen gemäs wohl zu bezeigen wissen werden, denenselben in Gnaden Zutrauen. Im übrigen ist mehrhöchst gedacht Ihrer Lhurfl. Durch!, gnedigstem willen gemäs von dem producirten und auf den von Geiz gerichteten Kaiserlichen Diplomat? Nbschrift bey der Geheimen Lanzleg behalten und dieser Bescheid geferttiget worden". . . h.-St.-kl. Doo. 9536, Das dritte Buch rc., Fol. 183. 2) Landvogt der Gberlausitz war damals der Gberhofmarschall Gurt Neinicke Freiherr v. Lallenberg. ») H.-St.-N. Doo. 9536, Das dritte Buch ic., Fol. 182: Doo. 10430, Geschlechtsund Herrschafts-Erhöhungen, Dol.II, 1657-76, Fol. 77; verzeichniß Gberlaus. Urkunden, II. Bd., S. 329. tz H.-St.-N. Doe. 9536, Das 3. Buch Gberlaus. Landes- und Polices - Sachen, 1663-79, Fol. 3. 976 v. Theiz und Güldenstern. Balthasar v. Th. u. G. besaß das Gut Mittel-Königshain (bl>V von Görlitz). Tr verkaufte es um das Jahr 1672 an Frau Buna v. plöbsin, geb. Jungin, für 3000 Taler, „solche us einen Vreth zu zahlen". Die Käuferin zahlte aber, wie Balthasar, Dresden den 20. Juni 1677 dem Kurfürsten schreibt, weder das Kapital, noch die Zinsen und ließ das Gut verkommen. Darauf verfügte am 4. August 1677 der Hauptmann zu Görlitz, Gtto v. Nostitz auf Neundorf, daß auf Ansuchen Balthasars das Gut und Vorwerk der Frau v. plöbs zu Königshain durch einen Verwalter bestellt werden solle, über den der v. Theiz die Inspektion und Nebenaufsicht habeH. von Kindern Balthasars kennen wir eine Tochter Lva Thristiana, die sich mit Johann Ferber, später Natmann in Görlitz, vermählte. Ihm überließ Balthasar im Jahre 1690 das Gut Mittel-Königshain. Frau Lva Thristiana Ferber starb im Alter von 67 I. 6 M. 11 T. am 17. Dezember 1736 nach einem Mtwenstand von 29 Jahren^). Ein 5ohn Balthasars, Thristian Friedrich v. Th. u. G., Leutnant, besaß Tranitz und „Grödisch" fwohl Grätsch) in der Niederlausitz. Tr vermählte sich am 28. November 1681 mit Elisabeth Felicia v. Schlieben, die ihm 600 Taler Lhegeld mitbrachteb). Lin naher verwandter Balthasars, vermutlich auch sein Sohn, ist der gleichfalls den Namen Balthasar v. Th. u. G. führende Nöm. Kais. Hofrat und Lrbherr auf Tranitz, Grätsch und Klein-Lieske, der am 6. Juni 1669 geboren, am 29. September 1707 starb und in Görlitz beerdigt wurde H. Wappen. In dem erwähnten Diplom vom 5. März 1665 verleiht Kaiser Leopold I. folgendes Wappens: . . . „einen quartirten Schild, dessen hindere undere und fordere obere veldung weis, in deren ieden drei) gelb oder goldfarbe Stern, zwischen denen in mitten der veldung eine güldene königliche Lron, also Triangelweis, daß ob der Trone zwey und unterhalb ein Stern gestellet,' die vordere untere und Hintere obere veldung roth oder rubinfarb, in deren ieden ein geharnischter Arm, ein bloses Schwerdt mit vergüldetem Knopf und Treüz in der Handt zum Streich fürwerts haltend. Auf dem Schilde ein sreper, offener, adelicher Turniershelm, zu beederseits mit roth und weiser Helmdecken, dorob einer königlichen güldenen Lron und and. geziehret, aus welcher zwei) aufgethane und ausgebreite mit denen Sachsen einwerts gestellte und von Farben also abgetheilte Adlersflügel, daß der hindere untere und fordere obere roth oder Rubinfarben, fder) vordere untere und hindere obere fl fl.-St.-N. Y572, Die Irrungen zwischen Balthasar v. Theiz und Annen v. plöbsin, geb. Jungin, wegen des Guts Uönigshain, 1677. 2) vergl. Lhrn. Sam. Schmidt, Beschreibung von Uönigshain, 1797, S. 37. - Die Inschrift des Ferberschen Grabdenkmals auf dem Nicolaifriedhof in Görlitz teilt mit L. Wallis, Görlitzer Inschriften, 1912, S. 185. fl v. Mülverstedt, Sammlung von Lhestistungen und Leibgedingsbriefen, 1863, S. 324. fl Oer Grabstein befindet sich noch auf dem Görlitzer Friedhof. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXIV, S. 253. fl.-St.-5I. I_c>o. 9536, Das dritte Buch w., Fol. 173 ff. v, Theler. 977 halbe Theil aber weis ist, in mitten der Flüegjelj der in dem Schild beschriebene geharnischte und über sich zum Streich sürwerts gestellte Rrmb erscheinet" . . . v. Theler. Das alte, jetzt ausgestorbene, Sächsische Geschlecht v. Theler^), dessen ältere Geschichte namentlich mit der der Ortschaft Höckendorf und des reichen Silberbergbaues der dortigen Gegend eng verknüpft ist, tritt zu Ende des l6. Jahrhunderts auch in der Oberlausitz auf, erlangt ausgedehnten Güterbesitz und läßt sich hier bis gegen den Rusgang des 18. Jahrhunderts verfolgen. Der Stammvater der Gberlausitzischen v. Eh. ist Joseph Benno v. Th. aus Potschappel und Rlingenberg. Er hatte von Jakob v. Schönberg das Gut Reichenbach (80 von Rönigsbrück, an der Pulsnitz) erworben und zwar im Jahre 1687 oder bald danach^). Seine Gattin, richtiger eine seiner Gattinnen, war Martha v. Doeben (v. Deben) a. d. h. Doebenh. hohen Alters wegen übergab er am 16. März 1694 seine Güter seinen drei Söhnen und starb jedenfalls vor dem August 1603. Seine drei Söhne waren: I. Mols. Siehe unten. II. Joseph Benjamin. Siehe unten S. 978. III. Lunrad. Siehe unten S. 979. Wolf erhielt von seinem Vater im Jahre 1694. das Rittergut Reichenbach, wie er es von Jakob v. Schönberg erkauft hatte; Joseph Benjamin eine Summe Geldes, die er zum Ankauf von Lehngütern inner- oder außerhalb Landes verwenden oder zu Lehn machen sollte; Tunrad das Gut Potschappel erblich. Joseph Benno behielt sich die gesamte Hand mit seinen Söhnen an den genannten Gütern vor und hatte auch Abraham Bock auf Rlipphausen und Saalhausen im Jahre 1694 die gesamte Hand an den Gütern Potschappel, Rlingenberg, Reichenbach, sowie an dem freien Hause in Dresden bekannt. I. Wolf v. Th., der älteste Sohn Joseph Bennos, starb wohl im Irühjahr 1696, denn am 29. März dieses Jahres meldet nach Angabe der Reichenbacher Lehnsakten Joseph Benno dem Rurfürsten den Tod dieses seines Sohnes, es sei daher sein Lehngut Reichenbach wieder an ihn, den Vater, gefallen. Rus dieser Meldung läßt sich schließen, daß Wolf wohl unvermählt, sicher aber ohne Leibeslehnserben gestorben ist. tz Über die Sagen, die sich auf die kföckendorfer y Theler beziehen, vergl. Mittheilungen des König!. Sächsischen Vereins für Lrforfchung und Erhaltung vaterländischer kllterthümer, Heft XIII (1863), S. S2ff.; auch „Sachsengrün", kulturgeschichtliche Zeitschrift, I. Jahrgang 1861, S. 18 ff. mit der Abbildung des in der kföckendorfer Kirche befindlichen Grabdenkmals des im Jahre 1361 verstorbenen Kitters Lonrad Theler. 2) Im Jahre 1587 suchten die Gebrüder Ernst und Jakob v. Schönberg nach dem Tode ihres vruders Philipp die Lehn wegen Keichenbach. Lehnsakten Keichenbach. s) A. Miegner, Pastor in Mgandsthal, Leichenpredigt auf Johanna Lharlotte v. Dersdorfs, 172Y. 62 978 v. Theler. II. Joseph Benjamin v. Th., der zweite Sohn Joseph Bennos, übernahm das Gut Reiche nbach und machte sich um Kirche und Gemeinde sehr verdient. Tr war kurfürstlich Sächsischer Gberschenk in Dresden h und starb im Jahre 1633. vermählt war er mit Rn na v. Schönberg a. d. h. Wilsdruff, sie starb am 8. Rugust 1630 und wurde aus dem Frauenkirchhof in Dresden beerdigt^). Line Tochter Joseph Benjamins, Brigitta, geboren 20. Oktober 1610, starb, nachdem sie sich am 16. Rpril 1632 mit Jobst Rbraham v. Loß aus Kröppen und Frauen- dors vermählt hatte, am 27. Iuni/7. Juli 1635^). Joseph Benjamins Sohn Hans Wolf v. Th., aus „Schkada", verkaufte am 25. März 1638 Neichenbach an Hans Friedrich v. Knoch. Hans Wolf starb am 16. Juli 1640. vermählt war er mit Nnna Margaretheh v. Polen; und hinterließ einen Sohn Hans Laspar Benjamin. Nach einem bewegten kriegerischen Lebens vermählte sich dieser: I. mit Nnna Margarethe geb. v. Schwanitz. Sie hatte am 4. Oktober 1675 von ihrem Bruder Johann Christoph v. Schwanitz dessen Gut Nieder-Herwigsdors (80 von Löbau) für 10200 Taler gekauft und wurde am 1. September tz Ölte Gberlaus. Kirchengalerie, S. 68. h H. G. Michaelis, vresdn. Snscriptiones und Lpitaphia, 1714, 5. 25. h Leichenpredigt auf sie vom Kroppener Pastor Lhr. Benning. tz 2n den Lehnsakten Neschwitz finden sich nur diese ihre Vornamen, kein Familienname. König in seiner Genealogischen Adels-Historie, m. Band, 1756, 5. 110d — an der Richtigkeit seiner Angaben in diesem Fall zu zweifeln, liegt durchaus kein Grund vor — nennt sie Margarethe v. polenz a. d. H. Frauendorf. Als Geburtstag Hans Laspar Benjamins v. Th., der ausdrücklich als ihr Lohn bezeichnet wird, nennt v. König den 1. Februar 1652, als seinen Todestag den 28. August 1698. 3) Hans Taspar Benjamin v. Th. schreibt 1678 dem Kurfürsten: „Tw. Thurf. Ourchl. soll ich unterthänigst nicht bergen, waßgestalt ich von meinem 16ten Jahre an in Krieg gezogen, darin anfänglich ^c> 1650 unter dem Dbristen Medelbusch seel. Mousquetier worden, nachgehendts in den Spannischen Niederlande unter des Erzherzogen Leopoldi Armee 6 Jahr als Fehndrich, Lieutenant und Tapitain-Lieutenant unter des Vbristen pelniczen Regiment zu Fuß gestanden und die Lxercitia zu Fuß erlernet: Über dieses 2 ^ahr alß Tapitain zu Fuß unter den blarobal cis Lotiombsr^s teützschen Regiment zu Fuß in Franckreich gedienet, folgendts mich wieder nacher Hause in die Laußnitz begeben, und alß Lw. Thurf. vurchl. um einige Trouppen nacher Ungarn zu schicken, anwerben lassen, die Tapitain Lieut: Stelle zu pferdte unter dem seel: Vbristen von IVolf Rambsdorf bekleitet, darauf mich, alß wir ab- gedancket wurden, in Schwedischen Diensten unter des Dbristen Blantien Regiment zu pferdte (weil mir die von Dbristen versprochene Lompagnie albereit vergeben gewesen) alß rekormirtsr Rittmeister 12 Monath ufgehalten: Uf dieses bin ich wieder in Französische Dienste gangen und unter des Pfalz Grafens von Sulzbachs vurchl. Leib Regiment zu Fuß Lapitainlieut: 2 Jahr gewesen. Me nun Friede worden, habe in Lw. Thfl. Vurchl. Diensten und zwar unter der Mczlebischen Lompagnie (die ich von anfange richten helffen) mich wieder begeben und in die 10 Hahr darbep mich aufgehalten, biß endlich Thurprinzl. vurchl. unter dero Leib Lompagnie mich anfänglich zum Lieutenant, nachgehendts zum Tapitain Lieut: gemachet, und endlich unter dero Leib Regiment eine Lompagnie mir gnädigst anvertrauet" . . . Nach geendigtem Feldzuge sei er verwichene Weihnachten aus dem Dienste entlassen, er habe sich verheiratet und in der Dberlausitz angekauft und bittet nun am 4. Juli 1678 den Kurfürsten, ihn mit einer Kompagnie unter den Ritterpferden zu begnadigen. H.-St.-A. Gen. Kao. 7822, Theler. v. Theler. 979 1676 belehnt'). Km 8. Dezember 1678 starb sie bereits mit Hinterlassung zweier Kinder: Tonrad Gottlob und Margarethe Gottliebe. Über Tonrad Gottlobs Geschicke sind wir ohne Nachricht, Margarethe Gottliebe vermählte sich mit Taspar George v. Gersdorff aus Nieder- herwigsdors"), der am 10. Januar 1724 starb. Das von Frau Nnna Margarethe v. Th., geb. v. Schwanitz hinter- lassene Gut Nieder-Herwigsdorf war stark verschuldet; es erging deshalb vom Oberamt am 10. November 1681 das Deerstum aliknatorium und Hans Taspar Benjamin erwarb es am 26. Nugust 1682 für denselben Preis, den seine verstorbene Gattin gezahlt hatte, für 10200 Taler. Hans Taspar Benjamin vermählte sich: II. im Jahre 1681 mit Ngnes Elisabeth geb. v. pistoris, verw. v. Ende, die am 7. Oktober 1693 wieder verstarb"); III. mit Nuna Sophia v. haugwitz. Sie war eine Tochter Johann Taspars d. I. v. h. aus Milkwitz, Schmochtitz und Luga und der Elisabeth v. Zezschwitz a. d. h. Lubachau und hatte sich in erster Ehe im Jahre 1681 vermählt mit Johann Lhristian v. Nückhardt auf Oppeln und nach einem achtjährigen lvitwenstande nun mit Johann Taspar Benjamin v. Th. Sie überlebte diesen und wurde erst im Jahre 1720 „zwei Tage vor dem neuem Jahr" in Herwigsdorf beerdigth. Sie hatte von diesem ihrem Gatten am 28. Mai 1695 das Gut Niederherwig sdorf für 12000 Ntlr. gekauft und war am 25. Juni 1695 belehnt worden"). Schon im Jahre 1696 hatte sie dieses Gut ihrer Stieftochter Frau Margarethe Gottliebe v. Gersdorff verkauft. III. Tunrad v. Th., der jüngste Sohn zweiter The") Joseph Bennos, hatte am 16. März 1594 von seinem Vater das Gut Potschappel erhalten. Tr kaufte von Hans Wolf II. von Schönberg das Gut Nieder- Gurig (HO von Bautzen) samt pertinentien: dem Dorfe Gurig und Dubrau von Gurig) mit allen Lehnleuten, Bauern, Gärtnern, Hausleuten, Hausgenossen, mit allem und jedem Lrbgeld, Getreide-, Tier- und hühnerzinsen, Gespinsten, pächten, Renten, Lehnschaften, vollen Zug-, Hof- und Hand-, sowie Landdiensten und Baufronen („jedoch daß den Leuten die gehörige Speisung darbei entrichtet werden müßte") und freiem BrauwerkI. Nm 27. Nugust 1622 wurde Lunrad mit Nieder-Gurig belehnt, hierzu erwarb er im Jahre 1627 das Gut Neschwitz (Kbi^V von Bautzen) und erhielt es am 9. November desselben Jahres zu Lehn verreicht. Nn demselben Tage wurde er auch mit Gutsanteilen 9 Zu Mitbelehnten ernennt sie ihren Gatten, damals kurfürstlichen Rittmeister im Leibregiment, sowie ihre Brüder Hans George v. Lchwanitz auf Ruppritz und Christoph Gottlob v. 5. auf Herwigsdorf. h vergl. Vd. I, S. 564, v. Gersdorff, Hauptlinie Ruhland - Gröditz. ch v. König a. a. V. III. Bd„ S. II0d. tz I. Mürbe, Drtschronik von Petershain, 1844, S. IZY. h Dn die gesamte Hand und Mitbelehnfchaft nahm sie I. ihren Gatten; 2. ihren Lohn erster The kldam Gottlob v. Rückhardt auf Gppeln und Rosenhain; Z. Lonrad Heinrich v. Theler auf Lollschwitz und Schlabendorf. ") klusdrücklich so bezeichnet in den Lshnsakten Reichenbach, h Lehnsnkten Rieder-Gurig. 62 * 980 v. Theler. von „Bresing" belehnt: Bürgermeister und Uatmannen der Stadt Bautzen hatten ihm nämlich „zur Bezahlung gemeiner Stadt dringender Schulden" in dem genannten vors ihren Lehnmann Matches Pechen zu „Bresing", sowie drei Gärtner und zwei Häusler im Jahre 1627 verkauft. Tunrad war, wie sein Sohn Christian am 4. August alten Kalenders 1634 schrieb, „über drei) vierttel Jahr von dieser Welt christlich verstorben'"), vermählt war Lunrad mit Latharina v. Schönberg a. d. H. WilsdrusfH und hinterließ folgende Söhne (^,-0): Wolf Tonrad. Tr begründete die Linie Zescha. Siehe unten. 8. Wolf Heinrich, Begründer der Linie Sollschwitz. Siehe S. 987. 6. Christian. Ihm fiel in brüderlicher Teilung das Gut pot- schappel zu. Tr starb im Jahre 1635 oder 1636 mit Hinterlassung eines Sohnes: Tonrad Krieg v. Th., dessen Vormund sein Tcheim Wolf Tonrad v. Th. aus Neschwitz wurde. Mit ihm haben wir uns nicht weiter zu beschäftigen. Linie Zescha. Wolf Tonrad v. Th., dem ältesten der hinterlassenen drei Söhne Tunrads, war in der brüderlichen Teilung das Gut Neschwitz zugefallen. Im Jahre 1638 am 24. Oktober erhielt er für sich und anstatt seines Mitvormundes Hans Adolph v. Haugwitz aus Ubigau Nekognition wegen gesuchter Lehnsmutung über seines unmündigen Bruders und verpflegten Wolf Heinrichs Gut Nieder-Gurig. von den Kreditoren des verstorbenen Hans Heinrich v. Schreibersdorfs kaufte Wolf Tonrad das Gut Zescha (bl von Neschwitz, von Bautzen) und erhielt es am 12. April 1646 zu Lehn verreicht. Hierzu erwarb er am 31. Oktober 1661 von Anna Margarethe vorn, Frau und Abbatissin des Klosters Marienstern, die drei Untertanen ihres Stifts zu Zescha,- am 17. März 1662 wurde er mit ihnen belehnt, von den Erben Elias' v. ponickau kaufte Wolf Tonrad am 18. September 1668 das Gut Wohla (880 von Kamenz), um es schon zu Martini desselben Jahres seinem Sohne Wolf Taspar zu verkaufen. Einem anderen Sohne, George Bernhard, verkaufte Wolf Lon- rad sein ererbtes Gut Neschwitz, ebenso Zescha und Siebitz (80 vom Kloster Marienstern) im Jahre 1673. Wolf Tonrad Unterzeichnete am 27. August 1654 das LehnspaktumI. Er starb jedenfalls im Jahre 1677, denn aus diesem Jahre stammte die früher in der Neschwitzer Kirche befindlich gewesene Trauersahneft. vermählt war er: I. mit Barbara Sabina v. poellnitz, deren Vater, Hans George v. p. aus Lichtenberg, „verordneter Gubernator" über Jülich, Eleve, Berg war. Nach der Lheberedung vom 3. März 1636 brachte sie ihm 1000 Fl. Meißnisch als Ehegeld zu,- am 29. Dezember 1638 erhielt sie den Leibgedingebries. Line zweite Ehe schloß Wolf 0 Lehnsakten Neschwitz. ft I- D. Schulze, Ahnentafeln adeliger Familien, Mspt. 8. I. 25, Bibliothek der Oberlauf. Gesellschaft der Wissenschaften. ft Oberlauf. Tollektions-Werk, I, S. 1056. ft Neues Laus. Mag. Bd. 12, S. 175. v. Theler. 981 Tonrad am 26. Rpril 1643 mit Rnna Dorothea v. Günderode, geboren am 18. Juni 1616, gestorben am 21. Januar 1674'). Folgende Binder Wolf Lonrads sind bekannt (ohne chronologische Reihenfolge): 1. George Bernhard. Liehe unten. 2. Wolf Taspar. Liehe unten 5. 982. 3. Hans Tonrad. Tr studierte zu Jena. Ruf Bitten seines Vaters Wolf Tonrad intervenierte der Kurfürst Johann Georg II., Dresden, den 11. September 1660, bei Herzog Wilhelm zu Weimar zu Gunsten seines „uff der Universität zu Jehna verarrestirten Lohnes Hansen Tonrad Theler" h. 4. Tatharina Magdalena. Sie vermählte sich mit Thristoph Gottlob v. Gersdorff auf Wigandsthal und Meffersdorfh. 5. Unna Tatharina. Sie vermählte sich am 13. Juni 1657 mit Hans Trust v. Zezschroitz auf pließkowitz; sie starb am 1. Februar 1679 h. 6. Johanna Eleonore, geboren 30. Januar st. vot. 1652, vermählt mit Taspar Thristoph v. Nostitz auf Leichnam; sie starb am 10. Juli 1678 und wurde in Ulix bestattet^). George Bernhard und Wolf Taspar hinterließen Nachkommen. 1. George Bernhard v. Th. hatte, wie bereits erwähnt, im Jahre 1673 von seinem Vater die Güter Ueschwitz, Zescha und Siebitz gekauft und war am 26. Juli 1673 mit ihnen belehnt worden. Tr starb am 10. Oktober 1690. vermählt war er mit Rmalia v. Minck- witz a. d. h. Uadibor, Tochter Lhrenreichs v. M. und seiner Gattin Rmalie Elisabeth v. d. Drosselh. George Bernhard hinterließ drei unmündige Löhne (u —c): a. Wolf Lhrenreich. Liehe unten. d. Larl Gottlob. Liehe unten L. 982. o. George Bernhard d. I. Liehe unten 5. 982. u. Wolf Ehrenreich, geboren am 9. Rpril 1674, fand in jungen Jahren ein unverhofftes Ende: Leine Vettern, der Gberstwachtmeister Wolf Heinrich v.TH. auf Rehnsdorf und dessen Bruder Taspar Gottlob v. Th. auf Wendisch-Paulsdorf (vergl. L. 983 u. 986) speisten am 6. Juli 1698 bei ihm. Beim Kartenspiel kam es zum Streit, die Degen wurden gezogen, Wolf Ehrenreich erhielt einen Stoß auf der rechten Leite durch den Leib, so daß er am folgenden Tage starb, nachdem er noch die Bitte ausgesprochen, die beiden Vettern mit keiner Strafe zu belegen, da „der Stoß ohngesehr und unwissende von wem, geschehen sei"'). Wolf Ehrenreichs Rnteil am Gute Neschwitz fiel nach seinem Tode an seine beiden Brüder. 1) h.-St.-6. Een. 1.06. 11283, Güntherod. h h.-St.-6. Gen. 1.06. 7822, Theler. 2) vergl. Iviegner, Leichenpredigt auf Johanna Lharlotte v. Gersdorff, 1729. h G. Bether, Pf. in Guttau, Leichenpredigt auf Hans Ernst r>. Zezschroitz. ") Tarpzoo, Thren-Tempel der Gberlausitz, 1719, II. Teil, S. 71, Taf. III; praetorius, Leichenpredigt auf sie. o) I. G. Schulze, Ahnentafeln, Mspt. h kf.-5t.-6. Gen. 7,06.7822, Theler: h.-St.-6. 7oo. 9557, Tntleibungen im Illarggraffthum Dberlausitz, vol. II; den Vorgang der amtlichen „Leichhebung" in diesem Zoll schildert p. 11. v. pcntzig in feinem Hausbuch, Mspt., ks.-St.-6. 982 v. Theler. b. Carl Gottlob, der zweite Lohn George Bernhards, geboren am t5. Rpril 1675, erhielt in dem brüderlichen vergleich vom 4. Oktober 1698 die Güter Zescha und Puschwitz (88>V von Zescha, von Bautzen). Bin 18. Februar 1699 wurde er mit diesen Gütern belehnt. Mit Einwilligung seines Bruders George Bernhard als nächsten Lehnsagnaten verkaufte Larl Gottlob sein Gut Puschwitz am 29. Mai 1708 an Hans Christoph v. Soeben; zehn Jahre später, am 31. Bugust 1718 veräußerte er auch Zescha und zwar an Adolph Gottlob v. pentzig. vermählt war Larl Gottlob mit Johanna Sophia v. Leubnitz a. d. h. Techritzh und hinterließ eine Tochter Magdalena Amalia Sophia, die sich mit Hans Lhristoph v. Theler aus Saritsch vermählte (vergl. S. 989). e. George Bernhard d. I., der dritte Sohn George Bernhards, am 7. April 1677 geboren, erhielt in der brüderlichen Teilung vom 4. Oktober 1698 die Güter Neschwitz, Lomske (^V von Neschwitz), Siebitz (8V^ von Neschwitz), Neudorf (0 von Neschwitz), Lissahora (^V von Neschwitz) und wurde am 18. Februar 1699 belehnt. Im Jahre 1708 verkaufte er Neschwitz an den Oberst v. Schack Rumohr^). Als eine Schwester George Bernhards d. I. wird genannt Dorothea Elisabeth v. hepnitzb). 2. Mols Laspar v. Th., geboren am 26. März 1638, ein Sohn Wolf Tonrads, kaufte von seinem Vater zu Martini 1668 das Gut Wohla. hierzu erwarb er am 17. April 1671 von Frau Helene Sabina v. ponickau das Gut Rehnsdorf (8>V von Elstra), sowie Dorf und Untertanen zu Gersdorf (bvV von Rehnsdorf, 'VV von LIstra) und wurde am 28. Juni 1672 belehnt. Lr starb am 24. Rpril 1684. vermählt war er: I. seit dem 8. Juni 1665 mit Marie Eleonora v. Nostitz a. d. h. preititz, von der er einen Sohn und eine Tochter hatte,- II. seit dem 3. September 1669 mit Helene Sophia v. Nostitz a. d. h. Guttau, die ihm vier Söhne und fünf Töchter schenkte, von denen zwei Töchter vor dem Vater starbenh. Wir kennen folgende Rinder (I-VIII): I. Wolf Heinrich. Siehe unten 5. 983. II. Rdolph Benjamin. Siehe unten 5. 984. 1.06. 10604, läse. V. — Oie Lage hat sich des Vorgangs bemächtigt, vergl. Z. G. Th. Grüße, Oer Sagenschatz des Königreichs Sachsen, 1855, S. 558. tz I- G. Schulze, Ahnentafeln, lllspt. -) wegen grober Ausschreitungen, die George Bernhard d. Z. v. Th. im Verein mit einigen Genossen am 5. Dezember 1705 im Gaslhof zum güldenen Stern in Kamenz gegen den Freiherrn v. Bludowski sich hatte zu Schulden kommen lassen, wurde er auf dem Schlosse zu Bautzen in Arrest gebracht und zu tausend Talern Strafe verurteilt. Später erlangte er Pardon, vergl. k).-St.-A. Boa. Y561, Oes Frepherrn George Marx von Bludowskp oder von Gepersberg denuncirte Gewaltthätigkeiten belangende, die George Bernhard Theler, einer von ponickau und Lieutenant von polenz an ihm ausgeübet haben, 1706 — 1719. tz vergl. k)--5t.-kl. Noo. 9561 (wie in voriger Anmerkung angegeben), tz Wolf Laspar v. Th. ist S. 277 dieses Bandes, unten, irrtümlich „auf Malschwitz" genannt. — Sein Epitaph befindet sich in der Kirche zu Dber - Gersdorf neben der Kanzel. In der alten Cberlausitzifchen Kirchengalerie, S. 11 steht die auch in die Neue Sächsische Kirchengalerie, Oiöcese Kamenz, Sp. 252, übergegangene irrtümliche Angabe, das Epitaph neben der Kanzel in Dber - Gersdorf beziehe sich auf kjeinrich Ferdinand v. Th., einen Enkel Wolf Tasparr. v. Theler. 983 III. Laspar Gottlob. Siehe unten S. 986. IV. Hans Tonrad. Siehe unten S. 987. V. Christian Ulrich. Siehe unten S. 987. VI. Johanna Beata, * 1. Januar 1674, ff 19. Uugust 1704, vermählt 2./I2. Mai 1693 mit Wolf Udolph v. Zezschwitz auf Saritsch als dessen erste Gemahlin h. VII. Barbara Louisa, vermählt: I. mit Lhristoph Heinrich v. Miltitz aus Drauschkowitz; II. 7. Januar 1723 mit Thristoph Udolph v. Berge. Sie starb am 16. Upril 1740 und wurde am 21. Upril in Göda begraben^). VIII. Lharlotte Helene, vermählt mit . . . v. Wolffersdorff. Zwischen Wolf Taspars Witwe und seinen Kindern kam es am 21. Uugust 1684 zu folgendem Vertrag: Udolph Benjamin erhielt Wohl« nebst zugehörigen Ortschaften, sowie Nieder-Gersdors für den veranschlagten Preis von 16 332 Tlr. 5 Gr. 10 Pf.; Rehnsdorf und perti- nentien nebst Gber-Gersdors, veranschlagt zu 8133 Tlr. 6 Gr. 4 Pf. erhielt Wolf Heinrich,- das Gut Laasow in der Niederlausitz, taxiert aus 6300 Tlr., erhielt Thristian Ulrich. Die Brüder hatten jeder Schwester, sobald sie das 14. Lebensjahr erreicht hatte, 250 Taler Schmuckgeld; wenn sie sich verheiratete, 250 Taler Hochzeitsgeld, dann 300 Taler Lhegeld binnen Jahr und Tag nach vollzogener The zu zahlen^). I. Wolf Heinrich v. Th., der älteste Sohn Wolf Taspars, stand in Sächsischen Kriegsdiensten. Um 5. Januar 1685 bat er den Ober- amtsverwalter, da er sich wieder außer Landes begeben wolle, um seine Mündigkeitserklärung, „absonderlich weil ich fast das 20. Jahr erreichet, auch mich in Kriegsdiensten eine geraume Zeit her brauchen lassen und hierbei; dieses, was einem mündigen zustehet, jederzeit treulich verrichtet, hoffentlich nicht zu denegiren seyn wirbt" h. Um 2. März 1685 wurde Wolf Heinrich mit den ihm zugesallenen Gütern Rehnsdorf und Gber- Gersdors belehnt. Um 27. Oktober 1724 kaufte er, damals königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Gberstwachtmeister, von Georg Udolph II. v. Loeben das Gut holscha (0 von Neschwitz) nebst den pertinentien Lauske und Dubrau für 31000 Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld. Um 8. November 1724 belehnt, verkaufte er den Besitz im Jahre 1735 an Johann George Benad^) für 39 000 Taler. Das Kaufgeschäft ging indessen zurück und Ulexander Joseph Graf v. Sulkowski erwarb in demselben Jahre holscha, Dubrau und Lauske. Um 1. September 1736 ver- 1) v. Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, I. Bd., S. 213; Vierteljahrsschrift für Wappen-, Ziegel- und Familienkunde, XXI. Bd. (1893), 5. 126. 2) Vierteljahrsschrift für Wappen- rc. -Kunde, XXI. Bd., S. 108 und 82. 3) Stirbt eine der Schwestern, „ehe sich die Londition ereignet", so fallen, wenn sie vor dem 14. Lebensjahre aus dem Leben scheidet, die gesamten 1000 Taler, wenn sie aber nach dem 14. Jahre unverehelicht stirbt, 740 Taler an die Brüder wieder zurück ins Lehn. - Lehnsakten Rehnsdorf. tz Lehnsakten Rehnsdorf —Vb«r-Gersdorf. h Dieser nahm das Gut in Possetz, zahlte dem Verkäufer Rapitalien aus, nahm Meliorationen vor, ohne daß doch gemäß der Landesverfassung vor der Übergabe des Gutes der Ronsens der Stände eingeholt worden war. 984 v. Theler. Kaufte Wolf Heinrich, jetzt als Major bezeichnet, die Güter Rehnsdorf und Gersdors seinem Sohne Heinrich Ferdinand. Wolf Heinrich starb, ehe er noch seinem Sohne die Güter übergeben konnte, am 16. Dezember 1736 und wurde am 20. d. M. in der Familiengruft unter der Kanzel der Kirche zu Gber-Gersdorf beigesetzth. Wolf Heinrich war, schwer verwundet, im Jahre 1705 in Schwedische Gefangenschaft geraten^). — Er war es, dem wohl am meisten die Schuld am Tode seines Vetters Wolf Ehrenreich (vergl. S. 981) zur Last gelegt wurde. Es wurde ihm der Prozeß gemacht, durch kurfürstliches Reskript vom 6. August 1709 wurde indessen das Verfahren aboliert und dem Beschuldigten die Zahlung einer Summe von 1000 Talern auferlegt"). Wolf Heinrich war zweimal vermählt: I. mit Sophie Maximiliane v. Neitschütz a. d. h. Gaußig, mit der er sich am 5. September 1700 verheiratetes,- II. seit dem 18. Mai 1717 mit Anna Sabina v. Nostitz a. d. h. Neichwalde. Sein Sohn erster Ehe: Heinrich Ferdinand v. Th., geboren am 16. März 1706"), Leutnant, kaufte, wie oben erwähnt, am 1. September 1736 von seinem Vater die Güter Rehnsdorf und Gersdorf für 16000 Taler und erhielt am 18. Juli 1737 den Lehnbrief. Er schloß am 6. November 1741 eine Verkaufspunktation über seine Güter mit Heinrich Lhristoph Schüssler, königlich polnischem kurfürstlich Sächsischem hofrat und Kammerkonsulenten in Dresden und bat die Stände um ihre Einwilligung, „da von denen Treditoribus pressiret und vor dem hochlöblichen Gberamte in Anspruch genommen werde, auch in expe- clitionk bellica in Böhmen stehe, mithin aotu inilituns bin, folglich bei sothanen Umständen, da in abssntia bonorabili versire, nicht im Stande bin meine Lroclitores zu befriedigen"") . . . Der Kaufpreis betrug 21500 Taler und 200 Tlr. Schlüsselgeld. II. Adolph Benjamin v. Th., der zweite Sohn Wolf Taspars, geboren am 14. Oktober 1677, hatte im Vertrag vom 21. August 1684 das Gut Wohla und zugehörige Ortschaften nebst Nieder-Gersdors erhalten. Während seiner unmündigen Jahre stand er unter Vormundschaft Tonrad Heinrichs v. Zezschwitz aus pließkowitz h. Am 20. Februar 1699 wurde er mit seinen Gütern belehnt. Adolph Benjamin erbte im Jahre 1740 von seiner Schwester Barbara Louisa v. Berge, verw. gew. v. Miltitz, das Gut Drauschkowitz (8^ von Bautzen). Lr starb am 22. Mai 1751 und wurde am 25. d. M. in prietitz bestattet, vermählt hatte er sich aus dem Hause Jahna am 13. Februar 1700 mit Maria Sophia v. Thumbshirn, geboren am 14. Mai 1679 als Tochter Adolph >) Nach dem Kirchenbuch von Gber-Gersdorf. 2) H.-St.-N. Gen. Noe. 7822, Theler. h kp-5t.-kl. Ae,,. ^,oL. 7822, Theler. Neuer Laus. Mag. Bd. 76, S. 214. h Kirchenbuch Gber-Gersdorf. ") Lehnsakten Rehnsdorf-Gber-Gersdorf. 0 I.no. Y64Y, Vas 12. Buch Gberlans. Lehnrsachen, 1682—1706, Fol. 16. v. Theler. 985 Friedrichs v. Thumbshirn-Frankenhausen und der Maria Elisabeth v. Miltitz-Siebeneichen. Frau Maria Sophia starb am 18. Februar 1759 und wurde zu St. Afra in Meißen begraben'). Adolph Benjamin hinterließ drei Söhne zu Lehnserben, sowie eine Tochterh («-3): «. Mols Adolph. Siehe unten, st. Johann Friedrich. Siehe unten. 7 . Tarl August. Siehe unten S. 986. 3. Thristiane Tharlotte. Sie vermählte sich, nachdem ihr erster Gatte, der kursächsische Infanterie-Kapitän Joachim Wilhelm v. Sack gestorben war, am 29. Juli 1751 aus dem Thelerschen Herrenhause bei Meißen mit Gottlob Ferdinand v. Ende auf Taubenheim, Kreishauptmann und Schulinspektor h. «. Wolf Adolph v. Th., Sohn Adolph Benjamins, wird zusammen mit seinen beiden Brüdern am 28. August 1753 mit den väterlichen Gütern Wohla und Nieder-Gersdors belehnt. Tr administrierte das seiner Mutter gehörige Gut Nieder-Jahna bei Meißens. Am 19. Mai 1756 starb er am Schlagfluß im Thelerschen Freihause zu Meißen im Alter von 54 I. 2 M. und wurde am 22. d. M. zu St. Afra begraben, vermählt war er mit Louise Amalie v. ponickau, die, 73 Jahre alt, am 17. September 1787 zu Nieder-Iahna starb und am 20. September zu St. Afra ihre letzte Ruhestätte fand"). Wolf Adolph hinterließ zwei Töchter"): Johanna Sophia Friederike, * 18., getauft 22. März 1744, später vermählt mit dem Oberstleutnant v. Scheit. Augusta Friederike, * 17., getauft 21. Juli 1748, tz 22 . Oktober 1759. st. Johann Friedrich v. Th., geboren am 23. März 1706, gestorben zu Nieder-Iahna am 6 . Mai 1780h, Sohn Adolph Benjamins, kaufte im Jahre 1741 von seinem Vater das Gut Drauschkowitz für 15500 Taler. Tr stand damals in königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kriegsdiensten als Major im pirchschen Dragoner-Regiment und konnte, da er im Stabs-Postierungsquartier Schöneck sich befand, im Jahre 1742 nicht zur Belehnung erscheinen. Am 9. September 1743 wurde er belehnt. Wegen Kränklichkeit nahm er im Jahre 1745 als Major im ploetz scheu Dragoner-Regiment seinen Abschied"). Er verkaufte Drauschkowitz im Jahre 1750 an Hermann Karl Reichsgrasen v. Keyserling. In diesem Jahre heißt Johann Friedrich sowohl Major, als auch „Landcommissär tz v. Feilitzsch, Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meißnischen Odels, 1896, L. 331. h Line Tochter Adolph Benjamins ist jedenfalls auch Fräulein Johanna Friederike v. Theler a. d. kj- Mohla, * 28. Dezember 1709, get. 7. Januar 1710, f 4. Mai 1729, deren Gedenktafel im Altarraum der Kirche zu prietitz sich befindet. tz v. Feilitzsch a. a. D. 5.328. y kj--§t.-6, Gen. k-oo. 7822, Theler. s) Laus. Magazin 1787, 5. 313: v. Feilitzsch a. a. G. S. 328. ch kj °5t.-6. Gen. Boa. 7822, Theler. I v. Feilitzsch a. a. G. 5.328. 3) lf.-St.-A. Gen. Boo. 7822, Theler. 986 v. Theler. Budissinschen Kreises". Nach ihres Bruders Wolf Adolph Tode ff 19. Mai 1756) wurden Johann Friedrich und sein Bruder Carl August am 27. August 1766 mit dem aus sie versälleten Teil von Wohla und Nieder-Gersdorf belehnt. Letzterer überließ am 15. Juli 1764 seinem älteren Bruder, dem Major Johann Friedrich seine Hälfte dieser beiden lNannlehngüter gegen Zahlung eines Aversional-, Vergleichs- und Ab- findungsquanti von 11000 Talern. Johann Friedrich erhielt den Lehn- bries über die ihm überlassene Hälfte der genannten Güter am 3. September 1764. Wenige Tage darauf, am 1 . Oktober 1764, verkaufte er beide Güter an Adam Burchard Thristoph v. Schiebell. vermählt war Johann Friedrich mit Magdalena Friederike v. Griesheim, der jüngsten nachgelassenen Tochter des fürstlich Sachsen-Lisenachschen Geheimrats und Gberkonsistorialpräsidenten v. G. Geboren am 25. Oktober 1709, starb sie, 60 I. 3 M. alt, zu Meißen am 25. Jannar 1770 und wurde am 29. zu St. Afra begraben H. von Johann Friedrichs Kindern sind folgende bekannt (1-3): 1. Friedrich, * 15. Dezember 1739, tz 20. Dezember 1745, begraben am 23. zu Göda'H. 2 . Thristian Wilhelm, auf Nieder-Iahna, kursächsischer Appellationsrat, * daselbst 4. Juni 1742, tz 19. März 1800 zu Dresden. 3. Tarl Alexander, königlich preußischer Leutnant, tz im 37. Lebensjahre 17. September 1780, begraben am 19. zu St. AfraH. 7 . Tarl August v. Th., Sohn Adolph Benjamins, geboren am 11. November 1712 zu Wohla, besuchte das Kadettenhaus in Dresden, ging als Leutnant in kaiserlichen Diensten nach Italien, wo er bis zum Jahre 1740 blieb, machte dann im Schlesisch-Oesterreichischen Kriege die Feldzüge in Schlesien, Bayern, Böhmen mit, ging 1744 mit drei Gothaer Hilfsregimentern als Nittmeister in Holländische Dienste und bekam 1745 vom Herzog Johann Adolph von Weißenfels eine Kompagnie beim Leib- Kürassier-Negiment. Er machte die Schlacht bei Kesselsdorf mit und befand sich mit im Lager bei Pirna. - Daß er im Jahre 1764 seine Hälfte der Güter Wohla und Nieder-Gersdorf seinem älteren Bruder Johann Friedrich überließ, ist bereits oben erwähnt worden. Er starb am 30. Dezember 1768 zu Triestewitz bei Torgau. vermählt hatte er sich im Jahre 1747 mit Esther Tharlotte v. Hartitzsch auf Triestewitz, Kauklitz, Prausitz, Nödingen rc. Er hinterließ keine KinderH. III. Laspar Gottlob v. Th., der dritte Sohn Wolf Taspars, kaufte am 21 . September 1696 von Hans Friedrich v. Nodewitz das Gut Wendisch-Paulsdorf (OlXO von Löbau) für 10200 Taler. Am 21. Januar 1697 belehnt, verkaufte er das Gut schon wieder im Jahre 1704^) 0 v. Feilitzsch a. c>. V. S. 328. -) vierteljahrsschrift für tvappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI. Bd. (1893), S.. 122! Neues Laus. Mag. Sd. 68, S. 241. tz Nr. 2 und 3 nach v. Feilitzsch a. a. G. S. 329. y Laus. Magazin 1769, S. 2V. ') 3» diesem Jahre (1704) wurde Laspar Gottlob v. Th. zu Ivendisch-Paulsdorf wegen der harte» Behandlung, die er an dem Görlitzer Landboten verübt hatte, an Johann Hartwig v. Nostitz, verlobt hatte er sich am Palmsonntag 1694 fl. Nprilj mit Ursula Eleonore v. Buxdorff, Tochter Balthasar Dietrichs v. B. aus Zchlabendorf. Nls der Bräutigam aber an den Vater seiner Braut das Unsinnen stellte, ihm das Eheversprechen zurückzugeben, da er ein anderes Verlöbnis eingehen wollte, machte der v. Buxdorff die Sache im Jahre 1696 beim Dberamt rechtsanhängig H- Wir finden Taspar Gottlob später vermählt mit Christiane Dorothea v. Schönberg IV., V. Über Hans Lonrad und Christian Ulrich - diesem war das Gut Laasow in der Niederlausitz zugesallen - fehlen alle Nachrichten. VI-VIII. Der Töchter Wolf Caspars ist bereits oben gedacht worden (vergl. S. 983). 6. Linie Lollschwitz. Wolf Heinrich v. CH?), der zweite der drei hinterlässenen Söhne Lunrads, hatte in der brüderlichen Teilung das Gut Nieder-Gurig (IdlO von Bautzen) erhalten und wurde am 12. Juli 1639 mit ihm belehnt. Hierzu kaufte er im Jahre 1641 aus dem Nachlasse Melchiors v. Loeben das zu Nreckwitz (880 von Nieder-Gurig, 1^10 von Bautzen) gehörige „Biebrachs Gut" samt dem Wohngebäude und einem Gärtner, nebst 30 Scheffeln Norn- und 2 Scheffeln Weizen-Uussaat für 2000 Taler H. Wolf Heinrich vertauschte am 20. Februar 1642 sein Gut Nieder-Gurig gegen das bisher im Besitz Hans Ndolphs v. Haugwitz gewesene Gut Sollschwitz (XlV^ von Bautzen). Nm 21. Februar 1643 wurde er belehnt. Im nächsten Jahre (1644) war er bereits gestorben. Vermählt war er mit Nnna Helena v. Schreibersdorfs a. d. H. Zescha, die, im Jahre 1622 geboren, ihm mit achtzehn Jahren ihre Hand reichte, nach dreijährigem Ehestand Witwe wurde und sich dann mit Philipp v. Schönaich auf Haasel verheiratete. Sie starb als Witwe am 13. Dezember 1684 und wurde in Göda beerdigt^). Wolf Heinrichs einziger Sohn Tonrad Heinrich kam unter Vormundschaft seines Gheims Wolf Tonrad v. Th. aus Neschwitz und Potschappel, der am 3. Januar 1643 einen Lehnmutungsschein für sein Mündel erhielt. Im Jahre 1662 mündig geworden, wurde er am 20. Npril dieses Jahres mit dem Gute Sollschwitz belehnt. Nm 15. Juni 1677 kaufte Lonrad Heinrich von Christoph Siegmund v. Naussendorf aus Grünewald das Nunkellehngut Weidlitz (ldl^V von Bautzen) samt der sogenannten „Tobaner Mühle", letztere war zu 200 Dukaten Strafe verurteilt. H.-Lt.-N. Noe. 9535, Das 87. Luch Dberlaus. Justiz-Sachen ao 1702-6, Zol. 303. tz H.-St.-N. Gen. Noe. 7822, Theler. H Ebenda. ch Nicht zu verwechseln mit tvolf Heinrich v. Elf. auf Rehnsdorf und Bber- Gersdorf. Über diesen siehe oben S. 983. tz Dabei war er verpflichtet in der Mühle des Grts zu mahlen, keine Schafe, den andern beiden Vorwerken zum Schaden, zu halten und dem Hüten jährlich sechs viertel Nbschutt zu geben. H Nach ihren, Epitaph in Göda, bei Nloh, Gen. Nachrichten, Mspt. Ld. XVI, v. Schreibersdorfs. 988 v. Theler. Mannlehn. Km 25. September 1677 wurde er belehnt, am 28. Februar 1688 verkaufte er Weidlitz an Johann Leddien, kurfürstlich Sächsischen Rat und Gberamtskanzler. Tonrad Heinrich starb am 11. November 1708. Tr war zweimal vermählt, seine zweite Gattin war seit dem 20. Februar 1681H Rnna Margaretha v. Rlüx a. d. H. Groß- Hennersdors. Sie verlebte die letzten Jahre ihres Lebens als Witwe in Bischofswerda, starb daselbst am 12. März 1720 im 68. Lebensjahre und wurde in Göda bestattet^). Sie schenkte ihrem Gatten drei Söhne und zwei Töchter, von Lonrad Heinrichs Rindern sind folgende bekannt (u — e): а. Johanna Maria, wurde am 23. März 1697 getraut mit Otto Siegmund v. Thümmel auf Schmölln, kurfürstlich Brandenburgischem Leutnant zu Fuß^), als seine erste Gattin. d. Lhristiane Margarethe, geboren zu Sollschwitz am 6. März 1685, gestorben 1727, vermählte sich: I. mit dem Hauptmann Hans Rudolph v. pentzig,- II. mit Tarl Heinrich v. Staupitz aus Nieder- BurkauH. e. Taspar Gottlob, aus Schlabendorf genannt. Im brüderlichen Teilungsrezeß vom 12. Dezember 1708 war ihm das väterliche Gut Sollschwitz zum Preise von 24000 Talern zugesallen,' am 16. September 1709 wurde er belehnt und verkaufte das Gut am 12. Oktober 1725 an Jacob le Toq, nachdem er bereits am 22. Dezember 1718 sein bei Schmölln gelegenes Stück Wald nebst dem Försterhause und Ackern für 1600 Taler an Frau Sophia Helena v. ponickau, geb. v. Dieskau aus Schmölln veräußert hatte. Es ist vermutlich wohl dieser Taspar Gottlob, als dessen Gattin Martha v. Wolffersdorff genannt wird, beide erscheinen im Jahre 1699 als Trauzeugen in Beesdau in der Niederlausitz ff. б. Friedrich Rlbrecht, in den Bautzner Lehnsakten als Lrb- und Lehnsherr auf Rraupe und Radensdorf bei Ralau bezeichnet, war Hauptmann in Holländischen und Englischen Diensten gegen Frankreich, vermählte sich in der Woche vor Pfingsten 1701 mit Lhristina Eleonore v. polenz, ältester Tochter Jacobs v. p. auf Beesdau und hielt sich dann in Rraupe auf. Im Februar 1708 wurde er auf der Reise nach Berlin von einem Schlaganfall betroffen, gebrauchte dann zweimal die Bäder von Rarlsbad und Teplitz, resignierte aus Rraupe zu Gunsten seines Schwagers und starb, nachdem sich am 15. Februar 1712 der Schlagansall wiederholt hatte, am 18. Februar dieses Jahres in Finster- i S. 122. Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Zamilienkunde, XXI (1893), ff Ihr Epitaph in der Gödaer Kirche ist beschrieben Neues Laus. Mag. Bd. 68, 2-239: vergl. auch Ehr. heckel, hjstor. Beschreibung der Stadt Bischoffsroerda, 1713. Er nennt sie S. 77 und S. 166: „Nnna Margaretha von Oöhlern, gebohrne von Glücks". ff Nach den Kopulationsregistern zu Staßfurt. Vierteljahrsschrift für Wappen-rc. -Kunde XX. (1842), S. 196. ff Nach dem Epitaph zu Burkau, bei Kloß, Deneal. Nachrichten, Mspt. Bd. XI, v. pentzig. S. 180. ff Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, VlII (1880), v. Thielau. 989 walde. Leine Leiche wurde nach Dresden geführt. Tr hinterließ einen Sohn und eine Tochter*). Der Sohn wurde „Dominica 4. x>. Dpiptian. noctu gegen Tage" 1702 f30. Januar) in Beesdau, wohin Frau Thristina Eleonore zum Besuch ihrer Eltern gereist war, geboren und in der Wochenstube Heinrich Jacob getaufth. 6. Hans Thristoph wird als aus der zweiten Ehe Lonrad Heinrichs stammend und beim Tode seines Vaters noch minderjährig, bezeichnet h. Er trat in königlich polnische kurfürstlich Sächsische Militärdienste und erhielt, nachdem er lange Feit, zuletzt sechzehn Jahre als Rittmeister im Triegern scheu Rürassierregiment gedient hatte, im Jahre 1732 seinen Bbschied als Majorh. Bm 20. März 1722 kaufte er von Wolf Bdolph v. Zezschwitz das Mannlehnrittergut Saritsch von Bautzen) nebst den zu Loga (8 von Saritsch) befindlichen, dem Landeshauptmann v. Wobeser wiederkäuflich überlassenen, zum Gute Saritsch gehörigen und nunmehr in Erbe verwandelten zwei Bauern, ebenso die Koblenzer Heide für 16600 Taler Raus- und 200 Tlr. Schlüsselgeld. Bin 6. Bpril 1722 erhielt er über Saritsch den Lehn-, über die zwei Bauern in Loga den Erbbrief. Er starb am 20. März 1742. Vermählt war er mit Magdalena Binalia Sophia v. Thelerh (vergl. S. 982), Tochter Tarl Gottlobs v. Th. aus Zescha und Puschwitz. Er verkaufte ihr am 5. Juli 1740 sein Gut Saritsch und pertinentien für 18000 Taler. Hans Thristoph hatte, soweit sich ermitteln läßt, zwei Töchter hinterlassen: Lrdmuth Magdalena, die sich mit dem Pfarrer Johann Gottfried Schulze in Rönigswartha verheiratete''), und Margaretha Sophia vermählte v. Leipziger. Ersterer verkaufte die Witwe, Frau Magdalena Bmalia Sophia v. Th. am 23. Oktober 1750 das Gut Saritsch nebst den zwei Bauern zu Loga für 22000 Taler Rauf- und 100 Speziesdukaten Schlüsselgeld. Wappen: In Rot ein silberner Pfahl, belegt mit drei über einander gestellten roten Lilien. Helm gekrönt. Rleinod: Bcht silberne Hahnenfedern, belegt mit drei roten Lilien. Decken rot-silbern. Siebmacher I, Taf. 160, Rr. 10 unter den „Mepßnischen". v. Thielau. Die Gebrüder Georg Thylo, fürstlich Briegscher Rat, und Valentin Thylo, Dr. für. in Rleinitz, einer aus Liegnitz stammenden tz Vierteljahrsschrift für kjeraldik rc., VIII. (1880), S. 180, sowie Mitteilung der betr. Eintragung im Sterbe - Register vom Jahr 1712 der St. Trinitatisknrchs in Finsterwalde. h Kirchenbuch von Beesdau. h Lehnsakten Sollschwitz. 3) H'-Lt.-R. Een. Bc>o. 7822, Theler. h Sie wird gelegentlich auch Magdalena Nnna Sophia v. Th. genannt. h Frau Lrdmuth Magdalena Schulze, geb. v. Theler, starb als Witwe in Saritsch am 28. November 1758 und wurde am I. Dezember in Neschwitz bestattet. 990 v. Thielau. Familie angehörig, erhielten, Vilsen den 24. Mai 1602, den rittermäßiqen Böhmischen Adelsstands. Zu Ende des 18. Jahrhunderts siedeln sich Angehörige des Geschlechts in der Gberlausitz an. Karl Johann Erdmann v. Th. aus Neu- Döbern, Rettchensdors, Ressen in der Niederlausitz, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberstleutnant der Kavallerie, geboren am 22. März 1724 zu Neu-Döbern, gestorben daselbst am 22. Juli 1778, hatte sich vermählt mit den Töchtern des königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Generalleutnants Karl Andreas v. Jasmund aus Tzschacksdors und der Nahe! Dorothea v. polenz a. d. H. Tzschernowitz, nämlich: I. zu Tzschacksdors am 3. Mai 1752 mit Taroline Thristiane v. Jasmund, geboren zu Tzschacksdors am 10. Juni 1735, gestorben zu Neu-Döbern am 17. April 1767,- II. zu Tzschacksdors am 7. Februar 1768 mit Henriette Nahe! v. Jasmund. Er hinterließ drei Söhne (1-3): 1. Karl Florian v. Th., geboren zu Neu-Döbern am 13. Juli 1755, gestorben zu Lraunschweig 1825, herzoglich Braunschweigischer Vize-Gberstallmeister und Kammerherr, kaufte am 16. Oktober 1794 von dem Oberstleutnant Johann Lrdmann v. Gersdorff auf Wurschen, Nechern rc. die Mannlehnrittergüter Klein-Nadmeritz und Buda (beide blblO von Löbau) für 50000 Ntlr., sowie das Mannlehnrittergut Zo blitz (blO von Löbau) für 30 000 Tlr. Am 1. November 1794, bezw. 4. März 1795 erhielt er den Lehnbries. vermählt hatte sich Karl Florian zu Veltheim am 15. Oktober 1788 mit Sophie Helene v. Honrodt, geboren am 23. Januar 1766, gestorben zu Braunschweig am 21. November 1806, Tochter des herzoglich Braunschweigischen Schatzrats und Lrbpropsts zu Gelsburg Anton Wilhelm v. Honrodt. Seinen drei Kindern: Karl Johann Ludwig, königlich preußischem Stallmeister und Premierleutnant, August Heinrich Lrdmann, herzoglich Braunschweigisch-Lüneburgischem Landesgerichtsassessor und Sophie Auguste Wilhelmine verkaufte Karl Florian v. Th. am 10. Juli 1822 das Gut Zoblitz für 34125 Taler, ebenso Klein-Nadmeritz und Buda samt dem Dorfe „paskowitz"H und der Mittel-Sohländer Mahlmühle, ebenso dem Fritzkauschen Mannlehngut zu Klein-Nadmeritz. Die Geschwister Karl Johann Ludwig v.TH. und Sophie Auguste Wilhelmine, vermählt mit Karl Otto v. Thielau aus Dölzig, verkauften am 8. August/14. September 1826 ihre zwei Drittel Anteile an Zoblitz für 27750 Tlr., von Klein-Nadmeritz, Buda und Fritzkau für 57250 Tlr. ihrem Bruder August Heinrich Erdmann v. Th. Dieser, geboren zu Braunschweig am 11. Oktober 1798, königlich Sächsischer Kammerjunker, später Landesältester der Gberlausitz, erhielt am 20. September 1826 den Lehnbries über diese Güter. Er verkaufte 0 vergl. zu dem folgenden: Genealogisches Taschenbuch der kldeligen Häuser, VII.Iahrgg., Brünn 1882. - Gothaisches Briefadeliges Taschenbuch, III. Fahrgg., IdOY. H Paschkowitz ist gegenwärtig keine besondere Drtschaft mehr, sondern ein Grtsteil von lilein-kindmeritz, vergl. Neues Laus. Blag. Bd. 73, S. 162. v. Thielau. 991 Zoblitz am 31. März 1842 an den königlichen Posthalter Ludwig Zschucke in Löbau für 38 300 Taler, Klein-Radineritz und Vuda nebst Fritzkau am 30. Januar 1849 an Friedrich Freiherrn Vitzthum v. Lgersberg, der die Güter für Maria paulowna Großherzogin von Lachsen-lveimar- Lisenach erwarb. Am 23. Februar 1849 wurde August Heinrich Lrdmann mit dem Gute Plötzen (!4>V von Löbau) belehnt h. Er erwarb ferner laut Kaufs vom 13. Oktober 1854 von Adolph Otto Trdmann Gottlieb Lchulz das Gut Ober-Kemnitz (080 von Löbau) für 70500 Taler, wovon 6500 Tlr. aus das Inventar gerechnet wurden. Llugust Heinrich Lrdmann v. Th. starb zu Dresden am 28. Oktober 1877. vermählt hatte er sich mit Amelie v. Lrdmannsdorff, die am 27. Juli 1881 in Dresden verschied. Lein Lohn Heinrich Otto v. Th., geboren zu Klein-Kadmeritz am 28. März 1831, K. K. Oberleutnant v. d. A., kaufte das Gut Ober- Kemnitz von seinem Vater für 129705 Taler am 7. April 1864. Das dem Vater am Gute zustehende Vorkaufsrecht wurde im Jahre 1874 gelöscht. Heinrich Otto vermählte sich am 13. Mai 1864 mit Friederike Johanna Louise Taroline Thusnelda Freiin v. Hammerstein-Gesmold, geboren zu Ketzow, Meckl., am 2. April 1840. 2. Friedrich Lrdmann v. Th?), geboren zu Tzschacksdors am 3. November 1756, herzoglich Braunschweigisch-Lüneburgischer Kammerherr, Herr aus Tzschacksdors, vermählte sich am 3. November 1805 mit Friederike Louise Thristiane geb. v. lvurmgart, die in erster Lhe mit Johann Lrnst v. Gersdorfs auf Lautitz, gestorben am 4. Januar 1789, in zweiter mit Johann Lrdmann v. Gersdorfs, gestorben am 13. Dezember 1803, verheiratet gewesen war. Lie verkaufte am 23. Januar 1806 ihrem dritten Gatten die Güter, die sie von ihrem zweiten Gemahl geerbt hatte, nämlich die Lrb- und Allodialrittergüter lvurschen für 54000 Tlr., Nechern (beide 0 von Bautzen) nebst Kohlwesa (8 von Nechern) für 76500 Tlr., Belgern (OblO von Bautzen, von lvurschen) nebst den Untertanen zu Nodewitz und Niethen (beide 8 von lvurschen) für 45000 Taler, die Nieder- Kotitzer (8^V von Iveißenberg) Grundstücke und Untertanen für 1200 Tlr., die Lärkaer (8^V von Meißenberg) Grundstücke und Befugnisse, namentlich den „Zipskretscham" (zwischen Nieder-Kotitz und Nechern) für 3500 Taler. Am 5. März 1806 erhielt er den Erbbrief über diese Besitzungen. Lr starb am 20. Oktober 1821 im Alter von 65 I. weniger 14 T. und wurde am 25. in der Nechernschen Gruft beigesetzt. Testamentarisch eignete er seiner Witwe Friederike Louise Thristiane zu die Rittergüter lvurschen, Nechern, Belgern und pertinentien. Lie entschlief zu lvurschen am 14. Oktober 1832. Vermöge des am 7. August 1822 abgeschlossenen Vertrages hatte sie die vier Kinder des Landesältesten Ernst Tarl Gottlob v. Rex aus seiner ersten Lhe mit Tharlotte Johanna Philippine v. Münchhausen, nämlich Lrdmuthe Lharlotte Louise, I) Neues Laus. Mag. vd. 2b, s. 220. -) Tin kurzer Nekrolg auf ihn im Neuen Laus. Mag. Bd. 1, 5. 504. 992 v. Thiele. Adolph Ernst, Otto Earl, Tiara Maria Geschwister v. Rex adoptiert und ernannte nun zufolge des am 6. September 1828 errichteten Testaments ihre jüngste Adoptivtochter Tiara Maria v. Nex genannt v. Thielau zur Erbin ihrer Güter zum Preise von 140000 Talern. 3. Heinrich Gtto v. Th., geboren am 19. Gktober 1760, gestorben am 28. Februar 1864 zu Neu-Döbern, königlich Sächsischer Kreishauptmann, Herr auf Neu-Döbern, Aettchensdorf, Dölzig rc., vermählte sich am 15. Mai 1794 mit Johanna Eleonore Taroline v. houwald, geboren am 15. Gktober 1770, gestorben am 8. Dezember 1848. Wappen: Schild gespalten von Silber und Rot, darin aus grünem Hügel ein oben abgehauener Baumstamm, der zu beiden Seiten einen Ast mit grünen Blättern emportreibt. Helm gekrönt. Kleinod: Bach rechts gewendete Nachtigall, einen goldenen Ring mit Diamantstein im Schnabel haltend. Decken rot-silbern. Als Variante findet sich der Schild gespalten von Gold und Silber und die Decken schwarz-golden, so in Siebmachers Wappenbuch, I, Tas. * 168, Nr. 1 unter den „Schlesischen", auch im Supplementband I, Taf. 9, Nr. 10, ferner in Tproffs Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Bd., Tas. 87. Mitunter werden auch die Decken rechts schwarz-golden, links rot-silbern tingiert'). v. Thiele (v. Thile). Der kurfürstlich Sächsische bestallte Kapitän bei der Leibgarde zu Fuß, Alexander Heinrich Thristian Jacob v. Thiele, war vermählt mit Henriette Friederike v. Nunckel. Sie kaufte am 24. Gktober 1772 von Frau Thristiane Tugendreich geb. haacke, Gattin des Bautzner Senators Dr. Thristian Adolph Struve, das Erb- und Allodialgut Klein-Seitschen (8M von Bautzen) für 10500 Taler; am 6. September 1773 erhielt sie den Erbbrief. Am 26. September 1780 veräußerte sie Klein-Seitschen an Georg Larl v. Müller. Tarl v. Th., ein Sohn Alexander Heinrich Thristian Jacobs, wurde am 29. August 1776 in Göda bestattet^). Über die Adelsverhältnisse und das Wappen dieser Persönlichkeiten ließ sich nichts ermitteln; vermutlich gehören sie der in der Anmerkung erwähnten, am 25. November 1719 nobilitierten Familie v. Thile an. 0 Line poetische Erklärung des Wappens in lateinischer Sprache in Sinapius' Schles. Luriositäten, I. Land, 1720, S. 975. 2) Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI. Iahrgg., 1893, S. 123. Ebenda sind als Paten in Göda im Jahre 1777 erwähnt: Friedrich Leopold v. Th., kursächsischer Generalleutnant zu Bautzen, Fräulein Lharlotte Louisa Ludomilla und Fräulein Henriette Dorothea Josepha v. Th., beide aus Bautzen. - Friedrich Leopold v. Thile führt folgendes Wappen (ein Siegel befindet sich im H.-St.-B. Geneal. Boe. 7822, v. Thile): Schild geviert: 1, 4: Bdler- bein; 2, 3: schräg gestellter Bst mit 3 Blättern. Kleinod: Wachsender Wann, in der Hechten den Bst haltend. — Dieses Wappen ist einem Fr. Wilh. Thile vom König von Preußen am 25. November 1719 verliehen worden. (Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standererhöhungen, 1874, S. 18). v. Thümmel. 993 v. Thümmel. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts erscheinen Angehörige einer Familie Thümmel (Thomel, Thummel, Tummel) in Leipzig und dessen Umgegend, so in Schöneseld und Wahren, angesessen. So belehnen am 16. November 1404 Albrecht und Georg v. Kolditz, Herren daselbst, „den erbaren weisen . . . Thomel, Bürger zu Leipzig" mit fünstehalb Mark Geldes jährlicher Zinsen in dem Dorfe SchönefeldH. von Thomas Thummel kauft der Rat zu Leipzig im Jahre 1405 dreißig Acker» Holz und Wiesen in Wahren^). Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht belehnen „Hansen, Jacosfe, Jürgen und Nickeln Tummeln Gebrüdere" mit der Mühle zu Schönefeld und mit einer Holzmark am 28. November 1464^). Wiederholt saßen Glieder des Geschlechts im Rat; schon im Jahre 1430 finden wir „Thomas Thummel . . . ratmanne zcu Lipczk"H. — Als Stammvater aller Linien wird angenommen Heinrich Thümmel aus Schöneseld und Plaußig bei Leipzig, gestorben 1511^). von seinen Söhnen Georg und Hans begründete ersterer die jetzt einzig noch blühende ehemals Schönefelder Linie, während von Hans die ehemals paunsdorfer Linie ihren Ursprung nahm. Hansens Sohn, Hans d. I. v. Th. scheint bereits in der Gberlausitz ansässig gewesen zu sein und einen Anteil von Schmölln (80 von Bischofswerda) besessen zu haben. Tr hinterließ drei Söhne: I. Merten (Martin). Siehe S. 994. II. Lorenz. Siehe S. 996. III. Wolf. Siehe S. 998. Die Gebrüder Merten und Lorenz, deren jedem nach ihres Vaters Tode ein Kapital von 4000 Fl. zugesallen war, verglichen sich am 5. November 1619 im wesentlichen dahin, daß Merten den väterlichen Gutsanteil Schmölln mit allen pertinentien annehme und seinem Bruder Lorenz als Entschädigung für alle seine Ansprüche 500 Fl. herauszahle. Lorenz nahm die zum Gute gehörige Mühle für 1000 Fl. an; es sollte jedoch diese Mühle wieder an das Gut fallen, sobald Merten seinem Bruder 1000 Fl. erlegen würde. Als Zeugen des Vertrags werden genannt: „Lucas von Tümmell zue Dohna, ihr lieber Vetter, Wolf Magnus von Baudissin zue Schwöllen, ihr Schwiegervater, und Wolf Heinrich von Tümmell auch zue Schwöllen"''). 1) Loä. äiplom. 8ax. Rs§. II. Hptt. VIII. Bd., 5. 76. 2) Ebenda, S. 77. s) Ebenda, S. 310. 4) Ooä. äiplom. 8ax. Ro§. II- Hptt. IX. Bd., S. 181. - Rmnerkungsweise sei erwähnt, daß im Kat der Stadt Bautzen erstmalig im Jahre 1453 ein Lorenz Tommel als Ratsherr aufgezählt wird: 1475 war er Bürgermeister, erscheint in den folgenden Jahren wiederholt als Ratsmitglied und stirbt I4YI. Bergt. H. Baum- gärtel, Rathsverfassung und Rathslinie der Stadt Bautzen, fldOIs, S. 26 ff. b) Herrn Regierungsrat v. Thümmel in Pirna, der uns in liebenswürdigster weise Rirchenbuchauszüge und anderes von ihm gesammeltes urkundliches Material zur Geschichte seines Geschlechts zur Verfügung stellte, sind wir zu verbindlichstem Dank verpflichtet. H Lehnsakten Schmölln. 63 994 v. Thümmel. I. Der genannte Merten v. Th. war vermählt mit Maria, geb. v. Baudissin, Tochter des Wolf Magnus v. B. aus Schmölln. Die Ehestiftung hatte in Schmölln am 28. Juni l6l9 stattgefunden. Wegen eingebrachten Lhegeldes in Höhe von 300 Fl. Meißnisch, neben Halsschmuck, Kleidung und Hausgerät, ließ Merten seine eheliche Hausfrau auf die gleiche Lumme, ferner auf 200 FI. Hauszins, auf sein Gut Schmölln am 8. Juli 1633 durch den Gberamtsverwalter verleibgedingen. .Frau Maria v. Th., geb. v. Baudissin, starb am 23. Oktober 1661; ihr Gatte Merten v. Th. war ihr bereits am 14. November 1647 im Tode vorangegangen H. von Mertens Kindern sind drei Söhne zu erwähnen: 1. Wolf Heinrich. Siehe unten. 2. Hans. 3. Wolf Magnus. Siehe unten §. 996. Um den an zweiter Stelle genannten Hans v. Th. vorweg zu nehmen, so verkaufte ihm sein Vater sein Lehngut Schmölln am 27. Februar 1642. Um 10. Januar 1643 wurde Hans belehnt, im Npril 1657 starb er bereits^). 1. Wolf Heinrich v. Th., Sohn Mertens, war vermählt mit Dorothea geb. v. Baudissin. Sie starb zu Schmölln am 10. Mai 1651 als seine Witwe und wurde am 24. Mai daselbst bestattet^). Bus dieser The stammte Hans Wolf v. Th. zu Schmölln. Hans Wolf v. Th. zu Schmölln kaufte, Bautzen den 30. Npril 1643, von Heinrich v. Zezschwitz aus Saritsch, Lubachau und Welka dessen drei Bauerngüter zu Lehndors („Lehn", von Bautzen) mit Ober- und Uiedergerichten für 1800 Rtlr. Um 4. November 1645 verkaufte er diese drei Bauergüter zu Lehndors samt Zubehör an Hans Laraß zu Göda und Hans Laraß zu Buscheritz für 2000 Taler und 10 Taler seiner Hausfrau zum Geschenk. Sm Jahre 1646 kaufte Hans Wolf von Friedrichs v. Metzradt Kreditoren das Gütlein Friedersdorf, „drei Meilen von Budissin entfernt, nach der Herrschaft Hoyerswerda zu gelegen" (Friedersdorf bei Lohsa, 80 von Hoyerswerda), verkaufte es aber im Jahre 1658 wieder H. vor dem kurfürstlichen Gberamt kaufte er am 6. Dezember 1653 sein väterliches Gütchen zu Schmölln, empfing es am 29. Oktober 1654 zu Lehn verreicht, verkaufte es aber am 23. Juni 1659 wieder an seinen „Vetter" Taspar Siegmund v. Th. auf Nieder-Schmölln (vergl. 5. 996 s.). Eine weitere Nachricht besagt, daß Hans Wolf von den Kreditoren Martins v. Th., also seines Großvaters, am 25. September 1658 das Gut Schmölln kaufte^). Hans Wolf v. Th. — doch wohl mit dem eben erwähnten Hans Wolf identisch - hatte im Upril y Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt. 2d. I, Baudissin; Schinöllner Kirchenbuch. -) Schinöllner Lehnsakten, ver in der kllten Dberlaus. Kirchengalerie S. 206 als Todestag angegebene 7. Mai 1657 ist der Tag der Bestattung Hansens Schmölln. H Schinöllner Kirchenbuch (Negierungsrat v. Th.). tz H.-St.-N. Boo. 9547, Vas vierdte Buch Gberlausitzischer Lehens-Sachen, 1666-81, Zol. 69. * H H.-St.-5l. Boo. 9548, Vas 11. Buch Gberlausitzischer Lehens-Sachen, 1686 bis 1709, §ol. 186. v. Thümmel. 995 1678 den Reitknecht Hans Ulrichs v. Grünrod zu Seifersdorf in Uleitzen erschlagen und war dann geflüchtet*). In dem anhängig gemachten Prozesse war ihm die ewige Landesverweisung zuerkannt worden. Gr bat im Jahre 1685 den Rurfürsten, ihn zu begnadigen und die Landesverweisung in eine Geldstrafe zu verwandeln, doch der Landesherr lehnte das Gesuch ab^). Hans Wolf konnte sich als ein des Landes verwiesener demnach auch nicht an der Erbhuldigung im Schlosse Grten- burg im Jahre 1681 beteiligen. Sein Gütchen Schmölln wurde aus Drängen seiner Gläubiger am 17. September 1687 vom hosgericht dem Wolf Magnus v. Th. für 5500 Taler adjudiziert. Ehe das Gut aber dem Räuser übergeben wurde, verkaufte es Hans Wolf zu Martini 1687 an Christoph Siegmund v. Raussendorf. Hans Wolf v. Th. war in erster Ehe vermählt mit Unna Sophia geb. v. Zezschwitz. Sie hatte ihm zufolge Lhestistung vom 3. September 1646 tausend Taler Lhegeld zugebracht. Erst im Jahre 1666 bat er den (Oberamtshauptmann, seine Gattin wegen dieses Ehegeldes auf Schmölln zu verleibgedingen. Um 4. März 1682 wurde sie in Schmölln bestattet^). In zweiter Ehe war Hans Wolf verheiratet und zwar seit dem 23. (Oktober 1685 zu Schmölln mit Unna Maria Dorothea geb. v. Geist. Hans Wolf lebte zuletzt „in den (Obergärten an der Ebersbachischen Grenze"*). Uls seine Rinder führt das Schmöllner Kirchenbuch folgende aus (a —i)^): a. Latharina Dorothea. d. Hans (Otto, Wachtmeister, vermählt zu Schmölln am 29.Juli 1680 mit Dorothea Elisabeth v. Doering, Tochter Thristians v. D. auf Gratzdorf und seiner Gattin Sophia Elisabeth geb. hoe v. hoenegg. Hans (Otto starb am 7. Januar 1695°). Frau Dorothea Elisabeth kaufte l) H.-St.-N. 1.06.9548, Vas 11. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1686-1709, Fol. 186. -) ver Kurfürst bestimmte nach dem Gutachten des Kanzlers und der Bäte, . . . „daß die erkannte ewige Landesverweisung in der Stille nach bisherigem bei denen von Ndel gebrauchten mocio exeqnirt werde". H.-St.-N. Geneal. Uoo. 7825, Thümmel. s) Dieses sowie das folgende Datum nach dem Schmöllner Kirchenbuch (Ne- gierungsrat v. Th.). tz Dberlaus. Nachlese 1771, S. 86. Eine Gedächtnisjchrift, die am 17. September 1699 in den Kottmarsdorfer Kirchturmknopf gelegt wurde, enthielt u. a. auch folgende Worte: „Hans Wolf v. Timmlau" . . . „in den Dbergärten an der Ebersbachischen Grenze wohnende". . . . „Er hatte vormals zu Schmollen gewohnt, doch als er einen Schösser auf dem Felde daselbst entleibet, hat er nach Nusführung seiner Sache und erlangter Landes-Huldigung endlich seinen Nufenthalt allhier gehabt, alt dieser Zeit 81 Iahr". Es scheint also die über ihn verhängt gewesene Landesverweisung später aufgehoben worden zu sein, vielleicht infolge eines von ihm am 5. Februar 1692 an den Kurfürsten gerichteten Schreibens, in dem er sagt, er sei im Jahre 1678 . . . „durch Gottes verhängnüs in ein unverhofftes Unglück gerathen, indehm George Müller zu Seiffersdorff nicht sowohl durch mich, alß seine eigene wiederwertige Unvorsichtigkeit entleibet worden". H.-St.-N. Uoo. 9548, Vas 11. Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, Fol. 186. 3) Negierungsrat v. Th. ch i). Uechtritz, Diplomat. Nachrichten, IV. Bd., S. 24. 65 996 v. Thümmel. am 9. Kugust 1685 das Lehngütchen zu Nrischa (0 von Weißenberg) von Jungfrau Helena Eleonora v. Nalckreuth und wurde am 27. November 1685 belehnt. Am 19. April 1708 verkaufte sie das Gütchen. e. Ursula Margarethe, vermählt zu Schmölln am 14. November 1673 mit Gurt Reinhard v. Geist auf liottmarsdorf. ä. Anna Beata, getauft zu Lohsa am 23. Februar st. novi 1657 in Gegenwart von 21 Paten h, begraben zu Schmölln am 7. Mai d. I. im Alter von 11 Wochen. e. Hans Wolf, getauft zu Schmölln 24. Juni 1658, begraben daselbst am 16. April 1662 im Alter von 4 I. weniger 7 W. t. Carl Heinrich, getauft zu Schmölln 23. Juli 1659, begraben daselbst 13. Januar 1660. §. Helena Tugendreich, getauft zu Schmölln 21. September 1661, begraben daselbst 2. April 1662, 28 W. alt. b. Heinrich Adolph, getauft zu Schmölln 18. Dezember 1662. i. Anna Helena, getauft zu Schmölln 11. Juni 1664, begraben 27. August desselben Jahres. 3. Wolf Magnus v. Th., ein weiterer Sohn Mertens, starb zu Bischofswerda im Alter von 78 Jahren und wurde am 13. Mai 1701 in Schmölln bestattet^). Sein ziemlich verwitterter Leichenstein befindet sich an der liirchhossmauer daselbst. II. Lorenz v. Th., Hansens d. I. Sohn, der zweite der oben genannten drei Gebrüder v. Th. hatte, wie erwähnt (vergl. S. 993), im vertrage vom 5. November 1619 neben einer Summe von 500 Fl. die zum Gute Schmölln gehörige Mühle im Werte von 1000 Fl. erhalten. Lorenz war vermutlich mit einer Tochter des Wolf Magnus v. Baudissin ver- mähltb). Lorenz starb bald nach dem Jahre 1619 mit Hinterlassung zweier Söhne: Wolf Abraham und Laspar Siegmund Gebrüder v. Th., die unter Vormundschaft Mertens v. Th., des Bruders ihres Vaters, kamen. Merten kaufte von Wolf Magnus v. Baudissin dessen Anteil an Schmölln für seine beiden Neffen und Mündel und erhielt am 16. Dezember 1623 für diese eine Lehnsmutungsrekognition über das „an sie erkaufte Gütlein zu Schmölln" h. Mündig geworden, wurden die beiden Brüder am 30. Mai 1640 belehnt mit diesem „im Gute Schmölln gelegnen Lehngütlein" ^). viele Jahrzehnte lang besaßen beide Brüder ihren Gutsanteil gemeinsam. Am 20./30. September 1695 verkaufte endlich der damals 76 Jahre alte Wolf Abraham seine Hälfte an seinen Bruder Taspar Siegmund für 300 Taler. Am 27. März 1698 wurde Wolf Abraham in Schmölln begraben"). Sein Bruder Laspar >) Lohsaer Kirchenbuch. -) Schmöllner Kirchenbuch (Regierungsrat v. Th.). Vas geht wohl hervor aus der Wendung in dem vertrage der Gebrüder Merten und Lorenz v. Th. vom 5. November I6ly: . . . „Wolf Magnus von Baudissin zue Schmöllen, ihr Schwiegervater" . . . vergl. 5. YYZ. ->) Lehnsakten Schmölln. 5) Ebenda. °) Schmöllner Kirchenbuch (Regierungsrat v. Th.). Die Rite Dberlaus. Kirchengalerie, S. 206, gibt irrtümlich den 27. März l698 als seinen Todestag an. v. Thümmel. 997 Siegmund besaß verschiedene Gutsanteile an Schmölln. Er verkaufte am andern Dstertage 1686 s5. Aprils sein Gütlein zu Dber-Schmölln an Maximilian Ferdinand hoe v. hoenegg. Nun besaß er noch, und zwar, wie erwähnt, seit 1695 als alleiniger Besitzer ein Lehngütlein zu Schmölln, das er bis zu dieser Zeit oonfunetirn mit seinem Bruder Wolf Abraham inne gehabt hatte. Easpar Siegmund starb am 18. März 1698 h. vermählt hatte er sich zu Naußlitz am 13. März 1644 mit Barbara Dorothea v. Vomsdorff aus Zieckau N.-L.h. Folgende Kinder gingen aus der Ehe hervor h (« — h: «. Anna Helena, getauft zu Schmölln am 21. Dezember 1644, gestorben am 16. Januar 1712, vermählt am 8. Dezember 1670 mit Johann Georg v. Spieß, kursächsischem Korporal im Leibregiment. Lin zwischen ihrem Vater und ihr zu Michaelis 1692 geschlossener Kauf über sein Lehngütchen zu Schmölln ging wieder zurück, st. Gtto Siegmund. Siehe unten. s. Barbara Sophia, getauft zu Schmölln Sonntag nach dem heil. Thristtage 1647 s26. Dezembers, gestorben daselbst 11. Januar 1648. 8. Easpar Nudolphus, getauft zu Schmölln 10. Februar 1649. e. Dorothea Elisabeth, getauft zu Schmölln 17. Juli 1650, vermählt daselbst 23. November 1688 mit Adam Friedrich v. Earlowitz auf Kreischa als seine zweite Gattin. Sie starb zu Kreischa am 12. September 1692h. L. Johann Georg, getauft zu Schmölln 5. Juli 1652. Wolf Christian, getauft zu Schmölln 26. November 1653, begraben daselbst 10. Mai 1654. ll. Johannes Lhristian, getauft zu Schmölln 4. November 1655. i. Barbara Dorothea, getauft zu Schmölln 27. Mai 1658, begraben daselbst 2. April 1692. ß. Gtto Siegmund v. Th. wurde zu Schmölln am 30. Juli 1646 getauft. Nach seines Vaters Tode wurde er am 11. September 1698 mit dem väterlichen Lehngütlein in Schmölln belehnt. Schon wenige Monate später, am 3. März 1699, verkaufte er das Gütchen an Wolf Tonrad v. Naussendorf für 1400 Taler. Gtto Siegmund war damals kurfürstlich Brandenburgischer Leutnant auf der Festung Negenstein. Er hatte sich vermählt: I. am 23. März 1697h mit Johanna Maria v. Theler, Tochter Tonrad Heinrichs v. Th. auf Sollschwitz, Tannewitz und Schlaben- dorf. Verzögerungen in Auszahlung der Mitgift veranlaßten ihn im Jahre 1702 den Gberamtshauptmann brieflich zu ersuchen, ihm zur Erlangung eines laut Ehestiftung vom 21. Februar 1697 ihm zugesagten 1) Schmöllner Lehnsakten. 2) Schmöllner Kirchenbuch (Negierungsrat v. Th.): Aus dem Archive der Familie v. Larlowitz, 1875, S. 48. tz Schmöllner Kirchenbuch (Negierungsrat v. Th.). tz Aus dem Archive der Familie v. Larlowitz, 1875, S. 48. h Nach den Kopulationsregistern des Kirchenarchivs zu Staßfurt, (viertel- jahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XX, S. 1d6). 998 v. Tischer-v. Tottwei». Kapitals von 1000 Talern behilflich zu sein ff. Leine erste Gattin muß bald gestorben sein, denn am 15. Januar 1702 ging er zu Göda eine zweite Ehe ein mit Marianne, der ältesten Tochter Wigand Adolphs v. pentzig aus Schmochtitzff. III. Wolf v. Th., Hansens d. I. Lohn, war der dritte der zu Anfang erwähnten drei Gebrüder v. Th. Über seine Schicksale und seine etwaigen Nachkommen kann wegen Mangels an Überlieferungen nichts mitgeteilt werden. — Tine Frau „Johanna von Dümmel, gebohrne von pentzig", lebte um das Jahr 1713 in Bischofswerda ff. Wappen: Lm roten Schilde ein zwischen zwei schwarzen sechs- strahligen Sternen aufrecht stehender, eisensarbiger Hammer, dessen Spitze nach links gerichtet ist. Helm ohne Krone und Bausch. Kleinod: Offener roter Flug, jeder Flügel belegt mit einem schwarzen sechsstrahligen Stern. Zwischen beiden Flügeln der Hammer des Schildes. Decken schwarz - rot. Siebmacher I, Taf. 156, Nr. 8 gibt das Wappen unter den „Mepßnischen". v. Tischer. Der Premierleutnant Karl Friedrich August v. Tischer kaufte vom Kammerherrn Friedrich August Gottlob v. Gersdorff am 8. September 1807 das Erb- und Allodialrittergut Biesig (bl von Neichenbach) für 40300 Taler. Am 9. Januar 1808 erhielt der Käufer den Lrbbrief, verkaufte das Gut aber schon am 23. Mai 1809 wieder an den früheren Besitzer, den v. Gersdorff, und zwar zum Preise von 29100 Talern und 300 Talern Schlüsselgeld. Vom Jahre 1819 an ist Karl Friedrich August v. T. Haupt-Geleits- und LIbzolleinnehmer in Schandauff. vermählt war er mit Louise Jeanette Thristi ans geb. v. Zittwitz. Karl Friedrich T., kursächsischer Fahnenjunker, erlangte im Jahre 1795 den Neichsadelsstandff. Über das Wappen ließ sich nichts ermitteln. v. Tottwein. Georg von „Tottewäin" kaufte von Siegmund v. Falkenhain zu Nattwitz das Gut Medewitz (bl^V von Gaußig, blO von Bischofswerda) „als ein Erbstück" und erhielt es als solches am 7. Februar 1608 verreichtff. Georg trat das Gut wohl im Jahre 1614 an seine Gattin ab, denn am 25. Juli 1614 gelangte ein vergleich, den er mit 0 H.-St.-N. Deneal. Boa. 7823, Thümmel. -) Vierteljahrsschrift rc. XXI, 5. 123. ff Lhr. Heckei, HHtm-. Beschreibung von Bischoffswerda, 1713, S. 166. ff Königlich Sächsischer Hof-, Livil- und Militärstaat, 1819 und folgende Jahrgänge. h Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Ndels in Deutschland, IV. Bd., 1866, S. 83. o) H.-St.-0. Boa. 9545, verzeichniiss der Lehen und Leibgedinge in Gber- lausitz cio ao 1604—1617, Fol. 50: vergl. auch unsere Geschichte des Kirchdorfs Gaußig im Neuen Laus. Mag. vd. 76, S. 190 ff., bes. S. 225. v. Tottwein. 999 seinem Weibe und seinem Töchterlein abgeschlossen hatte, zur Konfirmation h. Frau Martha v. T. verpachtete das Gut Medewitz an Hans v. Soeben; der über die Verpachtung ausgerichtete Vertrag erhielt am 29. Mai l6l7 die amtliche Bestätigung h. Wie ungünstig es mit Georgs Vermögensverhältnissen beschaffen war, erkennen wir aus folgender Eintragung in den Bkten vom 5. September 1617"): „George v. Tettewein zue Medewitz Ambtsconsens über sein ganzes vermögen wegen 80 Thaller, dafür sich sein Pachtmann Hanns v. Soeben Kegen petern v. Gersdorsf zu Kotitz bürglich eingelassen". Endlich sah sich Georg genötigt, sein Erbgut Medewitz „umb seines bessern Nutzes und Wohlfart willen, auch zue Kettung seines gutten Nahmens, Trew und Glaubens'") zu verkaufen: Frau Sarah v. Vünau auf Nedaschütz, qeb. v. Lchönberg kaufte im Jahre 1622 das Erbgut Medewitz"). Georg v. T. erscheint in den Jahren 1609, 1610, 1614 im Kirchenbuche von Göda als Pate verzeichnet, in den Jahren 1607 und 1610 auch seine Gattin, die hier Maria genannt wird. Folgende Kinder Georgs sind bekannt"): 1. Anna Marianne, * 6om. 7. x>. llrinit. 1610 f22. Juli). 2. Helena Kosina, * 3. Juni 1616 alten Kalenders. 3. Helena Sabina, begraben 29. August 1616. Über die weiteren Schicksale Georgs und seiner Angehörigen fehlen alle Nachrichten. Bei dem so seltenen Vorkommen des Namens v. Tottwein dürfen wir wohl mit Sicherheit annehmen, daß Georg v. T. ein Glied der vasallensamilie Tödwen (Toddewin) war, die in Livland seit dem Anfänge des 13. Jahrhunderts, in Kurland nur in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachweisbar isth. hier belehnt der letzte Bischof von Kurland, Magnus Herzog von Holstein (ch 1583) am 9. Juni 1577 den Matz Tödwen mit der Anwartschaft auf das Gut zu perkunen auf der Libauschen Nehrung, am 12. April 1578 als stistischen Strandvogt zu perkunen mit drei Gesinden und einem Linfüßling im Dorfe Ausen und 1580 mit dem perkunschen Strandhose und Zubehör"). h H.-St.-R. Boo. 9545, verzeichnüss der Lehen rc., Fol. 233. h Ebenda, Fol. 324. u) Ebenda, Fol. 344b. >) Lehnsakten Medewitz. h Pächter des Guts war damals Hans Christoph v. ponickau, denn es verkaufte Georg v. T. das Gut „neben deme mit Harrst Ehriftofen von ponickau in Rntrettung des pachts ufgerichten Inventario" . . . Lehnsakten Medewitz. ") Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXI (1893), 5. 123. tz Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik, 1904 (Mitau 1906), S. 142 und Anmerkung 56 daselbst. 2) Anmerkungsweise sei erwähnt, daß am 24. Mai 1700 ein General Johann Tödwen aus vriestow an den Sächsischen Premierminister Grafen Beichlingen schreibt, er habe der Republik Polen über fünfzig Jahre gedient und bitte nun, ihm einige Dörfer in Polen zuschreiben zu lassen. — Der Rammerherr des Königs von Sachsen, Anastasins Thaddäus v. Toedwen wurde am 17. Januar 1822 in der katholischen Kirche in Dresden getraut mit Adelheid Josepha v. Gablenz, Kammerfräulein 1000 v. Troilo. Wappen: Ruf dem in der Sophienkirche zu Dresden befindlichen Grabstein des im Jahre 1624 gestorbenen kurfürstlich Sächsischen Kammer- junkers Ludwig v. Taube (vermählt mit der 1626 gestorbenen Rnna Maria geb. v. Lützelburg) befindet sich unter den Rhnenwappen auch das „von Tödroen": Im Schilde drei (2, 1) vielstrahlige Sterne oder Sporenrädchen. Kleinod: Ein Schwertarm, anscheinend zwischen zwei Straußenfedern. vergl. R. Bruck, Die Sophienkirche in Dresden, 1912, Taf. DI. v. Troilo. von dem nach seinem Stammhause Roveredo an der Etsch seinen Beinamen führenden alten Tiroler Rdelsgeschlecht v. Troilo machte sich ein Zweig, angeblich nach der Mitte des 14. Jahrhunderts, in Schlesien ansässig und besaß dort im Fürstentum Neisse die Güter Lassoth, Dber- und Nieder-Jeutritz, Bischofswalde, Giersdorf, Steinsdors, Markersdorf u. a.I. Lassoth war das Schlesische Stammgut, nach dem sich das Geschlecht auch schrieb. Franz Troilo v. Noveredo in Breslau erhielt, Prag den 2. Oktober 1686, von Kaiser Rudolph II. einen Gnadenbrief^). Franzens Enkel war Franz Gottfried v. T. auf Lassoth ic., kaiserlicher Rat, vermählt mit einer v. Strachwitz, und dessen Sohn war Franz Ferdinand d. R. v. T., Roveredo, Ischia „und Löst" fLassothf b). Er unternahm eine lange Reise in das Morgenlands, wurde Ritter des heiligen Grabes und kehrte 1670 zu den Seinigen nach Schlesien zurück. Im Jahre 1673 wandte er sich nach Sachsen, trat in Sächsische Militärdienste, wurde Kammerjunker des Kurfürsten Johann Georgs II. und erhielt 1682 die Stelle als Kommandant der Festung Stolpen"). vermählt hatte er sich am 11. November 1678 mit Hedwig Sophia v. polenz der Königin, Tochter Heinrich Josephs v. Gablenz, Gberhofmeisters der Königin. Die junge Frau v. Toedwen starb bereits am 5. November 1824 im kllter von 28 Jahren und wurde am 8. d. IN. begraben. — H.-St.-N. Gen. Doo. 7824, Tödwen. H Sinapius, Schlesische Turiositäten, II. Teil, 1728, 5.1065. -) In diesem heißt es, Franz Troilo und seine Voreltern hätten dem Hause Gesterrcich gute Dienste geleistet, Franz T. habe sich „eine guthe Zeit herbey Unser Stadt Breßlau zu jeder vorfallenden Gelegenheit, sonderlich aber mit merklicher Beförderung Unseres Schlesischen Lammer-Ulesens seines eusersten und besten Vermögens unterthäniglich erzeugt und bewiesen". Lr wird deswegen „zu Unserm kaiserlichen Diener genädiglich gewürdiget, an- und ausgenommen" nnd solle alle Ehren, würden, Vorteile, Freiheiten, Rechte und Gerechtigkeiten eines kaiserlichen Dieners genießen. Er soll ferner, wo er sich auch im Reich oder in den erblichen Fürstentümern niederlasse, exempt sein von allen bürgerlichen, Rats- und Gerichtskontributionen und Einlagen und wird samt Gattin und ehelichen Leibeserben in des Kaisers und Hauses Vesterreich „Vorspruch, Schutz und Schirm" genommen. H.-St.-5l. Gen. Uoo. 7821, Troilo. b) Ihm wird bescheinigt, daß er . . . „von Geburth . . . kein Sachß, sondern ein Schlesinger von dem väterlichen Gut Dberlassoth, dessen Uhr-Uhr-klnen aus Italien von Rovoredo" gekommen wären. H.-St.-N. a. a. T>. H Die Reisebeschreibung erschien in Dresden 1676 im Druck. 5) Sinapius a. a. V. I, §. 1066: Gercken, Historie der Stadt und verg- vestung Stolpen, 1764, S. 202. v. Troilo. 1001 a. d. k). Tzschernowitz N.-L?). Sie starb am 20. März 1687 im 38. Lebensjahre und wurde auf dem Stadtkirchhof zu Stolpen begraben'^). Franz Ferdinand scheint noch ein zweites Mal verheiratet gewesen zu sein, denn er richtet, Stolpen den 14. Mai 1689, an den Kurfürsten das Gesuch, als Kurator seiner vier Kinder erster Ehe: Dorothea, Juliana, Franz Christian und Johanna Tleonora den Obersten und Kommandanten v. Foelckersahm auf Lipsa zu bestätigen ^). Ein Sohn gleichen Namens, Franz Ferdinand d. I. v. T., starb als Fähnrich im Wüstromirskyschen Regiment im Jahre 1707 in Dresdens. Franz Ferdinand d. R. starb, nachdem er 28 Jahre lang dem Hause Sachsen, zuletzt in großer Rrmut, gedient hatteh. Franz Christian v. T., der seinen Vater überlebende Sohn, trat in Sächsische Militärdienste und erlernte seit dem Jahre 1705 beim königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Gberzeugmeister Johann Gottfried Schmieden die sechzehnpfündige Feuerwerksprobe"). Rm 1. Juni 1710 bat er von Dresden aus den Generalfeldzeugmeister Jakob Heinrich Grasen v. Flemming um einen Exspektanzzettel auf einen Leutnantsoder Kornettsplatz bei den Ritterpferden h. Franz Christian wurde später königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kapitän der Kadetten- Kavalier-Kompagnie. In der Gberlausitz machte er sich ansässig, indem er am 28. Rugust 1724 das Lehngut Gber-Tosel von Rothenburg) von Heinrich Rdolph v. Drcherrn für 7000 Taler und 115 Taler Schlüsselgeld kaufte. Rm 19. März 1725 erhielt er den Lehnbries. Cr hielt sich später in Grimma ausch und starb daselbst als königlich H Kurfürst Johann Georg II. intervenierte, Dresden den 16. Januar 1680, beim Herzog Christian ZU Sachsen-Merseburg zu Gunsten des Kapitänleutnants Franz Ferdinand v. T., damit er der von seinem Lheweibe, der hinterlassenen Tochter Heinrich Christians v. polenz, in dem Gute Tzschernowitz Il.-L. zu fordern habenden Lhegslder ehestens habhaft werde. H.-St.-kl. a. a. V. -) Gercken a. a. G. S. 294. h H.-St.-kl. a. a. V. H Gercken a. a. D. 5. 294. 5) Schreiben Franz Christians v. T. vom 8. Mai 1710 an den Generalfeldzeugmeister Jakob Heinrich Grafen v. Flemming. H.-St.-ki. a. a. G. Demnach wäre Franz Ferdinand v. T. zu Beginn des 18. Jahrhunderts gestorben. o) Franz Christian v. T. versprach, Dresden im Hauptzeughaus am 26. September 1705, gegen die königliche Majestät, deren Land und Leute nicht zu dienen, noch sich in auswärtige, „wiedrige" Kriegsdienste zu begeben. H.-St.-kl. a. a. D. H Er richtet das Gesuch an den Grafen Flemming . . . „nicht in den Absehen, ob wolle ich die Jahre meiner Jugend negligiren und geruhige Tage suchen, weil ich ja Sr. Kgl. Majestät in allen Begebenheiten, auch wohin selbe mich verlangen, mit Gut und Blut allerunterthänigste treueste Dienste lebenslang zu leisten mich allerdemüthigst obligire, sondern alleine nur auß bekunden klrmuth, da ich auf der gantzen Welt mich auf nichts als alleine auf göttliche providence und hoher Patronen Gnade zu verlassen habe". . . H.-St.-kl. a. a. G. h klm 28. klugust 1754 bat er ihm geleitsfreie Abfuhr seiner beim Grimmaer Brande geretteten Möbel und Feld - Equipage auf sein Gütchen bei Bautzen zu gestatten. — Am 3. Mai 1737 schreibt Franz Christian von Grimma aus an einen General, er habe bei der Feuersbrunst nahezu 3000 Taler verloren und bittet um seine Fürsprache im Geheimen Kabinett. An die vierzig Jahre habe er dem Kur- Hause Sachsen gedient, davon 29 Jahre bei dem hochadeligen Oorps der Oaciats 1002 v. Troschke. polnischer kurfürstlich Sächsischer Major am 17. Januar 1740 ohne Leibeserben. vermählt war er mit Elisabeth Eleonore v. Stentzsch. Sie nahm nach ihres Gatten Tode wegen ihres angeblich 10000 Taler betragenden Eingebrachten possetz von Gber-Tosel. Km 13. Kpril 1741 verkaufte sie das Gut an Johann Jacob Baron ö Bnrn für 6550 Taler. Kurator der im Jahre 1751 als „blöde" bezeichnten Frau Majorin Elisabeth Eleonore v. T. ist ihr Bruder, der Hauptmami Rudolph Erdmann v. Stentzsch auf Kissen. Wappen: In Schwarz ein mit drei abgehauenen, nebeneinander gestellten blutigen, schwarzen Kdlerschenkeln belegter, goldener Balken. Kneschke, Deutsches Kdels-Lexikon, IX, S. 274. v. Troschke. Ein Glied des uradeligen Neumärkischen Geschlechts v. Troschke, das zuerst im Jahre 1311 urkundlich auftritt, machte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Dberlausitz ansässig I. David v. T. kaufte am 26. Juli 1788 von George Zuschke das Mannlehnrittergut Neu-Liebel von Rothenburg) für 10000 Taler und 150 Taler Schlüsselgeld. Der neue Besitzer hatte vor der Lehns- verreichung des Gutes dem Kmtshauptmann seinen Kdelsstand nachzuweisen. Zu diesem Zwecke überreichte er das seinem Vater Wilhelm v. T. am 12. Februar 1760 vom König von Preußen ausgefertigte Patent als Oberst im Braun schen Regiment, in dem dieser als Wilhelm von Troschke bezeichnet wird, ferner ein eben diesem bei Kkquisition des im Fürstentum Sagau gelegenen Lehngutes Groß-Petersdorf ausge- gestelltes und an die Glogausche Dberamtsregierung gerichtetes königliches Reskript 6. ci. Berlin, 7. Januar 1778^). gestanden und als Vberofficier 23 Jahre mit kommandiert, „etliche hundert Oavalisrs habe serf helffen tressiren und mit sauerer Mühe aufziehen". kf-°2t.-A. a. a. G. h Im Gymnasium zu Zittau befand sich schon im Jahre 1693 ein Georg Siegismund v. T. aus Schlesien als Schüler. Gärtner, Schüler des Zittauer Gymnasiums von 1586 — 1783, S. 43. — Dieselben Vornamen führte der (Oberstleutnant v. T. im Regiment Prinz Alexander, der am 2d. Juni 1724 in bedrängten Verhältnissen starb und seine tvitwe Lharlotte Christiane v. T., geb. v. Milkau, sowie Rinder hinterließ. Schreiben der tvitwe, Freiberg den 1. Juli 1724. kf -b^.-A. Geneal. poc. 7825, v. Troschke. H In diesem Reskript heißt es: „v. G. G. Friedrich Rönig von Preußen . . . tvir wollen Euch auf die in Eurem Bericht vom I ten letztverwichenen Monaths enthaltene Anfrage zu Eurer Oirection nicht verhalten, sowohl was den Fall mit dem Gbristen von Troschke anlanget, als insgemein, daß es gnug ist, daß dieser von einer alten Schlesischen Familie entsprossen, welche bereits vor 1701 sich im Adelstande befunden und zugleich Adeliche Land - Güther in Schlesien besessen hat, ohne daß ihm eine Bescheinigung über seine Abstammung von dergleichen Besitzern abzufordern ist. Sind Euch mit Gnaden gewogen. Gegeben Berlin den 7 ten Januar 1778. Auf Sr. Rönigl. Majestaet allergnädigsten Special - Befehl. Fürst Münchhausen. Zedlitz. An die Glognuische Gber-Amts-Regierung". Lehnsakten Reu-Liebel. v. Trotta, genannt Trelde». 1003 David v. T. erhielt am 19. Januar 1789 den Lehnbries über Neu- Liebel. Er verkaufte das Gut am 21. Dezember 1794 für 14500 Taler und 100 Taler Schlüsselgeld an Heinrich Tarl GanzertH. Wappen: Im roten Schilde ein auswärts gewendeter silberner Halbmond mit Gesicht, überhöht von einem mit der Spitze nach oben gerichteten silbernen Pfeil. Helm ungekrönt, Kleinod: Lin mit der Schildfigur belegter roter Flügel. Decken rot-silbern^). Siebmacher I, Taf. 74, Nr. 6, „v. Truschke" unter den „Schleßingischen". (Der Grabstein Haltens v. T. aus Schwarmitz im Kreise Grünberg, gestorben 1575, zeigt die Hörner des Mondes im Schilde nach abwärts, die des Mondes des Kleinods nach auswärts gerichtet. Abbildung des Grabsteins im Deutschen Herold 1911, Nr. 7, S. 161.) v. Trotta, genannt Treyden. Die v. Trotta, genannt Treyden, sollen dem Hessischen Geschlecht v. Trott entstammen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts schloß das Sächsische Geschlecht v. Trotha mit dem Hessischen v. Trott zu Solz eine Erbverbrüderung und erhielt, Prag den 28. Februar 1586, von Kaiser Nudolph II. die Genehmigung zur Vereinigung der beiden Wappen. Diesem Beispiel folgten die v. Trotta, genannt Trepden, wohl in der Annahme, eines Stammes mit den v. Trotha zu sein und nahmen das vereinigte Wappen an^). Glieder des Geschlechts wandten sich nach Kurland und waren hier schon am Ende des15.Iahrhunderts einheimisch. Thristoph v. „Treiden" wurde, nachdem er seinen Ursprung aus Meißen angegeben und seine Ahnen produziert hatte, am 17. Oktober 1620 in die kurländische Nitterbank ausgenommen^. H Weitere Nachrichten über Wilhelm und David v. T. sind nicht ZN finden. Der Artikel v. Troschke im Dothaischen Genealogischen Handbuch der Uradeligen Häuser, IY07 (8. Jahrgang) erwähnt beide Namen nicht. — Leider nur bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts reicht folgende in der Gräflich Schaffgotschschen Bibliothek zu warm- brunn aufbewahrte, sehr ausführliche Handschrift: „Historische genealogische Nachrichten von dem hochadelichen Geschlechts derer von Troschke, aus alten und neuen vocumenten zusammengetragen von lVl. Johan Joachim Möllern, Nrchidiacono in Trossen, 1711". — Während des Druckes erschien: „Vas Geschlecht derer von Troschke" von Paul v. Troschke, Görlitz 1911. Buch dieses Buch erwähnt den im Text genannten David v. T. nicht. H Lehr ähnlich ist das Wappen des Geschlechts v. Brause (Tyr off, Wappenbuch der Lächs- Staaten, I. Bd., Taf. 8b). 2) Jahrbuch des Deutschen Adels, III, S. 649; Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik, 1902 (Mitau), S. 146, Anm. H Jahrbuch für Genealogie rc. 1895, S. 12. Als Ahnen väterlicherseits gab Christoph an: „Treiden, Tauben, Buttler, WrangelH Lamfidorff, Necken, Schöttern, Saliß": als Ahnen mütterlicherseits: „Haudring, Kranich, Nummel, Sacken; Bahr, Nehbinder, Kurßell, Dumpian". Ebenda. — In der kurländijchen Adclsmatrikul vom Jahre 1634 finden sich auch aufgezählt: „Oie von Trotta genannt Treyden (1632 Trotten)". In einer Anmerkung steht: „Treyden ist der rechte Name". Hupel, Kurlands alter Adel, Nordische Miscellanecn, 3. Stück, 1781, S. 15. — Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts finden wir ein Glied der Kamille aus Kurland nach Sachsen eingewandert: Andreas v. T., sonst Treyden genannt, kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, geboren am II. September 1619 zu Plattegallen in Kurland, wurde 1004 v. Trotta, genannt Trepden. In der Gberlausitz ansässig wurde die Gattin eines Gliedes des Geschlechts im l8. Jahrhundert: Christoph Levin v. Crotta, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Kammerherr und Generaladjutant, war vermählt: I. mit Henriette Dorothea, einer Tochter des am 9. Npril 1754 gestorbenen Generalmajors Ndam Friedrich Brandt v. Lindaus II. seit dem 24. Juli 1747 mit Johanna Dorothea v. Heynitz, geboren am 9. Npril 1723, einer Tochter Georg Grnsts v. h. auf Drösch- kaiN). Lhristoph Levin hatte aus erster Ehe zwei Sohnes: 1. Ernst Ndam Levin, geboren am 18. Nugust 1738, kurfürstlich Sächsischer Kammerherr, auf Mohlsdorf, vermählte sich zu Dresden am 22. Juni 1773 mit Friederike Henriette Freiin v. Ende, der ältesten Tochter des kurfürstlichen Kabinettsministers Freiherrn Leopold Nikolaus v. E. auf Nlt-Ießnitz, Noitzsch, Deutschenbora rc.h. 2. Thristoph Friedrich Levin, geboren am 16. Npril 1743, königlich polnischer Kammerherr, verlobte sich an seinem Geburtstage (16. Npril) 1770 in Herrnhut mit Johanna Dorothea Gräfin Neuß j. L.-Lbersdorf, einer Tochter des Grafen Heinrichs Neuß XXIX. und seiner Gattin Sophie Theodore geb. Gräfin v. Taste!!. Die Vermählung fand in Groß-Hennersdors bei Herrnhut am 21. Mai 1770 statt ^). Thristoph Friedrich Levin starb auf seinem Gute Nudbahren im Piltenschen Kreise des Herzogtums Kurland bereits am 25- März 1772 nachmittags vier Uhr an einem Fluß- und Faulfieber. Ihm gehörten auch die Güter Leipnitz und Wiesenburg, Glien. Die Witwe erbte von ihrem am 10. Mai 1797 zu Herrnhut gestorbenen Bruder Heinrich XXVIII. Neuß j. L. Grafen und Herrn von Plauen dessen Dberlausitzische Güter Kauppa und Jetscheba, Klix und Tommerau, Salga, Leichnam und Lärchen, Göbeln und Klein-Leichnam nebst Lömischau (sämtlich 1MO von Bautzen), Mönau, Nauden, Lieske, Beerwalde, Merzdorf (sämtlich 080 von Hoyerswerda), Kleinwelka und Lubachau (beide X von Bautzen), Lippen, Uhyst, Drehna, Schöpsdorf (080 von Hoyerswerda). Frau Johanna Dorothea v. T., genannt T., geboren zu Lbersdorf am 14. Juli 1743, starb zu Wanscha bei Gstritz am 18. Mai 1801. Sie am II. August 1656 im Alter von 36 Jahren bei Dippoldiswalde vom Wetter erschlagen und am 14. September in Dresden begraben. Dettrich, Monumente und Tpitaphia der Sophienkirche, 1709, 5. 25, 137. — Sein Wappenschild abgebildet in Bruck, Die Sophienkirche in Dresden, 1912, Tafel XXXIX. H kf-- 2 t--W Gen. Noo. 7825, Trotha. h v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, II.Teil, 1791, S.60. H.-St.-A. a. a. V. h Dresdn. wöchentl. Frag- und Anzeigen 1773, Nr. XXIX. Sn den folgenden Jahren wurden Trust Adam Levin folgende Rinder geboren: Peter Leopold Heinrich Levin, * 31. Mai 1774, f 1. März 1777: Henriette Wilhelmine Fried erica, * 15. Juni 1775: Lhristiane Auguste Ernestine und Henriette Louise Amalie, Zwillinge, * 17. Juni 1776. Dresdner wöchentliche Frag- und Anzeigen 1774, Nr. XXV: 1775, Nr. XXVII: 1776, Nr. XXVII; 1777, Nr. XI. h Über die Verlobung und Vermählung siehe die Auszüge aus dem Tagebuch der Gräfin Theodora Neuß, geb. Gräfin Tasteil im „Brüderboten" (Herrnhut) 1875, 5. 228 — 233 passim. v. Truchseß. 1005 hinterließ eine einzige Tochter Friederike Theodore Elisabeth') v. T. genannt T. (postkuina), aus Leipnitz, Wiesenburg, Glien, geboren zu Rudbahren am 24. September 1772, gestorben zu Herrnhut am 20. März 1806"), vermählt mit Friedrich Ludwig v. Tschirschky und Bögendorff. In Kurland starb das Geschlecht am 3. Januar 1865 mit Larl v. T. aus. Die letzte des Namens in Kurland war Theodosia verw. paucker, die als Abtissin des adeligen Fräuleinstifts am 18. November 1892 verstarb"). Ein Zweig blüht noch in Preußenh. Wappen: Schild geviert. 1 und 4: In Gold ein schwarzer Nabe auf grünem Dreiberge, mit goldenem Ninge im Schnabel (Trotha); 2 und 3: In Schwarz ein von Not und Silber geschachter Sparren (Trott). Zwei Helme. Nus dem gekrönten rechten ein sitzender goldener Fuchs. Decken schwarz-golden; auf dem linken mit roter, hermelingestülpter Mütze ein offener schwarzer Flug, besäet mit roten und silbernen Herzen. Decken rot-silbern. v. Truchseß. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts machte sich ein Glied des alten Meißnischen Adelsgeschlechts v. Truchseß, das sich im 13. Jahrhundert Truchseß „von Dorna" (Amt Dschatz), später nach dem gleichfalls bei Dschatz gelegenen Gute „von Wellerswalde" nannte, in der Dberlausitz ansässig. Tin Sohn des königlich polnischen kurfürstlich Sächsischen Kapitäns im 2. Kreisregiment Johann Georges v. T. auf Mahdel bei herzberg und seiner Gattin Dorothea Elisabeth v. Soeben war Johann Thristoph v. T?), geboren zu Freiwalde im Kurkreise am 15. November 1715. Er ging, nachdem er eine Zeit lang beim Kabinettsminister Page gewesen, in kursächsische Militärdienste, wurde am 8. Dktober 1736 Fähnrich im Leibregiment, am 24. Mai 1742 Sous-, am 21. August Premierleutnant, machte die Feldzüge in Polen, Böhmen und Schlesien mit und erhielt wegen Kränklichkeit am 22. April 1745 mit Pension den Abschied. Am 16. Juni 1744 vermählte er sich mit Tharlotte Agnese v. Leubnitz a. d. h. Friedersdorf bei Neusalza, der jüngsten Tochter des >) Sie erhielt die Namen nach ihrem verstorbenen Vater, ihrer Großmutter und einer Generalin v. Bismarck in tffitau. Oer Brüderbote 1873, S. Z4l. 2) In wanscha ist ein ihr errichtetes Denkmal. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Runstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Nmtshaupt- mannschaft Zittau-Land (Heft 29), S. 247. h Jahrbuch für Genealogie ic. 1895, L. 13. tz Nnmerkungsweise sei erwähnt, daß auch ein Glied des dem Sächsischen Ur- adel angehörigen Geschlechts v. Trotha einige Jahre lang in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Dberlausitz ansässig war: Der königlich Sächsische Rittmeister Louis Thilo v. Trotha, vermählt mit Franziska Therese v. klbendroth, kaufte am 30. Rpril 1832 das Erb- und Nllodialgut Techritz (3IV von Bautzen) für 27000 Rtlr. und 500 Rtlr. Schlüsselgeld und verkaufte es am 7. Rlärz 1835 für 29 500 Taler. h Sein Nekrolog im Laus. Magazin 1774, S. 164. Daselbst sind auch Joseph Lhristophs v. T. klhnen sowie seine Rinder aufgezählt. 1006 v. Truchseß. Landesältesten Wolf Ernst v. L. und seiner zweiten Gattin Eharlotte Eleonore geb. v. Hundt und Alten-Grottkau. Johann Christoph v. T. kaufte am 13. September 1746 von den Söhnen des verstorbenen Gottfried I. v. Gersdorfs ihr ererbtes, in Hoyerswerda zu Lehn gehendes Lehngut Gber-Sohland am Nothstein (0 von Löbau) nebst dem ehedem zum v. Uechtritz scheu Teile Ober-Sohlands gehörigen und von Gottfried I. v. Gersdorff dazu erworbenen Bauergute, für 7600 Taler. Mit diesem, aus einer halben Hufe samt drei Gärtnern, Ober- und Niedergerichten, Jagden, Brau- und Schankgerechtigkeit, Bierzwang bestehenden Bauergute wurde Johann Christoph am 12. Dezember 1747, mit dem Lehngut am 6. Februar 1748 belehnt. Am 10. März 1773 verkaufte er sein Lehngut Dber-Sohland nebst dem Vauergut an George Stürze!, den Pachtinhaber von Deutsch-Paulsdorf, für 8800 Taler und 100 Stück Speziestaler Schlüsselgeld. In Löbau, wohin er sich zurückgezogen hatte, starb Johann Christoph nach einem halbjährigen Krankenlager am pfinqstsonnabend, 21. Mai 1774, im Alter von 58 I. 7 M. 6 T. Seiner Che waren dreizehn Kinder entsprossen: 1. Henriette Taroline Wilhelmine, geboren am 14. März 1746, gestorben zu Friedersdorf bei ihrem Gheim Gottlob August v. Leubnitz am 22. August 1771 vormittags gegen elf Uhr an den Blattern im Alter von 26 I. 5 M. 3 ll)., begraben am 26. d. M. zu Sprembergh. 2. Larl August Wilhelm, geboren am 14. April 1747, gestorben am 6. November 1750. 3. Ferdinand Nudolph Gottlob, geboren am 5. Oktober 1748, gestorben am 8. November 1750. 4. Tbristiane Tharlotte Tugendreich, geboren am 1. Juli 1750. 5. Larl August Adolph, geboren am 22. Dezember 1751. 6. Ferdinand Siegismund Johann Thristoph, geboren am 18. November 1753, war beim Tode seines Vaters wie auch sein unter 5. genannter Bruder Offizier in königlich preußischen Diensten. 7. Friederike Ernestine Louise, geboren am 30. August 1755, gestorben 1763. 8. Ernestine Louise, geboren am 2. Oktober 1757, gestorben 1763. 9. Thristiane Lrdmuth Gottliebe, geboren am 23. März 1759, gestorben 1763. 10. Nudolph Ludwig Gottlob, geboren am 19. Oktober 1761, gestorben 1762. 11. Friederike Ernestine Lrdmuth, geboren am 8. April 1763, vermählt am 24. November 1779 mit Ernst Wilhelm v. helldors, Leutnant im Regiment Obevauxle^ers des Herzogs von Kurlands. ') Laus. Magazin 1771, S. 271. h Laus. Magazin 177Y, S. 358. v. Trützschler. 1007 12. Ernestine Henriette Gottliebe, geboren am 30. Sep- tember 1764, gestorben zu Sohland am 16. Mai 1769 an den Blattern h. 13. Lrdmuth Juliane Buguste, geboren am 8. Februar 1767, gestorben zu Sohland am 12. Mai 1769 an den Blattern^). Wappen: Im blauen Schilde ein von Silber und Bot vielmals quergestreifter Bdler. Kleinod: Gekrönter Mannesrumpf im blauen Gewände zwischen zwei von Silber und Bot quergestreiften hörnern. Decken rechts rot-silbern, links blau-silbern. Liebmacher, I, Taf. 161, Br. 1, „Die Truchseß von Welderswald" unter den „Meyssnischen". v. Trützschler. Die Trützschler v. Falkenstein gehören dem vogtländischen Uradel an. von den drei Hauptlinien des Geschlechts, der zu Gber- lauterbach, der zu Falkenstein und der zu Lllefeld blüht heute allein die zuerst genannte; die zu Falkenstein verkaufte Falkenstein an die Gber- lauterbacher Linie und starb zu Ende des 18. Jahrhunderts aus; die zu Ellefeld erlosch zu Bnfang des 19. Jahrhunderts unter heimsall von Lllefeld an die Krone Sachsen^). In der Gberlausitz war für wenige Jahre in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Angehöriger des Geschlechts angesessen: Heinrich Wilhelm v. T.h auf Eileseid im Vogtlands starb daselbst am 7. März 1669. Zweimal verheiratet, hatte er aus beiden Ehen Kinder. Bus seiner ersten am 30. Januar 1625 zu Falkenstein geschlossenen Ehe mit Sabina Margaretha v. Baitenbach, Tochter Jobst Heinrichs v. R. auf Eckertsreuth, stammte neben anderen Kindern Jobst Lhristoph v. T?) auf Lllefeld, Falkenstein und „Lora", geboren am 3. März 1631, kurfürstlich Sächsischer Stallmeister und Kammerjunker. Er erhandelte am 14. Bpril 1670 das ehemals Hans Joseph v. Bechenbergsche Gütlein zu Weißig (140 von Königswartha) von den Kreditoren und verkaufte es wieder am 13. Mai 1676 an Hans Siegmund v. Luttitz. Bach einer an den Kurfürsten gerichteten Meldung aus Beichenbach vom 19. März 1706I war Jobst Lhristoph v. T. „bereits vor drep Wochen verstorben". Tine andere Mitteilung besagt'), daß Jobst Lhristoph „außerhalb Landes in Schlesien" gestorben sei. Bis genaues Datum seines Todes wird der 23. Februar 1706, als sein Blter 75 Jahre, als Todesort „Gderbruch" ^) H Laus. Magazin 1769, S. 171. -) Ebenda. 3) vergl. Jahrbuch des Deutschen 5ldels, II. Band, 1898, 5. 881. tz Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XVI. Jahrgang, 1888, S. 562. h Lin anderer Jobst Lhristoph v. T. war es, ein Sohn Joseph Wilhelms auf Lllefeld, der am 14. Dezember 1626 von Hans Lhristoph v. Seidewitz erstochen und am 22. Dezember in Zalkenstein begraben wurde. Vierteljahrsschrift rc. XVI, S. 562. °) H.-St.-O. Gen. Boo. 7826, v. Trützschler, vol. I. tz Ebenda,-vol. II. h Vierteljahrsschrift w. XVI, S. 563. 1008 v. Tschirnhaus. fwohl Dder-Veltsch im Kreise Guhrauj angegeben, vermählt war Jobst Christoph mit Anna Elisabeth Freiin v. Nechenberg, die ihn überlebte. Folgende Kinder Jobst Christophs sind bekannt'): 1. Hans Georg, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer (Oberstleutnant zu Fuß, gestorben zu Ellefeld am 28. Januar 1732 im Alter von 71 Jahren"). 2. Augustus, fürstlich Sachsen-Merseburgischer Kammerjunker und Stallmeister. Für ihn, der eine Neise durch Holland und Italien unternehmen wollte, bat sein Vater den Kurfürsten, Dresden den 27. Mai 1690, um ein Nekommendationsschreibenh. 3. Christian Ernst, königlich polnischer kurfürstlich Sächsischer Oberst, auf Kammerau im Kreise Schweidnitz, starb am 2. Februar 1708 h bei seinem Schwiegervater Wolf Balthasar Freiherrn v. Nechenberg zu „Gderbruch" fwohl Gder-Beltschj. Er hinterließ zwei Töchterh: a. Christiane Eleonore, b. Christiane Friederike, Geschwister v..T. 4. Magdalena Sophia. 3. Johanna Charlotte. — Der Grafenstand gelangte zu Anfang des 19. Jahrhunderts in eine Linie des Geschlechts: Gottlieb Julius v. T. und Falkenstein, Mttergutsbesitzer in Schlesien, Schwestersohn und Erbe des am 10. April 1764 in den Grafenstand erhobenen, kinderlosen Grasen v. Zedlitz und Wilkau, wurde von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Berlin den 22. Februar 1810, unter dem Namen „v. Zedlitz und Trützschler" in den Grasenstand erhoben"). — Wappen: Im goldenen Schilde ein schrägrechter schwarzer Balken. Helm ungekrönt. Kleinod: Mannesrumps in schwarzer Kleidung mit goldenen Knöpfen. Decken schwarz-golden. Siebmacher I, Taf. 164, Nr. 2 unter den „Mepssnischen". — Variante: Helm gekrönt. Kleinod: Der Mannesrumps zwischen einem offenen goldenen Flug, dessen rechter Flügel mit einem schräglinken, dessen linker mit einem schrägrechten schwarzen Balken belegt ist. Tprofs, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Sand, Taf. 90. v. Tschirnhaus. Die v. Cschirnhaus führen mit größter Wahrscheinlichkeit ihren Namen nach der süd-südwestlich von Seidenberg gelegenen Ortschaft Tschernhausen. von hier breiteten sie sich in Schlesien und in der Gber- lausitz aus. Albrecht von Tzernhusen „in dem Dorffe zu Gssek, >) kf.-Lt.-kl. Geneal. ü>oa. 7826, v. Trützschler, vol. II. Vierteljahrsschrift ic. XVI, 5. 563. 'h ks>-§t.-kl. Gen. 7826, v. Trützschler, vol. II. ff Vierteljahrsschrift rc. XVI, S. 663. °) kj'-Lt.-ll. Gen. I^oo. 7826, r>. Trützschler, vol. II. ch Dritzner, Lhronol. Matrikel der Brandenbnrgisch - preußischen Standeserhöhungen, 1873, S. 75. v. Tschirnhaus. 1009 gelegen im weichbilde zu Gorlicz"' wird schon im Jahre 1388 urkundlich bezeugt'). Vas Haus Kieslingswalde ((MO von Görlitz) gelangte um das Jahr 14820 an einen Zweig der Familie v. T. Bernhard v. T., der erste Besitzer dieses Gutes, hinterließ drei Söhne, Nickel, Hans und Friedrich. Diese wurden am Montag nach Bonifacii 1502 s6. Juni) belehnt mit Kieslingswalde, Kirchlehn, Kittersitz, Vorwerk, auch mit dem Gute Schmydehansens neben dem Vorwerk gelegen, ferner mit dem Gute Kachenau, an Kieslingswalde grenzend 0. Friedrich pflanzte den Stamm fort. Cr war vermählt mit Knna v. Kottwitzh und hatte zwei Söhne: I. Christoph; II. Friedrich d. I., denen er seine Güter haugs- dors und Kieslingswalde vererbte und von denen jeder Gründer einer Linie wurde. -V Linie haugsdors —Gersdors. I. Christoph v. T. erbte von seinem Vater das Gut haugsdorf (>M0 von Lauban) und erwarb hierzu 1563 von Jakob v. Salza noch das halbe vors Ober-haugsdorf. Er kaufte ferner von Kbraham v. Gersdorff aus Ivaldau Gersdors am Csueis (bl von Lauban), mit dem er am 11. Juli 1564 belehnt wurde0- Christoph bekleidete die Würde eines kaiserlichen Kates und starb am 16.Mai 1575°). vermählt war Christoph mit Eva v. „Sehren", die er am 17. Mai 1563 mit dem halben Dorfe Nieder- haugsdors verleibgedingen ließ'). Cr hinterließ folgende Söhne: Bernhard, Christoph, Siegmund und Hans Fabian. Deren Vormünder, der Bruder ihres Vaters, Friedrich d. I. v. T. aus Kieslingswalde, sowie Hieronymus v. Schönaich auf Siegersdorf, suchten am Montag nach Cxaudi 1575 j16. Mai) über die an ihre Mündel gefallenen Lehngüter haugsdorf und Gersdors zu rechter, unversäumter Zeit die Lehn und erhielten einen Mutzettel0. Kußer diesen vier unmündigen Söhnen hinterließ aber Christoph noch einen, wahrscheinlich schon mündigen Sohn Christoph Friedrich. Dies geht aus folgendem hervor: Kls die Brüder sich in den Nachlaß teilten, bekam Hans Fabian zu seinem Anteil aus den väterlichen Gütern haugsdorf und Gersdors 3500 Taler, während Christoph Friedrich das ganze Gut haugsdors, Siegmund das Gut Gersdors („Giersdorf") erhielt. Km 20. Dezember 1583 wurden die Brüder mit diesen Lehnstücken belehnt°). von Bernhard und Christoph H Verzeichnis Vberlaus. Urkunden, 3. und 4. Heft, §. Z25, Nr. 616. 0 Rnothe, Geschichte des Vberlaus. Rdels, 1879, L. 519. ") H.-St.-R. Boa. 9550, Görlitzischer Greifs, vol. V der Lehenbrieffe im IRarg- graffthumb Vberlausitz 1419-1615, Fol. 342. 0 Sinapius, Schlesische Luriositäten, I, 5.999. 0 H.-St.-R. Boa. 9549, Lehen im Budissinschen 1562 —70, Fol.57b: Boa. 9550, Görlitzischer Lrepss, vol. V rc., Fol. 360. Staatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615-1689. H H.-St.-R. Boa. 9549, Lehen im Budissinschen cis uo 1562 — 70, Fol. 68. 0 H.-St.-R. Boa. 9550, Registratur der Lehen, Leibgedinge und Günste im Görlitzischen, 1572-84, Fol. 6b; Buch in der Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, XIV, S. 541 werden Christophs Söhne Bernhard, Christoph, Siegmund und Hans Fabian genannt. o) H.-St.-R. Boa. 9550, Registratur der Lehen ic., Fol. 29b. 64 X 1010 v. Tschirnhaus. ist bei der Teilung und Belehnung nicht mehr die Bede,- sie waren also entweder bereits verstorben oder anderweitig abgefunden. Thristoph Friedrich erscheint später zu „Sorau" (Gber-Sohra, I^lO von Görlitz) angesessen und stellt am Sonntag nach Bartholomäi 1596 s2d. Bugust) einen Revers an den Görlitzer Bat aus, nichts weiter als den Tischtrunk zu brauen. Lein ganzes Gut und Dorf haugsdors hatte er an Liegmund v. Gersdorss zu Lee verkauft, der am 11. Juni 1591 damit belehnt wurde ^). Hans Fabian v. T. „und Hausdorf", der, wie erwähnt, in der brüderlichen Teilung mit Geld abgefunden worden war, kaufte am 27. Bugust 1588 von Bikol v. Gersdorff und seinen Gläubigern, „so das erste Pfandrecht oder Gunstrecht an dem Gutte hatten" (Nieder-) Ger- lachsheim (88^V von Lauban). Freitag nach Dueao BvanMlistae 1588 s25. Oktobers empfing er die Belehnung. Zwanzig Jahre später veräußerte Liegmund v. Tschirnhaus auf Gersdorf in tragender Vormundschaft seines unmündigen Vetters, des Löhnleins des verstorbenen Hans Fabian, „wegen bedränglicher väterlicher Schulden und anderer mehr bewegenden Ursachen" das Gut Gerlachsheim für 4000 Taler Baufsumme und 36 FI. Ungarisch zur Verehrung an Liegmund v. Schwanitz und Weigsdorf, der am 15. Leptember 1608 belehnt wirdh. Liegmund v. T. „von Hausdorf" shaugsdorfs, an den in der brüderlichen Teilung das Gut Gersdorf gefallen war, hatte wegen eines vom Stift zu Meißen zu Lehn rührenden Vischofszehnten im Dorfe Gersdorf beim Burfürsten von Sachsen gebührliche Folge zu leisten. Darauf wurde er, „Siegmund v. T. zu haugsdors und Gersdorf", Schloß Wurzen, den 22. Mai 1587, mit dem Vischofszehnten belehnt h. Siegmund starb im Februar 1611h. Im Jahre 1612 erhielten seine Binder einen Lehnbrief über den Bischofszehnten. Diese Binder waren nach Bngabe der Gersdorfer Lehnsakten: 1. Thristoph. Siehe unten S. 1011. 2. Friedrich. Siehe unten S. 1011. 3. Siegmund. h Verzeichnis Dberlaus. Urkunden II, 5. 252; k)-°Lt.-U. 1.06.4580, Dörlitzischer Treyss, vol. V der Lehen - Brieffe im Marggraffthumb Vberlausitz 1414 — 1615, Fol. 425. 2) H.-Lt.-N. L,oo. 4550, GörlitzischerLreyss, vol. V der Lehenbrieffe im Marg- graffthumb Vberlausitz 1414-1615, Fol. 245, 247. 3) Er wird belehnt zu rechtem Mann- und Unechtlehn mit dem „Bischoffs- zehenden und Ihärliche Zinse von Uns und Unserm Ltifft der Kirchen zu Meißen zu Lehen ruhrende, bescheidenlich zu Gerschdorff in der Laubnischen oder Görliczischen pflege dreißig Scheffel und zwey viertel Korn und so viel Hasser mit allen ihren Nutzungen, Ehren, Wurden, Freiheiten, Gewonheiten und Genießen", wie sein Vater Thristoph v. T. sie kaufsweise an sich gebracht. Der Lehnbrief bestimmt ferner, „daß mehrgemelter Sigmund von Tschirnhauß und nach sseinems tödtlichem Nbgangk seine Söhne und Töchter zu gleichem Theil solchen Bischoffszehenden und jherliche Zinße von Uns, Unser» Erben, Uachkhomen und Stifft zu rechtem Mann- und Knecht-Lehen innen haben, besitzen, genießen, gebrauchen, wie gebührende vordienen, den Lehenen, so offt die zu Fall kommen, mit Nblosung der Lehenbrief und Erlegung der Gebühr rechte Folge thun und sich darmit halten sollen, wie solcher Mann und Knechte Lehen- guetere Recht, Gewonheit und Nlthehrkommen ist" ... Lehnsakten Gersdorf am Vueis. 4) k)-° 5 t.-U. Uoo. 4550, Dörlitzischer Erepss, vol. V ic., Fol. 3645. v. Tschirnhaus. ION 4. Daniel. 6. lvolf Bernhard. Siehe unten. 6. Regina. Sie standen unter Vormundschaft Hartwigs v. Nostitz und Tzschocha auf Jänkendors, Berthelsdorf und Gber-Steinkirch und Georg Lrnsts v. T. „auf horke, zu Risigswalda j!j und Stoltzenbergk". 1. Thristoph v. T., der älteste Bruder, erkaufte im Jahre 162l das Gut Gersdors von seinen Geschwistern, war auch im Besitze des erwähnten Getreidezinses und starb im Jahre l636. vermutlich ist es dieser Christoph v. T. auf Gersdors, der sich vermählte mit Tatharina v. Debschitz, geboren im Jahre 1593 als Tochter Melchiors v. v. aus (Ober-Beerberg bei Marklissah. 2. Friedrich v.T.war, wie nach Angabe der GersdorserLehnsakten sein jüngerer Bruder lvolf Bernhard im Jahre 1657 dem Hauptmann, Ranzler und den Räten des Stifts Meißen zu Ivurzen meldet, schon etliche dreißig Jahre ausländisch und man wisse nicht, ob er noch lebe. 3., 4., 6. Über Siegmund, Daniel und Regina v. T. finden sich keine Nachrichten. 5. lvolf Bernhard v. T., der jüngste Sohn Siegmunds, war, wie er im Jahre 1657 schreibt^), „erstlichen am perlinischen hoffe und herrischer in des heiligejnj Römischesnj Reiches Rriegesdienste viel Jahre lang begrieffen gewesen". Er übernahm das Gut Gersdors und erscheint, als aus diesem Gute angesessen, am 16./26. Juli l657 in Bautzen zur Huldigung des Rurfürsten Johann Georgs ll?). Gersdors hatte in den langwierigen Rriegsläufen sehr gelitten, die Gebäude waren am l4. Juli l653 vollständig niedergebrannth, so daß sich lvolf Bernhard außerstande sah, die Schuldzinsen zu bezahlen. Seine Gläubiger erlangten die Hilfe und Immission, und er trat ihnen am 3. Juni 1660 das Gut „Gber"-Gersdorf in solutum ab. Darauf gab sich Thristoph v. T. aus Rieslingswalde und Stolzenberg, des Görlitzischen Rreises Landesältester, als Räuser des Gutes „Gber"-Gersdorf an und erwarb es von den Rreditoren in Vormundschaft des unmündigen Gottlob Ernst v. Gersdorff auf Siegersdorf für 7000 Rtlr. „und 200 Rtlr. Verehrungsgelder vor des von Tschirnhauß Lheliebste, die Edle, Lhrenvieltugend- reiche Frau Elisabeths Tschirnhausin, geborne Faustin, Sturmin genandt"^. Das von Frau v. Tschirnhaus erkaufte Bauergut — so wurde gleichzeitig bestimmt — solle sie aber für ihre Lebenszeit frei besitzen, urbaren, nutzen, genießen und gebrauchen, auch die fälligen Steuern und Landesanlagen erlegen. Nach ihrem Tode falle es an Gottlob Ernst v. Gersdorff, der sich mit ihren Erben wegen des für dieses Gut zu erlegenden Preises zu vergleichen habe. Als ältester Sohn Wolf Bernhards wird genannt Siegmund v. T.°). tz wende, Genealogie des Hauses Döbschütz, 1745, S. 56. 2) Lehnsakten Dersdorf a. Gneis. tz Dberlaus. Nachlese l77l, 5. 545. ff H.-St.-kl. Noo. 9521, Oberlauf. Justizsachen, vol. XIV. 5) Lehnsakten Gersdors a. Oueis. h H.-St.-6. voo. 9521, Dberlansitzische Iustizsachen, vol. XIV. 1012 v. Tschirnhaus. B. Linie Kieslingswalde. Friedrichs v. T. auf Kieslingswalde und Haugsdorf zweiter Lohn: Friedrich d. I. v. T. erbte von seinem Vater das Gut Kieslingswalde. Km 17. Mai 1563 wurde er mit dem Gute K. samt Zubehör belehnt H. Im Jahre 1592 am 26. November nahm er, damals Görlitzischer Landesältester, an einem Ritterrecht oder einer Ehrentafel in Bautzen als einer der Beisitzer teil^). In demselben Jahre (1592) noch wurde er Rmts- hauptmann zu Görlitz"). von der Stadt Lauban erwarb er das an sein Gut Kieslingswalde nach Süden anstoßende Gut Stolzenberg und empfing es am 7. Juli 1594 zu Lehn, ebenso auch drei Bauern zu Kieslingswalde, die zu Erbe gelegen, er ausgekauft und zum Vorwerk geschlagen und die er, gleichwie auch den Stolzenberger Richter, aus Erbe in Lehn verwandeltes, vor dem Jahre 1600 erwarb er ferner vom Kaiser das diesem heimgefallene halbe Gut Libau (8>V von Herrnhut)°). Friedrich d. I. starb am 21. Mai 1602°). Er war vermählt: 1. mit Tatharina v. Gersdorss a. d. H. Gerlachsheim, die er am 5. Dezember 1572 aus Kieslingswalde verleibgedingen ließH; II. mit Dorothea „Hubrig" (v. Hohberg). Rm 20. Dezember 1583 verleibgedingte er sie aus Kieslingswalde 2). Friedrich d. I. hinterließ zwei Söhne: a. Hans Friedrich; b. Georg Ernst. a. In brüderlicher Teilung fielen an Hans Friedrich die Güter Kieslingswalde und Stolzenberg, Georg Ernst erhielt Geld. Das Lehngut zu Eibau, das gleichfalls an Hans Friedrich gefallen war, verkaufte dieser am 11. Dezember 1602 an den Rat der Stadt Zittau"). Rm 16. Februar 1611 starb Hans Friedrichs). Er war vermählt mit Tloelia v. Nostitz a. d. H. Eunewalde, die ihm neben anderen Kindern eine Tochter Rnna Maria schenkte, die Lhristophs tz ks.-St.-5l. I.oe. 9550, Görlitzischer Gretzss, vol. V der Lehenbrieffe im Marg- graffthumb Gberlausitz 1419 — 1615, Fol. Z43. 2) Larpzov, Ehren-Tempel der Dber-Lausitz, 1719, I, S. 162. -tz Großer, Lausitzische Merckwürdigkeiten, 1714, III, S. 26. 4) Staatsarchiv Breslau. Lehnbuch 1615-1689; ks.-St.-5I. Boo. 9550, Görl. Lrerffs. vol. V rc., Fol. 347. -) Neues Laus. Mag. Bd. 63, S. 156. ") Martin Meisters ^.nnalss Oorlio. in ksoffmanns Soript. rsr. Busut. 7om. I. B. II. S. 69. tz ks.-St.-5l. 1.00.9550, Registratur der Lehen rc., 1572 — 84, Fol. 32d. 8) Ebenda, Fol. 45. In dem Leibgedingebrief wurde das Verhältnis zwischen den sStiefssöhnen und ihrer Mutter bestimmt: . . . „5luch darüber sollen seine Söhne schuldig sein, ihr den Garten, viebigk sbeis dem ksofe, darauff izt Merten Schwarze wohnet, sambt dem Nw-Gärtlen ber> der Schaffbrücke außzukeuffen, aller Beschwerung zu befreyen undt darauff ein kseußlen mit einer zimblich Stuben »ndt kleinen Ltüblen, klammern undt klüchel darinnen, irem Standt undt Notturfft nach ihre Wohnung zu haben, sambt einem gewelktem klellerlen, Stellen, Scheunen undt kseldern, auf der Söhne Uncosten zu erbauen" . . . ") Pesch eck, Handbuch der Geschichte von Zittau, I, 1834, S. 254. io) Staatsarchiv Breslau, Lehnbuch 1615 —1689; ks. - St. - kl. L,oo. 9550, Görl. Treiffs, vol. V w., Fol. 357. v. Tschirnhaus. 1013 v. Debschitz (f 13. Januar 1674) zu Hartmannsdors erste Gemahlin wurde^). b. Georg Ernst v. E., der zweite Lohn Friedrichs d. I., kaufte im Jahre 1603 von Rudolph v. Baudissin aus Holscha das Gut Mittel- Horka (8>V von Rothenburg) „betrieben dem Kammer, Wohngebäuden, Gärtnern und anderen Hammerhäuslern" für 5100 Taler und 50 FI. Ungarisch an die Baudissinschen Töchter, verkaufte aber die Besitzung am 8. Rugust 1614 wieder an Wilrich v. Warnsdorfs). Im Jahre 1620 erwarb er käuflich die Güter Rieslingswalde und Stolzenbergs). Georg Ernst war vermählt: I. mit Brigitta v. Rpaw a. d. H. RemnitzH. Eine zweite Ehe ging er ein mit Magdalena geb. „Reubnitzin" (v. Reibnitz) und ließ sie am 26. Februar 1624 aus Stolzenberg verleib- gedingen°). Er starb am 16. Rugust 1637°). Georg Lrnsts Sohn Thristoph ist als Vater eines der berühmtesten Gberlausitzers von besonderer Bedeutung. Thristoph, auf Rieslingswalde und Stolzenberg, wurde Landesältester des Görlitzer Rreises, unterschrieb am 27. Rugust 1654 das LehnspaktumI, beteiligte sich am 16./26. Juli 1657 an der Huldigung des Rursürsten Johann Georgs ll. in Bautzens, nahm auch als einer der zehn Rares euriae an dem Mannlehngericht oder Ouclieium parium euriae teil, das am 28. Mai 1663 aus dem Schloß Grtenburg in Bautzen stattfand"). Rm 16. Juli 1684 starb Thristoph im RIter von 80 Jahren. Er war dreimal vermählt gewesen^°): l. mit Maria Magdalena v. Berbisdorfs, gestorben nach einjähriger Ehe; II. 1642 mit Elisabeth Eleonore Freiin Rchill v. Stierling; III. mit Rnna v. Nostitz, die, 81 Jahre alt, im Mai 1698 starb "). von seinen Rindern sind folgende zu erwähnen, sämtlich aus der zweiten Ehe stammend (ob die Rltersreihenfolge richtig, ist zweifelhaft): I. Georg Rlbrecht. Siehe unten. II. Rnna Brigitta. Siehe unten S. 1014. III. Elisabeth Eleonore. Siehe unten S. 1014. IV. Thristoph Ernst. Siehe unten S. 1014. V. Friedrich Gottlob. Siehe unten S. 1014. VI. Ehrenfried Walther. Siehe unten S. 1014. VII. David Heinrich. Siehe unten S. 1014. I. Georg Rlbrecht v. T. erhielt nebst seinem Bruder Lhrenfried Walther die Güter Rieslingswalde und Stolzenberg per äonationem inter vivos im Jahre 1681 von ihrem Vater zugeeignet. Georg Rlbrecht tz Sinapius, Schlesische Luriositäten, Bd. I, S. lOOO. 2) ks.-St.-N. Boo. 9550, Görlitzischer Treyss, Bol. V der Lehenbrieffe im Marg- graffthumb Dberlausitz 1419-1615, Fol. 483, 483. Neues Laus. Mag. Bd. 32, 5. 250. tz Flösse!, Genealogie des Ngaw-Nemnitzischen Stammhauses s1768s, S. 4. b) Staatsarchiv Breslau, Leibgedingebuch 1619-l684. ») Neues Laus. Mag. Bd. 32, S. 253. tz Vberlaus. Lollectionr-lverk, I, S. 1056. «) Gberlaus. Nachlese 1771, S. 345. Iveinart, Lehnrecht des Markgrafthums Gberlausitz, II. Teil, S. 306. Neinhardt, Neues Laus. Mag. Bd. 88, S. 4. Kloß, Geneal. Nachrichten, Mspt., Bd. XVII, Tschirnhaus. 1014 v. Tschirnhaus. verkaufte seinem genannten Bruder seinen Knteil an beiden Gütern für 8500 Mir. am Tage Michaelis 1684 s29. Teptemberj. Im Januar 1685 heißt Georg Mbrecht „aus Meder-Thimmendorf", später aus Gber-5chön- seld und hartlieb. II. Knna Brigitta v. T. vermählte sich mit Heinrich Otto v. Gablenz auf Göhren und Spree. III. Elisabeth Eleonore, vermählt mit George Friedrich v. Tschirn- haus aus Baumgarten. IV. Thristoph Ernst v. T. Der Kurfürst Johann Georg II. empfahl, Dresden den I I.Bpril 1671, Thristoph Ernst, den Sohn des Landesältesten Thristoph v. T., „welcher die Artillerie gelernet und iezo in der Frembde etwas zu versuchen, sonderlich aber mithin in der Herren Staaden Dienste sich zu begeben Vorhabens seqn soll", dem Feldmarschall Freiherrn v. lvürtzh. V. Friedrich Gottlob v. T. Der Landesälteste Thristoph v. T. bat im Jahre 1668 den Kurfürsten, seinen Sohn Friedrich Gottlob, einen „jungen Menschen im 20 sten Jahre", der zwei Jahre in Kopenhagen und Fridericia gedient, jetzt aber unter den fürstlich holsteinschen Kriegsvölkern unter dem Kommando des Hauptmanns ,,v. Kürbitz" „als ein Gesrepter Dinste thutt", dem Herzog Lhristian Mbrecht zu Holstein zu empfehlen h. Friedrich Gottlob starb später am holsteinschen Hose an der Schwindsucht^). VII. David Heinrich v. T. starb zugleich mit seiner Mutter, der zweiten Gemahlin Lhristophs. VI. Ehrensried Walther v. T. stammte aus der zweiten Ehe seines Vaters. Vieser hervorragende Gelehrte, auf den die Gberlausitz stolz sein darf, er, dessen große Verdienste aus dem Gebiete der Mathematik, der Optik, der Mechanik, der Technik, auch auf dem der Philosophie, hier nicht dargelegt werden können h, erblickte im Jahre H - 5 t.-6. Gen. Noe. 7828, Tschirnhaus. Ebenda. H vergl. „Lebens- und Todes-Geschichte des Weltberühmten Ritters und Herrn Herrn Lhrenfried Walther v. Tschirnhauß". Görlitz 1704. tz vergl. über ihn u. a. H. Weißenborn, Lebensbeschreibung des E. W. v. Tschirnhau; rc. 1866; kllfred Kunze, Lebensbeschreibung des Lhrenfried Walther von Tschirnhaus auf Kieslingswalde und Würdigung seiner Verdienste. Gekrönte Preisschrift. Neues Laus. Mag. Bd. 43, 5. 1—36, sowie die Literaturnachweise ebenda 5.36 — 40; G. T. L. Hirche, Über das von Tzschirnhausensche Hausbuch. Neues Laus. Mag. Bd. 32, 5.243; Nllgemeine Deutsche Biographie, Bd. 38, 5. 722 ff. — Über die an L. W. v. Tsch. gerichtete Korrespondenz vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 68, 5. 64. — Neuerdings ist erschienen: L. Neinhardt, Beiträge zur Lebensgeschichte von L. W. v. Tschirnhaus. Jahresbericht der Fürsten- und Landesschule 5t. Nfra in Meißen, 1403; Derselbe, Briefe an L. W. v. Tschirnhaus von Peter van Gent, Wissenschaft!. Beilage zum Programm des Realgymnasiums zu Freiberg, 1411; Iohs. verweyen, L. W. v. Tschirnhaus als Philosoph, 1406. — vergl. auch Iimmermann, Neues Nrchiv für 5ächs. Geschichte, Bd. 28, 5. 17 ff., der durchaus F. Böttger als Erfinder des Meißner Porzellans angesehen wissen will; desselben verfs. Werk: Die Erfindung und Frühzeit des Meißner Porzellans, 1408; dann desselben verfs.: Festschrift zur 200jährigen Jubelfeier der ältesten Europäischen Porzellanmanufaktur Meißen, 1411. In unnötig scharfer Weise polemisiert Zimmermann neuerdings (Dresdner Nnzeiger, 5onntagsbeilage Nr. 21 und 22, 1411) gegen Hermann Peters in Hannover, der E. W. v. Tschirnhaus das Verdienst znerkennt, das chinesische Porzellan nacherfunden zu haben. v. Tschirnhaus. 1015 1661 das Licht der Welt. „1651, den 10. ^pprill, Km h. Oster Montage — so lautet die Eintragung seines Vaters in das Hausbuch — auf 6 vhr Nachmittage halt vnß Gott einen Jungen Lohn bescheret, welchen wir den Nahmen Lhrensridt Walter gegeben" h. Km 12. Kpril wurde er getauft. Zunächst wurde er zu Hause unterrichtet, besuchte dann das Görlitzer Gymnasium, bezog im Jahre 1668 die Universität Leyden, trat 1672 als Volontär in das Regiment des Obersten Barons v. Nieuwland für anderthalb Jahre ein und machte die Belagerung von Wesel mit, ging dann nach Leyden zurück, unternahm hieraus eine große Reise nach England, Frankreich, Italien, Sizilien, Malta. Im Jahre 1679 kehrte er in seine Heimat zurück. Km 22. Juli 1682 wurde er Mitglied der königlichen Kkademie der Wissenschaften in Paris und vermählte sich in demselben Jahre, am 16. November 1682^) mit Elisabeth Eleonore v. Lest (* 8. Juli 1669 zu Dresden, 's 24. September 1693), Tochter Hans Heinrichs v. L. aus Rengersdorf und Torga und übernahm im Jahre 1684, wie erwähnt (vergl. S. 1014 oben), durch einen mit seinem Bruder abgeschlossenen Rausvertrag die väterlichen Güter Rieslingswalde und Stolzenberg. Nach dem im Jahre 1693 erfolgten Tode seiner ersten Gattin schloß er im Jahre 1702 und zwar am 9. Februars eine zweite Ehe mit Elisabeth Sophia v. d. Schulenburg (* 9. Januar 1780, ch 17. März 1707 zu Mühlbach), der einzigen Tochter haubolds v. d. Sch. auf Mühlbach. Zuvor hatte er abermals eine große Reise nach Holland und Frankreich unternommen. Lhrensried Walther überlebte seine zweite Gattin nur kurze Zeit. Er erkrankte im September 1708 an der Ruhr und starb in Dresden am 11. Oktober, morgens um vier Uhr „eines frühzeitigen, doch seeligen Todes", wie sein Bruder Georg KIbrecht dem Görlitzer Kmtshauptmann meldeteh. In Rieslingswalde fand am 28. Dezember die Beisetzungsfeier statt. Sein Bruder Georg KIbrecht ließ ihm ein kost- y Neues Laus. Mag. Bd. 32, 5. 246. Oie folgenden biographischen Daten hauptsächlich nach der „Lebens- und Todes-Geschichte des Weltberühmten Ritters und Herrn Herrn Ehrenfried Walther v. Tschirnhauß", Görlitz 4709. Reinhardt a. a. G. (1903) stellt die wohlbegründete Vermutung auf, der Verfasser dieser anonym heraus- gebommenen Schrift sei Johann Melchior Steinbrück, zuerst Informator der Löhne E. W.'s v. Tsch., dann sein Gehilfe und Privatsekretär, später in Diensten des „Porzellanerfinders" Böttger, hierauf Inspektor der Porzellanmanufaktur in Meißen, endlich Lehrer der Mathematik an der Fürstenschule daselbst. Steinbrück starb im Jahre 1723. — Ls ist das große Verdienst T. Reinhardts in seiner Rrbeit: „Tschirnhaus oder Böttger? Urkundliche Geschichte der Erfindung des Meißner Porzellans", Neues Laus. Mag. Bd. 88, L. 1 — 162, den Beweis erbracht zu haben, daß die Erfindung des sächsischen Porzellans in den Juli 1708 zu verlegen ist und daß das Erstlingsrecht seiner Erfindung unserem großen Dberlausitzischen Landsmann Ehrenfried Walther v. Tschirnhaus gebührt (vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 88, S. 98, 109). — Zu der Frage hat in jüngster Zeit nochmals Zimmermann das Wort ergriffen in Lrmisch' Neuem Nrchiv für Sächsische Geschichte, 33. Bd., S. 160 ff. und S. 154 ff. 2) Neues Laus. Mag. Bd. 88, S. 12. s) Neues Laus. Mag. Bd. 88, S. 50. tz Lehnsakten Rieslingswalde. — Die Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften gedachte in ihrer Hauptversammlung am 14. (Oktober 1908 in Erinnerung der 200. Wiederkehr seines Todestages der Verdienste Tschirnhaus'. 1016 v. Tschirnhaus. bares Denkmal in der dortigen Kirche errichten h. Lhrenfried Walthers Hauptwerk ist die im Jahre 1686 erschienene „Ncäicina mcntis st corporis". Er war ein Verehrer Jakob Böhmes^). Bekannt ist sein Streit mit dem Pfarrer von Kieslingswalde Johann Wilhelm Kellner v. Zinnendorff. Wir haben dieses Mannes als eines ansässigen Dberlausitzischen Adligen in einem besonderen Abschnitt gedacht (vergl. Bd. I, 5. 824 ff.)"). Ehrenfried Walther hatte aus erster Ehe sechs, aus zweiter zwei Kinder: 1. I. Dorothea Sophia Eleonore, starb im zweiten Jahre ihres Alters. 2. I. Hans Christoph, starb „zugleich mit der Frau Mutter und jüngstem Töchterlein anno 1693 den 14. Tag nach Michael'"). 3. I. Gottlob Ehrenfried. 4. I. Eleonore Charlotte. 5. I. George Friedrich. 6. I. Jüngste Tochter ff. 7. II. Henriette Sophie, kaum sieben Wochen alt geworden. 8. II. Carl Christian, * 28. Februar 1707"), nur "/4 Jahr alt geworden. Cs überlebten ihren Vater also nur Gottlob Ehrenfried, Eleonore Charlotte und George Friedrich. Eleonore Charlotte, geboren im Jahre 1679, vermählte sich mit einem sTarl Josephs v. Tempskp aus Gber-Schreibersdors bei Lauban"). von Lhrenfried Walthers ihn überlebenden beiden Söhnen war der ältere, Gottlob Lhrenfried — wie sein Gheim Georg Albrecht v. T. dem Görlitzer Amtshauptmann meldet — „durch eine gefährliche in Holland ausgestandene hizige Kranckheit blödes Sinnes worden (wiewohl zu dessen Genesung sich gute Hoffnung spüren läßt)'"). Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Gottlob Lhrenfried starb bereits im März 1710. Ehrenfried Walthers jüngerer Sohn, George Friedrich v. C., war h Die Inschrift hebt als sein kfauptverdienst hervor... In optiooruin aäfu- vainen lentes vitress praeZrancles primus invenit, faspicles ametb^sto ao on^olre mistos suis itiäem maekiius seouit, et, guoä praesens astas stupst, lutura actinirabitur, poreellanas pellueiäas oinnis eoloris, guas Inäorum vasoula nitore ae äuritie supsraret, kaeienclas rationern priinus inter oinnes Nuropeos repsrit" . . . Peschecks Laus. Monatsschrift 1791, S. 373. Nbbildung des Denkmals im Neuen Laus. Mag. Bd. 88, Taf. VI. h Neues Laus. Mag. Bd. 1, 3. 78. h Im h.-5t.-6. zu Dresden befindet sich ein starker handschriftlicher Band von 125 BI., Noo. 9511, „Den Pfarrer Johann Wilhelm Nelnern auf des von Tschirn- hauß Guthe Kießlingswalda in Vberlausitz belangende, wie derselbe seinen Kirch- Kindern das Tantzen untersaget und sonsten wegen des Beichten und Lommunion Neuerung mache ao 1706 — 09". N Lebens- und Todes-Geschichte rc. h I. 1v. Kellner v. Iinnendorff, Tantz-Greuel, 1716, 5. 380. ") Linapius, Zchlesische Luriositäten, I. Band, 8.997. h Lehnsakten Kieslingswalde. v. Tschirnhaus. 1017 getauft am 7. Oktober 1691 „besage des Taufbuchs bei der evangelischen Kirche zum heiligen Geist vor Iauer"h. Georg Rlbrecht v. T. mutete für seine beiden Neffen die Lehn über die hinterlassenen väterlichen Güter Kieslingswalde und Stolzenberg am 24. Februar 1709. Rm 12. Rugust 1712 mußte aber Nieslingswalde, das Jahrhunderte lang in der Familie v. T. gewesen war, ebenso Stolzenberg, der Frau Rittmeister Ursula Tatharina v. Falkenhain, geb. v. Soeben, gerichtlich adjudiziert werden. George Friedrich, anfangs gesonnen die Güter zu reluieren, sah sich doch genötigt, am 1. Oktober 1713 dem Nmtshauptmann zu Görlitz zu erklären, die Besitzung möchte der Käuferin, von ihm ungehindert, zu Lehn verreicht werden. — Es sind noch einige Glieder des Geschlechts v. T. zu erwähnen, die nicht in bestimmte Linien eingereiht werden können: Joachim v. T. war im Jahre 1543 hofrichterI. Sabina v. T. vermählte sich mit Taspar v. Gersdorff zu Rlt- Seidenberg und wurde am 30. Dezember 1572 auf ihres Gatten Rnteil an NIt-Seidenberg verleibgedingtb). Georg Friedrich v. T., königlich Schwedischer Kornett, wahrscheinlich ein Sohn des oben angeführten, am 16. Rugust 1637 gestorbenen Georg Ernst (vergl. S. 1013), vermählt mit Blandina Elisabeth, der Tochter des Oberstleutnants Gottfried v. Sander, kaufte von seinem Schwiegervater am 14. Mai 1658 das hauptgut des Ritterguts Nieder-Reichenbach (^V von Görlitz) h. Rm 15. Rugust 1665 verglich er sich mit den Bürgern des Städtleins Reichenbach über gewisse Rckerstücke^). Er starb im Rlter von 59 Jahren und wurde am 3. Rpril 1681 in Reichenbach beigesetzt; seine Witwe folgte ihm am 12. Mai desselben Jahres, 57 Jahre alt, l) Ebenda. Dm Taufschein wird George Friedrichs Vater irrtümlich „George Friedrich Walter v. T." anstatt Lhrenfried Walther genannt. Über diesen Irrtum spricht sich Georg Rlbrecht v. T. in einem an den Rmtshauptmann zu Görlitz gerichteten Schreiben vom 7. Juni 1709 dahin aus, der alte Pfarrer habe anstatt Lhren- fried: George Friedrich verstanden, „indem die IRultiplicirung der Taufnahmen in Schlesien bei) Standes- und adelichen Personen nicht ungewöhnlich". „Wegen der Veranlassung aber, daß 2. die heill. Taufe in der Jauerischen Kirche zum heil. Geiste geschehen, weiß ich, weiln mein Vetter und seine Lheliebste zu Baumgarthen alle seel. verstorben und nur einen blöden Sohn hinterlassen, kein ander Zeugnüs aufzubringen, denn daß ich (wie auch meine Schwester, die Fr. Gablenzin attestiren kann) selbst bei) meinen adelichen Ehren nach reinem Gewissen bezeuge, wie zu der in attssto beniemten Zeit meines seel. Bruders auch seel. erstere Lheliebste, unsere Fr. Schwester, ks°rrn Friedrichs von Tschirnhauß auf Niederbaumgarthen Lheliebste, besuchet und alldar mit dem jüngsten, nach oben benenneten unsern ks. Geschlechtsvetter und Schwager, alß seinen Taufpathen benahmten Sohne George Friedrich in die sechs Wochen kommen, da er denn anderswo, alß zum Jauer, dahin Niederbaumgarthen eingepfarret, nicht hat können getaufft werden". Lehnsakten Kieslingswalde. — Rls Paten George Friedrichs v. T. sind ebendaselbst angegeben: „kserr hanß George von Tschirnhauß auf ksässlicht, item Herr George Friedrich von Tschirnhauß auf Nieder-Baumgarthen und Frau Llisabeth Tugendreich Tschirnhaußin, gebohrne von Nostitz auf ksässlicht". -) Großer, Laus. INerckwürdigkeiten, III, S. 28. h ks.-St.-5i. Roo. 9550, Registratur der Lehen ic., Fol. 346. h Richter, Lhronik der Stadt und parochie Reichenbnch (9.-L., 1867, S. 32. h Verzeichnis Vberlans. Urkunden, II, S. 328. 1018 v. Tschirschkp und Bögendorff. im Tode nach. Seine Tochter Tatharina TIeonora v. T. wurde am 24. November 1684 zu Lischdorf kopuliert mit Johann Thristoph v. Neib- nitz aus Luchwald und Lrdmannsdorsh. Eine zweite Ehe ging sie ein am 25. November 1693 mit Hans Ndam v. Schweinichen aus Gaffron^). Die Erben Georg Friedrichs v. T., die Brüder George Ernst und Johann Gottfried v. T. verkauften das hauptgut Nieder-Neichenbach noch im Jahre 1681 an Heinrich Gottlob v. Oberländer. — Nachdem schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts der Freiherrnstand an einzelne Glieder der Familie gekommen war, wurde Siegmund v. T., Herr auf Nieder-Baumgarten bei Volkenhain, am 29. Mai 1721 in den Löhmischen Grasenstand erhoben^). Mappen: Siebmacher I, Tas. 60, Nr. 3 gibt das Mappen der „Tschirnhäuser" unter den „Schleßingischen": Schild gespalten; rechts rot ohne Bild, links geteilt von Schwarz, Silber, Not, Schwarz. Gekrönter Helm. Kleinod: Zwei Hörner, deren rechtes rot, deren linkes geteilt von Schwarz, Silber, Not, Schwarz. Decken schwarz-rot-silbern. v. Tschirschkp und Vögendorff. Das alte uradelige Geschlecht v. Tschirschkp und Lögendorss gelangte aus Polen nach Böhmen und Mähren, im 14. Jahrhundert nach Schlesien und in einer Linie im 18. Jahrhundert nach der Oberlausitz und Mark Brandenburg h. Zur Linie Mechwitz — Weigwitz —Stampen —peilau gehören die folgenden: Julius Friedrich (postbumus) v. T. u. B. (Sohn Karl Siegismunds aus Mittel- und Nieder - peilau, gestorben am 21. Mai 1737, und seiner Gattin Helene Elisabeth v. prittwitz und Gafsron a. d. h. Laumgarten) geboren am 18. September 1737, Herr auf Gaumitz, Schobergrund, Nieder-Peilau-Schlössel und Kniegnitz, gestorben zu Gnadenfrei am II. April 1814, Landschaftsdirektor der Fürstentümer Schweidnitz undIauer, Landesältester undUrbarien-Kommissar des Kreises Neichenbach, war vermählt mit Henriette Tharlotte Elisabeth v. Nderkas, geboren am 29. September 1748, gestorben zu Gnadenfrei am 24. April 1819'I. Der älteste Sohn dieses der Vrüdergemeine angehörigen Ehepaars, Friedrich Ludwig v. T. u. B.°), geboren zu Neusalz a. G. am 27. August 1769, besuchte das Pädagogium zu Nieski) und bezog 1786 die Universität Halle, um die Nechte zu studieren, wurde 1822 Landesbestallter der tz Rloß, Gencal. Nachrichten, Nlspt. Bd. XVII, Tschirnhaus. 21 Sinapius, Schles. Luriositäten, II, S. Y85. ch v. voerr, Der Adel der Böhmischen Rronländer, S. 205. tz vergl. Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser (Brünn) 1888, S. 526; Gothaisches Uradeliges Taschenbuch IdI3 s. v. °) Deren Schwester war Auguste Friederike Sophia geb. v. Aderkas, gestorben am 2. Dezember 1785, vermählt! I. mit Ludwig Renatus v. Medebach auf Rietschen; II. mit Friedrich Hermann Larl (Grafen) v. Langenau. °) Nekrolog im Neuen Laus. Mag. Bd. 8, S. 582; vergl. auch Allgem. Deutsche Biographie, Bd. 58, S. 725. v. Tschirschkq und Bögendorff. 1019 Sächsischen Gberlausitz und starb zu Herrnhut am 2. Oktober 1829. Im Jahre 1803 wurde er Mitglied der Gberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und veröffentlichte in deren Organ, dem Neuen Lausitzischen Magazin, mehrere Aufsätze h. Friedrich Ludwig kaufte am 1. Mai 1793 von Johann Heinrich Gottfried v. Nostitz-Drzewiecki das Erbgut Nie da (8 von Görlitz, von Seidenberg) für 6000 Taler, ferner an demselben Tage von Ernst Gottlob v. Niesenwetter die Lrbrittergüter Ober- und Nieder-Wanscha (8 von Nieda, ^ von Seidenberg) nebst Anteil Neutnitz (M von Wanscha) für 62900 Ntlr. Kauf- und 100 Stück vollwichtige Friedrichsdor Schlüsselgeld. Am 13. November 1793 erhielt er den Erbbrief. hierzu erwarb er noch das zu Nieda befindliche Backhaus für 100 Ntlr. und ließ es sich am 9. Januar 1794 zu Lehn reichen. Nieda verkaufte er am 30. November 1812 für 6000 Taler an Earl Otto Gustav v. Schindel und Dromsdorf. Am 9. März 1824 kaufte indessen Friedrich Ludwig von dem v. Schindel den preußischen, am 10. Februar 1827 auch den Sächsischen Anteil wieder zurück. Am 30. April 1802 kaufte Friedrich Ludwig von Johann Tarl Gottlob v. Nostitz die Güter Wilka, Bohra und Scheibe (sämtlich NV/ von Seidenberg) für 67000 Taler und 600 Taler Schlüsselgeld,- am 1. Juli 1822 verkaufte er diese drei Güter an seine drei Söhne erster Ehe. Vermählt hatte sich Friedrich Ludwig: I. zu Herrnhut am 21. Mai 1792 mit Friederike Theodora Elisabeth v. Trotta, genannt Treyden, aus Leipnitz, Dahlenberg, Glien rc., geboren zu Nudbahren in Nurland am 24. September 1772, gestorben zu Herrnhut am 20. März 1806 2). Sie hatte von ihrer am 18. Mai 1801 verstorbenen Mutter, Frau Johanna Dorothea v. T., genannt T., geb. Gräfin Neuß, folgende Güter geerbt: Nauppa und Jetscheba, Nlix und Tommerau, Salga, Leichnam und Lärchen, GäbeIn und Nlein-Leichnam nebst Lömischau (sämtlich IMO von Bautzen), Mönau, Nauden, Lieske, Beerwalde, Merzdorf (sämtlich 080 von Hoyerswerda), Nleinwelka und Lubachau (beide bl von Bautzen), Lippen, Uhyst, Drehna, Schöpsdors (sämtlich 080 von Hoyerswerda). Beerwalde mit Merzdors, ebenso das Lrb- und Allodialrittergut Lippen, ferner Nauppa mit Jetscheba und der Heide bei Uhyst, dann Nlix und Tommerau, Salga, Leichnam mit Lärchen samt dem Vorwerk Borosche, Göbeln und Nlein-Leichnam verkaufte sie am 26. Juni 1801 an Heinrich Ludwig Burggrafen und Grafen zu Dohna. Nleinwelka nebst dazu geschlagenem Anteil von Lubachau legierte sie der Schwester ihres Gatten, Fräulein Bertha Henriette Helene v. T. u. V., geboren zu Nieder-peilau am 6. Februar 1779, gestorben zu Herrnhut am 16. April 1856^). Am 15. Dezember 1806 wurde diese h Sie sind aufgezählt im Neuen Laus. INag. Bd. 7b (Registerband), L. 135. 2) In Mansch« befindet sich ein ihr gewidmetes Denkmal. Gurlitt, Bau- und Runstdenkmäler des Königreichs Lachsen, 2d. Heft, Zittau —Land, §. 247. 3) Oie Daten nach der Nusschrift ihres Grabsteins in Herrnhut. — Bertha Henriette Helene v. T. u. B. übernahm Nleinwelka unter der Bedingung, daß ihr nur Eigentum und Nominalbesitz, Administration und Benutzung aber dem Vorsteher- 1020 v. Tschirschkp und Bögendorff. belehnt mit Rleinwelka und dem Anteil von Lubachau (30 Scheffel Acker, 1 Wiese, etwas Holz). Friedrich Ludwig vermählte sich: II. zu Herrnhut am 21. April 1807 mit Marianne Elisabeth Freiin v. Wattewille a. d. H. Mont- mirail, geboren zu Herrnhut am 26. Juli 1780, gestorben zu Görlitz am 9. März 1863, begraben daselbst. Friedrich Ludwig hatte folgende Rinder (1—7 aus erster, 8 — 11 aus zweiter Ehe): 1. Heinrich Friedrich Levin, aus Wiesenburg, Glien, Welsigke rc., geboren zu Herrnhut am 8. September 1793, königlich preußischer Landrat des Rreises Zauch-Belzig, gestorben zu Wanscha am 5. März 1836, übernahm im Separationsvertrage vom 30. August 1823 die Güter Wilka, Lohra und Scheibe gegen Auszahlung bestimmter Summen an seine Brüder. Es verkauften ihm ferner die Intestaterben seines Vaters am 30. November 1830 das Erbrittergut Gber- und Nieder-Wanscha nebst dem dazu gehörigen Anteil von Leutnitz, auch mit dem im Sächsischen Anteil der Gberlausitz gelegenen Teil des Erbrittergutes Nie da für 64000 Taler. vermählt hatte er sich zu Loschwitz bei Dresden am 9. September 1820H mit Marie Auguste v. Watzdorf, geboren am 30. Juni 1799, gestorben zu Glien am 2. April 1842. Zu Erben setzte er ein seine ihn überlebenden Rinder: a. Heinrich Gtto Levin, königlich preußischer Landrat auf Glien bei Lelzig, geboren zu Dresden am 12. Juli 1822, gestorben zu Glien am 29. April 1881. b. Agnes Theodora. c. Thilo Henning Levin, König!, preußischer Leutnant a. D. cl. Margarethe Elisabeth. Heinrich Gtto Levin übernahm aus dem Erbe seines Vaters das Gut Nieder-Wanscha mit Anteil von Reutnitz und Nieda, sowie Dber-Wanscha zum Preise von zusammen 48000 Talern. 2. Agnes Louise Tharlotte, gestorben zu Herrnhut am 14. Dezember 1793 im Alter von einem halben Jahre an einem Steckflusse'I. 3. Auguste Theodore, geboren 2. Juli 1797, vermählt 30. März 1818 mit Heinrich August v. Gersdorff auf Alt-Seidenberg. 4. Franz Ludwig, geboren zu Herrnhut am 27. April 1799. 5. Agnes Friederike, geboren am 27. April 1799, gestorben zu Wanscha am 20. November desselben Jahres am Zahnfieber^). Kollegium der Brüderunität zustehe, laut Revers vom 30. Oktober 1806. Laut Traditionsvertrags vom 30. Rpril 1844 überließ sie den Nominalbesitz und das Zivileigentum des Ritterguts Rleinwelka nebst dem dazu geschlagenen Rnteil von Lubachau der Direktion der Brüderunität, ließ die Lehn auf und willigte ein, daß der Besitz, titel auf die Direktion der Brüderunität übergehe. Diese erhielt am II. September 1844 den Lrbbrief über Rleinwelka ausgefertigt. >) Genealogisches Taschenbuch rc. 1888, S. 533. Laus. Monatsschrift I7Y6, I, S. 36. u) Laus. Monatsschrift 1800, I, S. 71. v. Tümplings 1021 6. A d amR u d o Ip h L e v in, geboren zu Herrnhut am 18.März 1801. 7. Bertha Henriette Marianne, geboren am 18. August 1803, vermählt zu Wanscha 17. September 1823 mit Ludwig Ernst v. hopffgarten. 8. Louise Rudolphine Perpetua, geboren zu Herrnhut am 2. Gktober 1808, vermählt zu Wanscha 27. Mai 1828 mit Freiherrn Earl August Franz Friedrich v. Thüna. 9. Karl Friedrich August, geboren zu Herrnhut am 15.März 1811, getauft am 16. März. 10. Hermann Ludwig Eugen, geboren zu Herrnhut am 16. Mai 1814, getauft am 17. Mai. 11. Marie Agnes, geboren zu Herrnhut am 21., getauft am 22. Dezember 1818, vermählt zu Herrnhut 7. Juni 1839 mit Adolph v. Wrochem. - Ein jüngerer Sohn des zu Anfang (vergl. S. 1018) erwähnten Julius Friedrich (postliumus), Friedrich Julius v. T. u. 8., geboren zu Gnadensrei am 3. Januar 1777, gestorben zu Dresden am 25. Februar 1863, königlich preußischer Kriegsrat, hatte aus seiner zweiten, am 10. August 1811 geschlossenen Ehe mit Henriette Marianne Sophie o. Zezschwitz einen Sohn Gtto Julius, geboren am 12. März 1818. Dieser, königlich Sächsischer Geheimrat und Generaldirektor der Sächsischen Staatsbahnen, vermählte sich: I. zu Dresden am 20. April 1850 mit Ssidore v. Ampach, gestorben am 16. April 1851,- II. zu Lungwitz am 4. Juni 1853 mit Hedwig Auguste v. Reiboldt, geboren am 19.Juli 1824, Tochter des königlich Sächsischen Finanzrats Ferdinand v. R. Dieser starb am 13. April 1858 und hinterließ seinen beiden Töchtern Agnes verm. v. Mangoldt und Hedwig Auguste verm. v. Tschirschkp das Gut Spremberg (8^V von Löbau). Der Gatte der älteren Tochter, Gustav Traugott v. Mangoldt, kaufte am 12. April 1859 von seiner Gattin und seiner Schwägerin das Gut Spremberg für 64000 Taler. Wappen: ^Vieniatva. Sm roten Schilde ein vorwärts gestellter schwarzer Büffelkops mit einem durch die Nase gezogenen goldenen Ringe. Helm ungekrönt. Kleinod: Zwei silberne Büffelhörner. Decken rotsilbern (auch rot-schwarz). Tprofs, Wappenbuch der Sächsischen Staaten, IV. Band, Tafel 91. v. Tümpling. Glieder des Thüringischen uradeligen Geschlechts v. Tümpling haben sich im 19. Jahrhundert auch in der Gberlausitz ansässig gemacht. Thristian Gottlob I. v. T. aus dem Hause Sorna bei Aumah, geboren am 4. Dezember 1705 zu Sorna, gestorben am 16. Dezember 1770 zu Gossra im Kreise Zeitz als Herr aus Räthern und Sorna, kurfürstlich Sächsischer Gbersorst- und Wildmeister des Stifts Naumburg und Zeitz, vermählte sich in zweiter Ehe am 16. April 1750 zu Sorna mit i) vergl. Iv. v. Tümpling, Geschichte des Geschlechts v. Tümpling, 3 Bde., 1888-IM4, besonders Bond II, S. 35Y, 40Z ff„ 428 fs. 1022 v. Tümpling. Johanna Dorothea v. pflugk, Tochter Dietrichs v. p. auf Gütterlitz, Dbersorstmeisters zu Weida. Sie war am 18. September 1722 zu Gütterlitz geboren und starb am 1. April 1779 zu Sorna. Das jüngste Kind aus dieser mit sieben Kindern gesegneten The war Dietrich August Christian v. T.h. Am 10. Januar 1764 zu Gossra geboren, wurde er mit dreizehn Jahren kurfürstlicher Page, trat 1785 in das Regiment 0ar. V von Löbau), das nach Rbsterben Taspars v. Wolffersdorff eröffnet und heimgesallen war. Schönbach überließ ihm der Kurfürst erblich, mit dem Thüringischen Gute Tunzenhausen (Kreis Weißensee) begnadete er ihn als mit einem Mann- und Weiberlehn^). Um das Jahr 1646 starb er. Line Tochter Gabriel Tünzels v. Tunzenhausen, Regina, war 1) I. s. Müller, ^.nnulss Zsxoniei, 1700, S. 264, 318. 2) ks.-Lt.-5I. L,oa. 0546, Erstes Buch Dberlaus. Lehens-Sachen, 1637 — 75, 5. 41. ff Ebenda, L. 62. — Tünzels Gütlein zu Lchönbach ist der später sogenannte „Gberhof". vergl. Neue Sächsische Nirchengalerie, viöcese Löbau, Lp. 582. 1024 v. Tuppau. vermählt mit O. tliool. Wilhelm Lepser. Über die sonstigen Familienverhältnisse Gabriels ist uns nichts bekannt, auch nichts über das Jahr seiner Erhebung in den Adelsstand. Wappen: Schild gespalten von Gold und Schwarz, darin ein doppelt geschwänzter, silberngekrönter, nach links gewendeter Löwe in verwechselten Farben, der in der linken Vorderpranke einen Zweig mit Blättern und drei Eicheln hält. Helm gekrönt. Kleinod: Der Löwe mit dem Eichenzweig, wachsend. Decken schwarz-golden. Siebmacher, V. Band, Tas. 143, Nr. 7 unter den „Mepsnischen". v. Tuppau. Angehörige der Böhmischen Adelssamilie v. Tuppau (Tuppauer v. Tuppau) I wurden gleich zahlreichen anderen ihrer protestantischen, fest am evangelischen Bekenntnis haltenden Glaubensgenossen zur Zeit der Gegenreformation aus ihrer Heimat vertrieben. Wilhelm der Jüngere Tuppauer v. Tuppau wandte sich zunächst nach Marienberg und bat am 12. August 1628 um seine Aufnahme in Sachsen, von hier wandte er sich nach Annaberg, wo er im Jahre 1651 starbh. Seine Witwe Johanna v. T., geb. v. hochhausen, wandte sich zusammen mit Anna Latharina horin v. Gzellwitz wegen ihrer Forderungen im Königreich Böhmen bittweise an den Kurfürsten von Sachsen, der denn auch zu ihren Gunsten am 7. November 1670 beim Kaiser interveniertes. — In Annaberg finden wir ferner im Jahre 1636 drei Schwestern v. T.: Elisabeth«, Margaretha, Anna Mariah. Es starben im Jahre 1641 daselbst Margaretha v. T. aus Libotitz und Elisabeth v. T., beide unvermählth; vielleicht sind dies zwei von den eben genannten drei Schwestern. » Aus St. Annaberg schrieben auch „Ludomilla hruschkin von Briefen und Margaretha, leibliche Schwestern v. Tuppau" am 20. Mai 1650 an den Kurfürsten und berichteten ihm, ihr mütterliches Gut Libotitz im Kreise Saaz sei durch den Saazer kaiserlichen Richter konfisziert worden, weil man vermutet habe, es sei das Eigentum ihres damals bereits verstorbenen Bruders Wilhelm Albrecht v. T. gewesen, vom Jahre 1628 an hätten sie in Buchholz gelebt. Ihr Gut sei dem Friedländischen l) Neben anderen Böhmischen Nottmeistern befand sich im Jahre 1461 in kserzog Ludwigs von Bayern Solde ein Jan Topawr von Topaw (Daupow). Palackp, kontss rerum ^ustriaoarum, II. Rbt., XX. Bd., S. 185. HB. Wolf, Einwanderungen böhmischer Protestanten in das obere Erzgebirge, Mitteilungen des Vereins für Geschichte von Rnnaberg und Umgegend, III. Jahrbuch für 1891 —1892, S. 17 — 88, besonders S. 5l, 41: Schmertosch v. Riesenthal, Rdelige Exulanten in Rursachsen, Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXX (1902), S. 66 ff., bes. S. 215. h k)-- 5 t--K. Gen. Iwo. 7828, Tuppau. h Sn dem Verzeichnis der Exulanten, das der Rnnaberger Rat am 25. Dezember 1636 nach Dresden sandte, sind diese drei Schwestern mit aufgezählt. Mitteilungen des Vereins für Geschichte von Nnnaberg, III. Jahrbuch, S. 43. °) Ehr. 6d. pescheck, Geschichte der Gegenreformation in Böhmen, II. Bd., 1844, S. 540. v. Tuppau. 1025 Leibmedikus Justus Stroperius geschenkt worden und nach dessen Tode sei es an den kaiserlichen Kammerprokurator und Fiskal Smislowskp gekommen. Der Kurfürst intervenierte zu Gunsten der beiden Schwestern am 30. Januar 1652 beim Statthalter von Böhmen h. Johann Bernhard v. T., kurfürstlicher Kammerherr und Oberstwachtmeister, erwarb um das Jahr 1677 das Gütchen Schönau bei Themnitz"). Christoph Wilhelm v. T. war vermählt mit Johanna Margarethe v. Osterhausen. Am 23. Juli 1666 wurde dem Ehepaar in Gleina eine Tochter geboren, Dorothea Sophias. Ein Thristoph Wilhelm v. T. - ob derselbe? — war kurfürstlicher Hauptmann und Vasall. Der Kurfürst Johann Georg II. empfahl ihn, Dresden den 24. Bpril l674, dem Prinzen Wilhelm Heinrich von Gramen und bat, ihn in seine Miliz zum Avancement anzunehmenh. Thristoph Wilhelm v. T., als Gberstwachtmeister und zu Schönau gesessen bezeichnet, ist bei den Lestattungsfeierlichkeiten des Kurfürsten Johann Georgs III. in Freiberg am 11. Dezember 1691 mit beteiligt^). — In der Gberlausitz machte sich ansässig Bohuslav Tarl v. T., Kittmeister. Er war vermählt in erster Ehe mit Anna Maria geb. v. Kechenberg, geboren am 15. März 1595, gestorben am 27. März 1654°), der Tochter Rudolphs v. K. auf Trostau, Kleinbautzen und seiner Gattin Barbara v. ponickau. Frau Anna Maria war in erster Ehe vermählt gewesen mit Melchior II. v. Soeben auf Milkel, in zweiter mit Joachim v. Ziegler und Klipphausen auf Tunewalde, der am 20. November 1630 starb I, und in dritter Ehe hatte sie sich mit Bohuslav Tarl v. T. verheiratet. Aus zweiter Ehe hatte sie zahlreiche Kinder. Bohuslav Tarl vermählte sich nach dem Tode seiner ersten Gattin mit Anna Katharina Kölbel von Geising. Am 10. Juni 1649 kaufte er von dem Obersten Hans Thristoph v. Kalckreuth das Gut Wendisch- Tunnersdors (blO von Löbau) für 3250 Talerch. Mit zahlreichen anderen Gberlausitzischen angesessenen Edelleuten erschien er zur Huldigung des Kurfürsten Johann Georgs II. in Bautzen am 16./26. Juli 1657"). Seine erste Gattin Frau Anna Maria geb. v. Kechenberg *") erwarb l) kj--5t.-N. Gen. I-oo. 7828, Tuppau. h Ebenda. h Vierteljahrsschrift für Mappen-, Ziegel- nnd Familienkunde, XXIV (1896), S. 306. 4) k)-- 5 t.- 5 l. Ge„. Noa. 7828, Tuppau. h Müller, ^.nnalss Laxonici, 1700, S. 613. 0) v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, III. Teil, 1792, 5. 248. — Ihr schönes Epitaph ist an der Nirchenmauer zu Nadmeritz. tz Ebenda, III, 5. 245. Die Lehnsakten geben als Zeit seines Todes den November 1631 an. s) In die Mitbelehnschaft nahm er seine Stiefsöhne Molf Nudolph, Joachim Ernst und kjmurich Nnshelm v. Ziegler und Mipphausen. kj>- 5 t.-N. Noa. 9547, Drittes Buch Gberlaus. Lehens-Sachen, 1651 — 67, Fol. 18. h Gberlaus. Nachlese 1771, S. 345 ff. >o) Einige wenige Nachrichten über sie enthielt die Schrift, die im Jahre 1650 in den Turmknopf zu Nadmeritz gelegt wurde, vergl. Gberlaus. Nachlese 1771, S. 249. 65 L 1026 v. Tuppau. nach einander mehrere Gberlausitzische Güter. So kaufte sie am 16. Mai 1638 von den Kreditoren Hans Ulrichs v. Nostitz das Gut Nostitz (dt von Löbau). Durch die Kriegsunruhen und die Blockierung der 5tadt Bautzen verzögerte sich die verreichung der Lehn des Gutes bis zum 12. April 1640. Im Jahre 1646 übergab sie „anstatt der mütterlichen Hülse ft" das Gut Nostitz ihren drei Löhnen erster Ghe, den Gebrüdern Mols Rudolph, Joachim Ernst und Heinrich Nnshelm v. Ziegler und Klipphausen. - Zum Gute Nostitz kaufte Frau Unna Maria das Gut „Rada- maritz" (Radmeritz, 88V/von Görlitz), das in früheren Zeiten 40000 Fl. gegolten hatte, im Jahre 1643 für 16 000 Talerft. Ruf ihr an den Kurfürsten gerichtetes Gesuch, die von ihrem eigenen vermögen aus dem Erbgut Radmeritz miterkauften und nahe gelegenen Lehnsbauern, Mühle und Teich in Erbe zu verwandeln, genehmigte dieser am 28. Juli 1647, „daß, solange gemeldte Tuppauin oder ihre Töchter und Erben absteigender Linie solche Lehnsbauern, Mühle und Teiche besitzen, denen- selben die Art und Eigenschaft des Mannlehens benommen und ihnen jedesmals bei zutragenden Fällen als recht Erbgut verliehen werden: Künftiger Zeit aber und da angeregte Ltücke veralieniret und nicht mehr in der Tuppauin oder ihrer Descendenten Besitz sein, sondern in andere Hände gerathen würden, alsdann sie die Natur des Erbes wiederum verlieren und hingegen die vorige Eigenschaft des Mannlehns überkommen und behalten sollen" ft. Radmeritz fiel später an einen ihrer Löhne zweiter Ehe, Heinrich Anshelm v. Ziegler und Klipphausen, für 20000 Taler. - Frau Anna Maria, „Frau zu Radmeritz", kaufte ferner am 16. Februar 1660 von ihrem Bruder Hans Lebastian v. Rechenberg auf Sohland und Halbendorf das Gut Rodewitz bei Lrostau (8 von Bautzen, Kl von Schirgiswalde). Ihr ältester Lohn lvolf Rudolph v. Ziegler war ihr Lehnsträger. Schon am 7. April 1650 verkaufte sie das Gut an den Oberstleutnant Heinrich v. Seidlitzft. Die zweite Gattin Lohuslav Larls v. T., Frau Nnna Katharina „v. Tuppauer", geb. Kölbel v. Geisingft, kaufte im Jahre 1669 von dem Rittmeister Thristoph Lichner dessen Gütlein zu Beischwitz (auch Lbendörfel genannt, 880 von Bautzen) „an Gebäuden, Gärten, Ackern, Miesen und Holzungen, Ober- und Niedergerichten, auch Beilaß", vermöge Kontrakts vom 13. November 1669 zedierte sie ihr „erkauftes 0 Lehnsakten Radmeritz. ft H-- 5 t.-R. Boo. 9546, Das I.Buch Gberlaus. Lehens-Lachen, 1627 — 75, beim Jahre 1645. — In den Lehnsakten Radmeritz ist als Raufpreis angegeben 17500 Taler. h Lehnsakten Radmeritz. ft Frau Rnna Rlaria v. T. hatte seinerzeit versäumt sich mit Rodewitz belehnen zu lassen. Ruf den in dieser Angelegenheit an den Kurfürsten abgesandten Bericht verfügte dieser am 12. Februar 1652 an den Landvogt, daß ihr die Lehn noch nachträglich verreicht werden könne, „dieweil Ihr denn selbsten anzuführen wisset, daß obbenannte Tuppauin ein fast stets krankes und zum öftern bettlägeriges Weib sei, und daher weder clolus noch ooirtsinptus aus dero wiederholetem Rußenbleiben zu verspüren". Rm 17. Mai 1652 wurde sie denn noch nachträglich mit Rodewitz belehnt. Lehnsakten Rodewitz, ebenso 5 t. -R. I^oo. 9547, Das 5. Buch Gberlaus. Lehens-Lachen 1645 — 67, Fol. 26. 5) Ihre Schwester ist Jungfrau Dorothea Elisabeth Rölbelin von Geising. v. Tuppau. 1027 Belschwitzer Güttel" dem Bautzner Bürger Georg hun „erblich frei) und eigenthümlich" ^). Dafür kaufte sie am nämlichen Tage von lvols Rudolph v. Ziegler auf Lunewalde „das Lehngüthel zum Sohland" (Gber- Sohland a. d. Spree, 8 von Schirgiswalde), das zuvor Frau Magdalena Schaffhirt, geb. pentzig, im Besitz gehabt hatte. Bin 28. November l673 wurde ihr der Lehnbrief ausgesertigt. Schon zuvor, am 22. Juli 1672, hatte sie das Gut verkauft an Christoph Bbraham v. d. Sahla. Mappen: Im Schilde drei Balken. Helmkleinod: Lin mit drei Balken belegter Flügels. — Friedrich Bernau, Studien und Materialien ... in Böhmen und Mähren, 1900, bildet das Mappen aus Tafel VII ab: Die Balken sind silbern. Decken rot-silbern. tz Akten im Besitz des Zreigutsbesitzers Andreas Pentzig in Lbendörfel. 2) Siegel in dem Zessionsbrief, Bautzen, den t. Mai t670, über das Belschwitzer Gütchen, ausgestellt von Bohuslav Larl v. T. und seiner Gattin. Sn dem nämlichen Besitz. Ende des zweiten Landes. Nachträge und Berichtigungen erscheinen im dritten Bande). ss*