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2 (1913)
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616
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o. Rodewitz.

wird, entschuldigt sich in einem Schreiben an den Kurfürsten vom16. März 1616, daß er die Lehn über Friedersdorf nicht habe suchenKönnens. Später hatte er viel unter den Unbilden des Krieges zuleiden. So meldete er am 22. November 1620 dem Kurfürsten, daß dasJägerndorssche Kriegsvolk, über 800 Mann stark, seine zwei Sitze undVorwerke in Friedersdorf nebst dem Beigut im (Oberdorfs geplündert,460 Schafe, 87 Stück Rindvieh, 5 Pferde mit Geschirr, 5 Wagen und400 Schock Getreide geraubt habe, weil er ein kurfürstlicher Lehnsmannsei und sein ältester Sohn sich in kurfürstlichen Kriegsdiensten befinde.Gleichzeitig bat er um eine sulvu §uurclia^). Noch im Jahre 1621 imMai führt ihn das Friedersdorf Schöppenbuch °) auf alsRudolfsen vonRodewitz den eitern Lrbherrn alhier zu Friederstorff".

Lin anderer Rudolph v. R. wird noch im Jahre 1637 als Erb-herrschaft von Friedersdors bezeichnet^). Lr starbim herbst 1640"und war vermählt mit Barbara v. Uechtritz aus Fuga°), die zu Rus-gang des Jahres 1643 starb. Lr hinterließ, soweit bekannt, zwei Söhneund eine Tochter (13):

1. Laspar Lhristoph. Siehe unten.

2. Peter Rbraham. Siehe unten S. 617.

3. Martha. Sie vermählte sich am 3. Rugust 1637°) mitWolf Heinrich v. Leubnitz. Diesem seinem Schwiegersohn verkaufteRudolph, wie er im Jahre 1631 dem Kurfürsten meldet, einStückleinGutt". Ls war dies das sogenannteVorwerk", das der v. Leubnitzfür 2000 Taler erwarb h.

1. Laspar Lhristoph und sein Bruder Peter Rbraham in Ge-meinschaft mit den gesamten Gläubigern ihres verschuldeten Vaters ver-kauften am 14. Rpril 1649 Nieder-Friedersdors an Lhristoph Volkmarv. Gersdorfs auf Baruth und See, Hans Lhristoph v. Nostitz aus Guttauund Bolbritz und (Oswald Nietsche, Bürger zu Bautzen. Lin den

h In diesem Schreiben fährt er folgendermaßen fort . . .vieweil aber nachGottes gnedigen Willen eben zu solcher Zeit zwep Jhar nach einander nicht alleinein den angrentzenden nnd benachbarten Stedten und Dorffern die gifftige Seuche derPestilenz hefftig grassiret, sondern auch in meinem vorffe nnd der ganzen zugethanenRirchfart gar wenig Bawershöfe, sambt den kleineu Heußlein rein und unbeflecktgewesen, in maßen es denn mich auch selbsten auf meinem Hoffe betroffenund mir ein Rind neben etlichen vienstgesinde gestorben, so Hab ich dieserUrsach halben nirgents hinfliehen oder außreißen, viel weniger gemeldete meine Be-lehnung und andre mir angelegene Sachen der Notturfft nach befördern können,sondern Hab alles Roth- und Sterbensgefahr halben ahnstehen lassen und dem Rll-mechtigen Gott unter seiner väterlichen Ruten in Gedult daheim fußhalten müssen,welches nicht alleine in gemein fast landkündig, sondern auch viel ehrlichen Leutteninsonderheit gnugsamb bewust ist". Tr bittet . . .mir alten und fast verlebtenManne umb meiner meres teilß noch kleinen unerzogenen Söhne" einen Tag zurBelehnung zu bestimmen. Lehnsakten Friedersdorf.

2) H.-St.-R. Gen. Boo. 31783, Rodewitz,h Fol. ISIb.

H Friedersdorfer Schöppenbuch vom Jahre 1521, Fol. 178.

b) v. Uechtritz, Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, V.Teil, 1793, S. 93.

°) Ebenda, L. 93. Hier steht irrtümlich anstatt v. Rodewitz:v. Rackwitz".

H Mütze, Unser Wohn- und Heimatort Vberfriedersdorf, 1904, S. 41.