An den Geh. Staatsrath v. Stägemann in Berlin.
Paris, den 14tcn Mai 1819.
Die Richtigkeit des Urtheils, Hochverehrtester, das Siein der Beilage zum 33stcn Stück der Staatszeitung überSand's That fällen, muß jedem Unbefangenen einleuchten; sieerhellet aus allen nunmehr bekannten Umständen. Der schwer-blütigen Schwärmerei des bejammernswertsten Jünglings,ihr ganz allein, ist die verübte That beizumessen. Auch er-blickt man, den Einfluß des Zeitgeistes abgerechnet, keineSpur eines äußeren Antriebs oder eines Mitwissers und eSgereicht Ihrem Muthe, Ihrer Herzensgüte zur Ehre, dieseWahrheit Leuten vorzuhalten, welche, aus liebloser Vcrir-rung, einen maxister oultellariorum ersinnen und Vehmgcrichtcträumen, wo sicherer eine, allerdings beunruhigende, öffentlicheStimmung wahrzunehmen ist. Der Wahn von heimlichenEidsgenossenschaften hat schon in den neunziger Jahren un-säglichen Schaden angestiftet. Soll er wieder herrschend wer-den? Diejenigen, so ihn hegen, bemitleide ich am meisten.Er fälscht die Ansichten und führt auf Abwege. Man leihetden geheimen Verbindungen eine Ausdehnung, eine Wirksam-keit, die sie nie erschwingen können. Daß deutsche Regie-rungen von dem Spuk ergriffen sind, zeigen die zu Gießen,laut der Baircuther Zeitung vom 4ten dieses, und in Chur-hessen stattgesundenen Maaßregeln. Fürchten unsere Natur-forscher nicht vielleicht Lissaboner und Guatimaler Erdbebenvon den Stößen hessischer Maulwürfe? Die großen Ur-sachen, welche das Zeitalter, dem wir angehören, in Bewegung