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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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gewährt, baß aber die Kehrseite des Gebäudes die wahreHerrlichkeit verbirgt. Denn hier ist die ehemalige via trium-plnrlis, das korum romrmum, die via saera, hier sieht mandie Reste der Tempel des Jupiter toiiong, der Concordia, derFaustina, des Friedens, die Triumphbögen des SeptimiusSeveruö, Titus und Konstantin; hier ruft ein Rückblick aufdie Geschichte des wunderbaren Volkes tausend Erinnerungenhervor, deren Hauptmomente grade auf diesen Boden fallen.

Vergessen waren alle Trübsale der Reise und die Oededer Campagna, wir schwelgten im Hochgefühl einer großenZeit. Doch der größte Eindruck sollte mir noch werden, —beim Eintritt in das Colosseum. Der Tag neigte sich, diehereinbrechende Nacht hüllte die ehrwürdige Ruine in ein räthsel-hafteö Dunkel, in ahnungsvolle unbestimmte gigantische For-men, so, mit bereits sehr erhitzter Phantasie, traten wir ein, undwas Wunder also, wenn der Eindruck Alles überstieg was ichfrüher erfahren hatte! Es ist ein gewaltiges Gebäude unddoch beträgt der ganze Längendurchschnitt, die äußern Mauernmitgerechnet, nicht so viel als die Breite der Fayade des h.Peter. Mir däucht Kephalideö sagt hierüber sehr richtig: dieGebäude der Alten scheinen mehr als sie sind, umgekehrt dieneuen. — Wir kehrten sehr froh und zufrieden nach unsererWohnung zurück und fanden den König, der manches auchüber seine Erwartung gefunden hatte. Abends ging es indie Oper, wo Othello von Rossini gegeben wurde, in welchemsich der famöseste Tenorist von Italien, David, hören ließ.Es ist ohnstreitig der beste, den ich gehört und den ich voll-kommen nennen würde, wenn er nicht häufig zu viel colorirte,was indeß einmal Zeitgeschmack ist, und wenn er nicht oftseiner Stimme etwas zumuthete, was eigentlich gegen die