scheidend, daß sie bei Vertheidigung ihrer Thermopylen dasSeyn dem Nichtscyn vorzogen. Es liegt in diesem Scherzeeine große Wahrheit: Nur wer sich mit dem letzteren ver-traut gemacht, ist großer Dinge fähig. Von Terni ging eSüber Narni, pittoresk auf einem Felsen gelegen, an dessen Fußsich die Ncra durch ein tiefes Thal windet, nach Otriculi, woman zuerst die Tiber gewahrt. Ein eigends ergreifender An-blick. Man wendet das innere Auge unwillkührlich rückwärtsund ruft die glorreiche Zeit zurück. Die Tiber ist hier ohn-gefähr wie die Spree bei Berlin, windet sich in vielen Krüm-mungen durch ein ziemlich breites Thal. Bei Borgheno kommtman über eine antike Brücke. Die Gegend wird immer dürf-tiger, und würde man nicht durch Feigen und Weinreben, diewild am Wege stehen, an Italien erinnert, man würdeglauben in der Lüncburger Haide zu seyn. In Civita Castel-lana blieben wir zur Nacht und steuerten den Uten gen RomaSupcrba. Die Gegend wird immer elender. Man gewahrtkeine Cultur. Viehheerden, das einzige was an.Menschen-nähe erinnert, kein Baum, keine Wohnung, ein paar elendeKlöster, Monterosi, Bacano und la Storta ausgenommen.Man schiebt diesen Zustand aus die Ungesundheit der Gegend,und Niebuhr behauptet, gegen die zeitherige Meinung, daßeS bei den Alten nicht besser gewesen. In dem Maaße nun,wie die Cultur und Population abnimmt, vermehrt sich dieGefahr und das gemeine Volk hat dafür eine ganz praktischeErklärung, die nämlich: daß auf einer gegebenen Fläche einegewisse Portion Gift vorhanden sey. Je mehr Menschen sichnun darin theilen, desto kleiner würde die Dosis und destoweniger gefährlich, je weniger Menschen, desto größere Ge-fährlichkeit.
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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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245
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