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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Entstehung
Seite
229
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Verona, den Sten November 1822.

Ich habe heute Morgen Deinen Brief No. 6. richtig mitallen An- und Beilagen erhalten und danke Gott, daß ihralle wohl seyd. Mit mir geht es auch fortdauernd gut, undwas das beste ist, nach jedem vollbrachten Tage rückt die Zeitwieder näher, wo ich Dich in meine Arme schließen werde.Was Du von Sachen zu haben wünschst, werde ich richtigbesorgen. Gern hätte ich Dir auch etwas von Venedig mit-gebracht, aber die goldenen Ketten, die wegen ihrer großenFeinheit dort sehr berühmt sind, waren mir etwas zu theuer.Die Elle von solcher Feinheit, daß man beinahe ein Ver-größerungsglas gebraucht, um die Kette am Halse einer Damewahrzunehmen, sollte 4 Ducaten kosten, der König hat einegekauft, die freilich länger und recht schön gearbeitet ist, aberauch 50 Louisd'or kostet. Dagegen schicke ich wieder Kupfer-stiche und das andere soll nachkommen. Jetzt etwas über dieReise nach Venedig.

Den 23sten reiste ich von Verona ab. Weg und Ge-gend sind wie man sie in der- ganzen Lombardei findet. Linkshat man einen hübschen Blick auf die Tridentinischen Alpen,bei Montebcllo (ich muß hier bemerken, daß wir uns in derclassischen Gegend befanden, aus welcher Bonaparte seineHerzogötitcl hernahm; da giebt es Montebcllo, Viccnza,Padua, Bassano, Rovigo u. s. w.) Bei Montebcllo alsowird die Gegend immer reicher und schöner. Links die Schnee-