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Verona, den ZOsten Oeiober 1822.
Ich habe Deinen Bricf No. 0. richtig erhalten. DeineUnruhe wird durch die von mir eingegangenen Nachrichtenvöllig beseitigt seyn. Daß ihr Euch wohl befindet, was könntemir wohl erfreulicher seyn, denn ich habe eine unendliche Sehn-sucht nach Euch und zähle die Stunden bis zur Rückkehr. Gotterhalte und schütze Euch. Die Ercursion nach Venedig, vonder ich Dir sehr viel zu erzählen habe, ist mir ungemcin wohlbekommen, und ein leichter Anfall von Diarrhöe, der sichgestern eingestellt hatte, dem fleißigen Gebrauch der Limonadegewichen. Dies Mittel, welches man bei uns eher als ver-derblich wirkend annehmen würde, ist in dein hiesigen Clima,l>a das Uebel in der Regel aus Erhitzung oder Ucberreiz her-rührt, ungemein wohlthätig. Was nun das Clima, so weilwir dessen Eindrücke empfunden haben, anbetrifft, so sind wirohngefähr so weit, wie wir bei uns in der Mitte Septemberwaren. Die Bäume haben größtenthcilö daö Laub noch, nurwenige fangen an es zu verlieren. Orangenbäume stehennoch draußen, und das Thermometer zeigt Morgens vor Son-nenaufgang 8" über 0 und Mittags im Schatten 15°. Alswir über den Simplen gingen, war der Unterschied recht auf-fallend. Auf dem Wege von Neufchatel nach Lausanne wares drückend warm, das Thermometer stand air diesem Tage19° im Schatten. In Wallis veränderte sich das Wetter;es wurde kühler, und in Bricg stand das Thermometer Mor-gens um 9 Uhr 8° über 0. Die Spitzen selbst der mittlernGebirge waren mit Schnee bedeckt. Um Mittag schien die