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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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Simplen, vcn 8tcn Morgens.

In den letzten Tagen haben sich die Sachen, die ich Dirgern mittheilen möchte, so aufeinander gedrängt, daß ich bei derZeitkürze nicht mehr folgen kann. Ich werde daher später nach-holen, was zwischen Ncufchatcl und hier liegt, und bloß er-zählen was gestern uns ausfiel und regelmäßig damit alleTage fortfahren, dann kann ich nicht wieder in Rückstandkommen.

Wir waren die Nacht vom 6ten zum 7ten in einemkleinen elenden Dorfe im Canton Wallis mit einemguten Wirthshause versehen, geblieben. Den 7ten Morgensgingen wir um ch7 Uhr weiter, um von dem 4 Meilen ent-fernten Städtchen Bricg die Fahrt über den Simplon anzu-treten. Der Weg läuft bis dahin in der Regel längs derRhone. Das Thal, in dem man fortrückt, ist nicht über eineStunde breit. Die einschließenden Berge sind sehr bedeutend,dahinter ragen aber solche Riesen hervor, daß man aus demErstaunen gar nicht herauskommt. Diese letzteren zum Theilganz schroffe Felsen, in der Schweizersprache Hörner genannt,waren alle mit Schnee bedeckt. Ueberall sieht man Wald-ströme, die sich von den Bergen über Felsen herabstürzen undsehr hübsche Kaskaden bilden. Bei Brieg wird das Thaletwas weiter. Die Stadt ist klein aber ganz hübsch gebaut.Hier fängt denn nun die berühmte Straße über den Simplonan, die wirklich alles übersteigt was man sich davon denkenkann. Der Weg ist stets so breit, daß zwei Wagen mit Be-quemlichkeit neben einander fahren können, und läuft immeram Abhänge hin. Mauern, Geländer und steinerne Strebe-pfeiler schützen vor dem Herunterstürzen, denn zu seiner Rechten