haben müsse und wir uns beschweren würden, meinte sie, eSkenne wohl sehn, daß es schon berichtigt seh. Die alte aufeinem Felsen oberhalb des Städtchens gleichen Namens ge-legene Ruine des Schlosses Waldenburg gewahrte einenschönen Anblick. — Wir empfanden den Unterschied gegendie Posten. Die Pferde, großer schwerer Natur, wie man sievor den Frachtwagen findet, kamen nie aus einem kurzenTrab, der nicht besser als Schritt ist. Wir brachten auf 5Stunden Weges 3 lange Stunden hin, doch ist zu bemerken,daß die Schweizer Stunden Weges, zwar nicht breiter, aberum ein bedeutendes länger sind, als die mistigen. Der Wegführte fortwährend durch angenehme Thäler, die meist mitlauter kleinen Wohnungen, zum Theil bis auf die höchstenSpitzen der Berge besetzt sind. Ueberall der üppigste Gras-wuchs und das herrlichste Vieh. Vor der zweiten Stationhatten wir einen gewaltigen Berg, den Haucnstein, zu über-steigen. Ich stieg aus und überschritt ihn zu Fuß. In einemkleinen Dorfe ließen wir uns Milch und Käse geben, derenGüte dem Lande entsprach, in dem wir waren. Unter mehrernRuinen war die des Falkenstcins besonders pittoresk und nochziemlich erhalten. Sie liegt auf einem einzelnen Kalkfelstn,von dem westlichen Thalrande durch zwei Schluchten getrennt,und hat nach der Form des Berges eine ganz längliche Ge-stalt. Jenseit der zweiten Station, Balstau, kommt man durchein sehr enges Thal, Clausthal genannt, von schroffen Felseneingeschlossen, was sich später wieder etwas erweitert (obgleich dieFelsen gleich steil bleiben) die herrlichsten Wiesen in sich faßt,und von wo man zuerst wieder die Gletscher zu sehen bekommt,die uns hernach fast immer zur Seite bleiben. In Solothurn,einer ganz hübschen, nicht unbedeutenden Stadt, kamen wir
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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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205
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