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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Entstehung
Seite
122
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Niederlande, wenn es ja Deutschland noch schonen will, leichtwerden. Und so wie es Rußland gleichgültig seyn kann, obdie französische Fahne in Brüssel weht, so wird Frankreichnichts dawider haben, wenn sich der polnische Adler in Danzigniederläßt. Deutschland, in solchem Falle in die Enge getrie-ben, wird seiner Ruhe und der Tendenz zweier so gewaltigerMächte gern Provinzen aufgeopfert sehen, die seinem unmit-telbaren Interesse fremd zu seyn scheinen. Dies wäre aller-dings ein grober politischer Fehler, der aber von einem Staa-tenverein, wie der deutsche, leicht wohl begangen werden kann.Ist Preußen mit der ganzen Monarchie dem Bunde beigetre-ten, so muß der Bund zutreten, wenn es im Osten ange-griffen wird. Rußland kann den Krieg nicht an derWeichsel enden. Es wird vordringen müssen, um einemAngriff zu begegnen, oder denselben erwarten. Im erstenFalle entfernt es sich von seinen Hülfsquellen, und in beidenist seine gestreckte Stellung militairisch gefährlich, wegen derumfassenden Lage der preußischen Staaten. Oestreich wirdzwar nicht leicht zugeben, daß Rußland sich an der unternWeichsel und Warthe festsetze, es kann aber durch die Türkeiund in Italien durch eine Gährung festgehalten werden, undsich nur auf einen geringen Beistand beschränken müssen.

So unverkennbar die Vortheile eines Beitritts mit allenProvinzen sind, so ist es doch nicht zu läugnen, daß die Aus-führung Schwierigkeit hat, deren Besiegung für jetzt wahr-scheinlich unmöglich ist. Der deutsche Bund, wie alle Föde-rativsysteme, zum Frieden geneigt, wird die Berührungspunktemit den großen auß erd entsetzen Mächten zu vermeiden suchen,also nicht geneigt seyn, den Wünschen Preußens beizutreten.Oestreich aber würde aus dies Uebergcwicht Preußens eifer-