etwas für sich gebeten hat, so oft er auch in dem Falle ge-wesen wo er solches, ohne eben unbescheiden zu erscheinen,hätte thun können. Daß auch diese Uneigcnnützigkeit wesent-lich zur Erhöhung des königlichen Wohlwollens beigetragen,kann nicht befremden. War er zum Eigennutz zu stolz, sowar er zur Furcht viel zu stark und begriff niemals, wie einpflichtgctrcuer Mann etwas thun könne, was ihn einem An-deren zu überliefern vermöchte.
Wir können und wollen nicht unerwähnt lassen, daß einigeEigenschaften im Charakter Witzlebens von seilten Gegnern, —denn diese hatte auch er — als Schwächen bezeichnet werden,die wir aber dafür nicht anerkennen können, weil sie durchausnicht seinem Herzen zur Last fallen, vielmehr geeignet sinddemselben zur Ehre zu gereichen. Es wird zunächst seine rück-sichtslose Geradheit dafür gehalten. Stets nur die Sacheim Auge, waren ihm die Personen, die dabei betheiligt waren,völlig gleichgültig; mochte es der jüngste oder der höchststchendsteOffizier der Armee, ja! mochte cö selbst ein königlicher Prinzseyn, er sprach sich gegen jeden derselben in gleicher Weise un-umwunden aus und folgte bei einem wie bei dem andern dem-selben Prinzip des Rechten und Guten. Ermangelte er hier-in der sogenannten konventionellen Lebenspolitik, so geschahes lediglich zu eigenem Nachtheil, denn nur sich allein zog er
vorgetragen wurde, vollzog sofort diese Cabinetsordre unter dem 18. De-cember 1833. Ost war ich Augenzeuge von der innigen Liebe und von derhohen Achtung, welche Fürst Hardcnbcrg für Witzlcbcn — als Mensch undals Staatsmann in seinem Herzen trug, und könnte die Correspondcnzdieser Männer mitgetheilt werden, so würde diese Behauptung vollständigbegründet erscheinen, besonders das »nbcgränzte Vertrauen zeigen, welchesder Staatskanzler zu Witzlebens edlem Herzen und zu seinem klaren Ver-stände und scharfer Nuffaffnngsgabe hatte. Nr. 1).