der Justiz, ohne alles Ansehen der Person nnd desStandes, gerade durchgehen, sondern die natürlicheBilligkeit bei Seite setzen, so sollen sie cs mit Sr. Kö-niglichen Majestät'zu thun kriegen. — Denn ein Ju-stiz-Collegium daß Ungerechtigkeiten ansübt, ist gefähr-licher und schlimmer wie eine Diebesbande, vor derkann man sich schützen, aber vor Schelmen, die denMantel der Justiz gebrauchen, um ihre üble Passioneöauszuführcn, vor die kann sich kein Mensch hüten, diesind ärger wie die größstsn Spitzbuben die in derWelt sind, und meritiren eine doppelte- Bestrafung.
Uebrigcns wird den Justiz-Collegiis zugleich be-kannt gemacht, daß Se. Majestät einen neuen Groß-kanzler ernannt haben. Höchstdiesclben werden aberdem ohngeachtet in allen Provinzen sehr scharf dahin-ter her sein, nnd befehlen auch hiemit, auf das Nach-drücklichste, erstlich, daß alle Prozesse schleunig geendigtwerden, zweitens: daß der Name der Justiz durchUngerechtigkeit nicht profamirt werde, drittens: daß mitvölliger Egalite gegen alle Leute verfahren wird, dievor die Justiz kommen, cs sei ein Prinz oder einBauer, denn da muß Alles gleich sein. Wofern aberSe. Königliche Majestät in diesen Stücken einen Feh-ler finden werden, so können die Justiz-Collegia sichnur im Voraus vorstellen, daß sie nach Rigncnr wer-