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8. Die Natur suchet das Seltsame und Scho-ne und verabscheuet das Schlechte und Gemeine;die Gnade aber hat Lust am Einfältigen und De»müthigen, sie verachtet nicht das Rauhe, undscheuet sich nicht bekleidet zu sepn mit einem schlech-ten Kleide.
9. Die Natur stehet aufdas Zeitliche, siefreuetsich über irdischen Gewinn, betrübet sich über Scha-den, wird entrüstet über ein jeglich beleidigendWort; die Gnade aber achtet auf daß Ewige,hänget nicht an zeitlichen Dingen, wird nicht be-trübet über ihren Verlust, auch nicht erbittert überharte Worte; weil sie ihren Schatz und ihre Freu-de gesetzet hat in den Himmel, wo nichts verloh-ren gehet.
10. Die Natur ist habsüchtig und nimmt lie-ber als sie gibt; sie liebet das Ihrige und dasEigene; die Gnade aber ist wohlthatig und ge-meinsam, meidet das Besondere, lasset sich an we-nigen: genügen, und hält geben für seliger dennnehmen.
11. Die Natur neiget sich zu de» Creaturen,zum eigenen Fleisch, zur Eitelkeit und zum Her-umschweifen; die Gnade aber ziehet zu Gott und