sicher deine Besserung suchen. Bedächtest du auchvon Herzen die künftigen Strafen der Holle, sowürdest du gerne erdulden Mühe und Schmerz,und dich vor keiner Beschwerniß fürchten. Weiluns aber alles dies nicht zu Herzen gehet, und wirimmer noch lieben die sinnlichen Ergötzungen, sobleiben wir kaltsinnig und träge.
6. Oft ist eS nur Geistesarmuth, daß sich derder elende Leib so leicht beklaget. Darum bitte dermüthig den Herrn, daß er dir geben möge denGeist der Zerknirschung, und sprich mit dem Pro-pheten: Speise mich Herr mit Thräncnbrot, undtränke mich mit großem Maß voll Thränen. *)
22. Lapitel.
Von der Betrachtung des menschlichen Elends.
1. Du magst sepn wo du willst, und dich wemden wohin du willst, so du dich nicht zu Gott keh-rest, bist du immer elend. Warum beunruhigest