Kanzler der Pariser Universität Johann (Char-lier aus) Gerson (geb. 1363 , gest. 1439),Andere dem Thomas von Kcmpis zngc-schrieben. Die letztere Meinung, welche durchmehrere Mannscripte, viele Zeugnisse und Bü-cherkatalogen damaliger Zeit unterstützt wird,bat endlich die Oberhand behalten, und schwer-lich ist wohl irgend eine gedruckte Ausgabezu finden, worin ein anderer Verfasser alsThomas von Kempis genannt würde.
Dem geliebten Leser, welcher gewiß gernediesen gottseligen Mann näher zu kennen wünscht,will ich hier die wichtigsten Begebenheiten sei-nes Lcbenö kürzlich mitthcilen.
Thomas a KempiS wurde zu Kempen,einem Städtchen im damaligen ErzbiöthumeEöln, im Zahr 1380 geboren, woher ihm auchder Beiname a Kemp iS geblieben, da sonstsein eigentlicher Familienname Thomas Häm-in erken, d. i. Hämmerlein (auch Mulloolus),gewesen.
Nachdem er seine Kindessabre unter denAngen seiner frommen, aber armen Aelternzngebracht, und zur Erlernung der Wissenschaf-ten geschickt schien, begab er sich in einemAlter von dreizehn Zähren nach Deventcr inden Niederlanden, wo damals die Studiender guten Künste vorzüglich blübeten. Wieer dahin kam, war seine erste Sorge seinenaltern Bruder Johannes anfzusnehen, welcherzu Windcscm im Kloster war. Dieser veran-laßt!! ihn wieder nach Dcvcntcr zum 0. Flo-rentius, einem frommen und gelehrten Manne