Dies sehnliche Verlangen zu Gottnnd ihrem Hei-land, gibt ihnen die übernatürliche Kraft, sich von al-len irdische» Ergvhlichkeiten, die sre alv beichweren-de und gefährliche Bürden und Banden betrachten,gänzlich loS zu machen — denn nur ein Wande-rer, der non allem entblößt ift, wandelt überallsicher —, auf daß sie sich frei mögen erheben, undgelangen in den weiten Raum des höchsten tzft-inuthcs, wo keine Enge erfunden wird, und wel-cher alle Ereatur unendlicher Weife übersteiget.Dort werden alle Zweifel und alle Angst deSHerzens verschlungen von dem Lichte der einigen,unveränderlichen Wahrheit, und alles Eitele undFremde, welches die Wahrheit nicht ist, vergehetund verschwindet, gleichwie ein nichtiger Ranch-von einem starken Winde.— Und ob dann schon trü-be Wolken ihr Licht bedecken und ihren Wege ver-finstern wollen; obwohl Widerwärtigkeiten undVersuchungen sie umlagern und von allen Seitenauf sic embrechen, so furchte» sie diefelbcn dochnicht: denn das Licht der Wahrheit gibt ihnenKraft und Geduld sie mit Freudigkeit zu tragen;damit ihr innerer Mensch desto mehrere Fruchteder Tugend bringen, und ihre Liebe möge geprü-fte werden, wie wahrhaftig, stark und teufet siesev, welches die Versuchung am besten offenbaret.
'So sieht nun ein solcher Mensch oben auf den,Grenzgebirge der irdischen Welt, weit über derErde und ihrem nieder» Treiben, und harrenddes ewigen heitern Tages, hat er sein reineS Au-ge nnverrückt gerichtet sin das Land, wohin er sichstetS inbrünstig, wie nach seiner wahren Heimatgesestnet, und wohin sein Geist so oft auf dennverklärenden, göttlichen Liebesstrahl getragen ward.