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Lurch den frühen Hingang Jesu, mehrStarke und Ausbildnng. Bisher hatten sieimmer unter der Leitung ihres Freundes gestanden.Sie hatten ohne ihn nichts gethan. An ihn hattensie sich in allen Verlegenheiten gewandt; von ihm hat-ten sie in allen bedenklichen Fallen Aufschlüsse erhalten;von ihm waren sie zurecht gewiesen, aufgemuntertund gerröstet worden. Dies war allerdings zu ihrerersten Bildung nothwendig. Aber so konnte es dochnicht immer seyn; einmal mußten sie doch ihres bis-herigen Führers entbehren,' denn sie sollten inseineFußstapfen treten. Da war cs am besten, daß sie sofrühe als möglich für sich selbst gehen lernen. Undüberdem soll ja der Mensch nicht immer unter Vor-mundschaft bleiben. Er soll mündig werden am Gei-ste. Nur dadurch kann er die Würde eines vernünf-tigen Geschöpfes behaupten, nur dadurch echte Sitt-lichkeit an den Tag legen, und den Zweck seines Le--bens erreichen. Mit eigner Einsicht zu wählen undzu handeln, die Grundsätze der Tugend selbst in sei-nem Leben anzuwenden, mit eigner Kraft nach demBesten zu streben: das ist der hohe Beruf, den wiralle empfangen haben, das ist die nothwcndige Be-dingung aller Vollkommenheit. Wohlthätig wurdein dieser Hinsicht den Jüngern Jesu der frühe Hin-gang ihres Meisters. Seine Leitung wurde ihnenentzogen; sie mußten nun darauf denken, sich selbstzu leiten. Sie konnten sich bey ihm keines Rarhesmehr erhohlen; sie mußten jetzt selbst Entschließungenfassen. Sie wurden nicht mehr von ihn aufgemuntert