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Entstehung
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inen, unser Zeitalter hat sie uns mitgetheilt; wirvertrauten blindlings der fremden Leitung. Und ge-setzt auch, wir hatten unfern Glauben im thätigenForschen und redlichen Prüfen selbst gebildet: sindwir nicht Menschen? konnten wir nicht irren? irrenwir nicht wirklich täglich? haben wir nicht vielleichtmanches übersehen, was mit in Anschlag zu bringenwar, und manches andre nur einseitig oder nur indem Scheine, den unsre Vorurtheile darüber verbrei-teten , kennen gelernt? sind nicht die Neigungen un-sers Herzens immer geschäftig, den Verstand zu be-stechen, und ihn zu lenken, wohin es ihnen gefallt?Nichts kann, wenn uns an der Wahrheit etwas ge-legen ist, nothwendiger sepn, als daß wir unfernGlauben oft einer angelegentlichen Prüfung unter-werfen.

Welche Zeit wäre aber dazu wohl schicklicher,als der Anfang eines neuen Jahres? Wann wirdes geschehen, wenn wir cs hier, wo uns so vieles da-zu auffordert, versäumen? Es kann sepn, daß wireinst alle Ursache hatten, unsre Uebcrzeugung für rich-tig zu halten, daß alles, was wir damals Gelegenheithatten, zu bemerken nicht allein mit ihr übereinstimm-te , sondern uns auch nöthigte, sie anzunehmen?Aber wie vieles ändert sich in Einem Jahre, wie vieleErfahrungen werden uns zu Thcil, wie viele Gedankenerwachen in unserm Innern, und wie viele werden durchandre in uns geweckt! Sollte das alles nicht auf un-fern Glauben Einfluß haben nicht manche Berich-tigungen, nähere Bestimmungen, Einschränkungen