Druckschrift 
Festpredigten
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

47

und Schrecknissen verachten konnten, und in denen dieHoffnung des Himmels so lebendig war, daß sie denTod mit offnen Armen empfingen. Das überzeugtuns, daß hier dein Werk, daß hier eine Anstalt vonunändlichem Wehrte ist. Erhalte uns diese ehrwürdi-ge, segensvolle Anstalt. Laß den Leichtsinn sie nichtentweihen, den Spott ihre Nutzbarkeit nicht schwa-chen, den kalten Geist der Zeit sie nicht zerstören, denUnglauben sie uns nicht nehmen. In großem Segenbleibe unter uns Jesus Evangelium immerdar undheilig und freudenvoll dieses Fest, so oft es wieder-kehrt.

Möchte denn auch der Geist des wahren Ehri-stenthums sich an uns in seiner ganzen Kraft undWvhlthatigkeir offenbaren. O, wir müssen es beken-nen, Rohheit und Weichlichkeit, Eigennutz und Wol-lust stehen ihm noch überall im Wege. Unser Ehri-stenthum ist uns nicht das, was es seyn könnte undseyn sollte. Es erfüllt uns nicht mehr mit dem Hel-denmuthe seiner ersten Bekenner, es erhebt uns mchtmehr zu den hohen Gesinnungen, zu den edlen Tha-ten und zu den festen, freudigen Hoffnungen, wozues sie erhob. Möchten wir uns dessen nicht anzu-klagen haben; mochte es doch nicht scheinen, als obdie größere Aufklärung, deren wir uns rühmen, unsvon dem was heilig ist immer weiter entferne, unddie schönsten Gefühle des Herzens immer mehr rmter-drücke. Möchte sie, wie es ihre Bestimmung ge-mäß ist, mehr lebendigen Sinn für das Ehristenthum,mehr Freymüthigkeit in seinem Bekenntnisse, meh»