einem sinnigen Gemüthe Euch mit ihren künftigenSchicksalen beschäftigen? Schon in dev Kindheit Je-su zeigte sich göttliches Wesen. Blicket auf die, dieGott an Euer Herz gelegt hat; merket, wie sich auchin ihrer Unschuld der ursprüngliche Adel der menschli-chen Natur zu erkennen gibt. Scheint Euch dasLoos der Kindheit in der Schwache und Hülssbedürf-tigkeit derselben beklagenswehrr zu sepn, und der'Würde, deren wir uns rühnren, wenig zu entspre-chen. Das heutige Fest muß diesen Schein zerstreu-en, daß heutige Fest muß Euch ein Beweis sepn, daßin dieser Schwache und HülfSbedürftigkeit nichts wahr-haft Erniedrigendes, nichts mit der Würde eines ver-nünftige!: , zu hohen Zwecken bestimmten Wesens Un-vereinbares ist; indem der Sohn des Ewigen, wiedie Kinder Fleisch und Blut haben, desselben glei-cher Maßen thcilhafiig geworden ist. Und, wenn wirja noch etwas Demüthigendes in der Ohnmacht uns-rer Kindheit finden könnten: muß dieses nicht gänz-lich verschwinden, da sich, durch die Geburt desWelt-erlöserS, ein himmlischer Schimmer über dieselbenausbreitet? Mit dem reinsten Entzücken dürfet IhrEuch heute allen den hohen Empfindungen überlassen,die der Anblick einer noch unverdorbenen und heiternKindheit in Euch erwecket.
Aber vielleicht stören Euch ängstliche Besorgnisseüber die Richtung, die der Geist und das Herz Eu-rer Kinder nehmen werden, und über die Schicksale,die in einer Welt voll Angst und Noth noch auf siewarten; vielleicht denkt Ihr mit großer Unruhe an