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1 (1830)
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erst die Mittel, die zu Erreichung jener einzelnen Zwecke dienenkönnen, noch näher müssen kennen lernen, ehe Hie Einrichtung desOhres verständlich werden kann. Denn das Ohr soll nicht bloßdie Schallwellen aufnchmen und fortpflanzcn, sondern cs soll außerder Zahl der Vibrationen, die den Ton bestimmt, auch noch dieEigenthümlichkeiten des Klanges der Empfindung überliefern; cssoll mehrere Schallwellen zugleich empfangen und im gesunden Zu-stande sie alle, vorausgesetzt daß kein betäubend starker Laut daruntersei, unvermischt dem Gehörnerven zuführcn u. s. w. Es ist ein beider Schwerhörigkeit nicht selten auffallender Umstand, daß ganzvorzüglich das Unterscheiden der einzelnen Laute, wenn mehrere zu-gleich das Ohr treffen, erschwert ist, und daß der/Schwerhörige sichdaher mit einer einzelnen Person leicht unterhält, aber zwischenanderm Geräusche oder wenn mehrere zugleich sprechen, die Worte,die er zwischen den übrigen heraus wahrnchmcn will, nicht sowie bei gesundem Ohre hecaushören kann. Daß einige Menschen,wie Wollaston bemerkt, die sehr hohen und scharfen Töne nichtwahrnchmcn, ließe sich vielleicht daraus, daß nicht jede Membraneine Resonanz so hoher Töne giebt, erklären, indem vielleicht auchdas Trommelfell, von dessen Resonanz doch wohl das Empfindender Töne abhängt, hier Grenzen der Empfänglichkeit darbietct.Woher bei einigen Personen die Unfähigkeit rührte die Höhe undTiefe der Töne zu unterscheiden, da sie doch sonst gut hören, istebenfalls unerklärt.

Als eine bekannte Sache darf ich wohl noch erwähnen, daßauch die Knochen des Kopfes zum Hören Mitwirken, daher mancheSchwerhörige durch einen an den Kopf gehaltenen Stab sich inVerbindung mit dem Gegenstände setzen, von welchem der Schallausgcht. Nach E. Webcr' s schöner Bemerkung geht hier derSchall nicht durch den Gchörgang, sondern gelangt auf andermWege zu den Gehörnerven; denn wenn man eine tönende Stimm-gabel mit dem Stiele auf den Kopf setzt, wahrend man ein Ohr mitdem Finger verstopft, so hört man den Ton der Stimmgabel grademit diesem Ohre am lautesten.

Uebcr die Richtung, von woher ein Schall kömmt, bleibenwir sehr oft in Ungewißheit. Diese Unsicherheit, die durch die viel-fältigen, fast überall verkommenden Zurückwersungcn des Schalles

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