Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
356
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vermehrt wird, macht es dem Bauchredner möglich, die Täuschunghervorzubringen, als ob eine andre Person rede. Indem er näm-lich, ohne den Mund zu öffnen, und ohne die Lippen zu bewegen,Worte hcrvorbringt, fehlt uns das gewöhnliche Mittel, uns zuüberzeugen, daß diese Person selbst die redende sei; und wenn derBauchredner nun aufmerksam nach einem bestimmten Orte hin-blickcnd, dorthin zu horchen scheint, so bringt er leicht die Täuschungals ob dort ein andrer rede hervor. Spricht er nun sogar abwech-selnd auf die gewöhnliche Weise und antwortet mit einem dumpfen,wie aus der Ferne schallenden Tone, so entsteht die nicht leicht zubesiegende Täuschung, als ob das Gespräch so zwischen dem Bauch-redner und einem andern statt finde, wie er cs uns will glaubenmachen. Es scheint, daß der Umstand, daß die hcrvorgcbrachtcStimme nicht so bestimmt von einem Puncte ausgeht, wie bei demGebrauch der gewöhnlichen Sprach-Organe, jene Wirkung beför-dern Hilst.

Das Stimm-Organ.

Die Wirkungs-Act des Stimm-Organes ist zwar nicht sogänzlich dunkel, wie die des Ohres, aber dennoch sind wir auchdarüber nicht ganz genau unterrichtet. Daß die Stimme im Kehl-kopfe entstehe, und daß die Verengerung dieses Organes, die durchdie Vorragung der Stimmbänder bewirkt wird, und die Stimmritzeheißt, dabei vorzüglich als das eigentliche Instrument der Stimmezu betrachten sei, leidet keinen Zweifel. Man hat dieses Stimm-Organ mit der Zungenpfeife verglichen, und das Vibrircn derjenigenTheile, welche die enge Stimmritze begrenzen, als den Ton bestim-mend angesehen. Dieses Vibrircn hat Magen die beobachtet,und dabei wahrgenommen, daß bei Thicrcn die Stimmritzenbändecsich an einander anlegten und nicht mehr in ihrer ganzen Länge vi-brirten, wenn ein hoher Ton hervorgcbracht wurde. Hiernachscheint es allerdings, daß die Einwirkung der Stimmritze als einesZungen-Instrumentes einen wesentlichen Umstand bei der Bestim-mung des Tones ausmachc.

Gegen diese Ucbcreinstimmung hat indeß Savart ringe-wandt, daß der Klang der menschlichen Stimme sich so wesentlichvon dem der Zungen- Instrumente unterscheide, und vorzüglich, daß