293
bcrraschendcs hat, weil man von dem unbedeutenden Material nichteinmal so viel Ton erwartet, besteht darin, daß man ans rechtgleichfaserigcm Tanncnholze recht gleichförmig bearbeitete Stäbchenvon etwa 1 Zoll breit, ^ bis ^Zoll dick, nimmt, und sie aufStroh-Unterlagen, die etwa ein Viertel der ganzen Lange von bei-den Enden entfernt sind, legt, und auf die Mitte mit kleinen Häm-mern schlagt. Hat man eine ihrer Lange nach gut abgeglichene Reihesolcher so aufgelegter Stäbchen, so daß die Töne der gewöhnlichenTonleiter alle Vorkommen, so kann man einfache Stücke daraufspielen und die Töne sind desto klangrcicher, je reiner die Holzfasernsind und je sauberer ihre Bearbeitung ist. Schönere, recht wohl-klingende Töne erhalt man durch Glasstrcifen oder Stahlstäbchen,die eben so in zwei Puncten, die mit den Schwingungsknoten-u-sammentreffcn müssen, unterstützt, und mit kleinen Hämmern zumTönen gebracht werden.
Da es nicht meine Absicht ist, die Falle alle durchzugehen,wo Stabe zum Tönen gebracht werden, so verweile ich nicht beiden minder anwendbaren Betrachtungen und will zum Schlüssedieser Materie nur noch etwas von der Stimmgabel sagen.
Die Stimmgabeln.
Die beiden Zinken einer Stimmgabel sind als vibrirende ela-stische Stabe anzusehen. Nach Chladni's auf Versuche gegrün-deter Meinung muß man sie als einen gebognen Stab ansehen,dessen zwei Schwingungsknoten gegen dis untere Krümmung hinrinander sehr nahe liegen. Beim einfachsten Vibrircn der Labelnimmt sie solche Schwingungen an, daß die Leiden Zmken zugleichgegen einander (nach einwärts) und zugleich von einander ab (nachauswärts) von der natürlichen Stellung ausweichen; man mußdaher annehmcn, wenn gleich die Beobachtung uns nicht gut dar-über belehren kann, daß der untere gekrümmte Theil in unmerklichcmGrade über den natürlichen Ruhestand Hinauswärts schwingt, wenndie Zinken ihre Schwingung hereinwärts machen.
Man bedient sich der Stimmgabeln, um immer einen genaugleichen Ton zu erhalten, weil sic, unabhängig von Veränderun-gen, welche bei der Spannung einer Saite säst unvermeidlich sind,immer denselben Ton geben. Aber auch die Stimmgabel kann mehr