Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
246
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geht die Entwickelung neuer Luft noch immer, obgleich mit vermin-derter Gewalt, fort, und nach einigen Tagen sieht man eine neueFlüssigkeit entstehen, die man durch Abkühlung noch deutlicher undmehr gesammelt hervorbringt, wenn man die Röhre in die Stel-lung alle, und «Io in eine Eismifchung bringt, damit sich diesesneue Fluidum in eil verdichte. Auf diese Weise hat Farad aydie salzsaure Luft, und durch ähnliche Versuche mehrere andre Luft-Arten in den tropfbar flüssigen Zustand gebracht, und sich überzeugt,daß diese Flüssigkeiten wirklich nur aus Verdichtung der Luft ent-standen, indem sie bei geöffneter Röhre sogleich in der elastisch flüssi-gen Form, wie man sonst diese Luft-Arten zu sehen gewohnt ist,entwichen.

Durch welche Mittel man den Druck, den die so eingeschlos-sene Luft ausübte, bestimmt, will ich bei den Verdichtungen durchdie Luftpumpe erwähnen, und hier nur bemerken, daß Faradaydie Größe des in dem erzählten Falle statt findenden Druckes auf40 Atmosphären angiebt, das heißt, dieser Druck könnte ein gewöhn-liches Barometer auf 40.28 Zoll oder 1120 Zoll hoch erhalten.Damit ein so gewaltiger Druck die Röhre nicht zersprenge, müssendie Wände der Röhre nicht allein dick, sondern auch frei von allenBläschen und Ungleichheiten, gut gekühlt und beim Zerschmelzenmit großer Sorgfalt behandelt sein. Nach Bcuncl' s Versuchenkonnten Röhren von 18 Linien innerem Durchmesser, deren Wände10 Linien dick waren, den Druck von 135 Atmosphären ertragen,wenn sie aus ganz reinem Flintglase bestanden *).

Durch diese Entdeckung, die auch,Perkins durch bloßenäußern Druck bestätiget hat, ist der characteristische Unterschied,welchen man sonst zwischen Luft und Dampf darin zu finden glaub-te, daß die dampfförmigen Flüssigkeiten durch Druck in den tropf-baren Zustand übergehen, die luftförmigcn Flüssigkeiten aber per-manent elastisch bleiben, aufgehoben ; aber dennoch bleibt cs bei denmeisten, und grade bei den am gewöhnlichsten verkommenden Luft-Arten wahr, daß sie bei einem nicht im höchsten Grade starkenDrucke sich als permanent elastisch zeigen, und so läßt sich jenerUnterschied, mit gehöriger Beschränkung, immer noch für die meisten

*) on ollemieal Manipulation tz. 814. 899.