Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
245
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so gewaltige Weise zu comprimiren, daß sie dadurch in tropfbarenZustand versetzt wurden, und diese Erscheinung ist es, aus die ichvorhin, als auf eine so höchst merkwürdige, hindeutete. Das Ver-fahren ist so eigenthümlich, daß ich es hier mittheilcn will, ohneden Einwurf zu fürchten, daß ich chemische Kenntnisse dabei in An-spruch nehme, die erst an einer andern Stelle naher begründet wer-den. In der That kömmt cs auch hier gar nicht darauf an, zuwissen, was chemische Verwandtschaft sei, wenn gleich die Entwicke-.lung von Luft, die ich jetzt anführcn will, auf dieser Verwandtschaftberuht; sondern es ist genug, die Erfahrung gemacht zu haben, daßin unzähligen Fallen sich eine Menge von Luftblasen zeigt, sich eine-Menge von Lust entwickelt, wenn man eine Säure auf einen Kör-per gießt, und daß man offenbar eine verdichtete Luft erhalt, wenndieser Proceß im verschlossenen Raume statt findet. Die so ent-wickelten Lust-Arten zeigen sich in ihren Eigenschaften als mannig-faltig verschieden, und bei dem Beispiele, welches ich, nach Fara-dny's Erzählung, Ihnen miktheilen will, war cs salzsaure Luft,die sich aus dem Salmiak ssalzsauren Ammoniak) entwickelte, indemSchwefelsäure auf denselben gegossen wurde. Die Entwickelungfindet sehr kraftvoll und sehr schnell statt, man muß daher den Pro-ceß nicht eher anfangen lassen, bis die Röhre fest verschlossen ist,und deshalb nimmt man eine gebogne Röhre mit sehr starken Wän-den, füllt sie in der Stellung /V6 (I3Z. 133.) so weit als es nöthigist, etwa bis an L, mit Schwefelsäure, ohne den obcrn Theil^Dim geringsten mit dieser Saure zu benetzen; man bringt dann einPlatinblättchen etwa in 1^ hinab, um darauf den Salmiak bis zugehöriger Zeit ruhen zu lassen, und schmelzt nun das Ende /V vordem Löthrohre zu, mit Anwendung aller möglichen Vorsicht, umzu hindern, daß Saure und Salmiak nicht eher in Berührung kom-men, bis das Zuschmelzcn vollendet ist und das allmählige Abkühlengehörig statt gefunden hat. Wenn dies gehörig besorgt ist und mansich versichert halt, daß die Röhre stark genug ist, um einen sehrstarken Druck von innen auszuhalten, so bringt man sie durch Um-kehrcn in die Stellung, wobei die Schwefelsäure den Salmiak be-rührt und nun entwickelt sich das salzsaure Gas mit großer Heftig-keit. Da diese Lust nirgends hin entweichen kann, so verdichtet siesich, und ungeachtet des großen Druckes, den sie deshalb ausübt,