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Sechste Borlesung.
Gesetze des Falles der Körper,
Wir haben, m. h. H-, in dem Vorigen die Kräfte in ihremGleichgewichte betrachtet, wo nämlich die eine.diejenige Wirkungzerstörte, welche die andre hervorzubringcn im Begriffe war; —>da wo diese entgegengesetzte Wirksamkeit nicht statt findet, ist einehervorgebrachte Bewegung die Wirkung der Kraft. Dauert disEinwirkung der Kraft nur eine Zeit lang, so ist der Erfolg eine be-stimmte Geschwindigkeit, die alsdann, vermöge der Trägheit, gleich-förmig fortdauert; aber so lange die Kraft ihre Wirkung fortsetzt,wird die Geschwindigkeit vermehrt, wenn nämlich die Kraft immernach der gleichen Richtung hin treibt.
Eine Kraft würde gleichförmig beschleunigend heißen,wenn sie die Geschwindigkeit des von ihr fortgetriebcnen Körpersin jeder gleichen Zeit um gleich viel vergrößerte, und wir wollennun Mittel suchen, zu entdecken, ob die merkwürdigste Kraft, diewir in der Natur wirksam sehen, die Kraft der Schwere gleichförmigbeschleunigend sei. Daß der hcrabfallendc Stein, je länger er schongefallen ist, desto schneller fällt, wissen wir; aber ob er am Endeder zweiten Secunde sich genau doppelt so schnell, am Ende der drit-ten Secunde sich dreimal so schnell bewege, als am Ende der erstenSecunde, läßt sich nicht so leicht bestimmen; dagegen bieten sichunsrer Beobachtung andre Bestimmungen dar, und wir müssen ausdiesen die Frage, ob die Schwere eine gleichförmig beschleunigendeKraft fei, zu beantworten suchen. Die Vergleichung der in der erstenSecunde, in den 2 ersten Sccunden, in den 3 ersten Secunden,durchlaufenen Wege bietet uns ein Mittel hiezu dar. Ware wirk-lich die Schwere eine gleichförmig beschleunigende Kraft von derStarke, daß sie in I Secunde dem freifallenden Körper eine Ge-schwindigkeit von 3V Fuß erthcilte, so müßte die Geschwindigkeitam Ende der 2ten Secunde 60 Fuß, am Ende der 3tcn Secundei)u Fuß sein. Da nun der srcisallende Körper am Anfangs der