Druckschrift 
Einige seit der Juli-Woche 1830 in französischen Zeitschriften gewagte Behauptungen, freimüthig widerlegt
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

ne Sprache, ihre Stachelreden, ihre mit feinemGifte gewürzten Anspielungen finden bei der Mehr-zabl der Müider-nnterrichteten und selbst bei denWohldenkenden Eingang. Denn sie verdrehendie Köpfe und wirken auf die Nicht-ungebildeten vielverderblicher, als grobe Schimpfreden und pöbel-hafte Ausgüsse. Das funkelnde Witzwort dringt tie-fer durch , als die nüchterne Betrachtung. Der demEhampagner gleich schaumsprühende Spott trifftschärfer und sicherer, als des Denkers treuherzigeWarnung. So bleiben die besonnensten Vorträge,die einleuchtendsten Wahrheiten , die Bethenrungender beste» Vaterlandsfreunde unbeachtet und ver-stummen kraftlos vor dem Geschrei einiger Auf-ruhrprediger.

Preßgesetze werden dem Übel schwerlich Einhaltthun. Die Federn der Scribler sind vielgewandtund, wohlgeübt in ihrem kleinen Kriege, wissen sieden Buchstaben des Gesetzes und dem Urtheil der Ge-schwornen gerade da zu entschlüpfen, wo sie amspitzigsten verletzt haben. Zudem wird eben durch diegerichtliche Verhandlung das Anstößige nur nochweiter verbreitet und den ärgerlichsten Deutungenbloßgestellt. So lange dieser Unfug im Schwangegeht,werden die alten obberübrten Wunden^ wel-che durch die gesunde Natur der Volkes allmählichvernarben würden, unversehends immer auf's Neuewieder aufgewühlt und die Heilung kann nicht zu