kleine Unrecht ein größeres nach sich. Und das Ge-fühl biederer, pflichtliebendcr Fürsten, die ihrenBerns nicht mehr behaupten, die nicht helfen kön-nen, wenn ihre Unterthanen über Bedrückung kla-gen — die Sprache hat keinen Ausdruck dafür.Findet der Landesherr in seinen Bestrebungen fürdas Gemeinwohl sich durch Verfügungen des Aus-landes gehemmt, werden hinsichtlich der Behand-lung der Staatsgeschäfte ihm Gesetze vorgeschrie-be», deren Schädlichkeit Er einsieht, kann ErdasVertrauen seiner Untergebenen nicht erwiedern,ihnen kein Recht verschaffen, nicht Gleiches mitGleichem vergelten: so ist keine Folter mit demSchmerze seiner Ohnmacht zu vergleichen, keineMarter mit der Kränkung seiner Fürstenehre.
Einem Staate kann überhaupt nichts Unwürdi-geres widerfahren, als der Verlust der Selbst-ständigkeit. Ist diese den Völkern nicht eben so un-erläßlich , als dem Manne die Würde der Unbe-scholtenheit und die Kraft, Achtung zu gebietenund nicht ungestraft sich beleidigen zu lassen? EinVolk, das von einem fremden sich bevormundenläßt, hat Alles verloren. Es hat aufgchört, einVolk zu seyn. Europa's so zartfühlende, so edel-denkende Fürsten werden daher nie und nimmer-mehr sich den Launen der Herrschsucht eines Vol-kes unterwerfen, welches sich berechtigt glaubt,einen Vorrang über alle (wenigstens, was Sitti-