steiniget, und die Verfolgung breitete sich über dieganze Gemeinde aus. Diese Verfolgung ging nichtDon einem Landpfleger oder König, nach gerichtli-cher Ordnung, aus, sondern von den Hohenpiestern,Don denen auch Paulus seine Vollmacht zur Er-greifung der Christen gefordert hat. In Sachen,welche das jüdische Gesetz betrafen, batten dieRömer dem Synedrium noch eine Gerichtsbarkeitüberlassen. So wurde noch später auf Befehl desHohenpriesters Ananus der h. Jakobus gestciniget.Gllendorf beurkundet also seine Oberflächlichkeit, wenner aus dem Grunde, weil Kaissr Tiberius kein Feindder Christen war, die Verfolgung nach dem Todedieses Kaisers zurückdrängcn will. Lebte TiberiusDoch gewiß noch um die Zeit, als Petrus und Jo-hannes auf Befehl des Hohenpriesters Hannas unddes Spnedrium Apostelg. HI. ins Gcfängniß ge-fängniß geworfen wurden.
Wie man nun keinen haltbaren Grund Vorbrin-gen kann, die Begebenheiten vom Pfingstfeste bis zumTode Stephans wenigstens auf einige Jahreauszudchnen, eben so wenig nöthiget uns das, wasKap. VH!, erzählt wird, bis zur Bekehrung des h.Paulus, nach längerer Zeit zu setzen. Wirziehen hier die Zeitrechnung des Alterthums den An-sichten der Neueren vor, die auf willkürliche Hypo-thesen gebauet sind. Die Bemerkungen, womit El-lendorf uns schlagen will, treffen nur die Luft. Sau-lus war allerdings ein Schüler Gamaliels, aber bei"Gamaliel hatte das Alter und die Erfahrung dierrste Hitze schon gedämpft, da im Gegentheil in dem