214 _
viele Ochsen nicht sowohl zum Gespann als zum Verkauf in das benachbarte Ausland gezogen wer-den. Ger Reg. Bez. Aachen nähert sich den Verhältnissen von Düsseldorf, der Reg. Bez. Köln mehrdenen von Koblenz; merkwürdig bleiben diese Verschiedenheiten in so kleinen, unmittelbar an einandereränzenden Landcstlicilcn.
o
In Ostpreufsen hat der Rauer fast keinen Begriff davon, dafs auch mit Pferden gepflügt und auchmit Ochsen gefahren werden könne: daher wird überhaupt viel Gespann zur Wirthschaft gebraucht.Gumbinnen hat nächst Koblenz die stärkste Besetzung mit Ochsen, zugleich aber auch die stärksteinit Pferden. Königsberg steht ihm in beiden sehr wenig nach. Gafs die Wirthschaftskosten hier-durch sehr vermehrt werden müssen, ist einleuchtend. Ueberhaupt w'ird in beiden östlichen Provinzenin der Regel mit Ochsen gepflügt, daher ist deren Anzahl noch sehr beträchtlich in den Reg. Bez.Posen und Bromberg; doch ist die Zahl der Pferde hier schon viel geringer als in Ostpreufsen. InPommerellen und Hinterpommern ist bei sehr leichtem Boden und dünner Bevölkerung verhältnifs-mäl’sig weniger Arbeit auf die Ackerwirthschaft zu verwenden: daher vermindert sich hier die Zahlder Ochsen auch sehr. Dieses Verhältnifs tritt besonders rein heraus im Reg. Bez. Köslin; wenigerklar erscheint es in Marienwerder und Danzig, weil dazu viel besser angebaute Landestheile ostwärtsder Weichsel, und besonders zu Danzig die grofsen fruchtbaren Niederungen zu beiden Seiten derNogat gehören. Westwärts der Elbe wird in dem mehrentheils schweren Boden viel mit Pferdengepflügt: daher ist die Anzahl der Ochsen in dieser Gegend verhältnifsmäfsig gering. Auch der Reg.Bez. Stralsund, welcher so besonders reich an Kühen, und auch ansehnlich mit Pferden besetzt ist,hat für seinen Kulturstand nur wenig Ochsen. Längs der Oder im Reg. Bez. Stettin und in denProvinzen Brandenburg und Schlesien besteht ein mittleres Verhältnifs. Man braucht gröfstentheilsOchsen zum Pflügen, aber auch überdem zum Ziehen bei manchen Wirthschaftsfuhren; aufserdemwird das Fuhrwerk in der Regel nur mit Pferden betrieben. Zu einer Schätzung des Werths derArbeit, welche Ochsengespanne verrichten, fehlt es in der Regel an hinlänglichem Material.
In den neueren Zeiten ist die Schaafzucht ein sehr wichtiger Gegenstand für die Landwirthe impreufsischen Staate geworden; noch mehr hat sich dabei die Beschaffenheit verbessert, als die Anzahlvermehrt. Nach den amtlichen Zählungen waren im preufsischen Staate überhaupt Schaafe, und zwarBöcke, Hammel, Mutterscliaafe und Lämmer zusammengenommen, vorhanden am Ende der Jahre
1816 '
Merinos und ganz veredelte . 719200
Halbveredelte . 2,368010
Unveredelte Landschaafe.5,174186
überhaupt 8,261396
1822
Merinos und ganz veredelte. 1,117080
Halbveredelte . 3,623944
Unveredelte Landschaafe. 5,296498
überhaupt
10,037522