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Die Bevölkerung des preussischen Staats : nach dem Ergebnisse der zu Ende des Jahres 1837 amtlich aufgenommenen Nachrichten in staatswirtschaftlicher, gewerblicher und sittlicher Erziehung
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des Reg. Bez. Trier wird der Pferdestand erheblich stärker, indem die Kreise Saarbrücken, Saarlouis,Ottweiler und St. Wendel 323 Pferde auf der Quadratmeile haben. Die Beschaffenheit des Pferde-standes in der Rheinpiovinz ist jedoch sehr wesentlich von demjenigen verschieden, welcher ihm derZahl nach in den östlichen Provinzen gleich ist. Sowie die Kreise Siegen, Wetzlar, Altcnkirchen,Neuwied sich durch Bevölkerung und Anhau sehr weit über die Kreise Könitz, Schlochau, Bohrendund Karthaus erheben: so sind auch dort die wenigen Pferde ungleich kräftiger und besser genährt,und cs findet in dieser Beziehung durchaus keine Aehnüchkeit zwischen beiden Landestheilen statt.

Eine erhebliche Vermehrung des Pferdestandes, der Zahl nach, ist im Allgemeinen schwerlich zuerwarten, und vielleicht nicht einmal zu wünschen. Mit der Zunahme der Einwohnerzahl mehrt sichkeinesweges das Bedürfnifs mehr Pferde zu halten, wie schon daraus hervorgeht, dal’s die dichtbe-völkertsten Provinzen des preul'sischen Staats im grofsen Durchschnitte kaum mehr Pferde auf dergleichen Fläche haben, als die mindest bevölkerten. Auf der Ouadratmeilc hat die Provinz Pommernbei 1724 Einwohnern 235 Pferde; die Rheinprovinz dagegen bei 5078 Einwohnern 251 Pferde, dasist ohngeachtet der fast dreifachen Bevölkerung- nur etwa 7 auf 100 Pferde mehr. Aber in der Be-schaffenlieit der Pferde sind allerdings grofe Verbesserungen eben so wiinsehenswerth als möglich, undbei der Aufmerksamkeit, welche mannigfaltig dafür angeregt wird, auch wohl zu hoffen.

Das Pferd dient in so hohem Maafse der Bequemlichkeit und selbst dem Vergnügen der höherenStände, seine Unentbehrlichkeit für den Postenlauf, für die Frachtfuhren und für den Krieg dringtsich der Ueberzeugung in solcher Allgemeinheit auf, und selbst seine Gelehrigkeit und sein Muthbringen es dem gebildeten Menschen als die Hülfen im Leben so nahe, dafs der Werth desselbennicht allein überall anerkannt, sondern vielleicht selbst überschätzt wird. Ganz anders steht es indieser Beziehung mit dem Rindvieh, dessen Dienste zwar von Niemand geleugnet, doch nur von we-nigen nach ihrem ganzen Umfange anerkannt werden. Diese Thierart wird dem Menschen in drei-facher Beziehung nützlich: als milchende Kuh, als Schlachtvieh und als Gespann; der vorstehendenBemerkung gemäfs wird es nicht überflüssig sein, übersichtlich darzustellen, was es in jeder dersel-ben leistet.

Die Masse Milch, welche die Einwohner des preufsischen Staats jährlich von ihren mehr als2,700000 Kühen erhalten, läfst sich allerdings nicht mit Zuverlässigkeit angeben, selbst die Schätzun-gen von Sachverständigen werden hier sehr weit auseinander gehen, je nachdem sie die Verhältnisseeinzelner Gegenden besonders vor Augen haben. In Landestheilen, worin auf gutes Milchvieh ge-halten wird, kann es wohl für einen leidlichen Mittelsatz gelten, dafs eine Kuh in den vierzig Wo-chen, während welcher sie im Laufe des Jahres milchend ist, im Durchschnitte täglich sechs QuartMilch gebe; das ist jährlich 1680 Quart. Nach der Maafs- und Gewichtsordnung vom 16. Mai 1816wiegt ein Quart destillirten Wassers 2f Pfund; das Gewicht des Quartes Milch wird daher mit hin-reichender Genauigkeit für diese Schätzung zu drittehalb Pfund anzunehmen sein. Unter den vorste-henden Voraussetzungen giebt also eine solche Kuh jähi’lich 4200 Pfund Milch, das ist ohngefährviermal mehr, als sie selbst lebend wiegt. Es giebt aber auch ansehnliche Landestheile, wo die Hälfteder vorstehenden Sätze schon für einen guten Durchschnittsertrag gelten würde, und andere, wiewohlnicht von grofser Ausdehnung, wo das Doppelte derselben noch gar nicht übermäfsig erscheinen dürfte.

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