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Die Bevölkerung des preussischen Staats : nach dem Ergebnisse der zu Ende des Jahres 1837 amtlich aufgenommenen Nachrichten in staatswirtschaftlicher, gewerblicher und sittlicher Erziehung
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Koblenz hat auf 109§ Quadratmeilen und 461.907 Einwohner auf dem Lande

Knechte und Jungen. 5631

Miigde und Mädchen. 9297

zusammen ländliches Gesinde 14928

Trier endlich hat bei 131 Quadratmeilen und 446796 Einwohnern auf dem Lande

Knechte und Jungen. 6292

Mägde und Mädchen. 8325

zusammen ländliches Gesinde 14617

Wie wenig dies im Verhältnisse des Flächenraums und der Einwohnerzahl ist, ergiebt ein Blick aufdas vorhin angeführte Beispiel des Regierungs-Bezirks Liegnitz. Aber die Vertheilung des Bodensunter viele kleine. Eigenthümer und der fast gartenmäfsige Anbau desselben veranlassen, dafs wenigGesinde gehalten wird, weil die Arbeitskräfte der Familien selbst zur Bestellung hinreichen. NächstPosen und Brombeifg, wo die Wohlfeilheit des Menschen die Zahl des Gesindes vermehrt, zeichnensich die Regierungs-Bezirke Stralsund, Breslau und Münster durch eine im Verhältnifs ihrer Bevöl-kerung ansehnliche Zahl des Gesindes aus. Wie sehr verschieden die gewerblichen Verhältnisse die-ser drei Regierungs-Bezirke sonst wohl sein mögen: so dürfte doch darin eine Aehnlichkeit unterihnen bestehen, dafs die Bauergüter grofsenthcils ansehnlich und ihre Besitzer deshalb wohlhabendgenug sind, um durch Gesinde einen Theil der Arbeiten verrichten zu lassen, welcher in kleinerenoder ärmlicheren Wirtschaften dem Eigenthümer und seiner Familie selbst anheim fällt. Durch-schnittlich steht im preufsischen Staate von nicht ganz dreizehn Menschen einer im Gesindedienste;oder auf fünf Familien zu fünf Personen durchschnittlich kommen zwei Personen, welche Gesinde-dienste verrichten.

Der preufsischc Staat hatte Einwohner zu Ende der Jahre

1828 12,726110

1837 14,098125

Die Bevölkerung vermehrte sich also in diesen neun Jahren von 1000 auf 1108. Die Zahl des' Ge-sindes hat sich in demselben Zeiträume von 1000 auf 1156, also stärker vermehrt. Die Zahl derwohlhabenden Familien, welche Gesindedienste bedürfen, mufs daher stärker zugenommen haben, alsdie Bevölkerung überhaupt. Auch hier zeigt sich, wie vielfältig aufserdem, dafs die Wohlhabenheitwächst, und dafs die sehr verbreitete Meinung von fortschreitender Verarmung nur auf einer Täu-schung beruht, deren Veranlassung jedoch dem Zeitalter Ehre macht. Wir erkennen die Nothwen-digkeit, mehr auf Unterstützungen zu wenden, weil wir richtigere Begriffe von dem gefafst haben,was der Mensch dem Menschen schuldig ist.

Die Vermehrung des Gesindes beruht hauptsächlich auf den Fortschritten, welche die Wirth-schaft der kleinen Gutsbesitzer macht: denn die Verbesserung der grofsen Landwirthschaften bewirkt,wie bereits bemerkt worden, mehr eine Zunahme der Tagelöhnerfamilien, als des Gesindes. Auchdie Erweiterung der Fabrikation und des Handels erzeugt nicht sowohl eine Vermehrung des Gesin-des, als eine Zunahme der Anzahl von Gehiilfen und Tagelöhnern. Mit der Wohlhabenheit wächstallerdings der Aufwand, welcher für persönliche Bequemlichkeit gemacht werden kann: die Zunahme