und Siegelschnciders. Diese Wappenäuderungssucht wurdenoch gefördert durch die briefmäßige Verleihung, welchetechnisch viel kompliziertere Wappen zuließ. So kam es, daßsich eine gewisse Vorliebe für zusammengesetzte oder redendeWappen ausbildete; au Stelle der schönen alten einfachenWappen traten durch Teilungen und velcgen des Vildcs,durch mehrfache Verwertung desselben Motives usw. neuekomplizierte Wappen, in denen man nur mit Mühe das alteursprüngliche Wappen erkennen kann.') Diese allgemeinekvandlung machte auch das von Tnckevortsche Wappendurch, doch kamen außerdem noch andere Gründe hinzu, welchezu einer Wappenänderung nötigten, die aber erst im erstenAbschnitte nach dieser Tinleitung genauer erörtert werden.
Nachdem so der einzige literarisch-firicrte Grund gegendie Annahme eines Zusammenhangs der beiden v. Tncke-vortschen Familien beseitigt ist, werden im Folgenden dieGründe angeführt werden, welche einen Zusammenhang beiderGeschlechter augenscheinlich inachen.
f. Die F a m i l i cn tr a d i ti o n. Zn der pommerschcnLinie erbten sich von Generation zu Generation Trzählungenüber den Kardinal, die Äbtissin, den Feldmarschall und denProviantmeister fort, woraus sich entnehmen läßt, daß irgendein Familicnzusammcnhang zwischen den genannten ^ Per-sonen bestehen muß.
2. Die Fa m i l ien b c si tz tü m e r. Zu Vogelsang be-finden sich 2 Ölgemälde. Das eine, von bsolbeins bsand,stellt den Kardinal Wilhelm dar, das andere die Äbtissin,die Schwester des Feldmarschalls Adrian, gemalt von Grün-wald, einem Schüler. Außerdem liegt daselbst noch eineWappenzeichnung im Original, von Adrian persönlich ent-worfen und ausgeführt nach der in seinem Freiherren-Diplomgegebenen Beschreibung. Auch dadurch wird wiederum be-stätigt, daß die beiden Geschlechter irgendwie zusammcn-
') Scpler, Geschichte der Heraldik.