Entdeckungsreisen 835
zwei Monate auf der Staateninsel zugebracht, Südshetland, die pflanzenlose,nur von zahllosen Pinguinen bewohnte Insel Deception und das Meer und dieEilande naher bestimmt.
Brasilien gewann 1829 und 183t) durch den berühmten afrikanischen ReisendenBurchell, den Einzigen, der in Hinsicht seiner allumfassenden Kenntnisse mit A. vonHumboldt verglichen werden kann, ein neues Licht. Die Provinz, in der sich dieMinen von Geraes befinden — die entfernteste Gegend, welche die neuesten Reisen-den gesehen hatten—,galt ihm nur als Durchgangspunkt zu Landern, die nie zuvorvon eines Europaers Fuß betreten worden. Nicht nur Matto-Grosso, wo auchder östreichische Naturforscher Natterer Thiere und Pflanzen sammelte, fondernGoyaz und alle Indianerstamme von da bis Para (gerade unter der Äquinoctial-linie) wurden von ihm besucht. Durch Burchell kann Robert Southey's tresslicheGeschichte von Brasilien, sowie die Erdkunde im Allgemeinen, manche Bereiche-rung erlangen. Mit Ungeduld sieht man dem mit prachtvollen Zeichnungen ge-zierten Reisewerk entgegen. Capitain Boteler, welcher im Mai 1828 von derbritischen Admiralität abgeschickt wurde, um die Westküste Afrikas von der Gi-braltarstraße bis zum Gleicher zu untersuchen, ist wahrend der Ausführung diesesUnternehmens im Sommer 1830 gestorben. Zur Vollendung Dessen, was er be-gonnen, wurde Capitain Bolcher, der den Capitain Beechey auf dessen Reise nachder Beringsstraße begleitet hatte, nach Sierra Leone abgesendet, um diese undvon da weiter nach S. hin die verschiedenen Theile der Goldküste aufzunehmen.Über die Bewohner und die Culturverhältnisse der afrikanischen Westküste hat derfranzösische Kaufmann Duvernay, der im Nov. 1828 von Gorea aus die neuer-lich angelegte englische Stadt St.-Mary Bathurst besuchte und sich von hier nachder Cazaman^a, einem etwa einen Breitengrad südlich von dem Gambia ausdem Innern kommenden Flusse, und endlich zu der portugiesischen NiederlassungBissao begab und den ganzen Landstrich von St.-Louis bis Sierra Leone durch-streifte, viel Licht verbreitet. Wahrend dieser Zeit durchforschte ein Mitglied derpariser geographischen Gesellschaft, I. B. Douville (f. d.), die beiden der KronePortugal gehörigen Königreiche Angola und Benguela, sowie die früher nochvon keinem Weißen betretenen Negerlander zwischen .11° 3^ — 25° 4^ O. L.Aus Macklot's Berichten von 1828 und 1829 in Betreff der von der niederlän-disch-ostindischen Regierung beabsichtigten Niederlassung an der Küste von Neu-guinea geht hervor, daß dieselbe wegen der Ungesundheit des Klimas nicht zu Standegebracht werden konnte. Ein bereits 1829 zu London erschienenes Werk: „k'ourzears in svutller» Strien", von Cowper Rose, hat nicht so viel Aufmerksamkeiterregt, als dessen wichtiger Inhalt verdient. Die Hoffnungen, welche man sichnach den Berichten eines Bojer, Hilsenberg, Freimichel und Lyall von der allmaligfortschreitenden Gesittung auf der Insel Madagaskar zu machen berechtigt war,scheinen in der letzten Zeit, nach König Radama's Tode (27. Jul. 1828), verei-telt worden zu sein. Der britische Missionar Freeman hat die Insel 1829 und1830 in allen Richtungen durchreist und entwirft ein betrübendes Gemälde vonihrem gegenwärtigen Zustande.
In Asien wird es durch die Bemühungen der Briten in der neuesten Zeit im-mer Heller. Sie haben ihre Herrfchaft nicht nur über ganz Vorderindien ausgedehnt,sondern auch schon aufder Halbinsel jenseits des Ganges theilweise festen Fuß gewon-nen. Walters hat zu Ende 1829 die Landschaft Kosseah, welche einen Bestandtheildes großen Birmanenreichs ausmacht, besucht. Gegenwartig durchforscht MajorBurney, welchen derGeneralgouverneur von Ostindien im Frühling 1830 als Ge-sandten nach Ava abgeschickt hat, das birmanische Reick), und die seit der Mitte des vo-ügm Jahrhunderts von keinem Europaer besuchte, uns beinahe ganz unbekannteLandschaft Laos (Lao) wird durch Richardfon's Bemühungen aus ihrem Dunkel
53 *