Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
831
Einzelbild herunterladen
 

Entdeckungsreisen

OWM

< -55--5-4

mit dem Hekla und Griper (Lieutenant Liddon) durch die von ihm zuerst be-fahrene Barrowstraße in das Polarmeer, überwinterte im Hafen der Melville-insel (74" 45" B.), segelte nun westwärts, entdeckte die Küste Banksland, mußteaber unter 13" 46" (der westlichste bisher im Polarmeer entdeckte Punkt) und74°27"N. B., wo er auf unbewegliche Eisfelder stieß, am 16. Aug. 1826umkehren. Parry hatte jedoch auf diese Weise bewiesen, daß eine Durchfahrt ausder Bafsinsbai nach der Beringsstraße möglich, erstere keine Bai, sondern einMeer, und Grönland kein mit Amerika zusammenhangender Erdstrich, sonderneine vom Meer umschlossene Insel sei. Diese Entdeckungen ließen das endlicheGelingen des großen Unternehmens hoffen. Parry trat am 8. Mai 1821 nn't Vor-rathen aus mehre Jahre eine zweite Entdeckungsreise an. Wenn dek Hauptzweckdes Unternehmens, die Aufsindung einer Durchfahrt, misglückte, so wurdedagegen die Erdkunde durch sorgfaltige Berichtigung der Küsten bereichert. ImMai 1824 veranstaltete die britische Regierung eine dritte Polarreise zur Auf-suchung der nordwestlichen Durchfahrt durch den Regentensund unter Parry undLyon. Im Hafen Bowen in der Prinz-Regent Bai überwinterten die Schisse.Ein weiteres Vordringen wurde durch unzahlige Schwierigkeiten vereitelt. Dievom Capitain Lyon gemachten Beobachtungen der Magnetnadel bei den Inseln derWilden (Lavage Islanüs) und Raas Welcome, wo sie schwankte und sogar stehenblieb, wie man sie stellte, waren die wichtigsten Ergebnisse. Dennoch wurde dieHoffnung nicht aufgegeben. Parry segelte daher ain 25. Marz 1827 zu derWestnordpolfahrt nach Spitzbergen ab. Ihn begleiteten die Lieutenants Roß,Forster, Crosier, die Ärzte Beaverley und Mac Corwiek nebst dem wohl-zeübten Lootsen Crowford, der schon vier Reisen nach Grönland gemacht hatte.Eine ausführliche Beschreibung des trefflich ausgerüsteten Schiffes, nebst sei-nen mit Radern zur Landfahrt versehenen Booten, gibt dieHertha", IX, 5,S. 132. Doch auch dieser Versuch scheiterte. Undurchdringliches Eis gebot un-ier 82° 45" N. B. die Rückkehr. Hat Parry sein Ziel auch nicht erreicht, so ge-ben ihm sein Much, seine Talente und seine Ausdauer einen ausgezeichneten Platzin der Geschichte. An seinen Namen schließt sich der des Capitain Franklin an,der zu Lande längs der Hudsonsbai und des Kupferminenflusses bis an die nörd-lichste Küste von Amerika vorzudringen beauftragt war. Von dem NaturforscherI)r. Richardson und den Seecadetten Hood und Back begleitet, durchwanderteer1819 von der Factorei Pork (Hudsonsbai) an, dem Laufe der -Flüsse folgend, eineöde Schneewildniß von mehren tausend geographischen Meilen, erreichte endlichl82l, nach zehnmonatlicher Überwinterung, den Kupferminenstuß und beschiffteEnde des Julius desselben Jahres die Küste des hyperboreischen Meers, bis ihnRingel an Lebensmitteln zur Heimkehr nöthigte. Schon 1825 unternahm Frank-lin eine neue Landreise, um von dem Mackenzicfluß aus die Küste westlich nach derBeringsstraße zu befahren, während Richardson die Gegend nach dem Kupferminen-üuß untersuchen sollte. Zugleich ward Capitain Beechey mit dem Schiffe Blossomum das Cap Horn gesandr, um in der Nähe des Eiscaps oder im Kotzebuesund eineUche Durchfahrt aufzusuchen. Beide Expeditionen sollten sich begegnen. Franklinund Richardson haben zwar weder ihren Hauptzweck, noch den mit Beechey verab-udeten Vereinigungspunkt erreicht, wol aber die Küste auf eine Strecke von 86üingengraden aufgenommen und das arktische Meer bis 156° W. L. kennen ge-"wt. Franklin hat sich bis auf ungefähr i66 englische Meilen dem Eiscap und°mit auch dem Blossom genähert. (S. Franklin.) Nach so vielen vergeb-en Versuchen der Engländer, die nordwestliche Durchfahrt aufzufinden, hat Ca-pitain Roß, der in neuern Zeiten die erste Fahrt dahin gemacht, eine zweite Reife"uf eigne Kosten unternommen. Lieutenant Parry, ein Neffe des Capitains, be-btet ihn. Ein Umstand, wodurch sie sich von allen frühern Nordpolerpeditio-