England
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Minister über die große Frage getheilt waren, so zeigte sich doch gegründete Hoff-nung, das lange erstrebte Ziel zu erreichen, wenn Canning, stets ein standhafterVertheidigec der Emancipation, sich im Besitze der höchsten Gewalt behauptenkönnte, und die Freunde der Katholiken im Parlamente vermieden es daher, ihnzu drangen, und enthielten sich aller Anträge, die ihn in seiner schwankendenLage erschüttert haben würden. Eine andere unvollendete Aufgabe, die Canninghinterließ, war die Veränderung der Gesetze über die Getreideeinfuhr, welchedie arbeitende Volksclasse in drückende Abhängigkeit von den Grundeigentümernsetzten, da es ihm nicht gelungen war, dem Eigennütze der Güteraristokratie, derenVortheil Welligton hinterlistig verfocht, mehr als eine unwirksame Hülfe für denNothstand abzugewinnen, ohne das Grundübel des gesellschaftlichen Auslandes,das in jenen Gesetzen seine Quelle hatte, heben zu können. Die Verwaltung, anderen Spitze Canning stand, war aus zu ungleichartigen Bestandtheilen zusam-mengesetzt, als daß sich ihr eine lange Dauer hatte versprechen lasten, sobalo derüberlegene Geist fehlte, der die streitenden Elemente, Whigs und Tories, in ihrenBahnen zu halten wußte. Die öffentliche Meinung hatte sich indeß so laut für dieGrundsatze dieser Verwaltung erklart, daß Georg IV. es nicht wagen konnte, durcheinen schroffen Ubergang die politische Partei an das Ruder zu setzen, deren An-sichten, zumal in Beziehung auf die Emancipation der Katholiken, er selber zuge-than war. Lord Goderich (s. d.), ein gemäßigter Tory, redlich und geschäfts-kundig, Canning's politischen Grundsätzen ergeben, erbte von seinem Vorgänger dieuneinigen Glieder des Ministeriums, aber weder die Geisteskraft noch die Charak-terstarke und Gewandtheit, die er brauchte, um sich zu erhalten. Der scheidendeProphet hatte ihm seinen Segen gegeben, aber seinen Mantel ihm nicht hinterlas-sen. Die Elemente der Zwietracht wurden noch vermehrt, als Hernes zum Kanz-ler der Schatzkammer ernannt wurde und die Partei der entschiedenen Tories ver-stärkte, die der Lordkanzl'er Lyndhurst (s. d.), im Rathe des Königs vertrat.Der Sieg bei Navarino, der für Canning's Politik ein mächtiger Hebel gewesensein würde, und die Frage über die künstige Bestimmung der britischen KriegSvöl-ker in Portugal, machton die Zwietracht der Machthaber bald offenbar, und je nä-her die Eröffnung des Parlaments heranrückte, desto schwieriger wurde die Lage ei-nes Ministenums, das ohne feste Einigkeit die Verhandlungen über die wichtigstenGegenstände der Verwaltung, die Finanzangelegenheiten, die Beruhigung Ir-lands, die Getreidegesetze, nicht zu führen vermochte. Lord Goderich, dem es anpersönlichem Einflüsse auf seine uneinigen Amtsgenossen fehlte, nahm am 28. Ja-nuar 1828 seine Entlassung, und Lord Wellington wurde sein Nachfolger. Dervorbereitete Übergang der Torypartei zum Ruder des Staats wurde nur allmäligausgeführt. Die einflußreichen Glieder der alten Whigopposition, LanSdown undTierney, welche Canning um sich versammelt hatte, mußten zwar weichen, Hus-kisson (s.d.) und seine Freunde Dudley, Palmerston (s. d.) und CharlesGrant, behielten aber ihre Stellen; die Tories, Lyndhurst und Herries, wurdendurch Bathurst, Ellenborough, Melville und Aberdeen verstärkt, und Peel wurdedie kräftigste Stütze der Verwaltung.
Die neuen Machthaber verciethen alsbald, daß die Grundsätze, welche Can-ning in der Leitung der äußern Politik befolgt hatte, verändert werben sollten, alssie in der Thronrede (29. Januar) dem ruhmvollen Kampfe bei Navarino eine Be-zeichnung gaben, die Brougham für ein böses Vorzeichen erklärte. Diese verän-derte Richtung ward auch immer sichtbarer, aber je mehr Wellington von denGrundsätzen seines Vorgangers abwich und in den Windungen einer zweideutigenPolitik sich bewegte, desto schwächer ward Englands Einfluß auf die Angelegenhei-ten des Festlandes, wie zuerst in seinen vergeblichen Bemühungen, den Krieg zwi-schen Rußland und der Türkei zu verhindern, offenbar wurde. Was die britische
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