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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
754
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Einsiedel (Detlev, Graf von)

ausgab. Seine andern in ihrem wahrhaft dichterischen Werth noch viel zu wenigerkannten Werke folgten sich in verschiedenen Zwischenräumen:Ahnung undGegenwart" ein Roman, herausgegeben von Fouque (Nürnberg 1815);Kriegden Philistern, dramatisches Märchen in vier Abenteuern" (Berlin 1834);Ausdem Leben eines Taugenichts und Das Marmorbild, zwei Novellen, nebst einemAnhang von Balladen und Romanzen" (Berlin 1834);Mcyerbeth's Glück undEnde" Tragödie (Berlin 1838);Ezzelin von Romano", Trauerspiel (Königs-berg 1838);Der letzte Held von Marienburg", Trauerspiel (Königsberg 1830).Lyrische Innerlichkeit des Gemüths und ein sich gern dazu gesellender schalk-hafter Witz sind die beiden hervorstechendsten Eigenthümlichkeiten dieses Dichters,die allen seinen Darstellungen jenen blühenden Farbenduft anhauchen, in dem sichnur eine wirklich poetische Genialitat zu zeigen vermag. Das äußere Gestaltungs-vermögen treffen wir zwar nicht in gleich hohem Grade bei ihm an, und besondersseinen Dramen wäre nicht selten etwas mehr körperhafte Plastik zu wünschen, abersie sind so durch und durch aus dichterischem Geist herausgeboren, daß sie auch un-geachtet ihrer überwiegend lyrischen Richtung zu dem Werthvollsten gehören, wasdie neuere Literatur hervorgebracht hat. Unübertroffen aber ist E. in der Zartheitund Anmuth seiner Lieder, von denen viele, besonders die Einlagen aus dem Ro-manAhnung und Gegenwart", glücklich in Musik gesetzt sind. (47)

Einsiedel (Detlev, Grafvon), geb. 1773 auf dem Familiengute Wol-kenburg im sächsischen Erzgebirge, gehört zu einem alten, vielverzweigten Adels-geschlechte, das wahrscheinlich von den, schon im 13. Jahrhundert vorkommendenKämmerern von Gnandstein, oder doch von diesem, noch jetzt der Familie gehören-den Schlöffe stammt. Hier lebte Hans Hildebrand von E., Luther's Freund undein eifriger Beförderer der Reformation, und in demselben Jahrhundert war GeorgHaubold von E., als Consistorialpräsident und Liebling des Kurfürsten August,ein vielgeltender Mann. Hans Haubold von E. erwarb die oberlausitzische Stan-desherrfchast Seidenberg, deren bei dem Königreiche Sachsen gebliebener Antheil,seit der Landestheilung, Reibersdorf heißt und seinem Besitzer nach der neuen Ver-fassung den siebenten Platz in der ersten Kammer verschafft. Unter seinem SohneHans Georg erhielt diese Linie des Geschlechts 1745 die reichsgräfliche Würde.Der älteste Sohn desselben, Johann Georg, der die Standesherrschaft erbte, wurde1764 Eabinetsminister, hielt sich aber in der spätern Zeit seines Lebens meist inReibersdorf auf, machte sich um die Cultur der Oberlausitz sehr verdient und warein eifriger Freund der Brüdergemeinde, in deren Hauptsitze zu Herrnhut er auchbegraben liegt. Ihm folgte in dem Besitze der Standesherrschaft Graf Georg vonE., der bis 1831 sächsischer Gesandter in Petersburg war. Hans Georgs zweiterSohn, Detlev Karl, der die Güter Wolkenburg, Ehrenberg, Mückenberg erhielt,starb 1810 als Conferenzminister, und erwarb sich große Verdienste durch Förde-rung mehrer Zweige der Staatsverwaltung. Sein ältester Sohn, Karl, geboren1770, ist sächsischer Gesandter in München, der jüngste, Ferdinand, geb. 1778, istals Berghauptmann in Schlesien angestellt. Graf Detlev, sein zweiter Sohn,begann seine Laufbahn, nachdem er in untergeordneten Dienstverhältnissen sich vor-bereitet hatte, als geheimer Finanzrath, und wurde später Kreishauptmann des meiß-nischen Kreises, wo er besonders 1813 bei der Leitung der Marsch-und Lieferungsge-schäfte für die durchziehenden Heere Gelegenheit hatte, seine Thätigkeit zu erproben.Von dieser Stelle ward er, nach einem damals ungewöhnlichen Übergang, am 14.Mai 1813, als der König auf Napoleons Verlangen nach Dresden zurückgekehrtwar, zum Eabinetsminister und Staatssecretair der inländischen Angelegenheiten er-nannt, und erhielt zugleich die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten statt desGrafen Sensst von Pilsach, der die Verhandlungen mit Ostreich geführt hatte undnoch bor des Königs Abreise von Prag in östreichische Dienste getreten war. Nach

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