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sprünglichen Styl ausgeführt worden wäre, so fand sich doch die papstliche Regierungveranlaßt, dem Magistrat von Perugia die Einwilligung zu versagen, und E. hattemit seinem Bruder nur die Freude davon, wieder einmal den glücklichen Boden Ita-liens betreten zu haben. E. s neueste Arbeiten sind die heiü'gen Gestalten am Portalher neuen Hofcapelle in München, dem Baustyle nach in sogenannter byzantini-scher Weise. In seiner Werkstatt findet man noch auf der Staffelei ein großesWarbild, welches ein Fraulein Linder in Basel für ihre Hauscapelle bestellt hat;eine umfassende Darstellung der geschichtlichen Entwickelung des Christenthumsund des Segens der Kirche, wobei er sich nicht allein auf die Mittel der Ma-lerei beschrankt, sondern auch noch im Rahmen, ganz aus Holz geschnitzt, dieHauplbeziehungen des alten Bundes und der Lebensgeschichte Christi in Reliefs! eingefügt hat. Ganz besonders reizend sind die kleinen Hausaltäre in Alabaster,! von denen einer der schönsten im Besitze des Hofpredigers Hauber in München ist,und auch mehre an den berliner Hof gekommen sind. An diesen hat Franz E.> immer ganz besonders Antheil. Die Werkstatt der Brüder E. gehört zu den Or-ten, zu denen jeder wahre Kunstfreund pilgern sollte. Wer einen Blick in das Leben^ eines alten florentiner Meisters etwa vom 1.1400 thun will, der gehe zu diesenI beiden Brüdern, die ihre klösterliche Zelle mit hundert Bild- und Schnitzwerken,' Kupferstichen, Zeichnungen, Büchern und Waffen und allen möglichen kunstreichenDingen ausgeschmückt, und die darin harmlos und anspruchlos ihre schönen Werkefertigen, welche wie aus einer fernen Zeit der unseligen geschenkt erscheinen. Großist der Antheil, den diese Brüder an der Entwickelung der neuen Kunst haben, undsie arbeiten rastlos für das Vorwärtsgehen derselben, halten aber ebenso fest an demGrundsatz, daß das Neue nur gedeihen könne, wenn es auf dem festen Grunde desWen ruhe und im innigen Zusammenhang mit ursprünglicher Bildung bleibe.(S. Deutsche Kunst.) (13)
Ebert (Karl Egon), geb. den 5. Zun. 1801 in Prag, wo fein Vater, eindurch Geist und Kenntnisse ausgezeichneter Geschäftsmann, beeideter Landesadvokatund fürstlich fürstenbergischer Hofrath war. Seine wissenschaftliche Bildung er-hielt E. auf der prager Universität; daselbst vollendete er auch die Rechtsstudienund wurde 1825 als fürstenbergischer Archivar und Bibliothekar angestellt. DerHang zur Poesie entwickelte sich sehr früh bei ihm; schon als Knabe dichtete erTheaterstücke und Heldengedichte in Menge; daher seine ungemeine Gewandtheitin Handhabung aller poetischen Formen der deutschen Sprache. Die erste Auf-! läge seiner meist lyrischen Gedichte, welche vielen Beifall erhielten, erschien 1824die zweite folgte 1828. Spater gab er „Wlasta, ein böhmisch-nationales Helden-gedicht in drei Büchern" (Prag 1829) heraus; auch dieses wurde mit warmerTeilnahme aufgenommen, vorzüglich in Böhmen, aus dessen Sagengeschichte^ es geschöpft ist. Sein Schauspiel „Bretislaw und Jutta" machte in Wienund München kein Glück, obgleich es in Prag seit 1829 stets bei vollem Hausegegeben wird. Seine neuesten Dichtungen sind „Das Kloster", wovon einigeProben in den „Jahrbüchern des böhmischen Museums" erschienen sind, unddas Drama „Stir". Überhaupt hängt E. mit besonderer Vorliebe an den Wun-dersagen und Geschichten seines Vaterlandes. Seit dem Herbste 1831 lebt er zuI Donaueschingen im Badischen. (32)
Eckersberg (Christoph Wilhelm), Professor der Kunstakademie zu Ko-penhagen, ist 1783 in Sundewit im Holsteinischen geboren. Als Zögling derKunstakademie gewann er 1803 die kleinere und 1809 die größere goldene Me-i daille der Akademie, reiste nach Paris und Rom und zeichnete sich nach der Zu-^ Rückkunft besonders als Historienmaler aus. Seine charakteristischen PortraitZwurden gleichfalls früh berühmt. Schon während seines Aufenthalts in Rom^ulte er Thorwaldsen in ganzer Figur, sitzend, ein schönes Gemälde, das der Kunst-