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bereits 1811 verlassen hatte, nahm er die Stelle eines Hauslehrers im sachsischenNoigtlande an, wo er mit einigen durch Gelehrsamkeit und Gesinnung ausgezeich-neten Geistlichen in nähere Verhaltnisse kam, die auf seine geistige Bildung denwohltätigsten Einfluß hatten. Nachdem er die Prüfung in Dresden bestanden,erhielt er 1813 unerwartet die Auffoderung, sich um das erledigte Archidiakonat inZwickau zu bewerben, und als er einstimmig war gewählt worden, trat er in dem-selben Jahre sein Amt an, mit dessen Pflichten den Jugendunterricht, zu welchemeine entschiedene Neigung ihn hinzog, verbinden zu können ihn besonders erfreute.Erlebte in so glücklichen Verhaltnissen, daß nur wiederholte Einladungen ihn zurMbewerhung um die erledigte Amtspredigerstelle an der Petrikirche zu Freibergbewogen, als 1821 der verdienstvolle Frisch zum Hofprediger in Dresden war er-nannt worden. Die Wahl siel auf ihn, und er erhielt zugleich das Directorat überdas königliche Schullehrerseminarium in Freiberg, das unter Frisch's Leitung zueiner vorzüglichen Anstalt geworden war. Es eröffnete sich ihm nun ein umfassen-der Wirkungskreis, in welchem er seitdem mit unermüdetem Eifer und wohlthäti-gem Erfolge gearbeitet hat. Seine Thätigkeit wurde nicht nur durch seine geist-lichen Amtspflichten und durch sein Lehramt im Seminarium, sondern auch durchdie Aufsicht über mehre Schulen, die Leitung einer von Frisch errichteten Industrie-schule für Armenkinder und die Theilnahme an mehren wohlthatigen Anstaltenvielfältig in Anspruch genommen. Die nähere Berührung, in welche seine amt-lichen Verhältnisse ihn mit dem Schullehrerstande brachten, gab ihm Gelegenheit,die Bedürfnisse desselben kennen zu lernen, und führte ihn zunächst auf den Ge-danken, eine Zeitschrift für Volksschullehrer herauszugeben und den Ertrag dersel-ben zur Begründung einer allgemeinen Pensionscasse für Schullehrer-Witwenund-Waisen zu bestimmen, da es an einer solchen Anstalt in Sachsen noch fehlte.Diese Zeitschrift, zu deren Herausgabe er sich mit dem Seminardirector Otto inDresden verband, erschien 1825 zu Freiberg unter dem Titel: „SächsischerVolksschulfreund", und wurde seitdem bei immer steigender Theilnahme ununter-brochen fortgesetzt. D. ließ kein geeignetes Mittel unbenutzt, der zu gründendenCasse einen Vortheil zu verschaffen, da er sich bald überzeugte, daß der Ertrag derZeitschrift allein nicht so schnell zu dem erwünschten Ziele führen würde. In dieserAbsicht beantragte er eine Schulcollecte im Lande, welche über tausend Thaler ein-trug. Zu demselben Zwecke ließ er zum Vortheil der Casse mehre Schulschriftendrucken, um wo möglich nach und nach eine Schulbuchhandlung zu begründen,veranstaltete eine Sammlung der auf den König Friedrich August gehaltenen Ge-dachtnißpredigten,«die er mehren europäischen Fürsten zusendete, wodurch der Cassegleichfalls ein ansehnlicher Gewinn zuwuchs, sowie aus dem Ertrag anderer kirch-lichen Gelegenheitsschriften, und er erlangte auch auf eine öffentliche Auffode-rung manche Gabe. Nach der bei dem Ministerium des Cultus abgelegten Rech-nung zeigt sich das erfreuliche Ergebniß, daß von dem nach und nach mit großerMühe gesammelten, auf mehr als 14,000 Thaler angewachsenen Fonds, jetzt jedeM Pensi'onsgenuß gelangte Witwe jährlich sechs Thaler empfängt. DasSchullehrerseminar erhielt unter D.'s Leitung mehre Verbesserungen, wozu beson-ders die Einführung eines bestimmten Lehrcursus für 24 Zöglinge und dieGründung einer eignen Bildungs- und Übun-gsfchule für das Seminarium, inwelcher jetzt 130 Armenkinder unterrichtet werden, zu rechnen sind. Ein Geschenkeines Freundes der Anstalt von mehr als 3000 Thalern setzte D. in Stand, nochMehre Lehrgegenstände in den Seminarcursus auszunehmen, und einen Garten zumiethcn, worin eine Baumschule zum Unterricht in der Obstbaumzucht angelegtwurde. Die Industrieschule erhielt gleichfalls wohlthatige Veränderungen. MildeGaben und der Ertrag einer jährlichen Verloosung der gefertigten Arbeiten gründe-wn seit 1824 allmälig einen Fonds, der zum Ankauf eines angemessenen Gebau-