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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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695
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Döbereiner

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macht, auch Logik, Kant'sche Philosophie, Botanik, Mineralogie und Chemie. > ^ > studirte, und zwar letztere mit überwiegender Vorliebe. Er kehrte 1803 in seinVaterland zurück, und unternahm, statt einer ansangs beabsichtigten chemischenFabrik, auf Veranlassung seiner Verwandten ein mercantilisches Geschäft. Dadiese Unternehmung jedoch, weil er ihr mit minderm Eiser oblag als seinen chemi-in- schen Studien, keinen guten Fortgang hatte, sah er sich nach zwei Jahren genö-' I thigt, sie wieder aufzugeben, und fand jetzt durch Vermittelung von Freunden und? Gönnern seinen Wirkungskreis in einer vielseitigen praktisch-chemischen Thatigkeit,

die er fünf Jahre lang übte, und die ihn bestimmte, alle Zweige der technischenChemie, namentlich Farbekunst, Gahrungschemie, Halurgie, Metallurgie undAgriculturchemie theoretisch und praktisch zu studiren und dabei viel zu experimen-tiren. Viele Entdeckungen D.'s fallen in diesen Zeitraum (Beweis des Da-seins der Chloralkalien, Entdeckung ihrer entfesselnden Wirkung, Bereitung desNatrons aus Glaubersalz, des Alauns und Salmiaks, Beweis der (Zahlungs-fähigkeit des Amylons, Entdeckung der luftreinigenden Wirkung der Kohle). Hier-durch wurde er mit Gehlen und Schweigger in briefliche und persönliche Beziehun-gen gesetzt. Ersterer schlug ihn zu der durch Göttling's Tod erledigten Professurder Chemie in Jena vor, wozu er auch zu seiner großen Freude im Oer. 1810 er-nannt wurde: eine Stelle, die er noch jetzt bekleidet. Großes Interesse an ihmund seiner Thatigkeit nahmen der Großherzog von Weimar, Karl August, undGöthe. Seine Vorlesungen über Chemie, Technologie, Pharmacie u. s. w. er-warben ihm zwar viel, aber die Opfer, die er der Wissenschaft (Versuchen, neuenApparaten u.s. w.) brachte, und die Erhaltung einer zahlreichen Familie ließen ihnnie zu Wohlhabenheit gelangem, wofür ihn jedoch ein reiches Capital natürlichenFrohsinns entschädigt. Fünf höchst vorteilhafte Antrage, die ihm wahrend sei-nes Aufenthalts in Jena gemacht wurden, lehnte er aus Dankbarkeit und An-hänglichkeit für das weimarische Fürstenhaus ab. Die Entdeckungen D.'s imGebiete der theoretischen und angewandten Chemie sind sehr zahlreich und fast allevon einem eigenthümlichen neuen Interesse. Es mag genügen, hier die haupt-sächlichsten derselben namhaft zu machen: Er erkannte zuerst, daß die Kleesaureeine Saure ohne Wasserstoff sei, ein für organische Sauren bisher unbekanntesBeispiel; er entdeckte das merkwürdige Zerfallen der Ameisensäure in Wasser undKohlenstoffoxyd, der Kleesäure in kohlensaures Gas und Kohlenstossoxyd beimÜbergießen einer dieser Sauren mit rauchender Schwefelsäure; er war der Erste,der die nachher so allgemein gewordene Analyse organischer Substanzen durchKupseroxyd einführte; er gab interessante und nützliche Apparate an, um mit klei-nen Quantitäten von Materie genaue chemische Resultate zu erhalten, und machteviele wichtige und nützliche Entdeckungen in der Gährungschemie. Am meistenAufsehen jedoch hat seine Entdeckung der so ausnehmend merkwürdigen Eigenschaftdes Platins gemacht, daß es im schwammigen Zustand und bei Zutritt vonSauerstoff oder atmosphärischer Luft einen darauf geleiteten Strom von Wasser-stoffgas zu entzünden vermag, sowie die hiermit in Zusammenhang stehenden Ei-genschaften dünner Platinüberzüge und mehrer anderer Platinpräparate; fernerdie Anwendung dieser Entdeckung zur Construction der bekannten Platinfeuer-jeuge, der Platinglühlämpchen, des Platinessiglämpchens, des Platineudiometersu< s. w. D.'s altere Entdeckungen sind größtentheils in Gehlen's, die neuern inSchweigger's Journal und in eignen Schriften enthalten, von denen hier nur!ünePneumatische Chemie" (5 Bde., Jena 182125);Zur Gährungs-chemie" (Jena 1822), seine SchriftÜber neu entdeckte höchst merkwürdige Ei-genschaften des Platins w." (Jena 1824) genannt werden mögen. Außerdem ister der Verfasser mehrer physikalischen, pharmaceutisch- und technisch-chemischenLehrbücher, wie:Elemente der pharmaceutischen Chemie" (zweite Aufl. Jena1619),Anfangsgründe der Chemie und Stöchiometrie" (Jena 1826). (11)

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