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Dieffenbach
Dienstpragmatik
gebracht, sein Herz aber in der Kathedralkirche zu Pultusk beigesetzt. Vergl. Bel-mont's (Schönberg's) „GrafDiebitsch-Sabalkanski" (Dresden 1830) und Stür-mer's „Der Tod des Grafen Diebitsch-Sabalkanski" (Berlin 1832). (9)
Dieffenbach (Johann Friedrich), einer der genialsten unter den jetztlebenden deutschen Operateurs, ist zu Königsberg in Preußen 1795 geboren. ZuRostock erzogen, besuchte er seit 1809 das dortige Gymnasium und studirte da-selbst seit 1812, sowie spater zu Greifswald, Theologie. 1813 trat er als reiten-der Jäger unter den mecklenburgischen Truppen in die Reihen der deutschen Frei-heitskampfer ein und ergab sich dann 1815, nach seiner Rückkehr aus Frankreich,aufs Neue dem Studium der Theologie, was er jedoch bald mit dem der Medicinvertauschte, namentlich sich dem chirurgischen Theile der Kunst hingebend. VonWien aus, wohin ihn Walther's Ruf gezogen hatte, begleitete er 1821 eine er-blindete Dame als Arzt nach Frankreich, und ging ein Jahr spater nach Marseille,mit der Absicht, sich nach Griechenland einzuschiffen, um für dessen Befreiungthatig mitzuwirken. Familienverhältnisse ri.fen D. jedoch ins Vaterland zu-rück, und noch im Winter 1822 nahm er zu Würzburg die Doctorwürde, beiwelcher Gelegenheit er durch seine Jnauguralschrift über die Transplantationthierischer Stoffe, die in ihren Folgen so wichtig zu werden versprach und es geradefür D. auch geworden ist, zuerst die Aufmerksamkeit auf sich leitete. Von Würz-burg ging er nach Berlin, wo sein sehr bald erkanntes operatives Talent ihm schnelldie öffentliche Anerkennung gewann. Auch der Staat erkannte seine Bestrebungen,indem D. 1830 durch die Stellung als dirigirender Wundarzt einer chirurgi-schen Abtheilung des Charite'-Krankenhauses dazu berufen ward, die augenblick-liche Lücke eines ausgezeichneten Operateurs an dieser herrlichen Anstalt auszufül-len. In derselben Absicht wurde er gleichzeitig zum Mitglieds der medicinischenOberexaminationscommission ernannt. Im Mai 1832 erhielt er auch eine außer-ordentliche Professur an der berliner Universität. D. hat das unleugbare Verdienst,den schönsten Zweig der Operativchirurgie, die bildende und ersetzende Wund-arzneikunst, im Gegensatze zu der brennenden, sengenden und verstümmelnden,in der neuern Zeit zuerst wieder aufgenommen und vorzugsweise mit Liebe undGlück gepflegt zu haben. Seine Methoden der künstlich.n Nasen-, Lippen-,Wangen-, Augenlider-Bildung u.s.w. sichern seinem Namen ein dankbares An-denken in der Geschichte der Chirurgie. Zu vielen andern Operationen, wie z. B.zur Heilung des eingerissenen Dammes, zur Trennung der angeborenen Verwach-sung der Finger, zur Heilung des gespaltenen Gaumens u.s. w., hat ihm sein er-finderisches Talent die glücklichsten technischen Verbesserungen eingegeben. Wennhier nicht der Ort ist, näher auf diese Technicismen einzugehen, so darf doch darauf hingedeutet werden, daß D. mehr als irgend einer der jetzigen deutschen Chirurgen sich bestrebt, die Technik zu vereinfachen, und nicht, wie viele seiner Collegen, seine chirurgische Unsterblichkeit an ein griechisch getauftes Häkchen oder Messenchen eigner Erfindung knüpft. Von seinen Schriften, die, der Form und dem Stylenach, der letzten Feile freilich oft entbehren, verdienen, als ausgezeichnet durch We-sen und Gehalt, seine lehrreichen „Chirurgischen Erfahrungen, besonders überdie Wiederherstellung zerstörter Theile des menschlichen Körpers" (2 Theile, Ber-lin 1829 — 30), seine Fortsetzung des Scheel'schen Werks: „Die Transfusion desBluts und die Einspritzung der Arzneien in die Adern" (Berlin 1828) und seinephysiologisch-chirurgischen Beobachtungen über die Cholera hier hervorgehoben zuwerden. (28)
Dienstpragmatik. Unstreitig gehören die Verhältnisse des Staats-dienstes zu den wichtigsten im Staatsleben, und feste Gesetze darüber: wer alsStaatsdiener zu betrachten ist; unter welchen Bedingungen die Anstellung stehensott; inwiefern der Staat für die Handlungen der Diener haftet, und diese selbst