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Deutsche Kunst
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geführt. Unter die großen plastischen Werke, womit er früher das neue Schau-spielhaus in Berlin geschmückt hat, gehören die Karyatiden unter dem Haupt-gesimse, leider nur in Gyps, unstreitig zu den genialsten Erfindungen des Künst-lers wie der gesammten Zeit; der Ganymed, der Hirt, beide so unabhängig vonVorbildern, sind ganz im Geiste der alten Kunst gedacht. Dazu ist zuletzt die sitzendeStatue Jssland's, in antikem Costume, von Marmor, gekommen. Ferner hat T.die spater in Erz gegossene Bildsaule des Königs Friedrich Wilhelm II. von Preu-ßen für die Stadt Ruppin modellirt, und die Modelle der 10 Fuß- hohen Pferde-bandiger, welche über der FMade des berliner Museums stehen, gearbeitet. Für dieZimmer der Kronprinzessin von Preußen hat er eine Reihe von Gestalten aus dergriechischen Mythe in verjüngtem Maßstabe componirt, welche in Haltung undAusdruck den Geist des Alterthums verkündigen. Zu seinen neuesten Büsten ge-hören die der Kronprinzessin, Niemeyer's und der Sängerin Milder. — Zwei aus-gezeichnete Schüler der berliner Akademie sind die Brüder Wichman n. Pro-fessor Karl W., geb. zu Potsdam um 1778, hat durch seine sitzende Statueder Kaiserin Alexandra von Rußland großes Aufsehen gemacht. Das zu Char-lottenburg befindliche Original ist für den Gemahl der Kaiserin in Marmorwiederholt worden. Professor Ludwig W., sein jüngerer Bruder, hat sichdurch eine verdienstliche Gruppe, Amor und Psyche, und durch die wohlge-lungenen Büsten Theodor Körner's, des großen Kurfürsten und Hegel's be-kannt gemacht. Unter Rauch's jungem Schülern ist besonders Ernst Rietschelaus Pulsnitz in der sächsischen Lausitz, geb. 1804, zu nennen, welcher, nachdem erden ersten Preis bei der Kunstakademie in Berlin gewonnen, von der sächsischenRegierung nach Italien geschickt ward. Er hat sich ausgezeichnet durch ein schönesBasrelief: Abschied der Penelope vom Vaterhause, durchweine Basreliefzeichnung,das Wiedersehen Josephs und seines Vaters Jakob in Ägypten darstellend, unddurch den Beistand, den er seinem Meister bei dessen größern Unternehmungen zuleisten gewürdigt ist. In München sind ihm Arbeiten für die Glyptothek übertra-gen, und er hat das Modell zu dem in Dresden dem König Friedrich August zu er-richtenden Denkmale geliefert. — Schon der Umstand, daß Rauch und seinSchüler nach München gezogen werden, mag zum Beweise dienen, daß daselbstbisher noch keine plastische Schule sich gebildet hatte, welche zur Ausführungder vielen Bedürfnisse der von dem Könige Ludwig unternommenen großartigenKunstwerke hinreichend wäre. Jndeß sind die Namen Eberhard, Wagner undSchwanthaler viel genannt und mit Recht gepriesen. Konrad Eberhard (s. d.)wurde 1819 Professor der Bildhauerkunst an der Akademie in München. Seinevielen Compositionen bewegen sich am liebsten in der christlichen Glaubenswelt, dieer voll Ernst und Innigkeit mit poetischem Sinn aufzufassen weiß; dahingehörtnamentlich sein Monument für die Prinzessin Karoline in München. Doch hat ermit Geist und Geschick auch andere Darstellungen erfunden, darunter einen für dieVilla Massimi in Rom entworfenen Fries mit Homerischen Scenen, der leider nichtzur Ausführung kam, weil man den ohnehin schon großen Aufwand für die künst-lerische Ausschmückung nicht noch vermehren wollte; eine Muse mit dem Amor,runde Gruppe in der Glyptothek; ein Faun mit dem kleinen Bacchus; Leda; Dianaund Endymion: diese im nymphenburger Schloßgarten. E.'s religiösem Kunstsinnist die innere Anordnung und Verzierung der wiederhergestellten alten Kirche zuWittelsbach übertragen worden. In der Arbeit sind gegenwärtig begriffen: einRelief, Christus aus einem von den Symbolen der Evangelisten gebildeten Thronesitzend, daneben Maria und der Täufer Johannes kniend; die Statuen der Apo-stel Petrus und Paulus. Diese Werke werden für das Portal der Allerheiligen-capelle an der Residenz zu München in Sandstein ausgeführt, und sprechen schonin den Modellen die Hoheit und Anmuth des Erlösers, die schlichte Natürlichkeit