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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
579
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Deinhardstein 579

der pyrenäischen Halbinsel nicht mitmachen. 181?, als er die Rüstungen seinesVaterlandes vernahm, kehrte er nach dem Continent zurück und trat, als Haupt-mann beim Generalstabe, wieder in vaterlandische Dienste. Er focht in denSchlachten bei Dresden, Kulm, Leipzig, in den Gefechten 1814 in Frankreich,bei Ligny und Belle Alliance, und erhielt den Wladimirorden vierter Elaste unddas eiserne Kreuz. Er wurde 1816, noch immer im Generalstabe, Dirigenteiner Vermessungsabtheilung beim topographischen Bureau, 1817 Major imgroßen Generalstabe in Berlin, 1818 Lehrer bei der allgemeinen Kriegsschule, sowiebei der Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin, legte aber letztere Stelle 1830wieder nieder. Eine von D. verfaßte Recension verwickelte ihn in einen Streit mitdem Hauptmann von Nonhoff; ein Pistolenduell war die Folge hiervon, und D.hatte das Unglück, seinen Gegner zu tobten. In Folge der hierdurch verwirkten Strafeerlitt er einen Festungsarrest zu Spandau. 1838 verließ er den Generalstab, und wardbei der Artillerie angestellt, wo er den Befehl über die achte, spater über die ersteArtilleriebrigade erhielt. D. ist als einer der thätigsten Offiziere des preußischenHeeres bekannt. Vorzüglich zeichnete er sich als Schriftsteller aus. Seine Schrift:Das militairische Aufnehmen" (Berlin 1816), enthalt neue Ansichten undMethoden, wie auch besonders Anweisungen zum Gebrauch der Patentboussoleund des Reflectors; seineArtillerie für alle Waffen" (3 Bde., ebendaselbst 1817)ist eins der brauchbarsten Lehrbücher für Nichtartilleristen. Außerdem schrieb er-Theorie des Reflectors" (Berlin 1817);Gefechtslehre der Cavalerie undreitenden Artillerie" (ebendaselbst 1819);Lesebuch für Unteroffiziere und Sol-daten" (ebendaselbst 1830; dritte Aufl. 1831);Geschichte des Geschützwesens"(ebendaselbff1830; zweite Aufl. 1833);Bonaparte's Feldzug in Italien" (eben-daselbst 1835). Er gab 1834 in Berlin eine militairisch-topographische Karte desLandes zwischen dem Rhein und der Maas heraus; auch war er Redacteur desberlinerMilitairwochenblatts", derMilitairliteraturzeitung" und derZeit-schrift für Kunst, Wissenschaft und Geschichte des Kriegs". Als belletristischerSchriftsteller, unter dem Namen Adalbert vom Thale, schrieb er:FreieHandzeichnungen" (Berlin 1818);Geburtstagsspiele und andere kleine dra-matische Dichtungen" (3 Bde., ebendaselbst 1831 33), und zahlreiche Auf-satze imGesellschafter", derAbendzeitung" u. s. w.; doch erhebt sich keiner sei-ner belletristischen Aufsatze über die Mittelmäßigkeit. Bedauerlich ist, daß D.auch als militärischer Schriftsteller ein gewisses Bestehen auf seinen Ansichten undeine Schroffheit des Urtheils nicht vermeidet, die verwundet ohne zu bessern, pole-misirt, ohne zu belehren. Besonders zeigte sich dies in seinem Ankämpfen gegenden verstorbenen sächsischen Major Lehmann, dem er das Verdienst, zuerst eineklare Ansicht der Terrainzeichnung aufgestellt zu haben, vergebens zu entrei,ßen strebt.

Deinhardstein (Ludwig Franz), ein bekannter östreichischer Theater-dichter und Kritiker, wurde 1789 zu Wien geboren. Er machte seine Studienan der dortigen Hochschule und soll in seinen frühern Jahren durch eine sehr scharfeund satyrische Beweglichkeit des Geistes, die ihm damals eigen gewesen und welcheer besonders in geistreichen Privatcirkeln unbesorgt spielen ließ, nicht selten denVerfolgungen der wiener Polizei anheimgefallen sein, während er dagegen später,zu einem höchst loyalen Gegensatz sich bekehrend, selbst als Censor seine frühereRichtung mit großem Beifall der obernBehörden bekämpft zu haben scheint. D.'sliterarische Wirksamkeit ist besonders in seinem Lehramte der Ästhetik, das er nachdem Abgange seines tresslichen Freundes, des Lyrikers Haschka, an der therestani-schen Ritterakademie erhielt und auch eine Zeitlang an der wiener Universität ver-waltete, mit ehrender Anerkennung zu nennen. Eine weniger unbedingte Auf-nahme ist seinen im Druck erschienenen poetischen und kritischen Arbeiten selbst zu

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