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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Davidson

Mitglied derXenelemie ckes beaui arts und Professor an der Kunstschule in ParisUnter der großen Anzahl von Büsten, die er gearbeitet hat, nennen wir vornehmlichdie von Bentham, Casimir Delavigne, Cooper, Fenelon, Montesquieu und Göthe.Zur Modellirung der letztern unternahm er 1829 eigens eine Reise nach Weimarund führte das Modell nachher im Großen in Paris aus, wo diese Büste auf der öf-fentlichen Kunstausstellung 1830 allgemeine Bewunderung erregte. Im Som-mer 1831 schickte er sie Göthen selbst zu, mit dem nachfolgenden Schreiben, daswir uns nicht enthalten können, zur Charakteristik der gemüthlichen Seite des Dich-ters hier mitzutheilen:Paris, 18. Zun. 1831. Mein Herr! Sobald meinejugendlichen Gedanken sich auf die Betrachtung der erhabenen Werke der Naturzu richten vermochten, galt meine Bewunderung den großen Mannern, die ihreschönste Schöpfung sind. Ich widmete mich der Bildhauerkunst als einem dauer-haften Mittel, ihre Züge zu verewigen; ihnen weihte ich mein Leben und alleEmpfindungen meiner Seele. Es war mir als ein unverdientes Glück aufbehalten,die Züge des Größten, des Erhabensten nachzubilden. Ich bringe Ihnen dieseschwache Darstellung Ihrer Züge dar, nicht als ein Werk, das Ihrer würdig sei,sondern als den Ausdruck eines Herzens, welches richtiger fühlt als das Gefühlteauszudrücken vermag. Sie sind die große poetische Gestalt unseres Zeitalters; es istIhnen eine Bildsaule schuldig, aber ich wagte es, ein Fragment davon zu bilden; einIhrer würdiger Genius wird sie vollenden." (Vergl. K. W. Müller,Göthe's letzteliterarische Thätigkeit", S. 56.) DieseKolossalbüste, die auf Göthe selbst einen sehr be-deutenden Eindruck gemacht haben soll, wurde nach seinem eignen Wunsch in demSaale der großherzoglichen Bibliothek aufgestellt, und zuerst am Tage seines letz-ten Geburtsfestes feierlich von ihrem Schleier enthüllt. Sie ist ohne Zweifel D.'sgeistreichste und gelungenste Arbeit, welche durch eine warme und lebendige Auf-fassung beseelt und charakterisirt wird. Auf Geheiß der Negierung verfertigte D.auch eine der kolossalen Statuen, welche die Brücke Ludwigs XVI. in Paris zie-ren, nämlich die des Prinzen Conde, wie er seinen Marschallsstab in die feindli-chen Linien zu Freiburg wirft; sie gehört zu den schönsten Bildsaulen jener Brücke.Im Auftrage der Regierung arbeitete er ferner eine Statue Racine's, und für dasVÜLätre lralu'cüs die Bildsaule des Schauspielers Talma. Auch wurde D. beiVeranlassung des Monuments, welches Foy auf dem Kirchhofe des VäreDucbaisoauf Subscription errichtet ward, beauftragt, die Bildsaule dieses berühmten Red-ners zu verfertigen. Er arbeitete ferner auch an den Basreliefs, mit welchen derTriumphbogen auf dem Carousselplatze in Paris nach dem Feldzuge des Herzogsvon Angouleme im Jahre 1823 verziert wurde, die aber nach der Iuliusrevolutionim Jahre 1830 den alten napoleonischen Basreliefs, die sonst diese Stelle einnah-men, wieder weichen mußten. D. ist jetzt einer der geschätztesten französischen Bild-hauer in Paris-, er besitzt ein tiefes Gefühl des Erhabenen und Schönen und hatdie Antike auf eine geistreiche Weise in sich aufgenommen.

Davidsvn (Lucretia Maria). Es gibt kaum eine Individualitat, derenLeben selbst so entschieden den Eindruck des rührendsten Gedichts darböte, als dieder jungen nordamerikanischen Sängerin D., deren Name erst öffentlich bekanntgeworden, nachdem ein früher Tod bereits die herrlichste, von einem wahrhaft poeti-schen Geiste beseelte Blüte zerstört hatte. Lucretia war am 2'7. September 1868in Plattsburg in den Vereinigten Staaten geboren, von unbemittelten, aber ge-bildeten Altern, denen es nicht an Sinn und Gefühl gemangelt zu haben schien,das fast übergeistig zu nennende Streben ihres wunderbar begabten Kindes mitTheilnahme zu begünstigen. Schon in ihrem vierten Jahre suchte das kleine Mad-chen, die gewöhnlichen Kinderspiele fliehend, einer schwärmerischen Einsamkeit sich

hinzugeben, wo sie sich insgeheim Skizzenbücher ganz eigner Art anfertigte, indemsie mehre Blatter Papier zusammennähte und die eine Seite derselben mit Zeich-

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