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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
541
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Crelinger 54?

deutschest wer er Vorstend des Finanzministeriums (Schatzsecretair) und hattegroßen ?ßntheil en den rühmlichen Erfolgen dieser Verwaltung. Als die Zeit heran-rückte, wo der zwei Mal erwählte Monroe seine Würde niederlegen mußte, tratauch C. mit Adams, Jackson, Clay (s. d.) und dem Kriegsminister Ealhoun beidem sogenannten Canvas, der Bewerbung um AnHanger, mit glücklichen Aussichtenin die Schranken. Bei der Abstimmung der einzelnen Staaten im November1824 hatte er anfanglich von den 261, nach dem Verhältniß der Bevölkerungunter den einzelnen Staaten sehr ungleich (von 3 bis 36) vertheilten und durchWahlmänner geführten Stimmen 48, nach John Quincy Adams die Mehrheit,und wurde besonders von Virginien begünstigt. Wahrend Clay und Calhoun spaterzurücktraten, als die Entscheidung der Wahl, weil keiner der Bewerber die absoluteStimmenmehcheit hatte, dem Hause der Repräsentanten anheimfiel, blieb C. auf^ dem Kampfplatze und erhielt vier Stimmen von den 24, die sich zwischen ihm,Adams und Jackson theilten, aber man glaubte, daß er den Sieg davongetragenhaben würde, wenn nicht zur Zeit der Entscheidung eine schwere Krankheit ihnvom Schauplatze entfernt hätte C. zog sich in das Privatleben zurück, und Rush,vorher Gesandter in London, erhielt das Finanzministerium unter dem neuen Prä-sidenten Adams. Vier Jahre später hatte Jackson's Partei sich in mehren Staatenso sehr verstärkt, daß lange vor der neuen Wahl sein Sieg wahrscheinlich war, undes trat daher außer Adams kein anderer Bewerber auf. C. gehört mit Adams undClay zu den ausgezeichnetsten Geschäftsmännern der Vereinigten Staaten, und beider ihm eignen Gewandtheit wird er die Verdienste, die er sich auf seiner politischenLaufbahn erworben hat, geltend zu machen wissen, wenn er bei der nächsten Präsi-dentenwahl wieder unter den Bewerbern erscheinen sollte.

Crelinger (Auguste), geborene Düring, verwitwete Stich, jetzt eine dervollkommensten Erscheinungen auf der deutschen Bühne. Geboren in Berlin undunter Jffland's Leitung aus die Bühne gebracht, zeichnete sie sich mehre Jahrelang durch wenig mehr als durch eine schöne Gestalt und eine umfangreicheStimme aus. Die Prüfungen des Lebens entwickelten in ihr die Künstlerin er-sten Ranges. Was sonst auf der bunten Bühnenwelt, wo sie das Leben be-! rührt, flüchtig und leicht wie ein Traum dahinzieht, berührte sie ernst, schwer tra-gisch. Sie war schon eine Künstlerin von Ruf, als ihr Gatte, der Schau-spieler Stich, durch einen Dolchstoß des jungen Grafen Blücher verwundetwurde. An den fürchterlichen Kämpfen, welche die junge Künstlerin daraufam Wundbette des Gatten, mit der Familie, dem irritirten Publicum zu käm-pfen hatte, bildete sich die tragische Schauspielerin. Was sie damals bei ihremWiederauftreten verheißen, ganz ihrer Kunst zu leben, hat sie gehalten. Zu ihrerBildung unternahm sie eine Reise nach Paris, ohne von daher, wie es wolandern deutschen Schauspielerinnen ergangen, eine unserer Tragik fremde Maniermitzubringen. Auf mehren Reisen durch Deutschland, auch später bis Petersburg,hat sie überall, zumeist in Wien, Bewunderung ihrer ungewöhnlichen Kraft undKunst eingeerntet. Nach dem später erfolgten Tode Stich's verheirathete sie sichzum zweiten Male mit dem Banquier Crelinger und ist jetzt, in einem glücklichenFamilienkreise lebend, die Hauptstütze des berliner Hoftheaters, oder vielmehrdie einzige, die noch mit vollem Eifer für die Sache den Kothurn der Tragödiean diesem Theater repräsentirt. Ihr Hauptfach ist das Heroische. Sie hatden Adel, die Würde einer bessern Theaterzeit ererbt und paart sie mit einerFeinheit des Spiels, die ebenso viel Lebenskenntniß als bewußte Empfindungverräth. Uber alle ihre Mittel waltet die höchst mögliche Sicherheit, daß sie in je-dem Momente und unter allen Umständen ihres Erfolgs gewiß sein kann und esauch ist. Sie bedarf keiner sonderlich poetischen Studien, um ihre Kunst geltendzu machen; selbst in Novitäten, die im Ganzen misfallen, erringt sie in ihrer Par-