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den beiden entgegengesetzten Punkten der Stadt; die Einrichtung eines Dampf-bsotes zwischen Trieft und Venedig — des ersten in der östreichischen Monarchie—,die Errichtung eines neuen Strafhauses in Capo d'Jstria; die Einleitungen zumBau der großen und wichtigen Straße von Optschina, bezeichneten seine dortigekurze Verwaltung, wahrend welcher Trieft zwei Mal vom Kaiser besuchtwurde. Bei der zweiten Anwesenheit desselben wurde Graf C. 1818 zum Ge-heimrath und Vicepräsidenten in Tirol ernannt, wo damals die Landesverwaltungunter der schwachen Leitung des alten Grafen Bissingen so herabgekommen unddes Vertrauens im Lande selbst so gänzlich beraubt war, daß eine Umgestaltungderselben nothwendig wurde. Sein Großoheim und sein Großvater hatten indiesem Lande ein rühmliches Andenken hinterlassen. Nachdem Graf C. einJghr lang als Vicepräsident gedient und das ganze Land bereist hatte, wurde erzum Gouverneur von Tirol und Vorarlberg ernannt und bekleidete diese Stelle bis1825. Seiner Thätigkeit und Einsicht gelang hier manches schwierige, wichtigeund wohlthatige Werk. So führte er die bis dahin für unmöglich gehaltene Rekru-tirung eines Jagerregiments ein und organisirte es nach dem Geiste der Nation,sicherte der Provinz eine bewaffnete Landwehr von 20,000 Mann, regulirte dieLandesschuld und traf Anstalten zur Tilgung der frühern Kriegsschuld. Dies unddie Errichtung eines tiroler Nationalmuseums, die Erhebung des innsbrucker Ly-ceums zu einer Universität, die Stiftung eines geregelten Armeninstituts, einerSparcasse in Innsbruck und einer öffentlichen Heilanstalt für die Irren in Hall,die Einführung einer Feuerschadenassecuranz, die Herstellung wichtiger Straßen-strecken und Umbauung der Straße über den Arlberg, die Regulirung der Etsch unddadurch bewirkte Austrocknung sehr bedeutender versumpfter Landesstrecken, dieVerbesserung der Pferdezucht und viele andere wohlthätige Anstalten mehr, sicher-ten auch ihm ein dankbares Andenken in diesem Lande. Der Kaiser berief ihn 1825als Hofkanzler und Präsidenten der Studienhofcommission nach Wien und ver-traute ihm anderthalb Jahre später, im Herbste 1826, die oberste Verwaltung desKönigreichs Böhmen an, die er aus den Händen des ausgezeichneten Grafen Ko-lowrat übernahm. Was der geniale und energische Staatsmann seit dieser Zeitzum Besten des Landes und des Staats gethan hat, kann hier nicht Alles be-rührt werden. Es genüge nur, an die Maßregeln zur Hebung der böhmischenIndustrie, an die pilsener Eisenbahn, an die zahlreichen Verbesserungen und An-stalten in den böhmischen Badeörtern, an die neuen Anlagen und Verschönerungenin und bei Prag, an die Organisirung des Armeninstituts und die Gründung desArbeitshauses daselbst, an die zweckmäßige Einrichtung des allgemeinen Kranken-hauses zu Prag, die Errichtung eines anatomischen Theaters u. s. w. zu erinnern.Seine Alles umfassende rastlose Thätigkeit erwies sich vorzüglich wohlthuend, seit-dem Böhmen von der verheerenden Choleraepidemie heimgesucht wurde. Er wurde1832 zum Präsidenten der vereinigten böhmisch-mährisch-schlesischen Hofkammerund Conferenzminister in Wien ernannt. (32)
Choulant (Ludwig), geboren zu Dresden am 12. Nov. 1791, erlerntedie Apothekerkunst in der Hofapotheke daselbst vom Sept. 1807 bis Sept. 1811,begann 5ann die medicinischen Studien auf dem damaligen Ovüegio meüico-clli-1'lUAlco zu Neustadt-Dresden unter Koberwein, Tobias, Raschig, Ohle u. s. w.,bezog die Universität Leipzig 1813, wo er in den Jahren 1814 und 1815 die phy-sikalische Famulatur bei Gilbert versah, sowie in den Jahren 1815 — 17 die ob-stetricische bei Jörg und als Amanuensis am Entbindungsinstitute. Im No-vember 1817 ging er auf Einladung des Hoftaths Pierer nach Altenburg alsGehülfe bei dessen literarischen Arbeiten und ward später praktischer Arzt daselbst.Er promovirte zu Leipzig 1818 und schrieb seine Dissertation: „vecas pel-viinu knilmruinHue ckekorwatalum cum uunvteitioiiilius nonnüllis", zu der