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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
427
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Cholera 427

dahingestellt sein, als wir ans Unkunde der Sprache und der einheimischen Quellenes unentschieden lassen müssen, ob die hier in Rede stehende Krankheit wirklich die-selbe sei, die man in Sina llol-vun und in Ostindien mort de einen und mal deterre nennt. Südöstlich von Calcutta verbreitete sich die Krankheit noch 1819„.ich der Westküste von Hinterindien und erschien im birmanischen Reiche zuMamabad oder Chittigong, dann zu Arracan und den beiden südlichem Hafen-städten Rangoon am indischen Meere und Bancock am Ausflusse des Menam imMeerbusen von Siam. Von hieraus verbreitete sie sich theils nach Cochinchina,theils nach der Halbinsel Malakka, wo sie selbst die an der südlichsten Spitze gelegeneInsel Sinkapur erreichte. Im Laufe der Jahre 1819 und 1820 erfolgte dieVerbreitung auf den Inseln des indischen Archipels; die Cholera erschien auf PuloPinang in der Straße von Malakka, auf Sumatra, Java, Borneo, Makassar,Ternate, und war 1823 auf den Amboinen und Bandainseln. Zu Manila aufder Insel Luzon brach die Krankheit am 5. Oct. 1820 aus. Südwestlich vonCalcutta, nach der Halbinsel Vorderindien oder dem eigentlichen Hindostan, geschahdie Verbreitung sehr schnell, sodaß die Krankheit noch im Verlaufe des Jahres1817 nicht nur die größern Städte in der Mitte der Halbinsel und das südlichereDekkan erreichte, sondern auch in Bombay auf der westlichen, wie zu Nellore aufder östlichen Küste ausbrach. Im Januar 1818 erschien die Krankheit zu Madrasund verbreitete sich bald auf dem ganzen südlichen Theile der Küste von Koromandel,erreichte Ceylon noch in demselben Jahre, Trivanderam und Calicut auf der mala-barischen Küste aber erst im Jahre 1819. Westlich und nordwestlich von Calcuttageschah die Verbreitung an der Nordseite der Nerbudda und in dem gesammtenStromgebiete der Jumna und des obern Ganges bis nach Delhi und Lahors, anwelchem letztern Orte die Krankheit im Marz 1818 erschien. Die Verbreitungnach Persien geschah von den Südküsten aus, und namentlich gibt man an, daßMaskat an der Ostküste der arabischen Halbinsel im Jahre 1821 durch ein ausZanguebar kommendes Schiff angesteckt worden, von hieraus die Krankheit aufdie Insel Kischm verschleppt worden sei, wo sie im Mai und Jun. desselben Jah-res heftig wüthete. Von hieraus gelangte sie nach Persien selbst und brach zuerstzu Gamron oder Bender-Abassi, an der der Insel Kischm gegenüberliegenden Küste,aus, erschien im August 1821 zu Abuschar und verbreitete sich nun nördlich überSchiras, Jezd, Kaschan und Kom, ohne jedoch Teheran selbst zu erreichen. Siewendete sich nach Tauris und verbreitete sich an der Südküfte des kaspischen Mee-res, während zugleich vom Nordwestende des persischen Meerbusens die Krankheitsich an den Ufern des Tigris und Euphrat verbreitete und nach einander die StädteBasra, Hilla und selbst Haleb und Antakia, zwischen dem Euphrat und dem Ost-rande des Mittelmeeres, befiel, längs des Tigris ansteigend Bagdad und die zwi-schen dem Euphrat und Tigris liegende Gegend erreichte, was vom August bis Oc-tober 1822 geschah. Im Jul. 1823 erfolgte die Verbreitung der Krankheit an derWestküste des kaspischen Meeres; am 26. August desselben Jahres erreichte sie dierussische Stadt Baku an dieser Küste und war 1324 in Astrachan. Vielleichtauf einem andern, mehr nördlichen Wege gelangte die Krankheit unmittelbar ausder großen Mongolei durch die kirgisischen Steppen nach dem Cwuvernement Otten-burg, wo sie am 7. Sept. 1829 im Dorfe Spask begann und am 19. Febr. 1830im Dorfe Masina aufhörte. Um dieselbe Zeit brach sie zum zweiten Male mitHeftigkeit in Tauris aus, erreichte Tiflis am 8. Aug. 1830, verbreitete sich in denGegenden des Kaukasus, stieg die Wolga in die Höhe, erreichte Saratow im Som-mer 1830, Moskau am 28. Sept. desselben Jahres, und gelangte bis zumSchlüsse desselben noch bis Wologda, der Hauptstadt im Gouvernement gleichesNamens. So war denn zu Ende des Jahres 1830 die Cholera in diesen nörd-lichen Gegenden bis über den 59. Grad N. B. und dm 51. Gt>ad Ö. L.