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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Cannabich

Helm, Bruders des Königs, ernannt, und außerdem mit einem wichtigen Lehr-amt an der Kriegsschule beaustragt. Als eins der Ergebnisse seiner erfolgreichenund höchst geschätzten Lehrvortrage ist das treffliche Werk zu betrachten, das er1823 24 unter dem Titel:Nachrichten und Betrachtungen über die The-ten und Schicksale der Reiterei" (2 Bande, Berlin), herausgab. Andere mi-litairische Arbeiten, sowie verschiedene in Geschäften und Auftragen des Dien-stes gemachte Reisen, können wir nicht einzeln aufzählen. Als die Verwickelungder russisch-türkischen Verhaltnisse der Stellung Preußens in Konstantinopel eineerhöhte Wichtigkeit gab, und diese einen ebenso umsichtigen als entschlossenenund zuverlässigen Mann erfoderte, erhielt C. die ehrenvolle Bestimmung, als au-ßerordentlicher Gesandter bei der Pforte aufzutreten und die preußischen Interes-sen dort auf neuen Fuß zu ordnen. Seine Wirksamkeit während eines mehr alsjährigen Aufenthalts in Konstantinopel wahrhaft zu würdigen, bedürfte es derEinsicht in Verhandlungen und Schrftren, die noch zur Zeit dem Geheimniß an-gehören. Seine Rückkehr, durch eignen Wunsch beschleunigt, ersolgte 1829, unddie Ernennung zum Obersten war eins der Aeichen der Zufriedenheit des Königs,die ihm zu Theil wurden. Als Commandern' eines Husarenregiments in Danzigwurde er bald wieder zu neuen Austragen abgerufen, indem er die Bestimmungerhielt, als preußischer Militairabgeordneter im russischen Hauptquartier desFeldmarschalls Diebitsch dem Feldzuge gegen Polen beizuwohnen. Später hatteer die schwierigen Verhaltnisse zu ordnen, die sich aus dem Übertritt ganzerCorps von polnischen Truppen auf das preußische Gebiet für die Staatsbehördenergaben. Seine tüchtigen und edeln Eigenschaften haben sich in allen diesen Lagenimmer mehr bewährt, und seine Verdienste zu vollkommener Anerkennung geho-ben. Strenge Rechtlichkeit und selbständig kraftvolle Gesinnung, von gründlichenKenntnissen und lebhaftem Geiste begleitet, machen ihn zu einem der achtungs-würdigsten Männer der preußischen Armee. Den sogenannten Liberalen darf manihn nicht beizahlen; aber Niemand ist in edelm Gefühl und Bewußtsein der Be-deutung seines Standes und Berufs entfernter von jedem Servilismus.

Cannabich (Johann Gottfried Friedrich), geb. zu Sondershausen 1786,erhielt seine früheste Bildung theils durch seinen Vater, der als Kanzelredner undSchriftsteller sehr geachtet und als Consistorialrath und Superintendenten daselbst,angestellt war, theils durch Hauslehrer und in der Schule seiner Vaterstadt, undwurde frühzeitig zum geistlichen Stande bestimmt. Nach vollendeten Universi'täts-studien erhielt er die Stelle eines Rectors an der Stadtschule zu Greußen im Schwarz-burg-Sondershäusischen, und ist jetzt Prediger zu Niederbösa. Als nach dem ver-hängnisvollen Jahre 1815 in den Gebietsverhältnissen mehrer Staaten bedeutendeVeränderungen eingetreten und einige gänzlich verschwunden waren, wurde das Be-dürfnis allgemein gefühlt, ein nach den Beschlüssen des wiener Congresses verfaßtesHandbuch der Erdbeschreibung für Schule und Haus zu besitzen. C. war nebstStein der Erste, der sich dieser Arbeit unterzog. Schon 1816 erschien (Sonders-hausen) die erste Ausgabe seinesLehrbuchs der Geographie nach den neuesten Frie-densbestimmungen", dessen übersichtliche Methode so allgemeinen Beifall fand,daß es bis 1829 12 Auflagen erlebte. Dies Werk brachte ihn mit den be-deutendsten Geographen unserer Zeit in Verbindung. Vereint mitGaspari, Guts-Muths, Hasset und Ukert gab er dasVollständige Hauobuch der Erdbeschreibung"heraus, ein Werk für diese in Deutschland zuerst durch Büsching und später durchRitter und Berghaus neugeschaffene Wissenschaft, wie es keine andere Nation insolcher Vollkommenheit besitzt, selbst Großbritannien nicht ausgenommen, das dochden Schlüssel zu beiden Hemisphären hat. Um seine Forschungen auch für jüngereSchüler zugänglich zu machen, verfaßte er eineKleine Schulgeographie" (Gon-dershausen 1818, zehnte Aufl. 183 l). Außerdem schrieb er:Neueste Kunde von;

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