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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
355
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Byström

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seine ganze Thatigkeit. Seine Versetzung nach Breslau als Archivar (1811) er-öffnete ihm einen geeignetem Wirkungskreich und von dieser Zeit an liegen die Be-weise seiner mannichfaltigen Thatigkeit uns vor Augen. Er erhielt 1822 eine ordent-liche Professur der Philosophie an der Hochschule zu Breslau. Seine in den Inn-ren 1810 12 in Geschäften seines Berufs als Archivar durch Schlesien un-ternommene Reise blieb nicht 'ohne großen Gewinn für die damals noch fast gänz-lich vernachlässigten Alterthümer Schlesiens, wie schon die von ihm herausgege-benenZeitbücher der Schlesier" (Breslau 1818 28, 4 Bde., Nikol. Pol'sGeschichte der Stadt Breslau enthaltend) und seineHeionischen AlterthümerSchlesiens" (4 Hefte, Leipzig 1820 24), andere dahin gehörende Schriftennicht zu rechnen, sattsam beurkunden. Bei dem großen Umfange des wissenschaft-lichen Gebiets, dem er von nun an ausschließend sich widmete, und worin er fastkeinen Zweig unberücksichtigt ließ, ist es unmöglich, hier eine ausführliche, seinenmannichfaltigen Leistungen angemessene Würdigung seiner Verdienste zu geben.Deutsches und insbesondere schlesifches Alterthum, altdeutsche Literatur und Kunst,Geschichte und Baukunde des Mittelalters, ja sogar auch die Belletristik erkennenihn als einen ihrer thätigsten Freunde und Beförderer. Unter den von ihmherausgegebenen geschichtlichen Denkmälern verdient besondere Auszeichnung alsein werthvoller Beitrag zur Sittengeschichte:Lieben, Lust und Leben derDeutschen des 16. Jahrhunderts, in den Begebenheiten des schlesischen RittersHans von Schweinfchen" (3 Bde., Leipzig 1820 23), und von seinen übri-gen Schriften erwähnen wir noch:Das Schloß der deutschen Ritter zu Marien-burg" (Berlin 1823, 4.);Ritterzeit und Ritterwesen" (2 Bde., Leipzig 1823)-,Abriß der deutschen Alterthumskunde" (Weimar 1624). Wenn auch manchesUrtheil B.'s, manche Ansicht desselben, so wohlbegründet sie anfangs auch schie-nen, bei längerer und genauerer Prüfung zuweilen gewagt, zuweilen gar als un-statthaft sich zeigt, so beruht dies eben auf seiner allgemeinen Thätigkeit, die kei-nem besondern Zweige ausschließend sich zuwenden mochte. Einzeln und mit An-dern vereint, von welchen nur Docen, von der Hagen, Streit und Kannegießer ge-nannt werden mögen, strebte er muthig und unaufhaltsam nach dem ehrenhaftenZiele, welches er sich selbst gesteckt hatte, der Mitwelt oie Schabkammem der Vor-welt zu öffnen, und über die Werke dahingegangener Geschlechter den Nachkom-men eine leuchtende Fackel zu halten. Immer bleibt ihm daher der wohlverdienteRuhm, durch sein fleißiges Sammeln und Sichten höchst anregend und fördernd aufWissenschaft und Kunst, besonders aber auf die ältere deutsche Literatur eingewirkt zuhaben. Das vollständige Verzeichnis; seiner Schriften findet man in dem 13., 17. u.22. Bande desGelehrten Deutschlands". B. starb am 4. Mai 1829. (38)

Byström (Johann Niclas), wurde am 18. Der. 1783 zu Philipp-stadt in der schwedischen Provinz Wermland geboren und für den Kaufmanns-stand bestimmt; nachdem Tode feiner Altern aber verließ er diese Laufbahn, undum ungestört seiner lange gehegten Neigung zu folgen, ging er, 20 Jahre alt, nachStockholm, wo er unter Sergell's und Mazrellier's Lcitung-sich der Kunst widmete.Er erhielt 1809 den mit einem Reisestipendium verbundenen großen Preis in derKunstakademie und trat im folgenden Jahre.die Wanderung nach Rom an. Daserste Werk, das er dort in Marmor ausführte, war eine trunkene Bacchantin, dieer später vier Mal wiederholte, und die von Carbonneau zu Paris in Bronze ge-gossen wurde. Dieses Bildwerk kam noch vor Sergell's Tode nach Schweden undgründete durch den Beifall, den es bei diesem großen Meister fand, den Ruf desjungen Künstlers in seinem Vaterlande. B. kam erst 1816 nach Schweden zu-rück und brachte mehre größere Bildwerke in Marmor mit, die zpm Theil von derköniglichen Familie gekauft wurden. Schon .1816 reiste er wieder nach Rom, ummehre Arbeiten für den damaligen Kronprinzen und für verschiedene Privatpersonen

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