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Burnouf Büsching
blieben war, erbrach mit B.'s Hülfe den bereits verschlossenen Sarg, sie füll-ten ihn mit Gerberrinde und verkauften die Leiche an Knox, dessen Famulusdafür 7 Pfund Sterling und 10 Schilling auszahlte. Beide theilten sich in denPreis. Der erste Mord ward bald nachher an einer fremden Frau begangenwelche bei Hare, der mehre Gastbetten in feiner Wohnung hielt, ein Nachtlagererhalten hatte. Als sie im Rausche lag, schlug Hare vor, sie zu ersticken, um ihrenLeichnam zu verkaufen. Die Ermordete ward alsbald zu Knox gebracht, der sichüber die frische Leiche freute, aber ohne weitere Erkundigungen einzuziehen. Aufahnliche Weife wurden die übrigen ermordet; in den meisten Fallen wurde mitBerauschung der unglücklichen Opfer der Anfang gemacht, worauf Hare, in-dem er ihnen Mund und Nase zuhielt, sie erstickte, wahrend B. ihnen Armeund Beine festhielt. Die Ermordeten wurden in Kisten gelegt, wo sie steif undkalt genug wurden, ehe man dieselben öffnete. Der Arzt und seine Gehülst« äu-ßerten nie Argwohn, so verdachtig auch oft die Umstände waren, und begnügtensich mit der Angabe der Verkäufer, daß sie die Leichen von Angehörigen der Ver-storbenen erhalten hätten. (S. die Gerichtsverhandlungen in „Vlle -mmud ro-gistor tor 1828".) Die eigmthümliche, in B.'s Aussagen beschriebene Ermor-dungsart hat zu dem Ausdruck Burken Anlaß gegeben.
Burnouf (Eugene), Orientalist zu Paris und Secretair der dortigenasiatischen Gesellschaft. Er beschäftigt sich vorzüglich mit dem Studium der indi-schen Sprachen und des Altpersifchen, und hat sich darin als einen gründlichen undumsichtigen Gelehrten bewährt. Zuerst machte er sich bekannt durch eine Schrift,welche er mit dem jetzigen Professor Lassen zu Bonn gemeinschaftlich herausgab:„Cssm snr le IKdi, nu longue suci-oo de la jmesgu'üe mi-delu du dan^e" (Paris1828), worin er die bis dahin noch fast ganz unbekannt gewesene Palifprache,einen Zweig des Sanskrit, schildert, in welchem die heiligen Bücher der Buddhistenauf Ceylon und im birmanischen Reiche abgefaßt sind. In dem „lommdasiatigoe" lieferte B. manche interessante Aufsätze und Recensionen, z. B. überdas tamulische Alphabet (April 1828); über einige geographische Benennun-gen im tamulischm Gebiete (October 1828); über die siamesische Sprache(September 1829), und Auszüge aus mehren Puranas. Sein wichtigstes Unter-nehmen ist die Herausgabe des „VVeudidud-Sude", eines Haupttheiles des „Send-/Levestu", in der Amtssprache: „Vendidud-Ludch i'un des livres de Toroustre,d'apres le m-muscilt 2end de in bikdiotllegue du roi, uvec un common-tickre, uue trudnetion uouvelle et im memoire Zur In lungue 2ende cousidereedems ses rupports nvec le snuslerit et !es aucieus idiomes de l'Kurope." Essind acht Lieserungen des Aendtexts (Fol.) lithographckt bis Mai 1832 erschienen.Die Übersetzung und der Commentar werden nachfolgen. Eine treffliche Probe desletzten hatB. im „lom-md 3siotigue"(Mai 1829) gegeben. Mittlerweile hat auchBopp schon in den ^Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik" manche wichtige Be-merkungen über die Amtssprache vorgetragen, da der von B. gelieferte Zendtext unsdas Studium dieser Sprache jetzt möglich macht. Die nahe Verwandtschaft desAend mit dem Sanskrit, zugleich aber auch die Selbständigkeit des Zend tretenjetzt immer deutlicher hervor. B. ward 1832 zum Mitglieds der ^cudemie desiuscriptions gewählt. (39)
Büsching (Johann Gustav), geb. zu Berlin dm 19. Sept. 1783, einSohn des rühmlichst bekannten Geographen. Er legte den ersten Grund zu seinergelehrten Bildung in seiner Vaterstadt, wo er auch nach Beendigung seiner aka-demischen Laufbahn (1809) als Regnrungsreferendar angestellt ward. Seinemregen Geiste mochten jedoch die Geschäfte seines Berufs keineswegs zusa-gen; die Vorwelt war es, die ihn mächtig anzog, ihm allerdings auch mehrBefriedigung verhieß, und ihr wiomete er demnach seine ganze Liebe und später